HiFi-Lautsprecher - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de Audio & Heimkino. Ernst genommen. Wed, 24 Jun 2026 11:38:55 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 https://www.hifigeek.de/media/cropped-hifigeek.de-512-32x32.png HiFi-Lautsprecher - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de 32 32 60029611 Arendal 1723 Tower THX — Giantkiller mit Bodenhaftung https://www.hifigeek.de/arendal-1723-tower-thx-giantkiller/ https://www.hifigeek.de/arendal-1723-tower-thx-giantkiller/#respond Sun, 15 Feb 2026 15:00:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9981 Ich hatte sie schon lange auf dem Schirm. Nun endlich stehen die Arendal 1723 Tower hier zum Test. Was diese feinen Boliden leisten, wie sie verarbeitet sind und warum sie das Schnäppchen sind, das sie versprechen, gibt’s jetzt hier – ungeschönt.

Disclaimer: Die Arendal 1723 Tower THX wurden mir von Arendal für den Test kostenlos zur Verfügung gestellt. Es gibt jedoch keine Einflussnahme auf meine ungeschönte Meinung und Ergebnisse. Arendal hatte keinen Einfluss auf den Testaufbau und steht in sonstiger Hinsicht in keiner Beziehung zu diesem Review.

Arendal 1723 Tower Review auch auf Youtube:

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Arendal Sound

Oh, Arendal. Einigen wird diese norwegische Lautsprecher-Schmiede bereits bekannt sein, für andere wird sie gänzlich neu und spannend sein. Aber machen wir doch erst einmal einen Ausflug in den rauen Norden.

Am liebsten würde ich jetzt schreiben: Hoch im kalten und rauen Skandinavien, wo harsche Winde und eisige Wellen die Landschaft einst formten, wo Winter noch Winter sind und teils Monate kein Sonnenlicht den Tag erhellt. Wo Mythen von Trollen die Runde machen und die Landschaften noch unberührt sind.

Naja, Arendal liegt genau genommen an der Südküste von Norwegen und ist demnach gar nicht so hoch im Norden, wie man meinen mag. Zwar sind die Winter dort sicherlich noch eine andere Hausnummer als bei uns und die Landschaften wirklich schroffer – bis zu malerischen Fjorden und Fjells ist aber noch ein gutes Stück Fahrt nötig. Ich will das auch gar nicht schmälern, da Norwegen in meinen Augen bisher das schönste Land ist, das ich bereisen durfte.

Arendal Sound ist nach der Küstenstadt Arendal benannt und zählt zu den jüngeren HiFi-Marken da draußen. 2015 gegründet, haben sie eine steile Entwicklung hinter sich und können mittlerweile drei ausgewachsene Lautsprecher-Serien vorweisen. Ich glaube behaupten zu können, dass keine im unteren Einsteiger-Segment angesiedelt ist – Arendal Sound macht keine Gefangenen.

Arendal Sound hat sich als Direktvermarkter wie z. B. Teufel, XTZ oder auch Nubert etabliert. Die Vorteile liegen auf der Hand: Direktvermarkter können mit dem Aussparen des länderspezifischen Vertriebs und des Handels ein lukratives Preis-Leistungs-Verhältnis liefern. Leider werden Direktvermarkter ein ums andere Mal gerade auf HiFi-Messen ein wenig belächelt und von Händlern oft mit Argwohn beäugt.

Dies ist aber in meinen Augen eher ein gutes Zeichen! Zwar weiß ich, dass gerade die Boomer-Generation große Stücke auf selbsternanntes „Fachpersonal“ legt und sich liebend gerne von ihnen beraten und weisen lässt. Dennoch bin ich guter Dinge, dass meine Leser ein wenig kritischer sind und sich so auch ganz gut ihre eigene Meinung bilden können.

Arendal Sound produziert wie viele Premium-Marken in Fernost – genauer gesagt in China. Ihr Slogan fasst es treffend zusammen: Conceived in Norway. Born in China. Raised by you. Was negativ klingen mag, ist es keineswegs. Gerade bei hochwertiger Massenfertigung bleiben die Preise kundenfreundlich. Auch wenn die Inflation Arendal nicht verschont: Bei der Markteinführung Ende 2017 kosteten die Arendal 1723 Tower noch 2.700 € – heute ein echtes Schnäppchen!

Arendal Sound Serien

Wer Arendal Sound noch nicht kennt, für den habe ich jetzt mal kurz eine kleine Übersicht, was man so von dem Direktversender erwarten kann. Arendal Sound gliedert sich in drei Serien: 1961, 1723, 1528. Die Serien sind nach bedeutenden historischen Daten der norwegischen Hafenstadt Arendal benannt.

Die 1961er Serie markiert den Einstieg in die Arendal-Welt. In dieser Serie gibt es alle erdenklichen Lautsprecher-Typen und bei den Standlautsprechern liegen wir bei 1.900 € Paarpreis.

Die 1723er Serie markierte bis Ende 2024 Arendals High-End-Referenz- und Flaggschiff-Serie. Diese unterteilt sich noch einmal in die „normale“ 8‑Zoll-Treiber-Serie und eine etwas kleinere 6,5‑Zoll-Treiber-Serie. Wie bei den 1961ern auch, gibt es hier die volle Bandbreite an verfügbaren Lautsprecher-Typen, und bei den Standlautsprechern liegen wir bei 3.800 € respektive 3.100 € Paarpreis.

Die 1528er Serie markiert seit Ende 2024 Arendals Ultra-High-End-Referenz- und Flaggschiff-Serie. Diese ist als Spitze des Eisbergs zu verstehen und ebenfalls für wirklich große Hörräume gedacht. Wie bei den anderen beiden Serien gibt es eine breite Bandbreite an Lautsprechern. Speziell zu erwähnen ist in meinen Augen z. B. der unglaubliche Center-Lautsprecher: Mit 1,35 m Breite, 29 cm Höhe und einem Gewicht von satten 82 kg versteht Arendal keinen Spaß. Bei den Standlautsprechern liegen wir hier bei einem Paarpreis von 9.900 €.

