DSD512 - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de Audio & Heimkino. Ernst genommen. Wed, 24 Jun 2026 12:34:21 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 https://www.hifigeek.de/media/cropped-hifigeek.de-512-32x32.png DSD512 - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de 32 32 60029611 Eversolo T10: Der neue Referenz-Streaming-Transport aus China https://www.hifigeek.de/eversolo-t10/ https://www.hifigeek.de/eversolo-t10/#respond Thu, 18 Jun 2026 12:34:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=12080 Eversolo kennt man mittlerweile. Die Marke, die aus der Zidoo-Familie heraus entstanden ist, hat sich in wenigen Jahren vom Geheimtipp für preisbewusste Streamer-Käufer zu einem ernstzunehmenden Namen im Segment der dedizierten Streaming-Transports entwickelt. Der Eversolo T8 hat das bewiesen. Jetzt kommt der Eversolo T10 — und der will mehr sein als ein T8 mit frischer Firmware.

Vorgestellt wurde das Teil auf der HIGH END Vienna 2026 Anfang Juni. Preis: 2.180 Euro. Das ist deutlich mehr als der Eversolo T8, und der war selbst schon kein Schnäppchen. Was man dafür bekommt, lohnt sich anzuschauen.

Alle Eversolo-Modelle im Überblick: → Eversolo Hub-Seite

Kein DAC, kein Amp — nur Transport

Wer das hier liest und noch nicht mit dem Konzept vertraut ist: Ein Streaming Transport ist kein Alles-in-einem-Gerät. Der Eversolo T10 konvertiert nichts, verstärkt nichts, und gibt keinen Ton aus, den man direkt an Lautsprechern hören könnte. Seine Aufgabe ist es, ein digitales Signal so sauber, stabil und präzise wie möglich an einen externen DAC zu liefern. Das ist für Systeme gedacht, in denen der DAC bereits feststeht — und man der Digitalkette vor ihm nicht mehr vertrauen mag.

Das klingt nischig, ist es in einem gewissen Preissegment aber nicht. Wer ernsthaft über einen Aurender N200, einen Innuos Pulse oder einen Lumin U2 Mini nachdenkt, bewegt sich genau in dieser Gedankenwelt. Eversolo spielt jetzt in dieser Liga mit.

Strom, Takt, Isolierung — die technische Basis

Das Herzstück des Eversolo T10 ist ein hauseigenes O‑förmiges Ringkerntransformator-Netzteil mit geschlossenem Magnetkreis. Eversolo gibt den Noise Floor dieses Linearnetzteils mit unter 35 μV an — ein Wert, der sich sehen lassen kann, auch wenn man Herstellerangaben dieser Art grundsätzlich mit einer gewissen Gelassenheit begegnen sollte, bis ein unabhängiges Messgerät das bestätigt.

Wichtiger für das, was im Digitalsignal ankommt, ist die Taktstabilität. Der Eversolo T10 nutzt einen OCXO-Quarzoszillator mit PLL-System, das Frequenzdrift durch Temperaturschwankungen minimieren soll — das ist eine andere Qualitätsklasse als die einfachen Taktgeber in den günstigen Streamern. Eversolo behauptet, das führe zu präziserem Imaging und natürlicherer Stimmwiedergabe. Das ist typisches Marketingdeutsch, aber das Prinzip dahinter ist technisch solide und verständlich.

Dazu kommt ein externer 10-MHz-Masterclock-Eingang mit Unterstützung für 50-Ω- und 75-Ω-Abschlusswiderstände — für Leute, die ohnehin über eine externe Referenztaktquelle nachdenken oder Eversolos angekündigten C10-Clock mitbestellen wollen. Das ist ein echter Mehrwert gegenüber dem Eversolo T8, der diese Funktion nicht hatte.

Isolation ist das dritte große Thema. USB-Audio- und Koaxialausgänge sind laut Hersteller mit hochpräzisen Isolationsstufen ausgestattet. Ob das im Hörtest und bei der Messung einen messbaren Unterschied macht, bleibt abzuwarten.

Ausgänge und Konnektivität

Digitale Ausgänge: I²S über HDMI (mit acht wählbaren Ausgangsmodi für verschiedene DAC-Architekturen), isoliertes USB‑A, AES/EBU, Koaxial und TOSLINK. I²S und USB unterstützen bis zu DSD512 und 32 Bit/768 kHz PCM. Die anderen drei kommen auf maximal 24 Bit/192 kHz und DSD64 via DoP.

Netzwerk: 2,5‑GbE statt des GbE des Eversolo T8, dazu Wi-Fi 6 und ein SFP-Glasfaserport. Letzterer ist für alle interessant, die Netzwerktrennung konsequent umsetzen wollen — galvanische Entkopplung vom restlichen Heimnetz über Lichtwellenleiter ist eine saubere Lösung, die man sonst nur bei teureren Transports findet.

Prozessorseitig arbeitet ein 64-Bit-Octa-Core mit 8 GB RAM — das Doppelte des T8. Außerdem: 64 GB eMMC internen Speicher, zwei USB‑3.0‑Anschlüsse und zwei M.2‑NVMe-SSD-Slots, die zusammen bis zu 16 TB Erweiterungsspeicher erlauben. SSDs sind nicht im Lieferumfang. Das macht den T10 auch als lokales Musikserver-Zentrum nutzbar, ohne dass eine externe NAS nötig wäre.

Display: 8,6 Zoll Touchscreen. Größer als beim Eversolo T8, mit überarbeitetem UI-Layout. VU-Meter, Spektrum-Visualizer und offenbar auch Umgebungsanimationen wie Lagerfeuer-Szenen. Ob man das nutzt, ist Geschmackssache — es ist jedenfalls da.

Software und Streaming-Ökosystem

Unterstützte Dienste: TIDAL, Qobuz, Apple Music, Amazon Music, Deezer, Spotify Connect Lossless, TIDAL Connect, Qobuz Connect sowie DLNA. Roon Ready ist ebenfalls an Bord.

Die neue Bibliotheksverwaltung soll rund 200.000 Titel in etwa zwei Stunden scannen können, mit plattformübergreifender Playlist-Erstellung, globaler Suche und Komplettshuffle. Das klingt nach einem Feature für lokale Sammlungen, die ins Riesige gewachsen sind — und für die eine externe NAS alleine nicht mehr reicht.

Dazu kommt EvoTune Pro — Eversolos Raumkorrektur-System. Es soll automatisch akustische Kompensationsprofile für unterschiedliche Räume generieren, wobei ein externes Messmikrofon benötigt wird. Das ist für einen reinen Transport ungewöhnlich und potenziell nützlich. Wie gut die Implementierung in der Praxis funktioniert — Filterkurven, Messgenauigkeit, Integrationsgrenzen — ist offen. Angaben dazu hat Eversolo bisher nicht gemacht. Abwarten.

Neu ist außerdem PCM-Upsampling bis zum 16-fachen Faktor. Eine Funktion, die die Community beim Eversolo T8 vermisst und laut gefordert hat. Dass sie jetzt kommt, ist kein Zufall.

Wo steht der Eversolo T10 preislich und konzeptionell?

2.180 Euro. Das ist ein anderes Gespräch als beim Eversolo T8, der deutlich günstiger angesiedelt war. In dieser Preisklasse trifft der Eversolo T10 auf Konkurrenz, die sich sehen lassen kann: Der Innuos Pulse kostet ähnlich, bringt ebenfalls kein eingebautes DAC und setzt auf die bekannte Innuos-Software mit Roon-Integration. Der Aurender N200 liegt mit rund 2.800 Euro etwas höher, gilt aber als Referenz im Segment für Sound und App-Qualität. Lumin U2 Mini und Auralic Aries G1.1 spielen ebenfalls in vergleichbaren Preisregionen.

