AirPlay 2 - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de Audio & Heimkino. Ernst genommen. Wed, 24 Jun 2026 13:38:04 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.1 https://www.hifigeek.de/media/cropped-hifigeek.de-512-32x32.png AirPlay 2 - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de 32 32 60029611 Klipsch The Fives II, Sevens II und Nines II: Neue Elektronikplattform mit Dirac Live und Dolby Atmos https://www.hifigeek.de/klipsch-the-fives-ii-sevens-ii-nines-ii/ https://www.hifigeek.de/klipsch-the-fives-ii-sevens-ii-nines-ii/#respond Thu, 07 May 2026 09:54:50 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=11725 Klipsch feiert 80 Jahre und schickt zum Jubiläum drei neue Aktivlautsprecher raus. Klipsch The Fives II, Sevens II, Nines II sind keine Facelifts — die Elektronik wurde von Grund auf neu gebaut, gemeinsam mit Onkyo, beide unter dem Dach der Gentex Corporation. Das ist ein ungewöhnlicher Move, der auf dem Papier einiges verspricht. Ob er hält, was er verspricht, liegt noch vor uns.

Warum Onkyo, und was bedeutet das konkret?

Im Zentrum von Klipsch The Fives II, Sevens II, Nines II steht eine sogenannte AV-Receiver-Architektur. Klipsch beschreibt das als gemeinsame Entwicklung mit Onkyo — einem Hersteller, der seit Jahrzehnten AVR-Elektronik baut und heute ebenfalls zur Gentex-Gruppe gehört. Das erklärt, warum die Feature-Liste der neuen Modelle klingt wie die eines kompakten Heimkino-Receivers: Dolby Atmos mit virtuellen Höhenkanälen, Dirac Live Room Correction, DTS:X beim Flaggschiff, HDMI ARC/eARC. Für ein Paar Aktivlautsprecher ist das ungewöhnlich viel.

Was das für die eigentliche Klangqualität bedeutet, lässt sich aus Pressematerialien allein nicht seriös beurteilen. AV-Receiver-Architektur kann je nach Umsetzung sehr vieles bedeuten. Aber allein die Tatsache, dass Dirac Live mit eingebunden wurde, ist ein klares Signal: Hier geht es nicht nur um Features-Bingo.

Dirac Live ist in der Aktivlautsprecher-Welt noch keine Selbstverständlichkeit. Das schwedische Korrektursystem findet sich sonst vor allem in Mittelklasse-AVRs oder deutlich teureren Komponenten. Es analysiert die Raumakustik und passt die Wiedergabe entsprechend an — sauber implementiert ist das ein echter Mehrwert, besonders in Wohnräumen mit ungünstigen Reflexionen. Den Anfang macht Dirac allerdings erst beim Sevens II. Das Fives II geht ohne los — bei 1.299 Euro ein Punkt, über den man nachdenken darf.

Horn und Cerametallic: das Treiberkonzept

Bei der Bestückung bleibt Klipsch der eigenen DNA treu. Alle drei Modelle setzen auf einen 1‑Zoll-Titanium-LTS-Hochtöner mit Tractrix Horn — das charakteristische Merkmal der Marke, das für hohe Effizienz und eine kontrollierte Abstrahlung sorgt. Die Tieftöner laufen unter dem Label “Jet Cerametallic”: 5,25 Zoll im Fives II, 6,5 Zoll im Sevens II, 8 Zoll im Nines II. Alle Gehäuse arbeiten mit Bassreflexöffnung nach hinten.

Die Frequenzgänge laut Hersteller (±3 dB): 50 Hz bis 25 kHz beim Fives II, 39 Hz beim Sevens II, 31 Hz beim Nines II. Das Nines II kommt damit in Territorium, das Subwoofer für viele Anwendungen optional macht — wobei “31 Hz laut Hersteller” wie immer mit dem üblichen Vorbehalt zu lesen ist. Messen werden wir das selbst.

Statt Wattzahlen nennt Klipsch Max-SPL-Werte: 103 dB beim Fives II, 106 dB beim Sevens II, 107 dB beim Nines II — jeweils gemessen als Stereopaar auf einem Meter. Das ist die klipsch-typische Art, Leistung zu kommunizieren, und passt zum Hornlader-Effizienz-Ansatz. Zum Vergleich: 103 dB SPL aus einem Lautsprecherpaar ist für einen normalen Wohnraum mehr als ausreichend, und bei den hornbasierten Klipsch-Treibern braucht es dafür deutlich weniger Verstärkerleistung als bei konventionellen Direktstrahlern.

