Vinyl - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de Audio & Heimkino. Ernst genommen. Wed, 15 Jul 2026 07:23:05 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 https://www.hifigeek.de/media/cropped-hifigeek.de-512-32x32.png Vinyl - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de 32 32 60029611 WiiM Ultra im Test: Der Streaming-König für alle Fälle — Update 2026 https://www.hifigeek.de/wiim-ultra-im-test-der-streaming-koenig-fuer-alle-faelle/ https://www.hifigeek.de/wiim-ultra-im-test-der-streaming-koenig-fuer-alle-faelle/#respond Sun, 13 Jul 2025 20:45:54 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9066 Der WiiM Ultra ist das Flaggschiff von WiiM und positioniert sich als zentraler digitaler Hub für jedes Audio-System. Mit seinem 32-bit/384kHz ES9038Q2M SABRE DAC, dem 3,5‑Zoll-Touchscreen und einer beeindruckenden Ausstattung an Ein- und Ausgängen wollte der chinesische Hersteller nichts weniger als die Streaming-Welt revolutionieren. Nach wochenlangem intensivem Testing mit verschiedensten Setups von Budget bis High-End können wir sagen: Mission erfüllt! Der Ultra ist nicht nur ein würdiger Nachfolger des WiiM Pro Plus, sondern setzte 2025 völlig neue Maßstäbe in seiner Preisklasse — und behauptet sich auch 2026 noch, wenngleich das Feld inzwischen enger geworden ist.

Alle WiiM-Modelle im Überblick — Streamer, Verstärker, Speaker und die neue Bar: → WiiM Übersicht

Für 399 Euro bekommt man ein Gerät, das vor wenigen Jahren mehrere Tausend Euro gekostet hätte.

Reviews in Bild und Ton

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Update Juni 2026: Was sich seit dem Launch getan hat

Ein Gerät wie der WiiM Ultra lebt von Software – und WiiM hat seit unserem ursprünglichen Test kräftig nachgelegt. Der aktuelle Firmware-Stand bringt einige spürbare Verbesserungen:

  • Reduzierte Audio-Input-Latenz: auf rund 35–40 ms gesenkt, was besonders bei HDMI-ARC-Nutzung mit TV-Lippensynchronität hilft.
  • WiiM Radio: als neue Musikquelle direkt in der App integriert.
  • Dolby-Bitstream-Fixes: Stotter- und Aussetzer-Probleme bei Dolby-Wiedergabe über den optischen Eingang wurden behoben.
  • Verzögerte Auto-Updates: konfigurierbar in der App, für alle, die nicht jedes Firmware-Update sofort haben wollen.
  • Roon Ready: ist inzwischen vollständig zertifiziert und produktiv im Einsatz — die zum Launch angekündigte Zertifizierung ist also längst Realität.

Kurz gesagt: WiiM pflegt den Ultra aktiv weiter, fast im Monatstakt gibt es Firmware-Updates. Wer das Gerät kauft, kauft kein “fertiges” Produkt, sondern eines, das sich kontinuierlich verbessert.

Unboxing: Wenn Premium auf Pragmatismus trifft

Das Auspacken des WiiM Ultra ist schon ein kleines Erlebnis für sich. Die schlichte, aber hochwertige Verpackung verspricht bereits, was drin ist: Premium-Qualität zu einem fairen Preis. Der erste Eindruck beim Herausnehmen ist durchweg positiv — das Aluminiumgehäuse fühlt sich deutlich wertiger an als die Plastikgehäuse der günstigeren WiiM-Modelle. Mit seinen 205 x 205 x 73 mm und 1,3 kg wirkt das Gerät kompakt, aber keineswegs billig.

Im Lieferumfang finden sich neben dem WiiM Ultra selbst ein Netzkabel, HDMI‑, Cinch- und Tos-Link-Kabel. Ein Phono-Ground-Adapter für Plattenspieler, sowie eine Fernbedienung mit Sprachsteuerung. WiiM hat hier wirklich mitgedacht — alles was man für den sofortigen Start braucht, ist dabei.

Das absolute Highlight ist aber definitiv das 3,5‑Zoll-Farbtouchscreen-Display mit Glasabdeckung. Es fühlt sich hochwertig an und reagiert butterweich auf Berührungen. Beim ersten Einschalten begrüßt einen ein farbenfroher Setup-Wizard, der selbst Audio-Noobs durch die Ersteinrichtung führt.

Technische Ausstattung: Ein Schweizer Taschenmesser in Audio-Form

Technische Spezifikationen

  • Audio-DAC: ESS Sabre ES9038Q2M (32-bit/384kHz)
  • Kopfhörerverstärker: Texas Instruments TPA6120A2
  • ADC: TI Burr-Brown PCM1861 (110 dB SNR)
  • Line-Ausgang: Maximum 2,1V RMS, SNR 121 dB (A‑gewichtet), THD+N 0,00018% (-115 dB)
  • Konnektivität: Wi-Fi 6E (2,4/5/6 GHz), Bluetooth 5.3 mit BLE, Ethernet 10/100 Mbps
  • Display: 3,5″ Farb-Touchscreen mit Glasabdeckung
  • Abmessungen: 205 x 205 x 73 mm
  • Gewicht: 1,3 kg

Ein- und Ausgänge

Audio-Eingänge:

  • HDMI ARC (PCM, Dolby Digital 5.1)
  • Optischer Eingang (TOSLINK)
  • Line-Eingang (RCA)
  • Phono-Eingang (MM/MC)
  • Bluetooth-Empfänger

Audio-Ausgänge:

  • Line-Ausgang (RCA)
  • Optischer Ausgang (TOSLINK)
  • Koaxialer Ausgang (RCA)
  • USB-Ausgang
  • Subwoofer-Ausgang (RCA)
  • Kopfhörerausgang (3,5mm)
  • Bluetooth-Sender

Zusätzliche Features:

  • 12V-Trigger-Ausgang
  • USB-Host für Storage
  • 10-Band parametrische EQ
  • Raumkorrektur-Software
  • Multiroom-Fähigkeiten

Setup und erste Schritte: Kinderleicht, selbst für Audio-Noobs

Die Einrichtung über die WiiM Home App ist ein Kinderspiel. Nach dem Download der App wird der WiiM Ultra sofort erkannt und die Firmware automatisch aktualisiert. Die App selbst ist intuitiv gestaltet und bietet Zugang zu allen wichtigen Einstellungen. Besonders cool: Man kann für jeden Eingang separate EQ-Einstellungen vornehmen.

Das Touchscreen-Display zeigt nicht nur Albumcover und Wiedergabesteuerung, sondern auch VU-Meter und diverses Feedback zur aktuellen Wiedergabe. In der Standby-Zeit kann man sogar ein individuelles Wallpaper einstellen oder Uhrzeit und Datum anzeigen lassen.

Klangtest: Von Brutal bis Brilliant

Für unseren ausführlichen Klangtest haben wir den WiiM Ultra durch verschiedenste Setups gejagt. Die Referenz-Playlist mit ihrer Mischung aus extremem Metal, Progressive Rock und klassischen Tracks bot die perfekte Basis, um die Grenzen des Geräts auszuloten.

Setup 1: Lehmann Audio Linear II

Am Lehmann Audio Linear zeigte der WiiM Ultra sofort seine Klasse. “Blow Your Trumpets Gabriel” von Behemoth kam mit beeindruckender Dynamik und kristallklarer Separation der einzelnen Instrumente rüber. Der ESS Sabre DAC zeigt hier seine Stärken: ultra-niedrige Verzerrungen und ein Signal-Rausch-Verhältnis von über 120 dB sorgen für einen schwarzen Hintergrund, vor dem sich selbst leiseste Details abheben.

Setup 2: Burson Audio Playmate 3 & Conductor GT4

Die Kombination mit den Burson-Geräten (Playmate 3 Test, Conductor GT4 Test) offenbarte die analytischen Qualitäten des WiiM Ultra. “Pain Remains III: In a Sea of Fire” von Lorna Shore mit seinen über 9 Minuten komplexer Arrangements wurde mühelos gemeistert. Die Bühnenabbildung ist präzise, wenn auch nicht ganz so dreidimensional wie bei deutlich teureren Streamern.

Setup 3: Fosi Audio V3 Mono

Hier zeigte sich die Vielseitigkeit des WiiM Ultra. Selbst mit Budget-Verstärkern wie dem Fosi V3 Mono (hier im Test) liefert er saubere, detailreiche Signale. “Bombtrack” von Rage Against The Machine kam mit ordentlich Punch und Dynamik rüber, ohne dass die Stimme von Zack de la Rocha in der komplexen Instrumentierung unterging.

