Kopfhörer-Test - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de Audio & Heimkino. Ernst genommen. Fri, 10 Jul 2026 10:14:07 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 https://www.hifigeek.de/media/cropped-hifigeek.de-512-32x32.png Kopfhörer-Test - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de 32 32 60029611 Luxsin X9 im Test: Head‑Fi‑Control‑Center mit HP‑EQ, Sub‑Power und Firmware‑Upgrade für deine Kopfhörer https://www.hifigeek.de/luxsin-x9-im-test/ https://www.hifigeek.de/luxsin-x9-im-test/#respond Wed, 28 Jan 2026 15:00:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9737 Ich war schon im Sommer sehr neugierig auf den Luxsin X9, habe ihn dann aber wieder aus den Augen verloren. Nichtsdestotrotz steht er jetzt auf meinem Schreibtisch und ich konnte das gute Stück etwa vier Wochen unter die Lupe nehmen – oder besser gesagt: in einen für ihn vielleicht anstrengenden Dauertest schicken. Wenn dem so war, hat sich der Luxsin X9 das keinesfalls anmerken lassen. So viel sei verraten.

Vorab ein kurzer Disclaimer: Ich habe den Luxsin X9 vom deutschen Vertrieb audioNEXT kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. audioNEXT oder irgendjemand sonst nimmt keinen Einfluss auf mein Review. Als unabhängiger Blog sind wir an keine geschäftlichen Beziehungen gebunden, die unsere Meinung verfälschen könnten..

Auch nach diesem Test ist beim Luxsin X9 einiges passiert – u. a. ein neuer Hörtest namens Hearing Compensation und AI-EQ, das inzwischen auch hier eingezogen ist. Alle Details im Update unten.

Hier findet ihr mein Luxsin X9 Video‑Review auf YouTube

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Unboxing & Lieferumfang – erster Eindruck

Wer schon einmal Eversolo-Produkte ausgepackt hat, wird die Qualität kennen. Luxsin stammt ebenfalls aus dem Hause Zidoo. Die 3,7 kg des Luxsin X9 liegen direkt wertig in der Hand. Natürlich wird das Gerät gut gepolstert ausgeliefert, sodass dem massiven Aluminiumgehäuse mit seinen soliden Alu-Planken auf der Reise nichts passiert. Mit 30 x 20 x 6,5 cm ist das Gerät kompakt genug für den Schreibtisch. Auf dem HiFi-Rack wirkt es hingegen angenehm schlank und schmal.

Was liegt in der Box:

  • Netzkabel (Schuko-Standard, EU-Stecker)
  • Bluetooth-Fernbedienung (IR- und BT-kompatibel)
  • USB-B-Kabel (für USB-Audio)
  • USB-Type-C-OTG-Kabel (für iPhone/iPad direkt)
  • Benutzerhandbuch (mehrsprachig, vorerst ohne Deutsch)
  • Garantiepapiere & Quick-Start-Guide

Der erste Eindruck ist durchweg premium. Das 4‑Zoll-Farb-Touchscreen mit den virtuellen VU-Metern ist das Eye-Candy – sie sehen täuschend echt aus, sind vollständig animiert, etwa mit sanft-blauem Hintergrund. Luxsin bietet 14 verschiedene grafische Varianten zur Wahl, was eigentlich unnötig wirkt, aber durchaus charmant ist. Die facettierten Ecken des Gehäuses geben dem Luxsin X9 ein modernes Design, das nicht billig wirkt. Alle sichtbaren Seiten sind sauber verarbeitet, sogar die Unterseite. Schrauben siehst du nur an der Rückwand – alles andere wirkt wie aus einem Guss.

Technische Daten & Architektur

Was den Luxsin X9 technisch interessant macht

Der Luxsin X9 nutzt den AK4499EX DAC-Chip von Asahi Kasei Microdevices – derselbe, der auch im erfolgreichen Eversolo DMP-A8 Streaming-DAC verbaut ist. Das ist ein Vertrauenssignal. Daneben sitzt ein AK4191EQ für die IV-Konvertierung (digital zu analog). Die Signalverarbeitung erfolgt über einen AKM 7739 DSP-Chipsatz, der speziell die Headphone-EQ-Funktion steuert (dazu später mehr).

Die Kopfhörer-Verstärkerstufe

Die Kopfhörerendstufe ist vollständig symmetrisch aufgebaut und liefert bis zu 6.400 mW an 16 Ω über den 4,4‑mm-Balanced-Ausgang – das ist ordentlich Leistung. Über den 6,35-mm-Single-Ended-Anschluss oder XLR4 ist die Leistung etwas geringer, aber immer noch mehr als ausreichend. Der Verstärker-Chip ist ein TPA6120A2 in Kombination mit einem OPA1612 als Buffer. Das Besondere: Die Ausgangsstufe wurde speziell für den Luxsin X9 entwickelt und nicht einfach von Eversolo übernommen.

Das Netzteil ist clever aufgebaut

Ein Lineartrafo versorgt die analoge Sektion (für hohe Reinheit und guten Rauschabstand), ein Schaltnetzteil die digitale Sektion (für Effizienz). Im Inneren sitzt ein großer, gekapselter Ringkerntrafo – du wirst sein Gewicht beim Transport spüren. Die Ripple-Unterdrückung ist mit 40 nV extrem niedrig. Das bedeutet: Der Rauschgrund des Luxsin X9 ist in der Praxis nahezu nicht existent.

Spezifikationen

  • Dynamic Range / SNR: > 128 dB (sehr sauber)
  • THD+N @ KH-Output: < 0,00016% (extrem niedrig)
  • Crosstalk: > ‑117 dB (Kanaltrennung ausgezeichnet)
  • Kanalgenauigkeit (L/R‑Balance): 0,1 dB (beeindruckend präzise)
  • Frequenzgang: neutral-flach mit sanftem Roll-off in den obersten Höhen

Unterstützte Formate:

  • PCM bis 32 Bit / 768 kHz
  • DSD bis DSD512 (native)
  • Bluetooth 5.0 (SBC, AAC offiziell; LDAC & aptX werden unterstützt, aber nicht zertifiziert)
  • Asynchrones USB-Audio (kein Treiber nötig)

Innovative Features

Das Dynamic Negative Feedback System (DNF) nutzt die Kombination aus OPA1612 und TPA6120A2, um harmonische und intermodulative Verzerrungen signifikant zu reduzieren. Das praktische Resultat: Der Klang wirkt sauberer und transparenter, ohne zusätzliche Färbung.

Die R2R-Resistor-Array-Lautstärkeregelung ist ein echtes Highlight. Statt digital zu regeln, nutzt der Luxsin X9 1.024 diskrete Stufen mit Schaltrelais – jeder Schritt ist als leichtes „Click“ beim Drehen hörbar, 0,5‑dB-Schritte sind Standard (wahlweise 1, 2 oder 3 dB). Das verhindert Kanalabweichungen im unteren Lautstärkebereich und verschleißt nicht wie ein klassisches Potentiometer.

Die Impedance-Detection-Technologie misst automatisch die Impedanz deines Kopfhörers (16 Ω, 32 Ω oder 300 Ω), wenn du ihn an den 4,4‑mm- oder 6,35-mm-Anschluss anschließt, und passt das Gain entsprechend an. Das ist praktisch wie die ISO-Einstellung an einer Kamera – es optimiert den nutzbaren Regelbereich für deine spezifischen Kopfhörer. XLR4-Nutzer müssen die passende Einstellung manuell wählen. Eine Einschränkung: Das System misst Impedanz, nicht Empfindlichkeit – mit sehr empfindlichen IEMs oder sehr wenig empfindlichen Kopfhörern kann der Regelweg etwas knapp werden.

In der Praxis bedeutet die Kombination aus Dynamic Negative Feedback und R2R-Lautstärkeregelung: extrem saubere Wiedergabe, perfekte Kanalbalance auch bei sehr niedrigen Pegeln und eine feinfühlige, verschleißfreie Lautstärkeregelung, von der besonders Leisehörer profitieren.

Anschlüsse & Konnektivität

Der Luxsin X9 ist eine echte Audio-Zentrale – nicht nur für Kopfhörer.

Kopfhörer-Ausgänge (Front):

  • 6,35 mm Klinke (Single-Ended, asymmetrisch)
  • 4,4 mm Pentaconn (Balanced, symmetrisch) – hier gibt es die volle Power (6.400 mW @ 16 Ω)
  • XLR4 Balanced (symmetrisch)

Alle Buchsen sind hochwertig verarbeitet, die Klinkenbuchsen haben dezent goldfarbene Ringe – ein schöner Farbakzent, der nicht billig wirkt.

Digitale Eingänge (Rückseite):

  • USB‑B (für USB-Audio, High-Res bis 768 kHz PCM, DSD512)
  • USB‑C (OTG-Standard, ideal um iPhone/iPad direkt anzuschließen)
  • USB‑A (nur für Firmware-Updates via USB-Stick)
  • Coax S/PDIF (Standard Digital Audio)
  • Toslink (optisch, für TV oder ältere Komponenten)
  • HDMI ARC (seltenes Feature für einen Desktop-DAC, ermöglicht Audio-Rückkanal vom Smart-TV in den Luxsin X9)
  • Bluetooth 5.0 (SBC, AAC, LDAC, aptX)
  • WiFi (für App-Steuerung und OTA-Updates)

Analoge Eingänge (Rückseite):

  • Stereo-Cinch (RCA) für CD-Player, Streamer oder andere analoge Quellen

Ausgänge (Rückseite – die Vorverstärker-Funktion):

  • XLR-Ausgänge (symmetrisch) für externe Endstufen oder Aktivlautsprecher
  • Cinch-Ausgänge (asymmetrisch, RCA)
  • Subwoofer-RCA-Ausgänge (Dual) – das ist selten; damit lässt sich ein vollständiges 2.2‑Stereo-Setup aufbauen (Stereo-Lautsprecher + zwei Subwoofer)

Smart Features:

  • Trigger-In/Out-Buchsen (Mono-Klinke)

App-Steuerung:
Die Luxsin Remote App ist verfügbar für iOS und Android. Es gibt außerdem ein Web-Panel im Browser, wenn der Luxsin X9 über WiFi im Netzwerk hängt. Aktuell ist die Oberfläche nur auf Englisch und Chinesisch verfügbar, laut Hersteller soll Deutsch folgen. Die App ist intuitiv, Tuning-Kurven werden visualisiert und PMEQ-Settings (Parametric EQ) lassen sich einfach anpassen. Luxsin schiebt regelmäßig Firmware-Updates nach – gut für Bugfixes und neue Features, aber man lebt damit auch mit einem Gerät, das softwareseitig in Bewegung bleibt.

