DTS:X - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de Audio & Heimkino. Ernst genommen. Mon, 11 May 2026 06:55:57 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 https://www.hifigeek.de/media/cropped-hifigeek.de-512-32x32.png DTS:X - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de 32 32 60029611 Klipsch The Fives II, Sevens II und Nines II: Neue Elektronikplattform mit Dirac Live und Dolby Atmos https://www.hifigeek.de/klipsch-the-fives-ii-sevens-ii-nines-ii/ https://www.hifigeek.de/klipsch-the-fives-ii-sevens-ii-nines-ii/#respond Thu, 07 May 2026 09:54:50 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=11725 Klipsch feiert 80 Jahre und schickt zum Jubiläum drei neue Aktivlautsprecher raus. Klipsch The Fives II, Sevens II, Nines II sind keine Facelifts — die Elektronik wurde von Grund auf neu gebaut, gemeinsam mit Onkyo, beide unter dem Dach der Gentex Corporation. Das ist ein ungewöhnlicher Move, der auf dem Papier einiges verspricht. Ob er hält, was er verspricht, liegt noch vor uns.

Warum Onkyo, und was bedeutet das konkret?

Im Zentrum von Klipsch The Fives II, Sevens II, Nines II steht eine sogenannte AV-Receiver-Architektur. Klipsch beschreibt das als gemeinsame Entwicklung mit Onkyo — einem Hersteller, der seit Jahrzehnten AVR-Elektronik baut und heute ebenfalls zur Gentex-Gruppe gehört. Das erklärt, warum die Feature-Liste der neuen Modelle klingt wie die eines kompakten Heimkino-Receivers: Dolby Atmos mit virtuellen Höhenkanälen, Dirac Live Room Correction, DTS:X beim Flaggschiff, HDMI ARC/eARC. Für ein Paar Aktivlautsprecher ist das ungewöhnlich viel.

Was das für die eigentliche Klangqualität bedeutet, lässt sich aus Pressematerialien allein nicht seriös beurteilen. AV-Receiver-Architektur kann je nach Umsetzung sehr vieles bedeuten. Aber allein die Tatsache, dass Dirac Live mit eingebunden wurde, ist ein klares Signal: Hier geht es nicht nur um Features-Bingo.

Dirac Live ist in der Aktivlautsprecher-Welt noch keine Selbstverständlichkeit. Das schwedische Korrektursystem findet sich sonst vor allem in Mittelklasse-AVRs oder deutlich teureren Komponenten. Es analysiert die Raumakustik und passt die Wiedergabe entsprechend an — sauber implementiert ist das ein echter Mehrwert, besonders in Wohnräumen mit ungünstigen Reflexionen. Den Anfang macht Dirac allerdings erst beim Sevens II. Das Fives II geht ohne los — bei 1.299 Euro ein Punkt, über den man nachdenken darf.

Horn und Cerametallic: das Treiberkonzept

Bei der Bestückung bleibt Klipsch der eigenen DNA treu. Alle drei Modelle setzen auf einen 1‑Zoll-Titanium-LTS-Hochtöner mit Tractrix Horn — das charakteristische Merkmal der Marke, das für hohe Effizienz und eine kontrollierte Abstrahlung sorgt. Die Tieftöner laufen unter dem Label “Jet Cerametallic”: 5,25 Zoll im Fives II, 6,5 Zoll im Sevens II, 8 Zoll im Nines II. Alle Gehäuse arbeiten mit Bassreflexöffnung nach hinten.

Die Frequenzgänge laut Hersteller (±3 dB): 50 Hz bis 25 kHz beim Fives II, 39 Hz beim Sevens II, 31 Hz beim Nines II. Das Nines II kommt damit in Territorium, das Subwoofer für viele Anwendungen optional macht — wobei “31 Hz laut Hersteller” wie immer mit dem üblichen Vorbehalt zu lesen ist. Messen werden wir das selbst.

Statt Wattzahlen nennt Klipsch Max-SPL-Werte: 103 dB beim Fives II, 106 dB beim Sevens II, 107 dB beim Nines II — jeweils gemessen als Stereopaar auf einem Meter. Das ist die klipsch-typische Art, Leistung zu kommunizieren, und passt zum Hornlader-Effizienz-Ansatz. Zum Vergleich: 103 dB SPL aus einem Lautsprecherpaar ist für einen normalen Wohnraum mehr als ausreichend, und bei den hornbasierten Klipsch-Treibern braucht es dafür deutlich weniger Verstärkerleistung als bei konventionellen Direktstrahlern.

Neu ist die einteilige BMC-Schallwand (Bulk Molding Compound). Klipsch verspricht weniger Resonanzen und eine verbesserte Abstrahlcharakteristik durch einen kurvenförmigen Radius. Konstruktiv nachvollziehbar — ob das im Hörtest messbar wirkt, steht auf einem anderen Blatt

Konnektivität: die Unterschiede zwischen den Modellen Klipsch The Fives II Sevens II Nines II

Hier lohnt sich ein genauerer Blick, denn die drei Modelle sind nicht gleich ausgestattet.

Das Fives II hat HDMI ARC/eARC mit CEC, RCA Phono, RCA Analog, USB‑C Audio, USB‑A und optisches Digital. Kein separater HDMI-Eingang, kein Koaxial, kein Kalibrierungsmikrofon. Bluetooth 5.4 mit SBC und AAC ist an Bord, ebenso HDMI 2.1 Pass-Through mit 8K, HDR10+, Dolby Vision, VRR, ALLM und HDCP 2.3.

Sevens II und Nines II legen nach: zusätzlicher HDMI-Eingang, koaxialer Digitaleingang und ein dedizierter Kalibrierungsmikrofon-Eingang — letzterer für Dirac Live. Das Kalibrierungsmikrofon liegt bei beiden Modellen bei. Beim Fives II gibt es das nicht, weil Dirac schlicht fehlt.

Streaming läuft bei allen drei über Google Cast, AirPlay 2, Spotify Connect, Tidal Connect und Qobuz Connect. Netzwerk via 2,4/5‑GHz-WLAN (802.11ac, 2×2 MIMO) oder Ethernet. Qobuz ist dabei — gut, weil nicht jeder bei den üblichen Plattformen gelandet ist.

Die kabellose Verbindung zwischen Primär- und Sekundärbox gibt es ab dem Sevens II. Wichtiges Detail aus den Specs: Kabelgebunden läuft die Verbindung mit 96 kHz/24 Bit, kabellos nur mit 48 kHz. Wer Hi-Res ernst nimmt, greift also zum Kabel — oder akzeptiert, dass 48 kHz für die allermeisten Hörszenarien immer noch mehr als ausreichend ist.

Markteinordnung: Was bekommt man wofür?

Der Aktivlautsprecher-Markt zwischen 1.000 und 2.500 Euro ist inzwischen deutlich voller als noch vor ein paar Jahren, als Klipsch mit der Fives-Generation in die aktive Stereo-Welt eingestiegen ist. Die KEF LSX II bewegt sich preislich in ähnlichen Regionen und liefert ein kompaktes, klanglich überzeugendes Paket — allerdings ohne Dirac und ohne HDMI ARC. Klipsch The Fives II, Sevens II, Nines II setzen andere Prioritäten: Tractrix-Horn-Sound, HDMI-Integration, Dolby Atmos.

In der oberen Preisregion trifft man auf aktive Lautsprecher von Buchardt oder Dynaudio, die klanglich auf einer anderen Philosophie basieren — mehr auf konventionelle Direktstrahler-Abstimmung, weniger auf Effizienz durch Hornlader. Wer den Klipsch-Sound kennt und mag, wird sich hier heimisch fühlen. Wer ihn nicht kennt, sollte vor dem Kauf auf jeden Fall hören.

Preise & Verfügbarkeit

  • The Fives II: 1.299 Euro pro Paar
  • The Sevens II: 1.999 Euro pro Paar
  • The Nines II: 2.499 Euro pro Paar

Alle drei Modelle sind ab sofort bei autorisierten Händlern erhältlich. Farboptionen: Roteiche (weiße Schallwand), Walnuss (schwarze Schallwand), Ebenholz (schwarze Schallwand). Passende Ständer — KS-24 für Sevens und Nines, KS-28 für Fives — gibt es optional dazu. Im Lieferumfang bei allen Modellen: Fernbedienung, 4‑Meter-Lautsprecherkabel und HDMI-Kabel. Sevens II und Nines II liefern zusätzlich das Kalibrierungsmikrofon für Dirac mit.

Was bleibt offen?

Klipsch hat mit Klipsch The Fives II Sevens II Nines II einiges auf einmal angepackt: Elektronik neu, Schallwand neu, Feature-Set deutlich ausgebaut. Die Onkyo-Kooperation ist konzeptionell interessant, weil sie echtes AVR-Know-how in ein Aktivlautsprecher-Paar bringt. Ob die Dirac-Limited-Lizenz in der Praxis den Unterschied macht, den man sich erhofft, ob die 31-Hz-Angabe des Nines II der Messung standhält, und ob die neue BMC-Schallwand hörbar was bringt — alles Fragen, die erst am Hörplatz beantwortet werden. Abwarten.

Wer lieber passive Lautsprecher behalten und trotzdem vernetzt hören will, findet mit dem WiiM Amp eine deutlich günstigere Alternative — unser Artikel dazu steht hier.

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miniDSP Tide16: 16 Kanäle, Dirac komplett drin, und endlich mal was Neues im AV-Game https://www.hifigeek.de/minidsp-tide16/ https://www.hifigeek.de/minidsp-tide16/#respond Tue, 21 Apr 2026 19:50:28 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=10743 Okay, das ist ein Ding. miniDSP — die Jungs, die man bisher mit kleinen DSP-Kisten und Messmikrofonen verbindet — bringen mit dem miniDSP Tide16 ihren ersten echten AV-Prozessor raus. Zwei Jahre Entwicklung, Dolby- und DTS-zertifiziert, Hardware und Firmware beides inhouse gebaut. 16 Kanäle, die komplette Dirac-Suite inklusive ART, UMIK‑1 im Karton. 3.500 US-Dollar.

Worum geht’s

Der miniDSP Tide16 ist eine 16-kanalige AV-Vorstufe mit voller Atmos- und DTS:X‑Dekodierung, HDMI-Umschaltmatrix, Bluetooth-Streaming und Dirac-Raumkorrektur. Und zwar nicht irgendeine Raumkorrektur, sondern die ganze Dirac-Research-Suite: Dirac Live Full Range, Bass Control, Active Room Treatment. Alles perpetual lizenziert, alles serienmäßig. Wer diese drei Lizenzen einzeln kauft, ist locker 800 Dollar los. Hier kostet das genau nichts extra.

Das Ding ist kein Massenmarkt-AVR. Kein Denon, kein Marantz, kein „alles-läuft-aus-der-Box-mit-zwei-Klicks”. Es ist auch keine 15k-StormAudio. miniDSP selbst sagt: niche capability. Und das trifft’s.

Die Hardware

Gehirn: Quad-Core ARM A53 mit 1,8 GHz. 32 Bit Verarbeitung, aktuell 48 kHz Samplerate intern. Klingt erstmal wenig, ist aber die Bandbreite, in der jedes Filmsoundtrack-Format daherkommt. miniDSP sagt, 192 kHz sind per Firmware-Update irgendwann drin. Abwarten.

Rein kommt alles: 3× HDMI mit eARC-Port als TV-Rückkanal, 2× Koax und 2× Toslink S/PDIF, 1× XLR symmetrisch, 1× Cinch, 1× USB Audio (UAC2, Stereo-PCM), Bluetooth mit LDAC und APTX HD. Für eine Kiste, die fürs Wohnzimmer gedacht ist, ziemlich umfangreich bestückt.

Raus geht’s über 16 symmetrische XLRs: 8× ESS ES9017 DACs mit Output-Relais, 200 Ω Ausgangsimpedanz, 4 Vrms Maximalpegel. Frequenzgang 20 Hz bis 20 kHz ±0,05 dB. SNR 125 dB (D→A), A‑gewichtet 127 dB. THD+N bei ‑118 dB, also 0,0001 Prozent. Crosstalk ‑120 dB. Alles natürlich unter AES17-Bedingungen mit 20-kHz-Tiefpass bei 0 dBFS gemessen — sprich: Herstellerbedingungen. Real dürfte da noch Luft zu echten Messungen sein. Trotzdem: das sind keine schlechten Papierwerte.

Video: HDMI 1.4/2.0b, 4K60 UHD, 18 Gbps, HDCP 2.3, Dolby Vision zertifiziert. eARC und VRR sind an Bord. Keine volle HDMI 2.1 mit 48 Gbps. Dazu gleich mehr, das ist ein eigenes Kapitel.

Codecs, die sind alle drin, die man haben will: Dolby Atmos samt Height Virtualization und Atmos Music, Dolby TrueHD, DTS HD Master, DTS:X, DTS Neural:X, DTS Virtual:X. Upmixer bis 16 Kanäle (Atmos) beziehungsweise 12 Kanäle (DTS Neural:X). DTS:X Pro mit 16 Kanälen ist aktuell nicht lizenziert — kann später kommen.

Bass-Management: Bis zu 4 unabhängige Subwoofer-Kanäle, jeder mit eigener Laufzeit, EQ und Pegel. In Kombination mit Dirac Live Bass Control ist das genau die Flexibilität, die man sonst erst deutlich weiter oben im Preisregal findet.

Das Kistchen selbst: 432 × 254 × 89 mm. Rack-Ohren sind abnehmbar, also auch fürs Möbel im Wohnzimmer tauglich. Passive Kühlung, kein Lüfter, kein Gezischel. Vorne ein 1080p-OLED-Color-Display, das nach den ersten Bildern ziemlich schick aussieht. 23 Watt Idle, 1,3 Watt Standby.

Steuern kann man das Ding wie man will: klassische IR-Fernbedienung im Karton, miniDSP Device Console für Mac und Windows, WebGUI im Browser, optionaler KD‑1 Smart Remote mit rundem OLED-Dreh-Encoder. Crestron‑, AMX- und Savant-Integration ist vorbereitet, REST-API für Bastler kommt noch. Dazu 12-V-Trigger rein und zweimal raus, IR-In, IR-Flasher.

Ein Blick ins Manual

Das User Manual des miniDSP Tide16 ist seit Anfang April online. Wer miniDSP-Doku schon mal gelesen hat — weiß, worauf zu achten ist: das Signal-Flow-Kapitel. Und da wird’s interessant.

Jedes Signal wandert beim miniDSP Tide16 durch dieselbe Kette: Eingangsquelle wählen, Pegel-Offset, Bass Management, Matrix Mixer (jede der Eingangsquellen kann frei auf jeden der 16 Ausgänge geroutet werden), Dirac-Filter, Parametric-EQ, Crossovers, Delays, Master-Volume, DAC, raus. Das klingt nach viel, ist aber genau die Kette, die man sich als Enthusiast wünscht. Vollständige Kontrolle, jede Stufe konfigurierbar.

miniDSP Tide16 Flow Diagramm

Der Matrix Mixer ist der Star. Damit lässt sich beispielsweise ein vollaktives 4‑Kanal-Front-System (also je Kanal Hoch- und Tieftöner separat angesteuert, mit eigenen Endstufen) parallel zu einem 11.2‑Surround-Layout fahren. Alles aus einer Kiste, mit individuellen Crossover- und EQ-Einstellungen pro Kanal. Für DIY-Aktiv-Projekte und Studio-Setups ist das Gold.

