Knocked Loose - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de Audio & Heimkino. Ernst genommen. Fri, 26 Jun 2026 11:59:43 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 https://www.hifigeek.de/media/cropped-hifigeek.de-512-32x32.png Knocked Loose - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de 32 32 60029611 Arendal 1723 Tower THX — Giantkiller mit Bodenhaftung https://www.hifigeek.de/arendal-1723-tower-thx-giantkiller/ https://www.hifigeek.de/arendal-1723-tower-thx-giantkiller/#respond Sun, 15 Feb 2026 15:00:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9981 Ich hatte sie schon lange auf dem Schirm. Nun endlich stehen die Arendal 1723 Tower hier zum Test. Was diese feinen Boliden leisten, wie sie verarbeitet sind und warum sie das Schnäppchen sind, das sie versprechen, gibt’s jetzt hier – ungeschönt.

Disclaimer: Die Arendal 1723 Tower THX wurden mir von Arendal für den Test kostenlos zur Verfügung gestellt. Es gibt jedoch keine Einflussnahme auf meine ungeschönte Meinung und Ergebnisse. Arendal hatte keinen Einfluss auf den Testaufbau und steht in sonstiger Hinsicht in keiner Beziehung zu diesem Review.

Arendal 1723 Tower Review auch auf Youtube:

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Arendal Sound

Oh, Arendal. Einigen wird diese norwegische Lautsprecher-Schmiede bereits bekannt sein, für andere wird sie gänzlich neu und spannend sein. Aber machen wir doch erst einmal einen Ausflug in den rauen Norden.

Am liebsten würde ich jetzt schreiben: Hoch im kalten und rauen Skandinavien, wo harsche Winde und eisige Wellen die Landschaft einst formten, wo Winter noch Winter sind und teils Monate kein Sonnenlicht den Tag erhellt. Wo Mythen von Trollen die Runde machen und die Landschaften noch unberührt sind.

Naja, Arendal liegt genau genommen an der Südküste von Norwegen und ist demnach gar nicht so hoch im Norden, wie man meinen mag. Zwar sind die Winter dort sicherlich noch eine andere Hausnummer als bei uns und die Landschaften wirklich schroffer – bis zu malerischen Fjorden und Fjells ist aber noch ein gutes Stück Fahrt nötig. Ich will das auch gar nicht schmälern, da Norwegen in meinen Augen bisher das schönste Land ist, das ich bereisen durfte.

Arendal Sound ist nach der Küstenstadt Arendal benannt und zählt zu den jüngeren HiFi-Marken da draußen. 2015 gegründet, haben sie eine steile Entwicklung hinter sich und können mittlerweile drei ausgewachsene Lautsprecher-Serien vorweisen. Ich glaube behaupten zu können, dass keine im unteren Einsteiger-Segment angesiedelt ist – Arendal Sound macht keine Gefangenen.

Arendal Sound hat sich als Direktvermarkter wie z. B. Teufel, XTZ oder auch Nubert etabliert. Die Vorteile liegen auf der Hand: Direktvermarkter können mit dem Aussparen des länderspezifischen Vertriebs und des Handels ein lukratives Preis-Leistungs-Verhältnis liefern. Leider werden Direktvermarkter ein ums andere Mal gerade auf HiFi-Messen ein wenig belächelt und von Händlern oft mit Argwohn beäugt.

Dies ist aber in meinen Augen eher ein gutes Zeichen! Zwar weiß ich, dass gerade die Boomer-Generation große Stücke auf selbsternanntes „Fachpersonal“ legt und sich liebend gerne von ihnen beraten und weisen lässt. Dennoch bin ich guter Dinge, dass meine Leser ein wenig kritischer sind und sich so auch ganz gut ihre eigene Meinung bilden können.

Arendal Sound produziert wie viele Premium-Marken in Fernost – genauer gesagt in China. Ihr Slogan fasst es treffend zusammen: Conceived in Norway. Born in China. Raised by you. Was negativ klingen mag, ist es keineswegs. Gerade bei hochwertiger Massenfertigung bleiben die Preise kundenfreundlich. Auch wenn die Inflation Arendal nicht verschont: Bei der Markteinführung Ende 2017 kosteten die Arendal 1723 Tower noch 2.700 € – heute ein echtes Schnäppchen!

Arendal Sound Serien

Wer Arendal Sound noch nicht kennt, für den habe ich jetzt mal kurz eine kleine Übersicht, was man so von dem Direktversender erwarten kann. Arendal Sound gliedert sich in drei Serien: 1961, 1723, 1528. Die Serien sind nach bedeutenden historischen Daten der norwegischen Hafenstadt Arendal benannt.

Die 1961er Serie markiert den Einstieg in die Arendal-Welt. In dieser Serie gibt es alle erdenklichen Lautsprecher-Typen und bei den Standlautsprechern liegen wir bei 1.900 € Paarpreis.

Die 1723er Serie markierte bis Ende 2024 Arendals High-End-Referenz- und Flaggschiff-Serie. Diese unterteilt sich noch einmal in die „normale“ 8‑Zoll-Treiber-Serie und eine etwas kleinere 6,5‑Zoll-Treiber-Serie. Wie bei den 1961ern auch, gibt es hier die volle Bandbreite an verfügbaren Lautsprecher-Typen, und bei den Standlautsprechern liegen wir bei 3.800 € respektive 3.100 € Paarpreis.

Die 1528er Serie markiert seit Ende 2024 Arendals Ultra-High-End-Referenz- und Flaggschiff-Serie. Diese ist als Spitze des Eisbergs zu verstehen und ebenfalls für wirklich große Hörräume gedacht. Wie bei den anderen beiden Serien gibt es eine breite Bandbreite an Lautsprechern. Speziell zu erwähnen ist in meinen Augen z. B. der unglaubliche Center-Lautsprecher: Mit 1,35 m Breite, 29 cm Höhe und einem Gewicht von satten 82 kg versteht Arendal keinen Spaß. Bei den Standlautsprechern liegen wir hier bei einem Paarpreis von 9.900 €.

Arendal 1723 Tower THX — Imposanz

Die Arendal 1723 Tower THX sind ausgewachsene Lautsprecher, die eventuell schon einen Hörraum größen- und leistungstechnisch sprengen können. Die THX Ultra Zertifizierung ist hier nicht nur als Heimkino-Prädikat zu sehen, sondern spiegelt in erster Linie wider, dass die Lautsprecher für extreme Pegel ohne Verzerrung gemacht wurden. 112 dB unverzerrt, im Peak 124 dB bei Musiksignalen, sind schon mal eine Ansage.

Wer solche irren Lautstärken fahren möchte, muss aber auch das nötige Kleingeld haben, um eine Endstufe mit 500+ Watt/Kanal an die Arendal 1723 Tower zu hängen.

Die Arendal 1723 Tower sind aber auch keine Spargel-Tarzane. Mit 119 cm Höhe und 27,5 cm Breite sowie einem Gewicht von 50,6 kg pro Stück bekommt man hier richtig viel Material für sein Geld. Bei einer Tiefe von knapp 40 cm muss der Hörraum aber auch das gewisse Etwas an Raumtiefe bieten – mit Abstand zur Wand sind schnell 60–70 cm belegt.

Unboxing und Lieferumfang

Die Arendal 1723 Tower THX kommen natürlich auf einer Europalette per Spedition. Hier sollte man sich eine zweite Person zur Hilfe holen, denn das Handling der Kartons und des Gewichts ist nix für schwache Nerven. Ich habe sie alleine bewegt und aufgestellt und kann sagen: absolute Grenze des Machbaren. Wer hier einmal unachtsam ist, wird dies später bitter bereuen.

Nachdem ich den ersten massiven Karton in meinen Hörraum verfrachtet hatte, ging es ans Unboxing. Die Lautsprecher sind fabelhaft verpackt. Sie ruhen in zwei dicken, ineinander geschachtelten Kartons und sind dann mit äußerst stabilen Schaumstoff-Teilen in Position gehalten. Geschützt werden sie weiterhin durch einen Baumwollsack, welcher sich natürlich empfiehlt, erst nach der Montage der Traversen und Aufstellung zu entfernen.

Ich für meinen Teil habe den jeweiligen Lautsprecher auf die Unterkante des Kartons gehoben und hatte so die Möglichkeit, problemlos die Traversen und Spikes zu installieren. Ich habe mich für die Spikes entschieden, es liegen aber auch Gummifüße bei.

Nach der Installation der Traversen und Spikes am Arendal 1723 Tower habe ich den Hebel des Kartons und des unten aufliegenden Lautsprechers genutzt, um diesen vorsichtig auf meinem Teppich auf die Spikes zu stellen. Hier müsst ihr echt vorsichtig sein und einiges an Muskelkraft aufbringen, wenn ihr dies alleine machen wollt. Es befindet sich keine Abdeckung auf den empfindlichen Treibern! (liegt separat im Karton) Besser zu zweit.

Natürlich habe ich dann direkt den Baumwollsack entfernt, weil ich mir die guten Stücke ansehen wollte. Was soll ich sagen? Ich glaube, das war der erste Moment, in dem ich ein wenig Kribbeln verspürt habe und noch mal in mich ging.

Design, Verarbeitung und Aufstellung

Da standen nun diese massiven Arendal 1723 Tower vor mir – imposant in jeder Hinsicht. Arendal verzichtet, anders als schon fast branchenüblich, auf Gehäuse aus MDF und setzt auf HDF. High-Density-Fiberboard ist um ein Vielfaches dichter und stabiler als MDF und sorgt für noch steifere, resonanzärmere Gehäuse.

Die mir zugesandten Arendal 1723 Tower sind matt weiß lackiert. Die Lackierung ist tadellos. Ich habe die Lautsprecher überall nach Imperfections abgesucht, aber konnte beim besten Willen nichts beanstanden. Saubere Gewinde, einheitliche Lackierung, keine Staub- oder Lufteinschlüsse, keine unliebsamen Kanten. Das Anschlussterminal sitzt satt und sauber in der Rückseite des Lautsprechers. Die Eloxierung der massiven Aluplatte, auf der die rhodinierten Anschlussterminals installiert sind, ist ebenfalls mackenfrei.

Ja, ich weiß, das sieht man nicht unbedingt, aber ich versuche das Haar in der Suppe zu finden. Spoiler: hab ich nicht gefunden.

Die Terminals sind massiv und wurden zur Korrosionsbeständigkeit rhodiniert. Ich habe aus Interesse die Gewinde mal bewegt, nur um zu sehen, wie sauber sie gearbeitet wurden. Generell benutze ich die Lautsprecher mit Bananensteckern. Natürlich sind die Lautsprecher bi-amp- / bi-wiring-fähig. Dennoch: Arendal liefert bei den 1723 Towern jeweils zwei massive, vorinstallierte rhodinierte Kupferbrücken mit. Da ich vorhabe, die Lautsprecher primär erst einmal mit den Burson Audio Timekeeper GT4 Max zu testen, kann das auch so bleiben.

Zum Schutz der empfindlichen Treiber – oder vielleicht für den ein oder anderen aus optischen Gründen – liegt jedem Lautsprecher natürlich noch eine Abdeckung bei. Diese ist (natürlich!) massiv und schwer verarbeitet und hält mit starken Neodym-Magneten optisch unsichtbar an den Lautsprecherfronten. Da bewegt sich nix weg, und wenn man mal dagegenkommt, wird das die Lautsprecher zuverlässig schützen.

An der Rückseite der Arendal 1723 Tower gibt es noch drei 2,6‑Zoll‑Ports. Diese sind ab Werk mit Schaumstoff-Plugs verschlossen, da sich die Lautsprecher „sealed“ und „ported“ betreiben lassen.

