Phil Bozeman - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de Audio & Heimkino. Ernst genommen. Thu, 07 May 2026 07:19:29 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.2 https://www.hifigeek.de/media/cropped-hifigeek.de-512-32x32.png Phil Bozeman - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de 32 32 60029611 Lorna Shore Hamburg 2026 — in der ausverkauften Inselpark Arena https://www.hifigeek.de/lorna-shore-hamburg-2026/ https://www.hifigeek.de/lorna-shore-hamburg-2026/#respond Wed, 04 Mar 2026 21:41:39 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=10407 Jetzt ist das Ganze schon zwei Wochen her, und erst jetzt sitze ich an meinem Lorna Shore Hamburg 2026 Rückblick. Direkt nach dem Konzert hat es mich leider umgehauen und ich lag ein paar Tage mit Fieber flach – aber dieser Abend in der ausverkauften Inselpark Arena (Hamburg-Wilhelmsburg) hat es absolut verdient, festgehalten zu werden.

Denn mal ehrlich: Lorna Shore, Whitechapel, Shadow of Intent und Humanity’s Last Breath an einem Abend – wer bei diesem Line-up nicht zumindest innerlich den Pit aufmacht, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Pop-up-Store im Wälderhaus

Los ging’s bei uns schon mittags. Wir sind gegen 12:00 Uhr angereist, um im Wälderhaus den Lorna Shore Pop-up-Store mitzunehmen. Bei den deutschen Tour-Stopps sollte es den Store nur in Hamburg geben – inklusive Hamburg-exklusivem Shirt. Im Prinzip das Tourshirt, nur dass hinten statt aller Termine einfach “Hamburg” prangt. Genau mein Humor.

Die Schlange war erwartungsgemäß lang, weil die Band gegen 15:00 Uhr für eine begrenzte Anzahl Fans zum Signieren vor Ort war. Wir hatten es primär auf das Shirt abgesehen und sind danach erstmal in die Schanze, um kurz was zu essen und zu trinken, bevor es am Abend ernst wurde.

Einlass, Merch, Position

Pünktlich zum Einlass waren wir wieder am Start – und wider Erwarten ging es an dem Tag zügig rein. In der Vergangenheit war das an der Inselpark Arena auch schon mal ein Geduldsspiel, bei dem man sich sprichwörtlich die Beine in den Bauch steht.

Drinnen: Taschen weggebracht, einmal Merch von Lorna Shore und den Supports gecheckt und dann ab in den Innenraum, irgendwo Pit-nah, damit man Sound, Licht und Energie wirklich mitnimmt – und ich mich später mit der Kamera auch mal Richtung Reihe 2–3 vorwagen kann.

Humanity’s Last Breath & Shadow of Intent

Humanity’s Last Breath haben die bereits gut gefüllte Halle pünktlich eröffnet und direkt klar gemacht, dass “Support” heute nur auf dem Papier steht. Druckvoll, düster, gnadenlos — genau das richtige Warm-up, um den Raum auf Temperatur zu bringen.

Nach einer Umbaupause ging’s weiter mit Shadow of Intent. Ben Duerr hat am Mikro komplett abgeliefert, und spätestens hier kam die erste ordentliche Bewegung in die Crowd. Man hat richtig gemerkt, wie die Halle von “Ankommen” auf “Abriss” umschaltet.

Whitechapel als (kleiner) Headliner

Nach der nächsten Umbaupause kam dann Whitechapel – für viele gefühlt schon der erste Headliner des Abends. Mit dem aktuellen Album Hymns in Dissonance hatten sie ordentlich Futter dabei (meine Review zur Scheibe findet ihr hier: https://www.hifigeek.de/whitechapel-hyms-in-dissonance-audiophile-metalhead-vinyl-review/).

Phil Bozeman war souverän wie immer, und Whitechapel haben diesen Job perfekt gemacht: die Halle endgültig aufbrechen, nochmal eine Schippe Intensität drauflegen und den roten Teppich für das Finale ausrollen.

Lorna Shore: Will Ramos und der große Abriss

Um 21:20 Uhr stand Will Ramos mit der Band auf der Bühne – und ab da gab’s eigentlich kein Zurück mehr. Ein kleiner Wermutstropfen: Hallenbedingt musste die Feuershow in Hamburg leider entfallen. Der Grund wirkt plausibel: Durch die Holzbogenträger an der Decke fehlt offenbar die Feuerfreigabe, weshalb in dieser Halle generell auf Flammen verzichtet werden muss. Schade, aber: Die Show hat auch ohne Pyro locker getragen.

