EAT Prelude - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de Audio & Heimkino. Ernst genommen. Thu, 07 May 2026 07:46:29 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 https://www.hifigeek.de/media/cropped-hifigeek.de-512-32x32.png EAT Prelude - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de 32 32 60029611 Ortofon 2M Vergleich: Red, Blue, Silver und Bronze nach einem Jahr Metal-Vinyl https://www.hifigeek.de/ortofon-2m-vergleich/ https://www.hifigeek.de/ortofon-2m-vergleich/#respond Sat, 01 Feb 2025 23:48:07 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8096 Die Reise geht weiter mit Ortofon. Vor knapp einem Jahr hatte ich die Idee, Musik in den eigenen vier Wänden zu entschleunigen und der Vinyl eine Chance zu geben. Ich habe meine Erfahrungen als blutiger Anfänger hier und hier niedergeschrieben, außerdem habe ich mich mit der Low-Budget-Reinigung von Schallplatten beschäftigt. Jetzt kommt der Ortofon 2M Vergleich – und der hat einige überraschende Ergebnisse geliefert. Betrachtet das hier ein wenig als IMHO (in my humble opinion).

Der Weg zur neuen Phono-Vorstufe

Okay! Mit dem EAT Prelude hatte ich schon einen tollen Plattenspieler für den Einstieg, und der Bestands-Denon X4000 hatte sogar einen Phono-Vorverstärker. Aber was tun, wenn man keinen mehr zur Hand hat?

Der Denon steht aktuell in der Ecke, weil uns IOTAVX mit einem tollen Heimkino-Set ausgestattet hat. Das Problem war natürlich sofort, dass das Schallplattenhören auf Eis lag – denn das Prinzip hinter der IOTAVX-Technik ist deren Einfach- und Reduziertheit. Die AVX17-Vorstufe bringt leider keine Phono-Vorstufe mit. Nach ein wenig Recherche hat dann die erste Neuerung Einzug gehalten: Der Graham Slee Audio GramAmp 2 SE wurde als neue Phono-Vorstufe gefunden. YAY!

Ortofon 2M: Die Nadeln im Überblick

Weiterhin hatte ich das Glück – oder auch Pech, aber dazu später mehr –, von Ortofon ein paar Nadeln zugeschickt zu bekommen. Diese habe ich im Wechsel gegeneinander gehört, und ja… der Unterschied ist dezent hörbar! Okay, Ironie geht hier nicht so wirklich, also: Der Unterschied ist teils gravierend! Nicht immer das Ergebnis, das man erwartet, aber Durchtesten lohnt sich.

Zu Gast hatte ich eine Ortofon 2M Blue und Ortofon 2M Bronze inklusive Cartridge. Ab der Bronze-Nadel ist bei der Cartridge-Verkabelung einiges anders, und das Auflagewicht ändert sich auch. Demnach musste ich das Cartridge umschrauben, um die Nadel zu testen.

Tendenziell kann man theoretisch alle Ortofon 2M Nadeln auf jedes Cartridge stecken. So kann man leicht von einer 2M Red zu einer 2M Silver oder 2M Blue wechseln. Ein mega cooles Prinzip. Jedoch nicht bei 2M Bronze, 2M Black oder LVB Black – passformmäßig schon, aber hier unterscheidet sich im Cartridge zumindest die Verkabelung. Beim größeren Cartridge werkelt wohl eine Silber-Verkabelung, und auch die Auflagegewichte reduzieren sich nicht unerheblich.

Durch einen Kollegen, der sich ebenfalls einen Plattenspieler zugelegt hat, konnte ich außerdem auf eine Ortofon 2M Silver zugreifen. Damit war der Ortofon 2M Vergleich komplett: Red, Blue, Silver und Bronze alle auf demselben Setup gehört.

Ortofon 2M Vergleich: Teurer ist nicht unbedingt besser

Gerade bei analoger Musik sind preislich keine Grenzen gesetzt. Aber vieles hängt vom eigenen Equipment und der bevorzugten Musikrichtung ab. Beim Wechsel der verschiedenen Nadeln konnten wir teils starke Unterschiede feststellen. Und hier kommt wahrscheinlich der größte Tipp, den man geben kann: Ausprobieren!

