WiiM Ultra - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de Audio & Heimkino. Ernst genommen. Wed, 15 Jul 2026 07:23:05 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 https://www.hifigeek.de/media/cropped-hifigeek.de-512-32x32.png WiiM Ultra - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de 32 32 60029611 Volumio Primo V3: Dritte Generation des Streaming-DACs aus Florenz https://www.hifigeek.de/volumio-primo-v3/ https://www.hifigeek.de/volumio-primo-v3/#respond Wed, 08 Jul 2026 11:25:37 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=12164 Volumio hat mit dem Volumio Primo V3 die dritte Generation seines Streaming-DACs vorgestellt — dem Gerät, mit dem die Florentiner überhaupt erst ins Hardware-Geschäft eingestiegen sind. Neuer DAC-Chip, lineares Netzteil, acht umschaltbare Filter, NOS-Modus, das volle Programm für 849 Euro. Klingt nach einer Menge Holz für den Preis. Die Frage ist, wie viel davon tatsächlich neu ist und wie viel einfach aus dem eigenen Regal recycelt wurde.

Volumio ist in erster Linie eine Softwarefirma. VolumioOS läuft seit 2013 und wird auch an Dritthersteller lizenziert, unter anderem an Pro-Ject für deren Stream Box. Der erste Primo war 2019 Volumios eigener Einstieg ins Hardware-Geschäft: ein kompakter Streamer mit ESS-DAC für rund 479 Euro. Darauf folgte 2024 der Primo 2 mit überarbeiteter Analogstufe, und im November 2025 kam mit dem Primo Plus eine deutlich teurere Parallellinie mit Dual-Mono-DAC für 1.199 Euro. Der Volumio Primo V3 ist jetzt die Ablösung der ursprünglichen, günstigeren Primo-Linie — nicht der Nachfolger des Primo Plus, auch wenn beide Namen verwirrend nah beieinander liegen.

Konzept: Der bezahlbare Wiedereinstieg in die eigene Range

Mit dem Primo Plus hat Volumio Ende letzten Jahres gezeigt, was das eigene Engineering-Team kann, wenn der Preis zweitrangig ist. Der Volumio Primo V3 ist die Antwort auf die Frage, was davon auch für unter 900 Euro machbar ist. Volumio selbst verkauft das in der Pressemitteilung als “komplette Neuerfindung”, CEO Michelangelo Guarise spricht von einer neuen Engineering-Plattform.

Schaut man sich die Datenblätter von Volumio Primo V3 und Primo Plus nebeneinander an, relativiert sich das schnell: Beide laufen auf dem exakt gleichen Quad-Core-Cortex-A72-SoC mit 1,5 GHz, beide haben 2 GB DDR4-RAM, beide nutzen den ES9039Q2M von ESS. Der Unterschied liegt vor allem darin, dass der Primo Plus den Wandler doppelt verbaut, in echter Dual-Mono-Auslegung mit getrennten Signalpfaden für links und rechts, während der V3 mit einem einzelnen Chip auskommt. Das ist kein Beinbruch, aber “komplette Neuerfindung” ist hier vor allem Marketing-Vokabular für “aufgewertete Version der günstigeren Linie”.

Zielgruppe: Wer bisher mit einer reinen App-Lösung oder einem günstigen Streaming-Dongle unterwegs war und den Schritt zu einem dedizierten Streaming-DAC mit Vorstufenfunktion machen will, ohne gleich vierstellig zu investieren.

Technik: ES9039Q2M, NOS-Modus und acht Filter im Detail

Der ES9039Q2M ist aktuell einer der gängigsten Mittelklasse-Wandler von ESS, gebaut auf der HyperStream-IV-Architektur, die auch im deutlich teureren Flaggschiff ES9039PRO steckt — nur eben mit weniger Kanälen und etwas reduzierten Messwerten. Der gleiche Chip taktet unter anderem auch im WiiM Amp Ultra. Volumio nutzt ihn hier als Single-Chip-Lösung, intern angegeben mit bis zu PCM 384 kHz/32 Bit, über den USB-Host-Ausgang an einen externen DAC bis PCM 1536 kHz/32 Bit und DSD1024. Das sind Zahlen, die kein aktuelles Streaming-Abo oder lokales File tatsächlich ausreizt — Tidal und Qobuz liefern maximal 24 Bit/192 kHz, DSD-Files in dreistelliger Sample-Rate sind eine Nische für Leute mit eigener Ripping-Sammlung. Bedeutet nicht, dass die Zahl nutzlos ist, aber Reserve statt Notwendigkeit.

Praktisch relevanter sind die acht wählbaren DAC-Filter: linearphasig-schnell, linearphasig-langsam, minimalphasig-schnell, minimalphasig-langsam, minimalphasig als Werkseinstellung, linearphasig-schnell apodizing, linearphasig-schnell mit niedrigem Ripple, und minimalphasig-langsam mit niedriger Dispersion. Kurz übersetzt: Linearphasige Filter halten die Phasenlage über den Frequenzgang konstant, neigen aber zu Pre-Ringing vor Transienten. Minimalphasige Filter vermeiden das Pre-Ringing, verschieben dafür die Phase frequenzabhängig. Welches Filter “richtig” klingt, ist Geschmackssache und hängt stark von Lautsprechern und Raum ab — das ist auch der Grund, warum Hersteller wie Denafrips oder Holo Audio das gleiche Feature seit Jahren anbieten. Neu ist die Idee also nicht, aber schön, dass sie jetzt auch in der günstigeren Primo-Linie ankommt.

Der NOS-Modus (Non-Oversampling) deaktiviert die digitale Filterung komplett und lässt das Signal roh durch den Wandler laufen. Klingt für manche Ohren organischer, offener im Hochton, hat aber technisch bedingt einen höheren Rauschanteil oberhalb des Hörbereichs — was in der Praxis meistens irrelevant ist, aber Messwertfetischisten aufregt. Auch das ist längst kein Alleinstellungsmerkmal mehr, SMSL und Topping bieten NOS-Schalter mittlerweile auch in ihren Einstiegsgeräten an.

Das lineare Netzteil ersetzt vermutlich ein geschaltetes Netzteil aus der Vorgängergeneration — Volumio spezifiziert das in der Pressemitteilung nicht genauer, verspricht aber ein niedrigeres Grundrauschen und damit besseren SNR. Ohne Messungen ist das erstmal eine Herstellerbehauptung, auch wenn lineare Netzteile in dieser Preisklasse grundsätzlich eine sinnvolle Investition sind.

Die Ausgangsstufe lässt sich in acht Stufen regeln, XLR balanciert von 1,0 bis 6,3 Vrms, RCA unbalanciert von 0,5 bis 3,15 Vrms. Praktisch bedeutet das: Der Volumio Primo V3 lässt sich direkt an eine Endstufe oder aktive Boxen anschließen, ohne dass man Pegelprobleme oder einen zusätzlichen Vorverstärker braucht. Die Ausgangsimpedanz gibt Volumio mit rund 140 Ohm an — unauffällig, sollte mit den meisten Endstufeneingängen problemlos harmonieren.

An Ein- und Ausgängen gibt es Ethernet und WLAN ac (2,4 und 5 GHz), Bluetooth 5.0, zwei USB-A-Host-Ports (einer davon mit höherer Leistung für SSDs/HDDs, nutzbar auch als digitaler Ausgang an einen externen DAC), einen Micro-SD-Steckplatz zur lokalen Speichererweiterung, HDMI-Ausgang zur Bildschirmspiegelung der Bedienoberfläche (kein Audio-HDMI, wichtig für die Erwartungshaltung) sowie einen 12-Volt-Trigger-Ausgang über 3,5‑mm-Klinke zum automatischen Ein- und Ausschalten kompatibler Geräte. Letzteres ist ein Detail, das man sonst eher in höheren Preisklassen findet, und praktisch, wenn man mehrere Komponenten synchron hochfahren will.

Software und Streaming-Ökosystem

Über VolumioOS laufen Tidal, Qobuz, HighResAudio, TuneIn und Spotify, dazu Tidal Connect und Qobuz Connect. Roon wird in der Pressemitteilung als eine der unterstützten “Lieblings-Apps” genannt — ob der Volumio Primo V3 offiziell Roon-Ready-zertifiziert ist, wie es bei früheren Volumio-Produkten der Fall war, geht aus der Mitteilung selbst nicht eindeutig hervor. Bevor das jemand als Kaufargument nutzt: lieber vor Bestellung noch mal auf der Volumio-Seite gegenchecken.

Marktvergleich: Zwischen WiiM, Eversolo und der eigenen Plus-Linie

Preislich sitzt der Volumio Primo V3 mit 849 Euro zwischen reinen Streaming-Amps wie dem WiiM Amp und dedizierten Streaming-DACs der oberen Mittelklasse wie dem Eversolo DMP-A6, der für knapp 869 Euro startet und zusätzlich HDMI ARC mitbringt. Gegenüber der eigenen Plus-Version, die für 1.199 Euro den doppelten DAC-Chip und mehr digitale Eingänge (USB‑C, Koax, Toslink zusätzlich zu USB‑A) bietet, ist der V3 die konsequent abgespeckte, aber technisch eng verwandte Alternative für rund 350 Euro weniger. Wer schon eine digitale Quelle mit S/PDIF- oder Toslink-Ausgang im Rack hat, verliert beim V3 gegenüber dem Plus etwas an Anschlussvielfalt — die Pressemitteilung listet für den V3 keine Koax- oder Toslink-Eingänge, nur die üblichen Netzwerk- und USB-Wege.

Gegenüber dem WiiM Ultra, der mit rund 500 Euro deutlich günstiger startet und ebenfalls auf einen ESS-Wandler setzt, bietet der Volumio Primo V3 vor allem die acht Filter, den NOS-Modus und das lineare Netzteil als Differenzierung — WiiM setzt stärker auf App-Ökosystem und Multiroom, Volumio auf klassische High-Fidelity-Bedienphilosophie mit mehr manuellen Stellschrauben. Beide Ansätze haben ihre Fans, keiner ist grundsätzlich “besser”.

Preis und Verfügbarkeit

Der Volumio Primo V3 kostet 849 Euro, 1.049 US-Dollar beziehungsweise 769 britische Pfund und ist ab sofort über den Volumio-eigenen Shop bestellbar.

849 Euro (Deutschland/EU)
1.049 US-Dollar
769 britische Pfund

Fazit

Was in der Pressemitteilung fehlt, ist alles, was tatsächlich zählt: wie sich der Single-Chip-ES9039Q2M gegen den alten ES9038Q2M im Blindtest schlägt, ob die acht Filter im Alltag hörbare Unterschiede machen oder nur Feature-Liste sind, und wie belastbar das lineare Netzteil unter Last tatsächlich ist. Ein Testgerät liegt bislang nicht vor. Bis dahin bleibt der Volumio Primo V3 auf dem Papier eine solide, aber wenig überraschende Auffrischung der eigenen Einstiegslinie — technisch näher am Primo Plus als die Marketingsprache glauben machen will. Wer aktuell zwischen WiiM Ultra, Eversolo DMP-A6 und Volumio Primo V3 schwankt, findet hier unsere Tests dazu: Test zum WiiM Ultra und Test zum Eversolo DMP-A6.