Was das Manual auch zeigt: Analog-Eingänge laufen zwangsläufig durch ADC → DSP → DAC. Einen echten Analog-Bypass-Modus, bei dem das Signal an der Digitalisierung vorbeigeht, gibt’s nicht. Auch nicht mit deaktiviertem DSP. Heißt: wer mit einem externen Phono-Preamp rein will, wandelt in beiden Richtungen. Kein Drama, aber wer sich pure Analog-Durchleitung erhofft hat: Pech. Dafür hat miniDSP andere Produkte im Katalog.

HDMI 2.0b — und warum das Geschrei nur zum Teil gerechtfertigt ist

Der größte Aufreger in der internationalen Berichterstattung: kein vollwertiges HDMI 2.1. In manchen Foren wird daraus schon das K.o. gezimmert. Das ist zu kurz gedacht.

Was ist drin: eARC, VRR, Dolby Vision zertifiziert. Was fehlt: die 48-Gbps-Pipeline für 4K120 und 8K60. Für den gewöhnlichen Film-Zuspieler 2026 — Blu-ray-Player, AppleTV 4K, 4K60-Streamer — völlig ausreichend. Problematisch wird’s erst bei Gaming-Setups mit PS5 Pro, Xbox Series X oder HTPCs, die 4K120 ausspucken wollen. Und bei echten 8K-Quellen, die aktuell eh kaum jemand hat.

miniDSP hat sich bewusst entschieden: lieber stabile, zertifizierte 2.0b-Basis mit den wichtigsten 2.1‑Features, als Marketing‑2.1, das hinten raus Handshake-Probleme macht. Wer die Schmerzen mit wackeliger HDMI-Implementierung bei kleineren Herstellern kennt, versteht die Entscheidung. Für Gamer mit 4K120-Ambitionen ist’s trotzdem ein harter Kompromiss — für Kino-Enthusiasten kein Thema.

Preis, Verfügbarkeit, wie man an den miniDSP Tide16 kommt

3.500 US-Dollar. Gegen Aufpreis kommt die KD‑1 Smart Remote obendrauf, wer will kann auf ein UMIK-2-Messmikrofon upgraden (plus 120 Dollar) oder das Mikrofon komplett weglassen (minus 50). In Deutschland könnte das ca. 3.600 Euro bedeuten. Müssen wir abwarten.

Wer gleich die passenden Endstufen dazu will: miniDSP hat die AMP8 im Programm. 8 Kanäle Class D auf IcePower-Basis, 300 Watt pro Kanal, 2.200 Dollar das Stück. Zwei davon plus miniDSP Tide16 gleich schlüsselfertiges 16-Kanal-Setup für rund 7.900 Dollar. Nicht die günstigste Kombo. Muss man sich ansehen.

Die ersten Units sollen in den kommenden Wochen verfügbar werden.

Wo das Ding im Markt steht

Klare Sache: Der miniDSP Tide16 füllt die Lücke zwischen Mainstream-AVR und Ultra-High-End-AVP. Denon, Marantz, Yamaha, Onkyo sind bequem zu bedienen, aber DSP-Flexibilität ist da Mangelware und Dirac kostet Aufpreis. StormAudio, Trinnov, Datasat — alles großartig, aber eben auch dreimal bis fünfmal so teuer. Dazwischen herrscht aber auch ein rauher Markt. Monoprice HTP‑1 mit einem anderen Konzept, aber ohne Dirac im Bundle, Anthem mit dem AVM70 und ARC Genesis statt Dirac, Arcam AV41 mit Dirac und nicht 100%iger Stabilität, aber mit frisch angekündigtem Acam AVP45.

Zielgruppe also: Enthusiasten mit mehr als 8 Kanälen, Leute mit aktiven Monitoren im Studio, DIY-Aktiv-Lautsprecher-Bastler, Custom Integrators mit Spezialanforderungen. Wer ein All-in-One-Press-and-Play-Ding sucht, ist beim miniDSP Tide16 falsch und wird unglücklich. Wer endlich mal die Kontrolle über den gesamten Signalpfad haben will, die AVR-Hersteller seit Jahren konsequent nicht liefern, findet hier das Werkzeug dafür. Zu einem Preis, der realistisch bleibt.

Das Fazit vor dem Test

Der miniDSP Tide16 ist eine Ansage. Hardware-seitig ordentlich bestückt, Dirac-Suite komplett, Flexibilität auf Profi-Niveau, dazu ein echter Effizienz-Vorteil durch ARM-Architektur und passive Kühlung. Die Kompromisse — HDMI 2.0b, 48-kHz-Limit, kein Analog-Bypass — sind bewusst gesetzt und passen zur miniDSP-DNA.

Die eigentliche Frage ist: wie schlägt sich das Ding in der Praxis? Wie stabil läuft die HDMI-Strecke über Monate? Wie gut performt Dirac ART im Vergleich zu alternativen Raumkorrektursystemen? Wie souverän arbeitet die DAC-Stufe gegen einen realen Signalgenerator?

Das sind die Fragen, die sich erst am realen Gerät beantworten lassen. Und genau deshalb wird’s spannend. Dran bleiben.

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Arcam baut die Radia-Serie aus: Neue AVA-Verstärker, Prozessor und Endstufen für das Heimkino https://www.hifigeek.de/arcam-radia-ava/ https://www.hifigeek.de/arcam-radia-ava/#respond Wed, 04 Feb 2026 16:13:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=11645 Die Arcam Radia AVA-Familie ist da — und sie macht unmissverständlich klar, wo Arcam im Heimkino-Segment stehen will: nicht beim nächsten Yamaha, sondern dort, wo audiophiler Anspruch auf Mehrkanal trifft. Mit dem kompletten Radia-AV-Lineup präsentiert der britische Hersteller eine neue Generation von AV-Verstärkern, die optisch und konzeptionell auf der bestehenden Radia-HiFi-Linie aufbauen.

Arcam Radia AVA: Drei Modelle, ein Prozessor, zwei Endstufen

Vorgestellt wurde das neue Lineup auf der ISE 2026 in Barcelona. Die Arcam Radia AVA-Familie umfasst die drei AV-Verstärker AVA15, AVA25 und AVA35, den 16-Kanal-Prozessor AVP45 sowie die Endstufen PA4 (vier Kanäle, Class D) und PA9 (neun Kanäle, Class G). Wer über die ungewohnte Bezeichnung stolpert: Arcam nennt die Geräte bewusst AVA statt AVR, weil kein klassischer AM/FM-Tuner verbaut ist. Ein semantisches Detail, das die Positionierung aber gut trifft — hier will niemand der nächste Massenmarkt-Receiver sein.

Die drei AVA-Modelle ersetzen die bisherige Generation aus dem Jahr 2022 — also AVR11, AVR21, AVR31 und AV41. Und der Generationswechsel bringt mehr als ein neues Gehäuse: Alle Modelle starten jetzt mit neun integrierten Endstufen statt bisher sieben, und Dirac Live Active Room Treatment (ART) hält erstmals Einzug — eine Funktion, die bislang nur sehr wenigen Geräten am Markt vorbehalten war.

Was die Modelle unterscheidet — und wo es technisch interessant wird

Optisch setzen alle vier AV-Geräte auf das typische Radia-Design: schOptisch setzen alle vier AV-Geräte auf das typische Radia-Design: schwarzes Metallgehäuse, dezente gelbe Akzente, 6,5‑Zoll-Farbdisplay auf der Front. Innen gehen die Wege auseinander — und hier lohnt ein genauerer Blick.

Der AVA15 ist der Einstieg ins Lineup. Neun Kanäle in Class D, Dolby Atmos, DTS:X, HDMI 2.1a mit HDCP 2.3 — bis zu 8K/60Hz oder 4K/120Hz, VRR und ALLM inklusive, also auch für Gaming-Setups gerüstet. Auro-3D fehlt auf diesem Niveau noch.

Der AVA25 legt nach: Neun Kanäle Class AB mit je 100 Watt an 8 Ohm, dazu ein toroidales Linearnetzteil für stabile Versorgung auch bei hohen Pegelspitzen. Auro-3D kommt hinzu, ebenso ein Zone-2-Ausgang. Arcam behauptet, der AVA25 liege klanglich nahe am mehrfach ausgezeichneten A15+ Stereoverstärker — eine steile These, die wir im Test nachprüfen wollen.

Das Flaggschiff der Arcam Radia AVA-Reihe ist der AVA35, und hier wird es technisch wirklich interessant. Arcam verbaut Class-G-Verstärkung für alle neun Kanäle — ein Prinzip, das mit einer doppelten Spannungsversorgung arbeitet: Bei geringen Pegeln läuft die Endstufe auf der niedrigeren Schiene, bei hoher Dynamikanforderung schaltet sie auf die höhere um. Das reduziert Verlustleistung gegenüber klassischem Class AB erheblich und senkt gleichzeitig das Kreuzverzerrungsproblem, das viele Class-AB-Designs bei niedrigen Pegeln plagt. Arcam hat dieses Konzept bereits im SA45 Streaming-Verstärker verfeinert — der AVA35 überträgt es nun erstmals auf neun Kanäle in einem Gehäuse.

Dazu kommt der ESS Hyperstream IV DAC Pro, denselben Wandler den Arcam auch im SA45 einsetzt, kombiniert mit einem Frequenzgang von 20 Hz bis 20 kHz bei ±0,05 dB — also praktisch perfekt flach über das gesamte Audioband. Der SNR liegt bei 100 dB, THD+N bei –100 dB. Das sind Werte, bei denen man nicht lange über Messergebnisse diskutieren muss.

Der AVP45: Prozessor mit ernsthafter Architektur

Wer den maximalen Separates-Aufbau anstrebt, greift zum AVP45 — und bekommt dafür eine der technisch aufgeräumteren Architekturen im Segment. 16 Dekodierungskanäle, und was besonders auffällt: alle 16 Kanäle haben sowohl XLR- als auch RCA-Ausgänge. Der symmetrische Ausgang liefert 5 V RMS, der unsymmetrische 2 V RMS — für lange Kabelwege zu externen Endstufen im dedizierten Heimkino-Raum ist das ein echter Vorteil, denn Einstreuungen werden über die Gleichtaktunterdrückung der Balanced-Verbindung weitgehend eliminiert. Wer wie wir selbst einen dedizierten AV-Prozessor im Einsatz hat, weiß wie viel die Architektur ausmacht — wir haben uns gerade für den Anthem AVM70 entschieden.

Die Matrix Channel Assignment-Funktion erlaubt dabei freie Kanalzuweisung für alle 16 Ausgänge — mit einer sinnvollen Einschränkung: Subwoofer-Kanäle sind nur auf den Ausgängen 4 sowie 11 bis 16 zulässig, was die Bassmanagement-Architektur intern sauber hält. Formatunterstützung umfasst Dolby Atmos, Dolby TrueHD, DTS:X, DTS-HD Master, IMAX Enhanced, Auro-3D und MPEG‑H. Der Prozessor zieht dabei im Leerlauf lediglich 35 Watt — ein Hinweis darauf, dass hier keine unnötige Wärmeentwicklung in Kauf genommen wird, trotz des ernsthaften 9,4‑Kilogramm-Chassis.

Streaming und Konnektivität

App-seitig läuft alles über die Arcam Radia App. Streaming-seitig ist alles dabei, was man 2026 erwartet: AirPlay, Google Cast, Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect und Roon Ready. Das Netzwerkmodul unterstützt Dual-Band-WLAN nach 802.11ac sowie Bluetooth 5.4 mit Snapdragon Sound und Auracast — also aptX Lossless für bitgenaues kabelloses Streaming und Broadcast-Modus für mehrere Empfänger gleichzeitig. Hi-Res-Audio bis 24 Bit/192 kHz ist über alle Eingangswege möglich.

Software: Eine lange Geschichte, die noch nicht ganz geschrieben ist

Arcam baut auf einem guten Klang-Ruf auf — aber auch auf einer Software-Biografie, die nicht ohne Narben ist. Ältere Modelle wie der AVR30 kamen Ende 2019 mit teils fehlerhafter Firmware auf den Markt, Update-Prozesse galten in der Community jahrelang als zäh und fehleranfällig. Das hat sich mit der aktuellen Arcam Radia AVA-Generation gebessert — aber erledigt ist das Thema nicht.

Nutzer der aktuellen Radia-Streaming-Geräte bemängeln die Qobuz-Integration in der Radia-App als ausgesprochen schwach: fehlende Metadaten, unattraktive Oberfläche, kaum vergleichbar mit etablierten Lösungen wie BluOS. Und wer ein Update einspielen will, greift noch immer zum USB-Stick — Over-the-Air-Updates waren laut Arcam im Frühjahr 2025 in Planung, aber zum damaligen Zeitpunkt noch nicht verfügbar. Für Geräte im Preisbereich von 3.000 bis 7.000 Euro ist das ein Anachronismus, den Käufer kennen sollten.

Die neue AVA-Familie soll von Beginn an stabiler ins Rennen gehen. Ob das diesmal wirklich stimmt, werden die ersten Monate nach dem Q3-Launch zeigen.

Der Markt erwacht

Die Arcam Radia AVA-Serie trifft auf einen Markt, der sich gerade grundlegend neu aufstellt. Onkyo nutzte die CES 2026 in Las Vegas — passend zum 80-jährigen Jubiläum — für einen umfassenden Ausblick auf ein komplett neues AV-Receiver-Lineup der TX- und RZ-Serien, inklusive neuer High-End-Vorstufe und separater Endstufen. Dirac Live und Dirac ART sollen bei allen Modellen von Anfang an dabei sein. Der Haken: Viele Onkyo-Modelle sind erst für 2027 als finale Markteinführung geplant — was Arcam mit dem Q3-Launch durchaus in die Karten spielt.

Preise und Verfügbarkeit

Die Arcam Radia AVA-Modelle und der AVP45 sollen ab Q3 2026 verfügbar sein, die Endstufen PA4 und PA9 folgen im Q4. Die Preise in der Übersicht:

  • AVA15: 2.999 €
  • AVA25: 4.999 €
  • AVA35: 6.999 €
  • AVP45: 5.999€
  • PA4: 999€
  • PA9: 3.999€

Wir haben ein Testgerät angefragt — sobald ein AVA bei uns eintrifft, schauen wir uns an, ob der Klang-Anspruch hält, was die Specs versprechen.

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IOTAVX AVX 17 – Purismus, Power und Präzision fürs Heimkino https://www.hifigeek.de/iotavx-avx-17-purismus-power-und-praezision-fuers-heimkino/ https://www.hifigeek.de/iotavx-avx-17-purismus-power-und-praezision-fuers-heimkino/#respond Thu, 17 Apr 2025 12:52:32 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8757 Die IOTAVX AVX 17 AV-Vorstufe war für mehrere Monate unser audiophiler Mitbewohner. Genau genommen hatten wir das komplette IOTAVX AVX17 + 2x AVXP1 (hier gehts zu unserem Test) Paket im Test, aber ich entschied mich, die Geräte separat zu betrachten. Was diese Vorstufe von der Masse abhebt? Ein konsequenter Fokus auf Hardware-Exzellenz statt Software-Magie – und ob das wirklich funktioniert, erfahrt ihr in diesem ungeschönten Test.

