Deathjazz - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de Modern Audio für HiFi, Kopfhörer & Heimkino Mon, 16 Mar 2026 18:14:09 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://www.hifigeek.de/media/cropped-hifigeek.de-512-32x32.png Deathjazz - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de 32 32 60029611 Avatar Hamburg 2026 — Freakshow in den Docks https://www.hifigeek.de/avatar-hamburg-2026/ https://www.hifigeek.de/avatar-hamburg-2026/#respond Mon, 16 Mar 2026 18:14:07 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=10539 Die Docks sind nicht gerade meine Lieblings-Location in Hamburg – aber wenn Avatar spielen und Freunde dabei sind, macht man das einfach.

Der Einlass für Avatar Hamburg 2026 war mit 17:00 Uhr schon relativ früh und mit zwei Vorgruppen sollte das auch ein ausgiebiger Abend werden. Agabas und Alien Weaponry waren hier für Hamburg gesetzt, anders als in Köln wovon meine Freunde schwärmten und deshalb in den Norden gereist sind um noch einmal gemeinsam das Konzert zu erleben.

Agabas — norwegisches Deathjazz

Agabas sind eine norwegische Crossover-Band mit Saxofon-Einschlag – klingt wilder als es sich liest. 17:30 sollten sie schon loslegen und der Groove hat mich zwischenzeitlich erwischt, aber warm geworden bin ich mit ihnen nicht. Sehr wohl hat Frontman Sondre Sørensen Brønstad alles in seiner Macht stehende getan um die Menge einzuheizen. Wenn das auch dazu geführt hat, dass er selbst Hand angelegt und die ersten Moshs eigenhändig angeschoben hat. Respekt an dieser Stelle.

Alien Weaponry – Māori Metal aus Neuseeland

Alien Weaponry haben sich mit einem Haka auf die Bühne gekämpft – das setzt einen Ton, bevor auch nur eine Note gespielt wurde. Die Neuseeländer, übrigens pünktlich früher als angekündigt, sind zu dritt unterwegs und brauchen keine große Crew um Präsenz zu erzeugen. Vor allem der Bassist mit seinen traditionellen Tā moko-Gesichtstattoos macht klar: das ist kein ästhetisches Accessoire, das ist wer diese Leute sind.

Der Māori-Einfluss sickert immer wieder durch – in Rhythmik, Gesang, Energie – und genau das ist es, was Alien Weaponry von jeder anderen Thrash-Band unterscheidet. Als jemand der für indigene Einflüsse im Metal brennt, hätte ich davon gerne mehr gehabt. Das Potenzial ist da, das Fundament steht – aber sie könnten diesen Teil ihrer Identität noch konsequenter nach vorne schieben statt ihn gelegentlich einzustreuen. Eine interessante Vorgruppe, die noch schärfer werden kann. Und wird, wenn man dem Eindruck trauen darf.

Avatar Hamburg 2026 – Der Zirkus kommt in die Stadt

Avatar sind seit über 20 Jahren unterwegs und haben sich von einer Gothenburg-Metalband zu einem der eigenwilligsten Live-Spektakel der Szene entwickelt. Das aktuelle Album „Don’t Go in the Forest” markiert dabei eine weitere Vertiefung ihres düsteren Zirkus-Universums – theatralischer, atmosphärischer, noch konsequenter in der Ästhetik. Hamburg war der letzte Abend der „In the Airwaves EU ’26″-Tour, und das merkte man: Die Band hat hier noch einmal alles rausgeholt was nach einem langen Tourmarathon übrig war – und das war verdammt viel.

Wenn Avatar die Bühne betreten, ist das kein Konzert – das ist eine Vorstellung. Harlekin-Kostüme, ein durchgängig zelebriertes Zirkus-Setting und Frontmann Johannes Eckerström als Zeremonienmeister eines düsteren Spektakels, das von der ersten bis zur letzten Minute funktioniert. Was zusätzlich für Stimmung sorgt: Eckerström spricht überraschend gutes Deutsch und zieht sämtliche Ansagen auf Deutsch durch – das kommt im ausverkauften Docks erwartungsgemäß gut an.

Der Fokus lag klar auf dem aktuellen Album, aber Avatar sind klug genug, niemanden im Regen stehen zu lassen – Klassiker wie Bloody Angel, Hail the Apocalypse und das finale Smells Like a Freakshow haben die Hütte nochmal ordentlich in Bewegung gebracht. Die Bühnenshow liefert dazu die passenden Momente: der kleine Flügel an dem Eckerström seine ruhigeren Passagen zelebriert, die Schlagzeugeinlage an der Bühnenkante mit der ganzen Band aufgereiht, und natürlich der Königsthron für Hail the Apocalypse – Kitsch im besten Sinne, vollkommen selbstbewusst zelebriert. Der Moshpit wuchs zum Finale hin kontinuierlich – und wer Black Waltz kennt weiß, dass vier Songs davon in einer Setlist keine zufällige Entscheidung sind.

Weniger gestimmt hat das Publikum an vereinzelten Stellen. Wer als Fotograf arbeitet und sich freundlich durch die Menge bewegen muss, erwartet keine rote-Teppich-Behandlung – aber komplett ignoriert und von hinten geschubst zu werden wenn man darauf hinweist, dass man hier einen Job macht, ist schlicht unnötig. Kleiner Schatten auf einem ansonsten starken Abend.

Ach ja: Das Bier war Warsteiner. In Hamburg. Das sagt eigentlich alles.

Avatar – Hamburg, Docks, 13. März 2026

  1. Captain Goat
  2. Silence in the Age of Apes
  3. The Eagle Has Landed
  4. In the Airwaves
  5. Bloody Angel
  6. Death and Glitz
  7. Blod
  8. The Dirt I’m Buried In
  9. Colossus
  10. Torn Apart
  11. Howling at the Waves
  12. Legend of the King
  13. Let It Burn
  14. Tonight We Must Be Warriors

Encore:

  1. Don’t Go in the Forest
  2. Smells Like a Freakshow
  3. Hail the Apocalypse

Wer nach dem Avatar-Abend noch mehr Hunger auf Metal in Hamburg hat – hier ist unser Bericht vom Lorna Shore Konzert 2026 in der ausverkauften Inselpark Arena.

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