Design & Verarbeitung

Massives Aluminium mit soliden Alu-Planken – kein Kunststoff mit Alu-Blende wie bei manchen Konkurrenten. Das Finish ist gebürstet statt hochglänzend, was Fingerabdrücke deutlich entschärft. Die leicht schräg gestellte Frontplatte mit ihren facettierten Ecken gibt dem Luxsin X9 ein modernes Aussehen, ohne zu aufdringlich zu wirken.

Das 4‑Zoll-Farb-Touchscreen (TFT-LCD) ist das visuelle Highlight. Die virtuellen VU-Meter sehen täuschend echt aus, vollständig animiert mit Schatten und Beleuchtung. Du kannst zwischen 14 verschiedenen grafischen Varianten wählen (Black VU, Classic VU, Neon usw.). Die Lesbarkeit ist auch aus seitlichen Blickwinkeln hervorragend, die Helligkeit ist einstellbar.

Die Bedienelemente (Front)

  • Minimalistisches Design – nur Lautstärke-Drehregler (rechts) und Power-Taste.

Der Lautstärke-Regler bietet ein sehr befriedigendes, gerastertes Feedback mit gut hörbaren Relais-Klicks – nicht zu straff, nicht zu leichtgängig. Die Haptik ist klar im Premium-Segment angesiedelt. Das Display zeigt bei Lautstärke-Änderungen eine „R2R“-Dezibel-Anzeige an.

Wärmeentwicklung:
Im Idle-Betrieb liegen an der Oberseite rund 30 °C an – warm genug, dass man im Winter gerne mal die Hand darüber streicht, aber nie unangenehm heiß. Es gibt keinen aktiven Lüfter; die Kühlung erfolgt passiv über das Gehäuse.

Bedienung & Features

Da es sich in erster Linie um einen Desktop-DAC handelt, erfolgt die primäre Bedienung über das Touchscreen. Natürlich lässt sich der Luxsin X9 auch bequem mit der Fernbedienung oder über die App steuern, wobei in der App nicht alle Optionen verfügbar sind.

HP-EQ (Kopfhörer-Spezifische Profile) – DAS UNIQUE FEATURE

Das ist das Killer-Feature des Luxsin X9. Luxsin stellt online eine Datenbank mit rund 2.500 Kopfhörer-Profilen zur Verfügung. Wenn du deinen Kopfhörer anschließt, tippst du seinen Namen ins Menü, wählst eines oder mehrere EQ-Profile, und der Luxsin X9 passt den Frequenzgang automatisch an – per DSP. Das funktioniert ähnlich wie EQ-Ansätze auf Basis gemessener Kopfhörerprofile, wie man sie von Roon oder Harman-Target-Curves kennt. Die Idee dahinter: Jeder Kopfhörer bringt charakteristische Verfärbungen mit. Der Fosi i5 ist dir zu zurückhaltend in den Höhen? Die EQ gleicht das aus. Der Verum 2 ist zu hell? Wird korrigiert. Dein Kopfhörer profitiert merklich von dieser Anpassung – nicht subtil, sondern klar hörbar.

Im Ergebnis wirkt HP‑EQ wie ein fehlendes Bindeglied im Head‑Fi‑Setup: Auf Basis realer Messdaten biegt der Luxsin X9 den Frequenzgang vieler Modelle in Richtung einer ausgewogeneren Zielkurve, sodass bekannte Kopfhörer plötzlich wie „fertig abgestimmte“ Hörer klingen – ohne Messmikrofon, REW oder stundenlange EQ‑Bastelei. Ich konnte fast alle Kopfhörer hier im Haus in der Datenbank finden. Lediglich der Sennheiser HD550 fehlt. Schade – wahrscheinlich hätte ihn dieses Feature noch eine Klasse nach oben befördert.

Crossfeed (Digital)

Es gibt drei verschiedene Crossfeed-Level. Die Funktion arbeitet sehr überzeugend: Sie imitiert eine lautsprecherähnliche Räumlichkeit und reduziert die typische „In-Head-Localization“, also das Gefühl, dass alles „im Kopf klebt“. Ideal für lange Listening-Sessions mit weniger Kopfhörer-Ermüdung. Wichtig: Es klingt nicht hohl oder künstlich wie manche schlechten analogen Crossfeed-Implementierungen.

Weitere DSP-Features

  • Stereo-Weite/Soundstage-Adjustment (Depth & Width einstellbar)
  • Musikstil-Presets (vorkonfigurierte DSP-Kurven)
  • 3‑Band-EQ (Bass/Mitten/Höhen)
  • Subwoofer-Weiche (Crossover-Frequenz einstellbar)
  • PMEQ (Parametric Equalization) über das Web-Panel fein konfigurierbar

Allgemeiner Klangcharakter & Bühne 

Im Grundcharakter spielt der Luxsin X9 neutral mit einem leichten Schuss Wärme: Der Bass ist schnell, trocken und kontrolliert, geht tief hinunter, ohne in den Mittelton zu bluten, Stimmen stehen sauber und natürlich im Raum, und der Hochton bringt Glanz und Luft, ohne scharf oder nervös zu werden. Der Hintergrund bleibt dabei „pitch‑black“ – selbst bei niedrigen Pegeln hörst du praktisch kein Rauschen, was in Kombination mit der R2R‑Lautstärkeregelung gerade Leisehörer glücklich macht.

Die Bühne ist standardmäßig eher mittlere Größe mit leicht frontaler Präsentation, dafür sehr klar geschichtet: Vocals und Leads stehen greifbar vorne, Rhythmus‑Sektion und Effekte staffeln sich sauber dahinter. Aktivierst du Crossfeed und die Soundstage‑Erweiterung, lässt sich dieses Bild erstaunlich weit aufziehen, ohne ins Künstliche abzudriften – du bekommst mehr Breite und Luft um Instrumente, ohne dass es nach billigem Hall‑Effekt klingt oder einfach nur der Hochton angehoben wird. Gerade bei längeren Sessions macht das Hörermüdung spürbar geringer, weil die typische „im Kopf festgetackerte“ Bühne einem eher lautsprecherähnlichen Raumgefühl weicht.

Spannend wird es, wenn der X9 seine DSP‑Tricks ausspielt. HP‑EQ fühlt sich in der Praxis an, als würden deine Kopfhörer ein Firmware‑Update für ihren Klang bekommen: Auf Basis realer Messdaten von rund 2.500 Modellen werden Peaks geglättet, Basslöcher aufgefüllt und die Gesamttonalität näher an eine saubere Zielkurve herangezogen. Besonders Kopfhörer mit „berühmten“ Eigenheiten – etwas zu heller Oberton, Badewannen‑Tuning, dünner Bass – profitieren massiv, weil der X9 ihre Stärken betont und die Schwächen beschneidet, ohne den Grundcharakter komplett zu erschlagen. Unterm Strich wirkt HP‑EQ wie das fehlende Bindeglied im Head‑Fi‑Setup: Statt den nächsten Hörer zu kaufen, hebst du mit einem Klick den vorhandenen eine Klasse nach oben.

Leistungsmäßig hat der Luxsin X9 nicht nur für deinen Verum 2 oder Fosi i5 genügend Reserven, sondern auch für große Planare – Berichte mit HIFIMAN‑Kalibern zeigen, dass selbst bei hohen Pegeln kein Eindruck von Kompression oder Weichzeichnung entsteht. Gleichzeitig bleibt er mit sinnvoll gewählter Gain‑Stufe auch an empfindlichen IEMs sehr leise im Rauschteppich, was in dieser Leistungsklasse alles andere als selbstverständlich ist. Dass die Impedance‑Detection den Gain passend vorsortiert, macht die ganze Power im Alltag gut beherrschbar, statt dir nur theoretische Wattzahlen auf dem Papier zu liefern.

Richtig charmant ist der Luxsin X9 dann als Schreibtisch‑Zentrale im 2.1‑ oder 2.2‑Betrieb: Über die beiden Sub‑Ausgänge und die einstellbare Subwoofer‑Weiche lassen sich Aktivmonitore und ein oder zwei Subs sauber ankoppeln – etwas, das man bei Desktop‑DAC/Amps dieser Art fast nie sieht. Damit kannst du tagsüber mit Kopfhörer und HP‑EQ arbeiten und abends mit einem Klick auf Lautsprecher + Sub umschalten, ohne die Klangsignatur komplett zu verlieren: straffe Bässe, aufgeräumter Mittenbereich, kontrollierte Höhen – nur eben mit mehr Luftbewegung im Magenbereich. Für Metal, Spiele und Filme ist das eine Kombination, die schnell süchtig macht, weil sie Studio‑Kontrolle und Spaßfaktor ziemlich elegant unter einen Hut bringt.

Höreindruck

Was für ein Technik-Brett. Für einen DAC gibt es hier erstaunlich viel zu entdecken – und genau das lädt zum Spielen und Ausprobieren ein. Gerade die Kombination aus kräftigem Kopfhörerverstärker, DSP-Spielwiese und Subwoofer‑Integration erinnert ein wenig an den Burson Conductor GT4: Der Subwoofer will plötzlich auch mit euren Kopfhörern mitspielen – ein ziemlich irres Erlebnis.

Natürlich durfte auch meine Metal‑Referenz‑Playlist nicht fehlen. Dazu kamen YouTube, Filme, Serien, Spiele – einmal das ganze Alltagspaket. Der Luxsin X9 hat in der Testzeit dauerhaft auf meinem Schreibtisch gestanden und wurde an guten Tagen locker 10 Stunden am Stück genutzt. Bei knapp 300 Stunden Spielzeit kennt man die Kiste langsam ziemlich gut.

Im Alltag bleibt der Luxsin X9 dem beschriebenen Grundcharakter treu: neutral bis leicht warm, straffer, kontrollierter Bass, sauberer Mittelton und eine klare, luftige, aber nicht nervige Höhenwiedergabe. Der Hintergrund bleibt „pitch‑black“, nichts rauscht, nichts zischelt – selbst bei niedrigen Pegeln wirkt alles kontrolliert und aufgeräumt. Erst wenn man DSP, HP‑EQ und Crossfeed dazuschaltet, merkt man, wie viel Potential da noch oben drauf kommt.