Wer die Lautsprecher in ihrer Seitenansicht betrachtet, dem fällt auf, dass die Lautsprecher nicht im 90‑Grad‑Winkel zum Boden einfach gerade nach oben verlaufen, sondern wie ein Parallelogramm nach hinten geneigt sind. Dies hat folgende Vorteile:

  • Ästhetik & Stabilität: Dynamisches Erscheinungsbild, niedriger Schwerpunkt mit Outrigger-Füßen.
  • Time-Alignment: Tweeter und Midbass erreichen den Hörplatz zeitgleich (akustische Zentren ausgerichtet), reduzieren Phasenfehler für präziseres Imaging.
  • Optimale Achse: Geneigter Sweet-Spot bei Sitzhöhe (ca. 1 m Ohrhöhe), bessere Hochton-Integration.
  • Weniger Diffraction: Glatte Front minimiert Beugungsspitzen, homogenere Abstrahlung.

Zum Design der Arendal 1723 Tower THX bleibt von meiner Seite her zu sagen, dass ich sie sehr ästhetisch finde. Es sind ausgewachsene, große, massiv dastehende Lautsprecher, die beim Hereinkommen in den Raum das Gefühl vermitteln, dass hier nicht gespaßt wird. Bei kleineren Lautsprechern denkt man immer erst: „Hoppla, hier wird immer erzählt, hier steppt der Bär, aber die Lautsprecher gehen mir gerade bis zur Hüfte …“ oder: „Ach! Das sind also Regallautsprecher, die du hast. Wenn du immer erzählst, dass du viel Musik hörst, habe ich immer an große schwarze Lautsprecher wie auf Konzerten gedacht.“

Wir wissen alle, dass es sich bei den meisten dieser Äußerungen um Unwissenheit handelt, und sobald meist der erste Ton spielt, weiß auch der Besuch, dass es hier wirklich ernsthaft wird. Bei den Arendal 1723 Towern aber kommt einem direkt ein „WOW“ entgegen. Sie sehen nach dem aus, was sie sind. Nicht mehr und nicht weniger.

Für die Boomer- und Holz-Fraktion könnten die Arendal 1723 Tower eine harte Nuss sein. Ich ordne sie klar dem modernen Design zu – kein nobles Möbelstück mit Edelholz, sondern puristisch und funktional. Arendal bietet lediglich Satin Black oder Satin White an, was perfekt in zeitgenössische Wohnräume passt. Ich selbst habe mich auf weiß-matt eingeschossen und finde es zeitlos elegant, doch ich verstehe den Hang zur Wärme und zum Status edler Holzfinishes absolut.

Aufstellung

Arendal bietet einen exzellenten Aufstellungs-Guide, der sich wirklich lohnt. Grob variiert die optimale Position je nach Szenario:

  • Für Musik: Zuerst exakt auf den Hörplatz toe-in, dann leicht öffnen für maximale Bühnenbreite (individuell nach Vorliebe).
  • Für Heimkino: Symmetrische Ausrichtung direkt auf den Hörplatz – dank des Waveguide-Designs minimieren die Arendal 1723 Tower seitliche Reflexionen sogar in unbehandelten Räumen und liefern präzisen Richtcharakter.

Abmessungen

SpezifikationWert
Abmessungen (H/B/T ohne Füße)115 × 27,5 × 40 cm​
Mit Füßen (H/B/T)119,1 × 37 × 40 cm​
Gewicht (inkl. Spikes)50,6 kg​
GehäuseHDF (High Density Fiberboard), versiegelt/ventiliert (3 × 2,6″ Ports)​
FinishSatin Black / Satin White​

Tech-Specs

Die Arendal 1723 Tower THX sind nach dem Prinzip entstanden: nicht kleckern, sondern klotzen! Wenn man allein die brachiale Optik sieht: Das Gehäuse ist an der Front von oben bis unten mit 8‑Zoll‑Mittel- und Tiefton-Treibern gespickt, die speziell für Arendal gefertigt wurden und es ermöglichen, mit „nur“ 119 cm Höhe auszukommen. Der Hochtöner sitzt ebenfalls in einem 6,5‑Zoll‑Waveguide. Somit ergibt sich eine technisch anmutende Front.

Die Arendal 1723 Tower sind nach dem 2,5‑Wege‑Prinzip gebaut. Sie nutzen eine modifizierte D’Appolito-Anordnung. Klassisch handelt es sich normalerweise um eine MTM-Anordnung (zwei Midbass + zentraler Tweeter). Wegen des 2,5‑Wege‑Systems, das Phasenfehler vermeiden soll, wurde das System aber nicht mit einem separaten Mitteltöner ausgestattet, sondern besitzt homogen custom-designte 8‑Zoll‑Membranen, die Bass und Midrange abbilden können. Die drei unteren fokussieren sich auf den Tiefbass, während der obere mit dem Tweeter zusammen Midbass und Höhen übernimmt.

So ergibt sich ein Crossover bei 120 Hz (Bass-Trennung) und 1.500 Hz (Mid/High).

Die nominale Impedanz der Lautsprecher beträgt 4 Ohm und sie sind mit einer Sensitivität von 92 dB / 2,83 V / 1 m relativ effizient und leicht anzutreiben. Das ist überraschend, da man bei so ausgewachsenen Lautsprechern auch durchaus anderes gewohnt ist.

Die Arendal 1723 Tower sind zwar mit einer typischen „In-Room Bass Response“ von 16 Hz und einem linearen Frequenzverlauf von 37 Hz–20 kHz angegeben, man sollte aber davon ausgehen, dass sie in einem akustisch behandelten Raum vielleicht irgendwo bei ~25–30 Hz nutzbaren Bass produzieren.

Daraus ergeben sich zwei Erkenntnisse: Die Arendal 1723 Tower spielen extrem tief und sind so geeignet für Leute, die gerne ohne Subwoofer auskommen wollen. Hier empfiehlt es sich natürlich, an der Endstufe nicht zu sparen. Mit den angegebenen 112 dB schaffen die Lautsprecher das darüber hinaus auch mit hohen Pegeln.

Des Weiteren lassen sich die Arendal 1723 Tower – wie weiter oben schon erwähnt – sealed und ported betreiben. Das ist insofern interessant, als man sie nicht unbedingt offen betreiben muss, wenn man ohnehin vorhat, einen Subwoofer mit in die Kette zu nehmen, und so ein geschlossenes und damit noch responsiveres Hörvergnügen bekommt. Abgesehen davon, dass man sie so auch näher an die Wand stellen kann, ohne negative Effekte befürchten zu müssen.

SpezifikationWert
Design2.5‑Wege​
Treiber28 mm Tweeter (mit Waveguide), 4 × 8″ Woofer​
Frequenzgang (-6 dB, anechoisch)37 Hz–20 kHz​
F3 (anechoisch)45 Hz​
Sensitivität92 dB / 2,83 V / 1 m​
Impedanz4 Ohm nominal​
Crossover-Frequenzen120 Hz / 1500 Hz​
Empfohlene VerstärkerleistungBis 500 W RMS @ 4 Ohm​

Klang und Höreindrücke

Okay! Stehen die Arendal 1723 Tower erst einmal an Ort und Stelle und sind ordentlich verkabelt, steht dem ersten Hören nix mehr im Weg. Nach der Pflicht folgt also die Kür – und natürlich kenne ich einige Reviews zu den Lautsprechern, was meine Erwartungen in astronomische Höhen befördert hat.

Platz genommen, Eversolo DMP-A6 und Burson Timekeeper GT4 Max angeschmissen. Natürlich wird wie immer zuallererst meine Qobuz Metal-Referenz-Playlist zu Rate gezogen. Diese ist für alle frei verfügbar und darf gerne zur besseren Nachvollziehbarkeit benutzt werden. Des Weiteren bin auch ich nicht ganz resistent gegenüber der Musik, die oft von Herstellern und Händlern auf Fachmessen herangezogen wird, und habe mal eine kleine Sammlung an Referenz-Musik angelegt. Dennoch finde ich, ist diese mit Vorsicht zu genießen, weil diese Songs tendenziell immer gut klingen, da hier mehr Bass-Quantität vor wirklicher klanglicher Qualität geht. Interessant sind sie dennoch.

Arendal 1723 Tower × Eversolo DMP-A6 + Burson Timekeeper GT4 Max

Okay! Bass-Port-Plugs raus, dennoch habe ich mir direkt die Mühe gemacht und das neue Einmess-Feature vom Eversolo benutzt. MiniDSP UMIK‑1 (kalibriertes Messmikrofon) ans iPad Air gehängt und den Wizard durchlaufen lassen. FIR-Filter erstellen lassen und Profil auf „linear“ gestellt. Ja, ich weiß, viele lieben eher so ’ne Harman-Curve, aber ich finde linear mit einer leichten Bassanhebung noch ’ne Ecke geiler.

Der Aha-Effekt kam sofort! Ja, die Arendal 1723 Tower sind bewusst ein Hybrid zwischen Musik und Heimkino, aber dass sie so musikalisch mitmachen, hatte ich nicht erwartet. Sie stehen den Amphion Argon3S in der Klarheit und Bühne in nichts nach! Hier findet ihr übrigens den Test zu den Amphion Argon3S. Natürlich haben die Arendal 1723 Tower mehr Body und Tiefe.

Ich musste mich erst ein wenig fangen, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass sie gerade für Musik so ultra gut funktionieren.

Haben wir hier wirklich einen Giantkiller?

Ich bin ebenfalls schuldig, wenn es um Hype-Trains geht, aber ich glaube bzw. weiß, dass es da draußen manchmal das eine Produkt gibt, das ein Unicorn darstellt und selbst Produkte, die ein Vielfaches kosten, in den Schatten stellt.

Natürlich habe ich alles unternommen, um mir irgendwie sicher zu sein: 50 Stunden einlaufen lassen, wie Arendal es empfiehlt, an der Platzierung gefeilt, mit und ohne Einmessung gearbeitet. Ich hatte bereits das Glück, einiges hören zu dürfen, und ich glaube, die Arendal 1723 Tower machen so einiges richtig.

Ich muss meine Euphorie zügeln, um seriös zu bleiben – innerlich bin ich am Durchdrehen. Wer keinen Boutique-Lautsprecher mit überhöhter Neutralität sucht und nicht zwingend 13.000–15.000 € investieren will, findet im Arendal 1723 Tower einen echten Endgegner. Ab dieser Preisklasse werden Frequenzweichen, Gehäuse und Komponenten noch exklusiver – aber die Luft im Portemonnaie merklich dünner.

Genau dies ist für mich die Definition eines Giantkillers. Er spielt in das Zwei- bis Dreifache seines Budgets, und man muss sich gar nicht schlecht fühlen, wenn man die Konkurrenz sieht. Hier haben wir in der Tat einen Lautsprecher, der – wenn man bereit ist, das Geld in die Hand zu nehmen – das Budget bis zum letzten Cent ausreizt. Ich kenne wirklich nicht viele so herausragende Produkte im HiFi-Bereich. Bin aber immer wieder dankbar, dass sich ein Hersteller traut, das Preisgefüge ein wenig aus dem Gleichgewicht zu bringen, um die Preise irgendwie noch am Boden zu halten.

Heimkino vs. HiFi

Jetzt kommen mir einige sicherlich mit der Argumentation, dass es sich doch schließlich um Heimkino-Lautsprecher handelt. Schließlich werden sie recht stark als solche beworben und auf ihnen prangt das THX Ultra Zertifikat.

Also: Kann man die Arendal 1723 Tower THX denn wirklich für Musik empfehlen? Hierauf habe ich ein ganz klares Ja! zu entgegnen. Absolut und uneingeschränkt! Ich weiß es nicht genau, aber wenn man einen guten HiFi-Lautsprecher baut, kommt da meist ein guter Heimkino-Lautsprecher bei raus – vor allem, wenn man die paar Feinheiten beachtet, die er als hervorragender Heimkino-Lautsprecher braucht.

Die Arendal 1723 Tower spielen kräftig wie luftig, tief, aber auch klar. Stimmen wirken natürlich und präzise, genauso wie die Bühne und die dazugehörigen Instrumente. Sie sind sehr aufgeräumt und machen all dies, ohne auch nur im Anflug angestrengt zu wirken.