Was den Eversolo T10 von diesen Geräten unterscheidet: der externe Masterclock-Input, der SFP-Port, die M.2‑Slots für lokalen Massenspeicher — und das Display. Das ist eine Kombination, die in dieser Preisklasse so nicht zu finden ist. Ob das ausreicht, um die etablierten Namen zu verdrängen, hängt letztendlich davon ab, was das Ding klanglich abliefert.

Die Community diskutiert bereits intensiv: Ein Teil der Eversolo T8-Besitzer sieht im Eversolo T10 im Wesentlichen ein T8 mit verbessertem Clocking zu deutlich höherem Preis, kein Upsampling trotz Nachfrage — das Upsampling wurde dann als Firmware-Update nachgeliefert. Die Kritik ist nachvollziehbar, greift aber nicht vollständig. OCXO-Oszillator, externer Clockeingang, 2,5 GbE, SFP und die verdoppelte RAM-Bestückung sind keine Firmware-Features. Wer diese Funktionen braucht, für den ist der Aufpreis begründbar. Wer zufriedener T8-Nutzer ist, kann entspannt bleiben.

Preis und Verfügbarkeit

Der Eversolo T10 kostet 2.180 Euro (UVP). Ein offizielles Verfügbarkeitsdatum hat Eversolo zum Zeitpunkt der Vorstellung noch nicht kommuniziert, der Launch wird für “nächste Zeit” angekündigt. In Deutschland läuft der Vertrieb über audioNEXT GmbH

Wer ein Gesamtpaket sucht, dem sei auch ein Blick auf den Eversolo DAC-Z10 gegönnt — Eversolo positioniert T10 und Z10 als aufeinander abgestimmtes Stack, sowohl optisch als auch technisch.

Einordnung

Der T10 ist ein technisch ambitioniertes Stück Hardware aus einem Hersteller, dem man die schnelle Entwicklung in den letzten Jahren nicht absprechen kann. Ob 2.180 Euro gerechtfertigt sind, wird der Hörtest zeigen — und ob EvoTune Pro, Upsampling und die ganzen Clock-Geschichten unter echten Bedingungen so funktionieren, wie Eversolo das in der Pressemitteilung beschreibt. Die Basis stimmt. Dran bleiben.

]]>
https://www.hifigeek.de/eversolo-t10/feed/ 0 12080
SMSL D1 — DER Einsteiger-DAC 2025? https://www.hifigeek.de/smsl-d1-der-einsteiger-dac-2025/ https://www.hifigeek.de/smsl-d1-der-einsteiger-dac-2025/#respond Tue, 18 Nov 2025 19:05:12 +0000 https://www.horror-news.com/?p=9499 Du hast einen PC, willst aber endlich sauberen, ehrlichen Sound genießen – und zwar ohne das übliche Marketing-Geschwurbel? Ich habe den brandneuen SMSL D1 Desktop-DAC getestet und nach dem Unboxing erstmal alles auf den Tisch gestellt: Features, Anschlüsse, Bedienung und vor allem den Klang. Was taugt das kleine Kistchen wirklich?

Ich habe den D1 von SMSL zugesandt bekommen im Tausch für meine ehrliche Meinung. Ich habe keinerlei Verbindung zu SMSL, noch hat SMSL Einfluss auf meinen Text. Wie immer: klar, ehrlich und mitten in die Fresse.

Hier findet ihr mein SMSL D1 Video‑Review auf YouTube

Gefällt euch mein Content? Dann klickt auf „Abonnieren“ und unterstützt meinen Kanal – so kann ich auch in Zukunft spannende HiFi‑Komponenten für euch testen.

Unboxing

Der SMSL D1 kommt in einem kleinen, schlichten Karton. Zuerst entdeckt man so etwas wie eine Garantiekarte, eine Kurzanleitung auf Englisch und Chinesisch und ein einigermaßen wertiges USB-Kabel. Der D1 selbst kommt in einer kleinen, milchigen Tüte, wohlbehütet. Der Lieferumfang ist jetzt nicht die Welt, aber sicherlich ausreichend.

Verarbeitung & Ausstattung

Wer mich kennt, weiß: Ich achte auf Details. Der SMSL D1 kommt mit robustem CNC-Alu, fühlt sich erstaunlich wertig an und bleibt so kompakt, dass er auch im kleinsten Setup Platz findet – am Laptop, irgendwo am, um, unter dem Schreibtisch oder irgendwo an der HiFi-Anlage als kleines Gimmick.

Anschlüsse?

USB‑C getrennt für Strom & Daten (wobei der Datenanschluss auch den Strom für den DAC liefern kann), optisch, koaxial – alles Wichtige ist dabei. Ausgänge gibt’s klassisch per RCA-Stereo. Keine unnötigen Spielereien: Plug&Play für Windows und Mac, natürlich sind High-Res-Daten kein Problem.
Bedienung? Intuitiv über Touch-Tasten und eine schlichte LED-Anzeige. Nix weltbewegendes, funktioniert!

Technische Daten auf einen Blick

  • DAC-Chip: ROHM BD34352EKV (audiophil, neutral)
  • Samplerates: 32 Bit / 768 kHz, DSD512
  • SNR/THD+N: 126 dB / 0.00038%
  • Extras: Low-TC Widerstände, solide Verarbeitung

Interessant ist der SMSL D1 gerade weil er nicht auf die üblichen Verdächtigen von ESS und Asahi Kasei Microdevices alias AKM setzt. Auch weil SMSL sich dazu entschieden hat einen vergleichsweise hochwertigen DAC-Chip in ein Einsteiger-Gerät zu stecken. Natürlich wurde hier jetzt nicht das ausgeklügelste Schaltungsdesign oder Implementierung an und für sich vorgenommen. Dennoch hängt SMSL mit diesem Ansatz die Messlatte im Einsteigersegment ein erhebliches Stück höher. Wer hier liest und noch nicht ganz zu mit der Materie vertraut ist, dem sei gesagt, dass gerade im höherpreisigen Segment noch die ein oder anderen Kniffe versteckt sind, welche dann erheblich teurere Hardware zur Folge haben.

Der Klang: praktischer Hörtest

Getestet habe ich mit dem Lehmann Audio Linear II Kopfhörerverstärker, den Verum 2 Planars und Ricable Dedalus Cinch – alles aus meinem daily driver-Setup. Als Zuspieler kam ein Mac bzw. Eversolo DMP-A6 zum Einsatz, gestreamt über meine Qobuz-Playlist.

Erster Eindruck:
Der SMSL D1 liefert ein überraschend rundes, neutrales Klangbild. Der neue ROHM-Chip positioniert sich tonal zwischen den bekannten ESS- und AKM-Lösungen: Nicht so analytisch-kühl wie ESS, aber auch nicht ganz so warm wie AKM. Erwähnenswert: Die Bühne wirkt gut sortiert und breit, Höhen sind präsent, aber nicht unangenehm scharf. Ich mag es, wenn Becken nicht überbetont werden aber dennoch Crunch in den Ohren haben – das passt!

Bassfundament:
Im Tieftonbereich spielt der D1 satt, mit angenehmem, unaufdringlichem Punch. Wer Kopfhörer oder Boxen mit weniger Tiefgang besitzt, bekommt hier einen Kick. Die Abstimmung ist musikalisch, doch nie schwammig. Bei KoRn – Got the Life zeigt sich, wie federnd der Bass kommen kann. Macht richtig Spaß!

Separation & Bühne:
Die Kanaltrennung ist solide, die Bühne breit aber nicht riesig. Für Garage-Sound á la Nirvana fehlt ein bisschen das kratzige RAW-Feeling welches hochwertigere DACs herausholen – aber wir reden hier von einem Modell unter 100€! Für den Preis: No-Brainer. Die Stimme von Brian Garris (Knocked Loose, Everything is quiet now) kommt klar durch, Details in den Cymbals sind besser als erwartet, alles bleibt angenehm unaufgeregt.