Transparenz first

Der IOTAVX AVX 17 wurde uns kostenlos vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Klingt nach Beeinflussung? Keine Sorge – wie immer bleiben wir kompromisslos ehrlich und neutral. Bei uns gibt’s keine PR-Floskeln, sondern die nackte Wahrheit – egal ob ein Produkt glänzt oder spektakulär versagt.

Die Grundidee: Hardware first, Software second

IOTAVX verfolgt mit der IOTAVX AVX 17 einen völlig anderen Ansatz als Mainstream-Hersteller wie Denon und Marantz oder High-End-Marken wie StormAudio und Trinnov. Statt Kunden mit automatischen Einmesssystemen und komplexen Raumkorrekturen zu beeindrucken, konzentrieren sie sich auf erstklassige Hardware und geben euch mächtige manuelle Werkzeuge an die Hand.

Die Philosophie dahinter ist simpel: Hochentwickelte Algorithmen wie Audyssey, Dirac Live oder Trinnovs proprietäre Lösungen verschlingen Entwicklungsbudgets – und diese Kosten landen zwangsläufig bei uns als Endkunden. IOTAVX hat stattdessen entschieden, das Budget in exzellente Hardware zu stecken und bei der Software auf das Wesentliche zu reduzieren, ohne auf wichtige Codecs wie Dolby Atmos und DTS:X zu verzichten.

Ihr bekommt zwar kein vollautomatisches Audio-Wunderwerk, dafür aber leistungsstarke manuelle Werkzeuge für Audio-Enthusiasten. Etwas Bastelarbeit ist also gefragt – aber für Audiophile und Heimkino-Fans, die wissen wollen, was in ihrem Setup wirklich steckt, ist genau das ein Grund zum Feiern!

Lieferumfang und technische Daten: Vollausstattung ohne Schnörkel

Zum Lieferumfang gibt’s nicht viel zu sagen: Netzkabel, Fernbedienung, Einmessmikro, 4x Trigger-Kabel, das Gerät selbst und eine Anleitung – mehr braucht’s auch nicht. Das eigentliche Highlight ist die innere Ausstattung: Die IOTAVX AVX 17 bietet satte 17 Kanäle, aufgeteilt in 13.4, womit Setups bis zu 7.4.6 möglich sind. Alle wichtigen Formate wie Dolby Atmos und DTS:X werden unterstützt – hier gibt’s keine Kompromisse.

Die Anschlussvielfalt ist beeindruckend:

  • 17 Cinch-Ausgänge
  • 17 XLR-Ausgänge (für maximale Signalqualität)
  • 3 analoge Cinch-Eingänge (ideal für Plattenspieler, Streamer oder CD-Player)
  • 2 koaxiale und 2 optische Digitaleingänge
  • 6 HDMI 2.0b Eingänge und 2 HDMI 2.0b Ausgänge (mit HDCP 2.2, 4K, HDR10 und Dolby Vision)
  • Bluetooth 5.0 mit aptX-HD

Die zwei HDMI-Ausgänge sind besonders praktisch, wenn ihr beispielsweise TV und Beamer parallel betreiben wollt. Der erste HDMI-Ausgang unterstützt zudem ARC, um den Sound vom TV zurück an die AV-Vorstufe zu leiten.

Verarbeitung und Software: Wo Licht ist, gibt’s auch Schatten

Die Verarbeitungsqualität der IOTAVX AVX 17 ist absolut high-end. Das massive Metallgehäuse, die hochwertigen Anschlüsse und das informative Frontdisplay schreien förmlich “Ich bin ein audiophiles Kraftpaket!” Hier gibt’s nichts zu meckern – IOTAVX unterstreicht ihren Anspruch, kompromisslose Qualität zu liefern.

Die Software hingegen ist… sagen wir mal… funktional statt sexy. Hier gibt’s keine hochglanzpolierte Benutzeroberfläche, sondern eine zweckmäßige, teils pixelige Darstellung. Ehrlich gesagt: Wer braucht Schnickschnack, wenn die Funktionalität stimmt?

Das integrierte Einmesssystem erkennt die Abstände der Lautsprecher zur Hörposition erstaunlich präzise und erleichtert die Grundeinrichtung enorm. Die rudimentären DSP-Filter sind für den Anfang durchaus brauchbar – das wahre Highlight ist jedoch der extrem flexible parametrische EQ:

  • 11 Bänder für die Hauptkanäle (Links, Rechts, Center)
  • 7 Bänder für weitere Kanäle (Surround, Surround-Back, Atmos)
  • 5 Bänder für jeden der vier Subwoofer-Ausgänge1

Was fehlt? Auf moderne Komfortfunktionen wie Streaming, Netzwerkanschluss, WLAN und Multiroom müsst ihr verzichten. Die IOTAVX AVX 17 unterstützt allerdings eine zweite Zone für Musik in einem anderen Raum. Der interne DAC verarbeitet Signale bis 192kbit – völlig ausreichend für Filmgenuss und Musik. Ein Phono-Vorverstärker ist ebenfalls nicht an Bord, also plant entsprechend, wenn ihr Vinyl hören wollt.

Ersteinrichtung: Schnell, aber noch nicht perfekt

Die Ersteinrichtung geht erstaunlich flott von der Hand. Mit dem automatischen Einmesssystem erzielt man bereits akzeptable Ergebnisse – perfekt für einen ersten Höreindruck. Schon nach dieser grundlegenden Einrichtung kann man direkt mit dem Hören beginnen und bekommt einen soliden Eindruck vom Potenzial des Systems.

Nach den ersten Filmen haben wir allerdings die Lautstärken einzelner Kanäle manuell angepasst. Die Atmos-Kanäle waren für unseren Geschmack etwas zu zurückhaltend, weshalb wir sie um 1,5dB angehoben haben – genau diese Flexibilität macht die IOTAVX AVX 17 so interessant.

Einmessung mit REW: Jetzt wird’s richtig geil!

Wer das volle Potenzial der IOTAVX AVX 17 ausschöpfen will, sollte sich mit der Software Room EQ Wizard (REW) vertraut machen und ein kalibriertes Messmikrofon besorgen. Wir haben ein miniDSP UMIK1 verwendet, die Kalibrierungsdaten in REW importiert und dann jeden Kanal einzeln vermessen.

Zugegeben: Bei so vielen Kanälen ist das ein ordentliches Stück Arbeit – ähnlich wie wenn ihr eure erste Platte auf Vinyl hört und realisiert, dass ihr jetzt ein ganzes Kaninchenloch an audiophilen Möglichkeiten entdeckt habt. Nach den Messungen haben wir die Parameter berechnet – REW macht das zum Glück recht einfach – und dann manuell über die Fernbedienung in die IOTAVX AVX 17 eingegeben.

Klingt mühsam? Ist es auch! Aber das Ergebnis ist absolut beeindruckend. Wir haben natürlich auch ein paar Feinheiten nach unserem persönlichen Geschmack angepasst, besonders im Bassbereich – mehr Druck für die brutalen Breakdowns bei unseren Metal-Sessions. Genau diese Möglichkeit, selbst Hand anzulegen und zu experimentieren, macht unglaublich viel Spaß!

Bedienung: Zweckmäßig, aber nicht sexy

Die Software ist nicht gerade ein Augenschmaus, aber die Einstellmöglichkeiten sind umfangreich. Nach der Ersteinrichtung hat man im Alltag jedoch weitgehend seine Ruhe und kann den IOTAVX AVX 17 problemlos nutzen.

Die alltägliche Bedienung ist erfreulich unkompliziert. Dank CEC lässt sich die Vorstufe in den meisten Fällen bequem über den Fernseher steuern – hier gab es in unseren Tests keinerlei Probleme. Die Funktionen sind intuitiv erreichbar, und nach einer kurzen Eingewöhnungszeit greift man blind zur richtigen Taste.

Klang: Das Herzstück der IOTAVX AVX 17

Kommen wir zum Entscheidenden: Wie klingt dieses Beast? Die AVX 17 spielt erfreulich neutral und ausgewogen, ohne einen bestimmten “Einschlag” wie ihn beispielsweise Denon-Geräte haben. Sie offenbart die Aufnahme in ihrer reinsten Form, ohne eigene Färbung hinzuzufügen.

Gerade im Bassbereich kann sie dank der flexiblen EQ-Einstellungen direkt zupacken – wir haben hier ordentlich an den Reglern gedreht, um zu sehen, was möglich ist, und waren absolut begeistert. Bass-Drops, wie sie bei modernem Metal zum Standard gehören, kommen mit einer Präzision und Kraft, die man sonst nur von deutlich teureren Systemen kennt.

Wie bereits erwähnt, empfanden wir die werkseitige Einpeglung der Atmos-Lautsprecher als etwas zu zurückhaltend und haben hier nachgeholfen. Leider kann man nicht einzelne Kanäle isoliert testen, wie es bei manchen Konkurrenzprodukten möglich ist – das wäre für analytisches Hören hilfreich, ist für den Normalanwender aber kein Dealbreaker.

Surround und 3D-Sound: Kinoreife Performance

Die IOTAVX AVX 17 erzeugt eine beeindruckend homogene Surround-Atmosphäre mit hervorragender räumlicher Abbildung. Die Kanaltrennung ist präzise, ohne ungewollte Überblendungen. Was mir besonders gefällt: Die Vorstufe spielt ungeschönt und offenbart dadurch auch Schwächen in der Abmischung – ein Zeichen für ihre natürliche Wiedergabe.

Bei der 3D-Sound-Wiedergabe überzeugt die IOTAVX AVX 17 durch Präzision und Homogenität. Die Deckenlautsprecher werden exakt angesteuert und in ein stimmiges Gesamtbild integriert. Das einzige “Problem”: Die meisten Film-Tonspuren schöpfen die Möglichkeiten der Hardware noch nicht voll aus. Hier sind eher die Filmstudios gefordert, bessere Atmos-Mischungen zu liefern.

Vinyl: Auch analog macht der AVX 17 eine gute Figur

Wir haben unseren Plattenspieler mit einer Graham Slee GramAmp 2 SE Phono-Vorstufe an die IOTAVX AVX 17 angeschlossen. Natürlich wandelt die Vorstufe das analoge Signal zunächst in ein digitales um – anders wären DSP und Lautstärkeregelung nicht möglich. Dennoch ist der Klangunterschied zur komplett analogen Kette erstaunlich gering.

Der große Vorteil: Unsere auf den Raum optimierten EQs gleichen vorhandene akustische Schwächen perfekt aus. Hier zeigt sich wieder die Stärke des IOTAVX-Ansatzes: Lieber eine exzellente Hardware-Basis mit manuellen Anpassungsmöglichkeiten als Automatik-Features, die am Ende nicht das Optimum herausholen.

DAC/Streamer: Neutral wie ein Schweizer Notar

Da die IOTAVX AVX 17 selbst keine Streaming-Funktionen bietet, haben wir diverse externe Streamer und DACs angeschlossen (WiiM, Eversolo, Burson, Shanling etc.). Auch hier bestätigt sich die neutrale Arbeitsweise der Vorstufe: Obwohl sie intern die Signale digital wandelt, setzt sie keine eigene klangliche Note drauf. Die charakteristischen Unterschiede zwischen den verschiedenen Quellgeräten bleiben erhalten.

Gaming: Solide Performance mit kleinem Wermutstropfen

Natürlich haben wir auch mit der IOTAVX AVX 17 gezockt – sowohl am PC als auch an diversen Konsolen. Die Performance ist durchweg überzeugend, mit einem kleinen Wermutstropfen: Aufgrund des HDMI 2.0b Standards sind keine 120Hz-Signale möglich. Wenn euch das wichtig ist, solltet ihr die entsprechenden Quellgeräte direkt an den Fernseher anschließen und den Ton via ARC zur IOTAVX AVX 17 leiten.

Ist die IOTAVX AVX 17 eine echte Alternative zu anderen Herstellern?

Die IOTAVX AVX 17 ist definitiv ein eigensinniges Produkt, das sich mehr an Enthusiasten als an Einsteiger richtet. Dennoch könnte sie ein idealer Einstieg in die High-End-Welt sein – wie das erste Death-Metal-Album, das euch die Tür zu einer völlig neuen Klangwelt öffnet. Anfangs vielleicht einschüchternd, aber mit wachsender Erfahrung immer faszinierender.

Im Vergleich zur Konkurrenz steht die IOTAVX AVX 17 hervorragend da:

  • Denon bietet keine reinen Vorstufen an. Der AVR-X6800H für ca. 2400€ kommt mit 11 Endstufen und der Möglichkeit, über eine separate Stereoendstufe auf 13 Kanäle zu erweitern. Hier bekommt man zwar Streaming-Funktionen via HEOS dazu, aber qualitativ kann diese All-in-One-Lösung mit einem IOTAVX AVX 17 + AVXP1 Paket nicht mithalten.
  • Marantz hat zwar eine dedizierte AV-Vorstufe im Programm, diese kostet jedoch stolze 7000€. Bei IOTAVX bekommt ihr ein komplettes Set mit zwei IOTAVX AVXP1 Endstufen für ca. 4200€.
  • Der Denon AVC-A10H rangiert bei 4600€ und dürfte kaum den Dynamikumfang des IOTAVX-Sets erreichen.

Erst deutlich teurere Geräte von StormAudio oder Trinnov bieten ähnliche PEQ-Funktionen plus zusätzliche Features wie Bass-Management oder Active-Room-Treatment – allerdings zum 3- bis 5‑fachen Preis. Hier ist IOTAVX wie ein aufstrebendes Underground-Label, das die großen Plattenkonzerne in Sachen Preis-Leistung alt aussehen lässt.

“Aber Streaming ist mir wichtig!” – Die Lösung

Mit dem gesparten Budget könnt ihr locker in einen hochwertigen externen Streamer investieren. Empfehlenswert sind der WiiM Pro Plus oder WiiM Ultra für den kleineren Geldbeutel, oder der Eversolo DMP-A6 (Master Edition) als anspruchsvollere Lösung. Wir haben alle diese Geräte bereits mit der IOTAVX AVX 17 getestet – sie harmonieren hervorragend!

“Aber 8K ist doch die Zukunft?” – Nein, ist es nicht

Ehrlich gesagt: aktuell braucht kein Mensch 8K. Die meisten Hersteller nehmen ihre 8K-Geräte bereits wieder aus dem Sortiment, weil der Markt schlicht nicht da ist. Selbst 4K hat es noch nicht überall geschafft, und im Heimbereich wird 8K entweder noch Jahre brauchen oder sich gar nicht durchsetzen.

Bei typischen Betrachtungsabständen und Bildschirmgrößen im Heimkino ist der Unterschied zwischen 4K und 8K kaum wahrnehmbar – ähnlich wie der Unterschied zwischen einem gut gemasterten MP3 und einer High-Res-Datei auf einem Durchschnitts-System. (Denkt dran der AVX 17 ist nicht durchschnitt und hier bekommt ihr die Unterschiede direkt auf dem Präsentierteller)

Auch im Gaming-Bereich kämpfen aktuelle Grafikkarten noch damit, stabile Frameraten bei 4K mit allen Details und Raytracing zu liefern. Selbst Sony hat das 8K-Logo von der PlayStation 5 entfernt, da sie nicht an die kurzfristige Marktrelevanz glauben.