Kopfhörer-Performance: Audeze LCD‑X & LCD‑3

Der integrierte Kopfhörerverstärker TPA6120A2 macht seine Sache überraschend gut. Mit den Audeze LCD‑X konnte “Honeycomb” von Deafheaven seine volle emotionale Wucht entfalten. Die 11 Minuten epischer Post-Metal wurden niemals langweilig, der WiiM Ultra hielt die Spannung über die gesamte Spielzeit aufrecht. Auch die anspruchsvollen Audeze LCD‑3 wurden problemlos angetrieben, wenngleich ein dedizierter Kopfhörerverstärker nochmal eine Schippe drauflegen würde.

Lautsprecher-Setups: B&W & Amphion Argon 3S

An den B&W zeigte der WiiM Ultra seine neutralen Qualitäten. “Granite” von Sleep Token kam mit der typischen Wärme der B&W‑Hochtöner rüber, ohne dass der WiiM Ultra eigene Klangfärbungen hinzufügte. Die Amphion Argon 3S profitieren von der sauberen Signalaufbereitung des WiiM Ultra — “Creep” von Radiohead klang so melancholisch und detailreich wie selten zuvor.

HDMI ARC: Die heimliche Heimkino-Zentrale

Ein echtes Alleinstellungsmerkmal des WiiM Ultra ist der HDMI-ARC-Eingang. Angeschlossen an den TV wird aus jeder Stereo-Anlage eine kleine Heimkino-Zentrale. Filme und Serien profitieren von der deutlich besseren Klangqualität gegenüber TV-Lautsprechern. Dolby Digital 5.1 wird problemlos verarbeitet und über die Stereo-Ausgänge intelligent heruntergemischt. Für Puristen mag das Frevel sein, aber der Convenience-Faktor ist einfach unschlagbar — und dank der jüngsten Firmware-Fixes läuft die Dolby-Wiedergabe inzwischen auch spürbar stabiler als beim Launch.

Phono-Preamp: Vinyl-Revival leicht gemacht

Der integrierte Phono-Preamp ist eine nette Zugabe für Vinyl-Enthusiasten. Am EAT Prelude Plattenspieler getestet, liefert er für den Einstieg mehr als brauchbaren Sound. Sowohl MM- als auch MC-Tonabnehmer werden unterstützt, wobei die Einstellungen bequem über die App vorgenommen werden können. Für ambitionierte Vinyl-Hörer wird ein externer Phono-Preamp weiterhin die bessere Wahl sein, aber für Gelegenheits-Hörer ist die integrierte Lösung völlig ausreichend.

Streaming-Features: Kein AirPlay — und das bleibt auch so

Der WiiM Ultra unterstützt praktisch jeden relevanten Streaming-Standard: Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect, Google Chromecast Audio, Alexa Built-in, DLNA und Roon Ready. Einzig AirPlay fehlt — und hier schaffen wir 2026 endlich Klarheit, denn das Thema sorgt bis heute für hitzige Diskussionen in Foren: WiiM hat offiziell bestätigt, dass der Ultra AirPlay aufgrund einer Hardware-Limitation nicht unterstützen wird und auch nie unterstützen wird — es handelt sich nicht um eine ausstehende Zertifizierung, sondern um eine dauerhafte technische Einschränkung der verbauten Wi-Fi/Bluetooth-Module. Wer primär AirPlay nutzt, sollte entweder zu einem älteren WiiM-Modell (Mini, Pro, Pro Plus, Amp) greifen, die AirPlay unterstützen, oder auf einen Workaround über Bluetooth bzw. eine LMS-AirPlay-Bridge zurückgreifen.

Für Apple-User ein Wermutstropfen, aber angesichts der übrigen Features verschmerzbar.

Die Multiroom-Fähigkeiten sind beeindruckend. Mit anderen WiiM-Geräten lassen sich mühelos synchronisierte Zonen einrichten. Die Room Correction via Smartphone-Mikrofon funktioniert überraschend gut und kann durchaus hörbare Verbesserungen bringen.

Hier haben wir unsere Terrassen-Lautsprecher B&W AM1 an den Fosi Audio V3 Monos eingemessen mit wirklich hervorragendem Ergebnis. Gerade bei so schwierigen Bedingungen (Outdoor) war das gehörte Ergebnis beeindruckend und macht Party-Laune.

Vergleich: WiiM Ultra im Feld 2026

Der Ultra steht heute in einem deutlich dichteren Wettbewerbsfeld als beim Launch. Hier die relevantesten Alternativen im direkten Vergleich:

WiiM Pro Plus

Der Pro Plus bleibt der Preis-Leistungs-König für unter 250 Euro (hier im Test). Wer nur streamen will und auf Phono-Eingang, HDMI ARC und Touchscreen verzichten kann, ist mit dem Pro Plus bestens bedient. Der Ultra bietet aber deutlich mehr Flexibilität und Zukunftssicherheit — und AirPlay obendrein, was den Pro Plus für Apple-Haushalte interessant macht.

WiiM Amp Ultra (599€) — der große Bruder im eigenen Haus

Die naheliegendste Frage 2026 lautet nicht mehr “Ultra oder Eversolo?”, sondern “Ultra oder Amp Ultra?”. Der Amp Ultra kombiniert dieselbe Streaming- und DAC-Basis mit einer integrierten Endstufe und richtet sich an alle, die passive Lautsprecher direkt anschließen wollen, ohne einen separaten Verstärker zu brauchen. Wer bereits eine eigene Endstufe oder aktive Lautsprecher besitzt, bleibt mit dem reinen Ultra günstiger und flexibler unterwegs. Wer bei Null anfängt und ein Komplettsystem sucht, sollte den Amp Ultra ernsthaft in Betracht ziehen.

Cambridge Audio MXN10

Der MXN10 wird inzwischen zum gleichen Preispunkt wie der Ultra angeboten und ist der Vergleich, den aktuell die meisten unabhängigen Testredaktionen ziehen. Klanglich und verarbeitungstechnisch punktet Cambridge mit britischer Reife, kann aber bei der schieren Anschluss- und Feature-Vielfalt des Ultra nicht mithalten — kein Touchscreen, kein Phono-Eingang, weniger Ein-/Ausgänge. Wer maximale Konnektivität will, bleibt beim Ultra; wer ein Quäntchen mehr klangliche Reife bevorzugt und auf Phono/HDMI ARC verzichten kann, schaut sich den MXN10 an.

Bluesound Node Nano / Node X

Im Einsteigersegment positioniert sich Bluesound mit dem Node Nano als schlankere, aber auch reduziertere Alternative — ohne Display, ohne Phono, ohne HDMI ARC. Der Node X spielt eher in der Liga darüber. Für alle, die eine Streaming-Only-Lösung ohne Schnickschnack suchen, ist der Node Nano eine Option; wer die Alleskönner-Qualität des Ultra will, kommt an WiiM kaum vorbei.

Eversolo DMP-A6

Der Eversolo DMP-A6 kostet etwa doppelt so viel wie der WiiM Ultra, bietet dafür aber ein deutlich größeres 6‑Zoll-Display und Android-basierte Software. Das Display ist echter Mehrwert für die Navigation großer Musiksammlungen. Klanglich liegt der Eversolo schon ein wenig vorn und hat den Vorteil lokaler Speichermöglichkeiten via M.2 SSD.

Im direkten Vergleich ist das Display des WiiM Ultra eher Spielzeug — schön anzusehen, aber der praktische Nutzen beschränkt sich auf grundlegende Informationen und Bedienung. Für ernsthafte Navigation bleibt das Smartphone die bessere Wahl.

Allgemein ist der Eversolo schon eine ganze Klasse besser in allen Belangen, spiegelt sich wie oben erwähnt aber auch im Preis wider.

Das WiiM-Ökosystem wächst: Vom Streamer zum Heimkino-System

Wer den Ultra 2025 gekauft hat, hat streng genommen in ein Ökosystem investiert, das seither massiv gewachsen ist. Das ist für die Kaufentscheidung heute relevanter denn je, denn WiiM baut inzwischen ein komplettes Heimkino-Baukastensystem um seine Streamer herum:

WiiM Sound & WiiM Sound Lite — die kabellosen Smart-Speaker der Marke (WiiM Sound für 299€, WiiM SoundLite für 229€) sind nicht nur als Stereo- oder Multiroom-Lautsprecher gedacht, sondern lassen sich explizit als Surround-Kanäle einsetzen, sobald ein WiiM-Bar oder ‑Ultra als Zentrale im Netzwerk hängt.