Viele reden immer davon, dass ihnen originalgetreue Wiedergabe wichtig sei, und das ist sicherlich erstrebenswert. Dennoch macht Musik ohne den richtigen Wums untenherum nicht so viel Spaß. Vielleicht ist es dem anderen auch einfach zu viel, und er bevorzugt weniger Druck. Andere möchten ein Erlebnis wie bei einem Live-Konzert.

Fakt ist: Überall schwingt Beeinflussung mit. Das fängt schon bei der Aufnahme und dem entsprechenden Raum an, geht über das Studio, die Technik und Aufzeichnung, bis zur weiteren Verarbeitung und Abmischung. Es endet immer in den eigenen vier Wänden mit der vorhandenen Technik und den räumlichen Gegebenheiten.

Am Ende entscheidet unser Ohr, ob wir die Musik, die aus unseren Lautsprechern kommt, gut finden oder nicht. Und genau das ist auch beim Ortofon 2M Vergleich der Fall. Wir wissen nicht, für welche Kombination aus Nadel, Plattenspieler oder sonstigem Equipment die Platte gemastert wurde. Vielleicht wurde sie auch gar nicht großartig gemastert, sondern nur eine Platte vom digitalen Master gepresst.

Macht euch nicht so viele Gedanken

Die Message ist hier: Denkt nicht so viel über die Ketten nach. Natürlich werdet ihr überall mehr oder weniger Unterschiede hören! Aber fokussiert euch mehr auf das Hören als auf das Nicht-Hören. Hört mehr gute Musik, anstatt stundenlang im Netz zu recherchieren, was es noch Besseres geben könnte. Denn ein Upgrade werdet ihr immer finden. Genau das muss ich mir auch immer wieder in Erinnerung rufen. Nehmt euch jetzt eine Pause, schmeißt eine Platte auf und lest später weiter. Der Text läuft euch nicht weg.

Ortofon 2M Vergleich: Was klingt wie?

Der Unterschied ist wirklich teils gravierend. Für alle, die einen Eindruck haben wollen, was wir hier so auf den Plattenteller legen, dürfen sich gerne unsere Discogs-Library ansehen. Ihr werdet feststellen: nur sehr harte Klänge. Das Ergebnis ist aber für viele vielleicht verblüffend – vor allem für diejenigen, die in Qualitätsstufen denken, die sich allein am Equipment-Preis orientieren.

Ein bisschen komplex ausgedrückt… sagen wir es anders: Immer wieder sehen wir Videos oder lesen Texte, in denen einem erzählt wird, dass man für gleich viel Geld wie für die Lautsprecher auch Technik und Kabel kaufen soll. Da stecken Wahrheiten sowie Voodoo drin. Natürlich macht der Preis am Ende wahrscheinlich einen Unterschied. Aber beim Ortofon 2M Vergleich kann man sagen: Die Ortofon 2M Red klingt bei hartem Metal wesentlich besser als eine Ortofon 2M Blue. Die Blue ist einfach zu weich im Klang, auch wenn sie mehr Details der Platte entlockt. Aber wenn der harsche Druck fehlt, ist der Klangeindruck eben nicht derselbe.

So hat uns zum Beispiel die Ortofon 2M Red immer noch deutlich besser gefallen als die Ortofon 2M Silver. Der erste große Unterschied ist dann aber bei der Ortofon 2M Bronze zu vernehmen. Hier haben Detailtreue und Druck einfach gestimmt. Zumindest in unserem Setup. Deshalb sind wir hier definitiv Fans der Ortofon 2M Bronze.

Music is the Key

Aber am Ende muss man sich auch eingestehen, dass die Musik ausschlaggebend für die Wahl der Nadel sein kann. Und ja: Wir können uns ebenfalls vorstellen, dass Menschen, die mehrere Musikrichtungen hören, auch mehrere Nadel-Systeme ihr Eigen nennen und sie nach Bedarf austauschen.

Musik und HiFi im Allgemeinen sind ein Hobby! Und das Schöne an Hobbys ist, dass sie zum Ausprobieren einladen.

