Spotify - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de Audio & Heimkino. Ernst genommen. Wed, 15 Jul 2026 07:23:05 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 https://www.hifigeek.de/media/cropped-hifigeek.de-512-32x32.png Spotify - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de 32 32 60029611 WiiM Ultra im Test: Der Streaming-König für alle Fälle — Update 2026 https://www.hifigeek.de/wiim-ultra-im-test-der-streaming-koenig-fuer-alle-faelle/ https://www.hifigeek.de/wiim-ultra-im-test-der-streaming-koenig-fuer-alle-faelle/#respond Sun, 13 Jul 2025 20:45:54 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9066 Der WiiM Ultra ist das Flaggschiff von WiiM und positioniert sich als zentraler digitaler Hub für jedes Audio-System. Mit seinem 32-bit/384kHz ES9038Q2M SABRE DAC, dem 3,5‑Zoll-Touchscreen und einer beeindruckenden Ausstattung an Ein- und Ausgängen wollte der chinesische Hersteller nichts weniger als die Streaming-Welt revolutionieren. Nach wochenlangem intensivem Testing mit verschiedensten Setups von Budget bis High-End können wir sagen: Mission erfüllt! Der Ultra ist nicht nur ein würdiger Nachfolger des WiiM Pro Plus, sondern setzte 2025 völlig neue Maßstäbe in seiner Preisklasse — und behauptet sich auch 2026 noch, wenngleich das Feld inzwischen enger geworden ist.

Alle WiiM-Modelle im Überblick — Streamer, Verstärker, Speaker und die neue Bar: → WiiM Übersicht

Für 399 Euro bekommt man ein Gerät, das vor wenigen Jahren mehrere Tausend Euro gekostet hätte.

Reviews in Bild und Ton

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Update Juni 2026: Was sich seit dem Launch getan hat

Ein Gerät wie der WiiM Ultra lebt von Software – und WiiM hat seit unserem ursprünglichen Test kräftig nachgelegt. Der aktuelle Firmware-Stand bringt einige spürbare Verbesserungen:

  • Reduzierte Audio-Input-Latenz: auf rund 35–40 ms gesenkt, was besonders bei HDMI-ARC-Nutzung mit TV-Lippensynchronität hilft.
  • WiiM Radio: als neue Musikquelle direkt in der App integriert.
  • Dolby-Bitstream-Fixes: Stotter- und Aussetzer-Probleme bei Dolby-Wiedergabe über den optischen Eingang wurden behoben.
  • Verzögerte Auto-Updates: konfigurierbar in der App, für alle, die nicht jedes Firmware-Update sofort haben wollen.
  • Roon Ready: ist inzwischen vollständig zertifiziert und produktiv im Einsatz — die zum Launch angekündigte Zertifizierung ist also längst Realität.

Kurz gesagt: WiiM pflegt den Ultra aktiv weiter, fast im Monatstakt gibt es Firmware-Updates. Wer das Gerät kauft, kauft kein “fertiges” Produkt, sondern eines, das sich kontinuierlich verbessert.

Unboxing: Wenn Premium auf Pragmatismus trifft

Das Auspacken des WiiM Ultra ist schon ein kleines Erlebnis für sich. Die schlichte, aber hochwertige Verpackung verspricht bereits, was drin ist: Premium-Qualität zu einem fairen Preis. Der erste Eindruck beim Herausnehmen ist durchweg positiv — das Aluminiumgehäuse fühlt sich deutlich wertiger an als die Plastikgehäuse der günstigeren WiiM-Modelle. Mit seinen 205 x 205 x 73 mm und 1,3 kg wirkt das Gerät kompakt, aber keineswegs billig.

Im Lieferumfang finden sich neben dem WiiM Ultra selbst ein Netzkabel, HDMI‑, Cinch- und Tos-Link-Kabel. Ein Phono-Ground-Adapter für Plattenspieler, sowie eine Fernbedienung mit Sprachsteuerung. WiiM hat hier wirklich mitgedacht — alles was man für den sofortigen Start braucht, ist dabei.

Das absolute Highlight ist aber definitiv das 3,5‑Zoll-Farbtouchscreen-Display mit Glasabdeckung. Es fühlt sich hochwertig an und reagiert butterweich auf Berührungen. Beim ersten Einschalten begrüßt einen ein farbenfroher Setup-Wizard, der selbst Audio-Noobs durch die Ersteinrichtung führt.

Technische Ausstattung: Ein Schweizer Taschenmesser in Audio-Form

Technische Spezifikationen

  • Audio-DAC: ESS Sabre ES9038Q2M (32-bit/384kHz)
  • Kopfhörerverstärker: Texas Instruments TPA6120A2
  • ADC: TI Burr-Brown PCM1861 (110 dB SNR)
  • Line-Ausgang: Maximum 2,1V RMS, SNR 121 dB (A‑gewichtet), THD+N 0,00018% (-115 dB)
  • Konnektivität: Wi-Fi 6E (2,4/5/6 GHz), Bluetooth 5.3 mit BLE, Ethernet 10/100 Mbps
  • Display: 3,5″ Farb-Touchscreen mit Glasabdeckung
  • Abmessungen: 205 x 205 x 73 mm
  • Gewicht: 1,3 kg

Ein- und Ausgänge

Audio-Eingänge:

  • HDMI ARC (PCM, Dolby Digital 5.1)
  • Optischer Eingang (TOSLINK)
  • Line-Eingang (RCA)
  • Phono-Eingang (MM/MC)
  • Bluetooth-Empfänger

Audio-Ausgänge:

  • Line-Ausgang (RCA)
  • Optischer Ausgang (TOSLINK)
  • Koaxialer Ausgang (RCA)
  • USB-Ausgang
  • Subwoofer-Ausgang (RCA)
  • Kopfhörerausgang (3,5mm)
  • Bluetooth-Sender

Zusätzliche Features:

  • 12V-Trigger-Ausgang
  • USB-Host für Storage
  • 10-Band parametrische EQ
  • Raumkorrektur-Software
  • Multiroom-Fähigkeiten

Setup und erste Schritte: Kinderleicht, selbst für Audio-Noobs

Die Einrichtung über die WiiM Home App ist ein Kinderspiel. Nach dem Download der App wird der WiiM Ultra sofort erkannt und die Firmware automatisch aktualisiert. Die App selbst ist intuitiv gestaltet und bietet Zugang zu allen wichtigen Einstellungen. Besonders cool: Man kann für jeden Eingang separate EQ-Einstellungen vornehmen.

Das Touchscreen-Display zeigt nicht nur Albumcover und Wiedergabesteuerung, sondern auch VU-Meter und diverses Feedback zur aktuellen Wiedergabe. In der Standby-Zeit kann man sogar ein individuelles Wallpaper einstellen oder Uhrzeit und Datum anzeigen lassen.

Klangtest: Von Brutal bis Brilliant

Für unseren ausführlichen Klangtest haben wir den WiiM Ultra durch verschiedenste Setups gejagt. Die Referenz-Playlist mit ihrer Mischung aus extremem Metal, Progressive Rock und klassischen Tracks bot die perfekte Basis, um die Grenzen des Geräts auszuloten.

Setup 1: Lehmann Audio Linear II

Am Lehmann Audio Linear zeigte der WiiM Ultra sofort seine Klasse. “Blow Your Trumpets Gabriel” von Behemoth kam mit beeindruckender Dynamik und kristallklarer Separation der einzelnen Instrumente rüber. Der ESS Sabre DAC zeigt hier seine Stärken: ultra-niedrige Verzerrungen und ein Signal-Rausch-Verhältnis von über 120 dB sorgen für einen schwarzen Hintergrund, vor dem sich selbst leiseste Details abheben.

Setup 2: Burson Audio Playmate 3 & Conductor GT4

Die Kombination mit den Burson-Geräten (Playmate 3 Test, Conductor GT4 Test) offenbarte die analytischen Qualitäten des WiiM Ultra. “Pain Remains III: In a Sea of Fire” von Lorna Shore mit seinen über 9 Minuten komplexer Arrangements wurde mühelos gemeistert. Die Bühnenabbildung ist präzise, wenn auch nicht ganz so dreidimensional wie bei deutlich teureren Streamern.

Setup 3: Fosi Audio V3 Mono

Hier zeigte sich die Vielseitigkeit des WiiM Ultra. Selbst mit Budget-Verstärkern wie dem Fosi V3 Mono (hier im Test) liefert er saubere, detailreiche Signale. “Bombtrack” von Rage Against The Machine kam mit ordentlich Punch und Dynamik rüber, ohne dass die Stimme von Zack de la Rocha in der komplexen Instrumentierung unterging.

Kopfhörer-Performance: Audeze LCD‑X & LCD‑3

Der integrierte Kopfhörerverstärker TPA6120A2 macht seine Sache überraschend gut. Mit den Audeze LCD‑X konnte “Honeycomb” von Deafheaven seine volle emotionale Wucht entfalten. Die 11 Minuten epischer Post-Metal wurden niemals langweilig, der WiiM Ultra hielt die Spannung über die gesamte Spielzeit aufrecht. Auch die anspruchsvollen Audeze LCD‑3 wurden problemlos angetrieben, wenngleich ein dedizierter Kopfhörerverstärker nochmal eine Schippe drauflegen würde.

Lautsprecher-Setups: B&W & Amphion Argon 3S

An den B&W zeigte der WiiM Ultra seine neutralen Qualitäten. “Granite” von Sleep Token kam mit der typischen Wärme der B&W‑Hochtöner rüber, ohne dass der WiiM Ultra eigene Klangfärbungen hinzufügte. Die Amphion Argon 3S profitieren von der sauberen Signalaufbereitung des WiiM Ultra — “Creep” von Radiohead klang so melancholisch und detailreich wie selten zuvor.

HDMI ARC: Die heimliche Heimkino-Zentrale

Ein echtes Alleinstellungsmerkmal des WiiM Ultra ist der HDMI-ARC-Eingang. Angeschlossen an den TV wird aus jeder Stereo-Anlage eine kleine Heimkino-Zentrale. Filme und Serien profitieren von der deutlich besseren Klangqualität gegenüber TV-Lautsprechern. Dolby Digital 5.1 wird problemlos verarbeitet und über die Stereo-Ausgänge intelligent heruntergemischt. Für Puristen mag das Frevel sein, aber der Convenience-Faktor ist einfach unschlagbar — und dank der jüngsten Firmware-Fixes läuft die Dolby-Wiedergabe inzwischen auch spürbar stabiler als beim Launch.

Phono-Preamp: Vinyl-Revival leicht gemacht

Der integrierte Phono-Preamp ist eine nette Zugabe für Vinyl-Enthusiasten. Am EAT Prelude Plattenspieler getestet, liefert er für den Einstieg mehr als brauchbaren Sound. Sowohl MM- als auch MC-Tonabnehmer werden unterstützt, wobei die Einstellungen bequem über die App vorgenommen werden können. Für ambitionierte Vinyl-Hörer wird ein externer Phono-Preamp weiterhin die bessere Wahl sein, aber für Gelegenheits-Hörer ist die integrierte Lösung völlig ausreichend.