WiiM Bar — die im Juni 2026 auf der High End Vienna vorgestellte erste Soundbar der Marke ist der eigentliche Ökosystem-Doppelpunkt. Sie bringt ein echtes 3.0.2‑Dolby-Atmos-Layout mit acht Treibern, darunter drei nach vorne abstrahlende Hochtöner und zwei nach oben feuernde Breitbandtreiber für Height-Effekte, dazu DTS:X, HDMI eARC und RoomFit-Raumeinmessung. Für 499 Euro positioniert sich die WiiM Bar als direkter Konkurrent zum Sonos Beam (2. Gen) — mit dem Vorteil von echten Height-Kanälen, DTS:X und Roon-Support, die der Beam nicht bietet. Der Clou: Die Bar lässt sich per App nahtlos mit WiiM Sound/Sound Lite als Rear-Speaker und einem WiiM Sub Pro zu einem vollständigen 5.1.2‑System erweitern — ganz ohne neue Lautsprecherkabel durch die Wand. Alle Details dazu in unserem WiiM Bar Artikel.

Was das für den Ultra bedeutet: Der WiiM Ultra bleibt in diesem wachsenden Ökosystem die Rolle des audiophilen Herzstücks vorbehalten — er ist kein Konkurrent zur Bar, sondern ihr High-End-Pendant für alle, die eine bestehende Stereo- oder Aktivlautsprecher-Anlage per HDMI ARC ins Heimkino einbinden wollen, statt eine komplett neue Soundbar-Lösung zu kaufen. Wer eine hochwertige 2‑Kanal-Anlage besitzt und die schon vorhandenen Lautsprecher fürs Fernsehen mitnutzen will, bleibt beim Ultra goldrichtig. Wer bei null anfängt und ein reines Heimkino-System ohne vorhandene Lautsprecher sucht, schaut sich eher die WiiM Bar plus Sound Lite/Sub Pro an.

Für unsere Leser mit Heimkino-Ambitionen (schaut auch mal in unseren Heimkino-Bereich) heißt das: Die Kaufentscheidung ist heute nicht mehr nur “Ultra ja oder nein”, sondern “welches WiiM-Gerät passt zu meiner bestehenden Kette”. Ein eigener WiiM-Bar-Test folgt bei uns, sobald ein Testgerät verfügbar ist.

Konkurrenzfähigkeit: Sonos weiterhin unter Druck

Mit dem WiiM Ultra setzte WiiM neue Maßstäbe in der Streaming-Welt, und daran hat sich 2026 nichts geändert. Sonos muss sich warm anziehen — die Chinesen bieten deutlich mehr Features zu einem Bruchteil des Preises. Die offene Plattform des Ultra mit Unterstützung für praktisch alle Standards kontrastiert scharf mit Sonos’ geschlossenem Ökosystem.

Erschwerend kommt hinzu, dass Sonos seine Software seit mehr als einem Jahr nicht mehr im Griff hat. Wer einmal auf WiiM gewechselt ist, weiß wieder, wie zackig ein System reagieren kann. Hier gibt es bislang keine Zicken.

Fazit: Der Streaming-König hält seine Krone

Der WiiM Ultra ist ein kleines Meisterwerk der Audio-Technik. Für 399 Euro bekommt man ein Gerät, das vor wenigen Jahren mehrere Tausend Euro gekostet hätte. Die Kombination aus exzellentem DAC, vielseitigen Anschlüssen, Touchscreen und durchdachter Software ist in dieser Preisklasse weiterhin konkurrenzlos — auch wenn das Feld inzwischen enger geworden ist.

Klanglich spielt der WiiM Ultra in der Liga deutlich teurerer Geräte mit. Er ist neutral und detailreich, ohne langweilig zu werden. Besonders für Einsteiger in die HiFi-Welt ist er der perfekte erste Schritt — er macht jede Anlage zukunftssicher und bietet Raum zum Wachsen.

Der einzige echte Kritikpunkt bleibt das fehlende AirPlay — mit dem Unterschied, dass wir jetzt wissen: Das wird sich nicht mehr ändern. Wer das verschmerzen kann, bekommt ein nahezu perfektes Produkt, das die Streaming-Landschaft nachhaltig verändert hat und dank aktiver Firmware-Pflege auch 2026 noch mitwächst.

FAQ

Bekommt der WiiM Ultra noch AirPlay?

Nein. WiiM hat offiziell bestätigt, dass der Ultra AirPlay aufgrund einer Hardware-Limitation der verbauten Wi-Fi/Bluetooth-Module nicht unterstützen kann. Das ist keine ausstehende Zertifizierung, sondern eine dauerhafte technische Einschränkung.

Ist der WiiM Ultra Roon Ready?

Ja, die ursprünglich angekündigte Roon-Zertifizierung ist inzwischen abgeschlossen und produktiv im Einsatz.

WiiM Ultra oder WiiM Amp Ultra — was ist der Unterschied?

Der Amp Ultra bringt zusätzlich eine integrierte Endstufe für passive Lautsprecher mit und kostet rund 599 Euro. Wer bereits eine eigene Endstufe oder Aktivlautsprecher hat, ist mit dem reinen Ultra (399 Euro) besser bedient.

Was kostet der WiiM Ultra?

Der WiiM Ultra kostet 399 Euro (UVP).

Unterstützt der WiiM Ultra Vinyl über Phono-Eingang?

Ja, der integrierte Phono-Preamp unterstützt sowohl MM- als auch MC-Tonabnehmer und ist über die WiiM Home App konfigurierbar. Für ambitionierte Vinyl-Hörer bleibt ein externer Phono-Preamp jedoch die klanglich bessere Wahl.

Kann ich den WiiM Ultra mit der neuen WiiM Bar oder WiiM Sound kombinieren?

Ja. Der Ultra lässt sich über die WiiM Home App mit WiiM Bar, WiiM Sound, WiiM Sound Lite und dem WiiM Sub Pro gruppieren und für Multiroom-Wiedergabe synchronisieren. Als eigenständige Home-Theater-Zentrale mit Surround-Kanälen ist jedoch die WiiM Bar konzipiert, nicht der Ultra.

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Ortofon 2M Vergleich: Red, Blue, Silver und Bronze nach einem Jahr Metal-Vinyl https://www.hifigeek.de/ortofon-2m-vergleich/ https://www.hifigeek.de/ortofon-2m-vergleich/#respond Sat, 01 Feb 2025 23:48:07 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8096 Die Reise geht weiter mit Ortofon. Vor knapp einem Jahr hatte ich die Idee, Musik in den eigenen vier Wänden zu entschleunigen und der Vinyl eine Chance zu geben. Ich habe meine Erfahrungen als blutiger Anfänger hier und hier niedergeschrieben, außerdem habe ich mich mit der Low-Budget-Reinigung von Schallplatten beschäftigt. Jetzt kommt der Ortofon 2M Vergleich – und der hat einige überraschende Ergebnisse geliefert. Betrachtet das hier ein wenig als IMHO (in my humble opinion).

Der Weg zur neuen Phono-Vorstufe

Okay! Mit dem EAT Prelude hatte ich schon einen tollen Plattenspieler für den Einstieg, und der Bestands-Denon X4000 hatte sogar einen Phono-Vorverstärker. Aber was tun, wenn man keinen mehr zur Hand hat?

Der Denon steht aktuell in der Ecke, weil uns IOTAVX mit einem tollen Heimkino-Set ausgestattet hat. Das Problem war natürlich sofort, dass das Schallplattenhören auf Eis lag – denn das Prinzip hinter der IOTAVX-Technik ist deren Einfach- und Reduziertheit. Die AVX17-Vorstufe bringt leider keine Phono-Vorstufe mit. Nach ein wenig Recherche hat dann die erste Neuerung Einzug gehalten: Der Graham Slee Audio GramAmp 2 SE wurde als neue Phono-Vorstufe gefunden. YAY!

Ortofon 2M: Die Nadeln im Überblick

Weiterhin hatte ich das Glück – oder auch Pech, aber dazu später mehr –, von Ortofon ein paar Nadeln zugeschickt zu bekommen. Diese habe ich im Wechsel gegeneinander gehört, und ja… der Unterschied ist dezent hörbar! Okay, Ironie geht hier nicht so wirklich, also: Der Unterschied ist teils gravierend! Nicht immer das Ergebnis, das man erwartet, aber Durchtesten lohnt sich.

Zu Gast hatte ich eine Ortofon 2M Blue und Ortofon 2M Bronze inklusive Cartridge. Ab der Bronze-Nadel ist bei der Cartridge-Verkabelung einiges anders, und das Auflagewicht ändert sich auch. Demnach musste ich das Cartridge umschrauben, um die Nadel zu testen.