Das Dilemma nach dem Ortofon 2M Vergleich

Wie oben erwähnt, haben wir natürlich testbedingt jetzt ein Dilemma. Wir wissen jetzt, dass unsere rote Nadel für unsere Musik im Vergleich zu den anderen Ortofon-Nadeln super ist. ABER: Wir haben auch die Ortofon 2M Bronze gehört, und die hat uns dann doch eine ganze Ecke besser gefallen. Will heißen: Jetzt will man upgraden! Shit! Aber noch haben wir keine Nadel verschlissen, sodass wir natürlich irgendwie mit uns hadern. Spielt die Nadel so viel besser, dass man jetzt wechseln will? In diesem Fall: Wir haben uns leider in die Nadel verliebt. Sie ist echt geil. Jetzt müssen wir es aber mal durch die Konsumbrille sehen und uns eigentlich bremsen.

Aber das Schöne ist nun mal, dass es ein Hobby ist und wir unsere Prioritäten selbst festlegen können. Wichtiger Tipp: Vielleicht nicht sofort versuchen zu upgraden, sondern erstmal Lücken schließen. Vielleicht doch erstmal einen externen Pre-Amp anschaffen, um dann mehr Möglichkeiten zu haben und den Klang in eine andere Richtung zu lenken.

Neue Platten auf dem Teller

Jetzt habe ich hier von Ortofon Nadeln geredet und gar nicht, was sonst noch so ging. Also ja, hier war noch ein anderer Plattenspieler zu Gast, und mit ihm ein Vorverstärker. Das hat natürlich wieder einmal gezeigt, dass andere Spieler und Equipment gänzlich anders klingen können. Wahrscheinlich ist es genau das, was das Hobby Hi-Fi für viele so interessant macht. Es zeigt aber auch, dass man sich guten Gewissens eine Zweit- oder Dritt-Anlage zulegen kann.

Weiterhin sind hier einige hervorragende Platten eingetrudelt:

Wintersun hat mit dem Release von Time II endlich angefangen, ihre Platten neu aufzulegen. Oder besser gesagt, Nuclear Blast. Jedenfalls war es so möglich, deren selbstbetiteltes Debütalbum wieder als Re-Release zu erwerben. Neben Time I wurden auch The Forest Seasons neu aufgelegt – und so hat man schnell alle vier Langspieler im Regal stehen.

Falling in Reverse, die Band rund um Skandalsänger Ronnie Radke, haben ihren Langspieler Popular Monster rausgebracht. Hier habe ich mich hinreißen lassen, ein Battle zwischen analog vs. digital zu machen. Sehr interessant, und letztlich kann ich mich nicht entscheiden, welche Version mir die liebste ist. Klingt die LP wärmer und hat den analogen Vibe, macht die FLAC untenrum deutlich mehr Druck.

Dann natürlich der Knocked Loose-Brecher You Won’t Go Before You’re Supposed To. Was für ein Abriss! Sehr gewöhnungsbedürftig für die einen und ein geiler Trip für die anderen. Der Song Suffocate mit Poppy wurde für einen Grammy nominiert, und Knocked Loose durfte bei Jimmy Kimmel auftreten. Die Platte ist einfach der Wahnsinn – Moshpit-Gefahr in den eigenen vier Wänden.

Vorbestellungen: Was als nächstes auf den Teller kommt

Und natürlich dürfen auch Vorbestellungen nicht fehlen. Den Anfang macht Feine Sahne Fischfilet mit ihrem neuen Album “Wir kommen in Frieden”. Die limitierte, giftgelbe und handsignierte Vinyl ist vorbestellt. Ob ich sie auspacken werde oder – wie die handsignierte “Alles glänzt — Alles Live” – eingeschweißt lasse, weiß ich noch nicht.

Weiter geht es mit Arch Enemy und “Blood Dynasty”. Die Wahl fiel auf die Limited Red Blood Splatter-Version, explizit als 180g-Pressung ausgezeichnet. Da ich sehr auf Haptik stehe, war die Wahl schnell getroffen. Die ersten Songs durften wir bereits bei der Rising From The North Tour in Hamburg hören.

Härtere Klänge gibt es dann mit Whitechapel! “Hymns in Dissonance” erzählt die Geschichte eines Kultisten, der würdige Menschen sammelt, um seinem Kult beizutreten. Gitarrist Alex Wade versprach das bisher härteste Album der Band. Die limitierte 180g-Vinyl in Scarlet Red with Cloudy Black Splatter dreht hier bald die Runden.