Fazit: Audiophiler Purismus für Enthusiasten

Die IOTAVX AVX 17 ist ein Gerät mit klarem Fokus: kompromisslose Klangqualität ohne überflüssigen Schnickschnack. Sie richtet sich an Audio-Enthusiasten, die bereit sind, sich mit der Materie auseinanderzusetzen und das letzte Quäntchen Performance aus ihrem Heimkino-Setup herauszukitzeln – vergleichbar mit dem Unterschied zwischen einem normalen Fan und einem echten Metalhead, der jede Note seines Lieblingsalbums kennt.

Mit ihrer erstklassigen Verarbeitung, den umfangreichen Anschlussmöglichkeiten und dem neutralen, detailreichen Klangbild überzeugt die IOTAVX AVX 17 auf ganzer Linie. Besonders beeindruckend ist der flexible parametrische EQ, der eine präzise Anpassung an den eigenen Raum und Geschmack ermöglicht.

Die Vorstufe ist kein Plug-and-Play-Gerät für Einsteiger, sondern eine audiophile Sandbox für Tüftler und Klangperfektionisten. Wer bereit ist, Zeit und Mühe in die Einrichtung zu investieren, wird mit einem Klangerlebnis belohnt, das deutlich teurere Geräte in den Schatten stellt.

Im Zusammenspiel mit den passenden IOTAVX AVXP1 Endstufen entsteht ein Heimkino-Setup, das in Sachen Preis-Leistung seinesgleichen sucht. Für Metal-Fans, Horrorfans und Filmliebhaber, die Wert auf ungefärbte, kraftvolle Wiedergabe legen, ist das IOTAVX-System eine echte Offenbarung – wie der erste Besuch auf einem Konzert in der ersten Reihe, wenn die Basswellen direkt durch den Körper gehen.

* Die Wertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.

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Warum Sound für Horror so wichtig ist und du besseren Sound brauchst. https://www.hifigeek.de/warum-sound-fuer-horror-so-wichtig-ist-und-du-besseren-sound-brauchst/ https://www.hifigeek.de/warum-sound-fuer-horror-so-wichtig-ist-und-du-besseren-sound-brauchst/#respond Wed, 05 Jun 2024 09:45:29 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=7690 Eigentlich wollte ich gerade einen Test für einen Subwoofer schreiben. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich noch nicht’s zum Thema Sound geschrieben habe. Hier wird es auch weniger um konkrete Produkte gehen, sondern erstmal ein wenig um Bewusstseinsschaffung/-entwicklung.

Spannung

Spannung ist wahrscheinlich das wichtigste Werkzeug eines Horror-Films schlechthin. Anders aber, als in einem Krimi oder Action-Film, entlädt diese sich bei einem Horror-Film meist in einem Schock oder anderer grauenhaften Situation. Ganz gleich wie, alle haben Spannung und den Spannungsbogen als Gemeinsamkeit. Um Spannung aufzubauen bedienen sich Filmemacher mehrerer Dinge. Natürlich des Bildes und Dargebotenen, der Vorstellungskraft des Zuschauers, aber auch zentral dem Ton.

Horror-Filme wirken im Kino meist mehr/stärker, als in den eigenen vier Wänden. Dies hat ebenfalls mehrere Gründe, Leinwand, Dunkelheit, ungewohnte Umgebung, Stimmung im Kinosaal, aber definitiv auch der Sound.

Minifizierung des Sounds

Hatte man früher nie daran gedacht, haben uns aber die Hersteller von Fernsehern ein Sound-Accessoires in den letzten Jahren aufgeschwatzt, was man sicherlich häufig in den heimischen Wohnzimmern sieht: die Soundbar.

War der Sound zu Röhren-TV-Zeiten noch ganz passabel, ja es wurden echt dort je nach Modell einiges an Lautsprecher verbaut, ist mit der Schlankheits-Kur der TVs spätestens schlichtweg kein Platz mehr vorhanden. Natürlich gibt es heut zu Tage Fernseher, welche einem das blaue vom Himmel versprechen bis hin zum 3D-Sound. Virtuell kann man einiges an netten Sound-Effekten darstellen, lockt das den geneigten Kino-Gänger aber weniger hervor. Klingt er doch meist blechern, hohl und angestrengt. Ja auch hier bestätigen die Ausnahmen die Regel, weil es hin und wieder TVs gibt die dann doch ganz passabel klingen. Nur eben dann nicht untenrum.

Die Soundbar hat Abhilfe geschaffen. Kommt sie ebenfalls mit einem Subwoofer um die Ecke, hat man schon wirklich mehr als passablen Sound und man könnte anfangen von Erlebnis zu reden.

Wir hatten vor einiger Zeit mal eine Premium Soundbar von LG bei uns in der Testung und konnten ihr attestieren, dass diese wirklich für das Heimkino tauglich ist.

AV-Receiver, Lautsprecher und das liebe Heimkino

Ist man doch mehr dem Filmgenuss verfallen, führt wohl kein Weg an einem AV-Receiver und sorfältig für sich ausgesuchte Komponenten vorbei. Hier kommt man schnell ins Straucheln, weil es natürlich jetzt für wirklich jeden Geldbeutel etwas gibt. Auch 20.000€ können hier nicht viel sein und jeder wird sicherlich in seinem Segment fündig.

Weiterhin beginnt hier auch der Bereich wo die Luft zwischen Kino und Heimkino ziemlich dünn wird. Wir kennen wirklich nicht viele Kinos, welche unserem Review-Setup noch einen drauf setzen können. Letztlich macht das Thema Spaß und man hat zugleich ein tolles Hobby, mit welchem man viel Zeit verbringen kann.

Horror im Heimkino

Wo wir wieder beim Thema Horror angelangt wären. Mit Soundbars und dedizierten Heimkino-Anlagen bekommt der Horror sicherlich noch mal ein anderes Gesicht. Gerade Horrorfilme glänzen durch wirklich rafiniertes Sound-Design und den Stimmungsaufbau darüber. Siehe A Quiet Place: ultra spannend, mit phänomenalem Atmos-Mix. Monster die knarzend im Stockwerk über dem Zuschauer und Protagonisten entlang laufen, viele kleine Sound-Details, welche die Spannung bis ins unermessliche treiben (Review). Evil Dead Rise: bombastischer Sound! Pervers gut anzuschauen und macht mächtig viel Druck im Heimkino. (Review) Wie man aber merkt: ja, Hand auf’s Herz, das funktioniert meist nur bei den neueren Produktionen. Natürlich profitieren Klassiker auch von besseren Sound, aber der Druck und die Dynamik waren zu den Zeiten aber noch was anderes. Es gab einfach noch nicht die heutigen Möglichkeiten und Budgets, um das Thema Sound so weit zu treiben. Dennoch kann man davon ausgehen, dass man so nah wie möglich an den gewollten Sound kommt.

Medium

Leute, Leute, Leute… auch ich liebe Streaming. Unkompliziert, viel Content sofort verfügbar. Aber: die Qualität leidet. Natürlich gibt es den ein oder anderen Stream der sich gut gucken lässt. Dennoch muss ich eine Lanze brechen für physikalische Medien. Die Blu-Ray und die 4K Ultra-HD Blu-Ray sind summa summarum das non plus ultra wenn es um Sound geht! Ja, es gibt von Label zu Label und Film zu Film Unterschiede und nicht immer werden wir in Deutschland mit Lossless Tonspuren beglückt. Aber es gibt auch genug Fails bei den Streaming-Tonspuren. Wie oft habe ich das schon erlebt das im Stream, warum auch immer, die Sprache fürchterlich leise abgemischt war.

Player gibt es, wenn die Ansprüche nicht zu hoch gesteckt sind, günstig zu kaufen. In einer Preisspanne von gut 70€-300€ sollten sich von Einsteiger bis nahezu High-End (der Sony X800m2 z.B.) einiges finden lassen. An Blu-Rays kommt man für kleines Geld gut über kleinanzeigen.de, wenn man sich dort ein wenig auskennt wegen Betrug und so. Bei 4K Scheiben kann man diese auch darüber bekommen, sind aber generell teurer.

Viele Scheiben sind mit hervorragendem Ton ausgestattet und schnell wirst du merken, dass nicht das Medium oder der Player an seine Grenzen kommt, sondern dein restliches Equipment.

Sound Dynamik

Auch ein leidliches Thema. Ich kann es ja verstehen: Warum zur Hölle werden manche Filme gefühlt immer lauter? Die Frage stellt man sich das ein oder andere Mal. Gerade in einer Mietswohnung ist das vielleicht ein wenig unangenehm. Hersteller von Heimkino-Technik haben das Problem direkt erkannt und stellen Anti-Dynamik-Funktionen zur Verfügung. Schwer zu sagen wie man das nennen will. Aber meist steht in den Menüs sowas wie “gleicht die Lautstärke wärend des Films an”. Effektiv ist das einfach nur ein Bügeleisen, welches jegliche Dynamik aus dem Film bügelt.

Dynamik ist ein Werkzeug im Sound Design und eigentlich will man diese, wenn es nicht unbedingt anders geht, nicht wegbügeln. Der Regisseur und die Sounddesigner haben sich schon was dabei gedacht. Ein Schockmoment nach ruhig anschwelender Spannung zum Beispiel. Hier gibt es natürlich auch Extremfälle wie Christopher Nolan Filme, welche äußerst viel Dynamik besitzen oder aber Disney+ Streams und generell Disney/Marvel Produktionen die im Heimkino schon ziemlich flachgebügelt sind.

Bass im Speziellen

Gerade bei Horrorfilmen empfinde ich Bass als eines der wichtigsten Soundmerkmale. Ein sauberer Bass der tief in die Magengrube drückt, erzeugt schon ein sehr bedrückendes Gefühl und ist damit ein wirklich tolles Stilmittel. Bitte versucht nicht mit einem kleinen Brüllwürfel Stimmung zu erzeugen. Das gelingt in der Regel weniger. Ja okay, vielleicht mit einem MicroVee X, aber den durfte ich noch nicht hören, deswegen kann ich dazu wenig sagen. Vergleicht es aber vielmehr mit dem Kinobesuch, wo es so manche Säle gibt, die das Thema Bass schon gut drauf haben. Unser lokaler IMAX Saal zum Beispiel. Der drückt einem den Bass bis in die tiefste Magengegend. Hier ist aber auch manchmal weniger mehr. Der Bass sollte drücken, aber halt nicht wie auf nem Hip-Hop Gig überbetont sein. Die Mischung macht’s.

Ausprobieren

Hör dich mal in deinem Freundeskreis um und guck mal ob du die Möglichkeit findest, genau sowas zu erleben. Fang klein an und schmeiß deinen Lieblings-Horrorfilm ein und erlebe ihn neu. Vielleicht upgradest du irgendwann und dann wirfst du wieder deinen Lieblings-Horrorfilm ein und guckst wie sich deine Soundkulisse verändert hat. Nach und nach kommst du dann deinem Geschmack näher.

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IOTAVX AVXP1 — Wir haben die massive Endstufe auf Herz und Nieren getestet https://www.hifigeek.de/iotavx-avxp1-wir-haben-die-massive-endstufe-auf-herz-und-nieren-getestet/ https://www.hifigeek.de/iotavx-avxp1-wir-haben-die-massive-endstufe-auf-herz-und-nieren-getestet/#respond Tue, 21 May 2024 21:23:15 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=7653 Wir haben uns wohl die Mehrkanal-Endstufe auf dem Markt angesehen: IOTAVX AVXP1. Viele von ihnen werkeln sicherlich schon in so manchem Heimkinos und auch wir haben uns die Finger geleckt, das Teilchen mal in die Finger zu bekommen.

Abgrenzung

Natürlich haben wir die Endstufe kostenlos ausgeliehen bekommen, was unseren Test aber nicht beeinflussen soll. Weiterhin verzichten wir hier auf jeglichen Hifi-Voodoo und werden nicht für diesen Test, wie etwa die Fachpresse bezahlt. Wer gerne blumige Umschreibungen von teils schier unmöglichen Dingen lesen möchte, kann sich gerne bei der Fachpresse umsehen. Bei uns bekommt ihr direkt auf die Ohren, oder eher Augen, wie wir das gute Stück einstufen.

Hintergrund

Die IOTAVX Geräte schwirren schon eine ganze Weile in Hifi-Gefilden herum und werden immer als Geheimtipp, eierlegende Wollmilchsau oder sonstigem umschrieben. Und ja, schaut man sich den Preis-Tag für die 7‑Kanal-Endstufe AVXP1 an und in die technischen Daten, merkt man: da scheint es viel für’s Geld zu geben. Aber auch mit anderen Produkten wildert IOTAVX in High-Endigen Gewässern und umgarnt den Kunden mit heißen Preisen. Beginnend mit der 17-Kanal-Vorstufe AVX17 für sagenumwobene 1800€. Wer sich ein wenig mit Heimkino-Anlagen auskennt merkt: 17 Kanäle und gerade mal 1800€? Richtig gelesen. IOTAVX hat sich Einfachheit auf die Fahne geschrieben. So wird auf “Schnick-Schnack” wie Smarte-Funktionen, Streaming oder dergleichen verzichtet und stattdessen in hochwertigere Technik investiert.

Das und laut Aussagen von Hifi-Pilot, dem deutschen Vertrieb, eine straffe Preiskalkulation, machen die Geräte so attraktiv. Wir waren schon länger angetan von den Geräten und neugierig was man für sein Geld geboten bekommt.

AV-Receiver Upgrade?

Teil unseres Testes sollte sein: Macht es Sinn sich eine Endstufe zu seinem AV-Receiver zu stellen und so mehr aus seinem Setup zu holen? Betrachtet man technische Specs von diversen Geräten im Einsteiger- und Mittelklasse-Segment sieht man oft blumige Zahlen in Sachen Leistung. Hier wird z.B. mit 200 Watt pro Kanal geworben. Für viele im ersten Moment ein Hingucker. Gerade wenn man etwas größere Lautsprecher sein eigen nennt. Genau darauf soll unser Versuch auch aus sein: Wir haben hier Bowers & Wilkins Lautsprecher, welche bekannterweise immer ein wenig mehr Leistung vertragen, als andere Lautsprecher in ihrem Preissegment. AV-Receiver sind im unteren Preissegment meist mit Class‑D Verstärkern ausgestattet, welche voll digital arbeiten und aufgrund ihrer kompakten Bauart, geringen Leistungsaufnahme und günstiger Komponenten gerne verbaut werden.