Tendenziell kann man theoretisch alle Ortofon 2M Nadeln auf jedes Cartridge stecken. So kann man leicht von einer 2M Red zu einer 2M Silver oder 2M Blue wechseln. Ein mega cooles Prinzip. Jedoch nicht bei 2M Bronze, 2M Black oder LVB Black – passformmäßig schon, aber hier unterscheidet sich im Cartridge zumindest die Verkabelung. Beim größeren Cartridge werkelt wohl eine Silber-Verkabelung, und auch die Auflagegewichte reduzieren sich nicht unerheblich.

Durch einen Kollegen, der sich ebenfalls einen Plattenspieler zugelegt hat, konnte ich außerdem auf eine Ortofon 2M Silver zugreifen. Damit war der Ortofon 2M Vergleich komplett: Red, Blue, Silver und Bronze alle auf demselben Setup gehört.

Ortofon 2M Vergleich: Teurer ist nicht unbedingt besser

Gerade bei analoger Musik sind preislich keine Grenzen gesetzt. Aber vieles hängt vom eigenen Equipment und der bevorzugten Musikrichtung ab. Beim Wechsel der verschiedenen Nadeln konnten wir teils starke Unterschiede feststellen. Und hier kommt wahrscheinlich der größte Tipp, den man geben kann: Ausprobieren!

Viele reden immer davon, dass ihnen originalgetreue Wiedergabe wichtig sei, und das ist sicherlich erstrebenswert. Dennoch macht Musik ohne den richtigen Wums untenherum nicht so viel Spaß. Vielleicht ist es dem anderen auch einfach zu viel, und er bevorzugt weniger Druck. Andere möchten ein Erlebnis wie bei einem Live-Konzert.

Fakt ist: Überall schwingt Beeinflussung mit. Das fängt schon bei der Aufnahme und dem entsprechenden Raum an, geht über das Studio, die Technik und Aufzeichnung, bis zur weiteren Verarbeitung und Abmischung. Es endet immer in den eigenen vier Wänden mit der vorhandenen Technik und den räumlichen Gegebenheiten.

Am Ende entscheidet unser Ohr, ob wir die Musik, die aus unseren Lautsprechern kommt, gut finden oder nicht. Und genau das ist auch beim Ortofon 2M Vergleich der Fall. Wir wissen nicht, für welche Kombination aus Nadel, Plattenspieler oder sonstigem Equipment die Platte gemastert wurde. Vielleicht wurde sie auch gar nicht großartig gemastert, sondern nur eine Platte vom digitalen Master gepresst.

Macht euch nicht so viele Gedanken

Die Message ist hier: Denkt nicht so viel über die Ketten nach. Natürlich werdet ihr überall mehr oder weniger Unterschiede hören! Aber fokussiert euch mehr auf das Hören als auf das Nicht-Hören. Hört mehr gute Musik, anstatt stundenlang im Netz zu recherchieren, was es noch Besseres geben könnte. Denn ein Upgrade werdet ihr immer finden. Genau das muss ich mir auch immer wieder in Erinnerung rufen. Nehmt euch jetzt eine Pause, schmeißt eine Platte auf und lest später weiter. Der Text läuft euch nicht weg.

Ortofon 2M Vergleich: Was klingt wie?

Der Unterschied ist wirklich teils gravierend. Für alle, die einen Eindruck haben wollen, was wir hier so auf den Plattenteller legen, dürfen sich gerne unsere Discogs-Library ansehen. Ihr werdet feststellen: nur sehr harte Klänge. Das Ergebnis ist aber für viele vielleicht verblüffend – vor allem für diejenigen, die in Qualitätsstufen denken, die sich allein am Equipment-Preis orientieren.

Ein bisschen komplex ausgedrückt… sagen wir es anders: Immer wieder sehen wir Videos oder lesen Texte, in denen einem erzählt wird, dass man für gleich viel Geld wie für die Lautsprecher auch Technik und Kabel kaufen soll. Da stecken Wahrheiten sowie Voodoo drin. Natürlich macht der Preis am Ende wahrscheinlich einen Unterschied. Aber beim Ortofon 2M Vergleich kann man sagen: Die Ortofon 2M Red klingt bei hartem Metal wesentlich besser als eine Ortofon 2M Blue. Die Blue ist einfach zu weich im Klang, auch wenn sie mehr Details der Platte entlockt. Aber wenn der harsche Druck fehlt, ist der Klangeindruck eben nicht derselbe.

So hat uns zum Beispiel die Ortofon 2M Red immer noch deutlich besser gefallen als die Ortofon 2M Silver. Der erste große Unterschied ist dann aber bei der Ortofon 2M Bronze zu vernehmen. Hier haben Detailtreue und Druck einfach gestimmt. Zumindest in unserem Setup. Deshalb sind wir hier definitiv Fans der Ortofon 2M Bronze.

Music is the Key

Aber am Ende muss man sich auch eingestehen, dass die Musik ausschlaggebend für die Wahl der Nadel sein kann. Und ja: Wir können uns ebenfalls vorstellen, dass Menschen, die mehrere Musikrichtungen hören, auch mehrere Nadel-Systeme ihr Eigen nennen und sie nach Bedarf austauschen.

Musik und HiFi im Allgemeinen sind ein Hobby! Und das Schöne an Hobbys ist, dass sie zum Ausprobieren einladen.

Das Dilemma nach dem Ortofon 2M Vergleich

Wie oben erwähnt, haben wir natürlich testbedingt jetzt ein Dilemma. Wir wissen jetzt, dass unsere rote Nadel für unsere Musik im Vergleich zu den anderen Ortofon-Nadeln super ist. ABER: Wir haben auch die Ortofon 2M Bronze gehört, und die hat uns dann doch eine ganze Ecke besser gefallen. Will heißen: Jetzt will man upgraden! Shit! Aber noch haben wir keine Nadel verschlissen, sodass wir natürlich irgendwie mit uns hadern. Spielt die Nadel so viel besser, dass man jetzt wechseln will? In diesem Fall: Wir haben uns leider in die Nadel verliebt. Sie ist echt geil. Jetzt müssen wir es aber mal durch die Konsumbrille sehen und uns eigentlich bremsen.

Aber das Schöne ist nun mal, dass es ein Hobby ist und wir unsere Prioritäten selbst festlegen können. Wichtiger Tipp: Vielleicht nicht sofort versuchen zu upgraden, sondern erstmal Lücken schließen. Vielleicht doch erstmal einen externen Pre-Amp anschaffen, um dann mehr Möglichkeiten zu haben und den Klang in eine andere Richtung zu lenken.

Neue Platten auf dem Teller

Jetzt habe ich hier von Ortofon Nadeln geredet und gar nicht, was sonst noch so ging. Also ja, hier war noch ein anderer Plattenspieler zu Gast, und mit ihm ein Vorverstärker. Das hat natürlich wieder einmal gezeigt, dass andere Spieler und Equipment gänzlich anders klingen können. Wahrscheinlich ist es genau das, was das Hobby Hi-Fi für viele so interessant macht. Es zeigt aber auch, dass man sich guten Gewissens eine Zweit- oder Dritt-Anlage zulegen kann.

Weiterhin sind hier einige hervorragende Platten eingetrudelt:

Wintersun hat mit dem Release von Time II endlich angefangen, ihre Platten neu aufzulegen. Oder besser gesagt, Nuclear Blast. Jedenfalls war es so möglich, deren selbstbetiteltes Debütalbum wieder als Re-Release zu erwerben. Neben Time I wurden auch The Forest Seasons neu aufgelegt – und so hat man schnell alle vier Langspieler im Regal stehen.

Falling in Reverse, die Band rund um Skandalsänger Ronnie Radke, haben ihren Langspieler Popular Monster rausgebracht. Hier habe ich mich hinreißen lassen, ein Battle zwischen analog vs. digital zu machen. Sehr interessant, und letztlich kann ich mich nicht entscheiden, welche Version mir die liebste ist. Klingt die LP wärmer und hat den analogen Vibe, macht die FLAC untenrum deutlich mehr Druck.

Dann natürlich der Knocked Loose-Brecher You Won’t Go Before You’re Supposed To. Was für ein Abriss! Sehr gewöhnungsbedürftig für die einen und ein geiler Trip für die anderen. Der Song Suffocate mit Poppy wurde für einen Grammy nominiert, und Knocked Loose durfte bei Jimmy Kimmel auftreten. Die Platte ist einfach der Wahnsinn – Moshpit-Gefahr in den eigenen vier Wänden.