Neu ist die einteilige BMC-Schallwand (Bulk Molding Compound). Klipsch verspricht weniger Resonanzen und eine verbesserte Abstrahlcharakteristik durch einen kurvenförmigen Radius. Konstruktiv nachvollziehbar — ob das im Hörtest messbar wirkt, steht auf einem anderen Blatt

Konnektivität: die Unterschiede zwischen den Modellen Klipsch The Fives II Sevens II Nines II

Hier lohnt sich ein genauerer Blick, denn die drei Modelle sind nicht gleich ausgestattet.

Das Fives II hat HDMI ARC/eARC mit CEC, RCA Phono, RCA Analog, USB‑C Audio, USB‑A und optisches Digital. Kein separater HDMI-Eingang, kein Koaxial, kein Kalibrierungsmikrofon. Bluetooth 5.4 mit SBC und AAC ist an Bord, ebenso HDMI 2.1 Pass-Through mit 8K, HDR10+, Dolby Vision, VRR, ALLM und HDCP 2.3.

Sevens II und Nines II legen nach: zusätzlicher HDMI-Eingang, koaxialer Digitaleingang und ein dedizierter Kalibrierungsmikrofon-Eingang — letzterer für Dirac Live. Das Kalibrierungsmikrofon liegt bei beiden Modellen bei. Beim Fives II gibt es das nicht, weil Dirac schlicht fehlt.

Streaming läuft bei allen drei über Google Cast, AirPlay 2, Spotify Connect, Tidal Connect und Qobuz Connect. Netzwerk via 2,4/5‑GHz-WLAN (802.11ac, 2×2 MIMO) oder Ethernet. Qobuz ist dabei — gut, weil nicht jeder bei den üblichen Plattformen gelandet ist.

Die kabellose Verbindung zwischen Primär- und Sekundärbox gibt es ab dem Sevens II. Wichtiges Detail aus den Specs: Kabelgebunden läuft die Verbindung mit 96 kHz/24 Bit, kabellos nur mit 48 kHz. Wer Hi-Res ernst nimmt, greift also zum Kabel — oder akzeptiert, dass 48 kHz für die allermeisten Hörszenarien immer noch mehr als ausreichend ist.

Markteinordnung: Was bekommt man wofür?

Der Aktivlautsprecher-Markt zwischen 1.000 und 2.500 Euro ist inzwischen deutlich voller als noch vor ein paar Jahren, als Klipsch mit der Fives-Generation in die aktive Stereo-Welt eingestiegen ist. Die KEF LSX II bewegt sich preislich in ähnlichen Regionen und liefert ein kompaktes, klanglich überzeugendes Paket — allerdings ohne Dirac und ohne HDMI ARC. Klipsch The Fives II, Sevens II, Nines II setzen andere Prioritäten: Tractrix-Horn-Sound, HDMI-Integration, Dolby Atmos.

In der oberen Preisregion trifft man auf aktive Lautsprecher von Buchardt oder Dynaudio, die klanglich auf einer anderen Philosophie basieren — mehr auf konventionelle Direktstrahler-Abstimmung, weniger auf Effizienz durch Hornlader. Wer den Klipsch-Sound kennt und mag, wird sich hier heimisch fühlen. Wer ihn nicht kennt, sollte vor dem Kauf auf jeden Fall hören.

Preise & Verfügbarkeit

  • The Fives II: 1.299 Euro pro Paar
  • The Sevens II: 1.999 Euro pro Paar
  • The Nines II: 2.499 Euro pro Paar

Alle drei Modelle sind ab sofort bei autorisierten Händlern erhältlich. Farboptionen: Roteiche (weiße Schallwand), Walnuss (schwarze Schallwand), Ebenholz (schwarze Schallwand). Passende Ständer — KS-24 für Sevens und Nines, KS-28 für Fives — gibt es optional dazu. Im Lieferumfang bei allen Modellen: Fernbedienung, 4‑Meter-Lautsprecherkabel und HDMI-Kabel. Sevens II und Nines II liefern zusätzlich das Kalibrierungsmikrofon für Dirac mit.