Wer einen Blick auf die Setlist wirft, weiß sofort, warum das so ein Brett war:

  • Oblivion
  • Unbreakable
  • War Machine
  • Sun//Eater
  • Cursed to Die
  • Glenwood
  • Prison of Flesh
  • Pain Remains I: Dancing Like Flames
  • Pain Remains II: After All I’ve Done, I’ll Disappear
  • Pain Remains III: In a Sea of Fire
  • Encore: To the Hellfire

Dass die Pain Remains Trilogie wieder komplett gespielt wurde (wie schon beim letzten Lorna Shore Headliner in Hamburg), war natürlich ein Highlight. Die Crowd war durchgehend gut drauf, der Innenraum hat gebrannt, und ich hab mich mit der Kamera kurz nach vorne getraut, um ein paar brauchbare Shots mitzunehmen – wenn die was geworden sind, packe ich sie hier/bei Instagram noch dazu.

Fazit

Kurz vor 23:00 Uhr war Schluss mit Lorna Shore Hamburg 2026, und wir waren schweißgebadet, heiser und komplett zufrieden. Insgesamt ein absolut grandioser Abend – und in meinen inzwischen vier Lorna-Shore-Konzerten sieht man jedes Mal, wie steil sich die Band weiterentwickelt hat. Ob genrebedingt noch größere Locations drin sind, wird man sehen, aber wenn man’s jemandem gönnt, dann genau denen.

Ein bisschen traurig macht nur, dass solche Line-ups gefühlt immer ewig auf sich warten lassen. Sicher ist: Beim nächsten Lorna Shore Gig sind wir wieder am Start.det. Alles in Allem war es ein wirklich geiles Konzert und wir sind ein wenig traurig, dass solche Lineups immer so lange auf sich warten lassen. Sicher ist, dass wir beim nächsten Lorna Shore Gig am Start sein werden.

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Whitechapel — Hymns in Dissonance — Audiophile Metalhead Vinyl Review https://www.hifigeek.de/whitechapel-hymns-in-dissonance-review/ https://www.hifigeek.de/whitechapel-hymns-in-dissonance-review/#respond Fri, 07 Mar 2025 23:12:40 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8360 Endlich ist es da! “Hymns in Dissonance”, das neue WHITECHAPEL-Brett – und wir wagen uns mal an ein richtig fettes Vinyl-Review heran. Als echte Audiophile Metalheads haben wir natürlich bewusst die analoge Erfahrung von Whitechapel Hymns in Dissonance gewählt, auch wenn’s verdammt schwer war, nicht sofort auf Qobuz zu streamen. Aber hey, gerade bei Preisen zwischen 25–40€ für eine Platte sollten Vinyl-Reviews eigentlich Standard sein, oder? Vielleicht setzen wir ja hier einen Trend!

Die Vorfreude des Wartens

Die Vorfreude wurde heute auf eine echte Geduldsprobe gestellt. Der DHL-Bote hat sich Zeit gelassen – scheinbar ist kurz vor dem Wochenende die Pakethölle los. Aber eines muss man EMP lassen: Verpacken können sie! Plattenkarton in stabilem Außenkarton, sorgfältig mit Papier ausgepolstert. Da braucht man keine Angst um die schwarzen Scheiben haben.

Nach dem Befreiungsakt aus dem Karton hält man die noch eingeschweißte Platte von Whitechapel Hymns in Dissonance endlich in Händen. Der reflexartige Griff zum Handy, um den Barcode bei Discogs einzuscannen, endet allerdings in einer Sackgasse. Kein Eintrag? Das Problem schiebe ich erstmal auf die To-Do-Liste für später – jetzt wird erstmal die Verpackung inspiziert!

Die kleine Sammlertragödie

Was direkt ins Auge sticht, ist leider etwas enttäuschend: Die Limitierungsinfo unserer “scarlet red with cloudy black splatter”-Edition von Whitechapel Hymns in Dissonance (begrenzt auf 200 Stück, wir haben Nummer 113) klebt als simpler Aufkleber auf der Folie. Für Sammler ist das echt suboptimal – wohin mit dem Ding nach dem Auspacken? Bei Filmeditionen wird das deutlich eleganter gelöst. Ein vorgedrucktes Feld auf der Gatefold-Rückseite mit Platz für Nummer und Limitierung wäre eine deutlich sammlergerechtere Lösung gewesen.

Warum Vinyl im Streaming-Zeitalter?

Als eigentlicher Digital-Nerd habe ich trotzdem gute Gründe, warum ich mich für diese Old-School-Version entschieden habe: Es gibt einfach nichts Geileres, als ein fettes Album-Artwork in über 30×30 cm in den Händen zu halten! CDs waren okay, aber Vinyl ist einfach das ultimative Format für Albumkunst.