Vorbestellungen: Was als nächstes auf den Teller kommt

Und natürlich dürfen auch Vorbestellungen nicht fehlen. Den Anfang macht Feine Sahne Fischfilet mit ihrem neuen Album “Wir kommen in Frieden”. Die limitierte, giftgelbe und handsignierte Vinyl ist vorbestellt. Ob ich sie auspacken werde oder – wie die handsignierte “Alles glänzt — Alles Live” – eingeschweißt lasse, weiß ich noch nicht.

Weiter geht es mit Arch Enemy und “Blood Dynasty”. Die Wahl fiel auf die Limited Red Blood Splatter-Version, explizit als 180g-Pressung ausgezeichnet. Da ich sehr auf Haptik stehe, war die Wahl schnell getroffen. Die ersten Songs durften wir bereits bei der Rising From The North Tour in Hamburg hören.

Härtere Klänge gibt es dann mit Whitechapel! “Hymns in Dissonance” erzählt die Geschichte eines Kultisten, der würdige Menschen sammelt, um seinem Kult beizutreten. Gitarrist Alex Wade versprach das bisher härteste Album der Band. Die limitierte 180g-Vinyl in Scarlet Red with Cloudy Black Splatter dreht hier bald die Runden.

Den krönenden Abschluss macht Behemoth. Auch hier ein Versprechen: weniger indirekte antichristliche Texte, sondern härter und direkter. Der Titel spricht Bände: “The Shit ov God”. Die limitierte und handsignierte Vinyl aus dem offiziellen Behemoth-Webstore ist gesetzt. Nergal ist ein Perfektionist – das muss man einfach ehren.


Weiterlesen – die Vinyl-Serie:

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https://www.hifigeek.de/ortofon-2m-vergleich/feed/ 0 8096
Vevor Ultraschall Schallplatten Reinigungsgerät im Test. https://www.hifigeek.de/ultraschall-reinigungsgeraet-fuer-schallplatten-von-vevor-im-test/ https://www.hifigeek.de/ultraschall-reinigungsgeraet-fuer-schallplatten-von-vevor-im-test/#respond Wed, 15 May 2024 22:05:09 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=7620 Oder wie er auf der Vevor Website auch sperrig heißt: VEVOR 6L Digitaler Ultraschall Schallplatten Reinigungsgerät Edelstahl.

Effektiv, wollten wir ihn testen. Und um ganz vorne anzufangen, hole ich noch weiter aus bis zum Ende letzten Jahres, wo ich selber das Thema Vinyl ausprobieren wollte. Mitte Dezember hatte ich schon mal in Vinyl — Ein Experiment vom blutigen Anfänger geschrieben was mich antreibt, warum ich darüber schreibe und was ich mit alldem bezwecke. Kurz: ich hab Bock auf analoge Musik und entsprechenderweise Vinyl, bin aber nach der Hochzeit des Mediums geboren und wollte quasi damit selber erleben, wie es sich damit lebt. Ein paar Wochen später habe ich in Vinyl — from zero to hero oder so meine Probleme und Fortschritte mit dem Medium beschrieben und bin weiterhin zu dem Schluss gekommen, dass man nicht einfach ne Platte auf den Teller werfen kann, sondern da ein wenig mehr zu gehört.

Reviews in Bild und Ton

Wir haben mittlerweile auch einen eigenen Youtube-Channel. Hier versuche ich regelmäßig für euch Reviews mit bewegtem Bild bereit zu stellen und mehr mit euch in Kontakt zu treten. Schaut doch einfach mal vorbei und aboniert den Kanal. Danke!

Das Vevor Ultraschall Schallplatten Reinigungsgerät

Womit wir den Bogen zum Vevor Ultraschall Schallplatten Reinigungsgerät gespannt haben. ^^ Wie immer in einem Hobby, als welches ich ebenfall Vinyl einordnen würde, gibt es eine Vielzahl an “Zubehör”, Equipment und Spielereien für’s Auge oder eben Gewissen. Hier gibt es ebenfalls für jeden Geldbeutel etwas. So auch Reinigungsgeräte.

Zur inhaltlichen Einordnung: Nein, ich habe vorher kein Reinigungs einer anderen Marke benutzt oder wirklich in der Realität gesehen. Dieser Test spiegelt keinen Vergleich zu Geräten anderer Hersteller wider sondern nur meiner persönlichen Erfahrungen im Umgang und Ergebnis in der Benutzung.

Weiterhin habe ich das Gerät freundlicherweise von Vevor zum “rumspielen” zur Verfügung gestellt bekommen. Dies soll aber in keinsterweise meine Meinung oder Aussagen beeinflussen, da ich selber finde, dass es da draußen genug “gesteuerte” Tests, Reviews, Rezensionen, Produkt-Placements, Influencer-Gedöns oder sonst was gibt. Dennoch habe ich wie so Influencer einen Link zu dem Produkt bekommen, mit welchem wohl die Performance meines Geschwafels getrackt wird, den ihr gerne klicken dürft um euch das Gerät direkt anzusehen. Was fehlt noch? Klar! Ein Discount-Code! Den hab ich natürlich auch für euch. Mit dem Code VVMH5%OFF bekommt ihr 5% auf alle Einkäufe im Vevor Store! Hier könnt ihr euch das Gerät ansehen.

Lieferumfang

Geliefert wird das Vevor Reinigungsgerät mit allerlei praktischem Zubehör. Neben dem ca. 6L fassenden Ultraschallgerät befindet sich ebenfalls der Motor mit Achse und Abstandshaltern aus milchigem Plexiglas, einem Schlauch, Sieb, sowie Netzteil, Kaltgerätestecker und ebenfalls eines Schallplatten Trockenständer und Anleitung, im Karton.

Witzigerweise hatte ich es schon auf so einen Schallplatten Trockenständer abgesehen, aber bei Preisen von 16€-30€ bei Amazon war ich ein wenig abgeschreckt. Praktisch, dass dieser direkt bei dem Reinigungsgerät dabei war.

Vorbereitungen

Also ich denke nicht das ich hier jetzt viel dazu erklären muss, wie der Krempel zusammengebaut wird. Ich denke das ist wirklich selbsterklärend und bedurfte weniger als 5 Minuten Arbeit. Weiterhin hatte ich überlegt womit ich das Gerät denn befülle. Hier habe ich erst zu einer eingen Mischung aus Isopropanol, destilliertem Wasser und einem Tropfen Spüli tendiert. Dennoch bin ich dann doch umgeschwenkt und habe mir doch noch Knosti’s Disco-Antistat Ultraclean besorgt, damit es nicht irgendwie heißt, ich hatte eine minderwertige Reinigungsflüssigkeit. ;) Unterstellt mir sicher keiner, aber ich wollte definitiv auf Nummer sicher gehen beim Test und nicht wegen Sparmaßnahmen irgendwie mein Ergebnis verfälschen.

Also: Knosti Disco-Antistat Ultraclean angemischt mit destilliertem Wasser und das Gerät befüllt. Idee war ebenfalls den Rest nach dem Reinigen durch einen Filter fließen zu lassen um den Staub und Partikel abzufiltern und die Flüssigkeit wiederzuverwenden. Ergo habe ich noch den Ablassschlauch montiert. Weiterhin noch schnell den Motor auf den Rand des Beckens geklemmt, alles angeschlossen, Gerät befüllt und dann die Achse vom Motor zum befüllen mit Schallplatten abmontiert.

Reinigung

Gut nach den Vorbereitungen hatte ich hier jetzt schon mal ein fertiges Setup stehen. Ich selber besitze jetzt nicht ultra viele Schallplatten (30? vielleicht?), aber dachte mir: reinigen wir alle, dann haben wir einiges probiert. Es sei aber zu erwähnen, dass die Platten alle eigentlich neu sind. Eigentlich, aus dem Grunde, dass ich immer wieder mal Platten aus der Folie auspacke und erschrocken bin wie stark diese doch verschmutzt sind. Weiterhin ist es so das nahezu alle Platten stark statisch aufgeladen sind. Nun hab ich natürlich weder einen EMF Tester (so nen Ding mit dem man messen kann wie stark etwas aufgeladen ist), noch so ne coole Zerostat Anti-Static Gun oder Equivalent. Alles Dinge mit denen ich mich noch nicht befasst habe, aber wenn die Hülle quasi eins ist mit der Platte, kann man stark davon ausgehen, dass die Platte statisch aufgeladen ist.

Lange geschwafelt und denn einfach mal die Maschine bestückt. 4 Platten passen auf die Achse, welche alle mit Abstandshaltern in Größe des Labels auseinander gehalten werden. Weiterhin fungiert der Abstandshalter als Schutz des Labels vor der Flüssigkeit. Ganz praktisch und kann ich bestätigen, dass keine meiner knapp 30 Platten irgendwie am Label nass wurde.

