Transparenzhinweis: Das in diesem Test vorgestellte Netzteil wurde mir kostenlos vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf meine ehrliche Bewertung des Produkts.
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Bevor wir zum eigentlichen Testprodukt kommen, lohnt sich ein kurzer Exkurs in die Welt der Stromversorgungen. Die meisten Audiogeräte werden standardmäßig mit kostengünstigen Schaltnetzteilen ausgeliefert, die zwar effizient und kompakt sind, aber oft erhebliche klangliche Nachteile mit sich bringen.
Schaltnetzteile (SMPS – Switched Mode Power Supply) arbeiten mit hohen Schaltfrequenzen und wandeln die Netzspannung durch schnelles Ein- und Ausschalten in die gewünschte Gleichspannung um. Dies erzeugt unvermeidlich hochfrequente Störungen und eine gewisse Restwelligkeit, die sich negativ auf die Klangqualität auswirken können.
Linear Netzteile hingegen funktionieren nach einem deutlich simpleren Prinzip: Die Netzspannung wird durch einen Transformator heruntergesetzt, gleichgerichtet und gefiltert. Ohne hochfrequente Schaltvorgänge liefern sie eine deutlich sauberere, rauschärmere Gleichspannung. Der Nachteil: Sie sind größer, schwerer und in der Herstellung teurer. Doch für audiophile Anwendungen sind diese Nachteile oft ein kleiner Preis für den klanglichen Gewinn.



Ein entscheidender technischer Parameter ist dabei die Restwelligkeit – also die verbleibende Wechselspannungskomponente auf der erzeugten Gleichspannung. Bei einfachen Steckernetzteilen kann diese bei erschreckenden 0,7V (Peak-to-Peak) liegen, während hochwertige lineare Netzteile Werte von unter 0,01V erreichen. In der Praxis resultiert dies in einem ruhigeren, detaillierteren Klangbild mit präziserer Bühnenabbildung und weniger Verzerrungen.
Bei linear Netzteilen spielt der verbaute Transformator eine zentrale Rolle für die Qualität der erzeugten Spannung. Das hier getestete Linear Netzteil setzt auf einen R‑Core Transformator – eine Technologie, die besonders in der audiophilen Szene geschätzt wird.

R‑Core Transformatoren (manchmal auch als “R‑Kern” bezeichnet) erkennt man an ihrem charakteristischen ovalen Kern, bei dem die Wicklungen nebeneinander liegen. Im Vergleich zu den ebenfalls beliebten Ringkerntrafos bieten sie einige spezifische Vorteile:
Ein R‑Core Trafo arbeitet hocheffizient und produziert ein extrem geringes magnetisches Streufeld. Das reduziert die Einstreuung in empfindliche Audioschaltungen und sorgt für eine sehr geringe Brummneigung. Nicht ohne Grund setzen Premium-Hersteller wie Sony, Cary Audio und Panasonic bei ihren High-End-Modellen auf diese Technologie.
Ringkern-Transformatoren gelten im Vergleich dazu als etwas “spritziger” im Klangcharakter, während R‑Core Trafos eine “innere Ruhe” ins Klangbild bringen. Ein weiterer technischer Vorteil: Die Kapazität zwischen Primär- und Sekundärwicklung liegt bei R‑Core Trafos meist bei nur 60–100 pF, was die Übertragung von Netzstörungen reduziert.
Traditionelle EI-Kern-Transformatoren, wie sie in günstigeren Geräten verbaut werden, schneiden im Vergleich klanglich meist deutlich schlechter ab.
Das Linear Netzteil kommt in einer schlichten Verpackung, die alle wesentlichen Informationen enthält. Im Lieferumfang befindet sich neben dem eigentlichen Netzteil auch ein 12V-Anschlusskabel für die Verbindung mit den zu versorgenden Audiogeräten. Was fehlt, ist ein Kaltgerätestecker zum Anschluss ans Stromnetz – hier muss man entweder ein vorhandenes Kabel verwenden oder eines separat erwerben.
Das Gehäuse selbst macht einen äußerst soliden Eindruck mit seiner vollständigen Metallkonstruktion, die effektiv zur Abschirmung beiträgt. Die Verarbeitung ist makellos und vermittelt das Gefühl eines Premium-Produkts. Mit seinem rechteckigen Design und den abgerundeten Kanten fügt es sich optisch gut in die meisten HiFi-Umgebungen ein.
Ein Blick ins Innere offenbart hochwertige Komponenten: Elna- und Nichicon-Kondensatoren, die für ihre Langlebigkeit und klangliche Neutralität bekannt sind, sorgen für eine stabile Stromversorgung. Diese Auswahl unterstreicht, dass es sich hier nicht um ein Massenprodukt, sondern um eine durchdachte audiophile Lösung handelt.