Häufige Fragen zum Volumio Primo V3

Was kostet der Volumio Primo V3?

Der Volumio Primo V3 kostet 849 Euro in der EU, 1.049 US-Dollar in den USA und 769 britische Pfund in Großbritannien. Bestellbar ist er direkt über den Volumio-Shop.

Was ist der Unterschied zwischen Volumio Primo V3 und Primo Plus?

Der Primo Plus verbaut den ES9039Q2M-DAC-Chip zweimal in echter Dual-Mono-Konfiguration und bietet zusätzliche digitale Eingänge wie USB‑C, Koax und Toslink. Der Volumio Primo V3 kommt mit einem einzelnen ES9039Q2M aus und beschränkt sich auf Netzwerk- und USB-Eingänge, kostet dafür aber rund 350 Euro weniger.

Welchen DAC-Chip nutzt der Volumio Primo V3?

Verbaut ist der ESS Sabre ES9039Q2M, ein Mittelklasse-Wandler auf HyperStream-IV-Basis, der unter anderem auch im WiiM Amp Ultra zum Einsatz kommt.

Was bringt der NOS-Modus beim Volumio Primo V3?

Der NOS-Modus (Non-Oversampling) schaltet die digitale Filterung des Wandlers ab und lässt das Signal roh durch den DAC laufen. Das kann subjektiv offener klingen, erhöht aber technisch den Rauschanteil oberhalb des Hörbereichs.

Unterstützt der Volumio Primo V3 Roon?

Laut Pressemitteilung läuft Roon über Roon-Connect-Anbindung. Ob eine offizielle Roon-Ready-Zertifizierung für den Primo V3 vorliegt, ist aus der Mitteilung nicht eindeutig ersichtlich und sollte vor dem Kauf auf der Volumio-Seite gegengecheckt werden

Ist der Volumio Primo V3 bereits verfügbar?

Ja, der Volumio Primo V3 ist seit der Ankündigung am 8. Juli 2026 direkt über den Volumio-Shop bestellbar.

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Fosi Audio S3 Preview: Starke Hardware, halbfertige Software – eine ehrliche Einschätzung https://www.hifigeek.de/fosi-audio-s3-preview-starke-hardware-halbfertige-software-eine-ehrliche-einschaetzung/ https://www.hifigeek.de/fosi-audio-s3-preview-starke-hardware-halbfertige-software-eine-ehrliche-einschaetzung/#respond Mon, 20 Apr 2026 22:40:18 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=10693

Alle feiern den neuen Fosi Audio S3. Zwei Tage getestet, Video raus, Hype. Ich steh hier und frag mich: Hat irgendjemand das Ding mal wirklich benutzt? Ich hab’s getan – über Wochen, im Dauerbetrieb, an drei verschiedenen Setups. Und ich sag euch in diesem Preview, was die anderen euch nicht sagen.

Warum kein vollständiges Review? Weil ich mir mit meinen Testgeräten normalerweise richtig viel Zeit nehme. Die Geräte laufen bei mir den ganzen Tag, über Wochen, im echten Alltag – nicht nur für einen Nachmittag. Und weil die Software schlicht noch nicht fertig ist, wäre ein abschließendes Urteil jetzt schlicht nicht seriös. Ich will euch aber trotzdem mitnehmen: was der S3 schon kann, wo er Probleme hat und warum es sich lohnt, dieses Gerät im Auge zu behalten.

Disclaimer: Ich habe den Fosi Audio S3 vom Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Fosi Audio oder irgendjemand sonst nimmt keinen Einfluss auf mein Preview. Als unabhängiger Blog sind wir an keine geschäftlichen Beziehungen gebunden, die unsere Meinung verfälschen könnten.

Update [01.05.2026]: Fosi hat nachgeliefert – der EQ wurde erweitert und Qobuz ist inzwischen an Bord. Beides teste ich gerade aktiv, erste Eindrücke sind vielversprechend. Wie gut die Umsetzung im Alltag wirklich ist, wird im vollständigen Review eingehend beurteilt.

Was ist der Fosi Audio S3?

Der Fosi Audio S3 ist Fosis erster Streamer – und schon das ist eine kleine Ansage. Die Marke kennt ihr vielleicht eher von ihren kompakten, günstigen Verstärkern; der Fosi Audio i5 ist nicht ohne Grund Teil meiner Referenzkette. Jetzt wagen sie sich in eine komplett andere Produktkategorie, und das sieht man dem Gerät auch an: anderer Formfaktor, etwas größer als das typische Fosi-Kistchen, und ein helleres Grau statt dem vertrauten Dunkelgrau.

Preislich bewegt sich der S3 bei einem UVP von 329€ und im Netz bei ~ 279. Und genau dieser Preis macht die Sache interessant.

Der Sweet Spot – und warum er wirklich einer ist

Manche ordnen den Fosi Audio S3 als direkten Konkurrenten zum WiiM Pro Plus ein. Das stimmt, aber es greift zu kurz. Der WiiM Pro Plus hat weder HDMI-eARC, noch einen symmetrischen XLR-Ausgang, oder einen dedizierten Subwoofer-Out. Der S3 hat das alles – und das für unter 300 Euro. Der nächste WiiM, der mithalten kann, ist der Ultra, der bei rund 400 Euro liegt und dafür ein kleines Display spendiert bekommt. Auf das kann ich ehrlich gesagt verzichten. Die Eversolo-Modelle spielen preislich noch eine Etage drüber. Wer also für 270 bis 300 Euro einen Streamer sucht, der mehr mitbringt als das Übliche, sollte genau hinschauen.

Anschlüsse: Mehr als erwartet

Auf der Rückseite des Fosi Audio S3 findet sich eine für den Preis bemerkenswert vollständige Ausstattung: XLR-Ausgang (symmetrisch) und RCA (asymmetrisch), ein Line-In per Cinch für CD-Player oder Plattenspieler, ein Subwoofer-Ausgang, HDMI mit eARC, Toslink und Bluetooth. Was fehlt, ist ein Koaxial‑S/PDIF-Ausgang – der kann prinzipbedingt mehr übertragen als Toslink, und bei einem Gerät auf diesem Ausstattungsniveau wäre er ein logisches Puzzleteil gewesen. Schade, aber kein Dealbreaker.

HDMI eARC: Das Killerfeature für unter 300 Euro

Das Thema verdient einen eigenen Absatz, weil es für mich wirklich der Grund ist, warum der Fosi Audio S3 in seinem Preissegment heraussticht. HDMI eARC bedeutet, dass ihr den Streamer direkt in euren Fernseher hängt, den Ton des Fernsehers durchschleift und gleichzeitig euer Streaming-Audio darüber ausgebt – alles über ein einziges Kabel. Für Einsteiger, die guten Klang wollen ohne komplizierte Multi-Geräte-Ketten, ist das ein erheblicher Komfortgewinn.

Der Klang über eARC macht dabei einen sauberen Job: ordentliche Stereowiedergabe, vernünftige Rechts-Links-Ortung, nichts, worüber man sich beschweren müsste. Wer allerdings auf Dolby-Dekodierung hofft: Fosi hat nach aktuellem Stand keine entsprechende Lizenz, was bedeutet, dass ihr über eARC voraussichtlich nur PCM bekommt. Das ist für die meisten Anwendungsfälle völlig ausreichend – man sollte es aber wissen. Was definitiv nicht ausreicht: Die App zeigt euch aktuell weder Format noch Bitrate noch Samplerate an, egal ob ihr über HDMI hört oder streamt. Das ist ein Basis-Feature, das bei jedem Streamer in dieser Klasse selbstverständlich sein sollte.

Erster Klangeindruck: Gut – aber mit Einschränkungen

Vorweg: Das hier sind erste Eindrücke unter realen Bedingungen, kein abschließendes Klangurteil. Ich habe den S3 an drei Setups betrieben – am Burson Soloist Stellar Max über Kopfhörer, sowohl an den Burson Timekeeper GT4 Max als auch an den Nilai-500-Monoblöcken, jeweils in Kombination mit den Arendal 1723 Towern und dem SVS SB-5000.

Das Ergebnis: Der DAC im Fosi Audio S3 spielt solide, detailliert und unangestrengt. Wer die Burson-Kette kennt, weiß, was da klanglich passiert – und der S3 fügt sich ordentlich ein. Einen Tick mehr Feinzeichnung wäre schön, aber für das Geld bewegt er sich auf einem absolut respektablen Niveau.

Die Einschränkung liegt nicht am Klang selbst, sondern daran, was man damit nicht tun kann. Wer Raumprobleme hat – und die hat fast jeder – braucht einen vernünftigen EQ. Fünf Bänder sind besser als keiner, aber in 2026 ist das schlicht zu wenig, um eine Hörumgebung ernsthaft zu korrigieren. An den Nilai-Monoblöcken, die deutlich neutraler und trockener spielen als die Burson-Geräte (Test folgt), hätte ein ordentlicher parametrischer EQ einen echten Unterschied gemacht. Den gibt es aktuell nicht. Das merkt man.

Hinzu kommt: Ich konnte während des Tests ausschließlich über Spotify hören, weil Qobuz noch nicht unterstützt wird. Für ein abschließendes Klangurteil brauche ich Qobuz – HiRes-Streaming ist für mich kein Nice-to-have, sondern Standard.

Hardware-Probleme: Ehrlichkeit ist hier Pflicht

Zwei Dinge, die ich bei keinem anderen Gerät in meiner Kette hatte und die ich direkt ansprechen muss.

Erstens: ein konstantes, leises Rauschen auf dem linken Kanal. Es skaliert nicht mit der Lautstärke, und als ich die Kanäle getauscht habe, ist das Rauschen mitgewandert – es liegt also klar am Gerät, nicht an Kabeln oder Lautsprechern. Mein Verdacht geht in Richtung eines defekten Op-Amps oder Buffers. Ob das ein Serienproblem ist oder ein Einzelfall, kann ich noch nicht beurteilen. Ich sage es trotzdem, weil ihr das wissen solltet.

Zweitens: gelegentliche Knackgeräusche beim Quellwechsel – sowohl beim Liedwechsel als auch im HDMI-Betrieb. Das kannte ich bisher von keinem anderen Gerät in der Kette. Ob das Ursache in der Software oder der Hardware hat, lässt sich noch nicht endgültig sagen. Fosi muss das fixen.

Und dann gibt es noch das CEC-Problem, das so ein typisches Alltagsding ist, das man nur merkt, wenn man ein Gerät wirklich benutzt. Ich hatte abends ferngesehen, den TV ausgemacht, der S3 ist brav per CEC mitgegangen. Dann, später, wollte ich noch Musik hören und habe Spotify gestartet – woraufhin zunächst der Fernseher wieder anging, bevor der S3 auf die Streaming-Quelle umschaltete. Was passiert: Der Streamer bootet im HDMI-Modus, gibt ein CEC-Wecksignal ans Display, und merkt erst danach, dass er eigentlich Spotify spielen soll. Klingt klein, nervt im Alltag enorm. Und es ist genau der Grund, warum ich Testgeräte nicht zwei Tage auf den Schreibtisch stelle und dann ein Video mache.

Die Software: Der eigentliche Knackpunkt

Ich sage es direkt: Die App ist dünn. Wirklich dünn – und das ist das zentrale Problem des Fosi Audio S3 in seinem aktuellen Zustand.

