Deafheaven - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de Modern Audio für HiFi, Kopfhörer & Heimkino Mon, 16 Mar 2026 23:05:22 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://www.hifigeek.de/media/cropped-hifigeek.de-512-32x32.png Deafheaven - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de 32 32 60029611 Summer Breeze 2026 – Das Lineup steht, Dinkelsbühl ruft https://www.hifigeek.de/summer-breeze-2026-lineup-highlights/ https://www.hifigeek.de/summer-breeze-2026-lineup-highlights/#respond Tue, 17 Mar 2026 17:00:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=10635 Es gibt Festivals auf die man irgendwann mal geht. Und dann gibt es das Summer Breeze. Wer einmal auf dem Flugplatz in Dinkelsbühl gestanden hat, weiß den Unterschied. Nun steht das Summer Breeze 2026 an.

Seit 2013 ist das Summer Breeze fester Bestandteil – erst zu zweit, mit Unterbrechungen, mit einem Hund der erstmal Priorität hatte und drei verpassten Jahren die man heute noch bereut. Das 2018er Jubiläum? Lassen wir das Thema. Aber seit 2019 läuft der Motor wieder, und nach Corona ist 2022 aus einem Duo langsam eine echte Crew geworden. Erst random auf dem Black gecampt, dann zwei Flächen auf Blue, dieses Jahr drei. Es wächst. Und es wächst weil das Breeze eine dieser seltenen Sachen ist die Menschen zusammenbringt – auch solche die eigentlich gar nicht so viel Metal hören. Wegen dem Publikum. Wegen der Atmosphäre. Wegen den noch fairen Preisen. Wegen den Momenten in denen einem ein wildfremder KFZ-Mechaniker den Bulli über den matschigen Campingplatz zieht weil er einfach helfen will.

Wir haben in unserer Zeit auch andere Festivals gesehen – Wacken, Mera Luna, Rockharz, Hurricane, Vainstream, Metal Fest an der Loreley, 20 Wahre Jahre von In Extremo. Alles schön. Das Rockharz hat seinen eigenen Reiz. Aber das Breeze ist und bleibt ungeschlagen. Kurze Wege, ein Publikum das man selten asozial erlebt – sieht man mal von dem einen Jahr mit Children of Bodom ab, wo irgendwelche Typen Crowdsurfer über die Menge schmeißen oder runterziehen wollten. Ausnahme. Und das Merch: Custom Shirts mit wechselnden Jahresmotiven neben dem klassischen Jahreslogo, ein Sortiment das man nirgendwo anders in dieser Form findet. Wer schon mal Stunden vor dem Stand gestanden hat weiß wie das läuft – und seit zwei Jahren gibt es die Möglichkeit das Merch vorzubestellen. Was mehr oder minder auch funktioniert. Mehr oder minder.

Sechs Stunden Anreise. Trotzdem. Jedes Mal.

Das Lineup Summer Breeze 2026

Die Headliner: In Flames, Arch Enemy, Helloween – und als vierter Slot: Eisbrecher. Passend für ein deutsches Publikum, passend für Dinkelsbühl.

In Flames kennt das Breeze, und das Breeze kennt In Flames. 2013, 2019, 2023 – die Schweden sind Stammgäste in Dinkelsbühl und das Festival hat sie jedes Mal mit offenen Armen empfangen. Zu Recht. Die Band hat in den letzten Jahren wieder zu einer Form gefunden die viele schon abgeschrieben hatten, und wer sie zuletzt live gesehen hat weiß: die liefern. Die Double-Headliner-Tour gemeinsam mit Arch Enemy hat das nochmal unterstrichen. Ein Wiedersehen das sich anfühlt wie nach Hause kommen.

Arch Enemy – und da wird’s interessant. Alissa White-Gluz ist weg, Nadia Leonova steht in großen Schuhen. Wer sich erinnert wie das damals mit Alissa selbst war: auch da hat’s eine Weile gedauert bis sie akzeptiert war. Vielleicht ist 2026 auf dem Breeze die Premiere die einen umstimmt. Oder nicht. Aber es wird auf jeden Fall spannend zu sehen was die Band aus dieser Situation macht.