Luxsin X9 X Verum 2

Der Verum 2 ist ein großartiger Kopfhörer, gebaut von einem zugegeben etwas kontroversen Hersteller. Wie so oft bei mir handelt es sich um einen offenen Planar – hier mit den optionalen „ventilated Earpads“, um etwas mehr Tiefbass herauszukitzeln. Am Luxsin X9 angestöpselt und das passende Profil im HP‑EQ aktiviert, passiert genau das, was man sich insgeheim wünscht: Aus einem sehr guten Kopfhörer wird ein affengeiler Kopfhörer.

HP‑EQ bügelte beim Verum 2 die typischen Eigenheiten glatt: Der Bass gewinnt an Fundament, ohne aufzuquellen, die Mitten rücken etwas sortierter ins Zentrum und die Höhen verlieren ein Stück Schärfe, behalten aber Luft und Detail. Versteht es nicht falsch – der Verum 2 ist auch „pur“ ein toller Hörer –, aber es fühlt sich an, als bekäme er ein kostenloses Tuning‑Upgrade. Mehr Linearität, weniger Nervigkeit, stimmigere Tonalität. So sollte dieser Kopfhörer eigentlich ab Werk klingen.

Luxsin X9 X Fosi Audio i5

Der Fosi Audio i5 ist so ein bisschen der Geheimtipp 2025: für den Preis ein erstaunlich erwachsener Klang, der einige etablierte Hersteller sichtbar nervös gemacht hat. Klar, der Start war holprig, Fosi hat aber schnell nachgebessert und die Kinderkrankheiten überarbeitet. Am Luxsin X9 knüpft der i5 genau da an – nur eben eine Stufe höher.​

Mit aktiviertem HP‑EQ bekommt der i5 das, was ihm viele attestieren: ein sehr stimmiges, „großes“ Klangbild für kleines Geld, aber mit weniger Ecken und Kanten. Der Bass wirkt kontrollierter und definierter, Stimmen rücken natürlicher in den Vordergrund, und der Hochton verliert Härte, ohne langweilig zu werden. Unterm Strich hebt der Luxsin X9 den Fosi Audio i5 in eine andere Liga – nicht, weil er ihn verbiegt, sondern weil er seine Stärken betont und die Schwächen wegschneidet.

Einordnung & mögliche Kritikpunkte

Im Vergleich zu typischen Mess‑Boliden à la Topping DX9 oder ähnlichen Designs spielt der Luxsin X9 etwas wärmer und entspannter, punktet dafür mit deutlich mehr Features und Flexibilität. Für Besitzer eines Eversolo DMP‑A8 ist er weniger spannend, weil sich DAC‑Teil und viele Funktionen überschneiden – spannend wird er vor allem als dedizierter Head‑Fi‑Hub mit HP‑EQ und Sub‑Integration.

Kleine Schattenseiten gibt es auch: Einen Ethernet‑Port sucht man vergeblich, alles läuft über WLAN oder USB. Die Relais‑Klicks der R2R‑Lautstärkeregelung sind gewollt und haptisch toll, in sehr leisen Umgebungen aber hörbar – Geschmackssache. Und wer statt leicht wärmer, „musikalischer“ Abstimmung lieber maximal analytische, knallharte Neutralität mit messfokussiertem Minimalismus sucht, wird bei Topping & Co. wahrscheinlich glücklicher.

Fazit

Der Luxsin X9 ist für mich so ein Gerät, das man anfangs wegen der Optik und der Technik-Gimmicks spannend findet – und am Ende wegen der Alltagstauglichkeit und des Klangtunings behält. Er ist kein puristischer „Nur-DAC“, sondern ein vollwertiges Head‑Fi‑Control‑Center: kräftiger Kopfhörerverstärker, sehr guter DAC, flexible Vorstufe mit Sub‑Ausgängen und dazu eine DSP-Werkzeugkiste, die deinen vorhandenen Kopfhörern im besten Fall ein Klang‑Firmware‑Update verpasst.

Wer nach dem X9 noch höher hinaus will: Der Burson Soloist Stellar Max (rund 2.450 €) und ganz oben der Burson Conductor GT4 (rund 3.600 €) zeigen, wohin die Reise gehen kann – beide deutlich teurer und hardwareseitig eine andere Liga, während der X9 seine Stärken vor allem über die Software ausspielt. Der Luxsin X9 zielt eher auf Hörer, die eine saubere, leicht warme, kontrollierte Abstimmung mögen und Lust haben, mit HP‑EQ, Crossfeed, Parametric‑EQ und 2.1/2.2‑Setup aktiv zu gestalten. In dieser Rolle macht er verdammt viel richtig: genug Power für große Planare, pechschwarzer Hintergrund, sehr gute Verarbeitung, starkes Display, und eine EQ‑/Profil‑Sektion, die aus „guten“ Hörern sehr oft „sehr gute“ Hörer macht.

Perfekt ist er nicht: kein LAN-Port, viele Funktionen hängen am Firmware‑Status, die Relais‑Klicks der R2R‑Lautstärke muss man mögen und der Grundsound im Bypass wirkt etwas „zu brav“. Aber unterm Strich ist der Luxsin X9 aktuell einer der spannendsten All‑in‑One‑DAC/Amps für den Schreibtisch – vor allem, wenn du mehr willst als nur „Signal rein, Signal raus“ und dein Head‑Fi‑Setup wirklich als Spielwiese und Werkzeug gleichzeitig begreifst.

Einen Überblick über die gesamte Luxsin-Modellpalette inklusive aller Neuheiten von der HIGH END Vienna 2026 findest du unter Luxsin Audio: X8, X9 und alle Neuheiten im Überblick.

Update Juli 2026: Auch nach meinem Test lebt der X9 weiter

Mein Test oben ist abgeschlossen, das Gerät selbst offensichtlich nicht. Seit dem Verkaufsstart hat Luxsin dem X9 per Firmware-Update kontinuierlich neue Funktionen spendiert – von einem überarbeiteten Web-UI über HTTPS-Unterstützung bis hin zu USB-Musikwiedergabe direkt vom Stick. Für ein Gerät, das schon über ein Jahr auf dem Markt ist, ist das ein ungewöhnlich aktiver Entwicklungstakt, und zwei Neuzugänge sind einen genaueren Blick wert.

Hearing Compensation: ein echter Hörtest im Luxsin X9

Mit Firmware 2.0.0.7 hat Luxsin eine Funktion namens Hearing Compensation eingeführt. Die Idee: Kein Gehör ist symmetrisch oder linear – viele Menschen hören bestimmte Frequenzen auf dem einen Ohr anders als auf dem anderen, oft ohne es zu merken. Hearing Compensation lässt den Luxsin X9 das eigene Gehör direkt am Gerät vermessen und daraus eine individuelle Korrekturkurve für links und rechts erstellen.

Das ist etwas anderes als die bereits im Test oben beschriebene HP-EQ: HP-EQ gleicht die Eigenheiten eines bestimmten Kopfhörer-Modells an eine Zielkurve an (mehr dazu in meiner HP-EQ-Anleitung). Hearing Compensation dagegen misst nicht den Kopfhörer, sondern das eigene Gehör – zwei unterschiedliche Korrekturebenen, die sich theoretisch sogar kombinieren lassen sollten.

Ich habe die Funktion nicht selbst durchgespielt, kann den Ablauf aber aus dem offiziellen Luxsin-Erklärvideo detailliert nachvollziehen:

  1. Start: Im Menü über den Touchscreen zu EffectHearing compensation+ New hearing profile navigieren.
  2. Referenzton kalibrieren: Zwei Testtöne (3,5 kHz oder 1 kHz) stehen zur Wahl. Per Drehregler die Gerätelautstärke herunterregeln, bis der Ton gerade noch hörbar ist, dann den subjektiv lauteren Ton per Touch auswählen.
  3. Linkes Ohr, 7 Frequenzbänder (u. a. 125 Hz, 250 Hz, 500 Hz, 1000 Hz, 4000 Hz, 8000 Hz): Ton wird langsam lauter, sobald hörbar auf “Heard” tippen, danach Lautstärke per Schieberegler oder Plus/Minus-Tasten feinjustieren, bis der Ton gerade eben wahrnehmbar ist, mit “Next” bestätigen.
  4. Rechtes Ohr: identischer Ablauf, automatisch im Anschluss.
  5. Ergebnis: Ein “Final Result”-Diagramm zeigt die individuelle Kompensationskurve für beide Ohren. Über “Rename” benennen, über “Apply” anwenden – die Ausgabe ist danach auf das persönliche Gehör kalibriert.

Im Kern ist das ein vollwertiges, geführtes Audiogramm-Verfahren, wie man es sonst eher von dedizierten Hörtest-Apps kennt – nur direkt im DAC integriert. Genau diesen Bedarf hatten Luxsin X9-Nutzer schon vorher in Foren thematisiert, etwa mit selbstgebauten Lösungen über externe Tongeneratoren zur Kompensation von einseitigem Gehörverlust. Luxsin scheint diesen Community-Wunsch jetzt direkt ins Gerät geholt zu haben.

AI-EQ: mittlerweile auch im X9 an Bord

Der X8 hatte von Anfang an ein eigenes Software-Highlight: eine KI-gestützte parametrische EQ, die sich per Sprach- oder Textbefehl bedienen lässt – “mach den Bass wärmer” wird automatisch in eine passende EQ-Kurve übersetzt, inklusive Erklärung, was verändert wurde. Mittlerweile ist diese Funktion auch im X9 angekommen, sodass sie kein Alleinstellungsmerkmal des kleineren Modells mehr ist. Mehrere unabhängige Tester beschreiben das System übereinstimmend als überraschend intuitiv, kritisieren aber, dass sich die KI auf reine Frequenzgang-Anpassungen beschränkt.

Mein Zwischenfazit

Zwei Dinge fallen auf: Sowohl Hearing Compensation als auch AI-EQ lösen ein reales, oft unterschätztes Problem – dass Gehör und Kopfhörer beide Fehlerquellen sind, die sich nicht mit einer pauschalen Zielkurve beheben lassen. Und beide Funktionen kamen nicht zum Marktstart, sondern wurden per Firmware nachgereicht – AI-EQ ist inzwischen sogar geräteübergreifend auf X9 und X8 verfügbar. Das unterscheidet Luxsin von vielen Wettbewerbern, bei denen ein Gerät im Wesentlichen so bleibt, wie es ausgeliefert wurde. Wer vor über einem Jahr gekauft hat, bekommt heute spürbar mehr Gerät, als er ursprünglich bezahlt hat – ein Kurs, den ich mit Interesse weiterverfolge, gerade jetzt, wo mit BD9, BH9 und weiteren Neuheiten von der HIGH END Vienna 2026 auch hardwareseitig einiges in Bewegung ist.