Fünf EQ-Bänder sind ein Anfang, aber kein Werkzeug. Wer seinen Raum wirklich einmessen will, braucht mindestens zehn Bänder, besser einen vollwertigen parametrischen EQ. Eine Auto-EQ-Funktion, bei der man einfach das Handy nimmt und den Raum einmisst? Hat WiiM. Hat Eversolo. Fehlt hier komplett. Der Subwoofer-Ausgang ist physisch vorhanden, aber ein einstellbarer Crossover ist in der App nicht zu finden – was bedeutet, dass ihr euren Sub zwar anschließen könnt, aber ohne definierte Trennfrequenz arbeitet. Das mag für manche Setups pragmatisch funktionieren, für eine ernsthafte Einbindung in eine Stereo‑2.1‑Kette reicht es nicht. Getrennte Ausgangsprofile für XLR und RCA? Fehlen. Separate Eingangsprofile? Fehlen. Und in der App sind Platzhalter für Funktionen sichtbar, die noch gar nicht existieren – darunter Display-Einstellungen für ein Display, das der S3 gar nicht hat. Das wirkt unfertig, weil es unfertig ist.

Beim Streaming-Angebot sieht es ähnlich aus: Spotify, Tidal Connect, AirPlay 2, Google Cast, Roon und Spotify Connect sind mit an Bord. Qobuz fehlt – und für mich persönlich ist das kein Schönheitsfehler, sondern ein echter Showstopper für ein abschließendes Urteil. Kein Internetradio, keine dienstübergreifenden Playlists. In seinem aktuellen Zustand ist der Fosi Audio S3 eher ein vielversprechendes Transportmodul als ein vollwertiger Streamer.

Roadmap: Fosi hört zu – aber die Liste ist lang

Beim Schreiben dieses Fosi Audio S3 Preview hat Fosi auf Instagram eine erste öffentliche Roadmap veröffentlicht. Für April ist Qobuz Connect angekündigt sowie eine Erweiterung des EQ auf zehn Bänder, für Mai ein komplett überarbeitetes UI mit anpassbarem Homescreen. Das ist gut. Es zeigt, dass Fosi zuhört und aktiv entwickelt.

Aber es reicht noch nicht. Crossover für den Subwoofer-Ausgang steht nicht auf der Roadmap. Auto-EQ steht nicht drauf. Parametrischer EQ steht nicht drauf. Signalanzeige steht nicht drauf. Ausgangsprofile stehen nicht drauf. Was Fosi liefert, ist ein erster Schritt – aber die Distanz zum Ziel ist noch beträchtlich. Das warnende Beispiel kennt ihr: Sonos. Versprechen allein bauen kein Vertrauen. WiiM hat mit öffentlichen Changelogs und einer lebendigen Community vorgemacht, wie das richtig geht. Das ist der Standard, an dem sich Fosi messen lassen muss.

Das eigentliche Thema: Ökosystem schlägt Chips

Ich komme immer wieder auf denselben Punkt zurück, weil er der entscheidende ist. In Reviews und Kommentaren dreht sich alles um DAC-Chips. Dieser Chip, jener Chip. Wisst ihr was? Ich hab hier einen Fosi-Kopfhörerverstärker stehen, der hat einen hervorragenden DAC eingebaut. Warum soll ich überall DAC-Chips horten?

Es geht ums Ökosystem. WiiM kommt aus dem Netzwerkplayer-Bereich – die konnten von Tag eins Software. Eversolo genauso. Fosi ist bisher eine Hardware-Firma mit starker Engineering-DNA, aber Softwareentwicklung ist ein anderes Handwerk. Es braucht Konzeption, Entwicklung, Testing, Pflege, Community-Management. Das baut man nicht in einem Quartal auf.

Was ich gehört habe: Es soll noch eine S3 Light-Variante geben sowie eine Max- oder Ultra-Version. Für den Light könnte ich mir einen reinen Netzwerktransport ohne eigenen DAC vorstellen – und das wäre tatsächlich eine Marktlücke in diesem Preissegment. Im High-End läuft der Trend zu dedizierten Transporten gerade heiß, Eversolo hat das vorgemacht. Warum nicht auch im Einsteiger- bis Mittelklassebereich?

Der größere Gedanke dahinter: Wenn Fosi ein ernsthaftes Multiroom-Konzept aufbaut und dazu einen eigenen aktiven Lautsprecher bringt – sagen wir im Bereich 150 bis 200 Euro –, dann könnte daraus etwas wirklich Interessantes entstehen. So wie Sonos, aber im Fosi-Preisbereich, mit offenem Ökosystem und dem Feature-Set, das man 2026 erwarten darf. WiiM hat Speaker im Angebot, aber 350 Euro das Stück bedeutet 700 Euro für Stereo – da bekommt man einen WiiM Amp Ultra mit guten Regalboxen und ist deutlich flexibler aufgestellt. Wenn Fosi das Ökosystem-Denken wirklich verinnerlicht und konsequent umsetzt: Das wäre eine Ansage.

Fosi Audio S3 Preview – Fazit

Der Fosi Audio S3 ist für seinen Preis hardware-technisch wirklich stark aufgestellt. Symmetrischer XLR-Ausgang, HDMI mit eARC, Subwoofer-Out, Line-In, Bluetooth – das ist eine Kombination, die unter 300 Euro ihresgleichen sucht. Der erste Klangeindruck ist solide, das Potenzial ist spürbar.

Aber der Fosi Audio S3 ist noch nicht fertig. Die Software ist das, was zwischen einem spannenden Gerät und einem empfehlenswerten Streamer steht – und da ist noch eine erhebliche Strecke zu gehen. Hinzu kommen die Hardware-Beobachtungen, die ich gemacht habe und an Fosi weiter gegeben.

Wer heute einen Streamer kaufen will, der aus der Box heraus alles kann, ist bei WiiM oder Eversolo besser bedient. Wer aber bereit ist, mitzuwachsen, und wer das Hardware-Paket für diesen Preis spannend findet – der sollte den S3 im Auge behalten. Ich werde den Fosi Audio S3 weiter im Dauerbetrieb lassen und nach diesem Preview ein vollständiges Review nachliefern, sobald die Software einen Stand erreicht hat, der ein faires Urteil erlaubt.

Die große Frage bleibt: Wie viel Geduld gibt man einem jungen Unternehmen, das in einer neuen Kategorie Fuß fasst? Ich bin gespannt. Und ihr hoffentlich auch.

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Raw Power trifft Feingeist: Burson Conductor GT4 Head-Amp im Review https://www.hifigeek.de/raw-power-trifft-feingeist-burson-conductor-gt4-head-amp-im-review/ https://www.hifigeek.de/raw-power-trifft-feingeist-burson-conductor-gt4-head-amp-im-review/#respond Fri, 17 Oct 2025 22:47:51 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9346 Burson Conductor GT4 – was dich erwartet

Wir haben den Burson Conductor GT4 schon eine Weile hier zum Test, welchen wir euch nun in aller Ruhe vorstellen wollen.

Burson Audio als Marke an sich habe ich schon mal bei meinem Test des Burson Playmate 3 vorgestellt. Aber hier nochmal ein kleiner Abriss: Burson Audio ist eine HiFi‑Marke aus Down Under. Genauer gesagt Melbourne und wurde vor mehr als 20 Jahren von einer Gruppe Tontechniker gegründet und hat sich in der HiFi‑Szene rund um den Globus einen beachtlichen Ruf erarbeitet.

Auf der diesjährigen High‑End in München habe ich Burson Audio ebenfalls gespottet, aber bisher gibt es leider noch keinen Vertrieb für deren Produkte. Dennoch kann man sie wunderbar in deren eigenen Online‑Store kaufen.

Du kennst Burson noch nicht? Alle Tests und Hintergründe zur Marke gibt es hier im Überblick.

Der Burson Conductor GT4 wurde mir von Burson Audio zur Verfügung gestellt, was bei mir aber nicht heißt, dass ich ihn irgendwie zimperlich behandelt habe, noch dass ich ihn für diesen Test besser bewerte. Ich bin und bleibe Herr meiner Worte und Meinung.

Unboxing & Lieferumfang – erster Eindruck

WTF! Okay. Wenn man die Kiste so auf Bildern sieht, denkt man vielleicht, dass sie eine gewisse Größe und Gewicht hat, aber man ist nicht gefasst auf das, was in den schicken Kartons schlummert. Look und Feel der Verpackung ist Premium und die Unboxing‑Experience ebenfalls. Burson Audio versteht es, seine Kunden mit einem befriedigenden Auspackerlebnis zu begrüßen und macht direkt Lust darauf, die Kiste zu hören.

Hat man das Biest erst einmal aus seinem Gefängnis befreit, muss man dem knapp 5 kg schweren Gerät erst einmal gebührend Respekt zollen. Hier bekommt man nicht nur Werbeversprechen, sondern ein ordentliches Stück Hardware. Der Burson Conductor GT4 strahlt sofort High‑End‑Allüren aus und lässt uns aufgeregt nach dem Zubehör schauen, um schnellstmöglich eine Hörprobe zu bekommen.

Wer unser Review zum kleinen Bruder, dem Playmate 3, gelesen hat, der wird das Zubehör zum Teil kennen.

Im Lieferumfang befindet sich:

  • Der Conductor GT4 (natürlich)
  • USB‑C‑zu‑USB‑C‑Kabel von UGREEN
  • Kopfhörer‑Mikrofon‑Adapter
  • 6× 5532d JRC OpAmps
  • Inbusschlüssel für die Gehäusedemontage
  • 2× XLR‑zu‑Cinch‑Adapter
  • 1× 12‑V‑Trigger‑Kabel
  • Ersatzsicherung
  • Super Charger 5A mit verschiedenen Ländersteckern
  • Silent Power Module SP2‑15P und SP2‑15N (Deluxe only)
  • Eine Metall‑Fernbedienung (kein billiger Plastikschrott!) (Deluxe only)

In der Deluxe‑Edition sind bereits die Premium‑OpAmps vorinstalliert:

  • 6× Burson Audio V7 Vivid Dual
  • Statt des Standard‑Netzteils lag in unserem Testgerät bereits der Burson Super Charger PSU 5A 24 V/5 A bei – ein Upgrade, das sich definitiv hören lässt.