Bevor ich natürlich eine meiner kostbaren Stücke einfach so in so nen Gerät rein tunke, hab ich das Ultraschall Reinigungsgerät natürlich erstmal leer laufen lassen. Fazit: kein schönes Geräusch. Grausam. Und dazu auch noch laut. Ergo, Airpods raus und währenddessen Musik hören. Ist eh viel entspannter, wenn man sich schon mal ein wenig warm hören kann. Zur Verteidigung: mit Platten im Gerät ist das Geräusch um ein vielfaches Leiser und erträglicher. Dennoch ist ein Gehörschutz oder Kopfhörer die angenehmere Alternative.

Gesagt getan! Platten mit der Achse an dem Motor befestigt und dem Motor Saft gegeben. Schon haben sich die vier guten Stücke langsam aber stetig durch das durch Ultraschall zuckende Wasser bewegt. Ist schon sehr befriedigend dabei zuzusehen.

Nachdem ich die Platten habe einige Zeit, keine Ahnung so 2–3 Minuten habe rotieren lassen wurden sie erlöst und mit einem weichen Tuch vorsichtig abgewischt und auf den wirklich genialen Trockenständer gestellt, um komplett zu trocknen. Beim Abwischen wollte ich schon mal ein Großteil der verbleibenden Flüssigkeit los werden, damit mir diese nicht über die Labels läuft oder so. Weiterhin erhoffe ich mir daraus, vielleicht noch verbleibenden Staub mit aufzunehmen. Ob mir das so gelungen ist, ist schwer zu sagen. Ob der Weg der Richtige ist ebenfalls. Was ich aber sagen kann ist, dass die Platten nach der Reinigung sichtbar besser aussagen.

Ebenfalls kann man sagen, dass die Platten nach der Reinigung nicht mehr statisch aufgeladen waren. Dies merkte man direkt beim ins Sleeve stecken.

Natürlich hatte ich auch so die ein oder andere “Testplatte” dabei, welche mir Kopfschmerzen seit der ersten Sekunde bereitet haben. Hier ist z.B. meine wunderschöne LP von Orbit Culture mit dem Album Descent zu erwähnen. Eine Doppel-LP, welche ich irgendwo in den Staaten beim Revolver Magazine bestellt habe. Aus der Folie entnommen war die Platte dermaßen verdreckt, primär mit Staubpartikeln. Ich nehme an das es das Sleeve in Kombination mit der aufgeladenen Platte nach dem Pressen war. Das Sleeve hat innen eine doch recht raue Struktur, ähnlich Altpaper und deshalb denke ich das durch die Aufladung und dem rauen Sleeve die Platte wie ein Staubmagnet alles von diesem Sleeve an sich gerissen hat. Ich hatte mich bis dato gar nicht getraut die Platte abzuspielen, bis ich sie nicht gereinigt habe. Auch diese Platte habe ich der oben beschriebenen Reinigung unterzogen und das Ergebnis war optisch schon mal tadellos.

Hörergebnisse

Aber Optik ist nunmal nicht alles, sondern das Ohr entscheidet ebenfalls über die Qualität einer Reinigung. Also habe ich nach meiner Reinigungs-Orgie, welche sicherlich all-in 4h verschlungen hat eben jene Orbit Culture Platte auf meinen schönen Plattendreher geworfen. Natürlich ebenfalls mit Kohlefaserbürste noch einmal abgenommen und dann durchgestartet. Das Ergebnis war okay, aber es stellte sich heraus, dass weniger optisch sichbar, in den Rillen noch Schmutzpartikel zurückgeblieben zu sein scheinen. Jedenfalls habe ich beginnend deutliches Knistern schon von Beginn an der Einlaufrille und weiterhin in ruhigen Passagen vernommen. Leider. Andere Platten, welche anscheinend nicht so “dreckig” waren, sind hingegen jetzt Staubfrei und Antistatisch. Hier kann ich sagen, dass das Gerät sehr gut gereinigt hat. Der Hörtest bestätigte hier den optischen Zustand.

Reinigungsergebnisse

Natürlich haben sich während des Reinigungsprozesses immer mehr “Schwebkörper” im Wasser abgesetzt, welche erfreulicherweise direkt am Boden des Ultraschall-Geräts verblieben sind und somit mich nicht gezwungen haben, hin und wieder das Wasser mit der Reinigungsflüssigkeit zu reinigen. Dennoch muss man sagen, ist so einiges in dem Gerät hängen beblieben. Ich habe euch extra mal meine “Ausbeute” einmal im Gerät und einmal in meinem Filter (ist nen 125 Micron Filter aus dem 3D Druck) fotografiert, damit man mal sehen kann was von so nahezu nigel nagel neuen Platten so runter kommt.

Reinigung des Reinigungsgeräts

Nachdem alle Platten sauber waren, an das reinigen eben jenen Geräts. Durch den praktischen Hahn an der Unterseite mit dem Schlauch war es aber gänzlich einfach. Ich habe quasi alles wieder zurück in meinen Kanister, in welchem ich das destillierte Wasser gekauft habe, laufen lassen. Wie oben erwähnt natürlich gefiltert, damit die Flüssigkeit für meine nächste Waschung ready2go ist. Das war wirklich ein Kinderspiel. Danach schnell ausgewischt das Gerät, sieht es gleich wie neu aus. Damit halten sich die Nacharbeiten wahrlich in Grenzen.

Kosten und Vergleich

Natürlich spielen wie bei jedem Hobby, Kosten/Nutzen eine Rolle und hier kann man sagen, dass das Gerät aktuell mit 161,99€ zu buche schlägt. Damit befindet es sich nach meinen Recherchen noch weit im Einstiegsbereich bei Reinigungsgeräten für Schallplatten, aber eben nicht ganz am Anfang wie z.B. das komplett manuelle Reinigungsgerät von Spincare oder Knosti welche sich zwischen 50€ und 100€ bewegen.

Wenn wir jetzt bedenken, dass wir hier automatisch drehende Platten bekommen und eine Ultraschallreinigung geht es bei der Konkurenz bei knapp 500€ los. Das macht den Vevor schon attraktiv! Dazwischen starten nur noch Plattenwäscher wie der VC-E2 von Pro-Ject welcher sich zwar eigenständig dreht, dennoch aber dann manuell mit einer Bürste zur Reinigung funktioniert, aber dann am Ende eine praktische Absaugung hat. Nach oben sind lange keine Grenzen gesetzt und ich konnte mit dem Clearaudio double matrix professional SONIC zumindest das obere Ende bei knapp 5000€ finden. Hier bekommt man aber natürlich auch das volle Programm geboten. Vom manuellen “Knöpfe drücken” um Reinigungsmittel von der Maschine auftragen zu lassen oder die Drehrichtung zu ändern bis Automatik-Programm welches inklusive Absaugung alles eigenständig erledigt. Und das Double im Namen ist ebenfalls Programm, da das Gerät dies auch noch beidseitig gleichzeitig vollführt.

Halten wir fest, dass wir mit dem Vevor ein wirklich attraktives Produkt testen konnten, was für das ohnehin teure Hobby doch recht erschwinglich ist.

Fazit

Kommen wir zu einem Fazit. Brauch man eine Waschanlage für seine Schallplatten? Schwer zu sagen, aber ich denke es vereinfacht einiges. Natürlich kann ich versuchen mit Bürstchen und Mittelchen A, B, C irgendwie meine Platten sauber zu bekommen. Ultraschall ist da schon eine ganz andere Hausnummer. Er ist anscheinend nicht nur bei der Zahnreinigung effektiv, sondern ich habe ohne physische Einwirkung, wie zum Beispiel eben mit einer Bürste, meine Plattensammlung optisch, belegbar (siehe Fotos) von Staub und Partikeln befreien können. Das die Reinigung jetzt bis tief in die Rillen vordringt und auch eben jene gründlich reinigt, kann ich so jetzt nicht 100%tig belegen. Ich werde bald die nächste Waschung aufgrund von Neuanschaffungen vollziehen und hier natürlich noch einmal meine oben erwähnt Orbit Culture Platte mit reinigen um zu sehen ob ich sie diesmal sauberer bekomme.

Was jedenfalls mit dem Gerät nicht geht, ist die Platten noch während der Waschung mit einer Bürste parallel zu reinigen. Jedenfalls würde das nur bei zwei Platten mit jeweils einer Seite funktionieren. Bei der Trocknung sind natürlich Profi-Reinigungsgeräte klar überlegen. Saugen sie doch die verbleibende Flüssigkeit mit einem eingebauten Staubsauger ab. Ob dies schon hilft die Rillen sauberer zu bekommen, interessiert mich, aber ist hier nicht relevant.