Und dann die Entschleunigung: Die massive Scheibe von Whitechapel Hymns in Dissonance vorsichtig aus der Hülle ziehen, auf den Plattenteller legen, das Gewicht drauf, einmal mit der Bürste drüber und dann den perfekten Needle-Drop setzen. Danach einfach 20 Minuten ins Sofa sinken und die pure Musik genießen. Ja, man muss aufstehen und die Platte nach der Hälfte umdrehen – aber genau das macht das Ritual so besonders. (Wer mehr zu den Beweggründen zum Vinylgenuss erfahren will, kann sich mal hier oder hier reinklicken)

Dieses feine, unverwechselbare Rauschen der Nadel auf frischem Vinyl, bevor die ersten brutalen Klänge von “Prisoner 666” die Lautsprecher zum Beben bringen – unbezahlbar!

Die Vinyl-Edition im Detail

Sobald die Folie von Whitechapel Hymns in Dissonance ab ist, hört die Kritik auch schon wieder auf. Das Gatefold ist vorbildlich verarbeitet, mit der Platte sicher in der Mitte statt in einem der Schenkel. Die Vinyl selbst steckt in einem gepolsterten Inner-Sleeve mit Metal Blade-Druck. Und dann passiert etwas fast Magisches: Beim Herausnehmen ist die Platte nicht statisch aufgeladen! Wer schon mal mit elektrostatisch aufgeladenen Scheiben gekämpft hat, weiß wie besonders das ist – kein Staubmagnet, keine Papierflusen!

Das Gatefold von Whitechapel Hymns in Dissonance selbst enthält einen zweiseitigen Druck, dazu gibt’s einen Einleger mit allen Songtexten und einem Cover in CD-Booklet-Größe. Auf der Rückseite des Covers findet sich sogar ein Bandcamp-Code für den digitalen Download. Kein separates Booklet, aber trotzdem besser ausgestattet als 90% der Vinyl-Releases, die ich in letzter Zeit in den Händen hatte. Wer jetzt schon Bock hat sich die Scheibe zuzulegen kann auf der Whitechapel-Page mal reinklicken. Hier gibt es einige Editionen.

Die 180g-Scheibe selbst ist ein echter Hingucker in Scharlachrot mit schwarzen Splatter-Effekten und liegt schwer und wertig auf dem Plattenteller. Zeit, die Nadel abzusenken und in die Hölle einzutauchen…

Whitechapel Hymns in Dissonance – When Deathcore reclaims it’s bloody throne

Alles klar, Leute – packt eure melodischen Erwartungen ein und werft sie in den nächsten Müllcontainer, denn WHITECHAPEL sind mit Whitechapel Hymns in Dissonance zurück im Brutalo-Business! Nach einer melodischen Odyssee mit Alben wie “The Valley” und “Kin” haben die Deathcore-Veteranen mit ihrem neunten Album “Hymns In Dissonance” die Samthandschuhe ausgezogen und ersetzen sie durch blutverschmierte Schlagringe.

Willkommen in der Höllenschmiede

Wer hätte das gedacht? Eine Band, die sich jahrelang in Richtung zugänglicherer Soundlandschaften bewegt hat, macht eine komplette 180-Grad-Wende und serviert uns einen Hassklumpen, der härter ist als das, womit sie ihre Karriere überhaupt begonnen haben. Whitechapel Hymns in Dissonance ist wie ein Dampfhammer auf Speed – unnachgiebig, zerstörerisch und verdammt befriedigend für jeden, der sich nach dem ursprünglichen WHITECHAPEL-Chaos gesehnt hat.

Statt autobiografischer Selbsterkundung bekommen wir diesmal eine dystopische Geschichte über eine menschenverachtende Sekte und ihre perversen Rituale rund um die sieben Todsünden. Perfekter Stoff für Phil Bozeman, um seine abgrundtiefe Stimmenpracht wieder voll auszufahren! Seine Growls klingen, als würde er Glasscherben frühstücken – eine willkommene Rückkehr zu seinen vokalen Wurzeln.

Satanische Soundwände und infernalische Breakdowns

Die ersten Takte von “Prisoner 666” sind wie ein Schlag in die Magengrube nach einem All-you-can-eat-Buffet – unerwartet brutal und absolut verheerend. Das Schlagzeug hämmert mit einer Intensität, die selbst hartgesottene Moshpit-Krieger zum Schwitzen bringt, während die Gitarren Riffs ausspucken, die klingen, als würden Kettensägen miteinander kämpfen.