Den krönenden Abschluss macht Behemoth. Auch hier ein Versprechen: weniger indirekte antichristliche Texte, sondern härter und direkter. Der Titel spricht Bände: “The Shit ov God”. Die limitierte und handsignierte Vinyl aus dem offiziellen Behemoth-Webstore ist gesetzt. Nergal ist ein Perfektionist – das muss man einfach ehren.


Weiterlesen – die Vinyl-Serie:

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https://www.hifigeek.de/ortofon-2m-vergleich/feed/ 0 8096
Vinyl Erfahrungen: Von Flusen, Klangreife und dem Reinigungsgroove https://www.hifigeek.de/vinyl-erfahrungen-plattenspieler/ https://www.hifigeek.de/vinyl-erfahrungen-plattenspieler/#respond Fri, 09 Feb 2024 15:05:57 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=7515 Vor ein paar Wochen hatte ich hier geschrieben: ich hab Bock auf Vinyl – halt so ne Platte auf nen Teller werfen und analoge Musik hören. Als Genuss und nicht Beschallung. Quasi aktiv mit manueller Arbeit und einem physikalischen Medium.

Meine ersten Vinyl Erfahrungen sind jetzt ein paar Wochen alt und ich hab einiges dazugelernt. Zum Beispiel: warum verwenden manche Hersteller noch so mistige Papp-Sleeves um die Platten zu verpacken und auszuliefern? Die Platten mögen offensichtlich genau eben solche rauhen Papp-Dinger gar nicht und neigen direkt dazu, ganz feine Kratzerchen zu bekommen, wenn man sie aus dem Sleeve zieht. Ätzend. Vielleicht machen diese haarfeinen Kratzer nix, aber frustrierend ist es trotzdem.

Auch habe ich gelernt: egal was man mit den Platten macht – wenn sie neu sind, sind sie teilweise schon mit Flusen verseucht. Da kannste anscheinend erstmal nix machen. Ich so ne Platte mit meinem bei YouTube gelernten “Platten-Affen-Griff”, Daumen an die Kante, Mittelfinger irgendwie ans Label/Plattenloch gefummelt, rausgepopelt und was muss ich entdecken? Flusen natürlich. Ätzend. Aber ich bin ja mit so ner coolen Kohlefaserbürste bewaffnet.

Vinyl Erfahrungen Teil 1: Plattenbürsten Action

Auch wieder so ne Sache für sich übrigens – wie bürstet man jetzt eigentlich richtig? Plattenteller angeworfen, Bürste angesetzt und die Drehung den Rest machen lassen. Festgestellt: wenn man zu fest drückt, gibt das auch so feine Kratzer auf der Platte. Argh! Aber manche Flusen sind nunmal hartnäckig und Fettgriffeln haben immer noch nix an der Platte zu suchen. Okay, gelernt: sanft bürsten. Wird nicht immer perfekt, aber vielleicht ist fast perfekt ja perfekt – logisch oder? Jedenfalls wird das Geknister weniger. Immerhin.

Hatte ich nicht auch erwähnt, dass ich so nen Flusen an der Nadel hatte? Die Stylusbürste hab ich natürlich auch ausprobiert. Klappt und musste ich bisher irgendwie nur einmal anwenden. Passt also. Wer seine Platte sauber hält, hat damit weniger Probleme.

Kurzer Tipp zu den Papp-Sleeves

Wer das Kratzer-Problem grundsätzlich lösen will: Die originalen Papp-Innenhüllen durch antistatische Polyethylen-Innenhüllen ersetzen – zum Beispiel von MoFi oder schlicht günstige PE-Hüllen. Ein kleines Upgrade mit großer Wirkung, gerade wenn man Wert auf den Zustand seiner Sammlung legt. Vinyl Erfahrungen sammeln heißt eben auch, solche kleinen Stellschrauben zu entdecken.

Wie klingt Vinyl eigentlich? Meine ehrlichen Erfahrungen

Also erstmal muss ich sagen, dass ich ein wenig shoppen war. Hab mir Gedanken gemacht, was so die Alben sind, die ich mit am meisten per Stream gehört habe. Spotify Wrapped sei Dank, dass just der Jahresrückblick 2023 rausgekommen ist und ich wieder erinnert wurde, dass ich 193.000 Minuten gestreamt habe. Also ein Junkie zu sein scheine. Jedenfalls hab ich dem Shoppingrausch gefröhnt und mir ein paar Platten zugelegt. Logischerweise nur geilen Scheiß, mit welchem ich sicherlich jeden High-End’er und Platten-Narr jagen könnte.