Alles in allem kann ich sagen, sind meine Platten sauber geworden oder jedenfalls sauberer als ich dies mit der Hand mal eben bekommen würde. Natürlich haben wir Luft nach oben und das spiegelt sich natürlich dann aber auch im Preis wider.

Ich kann ganz klar sagen: gebt der Kiste eine Chance! Vevor bietet in seinem eigenen Online-Shop auch eine 30 Tage Rückgabegarantie und somit genug Zeit das Ding wirklich mal zu testen. Falls ihr euch wirklich für das Vevor Ultraschall Reinigungsgerät entscheinden solltet, habe ich von den Vivor Jungs noch einen 5% Rabatt-Code (VVMH5%OFF) bekommen, den ihr gerne auf alle Produkte im Shop nutzen könnt.

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Vinyl Erfahrungen: Von Flusen, Klangreife und dem Reinigungsgroove https://www.hifigeek.de/vinyl-erfahrungen-plattenspieler/ https://www.hifigeek.de/vinyl-erfahrungen-plattenspieler/#respond Fri, 09 Feb 2024 15:05:57 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=7515 Vor ein paar Wochen hatte ich hier geschrieben: ich hab Bock auf Vinyl – halt so ne Platte auf nen Teller werfen und analoge Musik hören. Als Genuss und nicht Beschallung. Quasi aktiv mit manueller Arbeit und einem physikalischen Medium.

Meine ersten Vinyl Erfahrungen sind jetzt ein paar Wochen alt und ich hab einiges dazugelernt. Zum Beispiel: warum verwenden manche Hersteller noch so mistige Papp-Sleeves um die Platten zu verpacken und auszuliefern? Die Platten mögen offensichtlich genau eben solche rauhen Papp-Dinger gar nicht und neigen direkt dazu, ganz feine Kratzerchen zu bekommen, wenn man sie aus dem Sleeve zieht. Ätzend. Vielleicht machen diese haarfeinen Kratzer nix, aber frustrierend ist es trotzdem.

Auch habe ich gelernt: egal was man mit den Platten macht – wenn sie neu sind, sind sie teilweise schon mit Flusen verseucht. Da kannste anscheinend erstmal nix machen. Ich so ne Platte mit meinem bei YouTube gelernten “Platten-Affen-Griff”, Daumen an die Kante, Mittelfinger irgendwie ans Label/Plattenloch gefummelt, rausgepopelt und was muss ich entdecken? Flusen natürlich. Ätzend. Aber ich bin ja mit so ner coolen Kohlefaserbürste bewaffnet.

Vinyl Erfahrungen Teil 1: Plattenbürsten Action

Auch wieder so ne Sache für sich übrigens – wie bürstet man jetzt eigentlich richtig? Plattenteller angeworfen, Bürste angesetzt und die Drehung den Rest machen lassen. Festgestellt: wenn man zu fest drückt, gibt das auch so feine Kratzer auf der Platte. Argh! Aber manche Flusen sind nunmal hartnäckig und Fettgriffeln haben immer noch nix an der Platte zu suchen. Okay, gelernt: sanft bürsten. Wird nicht immer perfekt, aber vielleicht ist fast perfekt ja perfekt – logisch oder? Jedenfalls wird das Geknister weniger. Immerhin.

Hatte ich nicht auch erwähnt, dass ich so nen Flusen an der Nadel hatte? Die Stylusbürste hab ich natürlich auch ausprobiert. Klappt und musste ich bisher irgendwie nur einmal anwenden. Passt also. Wer seine Platte sauber hält, hat damit weniger Probleme.

Kurzer Tipp zu den Papp-Sleeves

Wer das Kratzer-Problem grundsätzlich lösen will: Die originalen Papp-Innenhüllen durch antistatische Polyethylen-Innenhüllen ersetzen – zum Beispiel von MoFi oder schlicht günstige PE-Hüllen. Ein kleines Upgrade mit großer Wirkung, gerade wenn man Wert auf den Zustand seiner Sammlung legt. Vinyl Erfahrungen sammeln heißt eben auch, solche kleinen Stellschrauben zu entdecken.

Wie klingt Vinyl eigentlich? Meine ehrlichen Erfahrungen

Also erstmal muss ich sagen, dass ich ein wenig shoppen war. Hab mir Gedanken gemacht, was so die Alben sind, die ich mit am meisten per Stream gehört habe. Spotify Wrapped sei Dank, dass just der Jahresrückblick 2023 rausgekommen ist und ich wieder erinnert wurde, dass ich 193.000 Minuten gestreamt habe. Also ein Junkie zu sein scheine. Jedenfalls hab ich dem Shoppingrausch gefröhnt und mir ein paar Platten zugelegt. Logischerweise nur geilen Scheiß, mit welchem ich sicherlich jeden High-End’er und Platten-Narr jagen könnte.

Aber so bin ich nunmal! Unkonventionell. Hat da so nen geilen Plattenspieler stehen und schruppt da nur üblen Metal drauf! Ja mann!

Lorna Shore – Pain Remains

Los ging es mit… Trommelwirbel… Lorna Shore natürlich. Direkt mal Deathcore zum Einstieg. Im Speziellen das fulminante erste Album mit Neuzugang Will Ramos: Pain Remains.

Boom! Holt mich ab der ersten Sekunde ab. Der Klang ist definitiv nicht mehr mit Streaming vergleichbar. Gefühlt sehr fein aufgelöst und das Stimme-zu-Instrumente-Verhältnis passt. Gute Auflösung mach ich im Speziellen immer an sowas fest: wie gut sind die Drums und Becken zu hören? Gerade bei den Becken muss es definiert sein. Im Streaming ist es oft der Fall, dass Becken eher zu so ner verwaschenen Klitsch-Klatsch-Masse verschmilzen – ein Brei aus Crashbecken. Auf Platte hört man jeden Anschlag fein heraus und kann erahnen, wie der Drummer hier abgeht. Auch die Bassdrum muss einen gewissen Punch haben. Trocken und definiert. Wird es nie so wie Live, aber es muss dahin tendieren.

Bei der Stimme: Ja, ich weiß, die Vocals von Will sind für viele alles andere als klar. Aber selbst hier hört man himmelweite Unterschiede. Kein Schnauben und Schnaufen durch zu empfindliche Mikros, aber gerade bei S‑Lauten in den Höhen: scharf und deutlich. Generell ist Wills unglaubliches Gesangstalent um einiges deutlicher – in den Passagen á la Gollum, in den tiefen Growls, in den hohen Squeals. Es fühlt sich alles direkter an. Der eine mag von „belegt” reden wenn er Streaming umschreibt, oder von Vorhang. Kann man so sehen, aber ich bin vorsichtig mit solchen Umschreibungen – ich will hier nicht in die Voodoo-Ecke.

Nirvana – Best Of

Noch so nen Ding. Angebot gesehen und direkt mal für nen 10er eingesteckt. Auf den Teller geworfen und: geil. Die Qualität der Aufnahmen überzeugt. Was total auffällt: Die Aufnahmen auf der Best Of Platte wurden aus den drei Alben der Band zusammengestellt – und man hört die Unterschiede der Produktion zwischen den drei Alben komplett raus. Ob ich die eine oder andere Produktion besser finde, mag ich gar nicht beurteilen. Generell klingen sie alle authentisch, und das ist glaube ich was es ausmacht.

Ich bin der Meinung, den Aufnahmeraum förmlich zu hören. Wo und wie die einzelnen Instrumente im Raum platziert sind. Super cool. Vielleicht für den geneigten Streamer etwas ungewohnt, weil es ein wenig roh anmutet – aber für den mit Musiker-Genen natürlicher. Kommt einem das Gestreamte doch ein wenig weichgespült vor. Allen voran das Schlagzeug: trockene Bassdrum, satte definierbare Becken. Beim Gesang super klar und hier hört man wirklich den Raum. Ein wenig Hall, ein wenig dumpf, dennoch perfekt und passend. In ruhigeren Gitarrenpassagen das gleiche Bild. Durch und durch stark.

Vinyl Erfahrungen nach ein paar Wochen: Fortschritte

Ich habe mir die Vinyl ja wieder auf den Zettel geholt, um Musik zu genießen. Genau das habe ich in den letzten Wochen getan. Weniger als gewollt aufgrund von Feiertagen, Familie und Drumherum – aber dennoch versucht, sie als persönliche Auszeit zu nehmen. Einfach mal Zeit nehmen für Musik, detoxen von digitalen Medien. Nicht das Handy als Begleitung zur Hand haben, sondern einfach die Augen schließen und die Musik in den Vordergrund stellen. Klappte mal mehr und mal weniger – ist halt so wie immer bei guten Vorsätzen.