Referenztracks:

  • Nirvana – Rape Me: Bühne breit, aber RAW-Charakter fehlt etwas
  • Knocked Loose – Everything is quiet now: Stimme präsent, Punch okay, Höhen schön eingebunden
  • KoRn – Got the Life: Der Bass schiebt, macht sofort Laune
  • Orbit Culture – The Tales of War / Imminence – God Fearing Man: Druckvoll, modern produziert, extreme Dynamik – der D1 bleibt immer kontrolliert

Mögliche Setups

Also generell denke ich, ist der SMSL ein super Einsteiger-Gerät. Ein wenig die Soundkarte von nem Mainboard aufwerten und besseren Gaming-Sound und Musik erreichen. Vielleicht hat man auch einen nicht so wertigen DAC in seinem Receiver, verbaut und möchte nur diesen Teil ausgleichen, weil einem die Verstärkerleistung mehr als reicht. Das Handy als Streamer, per USB‑C direkt in den DAC und dann auf kleine Amps á la Fosi V3 Mono oder 3e Audio A7 Amp oder, oder, oder. Ich habe hier schon einige von den kleinen Kraftprotzen vorgestellt.

Weiterhin könnte man sich auch einen kleinen Kopfhörerverstärker zulegen. Hier gibt es auch gute und günstige Geräte von den einschlägingen Marken, die das Einstiegssegment bedienen.

Dennoch habe ich auch gesehen und gerade gehört, dass sich selbst ein Lehmann Linar II an dem kleinen Kasten gut macht. Durch die super neutrale und entspannte Spielweise des Linear II, kann man dem DAC alles entlocken, was er so bereit hält und das ist für den Preis wirklich viel.

Fazit: Lohnt sich der SMSL D1?

Wer für kleines Geld einen DAC sucht, der nicht nur am Desktop sondern auch als Upgrade für HiFi-Anlage oder Zweitsetup taugt, ist hier absolut richtig.

Für unter 100 Euro liefert der SMSL D1 eine musikalisch abgestimmte Performance, viele Anschlussmöglichkeiten und eine Verarbeitung, die auch gehobenen Ansprüchen gerecht wird. Kaufen könnt ihr das kleine Wunderkästchen z.B. bei Amazon oder Aliexpress. Weitere Informationen findet ihr auch auf der Seite des Herstellers.

Natürlich gibt’s in höheren Preisregionen noch schärfere, breitere Klangbilder – aber im Bereich Einsteiger-DAC macht der D1 wenig falsch. Optimal mit Kopfhörerverstärker oder als unkompliziertes Desktop-Upgrade.
Mein Tipp: Wer auf High-End verzichten kann und einfach ehrlich Musik genießen will, findet mit dem SMSL D1 einen treuen Begleiter!

]]>
https://www.hifigeek.de/smsl-d1-der-einsteiger-dac-2025/feed/ 0 9499
Raw Power trifft Feingeist: Burson Conductor GT4 Head-Amp im Review https://www.hifigeek.de/raw-power-trifft-feingeist-burson-conductor-gt4-head-amp-im-review/ https://www.hifigeek.de/raw-power-trifft-feingeist-burson-conductor-gt4-head-amp-im-review/#respond Fri, 17 Oct 2025 22:47:51 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9346 Burson Conductor GT4 – was dich erwartet

Wir haben den Burson Conductor GT4 schon eine Weile hier zum Test, welchen wir euch nun in aller Ruhe vorstellen wollen.

Burson Audio als Marke an sich habe ich schon mal bei meinem Test des Burson Playmate 3 vorgestellt. Aber hier nochmal ein kleiner Abriss: Burson Audio ist eine HiFi‑Marke aus Down Under. Genauer gesagt Melbourne und wurde vor mehr als 20 Jahren von einer Gruppe Tontechniker gegründet und hat sich in der HiFi‑Szene rund um den Globus einen beachtlichen Ruf erarbeitet.

Auf der diesjährigen High‑End in München habe ich Burson Audio ebenfalls gespottet, aber bisher gibt es leider noch keinen Vertrieb für deren Produkte. Dennoch kann man sie wunderbar in deren eigenen Online‑Store kaufen.

Du kennst Burson noch nicht? Alle Tests und Hintergründe zur Marke gibt es hier im Überblick.

Der Burson Conductor GT4 wurde mir von Burson Audio zur Verfügung gestellt, was bei mir aber nicht heißt, dass ich ihn irgendwie zimperlich behandelt habe, noch dass ich ihn für diesen Test besser bewerte. Ich bin und bleibe Herr meiner Worte und Meinung.

Unboxing & Lieferumfang – erster Eindruck

WTF! Okay. Wenn man die Kiste so auf Bildern sieht, denkt man vielleicht, dass sie eine gewisse Größe und Gewicht hat, aber man ist nicht gefasst auf das, was in den schicken Kartons schlummert. Look und Feel der Verpackung ist Premium und die Unboxing‑Experience ebenfalls. Burson Audio versteht es, seine Kunden mit einem befriedigenden Auspackerlebnis zu begrüßen und macht direkt Lust darauf, die Kiste zu hören.

Hat man das Biest erst einmal aus seinem Gefängnis befreit, muss man dem knapp 5 kg schweren Gerät erst einmal gebührend Respekt zollen. Hier bekommt man nicht nur Werbeversprechen, sondern ein ordentliches Stück Hardware. Der Burson Conductor GT4 strahlt sofort High‑End‑Allüren aus und lässt uns aufgeregt nach dem Zubehör schauen, um schnellstmöglich eine Hörprobe zu bekommen.

Wer unser Review zum kleinen Bruder, dem Playmate 3, gelesen hat, der wird das Zubehör zum Teil kennen.

Im Lieferumfang befindet sich:

  • Der Conductor GT4 (natürlich)
  • USB‑C‑zu‑USB‑C‑Kabel von UGREEN
  • Kopfhörer‑Mikrofon‑Adapter
  • 6× 5532d JRC OpAmps
  • Inbusschlüssel für die Gehäusedemontage
  • 2× XLR‑zu‑Cinch‑Adapter
  • 1× 12‑V‑Trigger‑Kabel
  • Ersatzsicherung
  • Super Charger 5A mit verschiedenen Ländersteckern
  • Silent Power Module SP2‑15P und SP2‑15N (Deluxe only)
  • Eine Metall‑Fernbedienung (kein billiger Plastikschrott!) (Deluxe only)

In der Deluxe‑Edition sind bereits die Premium‑OpAmps vorinstalliert:

  • 6× Burson Audio V7 Vivid Dual
  • Statt des Standard‑Netzteils lag in unserem Testgerät bereits der Burson Super Charger PSU 5A 24 V/5 A bei – ein Upgrade, das sich definitiv hören lässt.

Technik kompakt: Specs und Architektur

Tech‑Specs: You’ve got the power! Für unsere Zahlen‑Nerds

  • Allgemeine Messwerte:
    • Eingangsimpedanz: 40 kΩ
    • Frequenzgang: ±1 dB von 0–58 kHz
    • THD (Verstärkerpfad): < 0,0015%
    • Ausgangsimpedanz Kopfhörerverstärker: 0,5 Ω
    • Ausgangsimpedanz Pre Out / DAC Out: 1 Ω / 25 Ω
    • Abmessungen: 255 × 270 × 70 mm
    • Gewicht: ca. 5 kg
  • Architektur und Besonderheiten:
    • 100 W Leerlauf‑Bias, bis 10 W reine Class‑A‑Ausgangsleistung
    • Dual‑DAC‑Architektur mit zwei ESS9038Q2M (je Kanal separat versorgt)
    • 6× Max‑Current‑Power‑Modules, 7× Silent Power (SP) Module
    • Burson V7 diskrete Op‑Amps, aufrüstbar
  • Varianten: Standard, Deluxe, Max