Aber so bin ich nunmal! Unkonventionell. Hat da so nen geilen Plattenspieler stehen und schruppt da nur üblen Metal drauf! Ja mann!

Lorna Shore – Pain Remains

Los ging es mit… Trommelwirbel… Lorna Shore natürlich. Direkt mal Deathcore zum Einstieg. Im Speziellen das fulminante erste Album mit Neuzugang Will Ramos: Pain Remains.

Boom! Holt mich ab der ersten Sekunde ab. Der Klang ist definitiv nicht mehr mit Streaming vergleichbar. Gefühlt sehr fein aufgelöst und das Stimme-zu-Instrumente-Verhältnis passt. Gute Auflösung mach ich im Speziellen immer an sowas fest: wie gut sind die Drums und Becken zu hören? Gerade bei den Becken muss es definiert sein. Im Streaming ist es oft der Fall, dass Becken eher zu so ner verwaschenen Klitsch-Klatsch-Masse verschmilzen – ein Brei aus Crashbecken. Auf Platte hört man jeden Anschlag fein heraus und kann erahnen, wie der Drummer hier abgeht. Auch die Bassdrum muss einen gewissen Punch haben. Trocken und definiert. Wird es nie so wie Live, aber es muss dahin tendieren.

Bei der Stimme: Ja, ich weiß, die Vocals von Will sind für viele alles andere als klar. Aber selbst hier hört man himmelweite Unterschiede. Kein Schnauben und Schnaufen durch zu empfindliche Mikros, aber gerade bei S‑Lauten in den Höhen: scharf und deutlich. Generell ist Wills unglaubliches Gesangstalent um einiges deutlicher – in den Passagen á la Gollum, in den tiefen Growls, in den hohen Squeals. Es fühlt sich alles direkter an. Der eine mag von „belegt” reden wenn er Streaming umschreibt, oder von Vorhang. Kann man so sehen, aber ich bin vorsichtig mit solchen Umschreibungen – ich will hier nicht in die Voodoo-Ecke.

Nirvana – Best Of

Noch so nen Ding. Angebot gesehen und direkt mal für nen 10er eingesteckt. Auf den Teller geworfen und: geil. Die Qualität der Aufnahmen überzeugt. Was total auffällt: Die Aufnahmen auf der Best Of Platte wurden aus den drei Alben der Band zusammengestellt – und man hört die Unterschiede der Produktion zwischen den drei Alben komplett raus. Ob ich die eine oder andere Produktion besser finde, mag ich gar nicht beurteilen. Generell klingen sie alle authentisch, und das ist glaube ich was es ausmacht.

Ich bin der Meinung, den Aufnahmeraum förmlich zu hören. Wo und wie die einzelnen Instrumente im Raum platziert sind. Super cool. Vielleicht für den geneigten Streamer etwas ungewohnt, weil es ein wenig roh anmutet – aber für den mit Musiker-Genen natürlicher. Kommt einem das Gestreamte doch ein wenig weichgespült vor. Allen voran das Schlagzeug: trockene Bassdrum, satte definierbare Becken. Beim Gesang super klar und hier hört man wirklich den Raum. Ein wenig Hall, ein wenig dumpf, dennoch perfekt und passend. In ruhigeren Gitarrenpassagen das gleiche Bild. Durch und durch stark.

Vinyl Erfahrungen nach ein paar Wochen: Fortschritte

Ich habe mir die Vinyl ja wieder auf den Zettel geholt, um Musik zu genießen. Genau das habe ich in den letzten Wochen getan. Weniger als gewollt aufgrund von Feiertagen, Familie und Drumherum – aber dennoch versucht, sie als persönliche Auszeit zu nehmen. Einfach mal Zeit nehmen für Musik, detoxen von digitalen Medien. Nicht das Handy als Begleitung zur Hand haben, sondern einfach die Augen schließen und die Musik in den Vordergrund stellen. Klappte mal mehr und mal weniger – ist halt so wie immer bei guten Vorsätzen.