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Fosi Audio i5 Update: Bass-Fix macht den Planar-Magnetischen Kopfhörer noch besser https://www.hifigeek.de/fosi-audio-i5-update-bass-fix-macht-den-planar-magnetischen-kopfhoerer-noch-besser/ https://www.hifigeek.de/fosi-audio-i5-update-bass-fix-macht-den-planar-magnetischen-kopfhoerer-noch-besser/#respond Thu, 12 Jun 2025 19:46:36 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9162 Der Fosi Audio i5 hat seit seiner Ankündigung für ordentlich Wirbel in der Audiophilen-Szene gesorgt – und jetzt gibt es spannende Neuigkeiten für alle, die mit dem Gedanken spielen, sich diesen vielversprechenden Planar-Magnetischen Kopfhörer zu sichern. Während die Kickstarter-Kampagne in die finale Phase geht, hat Fosi Audio auf Feedback der Community reagiert und eine entscheidende Verbesserung vorgenommen, die den Klang des Fosi Audio i5 auf ein neues Level hebt.

Der Bass-Leak: Was zum Teufel war das Problem?

Bei den ersten Testmustern des Fosi Audio i5, die an Reviewer gingen, wurde ein Problem im Tiefbassbereich festgestellt. Die mit Klettverschluss befestigten Ohrpolster verursachten eine unzureichende Abdichtung, was zu einem Klangverlust im Subbassbereicht unter 80 Hz führte. Für einen Kopfhörer, der mit einem beeindruckenden Frequenzgang von 10 Hz bis 50 kHz beworben wird, war dieser Mangel an Tiefbass ein ernstes Problem, das viele potenzielle Käufer abschrecken könnte.

Die ursprüngliche Abstimmung des Fosi Audio i5 war laut Fosi Audio bewusst so gestaltet, um Hörmüdigkeit bei längeren Sessions zu vermeiden. Doch nach zahlreichen Rückmeldungen von Testern und der Community wurde klar: Der fehlende Tiefbass war ein No-Go für viele Audiophile.

Die Lösung: Ein simpler, aber effektiver Fix

In einem bemerkenswerten Beispiel für schnelles Handeln hat Fosi Audio innerhalb von nur zehn Tagen verschiedene Lösungsansätze getestet und schließlich eine einfache, aber höchst effektive Lösung gefunden. Das Unternehmen hat einen speziellen Schaumstoffring entwickelt, der um den Treiber herum angebracht wird und die Abdichtung zwischen Ohrpolster und Gehäuse deutlich verbessert.

Der Effekt dieser kleinen Änderung ist beeindruckend: Der Subbassverlust wurde praktisch eliminiert, was zu einer deutlich lineareren Frequenzantwort im Bassbereich führt. Messungen zeigen eine signifikante Verstärkung im Bereich unter 100 Hz, wodurch der Tiefbass nun viel präsenter und kraftvoller wirkt.

Das Beste daran: Alle Kickstarter-Unterstützer und zukünftigen Käufer werden die verbesserte Version mit dem Dichtungsring erhalten. Fosi Audio plant, diesen Fix in allen Produktionseinheiten zu implementieren, sodass niemand auf das verbesserte Klangerlebnis verzichten muss.

Wie verändert der Fix den Klang?

Nach Berichten von Reviewern, die bereits Zugang zur verbesserten Version haben, ist der Unterschied deutlich hörbar. Der Bass ist nun wesentlich präsenter und reicht tiefer hinab, was besonders bei elektronischer Musik und modernen Produktionen einen spürbaren Unterschied macht.

Die Verbesserung im Tiefbassbereich führt zu einem volleren, runderen Klangbild, allerdings mit einer Einschränkung: Die Modifikation hat auch Auswirkungen auf den Mittenbereich. Das bereits in der Vorproduktionsversion vorhandene leichte “Sägezahnmuster” in den Mitten wurde durch den Fix verstärkt. Dies führt dazu, dass manche Vokale bei genauem Hinhören nicht ganz so natürlich klingen wie bei höherpreisigen Kopfhörern.

Diese Unebenheit im Mittenbereich ist jedoch kein gravierendes Problem – sie ist nicht harsch oder störend, sondern fällt nur auf, wenn man gezielt darauf achtet. Die meisten Hörer werden bei normalem Musikgenuss kaum einen Unterschied bemerken. Insgesamt tendiert der Klang durch den verbesserten Bass nun etwas mehr in Richtung Wärme als zur Neutralität.

Trotz dieser kleinen Einschränkung im Mittenbereich kann der Fosi Audio i5 nun mit deutlich teureren Planar-Magnetischen Kopfhörern mithalten, was das Preis-Leistungs-Verhältnis noch attraktiver macht.

Warum jetzt zuschlagen? Late Pledge bei Kickstarter

Für alle, die bisher gezögert haben: Die Kickstarter-Kampagne befindet sich in der Endphase, aber es besteht noch die Möglichkeit, über einen Late Pledge einzusteigen. Mit einem Preis von etwa 350 Euro (je nach gewähltem Paket) bietet der Fosi Audio i5 ein außergewöhnliches Preis-Leistungs-Verhältnis für einen Planar-Magnetischen Kopfhörer dieser Qualität.

Zum Vergleich: Ähnliche Modelle von etablierten Herstellern kosten oft das Doppelte oder mehr. Der Fosi Audio i5 positioniert sich damit als ernstzunehmende Alternative zu Modellen wie dem HIFIMAN Sundara oder dem Monolith M1070.

Was macht den Fosi Audio i5 so besonders?

Abgesehen von der nun verbesserten Bassperformance bietet der Fosi Audio i5 eine Reihe beeindruckender Eigenschaften:

  • Ein gewaltiger 97mm großer Planar-Treiber mit ultradünner 2 Mikrometer Membran
  • 44 leistungsstarke N50 Neodym-Magnete für präzise Kontrolle und minimale Verzerrung
  • Doppelachsige Aufhängung der Ohrmuscheln für optimalen Tragekomfort
  • Hochwertiger Kopfbügel aus Memory-Metall mit stufenloser Silikon-Verstellung
  • Ohrpolster aus perforiertem Leder und atmungsaktivem Stoff für lange Hörsessions

Mit einem Gewicht von 550g bewegt sich der Fosi Audio i5 im durchschnittlichen Bereich für Planar-Magnetische Kopfhörer. Die Impedanz von 28 Ohm und die Empfindlichkeit von 98dB/mW machen ihn zu einem relativ leicht anzutreibenden Planar, der auch mit moderaten Verstärkern gut harmoniert.

Fazit: Jetzt oder nie?

Fosi Audio hat mit dem Fosi Audio i5 nicht nur seinen ersten Kopfhörer auf den Markt gebracht, sondern gleich einen Volltreffer gelandet. Die schnelle Reaktion auf das Feedback der Community und die Implementierung des Bass-Fixes zeigen, dass das Unternehmen es ernst meint mit seinem Einstieg in den Kopfhörermarkt.

Für alle, die schon immer einen hochwertigen Planar-Magnetischen Kopfhörer besitzen wollten, aber vor den oft horrenden Preisen zurückschreckten, bietet der Fosi Audio i5 eine fantastische Gelegenheit. Mit dem verbesserten Bass-Fix ist er nun ein noch überzeugenderes Gesamtpaket, das audiophilen Klang zu einem erschwinglichen Preis bietet, auch wenn die Mitten nicht ganz perfekt sind.

Wer zuschlagen möchte, sollte nicht zu lange zögern – die Kickstarter-Kampagne läuft nur noch kurze Zeit, und ob der Fosi Audio i5 später zum gleichen günstigen Preis erhältlich sein wird, ist ungewiss.

Ausblick: Unser eigener Test folgt

Update: Jetzt hier zum Test

Wir warten derzeit noch auf unser eigenes Demo-Exemplar des Fosi Audio i5 mit dem neuen Bass-Fix. Sobald wir den Kopfhörer in den Händen halten, werden wir natürlich einen ausführlichen Test durchführen und euch alle Details zu Klangqualität, Tragekomfort und Verarbeitung liefern. Bleibt also dran für unseren umfassenden Hardcore-Test in den kommenden Wochen!

Holy Shit – Fosi Audio beweist mit dem Fosi Audio i5, dass audiophiler Klang nicht teuer sein muss. Mit dem Bass-Fix haben sie einen bereits vielversprechenden Kopfhörer noch besser gemacht. Für alle, die auf der Suche nach einem Einstieg in die Welt der Planar-Magnetischen Kopfhörer sind, ist der Fosi Audio i5 definitiv einen Blick wert.

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7Hz Timeless II im Test: Wenn Planar-Power auf Tuning-Freiheit trifft https://www.hifigeek.de/7hz-timeless-ii-im-test-wenn-planar-power-auf-tuning-freiheit-trifft/ https://www.hifigeek.de/7hz-timeless-ii-im-test-wenn-planar-power-auf-tuning-freiheit-trifft/#respond Mon, 09 Jun 2025 19:47:31 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9005 Die 7Hz Timeless II haben seit ihrer Veröffentlichung Ende 2024 ordentlich Staub in der Audiowelt aufgewirbelt. Als Nachfolger des legendären ersten Timeless-Modells, das 2021 die Planar-IEM-Revolution einläutete, stehen sie vor großen Fußstapfen. Mit einem Preis von rund 220€ positionieren sich die 7Hz Timeless II genau in der süßen Mitte zwischen Einstieg und High-End – ein perfektes Upgrade für alle, die mehr wollen, ohne gleich ein Vermögen auszugeben. Nach intensiven Hörsessions mit meiner brutalen Metal-Playlist kann ich sagen: Diese In-Ears rocken härter als erwartet!

Disclaimer: Die 7hz Timeless II wurden uns von Linsoul kostenlos zur Verfügung gestellt — wie immer gibt’s hier die ungeschönte Wahrheit, kein Honig ums Maul geschmiert. horror-news.com bleibt unabhängig, wir haben keine Affiliate-Links oder sonstigen krummen Deals. Trotzdem vielen Dank an Linsoul für das Vertrauen!