Ich habe viele Stunden des Hörens in den letzten 4 Wochen investiert, um hier wirklich sicher zu sein. Aber ehe ich hier weiter um den heißen Brei rede: Lasst uns ein wenig über Musik sprechen!

Imminence – God Fearing Man

Imminence holt mich immer mehr ab, gerade God Fearing Man, weil der Track eine gewisse Imposanz mitbringt. Der ruhige, fast fragile Gesang, die Geige des Sängers, die sich langsam aufbaut – und dann dieser Breakdown. Ich habe diesen Moment schon oft als Referenz genannt, aber so kraftvoll wie über die Arendal 1723 Tower habe ich ihn in Stereo noch nicht erlebt.

Die Arendal schaffen es, die komplette Grundstimmung, den Spannungsbogen und die Entladung emotional nachvollziehbar und gleichzeitig kontrolliert zu inszenieren. Nichts klebt an den Lautsprechern, die Bühne löst sich sauber vom Gehäuse, und trotzdem steht der Bass mit Autorität im Raum.

Ich will nicht behaupten, dass der Track maximal komplex wäre, aber genau darin liegt der Charme: Man hört sofort, wie gut eine Box Dynamik, Timing und emotionale Dichte kann. Und hier zeigen die Arendal 1723 Tower ganz klar: Studioqualität ist kein Marketing-Floskel.

Knocked Loose — Everything is quiet now

Bei den einen erzeugt Knocked Loose blutende Ohren, ich liebe diese rohe Energie. Die ungeschliffene, ehrliche Musik der Band fasziniert zum Glück nicht nur mich, stellt bei der Wiedergabe aber einige Fallstricke: Immer wieder stoße ich auf HiFi-Komponenten, die genau hier den Sound produzieren, der einem tatsächlich die Ohren blutig schreit.

Druck ist halt nicht die halbe Miete – also müssen sich die Arendal 1723 Tower auch Knocked Loose stellen. Hier bekomme ich genau das, was ich suche: Aus dem scheinbaren Einheitsbrei mit kreischenden Gitarren wird ein differenziertes Klangbild, wie ich es von guten Knocked-Loose-Liveperformances kenne. Dreckig, ja. Roh, ja. Aber absolut genießbar. Nicht für jeden, aber eben für mich – und das zählt.

Lorna Shore – Glenwood

Gehen die Deathcore-Überflieger gerade auf große Europa-Tour und ich zum schon lange ausverkauften Konzert nach Hamburg, können sie auch hier mal wieder eine Erwähnung vertragen.

Dieser Abschnitt geht aber viel mehr raus an eine Person, die diesen Track quasi tot gehört hat, um ihn danach direkt wieder in Dauerschleife laufen zu lassen. Das soll nicht heißen, dass der Song kacke ist, sondern dass er mir regelrecht eingemeißelt wurde – es war nur eine Frage der Zeit, bis er auf meiner Referenzliste landet.

„Glenwood“ ist wie so viele Songs von Lorna Shore ein Brett. Emotional geht es um Reue, Stolz, der im Weg steht, und darum, ob man zu weit weg ist, um Dinge wieder gut zu machen – mit der Botschaft, dass man sich fragen sollte, ob es das wert ist, so lange verletzt und stur zu bleiben.​

Brutal schnelle Drums, Will Ramos mit seinem einzigartigen Gesangstalent, flankiert von schiebenden Riffs und dieser typischen choralen/orchestralen Epicness. Ein Wechselspiel zwischen ruhig und drückend – genau das richtige Material, um Feingeist und Antrieb der Arendal 1723 Tower zu demonstrieren. Ich weiß nicht, wie oft der Song hier gelaufen ist; an ihm habe ich jedenfalls die Positionierung (Toe-in) der Lautsprecher optimiert, bis ich die für mich beste Bühne hatte.

Jedenfalls ist dieses Lied nicht ganz unschuldig an meiner Liebe zu diesen Lautsprechern.

Unliebsame Messe-Musik – trotzdem wichtig

Jetzt kommt der Teil, den ich persönlich immer nur in kleinen Dosen ertrage: typische Messe-Musik. Ihr kennt das – Diana Krall, Nils Lofgren, „audiophile“ Aufnahmen mit viel Raum, wenig Komplexität und möglichst spektakulären Effekten.

Ich bin ganz ehrlich: Das ist nicht meine Alltagsmusik. Aber sie ist extrem nützlich, um bestimmte Eigenschaften zu beurteilen – Feinauflösung, Leisehörfähigkeit, Bühnentiefe, Lokalisationsschärfe.

Was sie aber immer gemeinsam haben, ist Bass. Ich glaube ganz fest, eines der Verkaufsargumente ist es, ein Fundament zu präsentieren. Ich will nicht sagen, dass es leicht ist, aber Bass scheint mir oft der Treiber zu sein.

Aber sind wir ehrlich: Bass ist es, was die Arendal 1723 Tower schon fast beiläufig liefern.

Mit den Arendal 1723 Towern passiert hier das, was ich mir von einem echten Allrounder erwarte:

  • Stimmen stehen sauber im Raum, klar umrissen, ohne ins Sibilante zu kippen.
  • Die Bühne zieht sich glaubhaft in die Tiefe, Instrumente sind klar voneinander getrennt.
  • Selbst bei sehr niedrigen Pegeln bleibt alles durchhörbar, nichts fällt in sich zusammen.

Besonders spannend: Die Arendal klingen nie „HiFi-überanalytisch“, sondern behalten immer eine gewisse Selbstverständlichkeit. Sie zeigen, was auf der Aufnahme passiert, ohne dir permanent „Hör mal, wie detailliert ich bin“ ins Gesicht zu schreien. Genau so soll es sein. Und trotzdem sind sie nicht der weichgewaschene People-Pleaser, der dir alles samtig in die Ohren schmiegt.

Arendal 1723 Tower + Subwoofer

So mächtig die Arendal 1723 Tower im Bass sind – und das sind sie zweifellos –, gibt es Szenarien, in denen ein Subwoofer trotzdem Sinn macht. Gerade im Heimkino oder wenn man gerne sehr laut hört, ist Entlastung im Tiefbass nie verkehrt.

In meinem Stereo-Setup laufen die Arendal 1723 Tower aktuell zusammen mit einem SVS SB-5000. Die Kombination zeigt sehr schön, wie flexibel die Arendal abgestimmt sind:

  • Im „sealed“-Modus lassen sie sich problemlos bei 60–80 Hz trennen und spielen darüber extrem sauber und schnell.
  • Der Sub übernimmt den wirklich tiefen Bereich darunter, kümmert sich um Fundament und LFE-Einschläge, während die Tower Bühne, Körper und Punch liefern.

Wer keinen Sub stellen kann oder will, wird mit den Arendal 1723 Towern alleine schon extrem glücklich – gerade in Musik-Setups. Wer aber Heimkino auf Referenzniveau anpeilt, hat hier eine perfekte Basis für ein 2.1‑, 3.1- oder später voll ausgebautes 5.1-/7.1‑System.

Im Mehrkanalbetrieb habe ich die Arendal 1723 Tower mit meinem Arendal 1961 Subwoofer 1V laufen lassen. Auch hier haben sie sich perfekt integrieren lassen und das Kinofeeling hörbar auf ein neues Level gehoben. Aufgrund des nicht seriengleichen Center-Kanals – ich habe hier noch meinen B&W‑Center weiter benutzt – konnte ich jedoch in jeder Sekunde des Films den Unterschied der Lautsprecher ausmachen.

Lasst es euch gesagt sein: Der Center ist der zentrale und wichtigste Kanal im Heimkino. Ein Großteil der Information läuft über ihn, und mit ihm steht und fällt das Heimkino. Nur wer klar definierte Stimmen hat, muss den Lautstärkeregler nicht zwangsläufig auf Angriffsposition drehen.

Ich kann es kaum erwarten, den Arendal 1723 Center zwischen die Arendal 1723 Tower zu stellen und vorne ein wirklich homogenes Bild zu haben.

TL;DR – Arendal 1723 Tower THX

  • Klang: Brutal dynamisch, zugleich feinzeichnend. Von Metal über Messe-Mucke bis Heimkino jederzeit souverän.
  • Technik: 2,5‑Wege, 4×8″, HDF-Gehäuse, THX Ultra, echte Pegelreserven – gebaut für Druck und Kontrolle.​
  • Praxis: Spielt solo schon extrem tief, funktioniert aber auch perfekt mit Sub und im Mehrkanal-Setup. Aufstellung (Toe‑in + Raum) dank Waveguide sehr gut beherrschbar.​
  • Preis/Leistung: Klanglich auf Augenhöhe mit deutlich teureren Lautsprechern, die in der 10k–15k‑Region unterwegs sind – ohne das Kleinwagen-Budget.​

Für mich aktuell: der Lautsprecher, an dem ich zukünftige Reviews messe.

Fazit

Ich habe Tage über diese Zeilen nachgedacht. Klar, wir jagen immer besseren, gefälligeren Klang. Die Preisschraube dreht sich unaufhaltsam nach oben – verständlich, wo Ingenieure Herzblut reinlegen, riskante Innovationen wagen und Komponenten verbauen, die alles andere als Allerweltsware sind. Extreme HiFi-Komponenten werden immer teuer sein.

Auch ich könnte Begehrlichkeiten schüren, die Preisspirale in unseren Köpfen immer tiefer treiben. Aber bei den Arendal 1723 Towern würde ich als bodenständige Referenz für Reviews und Videos bleiben. Klar, imposante Kleinwagen-Ketten wirken spektakulärer. Doch Bodenständigkeit heißt nicht, die Messlatte endlos hochzuschrauben, sondern sie genau hier im Hier und Jetzt zu belassen.

Das schließt Höheres nicht aus – es gibt genug darüber! Aber irgendwo braucht’s den Nullpunkt. Eine Erdung, Balance. Denn Reviews mit Hardware, die 0,001% meiner Leser sich leisten können, helfen niemandem. Selbst die Arendal 1723 Tower sind für viele schon Budget-Sprenger.

Meine Messlatte wähle ich nicht leichtfertig, sondern wohlüberlegt. Aber bei Qualität, Sound und gerade bei der Preis-Leistung kann ich mich zurücklehnen: Hier bekommt man für jeden Cent Gegenwert.

Nach meinem Bewertungsschema erhalten die Arendal 1723 Tower den HiFiGeek Award. Wie ich bewerte und was der Award bedeutet, steht hier: https://www.hifigeek.de/bewertungsschema-bei-hifigeek/

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https://www.hifigeek.de/arendal-1723-tower-thx-giantkiller/feed/ 0 9981
Audeze LCD‑3 Review — Warmes Planar-Flaggschiff im Test https://www.hifigeek.de/audeze-lcd-3-review-warmes-planar-flaggschiff-im-test/ https://www.hifigeek.de/audeze-lcd-3-review-warmes-planar-flaggschiff-im-test/#respond Mon, 20 Oct 2025 19:11:58 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9400 Der Audeze LCD‑3 ist auf den ersten Blick kaum vom LCD‑X zu unterscheiden. Gleiche Ohrmuscheln, gleiche Konstruktion, gleiches Gewicht — nur der Holzring verrät, dass man es hier mit dem großen Bruder zu tun hat. Und natürlich das eingestanzte “LCD‑3” auf der Muschel. Was sich dahinter klanglich verbirgt, ist allerdings eine ganz andere Geschichte.

Transparenz: Dieses Testmuster wurde mir vom deutschen Audeze-Vertrieb kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Kooperation hat keinen Einfluss auf meine Bewertung — das war vor dem Test so vereinbart, und ihr könnt davon ausgehen, dass ich auch hier keine Gefangenen mache.

Sind die Audeze LCD‑3 nicht schon etwas älter?