Streaming-Features: Kein AirPlay — und das bleibt auch so

Der WiiM Ultra unterstützt praktisch jeden relevanten Streaming-Standard: Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect, Google Chromecast Audio, Alexa Built-in, DLNA und Roon Ready. Einzig AirPlay fehlt — und hier schaffen wir 2026 endlich Klarheit, denn das Thema sorgt bis heute für hitzige Diskussionen in Foren: WiiM hat offiziell bestätigt, dass der Ultra AirPlay aufgrund einer Hardware-Limitation nicht unterstützen wird und auch nie unterstützen wird — es handelt sich nicht um eine ausstehende Zertifizierung, sondern um eine dauerhafte technische Einschränkung der verbauten Wi-Fi/Bluetooth-Module. Wer primär AirPlay nutzt, sollte entweder zu einem älteren WiiM-Modell (Mini, Pro, Pro Plus, Amp) greifen, die AirPlay unterstützen, oder auf einen Workaround über Bluetooth bzw. eine LMS-AirPlay-Bridge zurückgreifen.

Für Apple-User ein Wermutstropfen, aber angesichts der übrigen Features verschmerzbar.

Die Multiroom-Fähigkeiten sind beeindruckend. Mit anderen WiiM-Geräten lassen sich mühelos synchronisierte Zonen einrichten. Die Room Correction via Smartphone-Mikrofon funktioniert überraschend gut und kann durchaus hörbare Verbesserungen bringen.

Hier haben wir unsere Terrassen-Lautsprecher B&W AM1 an den Fosi Audio V3 Monos eingemessen mit wirklich hervorragendem Ergebnis. Gerade bei so schwierigen Bedingungen (Outdoor) war das gehörte Ergebnis beeindruckend und macht Party-Laune.

Vergleich: WiiM Ultra im Feld 2026

Der Ultra steht heute in einem deutlich dichteren Wettbewerbsfeld als beim Launch. Hier die relevantesten Alternativen im direkten Vergleich:

WiiM Pro Plus

Der Pro Plus bleibt der Preis-Leistungs-König für unter 250 Euro (hier im Test). Wer nur streamen will und auf Phono-Eingang, HDMI ARC und Touchscreen verzichten kann, ist mit dem Pro Plus bestens bedient. Der Ultra bietet aber deutlich mehr Flexibilität und Zukunftssicherheit — und AirPlay obendrein, was den Pro Plus für Apple-Haushalte interessant macht.

WiiM Amp Ultra (599€) — der große Bruder im eigenen Haus

Die naheliegendste Frage 2026 lautet nicht mehr “Ultra oder Eversolo?”, sondern “Ultra oder Amp Ultra?”. Der Amp Ultra kombiniert dieselbe Streaming- und DAC-Basis mit einer integrierten Endstufe und richtet sich an alle, die passive Lautsprecher direkt anschließen wollen, ohne einen separaten Verstärker zu brauchen. Wer bereits eine eigene Endstufe oder aktive Lautsprecher besitzt, bleibt mit dem reinen Ultra günstiger und flexibler unterwegs. Wer bei Null anfängt und ein Komplettsystem sucht, sollte den Amp Ultra ernsthaft in Betracht ziehen.

Cambridge Audio MXN10

Der MXN10 wird inzwischen zum gleichen Preispunkt wie der Ultra angeboten und ist der Vergleich, den aktuell die meisten unabhängigen Testredaktionen ziehen. Klanglich und verarbeitungstechnisch punktet Cambridge mit britischer Reife, kann aber bei der schieren Anschluss- und Feature-Vielfalt des Ultra nicht mithalten — kein Touchscreen, kein Phono-Eingang, weniger Ein-/Ausgänge. Wer maximale Konnektivität will, bleibt beim Ultra; wer ein Quäntchen mehr klangliche Reife bevorzugt und auf Phono/HDMI ARC verzichten kann, schaut sich den MXN10 an.

Bluesound Node Nano / Node X

Im Einsteigersegment positioniert sich Bluesound mit dem Node Nano als schlankere, aber auch reduziertere Alternative — ohne Display, ohne Phono, ohne HDMI ARC. Der Node X spielt eher in der Liga darüber. Für alle, die eine Streaming-Only-Lösung ohne Schnickschnack suchen, ist der Node Nano eine Option; wer die Alleskönner-Qualität des Ultra will, kommt an WiiM kaum vorbei.

Eversolo DMP-A6

Der Eversolo DMP-A6 kostet etwa doppelt so viel wie der WiiM Ultra, bietet dafür aber ein deutlich größeres 6‑Zoll-Display und Android-basierte Software. Das Display ist echter Mehrwert für die Navigation großer Musiksammlungen. Klanglich liegt der Eversolo schon ein wenig vorn und hat den Vorteil lokaler Speichermöglichkeiten via M.2 SSD.

Im direkten Vergleich ist das Display des WiiM Ultra eher Spielzeug — schön anzusehen, aber der praktische Nutzen beschränkt sich auf grundlegende Informationen und Bedienung. Für ernsthafte Navigation bleibt das Smartphone die bessere Wahl.

Allgemein ist der Eversolo schon eine ganze Klasse besser in allen Belangen, spiegelt sich wie oben erwähnt aber auch im Preis wider.

Das WiiM-Ökosystem wächst: Vom Streamer zum Heimkino-System

Wer den Ultra 2025 gekauft hat, hat streng genommen in ein Ökosystem investiert, das seither massiv gewachsen ist. Das ist für die Kaufentscheidung heute relevanter denn je, denn WiiM baut inzwischen ein komplettes Heimkino-Baukastensystem um seine Streamer herum:

WiiM Sound & WiiM Sound Lite — die kabellosen Smart-Speaker der Marke (WiiM Sound für 299€, WiiM SoundLite für 229€) sind nicht nur als Stereo- oder Multiroom-Lautsprecher gedacht, sondern lassen sich explizit als Surround-Kanäle einsetzen, sobald ein WiiM-Bar oder ‑Ultra als Zentrale im Netzwerk hängt.

WiiM Bar — die im Juni 2026 auf der High End Vienna vorgestellte erste Soundbar der Marke ist der eigentliche Ökosystem-Doppelpunkt. Sie bringt ein echtes 3.0.2‑Dolby-Atmos-Layout mit acht Treibern, darunter drei nach vorne abstrahlende Hochtöner und zwei nach oben feuernde Breitbandtreiber für Height-Effekte, dazu DTS:X, HDMI eARC und RoomFit-Raumeinmessung. Für 499 Euro positioniert sich die WiiM Bar als direkter Konkurrent zum Sonos Beam (2. Gen) — mit dem Vorteil von echten Height-Kanälen, DTS:X und Roon-Support, die der Beam nicht bietet. Der Clou: Die Bar lässt sich per App nahtlos mit WiiM Sound/Sound Lite als Rear-Speaker und einem WiiM Sub Pro zu einem vollständigen 5.1.2‑System erweitern — ganz ohne neue Lautsprecherkabel durch die Wand. Alle Details dazu in unserem WiiM Bar Artikel.

Was das für den Ultra bedeutet: Der WiiM Ultra bleibt in diesem wachsenden Ökosystem die Rolle des audiophilen Herzstücks vorbehalten — er ist kein Konkurrent zur Bar, sondern ihr High-End-Pendant für alle, die eine bestehende Stereo- oder Aktivlautsprecher-Anlage per HDMI ARC ins Heimkino einbinden wollen, statt eine komplett neue Soundbar-Lösung zu kaufen. Wer eine hochwertige 2‑Kanal-Anlage besitzt und die schon vorhandenen Lautsprecher fürs Fernsehen mitnutzen will, bleibt beim Ultra goldrichtig. Wer bei null anfängt und ein reines Heimkino-System ohne vorhandene Lautsprecher sucht, schaut sich eher die WiiM Bar plus Sound Lite/Sub Pro an.

Für unsere Leser mit Heimkino-Ambitionen (schaut auch mal in unseren Heimkino-Bereich) heißt das: Die Kaufentscheidung ist heute nicht mehr nur “Ultra ja oder nein”, sondern “welches WiiM-Gerät passt zu meiner bestehenden Kette”. Ein eigener WiiM-Bar-Test folgt bei uns, sobald ein Testgerät verfügbar ist.

Konkurrenzfähigkeit: Sonos weiterhin unter Druck

Mit dem WiiM Ultra setzte WiiM neue Maßstäbe in der Streaming-Welt, und daran hat sich 2026 nichts geändert. Sonos muss sich warm anziehen — die Chinesen bieten deutlich mehr Features zu einem Bruchteil des Preises. Die offene Plattform des Ultra mit Unterstützung für praktisch alle Standards kontrastiert scharf mit Sonos’ geschlossenem Ökosystem.

Erschwerend kommt hinzu, dass Sonos seine Software seit mehr als einem Jahr nicht mehr im Griff hat. Wer einmal auf WiiM gewechselt ist, weiß wieder, wie zackig ein System reagieren kann. Hier gibt es bislang keine Zicken.

Fazit: Der Streaming-König hält seine Krone

Der WiiM Ultra ist ein kleines Meisterwerk der Audio-Technik. Für 399 Euro bekommt man ein Gerät, das vor wenigen Jahren mehrere Tausend Euro gekostet hätte. Die Kombination aus exzellentem DAC, vielseitigen Anschlüssen, Touchscreen und durchdachter Software ist in dieser Preisklasse weiterhin konkurrenzlos — auch wenn das Feld inzwischen enger geworden ist.

Klanglich spielt der WiiM Ultra in der Liga deutlich teurerer Geräte mit. Er ist neutral und detailreich, ohne langweilig zu werden. Besonders für Einsteiger in die HiFi-Welt ist er der perfekte erste Schritt — er macht jede Anlage zukunftssicher und bietet Raum zum Wachsen.

Der einzige echte Kritikpunkt bleibt das fehlende AirPlay — mit dem Unterschied, dass wir jetzt wissen: Das wird sich nicht mehr ändern. Wer das verschmerzen kann, bekommt ein nahezu perfektes Produkt, das die Streaming-Landschaft nachhaltig verändert hat und dank aktiver Firmware-Pflege auch 2026 noch mitwächst.

FAQ

Bekommt der WiiM Ultra noch AirPlay?

Nein. WiiM hat offiziell bestätigt, dass der Ultra AirPlay aufgrund einer Hardware-Limitation der verbauten Wi-Fi/Bluetooth-Module nicht unterstützen kann. Das ist keine ausstehende Zertifizierung, sondern eine dauerhafte technische Einschränkung.

Ist der WiiM Ultra Roon Ready?

Ja, die ursprünglich angekündigte Roon-Zertifizierung ist inzwischen abgeschlossen und produktiv im Einsatz.

WiiM Ultra oder WiiM Amp Ultra — was ist der Unterschied?

Der Amp Ultra bringt zusätzlich eine integrierte Endstufe für passive Lautsprecher mit und kostet rund 599 Euro. Wer bereits eine eigene Endstufe oder Aktivlautsprecher hat, ist mit dem reinen Ultra (399 Euro) besser bedient.

Was kostet der WiiM Ultra?

Der WiiM Ultra kostet 399 Euro (UVP).

Unterstützt der WiiM Ultra Vinyl über Phono-Eingang?

Ja, der integrierte Phono-Preamp unterstützt sowohl MM- als auch MC-Tonabnehmer und ist über die WiiM Home App konfigurierbar. Für ambitionierte Vinyl-Hörer bleibt ein externer Phono-Preamp jedoch die klanglich bessere Wahl.

Kann ich den WiiM Ultra mit der neuen WiiM Bar oder WiiM Sound kombinieren?