Unboxing & Lieferumfang: Mehr als nur Kopfhörer

Beim Auspacken der 7Hz Timeless II kommt sofort Premium-Feeling auf. Die schwarze Box mit holografischen Akzenten macht schon vor dem Öffnen Lust auf mehr. Innen präsentiert sich alles ordentlich arrangiert: Die IEMs selbst ruhen in einer runden Metalldose mit Carbon-Finish, darunter finden sich die verschiedenen Nozzles (Aufsätze) auf einer separaten Metallplatte und eine Schachtel mit dem restlichen Zubehör.

Der Lieferumfang ist für den Preis wirklich beeindruckend und bietet besonders Einsteigern reichlich Spielraum zum Experimentieren:

  • 7Hz Timeless II IEMs (1 Paar)
  • Hochwertiges Transportcase aus Metall
  • 3,5mm + 4,4mm Kombi-Adapter
  • 10 Paar Silikon-Ohrstöpsel in verschiedenen Größen (S/M/L)
  • 4 austauschbare Nozzles mit unterschiedlichen Klangcharakteristiken
  • Benutzerhandbuch

Besonders die vier unterschiedlichen, austauschbaren Nozzles (Gold/Silber jeweils in klassischer und gewölbter Form) sind ein echtes Highlight und ermöglichen eine individuelle Klanganpassung – ein Feature, das man in dieser Preisklasse selten findet.

Design & Verarbeitung: Carbon-Style trifft auf Funktionalität

Die 7Hz Timeless II behalten die charakteristische runde, flache Form ihres Vorgängers bei, bekommen aber ein stylisches Update mit einem texturierten Carbon-Finish, das ihnen einen modernen, technischen Look verleiht. Mit nur 5g pro Ohrhörer sind sie angenehm leicht, was auch längere Hörsessions ermöglicht.

Das mitgelieferte Kabel ist ein echtes Highlight – ein 4‑adriges, ultra-reines 7N Single-Crystal-Kupferkabel mit abnehmbaren 0,78mm 2‑Pin-Anschlüssen. Im Vergleich zum Vorgänger, der MMCX-Anschlüsse verwendete, ist dies definitiv ein Upgrade in Sachen Haltbarkeit. Die Verarbeitung des Kabels übertrifft alle Erwartungen für diese Preisklasse und macht die 7Hz Timeless II auch optisch zu einem Premium-Produkt.

Der einzige Kritikpunkt: Das Metall-Case mag zwar edel aussehen, kann aber leider die IEMs verkratzen, wenn man nicht aufpasst. Hier hätte eine weichere Innenauskleidung geholfen.

Technik für Einsteiger: Was zum Teufel sind Planar-Treiber?

Für alle Audio-Neulinge: Die 7Hz Timeless II nutzen eine spezielle Treiber-Technologie namens “Planar Magnetic”. Anders als bei herkömmlichen dynamischen Treibern, wo eine Membran wie ein Kolben vor und zurück bewegt wird, besteht ein Planar-Treiber aus einer ultraflachen Membran mit elektrischen Leitern, die zwischen Magneten platziert ist. Wenn Strom durch die Leiter fließt, reagiert die gesamte Membran gleichmäßig auf das Magnetfeld. Das Ergebnis? Schnellere Reaktionszeiten, weniger Verzerrungen und ein präziserer Klang.

Die 7Hz Timeless II gehen dabei noch einen Schritt weiter und verwenden eine 14,5mm große Planarmembran mit beidseitiger Silberlegierungs-Beschichtung – angeblich die erste ihrer Art in einem IEM. Diese wird von einem doppelseitigen N52-Magnetarray angetrieben, was für eine noch höhere Ansprechempfindlichkeit sorgen soll. Das Ganze steckt in einem 7‑schichtigen akustischen Gehäuse mit doppelter Rückbelüftung.

Technische Spezifikationen im Überblick:

  • Treiber: 14,5mm Planar-Magnetisch
  • Impedanz: 15,2 Ohm
  • Empfindlichkeit: 108 dB/V@1KHz
  • Klirrfaktor (THD): <0,2%/1KHz
  • Frequenzgang: 5–40000Hz
  • Gewicht pro Ohrhörer: 5g
  • Anschlusstyp: 0,78mm 2‑Pin
  • Kabel: ca. 1,2m 7N 4‑Kern Einkristall-Kupfer
  • Anschlüsse: austauschbar 3,5mm und 4,4mm

Klang: Brutal detailliert, aber immer noch entspannt

Nach dem Auspacken ging’s direkt in den Härtetest mit unserer Qobuz Referenz-Playlist voller Metal-Brutalität. Von Behemoths atmosphärischem “Blow Your Trumpets Gabriel” über Lorna Shores epische “Pain Remains”-Trilogie bis hin zu Knocked Looses technischem Hardcore und Radioheads sanfterem “Creep” – die 7Hz Timeless II mussten durch alle Klangwelten hindurch.

Bass:

Der Bass der 7Hz Timeless II ist ein echtes Highlight – er ist tief, präzise und hat genau die richtige Menge an Punch, ohne je matschig zu werden. Bei Tracks wie “To the Hellfire” von Lorna Shore kommt die Mischung aus brutalen Breakdowns und schnellen Double-Bass-Passagen mit beeindruckender Kontrolle und Dynamik rüber. Die Planar-Technologie zeigt hier ihre Stärken mit einer schnellen Ansprache und exzellenter Kontrolle. Die leichte Anhebung im Sub-Bass sorgt für die nötige Wucht, während der Midbass für den rhythmischen Punch sorgt, der besonders bei Bands wie Rage Against The Machine perfekt zur Geltung kommt.

Mitten:

Die Mitten der 7Hz Timeless II sind klar, detailliert und natürlich, ohne dabei zu analytisch zu werden. Vocals – egal ob die gequälten Schreie von Will Ramos bei Lorna Shore oder die melancholischen Passagen von Thom Yorke bei Radiohead – werden mit beeindruckender Textur und Präsenz dargestellt. Bei komplexeren Arrangements wie Zeal & Ardors “Death to the Holy” bleiben alle Instrumente klar separiert und identifizierbar. Je nach verwendetem Nozzle kann man den Charakter der Mitten noch etwas anpassen – mit dem Silver Flower Nozzle erhalten Vocals mehr Gewicht und Wärme.

Höhen:

Die Höhen sind detailliert und luftig, aber niemals scharf oder anstrengend. Selbst bei längeren Sessions mit Deafheavens intensivem “Honeycomb” bleiben die Höhen angenehm und ermüden nicht. Die Becken bei System of a Downs “Old School Hollywood” kommen klar und natürlich rüber, ohne den Rest des Mixes zu überstrahlen.

Soundstage & Imaging:

Für einen In-Ear bieten die 7Hz Timeless II eine beeindruckend weite Bühne, die sich besonders bei orchestralen Stücken wie Septicfleshs “Anubis (Live)” vom Infernus Sinfonica-Album zeigt. Die Platzierung der Instrumente ist präzise, und selbst in den dichtesten Passagen von Cattle Decapitations “Bring Back the Plague” bleibt alles nachvollziehbar und getrennt.

Verschiedene Nozzles = Verschiedene Sounds

Ein Alleinstellungsmerkmal der 7Hz Timeless II sind die austauschbaren Nozzles, die tatsächlich hörbaren Einfluss auf den Klang haben:

  • Gold Flower (Standard): Ausgewogener Sound mit präsenten Vocals und leicht angehobenen Höhen
  • Silver Flower: Wärmerer Klang mit mehr Gewicht in den Mitten und leicht zurückgenommenen Höhen
  • Gold Cone: Detailbetont mit betonten Höhen, ideal für analytisches Hören
  • Silver Cone: Noch mehr Wärme und Körper, leicht reduzierte Höhenpräsenz

Ich habe mich meist zwischen Gold Flower für modernere Metal-Produktionen und Silver Flower für Klassiker wie Nirvana oder Radiohead entschieden. Diese Vielseitigkeit macht die Timeless II zu einem echten Allrounder.

Synergien: So klingen sie mit verschiedenen Geräten

Die 7Hz Timeless II sind mit einer Impedanz von 15,2 Ohm und einer Empfindlichkeit von 108 dB/V vergleichsweise leicht anzutreiben, profitieren aber dennoch von besseren Quellen. Ich habe sie mit einer Reihe von Geräten getestet:

  • Fosi K7: Grundsolide Performance, aber der Bass könnte etwas strammer sein. Die Höhen wirken manchmal etwas spitz.
  • Burson Playmate 3: Hier kommen die 7Hz Timeless II schon deutlich mehr aus sich heraus. Die Dynamik verbessert sich spürbar, und der Klang wirkt insgesamt räumlicher und kontrollierter.
  • Burson Conductor GT4: Die absolute Königsklasse in diesem Test. Mit dem GT4 zeigen die 7Hz Timeless II, was wirklich in ihnen steckt. Der Bass wird noch präziser, die Bühne weitet sich, und selbst feinste Details in Tracks wie Sleep Tokens “Granite” werden mühelos dargestellt.
  • Shanling M5 Ultra: Perfekte Kombination für unterwegs. Der M5 Ultra treibt die 7Hz Timeless II mühelos an und sorgt für einen warmen, musikalischen Klang, der lange Hörsessions ermöglicht.
  • ddHifi TC44Pro: Überraschend gute Kombination für ein so kompaktes Gerät. Etwas weniger Wärme als beim M5 Ultra, dafür mehr Klarheit in den Höhen.

Generell lässt sich sagen, dass die 7Hz Timeless II mit einem 4,4mm Balanced-Ausgang deutlich besser klingen als mit einem Standard‑3,5mm-Anschluss. Die Dynamik verbessert sich spürbar, und der Bass wirkt noch kontrollierter.

Vergleich mit dem Original 7Hz Timeless

Als Upgrade zum ursprünglichen 7Hz Timeless bieten die 7Hz Timeless II einige spürbare Verbesserungen:

  • Bessere Mittenauflösung und natürlichere Stimmen
  • Kontrollierter Bass mit mehr Textur
  • Weniger spitze Höhen, angenehmerer Langzeit-Hörgenuss
  • Deutlich besseres Kabel (2‑Pin statt MMCX)
  • Flexiblere Klangabstimmung durch die Nozzles

Ein klares Upgrade also, vor allem für alle, die vom etwas spitzeren Hochtonbereich des Originals nicht ganz überzeugt waren.