Ja — erschienen 2011, und trotzdem uneingeschränkt erhältlich. Audeze hat das Modell über die Jahre in mehreren Revisionen weiterentwickelt, aber nie ersetzt. Das sagt einiges über die Langlebigkeit des Konzepts. Ich finde es außerdem schlicht interessant, mich an einer Handvoll Kopfhörer entlangzuhangeln und die Unterschiede systematisch herauszuarbeiten — gerade wenn Modelle aus derselben Familie so unterschiedlich klingen wie Audeze LCD‑X und Audeze LCD‑3. Kleiner Hinweis für alle, die gezielt nach einem gebrauchten Exemplar suchen: Je nach Baujahr können Fazor-Iterationen und Exemplarstreuungen im Hochton minimal differieren. Gegenhören lohnt sich.

Mein Testsetup

Ich habe den Audeze LCD‑3 über mehrere Wochen mit über 400 Stunden Tragedauer betrieben — bewusst auch länger als üblich, weil ich auf den Burson Conductor GT4 gewartet habe und dem Kopfhörer die bestmögliche Ausgangslage geben wollte. Folgende Kombinationen kamen zum Einsatz:

Der LCD‑3 ist in dieser Hinsicht unkompliziert — kein Setup hat versagt, kein Amp hat ihn überfordert oder unterversorgt. Die Unterschiede zwischen den Kombinationen waren vorhanden, aber nie dramatisch. Eine Ausnahme: dazu später mehr.

Unboxing & Lieferumfang

Der Audeze LCD‑3 kommt in einem silbernen Travel Case — gleiche Klasse wie beim Audeze LCD‑X, nur in einer anderen Farbe. Solide, stabil, mit dem richtigen Gewicht für ein 2000€-Gerät.

Im Lieferumfang meines Testmusters — das bereits einige Zeit auf dem Buckel hatte — war ein vieradriges Kopfhörerkabel mit 6,35mm-Anschluss dabei, plus ein Adapter-Bundle: XLR auf 6,35mm auf 3,5mm. Das entspricht laut Audeze dem aktuellen Standard; wer ein frisches Exemplar kauft, bekommt denselben Umfang. Ein 4,4mm Pentaconn-Adapter fehlt auch hier — bei einem Kopfhörer in dieser Preisklasse eine verpasste Chance.

Tech-Specs

Beim Audeze LCD‑3 handelt es sich wie beim LCD‑X um einen planaren Magnetostaten in offener Bauweise — gleiche Grundtechnologie, aber andere Abstimmung. Die entscheidende Kennzahl im Vergleich: 110 Ohm Impedanz statt 20 Ohm beim LCD‑X. Das bedeutet mehr Leistungsbedarf, und wer den LCD‑3 wirklich zum Singen bringen will, sollte das bei der Amp-Wahl im Kopf behalten.

MerkmalWert
BauweiseOffener, ohrumschließender, magnetostatischer (planarer) Kopfhörer
TreibertypPlanar-magnetisch (magnetostatischer Flachmembran-Schallwandler)
MagnetstrukturProprietäre Magnetanordnung, Neodym N50
Größe des Schallwandlers106 mm
PhasensteuerungFazor
Frequenzbereich10 Hz – 50 kHz
Impedanz110 Ohm
Wirkungsgrad/Empfindlichkeit101 dB / 1 mW (Herstellerangabe)
Verzerrungen< 0,1% bei 100 dB
Maximale Belastbarkeit5 W RMS
Maximaler SPL> 130 dB
Gewicht550–635 g (je nach Quelle und Ausführung, ohne Kabel)
AnschlussAbnehmbares Kabel, 4‑pol Mini-XLR, Adapter auf 6,3‑mm-Klinke und 3,5‑mm-Klinke
OhrpolsterPremium Lammleder oder Alcantara (vegan erhältlich)
Kabellänge1,9 m
Anpressdruckca. 1,5 N
Empfohlene Verstärkerleistung> 250 mW (mind. > 100 mW)

Der Audeze LCD‑3 wird häufig als “warm” oder “dunkel” beschrieben — technisch steckt dahinter eine bewusste Senke im oberen Präsenz- und unteren Hochtonbereich, grob um die 6 kHz. Das bändigt Zischlaute, Streicher-Schärfe und Cymbal-Crunch gezielt — gewollt langzeittauglich, aber auf Kosten von Brillanz und Attacke ganz oben.

Tragekomfort

Wer den Audeze LCD‑X kennt, weiß was ihn erwartet: Audeze hat am Grundaufbau nichts Wesentliches verändert, und das ist ein Kompliment. Schlichtes, robustes Kopfband mit perforierter Lederauflage, präzise rastende Größenverstellung, drehbar gelagerte Ohrmuscheln, dicke Polster ohne Druckstellen. Auch das Testmuster mit seinen Betriebsstunden hat konstruktiv nichts eingebüßt — das spricht für die Materialwahl.

612g sind objektiv kein Leichtgewicht. Wer direkt von einem federleichten Plastikbomber kommt, wird eine Eingewöhnung brauchen. Ich sage das ohne Wertung — ich komme selbst von leichteren Kopfhörern und empfinde das Gewicht der Audeze-Modelle mittlerweile als angenehm, weil der Anpressdruck so gut verteilt ist. Aber ausprobieren sollte das jeder selbst.

Klang

Ich mache es kurz: Der Audeze LCD‑3 und ich werden keine Freunde. Das sage ich ohne Groll — es ist eine ehrliche Einschätzung nach 400+ Stunden Hörzeit, und ich erkläre auch warum.

Der Audeze LCD‑3 ist technisch gut. Auflösung stark, Bühne räumlich, Bass kontrolliert und druckvoll. Was mich nicht loslässt: die Höhen. Sie sind nicht absent, aber sie sind klar im Hintergrund — gedämpft, entschärft, eingehegt. Wer wie ich an knackige, präsente Höhen gewöhnt ist und diese aktiv sucht, wird hier nicht glücklich. Der Kopfhörer liefert Wärme und Geschmeidigkeit, wo ich Biss und Energie erwarte.

Das ist keine Schwäche im technischen Sinne. Es ist eine Designentscheidung — und eine, die ihre Zielgruppe kennt. Wer Musik hören will ohne je von einem Zischlaut oder einer spitzen Beckenattacke aus dem Fluss gerissen zu werden, bekommt mit dem Audeze LCD‑3 genau das. Ich nenne es das Wohlfühlkopfkissen: aufsetzen, in den Sessel fallen lassen, Augen zu. Wenn daraus ein Nickerchen wird, schmiegt sich der Sound so sanft an, dass man es kaum merkt.

Hier noch unsere Qobuz Referenz-Playlist, für alle Interessierten.

Knocked Loose — Everything is quiet now

Brian Garris’ Stimme ist nicht jedermanns Sache — der Pitch, die Schärfe, die pure Intensität mit der er ins Mikro geht. Wer damit schon immer auf Kriegsfuß stand, sollte dem Audeze LCD‑3 hier wirklich eine Chance geben: Die Stimme verliert ihren aggressivsten Anteil, bleibt aber verständlich, fast greifbar. Das ist tatsächlich interessant. Der Haken: Genau diese Entschärfung zieht sich durch den ganzen Song. Der Cymbal-Crunch der Drums fehlt spürbar, das Riffing verliert einen Teil seiner rohen Textur, und der Song — der auf Anspannung und Druck aufgebaut ist — rollt etwas zu entspannt durch die Gegend. Wer Knocked Loose live gesehen hat, wie ich dieses Jahr zweimal in Köln und Hamburg, und weiß wie die Band wirklich klingt, merkt den Unterschied sofort. Der Audeze LCD‑3 macht Knocked Loose salon­fähig. Ob das gut ist, muss jeder selbst entscheiden.

Rage Against the Machine — Bombtrack

Ein Song, der dem LCD‑3 deutlich besser steht. Die Räumlichkeit kommt hier schön zur Geltung — Stimmen poppen links und rechts präzise auf, die Bühne hat Tiefe und Luft. Toms Morello’s Gitarre hat Körper, Zack de la Rochas Stimme kommt mit der richtigen Präsenz. Der Bass und die Bassdrum kicken sauber und trocken — das Fundament sitzt. Was fehlt, sind die Becken: Die treibende Hi-Hat-Energie, die den Song nach vorne peitscht, tritt beim LCD‑3 einen Schritt zurück. Der Track rollt eher, als dass er sägt. Das ist keine schlechte Interpretation von Bombtrack — es ist nur eine entspanntere.

Septicflesh — Portrait of a headless man (Live, Infernus Sinfonica MMXIX)

Das ist das Terrain, auf dem der Audeze LCD‑3 aufblüht — und ich sage das als jemand, der den Kopfhörer sonst eher kritisch sieht. Die Infernus Sinfonica MMXIX ist für mich eine perfekte Symbiose zweier Welten: Melodic Death Metal trifft auf vollständiges Orchester, und der LCD‑3 macht genau daraus das Beste. Die Bläser kommen fett und detailliert, der Chor breitet sich räumlich aus, die Streicher in ruhigen Passagen klingen seidig statt klinisch. Und die fetten Gitarren? Die haben beim Audeze LCD‑3 genau die richtige Menge Körper, ohne dabei zu stechen. Die Cymbals blitzen hier und da auf — mehr als bei anderen Songs — aber das Orchester steht vorn, und das passt. Wer klassische Elemente liebt und Metallschärfe gerne etwas bändigt, findet hier seinen Kopfhörer.

Korn — Got the Life

Immer wieder Korn in meinen Reviews — und das aus gutem Grund. Der ikonische Sound der Band ist einfach hervorragend zum Vergleichen geeignet, weil man jeden Bestandteil kennt und sofort merkt, wenn etwas fehlt. Der schnarrende Bass wird vom Audeze LCD‑3 druckvoll und mit Freude wiedergegeben — das macht Spaß. Fieldy’s Basslines haben Gewicht. Aber dann: Die Cymbals, die ich bei diesem Song immer als treibend und fein empfunden habe, rücken in den Hintergrund. Die Gitarre in der Strophe, die Jonathan Davis fast nervig begleitet und diesem psychedelischen Charakter des Songs gibt — sie ist da, aber sie hat weniger Biss, weniger Eindringlichkeit. Irgendwie geht der psychedelische Anteil ein wenig verloren. Der Song klingt rund und angenehm, aber er klingt nicht mehr so nach Korn. Das unterstreicht am Ende nochmal: Der Audeze LCD‑3 ist das Wohlfühlkopfkissen, kein Werkzeug für analytisches oder energiegeladenes Hören.

Das richtige Setup macht einen Unterschied

Der Audeze LCD‑3 ist an keinem meiner Amps wirklich schlecht gewesen — aber die Unterschiede waren aufschlussreich. Beim Fosi Audio K7 hatte ich das Gefühl, dass erst die Kombination mit dem Lehmann Linear und Linear II noch ein wenig mehr Leben in die Hütte gebracht hat. Beim Playmate 3 hat sich das nicht so herauskristallisiert. An der Rohleistung des K7 kann es eigentlich nicht liegen — der drückt symmetrisch knapp 4 Watt bei 32 Ohm, bei 110 Ohm sollten also noch genug Reserven da sein. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Mir fehlte es an Spritzigkeit, und ich kann das nicht sauber auf einen einzelnen Faktor zurückführen.

Den Vogel abgeschossen hat der Burson Conductor GT4. Bessere Auflösung, mehr Grip im Bass, feinere Dynamiksprünge — kein Ausrutscher nirgendwo. Kein Wunder, dass Burson und Audeze sich auf Messen regelmäßig gemeinsam präsentieren. Der Conductor GT4 löst einfach noch besser auf und erlaubt sich nirgendwo die kleinen Unschärfen, die im direkten analytischen Vergleich kaum auffallen, aber im Gesamtbild fehlen.