Was bleibt offen?

Klipsch hat mit Klipsch The Fives II Sevens II Nines II einiges auf einmal angepackt: Elektronik neu, Schallwand neu, Feature-Set deutlich ausgebaut. Die Onkyo-Kooperation ist konzeptionell interessant, weil sie echtes AVR-Know-how in ein Aktivlautsprecher-Paar bringt. Ob die Dirac-Limited-Lizenz in der Praxis den Unterschied macht, den man sich erhofft, ob die 31-Hz-Angabe des Nines II der Messung standhält, und ob die neue BMC-Schallwand hörbar was bringt — alles Fragen, die erst am Hörplatz beantwortet werden. Abwarten.

Wer lieber passive Lautsprecher behalten und trotzdem vernetzt hören will, findet mit dem WiiM Amp eine deutlich günstigere Alternative — unser Artikel dazu steht hier.

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WiiM Amp: Streaming-Vollverstärker für 349 Euro mit ernsten Ambitionen https://www.hifigeek.de/wiim-amp/ https://www.hifigeek.de/wiim-amp/#respond Wed, 13 Dec 2023 12:29:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=10898 WiiM kennt man bis jetzt hauptsächlich als Hersteller von kompakten Netzwerkplayern. WiiM Mini, WiiM Pro, WiiM Pro Plus – allesamt Streamer ohne eigene Endstufe. Mit dem WiiM Amp geht die Marke jetzt den nächsten Schritt: ein vollständiger Streaming-Verstärker für Passivlautsprecher, zu einem Preis, bei dem andere Hersteller gerade mal einen Vorverstärker verkaufen würden. 349 Euro. Fertig.

WiiM hat mittlerweile ein komplettes Ökosystem — von Streamer bis Soundbar: → WiiM Übersicht

Was WiiM eigentlich ist

WiiM ist eine hundertprozentige Tochter von Linkplay Technology – einem chinesischen Unternehmen, das seit Jahren Streaming-Module entwickelt, die in Produkten anderer Hersteller stecken. Silent Angel, Audio Pro, diverse B‑Brands: alle auf Linkplay-Basis. WiiM ist quasi der direkte Kanal, der aus dem OEM-Lieferanten einen eigenständigen Konsumeranbieter macht. Das erklärt, warum die Software so ausgereift wirkt – die haben halt schon etwas Erfahrung damit.

Das erste Produkt mit integrierter Endstufe ist der WiiM Amp. Zielgruppe laut Hersteller: alle, die vorhandene Passivlautsprecher nutzen wollen, ohne ein separates Gerät-Rack aufzubauen. Also der klassische Einstieg in vernetztes HiFi – aber ohne die übliche Kompromissware.

Technik im Kasten

Die Endstufe arbeitet mit einem Texas Instruments TPA3255, einem Class-D-Chip, der im DIY-Bereich einen guten Ruf hat. WiiM gibt 60 Watt pro Kanal an 8 Ohm und 120 Watt pro Kanal an 4 Ohm an – Herstellerangaben, wie immer. In der Praxis sollte das für die allermeisten Regalboxen und kompakte Standlautsprecher mehr als ausreichen. Nur wer sehr niederohmige oder schwierig zu treibende Lautsprecher hat, sollte das im Hinterkopf behalten.

Als DAC steckt ein ESS ES9018K2M (Sabre) drin. Nicht der neueste Chip aus dem ESS-Regal, aber solide implementiert. Laut WiiM liegt die THD+N bei 0,002 Prozent (entspricht ‑93 dB) und der SNR bei 98 dB bei 5 Watt. Das sind keine schlechten Werte für diese Preisklasse – aber keine audiophilen Traumzahlen, das sei ehrlich gesagt.

Eingangsseitig gibt es RCA analog, einen optischen Digitaleingang und HDMI ARC. Letzteres ist praktisch für alle, die den Fernseher direkt einbinden wollen. Subwoofer-Ausgang ist ebenfalls mit an Bord. Hi-Res bis 24 Bit/192 kHz wird laut Hersteller über alle Eingänge unterstützt. Zum Abspielen lokaler Dateien gibt es einen USB-Port – der WiiM Amp kann dann als Medienserver für andere WiiM-Geräte im Netzwerk fungieren.