Fazit: Planar-Power für jedermann

Die 7Hz Timeless II sind ein beeindruckendes Gesamtpaket zum fairen Preis. Für rund 220€ bekommt man hier nicht nur erstklassigen Sound mit der Möglichkeit zur individuellen Anpassung, sondern auch eine hochwertige Verarbeitung und einen üppigen Lieferumfang.

Das Spannendste an den 7Hz Timeless II ist ihre Vielseitigkeit – dank der verschiedenen Nozzles können sie sowohl analytisch-detailliert als auch warm und entspannt klingen. Dadurch eignen sie sich hervorragend für verschiedene Musikgenres, von brutalstem Metal bis hin zu ruhigerem Rock oder elektronischer Musik.

Die einzigen Kritikpunkte sind das Metall-Case, das die IEMs verkratzen kann, und die für manche Ohren vielleicht nicht optimale Passform der flachen Gehäuse. Aber angesichts der gebotenen Klangqualität und Ausstattung sind das Kleinigkeiten.

Für alle, die den Einstieg in die Welt der audiophilen In-Ears suchen oder von einfacheren Modellen upgraden wollen, sind die 7Hz Timeless II eine absolute Empfehlung. Sie zeigen eindrucksvoll, was Planar-Technologie leisten kann, ohne dafür ein Vermögen zu verlangen.

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HiFiMAN HE-R9 Review: Wenn Bass auf Budget trifft https://www.hifigeek.de/hifiman-he-r9-review-wenn-bass-auf-budget-trifft/ https://www.hifigeek.de/hifiman-he-r9-review-wenn-bass-auf-budget-trifft/#respond Tue, 03 Jun 2025 08:26:57 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9012 Der HiFiMAN HE-R9 ist ein geschlossener, dynamischer Over-Ear-Kopfhörer, der ursprünglich für 599 USD auf den Markt kam, mittlerweile aber für deutlich unter 150 Euro zu haben ist. Nach intensivem Testing mit verschiedenen Quellen von Fosi K7 bis Burson Conductor GT4 zeigt sich: Dieser Kopfhörer ist eine wilde Fahrt durch bassige Soundlandschaften – mit allen Höhen und Tiefen, die das mit sich bringt.

Der HiFiMAN HE-R9 ist außerdem der erste Kopfhörer, den wir im Rahmen unserer frisch gestarteten Kooperation mit HiFiMAN in den Händen halten. Warum ausgerechnet dieser polarisierende Kandidat als Einstieg gewählt wurde, bleibt ein Rätsel – vielleicht wollen sie uns direkt mal richtig testen.

Disclaimer: Der HiFiMAN HE-R9 wurde uns von HiFiman kostenlos zur Verfügung gestellt — wie immer gibt’s hier die ungeschönte Wahrheit, kein Honig ums Maul geschmiert. HiFiGeek.de bleibt unabhängig, wir haben keine Affiliate-Links oder sonstigen krummen Deals. Trotzdem vielen Dank an HiFiman für das Vertrauen!

Technische Spezifikationen

Der HiFiMAN HE-R9 kommt mit beeindruckenden Papier-Specs daher, die auf den ersten Blick durchaus vielversprechend aussehen:

SpezifikationWert
Treiber50mm dynamischer Treiber mit Topology-Diaphragma
Frequenzgang15 Hz – 35 kHz
Impedanz32Ω (Herstellerangabe)
Empfindlichkeit100 dB/mW
Gewicht328g (ohne Kabel)
BauweiseGeschlossen, Over-Ear
AnschlussDual 3,5mm TRS zu den Kopfhörern, 3,5mm TRS mit 6,35mm Adapter
BesonderheitKompatibel mit HiFiMAN Bluemini R2R Modul für wireless Betrieb
GarantieEin Jahr Standard plus drei zusätzliche Monate bei Produktregistrierung

Zur Impedanz-Frage: HiFiMAN gibt für den HiFiMAN HE-R9 auf der Produktseite 32Ω an, während einige Community-Diskussionen und Drittanbieter-Listings 60Ω nennen. Ohne eigenes Messequipment können wir das nicht selbst verifizieren — wir halten uns deshalb an die offizielle Herstellerangabe von 32Ω, die sich auch mit dem in der Praxis sehr leichten Ansteuerverhalten des HiFiMAN HE-R9 deckt. Sollte sich das durch spätere Kooperationen mit Messtechnik-Partnern ändern, tragen wir das nach.

Der weite Frequenzgang bis 35 kHz soll für kristallklare Höhen sorgen, während die niedrige Impedanz von 32Ω den Kopfhörer auch an schwächeren Quellen wie Smartphones betreibbar macht. Die Topology-Diaphragma-Technologie mit Nanopartikeln soll für natürlichen Klang und hohe Detailtreue sorgen.

Lieferumfang und Unboxing

Das Unboxing-Erlebnis des HiFiMAN HE-R9 ist typisch HiFiMAN: funktional, aber ohne großen Schnickschnack. Die schlichte Kartonverpackung öffnet sich und gibt den Blick auf die in Schaumstoff gebetteten Kopfhörer frei. Der erste Eindruck? Die rotbraunen, fast metallisch glänzenden Ohrmuscheln fallen sofort ins Auge und erinnern stark an den legendären Fostex TH-900 – zumindest farblich.

Der Lieferumfang umfasst:

  • HiFiMAN HE-R9 Kopfhörer
  • Y‑Kabel mit doppelten 3,5mm Klinkensteckern an den Kopfhörern und einfachem 3,5mm Stecker am anderen Ende (ca. 1,6m)
  • 3,5mm auf 6,35mm Adapter
  • Produktdokumentation und Garantiekarte

Was fehlt? Eine Tasche oder ein Case wäre bei diesem Preissegment wünschenswert gewesen, besonders da der Kopfhörer auch wireless betrieben werden kann. Für den aktuellen Straßenpreis von rund 100–150 Euro geht der Lieferumfang aber in Ordnung.

Design und Verarbeitung

Beim Design scheiden sich die Geister. Die großen, rotbraunen Ohrmuscheln aus Kunststoff sind definitiv ein Hingucker – ob im positiven oder negativen Sinne, bleibt Geschmackssache. Die Form erinnert stark an den legendären Sony MDR-R10, dem dieser Kopfhörer Tribut zollen soll. Allerdings wirkt das Plastik etwas billig und dünn, besonders im Vergleich zu den teureren HiFiMAN HE-R10-Modellen mit ihren Holz-Ohrmuscheln.

Der Kopfbügel folgt HiFiMANs bewährtem Design mit Memory-Foam-Polsterung und Kunstleder-Bezug. Das geringe Gewicht von nur 328g macht sich positiv bemerkbar – der Kopfhörer sitzt wie eine Feder auf dem Kopf. Allerdings ist die Anpresskraft eher schwach, was bei manchen Köpfen zu Sitzproblemen führen kann. Die abnehmbaren Velours-Ohrpolster sind angenehm und bieten ausreichend Platz für große Ohren.

Besondere Design-Features:

  • Dual-Entry-System: Beide Ohrmuscheln haben 3,5mm-Anschlüsse
  • Kompatibilität mit Bluemini R2R für wireless Betrieb
  • Große Ohrmuscheln für erweiterte Akustik-Kammer
  • Abnehmbare Ohrpolster

Erster Test mit HiFiMAN: Ein ungewöhnlicher Einstieg

Bevor es an den Klang geht, ein kurzer Blick auf den Rahmen dieses Tests: Wir sind seit Kurzem in Kooperation mit HiFiMAN, und der HiFiMAN HE-R9 ist das erste Gerät, das über diesen Kanal bei uns gelandet ist. Das ist insofern bemerkenswert, als HiFiMAN mit Modellen wie der Sundara- oder Arya-Reihe eigentlich für referenzverdächtige Planarmagnet-Kopfhörer bekannt ist — nicht für einen bassbetonten, dynamischen 100-Euro-Closed-Back mit kontroverser Abstimmung.

Zwei Lesarten drängen sich auf. Die pragmatische: Der HiFiMAN HE-R9 ist ein günstiges, schnell verfügbares Testmuster, mit dem sich eine neue Kooperation unkompliziert anstoßen lässt, ohne gleich ein High-End-Modell zu riskieren. Die zynischere: Man schickt bewusst ein Gerät mit bekannten Schwächen, um zu sehen, ob ein neuer Partner wirklich ehrlich testet oder nur nett sein will. Für unseren Anspruch — “Physics over Placebo”, keine bezahlten Meinungen — ist die Antwort in beiden Fällen dieselbe: Wir bewerten, was wir hören, unabhängig davon, wie das Gerät zu uns kam. Sollte das dazu führen, dass die Zusammenarbeit hier schon wieder endet, sagt das mehr über die Kooperation als über den Kopfhörer aus.

Mit diesem Rahmen im Kopf geht es jetzt an das, was wirklich zählt: den Klang.

Klangcharakter und Sound-Analyse

Hier wird’s interessant – und kontrovers. Der HiFiMAN HE-R9 ist definitiv kein neutraler Monitor-Kopfhörer, sondern ein Bass-Monster mit eigenwilliger Abstimmung. Bei unserem ausgiebigen Test mit der Qobuz-Referenz-Playlist, die von Behemoths “Blow Your Trumpets Gabriel” über Lorna Shores epische “Pain Remains”-Trilogie bis hin zu Radioheads “Creep” reicht, zeigten sich sowohl die Stärken als auch die Schwächen dieses polarisierenden Kopfhörers.

Bass: Quantität über Qualität

Der Bass ist das dominante Element des HiFiMAN HE-R9 – und das ist sowohl Fluch als auch Segen. Mit einem Anstieg von etwa 9 dB im Bereich von 50–60 Hz gegenüber den Mitten liefert der Kopfhörer ordentlich Wumms. Bei Tracks wie “To the Hellfire” von Lorna Shore kommt die Macht der tiefen Frequenzen voll zur Geltung, allerdings auf Kosten der Präzision. Der Bass ist eher “boomy” als kontrolliert und tendiert dazu, in die Mitten hineinzubluten.

Für elektronische Musik ist diese Abstimmung problematisch, bei Rock und Metal kann sie durchaus funktionieren. “Bombtrack” von Rage Against The Machine profitiert von der Bass-Betonung, während filigranere Passagen in “Honeycomb” von Deafheaven in der Bass-Dominanz untergehen.