Jetzt der obligatorische HiFi-Händler-Einwurf: Natürlich kann man einen 2000€-Kopfhörer nicht an eine 200€-Kombo anschließen — und die Verkabelung kostet selbstverständlich dasselbe nochmal. Ich höre diese Argumentation regelmäßig und verstehe die Intention dahinter, teile sie aber nicht. Der Kopfhörer selbst hat den größten klanglichen Einfluss im Gesamtsystem. Moderne Einsteiger-Amps performen heute auf einem Niveau, das vor zehn Jahren undenkbar gewesen wäre, und Totalausfälle sind die Ausnahme. Was stimmt: 1–4 Watt Headroom bringen beim Audeze LCD‑3 spürbar mehr Kontrolle und Ruhe in den Klang, mehr Grip, feinere Dynamiksprünge. Die Verstärkung ernstzunehmen lohnt sich — aber dafür muss es kein 2000€-Amp sein.

Für wen ist der Audeze LCD‑3 gedacht?

Nicht für mich — das habe ich jetzt oft genug gesagt. Aber das ist kein Urteil, sondern eine Einordnung.

Der Audeze LCD‑3 ist für Hörer gemacht, die Wärme, Körper und Langzeittauglichkeit über Brillanz und Attacke stellen. Die bei harschem Hochton nicht begeistert sind, sondern erschöpft. Die abends nach einem langen Tag Musik hören wollen, ohne dass ein Beckencrash sie aus dem Gedanken reißt. Die Orchester genauso gerne hören wie Metal, und bei beidem das Geschmeidigere bevorzugen.

Neutral-Hörer und alle, die den Biss in den Höhen aktiv suchen, werden sich hier unwohl fühlen. Das ist keine Warnung gegen den Kopfhörer — es ist eine Warnung vor einer falschen Erwartung. Bei 2000€ ist das keine leichte Kaufentscheidung, und ich bitte wirklich jeden, den LCD‑3 vor dem Kauf probegehört zu haben — am besten mit der eigenen Hardware oder der Wunschhardware.

Fazit

Verarbeitung, Tragekomfort, Materialqualität — alles auf dem Niveau, das man von Audeze erwartet und bei 2000€ auch erwarten darf. Klanglich ist der Audeze LCD‑3 ein Spezialist: warm, körperhaft, langzeittauglich — und in genau diesem Bereich erstaunlich konsequent und überzeugend.

Für mich ist er das falsche Werkzeug. Zu warm, die Höhen zu weit im Hintergrund — ich will beim Hören involviert werden, nicht eingelullt. Aber ich weiß jetzt, was ich will. Und manchmal braucht man einen Kopfhörer wie den LCD‑3, um genau das herauszufinden.

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Knocked Loose Hamburg 2025 — Abriss in der Großen Freiheit 36 https://www.hifigeek.de/knocked-loose-hamburg-2025-abriss-in-der-grossen-freiheit-36/ https://www.hifigeek.de/knocked-loose-hamburg-2025-abriss-in-der-grossen-freiheit-36/#respond Sun, 08 Jun 2025 22:39:04 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9116 Die Hardcore-Helden aus Kentucky kommen zurück nach Deutschland – und wir können es kaum erwarten! Am 2. Juli 2025 schlagen Knocked Loose in der Großen Freiheit 36 in Hamburg auf, und wir werden definitiv am Start sein. Nach dem grandiosen Knocked Loose-Konzert in Köln dieses Jahr freuen wir uns riesig darauf, die Band wieder live zu erleben – einfach, weil es jedes Mal ein absolutes Highlight ist.

Warum wir Knocked Loose so abfeiern

Für alle Stammleser unseres Blogs ist es kein Geheimnis: Knocked Loose sind bei uns quasi die Referenz schlechthin! Egal ob wir den Fosi Audio K7 DAC testen oder den WiiM Pro Plus Streamer durch die Mangel nehmen — Bryan Garris’ brutaler Gesang und die knüppelharten Breakdowns der Band dienen uns immer wieder als Testmaterial für unsere HiFi-Reviews.

Die Aufnahmequalität ihrer Alben ist einfach phänomenal – von „Laugh Tracks“ bis zu den aktuellen Releases liefert die Band audiophile Perfektion gepaart mit unbändiger Härte. Besonders bei früheren Alben wie „Laugh Tracks“ war kein Geringerer als Will Putney als Produzent beteiligt – ein Name, der in der modernen Metal- und Hardcore-Produktion für kompromisslose Soundqualität steht und Bands wie Every Time I Die, Thy Art Is Murder oder Fit For An Autopsy geprägt hat. Wer sich für Putneys Arbeit interessiert, sollte demnächst unbedingt wieder bei uns im Blog vorbeischauen – wir haben da noch etwas in Vorbereitung!

Mit ihrem neuesten Werk „You Won’t Go Before You’re Supposed To“ aus 2024 zeigen Knocked Loose erneut, wie kompromisslos und innovativ moderner Hardcore klingen kann – druckvoll, aggressiv und dennoch auf höchstem Produktionsniveau. Kein Wunder, dass sie sogar eine Grammy-Nominierung für „Suffocate“ (featuring Poppy) in der Kategorie „Best Metal Performance“ abgestaubt haben!

Von Kentucky in die Große Freiheit

Knocked Loose haben sich seit ihrer Gründung 2013 in Oldham County, Kentucky, zu einer der intensivsten Live-Bands der Hardcore-Szene entwickelt. Die fünfköpfige Truppe um Frontmann Bryan Garris, die Gitarristen Isaac Hale und Nicko Calderon, Bassist Kevin Otten und Drummer Kevin „Pacsun“ Kaine bringen seit über einem Jahrzehnt Venues zum Beben.

Nach ausverkauften Headline-Tourneen und Support-Shows für Slipknot ist die Band aktuell auf großer Europa-Tour unterwegs. Hamburg ist dabei einer der Höhepunkte ihrer Deutschland-Shows, zu denen auch Stopps in Wiesbaden (24. Juni) und Münster (30. Juni) gehören.

Warum wir unbedingt hinmüssen

Da wir Knocked Loose regelmäßig als Referenz für unsere Technik-Tests einsetzen, war klar: Wenn die Jungs schon in der Nähe sind, statten wir ihnen einen Besuch ab! Nach unserem entspannten Konzertbesuch in Köln dieses Jahr freuen wir uns darauf, zu sehen, wie sie in einer unserer Lieblingslocations performen.

Die Große Freiheit 36 bietet mit ihrer intimen Atmosphäre den perfekten Rahmen für Knocked Looses brutale Live-Performance. Wer die Band schon mal live gesehen hat, weiß: Das ist pure Energie, die durch Mark und Bein geht!

Was euch erwartet

Aktuell touren Knocked Loose mit Material ihres 2024er Albums „You Won’t Go Before You’re Supposed To“, das von Kritikern hochgelobt wurde und sogar die UK Hard Rock & Metal Charts anführte. Aber natürlich dürfen auch Klassiker wie „Counting Worms“ mit dem legendären „Arf Arf“-Call nicht fehlen.

Ein weiteres Highlight steht bereits am Horizont: Knocked Loose wurden als Support für Metallica auf deren Europatour 2026 bestätigt. Damit spielen sie im kommenden Jahr auf den größten Bühnen des Kontinents und teilen sich die Stage mit einer der legendärsten Metal-Bands überhaupt. Wer Knocked Loose also noch einmal hautnah und in Club-Atmosphäre erleben will, hat jetzt in Hamburg die perfekte Gelegenheit – bevor sie 2026 mit Metallica die Stadien füllen.

Fazit

Knocked Loose am 2. Juli 2025 in der Großen Freiheit 36 – das wird ein Abend, den Hamburg so schnell nicht vergessen wird. Tickets gibt es noch hier, aber beeilt euch – bei der aktuellen Popularität der Band könnten die Shows schnell ausverkauft sein.

Bis dahin könnt ihr euch schon mal mit Knocked Loose warmhören und auf die brutalsten Breakdowns des Jahres vorbereiten! 🤘

Wer noch mehr von Knocked Loose will, findet alle unsere Reviews und Tests mit ihnen hier.

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Fosi Audio K7 — Der Perfekte Desktop DAC für Audiophile Gamer https://www.hifigeek.de/fosi-audio-k7-der-perfekte-desktop-dac-fuer-audiophile-gamer/ https://www.hifigeek.de/fosi-audio-k7-der-perfekte-desktop-dac-fuer-audiophile-gamer/#respond Tue, 11 Mar 2025 07:00:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8408 Der Fosi Audio K7 hat seinen Weg von der Kickstarter-Kampagne direkt auf unseren Schreibtisch gefunden, und wir können jetzt nach ausgiebigem Test sagen: Dieses kleine Kraftpaket ist weit mehr als nur ein gewöhnlicher Desktop-DAC. Fosi Audio bezeichnet ihr neuestes Werk als “audiophilen Gaming DAC” — ein großes Versprechen, das wir auf Herz und Nieren geprüft haben. Als Flaggschiff der K‑Reihe positioniert sich der K7 ganz bewusst im oberen Segment des Herstellers, der bereits einige bemerkenswerte Audio-Geräte auf den Markt gebracht hat. Als langjähriger Fan von Fosi Audio, aber auch kritischer Audiofreak, war ich besonders gespannt, ob der K7 meinen hohen Ansprüchen gerecht werden kann.

Transparenz First: Unsere Testbedingungen

Gleich vorweg: Wir haben den K7 kostenlos von Fosi Audio zum Testen bekommen. Aber keine Sorge — das bedeutet nicht, dass wir hier PR-Texte abspulen. Wir urteilen völlig unabhängig und nehmen im Gegensatz zur klassischen Fachpresse kein Geld für unsere Reviews. Wer also einen echten, ungefilterten Test lesen will und keine weichgespülten Marketing-Floskeln, ist hier genau richtig. Bei uns bekommt ihr die ungefärbte Wahrheit — versprochen!

Design und Verarbeitung: Solides Stück Hardware

Die erste Disziplin meistert der K7 mit typischer Fosi-Qualität: Das vollständig aus Aluminium gefertigte Gehäuse liegt angenehm schwer und wertig in der Hand. Auf der Unterseite finden sich vier Gummifüße mit dezenter Fosi Audio Gravierung, die für stabilen Stand sorgen. Die Oberseite wird von zwei digitalen Reglern und fünf Metallknöpfen dominiert, die um ein kleines aber gut ablesbares beleuchtetes Display angeordnet sind. Ein echter Hingucker auf jedem Schreibtisch, die schlichte schwarze Farbgebung passt zu jedem Setup.

Die Anschlussvielfalt ist beeindruckend: An der Front befinden sich zwei 3,5mm Klinkenbuchsen (Mikrofon-Eingang und Kopfhörer-Ausgang) sowie eine 4,4mm Balanced-Buchse für anspruchsvollere Setups. Die Rückseite bietet neben dem 12V-Eingang einen USB-C-Port, Coax- und optischen Eingang, eine Fassung für die schraubbare Bluetooth-Antenne sowie einen Zweikanal-Cinch-Ausgang. Alle Ein- und Ausgänge sind hart vergoldet — ein Premium-Touch, der die Langlebigkeit erhöht und auch optisch einiges hermacht. Die Verarbeitung ist makellos — keine ungleichmäßigen Spaltmaße, keine wackeligen Knöpfe, alles sitzt perfekt.

Technik, die begeistert

Im Herzen des Fosi Audio K7 arbeitet ein AKM4493SEQ DAC-Chip, der folgende Sampling-Raten unterstützt:

  • USB: PCM 384kHz-32bit/DSD256
  • Optical: PCM 24bit/192kHz
  • Coaxial: PCM 24bit/192kHz
  • Bluetooth: PCM 24bit/48kHz

Die Kopfhörer-Impedanzspanne ist mit 16–300Ω großzügig dimensioniert, was bedeutet, dass der K7 mit praktisch jedem Kopfhörer zurechtkommt — vom mobilen In-Ear bis zum anspruchsvollen Studio-Kopfhörer. Der firmware-updatefähige DAC ist intern komplett balanced aufgebaut und liefert eine beeindruckend niedrige Verzerrung von nur 0,0002%. Zusätzliche Sicherheit bieten Überspannungs‑, Überlast- und Überhitzungsschutz — während unseres Tests wurde der K7 zwar warm, aber nie bedenklich heiß. Selbst nach mehreren Stunden im Dauerbetrieb blieb die Temperatur im grünen Bereich.