Arendal 1723 Tower THX — Imposanz

Die Arendal 1723 Tower THX sind ausgewachsene Lautsprecher, die eventuell schon einen Hörraum größen- und leistungstechnisch sprengen können. Die THX Ultra Zertifizierung ist hier nicht nur als Heimkino-Prädikat zu sehen, sondern spiegelt in erster Linie wider, dass die Lautsprecher für extreme Pegel ohne Verzerrung gemacht wurden. 112 dB unverzerrt, im Peak 124 dB bei Musiksignalen, sind schon mal eine Ansage.

Wer solche irren Lautstärken fahren möchte, muss aber auch das nötige Kleingeld haben, um eine Endstufe mit 500+ Watt/Kanal an die Arendal 1723 Tower zu hängen.

Die Arendal 1723 Tower sind aber auch keine Spargel-Tarzane. Mit 119 cm Höhe und 27,5 cm Breite sowie einem Gewicht von 50,6 kg pro Stück bekommt man hier richtig viel Material für sein Geld. Bei einer Tiefe von knapp 40 cm muss der Hörraum aber auch das gewisse Etwas an Raumtiefe bieten – mit Abstand zur Wand sind schnell 60–70 cm belegt.

Unboxing und Lieferumfang

Die Arendal 1723 Tower THX kommen natürlich auf einer Europalette per Spedition. Hier sollte man sich eine zweite Person zur Hilfe holen, denn das Handling der Kartons und des Gewichts ist nix für schwache Nerven. Ich habe sie alleine bewegt und aufgestellt und kann sagen: absolute Grenze des Machbaren. Wer hier einmal unachtsam ist, wird dies später bitter bereuen.

Nachdem ich den ersten massiven Karton in meinen Hörraum verfrachtet hatte, ging es ans Unboxing. Die Lautsprecher sind fabelhaft verpackt. Sie ruhen in zwei dicken, ineinander geschachtelten Kartons und sind dann mit äußerst stabilen Schaumstoff-Teilen in Position gehalten. Geschützt werden sie weiterhin durch einen Baumwollsack, welcher sich natürlich empfiehlt, erst nach der Montage der Traversen und Aufstellung zu entfernen.

Ich für meinen Teil habe den jeweiligen Lautsprecher auf die Unterkante des Kartons gehoben und hatte so die Möglichkeit, problemlos die Traversen und Spikes zu installieren. Ich habe mich für die Spikes entschieden, es liegen aber auch Gummifüße bei.

Nach der Installation der Traversen und Spikes am Arendal 1723 Tower habe ich den Hebel des Kartons und des unten aufliegenden Lautsprechers genutzt, um diesen vorsichtig auf meinem Teppich auf die Spikes zu stellen. Hier müsst ihr echt vorsichtig sein und einiges an Muskelkraft aufbringen, wenn ihr dies alleine machen wollt. Es befindet sich keine Abdeckung auf den empfindlichen Treibern! (liegt separat im Karton) Besser zu zweit.

Natürlich habe ich dann direkt den Baumwollsack entfernt, weil ich mir die guten Stücke ansehen wollte. Was soll ich sagen? Ich glaube, das war der erste Moment, in dem ich ein wenig Kribbeln verspürt habe und noch mal in mich ging.

Design, Verarbeitung und Aufstellung

Da standen nun diese massiven Arendal 1723 Tower vor mir – imposant in jeder Hinsicht. Arendal verzichtet, anders als schon fast branchenüblich, auf Gehäuse aus MDF und setzt auf HDF. High-Density-Fiberboard ist um ein Vielfaches dichter und stabiler als MDF und sorgt für noch steifere, resonanzärmere Gehäuse.

Die mir zugesandten Arendal 1723 Tower sind matt weiß lackiert. Die Lackierung ist tadellos. Ich habe die Lautsprecher überall nach Imperfections abgesucht, aber konnte beim besten Willen nichts beanstanden. Saubere Gewinde, einheitliche Lackierung, keine Staub- oder Lufteinschlüsse, keine unliebsamen Kanten. Das Anschlussterminal sitzt satt und sauber in der Rückseite des Lautsprechers. Die Eloxierung der massiven Aluplatte, auf der die rhodinierten Anschlussterminals installiert sind, ist ebenfalls mackenfrei.

Ja, ich weiß, das sieht man nicht unbedingt, aber ich versuche das Haar in der Suppe zu finden. Spoiler: hab ich nicht gefunden.

Die Terminals sind massiv und wurden zur Korrosionsbeständigkeit rhodiniert. Ich habe aus Interesse die Gewinde mal bewegt, nur um zu sehen, wie sauber sie gearbeitet wurden. Generell benutze ich die Lautsprecher mit Bananensteckern. Natürlich sind die Lautsprecher bi-amp- / bi-wiring-fähig. Dennoch: Arendal liefert bei den 1723 Towern jeweils zwei massive, vorinstallierte rhodinierte Kupferbrücken mit. Da ich vorhabe, die Lautsprecher primär erst einmal mit den Burson Audio Timekeeper GT4 Max zu testen, kann das auch so bleiben.

Zum Schutz der empfindlichen Treiber – oder vielleicht für den ein oder anderen aus optischen Gründen – liegt jedem Lautsprecher natürlich noch eine Abdeckung bei. Diese ist (natürlich!) massiv und schwer verarbeitet und hält mit starken Neodym-Magneten optisch unsichtbar an den Lautsprecherfronten. Da bewegt sich nix weg, und wenn man mal dagegenkommt, wird das die Lautsprecher zuverlässig schützen.

An der Rückseite der Arendal 1723 Tower gibt es noch drei 2,6‑Zoll‑Ports. Diese sind ab Werk mit Schaumstoff-Plugs verschlossen, da sich die Lautsprecher „sealed“ und „ported“ betreiben lassen.

Wer die Lautsprecher in ihrer Seitenansicht betrachtet, dem fällt auf, dass die Lautsprecher nicht im 90‑Grad‑Winkel zum Boden einfach gerade nach oben verlaufen, sondern wie ein Parallelogramm nach hinten geneigt sind. Dies hat folgende Vorteile:

  • Ästhetik & Stabilität: Dynamisches Erscheinungsbild, niedriger Schwerpunkt mit Outrigger-Füßen.
  • Time-Alignment: Tweeter und Midbass erreichen den Hörplatz zeitgleich (akustische Zentren ausgerichtet), reduzieren Phasenfehler für präziseres Imaging.
  • Optimale Achse: Geneigter Sweet-Spot bei Sitzhöhe (ca. 1 m Ohrhöhe), bessere Hochton-Integration.
  • Weniger Diffraction: Glatte Front minimiert Beugungsspitzen, homogenere Abstrahlung.