Mitten: Maskiert und zurückhaltend

Die Mitten leiden unter der Bass-Dominanz und wirken maskiert. Besonders problematisch ist ein Einbruch um 400 Hz, der zu einer unnatürlichen Klangfarbe führt. Vocals von Manuel Gagneux in “Firewake” oder “Death to the Holy” wirken zurückhaltend und verlieren an Präsenz. Die oberen Mitten zeigen eine rezessive Charakteristik, was zu einem insgesamt warmen, aber auch dumpfen Klangeindruck führt.

Höhen: Scharf und metallisch

Die Höhen des HiFiMAN HE-R9 sind ein zweischneidiges Schwert. Während die Topology-Diaphragma-Technologie theoretisch für saubere Höhen bis 35 kHz sorgen soll, zeigt sich in der Praxis ein eher hartes, teilweise metallisches Höhenspektrum. Bei “Creep” werden die Cymbal-Crashes zu scharf, weibliche Stimmen bekommen einen metallischen Beigeschmack. Die Detailauflösung ist okay, aber die Präsentation zu aggressiv für längeres entspanntes Hören.

Soundstage und Imaging

Trotz der großen Ohrmuscheln bleibt die Soundstage überraschend intim und kompakt. Das Imaging wirkt eher wie “zwei Boxen am Kopf” mit einem schmalen Mittenbereich. Bei komplexen Arrangements wie “Portrait of a Headless Man” von Septicflesh fehlt es an räumlicher Tiefe und Instrumententrennung.

Test-Setup und Kombinationen

Der HE-R9 lief bei uns an sechs verschiedenen Quellen — vom günstigen USB-DAC bis zum Referenz-Amp. Statt jede Quelle einzeln durchzugehen, hier das Wesentliche in drei Gruppen, weil das Ergebnis über alle Preisklassen hinweg erstaunlich konstant blieb:

Budget-Quellen (Fosi K7, ddHiFi TC44Pro): Beide bringen den HE-R9 problemlos auf Lautstärke — bei 32Ω und 100 dB/mW ist das keine Überraschung. Klanglich ändert sich hier nichts an der Grundcharakteristik: Bass-Dominanz und maskierte Mitten bleiben, wie sie sind.

High-End-Verstärker (Burson Playmate 3, Burson Conductor GT4, Lehmann Audio Linear II): Selbst mit deutlich hochwertigerer Elektronik dahinter wird der Bass bestenfalls etwas kontrollierter — die grundlegende Abstimmung des Treibers lässt sich nicht wegverstärken. Der Lehmann Linear II macht seinem Namen alle Ehre und gibt schonungslos wieder, was er bekommt: nämlich einen unausgewogenen Kopfhörer.

Mobile Quelle (Shanling M5 Ultra): Der DAP zeigt die einfache Ansteuerbarkeit des HE-R9 nochmal deutlich. Problematisch wird es hier eher in die andere Richtung: Die eigene bassbetonte Abstimmung des M5 Ultra addiert sich mit der des HE-R9, was die Bass-Dominanz noch verstärkt statt sie auszugleichen.

Kurz gesagt: Der HE-R9 ist erstaunlich quellen-unempfindlich — im negativen Sinn. Egal ob 30-Euro-Dongle oder 1.000-Euro-Amp, die Charakteristik bleibt gleich. Das ist ein Statement über die Treiber-Abstimmung, nicht über die getesteten Geräte.

Bluemini R2R Modul

Ein interessantes Feature ist die Kompatibilität mit HiFiMANs Bluemini R2R Modul. Dieses verwandelt den kabelgebundenen Kopfhörer in ein wireless System mit LDAC, aptX-HD und anderen High-Res-Codecs. Allerdings gibt es Berichte über Rauschprobleme und fehlende iOS-Kompatibilität. Für zusätzliche 150–200 Euro eine nette Option, aber kein Game-Changer.

Preis-Leistung: Von Frechheit zu akzeptabel

Hier liegt wohl der Schlüssel zum Verständnis des HE-R9. Zum ursprünglichen Preis von 599 USD war dieser Kopfhörer schlichtweg eine Frechheit – die Abstimmung rechtfertigt diesen Preis in keiner Weise. Bei den aktuellen Straßenpreisen von 100–150 Euro sieht die Sache anders aus. Für Bass-Heads, die auf Quantität statt Qualität stehen, kann der HE-R9 durchaus interessant sein.

Fazit: Polarisierender Bass-Bomber

Der HiFiMAN HE-R9 ist ein polarisierender Kopfhörer, der eine sehr spezifische Zielgruppe anspricht. Die extreme Bass-Betonung macht ihn für Neutralitäts-Liebhaber ungeeignet, kann aber für bestimmte Genres und Geschmäcker durchaus reizvoll sein. Die Verarbeitung ist solide, wenn auch nicht überragend, das Design Geschmackssache.

Als Einstieg in unsere Kooperation mit HiFiMAN war der HE-R9 ein ungewöhnlicher, aber ehrlicher Testfall: Er zwingt einen dazu, Klarheit über Preis-Leistung statt über absolute Referenzqualität zu sprechen. Zum aktuellen Straßenpreis kann man ihm seine Eigenarten eher verzeihen als zum ursprünglichen UVP — als 599-Dollar-Flaggschiff wäre das hier ein anderes, deutlich härteres Fazit geworden.

Häufige Fragen zum HiFiMAN HE-R9

Ist der HiFiMAN HE-R9 für neutralen, ausgewogenen Klang geeignet?

Nein. Der HE-R9 ist stark bassbetont mit maskierten Mitten und einem Einbruch um 400 Hz. Wer neutralen Referenzklang sucht, sollte sich andere HiFiMAN-Modelle wie die Sundara ansehen.

Braucht der HiFiMAN HE-R9 einen Kopfhörerverstärker?

Nein, nicht zwingend. Mit 32Ω Impedanz (Herstellerangabe) und 100 dB/mW Empfindlichkeit lässt sich der HE-R9 problemlos auch an Smartphones oder günstigen USB-Dongles betreiben.

Für welche Musikgenres eignet sich der HE-R9 am besten?

Bassbetonte Genres wie Metal, Rock und Hip-Hop profitieren von der Abstimmung. Bei elektronischer Musik mit ohnehin präsentem Bass und bei filigranen, akustischen Aufnahmen wird die Bass-Dominanz schnell zum Problem.

Lohnt sich der HiFiMAN HE-R9 zum aktuellen Preis?

Zum ursprünglichen UVP von 599 USD nicht. Zum aktuellen Straßenpreis von 100–150 Euro ist er für Bass-Liebhaber, die eine bewusst spezielle Abstimmung suchen, eine legitime Option.

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Audeze LCD‑X im Hardcore-Test: Wenn Sound auf Komfort trifft https://www.hifigeek.de/audeze-lcd-x-im-hardcore-test-wenn-sound-auf-komfort-trifft/ https://www.hifigeek.de/audeze-lcd-x-im-hardcore-test-wenn-sound-auf-komfort-trifft/#respond Wed, 09 Apr 2025 20:40:04 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8704 Der Audeze LCD‑X ist ein Premium-Kopfhörer, der sowohl für Musikproduktion als auch für intensives Gaming und Musikgenuss konzipiert wurde. Nach fünf Wochen intensiver Nutzung teile ich meine ungeschönte Meinung zu diesem Audio-Kraftpaket – und verrate, ob sich die Investition für euch lohnen könnte.

Transparenz: Dieses Testmuster wurde mir vom deutschen Audeze-Vertrieb kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Kooperation hat keinen Einfluss auf meine Bewertung — das war vor dem Test so vereinbart, und ihr könnt davon ausgehen, dass ich auch hier keine Gefangenen mache.

Mein Testsetup

In meinem fünfwöchigen Test — mit über 300 Stunden Tragedauer — habe ich den Audeze LCD‑X durch die audiophile Hölle geschickt und systematisch mit verschiedenen Setups kombiniert:

  • ifi HipDac
  • Fosi Audio K7 (zum Review)
  • Fosi Audio K7 + Lehmann Audio Linear (zum Review) und Linear II
  • Fosi ZD3 + Lehmann Audio Linear und Linear II
  • Burson Audio Playmate 3 Deluxe (zum Review)
  • Burson Audio Playmate 3 Deluxe + Lehmann Audio Linear und Linear II

Das war kein zufälliges Durchprobieren, sondern ein gezielter Benchmark: Bei mehreren Geräten mit integriertem Kopfhörerverstärker konnte ich diesen direkt gegen die separaten Lehmann-Amps messen. So lässt sich sauber herausarbeiten, wie viel der Kopfhörer selbst beiträgt — und wo die Kette anfängt, einen Unterschied zu machen.

Unboxing & Lieferumfang: Flexen mit dem Travel Case

Der Audeze LCD‑X kommt in einem massiven schwarzen Travel Case — kein Pappkarton, kein Schaumstoffwürfel, sondern ein veritabler Koffer mit Scharnieren und Verschlüssen, mit dem ihr bei euren Audio-Buddies garantiert einen bleibenden Eindruck hinterlasst. Im Inneren findet ihr neben dem Kopfhörer selbst:

  • Ein geflochtenes, vieradriges XLR zu 2x mini-XLR Kabel (verknotungsfrei und spürbar hochwertig)
  • XLR zu 6,35mm Adapter
  • 6,35mm auf 3,5mm Adapter (unsymmetrisch)

Während viele Hersteller bei den mitgelieferten Kabeln sparen als wäre es eine olympische Disziplin, liefert Audeze hier solide Qualität ab. Das Kabel ist nicht das geschmeidigste, das ich je in den Händen hatte — es hat einen gewissen Eigenwillen — aber im Vergleich zu vielen Konkurrenten ist es ein echtes Upgrade. Einziger Wermutstropfen: Die symmetrische Verbindung wird nur bis zum XLR-Stecker geführt. Ein 4,4mm Pentaconn-Adapter wäre für den Einsatz an modernen DAPs oder Balanced-Amps eine sinnvolle Ergänzung gewesen — die Zielgruppe dieses Kopfhörers würde ihn definitiv nutzen.

Das Travel Case ist ein schickes Extra — gerade für Audio-Profis, die ihr Equipment auf die Reise mitnehmen. Im stationären Home-Setup wird es bei mir vor allem als stilvoller Staubschutz im Regal stehen.

Die Tech dahinter: Was zur Hölle ist ein Magnetostat?