Im Balanced-Betrieb erreicht der Fosi Audio K7 einen Signal-Rausch-Abstand und Dynamikumfang von 121dB. Die maximale Ausgangsleistung liegt bei beeindruckenden L+R≥2100mW+2100mW — genug Power, um selbst anspruchsvolle Kopfhörer mühelos anzutreiben. Im Single-Ended-Betrieb bleiben immer noch respektable SNR 122dB und ein Dynamikumfang von 121dB erhalten, während sich die maximale Ausgangsleistung auf L+R≥600mW+600mW (32Ω/THD+N<1%) reduziert. Beeindruckende Werte, die selbst bei deutlich teureren DACs nicht selbstverständlich sind.

Via Bluetooth 5.0 unterstützt der Fosi Audio K7 die Codecs SBC, AAC, aptX, aptX HD und aptX LL, womit auch kabellose Verbindungen in nahezu verlustfreier Qualität möglich sind. Die mitgelieferte Antenne sorgt dabei für exzellente Reichweite und stabile Verbindung — in unserem Test konnten wir selbst durch mehrere Wände hindurch noch eine stabile Bluetooth-Verbindung halten.

Vielseitigkeit: Einfach anschließen und loslegen

Die Einrichtung des Fosi Audio K7 ist erfreulich unkompliziert. In unserem Test funktionierte er problemlos an Mac und Windows-PC, ohne dass spezielle Treiber installiert werden mussten. Plug & Play im besten Sinne — einfach anschließen, einschalten und loslegen. Ein großer Pluspunkt: Dank der vielseitigen Anschlüsse lässt sich der K7 auch mit Spielkonsolen wie PlayStation und Xbox verbinden. Allerdings benötigt er stets seine separate 12V-Stromversorgung und kann nicht ausschließlich über USB‑C betrieben werden, was angesichts der Leistungsdaten aber völlig nachvollziehbar ist.

Wir haben den Fosi Audio K7 nicht nur direkt mit Kopfhörern getestet, sondern auch als Quelle für separate Kopfhörerverstärker und Endstufen für Schreibtisch-Lautsprecher genutzt. Diese Flexibilität macht ihn zum echten Multitalent im Audio-Setup. Besonders gut hat uns gefallen, dass man über den Cinch-Ausgang auch aktive Lautsprecher oder eine separate Verstärker-Lautsprecher-Kombination anschließen kann.

Bedienung, die Spaß macht

Die Bedienung des Fosi Audio K7 ist erfreulich intuitiv und durchdacht. Nach dem Einschalten kann zwischen den Modi UAC‑1 und UAC‑2 gewählt werden. Für alle, die mit diesen Abkürzungen nichts anfangen können: UAC‑1 verarbeitet PCM-Signale bis 24bit/96kHz und erlaubt die parallele Nutzung des Mikrofon-Eingangs. In diesem Modus lässt sich das Mikrofon per Druck auf den rechten Drehregler stummschalten, und durch Betätigen des Tone/Mic-Buttons kann die Mikrofon-Verstärkung (0–10) eingestellt werden — ideal für Gaming-Sessions oder Video-Calls.

Im UAC-2-Modus steht Bitstreaming mit 384kHz-32bit/DSD256 zur Verfügung, allerdings ohne Mikrofon-Funktionalität. Die Eingänge (USB, Bluetooth, Coax, Optical) werden über die Input-Taste gewechselt, während der Output-Button zwischen Kopfhörer- und Cinch-Ausgang umschaltet und bei Bedarf alle EQ-Einstellungen per Bypass-Funktion deaktiviert. Der eingebaute EQ erlaubt Anpassungen bei Bass (-12 bis +12) und Höhen (-6 bis +6) — perfekt, um den Sound nach persönlichem Geschmack zu tunen oder unterschiedliche Musikgenres optimal zur Geltung zu bringen.

Die Lautstärkeregelung reagiert feinfühlig und präzise, wobei die Abstufungen bei niedrigen Lautstärken etwas gröber ausfallen. Bei mittlerer und hoher Lautstärke hingegen kann man sehr präzise regeln. Wirklich praktisch ist auch die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Eingängen zu wechseln, ohne jedes Mal Kabel umstecken zu müssen — ein Feature, das im Alltag viel Komfort bietet.

Gaming-Performance: Audiophiles Kopfkino

Da Fosi Audio den Fosi Audio K7 explizit als Gaming-DAC bewirbt, haben wir seine Fähigkeiten in diesem Bereich besonders intensiv getestet — oder besser gesagt, testen lassen. Da ich selbst aktuell kaum zum Zocken komme, habe ich den K7 an zwei Gaming-affine Kollegen weitergereicht, die ihn im täglichen Spielbetrieb auf die Probe stellen konnten. Beide sind erfahrene Gamer mit gehobenen Ansprüchen an den Sound — perfekte Testpersonen also.

Der erste Test mit Hunt: Showdown offenbarte sofort die Stärken des Fosi Audio K7. Nach einem Vergleich mit dem bisherigen Setup aus Focusrite Audio Interface und Beyerdynamic DT 1990 Pro war die Reaktion eindeutig: Ein lautes “Oha!” quittierte die deutlich bessere Ortbarkeit von Gegnern und Bewegungen mit dem Fosi Audio K7. War beim Focusrite zwar ein Gegner grundsätzlich ortbar, konnten mit dem K7 auch Entfernung und präzise Richtung sofort bestimmt werden — ein entscheidender Vorteil in taktischen Spielen, der buchstäblich über Leben und Tod entscheiden kann.

Darüber hinaus reproduzierte der Fosi Audio K7 Sounds wesentlich detaillierter und lieferte spürbar mehr Druck bei Explosionen und anderen Ereignissen. Schritte waren präziser zu orten, Schüsse klangen definierter, und selbst kleine akustische Details wie das Rascheln im Gebüsch oder das Knarren von Holzdielen wurden klarer wahrgenommen. Der Sound war insgesamt klarer und nach längerer Nutzung auch angenehmer, was vor allem bei stundenlangen Gaming-Sessions ein wichtiger Faktor ist. Beim anschließenden Musiktest mit Bloodywood zeigte sich ein ähnliches Bild: Mehr Details, bessere Nuancierung und ein breiteres Klangbild. Die zusätzliche Möglichkeit, den Sound per EQ anzupassen, war das Tüpfelchen auf dem i. Am Ende des Abends war die entscheidende Frage: “Was kostet der K7 und wo kann ich ihn kaufen?” Long story short: Er hat ihn gekauft — ein deutlicheres Qualitätsurteil gibt es wohl kaum.

Gaming-Performance die Zweite

Der zweite Test mit einem Kollegen, der bisher ein Beyerdynamic DT900 Pro X an einem Beyerdynamic Fox Mikrofon betrieb, verlief ähnlich überzeugend. Der Fosi Audio K7 setzte sich klar gegen das Fox und sogar gegen sogenannte High-End-Onboard-Soundkarten durch. Eine Runde Diablo 4 bestätigte den positiven Eindruck, der sich bereits beim Musikhören abgezeichnet hatte. Die Atmosphäre des Spiels kam deutlich besser zur Geltung, die Klangeffekte wirkten präsenter und räumlicher, und die Musikuntermalung entfaltete mehr Tiefe und Dramatik. Auch hier war die Konsequenz unmittelbar: Der Fosi Audio K7 wurde direkt bestellt — ein weiterer Beweis für die überzeugende Performance des kleinen Kraftpakets.

Alltäglicher Einsatz: Verlässlicher Begleiter

Nach den Erfahrungen aus dritter Hand war es Zeit für den Alltagstest. Als jemand, der täglich 8+ Stunden am Rechner sitzt und zwischen Telkos, Qobuz und Spotify hin und her springt, kenne ich meinen Sound ziemlich genau. Normalerweise nutze ich einen iFi Hip Dac, der zwar sehr gut ist, aber eher für mobile Einsätze konzipiert wurde und irgendwann durch etwas Stationäres ersetzt werden sollte. Da kam der Fosi Audio K7 gerade recht.

Nach vier Wochen intensiver Nutzung am MacBook Pro M4 Max kann ich berichten: Keine Ausfälle, keine Probleme, keine Aussetzer — der Fosi Audio K7 läuft wie ein Uhrwerk. Er wurde stets zuverlässig erkannt und schaltete problemlos zwischen verschiedenen Sample-Rates um. Die meiste Zeit lief er im UAC-2-Modus, da für mein Mikrofon ohnehin ein analoger XLR-Anschluss mit 48V-Phantomspeisung notwendig ist. Die Lautstärkeregelung mit dem linken Drehregler funktioniert hervorragend, auch wenn die Abstufungen erst bei höheren Lautstärken feiner werden. Für den täglichen Gebrauch ist das aber völlig ausreichend.

Der eingebaute EQ erwies sich als nützliches Werkzeug zur Feinanpassung, sei es für Musik, YouTube-Videos, Instagram-Feeds oder Screener. Besonders bei schlecht abgemischten YouTube-Clips konnte ich mit einem leichten Bass-Boost und etwas mehr Höhen die Sprachverständlichkeit deutlich verbessern. Nach zwei Wochen kam dann noch ein Upgrade: Der Beyerdynamic DT 1990 Pro wurde durch einen Audeze LCD‑X ersetzt, der mit noch mehr Details, Räumlichkeit und Power aufwartet. Auch hier zeigte sich der Fosi Audio K7 von seiner besten Seite und trieb den anspruchsvollen Kopfhörer souverän und mit Elan an. Die Kombination aus Fosi Audio K7 und Audeze LCD‑X entpuppte sich als echter Traumpartner für lange Hörsessions.

Besonders beeindruckend war die Flexibilität im Alltag: Morgens ein Telefonat über den Kopfhörer, mittags etwas Musik über die Schreibtischlautsprecher, abends dann wieder intensive Hörsessions mit dem Kopfhörer — all das ohne Kabel umstecken zu müssen. Auch die Bluetooth-Funktionalität erwies sich als praktisch, wenn mal schnell ein Track vom Smartphone abgespielt werden sollte. Der Fosi Audio K7 schaltete dabei blitzschnell um und lieferte auch über Bluetooth eine respektable Klangqualität.

Klangliche Vergleiche: David gegen Goliath

Um zu sehen, wo die Grenzen des Fosi Audio K7 liegen, haben wir ihn mit deutlich teureren Setups verglichen. Zunächst wurde der integrierte Kopfhörerverstärker gegen externe Lehmann Audio Linear und Linear II Verstärker getauscht — mit 1000€ bzw. 1500€ wahrlich Premium-Geräte der Referenzklasse. Diese Kombination sollte zeigen, ob der K7 als reiner DAC mit einer hochwertigen Verstärkerstufe mithalten kann.

Natürlich kann der Fosi Audio K7 den Lehmann-Verstärkern nicht das Wasser reichen, aber er schlägt sich im Vergleich bemerkenswert gut! Der Sound mit dem Lehmann Audio Linear klingt zwar deutlich entspannter, detaillierter und reiner, was vor allem der linearen Stromversorgung, ausgeklügelter Schaltung und High-End-Bauteilen zu verdanken ist. Aber gerade dieser Vergleich zeigt, dass man mit dem Fosi Audio K7 ein ausgezeichnetes Stück Hardware zum Bruchteil des Preises erwirbt. Der Qualitätsunterschied ist zwar hörbar, aber der Fosi Audio K7 spielt halt in einer Liga ganz anderen Liga.

Auch der Vergleich mit dem Fosi Audio ZD3, der preislich in derselben Kategorie liegt, aber einen ES9039Q2M DAC-Chip verbaut hat und ohne Kopfhörerverstärker auskommt, zeigte interessante Unterschiede: Der K7 spielt weicher und wärmer, während der ZD3 definierter und technischer klingt — ähnlich dem Unterschied zwischen Vinyl und Digital, allerdings ohne den direkten Basspunch einzubüßen. Diese klangliche Abstimmung macht den K7 besonders angenehm für längere Hörsessions, während der ZD3 mit seiner analytischeren Gangart besonders bei akustischer Musik punkten kann. Welches Gerät man bevorzugt, ist letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks und des Einsatzzwecks.