An der Front befindet sich ein digitales Display, das die aktuelle Ausgangsspannung anzeigt – ein nützliches Feature zur Überwachung, allerdings mit einem kleinen Wermutstropfen: Die blaue LED-Anzeige ist ausgesprochen hell und kann in dunkleren Umgebungen regelrecht blenden. Hier wäre eine Dimmfunktion wünschenswert gewesen.

Mit seiner Ausgangsleistung von 12V bei bis zu 3A (also 36W) bietet das Netzteil ausreichend Reserven für die meisten DACs, Vorverstärker und kleinere Vollverstärker. Die Stromkapazität von 3A ist dabei großzügig bemessen – viele vergleichbare Modelle wie der Keces P3 oder Sbooster bleiben bei 3A oder darunter.
Im praktischen Betrieb zeigt sich eine angenehme Eigenschaft: Das Linear Netzteil wird selbst nach stundenlangem Dauereinsatz nur mäßig warm. Im Gegensatz zu manch anderen linearen Netzteilen, die regelrecht Hitze entwickeln können, bleibt hier die Betriebstemperatur in einem sehr moderaten Bereich. Dies spricht für ein effizientes Design und hochwertigen Komponenten mit ausreichender Dimensionierung.
Ein weiteres technisches Highlight ist das geringe Rauschen: Die speziell für audiophile Anwendungen optimierte Filterung sorgt für eine besonders saubere Gleichspannung mit minimaler Restwelligkeit, was sich direkt in verbesserter Klangqualität niederschlägt.
Für den praktischen Test habe ich das Linear Netzteil an drei verschiedenen Fosi Audio Geräten ausprobiert, die alle mit 12V betrieben werden. Die Referenzplaylist mit Tracks wie Lorna Shore (Pain Remains I: Dancing Like Flames), Knocked Loose (Deep in the Willow) und Brand of Sacrifice (Purge) diente als klangliche Basis.
Der ZD3 ist Fosi Audios Flaggschiff-DAC und Vorverstärker mit umfangreicher Ausstattung. Mit seinen XLR- und RCA-Ausgängen, digitalen Eingängen (USB, optisch, koaxial, HDMI ARC) und Bluetooth-Konnektivität bietet er zahlreiche Anschlussmöglichkeiten.