Zum Design der Arendal 1723 Tower THX bleibt von meiner Seite her zu sagen, dass ich sie sehr ästhetisch finde. Es sind ausgewachsene, große, massiv dastehende Lautsprecher, die beim Hereinkommen in den Raum das Gefühl vermitteln, dass hier nicht gespaßt wird. Bei kleineren Lautsprechern denkt man immer erst: „Hoppla, hier wird immer erzählt, hier steppt der Bär, aber die Lautsprecher gehen mir gerade bis zur Hüfte …“ oder: „Ach! Das sind also Regallautsprecher, die du hast. Wenn du immer erzählst, dass du viel Musik hörst, habe ich immer an große schwarze Lautsprecher wie auf Konzerten gedacht.“

Wir wissen alle, dass es sich bei den meisten dieser Äußerungen um Unwissenheit handelt, und sobald meist der erste Ton spielt, weiß auch der Besuch, dass es hier wirklich ernsthaft wird. Bei den Arendal 1723 Towern aber kommt einem direkt ein „WOW“ entgegen. Sie sehen nach dem aus, was sie sind. Nicht mehr und nicht weniger.

Für die Boomer- und Holz-Fraktion könnten die Arendal 1723 Tower eine harte Nuss sein. Ich ordne sie klar dem modernen Design zu – kein nobles Möbelstück mit Edelholz, sondern puristisch und funktional. Arendal bietet lediglich Satin Black oder Satin White an, was perfekt in zeitgenössische Wohnräume passt. Ich selbst habe mich auf weiß-matt eingeschossen und finde es zeitlos elegant, doch ich verstehe den Hang zur Wärme und zum Status edler Holzfinishes absolut.

Aufstellung

Arendal bietet einen exzellenten Aufstellungs-Guide, der sich wirklich lohnt. Grob variiert die optimale Position je nach Szenario:

  • Für Musik: Zuerst exakt auf den Hörplatz toe-in, dann leicht öffnen für maximale Bühnenbreite (individuell nach Vorliebe).
  • Für Heimkino: Symmetrische Ausrichtung direkt auf den Hörplatz – dank des Waveguide-Designs minimieren die Arendal 1723 Tower seitliche Reflexionen sogar in unbehandelten Räumen und liefern präzisen Richtcharakter.

Abmessungen

SpezifikationWert
Abmessungen (H/B/T ohne Füße)115 × 27,5 × 40 cm​
Mit Füßen (H/B/T)119,1 × 37 × 40 cm​
Gewicht (inkl. Spikes)50,6 kg​
GehäuseHDF (High Density Fiberboard), versiegelt/ventiliert (3 × 2,6″ Ports)​
FinishSatin Black / Satin White​

Tech-Specs

Die Arendal 1723 Tower THX sind nach dem Prinzip entstanden: nicht kleckern, sondern klotzen! Wenn man allein die brachiale Optik sieht: Das Gehäuse ist an der Front von oben bis unten mit 8‑Zoll‑Mittel- und Tiefton-Treibern gespickt, die speziell für Arendal gefertigt wurden und es ermöglichen, mit „nur“ 119 cm Höhe auszukommen. Der Hochtöner sitzt ebenfalls in einem 6,5‑Zoll‑Waveguide. Somit ergibt sich eine technisch anmutende Front.

Die Arendal 1723 Tower sind nach dem 2,5‑Wege‑Prinzip gebaut. Sie nutzen eine modifizierte D’Appolito-Anordnung. Klassisch handelt es sich normalerweise um eine MTM-Anordnung (zwei Midbass + zentraler Tweeter). Wegen des 2,5‑Wege‑Systems, das Phasenfehler vermeiden soll, wurde das System aber nicht mit einem separaten Mitteltöner ausgestattet, sondern besitzt homogen custom-designte 8‑Zoll‑Membranen, die Bass und Midrange abbilden können. Die drei unteren fokussieren sich auf den Tiefbass, während der obere mit dem Tweeter zusammen Midbass und Höhen übernimmt.

So ergibt sich ein Crossover bei 120 Hz (Bass-Trennung) und 1.500 Hz (Mid/High).

Die nominale Impedanz der Lautsprecher beträgt 4 Ohm und sie sind mit einer Sensitivität von 92 dB / 2,83 V / 1 m relativ effizient und leicht anzutreiben. Das ist überraschend, da man bei so ausgewachsenen Lautsprechern auch durchaus anderes gewohnt ist.

Die Arendal 1723 Tower sind zwar mit einer typischen „In-Room Bass Response“ von 16 Hz und einem linearen Frequenzverlauf von 37 Hz–20 kHz angegeben, man sollte aber davon ausgehen, dass sie in einem akustisch behandelten Raum vielleicht irgendwo bei ~25–30 Hz nutzbaren Bass produzieren.

Daraus ergeben sich zwei Erkenntnisse: Die Arendal 1723 Tower spielen extrem tief und sind so geeignet für Leute, die gerne ohne Subwoofer auskommen wollen. Hier empfiehlt es sich natürlich, an der Endstufe nicht zu sparen. Mit den angegebenen 112 dB schaffen die Lautsprecher das darüber hinaus auch mit hohen Pegeln.

Des Weiteren lassen sich die Arendal 1723 Tower – wie weiter oben schon erwähnt – sealed und ported betreiben. Das ist insofern interessant, als man sie nicht unbedingt offen betreiben muss, wenn man ohnehin vorhat, einen Subwoofer mit in die Kette zu nehmen, und so ein geschlossenes und damit noch responsiveres Hörvergnügen bekommt. Abgesehen davon, dass man sie so auch näher an die Wand stellen kann, ohne negative Effekte befürchten zu müssen.