Ein weiterer Vergleich mit einer audiophilen Soundkarte zeigte, dass der externe Fosi Audio K7 in allen Belangen überlegen ist: Mehr Details, bessere räumliche Abbildung, sauberere Höhen und ein kontrollierter, kräftiger Bass. Die Soundkarte wirkte im direkten Vergleich etwas angestrengt und weniger souverän, besonders bei komplexen Musikpassagen oder bei hoher Lautstärke. Der K7 hingegen behielt stets seine Contenance und lieferte einen stabilen, ausgewogenen Klang — egal, was man ihm vorsetzte.

Musikerlebnis

Die klanglichen Qualitäten des Fosi Audio K7 haben wir mit verschiedensten Musikstücken unserer Qobuz-Referenz-Playlist auf die Probe gestellt. Weiterhin wurde die digitale Version von Hyms in Dissonance von Whitechapel für unseren Vinyl-Test abgehört.

Knocked Loose kommt exakt so in-your-face, wie man es erwartet. Brian Garris’ Kreischgesang wird authentisch und eindringlich wiedergegeben, ohne dass die fetten Riffs den Gesang oder die filigranen Becken und Hi-Hats vermatschen. Die Gitarren haben genau den richtigen Schärfegrad, ohne unangenehm zu werden, und der Bass liefert den notwendigen Punch, der bei diesem Genre so wichtig ist. Besonders bei “God Knows” kommen die schnellen Doublebass-Passagen präzise und druckvoll, ohne zu verwaschen.

Poppys Stimme wird fein und sauber herausgearbeitet, während die Breakdowns unbeschreiblich fett klingen. Bei “Don’t reach for me” entfaltet sich der Kontrast zwischen den poppigen Strophen und den brachialen Refrains besonders eindrucksvoll. Die Dynamik des Songs wird vom K7 mühelos gemeistert, und der Übergang zwischen den verschiedenen Passagen gelingt fließend und organisch.

Lorna Shore, insbesondere die Pain Remains Trilogie, bietet reichlich Abwechslung und feingeistige Momente, in denen der Fosi Audio K7 beweisen kann, dass er sowohl knüppelhart als auch butterweich spielen kann. Die orchestralen Passagen kommen mit angemessener Größe und Tiefe, während die brutalen Ausbrüche mit Will Rahns unmenschlichen Vocals den nötigen Druck entwickeln. “To the Hellfire” mit seinen zahlreichen Bassdrops ist ein wahrer Zuckerschleck für die Ohren. Der berühmte Bassdrop wird vom Fosi Audio K7 mit einer Souveränität wiedergegeben, die für ein Gerät dieser Preisklasse bemerkenswert ist. Der Bass reicht tief hinab, ohne je zu dröhnen oder zu vermatschen.

Ja, mehr Musik!

Brand of Sacrifice mit “Purge”, wo wirklich viel parallel passiert, spielt der Fosi Audio K7 souverän und mit ordentlich Druck. Die zahlreichen Ebenen des Songs — von den guttural-tiefen Vocals über die schnellen Gitarrenriffs bis hin zu den elektronischen Elementen — werden klar voneinander getrennt und doch zu einem kohärenten Ganzen zusammengefügt. Besonders Spaß macht es hier, den Bass um 2–3 Stufen anzuheben und sich von den Kopfhörern richtig durchmassieren zu lassen. Der EQ greift dabei präzise und musikalisch, ohne den Klang zu verfärben oder zu verzerren.

Als Kontrast haben wir Radiohead mit “Creep” getestet — eine unglaublich coole Aufnahme mit sanfter Stimme, räumlichem Schlagzeug und feinen Gitarren, die zum Refrain hin ordentlich fett klingen. Thom Yorkes charakteristische Stimme schwebt förmlich über den Instrumenten, während die legendären Gitarren-Explosionen im Refrain mit dem nötigen Crunch und Druck wiedergegeben werden. Der räumliche Eindruck ist beeindruckend, man kann jeden Musiker klar im Stereopanorama verorten und hat das Gefühl, mitten im Geschehen zu sitzen.

Und da Klassik oft als Maßstab für audiophile Menschen gilt, haben wir mit Septicflesh und ihrem “Infernus Sinfonica MMXIX” ein Metal-Album mit Orchester in die Rotation aufgenommen. “Portrait of a Headless Man” mit seinen räumlich präzise platzierten Trompeten klingt beeindruckend ehrlich und direkt. Der Fosi Audio K7 schafft es mühelos, die Komplexität der Orchesterarrangements wiederzugeben und gleichzeitig den brachialen Metal-Aspekt nicht zu vernachlässigen. Die Dynamik des Stücks wird eindrucksvoll transportiert, und die räumliche Abbildung ist für ein Gerät dieser Preisklasse schlichtweg herausragend.

Die Entdeckung 2024 war für uns die EP “The Poetic Edda” von Synestia und Disembodied Tyrant. Besonders der Song “Winter” mit seinem Bassdrop und der einsetzenden Orgel ist ein wahres Klangschmuckstück, das durch den Fosi Audio K7 vollends überzeugt. Die atmosphärischen Elemente werden wunderschön herausgearbeitet, während die brutalen Passagen mit der nötigen Kraft und Präzision wiedergegeben werden. Die Vocals sind klar und präsent, ohne je den Rest des musikalischen Geschehens zu überdecken. Ein audiophiles Highlight, das der K7 mit Bravour meistert.

Upgrade-Potential: Noch Luft nach oben

Natürlich kann man den Fosi Audio K7 noch weiter optimieren. Ein gutes 12V Linear-Netzteil würde die Kluft zwischen dem K7 und höherpreisigen Setups vermutlich etwas verringern. Leider ist unser Testexemplar bis zum Erscheinen dieses Tests noch nicht eingetroffen, aber die Vorteile, die sich aus einer linearen Stromversorgung für den DAC ergeben, dürften spürbar sein. Erfahrungsgemäß profitieren DACs erheblich von einer sauberen, rauscharmen Stromversorgung. Die Unterschiede könnten sich in einem noch ruhigeren Hintergrund, besserer Dynamik und feiner aufgelösten Details bemerkbar machen.

Für den schmalen Geldbeutel finden sich auf AliExpress oder eBay lineare Netzteile zwischen 80–180€, die bereits eine deutliche Verbesserung gegenüber dem mitgelieferten Schaltnetzteil darstellen sollten (UPDATE: wir haben hier eines getestet und für gut befunden). Wer tiefer in die Tasche greifen möchte, kann sich bei Herstellern wie Keces oder Plixir umsehen, die hochwertige lineare Netzteile im Bereich von 300–600€ anbieten. Allerdings stellt sich die Frage, ob es sich wirklich lohnt, einem 200€ DAC ein 500€+ Netzteil hinzuzufügen — in diesem Fall wäre ein DAC-Upgrade vielleicht die sinnvollere Investition. Andererseits kann ein gutes Netzteil auch bei einem späteren DAC-Upgrade weiterverwendet werden, sofern die Spannung kompatibel ist.

Eine weitere Möglichkeit, das Klangpotential des Fosi Audio K7 auszuschöpfen, sind hochwertige Kabel. Während wir keine Freunde von überteuerten Audiokabeln sind, können ein solides USB-Kabel mit guter Abschirmung und hochwertige Verbindungskabel für den analogen Ausgang durchaus zu einer Klangverbesserung beitragen. Hier muss man aber nicht unbedingt tief in die Tasche greifen — es gibt durchaus erschwingliche Optionen, die besser sind als die Standardkabel aus der Schublade.

Zielgruppe: Wer braucht den Fosi Audio K7?

Der Fosi Audio K7 richtet sich eindeutig an Gamer, die vom verwaschenen Sound ihrer Onboard-Soundkarte genervt sind, an Musikliebhaber, die ihren Klang auf das nächste Level heben wollen, und an alle, die mit räumlichem Stereoklang in Spielen mehr anfangen können als mit pseudo-Surround. Er ist der perfekte Einstieg in die Welt des hochwertigeren Audios, ohne gleich ein Vermögen ausgeben zu müssen.

Durch die Möglichkeit, auch aktive Lautsprecher anzuschließen, wird der Fosi Audio K7 zu einer kompakten aber leistungsstarken Audiozentrale, die sich zudem intuitiv bedienen lässt. Der Kopfhörerverstärker ist potent genug, um auch exotischere Headsets zu betreiben, und durch das Upgrade-Potential mit einem linearen Netzteil gibt es noch Luft nach oben. Besonders beeindruckend ist die Vielseitigkeit: Der K7 kann problemlos zwischen verschiedenen Quellen wechseln, bietet Bluetooth für kabelloses Hören und unterstützt sowohl normale als auch symmetrische Kopfhörer.

Für den audiophilen Gamer ist der Fosi Audio K7 ein echter Geheimtipp, da er nicht nur musikalisch überzeugt, sondern auch bei der räumlichen Ortung in Spielen neue Maßstäbe setzt. Die Kombination aus hochwertiger Klangwiedergabe und praktischen Gaming-Features wie dem integrierten Mikrofon-Eingang machen ihn zu einer idealen All-in-One-Lösung für anspruchsvolle Spieler, die nicht auf guten Sound verzichten wollen.

Fazit: Referenz unter 200€

Es dürfte zwischen den Zeilen durchscheinen, dass uns der Fosi Audio K7 wirklich beeindruckt hat. Mit einem Kickstarter-Preis von etwa 170€ und einem erwarteten Verkaufspreis knapp unter 200€ ist er zwar keine Schnäppchen-Investition, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ausgezeichnet. In seiner Preisklasse etabliert sich der K7 als echte Institution im Segment der Desktop-DACs mit Kopfhörerverstärker.

Wir haben uns für diesen Test besonders ins Zeug gelegt und zahlreiche Kombinationen ausprobiert, um ein möglichst umfassendes Bild zu zeichnen. Der Fosi Audio K7 wurde mit verschiedenen Kopfhörern (Beyerdynamic DT 1990 Pro, Audeze LCD‑X, Beyerdynamic DT 900 Pro X), verschiedenen Quellen (Windows-PC, MacBook, Smartphone via Bluetooth) und in verschiedenen Szenarien (Gaming, Musik, Filme, Telekonferenzen) getestet. In allen Disziplinen konnte der K7 überzeugen — ein Allrounder im besten Sinne des Wortes.

Nach all unseren Tests können wir den Fosi Audio K7 mit gutem Gewissen als Referenz im Bereich der Desktop-DACs unter 200€ mit Kopfhörerverstärker empfehlen. Für audiophile Gamer und Musikliebhaber, die nicht gleich ein Vermögen ausgeben wollen, ist der Fosi Audio K7 eine Investition, die sich klanglich definitiv auszahlt. Er bietet eine beeindruckende Kombination aus Klangqualität, Funktionsvielfalt und Verarbeitungsqualität, die in dieser Preisklasse ihresgleichen sucht. Fosi Audio hat mit dem Fosi Audio K7 ein Produkt geschaffen, das die Messlatte für zukünftige Desktop-DACs in dieser Preisklasse deutlich anhebt.

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Ortofon 2M Vergleich: Red, Blue, Silver und Bronze nach einem Jahr Metal-Vinyl https://www.hifigeek.de/ortofon-2m-vergleich/ https://www.hifigeek.de/ortofon-2m-vergleich/#respond Sat, 01 Feb 2025 23:48:07 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8096 Die Reise geht weiter mit Ortofon. Vor knapp einem Jahr hatte ich die Idee, Musik in den eigenen vier Wänden zu entschleunigen und der Vinyl eine Chance zu geben. Ich habe meine Erfahrungen als blutiger Anfänger hier und hier niedergeschrieben, außerdem habe ich mich mit der Low-Budget-Reinigung von Schallplatten beschäftigt. Jetzt kommt der Ortofon 2M Vergleich – und der hat einige überraschende Ergebnisse geliefert. Betrachtet das hier ein wenig als IMHO (in my humble opinion).