Der Reinigungsgroove hat sich mittlerweile sofort eingestellt. Platte mit dem Affen-Griff aus dem Sleeve, auf den Plattenteller, Kohlefaserbürste vorsichtig drüber und genießen. Klappt bisher gut und macht wahrhaftig einen heiden Spaß. Diese Vinyl Erfahrungen sammeln macht süchtig – mit Freude und Spannung wird jetzt Richtung der nächsten Platten geguckt, die auf dem Weg sind.

Es geht weiter – und ich habe noch so einiges zum Thema zu berichten.


Weiterlesen – die Vinyl-Serie:

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https://www.hifigeek.de/vinyl-erfahrungen-plattenspieler/feed/ 0 7515
Vinyl Anfänger: Mein Experiment als blutiger Anfänger https://www.hifigeek.de/vinyl-anfaenger-erfahrungen/ https://www.hifigeek.de/vinyl-anfaenger-erfahrungen/#respond Thu, 14 Dec 2023 19:52:40 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=7487 Als Vinyl Anfänger schmeißt man keine Schmuseprogramme auf den Plattenteller. Bei mir läuft Lorna Shore, Zeal & Ardor und Blind Guardian. Und genau das ist der Punkt: Wer als Metal-Fan mit Vinyl anfängt, macht das nicht wegen des audiophilen Klischees, sondern wegen etwas anderem. Wegen des Rituals.

Ich bin 85er Baujahr und mit MC und CD groß geworden. Die Plattenspieler wurden in meiner Kindheit gerade entsorgt oder auf den Dachboden verbannt. Vinyl kannte ich nur vom Hörensagen. Streaming war schon immer mein Ding – seit Tag eins dabei, und ich liebe es bis heute. Trotzdem hat mich der Wind irgendwann in eine Richtung getrieben, die ich nicht erwartet hatte.

Warum ich als Vinyl Anfänger überhaupt anfange

Den Stream anwerfen kann ein jeder. 192.000 Minuten Spotify im Jahr 2023 – ich lebe Musik, wirklich. Auf Konzerten, auf Festivals, zuhause im Hintergrund. Aber irgendwie genießt man die Musik eigentlich nur auf Konzerten. Dort, wo man hingeht der Musik wegen. Wo man sich Zeit nimmt, hinsteht und zuhört.

In der IT wird von Work-Life-Balance geredet. Ich wollte eine Stream-Genuss-Balance. Ich konsumiere Musik wie ein Bulimieprogramm – schnell rein, schnell weiter. Das wollte ich aufbrechen.

Die Antwort: Vinyl. Einfach mal eine Platte auf einen drehenden Teller werfen, eine Nadel draufsetzen und ein analoges Signal abgreifen. Den heiligen Gral der HiFi-Freaks. Das Medium, das eine physische Handlung verlangt, bevor Musik spielt. Als Vinyl Anfänger ohne Vorwissen ist das natürlich erst mal Neuland.

Wer Extreme Metal hört, weiß außerdem: Da geht es zur Sache. Tod, Krieg, Horror, gesellschaftliche Missstände – detaillierte Texte über Mord und Kannibalismus sind bei Bands wie Cattle Decapitation programmatisch. Das passt zu einem Medium, das man aktiv bedienen muss. Analog eben.

Musik, Meditation und Ritual

Ich bin der Letzte, der sich auf eine Yogamatte setzt und “Ohm” macht. Aber ich kenne das Bedürfnis nach Entschleunigung. Bei Filmen ist es das Ritual, eine Disk in den Player zu werfen – mein persönlicher Katalog aus Blu-Rays, das Aussuchen, das physische Handeln. So wie früher in der Videothek, wo man Stunden verbracht hat, Filme auszuwählen.

Genau das wollte ich für Musik. Nicht mal eben Shuffle drücken, sondern: Album aussuchen, Platte rausholen, Seite A, Seite B. Aktiv konsumieren. Nicht Beschallung, sondern Genuss.

Die Idee reifte ein paar Wochen in meinem Kopf. Dann habe ich die Blogposition genutzt und von EAT einen Plattenspieler zum Testen bekommen. Ein großes Dankeschön dafür – mehr dazu im Review, das noch folgt. So konnte ich das Vinyl Anfänger-Experiment mal wirklich angehen: Was ist Vinyl? Wie geht das? Wie klingt das? Was ist der Hype?

Das Vinyl Anfänger-Experiment: Meine ersten Platten

Idee war nicht, die größte Vinylsammlung der Welt aufzubauen, sondern gezielt die Alben zu suchen, die mich begleitet haben oder gerade begleiten.

Die Liste war schnell klar:

  • Lorna Shore – Pain Remains: Das fulminante erste Album mit Will Ramos. Deathcore zum Einstieg. Pflicht.
  • Zeal & Ardor: Auf dem Summer Breeze nachts um 2 Uhr gesehen – knapp das beste Konzert des Jahres. Die Platte muss her.
  • Behemoth – In Absentia Dei: Das Corona-Konzert in einer Kirche ohne Publikum. Bestes-of-Behemoth auf einer Scheibe.
  • Blind Guardian – Somewhere Far Beyond: Wunsch meiner Frau. Nachdem wir das Album in voller Länge auf dem Summer Breeze 2022 live erlebt haben – keine schlechte Wahl.
  • Wintersun: Leider nur als Live at Tuska, da Time I vergriffen und für horrende Summen gehandelt wird.

Das wird der Einstieg. Rom wurde nicht an einem Tag erbaut.

Erste Schritte mit dem EAT Prelude

Plattenspieler kam Dienstag an, natürlich sofort aufgebaut. Der EAT Prelude ist ein interessantes Konzept: Motor und Zarge sind zwei physisch getrennte Teile. Der Motor steht separat auf dem Rack (shoutout an das Creaktiv HiFi-Rack), dann kommt die Zarge mit Motoraussparung drüber, der Aluteller rein, Tonarm justieren. Tonabnehmer war bereits montiert und eingestellt – es fehlt nur das Einpendeln des Gegengewichts, das die Anleitung gut beschreibt.

Tada. Man hat einen Plattenspieler.

Als erstes drauf: The Offspring – Americana LP. Die hatte ich bei Amazon im Angebot gesehen und als Testkandidat mitgenommen. Uiui, Klangeindruck? Wirklich gut! Also mit Streaming hat das nix zu tun. Aber halt analoger und anfälliger – mal leicht am HiFi-Rack gewackelt und schon springt die Musik. Ja, der eingefleischte Vinyl-Fan weiß: macht man nicht. Ist mir trotzdem passiert. Crazy. Da es sich beim EAT Prelude außerdem nicht um einen Vollautomaten handelt, bin ich direkt nach der ersten Seite aufgesprungen und hab die Nadel vor dem Ende der LP bewahrt. Glaub die mag das nicht, am innersten Ende zu landen – muss ich noch mal nachlesen.

Was den Vinyl Anfänger zuerst erwischt: Flusen

Platte umgedreht und dann… WHAT?! Wo kommen denn die ganzen Flusen her?

Ich weiß natürlich, dass Fettgriffeln an der Platte nichts zu suchen haben – aber wie greift man das Ding überhaupt an? Okay, Kiste trotzdem angeschmissen. Festgestellt: die Flusen kommen wohl vom Filzaufleger auf dem Plattenteller, oder von den schicken, viel zu kleinen Handschuhen, die beim Plattenspieler dabei waren, damit man den Klavierlack nicht in den ersten Sekunden beschmiert. Und da ist dann das Knistern, das man bekommt, wenn Flusen auf der Platte sind. Super. Google angeschmissen, gelernt: Kohle­faserbürste. Bestellt.

Nächste Platte: Anchors & Hearts aufgelegt – die hatte ich letzte Woche auf dem Konzert einfach just for fun mitgenommen. Flussenfrei! YAY! Geiler Sound, wirklich. Scheint Spaß zu machen. Aber irgendwas ist noch komisch – zwischendurch wird die Musik dumpf. Blick Richtung Nadel, Problem erkannt: Flusen an der Nadel. Hmpf. Amazon, Nadelbürste bestellt, Lieferung abwarten.

Hey Vinyl – Probleme, die ich aus meiner Streaming-Karriere überhaupt nicht kenne. Leere Akkus vielleicht, ne mistige Internetanbindung. Aber Flusen als Feind? Als Vinyl Anfänger Neuland. Okay. Abenteuer Vinyl beginnt. Jetzt heißt es warten auf weitere Scheiben und Bürsten. War ja schon mal ein Ritt. Und wird sicherlich noch spannender.


Weiterlesen – die Vinyl-Serie:

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