Was meist erst durch lesen der Produktspezikationen aber herauskommt ist, dass die versprochenen 200Watt pro Kanal lediglich bei 6Ohm Impendanz mit einem angeschlossenen Lautsprecher erreicht werden. Im 2 Kanal Betrieb sind es nur noch 165 Watt und bei 8 Ohm nur noch 125 Watt. Wie es aber beim Multichannel-Betrieb bei z.B. 7 angeschlossenen Lautsprechern aussieht, ist meist nicht mehr ersichtlich. Solch ein Receiver ist mit 600 Watt Spitzenleistung angegeben und hier sind natürlich alle Funktionen rund um die Verstärker inbegriffen. So z.B. der Betrieb des Geräts, Prozessoren, DSP’s etc. welche ebenfalls sicherlich nicht unwesentlich im Verbrauch sind. Das Ergebnis ist, dass im Surround-Betrieb der Receiver sicherlich nicht seine versprochenen 600 Watt auf die Straße bekommt, ebenfalls seine versprochene Leistung kaum halten kann und wer nicht gerade in einer Mietswohnung wohnt und gerne mal ein wenig lauter hört, ggf. schnell merkt wie das Gerät an seine Grenzen stößt.

Referenz-Lautstärke

Was ist “ein wenig lauter hören”? Wir halten es folgendermaßen. Im Kino ist es gang und gebe, dass ein Film bei der Sprache bei ca. 85 Dezibel eingepegelt wird. Hier spricht man von Referenz-Lautstärke. So können hier bei sehr dynamischen Filmtonspuren Schalldruckpegel von jenseits der 100 Dezibel für kurze Zeit erreicht werden. Das klingt alles bombastisch, ist uns aber teils schon zu laut, weshalb sich 75 Dezibel als solide in unserem Test-Kino herausgestellt hat. Einfach in ruhigen Passagen mal das Handy mit passender App gezückt und in einem Dialog schnell eingepegelt. Ja, für jeden Film kann da was individuelles herauskommen, da jeder Film unterschiedlich gemastert wurde. Leider.

Was man nicht unbedingt ohne direkten Vergleich merkt, ist wie die Leistung gerade bei komplexen Szenen einbricht. Die Dynamik leidet, wenn alle Lautsprecher durch Ereignisse in Filmen stark befeuert werden. Der Receiver stößt an seine Leistungsgrenze und fängt zum einen an leicht zu verzerren und anderen den Dynamic-Peak flach zu bügeln. Nicht mal mit Absicht, wie man es von Einstellungen in Receivern kennt um die Nachbarn nicht zu stören, sondern einfach technisch bedingt.

Zur Vorstufe degradiert

So waren wir natürlich neugierig, wie sich der AV-Receiver mit nachgeschalteter IOTAVX AVXP1 verhalten und gerade der Sound sich entwickeln würde.

Aber zu aller erst muss das gute Stück, welches die 30kg-Grenze knackt, an seinen Ort bewegt und angeschlossen werden. Da wir hier den Pre-Out eines Denon-Receivers genutzt haben, wurde der AVXP1 mit Cinch-Kabeln angeschlossen. Hierzu muss man auf der Rückseite des Geräts den Eingang per Kippschalter auf Cinch stellen. Weiterhin kann der Verstärker auch balanced mit XLR angeschlossen werden. Zeigt auch hier wieder das Augenzwinkern Richtung High-End-Segment, da solche Anschlüsse meist nur bei Hochpreisigen Geräten vorhanden sind. Nachdem auch die Lautsprecher am AVXP1 angeschlossen wurden, muss je nach AV-Receiver diesem noch mitgeteilt werden, dass dieser jetzt als Vorstufe agiert. In unserem Falle konnte man das nicht.

Empfehlenswert ist natürlich das bei gelegte Trigger-Kabel am Trigger-Ausgang (wenn vorhanden) des AV-Receivers anzuschließen, damit die Endstufe sich mit dem Receiver ein und ausschaltet, statt dies manuell tuen zu müssen.

Erwartungen

Nach dem ersten Anschalten denkt man sicherlich an einen AHA-Effekt oder großes OOHH Staunen. Da macht sich eher Ernüchterung breit, denn einen direkten Unterschied, hat man erst einmal nicht. Wobei, doch: der AVXP1 verfügt im Inneren über 6 große Kondensatoren, welche sich nach dem Einschalten, hörbar aufladen. Als Technik-Freak nichts verwunderliches, vielleicht als Laie ein wenig irritierend, dass die Endstufe nicht lautlos an geht. Nach wenigen Sekunden ist es aber dann auch schon still und die Kondensatoren stellen eine Pufferung von schlappen  90.000µF zur Verfügung. Sowas wird, z.B. gebraucht, wenn wir den Verstärker bei Peaks über seine Leistung von 1300 Watt beanspruchen und gewährleistet Pegelfestigkeit.

Wer ein wenig was mit Car-Hifi zu tun hat, weiß dass man sowas auch im Bassbereich einsetzt um die Autobatterie nicht unnötig zu belasten oder von der Lichtmaschine Phasenweise viel Strom zieht und sie so zu Grunde richtet. Im Gegensatz zum AV-Receiver hat der AVXP1 aber keine Class‑D Verstärker sondern Class‑A, welche tendenziell mehr Strom verbrauchen, aber klangtechnisch zu dem Besten zählen, wass man bekommen kann. Gepaart mit eben jener Kondensatorleistung von 90.000µF, kann man sich in den meisten Fällen sicher sein, dass einem die Leistung nicht wegbricht.

Klang

Die Headline ist schon ein Reißer in sich, “Klang”, aber generell sollte man darüber reden. Die Endstufe klingt nicht. Soll/darf sie auch nicht. Sie soll lediglich das Gelieferte so neutral wie möglich, rausch- und verzerrungsfrei verstärken. Und das tut sie im Test. Wir konnten keine Klangunterschiede bei unseren vielen Sessions heraushören. Was man aber sehr wohl tuen muss, ist seinen AV-Receiver nach dem Anschließen des Verstärkers neu einmessen, damit er ggf. Änderungen an Verstärker-Lautstärken rückgängig machen oder anpassen kann.

Was wir aber feststellen konnten ist, dass wir je nach Film schon merkbar mehr Dynamik haben. So haben wir etliche Filme in unserem Testzeitraum durch unseren Player gejagt und hier merkt man gerade bei Warner Bros. Filmen oder anderen Filmen mit tollen Tonspuren, dass hier einiges mehr geht. Ganz zum Leidwesen unserer Ohren. Naja… eigentlich ist es ja genau das was wir suchen. Wenn irgendwo die Post abgeht, dann darf hier schon der Decepticon durchs Zimmer laufen, der Jet das Triebwerk voll in die Fresse blasen oder der Soundtrack die ganze Bude zum Beben bringen.

Was man ebenfalls ein wenig feststellt, dass man hier noch einmal seine Subwoofer-Einstellung überdenken und verfeinern darf. Hat er eventuell zuvor zu hart zugepackt, weil der Sound von AV-Receiver eingebrochen ist, wurde ihm wahrscheinlich ebenfalls der Maulkorb verordnet.

Zur Einordnung. Mit AVR und Sound einbrechen reden wir nicht, vom 80 zu 60db. Das wäre schon sehr extrem und da sollte man sich schon arge Gedanken machen. Wir reden eher davon das wir die Sprache bei 75db einpegeln, bei einer Schießerei gute 82db haben, aber im Showdown wo die Schlacht tobt nicht über diese 82db kommen oder sogar ein wenig weniger haben. Das Gleiche aber mit AVXP1 z.B. sich bei 88–90db bewegt. Er somit Pegelfest im Sattel sitzt.

Wer also selber meint, diese “Einbrüche” bei sich zu hören, könnte darüber nachdenken sich eine Endstufe wie die AVXP1 zuzulegen.

Verarbeitung

Die 30kg der AVXP1 kommen nicht irgendwoher. IOTAVX spendiert der 7‑Kanal-Endstufe ein solides Stahlgehäuse, ein wahrlich großes und damit schweres 1300 Watt Ringkerntraffo und allen sieben Endstufen ordentliche passive Kühler. Den Materialeinsatz kann man hier nur hervorheben. Durch diesen fühlt sich die Endstufe gleich sehr wertig an. Alle Cinch- und Lautsprecher-Anschlüsse sind vergoldet und die Terminals schlichtweg hochwertig für die Preisklasse. Wahrscheinlich kann man lange suchen bis man hier Vergleichbares findet.

Schraubt man den Kasten auf, kann man sich selber davon überzeugen oder schaut sich unsere Bilder an, welche wir für euch gemacht haben und kann sich noch einmal ob unserer Worte versichern. Wer jetzt mit Vergleichen zu hochpreisigen Endstufen im High-End Segment kommt, wird dort sicherlich noch besser verarbeitete und tollere Komponenten finden, dennoch ist das mit aktuell 1300€ angesiedelte Gerät, durchaus spektakulär ausgestattet und verarbeitet.

Betrieb

Im Betrieb spielt die AVXP1 wie erwartet souverän. Wir haben durchweg messbar mehr Dynamik-Umfang in den Filmen. Abwärmetechnisch können wir uns nicht beschweren. Der Materialeinsatz zahlt sich hier wieder einmal aus. Unser Testgerät steht in der untersten Ebene unseres Creaktiv Trend 2 und demnach zu allen Seiten luftig. Im Betrieb ist die Endstufe natürlich nahezu lautlos. Wer jetzt aber in der stillen Kammer sitzt, kann vielleicht ein wenig das Trafo oder die Kondensatoren hören, dies aber eigentlich nur wenn man wirklich nah dran ist. Unsere Sitzposition ist zum einen erhöht zum Standort und ca. 3 Meter entfernt. Hier vernehmen wir keine Geräusche.

Beim Verbraucht vielleicht für den ein oder anderen entwas verwunderlich messen wir natürlich auch bei “keinem” oder leisen Ton den Verbraucht gemäß eingestellter Lautstärke. Also hat man bei ruhigen Passagen durchaus einen Verbrauch, der der Lautstärke angemessen ist. Zur Messung haben wir einen Shelly Plus Plus S an das Gerät gehängt und haben zwar die Endstufe nie an ihr 1300 Watt Limit getrieben, konnten aber bei unserer definierten Screening-Lautstärke bei 75db Sprache, einen Durchschnittsverbrauch gemittelt pro Stunde von irgendwo bei 130–170Wh ermitteln.

Für wen ist denn nun die Endstufe was?

Bei allem Gelaber vorher stellt sich vielleicht dennoch noch jemanden die Frage, für wen die IOTAVX AVXP1 was ist. Nun ja. Sicherlich nicht für das klitze kleine Wohnzimmer-Heimkino mit süßen Satelliten-Lautsprechern. Wer aber eine solide Anlage z.B. mit Standlautsprechern sein eigen nennt und es darüber hinaus mal hin und wieder ein wenig krachen lassen möchte und die Nachbarn ggf. mitspielen, könnte die Endstufe schon ins Auge fassen. Mit einem Preis von knapp 1300€ bewegt sie sich sicherlich nicht im totalen Einstiegssegment, aber sollte immer noch erschwinglich genug sein, dass man sagen kann, dass dieses Upgrade zu einem der günstigeren im Hifi-Bereich gehört.

Vielleicht möchte man auch generell weg von einem AV-Receiver hin zu einer Vor-/Endstufen Kombination. Dann bekommt man hier sicherlich ein wirklich tollen Baustein zu seinem Ziel. Gerade wenn wir mal ein wenig gegen die AV-Receiver hier schießen und reißerisch sagen: bei den heutigen Preisen der Geräte und einem wirklich ambitionierten Setup von 7.x.4 könnte auch das Set aus 2x der AVXP1 und 1x dem AVVX17 als Vor-/Endstufen Kombination für knapp unter 4000€ interessant sein. Mit 11 benötigten Endstufen und 14 welche man erhält, kann man locker noch seine Stereo Speaker im Bi-Amping betreiben und so beim Musikgenuss noch mal so richtig einheizen. Gleichzeitig hat man mit der 17 Kanal Vorstufe einiges an Spielraum für Experimente. Natürlich nicht ganz ohne einen Tradeoff einzugehen. Für den Spielraum büßt man zwar jegliche Smarten und Streaming-Funktionen ein oder Funktionen wie DSP-Magic um den Klang von Konzerthallen zu imitieren (wer benutzt sowas?!), bekommt aber eine hochwertige Surround und Musik Kombo mit tollen D/A Wandlern, DAC’s und Chips, sowie konfigurierbare parametrische EQ‘s.

Klingt auf dem Papier schon geil? Wir versuchen eben jene Kombo aus zwei AVXP1 und einer AVVX17 hier auf unserem Blog in Zukunft präsentieren zu können, denn sie lässt uns das Wasser im Mund zusammen laufen. Wir sind dran, versprochen und werden definitiv kein Blatt vor den Mund nehmen.

Fazit

IOTAVX’s AVXP1 7‑Kanal-Endstufe ist schon ein kleiner Leckerbissen. Immer vorausgesetzt wir haben das nötige Setup, um von den Vorzügen einer potenten Endstufe gebrauch zu machen. Sie spielt nicht auf, sondern so wie man es erwartet klangneutral. Hat immer die nötigen Reserven wenn es drauf ankommt und begeistert mit einer tollen Verarbeitung. Für den Preis von knapp 1300€ wird man so schnell nicht viel vergleichbares finden und ist mit dem 30kg Klotz mehr als gut bedient. Für alle die ebenfalls der Meinung sind, der AV-Receiver ist er der Anfang, ist die Endstufe sicherlich das nächste Level. Wir sind jedenfalls begeistert: You can have it back when you pry it from my cold, dead fingers… und überlegen sie vielleicht in Zukunft in unserem Referenz-Setup einzusetzten.

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Magnetar UDP900 — Review des High-End Flagschiffs https://www.hifigeek.de/magnetar-udp900-review-des-high-end-flagschiffs/ https://www.hifigeek.de/magnetar-udp900-review-des-high-end-flagschiffs/#respond Wed, 06 Dec 2023 20:32:04 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=7439 Will man meinen, Magnetar hat mit ihrem UDP800 schon die Messlatte bis ins Unendliche hoch gesetzt. Da kommt der Magnetar UDP900 um die Ecke.

Was soll man sagen? Direkt nach der Ankündigung dieses Boliden haben wir natürlich umgehend dafür gesorgt, das Gerät hier in die Testung zu bekommen. Wie ihr seht, hat das geklappt. Und das Beste: wir hatten wirklich Zeit, uns mit dem Player zu beschäftigen. Häufig müssen Reviews schnell gehen und man übersieht, urteilt zu schnell oder kann das Produkt einfach nicht genießen. Wir haben den Magnetar gute vier Wochen unter die Lupe genommen, ihn ausschließlich für alle Sichtungen verwendet und dabei dutzende Filme durchgejagt, um wirklich sicher zu sein, was wir hier schreiben. Dennoch: das hier ist unsere persönliche Meinung. Keine blumigen Umschreibungen für HiFi-Voodoo.

Wer schon mal kurz gegoogelt hat: ja, mittlerweile gibt es auch einen UDP900 MKII mit nochmals überarbeitetem Audio-Board und zwei ESS9038PRO statt dem bisherigen Mix. Den schauen wir uns separat an. Dieser Test hier bezieht sich auf den originalen Magnetar UDP900 — und der ist, Spoiler, schon absurd gut.

Unboxing

Der Magnetar UDP900 kommt ähnlich wie sein kleiner Bruder verpackt: Samtbeutel, in Styropor eingebettet, gut geschützt. Was als Erstes auffällt, ist das Gewicht. 18,5 kg samt Verpackung. Ohne immer noch stattliche 15,8 kg. Wer den Magnetar zum ersten Mal aus der Kiste hebt, glaubt seinen Armen kurz nicht. Wahnsinn, welche Materialschlacht sich schon beim ersten Kontakt ankündigt.