SpezifikationWert
Design2.5‑Wege​
Treiber28 mm Tweeter (mit Waveguide), 4 × 8″ Woofer​
Frequenzgang (-6 dB, anechoisch)37 Hz–20 kHz​
F3 (anechoisch)45 Hz​
Sensitivität92 dB / 2,83 V / 1 m​
Impedanz4 Ohm nominal​
Crossover-Frequenzen120 Hz / 1500 Hz​
Empfohlene VerstärkerleistungBis 500 W RMS @ 4 Ohm​

Klang und Höreindrücke

Okay! Stehen die Arendal 1723 Tower erst einmal an Ort und Stelle und sind ordentlich verkabelt, steht dem ersten Hören nix mehr im Weg. Nach der Pflicht folgt also die Kür – und natürlich kenne ich einige Reviews zu den Lautsprechern, was meine Erwartungen in astronomische Höhen befördert hat.

Platz genommen, Eversolo DMP-A6 und Burson Timekeeper GT4 Max angeschmissen. Natürlich wird wie immer zuallererst meine Qobuz Metal-Referenz-Playlist zu Rate gezogen. Diese ist für alle frei verfügbar und darf gerne zur besseren Nachvollziehbarkeit benutzt werden. Des Weiteren bin auch ich nicht ganz resistent gegenüber der Musik, die oft von Herstellern und Händlern auf Fachmessen herangezogen wird, und habe mal eine kleine Sammlung an Referenz-Musik angelegt. Dennoch finde ich, ist diese mit Vorsicht zu genießen, weil diese Songs tendenziell immer gut klingen, da hier mehr Bass-Quantität vor wirklicher klanglicher Qualität geht. Interessant sind sie dennoch.

Arendal 1723 Tower × Eversolo DMP-A6 + Burson Timekeeper GT4 Max

Okay! Bass-Port-Plugs raus, dennoch habe ich mir direkt die Mühe gemacht und das neue Einmess-Feature vom Eversolo benutzt. MiniDSP UMIK‑1 (kalibriertes Messmikrofon) ans iPad Air gehängt und den Wizard durchlaufen lassen. FIR-Filter erstellen lassen und Profil auf „linear“ gestellt. Ja, ich weiß, viele lieben eher so ’ne Harman-Curve, aber ich finde linear mit einer leichten Bassanhebung noch ’ne Ecke geiler.

Der Aha-Effekt kam sofort! Ja, die Arendal 1723 Tower sind bewusst ein Hybrid zwischen Musik und Heimkino, aber dass sie so musikalisch mitmachen, hatte ich nicht erwartet. Sie stehen den Amphion Argon3S in der Klarheit und Bühne in nichts nach! Hier findet ihr übrigens den Test zu den Amphion Argon3S. Natürlich haben die Arendal 1723 Tower mehr Body und Tiefe.

Ich musste mich erst ein wenig fangen, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass sie gerade für Musik so ultra gut funktionieren.

Haben wir hier wirklich einen Giantkiller?

Ich bin ebenfalls schuldig, wenn es um Hype-Trains geht, aber ich glaube bzw. weiß, dass es da draußen manchmal das eine Produkt gibt, das ein Unicorn darstellt und selbst Produkte, die ein Vielfaches kosten, in den Schatten stellt.

Natürlich habe ich alles unternommen, um mir irgendwie sicher zu sein: 50 Stunden einlaufen lassen, wie Arendal es empfiehlt, an der Platzierung gefeilt, mit und ohne Einmessung gearbeitet. Ich hatte bereits das Glück, einiges hören zu dürfen, und ich glaube, die Arendal 1723 Tower machen so einiges richtig.

Ich muss meine Euphorie zügeln, um seriös zu bleiben – innerlich bin ich am Durchdrehen. Wer keinen Boutique-Lautsprecher mit überhöhter Neutralität sucht und nicht zwingend 13.000–15.000 € investieren will, findet im Arendal 1723 Tower einen echten Endgegner. Ab dieser Preisklasse werden Frequenzweichen, Gehäuse und Komponenten noch exklusiver – aber die Luft im Portemonnaie merklich dünner.

Genau dies ist für mich die Definition eines Giantkillers. Er spielt in das Zwei- bis Dreifache seines Budgets, und man muss sich gar nicht schlecht fühlen, wenn man die Konkurrenz sieht. Hier haben wir in der Tat einen Lautsprecher, der – wenn man bereit ist, das Geld in die Hand zu nehmen – das Budget bis zum letzten Cent ausreizt. Ich kenne wirklich nicht viele so herausragende Produkte im HiFi-Bereich. Bin aber immer wieder dankbar, dass sich ein Hersteller traut, das Preisgefüge ein wenig aus dem Gleichgewicht zu bringen, um die Preise irgendwie noch am Boden zu halten.

Heimkino vs. HiFi

Jetzt kommen mir einige sicherlich mit der Argumentation, dass es sich doch schließlich um Heimkino-Lautsprecher handelt. Schließlich werden sie recht stark als solche beworben und auf ihnen prangt das THX Ultra Zertifikat.

Also: Kann man die Arendal 1723 Tower THX denn wirklich für Musik empfehlen? Hierauf habe ich ein ganz klares Ja! zu entgegnen. Absolut und uneingeschränkt! Ich weiß es nicht genau, aber wenn man einen guten HiFi-Lautsprecher baut, kommt da meist ein guter Heimkino-Lautsprecher bei raus – vor allem, wenn man die paar Feinheiten beachtet, die er als hervorragender Heimkino-Lautsprecher braucht.

Die Arendal 1723 Tower spielen kräftig wie luftig, tief, aber auch klar. Stimmen wirken natürlich und präzise, genauso wie die Bühne und die dazugehörigen Instrumente. Sie sind sehr aufgeräumt und machen all dies, ohne auch nur im Anflug angestrengt zu wirken.

Ich habe viele Stunden des Hörens in den letzten 4 Wochen investiert, um hier wirklich sicher zu sein. Aber ehe ich hier weiter um den heißen Brei rede: Lasst uns ein wenig über Musik sprechen!

Imminence – God Fearing Man

Imminence holt mich immer mehr ab, gerade God Fearing Man, weil der Track eine gewisse Imposanz mitbringt. Der ruhige, fast fragile Gesang, die Geige des Sängers, die sich langsam aufbaut – und dann dieser Breakdown. Ich habe diesen Moment schon oft als Referenz genannt, aber so kraftvoll wie über die Arendal 1723 Tower habe ich ihn in Stereo noch nicht erlebt.