Ja. Der Ultra lässt sich über die WiiM Home App mit WiiM Bar, WiiM Sound, WiiM Sound Lite und dem WiiM Sub Pro gruppieren und für Multiroom-Wiedergabe synchronisieren. Als eigenständige Home-Theater-Zentrale mit Surround-Kanälen ist jedoch die WiiM Bar konzipiert, nicht der Ultra.

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Meine Kopfhörer-Journey: Vom Walkman zum audiophilen Setup https://www.hifigeek.de/meine-kopfhoerer-journey-vom-walkman-zum-audiophilen-setup/ https://www.hifigeek.de/meine-kopfhoerer-journey-vom-walkman-zum-audiophilen-setup/#respond Thu, 24 Apr 2025 12:24:30 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8682 Ein persönlicher Erfahrungsbericht über mehr als drei Jahrzehnte Klangsucht, analog bis digital und wieder zurück – und warum die Kabelwelt doch die beste ist.

Die analogen Anfänge: Walkman, Discman & MiniDisc

Kopfhörer begleiten mich schon seit meiner Kindheit. Wie viele Kinder der 90er startete ich mit einem klassischen Walkman und den obligatorischen, dünnen Bügelkopfhörern, die damals zum Standard-Equipment gehörten. Meine akustische Welt bestand hauptsächlich aus Kassetten mit Radioaufnahmen und geschenkten Hörspielen — der absolute Luxus für einen Musikfan im Taschenformat!1

Mit dem Siegeszug der CD kam der Quantensprung in Form eines Panasonic SL‑S 320, den mir meine Eltern zu Weihnachten schenkten. Die mitgelieferten Earbuds mit der Kabelfernbedienung waren für damalige Verhältnisse der absolute Hit. Diesen CD-Player habe ich überallhin mitgeschleppt — und erstaunlicherweise überlebten die Kopfhörer dabei länger als erwartet.

Dann kam die MiniDisc-Ära — und was für ein Game-Changer das war! Nach endlosem Betteln bei meinen Eltern wurde ich stolzer Besitzer eines Sharp MD-MS701H Mini Disk Recorders. Das Ding war einfach sexy! Man konnte seine eigene Musik “aufnehmen” — meist von ausgeliehenen CDs — und das in einer Qualität, die deutlich besser war als die der Kassetten. Ich habe eine Disk nach der anderen befüllt und das Teil wie einen Schatz überallhin getragen. Natürlich hatte das Aluminium-Gehäuse seine Schwachstellen — irgendwann verbog sich der Diskeinschub, was man dann händisch zurückbiegen musste. Auch das Display der Kabelfernbedienung zeigte mit der Zeit Verschleißerscheinungen.

Die digitale Revolution: MP3-Player & iPod Classic

Mit dem Skateboarden begann mein Player dann zu leiden. Gleichzeitig hielten MP3s Einzug in mein Leben, und dank Zugriff auf einen Brenner grub ich meinen Discman wieder aus. Dieser musste jedoch bald einem der ersten rudimentären MP3-Player weichen — mit sagenhaften 128MB Speicher (ja, Megabyte, kein Tippfehler!). Zum Glück hatte ich inzwischen einen gut bezahlten Nebenjob, sodass ich mir einen iriver SlimX iMP-550 leisten konnte. Mein Skate-Bag war entsprechend ausgestattet: ein praktischer CD-Halter, in dem die Silberlinge ohne Hülle ihren Platz fanden. Die Scheiben sahen nach einer Weile zwar aus, als hätten sie den dritten Weltkrieg überlebt, aber so war das damals eben.

In dieser Zeit ging ich durch zahllose Ear-Buds. Die günstigen zerbrachen schnell, aber selbst die teuren fielen entweder beim Skaten runter und landeten unter den Rollen, oder die extrem dünnen Stiele brachen aus heiterem Himmel. Es war wie ein Fluch – kaum hatte man gute Kopfhörer, zerstörte sie der Audio-Gott persönlich.

Trotz aller technischen Herausforderungen war Musik für mich allgegenwärtig. Ich kaufte CD um CD und schleppte sie überall mit hin. Heute sehen sie entsprechend mitgenommen aus — authentische Kampfspuren eines intensiven Musiklebens.

Der nächste Meilenstein war ein iPod Classic mit 80GB — ein absolutes Traumgerät! Mit einer Teufel Dockingstation zu Hause und einem JBL Portable-Speaker beim Skaten war ich komplett ausgestattet. Der iPod diente mir sogar als Wecker im Studium, bis die Dockingstation irgendwann den Geist aufgab. Zwischenzeitlich leisteten meine Koss Plugs treue Dienste, wechselten dann aber zum iPhone, das ich seit dem 3G-Modell etwa alle zwei Jahre aktualisiert habe.

Gaming & Streaming: Neue Hörwelten erschließen sich

Parallel zum mobilen Musikgenuss war PC-Gaming ein großes Thema, und auch hier wurden etliche “billige” Kopfhörer durchgenudelt, bis irgendwann Speedlink Medusas in meinem Setup landeten. Mein digitales Musikleben wanderte von iTunes zu Spotify, sobald der Dienst in Deutschland verfügbar wurde. Mit dem praktischen Telekom-Deal, bei dem der Spotify-Traffic nicht auf das monatliche Volumen angerechnet wurde, explodierte mein Musikkonsum förmlich. Plötzlich war jeder Tag ein Festival – nur eben ohne die schlammverkrusteten Schuhe und überteuerten Getränke.

Zunächst blieb ich den kabelgebundenen Over-Ears treu, wechselte dann aber zu Bose QC25 und später QC35. Die QC25 haben irgendwann kapituliert, während die QC35 noch immer auf dem Schreibtisch meiner Frau ihren Dienst tun – ein Beweis dafür, dass Qualität sich durchsetzt, selbst wenn der audiophile Snob in mir mittlerweile die Nase rümpft.

Der Arbeitskopfhörer: Konzentration & Meetings

Bei der konzentrierten Arbeit am Bildschirm entdeckte ich die unglaubliche Kraft der Musik als Fokushelfer. Sie ließ mich in einen Tunnel eintauchen, in dem alles um mich herum verschwand. Ich wurde eins mit der Musik, meinen Gedanken und der Arbeit. Zeit und Raum lösten sich auf, während ich eine Lösung nach der anderen entwickelte. Diese Flow-Zustände sind für mich mittlerweile essenziell – sie machen den Unterschied zwischen einem produktiven Tag und einem, an dem ich mich wie ein Hamster im Rad fühle.

Mit jedem Arbeitgeberwechsel nahm die Zahl der Meetings zu, was sich immer weiter zuspitzte und mich zunehmend einengte. Die Meetings fühlten sich an wie im Aquarium — geschlossene Kopfhörer mit Noise-Cancelling, schlecht belüftet, heiße Ohren und Schweiß. Ich lief schier Amok unter diesen Klanghauben, sodass eine Alternative her musste. Die Vorstellung, täglich acht Stunden mit diesen Ohrensaunen zu verbringen, war so verlockend wie eine Wurzelbehandlung ohne Betäubung.

Nach intensiver Recherche und Überlegungen zum Budget entschied ich mich für die Beyerdynamic DT1990 Pro — ein offener Kopfhörer, der meinen Musikgenuss auf ein neues Level heben sollte. Es war Liebe auf den ersten Klang!

Die audiophile Wende: Offene Kopfhörer verändern alles

Die DT 1990 Pro sind seit sechs Jahren meine treuen Begleiter, und ich trage sie nach wie vor mit Begeisterung. Meetings sind mit ihnen ein völlig neues Erlebnis: Ich höre meine eigene Stimme beim Sprechen, was die Kommunikation unglaublich angenehm macht. Sie werden zwar warm am Kopf, aber verglichen mit den Bose-Kopfhörern ist das ein Kinderspiel. Klanglich bewegen wir uns hier in einem ganz anderen Universum – das wäre, als würde man einen Trabant mit einem Porsche vergleichen.

Natürlich musste dann auch ein passender DAC her. Mit dem ifi Hip Dac fand ich einen teilweise mobilen Begleiter. Ehrlich gesagt habe ich ihn dann doch selten unterwegs genutzt, was die Anschaffung aus dieser Perspektive vielleicht nicht optimal erscheinen lässt. Klanglich war es jedoch ein Volltreffer, und das zählte am Ende.

Für jemanden, der mehrere tausend Stunden pro Jahr mit Kopfhörern verbringt, hatte ich bis dahin erstaunlich wenig experimentiert. Nicht aus Abneigung — mir fehlte einfach der zündende Funke. Womöglich war ich auch unbewusst besorgt, dass ein tieferer Einstieg in die Audiophilie mein Bankkonto in ähnlicher Weise ruinieren würde wie meine Plattensammlung. Spoiler: Diese Befürchtung war absolut berechtigt.

Neue Horizonte: Hifiman Arya Stealth & Die Lehmann Audio Entdeckung

Im letzten Sommer packte mich kurzzeitig das Verlangen, etwas Neues auszuprobieren. Ich besorgte einen Hifiman Arya Stealth, über den ich im Netz viel Gutes gelesen hatte. Ich wollte ihn testen und darüber schreiben, was ich leider schuldig geblieben bin. Klanglich war der Kopfhörer beeindruckend, aber der Tragekomfort ließ zu wünschen übrig. Die ovalen Ohrmuscheln drückten auf meine Kieferknochen und störten beim Sprechen in Meetings – ein eigenartiges Gefühl, das mich letztlich wieder zum Bewährten zurückkehren ließ. Es war, als würde ich versuchen, mit einem Ferrari einkaufen zu fahren – beeindruckend, aber unpraktisch.

Dann kam ein schicksalhaftes Telefonat mit Norbert Lehmann. Eigentlich rief ich an, um seine Gerätefüße zu testen, und plötzlich standen zwei Lehmann Audio Kopfhörerverstärker bei mir. Klingt wie ein erfolgreiches Verkaufsgespräch, war es aber nicht! Norbert fragte irgendwann nach meinem Beruf, und ich erzählte, dass ich den ganzen Tag mit Kopfhörern vor dem Bildschirm sitze, Musik höre oder in Meetings bin.

Sofort war er Feuer und Flamme und berichtete von seinen Linear und Linear II Kopfhörerverstärkern. Wie er blindlings einen Test gewann, ohne selbst davon zu wissen, oder sich Studios bei ihm meldeten, weil seine Linear-Serie hervorragende Arbeit leistet. Wie Sennheiser diese Verstärker zur Präsentation neuer Kopfhörer nutzt. Norbert gab mir umfangreiches Material zu seinen Verstärkern mit, aus dem ich seitenweise zitieren könnte. Diese Geschichten sind aber aus seinem Mund wahrscheinlich noch viel spannender – der Mann spricht über Audio-Equipment mit der gleichen Leidenschaft, mit der andere über ihre Fußballmannschaft reden.

Da er selbst auf HiFi-Veranstaltungen ausstellt, wird er dort sicherlich das ein oder andere über seine Geräte erzählen — vielleicht sogar die Geschichte, die ich hier gerade zusammenschreibe.

Das ultimative Setup: Tiefeintauchen in die Kopfhörerverstärker-Welt

Aufhänger meines Interesses war Norberts Aussage, dass viele seiner Profi-Kunden berichten, sie seien nach einem Arbeitstag viel entspannter oder könnten längere Mix-Sessions absolvieren, seitdem sie Lehmann Audio’s Linear Kopfhörerverstärker nutzen.