Anschlüsse & Formate

Anschlussvielfalt – Conductor GT4 als audiophile Zentrale
Auch bei den Nutzungsmöglichkeiten des Burson Conductor GT4 gibt es nichts zu bemängeln. Kann dieser doch als DAC mit Headphone‑Amp, Pre‑Amp und DAC‑only arbeiten sowie Signale aus verschiedenen, auch analogen, Quellen annehmen. Hierfür stehen ihm alle gängigen Anschlüsse zur Verfügung:

Digitale Eingänge und Formate

  • USB‑C (XMOS): PCM bis 32 Bit/768 kHz; Native DSD 64/128/256/512; DoP unterstützt
  • S/PDIF (Coax & Toslink): bis 24 Bit/192 kHz
  • Bluetooth 5.0 (Qualcomm CSR8675) mit aptX HD und LDAC bis 24 Bit/96 kHz
  • Roon Tested

DAC-Spezifikationen

  • Kanaltrennung: 143 dB @ 1 kHz, 136 dB @ 20 kHz
  • THD+N (DAC): 0,0005% @ 1 kHz, 0 dBFS

Ein‑ und Ausgänge

  • Analoge Eingänge: 2 × XLR, 2 × RCA
  • Digitale Eingänge: USB‑C, Optisch (Toslink), Coax (S/PDIF), Bluetooth 5.0, Mikrofoneingang (Gaming)
  • Analoge Ausgänge: 1 × XLR Pre, 1 × RCA Pre, Subwoofer Pre‑Out; 1 × XLR Line Out, 1 × RCA Line Out
  • Kopfhörerausgänge: 6,35 mm, 4‑Pin‑XLR (balanced), 3,5 mm

Kopfhörer‑Leistungsdaten (balanced / single‑ended)

  • 16 Ω: 10 W / 5 W
  • 32 Ω: 5 W / 2,5 W
  • 100 Ω: 3 W / 1,5 W
  • 150 Ω: 2 W / 1 W
  • 300 Ω: 1 W / 0,5 W

Systemunterstützung

  • Desktop‑OS: Windows, macOS
  • Mobil: iOS*, Android (OTG)

Versionen

  • Standard: V6 Vivid Op‑Amps, SP01, 24 V 5 A PSU
  • Deluxe: V7 Vivid Op‑Amps, SP02, Super Charger 5 A
  • Max: V7 Vivid Op‑Amps, SP02, Fusion Core

Sonstiges
„Quieter than battery power“ dank 7× SP‑Modulen mit sehr hoher Rauschunterdrückung
Headphone+Subwoofer‑Modus (Subwoofer‑Pre‑Out in Kopfhörer‑Setups)

Effektiv kann also an den Burson Conductor ein Haufen an Geräten angeschlossen werden und somit bietet er sich natürlich für eine Vielzahl an Setups an, welche ich später noch ein wenig beleuchten möchte.

Leistung & Wärme: 10 W Class‑A im Alltag

Irrepressible power
Burson Audio meint es nur gut mit uns. So auch bei dem, was beim Burson Conductor GT4 unter der Haube schlummert. Auf XLR liefert das Geschoss feinste Class‑A‑Power und mit 10 Watt beeindruckend viel davon. Single‑Ended sind es satte 5 Watt. Übersetzt heißt das: mehr Power, als du wahrscheinlich je brauchen wirst? Oder besser gesagt: Der Burson Conductor GT4 kann so gut wie jeden Kopfhörer auf dem Planeten mühelos antreiben. Wer sich jetzt fragt, wozu man das braucht, dem sei unser Artikel zum Thema: Wieviel Watt brauche ich eigentlich? ans Herz gelegt.
Entscheidend ist nicht nur die pure Power, die dein Kopfhörer benötigt, sondern ebenfalls genügend Headroom einzukalkulieren. Nur so kannst du sichergehen, dass du einen ungetrübten Hörgenuss hast.


Die 10 Watt am Ausgang haben auch ihren Preis. So genehmigt sich der Kraftprotz im Idle schon satte 100 Watt Strom aus deiner Steckdose. Wer jetzt schon ein wenig Ahnung hat, wird direkt sagen: 100 Watt im Idle produzieren doch einiges an Wärme. Und damit liegt er richtig. Der Burson Conductor GT4 wird, sobald er eingeschaltet wird, sehr warm. Anfassbar, aber dennoch ist er eine kleine Heizung. Für mich als Bildschirmarbeiter eigentlich ein lustiges Gimmick. Sollte ich mal kalte Hände haben, lege ich diese einfach vorsichtig auf das Gerät und habe direkt warme Hände. (Ja, ich weiß, nicht jedermanns Sache, aber ein praktischer Nebennutzen.)


Seine Kraft gibt er über drei Ausgänge aus: je einem 3,5‑mm‑ und 6,35‑mm‑Klinke sowie einem 4‑Pol‑XLR. Ja, auch über alle gleichzeitig, was das Gegenhören teils erheblich vereinfacht. Natürlich nur bei ähnlichen Impedanzen und Sensitivität.

DAC & Signalverarbeitung (Dual‑ESS9038Q2M)

Raw Power meets audiophilen Feingeist
Neben unbändiger Power hat Burson Audio natürlich noch einen leistungsstarken DAC verbaut. Hier werkeln pro Kanal jeweils ein ESS9038Q2M‑Chip für die präzise Audioverarbeitung und ‑wandlung. Das Konzept ist sicherlich vielen von anderen Geräten auf dem Markt bekannt. Burson erreicht mit dem DAC eine Kanaltrennung von 143 dB bei 1 kHz und 136 dB bei 20 kHz, was weit über bzw. unter dem Hörbaren liegen sollte. Die THD+N liegt mit 0,0005% @ 1 kHz, 0 dBFS weit unterhalb dessen, was wir wahrnehmen können.

Im Gesamtkonstrukt ergibt das eine gemessene THD von < 0,0015% und Frequency Response von ± 1 dB bei 0–58 kHz, was dem Conductor GT4 absolute Linearität attestiert.

Von Seiten Audioverarbeitung lässt die Kiste logischerweise nix anbrennen:

  • PCM‑Support: PCM ≤ 768 kHz bei 16, 24 und 32 Bit
  • Natives DSD: Nativ DSD 64 / 128 / 256 / 512
  • DSD over PCM: DoP64 / DoP128 / DoP256 / DoP512

Hier sollten die Signalquellen weit über das eigene Gehör hinaus verarbeitet werden. Dennoch beruhigt es den Feingeist, wenn er alle ihm verfügbaren Formate nativ verarbeiten kann. So auch uns.

Headphone+Sub: Kopfhörer mit Subwoofer

Headphone+Subwoofer‑Modus – noch viel lernen du musst, junger Padawan
Ich bin ganz ehrlich: Hab ich so noch nicht gesehen und drüber nachgedacht? Ist auch eine eher eigenwillige Kombination, da oft mit Kopfhörern gehört wird, gerade um die Umgebung zu schonen. Sei es Nachbarn, die bessere Hälfte oder doch die schlafenden Kinder. Dennoch sollte sich diese Funktion als echter Spaß im Test entpuppen. Jetzt kein Must‑Have‑Kriterium für andere Wettbewerber, aber einfach ein geiles Gadget, was uns als HiFi‑Geeks natürlich total abholt.

Design & Verarbeitung – Haptik, Display, Remote

WTF ist, glaube ich, das Erste, was einem durch den Kopf geht, wenn man den Burson Conductor GT4 in die Hand nimmt. Öhm, Hände, denn mit einer Hand wird es gleich unkomfortabel. Denn mit 5 kg ist hier einiges an Material verbaut worden. Was wir dem Playmate 3 seinerzeit schon hoch angerechnet haben, wird hier in Reinkultur gelebt. High‑End bei der Verarbeitung ist hier definitiv gegeben, und jeder, der sich fragt, wie sich ein 3000‑€‑Kopfhörerverstärker mit DAC anfühlt, wird bestätigend nicken, nachdem er ihn in der Hand hält.