Beim Audeze LCD‑X handelt es sich um einen planaren Magnetostaten in offener Bauweise. Anders als bei klassischen dynamischen Treibern besteht der “Lautsprecher” hier aus einer hauchdünnen Folie — der Membran — auf die leitfähiges Material aufgedampft wurde. Diese ultradünne Membran schwingt gleichmäßig zwischen Dauermagneten und erzeugt so den Schall. Das Ergebnis: eine deutlich größere abstrahlende Fläche als bei einem konventionellen Treiber, weniger Masse, und eine Impulsantwort, die dynamische Treiber nur schwer toppen können.

Die technischen Daten im Überblick:

  • Rechteckiger Treiber mit 106 mm Größe und mikrometerdünner Membran
  • Impedanz: 20 Ohm
  • Sensitivität: 103 dB/1mW — erstaunlich effizient für einen Magnetostaten
  • Empfohlene Leistung: mindestens 250mW
  • Frequenzgang: 10Hz — 50kHz
  • Gewicht: 612g

Magnetostaten neigen konstruktionsbedingt dazu, im tiefsten Bassbereich etwas weniger Druck zu erzeugen als konventionelle Treiber — dafür glänzen sie mit einer Präzision und Schnelligkeit in den Mitten und Höhen, die kaum zu übertreffen ist. Mit 612g ist der Audeze LCD‑X kein Leichtgewicht, aber wer schon mal einen Beyerdynamic oder Sennheiser HD 800 längere Zeit getragen hat, wird sich hier nicht beschweren.

Tragekomfort: Überraschend bequem für Marathon-Sessions

Offene Kopfhörer sind für lange Arbeitssessions gesetzt — das Luftpolster zwischen Ohr und Treiber verhindert das Hitzestau-Gefühl, das geschlossene Konstruktionen unweigerlich mitbringen. Der Audeze LCD‑X macht hier keine Ausnahme, liefert aber nochmal einen drauf. Das Kopfband wirkt auf den ersten Blick spartanisch, entpuppt sich im täglichen Betrieb aber als durchdacht konstruiert:

  • Die perforierte Lederauflage verhindert Schwitzen — großes Plus für alle, die wie ich zu Hitzköpfen zählen
  • Die Größenverstellung rastet satt und präzise ein und verstellt sich auch nach Stunden nicht von selbst
  • Die drehbar gelagerten Ohrmuscheln passen sich der individuellen Kopfform an, ohne dass man daran herumfummeln muss
  • Die dicken Lederpolster verteilen den Anpressdruck so gleichmäßig, dass Druckstellen selbst nach mehrstündigen Sessions kein Thema sind

Nach fast zehn Jahren mit Noise-Cancelling-Kopfhörern, die mich zuverlässig schwitzen ließen und dieses klaustrophobische “Aquarium-Gefühl” erzeugten, ist das offene Design des Audeze LCD‑X eine echte Befreiung. Besonders in Telekonferenzen zahlt sich das aus: Ich höre meine eigene Stimme natürlich — kein unbewusstes Schreien, kein Nuscheln, weil man sich selbst nicht richtig einordnen kann.

Die runden Ohrmuscheln sind für meine Ohren die ideale Form. Bei einigen Hifiman-Modellen mit ovalen Cups hatte ich das Problem, dass das untere Ende des Polsters auf dem Kiefer auflag und das Sprechen spürbar einschränkte. Beim Audeze LCD‑X passt alles komplett hinein, und auch die nach vorn gerichteten Kabelanschlüsse sind so positioniert, dass sie beim Bewegen zwischen zwei Monitoren nicht im Weg sind. Selbst mit Kapuzenpulli bleibt das Kabel unauffällig — für alle, die im Home Office gern zwischen Arbeits- und Chill-Modus wechseln, kein unwichtiges Detail.

Selbst mit Kapuzenpulli gibt’s keine Kabelprobleme – wichtig für alle, die wie ich im Home Office zwischen Arbeits- und Chill-Modus wechseln!

Mobil? Geht, aber…

Theoretisch lässt sich der Shanling M5 Ultra in die Jackentasche stecken und der Audeze LCD‑X damit durch die Wohnung tragen. Funktioniert erstaunlich gut — die 20 Ohm Impedanz und die hohe Sensitivität sorgen dafür, dass selbst mobile Quellen ihn ordentlich antreiben. Aber ehrlich gesagt ist der Kopfhörer einfach nicht dafür gemacht. Die Größe, das offene Design, das Kabel — alles schreit Workstation. Wer einen Kopfhörer für Bus und Bahn sucht, ist hier komplett falsch. Wer einen Kopfhörer für den Schreibtisch sucht, mit dem er täglich Stunden verbringt, ist genau richtig.

Sound: Die nackte Wahrheit über den Audeze LCD‑X

Bässe: Kontrolliert, nicht kompromisslos

Magnetostaten ticken nun mal anders als dynamische Treiber — wer einen Kopfhörer sucht, der bei jedem Drop physisch antritt und Bassheads befriedigt, greift woanders hin. Das ist keine Schwäche, das ist Designphilosophie. Der Audeze LCD‑X liefert Tiefton mit Haltung: Double-Bass-Salven in Metal-Breakdowns kommen knackig, texturiert und präzise auf den Punkt, ohne dabei zu matschen oder zu übertreiben. Wer Material mit suboptimaler Abmischung hört, wird genau das auch hören — der Bass lügt nicht.

Mitten: Wo der Audeze LCD‑X sein wahres Gesicht zeigt

Hier trennt sich der Audeze LCD‑X von der Masse — und zwar deutlich. E‑Gitarren haben Biss ohne Schärfe, E‑Bass schiebt mit Substanz, Drums klingen dreidimensional statt flach. Gesang und gesprochene Sprache sind so klar durchgezeichnet, dass man im Mix noch das Atemgeräusch des Sängers hört. In dichtem Gewusel bleibt jedes Instrument verortet, jede Transienten-Spitze kommt sauber — das ist der Stoff, aus dem Studio-Referenzmonitore gemacht sind.

Höhen: Crisp, aber nicht aggressiv

Die Höhen des Audeze LCD‑X sind einer der Bereiche, in denen die planare Technologie ihren Charakter am deutlichsten zeigt. Knackig präsent, aber nie aufdringlich oder nervig — kein Zischen bei S‑Lauten, keine künstliche Brillanz, die nach einer Stunde anfängt zu ermüden. Becken lassen sich präzise orten, Hi-Hat-Arbeit kommt mit der richtigen Textur, und auch komplexe Gitarrenarrangements mit viel Obertonstruktur bleiben differenziert, ohne zu stechen. Für lange Sessions ist das genau die Balance, die man sich wünscht.

Räumlichkeit und Bühnendarstellung: Metal-Pit statt Fernsehsessel

Die Bühne des Audeze LCD‑X ist nicht die breiteste, die ich je gehört habe — wer eine riesige Weitwinkel-Soundstage erwartet, wie sie manche offene Sennheiser-Modelle aufbauen, wird das merken. Was der Audeze LCD‑X stattdessen liefert, ist Tiefe und Einbettung: Man sitzt nicht am FOH-Pult und schaut entspannt aufs Geschehen, man steht mittendrin. Bei Cattle Decapitations “Bring Back the Plague” ist das ein Fest — die tiefen Growls kommen von unten, die fiesen höheren Vocals umhüllen von oben, und die Gitarren haben eine physische Präsenz, die man bei weniger auflösenden Kopfhörern einfach vermisst. Für mich als Metal-Fan ist das Moshpit-Feeling hundertmal befriedigender als distanzierte Bühnenbreite.

Auflösung und Details: Nichts bleibt verborgen

Hier glänzt der Audeze LCD‑X am hellsten — und hier zeigt er auch, dass er kein Schönfärber ist. Jede Feinheit wird sauber herausgearbeitet, was auch bedeutet: Fehler in Abmischungen sind nicht mehr zu überhören. Nehmt Amon Amarths “Valkyries Ride” — ihr hört nicht nur die brutal treibende Bass-Drum, sondern auch das mechanische Geräusch des Pedals darunter. Für mich ist das keine Störung, das ist Authentizität. Es ist wie ein Live-Konzert: raw, ungefiltert, echt.

Das Impulsverhalten und die Transientendarstellung sind so gut, dass ich den Audeze LCD‑X dauerhaft neben meinem Beyerdynamic DT 1990 Pro im Rotation halten würde — beide für verschiedene Hörszenarien, keiner als Ersatz für den anderen.

Der Upgrade-Pfad: Wie weit willst du gehen?

Fangen wir mit der guten Nachricht an: Der Audeze LCD‑X klingt bereits an einem soliden Einsteigeramp überzeugend. Der Fosi Audio K7 hatte zu keiner Zeit Probleme, ihn sauber anzutreiben — und das bei einem Preispunkt, der kaum wehtut. Wer den nächsten Schritt machen will, investiert zuerst in Verstärkung, nicht in den DAC. Ein potenter, sauber arbeitender Amp holt spürbar mehr aus dem Treiber heraus — Impulsverhalten und Transientendarstellung profitieren direkt davon, und genau das ist es, was den Audeze LCD‑X auf ein anderes Level hebt.

Wer ohne Umwege das Maximum will: Der Burson Audio Playmate 3 Deluxe harmoniert mit dem Audeze LCD‑X nahezu ideal. Class-A-Verstärkung, Leistungsreserven im Überfluss, und die Werks-OpAmps färben den Klang auf angenehme Weise ohne ihn zu verfärben. Wer dann noch experimentierfreudig ist, kann über OpAmp-Tausch weitere Klangcharaktere erschließen — aber das ist bereits Feintuning auf hohem Niveau, nicht Notwendigkeit.

Und für alle, die wissen wollen, wo die Reise langfristig hingeht: Der Kopfhörer kommt zuerst. Dann die Verstärkung. Den DAC kann man immer noch upgraden — aber ein mittelmäßiger Kopfhörer an einem Spitzen-DAC bleibt ein mittelmäßiger Kopfhörer.

Fazit: Audio-Nirvana für Dauernutzer

Der Audeze LCD‑X ist kein Kopfhörer, der euch mit Wow-Momenten im ersten Reinhören überwältigt. Er ist einer, der nach drei Wochen dafür sorgt, dass ihr gar nicht mehr zurückwollt. Analytisch ohne kalt zu sein, präzise ohne zu ermüden, komfortabel genug für Marathonsessions — und mit genug Tiefenschärfe, um Lieblingsalben neu zu entdecken. Für Dauernutzer, die täglich Stunden mit Kopfhörern verbringen, gibt es bei diesem Preispunkt kaum ein besseres Argument. Und ja, ich gebe ihn zurück. Aber ungern.

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