Also ran an den Speck! Ich habe den Linear etwa zwei Wochen intensiv genutzt, was in meinem Fall etwa 120 Stunden entspricht. Wer mich kennt, weiß, dass ich mich in neue Themen mit Haut und Haaren stürze, bis ins kleinste Detail eintauche und alles ausprobiere, was in Reichweite ist. Wenn ich ein Thema anfasse, dann richtig – Halbgares gibt’s nicht.

Gesagt, getan: Weitere DACs mussten her! Mein ifi HipDac war ein Anfang, aber nicht genug. Schnell gesellten sich der Fosi Audio K7 und ZD3 dazu – beide absolute Preis-Leistungs-Kracher, wie wir bereits in unserem K7-Test festgestellt haben. Außerdem hatte ich bereits den Shanling M5 Ultra, der ebenfalls hervorragend als DAC funktioniert. Zum krönenden Abschluss experimentierte ich mit einem Burson Audio Playmate 3 Deluxe und verschiedenen OpAmps. Der Vorteil: Einige dieser Geräte haben eigene Verstärkung, wodurch ich sie direkt gegen den Linear testen konnte.

Selbstverständlich schleppte ich den Linear (und später den Linear II) auch ins Wohnzimmer, schloss ihn an den Plattenspieler an und testete ihn mit dem WiiM Ultra und dem Eversolo DMP-A6 Master Edition. Ein wahrhaft umfangreiches Zuspieler-Setup! Meine Frau beäugte das wachsende Equipment-Arsenal zunächst mit Skepsis, ließ sich aber schnell von den klanglichen Unterschieden überzeugen – ein klassischer “Aha”-Moment, der jeden Audiophilen mit Stolz erfüllt.

Bei den Kopfhörern startete ich mit meinen bewährten DT 1990 Pro und rüstete später auf einen Audeze LCD‑X auf. Ich überlegte, noch weitere Kopfhörer hinzuzuziehen, aber irgendwann sprengt das alle Grenzen. Nach mittlerweile über 400 Stunden mit dem Audeze denke ich, ein gutes Gefühl dafür entwickelt zu haben, was wie, wo und wann am besten funktioniert.

Mein Schreibtisch glich zeitweise einem Schlachtfeld mit Kabelsalat, das selbst hartgesottene IT-Systemadministratoren zum Weinen gebracht hätte. Nach und nach verbannte ich jedoch Geräte, die ich ausgiebig getestet hatte, und sitze nun beim Schreiben nur noch mit dem Burson Audio Playmate 3 Deluxe, dem Audeze LCD‑X und dem Lehmann Linear II hier. Wahrscheinlich, weil ich diese Schätze bald wieder abgeben muss und den Klang noch ein wenig zelebrieren möchte – wie ein letztes opulentes Mahl vor einer Diät.

Als Verbindungskabel nutze ich die Sommer Cable Epilogue. Hier muss ich mir wirklich ein zweites Paar zulegen, denn das ständige Umstöpseln nervt gewaltig – besonders weil die Stecker so verdammt stramm sitzen. Ein Kabelwechsel fühlt sich jedes Mal an, als würde man einen eingeklemmten Zahn ziehen.

Ausblick: Die Reise geht weiter

Ich denke, ich bleibe an diesem Thema dran. Das Schöne ist, dass ich diese Tests relativ einfach während der Arbeit durchführen kann und quasi ständig daran arbeiten kann – einer der wenigen Vorteile, wenn man den ganzen Tag vor dem Rechner sitzt.

Aktuell liegt hier noch der Douk Audio K5, den ich gelegentlich höre. Ich bin der Meinung, dass man nicht nur hochpreisige DACs testen sollte, sondern sich breit aufstellen muss. Es gibt immer wieder Perlen, die aus der Masse herausstechen, und ich möchte auch gerne Produkte empfehlen, die nicht unbedingt eine Niere und Leber kosten. Schließlich sollte guter Sound nicht ausschließlich denjenigen vorbehalten sein, die einen Kleinwagen dafür opfern können.

Es liegt mir am Herzen, auch jüngeren Menschen den Weg zu gutem HiFi zu zeigen. Ich denke, dass diese trotz Spotify und Co. durchaus bereit sind, sich dem Thema zu öffnen – nur eben auf ihre eigene Art und Weise. Denn letztendlich geht es nicht darum, wer das teuerste Equipment hat, sondern wer die tiefste Verbindung zur Musik aufbauen kann – und manchmal ist der Weg dorthin eben ein besserer Kopfhörer oder ein feiner Verstärker.

Derzeit warten wir noch auf den Fosi Audio i5 (wir berichteten), für den gerade die Kickstarter-Kampagne gestartet ist. Außerdem sind wir mit Hifiman im Gespräch, und auch hier wird in Zukunft etwas kommen. Mit Audeze wird es nach der HIGH END 2025 in die nächste Runde gehen – ich bin bereits jetzt gespannt wie ein Flitzebogen, was die nächste Qualitätsstufe zu bieten hat.

Unsere Bestrebungen unterstreichen wir mit unserer Akkreditierung für die HIGH END 2025, an der wir als Presse-Partner teilnehmen werden. Mal sehen, was wir dort alles erleben! Ich werde sicherlich mit brennenden Ohren zurückkehren – aber mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Man darf also gespannt sein, und ich hoffe, mit meinen Interessen auch eure zu treffen, um dann interessante Beiträge zu schreiben. Denn eines ist klar: Die Reise in die audiophile Welt ist ein Marathon, kein Sprint – und wir haben gerade erst begonnen, warm zu laufen.

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https://www.hifigeek.de/meine-kopfhoerer-journey-vom-walkman-zum-audiophilen-setup/feed/ 0 8682
Eversolo DMP-A6 — der Hype-Streamer im Langzeittest https://www.hifigeek.de/eversolo-dmp-a6-der-hype-streamer-im-langzeittest/ https://www.hifigeek.de/eversolo-dmp-a6-der-hype-streamer-im-langzeittest/#respond Wed, 24 Jul 2024 20:06:26 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=7922 Wenn man sich mit Streamern beschäftigt, kommt man wohl nicht am Eversolo DMP-A6 vorbei. Wir natürlich auch nicht und haben ihn parallel mit dem WiiM Pro Plus zum Test gebeten.

*Update*: Wer auch gespannt ist, wie sich der Eversolo DMP-A6 gegen den Eversolo DMP-A6 Master Edition schlägt, muss bei uns wieder reinklicken. Aktuell haben wir beide nebeneinander stehen und versuchen jede noch so kleine Nuance herauszukitzeln. Hier nun der Test: Eversolo DMP-A6 Master Edition

Alle Eversolo-Modelle im Überblick: → Eversolo Hub-Seite

Weiterhin passt zu den Eversolos natürlich auch der Eversolo AMP-F2, welchen wir natürlich ebenfalls zum Test gebeten haben.

Natürlich war uns bewusst, dass man die beiden Streamer im Grunde nicht vergleichen kann. Das sagt alleine das Preistag von gut 850€ beim Eversolo DMP-A6 aus. Ist der WiiM Pro Plus doch am Prime Day für sage und schreibe 199€ zu haben gewesen.

Nein, wir wollten den Eversolo wegen seinem Look und seinen Features. Und von denen hat er jede Menge.

Abgrenzung

Wir haben uns den Eversolo DMP-A6 vom deutschen Vertrieb besorgt und lassen uns von diesem in unserer Wertung nicht beeinflussen. Wir nehmen ebenfalls kein Geld für unsere Tests, sodass wir die Freiheit genießen frei über das Produkt zu schreiben, ohne uns Monitär abhänging zu machen. Wer lieber auf blumige Reviews ohne klare Aussagen steht, darf sich gerne bei der Fachpresse umsehen.

Reviews in Bild und Ton

Wir haben mittlerweile auch einen eigenen Youtube-Channel. Hier versuche ich regelmäßig für euch Reviews mit bewegtem Bild bereit zu stellen und mehr mit euch in Kontakt zu treten. Schaut doch einfach mal vorbei und aboniert den Kanal. Danke!

Unboxing

Gut verpackt, erreichte uns der Eversolo DMP-A6 und nachdem wir, schwarze Box, in der Box, in der Box öffneten, wurden wir zuerst vom Quick Start Guide begrüßt. Unter dem einrahmenden Schaumstoff verbarg sich dann der, in einem Polyesterbeutel verpackten, Streamer. Den Beutel, welcher ebenfalls das Eversolo Logo trägt entnommen und oberhalb noch die im Lieferumfang enthaltenen Zubehörteile, war es dann auch schon unboxed!

Lieferumfang

Der Lieferumfang ist sperrlich aber angemessen. Neben dem Eversolo DMP-A6 selbst und dem Beutel als Verpackung, gibt es noch ein Kaltgerätestecker, einen kleinen Kreuzschlitzschraubendreher und ein USB‑A zu USB‑B Kabel. Weder Cinch oder ein Toslink-Kabel ist enthalten, war aber auch nicht wirklich von uns erwartet worden. Wobei hier der WiiM beides mitbringt. Ob das nun mehr “Müll” ist oder eben nicht, muss man für sich selbst entscheiden.

Eine Fernbedienung wird beim Eversolo nicht mitgeliefert, ist aber als Zubehör erhältlich.

Design und Verarbeitung

Der Eversolo besticht natürlich durch sein Design. Mit seinem riesigen Display und beleuchteten Volume-Knob sieht er einfach schick aus. Die von Eversolo gestaltete Oberfläche der Software ist modern und schlicht zugleich. Der Streamer eignet sich definitiv als Eye-Catcher auf einem schicken Möbel. Um sich noch weiter zu verwöhnen hat er verschiedene VU-Meter und Designs zum Anpassen an den persönlichen Geschmack.

Die Verarbeitung des Eversolo ist Fehlerfrei. Das Gerät besteht vollständig aus Aluminium und ist für seine Größe recht schwer. Massiver Gehäusedeckel, ordentliche Gerätefüße und vergoldete Anschlüsse lassen eigentlich keine Wünsche offen.

Einrichtung

Neuer Streamer, altes Spiel: Auch für den Eversolo DMP-A6 gibt es natürlich eine App. Diese schnell aus dem App Store gezogen ist man hier schon mal ready. Den Streamer haben wir über verschiedene Arten angeschlossen, aber gängig ist sicherlich, per Cinch oder XLR an seinen Vorverstärker. Wer jedoch einen externen DAC benutzen möchte, muss das dann per USB, Coax oder Toslink tuen. Schnell noch ein Netzwerk-Kabel angeschlossen kann es losgehen. Wir haben den Streamer mit unserem High-End Kaltgeräte-Stecker an den Strom angeschlossen und je nach Setup mit dem Cinch Sommer Cable Epilogue oder XLR Sommer Cable Epilogue an unsere Vorstufe und Endstufen. Die Lautsprecher haben wir mit DIY Lautsprecherkabeln auf Basis von Sommer Cable Dual Blue Kabel versorgt.

M.2 SSD

Eine Besonderheit hat der Eversolo DMP-A6 natürlich noch: An der Unterseite hat er eine kleine Klappe, welche sich mit dem beigelegten Kreuzschlitzschraubendreher öffnen lässt. In diese passt dann eine handelsübliche M.2 SSD, auf welcher man seine Musiksammlung ablegen kann. Hierzu natürlich später mehr. Wer das direkt zu Beginn möchte, kann das natürlich direkt vor dem Anschließen erledigen.