Die Arendal schaffen es, die komplette Grundstimmung, den Spannungsbogen und die Entladung emotional nachvollziehbar und gleichzeitig kontrolliert zu inszenieren. Nichts klebt an den Lautsprechern, die Bühne löst sich sauber vom Gehäuse, und trotzdem steht der Bass mit Autorität im Raum.

Ich will nicht behaupten, dass der Track maximal komplex wäre, aber genau darin liegt der Charme: Man hört sofort, wie gut eine Box Dynamik, Timing und emotionale Dichte kann. Und hier zeigen die Arendal 1723 Tower ganz klar: Studioqualität ist kein Marketing-Floskel.

Knocked Loose — Everything is quiet now

Bei den einen erzeugt Knocked Loose blutende Ohren, ich liebe diese rohe Energie. Die ungeschliffene, ehrliche Musik der Band fasziniert zum Glück nicht nur mich, stellt bei der Wiedergabe aber einige Fallstricke: Immer wieder stoße ich auf HiFi-Komponenten, die genau hier den Sound produzieren, der einem tatsächlich die Ohren blutig schreit.

Druck ist halt nicht die halbe Miete – also müssen sich die Arendal 1723 Tower auch Knocked Loose stellen. Hier bekomme ich genau das, was ich suche: Aus dem scheinbaren Einheitsbrei mit kreischenden Gitarren wird ein differenziertes Klangbild, wie ich es von guten Knocked-Loose-Liveperformances kenne. Dreckig, ja. Roh, ja. Aber absolut genießbar. Nicht für jeden, aber eben für mich – und das zählt.

Lorna Shore – Glenwood

Gehen die Deathcore-Überflieger gerade auf große Europa-Tour und ich zum schon lange ausverkauften Konzert nach Hamburg, können sie auch hier mal wieder eine Erwähnung vertragen.

Dieser Abschnitt geht aber viel mehr raus an eine Person, die diesen Track quasi tot gehört hat, um ihn danach direkt wieder in Dauerschleife laufen zu lassen. Das soll nicht heißen, dass der Song kacke ist, sondern dass er mir regelrecht eingemeißelt wurde – es war nur eine Frage der Zeit, bis er auf meiner Referenzliste landet.

„Glenwood“ ist wie so viele Songs von Lorna Shore ein Brett. Emotional geht es um Reue, Stolz, der im Weg steht, und darum, ob man zu weit weg ist, um Dinge wieder gut zu machen – mit der Botschaft, dass man sich fragen sollte, ob es das wert ist, so lange verletzt und stur zu bleiben.​

Brutal schnelle Drums, Will Ramos mit seinem einzigartigen Gesangstalent, flankiert von schiebenden Riffs und dieser typischen choralen/orchestralen Epicness. Ein Wechselspiel zwischen ruhig und drückend – genau das richtige Material, um Feingeist und Antrieb der Arendal 1723 Tower zu demonstrieren. Ich weiß nicht, wie oft der Song hier gelaufen ist; an ihm habe ich jedenfalls die Positionierung (Toe-in) der Lautsprecher optimiert, bis ich die für mich beste Bühne hatte.

Jedenfalls ist dieses Lied nicht ganz unschuldig an meiner Liebe zu diesen Lautsprechern.

Unliebsame Messe-Musik – trotzdem wichtig

Jetzt kommt der Teil, den ich persönlich immer nur in kleinen Dosen ertrage: typische Messe-Musik. Ihr kennt das – Diana Krall, Nils Lofgren, „audiophile“ Aufnahmen mit viel Raum, wenig Komplexität und möglichst spektakulären Effekten.

Ich bin ganz ehrlich: Das ist nicht meine Alltagsmusik. Aber sie ist extrem nützlich, um bestimmte Eigenschaften zu beurteilen – Feinauflösung, Leisehörfähigkeit, Bühnentiefe, Lokalisationsschärfe.

Was sie aber immer gemeinsam haben, ist Bass. Ich glaube ganz fest, eines der Verkaufsargumente ist es, ein Fundament zu präsentieren. Ich will nicht sagen, dass es leicht ist, aber Bass scheint mir oft der Treiber zu sein.

Aber sind wir ehrlich: Bass ist es, was die Arendal 1723 Tower schon fast beiläufig liefern.

Mit den Arendal 1723 Towern passiert hier das, was ich mir von einem echten Allrounder erwarte:

  • Stimmen stehen sauber im Raum, klar umrissen, ohne ins Sibilante zu kippen.
  • Die Bühne zieht sich glaubhaft in die Tiefe, Instrumente sind klar voneinander getrennt.
  • Selbst bei sehr niedrigen Pegeln bleibt alles durchhörbar, nichts fällt in sich zusammen.

Besonders spannend: Die Arendal klingen nie „HiFi-überanalytisch“, sondern behalten immer eine gewisse Selbstverständlichkeit. Sie zeigen, was auf der Aufnahme passiert, ohne dir permanent „Hör mal, wie detailliert ich bin“ ins Gesicht zu schreien. Genau so soll es sein. Und trotzdem sind sie nicht der weichgewaschene People-Pleaser, der dir alles samtig in die Ohren schmiegt.

Arendal 1723 Tower + Subwoofer

So mächtig die Arendal 1723 Tower im Bass sind – und das sind sie zweifellos –, gibt es Szenarien, in denen ein Subwoofer trotzdem Sinn macht. Gerade im Heimkino oder wenn man gerne sehr laut hört, ist Entlastung im Tiefbass nie verkehrt.

In meinem Stereo-Setup laufen die Arendal 1723 Tower aktuell zusammen mit einem SVS SB-5000. Die Kombination zeigt sehr schön, wie flexibel die Arendal abgestimmt sind:

  • Im „sealed“-Modus lassen sie sich problemlos bei 60–80 Hz trennen und spielen darüber extrem sauber und schnell.
  • Der Sub übernimmt den wirklich tiefen Bereich darunter, kümmert sich um Fundament und LFE-Einschläge, während die Tower Bühne, Körper und Punch liefern.