Dunkelsilber mit orangen Akzenten. Irgendwie ist aktuell überall Kupfer/Orange in der Mode und Burson anscheinend schon länger auf dem Trip. Sieht aber nicht nur geil aus, sondern die Knöpfe und der Lautstärkeregler bedienen sich satt und stufenlos und geben einem ein tolles analoges Gefühl, auch wenn es sich hier um feinste Digitaltechnik handelt. Das monochrome OLED‑Display ist angenehm dimensioniert und zeigt einem alles Nötige in passender Größe an, sodass die Bedienung über eben jenes sich nativ anfühlt.

Die Anschlussbuchsen sind alle, soweit man das sehen kann, vergoldet und haben in meinem Test mit viel Hin‑und‑Her‑Gestecke keinerlei Schwächen aufweisen können. Im Test habe ich nur hochwertiges Anschlussmaterial von Ricable (Dedalus, mit der wiederum geilen orangen Farbe) und Sommercable (Epilogue) verwendet, um dem High‑End‑Charakter des Burson Conductor GT4 auch gerecht zu werden. Natürlich gibt es hier kein Für und Wider für bestimmte Kabel, sondern meist persönliches Gusto.

Mitgeliefert wird auch hier wieder die komplett aus Metall verarbeitete Fernbedienung, welche wir schon vom Playmate 3 kennen und lieben.

Bedienung & Features – Gain, Filter, Emphasis, Auto‑Off

Audiophiler Baukasten
Die Bedienung des Burson Conductor GT4 ist erfreulich intuitiv und gewohnt von Burson. Über die vier Buttons unter dem Display erreicht man alle grundlegenden Menüs. Die Buttons sind aufgeteilt in Eingang, Ausgang, Einstellungen und die vierte Taste erlaubt es, die Displayansicht um 90 Grad zu drehen, falls man den Conductor GT4 hochkant betreiben möchte. Innerhalb der Menüs navigiert man dann mit dem Lautstärkeregler und bestätigt mit einem Druck auf eben jenen.

Schalten und Einstellen kann man dann wie folgt:

  • Eingänge: USB, Toslink, Koaxial (S/PDIF), Bluetooth, RCA1 (Cinch), RCA2 (Cinch), XLR1 (symmetrisch), XLR2 (symmetrisch)
  • Ausgänge: Headphone Out, Headphone + Subwoofer Out, Pre Out, DAC Out
  • Einstellungen
    • Gain
      • Low und High – beeinflusst die Verstärkung am Kopfhörerausgang und am Vorverstärkerausgang.
    • FIR‑Filter
      • Sieben digitale Filter auf Hardware‑Ebene; der klangliche Unterschied ist gering bis nicht wahrnehmbar.
    • DPLL (DSD)
      • Off, Low, Mid und High (Standard) – je höher die Einstellung, desto stärker die Jitter‑Unterdrückung bei DSD‑Dateien.
    • DPLL (PCM)
      • Off, Low, Mid oder High (Standard) – analoges Verhalten für PCM‑Dateien.
    • Emphasis
      • Off (Standard). On senkt den Hochton um ca. ~5 dB bei 10 kHz und ~8 dB bei 20 kHz. Bei modernen digitalen oder analogen Quellen sollte diese Funktion nicht aktiviert werden.
    • OLED‑Helligkeit
      • Low oder High – stellt die Display‑Helligkeit ein.
    • Reset
      • Yes oder No – setzt das Gerät auf Werkseinstellungen zurück.
    • Auto‑Off
      • Off lässt das Gerät dauerhaft an, On schaltet es nach 10 Minuten Inaktivität ab (Vorgabe der EU).

Viel einzustellen, aber von den Standards abzuweichen, braucht man nur in seltenen Fällen. Das Auto‑Off habe ich in meinem Fall immer an, da ich oft spontan aufstehe und Dinge erledige und so vergesse, das Gerät auszuschalten.

Klang: So setzt der GT4 die PS um

Wie bringt der Bolide die PS auf die Straße?
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie deprimierend so ein Review ist. Anfangs beim Auspacken muss man direkt Fotos machen, damit auch alles fein für euch dokumentiert ist. Da bietet es sich meist an, direkt auch noch ein paar andere Perspektiven etc. abzulichten. So ist man in Summe schon einige Zeit beschäftigt, ehe man wirklich das Gerät hören kann. Abgesehen von der generellen Rüst‑ und Anschlusszeit. Auch beim Schreiben will man am liebsten lossprudeln, muss aber erstmal die Pflicht hinter sich bringen, ehe wir hier zur Kür kommen.

Genug auf die Folter gespannt.

In meinem Kopf könnt ihr euch jetzt etliche Mindblown‑Memes vorstellen, welche ich jetzt versuche, hier zu verschriftlichen. Ja, ich habe z. B. auf der High‑End andere in die selbe Preiskategorie passende Amps und DAC‑Amp‑Kombos gehört. Das auch mit Kopfhörern, wo ich meine, dass ich deren Klangsignatur kenne und einschätzen kann. Und der Burson Conductor GT4 liefert hier einfach ab. Für mein Hörempfinden klingt er durch die Bank hinweg linear und lässt auf keinste Weise, nicht mal mit superhohen Ansprüchen, etwas anbrennen.
Und das ist das beste zu erwartende Ergebnis! Ich kann beim besten Willen keine klangliche Färbung finden, keine Leistungsschwächen, Verzerrungen oder dergleichen. Der Burson Conductor GT4 spielt so unerbittlich alles, was ihm entgegengeworfen wird, auf allen erdenklichen Kopfhörern.

Dynamic Driver, Planare oder IEMs. Viel oder wenig Leistung bringen ihn in keinster Weise dazu, irgendeine Schwäche zu zeigen. Vielleicht kann man irgendwo noch ein Zipfel mehr herausholen, aber ohne einen erbitterten direkten Test gegeneinander weiß ich es beim besten Willen nicht heraushören. Und selbst dann schätze ich, dass ich mich, wenn, nur von theoretischen Specs blenden lassen würde und im Blindtest mit heruntergelassenen Hosen dastehen würde.

Ich liebe den Burson Playmate 3 und finde ihn für knapp 1000 € ein Wahnsinnsgerät. Gerade für ambitionierte Gamer, welche wirklich mal geilen Sound haben wollen und gleichzeitig auf keinerlei Detail und Kompatibilität verzichten wollen. Er ist mein Go‑To‑Headphone‑Amp‑DAC‑Kombination am PC. Aber was der Conductor GT4 hier abliefert, ist einfach gefühlt Äonen entfernt. Versteht mich nicht falsch: Mit dem Playmate 3 bekommt man ein sehr, sehr geiles Gerät ins Haus. Und die bittere Pille des dreimal so teuren Conductor GT4 muss man erst einmal schlucken.

Imminence – God Fearing Man

Abgesehen davon, dass der Track generell sehr geil ist, ist die Abmischung auch wirklich gelungen. Ich habe den Song schon auf vielen Lautsprechern und Kopfhörern gehört und schätze ihn sehr. Er fängt mit feinen cleanen Vocals an, welche vom Conductor GT4 super räumlich dargestellt werden. Die einsetzende Violine kontrastiert dann fein den Gesang und lässt so die Bühne breit aufgehen. Die E‑Gitarren schlagen mit Wucht ins Ohr und machen tierisch Druck und verleihen dem Geschehen unglaublich viel Punch und Immersion. Dramaturgisch anschwellend baut sich der Song immer weiter auf, bis er sich dann in dem im Internet schon fast zum Meme gewordenen Breakdown mit einer wahnsinnigen Wucht entlädt. Ja, hier schwirrt mir immer der Kommentar eines YouTubers durch den Kopf: „Did he just bow his guitar?“. Brutal. Ja, hier werden die E‑Gitarrensaiten mit einem Violinbogen gespielt, und das sieht im Musikvideo nicht nur episch aus, sondern klingt auch einfach nur brutal.