Erster Start

Da wir ein Netzwerkkabel verwenden begrüßt einen beim ersten Start direkt ein Update! Woohoo. Update gemacht, App an den Start gebracht, kann es eigentlich auch sofort losgehen. Für die WLAN Leute, muss man seine WLAN Daten mit Hilfe des Displays des Eversolo DMP-A6 eingeben. Danach sollte der Player sich die Update-Pause gönnen und dann kann man endlich loslegen.

Bedienung

Wir haben es gerade schon erwähnt, aber was den Eversolo DMP-A6 zum einen vom WiiM abgrenzt, ist dessen 6 Zoll Display. Und dieses ist nicht nur zum Anzeigen von Informationen da, sondern da es sich um ein Touchscreen handelt, kann man den Player hierüber komfortabel bedienen. Zusätzlich lässt sich bis auf einige Kleinigkeiten der Player auch über die Handy-App bedienen. Ausnahmen sind hier z.B. die Netzwerkeinstellungen, welche nur am Gerät selber getätigt werden können.

Die Bedienung an und für sich geht einfach und intuitiv von der Hand. Aufgrund der vielen Features, sind einige Funktionen nur sehr verschachtelt zu erreichen. Zum Glück gibt es aber die Option Short-Cuts auf dem Home-Screen des Eversolo DMP-A6 zu setzen, mit welchen man dann zum Beispiel zu seinem Streaming-Dienst der Wahl kommt.

Generell muss man sagen, dass der 6 Zoll Touch-Bildschirm eine klasse Art und Weise der Bedienung ermöglicht. Das System reagiert immer flink und auch ein Boot vom ausgeschalteten Zustand geht innerhalb von 30 Sekunden.

Eversolo Software

Bei dem Betriebssystem vom Eversolo DMP-A6 handelt es sich um ein extrem modifiziertes Android 11. Wer jetzt die Optik oder andere Dinge an Android nicht mag: keine Angst! Bis auf die Eingabe-Tastatur erinnert sogut wie nichts an ein normales Android. Hier hat Eversolo viel Hand angelegt und ein in unseren Augen rundes Software-Erlebnis gebaut. Die iOS App funktioniert tadellos und bedient sich flink, als dass auch schnellen Sessions nichts im Wege steht. Abstürze oder Ähnliches sind uns in unserem Test nicht untergekommen. Die Software macht einen wirklich ausgereiften Eindruck und kann locker gegen der altbekannten von Sonos gegenhalten. Gerade mit der V2 von Sonos erst recht. Gegen den WiiM gibt es sicherlich kleinst Abzüge in der Endnote, weil uns hier die aufgeräumte Oberfläche dann doch eine Nuance besser gefällt.

Technik-Bashing

Aber auch die inneren Werte zählen und hier ist der Eversolo DMP-A6 stark aufgestellt. Mit einem ARM Cortex-A55 Quad Core, welcher zwar schon ein paar Tage auf dem Buckel hat, den Eversolo aber niemals langsam wirken lassen. Unterstützt wird er von 4 GB Ram und 32 GB eMMC Speicher stehen für Apps zur Verfügung.

Der Eversolo DMP-A6 verwendet gleich zwei SABRE ES9038Q2M DAC-Chipsätze von ESS und bietet dadruch einen voll symetrischen Aufbau. Hier haben wir wirklich High-End Allüren, welche schon weit oben mitspielen. Die Arbeit übernimmt dann ein XMOS XU316.

Dank den beiden SABRE ES9038Q2M’s unterstützt der Eversolo DMP-A6 DSD512 Native, PCM768KHz@32Bit, MQA Volldecodierung. (Ja wir wissen, dass sich MQA auf dem absteigenden Ast befindet)

Der Eversolo hat eine Dual-Clock-Verarbeitung mit geringem Jitter und dadurch höherer Genauigkeit. Vollständig symmetrische Schaltung, symmetrischer XLR- und unsymmetrischer RCA-HiFi-Vorausgang. 2x DOH-Chips, unterstützt HDMI DSD Native und D2P Mehrkanal-Ausgang.

Ab Werk hat der Eversolo schon ein rauscharmes, hochwertiges Netzteil, das eine reine Stromquelle für Audioschaltungen bietet.

Hatten wir gesagt dass es sich beim Grundsystem um ein Android handelt? Eversolo hat ebenfalls seine eigene EOS-Audio-Engine entwickelt, die die SRC-Beschränkungen von Android global umgeht und so die direkte Ausgabe von Drittanbieter-Apps unterstützt. (Apple Music Hi-Res Direct Output)

Die verbauten Komponenten zergehen auf der Zunge wie Butter: WIMA-Kondensatoren aus Deutschland, NICHICON-Kondensatoren für den Audiobereich, Murata-Chipkondensatoren, Omron-Relais auf Japan und TI-Audio-Operationsverstärker (Op-Amps)

Als kleinen Leckerbissen verfügt der Eversolo DMP-A6 noch über einen M.2 NVME 3.0 Slot im Format 2280, welcher SSD’s mit bis zu 4TB aufnimmt.

Streaming

Der Eversolo DMP-A6 verfügt über alle gängingen und nicht gängigen Streaming-Dienste. Als kleiner Leckerbissen ist er auch als so einziger (von dem wir wissen) in der Lage auch nativ Apple Music auf dem Gerät bereit zu stellen. Hier hat Eversolo ganze Arbeit geleistet und Apple Music vollständig selbst implementiert. Einfach einloggen und loshören.

Unterstützte Streaming-Dienste sind bisher: Tidal, HIGHRESAUDIO, SoundCloud, Calm Radio, Apple Music, Classical, Presto Music, Spotify, Audials Play, Amazon Music, Deezer, KKBOX, Napster, TuneIn Radio, Qobuz, Radio Paradise, BBC Sounds, RadioDroid, Open Radio.

Weiterhin ist der Player in der Lage Music von weiteren Netzwerk- und Internet-Quellen abzuspielen. OpenDrive, Dropbox, Emby, Jellyfin und Plex. Im Netzwerk greift er per UPnP und WebDAV auf Inhalte, z.B. auf ein NAS zu.

Tidal Connect, Roon Ready, Spotify Connect, Airplay2 und Squeeze Connect dürfen auch nicht fehlen. Lediglich auf Chromecast scheint man bisher verzichten zu müssen.

Screenshot

Equalizer

Natürlich verfügt der Eversolo DMP-A6 auch über Equalizer. Und was für eine fette Implementation Eversolo seinen Kunden da an die Hand gibt! Abgesehen davon dass man einen 10 bandigen wahlweise parametrischen oder grafischen Equalizer zur Hand bekommt, kann man mehre Konfigurationen für diesen ablegen. Wem das noch nicht reicht, kann den Equalizer auch unabhänging pro Kanal einstellen. Wem auch das nicht reicht: Der Equalizer kann ebenfalls pro Ausgang eingestellt werden und bietet damit ein höchstmaß an Feintuning-Möglichkeit, wo ein jeder mit Glücklich werden sollte.

Smart-Assistenten

Stumpf: keine. Eversolo verzichtet auf die Integration von Alexa und Co.

Höreindruck

Angeschlossen haben wir den Eversolo DMP-A6 über mehrere Setups im Laufe der Zeit und dies soll den persönlichen Höreindruck schildern. Hierzu haben wir uns eine Qobuz-Referenz-Playlist Playlist angelegt, die wir etliche Male abgehört haben.

Knocked Loose — Deep in the Willow

Wir haben es schon in unser WiiM Pro Plus Review erwähnt: Knocked Loose hat erstaunlich audiophile Alben. Bryan Garris gekeife mit den slayerisken Riffs und den eindringlichen Drums eignen sich für das Abhören und bewerten von der Sound-Qualität ganz hervorragend. Zu Beginn erwarten uns abgrundtiefe Riffs, welche schön aus dem Keller heraus zupacken und ordentlich nach vorne schieben. Der Eversolo DMP-A6 drückt hier noch ein bisschen mehr, als wir das schon vom WiiM gewohnt waren. Gerade das Wechselspiel aus tiefen, fetten Riffs und Bryan’s Gesang, stellt der Eversolo DMP-A6 wirklich sehr plastisch und differenziert dar. Die dargestellte Bühne ist breit und tief. Bryan spuckt uns direkt frontal mit seinem Gesang ins Gesicht, die Gitarren und Bass werden sehr räumlich dargestellt und über allem erhaben sind die Drums die wie eine Gewehrsalve teilweise in den Raum transportiert werden. Die Bassdrum drückt dank Subwoofer ordentlich und erweckt den eindruck, dass sie gerade direkt vor einem steht. Hier merkt man den Klassenunterschied zum WiiM doch schon recht deutlich, gerade weil wir die Gelegenheit hatten beide Player gleichzeitig zu testen. Nicht falsch verstehen! Aber wer wirklich noch mehr Details, Druck und Präzision sucht, bekommt beim Eversolo DMP-A6 noch eine ganze Schippe mehr geboten.

Nirvana — Rape Me

Das Album In Utero von Nirvana ist in der Lossless Variante einfach eine Wucht! Rape Me haben wir aufgrund des Aufbaus des Songs gewählt, da hier besonders stark der Raum in dem die Aufnahme gemacht wurde, heraushörbar ist. Das ist in unseren Augen was ganz besonderes und lässt uns eine Vorstellung bekommen wie das Lied ursprünglich in den Ohren von Kurt Cubain, Dave Grohl und Co. geklungen haben muss. Der Eversolo DMP-A6 spielt hier sehr feinfühlich zunächst die erste Passagen des Lieds und verwöhnt unser Ohr mit einer wirklich guten Abbildung des Aufnahmeraums. Hier lässt der Streamer uns schon gerade zu analytisch den Raum erkunden und die verschiedenen Instrumente verorten. Ganz großes Tennis muss man sagen.

Zeal & Ardor — Firewake

Mit Zeal & Ardors Firewake haben wir einen weiteren Hochkaräter in unserer Referenz-Playlist. Mit eine Misch aus Gospel und Black Metal haben wir hier Gegensätze und gleichzeitig eine komplexe Vereinigung total verschiedener Stile. Die Drums in dem Song sind sehr eindringlich und gepaart mit den wirklich fetten Riffs, flankieren sie hier zarteren Gospel-Artigen Gesag und verzehrten Schrei-/Guteral-Passagen. Wer Zeal & Ardor schon mal live gesehen hat, weiß dass Sänger Manuel Gagneux hierfür teils verzerrer bei seiner Stimme verwendet. Der Eversolo DMP-A6 arbeitet hier alle Nuancen sauber heraus. Die Snare-Drum beo 0:29 hämmert sauber ins Trommelfell und die Riffs schieben ordentlich tiefenbetont vorwärts. Bei all dem Geballer, kann der Eversolo DMP-A6 dennoch eine homogene Bühne zeichnen und bettet alles sauber ins Klangbild ein. Gerade so um 2:20 herum geht die Bass-Drum Salve los und die Stand-Toms bekommen hier ordentlich Bühne. Hier zeigt der Streamer wieder keinerlei Schwächen, sodass er auch bei Firewake zu überzeugen weiß.