Technik kompakt: Specs und Architektur

Tech‑Specs: You’ve got the power! Für unsere Zahlen‑Nerds

  • Allgemeine Messwerte:
    • Eingangsimpedanz: 40 kΩ
    • Frequenzgang: ±1 dB von 0–58 kHz
    • THD (Verstärkerpfad): < 0,0015%
    • Ausgangsimpedanz Kopfhörerverstärker: 0,5 Ω
    • Ausgangsimpedanz Pre Out / DAC Out: 1 Ω / 25 Ω
    • Abmessungen: 255 × 270 × 70 mm
    • Gewicht: ca. 5 kg
  • Architektur und Besonderheiten:
    • 100 W Leerlauf‑Bias, bis 10 W reine Class‑A‑Ausgangsleistung
    • Dual‑DAC‑Architektur mit zwei ESS9038Q2M (je Kanal separat versorgt)
    • 6× Max‑Current‑Power‑Modules, 7× Silent Power (SP) Module
    • Burson V7 diskrete Op‑Amps, aufrüstbar
  • Varianten: Standard, Deluxe, Max

Anschlüsse & Formate

Anschlussvielfalt – Conductor GT4 als audiophile Zentrale
Auch bei den Nutzungsmöglichkeiten des Burson Conductor GT4 gibt es nichts zu bemängeln. Kann dieser doch als DAC mit Headphone‑Amp, Pre‑Amp und DAC‑only arbeiten sowie Signale aus verschiedenen, auch analogen, Quellen annehmen. Hierfür stehen ihm alle gängigen Anschlüsse zur Verfügung:

Digitale Eingänge und Formate

  • USB‑C (XMOS): PCM bis 32 Bit/768 kHz; Native DSD 64/128/256/512; DoP unterstützt
  • S/PDIF (Coax & Toslink): bis 24 Bit/192 kHz
  • Bluetooth 5.0 (Qualcomm CSR8675) mit aptX HD und LDAC bis 24 Bit/96 kHz
  • Roon Tested

DAC-Spezifikationen

  • Kanaltrennung: 143 dB @ 1 kHz, 136 dB @ 20 kHz
  • THD+N (DAC): 0,0005% @ 1 kHz, 0 dBFS

Ein‑ und Ausgänge

  • Analoge Eingänge: 2 × XLR, 2 × RCA
  • Digitale Eingänge: USB‑C, Optisch (Toslink), Coax (S/PDIF), Bluetooth 5.0, Mikrofoneingang (Gaming)
  • Analoge Ausgänge: 1 × XLR Pre, 1 × RCA Pre, Subwoofer Pre‑Out; 1 × XLR Line Out, 1 × RCA Line Out
  • Kopfhörerausgänge: 6,35 mm, 4‑Pin‑XLR (balanced), 3,5 mm

Kopfhörer‑Leistungsdaten (balanced / single‑ended)

  • 16 Ω: 10 W / 5 W
  • 32 Ω: 5 W / 2,5 W
  • 100 Ω: 3 W / 1,5 W
  • 150 Ω: 2 W / 1 W
  • 300 Ω: 1 W / 0,5 W

Systemunterstützung

  • Desktop‑OS: Windows, macOS
  • Mobil: iOS*, Android (OTG)

Versionen

  • Standard: V6 Vivid Op‑Amps, SP01, 24 V 5 A PSU
  • Deluxe: V7 Vivid Op‑Amps, SP02, Super Charger 5 A
  • Max: V7 Vivid Op‑Amps, SP02, Fusion Core

Sonstiges
„Quieter than battery power“ dank 7× SP‑Modulen mit sehr hoher Rauschunterdrückung
Headphone+Subwoofer‑Modus (Subwoofer‑Pre‑Out in Kopfhörer‑Setups)

Effektiv kann also an den Burson Conductor ein Haufen an Geräten angeschlossen werden und somit bietet er sich natürlich für eine Vielzahl an Setups an, welche ich später noch ein wenig beleuchten möchte.

Leistung & Wärme: 10 W Class‑A im Alltag

Irrepressible power
Burson Audio meint es nur gut mit uns. So auch bei dem, was beim Burson Conductor GT4 unter der Haube schlummert. Auf XLR liefert das Geschoss feinste Class‑A‑Power und mit 10 Watt beeindruckend viel davon. Single‑Ended sind es satte 5 Watt. Übersetzt heißt das: mehr Power, als du wahrscheinlich je brauchen wirst? Oder besser gesagt: Der Burson Conductor GT4 kann so gut wie jeden Kopfhörer auf dem Planeten mühelos antreiben. Wer sich jetzt fragt, wozu man das braucht, dem sei unser Artikel zum Thema: Wieviel Watt brauche ich eigentlich? ans Herz gelegt.
Entscheidend ist nicht nur die pure Power, die dein Kopfhörer benötigt, sondern ebenfalls genügend Headroom einzukalkulieren. Nur so kannst du sichergehen, dass du einen ungetrübten Hörgenuss hast.


Die 10 Watt am Ausgang haben auch ihren Preis. So genehmigt sich der Kraftprotz im Idle schon satte 100 Watt Strom aus deiner Steckdose. Wer jetzt schon ein wenig Ahnung hat, wird direkt sagen: 100 Watt im Idle produzieren doch einiges an Wärme. Und damit liegt er richtig. Der Burson Conductor GT4 wird, sobald er eingeschaltet wird, sehr warm. Anfassbar, aber dennoch ist er eine kleine Heizung. Für mich als Bildschirmarbeiter eigentlich ein lustiges Gimmick. Sollte ich mal kalte Hände haben, lege ich diese einfach vorsichtig auf das Gerät und habe direkt warme Hände. (Ja, ich weiß, nicht jedermanns Sache, aber ein praktischer Nebennutzen.)


Seine Kraft gibt er über drei Ausgänge aus: je einem 3,5‑mm‑ und 6,35‑mm‑Klinke sowie einem 4‑Pol‑XLR. Ja, auch über alle gleichzeitig, was das Gegenhören teils erheblich vereinfacht. Natürlich nur bei ähnlichen Impedanzen und Sensitivität.

DAC & Signalverarbeitung (Dual‑ESS9038Q2M)

Raw Power meets audiophilen Feingeist
Neben unbändiger Power hat Burson Audio natürlich noch einen leistungsstarken DAC verbaut. Hier werkeln pro Kanal jeweils ein ESS9038Q2M‑Chip für die präzise Audioverarbeitung und ‑wandlung. Das Konzept ist sicherlich vielen von anderen Geräten auf dem Markt bekannt. Burson erreicht mit dem DAC eine Kanaltrennung von 143 dB bei 1 kHz und 136 dB bei 20 kHz, was weit über bzw. unter dem Hörbaren liegen sollte. Die THD+N liegt mit 0,0005% @ 1 kHz, 0 dBFS weit unterhalb dessen, was wir wahrnehmen können.

Im Gesamtkonstrukt ergibt das eine gemessene THD von < 0,0015% und Frequency Response von ± 1 dB bei 0–58 kHz, was dem Conductor GT4 absolute Linearität attestiert.

Von Seiten Audioverarbeitung lässt die Kiste logischerweise nix anbrennen:

  • PCM‑Support: PCM ≤ 768 kHz bei 16, 24 und 32 Bit
  • Natives DSD: Nativ DSD 64 / 128 / 256 / 512
  • DSD over PCM: DoP64 / DoP128 / DoP256 / DoP512

Hier sollten die Signalquellen weit über das eigene Gehör hinaus verarbeitet werden. Dennoch beruhigt es den Feingeist, wenn er alle ihm verfügbaren Formate nativ verarbeiten kann. So auch uns.

Headphone+Sub: Kopfhörer mit Subwoofer

Headphone+Subwoofer‑Modus – noch viel lernen du musst, junger Padawan
Ich bin ganz ehrlich: Hab ich so noch nicht gesehen und drüber nachgedacht? Ist auch eine eher eigenwillige Kombination, da oft mit Kopfhörern gehört wird, gerade um die Umgebung zu schonen. Sei es Nachbarn, die bessere Hälfte oder doch die schlafenden Kinder. Dennoch sollte sich diese Funktion als echter Spaß im Test entpuppen. Jetzt kein Must‑Have‑Kriterium für andere Wettbewerber, aber einfach ein geiles Gadget, was uns als HiFi‑Geeks natürlich total abholt.

Design & Verarbeitung – Haptik, Display, Remote

WTF ist, glaube ich, das Erste, was einem durch den Kopf geht, wenn man den Burson Conductor GT4 in die Hand nimmt. Öhm, Hände, denn mit einer Hand wird es gleich unkomfortabel. Denn mit 5 kg ist hier einiges an Material verbaut worden. Was wir dem Playmate 3 seinerzeit schon hoch angerechnet haben, wird hier in Reinkultur gelebt. High‑End bei der Verarbeitung ist hier definitiv gegeben, und jeder, der sich fragt, wie sich ein 3000‑€‑Kopfhörerverstärker mit DAC anfühlt, wird bestätigend nicken, nachdem er ihn in der Hand hält.

Dunkelsilber mit orangen Akzenten. Irgendwie ist aktuell überall Kupfer/Orange in der Mode und Burson anscheinend schon länger auf dem Trip. Sieht aber nicht nur geil aus, sondern die Knöpfe und der Lautstärkeregler bedienen sich satt und stufenlos und geben einem ein tolles analoges Gefühl, auch wenn es sich hier um feinste Digitaltechnik handelt. Das monochrome OLED‑Display ist angenehm dimensioniert und zeigt einem alles Nötige in passender Größe an, sodass die Bedienung über eben jenes sich nativ anfühlt.

Die Anschlussbuchsen sind alle, soweit man das sehen kann, vergoldet und haben in meinem Test mit viel Hin‑und‑Her‑Gestecke keinerlei Schwächen aufweisen können. Im Test habe ich nur hochwertiges Anschlussmaterial von Ricable (Dedalus, mit der wiederum geilen orangen Farbe) und Sommercable (Epilogue) verwendet, um dem High‑End‑Charakter des Burson Conductor GT4 auch gerecht zu werden. Natürlich gibt es hier kein Für und Wider für bestimmte Kabel, sondern meist persönliches Gusto.

Mitgeliefert wird auch hier wieder die komplett aus Metall verarbeitete Fernbedienung, welche wir schon vom Playmate 3 kennen und lieben.

Bedienung & Features – Gain, Filter, Emphasis, Auto‑Off

Audiophiler Baukasten
Die Bedienung des Burson Conductor GT4 ist erfreulich intuitiv und gewohnt von Burson. Über die vier Buttons unter dem Display erreicht man alle grundlegenden Menüs. Die Buttons sind aufgeteilt in Eingang, Ausgang, Einstellungen und die vierte Taste erlaubt es, die Displayansicht um 90 Grad zu drehen, falls man den Conductor GT4 hochkant betreiben möchte. Innerhalb der Menüs navigiert man dann mit dem Lautstärkeregler und bestätigt mit einem Druck auf eben jenen.

Schalten und Einstellen kann man dann wie folgt:

  • Eingänge: USB, Toslink, Koaxial (S/PDIF), Bluetooth, RCA1 (Cinch), RCA2 (Cinch), XLR1 (symmetrisch), XLR2 (symmetrisch)
  • Ausgänge: Headphone Out, Headphone + Subwoofer Out, Pre Out, DAC Out
  • Einstellungen
    • Gain
      • Low und High – beeinflusst die Verstärkung am Kopfhörerausgang und am Vorverstärkerausgang.
    • FIR‑Filter
      • Sieben digitale Filter auf Hardware‑Ebene; der klangliche Unterschied ist gering bis nicht wahrnehmbar.
    • DPLL (DSD)
      • Off, Low, Mid und High (Standard) – je höher die Einstellung, desto stärker die Jitter‑Unterdrückung bei DSD‑Dateien.
    • DPLL (PCM)
      • Off, Low, Mid oder High (Standard) – analoges Verhalten für PCM‑Dateien.
    • Emphasis
      • Off (Standard). On senkt den Hochton um ca. ~5 dB bei 10 kHz und ~8 dB bei 20 kHz. Bei modernen digitalen oder analogen Quellen sollte diese Funktion nicht aktiviert werden.
    • OLED‑Helligkeit
      • Low oder High – stellt die Display‑Helligkeit ein.
    • Reset
      • Yes oder No – setzt das Gerät auf Werkseinstellungen zurück.
    • Auto‑Off
      • Off lässt das Gerät dauerhaft an, On schaltet es nach 10 Minuten Inaktivität ab (Vorgabe der EU).