Der Weg zur neuen Phono-Vorstufe

Okay! Mit dem EAT Prelude hatte ich schon einen tollen Plattenspieler für den Einstieg, und der Bestands-Denon X4000 hatte sogar einen Phono-Vorverstärker. Aber was tun, wenn man keinen mehr zur Hand hat?

Der Denon steht aktuell in der Ecke, weil uns IOTAVX mit einem tollen Heimkino-Set ausgestattet hat. Das Problem war natürlich sofort, dass das Schallplattenhören auf Eis lag – denn das Prinzip hinter der IOTAVX-Technik ist deren Einfach- und Reduziertheit. Die AVX17-Vorstufe bringt leider keine Phono-Vorstufe mit. Nach ein wenig Recherche hat dann die erste Neuerung Einzug gehalten: Der Graham Slee Audio GramAmp 2 SE wurde als neue Phono-Vorstufe gefunden. YAY!

Ortofon 2M: Die Nadeln im Überblick

Weiterhin hatte ich das Glück – oder auch Pech, aber dazu später mehr –, von Ortofon ein paar Nadeln zugeschickt zu bekommen. Diese habe ich im Wechsel gegeneinander gehört, und ja… der Unterschied ist dezent hörbar! Okay, Ironie geht hier nicht so wirklich, also: Der Unterschied ist teils gravierend! Nicht immer das Ergebnis, das man erwartet, aber Durchtesten lohnt sich.

Zu Gast hatte ich eine Ortofon 2M Blue und Ortofon 2M Bronze inklusive Cartridge. Ab der Bronze-Nadel ist bei der Cartridge-Verkabelung einiges anders, und das Auflagewicht ändert sich auch. Demnach musste ich das Cartridge umschrauben, um die Nadel zu testen.

Tendenziell kann man theoretisch alle Ortofon 2M Nadeln auf jedes Cartridge stecken. So kann man leicht von einer 2M Red zu einer 2M Silver oder 2M Blue wechseln. Ein mega cooles Prinzip. Jedoch nicht bei 2M Bronze, 2M Black oder LVB Black – passformmäßig schon, aber hier unterscheidet sich im Cartridge zumindest die Verkabelung. Beim größeren Cartridge werkelt wohl eine Silber-Verkabelung, und auch die Auflagegewichte reduzieren sich nicht unerheblich.

Durch einen Kollegen, der sich ebenfalls einen Plattenspieler zugelegt hat, konnte ich außerdem auf eine Ortofon 2M Silver zugreifen. Damit war der Ortofon 2M Vergleich komplett: Red, Blue, Silver und Bronze alle auf demselben Setup gehört.

Ortofon 2M Vergleich: Teurer ist nicht unbedingt besser

Gerade bei analoger Musik sind preislich keine Grenzen gesetzt. Aber vieles hängt vom eigenen Equipment und der bevorzugten Musikrichtung ab. Beim Wechsel der verschiedenen Nadeln konnten wir teils starke Unterschiede feststellen. Und hier kommt wahrscheinlich der größte Tipp, den man geben kann: Ausprobieren!

Viele reden immer davon, dass ihnen originalgetreue Wiedergabe wichtig sei, und das ist sicherlich erstrebenswert. Dennoch macht Musik ohne den richtigen Wums untenherum nicht so viel Spaß. Vielleicht ist es dem anderen auch einfach zu viel, und er bevorzugt weniger Druck. Andere möchten ein Erlebnis wie bei einem Live-Konzert.

Fakt ist: Überall schwingt Beeinflussung mit. Das fängt schon bei der Aufnahme und dem entsprechenden Raum an, geht über das Studio, die Technik und Aufzeichnung, bis zur weiteren Verarbeitung und Abmischung. Es endet immer in den eigenen vier Wänden mit der vorhandenen Technik und den räumlichen Gegebenheiten.

Am Ende entscheidet unser Ohr, ob wir die Musik, die aus unseren Lautsprechern kommt, gut finden oder nicht. Und genau das ist auch beim Ortofon 2M Vergleich der Fall. Wir wissen nicht, für welche Kombination aus Nadel, Plattenspieler oder sonstigem Equipment die Platte gemastert wurde. Vielleicht wurde sie auch gar nicht großartig gemastert, sondern nur eine Platte vom digitalen Master gepresst.

Macht euch nicht so viele Gedanken

Die Message ist hier: Denkt nicht so viel über die Ketten nach. Natürlich werdet ihr überall mehr oder weniger Unterschiede hören! Aber fokussiert euch mehr auf das Hören als auf das Nicht-Hören. Hört mehr gute Musik, anstatt stundenlang im Netz zu recherchieren, was es noch Besseres geben könnte. Denn ein Upgrade werdet ihr immer finden. Genau das muss ich mir auch immer wieder in Erinnerung rufen. Nehmt euch jetzt eine Pause, schmeißt eine Platte auf und lest später weiter. Der Text läuft euch nicht weg.

Ortofon 2M Vergleich: Was klingt wie?

Der Unterschied ist wirklich teils gravierend. Für alle, die einen Eindruck haben wollen, was wir hier so auf den Plattenteller legen, dürfen sich gerne unsere Discogs-Library ansehen. Ihr werdet feststellen: nur sehr harte Klänge. Das Ergebnis ist aber für viele vielleicht verblüffend – vor allem für diejenigen, die in Qualitätsstufen denken, die sich allein am Equipment-Preis orientieren.

Ein bisschen komplex ausgedrückt… sagen wir es anders: Immer wieder sehen wir Videos oder lesen Texte, in denen einem erzählt wird, dass man für gleich viel Geld wie für die Lautsprecher auch Technik und Kabel kaufen soll. Da stecken Wahrheiten sowie Voodoo drin. Natürlich macht der Preis am Ende wahrscheinlich einen Unterschied. Aber beim Ortofon 2M Vergleich kann man sagen: Die Ortofon 2M Red klingt bei hartem Metal wesentlich besser als eine Ortofon 2M Blue. Die Blue ist einfach zu weich im Klang, auch wenn sie mehr Details der Platte entlockt. Aber wenn der harsche Druck fehlt, ist der Klangeindruck eben nicht derselbe.

So hat uns zum Beispiel die Ortofon 2M Red immer noch deutlich besser gefallen als die Ortofon 2M Silver. Der erste große Unterschied ist dann aber bei der Ortofon 2M Bronze zu vernehmen. Hier haben Detailtreue und Druck einfach gestimmt. Zumindest in unserem Setup. Deshalb sind wir hier definitiv Fans der Ortofon 2M Bronze.

Music is the Key

Aber am Ende muss man sich auch eingestehen, dass die Musik ausschlaggebend für die Wahl der Nadel sein kann. Und ja: Wir können uns ebenfalls vorstellen, dass Menschen, die mehrere Musikrichtungen hören, auch mehrere Nadel-Systeme ihr Eigen nennen und sie nach Bedarf austauschen.

Musik und HiFi im Allgemeinen sind ein Hobby! Und das Schöne an Hobbys ist, dass sie zum Ausprobieren einladen.

Das Dilemma nach dem Ortofon 2M Vergleich

Wie oben erwähnt, haben wir natürlich testbedingt jetzt ein Dilemma. Wir wissen jetzt, dass unsere rote Nadel für unsere Musik im Vergleich zu den anderen Ortofon-Nadeln super ist. ABER: Wir haben auch die Ortofon 2M Bronze gehört, und die hat uns dann doch eine ganze Ecke besser gefallen. Will heißen: Jetzt will man upgraden! Shit! Aber noch haben wir keine Nadel verschlissen, sodass wir natürlich irgendwie mit uns hadern. Spielt die Nadel so viel besser, dass man jetzt wechseln will? In diesem Fall: Wir haben uns leider in die Nadel verliebt. Sie ist echt geil. Jetzt müssen wir es aber mal durch die Konsumbrille sehen und uns eigentlich bremsen.

Aber das Schöne ist nun mal, dass es ein Hobby ist und wir unsere Prioritäten selbst festlegen können. Wichtiger Tipp: Vielleicht nicht sofort versuchen zu upgraden, sondern erstmal Lücken schließen. Vielleicht doch erstmal einen externen Pre-Amp anschaffen, um dann mehr Möglichkeiten zu haben und den Klang in eine andere Richtung zu lenken.

Neue Platten auf dem Teller

Jetzt habe ich hier von Ortofon Nadeln geredet und gar nicht, was sonst noch so ging. Also ja, hier war noch ein anderer Plattenspieler zu Gast, und mit ihm ein Vorverstärker. Das hat natürlich wieder einmal gezeigt, dass andere Spieler und Equipment gänzlich anders klingen können. Wahrscheinlich ist es genau das, was das Hobby Hi-Fi für viele so interessant macht. Es zeigt aber auch, dass man sich guten Gewissens eine Zweit- oder Dritt-Anlage zulegen kann.

Weiterhin sind hier einige hervorragende Platten eingetrudelt:

Wintersun hat mit dem Release von Time II endlich angefangen, ihre Platten neu aufzulegen. Oder besser gesagt, Nuclear Blast. Jedenfalls war es so möglich, deren selbstbetiteltes Debütalbum wieder als Re-Release zu erwerben. Neben Time I wurden auch The Forest Seasons neu aufgelegt – und so hat man schnell alle vier Langspieler im Regal stehen.

Falling in Reverse, die Band rund um Skandalsänger Ronnie Radke, haben ihren Langspieler Popular Monster rausgebracht. Hier habe ich mich hinreißen lassen, ein Battle zwischen analog vs. digital zu machen. Sehr interessant, und letztlich kann ich mich nicht entscheiden, welche Version mir die liebste ist. Klingt die LP wärmer und hat den analogen Vibe, macht die FLAC untenrum deutlich mehr Druck.

Dann natürlich der Knocked Loose-Brecher You Won’t Go Before You’re Supposed To. Was für ein Abriss! Sehr gewöhnungsbedürftig für die einen und ein geiler Trip für die anderen. Der Song Suffocate mit Poppy wurde für einen Grammy nominiert, und Knocked Loose durfte bei Jimmy Kimmel auftreten. Die Platte ist einfach der Wahnsinn – Moshpit-Gefahr in den eigenen vier Wänden.

Vorbestellungen: Was als nächstes auf den Teller kommt

Und natürlich dürfen auch Vorbestellungen nicht fehlen. Den Anfang macht Feine Sahne Fischfilet mit ihrem neuen Album “Wir kommen in Frieden”. Die limitierte, giftgelbe und handsignierte Vinyl ist vorbestellt. Ob ich sie auspacken werde oder – wie die handsignierte “Alles glänzt — Alles Live” – eingeschweißt lasse, weiß ich noch nicht.

Weiter geht es mit Arch Enemy und “Blood Dynasty”. Die Wahl fiel auf die Limited Red Blood Splatter-Version, explizit als 180g-Pressung ausgezeichnet. Da ich sehr auf Haptik stehe, war die Wahl schnell getroffen. Die ersten Songs durften wir bereits bei der Rising From The North Tour in Hamburg hören.

Härtere Klänge gibt es dann mit Whitechapel! “Hymns in Dissonance” erzählt die Geschichte eines Kultisten, der würdige Menschen sammelt, um seinem Kult beizutreten. Gitarrist Alex Wade versprach das bisher härteste Album der Band. Die limitierte 180g-Vinyl in Scarlet Red with Cloudy Black Splatter dreht hier bald die Runden.

Den krönenden Abschluss macht Behemoth. Auch hier ein Versprechen: weniger indirekte antichristliche Texte, sondern härter und direkter. Der Titel spricht Bände: “The Shit ov God”. Die limitierte und handsignierte Vinyl aus dem offiziellen Behemoth-Webstore ist gesetzt. Nergal ist ein Perfektionist – das muss man einfach ehren.


Weiterlesen – die Vinyl-Serie:

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