Brand of Sacrifice — Between Death and Dreams

Brand of Sacrifice machen immer Spaß! Haben sie doch recht komplex designte Songs mit vielen Einspielern und Bass-Drops. So auch bei Between Death and Dreams. Klar Elektro lastig geht es im Intro des Songs los mit feinem Chor gesag und wummernden Bass. Hier bei der Eversolo DMP-A6 eine abgrundtiefe Stage und hüllt unseren ganzen Raum in tiefsten Bass. Mit einsetzen der Gitarren und weiteren Tiefbass-Effekten bricht Kyle Anderson hinterm Mikro los und wirft fiesen guteralen Gesang in den Raum, welcher kraftvoller nicht dargestellt werden kann. Immer unterbrochen durch wummernde Bässe gepaar mit Chorgesängen. Die schnelle Bass-Drum immer sauber und zwingend präsent zur Stelle ist das komplette Drumset räumlich perfekt zu verorten. Da es sich um eine wirklich sehr digitale Produktion handelt, ist das Song design zugegeben sehr technisch und komplex, was und der Eversolo DMP-A6 aber anscheinend mit Leichtigkeit entgegnet. Nie haben wir den Eindruck, dass hier was verloren geht oder fehlt dargestellt wird. Der Breakdown bei 2:20 ist eine Wonne und macht voll aufgedreht tierisch Bock auf mehr und hämmert auch den letzten Staub von den Boxen.

Der Sound zusammengefasst

Seien es die erwähnten Songs oder unsere schier unendlichen test gehörten Songs verschiedenster Bands und Genre, der Eversolo DMP-A6 macht eine gute Figur bei allem. Im direkten Vergleich zum WiiM glänzt er mit einigem an mehr Auflösung und Details. Auch in Sachen Druck ist er gefühlt noch einige Ecken stärker. Wir haben die Streamer immer ohne jegliche Equalizer in unserem akustisch bearbeiteten Wohnzimmer-Heimkino gehört, in welchem wir zum großteil auf Equalizer-Anpassungen verzichten können.

Musik-Bibliothek und M.2 SSD

Ein Killer-Feature des Eversolo DMP-A6 ist sein M.2 Slot. Hier kann man nämlich eine bis zu 4TB große SSD im M.2 Format verbauen und so seine Musiksammlung auf dem Streamer lokal ablegen. Damit bildet der Streamer eine Alternative zu z.B. einem Roon-Server oder NAS.

Leider kann er nicht als Roon-Server fungieren und uns so die Roon-Features zur Verfügung stellen, aber die von Eversolo bereitgestelle Oberfläche für die eigenen Dateien ist schon klasse. Man hat die Möglichkeit via SMB oder per Browser den Player mit seiner Musik zu bestücken. Der Player sortiert dann nach Wunsch die eigene Musik nach Album, Song oder Interpret oder aber man legt sich eigene Playlists an. Der Player erkennt alle gängigen Formate und spielt dank schnellem Prozessor und SSD die Files eigentlich ohne Wartezeit ab.

CD-Ripping

Um der SSD-Funtionalität noch ein i‑Tüpfelchen aufzusetzen, ist der Eversolo DMP-A6 ebenfalls in der Lage CDs zu rippen und diese auf den internen Speicher abzulegen. Hierfür muss an dem Streamer ein CD/DVD-Rom Laufwerk per USB an den Streamer angeschlossen werden und dann kann es auch schon losgehen. Mangels USB-Laufwerk haben wir die Funktion nicht getestet, denken aber das sie für den ein oder anderen interessant sein könnte.

Vergleich zum WiiM

Dem muss sich wohl ein jeder Ultra Hi-Res Player in Zukunft stellen. Und ja, es ist nicht unbedingt so, dass der WiiM nicht reichen würde. Der Eversolo DMP-A6 zeichnet besser und drückt mehr. Aber bei einem Aufpreis von fast 500€ ist das sicherlich nicht das Argument um zum Eversolo DMP-A6 zu greifen. Diese finden sich schlicht ganz woanders. Selbst die Software, welche zwar unterschiedlich und beim Eversolo DMP-A6 ein wenig verschachtelter ist, macht hier nicht den Braten fett.

Der Eversolo DMP-A6 glänzt einfach mit einem wirklich brillianten Display, mit welchem er sich ausgezeichnet steuern lässt und Stimmungsmäßig die Albencover oder VU-Meter anzeigt. Er hat einen M.2 Slot um die eigene Musiksammlung zu beherbergen. Das ist wenn man nicht gerade ein NAS nutzen möchte oder schon über sowas wie einen Roon-Server verfügt, wirklich das Killer-Feature. 2 TB für 120€ reingeschmissen, nimmt er tausende Lossless-Alben auf und so hat man eine wirklich reichhaltige Offline-Bibliothek zur Verfügung, um sich ein wenig unabhängiger von Streaming-Diensten zu machen. Weiterhin der symetrische Aufbau des Audio-Bereichs lässt ihn einfach noch in einer anderen Klasse spielen.

Wer einen Budget Player nur zum Streamen sucht, wird zu 100% mit dem WiiM glücklich. Wer einen Streamer sucht, der noch kein Vermögen kostet, seine eigene Musik-Sammlung beherbergen will oder aber seine CD-Sammlung rippen, sowie gerne auch Albencover zu Gesicht bekommt ohne gleich sein Handy zu zücken, der muss sich den Eversolo auf die Short-List setzen.

Für wen ist der Eversolo DMP-A6?

Hier gibt es sicherlich verschiedenste Szenarien, aber eines ist sicherlich wie in unserem Falle, dass man relativ “dumme” Technik Zuhause hat und dieser Streaming-Funktionalitäten aufrüsten möchte. Der Eversolo DMP-A6 bietet mit seinen Anschlussmöglichkeiten nahezu alles um wunschlos glücklich zu werden. Der Sound des DAC wird einem lange Freude bereiten und die meisten Ansprüche im Einsteigersegment befriedigen.

Ideen für Einsteiger- und Aufsteiger-Anlagen

Wenn es nicht der WiiM Amp sein soll, sondern man einfach im Regal zu einer Klasse besser greifen möchte und Ideen sucht wie eine Einsteiger- oder Aufsteiger-Anlage mit dem Eversolo DMP-A6 aussehen könnte, haben wir und ein wenig Gedanken gemacht.

Gehobene Einsteiger Kombination

Eine gehobene Einsteiger-Kombination ist sicherlich Eversolo DMP-A6 + Fosi Audio V3 Mono + Acoustic Energy AE 100² Regallautsprecher. Fosi Audio ist als Budget-Marke bekannt und bringt mit ihren V3 Mono gerade interessante und wirklich leistungsstarke digital Mono-Endstufen auf den Markt. Dadurch, dass der Eversolo DMP-A6 sich perfekt als Vorstufe nutzen lässt, können die Fosi Audio V3 Mono direkt per XLR an diesen angeschlossen werden. Einzelne Monoblock-Endstufen sieht man normalerweise schon eher im Ultra High-End Bereich und kann hier für “kleines Geld” von den Vorteilen durch separate Netzteile pro Kanal und damit keine Interferenzen, sowie Verhinderung von Cross-Talk. Darüber hinaus, kann man in Zukunft über Erweiterungen mit weiteren V3 Monos als 3.0 System oder 5.0/5.1 System nachdenken. Klingt gerade ein wenig crazy, aber die Möglichkeiten zur Aufrüstung sind gegeben. Mit den Acoustic Energy AE 100², zu welchen wir in nächster Zeit auch was schreiben werden, holt man sich klanglich hervorragende kleinere Lautsprecher ins Haus um bei wenig Platz und/oder kleinerem Budget, High-End Sound genießen zu können. Darüber hinaus sind die Lautsprecher super verarbeitet und die 300er Serie von Acoustic Energy bietet genug Potenzial für Upgrades und Ausbauten.

Gehobene Kombination

Zweite Idee wäre es neben den üblichen Verdächtigen einen Blick nach China zu wagen und sich sowas wie den Transaudio D5-Pro ins Haus zu holen. Hier bekommt man dann einen Nachbau von einem tollen Stück Hifi-Geschichte (dem darTZeel NHB-108) und definitv im High-End Segment mitspielenden Stereo-Verstärker für um die 700€. Hierzu werden wir die Tage auch noch was schreiben, denn wir haben sogar einen hier im Test. In Kombination mit dem Eversolo DMP-A6 und den Acoustic Energy haben wir hier ein tolles Hifi-Paket, welches aber schon so langsam an der 2000€-Genze kratzt. Dennoch sind genug Leistungsreserven für etwaige Aufrüstung Richtung Standlautsprecher vorhanden und das Ganze im Class-AB Design mit symetirschen Aufbau.

Erweiterungen

Erweiterungen sind natürlich immer in den Vorschlägen bedacht. Die Fosi-Audio V3 Mono’s kann man in beliebiger Stückzahl einfach erweitern, um sich z.B. mit einer geeigneten Vorstufe ein Surround-Setup zusammen zu basteln. Generell eine Vorstufe ist auch keine schlechte Idee, um sein Setup vielleicht noch mit einem Plattendreher zu erweitern.

Geneigte High-Ender greifen sicherlich früher oder später noch zu anderen DAC’s, um hier noch mehr Details und Auflösung aus den abgespielten Dateien heraus zu holen.

Fazit

Wir haben uns verliebt. Wer beim WiiM noch was vermisst, wird dies sicherlich beim Eversolo DMP-A6 finden. Das große Display weiß zu begeistern und trägt zur meditativen Stimmung beim Musik hören bei. Hier kann man sich zu seiner Musik das Alben-Cover, VU-Meter oder andere Dinge anzeigen lassen. Weiterhin kann man auf ein Handy als Bedienung verzichten. Die als Zubehör erhältliche Fernbedienung macht dann sicherlich für den ein oder anderen Sinn.

Die Audioverarbeitung ist spitzenklasse und sicherlich außergewöhnlich in dem Preissegment unter 1000€. Die Anschlussmöglichkeiten sind vielfältig und einzig ARC könnte man beim HDMI-Anschluss vermissen. Wir wollen den Player ungern wieder gehen lassen. Gerade für Einsteiger in das Hifi-Hobby ist dieser Streamer das Tor Richtung High-End.

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WiiM Pro Plus im Test — ein Streamer sie zu knechten https://www.hifigeek.de/wiim-pro-plus-im-test-ein-streamer-sie-zu-knechten/ https://www.hifigeek.de/wiim-pro-plus-im-test-ein-streamer-sie-zu-knechten/#respond Mon, 08 Jul 2024 10:44:58 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=7836 WiiM Pro oder WiiM Pro Plus? Der WiiM Pro ist das günstigere Einstiegsmodell — der Pro Plus ist der Nachfolger mit einem deutlich besseren DAC (AKM AK4493SEQ statt Texas Instruments PCM5121), messbarer besserem Rauschabstand und einer mitgelieferten Fernbedienung. Wer analog einspeist, profitiert zusätzlich vom hochwertigeren ADC im Pro Plus. Dieser Test zeigt, ob der Aufpreis sich lohnt.

Du willst wissen welches WiiM-Gerät zu dir passt? → Zur WiiM Übersicht

Eines schon mal vorweg

Der WiiM Pro Plus kostet 189€. Dafür bekommt man einen AKM4493SEQ-DAC, Roon Ready, AirPlay 2, parametrischen EQ und ein Multiroom-Ökosystem, das tatsächlich funktioniert. Für den Preis eines mittelmäßigen Sonos-Lautsprechers — und ohne App, die einem die alten Geräte wegpatcht. Sonos? Vergesst es.tcht.