Viel einzustellen, aber von den Standards abzuweichen, braucht man nur in seltenen Fällen. Das Auto‑Off habe ich in meinem Fall immer an, da ich oft spontan aufstehe und Dinge erledige und so vergesse, das Gerät auszuschalten.

Klang: So setzt der GT4 die PS um

Wie bringt der Bolide die PS auf die Straße?
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie deprimierend so ein Review ist. Anfangs beim Auspacken muss man direkt Fotos machen, damit auch alles fein für euch dokumentiert ist. Da bietet es sich meist an, direkt auch noch ein paar andere Perspektiven etc. abzulichten. So ist man in Summe schon einige Zeit beschäftigt, ehe man wirklich das Gerät hören kann. Abgesehen von der generellen Rüst‑ und Anschlusszeit. Auch beim Schreiben will man am liebsten lossprudeln, muss aber erstmal die Pflicht hinter sich bringen, ehe wir hier zur Kür kommen.

Genug auf die Folter gespannt.

In meinem Kopf könnt ihr euch jetzt etliche Mindblown‑Memes vorstellen, welche ich jetzt versuche, hier zu verschriftlichen. Ja, ich habe z. B. auf der High‑End andere in die selbe Preiskategorie passende Amps und DAC‑Amp‑Kombos gehört. Das auch mit Kopfhörern, wo ich meine, dass ich deren Klangsignatur kenne und einschätzen kann. Und der Burson Conductor GT4 liefert hier einfach ab. Für mein Hörempfinden klingt er durch die Bank hinweg linear und lässt auf keinste Weise, nicht mal mit superhohen Ansprüchen, etwas anbrennen.
Und das ist das beste zu erwartende Ergebnis! Ich kann beim besten Willen keine klangliche Färbung finden, keine Leistungsschwächen, Verzerrungen oder dergleichen. Der Burson Conductor GT4 spielt so unerbittlich alles, was ihm entgegengeworfen wird, auf allen erdenklichen Kopfhörern.

Dynamic Driver, Planare oder IEMs. Viel oder wenig Leistung bringen ihn in keinster Weise dazu, irgendeine Schwäche zu zeigen. Vielleicht kann man irgendwo noch ein Zipfel mehr herausholen, aber ohne einen erbitterten direkten Test gegeneinander weiß ich es beim besten Willen nicht heraushören. Und selbst dann schätze ich, dass ich mich, wenn, nur von theoretischen Specs blenden lassen würde und im Blindtest mit heruntergelassenen Hosen dastehen würde.

Ich liebe den Burson Playmate 3 und finde ihn für knapp 1000 € ein Wahnsinnsgerät. Gerade für ambitionierte Gamer, welche wirklich mal geilen Sound haben wollen und gleichzeitig auf keinerlei Detail und Kompatibilität verzichten wollen. Er ist mein Go‑To‑Headphone‑Amp‑DAC‑Kombination am PC. Aber was der Conductor GT4 hier abliefert, ist einfach gefühlt Äonen entfernt. Versteht mich nicht falsch: Mit dem Playmate 3 bekommt man ein sehr, sehr geiles Gerät ins Haus. Und die bittere Pille des dreimal so teuren Conductor GT4 muss man erst einmal schlucken.

Imminence – God Fearing Man

Abgesehen davon, dass der Track generell sehr geil ist, ist die Abmischung auch wirklich gelungen. Ich habe den Song schon auf vielen Lautsprechern und Kopfhörern gehört und schätze ihn sehr. Er fängt mit feinen cleanen Vocals an, welche vom Conductor GT4 super räumlich dargestellt werden. Die einsetzende Violine kontrastiert dann fein den Gesang und lässt so die Bühne breit aufgehen. Die E‑Gitarren schlagen mit Wucht ins Ohr und machen tierisch Druck und verleihen dem Geschehen unglaublich viel Punch und Immersion. Dramaturgisch anschwellend baut sich der Song immer weiter auf, bis er sich dann in dem im Internet schon fast zum Meme gewordenen Breakdown mit einer wahnsinnigen Wucht entlädt. Ja, hier schwirrt mir immer der Kommentar eines YouTubers durch den Kopf: „Did he just bow his guitar?“. Brutal. Ja, hier werden die E‑Gitarrensaiten mit einem Violinbogen gespielt, und das sieht im Musikvideo nicht nur episch aus, sondern klingt auch einfach nur brutal.

Ich habe bei dem Song mit dem Conductor GT4 so viele Nuancen mit der Zeit heraushören können und nie irgendwie die Lust an dem Song verloren. Nichts, aber auch gar nichts klingt hier konstruiert oder harsch. Gefühlt ist alles am richtigen Fleck.

Korn – Got the Life

Also einige Korn‑Alben sind trotz ihres Alters von der Abmischung so Top‑Notch, dass man am liebsten die kompletten Alben in seine Playlist ziehen will. So war es auch Korn, welche meine Frau dazu bewegt haben, in meiner Abwesenheit den auf dem Schreibtisch spielenden Kopfhörer auf den Kopf zu setzen und zu lauschen, was ich hier schon wieder mit meinem Spielzeug treibe. Das Ergebnis konnte durch seine Nüchternheit ihres Ausdrucks nicht besser gelobt werden: „Du, Schatz. Ich hatte gerade deine Kopfhörer auf. Das, was da spielt, will ich auch haben.“

Aber „Got the Life“ hat einfach alles, um einen in seinen Bann zu ziehen. Ein mega grooviges Schlagzeug, Korn‑typisch schnarrender Bass, welcher gefühlt im Schädel gespielt wird, und feine psychedelisch klingende Gitarren direkt ab dem ersten Takt. Der Conductor GT4 spielt hier alles auf, was man sich nur in so einen Song hineindenken kann. Brutal detailliert, super räumlich, locker, leicht mit einer nebensächlichen Schroff‑ und Rotzigkeit.

Baest – Misfortunate Son

Eigentlich gar nicht selber auf dem Schirm, habe ich mal Chat‑GPT nach Ideen für weitere audiophile Tracks befragt. Herausgekommen ist Baest. Die Wahl ist echt nice gewesen. Nicht nur gefällt mir der Song, sondern ist er auch wirklich gut produziert. Hier bin ich auch wieder Fan vom Schlagzeug. Die Cymbals klingen mit dem Conductor GT4 superfein und hochauflösend. Ja, vielleicht harsch für manches Ohr, aber ich schätze die Natürlichkeit der Instrumente, wo man sie halt abmachen kann. Und da das Schlagzeug nicht verzerrt wird, klingt es wahrscheinlich am ehrlichsten und vergleichbarsten. Bei dem Song kann man sich hinsetzen und theoretisch räumlich exakt die Drums mitspielen. Find ich mega geil und habe ich Spaß dran.

Orbit Culture – The Tales of War

Machen wir den Abschluss mit Orbit Culture. Hier ist im Gegensatz zu Baest das Schlagzeug zwar ebenfalls räumlich gut auszumachen, aber gefühlt wesentlich weniger fein aufgelöst. Was ich hier am Schlagzeug fokussiere, ist die Double‑Bass. Diese klingt fett, aber ohne bei den schnellen Anschlägen zu matschen. Hier ist natürlich der Kopfhörer ebenfalls ausschlaggebend. Ich kann aber beim Gegenhören mit meinen vorhandenen Testmodellen behaupten, dass der Conductor GT4 hier seine Arbeit zur höchsten Zufriedenheit verrichtet.

Der Song ist einfach geil, weil er modern klingt und einfach die Orbit‑Culture‑typische Brutalität und Energie transportiert. Hier geht viel im Bass‑Bereich, was mir bei anderen DACs immer wieder aufgefallen ist, dass es vermatscht. Der Conductor GT4 prügelt sich hier durch und drückt jeden Punch oder Anriss von Basssaiten in den Gehörgang. Geil.

Gaming: Performance mit Layering & Voice

Will it blend?
Kann ein audiophiles Gerät wie der Burson Conductor GT4 auch Gaming? Und wie! Sicher ist: Es wird nicht die erste Wahl eines Gamers sein, sich sowas anzuschaffen. Bekommt man für die Kiste locker eine GeForce RTX 5090 und den nötigen Strom für eine Weile. Anders aber als eine Grafikkarte wird der Conductor GT4 nicht innerhalb der nächsten zwei Jahre ersetzt werden müssen, sollte man weiterhin auf High‑End‑Niveau zocken wollen. Zwar finden Hersteller immer einen Weg, uns das Geld aus der Tasche zu ziehen, aber mit dem Conductor GT4 hat man für sein Gaming‑Setup so ein Top‑Notch‑Gerät, dass es wahrscheinlich bis zum Verrecken eben jenes kaum einen Sinn macht, es auszutauschen. Jedenfalls werden in der Zeit so einige Kopfhörer und anderes Equipment das Zeitliche segnen.

Sinn oder Unsinn hin oder her, ja, damit zocken ist schon sehr geil. Ich glaube, wenn man einen Gaming‑YouTuber dazu bewegen würde, statt Firlefanz wie Razer und Konsorten an seinen PC so einen Burson Conductor GT4 zu klemmen und den billigen Plastikbomber auf dem Kopf mit was Besserem auszutauschen, könnte da einiges in der Szene gehen. Ja, es gibt Bemühungen, High‑End‑Audio und Gaming zu vereinen, und die Audio‑Branche hat die Szene auf dem Schirm, aber der Zugang fehlt noch. Wegen Budgets zum einen, aber ich denke auch wegen der Boomer‑Denkweise in der HiFi‑Branche.

Zurück bei der Gaming‑Performance des Conductor GT4, kann man sagen: klar! Klingt geil. Also sei es die Soundtracks diverser Spiele und deren Spielsounds. Das Potenzial ist da und muss einfach nur genutzt werden. Ich für meinen Teil mache auch nach einer gewissen Zeit den Soundtrack von Spielen aus, um dann Qobuz anzuschmeißen und selber Musik zu hören. Wenn man jetzt noch im Discord ist und sich unterhält, spielt so ein audiophiles Gerät natürlich mit Sprachverständlichkeit und Layering, also Separierbarkeit des Gehörten, seine Stärken aus. Hier wird viel vermischt, was nicht üblicherweise gemischt wird. Für den einen Chaos, ist es im Gaming teils Alltag. Der Conductor GT4 erlaubt es mir aber, all diese Dinge parallel zu machen, ohne mich übermäßig anzustrengen. Das ist bei einer billigen On‑Board‑Soundkarte etwas völlig anderes.

Ich habe es im Test zum Lehmann Audio Linear schon geschrieben. Mehr Details, bessere Transienten und stabilere allgemeine Performance des Kopfhörerverstärkers führen mich am Ende des Tages wahrhaftig zu einem entspannteren und weniger gestressten Empfinden. Das ist beim Conductor GT4 nicht anders. Dazu zählen im Allgemeinen noch andere Faktoren wie die Kopfhörer selbst und das Stresslevel, aber der Kopfhörerverstärker macht definitiv einen Teil aus.