Ich habe bei dem Song mit dem Conductor GT4 so viele Nuancen mit der Zeit heraushören können und nie irgendwie die Lust an dem Song verloren. Nichts, aber auch gar nichts klingt hier konstruiert oder harsch. Gefühlt ist alles am richtigen Fleck.

Korn – Got the Life

Also einige Korn‑Alben sind trotz ihres Alters von der Abmischung so Top‑Notch, dass man am liebsten die kompletten Alben in seine Playlist ziehen will. So war es auch Korn, welche meine Frau dazu bewegt haben, in meiner Abwesenheit den auf dem Schreibtisch spielenden Kopfhörer auf den Kopf zu setzen und zu lauschen, was ich hier schon wieder mit meinem Spielzeug treibe. Das Ergebnis konnte durch seine Nüchternheit ihres Ausdrucks nicht besser gelobt werden: „Du, Schatz. Ich hatte gerade deine Kopfhörer auf. Das, was da spielt, will ich auch haben.“

Aber „Got the Life“ hat einfach alles, um einen in seinen Bann zu ziehen. Ein mega grooviges Schlagzeug, Korn‑typisch schnarrender Bass, welcher gefühlt im Schädel gespielt wird, und feine psychedelisch klingende Gitarren direkt ab dem ersten Takt. Der Conductor GT4 spielt hier alles auf, was man sich nur in so einen Song hineindenken kann. Brutal detailliert, super räumlich, locker, leicht mit einer nebensächlichen Schroff‑ und Rotzigkeit.

Baest – Misfortunate Son

Eigentlich gar nicht selber auf dem Schirm, habe ich mal Chat‑GPT nach Ideen für weitere audiophile Tracks befragt. Herausgekommen ist Baest. Die Wahl ist echt nice gewesen. Nicht nur gefällt mir der Song, sondern ist er auch wirklich gut produziert. Hier bin ich auch wieder Fan vom Schlagzeug. Die Cymbals klingen mit dem Conductor GT4 superfein und hochauflösend. Ja, vielleicht harsch für manches Ohr, aber ich schätze die Natürlichkeit der Instrumente, wo man sie halt abmachen kann. Und da das Schlagzeug nicht verzerrt wird, klingt es wahrscheinlich am ehrlichsten und vergleichbarsten. Bei dem Song kann man sich hinsetzen und theoretisch räumlich exakt die Drums mitspielen. Find ich mega geil und habe ich Spaß dran.

Orbit Culture – The Tales of War

Machen wir den Abschluss mit Orbit Culture. Hier ist im Gegensatz zu Baest das Schlagzeug zwar ebenfalls räumlich gut auszumachen, aber gefühlt wesentlich weniger fein aufgelöst. Was ich hier am Schlagzeug fokussiere, ist die Double‑Bass. Diese klingt fett, aber ohne bei den schnellen Anschlägen zu matschen. Hier ist natürlich der Kopfhörer ebenfalls ausschlaggebend. Ich kann aber beim Gegenhören mit meinen vorhandenen Testmodellen behaupten, dass der Conductor GT4 hier seine Arbeit zur höchsten Zufriedenheit verrichtet.

Der Song ist einfach geil, weil er modern klingt und einfach die Orbit‑Culture‑typische Brutalität und Energie transportiert. Hier geht viel im Bass‑Bereich, was mir bei anderen DACs immer wieder aufgefallen ist, dass es vermatscht. Der Conductor GT4 prügelt sich hier durch und drückt jeden Punch oder Anriss von Basssaiten in den Gehörgang. Geil.

Gaming: Performance mit Layering & Voice

Will it blend?
Kann ein audiophiles Gerät wie der Burson Conductor GT4 auch Gaming? Und wie! Sicher ist: Es wird nicht die erste Wahl eines Gamers sein, sich sowas anzuschaffen. Bekommt man für die Kiste locker eine GeForce RTX 5090 und den nötigen Strom für eine Weile. Anders aber als eine Grafikkarte wird der Conductor GT4 nicht innerhalb der nächsten zwei Jahre ersetzt werden müssen, sollte man weiterhin auf High‑End‑Niveau zocken wollen. Zwar finden Hersteller immer einen Weg, uns das Geld aus der Tasche zu ziehen, aber mit dem Conductor GT4 hat man für sein Gaming‑Setup so ein Top‑Notch‑Gerät, dass es wahrscheinlich bis zum Verrecken eben jenes kaum einen Sinn macht, es auszutauschen. Jedenfalls werden in der Zeit so einige Kopfhörer und anderes Equipment das Zeitliche segnen.

Sinn oder Unsinn hin oder her, ja, damit zocken ist schon sehr geil. Ich glaube, wenn man einen Gaming‑YouTuber dazu bewegen würde, statt Firlefanz wie Razer und Konsorten an seinen PC so einen Burson Conductor GT4 zu klemmen und den billigen Plastikbomber auf dem Kopf mit was Besserem auszutauschen, könnte da einiges in der Szene gehen. Ja, es gibt Bemühungen, High‑End‑Audio und Gaming zu vereinen, und die Audio‑Branche hat die Szene auf dem Schirm, aber der Zugang fehlt noch. Wegen Budgets zum einen, aber ich denke auch wegen der Boomer‑Denkweise in der HiFi‑Branche.

Zurück bei der Gaming‑Performance des Conductor GT4, kann man sagen: klar! Klingt geil. Also sei es die Soundtracks diverser Spiele und deren Spielsounds. Das Potenzial ist da und muss einfach nur genutzt werden. Ich für meinen Teil mache auch nach einer gewissen Zeit den Soundtrack von Spielen aus, um dann Qobuz anzuschmeißen und selber Musik zu hören. Wenn man jetzt noch im Discord ist und sich unterhält, spielt so ein audiophiles Gerät natürlich mit Sprachverständlichkeit und Layering, also Separierbarkeit des Gehörten, seine Stärken aus. Hier wird viel vermischt, was nicht üblicherweise gemischt wird. Für den einen Chaos, ist es im Gaming teils Alltag. Der Conductor GT4 erlaubt es mir aber, all diese Dinge parallel zu machen, ohne mich übermäßig anzustrengen. Das ist bei einer billigen On‑Board‑Soundkarte etwas völlig anderes.

Ich habe es im Test zum Lehmann Audio Linear schon geschrieben. Mehr Details, bessere Transienten und stabilere allgemeine Performance des Kopfhörerverstärkers führen mich am Ende des Tages wahrhaftig zu einem entspannteren und weniger gestressten Empfinden. Das ist beim Conductor GT4 nicht anders. Dazu zählen im Allgemeinen noch andere Faktoren wie die Kopfhörer selbst und das Stresslevel, aber der Kopfhörerverstärker macht definitiv einen Teil aus.

OpAmp‑Tuning & Upgrades

Ich liebe OpAmp‑Tuning. Ich finde es bemerkenswert, wie man günstige Hardware mit einem Kniff in andere Sphären befördern kann. Aber beim Conductor GT4 muss man sagen: Wenn ich doch schon mit das Beste will, warum will ich später upgraden und nicht sofort zur Deluxe‑Variante mit den besten OpAmps greifen?
Wir bewegen uns hier schon in einem Preisbereich, in welchem ich sagen muss, dass es weniger Menschen gibt, die zu solch einem Gerät greifen. Und wenn, ist der Kauf vermutlich wohlüberlegt. Da will ich nicht nach ein paar Monaten noch die OpAmps upgraden.