Imminence sind gerade in einer Phase in der alles passt. Die Schweden verbinden Metalcore und rohe Emotionalität auf eine Art die einen kalt erwischt – und die aktuelle Form der Band macht diesen Slot zu einem der interessantesten des gesamten Wochenendes. Sehr gespannt.

Orbit Culture ist mittlerweile keine Geheimempfehlung mehr – aber live nach wie vor Pflicht. Die ersten Alben haben die Szene aufhorchen lassen, das neueste hat nochmal einen Zahn zugelegt. Wer die noch nicht live hatte: jetzt. Kein Drumherum.

Thy Art Is Murder stehen mit Tyler Miller am Mikro – CJ McMahon ist seit 2023 raus, und das aus gutem Grund. Tyler war für viele live bisher noch nicht zu sehen – also auch hier eine Premiere. Die Band war schon vorher live eine Wucht. Was Tyler draus macht zeigt Dinkelsbühl.

Fit For An Autopsy sind seit Jahren eine der verlässlichsten Deathcore-Bands die sich nicht auf Formeln ausruhen. Paleface Swiss polarisieren mit ihrer Mischung aus Metal und Rap-Einflüssen – live aber definitiv eine Wucht.

Dann die Seite des Lineups die gerne übersehen wird: Deafheaven bringen ihren Post-Black-Sound nach Dinkelsbühl – ein Kontrast der auf einem Festival dieser Art besonders gut funktioniert. Ähnliches gilt für Møl aus Dänemark, die live deutlich mehr Druck machen als man auf Platte vermuten würde. Der Weg Einer Freiheit sind schlicht eine der besten deutschen Black-Metal-Bands der Gegenwart – dass die auf dem Breeze spielen macht das Booking noch runder.

Atmosphärisch in eine ganz andere Richtung aber nicht weniger stark: Eivør aus den Färöer-Inseln bringt einen der ungewöhnlichsten und schönsten Sounds des gesamten Festivals mit. Nytt Land aus Sibirien machen mit Schamanismus und archaischem Folk genau das was ein gutes Festivalprogramm braucht: echte Kontraste.

Bloodred Hourglass aus Finnland spielen Mittwoch – ein guter Einstieg in die vier Tage. Brymir ebenfalls aus Finnland, melodischer aber nicht weniger intensiv. Blood Command liefern diese herrlich chaotische Mischung aus Punkrock und Metal die live immer für Überraschungen gut ist. Mittel Alta dürfen gespannt beobachtet werden. Und dann gibt es noch den Abend auf dem man bei Rectal Smegma steht und sich fragt wie man an diesen Punkt im Leben gekommen ist – aber irgendwie ist das genau richtig so.

Und dann ist da noch die Kritik die man sich nicht verkneifen kann: Lorna Shore fehlen schmerzlich. Nach ihrem Debüt mit Will Ramos ist mittlerweile der zweite Langspieler erschienen, die Band wächst rasant – aber das Breeze holt sie nicht. Ähnliches gilt für den Anteil an hartem, extremem Metal generell: das Lineup 2023 war in dieser Hinsicht ein Traum. Im Deathcore und Death Metal gab es mit Fit For An Autopsy, Shadow of Intent, Brand of Sacrifice und Signs of the Swarm gleich mehrere Highlights auf einmal. Im melodischen Death Metal lieferten Be’lakor, Orbit Culture und Bloodred Hourglass das was man vom Breeze erwartet – klasse Bands abseits des Mainstreams. Bleed From Within irgendwo dazwischen, und Knocked Loose als Hardcore-Ausreißer der das Ganze nochmal aufgerissen hat. Und wer Zeal and Ardor 2023 live erlebt hat weiß: das war mit Abstand das stärkste Konzert des gesamten Festivals. Deren Abwesenheit 2026 hinterlässt ein leises aber deutliches Bedauern.

Fazit

Das Summer Breeze 2026 ist ausverkauft – bereits seit dem 1. Dezember 2025, früher als je zuvor in der Festivalgeschichte. Tagestickets sind noch limitiert verfügbar. Wer eins ergattert: gut gemacht. Wer leer ausgegangen ist: in die Ticketbörse schauen und nächstes Jahr früher dran sein.

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