HiFi Streamer unter 500 Euro - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de Modern Audio für HiFi, Kopfhörer & Heimkino Wed, 06 May 2026 19:58:57 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://www.hifigeek.de/media/cropped-hifigeek.de-512-32x32.png HiFi Streamer unter 500 Euro - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de 32 32 60029611 Aiyima HYFIOO DM100: Android-Streamer mit offenem Ökosystem für knapp 500 Euro https://www.hifigeek.de/aiyima-hyfioo-dm100/ https://www.hifigeek.de/aiyima-hyfioo-dm100/#respond Thu, 15 Jan 2026 12:19:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=10926 Der Aiyima HYFIOO DM100 ist der erste Netzwerkstreamer aus dem Hause Aiyima — genauer gesagt eine Kollaboration mit der Sub-Marke HYFIOO — und der kommt mit einem klaren Konzept: Android 14, offenes App-Ökosystem, kein DAC verbaut, kein Amp. Einfach sauber streamen und an den eigenen DAC durchreichen. Für ca. 530 US-Dollar, also grob 490 Euro direkt beim Hersteller.

Das Konzept: Transport first, kein Schweizer Taschenmesser

Aiyima ist seit Jahren bekannt für preisgünstige Verstärker, DACs und Zubehör aus China — die A07-Amplifierreihe hat sich in der Budget-HiFi-Szene ordentlich einen Namen gemacht. Mit dem Aiyima HYFIOO DM100 wagen sie sich in ein neues Segment: dedizierte Streaming-Transporte. Das Teil hat keinen eigenen DAC, keine Endstufe, keine Raumkorrektur. Wer so etwas sucht, ist hier falsch.

Wer aber einen sauberen digitalen Ausgang für den eigenen DAC will — ob über Koaxial, Toslink, HDMI, oder USB — und dabei nicht auf Spotify, Apple Music, Tidal, NAS und Bluetooth verzichten will, dem hat Aiyima einiges anzubieten.

Hardware und Specs: Was drinsteckt

Das Gehäuse des Aiyima HYFIOO DM100 ist Aluminium, 230 × 150 × 80 mm, knapp 1,5 kg. Klein genug um es irgendwo ins Rack zu schieben, ohne dass es stört.

Das Herzstück ist Android 14, tief angepasst, mit 8 GB DDR4 und 64 GB eMMC-Speicher. Das klingt erst mal nach Midrange-Smartphone von 2022 — aber für einen Streamer ist das mehr als ausreichend. Die Navigation läuft über ein 5,5‑Zoll-Touchdisplay mit HDR-Unterstützung, das sich zwischen Hoch- und Querformat umschalten lässt. Dazu gibt’s eine Fernbedienung, falls man das Teil weiter weg stellt.

Konnektivität: WiFi 6 (Dual-Band, 2,4 und 5 GHz, bis 1000 Mbps) und Bluetooth 5.4. Als Bluetooth-Empfänger werden SBC, AAC, aptX, aptX HD, aptX AD und LDAC unterstützt — bis 96 kHz. Als Sender: SBC, aptX, aptX HD, aptX AD und LC3 mit 24bit/48kHz. Das ist für diesen Preisbereich ein vollständiges Codec-Set.

Ausgänge: Koaxial, Toslink, HDMI (bis 24bit/192kHz), zwei USB-A-Ports und ein USB‑C. Streaming-Protokolle: DLNA, AirPlay und NAS. Formate: DSD, FLAC, WAV, AIFF, ALAC, APE, DXD, MQA, CUE-Tracking — das übliche Vollprogramm.

Ein M.2‑SSD-Slot (bis 4 TB) ist ebenfalls an Bord. Wer seine lokale Bibliothek nicht auf einem NAS hat, kann den Aiyima HYFIOO DM100 also auch als selbstständigen Musikserver betreiben. Praktisch.