Abgrenzung

Wir haben den WiiM Pro Plus vom deutschen Vertrieb für 4 Wochen kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Das beeinflusst unsere Wertung in keiner Weise. Wir nehmen kein Geld für Tests und Reviews, weil wir unabhängig bleiben wollen und geschönte Lobhudelei nicht unterstützen. Wer warme Umschreibungen und HiFi-Voodoo sucht, findet das bei der einschlägigen Fachpresse. Hier gibt es Messungen, Meinungen und Metal.

Auch auf YouTube

Den WiiM Pro Plus gibt es auch als Videotest auf @HiFiGeek-1337 — schaut vorbei und abonniert den Kanal.

WiiM Pro vs. WiiM Pro Plus: Was hat sich geändert?

Der WiiM Pro und der WiiM Pro Plus teilen dieselbe Software, dieselbe App und denselben Funktionsumfang. Der Unterschied liegt im Inneren: Der Pro Plus hat einen deutlich besseren DAC — AKM AK4493SEQ statt Texas Instruments PCM5121 — was sich in messbarem besserem Rauschabstand (121 dB vs. 106 dB SNR) und klanglich hörbarer Präzision niederschlägt. Wer analoge Quellen einspeist, profitiert zusätzlich: Der Pro Plus digitalisiert mit 192 kHz/24 Bit, der Pro nur mit 48 kHz/16 Bit. Außerdem liegt beim Pro Plus eine Fernbedienung mit Sprachsteuerung bei, die beim Pro fehlt.

AirPlay 2, Chromecast, Spotify Connect, TIDAL, Qobuz — alles identisch bei beiden.

Fazit: Wer den Pro besitzt, muss nicht zwingend wechseln. Wer neu kauft, greift zum Pro Plus — der Aufpreis ist überschaubar, der Unterschied messbar.

Ein Streamer sie zu knechten

Die Luft wird dünn, wenn man sich das WiiM-Portfolio ansieht. Es fängt bei knapp über 100€ mit dem WiiM Mini an und endet beim 400€ teuren WiiM Ultra. Was WiiM da als Ökosystem aufgebaut hat, findet man normalerweise nur bei den ganz Großen — allen voran Sonos. Nur eben funktionierend. Ihr versteht schon.

Das ist keine Kleinigkeit. WiiM hat in wenigen Jahren ein vollständiges Streaming-Ökosystem aus dem Boden gestampft: Streamer, Streaming-Amps, Wireless-Speaker, Subwoofer — und seit der HIGH END Vienna 2026, auf der wir selbst akkreditiert vor Ort waren, auch die erste eigene Soundbar. Der WiiM Bar kommt mit Dolby Atmos, DTS:X, HDMI eARC und 5.1.2‑Erweiterbarkeit — für 479 Dollar. Direkt gegen den Sonos Arc positioniert. Wer das noch nicht auf dem Radar hatte: WiiM baut gerade ein komplettes HiFi-Ökosystem auf, das in puncto Features mit Platzhirschen mithalten kann, die das Dreifache kosten. Und sie hören dabei auf ihre Community.

Unboxing

Unser Testgerät hatte bereits einige Rezensionen hinter sich — im Pressekreislauf völlig normal, klingt trotzdem tadellos. Geliefert wird der WiiM Pro Plus mit Fernbedienung, Cinch- und Toslink-Kabel, USB-auf-USB-C-Kabel, USB-Steckernetzteil und Anleitung. Die Verpackung ist edel und zweckmäßig — kein Plastikwust, kein aufgeblasenes Unboxing-Theater. Gut so.

Einrichtung

Wir haben das Gerät direkt in die HiFi-Ecke geschleppt und angeschlossen. USB‑C rein, Cinch-Kabel ran, fertig. Gestartet haben wir mit einem Aperion-Audio-Kabel, im Laufe des Tests dann auf ein Sommer Cable Epilogue umgestellt.

Sobald der WiiM Strom hatte, erwachte die kleine weiße LED an der Front zum Leben. WiiM-App auf dem Handy, per Bluetooth verbunden, WLAN-Daten übergeben — das dauerte keine zwei Minuten. Danach folgte der obligatorische Update-Screen. Was mich stutzig machte: keine Dreiviertelstunde später kam schon das nächste Update.

Also kurz gegoogelt. Und dann war ich positiv überrascht: WiiM pflegt eine öffentliche Entwicklungs-Roadmap, auf der Kunden aktiv Einfluss nehmen können. Als jemand der beruflich Software entwickelt geht einem dabei das Herz auf. Und wer jetzt Richtung Sonos schielt: die kommunizieren ihre Roadmap nicht. WiiM lässt Kunden daran mitarbeiten. Das ist kein Detail — das ist eine Philosophie.

Schnell noch Spotify und Qobuz eingerichtet und der erste Song lief. Die App bedient sich vertraut für alle, die Sonos kennen — strukturell ähnlich, aber mit einem entscheidenden Unterschied: sie läuft flüssig. Kein Ruckeln, kein Laden, kein Rätseln. Mangels mehrerer WiiM-Geräte konnten wir das Gruppenverhalten nicht ausgiebig testen, aber der Gesamteindruck ist klar: hier hat jemand Software gebaut, der Software ernst nimmt.

WiiM Pro Plus Software

Das da so schnell zwei Updates hintereinander kamen, hat mich natürlich stutzig gemacht. Gleich mal die Google-Maschine angeschmissen und siehe da. WiiM ist sogar kommunikativ! Gibt es doch eine öffentliche Roadmap der WiiM Entwicklung, auf den so weit ich das verstanden habe, die Kunden sogar Einfluss nehmen können. Als Software-Entwickler geht einem ja dabei schon das Herz auf! Direkt nen Stein im Brett und schielend mal wieder Richtung: Sonos. Ich will und werde hier jetzt nicht über Sonos “ab ranten”, aber hier scheint einiges besser zu laufen als beim Platzhirsch.

Dennoch kann WiiM die Herkunft und Idee nicht verleugnen und so bedient sich die App schon sehr wie die von Sonos. Was per se nix schlechtes ist. Mit aber auch hier einem kleinen aber feinen Unterschied. Die App läuft verdammt flüssig. Mangels mehrerer WiiM’s ist es jetzt schwer nachzuvollziehen ob beim Gruppieren die App und Software genau so zackig ist wie sie den Anschein macht, aber generell kann man sagen, dass die Software wirklich schon ausgereift ist und super läuft.

Technik-Bashing

Der WiiM Pro Plus streamt Ultra-High-Res-Audioinhalte mit bis zu 768 kHz/32 Bit. Zum Vergleich: eine CD liegt bei 44,1 kHz/16 Bit. Das gestreamte Signal kann der WiiM wahlweise digital weitergeben — über optischen oder koaxialen S/PDIF, ebenfalls bis zu 768 kHz/32 Bit — oder eigenständig analog wandeln.

Für die analoge Wandlung steht ein AKM4493SEQ zur Verfügung. Das ist kein No-Name-Chip aus der Grabbelkiste, sondern ein ernstzunehmender D/A‑Wandler mit einem Rauschabstand von 120 dB und einer Verzerrung von 0,00032% (-110 dB). Was auf dem Datenblatt gut aussieht, muss im Gesamtsystem auch gut klingen — wie das in der Praxis aussieht, klären wir im Hörtest.

Nicht vergessen: Der WiiM ist keine Einbahnstraße. Musik kommt nicht nur raus, sie kommt auch rein. Ein analoger RCA-Eingang mit 2 Vrms und bis zu 192 kHz/24 Bit sowie ein optischer S/PDIF-Eingang erlauben es, externe Quellen ins Multiroom-System einzubinden. Wer seinen Plattendreher mit Phono-Vorverstärker also auch im Schlafzimmer hören will — kein Problem. Der WiiM wandelt das Analogsignal und schickt es durch die Gruppe. Schön gedacht.

Streaming

Welche Dienste unterstützt der WiiM Pro Plus? Kurze Antwort: alle relevanten. Lange Antwort: Spotify, Amazon Music, Deezer, TuneIn, Tidal, Qobuz, SoundCloud, Pandora, iHeartRadio, vTuner, Napster, SoundMachine und weitere. Wer jetzt seinen Lieblingsdienst vermisst: ein Blick auf die öffentliche Roadmap lohnt sich — WiiM liefert aktiv nach.

Im Netzwerk macht der WiiM Pro Plus ebenfalls keine halben Sachen: AirPlay 2, Chromecast Audio, Spotify Connect, TIDAL Connect, Amazon Music Casting und Qplay 2.0 sind an Bord. DLNA-Playback rundet das ab. Und dann ist da noch Roon Ready.

Roon ist für viele ein Fremdwort — zu Unrecht. Vereinfacht gesagt ist Roon eine lokale Multiroom-Software, die die Wiedergabefähigkeiten jedes angeschlossenen Geräts kennt und die Ausgabe live daran anpasst. Dazu kommt eine beeindruckende Musikbibliothek-Verwaltung und ein Empfehlungsalgorithmus, der Spotify alt aussehen lässt. Der Haken: Roon läuft lokal und braucht einen eigenen Server. Wer das einmal eingerichtet hat, will nicht zurück. Und Roon Ready findet man normalerweise in Geräten, die das Fünffache kosten. Beim WiiM Pro Plus ist es einfach dabei.

Equalizer

Als wäre das alles nicht genug, bringt der WiiM Pro Plus einen vollwertigen Equalizer mit. Zur Wahl stehen 24 Presets, ein 10-Band-Grafik-EQ und ein parametrischer EQ. Letzterer ist der entscheidende Punkt: damit wird der WiiM Pro Plus zur vollwertigen digitalen Vorstufe, die direkt an eine Endstufe angeschlossen werden kann.

Ein naheliegendes Beispiel wäre der aktuell vielbesprochene Fosi Audio V3 Mono. Zwei davon als Monoblöcke betrieben, mit dem WiiM als Vorstufe — das ergibt eine Kanaltrennung, die sich viele teurere Vollverstärker nicht leisten können. Und das Gesamtinvestment bleibt im dreistelligen Bereich. Jeder High-Ender darf jetzt gerne mit Eiern werfen.

Automatische Raumeinmessung

Ähnlich wie Sonos verfügt der WiiM Pro Plus über eine automatische Raumeinmessung. Da unser Hörraum akustisch behandelt ist und wir bereits mit Messmikrofon und REW gearbeitet haben, haben wir die Funktion nicht genutzt. Für alle, die keine eigene Raumakustik-Infrastruktur haben, ist das aber ein echter Mehrwert — gerade im Vergleich zu Streamern ohne diese Funktion.

Alexa und Sprachfernbedienung

Natürlich darf der Sprachassistent nicht fehlen. WiiM hat Alexa integriert, was den WiiM Pro Plus in bestehende Smart-Home-Routinen einbindet. Die mitgelieferte Fernbedienung ist mit einem Mikrofon ausgestattet und nimmt Sprachbefehle entgegen — wenn man das möchte. Wer Alexa nicht will, lässt es einfach. Kein Zwang, keine versteckten Abhängigkeiten. Auch das ein Unterschied zu manch anderem Ökosystem.

Höreindruck

Jetzt zum eigentlichen Grund, warum ihr hier seid!