OpAmp‑Tuning & Upgrades

Ich liebe OpAmp‑Tuning. Ich finde es bemerkenswert, wie man günstige Hardware mit einem Kniff in andere Sphären befördern kann. Aber beim Conductor GT4 muss man sagen: Wenn ich doch schon mit das Beste will, warum will ich später upgraden und nicht sofort zur Deluxe‑Variante mit den besten OpAmps greifen?
Wir bewegen uns hier schon in einem Preisbereich, in welchem ich sagen muss, dass es weniger Menschen gibt, die zu solch einem Gerät greifen. Und wenn, ist der Kauf vermutlich wohlüberlegt. Da will ich nicht nach ein paar Monaten noch die OpAmps upgraden.

Abgesehen davon: Burson Audio hat hin und wieder ziemlich coole Angebote. Mir ist in Erinnerung geblieben, dass, wenn man in einem gewissen Zeitraum in deren Online‑Shop ordert, man das nächstgrößere Upgrade geschenkt bekommt. Was beim Conductor GT4 entweder die OpAmps sind oder der Fusion Core als Netzteil

Super Charger & Fusion Core (GaN)

GaN Power
Alle Welt redet gerade von GaN Power. Sei es bei Netzteilen oder Amps. Und Burson Audio hat natürlich für seine Geräte schon seit längerem High‑End‑GaN‑Netzteile im Angebot. Den Burson Audio Fusion Core. 24 V mit satten 15 Ampere soll es dem Conductor GT4 den letzten entscheidenden Schliff verleihen. Wir waren jetzt nicht in der Lage, das nachzuprüfen. Vielleicht in Zukunft einmal. Was man liest, ist aber, dass hier wirklich der letzte Kritiker verstummen soll. Mit 860 € für den Fusion Core aber auch kein Schnapper. Aber wie schon weiter oben erwähnt, gibt es von Zeit zu Zeit Upgrade‑Wochen bei Burson, wo man das Upgrade zur nächsten Ausbaustufe zwischen Standard, Deluxe und Max geschenkt bekommt. Vielleicht die Gelegenheit, sich direkt die Max‑Variante für den Deluxe‑Preis zu sichern.

Kaufberatung: Für wen lohnt sich der Conductor GT4?

Die Frage ist eigentlich schnell und einfach zu beantworten. Denn eigentlich für jeden, der ihn sich leisten kann und will. Simple Antwort auf eine komplexe Recherche für einen selbst. Aber es gibt halt die GOAT in jedem Bereich und ab einem gewissen Preis ist ein Fehlgriff immer unwahrscheinlicher. Der Conductor GT4 ist einfach eben besagte GOAT und hier gibt es keine Downsides oder Kompromisse, die man eingeht.

Durch seine vielfältigen Anschlüsse kann man neben dem PC auch ohne Probleme seinen Eversolo oder WiiM anschließen, den Plattendreher oder Fernseher. Kein Grund, sich Gedanken über einzelnen DAC und Headphone‑Amp zu machen. Der Conductor GT4 ist einfach eine ultimative Headphone‑Zentrale und mit seinen Ausgängen ist er schnell um ’nen Amp für Lautsprecher auf dem Schreibtisch, im Hörraum oder Wohnzimmer erweitert.

Vergleich: GT4 vs. Playmate 3 vs. Voyager

Vergleich: Conductor GT4 vs. Playmate 3 vs. Conductor Voyager

ModellDAC‑ChipAusgangsleistung KopfhörerArchitektur/BesonderheitenVariantenEin-/Ausgänge (Kernauszug)Preis/Positionierung
Conductor GT42× ESS9038Q2M (Dual‑Mono, je Kanal separat versorgt)Bis 10 W Class‑A balanced, 5 W SE; 100 W Idle‑Bias6× Max‑Current Power Modules, 7× Silent Power Module; Head+Sub‑Mode; Roon TestedStandard (V6/SP01/24V5A), Deluxe (V7/SP02/Super Charger 5A), Max (V7/SP02/Fusion Core)USB‑C (DSD512/PCM 768 kHz), S/PDIF (Coax/Toslink), BT 5.0 aptX HD/LDAC; Pre/Line/Sub Out; 6,35 mm, 3,5 mm, 4‑Pin‑XLROberes High‑End, unterhalb Voyager
Playmate 3ESS9039 (Single‑Ended‑Plattform)Bis ca. 3 W SE (familienbedingt Class‑A Bias)Kompakt, Silent‑Power‑Module, optional RemoteStandard/Deluxe (V7/SP‑Upgrade/Netzteil‑Upgrade je Paket)USB, Pre‑Out/DAC‑Out/Kopfhörerausgang; weniger I/O als GT4Preis/Leistung stark unter GT4
Conductor VoyagerESS9039PRO (8‑Kanal)Bis 10 W Class‑A; 100 W Idle‑BiasDiskrete I/V‑ und LP‑Stufe; weiterentwickelte TopologieFlaggschiff‑Paket; Upgrades analog ÖkosystemI/O und Formate ähnlich GT4 auf Flaggschiff‑NiveauOberhalb GT4 positioniert

Setups aus der Praxis

Ich hatte jetzt die Gelegenheit, so einiges an den Conductor GT4 anzuschließen, und plaudere jetzt ein wenig aus dem Nähkästchen, wie ich das so empfunden habe.

Eversolo DMP‑A6 & DMP‑A6 Master Edition

Dass der Eversolo mein Go‑to‑Streamer ist, brauche ich wohl keinem mehr zu erzählen. Ich mag den Look & Feel, die Bedienung und die Qualität der Wiedergabe. Während ich den Artikel gerade schreibe, höre ich mit der Kombo Eversolo DMP‑A6 Master Edition und Burson Conductor GT4, wie viele Stunden zuvor. Einfach ein kleines, sehr gut klingendes Setup. Keiner der beiden schwächelt hier und das Gehäuseformat vom DMP‑A6 passt einigermaßen zum Conductor GT4. Wobei die Farbe Schwarz in meinem Fall oder auch das Silber von Eversolo nicht wirklich zum Burson passen werden. Aber so richtig auf Optik achte ich nicht und auf dem Burson Mothership (Rack) sieht es auf meinem Desk schon sehr geil aus.
Ich habe die beiden mit USB sowie XLR und Cinch verbunden. Bei USB nutzt man den Eversolo lediglich als Player, lässt quasi den Burson Conductor GT4 alleinig seine Arbeit machen. Demnach hat man den natürlichen linearen Klangcharakter eben jenes. Via XLR und Cinch benutzt man die zwei ESS9038Q2M im Eversolo und bekommt deren ebenfalls recht linearen Klangcharakter. Ein wenig wärmer vielleicht. Aber wenn, nur eine Nuance.

Geil ist halt der EQ im Eversolo, und so kann man den Sound noch ein wenig an seine Wünsche und Vorlieben anpassen. Je nach Kopfhörer finde ich das angenehm. Beim Audeze MM‑500 z. B. Ja, ich sehe mich eher auf der neutral abgestimmten Seite von Kopfhörern und habe nix gegen harscher klingende Höhen, der MM‑500 ist damit auch tendenziell geil, bei ihm hört es aber bei mir auf. Nach einer Weile muss ich ihn entschärfen.

WiiM Ultra

Ganz klar: Der WiiM Ultra macht sich prächtig mit dem Conductor GT4. Direkt per USB angeschlossen umgehen wir auch seinen DAC und somit steht die Kombo klangtechnisch nicht schlechter da als mit einem Eversolo. Jedoch ein anderes Bedienkonzept sowie Look & Feel. Das Feature‑Set ist auch noch ein wenig universeller, mit seinem Phono‑Pre‑Amp und HDMI‑ARC. EQ‑mäßig und so ist man hier auch exzellent aufgestellt. So hat man mit dem WiiM Ultra natürlich dann auch eine sehr leistungsfähige Anlage hier am Start.

MacBook M4 Pro 16″

Im täglichen Gebrauch habe ich den Burson Conductor GT4 natürlich an meinem MacBook hängen. Hier höre ich Musik, habe Telkos, schneide Videos, gucke Screener, nehme Audio auf … was man halt so alles mit seinem MacBook so anstellt. Der Conductor GT4 ist hier natürlich der End‑Game‑DAC. 8–10 h am Tag läuft er auf meinem Desk und ich bin mittlerweile mehr oder minder eins mit ihm.
Was ich oben hatte vergessen zu erwähnen, ist: Der Conductor GT4 wird warm und ist aktiv gekühlt! Jedoch hört man von den Lüftern im Innern nix. Absolut nix. Da ist selbst der Anthem MRX740, der gerade im Wohnzimmer steht, lauter, und ihn würde ich nicht als wirklich richtig hörbar beschreiben.

Externe Amps

Hab ich natürlich dran gehabt und den Conductor GT4 als Pre‑Amp fungieren lassen. Hier hatte ich einiges mal wieder dran. Der Transaudio d5pro macht, was von ihm erwartet wird. Er gibt dem Ganzen ein wenig Wärme, ohne dabei irgendwelche Details zu verlieren. Als Lautsprecher kamen hier die Amphion Argon3S zum Einsatz und wer unseren Test gelesen hat, weiß, was für leistungsstarke Lautsprecher das sind. Ja, die Kombo kostet jetzt schon ohne Kabel jenseits der 7000 € und spielt sicherlich in noch höheren Sphären mit. Wenn man hier noch einen Subwoofer in den Mix gibt … andere Baustelle.

Headphone + Sub

Hab ich nicht vergessen und war in der Tat von mir ein mit Spannung herbeigesehntes Setup! Zuallererst sollte man offene Kopfhörer wählen. Klar hat es auch Effekt mit geschlossenen, aber mehr Sinn macht es mit offenen. Und dann Subwoofer anschließen, Ausgang umstellen und grinsen. Das ist schon abgefahren. Hier kann man schon Spaß mit haben. Ist jetzt wirklich nix, wenn man seine Nachbarn nicht behelligen will oder die Kinder wecken, aber hey! Ist schon geil.

Man sollte sich schon näher an den Subwoofer setzen oder ihn näher zu einem holen, damit man ihn nicht bis in die Puppen aufdrehen muss. Gerade das Körpergefühl durch den Bass macht schon was her! Also am liebsten würd ich immer so hören. Aber obwohl ich mir hier viel rausnehmen kann, gibt es Grenzen, welche auch ich beachte.

Kopfhörer: Kurzfazit je Modell

Ich mache hier jetzt einen schnellen Abriss der Kopfhörer, die ich mit dem Conductor GT4 gehört habe. Dadurch, dass er linear spielt und genug Power hat, war der Klang eines jeden Kopfhörers eben jenes.