Im Betrieb mit dem linear Netzteil anstelle des mitgelieferten Schaltnetzteils zeigten sich sofort hörbare Verbesserungen. Bei Lorna Shore’s Pain Remains I: Dancing Like Flames trat die komplexe Gitarrenarbeit deutlicher hervor, während der Deathcore-Gesang von Will Ramos an Präsenz und Dichte gewann. Besonders auffällig: Die Blast Beats wirkten präziser und die orchestrale Untermalung entfaltete eine neue Tiefe – ein Effekt, der sich konsistent bei allen getesteten Tracks zeigte.
Der K7 als kompakter Desktop-DAC für Audiophile und Gaming-Enthusiasten profitierte ähnlich stark vom Upgrade der Stromversorgung. Bei Knocked Loose’s Deep in the Willow konnte ich eine verbesserte Trennung der Instrumente und ein klareres Herausarbeiten der Breakdowns wahrnehmen. Die räumliche Abbildung gewann an Präzision, und selbst in dichten, dynamischen Passagen blieb der Klang aufgeräumter und kontrollierter.
Der P4 ist ein analoger Vorverstärker mit drei RCA-Eingängen, der sich ideal für die Steuerung mehrerer Quellen eignet. Im Test zeigte sich, dass die saubere Stromversorgung besonders bei der Feinabstimmung des Klangbilds entscheidend ist. Bei Zeal & Ardor’s Death to the Holy reduzierte sich das Grundrauschen spürbar, was die aggressiven Gitarrenriffs und Gospel-Elemente klarer voneinander trennte. Die Tone-Control-Bypass-Funktion des P4 ermöglichte zudem eine unverfälschte Wiedergabe, die von der stabilen Spannung profitierte.
Über alle drei Testgeräte hinweg ließen sich einige konsistente klangliche Verbesserungen durch den Einsatz des linearen Netzteils feststellen:
Mit einem Preis von etwa 100 Euro positioniert sich das getestete linear Netzteil im mittleren Segment. Vergleichbare Modelle von Premiumherstellern wie Keces (P3) oder Sbooster können leicht das Zwei- bis Dreifache kosten, bieten aber nicht zwangsläufig bessere technische Spezifikationen.
Nach ausgiebigen Tests mit drei unterschiedlichen Fosi Audio Komponenten kann ich das 12V 3A Linear Netzteil mit R‑Core Transformator uneingeschränkt empfehlen. Es repräsentiert eines der sinnvollsten Upgrades im Preis-Leistungs-Verhältnis, die man für ein bestehendes HiFi-Setup vornehmen kann. Wen das linear Netzteil interessiert, kann es sich bei AliExpress ordern.










Ja, wir lieben Eversolo! Und dann werfen sie auch noch zwei fast identische Streamer in den Ring, zwischen denen man wählen muss.