Unsere Referenz-Playlist ist keine Playlist für schwache Nerven. Kein Jazz, kein Ambient, keine akustische Gitarre. Wer hier testet, testet mit Material, das Dynamik, Tiefbass, Räumlichkeit und Auflösung gleichzeitig fordert. Wer mithören will: die Qobuz-Referenz-Playlist findet ihr im Artikel verlinkt.

Rage against the Machine — Bombtrack

Ein Klassiker — aber audiophil im besten Sinne. Hat der Track nach über 30 Jahren nichts an seiner Intensität verloren. Der Bass zu Beginn kommt griffig und präsent, das Zupfen der Saiten direkt und körperlich. Mit dem Einsetzen des Schlagzeugs schiebt die Bassdrum ordentlich und bringt Subwoofer und Tieftöner zum Pumpen. Das Schlagzeug verteilt sich räumlich über die Lautsprecher, die Becken sind fein aufgelöst und ortbar. Zack de la Rocha positioniert sich sauber in der Mitte, die E‑Gitarren schieben den Song nach vorne. Alles sitzt. Nichts klingt aus dem Tritt. Und man muss dabei im Kopf behalten: hier steht ein 189€-Streamer vor einem. Beim Fill ab Minute 3 lässt sich die Räumlichkeit noch einmal besonders schön nachvollziehen.

Brand of Sacrifice — Purge

Soundtechnisch komplexer und moderner. Saubere Synthesizer mit viel Druck dominieren den Anfang und werden kraftvoll abgebildet — der Subwoofer schiebt sofort nach vorne. Kyle Andersons Vocals sind schlicht eine Macht, und der WiiM Pro Plus weiß sie genauso zu beherrschen wie die ansteigende Komplexität durch chorale Einspieler im Hintergrund. Die räumliche Abbildung schmeißt einen direkt ins Gemetzel — einzelne Instrumente lassen sich sauber verorten. Die Synthesizer-Einlagen pumpen verlässlich Tiefbass in den Raum, der WiiM hält den Subwoofer ordentlich im Griff. Der Breakdown ab 3:08 mit seinen intensiven Effekten und Kyle Andersons Gesang ab 3:30 hinterlässt Gänsehaut. Kein Scherz.

Knocked Loose — Deep in the Willow

Knocked Loose haben erstaunlich audiophile Alben. Die Aufnahmen glänzen mit echter Klarheit und dem nötigen Druck. Deep in the Willow beginnt mit tiefen, eindringlichen Riffs, die direkt in die Couch drücken. Das tiefe Gitarren-Tuning steht im direkten Kontrast zum kreischenden Gesang von Bryan Garris — und der WiiM meistert beide Disziplinen gleichzeitig souverän. Neben den raumfüllenden Riffs flankiert ein präzise verortbares, sauber abgemischtes Schlagzeug den Song: Becken links, Crash rechts, trockene und satte Bassdrum. Ab 1:55 wiederholen sich Bassdrops, die druckvoll tief in den Keller reichen. Der WiiM liefert das ohne zu zögern.

Lorna Shore — Pain Remains I

Will Ramos darf natürlich nicht fehlen. Pain Remains ist in seiner Gesamtheit ein emotionales Feuerwerk — wer die Songs nicht kennt: Lyrics aufmachen und mitlesen. Was brachial klingt, entpuppt sich als eines der bewegendsten Stücke, die wir kennen. Gänsehaut garantiert.

Die Trilogie beginnt mit feinem Regen, gut dargestellt, und weicht einer feinen Melodie mit viel Hall — bis ab 1:20 härtere Klänge angeschlagen werden. Ab dem Moment als Will Ramos einsetzt wird der Song nicht nur schnell, sondern hochkomplex. Keifende, gurgelnde und tief growlende Gesänge wechseln sich ab, darüber schweben Streicher, darunter hämmert eine Double-Bass-Drum mit drückenden Gitarren-Riffs. Was hier gleichzeitig wiedergegeben werden muss, ist eine kleine Bachelor-Arbeit für jeden Streamer.

Hier zeigt der WiiM seine physikalische Preisklassen-Grenze: bei maximaler Komplexität verliert die Auflösung minimal an Kontur. Kein Makel — das ist Physik. Ein DAC für das Dreifache würde das sauberer trennen. Für 189€ ist es bemerkenswert nah dran. Und sobald Will eine kurze Atempause lässt, ist sofort hörbar, wie viel verzerrungsfreier es wird. Ab 4:50 gibt es die Belohnung: ein ergreifender Gesangspart mit Text, der einen aus dem Sofa haut.

Lorna Shore — Pain Remains II

Weiter geht es mit einem fetten Bass-Drop bei 0:13, starken Stimmeinlagen von Will, choralem Gesang und hämmernder Double-Bass. Man kann gefühlt fast in Wills Rachen blicken. Der WiiM präsentiert seinen gutturalen Gesang fein aufgelöst und räumlich. Ab 1:16 gibt es wieder mächtigen Tiefbass gepaart mit feinen, räumlichen Becken. Bei ansteigender Komplexität strauchelt der WiiM wieder leicht — das bleibt konsistent. Das Gitarrensolo ab 3:50 meistert er dafür umso besser, trotz hämmernder Double-Bass und viel Hall. Ab 4:50 spitzt sich alles zu: Stimme, Drums, Chor, Gitarren — totaler Overkill. Und der WiiM bleibt dabei.

Lorna Shore — Pain Remains III

Nach der Brechstange am Ende von Pain Remains II eine Minute durchatmen. Dann das Finale. Viel Streicher und Chor, harmonisch und weitläufig, bis Will das Feuer wieder entfacht. Ab 2:07 eine Gesangspassage, die tief blicken lässt — feucht, sapschig, roh. Ab 4:15 Wills Gesang präsent und direkt, darunter drückende Bassdrum. Bei 5:10 mündet es in einen Breakdown, der einen Schauer kalt den Rücken runterjagte. Der WiiM transportiert das vollständig. Mehr kann man bei diesem Preis nicht verlangen.

Nirvana — Rape Me

Wer mal akustisch einen Blick in ein Tonstudio der 90er werfen will, hört sich In Utero auf einer guten Anlage an. Rape Me als Stellvertreter: Kurt Cobains Stimme in einem kleinen, wenig bearbeiteten Raum, mit minimalem Hall. Alle Instrumente, allen voran das Schlagzeug, sind klar in diesem Raum zu verorten. Der WiiM Pro Plus macht daraus ein Erlebnis — man entdeckt Musik der Jugend noch einmal neu. Das ist es, wofür gutes HiFi da ist.

Bedienung

Bedient wird der WiiM Pro Plus primär per Smartphone oder Tablet. Die mitgelieferte Fernbedienung ist eine solide Beigabe für entspannte Hörsessions — wer aber ohnehin das Handy in Reichweite hat, wird sie selten brauchen. Kein Display bedeutet zwangsläufig Smart-Device-Steuerung, und das funktioniert hier ausgesprochen gut.

Die Menüs sind strukturiert und durchdacht. Navigation geht schnell, kleine Shortcuts — wie die Ausgangsauswahl direkt im Now-Playing-Screen — erleichtern den Alltag spürbar. Die App belohnt Entdeckungsfreude: wer sich durchklickt, findet immer wieder nützliche Optionen, die man nicht erwartet hätte. Das ist gutes UX-Design.

Anschlüsse

Vollständig und durchdacht gewählt:

Audio-Eingänge

1 x analog RCA/Cinch
2 Vrms
192 kHz/24 Bit
Rauschabstand 106 dB

1 x digital optisch S/PDIF
bis zu 192 kHz/24 Bit

Audio-Ausgänge

1 x analog RCA/Cinch
1 x digital optisch S/PDIF
1 x digital koaxial S/PDIF
bis zu 768 kHz/32 Bit

Sonstige

USB‑C, 5V, 1.5A oder mehr
Trigger out
LAN

Der Trigger-Out ist dabei mehr als ein Randdetail: er erlaubt es, angeschlossene Verstärker automatisch ein- und auszuschalten wenn der WiiM aktiv wird. Kleines Feature, großer Komfort im Alltag.

Für wen ist der WiiM Pro Plus?

HiFi war lange die Domäne von Rentnern mit zu viel Geld und zu viel Zeit. Der WiiM Pro Plus ist der Einstieg für alle anderen.

Konkret: Wer eine bestehende HiFi-Anlage hat, die beim Thema Streaming nicht mitspielt oder kein High-Res unterstützt, bekommt hier ein unkompliziertes, hochwertiges Upgrade. Wer von Grund auf neu aufbaut, findet im WiiM Pro Plus einen Zuspieler, der wächst — egal ob mit Aktivlautsprechern, einem Stereo-Vollverstärker oder zwei kleinen Monoblöcken.

Wir hatten ihn parallel zum IOTAVX AVX17 im Einsatz — einem Verstärker ganz ohne Streaming-Funktionen. Der WiiM hat diese Lücke mühelos geschlossen und aus der Kombi ein echtes Vergnügen gemacht.

Und dann ist da noch die Generation Y und Z, die gerade HiFi für sich entdeckt. Vinyl erlebt eine Renaissance, Streaming ist selbstverständlich, und die Bereitschaft für guten Klang ist da — nur nicht das Budget für audiophile Exzesse. Der WiiM Pro Plus ist genau der richtige Einstieg: kein Kompromiss, sondern ein ehrliches Gerät, das einfach funktioniert.

Logische Alternativen und Upgrades

Wem der WiiM Pro Plus optisch zu schlicht ist oder wer mehr fürs Auge haben will: der WiiM Ultra bietet einen kleinen Touchscreen mit Albumcover-Anzeige, ist hochwertiger verarbeitet und erinnert in der Haptik ein wenig an einen Apple TV der Audioklasse.

Wer die Kästchen-Form grundsätzlich hinter sich lassen will, sollte sich die Eversolo-Reihe ansehen. Wir hatten den Eversolo DMP-A6 im Test — das ist eine andere Gerätekategorie, eine andere Preisklasse, und klanglich eine spürbare Stufe weiter. Wer also weiß, dass er in zwei Jahren mehr will, kann direkt dort einsteigen.

Fazit

Der WiiM Pro Plus ist kein Kompromissgerät. Er ist ein durchdachtes, funktionierendes Stück HiFi, das zeigt, was möglich ist wenn ein Hersteller Software ernst nimmt, Hardware nicht verschwendet und einen fairen Preis aufruft.

Der AKM4493SEQ-DAC liefert. Roon Ready ist kein Marketing-Versprechen. Der parametrische EQ macht ihn zur vollwertigen Vorstufe. Das Ökosystem funktioniert. Und die öffentliche Roadmap zeigt, dass WiiM nicht plant, morgen zu verschwinden.

Im Hörtest überzeugt er auf ganzer Linie — mit dem ehrlichen Hinweis, dass er bei extremer Komplexität an seine physikalischen Grenzen stößt. Das ist keine Kritik, das ist Physik. Und wer nicht A/B‑vergleicht, wird es ohnehin nicht bemerken.

9.6 von 10 Punkten. Der Punkt Abzug ist der einzige Hinweis darauf, dass hier noch Luft nach oben existiert — und der kostet deutlich mehr als 189€.

189€. Roon Ready. AKM4493SEQ. Parametrischer EQ. Funktionierendes Multiroom. Wer danach noch Sonos kauft, hat entweder nicht zugehört — oder zu viel Geld.

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