  • Audeze LCD‑X: Geiler, neutraler Kopfhörer. Bequem, robust gebaut und einfach ein tolles Gesamtpaket.
  • Audeze LCD‑3: Hab ich mich schwer mit getan. Ist nicht meins, die Wärme. Zwar kann er detailliert, wobei die Details schon arg in den Hintergrund rücken.
  • Audeze MM‑500: Ebenfalls ein neutraler Kopfhörer. Mir aber auf Dauer dann zu harsch in den Höhen. Hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen würde.
  • Fosi Audio i5: Ist und bleibt ein geiler Kopfhörer, welcher bei Kickstarter für einen unglaublichen Preis zu haben war.
  • Sennheiser HD550: Der schwächste aus der Reihe. Klanglich gut und vor allem leicht, fehlt es halt am Ende an Details und den feineren Höhen.
  • 7Hz Timeless: Klangen am Conductor GT4 am besten. Hier holt er alles aus den kleinen Knöpfen raus.
  • Kiwi Ears Septet: Ich glaube, die besten IEMs im Einsteigerbereich zurzeit. Am Conductor GT4 ein Traum.

Aus dem Burson‑Universum

Ich möchte hier diese Stelle noch nutzen, um euch noch ein wenig aus dem Burson‑Audio‑Portfolio zu berichten. Denn ich mag die Marke und deren Produkte und finde, sie haben noch ein wenig Aufmerksamkeit verdient. Und eventuell kommt der ein oder andere dann noch auf ein Gerät, was ihm zusagt und zu ihm passt.

Burson Mothership – Rack

Ihr habt das geile orange Rack gesehen, auf welchem der Burson Conductor GT4 thront? Jap! Die Kiste ist auch von Burson Audio und ein affengeiles Teil. Das Burson Audio Mothership. Sieht geil aus, passt farblich zu deren Geräten und ist einfach ein Hingucker. Interne Kabelführung, voll Aluminium und mit zwei oder vier Ebenen. Mega massiv und passt natürlich wie angegossen zu Burson‑Audio‑Produkten.

Burson Audio Soloist GT4 / Voyager

Ihr braucht den DAC aus dem Conductor GT4 / Voyager nicht und wollt lieber eine komplett analoge Signalverarbeitung, aber den Rest des Pakets? Kein Problem. Die Soloists sind genau das! Headphone‑Amp und Pre‑Amp. Natürlich ebenfalls mit Subwoofer‑Ausgang. Reinste Class‑A‑Verstärkung und beste Burson‑Qualität.

Burson Audio Timekeeper GT4 / Voyager – Mono‑Endstufen

GaN Power! GaN‑Amps sind in aller Munde und auch Burson Audio hat schon seit einiger Zeit zwei Modelle im Angebot. Entweder aus der Grand‑Tourer‑Edition oder Voyager. Nicht nur optisch passen sie zu den jeweiligen Serien, sondern versprechen höchsten Klanggenuss. 200 W bei 4 Ohm, reinste Class‑A‑Verstärkung klingen schon gut. Ich habe auch schon erste Zuschriften bekommen, einen Test zu den Timekeeper GT4 zu verfassen, und werde mal sehen, was sich machen lässt. Also bleibt gespannt.

Conductor Voyager (Überblick)

Nach dem Burson Conductor GT4 kommt noch der Conductor Voyager (wir berichteten). Mit einem Preisunterschied zwischen 800‑1000 € ebenfalls denkbar, direkt nach ganz oben ins Regal zu greifen. Hier werkelt dann ein ESS9039Pro mit 8 Kanälen statt dem Dual‑DAC im GT4. Bei der Schaltung gibt es auch signifikante Unterschiede, zumindest, was die Bilder erahnen lassen.

Fazit: Endgame am Kopfhörer

Fazit ist schon mal, dass das hier ein Monster von einem Review ist. Danke an dieser Stelle noch einmal an Burson Audio, dass sie das so unkompliziert möglich gemacht haben. Danke auch euch Lesern da draußen, die mich kontaktiert haben, sei es wegen dem Burson Audio Mothership, dem Conductor GT4 oder die schon mit der Frage gelöchert haben, was mit den Timekeepern geht und ob ich noch weitere Burson‑Audio‑Produkte vorstellen kann und werde. Ich hatte schon hin und wieder Zuschriften zu anderen Themen, aber zum Thema Burson Audio ist es doch schon fast in Arbeit ausgeartet. Aber nur fast. Und ich mache das gern. Also immer her damit!

Wer sich ganz dem Thema Kopfhörer hingeben will, sollte sich definitiv die Karten legen, wie sein Budget aussieht und ob der Conductor GT4 für ihn in Frage kommt. Für knappe 3000 € bekommt ihr hier ein Beast von einem Kopfhörerverstärker und DAC. Die Leistung und das Gesamtpaket überzeugen mich vollends. In den letzten Monaten hat sich der Conductor GT4 zu meiner Working‑GOAT entwickelt, wenn es darum geht, einen Kopfhörer, Streamer oder Musik zu analysieren oder einfach nur zu genießen. Ich denke, ich komme locker an die 500–600 h Hörzeit mit dem Gerät und konnte nichts, aber auch nichts finden, was mich stört.

Aber ich will auch hier noch einen Hinweis geben. Steck nicht gleich den Kopf in den Sand, wenn dir der Conductor GT4 einfach noch ein paar Klassen zu teuer ist. Guck dir den Playmate 3 an! Er ist ein wirklich tolles Gerät, welches im Einstieg bei 516 € liegt. Hier lohnt sich dann von Zeit zu Zeit die Upgraderei wirklich.

Bleibt zu sagen: Für mich ist der Burson Conductor GT4 gerade Referenz, und das mit vollster Überzeugung. Ich wünsche Burson Audio, dass sie auf dem deutschen Markt ankommen, und freue mich, zumindest einen kleinen Teil dazu beigetragen zu haben. Und jetzt ab mit euch auf deren Seite und traut euch, so ’ne Kiste zu ordern!

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https://www.hifigeek.de/raw-power-trifft-feingeist-burson-conductor-gt4-head-amp-im-review/feed/ 0 9346
3e Audio A7 Amp Review — Ein Kompakter Kraftprotz mit Upgrade-Potenzial https://www.hifigeek.de/3e-audio-a7-amp-review-ein-kompakter-kraftprotz-mit-upgrade-potenzial/ https://www.hifigeek.de/3e-audio-a7-amp-review-ein-kompakter-kraftprotz-mit-upgrade-potenzial/#respond Fri, 01 Aug 2025 08:57:54 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9298 Hey Leute, Zeit für einen neuen Amp-Test! Heute hab ich mir den 3e Audio A7 geschnappt und ordentlich durch den Kakao gezogen. Spoiler Alert: Der kleine Kerl hat mich ziemlich überrascht und zeigt, dass China-HiFi längst nicht mehr nur Billig-Schrott bedeutet.

Über 3e Audio ist vermutlich noch nicht jeder gestolpert — die sind noch relativ neu am Markt, aber keineswegs Newbies im Amplification-Game. Die bauen schon seit Jahren Boards für andere Hersteller und jetzt bringen sie ihre eigenen fertigen Amps raus. Und was soll ich sagen: Sie wissen definitiv, was sie tun.

Unboxing & erste Eindrücke — Wenn Gewicht Qualität verspricht

Okay, fancy Verpackung gibt’s hier nicht — aber ehrlich, wen juckt’s? Der A7 kommt gut geschützt an und das ist alles was zählt. Was sofort ins Auge sticht: Das Ding ist verdammt schwer für seine Größe. Fühlt sich an als ob da innen Blei versteckt wäre. Das ist schon mal ein gutes Zeichen — billiger Kram wiegt meist nix.

Das Design ist klassisch minimalistisch — schwarzer Alu-Block mit einem ordentlichen Drehregler in der Mitte. Nicht spektakulär, aber funktional und solide verarbeitet. Die Clipping-LEDs sind ein nettes Detail, auch wenn mir die Farbwahl etwas seltsam vorkommt — grün für Clipping ist nicht gerade intuitiv, aber mei.

Technik-Bashing — Was steckt drin?

Hier wird’s interessant! Der A7 basiert auf dem TI TPA3255 Chip mit Post Filter Feedback (PFFB) — das ist schon mal die richtige Liga. Was aber richtig geil ist: Die OpAmps sind von außen zugänglich! Kein nerviges Aufschrauben des Gehäuses nötig.

Stock sind OPA1656 OpAmps verbaut — das ist schon deutlich besser als die Standard NE5532, die man bei vielen Budget-Amps findet. Aber hier kommt der Clou: Mit einem simplen Keyboard-Switch-Puller kann man die Dinger easy austauschen. Habe ich natürlich gemacht.

Getestet habe ich mit Burson V7 Vivids und Sparkos SS3602 — und holy shit, was für ein Unterschied! Die Stock-OpAmps sind schon gut, aber mit den Upgrades geht der A7 auf ein anderes Level. Mehr dazu gleich beim ausführlichen Sound-Check.

Power ohne Ende — 48V sind kein Witz

Mit dem 48V/10A Netzteil (ja, das Ding ist ein Monster) liefert der A7 ordentlich Dampf: 250W in 4Ω und 140W in 8Ω bei 1% THD. Das reicht locker für die meisten Lautsprecher und selbst meine Amphion Argon 3S bekommen genug Futter.

Die Kühlung ist komplett passiv, aber das Gehäuse wird auch bei längeren Sessions nicht zu heiß. Da haben die Ingenieure gute Arbeit geleistet — kein Lüftergeräusch, das einen beim Musikhören nervt.

Testsetup — Kein Raum für Diskussionen

Damit keiner rummeckert wegen Kabel-Voodoo, habe ich durchgehend Ricable DEDALUS verwendet: DEDALUS SPEAKER MKII für die Lautsprecher, DEDALUS XLR und DEDALUS SIGNAL für die Verbindungen. Zuspieler waren der Eversolo DMP-A6 Master Edition und ein WiiM Ultra.

Als Musik kam meine Qobuz Referenz-Playlist zum Einsatz — keine Jazz-Esoterik, sondern Tracks die ich in- und auswendig kenne.

Klangtest mit der Referenz-Playlist — Jetzt wird’s ernst!

Ihr merkt schon, ich hatte mächtig Bock auf den 3e Audio A7 — und lasst euch jetzt auch schon die Frage auf der Zunge zergehen, ob ich nach dem ganzen Aufbau nicht maßlos enttäuscht wurde. Spoiler: Wurde ich nicht!

Natürlich habe ich den A7 zuerst mit Stock-OpAmps getestet und dann schrittweise die Upgrades eingebaut. Hier sind meine detaillierten Eindrücke zu den wichtigsten Tracks:

Behemoth — Blow Your Trumpets Gabriel

Schon beim ersten Track wird klar: Diese Kombo ist nicht für leise Töne gemacht. Die düsteren, orchestralen Einwürfe und die tiefen, dröhnenden Bässe werden vom A7 mit beeindruckender Präzision und Kontrolle wiedergegeben. Stock-OpAmps: Schon verdammt ordentlich! Kein Dröhnen, kein Matsch — sondern ein strammes, konturiertes Bassfundament. Mit Burson V7 Vivids: Hier wird’s interessant! Die Bühne wird breiter und tiefer, mehr “Leben” in der Musik. Mit Sparkos SS3602: Das war der Game-Changer! Die tiefen Growls behalten ihre Kontrolle, aber die Detailauflösung geht durch die Decke.

Knocked Loose — Deep in the Willow

Bei Knocked Loose wird es richtig dreckig. Die aggressiven Breakdowns und hektischen Gitarrenriffs werden klar voneinander getrennt, die Stimme bleibt trotz aller Verzerrung verständlich und präsent. Der A7 schafft es, die raue Energie zu transportieren ohne dass der Sound matschig oder undurchsichtig wird. Mit den Sparkos SS3602 kommen sogar die feinsten Details der Gitarrenverzerrung durch — brutal präzise!