Fangen wir langsam an. Eversolos Streamer sind nicht ohne Grund in aller Munde. Sie klingen einfach genial! Wem die Sound-Qualität von Spotify und Co. nicht ausreicht, wird schnell den Blick in Richtung High-Res-Audio richten – und hier kommen die Eversolos ins Spiel. Sie haben es geschafft, mit einem vergleichsweise „kleinen“ Preis die Qualität der Wiedergabe, zum Beispiel bei Qobuz, unglaublich zu steigern. Wer hochauflösende Musik hören möchte, kommt eigentlich nicht um einen guten Streamer herum. Mit dem DMP-A6 hat man schon fast den Volks-Streamer gefunden.
Das Besondere an der Master Edition des Streamers verbirgt sich im Inneren des gelungenen Gehäuses. Hier hat Eversolo bei einigen Bauteilen noch eine Schippe draufgelegt, um dem DMP-A6 noch mehr Performance zu entlocken. Ein Highlight sind die verbesserten Operationsverstärker, oft auch OpAmps genannt, die an verschiedenen Stellen in der Schaltung zum Einsatz kommen. In der Master Edition kommen nun OPA1612 von Texas Instruments zum Einsatz, die im Vergleich zur Standard Edition mehr als dreimal niedrigere Rauschwerte bieten. Gleichzeitig ist der effektive Arbeitsbereich, also die Bandbreite der Bauteile, deutlich erweitert.
Auch bei der Signaltaktung legt die Master Edition nochmal nach. Zwar setzte die Standard-Variante bereits auf zwei unterschiedliche Oszillatoren, doch hier verwendet Eversolo nun hochpräzise Clocks von Accusilicon. Deren Genauigkeit liegt im Femtosekundenbereich und sorgt für noch weniger Jitter – und damit für eine präzisere und klarere Wiedergabe.
Das war erst einmal gar nicht so einfach zu fassen. Würde die Fachpresse hier mit blumigen Worten den Player umjubeln, sehen wir das ein wenig nüchterner. Erstmal: Die Master Edition klingt nicht anders. Zumindest war das definitiv unser Ersteindruck. Wir haben beide Player mit denselben Kabeln an dieselbe Hardware angeschlossen und brauchten nur die Eingangskanäle per Fernbedienung wechseln. Und nein… da ist erstmal nichts.
Pam, pam, pam, pam. Goldohren werden uns hier jetzt alles Mögliche herunterbeten können, aber es ist fraglich, ob das jeder so hört oder ob das Geld, das teils bei der Fachpresse für Testberichte fließt, sich in der Meinung widerspiegelt.
Es gab aber Unterschiede! Laufzeitunterschiede. Wir haben den Versuch öfter wiederholt, um nicht auf einen Fehlerteufel unsererseits hereinzufallen. Beide Player haben unsere Referenz-Playlist im Loop parallel abgespielt. Hier haben wir die Player ohne Laufzeitverzögerung gestartet. Nach einer gewissen Zeit hat sich aber eine unterschiedliche Laufzeit zwischen den Playern eingestellt. Diese war nicht dramatisch groß, zeigt aber, dass die in der Master Edition verwendeten Oszillatoren von Accusilicon definitiv präziser arbeiten. Ob nun jemand genau diesen minimalen Laufzeitunterschied tonal hören kann? Wahrscheinlich nicht.
Dann haben wir mit der Zeit doch etwas gehört. Eventuell sind wir irgendwie abnormal, aber bei Zimmerlautstärke können wir wirklich nichts feststellen. Geben wir hingegen ordentlich Gas und drehen den Lautstärkeregler in Richtung 85 dB, dann wird es ziemlich abhängig von der Musik. Die besseren OpAmps scheinen hier doch das Zünglein an der Waage zu sein und dem Player hier und da im Sound positiv zuzuspielen. Ist der klangliche Unterschied aber jetzt im Bereich von knapp 450 €?
Die Frage darf man uns eigentlich nicht stellen… denn 450 € können in einem Setup fernab vom Streamer noch deutlich mehr bewegen, um den Klang generell zu verbessern! Akustik-Elemente, bessere Lautsprecher (hier hört man den Preis am ehesten), ein Subwoofer als Ergänzung… all sowas verbessert sicherlich den Klang mehr als der Unterschied zwischen DMP-A6 und DMP-A6 Master Edition.
Mit einem Preis von 1300 € ist die Master Edition des DMP-A6 nicht mehr der Schnapper, den wir dem DMP-A6 attestieren. Hat man jedoch generell eine Anlage im Mittelklasse-Bereich, irgendwo bei 2000 € aufwärts, und möchte nicht direkt zum DMP-A8 greifen, ist die Master Edition wahrscheinlich die beste Wahl.
Wir erleben jetzt ein Dilemma. Sind wir gleichermaßen vom DMP-A6 und der DMP-A6 Master Edition begeistert, hören wir jetzt, gerade durch die längere Testzeit, den Unterschied. Und immer wieder piekst es uns, dass wir doch statt dem DMP-A6 zur Master Edition hätten greifen sollen. Aber ohne sie im direkten Vergleich zu hören, wäre uns der Unterschied wahrscheinlich gar nicht aufgefallen.
Hier verhält es sich aber immer gleich: Man sollte sich nicht zu sehr auf Geschriebenes von der Fachpresse verlassen, sondern darauf achten, dass man sich die Wunschgeräte ins Haus holt und vielleicht wirklich eine Gegenüberstellung seiner Wunschkomponenten macht. Wäre unser Testzeitraum nur wenige Tage gewesen, hätten wir bis auf den Laufzeitunterschied durch den Femto-Clock-Oszillator nicht wirklich viel feststellen können.
Wenn uns jetzt nicht irgendwie eine Ultra-Option ins Haus segelt, bleiben wir natürlich bei unserem DMP-A6, den wir ja dann nicht mehr gegenhören können. HiFi ist und bleibt ein Hobby, das sich jeder selbst definiert und auf der Suche nach etwas Besonderem ist. Genau das macht dieses Hobby so schön!
Musik zu genießen, zu erforschen und zu erleben – und dies nach Möglichkeit in ihrer ursprünglichen Form. HiFi ist auch nicht tot, sondern wird von der heutigen Jugend einfach anders gelebt. Und Streaming ist ein Teil davon! Mit dem Eversolo DMP-A6 und der DMP-A6 Master Edition hat man hier die perfekte Einstiegsdroge.
Schaut in euch selbst und überlegt euch eure Budget-Grenzen. Tun euch die 450 € extra in der Tasche weh, und habt ihr noch etliche Verbesserungen an eurem Setup im Kopf? Nehmt die 450 € und verbessert euer Setup! Solltet ihr wirklich mit eurem Raum und Gewissen im Reinen sein, dann greift zur Master Edition.