Wer keinen Sub stellen kann oder will, wird mit den Arendal 1723 Towern alleine schon extrem glücklich – gerade in Musik-Setups. Wer aber Heimkino auf Referenzniveau anpeilt, hat hier eine perfekte Basis für ein 2.1‑, 3.1- oder später voll ausgebautes 5.1-/7.1‑System.

Im Mehrkanalbetrieb habe ich die Arendal 1723 Tower mit meinem Arendal 1961 Subwoofer 1V laufen lassen. Auch hier haben sie sich perfekt integrieren lassen und das Kinofeeling hörbar auf ein neues Level gehoben. Aufgrund des nicht seriengleichen Center-Kanals – ich habe hier noch meinen B&W‑Center weiter benutzt – konnte ich jedoch in jeder Sekunde des Films den Unterschied der Lautsprecher ausmachen.

Lasst es euch gesagt sein: Der Center ist der zentrale und wichtigste Kanal im Heimkino. Ein Großteil der Information läuft über ihn, und mit ihm steht und fällt das Heimkino. Nur wer klar definierte Stimmen hat, muss den Lautstärkeregler nicht zwangsläufig auf Angriffsposition drehen.

Ich kann es kaum erwarten, den Arendal 1723 Center zwischen die Arendal 1723 Tower zu stellen und vorne ein wirklich homogenes Bild zu haben.

TL;DR – Arendal 1723 Tower THX

  • Klang: Brutal dynamisch, zugleich feinzeichnend. Von Metal über Messe-Mucke bis Heimkino jederzeit souverän.
  • Technik: 2,5‑Wege, 4×8″, HDF-Gehäuse, THX Ultra, echte Pegelreserven – gebaut für Druck und Kontrolle.​
  • Praxis: Spielt solo schon extrem tief, funktioniert aber auch perfekt mit Sub und im Mehrkanal-Setup. Aufstellung (Toe‑in + Raum) dank Waveguide sehr gut beherrschbar.​
  • Preis/Leistung: Klanglich auf Augenhöhe mit deutlich teureren Lautsprechern, die in der 10k–15k‑Region unterwegs sind – ohne das Kleinwagen-Budget.​

Für mich aktuell: der Lautsprecher, an dem ich zukünftige Reviews messe.

Fazit

Ich habe Tage über diese Zeilen nachgedacht. Klar, wir jagen immer besseren, gefälligeren Klang. Die Preisschraube dreht sich unaufhaltsam nach oben – verständlich, wo Ingenieure Herzblut reinlegen, riskante Innovationen wagen und Komponenten verbauen, die alles andere als Allerweltsware sind. Extreme HiFi-Komponenten werden immer teuer sein.

Auch ich könnte Begehrlichkeiten schüren, die Preisspirale in unseren Köpfen immer tiefer treiben. Aber bei den Arendal 1723 Towern würde ich als bodenständige Referenz für Reviews und Videos bleiben. Klar, imposante Kleinwagen-Ketten wirken spektakulärer. Doch Bodenständigkeit heißt nicht, die Messlatte endlos hochzuschrauben, sondern sie genau hier im Hier und Jetzt zu belassen.

Das schließt Höheres nicht aus – es gibt genug darüber! Aber irgendwo braucht’s den Nullpunkt. Eine Erdung, Balance. Denn Reviews mit Hardware, die 0,001% meiner Leser sich leisten können, helfen niemandem. Selbst die Arendal 1723 Tower sind für viele schon Budget-Sprenger.

Meine Messlatte wähle ich nicht leichtfertig, sondern wohlüberlegt. Aber bei Qualität, Sound und gerade bei der Preis-Leistung kann ich mich zurücklehnen: Hier bekommt man für jeden Cent Gegenwert.

Nach meinem Bewertungsschema erhalten die Arendal 1723 Tower den HiFiGeek Award. Wie ich bewerte und was der Award bedeutet, steht hier: https://www.hifigeek.de/bewertungsschema-bei-hifigeek/

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https://www.hifigeek.de/arendal-1723-tower-thx-giantkiller/feed/ 0 9981
Eversolo AMP-F2 — der fast perfekte Begleiter https://www.hifigeek.de/eversolo-amp-f2-der-fast-perfekte-begleiter/ https://www.hifigeek.de/eversolo-amp-f2-der-fast-perfekte-begleiter/#respond Tue, 11 Feb 2025 15:57:57 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8204 Dass wir Eversolo lieben, machen wir kein Geheimnis daraus. Natürlich haben wir sofort zugesagt, als wir die Anfrage erhielten, ob wir den Eversolo AMP-F2 unter die Lupe nehmen möchten! Er bildet die perfekte Ergänzung zum DMP-A6 und der DMP-A6 Master Edition.

Eversolo? Kenn ich gar nicht!

Wer Eversolo nicht kennt, sollte sich schnell mit der Marke vertraut machen. Neben WiiM revolutionieren sie gerade den HiFi-Markt mit „günstigen“, aber hervorragenden Produkten im Streaming-Segment. Und seien wir ehrlich: Streaming ist und bleibt die Zukunft! Eversolo bietet hier den DMP-A6, den wir bereits ausführlich getestet haben. Mittlerweile gibt es auch eine V2-Version mit diversen Verbesserungen – ein echter Hingucker im HiFi-Rack.

Alle Eversolo-Modelle im Überblick: → Eversolo Hub-Seite

Design

Das Design des Eversolo AMP-F2 orientiert sich grob an der Designsprache von Eversolo, allerdings nicht zu 100 %. Die Farbgebung zwischen Player und Endstufe unterscheidet sich leicht. Ob dies an unserem Testmuster liegt, können wir nicht beurteilen. Auffälliger ist jedoch die Beleuchtung, die sich in Gelb eher an der DMP-A6 Master Edition als am Standard-Player orientiert. Vielleicht hätte Eversolo hier eine wechselbare Farbe anbieten sollen, um beiden Produkten gerecht zu werden.

Ansonsten entspricht die Designsprache den Playern, sodass jeder, der auf einheitliche Ästhetik im HiFi-Rack Wert legt, definitiv einen Blick auf den AMP-F2 werfen sollte.