Das Alleinstellungsmerkmal: Offenes Android, kein App-Jail

Was den Aiyima HYFIOO DM100 aus der Masse der chinesischen Budget-Streamer heraushebt, ist das bewusst offene Softwarekonzept. Aiyima erlaubt die Installation beliebiger Drittanbieter-Apps — und das ist tatsächlich ein Unterschied zu manchen Konkurrenten, die ihre Streaming-Plattformen absichtlich einschränken.

Wichtig dabei: Das Gerät läuft ohne Google Mobile Services (GMS). Apps, die GMS voraussetzen, funktionieren nicht. Das ist der bekannte Tradeoff bei Android-Geräten aus China ohne Google-Lizenz. In der Praxis bedeutet das: Spotify, Tidal und Apple Music werden als native Implementierungen mitgeliefert oder lassen sich als APK laden — aber der Google Play Store ist nicht vorhanden. Wer mit APK-Sideloading klarkommt, wird damit kein Problem haben. Wer das nicht will, sollte das vorab einplanen.

Der Bypass der Sample Rate Conversion (SRC) ist laut Hersteller implementiert — also kein erzwungenes Resampling durch den Android-Audiomixer. Das ist die Voraussetzung für echte Bit-perfekte Ausgabe über USB, was wiederum die Grundlage für ordentliches DSD-Streaming ist. In der Praxis kommt es aber auf die jeweilige App und deren Implementierung an. Das lässt sich nur mit dem konkreten Setup testen.

Einordnung: Wo steht das Teil?

Der relevante Vergleichsrahmen: WiiM Ultra (ca. 330 Euro), Eversolo DMP-A6 (ca. 550 Euro) und der Bluesound Node (ca. 600 Euro).

Der WiiM Ultra ist günstiger, hat aber kein offenes Android-System und keinen M.2‑Slot. Der Eversolo DMP-A6 kommt mit eigenem DAC, kostet ähnlich viel, und ist für Leute gedacht, die kein separates DAC-Setup haben — konzeptionell also ein anderer Ansatz. Der Bluesound Node überzeugt vor allem durch BluOS und seine ausgereifte Multiroom-Integration, bietet aber keine offene App-Plattform.

Der Aiyima HYFIOO DM100 positioniert sich als puristischer Transport mit maximaler Software-Offenheit. Wer ein gutes DAC-Setup hat und trotzdem Streaming-Komfort von Apple Music bis NAS will, ohne an ein proprietäres Ökosystem gebunden zu sein, findet hier einen ernstzunehmenden Kandidaten.

Dass das Teil als Aiyimas erster Streamer noch keine lange Erprobungszeit hinter sich hat, ist ein legitimer Vorbehalt. Firmware-Updates werden entscheiden, wie langlebig die Plattform wirklich ist. Erste Nutzer berichten von solidem Betrieb — aber auch von Kleinigkeiten wie DSD256-Aussetzern oder dem Apple-Music-Crossfade-Problem, das übrigens einfach zu lösen ist: Crossfade in der App deaktivieren. Kein Drama, aber auch kein Selbstläufer.

Preis und Verfügbarkeit

Der Aiyima HYFIOO DM100 ist direkt über den Aiyima-Webshop erhältlich zum Preis von 530 US-Dollar, inklusive EU-Stecker. Das entspricht zum Zeitpunkt der Vorstellung grob 490 Euro — zuzüglich eventueller Importkosten je nach Versandweg. Ein EU-Händlernetz besteht zum Launch noch nicht.

Fazit: Konzept stimmt, Software entscheidet

Der Aiyima HYFIOO DM100 macht genau das, was ein reiner Transport machen soll: digitale Quellen sauber durchreichen, offen bleiben für alles was man draufpacken will, und dabei nicht übermäßig viel kosten. Das offene Android-14-System mit M.2‑Erweiterung ist in diesem Preissegment selten. Die fehlenden GMS sind ein Kompromiss, kein Dealbreaker — solange man weiß, worauf man sich einlässt.

Ob der DM100 langfristig hält, was das Spec-Sheet verspricht, hängt stark an der Software-Pflege. Genau das richtige Gerät für mutige Early Adopter — oder für alle anderen in ein paar Firmware-Updates.

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