Abgesehen davon: Burson Audio hat hin und wieder ziemlich coole Angebote. Mir ist in Erinnerung geblieben, dass, wenn man in einem gewissen Zeitraum in deren Online‑Shop ordert, man das nächstgrößere Upgrade geschenkt bekommt. Was beim Conductor GT4 entweder die OpAmps sind oder der Fusion Core als Netzteil

Super Charger & Fusion Core (GaN)

GaN Power
Alle Welt redet gerade von GaN Power. Sei es bei Netzteilen oder Amps. Und Burson Audio hat natürlich für seine Geräte schon seit längerem High‑End‑GaN‑Netzteile im Angebot. Den Burson Audio Fusion Core. 24 V mit satten 15 Ampere soll es dem Conductor GT4 den letzten entscheidenden Schliff verleihen. Wir waren jetzt nicht in der Lage, das nachzuprüfen. Vielleicht in Zukunft einmal. Was man liest, ist aber, dass hier wirklich der letzte Kritiker verstummen soll. Mit 860 € für den Fusion Core aber auch kein Schnapper. Aber wie schon weiter oben erwähnt, gibt es von Zeit zu Zeit Upgrade‑Wochen bei Burson, wo man das Upgrade zur nächsten Ausbaustufe zwischen Standard, Deluxe und Max geschenkt bekommt. Vielleicht die Gelegenheit, sich direkt die Max‑Variante für den Deluxe‑Preis zu sichern.

Kaufberatung: Für wen lohnt sich der Conductor GT4?

Die Frage ist eigentlich schnell und einfach zu beantworten. Denn eigentlich für jeden, der ihn sich leisten kann und will. Simple Antwort auf eine komplexe Recherche für einen selbst. Aber es gibt halt die GOAT in jedem Bereich und ab einem gewissen Preis ist ein Fehlgriff immer unwahrscheinlicher. Der Conductor GT4 ist einfach eben besagte GOAT und hier gibt es keine Downsides oder Kompromisse, die man eingeht.

Durch seine vielfältigen Anschlüsse kann man neben dem PC auch ohne Probleme seinen Eversolo oder WiiM anschließen, den Plattendreher oder Fernseher. Kein Grund, sich Gedanken über einzelnen DAC und Headphone‑Amp zu machen. Der Conductor GT4 ist einfach eine ultimative Headphone‑Zentrale und mit seinen Ausgängen ist er schnell um ’nen Amp für Lautsprecher auf dem Schreibtisch, im Hörraum oder Wohnzimmer erweitert.

Vergleich: GT4 vs. Playmate 3 vs. Voyager

Vergleich: Conductor GT4 vs. Playmate 3 vs. Conductor Voyager

ModellDAC‑ChipAusgangsleistung KopfhörerArchitektur/BesonderheitenVariantenEin-/Ausgänge (Kernauszug)Preis/Positionierung
Conductor GT42× ESS9038Q2M (Dual‑Mono, je Kanal separat versorgt)Bis 10 W Class‑A balanced, 5 W SE; 100 W Idle‑Bias6× Max‑Current Power Modules, 7× Silent Power Module; Head+Sub‑Mode; Roon TestedStandard (V6/SP01/24V5A), Deluxe (V7/SP02/Super Charger 5A), Max (V7/SP02/Fusion Core)USB‑C (DSD512/PCM 768 kHz), S/PDIF (Coax/Toslink), BT 5.0 aptX HD/LDAC; Pre/Line/Sub Out; 6,35 mm, 3,5 mm, 4‑Pin‑XLROberes High‑End, unterhalb Voyager
Playmate 3ESS9039 (Single‑Ended‑Plattform)Bis ca. 3 W SE (familienbedingt Class‑A Bias)Kompakt, Silent‑Power‑Module, optional RemoteStandard/Deluxe (V7/SP‑Upgrade/Netzteil‑Upgrade je Paket)USB, Pre‑Out/DAC‑Out/Kopfhörerausgang; weniger I/O als GT4Preis/Leistung stark unter GT4
Conductor VoyagerESS9039PRO (8‑Kanal)Bis 10 W Class‑A; 100 W Idle‑BiasDiskrete I/V‑ und LP‑Stufe; weiterentwickelte TopologieFlaggschiff‑Paket; Upgrades analog ÖkosystemI/O und Formate ähnlich GT4 auf Flaggschiff‑NiveauOberhalb GT4 positioniert

Setups aus der Praxis

Ich hatte jetzt die Gelegenheit, so einiges an den Conductor GT4 anzuschließen, und plaudere jetzt ein wenig aus dem Nähkästchen, wie ich das so empfunden habe.

Eversolo DMP‑A6 & DMP‑A6 Master Edition

Dass der Eversolo mein Go‑to‑Streamer ist, brauche ich wohl keinem mehr zu erzählen. Ich mag den Look & Feel, die Bedienung und die Qualität der Wiedergabe. Während ich den Artikel gerade schreibe, höre ich mit der Kombo Eversolo DMP‑A6 Master Edition und Burson Conductor GT4, wie viele Stunden zuvor. Einfach ein kleines, sehr gut klingendes Setup. Keiner der beiden schwächelt hier und das Gehäuseformat vom DMP‑A6 passt einigermaßen zum Conductor GT4. Wobei die Farbe Schwarz in meinem Fall oder auch das Silber von Eversolo nicht wirklich zum Burson passen werden. Aber so richtig auf Optik achte ich nicht und auf dem Burson Mothership (Rack) sieht es auf meinem Desk schon sehr geil aus.
Ich habe die beiden mit USB sowie XLR und Cinch verbunden. Bei USB nutzt man den Eversolo lediglich als Player, lässt quasi den Burson Conductor GT4 alleinig seine Arbeit machen. Demnach hat man den natürlichen linearen Klangcharakter eben jenes. Via XLR und Cinch benutzt man die zwei ESS9038Q2M im Eversolo und bekommt deren ebenfalls recht linearen Klangcharakter. Ein wenig wärmer vielleicht. Aber wenn, nur eine Nuance.

Geil ist halt der EQ im Eversolo, und so kann man den Sound noch ein wenig an seine Wünsche und Vorlieben anpassen. Je nach Kopfhörer finde ich das angenehm. Beim Audeze MM‑500 z. B. Ja, ich sehe mich eher auf der neutral abgestimmten Seite von Kopfhörern und habe nix gegen harscher klingende Höhen, der MM‑500 ist damit auch tendenziell geil, bei ihm hört es aber bei mir auf. Nach einer Weile muss ich ihn entschärfen.

WiiM Ultra

Ganz klar: Der WiiM Ultra macht sich prächtig mit dem Conductor GT4. Direkt per USB angeschlossen umgehen wir auch seinen DAC und somit steht die Kombo klangtechnisch nicht schlechter da als mit einem Eversolo. Jedoch ein anderes Bedienkonzept sowie Look & Feel. Das Feature‑Set ist auch noch ein wenig universeller, mit seinem Phono‑Pre‑Amp und HDMI‑ARC. EQ‑mäßig und so ist man hier auch exzellent aufgestellt. So hat man mit dem WiiM Ultra natürlich dann auch eine sehr leistungsfähige Anlage hier am Start.

MacBook M4 Pro 16″

Im täglichen Gebrauch habe ich den Burson Conductor GT4 natürlich an meinem MacBook hängen. Hier höre ich Musik, habe Telkos, schneide Videos, gucke Screener, nehme Audio auf … was man halt so alles mit seinem MacBook so anstellt. Der Conductor GT4 ist hier natürlich der End‑Game‑DAC. 8–10 h am Tag läuft er auf meinem Desk und ich bin mittlerweile mehr oder minder eins mit ihm.
Was ich oben hatte vergessen zu erwähnen, ist: Der Conductor GT4 wird warm und ist aktiv gekühlt! Jedoch hört man von den Lüftern im Innern nix. Absolut nix. Da ist selbst der Anthem MRX740, der gerade im Wohnzimmer steht, lauter, und ihn würde ich nicht als wirklich richtig hörbar beschreiben.