Zuerst entnehmen wir die Fernbedienung und das Kaltgeräteanschlusskabel. Hier geht der Eindruck etwas zweigeleisig: das Kaltgerätekabel ist ein gewöhnliches — was in diesem Preissegment durchaus als kleiner Knick gilt — aber die Fernbedienung ist wieder ein Brecher: 179 Gramm bringt das vergleichsweise schmale Teil auf die Waage. Aber dazu später mehr.

Verarbeitung

Sagen wir es direkt heraus: wir kennen keinen besser verarbeiteten Player auf dem Markt. Der Magnetar UDP900 bildet die absolute Speerspitze.

Wer ihn in die Hand nimmt, bekommt zwangsläufig den Drang, die Kiste aufzuschrauben. Wir wissen, dass man sowas normalerweise nicht macht, wenn man selbst das Geld dafür ausgegeben hat. Da wir der Kiste aber unter den Rock gucken wollten, haben wir uns den Schrauber geschnappt und das Geheimnis gelüftet.

Innenarchitektur: Drei Kammern, zwei Netzteile

Was einen drinnen erwartet, ist beeindruckend aufgeräumt — und das bei einem Gerät dieser Komplexität. Das Gehäuse ist intern durch zwei massive Stahlwände in drei separate Kammern unterteilt:

  • Linke Kammer: Doppeltes Netzteil. Ein 60-Watt-Linearnetzteil mit Ringkerntrafo versorgt ausschließlich die Analogsektion. Ein separates Schaltnetzteil (ebenfalls 60 Watt) kümmert sich um das Digitalboard. Das ist keine Marketing-Maßnahme — getrennte Spannungsversorgung für Analog und Digital ist der richtige Ansatz, um Einkopplungen aus der Digitalsektionen in die Analogsektion gar nicht erst entstehen zu lassen.
  • Mittlere Kammer: Das Sony-Laufwerk (entkoppelt und gefedert gelagert) sowie das 7.1‑Kanal-Analogboard.
  • Rechte Kammer: Das eigenständige 2‑Kanal-Audioboard mit dem ESS9038PRO als Herzstück.

Was als Erstes auffällt, ist die enorm dicke Frontplatte — ganze 15 mm, aus einem Stück Aluminium gefräst. Sie hat lediglich zwei Aussparungen: eine für das Laufwerk, eine für das Display mit seiner Glasscheibe. Das Gehäuse wird innen oben mit zwei mehr als soliden Streben von der Front zur Rückseite versteift. Darunter findet sich das aufgeräumte Innenleben. Die Netzteile und das Laufwerk haben nochmals separate Subgehäuse, und unter dem Laufwerksgehäuse kommt ein weiteres über dem Ringkerntrafo zum Vorschein. Magnetar betreibt hier einen immensen Materialaufwand für Schirmung und Dämpfung auf mehreren Ebenen.

Wirft man einen Blick auf die Eingeweide, fallen direkt die vielen Kondensatoren auf — fast ausschließlich ELNA-Elektrolytkondensatoren. Wer mal kurz nachschlägt und sieht, dass einer der dicken Brecher in der Analogsektion um die 4€ das Stück kostet, versteht schnell: das sind utopische Bauteile für die meisten Elektronikgeräte. Das Laufwerk selbst ist gefedert entkoppelt gelagert. Bei einem Gehäuse dieser Steifigkeit und Masse ist das Vibrationsverhalten naturgemäß maximal träge — und was dann doch noch anklingt, absorbieren die hochwertigen Gerätefüße.

Guts-Porn incoming. Wer nie genug davon bekommt, scrollt einfach durch die Fotos.

Die DAC-Architektur — hier steckt das eigentliche Geld

Das ist ein Kapitel, das in vielen Reviews zu kurz kommt. Dabei ist es einer der Hauptgründe, warum der Magnetar UDP900 in einer komplett anderen Liga spielt als praktisch alles andere auf dem Markt.

ESS9038PRO — und nicht das, was viele meinen

Viele Hersteller werben heutzutage mit “ESS9038”. Was dabei gerne unter den Tisch fällt: es gibt zwei fundamental unterschiedliche Chips. Den ES9038Q2M — ein Zwei-Kanal-Chip mit 128 dB Dynamikumfang und –120 dB THD — und den ES9038PRO. Der PRO ist ein 8‑Kanal-DAC mit 132 dB Dynamikumfang und –122 dB THD. Wenn vier Kanäle im Dual-Differential-Modus für die Stereoausgabe zusammengeführt werden, kommt man auf beeindruckende 137 dB Dynamikumfang. Das ist ein enormer Unterschied — und Magnetar verbaut den echten PRO, nicht den kleinen Bruder.

Für das Stereoboard gilt laut Datenblatt:

  • Signal-Rausch-Abstand: ≥120 dB (RCA), ≥130 dB (XLR balanced)
  • Dynamikumfang: ≥120 dB (RCA), ≥130 dB (XLR)
  • Kanalauflösung: ≥110 dB (RCA), ≥140 dB (XLR)
  • Klirrfaktor + Rauschen: ≤0,0005%

Für den Mehrkanal-Teil (7.1 via RCA) kommt ein ESS9028PRO zum Einsatz — ebenfalls keine Low-End-Lösung, sondern die Profi-Linie von ESS, hier ausschließlich für den Mehrkanal-Ausgang reserviert. Zwei dedizierte DAC-Prozessoren, jeder für seinen Job optimiert. Das nennt sich Ingenieurskunst.

TCXO-Taktung und sieben Digitalfilter

Magnetar hat außerdem einen 100 MHz TCXO (Temperature Compensated Crystal Oscillator) verbaut, der dem ESS9038PRO einen besonders stabilen Takt liefert. Jitter-Reduktion nicht nur auf Chip-Ebene, sondern schon bei der Taktquelle. Das 2‑Kanal-Audioboard sitzt auf einer 6‑lagigen PCB, mit vollständig separater Verkabelung pro Kanal.

Was viele gar nicht wissen: der Magnetar UDP900 bietet sieben Digitalfilter-Modi, die über die Fernbedienung auswählbar sind und die Klangcharakteristik der Stereoausgaben hörbar beeinflussen. Im Handbuch wird das — glücklicherweise — nicht mal erwähnt. Muss man also irgendwann selbst draufkommen. Typisch Magnetar.

USB-DAC und XMOS

Das 2‑Kanal-Board hat außerdem einen XMOS-USB-Receiver an Bord. Das bedeutet: der UDP900 ist auch als externer USB-DAC nutzbar. PC, Streamer, was auch immer — rein in den USB-B-Eingang auf der Rückseite, raus kommt es an den XLR-Ausgängen. Linear PCM bis 768 kHz / 32 Bit und DSD1024 werden unterstützt. Das macht den Player auch ohne eine einzige Disc zu einer vollwertigen Quelle für die Stereoanlage.

Anschluss

Für alle High-Ender da draußen: fast alle Buchsen vergoldet. Natürlich verfügt der Magnetar UDP900 über zwei HDMI-Ausgänge — einen für Bild und Ton, einen dedizierten Audioausgang. Letzerer ist der richtige Weg, wenn das Bild nicht durch den Receiver geschliffen werden soll oder der Receiver irgendeinen Standard nicht beherrscht.

Ansonsten das zu erwartende Set: 1‑Gbit-LAN, USB 3.0 für externe Speicher (bis zu 16 TB), koaxialer und optischer Digitalausgang, 7.1‑Kanal-Analogsektion (direkt an Endstufen!), symmetrische XLR- und Cinch-Stereoausgänge sowie der erwähnte USB-B-DAC-Eingang. RS-232-Steuereingang für Custom-Installations-Szenarien rundet das ab. Kein WLAN — wer das braucht, löst das mit einem Netzwerk-Switch am LAN-Port.

Multiregion ist ebenfalls an Bord, erfordert aber ein paar Tastendrücke auf der Fernbedienung. Kein Hexenwerk, aber auch kein Out-of-the-Box-Feature. Dafür dann weltweit nutzbar.

Erstbetrieb

Wahrscheinlich waren wir nicht die Ersten, die den Magnetar UDP900 in den Händen hatten — denn er lief bereits mit der aktuellsten Firmware, ohne dass wir Hand anlegen mussten. Die Menüs begrüßten uns in Englisch, was wir so ließen.

Was direkt auffiel: beim Einlegen der ersten Disc kam kein verlustfreier Ton. Klassiker. Kurz ins Menü, dem Player mitgeteilt, dass er Bitstream liefern darf — und seitdem läuft alles. Die Menüs sind durchweg aufgeräumt, man findet sich intuitiv zurecht. Nichts überladen, nichts vergraben.

Ladezeiten

Hier macht der Magnetar UDP900 genauso wie sein kleiner Bruder keine Gefangenen. Lade geschlossen, Player legt direkt los. Die Ladezeiten sind wirklich gering — ein direkter Vergleich mit dem Sony X800m2 macht das sofort schmerzhaft deutlich. Wer viel vergleicht, Passagen heraussucht und Kapitel springt, wird das extrem zu schätzen wissen. Das ist kein Luxusproblem: in der Praxis des echten Schauens und Testens macht das einen spürbaren Unterschied in der Lebensqualität.

HDR und Dolby Vision — automatisch, wie es sein sollte

Hatten wir schon beim UDP800 geschrieben: Sony hat es echt nicht drauf. Beim Sony X800m2 muss man umständlich prüfen, ob ein Film Dolby Vision liefert, und es dann vor dem Start explizit ein- und ausschalten. Der Magnetar UDP900 erkennt es automatisch. Man könnte von Hexenwerk reden, aber andere Hersteller bieten das auch. Magnetar macht es trotzdem besser als der günstigere Marktführer.

Unterstützt werden HDR10, HDR10+ und Dolby Vision — also der vollständige aktuelle Standard. Eine HDR-zu-SDR-Konvertierung ist ebenfalls an Bord, für Setups ohne HDR-fähiges Display.

Bild

Alle Tests mit dem kalibrierten LG C1 OLED, dem Ruipro Glasfaser-HDMI-Kabel sowie dem Ruipro UHS-zertifizierten Kupfer-HDMI und dem Denon X4000 als AVR.

Wir haben bewusst auf Upscaling verzichtet — wir wollen das Quellmaterial beurteilen, keine Player-Algorithmen.

Das Bild ist, wie zu erwarten, überragend. Einen signifikanten Unterschied zu unserem Referenzplayer konnten wir bei statischer Bildbeurteilung nicht festmachen — was auch kein Wunder ist, da das Bildsignal digital weitergeleitet wird und ein gut implementiertes System hier keinen sichtbaren Unterschied machen sollte. Sehr wohl aber beim Spulen oder Kapitelspringen: der Player spult bis 16x flüssig wie Butter, Kapitel springt er ohne großes Ausholen an. Standbilder sind gestochen scharf, sofern ein scharfes Bild getroffen wurde — selbstverständlich.

Ton

Wir haben uns Bitstream liefern lassen und diesen über den AVR verarbeitet. Das macht der Player souverän, ohne Ruckler oder Aussetzer. Nach dem Spulen und Kapitelspringen ist der Ton sofort wieder da — keine Verzögerungen, kein Aussetzen.

Wo der Magnetar UDP900 aber gegenüber einem normalen Player richtig aufzeigt: bei der Analogsektion. Wer einen AV-Prozessor oder einen Vorverstärker mit guten analogen Eingängen hat, sollte das mindestens einmal ausprobieren. Das Argument dabei: der DAC des UDP900 — gerade die XLR-Stereoausgänge — übertrifft den DAC der meisten AV-Receiver schlicht. Musik über die XLR-Ausgänge direkt an einen Vollverstärker oder Vorverstärker zu schicken, ist kein Nischen-Use-Case. Für SACD, CD und DVD-Audio ist das der richtige Weg.

Gleiches gilt für den USB-DAC-Eingang: einen Streamer mit eher schwachem internen DAC an den UDP900 hängen und dessen XLR-Ausgänge nutzen? Vollkommen valider Ansatz. Digital Trends hat den UDP900 genau so betrieben und beschreibt ihn als besten Disc-Player seit dem Oppo UDP-205 — mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass er auch als reines DAC-Frontend richtig Spaß macht.

Betriebsgeräusch

Der Magnetar UDP900 spielt jede vorgeworfene Disc souverän und zunächst hörbar ab. Bei uns steht er ca. 2,5 m hinter dem Referenzplatz in der rechten Ecke — zu Beginn des Abspielens ist er deutlich hörbar, wird aber nach kurzer Betriebsdauer merklich leiser. In ruhigen Passagen ist er immer noch wahrnehmbar.

Hier vollbringt der Magnetar UDP900 trotz des immensen Materialeinsatzes keine Wunder. Wer sich solch einen Player zulegt, wird ihn allerdings vermutlich so aufstellen, dass er in einem separaten Raum, hinter einer schalldämmenden Glasscheibe oder schlicht in ausreichend Abstand steht. Schiebt dann der Sound von John Wick, Godzilla oder Dune durch den Raum, ist dieses Geräusch eh passé.

Untertitel

Muss unbedingt erwähnt werden, weil es unter dem Radar läuft. Der Player verfügt über unfassbar viele Einstellungsmöglichkeiten für Untertitel: Sprache, Größe, Farbe, Schriftart, Position. Für alle, die viel mit Untertitel schauen — also zum Beispiel bei Filmen, die nur im O‑Ton (Koreanisch, Mandarin, Französisch) vorliegen — ist das ein echter Qualitätsgewinn. Praktisch: wer ohne Maskierung auf einer Leinwand schaut, kann den Untertitel in den schwarzen Bereich unter oder oberhalb des Bildes legen. Kein überlagertes Bild mehr. Gleiches funktioniert natürlich auch am TV. Einziger Vorbehalt: je nach Untertitellänge kann es am unteren Bildschirmrand zu Abschneidungen kommen.

Fernbedienung

Das Prunkstück hat eine Erwähnung verdient. 179 Gramm, dünne Aluminiumummantelung, wertiges Handling, Hintergrundbeleuchtung — alles da.

Das größte Manko am gesamten Player findet sich hier: die Beleuchtung ist nicht wirklich nützlich, wenn man nicht alle Piktogramme auswendig kennt. Die Beschriftung über den Tasten ist im Dunkeln nicht lesbar — man greift zwangsläufig zur Raumbeleuchtung oder ans Handy. Meckern auf sehr, sehr hohem Niveau. Druckpunkt und Ansprechverhalten sind hervorragend.

Was viele nicht wissen: über die Fernbedienung lassen sich sieben verschiedene Digitalfilter für die Stereoausgabe aufrufen. Diese sind im Handbuch nicht erwähnt. Man stolpert irgendwann drüber. Für alle, die ihre Stereoausgabe feinjustieren wollen: da ist noch Spielraum.

Formate und Medien-Playback

Der Magnetar UDP900 ist ein echtes Multi-Talent: 4K UHD BD, BD, BD‑R, BD-RE, DVD‑R/RW, DVD+R/RW, DVD-Video, DVD-Audio, SACD (Stereo und Mehrkanal), CD, CD‑R/RW — um die relevantesten zu nennen. Gerade SACD und DVD-Audio sind heute kaum noch von anderen Playern nativ unterstützt. Wer eine entsprechende Sammlung hat, ist hier goldrichtig.