“Hate Cult Ritual” fegt dann wie ein Tornado durch deine Gehörgänge – mit Blast-Beats, die schneller sind als deine letzte Beziehung vorbei war, nur um dann in groovige Passagen zu münden, bei denen selbst der verstockteste Metalgegner seinen Kopf nicht stillhalten kann. “Bedlam” wiederum ist ein monströser Brecher, der sich wie ein tollwütiges Urzeittier durch deine Playlist frisst.

Höllische Tiefe statt flacher Raserei

Doch glaub bloß nicht, dass Whitechapel Hymns in Dissonance nur stumpfes Geprügel ist! Die wahre Kunst dieses Albums offenbart sich erst nach mehreren Durchgängen. Der Titeltrack ist ein faszinierendes Biest, das zwischen Death Metal, Grindcore und überraschend punkigen Elementen changiert. Wenn mittendrin die Geschwindigkeit rausgenommen wird, erlebst du einen dieser seltenen Metal-Momente, in denen eine ganze Menschenmenge synchron ihre Nacken verrenkt.

Was WHITECHAPEL hier wirklich auszeichnet: Die Band beweist, dass man ein brutal abgefahrenes Album machen kann, ohne die musikalische Entwicklung der letzten Jahre komplett zu verleugnen. In Tracks wie “Mammoth God” und “Nothing Is Coming For Any Of Us” blitzen immer wieder melodische Elemente durch die Brutalität, die zeigen: Diese Jungs haben nicht vergessen, sondern bewusst entschieden, wieder auf die Zerstörungstaste zu drücken.

“The Abysmal Gospel” klingt, als hätte man SLAYER, CANNIBAL CORPSE und einen sehr wütenden Bären in einen Mixer geworfen – und das Ergebnis ist verdammt beeindruckend. Die unerwarteten Gitarrenläufe zwischen all dem Chaos sind wie ein kurzer Blick ins Paradies, während du durch die Hölle rennst.

Fazit

Whitechapel Hymns in Dissonance ist ein Beweis dafür, dass echte Deathcore-Alchemisten ihr Handwerk nicht verlernen. WHITECHAPEL haben hier ein Album erschaffen, das deine Nachbarn dazu bringen wird, gleichzeitig die Polizei und einen Exorzisten zu rufen.

Und nach 40 Minuten Dauerfeuer sehnt sich selbst der hartgesottenste Mosher vielleicht nach einer kurzen Atempause. Aber ist das nicht genau, was wir von einem richtig üblen Deathcore-Album erwarten?

Für alle, die bei “Kin” und “The Valley” nostalgisch an die alten Zeiten dachten: Eure Gebete wurden erhört – nur viel blutiger, als ihr es euch je erträumt hättet. WHITECHAPEL sind zurück im Deathcore-Game, und sie sind hungriger denn je.

Vinyl-Sound: Eine Klangoffenbarung

Metal Blade LPs sind bisher selten durch unsere Hände gewandert, aber nach dieser Erfahrung mit Whitechapel Hymns in Dissonance können wir dem Label nur ein dickes Lob aussprechen: Diese Pressung ist verdammt exzellent! Mit dem Ortofon 2M Bronze-Tonabnehmer (hier haben wir noch mehr zum Thema) fräst sich die Scheibe wie eine Kettensäge durch den Schädel – und das meine ich im allerbesten Sinne.

Der Mix ist wirklich beeindruckend gelungen: Das Schlagzeug kommt mit ordentlichem Punch, perfekt ortbar im Stereobild, während die Becken kristallklar und ohne Verzerrungen glänzen. Bozemans Stimme ist und bleibt eine Institution der Brutalität, die selbst auf Vinyl pure Gänsehaut erzeugt.

Technisch erlaubt sich die Platte absolut keine Schwächen. Der Sound schiebt von Song zu Song unerbittlich vorwärts und hämmert dir die eindringlichen Riffs förmlich in die Gehörgänge. Hier regiert purer, unverfälschter Hass in Vinylform – genau wie es sein sollte!

Im direkten Vergleich zur 24bit/48kHz Lossless-Version von Qobuz scheint die Vinylpressung von Whitechapel Hymns in Dissonance tatsächlich die Nase vorn zu haben. Allerdings müssen wir fairerweise einräumen, dass wir bisher nur Anlage (Vinyl) gegen Kopfhörer (Digital) verglichen haben. In den nächsten Tagen werden wir nochmal nachhören, ob sich unser erster Eindruck bestätigt, wenn wir den Streamer an derselben Anlage testen.

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