Netzwerkseitig: Wi-Fi, Ethernet und Bluetooth 5.0 mit BLE. Bluetooth kann sowohl empfangen als auch senden – wer also einen Bluetooth-Kopfhörer ansteuern will, ist hier fein raus.

Das Ökosystem ist die eigentliche Stärke

Was dieses Teil von einem generischen Class-D-Amp unterscheidet, ist der Funktionsumfang auf der Streaming-Seite. AirPlay 2, Google Chromecast, Spotify Connect, TIDAL Connect, Amazon Music, Qobuz, Deezer, DLNA – alles drin. Alexa, Google Assistant und Siri werden ebenfalls unterstützt. Die beiliegende WiiM Voice Remote verbindet sich per Bluetooth LE, funktioniert also auch ohne Sichtlinie durch Schranktüren hindurch.

Die WiiM Home App ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt. Multiroom-Synchronisation mit anderen WiiM-Geräten, aber auch mit AirPlay-2-Lautsprechern, Amazon Echo oder Google Home-Geräten. EQ-seitig bietet der WiiM Amp 24 Preset-EQs, einen 10-Band-Grafik-EQ und einen 4‑Band-parametrischen EQ – und das für jede Eingangsquelle separat einstellbar.

Roon Ready war zum Zeitpunkt des Launches noch nicht zertifiziert, ist aber laut WiiM in Arbeit. Bis dahin läuft Roon über Chromecast, was keine perfekte Lösung ist, aber funktioniert.

Eins noch zur AirPlay-Funktion, weil das regelmäßig Fragen aufwirft: Der WiiM Amp empfängt AirPlay-Streams, kann aber nicht als AirPlay-Sender fungieren. Wer also AirPlay an andere Lautsprecher weiterleiten will, schaut hier in die Röhre.

Einordnung: Was kriegt man woanders für 349 Euro

Mal schauen, was der Markt sonst so bietet. Der Sonos Amp landet bei über 500 Euro – ohne RCA-Eingang, mit proprietärem Ökosystem und deutlich weniger Flexibilität bei Streaming-Protokollen. Der Bluesound Powernode fängt bei knapp 900 Euro an und ist klanglich und qualitativ nochmal eine andere Nummer, aber eben auch mehr als doppelt so teuer. Cambridge Audio EVO, Naim Mu-so – alles deutlich teurer, meist auch Feature-reicher, aber nicht immer in einem sinnvollen Verhältnis zum Preis.

Was für 349 Euro sonst auf den Tisch kommt, ist meist entweder ein nackter Verstärker ohne Streaming-Fähigkeiten oder ein AV-Receiver mit viel Gewicht, vielen Eingängen und mäßigem DAC. Der WiiM Amp macht da einen anderen Vorschlag: kompakt, vernetzt, kein Unnötigkram.

Das Gehäuse ist Aluminium, das Finish sauber. Optisch erinnert der Kasten an einen Mac Mini – und das ist explizit kein Nachteil. Space Gray oder Silber, beides unauffällig genug für jedes Wohnzimmer.

Preis und Verfügbarkeit

Der WiiM Amp kostet 349 Euro und ist seit Dezember 2023 in Deutschland erhältlich – unter anderem über Amazon sowie ausgewählte Fachhändler. Farben: Space Gray und Silber. Im Lieferumfang ist die WiiM Voice Remote enthalten, dazu HDMI-Kabel und RCA-Kabel.

Fazit

349 Euro für einen Streaming-Vollverstärker mit diesem Protokoll-Umfang ist kein schlechter Deal. Ob die DAC-Implementierung und der Amp-Teil wirklich halten, was die Specs versprechen, muss sich im Alltag zeigen – Papier ist geduldig. Was schon jetzt klar ist: Das Ökosystem funktioniert. Linkplay hat genug Erfahrung mit Streaming-Integration, und die WiiM-App gilt als eine der besseren in dieser Preisklasse.

Wer nach einem Einstieg ins vernetzte HiFi sucht, ohne gleich 900 Euro für einen Bluesound Powernode hinzulegen, hat mit dem WiiM Amp eine ernsthafte Option auf dem Tisch. Und wer sowieso schon WiiM Mini oder Pro Plus im Einsatz hat, dem bietet er eine naheliegende Ergänzung.

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