Via USB 3.0 lassen sich Festplatten bis 16 TB betreiben. Netzwerk-Playback via DLNA, SMB und NFS für Bilder, Musik und Video — mit Formaten wie MKV, AVI, MP4, WAV, FLAC, APE, DSD und vielen mehr. High-Res-Audiodateien werden bis 768 kHz / 32 Bit und DSD1024 unterstützt. Das ist kein Feature für den Durchschnitt — das ist ein Statement.

Testumfang

Wie eingangs erwähnt: vier Wochen, mehr als 50 Discs, viel Kapitelhopping und Spulen. Der Player hat dabei nie gezuckt.

Für wen ist der Magnetar UDP900?

Ganz klar für Enthusiasten. Menschen, die High-End vollends ausleben wollen und immer nach dem i‑Tüpfelchen suchen. Wer zuhause sitzt und denkt, es muss doch noch etwas Besseres geben, findet im UDP900 seinen Endgegner.

Aber es gibt eine zweite Zielgruppe, die oft übersehen wird: audiophile SACD- und DVD-Audio-Enthusiasten. Wer eine substanzielle Sammlung dieser Formate hat und sie auf höchstem Niveau abspielen will — am liebsten direkt via XLR an einen guten Vollverstärker —, hat heute kaum eine Alternative auf diesem Level. Seit dem Ende von Oppo hat der UDP900 diesen Platz konsequent eingenommen.

Für den Einsteiger gibt es sicherlich genug Optimierungen am eigenen Setup, bevor man zu solch einem Boliden greift. Aber wer irgendwann zugreift, wird begeistert sein.

Kurze Einordnung: Magnetar UDP900 vs. UDP900 MKII

Stand 2026 gibt es mittlerweile auch den UDP900 MKII. Der Unterschied: im MKII wurden beide DAC-Boards komplett überarbeitet — jetzt sind es zwei ESS9038PRO (statt eines 9038PRO + eines 9028PRO), TMDS-Retiming am HDMI-Audioausgang, eine verbesserte USB‑3.0‑Isolation und verbessertes Kupfer-Innenleben. Das ist keine kosmetische Änderung, sondern eine echte Revision der Audiosektionen. Roon-Ready-Zertifizierung wurde ebenfalls ergänzt. Wer heute neu kauft, wird zum MKII greifen. Wer bereits einen UDP900 der ersten Generation besitzt: es gibt keinen Grund, unruhig zu werden. Die Grundplattform ist identisch stark.

Fazit

Was sollen wir hier schreiben? Haben wir nicht schon den UDP800 als Zenit der 4K-Ultra-HD-Blu-Ray-Player bezeichnet? Der Magnetar UDP900 deklas­siert seinen kleinen Bruder und schwingt sich gekonnt an ihm vorbei in den Olymp der High-End-Player.

Der Magnetar UDP900 ist nicht einfach ein teurer Blu-Ray-Player. Er ist gleichzeitig ein audiophiler DAC mit Referenzklasse-Messungen, ein SACD/DVD-Audio-Spieler ohne Kompromisse, ein USB-DAC-Frontend für andere Quellen, ein Netzwerkplayer mit breiter Format-Unterstützung und ein Blu-Ray-Transport mit einer Verarbeitungsqualität, die in der Unterhaltungselektronik ihresgleichen sucht. Für knapp 3.000 € bekommt man nicht nur einen Disc-Player — man bekommt die Quintessenz von dem, was physische Medien 2023 geben konnten.

Kostet er ein kleines Vermögen? Ja. Rechtfertigt er es? Vollständig. Mehr ist nie genug — und der UDP900 hat das wortwörtlich als Konstruktionsprinzip verstanden.

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Verlosung — wir verlosen E.T. auf Instagram und Facebook https://www.hifigeek.de/verlosung-wir-verlosen-e-t-auf-instagram-und-facebook/ https://www.hifigeek.de/verlosung-wir-verlosen-e-t-auf-instagram-und-facebook/#respond Thu, 17 Nov 2022 11:00:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=6822 E.T. steht seit heute mit neuen Extras in den Regalen und bietet damit knapp 4 Stunden Bonusmaterial. Wer den Film noch nicht in der Sammlung hat, der hat jetzt eine gute Gelegenheit diese zu vervollständigen.

Da lassen wir uns es doch nicht nehmen und verlosen mit freundlicher Unterstützung von Universal Pictures, den Film als 4K Ultra-HD Blu-Ray und Blu-Ray über unsere Kanäle auf Instagram und Facebook.

Folgende neue Extras sind enthalten.

  • 40 Jahre E.T. — Der Ausserirdische
    Ein brandneuer Rückblick auf den Film und sein Vermächtnis
  • TCM-Classic-Filmfestival: Ein Abend mit Steven Spielberg
    Der berühmte Regisseur blickt nach 40 Jahren zurück auf seine Karriere und die Entstehung von E.T.
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LG DSP11RA 7.1.4 Soundbar Review — LG’s Flagschiff im Mega-Test https://www.hifigeek.de/lg-dsp11ra-7-1-4-soundbar-review-lgs-flagschiff-im-mega-test/ https://www.hifigeek.de/lg-dsp11ra-7-1-4-soundbar-review-lgs-flagschiff-im-mega-test/#respond Fri, 07 Jan 2022 11:26:58 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=5732 Anfang Dezember erreichte uns ein quasi mannhohes Paket, welches uns freundlicherweise von LG zur Verfügung gestellt wurde. Im Paket war die von uns schon erwartete LG DSP11RA 7.1.4 Soundbar. Wir hatten die Möglichkeit LG’s Flagschiff 6 Wochen auf Herz und Nieren zu testen.

Unboxing

Wie schon erwähnt: Mannshoch (154,6 x 48,3 x 28,4 cm) und knappe 30kg schwer, war das Paket erstmal alleine zwar zu händeln, aber schon ein kleiner Kraftakt. Reingeschliffen, ging es schon ans Auspacken. Im Lieferumfang befindet sich neben der Soundbar selber, ein kabelloser Subwoofer und zwei kabellose Surround-Lautsprecher. Alles bestens verpackt. Des weiteren gehören noch Wandhalterungen für die Soundbar und die Surround-Lautsprecher, ein HDMI-Kabel, Fernbedienung, 2 AA-Batterien und diverse Anleitungen dazu.

Überblick

Die Soundbar selber passt perfekt unter einen 65″ Fernseher, da sie die selbe Breite hat. Jedoch kann kein Fernseher auf sie gestellt werden. Hier bietet es sich an den Fernseher an die Wand zu hängen und die Soundbar wahlweise auf ein Lowboard (wie in unserem Test) zu stellen oder mit der mitgelieferten Halterung an der Wand unterhalb des Fernsehers zu befestigen. Der Subwoofer ist recht klein und unscheinbar. Die Surround-Lautsprecher ein wenig größer als man es von einer Sonos One gewohnt ist.

Optik und Verarbeitung

Das erste was beim Auspacken auffällt ist das Gewicht. Hier hat LG schon einiges an Material in diesem Set verarbeitet. Die Soundbar mit ihren 7,2kg ist kein Leichtgewicht. Sie fühlt sich nicht nur wertig an, sondern ist hervorragend verarbeitet. Keine optischen Spaltmaße oder dergleichen. Die Oberfläche hat eine gebürstete Oberfläche welche tief schwarz ist. Dennoch neigt die Oberfläche zu Reflektionen. Das Frongitter welches sich bis um die Seiten biegt ist aus Metall ebenfalls schwarz lackiert. Auf der Oberseite stechen sonst noch die Atmos-Speaker ins Auge, welche in die Oberfläche natlos eingelassen und ebenfalls mit einem Metallgitter verdeckt sind.

Der Subwoofer kommt mit 7,8kg zwar nicht als Bolide daher, aber passt optisch perfekt zur Soundbar. Die Oberseite in gewohnter gebürsteter Oberfläche, die Seiten wiederum mit schwarzem Stoff bespannt.

Die Surronds wiegen immer noch 5,2kg das Stück, sind an den Seiten schwarz mit gebürsteter Oberfläche und das Frongitter biegt sich auf die Oberseite, wo sich jeweils ein Atmos-Speaker befindet.

Hier bleiben keine Wünsche offen und wir sind begeistert von der Cleanheit und edlen Anmutung der Soundbar.

Die Soundbar verfügt an der Front über ein kleines Display in welchem der aktuelle Kanal angezeigt wird, sowie die Lautstärke oder aber Infos zum Finetuning des Sounds. Das Display verbirgt sich hinter dem Metallgitter und ist auch aus der Ferne gut lesbar. Jedoch ist es sehr hell und wir haben keine Einstellung gefunden in welcher es sich abschalten oder dimmen lässt, was schade ist denn zwischenzeitlich in dunklen Szenen stört die Helligkeit doch ein wenig.

Anschluss

Nachdem wir die Boxen in unserem Test-Kino verteilt hatten, ging es an den Anschluss. Zwar sind die Lautsprecher alle “kabellos”, dennoch ist das nur die halbe Wahrheit. Natürlich braucht jeder Lautsprecher sowie die Soundbar und der Subwoofer jeweils ein Stromkabel. Hier haben wir selber schon mal festgestellt, dass wie hier improvisieren müssen. Zwar haben wir ordentlich Lautsprecher-Kabel in den Wänden verlegt, aber nicht an den passenden Stellen Steckdosen. Mit Verlängerungskabeln haben wir die hinteren beiden Lautsprecher dann angeschlossen und uns der Soundbar gewidmet.

Die Soundbar verfügt über vielfältige Anschlüsse: 2 HDMI-In (HDMI 2.1), 1 HDMI-out (HDMI 2.1, eArc), ein Toslink und eine USB-Schnittstelle. Also haben wir unseren LG OLED65C1 (hier im Test) per HDMI (eArc) mit der Soundbar verbunden. Was wir ein wenig schade finden, ist der fehlende Ethernet-Anschluss. Warum erzählen wir später.

Mit Wlan (2,4+5Ghz) und Bluetooth 5.0 verfügt das Set über alle relevanten Anschlüsse, welche man heut zu Tage braucht.

Da die Soundbar für die 2021er Fernseh-Flagschiffe von LG konzipiert ist, lässt sich die Soundbar nahtlos über den Fernseher mit dessen Fernbedieung steuern. Einziges Manko ist wohl die Position der Anschlüsse: wo der Fernseher alle Anschlüsse frontal gesehen auf der linken Seite hat, sind die Anschlüsse der Soundbar eher auf der rechten Seite. Hier benötigt man unnötig längere Wege.

Des weitern muss man gucken wie nah die Soundbar an der Wand angebracht wird mit den beiliegenden Haltern und auf den Biegeradius der anzuschließenden Kabel achten. Wir haben hier ein RUIPRO 8K HDMI 2.1 (hier im Test) Glasfaserkabel verwendet. Da das Glasfaserkabel knickempfindlich ist, sollte man vorher mal ausprobieren wie man die Kabel am Ende verlegen möchte.

Einrichtung

Zur Einrichtung gibt es eine iOS- sowie Andriod-App. Hier im Test können wir nur von der iOS-App sprechen, da wir kein Andriod zur Verfügung hatten.

LG Sound Bar heißt die App und kann aus dem Apple App Store bezogen werden. Nach der Installation führt einen die App einfach und elegant durch die nötigen Schritte um die Soundbar mit dem hauseigenen Wlan zu verbinden.

Leider haben hier unsere Probleme mit dem Testgerät angefangen. Geliefert haben wir die Soundbar mit folgender Firmware bekommen:

Die Firmware war nach Recherche die zur dieser Zeit noch aktuelle.

Leider waren wir auch nach stundenlangem Probieren, Soundbar einschalten, auf Wifi schalten, App pairing starten, Wlan auswählen und verbinden, nicht in der Lage die Soundbar in unser Wlan zu bekommen. Hier fehlte uns schlussendlich der Ethernet-Port um das Problem zu umgehen. Wir haben es mir diversen iPhones ohne Erfolg versucht.

Update

Wenn man eine Soundbar 6 Wochen zum Testen hat, so wie wir, hatten wir zum Ende der Test-Zeit noch einmal die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und die Soundbar noch einmal komplett resettet. Dennoch waren uns erste Verbindungsversuche nicht möglich.

Da wir hier ein Unifi-Netzwerk mit Controller haben, konnten wir aber wie auch schon beim ersten Mal nachvollziehen, dass die Soundbar dennoch im Wlan war. Lediglich für die App nicht erreichbar.

Nachdem wir angefangen haben unsere Messungen mit REW durchzuführen, ist uns bei der letzten Messung soundtechnisch eine Störung aufgefallen. Anscheinend hat die Soundbar im Hintergrund dennoch das Internet erreicht und sich ein Firmware-Update gezogen.

Unerwartet, aber damit auch der Gamechanger

Perfekt! Alles noch einmal auf Null (ihr glaubt nicht wie oft wir das gemacht haben). Und siehe da: es klappt auf Anhieb. Die Soundbar wird auch direkt als Airplay Lautsprecher erkannt, sowie von Google Home. Genial.

Ende gut alles gut. Zumindest bei der Einrichtung. ;)

Endlich können wir die Soundbar auch einmessen, bzw. sich automatisch einmessen lassen. (Dies haben wir zuvor mit einem kleinen Trick ebenfalls hinbekommen, nativ fühlt sich aber wesentlich besser an)

Technik-Bashing

Machen wir mal ein wenig Technik-Bashing: 770W Gesamt Leistung hat das System. 40 Watt je Kanal, 50 Watt je Höhen-Kanal und 220 Watt der Subwoofer. Der Center, Rechter- und Linker Kanal bestehen jeweils aus einem Höchtöner und einem Woofer genannten Mitteltöner. Bei den anderen Kanälen kommen verschiedene Hoch/Mittel-Töner zum Einsatz.

Insgesamt befinden sich 10 Speaker in der Soundbar selber und weitere 4 in den Surrounds. Plus der Subwoofer, macht Gesamt 15 Lautsprecher. Das ist schon sehr beachtlich.

Auch mit HDR10 und Dolby Vision Pass-Through kann die Soundbar alle relevanten konstraststeigernden Standards. Ja HDR10+ von Samsung gibt es noch, welches aber selten zum Einsatz kommt oder parallel meist auch in Dolby Vision verfügbar ist. Und in diesem Falle Dolby Vision meist auch noch besser aussieht.

Höreindruck

Wer die Soundbar 4 Wochen testen kann, hat genug Zeit einiges an Blockbuster durchzujagen. Genau so und nicht anders haben wir das gemacht. Weiterhin hatten wir immer wieder Freunde zu Gast, welche sich ebenfalls ein Höreindruck machen wollten. Wir haben natürlich seither unsere Reviews auf dem Blog ebenfalls mit der Soundbar durchgeführt.