Verarbeitung

Königsklasse! Für den Preis von 799 € ist der AMP-F2 unglaublich sauber verarbeitet und fühlt sich hochwertig an. Das präzise gefertigte Chassis weist keinerlei sichtbare Spaltmaße auf, nichts klappert, und es macht keineswegs einen billigen Eindruck. Im Gegenteil: Eversolo hat mit Starke-Sound einen hervorragenden Partner gefunden, sei es für das Platinen-Layout oder die Lautsprecherbuchsen.

Technik-Bashing

Der Eversolo AMP-F2 basiert auf einem Class-D-Verstärkermodul NS600 von Starke Sound und bietet beeindruckende Leistungsreserven. Mit bis zu 2x250W RMS an 4 Ohm (1% THD) und sogar 450W RMS an 2 Ohm im Mono-Betrieb (BTL) ist er in der Lage, selbst anspruchsvolle Lautsprecherkonfigurationen souverän zu versorgen. Diese Leistungsfähigkeit macht ihn zu einem zuverlässigen Partner für anspruchsvolle HiFi-Systeme.

Das NS600-Modul nutzt die PurePath™ Ultra-HD-Technologie in Kombination mit einem fortschrittlichen Rückkopplungsdesign, das eine Fehlerkorrekturfunktion integriert. Dadurch wird eine extrem niedrige Verzerrung über den gesamten Frequenzbereich erreicht, was eine makellose Klanggenauigkeit und eine präzise Wiedergabe selbst feinster Details ermöglicht.

Ein weiteres Highlight ist das großzügig dimensionierte 600-W-Netzteil, das durch hohen Wirkungsgrad, geringe Restwelligkeit und minimale EMI-Emissionen überzeugt. Es sorgt für eine stabile und leistungsstarke Ausgangsleistung, die die Dynamik des gesamten Systems deutlich verbessert.

Der AMP-F2 ist nicht nur leistungsstark, sondern auch energieeffizient. Im Standby-Modus liegt der Stromverbrauch bei weniger als 0,5 W, während er im eingeschalteten Zustand ohne Signal nur 14 W beträgt. Damit erfüllt er die strengen ErP-Normen der Europäischen Union.

Das robuste Aluminiumgehäuse des AMP-F2 dient nicht nur der Ästhetik, sondern schirmt auch effektiv störende Einflüsse auf die Schaltkreise ab. Zudem ist der Verstärker mit einem 5–12 V Trigger-Eingang und ‑Ausgang im 3,5‑mm-Klinkenformat ausgestattet, der eine automatische Ein-/Aus-Schaltung mit anderen kompatiblen Geräten ermöglicht. Dies sorgt für eine nahtlose Integration in Ihr HiFi-System.

Der AMP-F2 ist perfekt auf die anderen Produkte von Eversolo abgestimmt, insbesondere auf die Streamer DMP-A6, DMP-A6 Master Edition und DMP-A8. Mit seinen technischen Daten – darunter ein Frequenzgang von 10Hz-20kHz (-1,2dB), einem Signal-Rausch-Verhältnis von >110 dB (A‑gewichtet) und einem Dämpfungskoeffizienten von 100 – setzt er Maßstäbe in seiner Klasse.

Die hochwertigen Beryllium-Kupferklemmen, eine Sonderanfertigung von Starke Sound, runden das Paket ab und gewährleisten eine zuverlässige Verbindung zu Ihren Lautsprechern. Mit seinen Maßen von 270 mm (B) x 228 mm (T) x 90 mm (H) und einem Gewicht von 3,65 kg ist der Eversolo AMP-F2 kompakt, aber dennoch solide verarbeitet.

Klang

Wer uns häufiger liest, weiß, dass wir nicht zimperlich mit Komponenten umgehen. Auch hier haben wir wieder unsere Qobuz-Referenzplaylist sowie in Kombination mit einer Vorstufe unsere Vinyl-Platten durchgespielt. Dazu haben wir die Acoustic Energy AE 100² und unsere B&W 704er mit dem Eversolo AMP-F2 betrieben. Die Musikauswahl reichte von feinstem Metal – von Soft bis Ultra-Hart – und dabei haben wir die Endstufe schon an ihre Grenzen gebracht.

Aber der Reihe nach: Der Verstärker arbeitet im Normalbetrieb unterhalb von 70 dB völlig souverän. Über Stunden hinweg haben wir das Gerät mit Freude genutzt. Es gab keinerlei Ausfälle, selbst bei basslastigen Songs, und gleichzeitig wurden Mitten und Höhen sauber herausgearbeitet.

Wir lieben punchige Drums und fühlten uns in jeder Sekunde perfekt abgeholt. Doch nicht nur die Drums müssen in den Magen gehen, auch die Becken müssen ein feines Zischen wiedergeben und klar ins Ohr dringen. Dies können wir dem Eversolo AMP-F2 problemlos bescheinigen. Selbst im brachialen Gitarrengewitter schafft er es, dem Gesang die passende Bühne zu bieten und alles räumlich sauber aufzulösen.

Wir geben Technik bei uns gerne etwas mehr Zeit, und unser Eindruck basiert nicht auf einer kurzen Abhörsession. Stattdessen versuchen wir, die Geräte in unseren Alltag zu integrieren, um auch Aspekte zu beleuchten, die bei längerer Nutzung auffallen.

Bisher klingt alles großartig, aber der Eversolo AMP-F2 hat auch seine Schwächen. Diese liegen vor allem in der Pegelfestigkeit bzw. der Auflösung bei höheren Lautstärken. Wir sind keine Hörer, die nur auf maximale Lautstärke aus sind, und so hören wir vielleicht bei maximal 85 dB. Doch hier zeigte sich bei komplexeren Stücken im Vergleich zu anderen Geräten eine leichte Unschärfe. Der Eversolo AMP-F2 schaffte es nicht mehr, alles so klar wiederzugeben, wie wir es erwartet hätten. Vielleicht könnte man auch sagen, dass er sich angestrengt anhörte.

Ist das jetzt schlecht? Eigentlich nicht. Wir bewegen uns hier in einer Preisklasse, die die gehobene Einsteigerklasse darstellt, und wir finden, dass der Eversolo AMP-F2 diese Rolle voll und ganz erfüllt. In den meisten Mietwohnungen würde man ohnehin nicht lange Frieden mit den Nachbarn haben, wenn man häufig und lange über 80 dB hört.