Externe Amps

Hab ich natürlich dran gehabt und den Conductor GT4 als Pre‑Amp fungieren lassen. Hier hatte ich einiges mal wieder dran. Der Transaudio d5pro macht, was von ihm erwartet wird. Er gibt dem Ganzen ein wenig Wärme, ohne dabei irgendwelche Details zu verlieren. Als Lautsprecher kamen hier die Amphion Argon3S zum Einsatz und wer unseren Test gelesen hat, weiß, was für leistungsstarke Lautsprecher das sind. Ja, die Kombo kostet jetzt schon ohne Kabel jenseits der 7000 € und spielt sicherlich in noch höheren Sphären mit. Wenn man hier noch einen Subwoofer in den Mix gibt … andere Baustelle.

Headphone + Sub

Hab ich nicht vergessen und war in der Tat von mir ein mit Spannung herbeigesehntes Setup! Zuallererst sollte man offene Kopfhörer wählen. Klar hat es auch Effekt mit geschlossenen, aber mehr Sinn macht es mit offenen. Und dann Subwoofer anschließen, Ausgang umstellen und grinsen. Das ist schon abgefahren. Hier kann man schon Spaß mit haben. Ist jetzt wirklich nix, wenn man seine Nachbarn nicht behelligen will oder die Kinder wecken, aber hey! Ist schon geil.

Man sollte sich schon näher an den Subwoofer setzen oder ihn näher zu einem holen, damit man ihn nicht bis in die Puppen aufdrehen muss. Gerade das Körpergefühl durch den Bass macht schon was her! Also am liebsten würd ich immer so hören. Aber obwohl ich mir hier viel rausnehmen kann, gibt es Grenzen, welche auch ich beachte.

Kopfhörer: Kurzfazit je Modell

Ich mache hier jetzt einen schnellen Abriss der Kopfhörer, die ich mit dem Conductor GT4 gehört habe. Dadurch, dass er linear spielt und genug Power hat, war der Klang eines jeden Kopfhörers eben jenes.

  • Audeze LCD‑X: Geiler, neutraler Kopfhörer. Bequem, robust gebaut und einfach ein tolles Gesamtpaket.
  • Audeze LCD‑3: Hab ich mich schwer mit getan. Ist nicht meins, die Wärme. Zwar kann er detailliert, wobei die Details schon arg in den Hintergrund rücken.
  • Audeze MM‑500: Ebenfalls ein neutraler Kopfhörer. Mir aber auf Dauer dann zu harsch in den Höhen. Hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen würde.
  • Fosi Audio i5: Ist und bleibt ein geiler Kopfhörer, welcher bei Kickstarter für einen unglaublichen Preis zu haben war.
  • Sennheiser HD550: Der schwächste aus der Reihe. Klanglich gut und vor allem leicht, fehlt es halt am Ende an Details und den feineren Höhen.
  • 7Hz Timeless: Klangen am Conductor GT4 am besten. Hier holt er alles aus den kleinen Knöpfen raus.
  • Kiwi Ears Septet: Ich glaube, die besten IEMs im Einsteigerbereich zurzeit. Am Conductor GT4 ein Traum.

Aus dem Burson‑Universum

Ich möchte hier diese Stelle noch nutzen, um euch noch ein wenig aus dem Burson‑Audio‑Portfolio zu berichten. Denn ich mag die Marke und deren Produkte und finde, sie haben noch ein wenig Aufmerksamkeit verdient. Und eventuell kommt der ein oder andere dann noch auf ein Gerät, was ihm zusagt und zu ihm passt.

Burson Mothership – Rack

Ihr habt das geile orange Rack gesehen, auf welchem der Burson Conductor GT4 thront? Jap! Die Kiste ist auch von Burson Audio und ein affengeiles Teil. Das Burson Audio Mothership. Sieht geil aus, passt farblich zu deren Geräten und ist einfach ein Hingucker. Interne Kabelführung, voll Aluminium und mit zwei oder vier Ebenen. Mega massiv und passt natürlich wie angegossen zu Burson‑Audio‑Produkten.

Burson Audio Soloist GT4 / Voyager

Ihr braucht den DAC aus dem Conductor GT4 / Voyager nicht und wollt lieber eine komplett analoge Signalverarbeitung, aber den Rest des Pakets? Kein Problem. Die Soloists sind genau das! Headphone‑Amp und Pre‑Amp. Natürlich ebenfalls mit Subwoofer‑Ausgang. Reinste Class‑A‑Verstärkung und beste Burson‑Qualität.

Burson Audio Timekeeper GT4 / Voyager – Mono‑Endstufen

GaN Power! GaN‑Amps sind in aller Munde und auch Burson Audio hat schon seit einiger Zeit zwei Modelle im Angebot. Entweder aus der Grand‑Tourer‑Edition oder Voyager. Nicht nur optisch passen sie zu den jeweiligen Serien, sondern versprechen höchsten Klanggenuss. 200 W bei 4 Ohm, reinste Class‑A‑Verstärkung klingen schon gut. Ich habe auch schon erste Zuschriften bekommen, einen Test zu den Timekeeper GT4 zu verfassen, und werde mal sehen, was sich machen lässt. Also bleibt gespannt.

Conductor Voyager (Überblick)

Nach dem Burson Conductor GT4 kommt noch der Conductor Voyager (wir berichteten). Mit einem Preisunterschied zwischen 800‑1000 € ebenfalls denkbar, direkt nach ganz oben ins Regal zu greifen. Hier werkelt dann ein ESS9039Pro mit 8 Kanälen statt dem Dual‑DAC im GT4. Bei der Schaltung gibt es auch signifikante Unterschiede, zumindest, was die Bilder erahnen lassen.

Fazit: Endgame am Kopfhörer

Fazit ist schon mal, dass das hier ein Monster von einem Review ist. Danke an dieser Stelle noch einmal an Burson Audio, dass sie das so unkompliziert möglich gemacht haben. Danke auch euch Lesern da draußen, die mich kontaktiert haben, sei es wegen dem Burson Audio Mothership, dem Conductor GT4 oder die schon mit der Frage gelöchert haben, was mit den Timekeepern geht und ob ich noch weitere Burson‑Audio‑Produkte vorstellen kann und werde. Ich hatte schon hin und wieder Zuschriften zu anderen Themen, aber zum Thema Burson Audio ist es doch schon fast in Arbeit ausgeartet. Aber nur fast. Und ich mache das gern. Also immer her damit!

Wer sich ganz dem Thema Kopfhörer hingeben will, sollte sich definitiv die Karten legen, wie sein Budget aussieht und ob der Conductor GT4 für ihn in Frage kommt. Für knappe 3000 € bekommt ihr hier ein Beast von einem Kopfhörerverstärker und DAC. Die Leistung und das Gesamtpaket überzeugen mich vollends. In den letzten Monaten hat sich der Conductor GT4 zu meiner Working‑GOAT entwickelt, wenn es darum geht, einen Kopfhörer, Streamer oder Musik zu analysieren oder einfach nur zu genießen. Ich denke, ich komme locker an die 500–600 h Hörzeit mit dem Gerät und konnte nichts, aber auch nichts finden, was mich stört.

Aber ich will auch hier noch einen Hinweis geben. Steck nicht gleich den Kopf in den Sand, wenn dir der Conductor GT4 einfach noch ein paar Klassen zu teuer ist. Guck dir den Playmate 3 an! Er ist ein wirklich tolles Gerät, welches im Einstieg bei 516 € liegt. Hier lohnt sich dann von Zeit zu Zeit die Upgraderei wirklich.

Bleibt zu sagen: Für mich ist der Burson Conductor GT4 gerade Referenz, und das mit vollster Überzeugung. Ich wünsche Burson Audio, dass sie auf dem deutschen Markt ankommen, und freue mich, zumindest einen kleinen Teil dazu beigetragen zu haben. Und jetzt ab mit euch auf deren Seite und traut euch, so ’ne Kiste zu ordern!

]]>
https://www.hifigeek.de/raw-power-trifft-feingeist-burson-conductor-gt4-head-amp-im-review/feed/ 0 9346