Hier ersteinmal unsere Liste der Filme, welche wir in den Player geworfen haben (keine Garantie auf Vollständigkeit):

  • Dune (2021) (UHD)
  • Keine Zeit zu sterben (UHD)
  • The Dark Knight Trilogie (UHD)
  • Scream (UHD)
  • Drive (UHD)
  • Kong: Skull Island (UHD)
  • Godzilla (Blu-Ray)
  • Godzilla 2 (UHD)
  • Ready Player One (UHD)
  • Alita: Battle Angel (UHD)
  • Elysium (UHD)
  • Forever Purge (UHD)
  • Don’t Breathe 2 (Blu-Ray)
  • The Witcher Season 2 (Netflix)
  • Hawkeye (Disney+)
  • Das Buch von Boba Fett (Disney+)
  • Nobody (UHD)
  • Venom: Let there be carnage (Blu-Ray)
  • Halloween (2017) (UHD)
  • Tennet (UHD)
  • A Quiet Place (UHD)
  • A Quiet Place 2 (UHD)
  • Blade Runner 2049 (UHD)

Wir glauben, es kann keiner behaupten, dass wir die Soundbar nicht ausgiebig getestet haben. ;) Mit dabei Dolby Digital Plus Tonspuren beim Streaming, sowie Atmos mit DD+ Core. DTS-HD, DTS:X sowie Dolby TrueHD und Dolby Atmos Filme.

Aufstellung

Hier gibt es nicht viele Infos, wie LG sich das wirklich vorgestellt hat. Nach ein wenig Recherche und den ersten Höreindrücken, haben wir die Surrounds auf unsere vorhandenen Surrounds (Standlautsprecher) gestellt und somit die perfekte Höhe (Ohrhöhe) und Winkel (ca. 100 Grad) für unseren Test erreicht. Dabei stellte sich natürlich heraus, dass wir mit dem angepriesenen 7 unteren Kanälen eher ein Front links, rechts, Front-Wide links, rechts und Surround links, rechts haben und keine Surround-Backs wie man es von einer dedizierten 7.1 Anlage kennt.

Das erklärt natürlich, warum es von anderen Herstellern 9.2.4 Anlagen (z.B. von Nakamichi) gibt.

2D Ebene

Wollen wir erst über die 2D Ebene (7.1) reden. Hier hatten wir einiges Material dabei… Hier ging es uns natürlich um die Räumlichkeit der jeweiligen Filme und Szenen. Als erstes muss wohl erwähnt werden, dass jede Soundbar einen Kompromiss darstellt. Soundbars sind Einsatzbedingt nicht die Voluminösesten Lautsprecher, müssen sie doch flach genug sein um vor einen Fernseher zu passen. Mit 6,3cm ist die LG DSP11RA Soundbar schon wirklich flach. Das macht sich leider auch an dem Volumen der Stimmen und des Dargebotenen bemerkbar. Gerade im AI Sound Modus sind zwar die Stimmen und Effekte etwas angehoben, aber leider auch ein wenig hohl. Der Standard Modus (man mag es kaum glauben) klingt dort um längen besser. Letztlich war dies auch unser bevorzugter Modus.

Da wir nicht gerade den einfachsten Raum haben was die Beschallung angeht, hatte die Soundbar gut zu ackern bei uns. Dennoch hat sie das mit Bravur gemeistert. Die Räumlichkeit ist wunderbar, der Bass auch bei 90 Dezibel Schalldruck am Hörplatz voluminös und recht präzise. Wir haben Raumbedingt den Subwoofer um zwei Stufen gedrosselt, da er sonst in unserem Raum zu dick aufträgt.

Wir haben uns Christopher Nolan’s Dark Knight Trilogie in der 4K Fassung mit deutschen HD Sound zur Brust genommen und die Lautsprecher sanft einmassiert. Naja, sanft vielleicht noch beim ersten Teil, denn ab dem Zweiten hatte der Subwoofer gut zu ackern. Kapitel 14, 20 und 30 schieben schon echt und liefern uns brachialen Sound. Hier gab es nix zu meckern.

Um bei Nolan zu bleiben haben wir uns Tennet als nächstes vorgenommen. Vielleicht kann man sagen Tennet ist einer der “lautesten” Filme der letzten Jahre? Was hier an Sounddynamik erzeigt wird war schon im Kino beeindruckend und ist es auch im Heimkino. Von der ersten Minute an peitscht uns der Score um die Ohren. Kräftige Detonationen sowie feine Streicher. Der Score von Tennet ist nicht nur außergewöhnlich da je nach Situation vorwärts oder rückwärts abgespielt. Hier hat uns die Soundbar ebenfalls überzeugt.

3D Ebene

Wir waren schon sehr von der Performance in der 2D Ebene begeistert, also wurde es Zeit dickere Geschütze aufzufahren. Natürlich ist jeder getestete Film gerade was 3D Sound angeht ein anderer Schnack, aber wir hatten viel Variation. Dennoch muss man anmerken, dass Bauartbedingt der Atmos-Ton mit Up-Firing-Lautsprechern immer sehr diffus ist. Also geziehlte Atmos-Effekte sind zwar Ortbar, klingen aber bei weitem nicht so spektakulär, wie bei einem dedizierten System mit von oben nach unten strahlenden Deckenlautsprechern.

Weiterhin zu erwähnen sei, dass die Soundverbesserer der Soundbar deaktiviert werden wenn man die Soundbar mit Dolby Atmos und DTS:X Ton bespielt. Was wohl in unseren Augen auch eine gute Idee darstellt.

Blade Runner 2049 im englischen Original in Dolby Atmos, knallt von der ersten Sekunde an. Die Soundkulisse erweitert sich Kuppelförmig und gibt deutlich mehr Raum. Bauartbedingt sind natürlich direkte Höheneffekte wie die Landung von K’s Gefährt (3’35) sehr diffus. Dennoch bleibt der Effekt ortbar.

Anders z.B. bei A Quiet Place, wo der Wasserfall (37’42) schön von Oben ins Heimkino fällt, fehlt es ab 46’01 an Ortbarkeit. Wo man bei dedizierten Systemen die Monster deutlich oben verfolgen kann, ist hier nur ein diffuser Klangteppich.

Dune welcher, wenig dedizierte Höheneffekte hat, klingt durch die 4 Up-Firing-Lautsprecher großartig. Sehr räumlich gibt sich der Score immer wieder und macht uns wirklich Spaß.

Ebenfalls Kong: Skull Island wo Kong die Hubschrauber auseinander nimmt. Hier breitet sich eine wunderbare Klangbühne um und über uns aus. Direkte Effekte gehen aber auch hier unter.

Subwoofer

Der Größte Subwoofer ist der beim LG DSP11RA Beigefügte nicht. Dafür klingt er schon sehr Voluminös.

Gemessen mit MiniDSP UMIK‑1 und Room EQ Wizard (REW Copyright © John Mulcahy 2021 All Rights Reserved) an unserem Referenzhörplatz.

Bei einem Referenzpegel von 75 Dezibel sehen wir, dass der Sub ab ca. 28 Hz ordentlich anfängt zu pumpen. So bedient der Subwoofer noch den oberen Bereich des Spaß-Frequenzbereichs (10–40 Hz wo man im besten Falle ordentlich was im Magen spürt). Dennoch hat der Subwoofer in unserem 35qm Zimmer ordentlich zu tun. Wir haben den Subwoofer direkt neben dem Lowboard stehen mit einem ca. 10 cm Abstand zur Wand. In Filmen wir Tennet, Dune, Blade Runner 2049 oder Kong hat er ordentlich zu kämpfen, um unseren Raum mit druckvollen Bässen zu versorgen. Sicherlich hat er in einem kleineren Raum leichteres Spiel. Dennoch muss man sagen, klappt auch dies und die meisten Heimkino-Einsteiger werden begeistert sein, welchen Druck er entfalten kann. Leider muss man aber auch sagen, dass er schon ein wenig verzerrt. Er klingt nicht so knackig wie ein externer Bolide von SVS, Velodyne, Arendal oder ähnlichem. Muss er aber auch nicht, da solche Subwoofer teilweise schon so viel kosten wie LG’s Soundbar-Set.

Kalibriert vs. unkalibirert

Natürlich haben wir uns es nicht nehmen lassen alle Kanäle mal auf Herz und Nieren zu prüfen und haben mit REW Nachgemessen. Wir wollten wissen was die AI Kalibierung messtechnisch an unserem Referenzhörplatz ausmacht.

Gerade weil wir nach der Kalibrierung keinerlei anderen Höreindruck hatten, haben wir unser MiniDSP UMIK‑1 rausgeholt und mit REW mal nachgemessen. Wie oben in der Galerie zu sehen unterscheiden sich kalibriert vs. unkalibriert nur maginal.

Ob das jetzt für unseren Raum spricht, wagen wir noch zu bezweifeln. Denn hier sehen wir persönlich aktuell noch am meisten Spielraum für einen viel besseren Klang bei unserem Filmgenuss.

Aber vielleicht ist es dennoch stark Raum abhängig. Dies sollte jeder für sich selber überprüfen. Im Standard-Modus klingt die Soundbar hervorragend.

Musik

Wer den Blog hier verfolgt, weiß das wir ebenfalls über Musik härterer Gangart schreiben und so haben wir es uns nicht nehmen lassen, die Soundbar mit diversen Formaten, Streaming und Wireless Abspielarten zu testen.

Die Soundbar lässt sich sicherlich als guter Stereoanlagen-Ersatz einsetzen. Natürlich hat man gerade beim Metal hier Kompromisse einzugehen. Generell ist die Musik klar, die Stimmen definiert und gut verständlich. Dank des Subwoofers, machen auch harte Breakdowns spaß. Dennoch fehlt es hier und da an Druck und Raum für fette Gitarren oder dem Drumset. Hier merkt man deutlich die Grenzen des Subwoofers, welcher hier schon ein wenig anfängt zu flattern.

Elektronische Musik ist hier natürlich weniger wählerisch und klingt hier perfekt. Satte Bässe und gute Höhen.

Pegelfestigkeit

Ja, ja wir wissen das viele in Mietswohnungen wohnen und deshalb eher auf Funktionen schielen, welche die Dynamik aus den Filmen nimmt um die Nachbarn nicht zu verärgern. Aber mal angenommen, ihr wollt so richtig auf die Kacke hauen… dann haben wir die Soundbar bis nahe zu 100 Dezibel bei uns im Test hoch gedreht und können euch sagen: der Subwoofer kommt schon ins schwitzen und klingt verwaschener. Aber generell können wir eh empfehlen den Sub ein wenig zu drosseln damit nicht alles nach Bass klingt. Wir haben ihn um zwei Lautstärke-Punkte herunter gedreht und waren dann auch bei hohem Pegel zufrieden mit seiner Leistung.

Smart-Funktionen

Welches Gerät hat heut zu tage keine Smart-Funktionen? So auch die LG DSP11RA. Sie kommt mit Unterstützung von digitalen Sprachassistenten von Amazon (Amazon Alexa) und Google (Google Assistant). Des weiteren beherrscht sie Apples Airplay2 und lässt sich somit auch zum Musik-Streamen nutzen. Natürlich darf hier auch Chromecast sowie Spotify Streaming nicht fehlen. Weiterhin durch Bluetooth kann man schier jedes Handy oder ähnliches Abspielgerät mit der Soundbar pairen und so ebenfalls als Stereoanlagen-Ersatz benutzen.

Wir haben alle Funktionen eingerichtet und stundenlang ausprobiert. Hier konnten wir keine Mängel feststellen und somit kann man, wenn man diese Funktionen plant zu nutzen, diese uneingeschränkt empfehlen.

Bedienung

Die Bedingung ist LG-Typisch: Die mitgelieferte Fernbedienung erinnert an die der 2021er OLED Serie, wobei sie kleiner ist. Mit ihr kann man die wichtigsten Funktionen bedienen. Wer einen LG Fernseher besitzt kann die Fernbedienung aber getrost im Karton lassen, da die Soundbar ebenfalls natlos mit den LG eigenen Fernbedienungen von Fernsehern bedienbar ist. Ebenfalls lässt sich die Soundbar per CEC steuern und so sollten auch Fernseher anderer Hersteller in der Lage sein einige Funktionen zu steuern. Hier haben wir kein Testobjekt zur Hand gehabt um dies zu probieren.

Einstellmöglichkeiten

Hier treffen wir auf den Punkt im Test, welcher uns ein wenig enttäuscht hat. Die wirklichen Einstellmöglichkeiten seitens des Tons sind wirklich spartanisch. Natürlich besteht die Möglichkeit die Bässe und Höhen anzupassen. Des weiteren kann man gewisse Gruppen der Lautsprecher lauter respektive leiser machen. Hierzu zählen, Center, Front R+L, Back R+L sowie Atmos Front R+L und Atmos Back R+L. Leider gibt es keine Unterscheidung von rechtem und linken Kanal bei der Lautstärkeanpassung.

Desweiteren fehlten uns Anpassungsmöglichkeiten zu den Frequenzen oder dergleichen. Hier muss man den Sound den man bekommen mögen oder sich nach einem anderen Gerät umsehen. Die Möglichkeiten eines dedizierten Systems sind hier erheblich umfangreicher.

Für wen ist die Soundbar geeignet?

Die Soundbar ist ganz klar im oberen Segment was Qualität, Funktionsumfang und Preis angeht. Mit einem Listenpreis von 1499€ und einem Straßenpreis von ca. 1250€ ist sie kein günstiger Vertreter aber sicherlich eine der Besten. Wer minimalen Aufwand bei der Installation und Einrichtung für sein Heimkino sucht, ist bei der LG DSP11RA goldrichtig. Ebenfalls Leute die eine optisch unauffällige Surround-Kulisse suchen sollten sich die Soundbar mal näher ansehen.

Wer jedoch nach Absolution sucht was den Sound angeht, sollte sich eher Gedanken über eine dedizierte Anlage mit “großen” Lautsprechern machen. Hier sind je nach Lautsprecher die Stimmen wesentlich voller und der Bass wesentlich definierter. Gar nicht zu sprechen über die Anpassungsmöglichkeiten. Denn hier bietet die Soundbar nur ein Minimum desses was AV-Receiver dieser Tage zu bieten haben.

Habe ich mit der Soundbar Ton wie im Kino?

Sehrwohl. In unserem Testraum konnten wir schon sagen, dass die Soundbar je nach Kino schon einen besseren Ton ausgeben kann. Leider sind dieser Tage viele Kinos technisch nicht auf der Höhe oder die Kinobetreiber einfach taub (und blind). In Verbindung mit einem großen Fernseher oder gar Leinwand lässt sich sicherlich teils besserer Ton Zuhause erziehlen.

Fazit

Mit der DSP11RA hat LG eine hervorragende Soundbar im Programm, welche sich in nahezu jedes Wohnzimmer integrieren lässt, vorrausgesetzt man hat Steckdosen an geeigneten Stellen. Die Surround- sowie 3D-Kulisse sind überzeugend und hüllen uns immer glaubwürdig ein. Weiterhin ist die Soundbar sehr pegelstark und so ebenfalls für größere Räume geeignet. Lediglich der Subwoofer kommt später an seine Grenzen. Hier wird der geneigte Bass-Junkie leider nicht glücklich werden. Was nicht heißen soll, dass der Subwoofer zu schwach ist. Auch er bringt das Interieur zum wackeln und sicherlich die Nachbarn auf die Palme sollte man es in einer Mietwohnung übertreiben. Lediglich die wenigen Feintuningmöglichkeiten sind ein wenig schade. Hier wäre per App mehr drin gewesen.

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