Dennoch ist die Endstufe in unserer Wahrnehmung neutral und lässt sich daher mit einer Vielzahl von Lautsprechern und anderer Technik kombinieren, ohne den Klang negativ zu beeinflussen. Die einzige Beeinflussung, die wir akzeptieren, ist die des Equalizers, den wir selbst zu Gunsten unserer Raumakustik einstellen.

Setup

Was sollen wir hier groß sagen? Eversolo DMP-A6 oder Eversolo DMP-A6 Master Edition anschließen, ein paar Lautsprecher der Wahl dazu, und schon ist das Traumsetup fertig. Anders gesagt: Man sollte schon etwa 2000 € für sein HiFi-Traumsetup aus Eversolo-Komponenten einplanen.

Dafür bekommt man aber auch wirklich viel geboten, und das Setup ist uneingeschränkt zu empfehlen.

Acoustic Energy AE 100²

Wir haben die Acoustic Energy AE 100² beispielsweise an die Kombination aus Eversolo DMP-A6 Master Edition und Eversolo AMP-F2 angeschlossen und bei jeder Gelegenheit eingeschaltet. Sei es als Beschallung beim Frühstück, auf der Geburtstagsparty oder nach der Arbeit zum Entspannen bei direkten Abhörsessions.

Die Kombination erwies sich als harmonisch und vielseitig. Ob als „kleine“ Wohnzimmeranlage oder als schicke Zweitanlage im Büro, Schlafzimmer, Kinderzimmer oder wo auch immer – in Kombination mit den Acoustic Energy AE 100² blieben bis auf etwas mehr Bassdruck kaum Wünsche offen.

Höreindruck

Aber genug um den heißen Brei geredet: Hier läuft viel Metal, Death Metal, Deathcore, Hardcore, Black Metal und ein bisschen Mittelalter-Kram der Frau sowie ein bisschen Querbeet. Was, wo, wie – wie immer in unserem Discogs-Profil oder auf unserer Referenz-Playlist bei Qobuz.

Knocked Loose — Don’t reach for me

Mit der Tür ins Haus und ab in die Fresse! Hier haben wir direkt ein Paradebeispiel für Druck, Tempo und Energie, das wir vom Eversolo AMP-F2 abverlangen. Fette Bässe und Brian Garris‘ Gesang könnten unterschiedlicher nicht sein. Alles ist von treibenden Riffs und marschierenden Drums umrahmt, und wir haben direkt die Brechstange angesetzt.

Aber: Dass wir nicht sofort aufspringen, um den Mosh-Pit zu eröffnen, liegt nicht an uns. Mangels weiterer Menschen im Raum könnte das eher zu Lasten der Elektrik gehen, sollten wir den Violent Dance starten.

„Don’t Reach for Me“ ist straight und direkt in die Fresse, hat aber auch harte Breakdowns, die verarbeitet werden müssen. Hier merkt man bei Lautstärken jenseits der 85 dB dann schon deutlicher, wie das ohnehin schon stressige Klangbild etwas verwaschen wirkt. Dennoch: Hut ab, dass der AMP-F2 so weit mitgeht und unterhalb von 85 dB ein wirklich großartiges Erlebnis bietet.

Synestia, Disembodied Tyrant — Winter

Die Melodic-Deathcore-Entdeckung von 2024! „The Poetic Edda“ von Synestia und Disembodied Tyrant. Während andere feine Klassik auflegen, legen wir noch einmal nach, um den Verstärker weiter an seine Grenzen zu treiben.

Klassische Instrumente gepaart mit härtesten Klängen und ein unglaubliches Tempo beschreiben den Song recht gut. Für die einen eine Grenzerfahrung, für andere, die reinhören, wird schnell klar, warum dieser Song der perfekte Referenz-Song ist.

Beginnend mit einem räumlichen Gewitter wird dem geneigten Klassik-Hörer schnell klar, dass wir es hier mit einer extremen Variante von „Winter, Movement 1, Four Seasons“ von Vivaldi zu tun haben. Hier darf der Verstärker alle seine Fähigkeiten unter Beweis stellen und verschiedenste Instrumente möglichst originalgetreu wiedergeben.

Und das gelingt außerordentlich gut! Der Eversolo AMP-F2 lässt sich bei normalen bis höheren Lautstärken nicht aus der Ruhe bringen und zaubert uns einen weichen Teppich aus Melodie, Druck und Gesang entgegen. Die Breakdowns sind betonhart, und immer wieder können Instrumente wie die Orgel bei 2:30 mit viel Räumlichkeit und Epik begeistern.

Wie wir den AMP-F2 finden?

Wer auf die reduzierte Breite der Eversolo-Komponenten steht, bekommt hier ein echtes Powerhouse. Dass er nicht ganz pegelfest ist, lässt sich schnell verzeihen, da seine Leistung ansonsten eher einer höheren Preisklasse entspricht.

Für 800 € bekommt man hier ein außerordentlich gut verarbeitetes Stück Technik, das ansonsten unerschütterlich scheint. Fein auflösend mit toller Bühnenbildung.

Upgradability

Und die ist gegeben! Man kann nicht nur einen Eversolo AMP-F2 nutzen, sondern auch zwei! Denn auf der Rückseite befindet sich ein Schalter, der die beiden Kanäle zu einem bündelt und so eine Mono-Endstufe aus dem AMP-F2 zaubert. Leider hatten wir keine zwei Exemplare zur Hand, aber sicherlich würde dies das beschriebene Manko der Pegelfestigkeit beheben.

Fazit

Eversolo hat ein Händchen für HiFi und zeigt im Einstiegssegment deutlich, was man für ein Budget von 800 € bieten kann. Vor allem in Kombination mit dem Eversolo DMP-A6 und der Eversolo DMP-A6 Master Edition ist der Eversolo AMP-F2 fast ein Must-Have, sofern man nicht bereits einen Verstärker sein Eigen nennt. Das Ergebnis ist eine Mini-Anlage mit ordentlich Power, die sicherlich über Jahre begeistern wird.

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