Der Reinigungsgroove hat sich mittlerweile sofort eingestellt. Platte mit dem Affen-Griff aus dem Sleeve, auf den Plattenteller, Kohlefaserbürste vorsichtig drüber und genießen. Klappt bisher gut und macht wahrhaftig einen heiden Spaß. Diese Vinyl Erfahrungen sammeln macht süchtig – mit Freude und Spannung wird jetzt Richtung der nächsten Platten geguckt, die auf dem Weg sind.

Es geht weiter – und ich habe noch so einiges zum Thema zu berichten.


Weiterlesen – die Vinyl-Serie:

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Vinyl Anfänger: Mein Experiment als blutiger Anfänger https://www.hifigeek.de/vinyl-anfaenger-erfahrungen/ https://www.hifigeek.de/vinyl-anfaenger-erfahrungen/#respond Thu, 14 Dec 2023 19:52:40 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=7487 Als Vinyl Anfänger schmeißt man keine Schmuseprogramme auf den Plattenteller. Bei mir läuft Lorna Shore, Zeal & Ardor und Blind Guardian. Und genau das ist der Punkt: Wer als Metal-Fan mit Vinyl anfängt, macht das nicht wegen des audiophilen Klischees, sondern wegen etwas anderem. Wegen des Rituals.

Ich bin 85er Baujahr und mit MC und CD groß geworden. Die Plattenspieler wurden in meiner Kindheit gerade entsorgt oder auf den Dachboden verbannt. Vinyl kannte ich nur vom Hörensagen. Streaming war schon immer mein Ding – seit Tag eins dabei, und ich liebe es bis heute. Trotzdem hat mich der Wind irgendwann in eine Richtung getrieben, die ich nicht erwartet hatte.

Warum ich als Vinyl Anfänger überhaupt anfange

Den Stream anwerfen kann ein jeder. 192.000 Minuten Spotify im Jahr 2023 – ich lebe Musik, wirklich. Auf Konzerten, auf Festivals, zuhause im Hintergrund. Aber irgendwie genießt man die Musik eigentlich nur auf Konzerten. Dort, wo man hingeht der Musik wegen. Wo man sich Zeit nimmt, hinsteht und zuhört.

In der IT wird von Work-Life-Balance geredet. Ich wollte eine Stream-Genuss-Balance. Ich konsumiere Musik wie ein Bulimieprogramm – schnell rein, schnell weiter. Das wollte ich aufbrechen.

Die Antwort: Vinyl. Einfach mal eine Platte auf einen drehenden Teller werfen, eine Nadel draufsetzen und ein analoges Signal abgreifen. Den heiligen Gral der HiFi-Freaks. Das Medium, das eine physische Handlung verlangt, bevor Musik spielt. Als Vinyl Anfänger ohne Vorwissen ist das natürlich erst mal Neuland.

Wer Extreme Metal hört, weiß außerdem: Da geht es zur Sache. Tod, Krieg, Horror, gesellschaftliche Missstände – detaillierte Texte über Mord und Kannibalismus sind bei Bands wie Cattle Decapitation programmatisch. Das passt zu einem Medium, das man aktiv bedienen muss. Analog eben.

Musik, Meditation und Ritual

Ich bin der Letzte, der sich auf eine Yogamatte setzt und “Ohm” macht. Aber ich kenne das Bedürfnis nach Entschleunigung. Bei Filmen ist es das Ritual, eine Disk in den Player zu werfen – mein persönlicher Katalog aus Blu-Rays, das Aussuchen, das physische Handeln. So wie früher in der Videothek, wo man Stunden verbracht hat, Filme auszuwählen.

Genau das wollte ich für Musik. Nicht mal eben Shuffle drücken, sondern: Album aussuchen, Platte rausholen, Seite A, Seite B. Aktiv konsumieren. Nicht Beschallung, sondern Genuss.

Die Idee reifte ein paar Wochen in meinem Kopf. Dann habe ich die Blogposition genutzt und von EAT einen Plattenspieler zum Testen bekommen. Ein großes Dankeschön dafür – mehr dazu im Review, das noch folgt. So konnte ich das Vinyl Anfänger-Experiment mal wirklich angehen: Was ist Vinyl? Wie geht das? Wie klingt das? Was ist der Hype?

Das Vinyl Anfänger-Experiment: Meine ersten Platten

Idee war nicht, die größte Vinylsammlung der Welt aufzubauen, sondern gezielt die Alben zu suchen, die mich begleitet haben oder gerade begleiten.

Die Liste war schnell klar:

  • Lorna Shore – Pain Remains: Das fulminante erste Album mit Will Ramos. Deathcore zum Einstieg. Pflicht.
  • Zeal & Ardor: Auf dem Summer Breeze nachts um 2 Uhr gesehen – knapp das beste Konzert des Jahres. Die Platte muss her.
  • Behemoth – In Absentia Dei: Das Corona-Konzert in einer Kirche ohne Publikum. Bestes-of-Behemoth auf einer Scheibe.
  • Blind Guardian – Somewhere Far Beyond: Wunsch meiner Frau. Nachdem wir das Album in voller Länge auf dem Summer Breeze 2022 live erlebt haben – keine schlechte Wahl.
  • Wintersun: Leider nur als Live at Tuska, da Time I vergriffen und für horrende Summen gehandelt wird.

Das wird der Einstieg. Rom wurde nicht an einem Tag erbaut.

Erste Schritte mit dem EAT Prelude

Plattenspieler kam Dienstag an, natürlich sofort aufgebaut. Der EAT Prelude ist ein interessantes Konzept: Motor und Zarge sind zwei physisch getrennte Teile. Der Motor steht separat auf dem Rack (shoutout an das Creaktiv HiFi-Rack), dann kommt die Zarge mit Motoraussparung drüber, der Aluteller rein, Tonarm justieren. Tonabnehmer war bereits montiert und eingestellt – es fehlt nur das Einpendeln des Gegengewichts, das die Anleitung gut beschreibt.

Tada. Man hat einen Plattenspieler.

Als erstes drauf: The Offspring – Americana LP. Die hatte ich bei Amazon im Angebot gesehen und als Testkandidat mitgenommen. Uiui, Klangeindruck? Wirklich gut! Also mit Streaming hat das nix zu tun. Aber halt analoger und anfälliger – mal leicht am HiFi-Rack gewackelt und schon springt die Musik. Ja, der eingefleischte Vinyl-Fan weiß: macht man nicht. Ist mir trotzdem passiert. Crazy. Da es sich beim EAT Prelude außerdem nicht um einen Vollautomaten handelt, bin ich direkt nach der ersten Seite aufgesprungen und hab die Nadel vor dem Ende der LP bewahrt. Glaub die mag das nicht, am innersten Ende zu landen – muss ich noch mal nachlesen.

Was den Vinyl Anfänger zuerst erwischt: Flusen

Platte umgedreht und dann… WHAT?! Wo kommen denn die ganzen Flusen her?

Ich weiß natürlich, dass Fettgriffeln an der Platte nichts zu suchen haben – aber wie greift man das Ding überhaupt an? Okay, Kiste trotzdem angeschmissen. Festgestellt: die Flusen kommen wohl vom Filzaufleger auf dem Plattenteller, oder von den schicken, viel zu kleinen Handschuhen, die beim Plattenspieler dabei waren, damit man den Klavierlack nicht in den ersten Sekunden beschmiert. Und da ist dann das Knistern, das man bekommt, wenn Flusen auf der Platte sind. Super. Google angeschmissen, gelernt: Kohle­faserbürste. Bestellt.

Nächste Platte: Anchors & Hearts aufgelegt – die hatte ich letzte Woche auf dem Konzert einfach just for fun mitgenommen. Flussenfrei! YAY! Geiler Sound, wirklich. Scheint Spaß zu machen. Aber irgendwas ist noch komisch – zwischendurch wird die Musik dumpf. Blick Richtung Nadel, Problem erkannt: Flusen an der Nadel. Hmpf. Amazon, Nadelbürste bestellt, Lieferung abwarten.

Hey Vinyl – Probleme, die ich aus meiner Streaming-Karriere überhaupt nicht kenne. Leere Akkus vielleicht, ne mistige Internetanbindung. Aber Flusen als Feind? Als Vinyl Anfänger Neuland. Okay. Abenteuer Vinyl beginnt. Jetzt heißt es warten auf weitere Scheiben und Bürsten. War ja schon mal ein Ritt. Und wird sicherlich noch spannender.


Weiterlesen – die Vinyl-Serie:

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