Lorna Shore — Pain Remains I‑III

Die Lorna Shore-Trilogie ist ein echter Härtetest: komplexe Arrangements, rasante Blastbeats, orchestrales Getöse und düstere Growls. Der 3e Audio A7 meistert das mit Bravour. Die Dynamik bleibt auch bei den längeren, epischen Passagen erhalten, und die Details gehen nicht im Geschehen unter. Besonders beeindruckend: Der Amp schafft es, die emotionalen Höhen und Tiefen der Musik zu transportieren — von den sanften, orchestralen Momenten bis zum puren Chaos.

Lorna Shore — To the Hellfire

To the Hellfire ist ein weiterer Beweis für die Kontrolle des A7: Die tiefen Growls und die rasenden Doublebass-Läufe werden mit einer Präzision wiedergegeben, die man von Verstärkern der 300€-Klasse selten hört. Mit den OpAmp-Upgrades wirkt der Track noch räumlicher und die einzelnen Instrumente stehen perfekt im Raum.

Brand of Sacrifice — Between Death and Dreams & Purge

Brand of Sacrifice ist bekannt für ihre extremen Bässe und komplexen Arrangements. Der A7 zeigt hier, dass er auch mit modernem Deathcore klarkommt. Die Bässe sind druckvoll, aber nie matschig, und die Details in den Gitarren und im Gesang bleiben erhalten. Purge zeigt besonders gut, wie der Amp mit schnellen Wechseln zwischen tiefen Bässen und hohen Screams umgeht — alles bleibt kontrolliert und differenziert.

Rage Against The Machine — Bombtrack

Bombtrack ist ein Klassiker, der jedes System auf Herz und Nieren prüft. Der A7 lässt die Gitarren richtig knallen, ohne dass der Bass überhand nimmt. Zack Morellos charakteristischer Gitarrensound bleibt klar und präsent, und die Stimme von Zack de la Rocha sitzt genau da, wo sie hingehört: direkt vorne. Die Dynamik des Tracks kommt voll zur Geltung — von den leisen Momenten bis zum vollen Ausbruch.

Zeal & Ardor — Death to the Holy & Firewake

Zeal & Ardor mischt Black Metal mit Gospel-Elementen — ein echter Genremix. Der A7 schafft es, die düsteren Gitarren und die gospeligen Chöre gleichermaßen überzeugend wiederzugeben. Firewake zeigt besonders gut, wie der Amp mit komplexen Arrangements und ungewöhnlichen Klangfarben umgeht. Die verschiedenen Layers bleiben klar getrennt, ohne dass der Gesamtsound auseinanderfällt.

System Of A Down — Old School Hollywood

SOAD ist immer ein guter Test für die Mittenwiedergabe. Serj Tankians markante Stimme wird vom A7 kristallklar wiedergegeben, während die komplexen Gitarrenarrangements ihre Konturen behalten. Der charakteristische SOAD-Sound mit seinen schnellen Wechseln und verrückten Arrangements kommt perfekt rüber.

Rise Against — Paper Wings & Wolves

Punk-Rock klingt auf dem 3e Audio A7 richtig geil. Die Gitarren sind präsent, die Vocals stehen im Vordergrund, und der Bass gibt den nötigen Drive. Wolves zeigt die Fähigkeit des Amps, auch bei dichteren Produktionen die Klarheit zu bewahren. Wer gerne mitsingt, wird hier voll auf seine Kosten kommen.

Sleep Token — Granite

Sleep Token bringt eine andere Seite des A7 zum Vorschein. Die atmosphärischen Passagen und die dynamischen Wechsel zwischen ruhigen und harten Parts werden perfekt umgesetzt. Der Amp zeigt hier seine Vielseitigkeit — nicht nur für brutale Metal-Attacken, sondern auch für subtilere, emotionale Momente.

Septicflesh — Anubis (Live)

Live-Aufnahmen sind immer ein guter Test für die räumliche Abbildung. Anubis von Septicflesh kommt mit seinen orchestralen Elementen und der Live-Atmosphäre perfekt rüber. Man hat wirklich das Gefühl, im Konzert zu stehen. Die Dynamik zwischen den ruhigen orchestralen Momenten und den brutalen Metal-Parts wird vom A7 perfekt eingefangen.

Nirvana — Rape Me

Auch Grunge funktioniert hervorragend. Kurts raue Stimme und die charakteristische Gitarre kommen authentisch rüber. Der 3e Audio A7 zeigt hier, dass er nicht nur für moderne Metal-Produktionen taugt, sondern auch klassische Alternative-Sounds überzeugend wiedergibt.

Selbst bei längeren Hörsessionen mit komplexen Arrangements bleibt die Höhenwiedergabe entspannt und natürlich. Die Extension bis in die obersten Frequenzbereiche ist mehr als nur eine Zahl auf dem Datenblatt — sie sorgt für Luftigkeit und Räumlichkeit, die der Musik Leben einhaucht.

Vergleich zum Fosi V3 Mono — David gegen Goliath

Da der Fosi V3 Mono in ähnlichen Kreisen unterwegs ist, hab ich direkt verglichen. Der 3e Audio ist in jeder Hinsicht überlegen:

  • Bessere Stock-OpAmps: OPA1656 vs. NE5532 — kein Vergleich
  • Solidere Verarbeitung: Fühlt sich deutlich wertiger an
  • Mehr Upgrade-Potenzial: OpAmps von außen zugänglich
  • Läuft deutlich kühler: Keine Überhitzungsprobleme
  • Neutralerer Klang: Weniger digitale Härte

Klar, der Fosi ist günstiger, aber der Aufpreis für den A7 lohnt sich definitiv. Hier merkt man, dass man nicht nur einen Verstärker kauft, sondern ein durchdachtes System.

Upgradability — Das Hammer-Feature

Das ist wirklich das Killer-Feature des 3e Audio A7: Die OpAmps sind von unten zugänglich! Einfach mit einem Keyboard-Switch-Puller rausziehen und die neuen reinstecken. Dauert keine 30 Sekunden und macht aus einem guten Amp einen richtig geilen.

Die Sparkos SS3602 passen perfekt rein, genau wie die Burson V7 Vivids. Damit kann man den Sound genau an seinen Geschmack anpassen — mehr Wärme, mehr Analytik, mehr Punch, whatever. Das ist Customizing auf höchstem Niveau!

Stock → Burson V7 Vivid: Mehr Räumlichkeit, bessere Auflösung, etwas wärmer
Stock → Sparkos SS3602: Kristallklare Details, unfassbare Präzision, analytischer Sound

Kombinationen die abgehen

Budget-King: WiiM Ultra + 3e Audio A7 + günstige Regallautsprecher = Anlage unter 1000€ die richtig gut klingt

Audiophile-Setup: Eversolo DMP-A6 Master Edition + A7 mit OpAmp-Upgrade + hochwertige Standboxen = Ende Gelände

Desktop-Killer: Direktanschluss vom Computer + A7 + Nahfeld-Monitore = Studio-Sound am Arbeitsplatz

Was nervt? — Meckern auf hohem Niveau

Ehrlich gesagt nicht viel. Das externe Netzteil ist zwar groß, aber bei der Leistung okay. Die LED-Farben sind gewöhnungsbedürftig. Der Preis ist für das Gebotene mehr als fair. Ansonsten: Meckern auf hohem Niveau — so gut ist das Teil!

Behind the Scenes — Mein Testsetup im Detail

Ich hatte hier natürlich auch einige Lautsprecher-Kandidaten am Start, mit welchen ich rumgespielt habe: Amphion Argon 3S (meine Referenz), verschiedene Regallautsprecher und einige Standboxen. Musik wurde ausschließlich mit Qobuz gestreamt über meine Referenz-Playlist.

Als Zuspieler kamen hauptsächlich der Eversolo DMP-A6 Master Edition und das WiiM Ultra zum Einsatz. Beide harmonieren perfekt mit dem A7, wobei der Eversolo noch eine Schippe mehr Details liefert.

Fazit — Ein echter Geheimtipp

Was 3e Audio hier abliefert ist schon beeindruckend. Für 300€ bekommt man einen Amp der in Stock-Form schon richtig gut klingt und mit OpAmp-Upgrades in Sphären vordringt, wo normalerweise deutlich teurere Geräte spielen.

Das Upgrade-Potenzial macht den A7 zu einem echten Long-Term-Investment. Heute mit Stock-OpAmps anfangen, später upgraden und nochmal ein deutlich besseres Klangerlebnis bekommen — das ist genial!

Zu kaufen gibt es den A7 unter anderem bei Aliexpress direkt vom Hersteller.

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https://www.hifigeek.de/3e-audio-a7-amp-review-ein-kompakter-kraftprotz-mit-upgrade-potenzial/feed/ 0 9298
Lehmann Audio Linear im Test: Wenn deutsche Ingenieurskunst auf Kopfhörer-Power trifft https://www.hifigeek.de/lehmann-audio-linear-im-test-wenn-deutsche-ingenieurskunst-auf-kopfhoerer-power-trifft/ https://www.hifigeek.de/lehmann-audio-linear-im-test-wenn-deutsche-ingenieurskunst-auf-kopfhoerer-power-trifft/#respond Mon, 14 Jul 2025 21:02:29 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9110 Irgendwie fange ich hier jetzt zum dritten Mal an, meinen Test zum Lehmann Audio Linear zu schreiben. Zu sehr war ich darauf fixiert, erstmal den Hintergrund des Tests zu klären – aber das habe ich jetzt an anderer Stelle erledigt. Wer Bock hat, kann das nachlesen.

Die Testmuster vom Lehmann Audio Linear und Lehmann Audio Linear II wurden uns freundlicherweise vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Aber keine Sorge: Das beeinflusst unsere Meinung null. Hier gibt’s wie immer die ungefilterte Wahrheit.

Lieferumfang und Verarbeitung

Wohl verpackt kamen die Lehmann Audio Linear hier an. Beim Lieferumfang ist bei einem Kopfhörerverstärker natürlich schnell Schluss: Kaltgerätekabel dabei, ein Cinch-Kabel muss man sich selbst besorgen – dann kann’s losgehen.

Verarbeitung? Absolut next level! Die 3mm dicke Aluminium-Frontplatte, das massive Gehäuse, der fette Ringkerntrafo im Inneren – alles fühlt sich nach High-End an. Der Lautstärkeregler läuft satt mit genau dem richtigen Widerstand, das Rad gleitet smooth durch die Finger. Die Kopfhörerbuchsen sind hochwertig, die kleine LED an der Front dezent und nicht zu grell.

Was mir direkt aufgefallen ist: Der Lehmann Audio Linear ist echt lang und braucht ordentlich Platz auf dem Schreibtisch. Unter meinem Balolo steht er jetzt, ragt aber hinten ziemlich raus. Zwei Kopfhörerausgänge gibt’s, beide werden gleichzeitig befeuert. Mit zwei DIP-Schaltern auf der Unterseite kann man die Ausgangslautstärke anpassen – praktisch für hungrige Kopfhörer, bei mir aber erstmal nicht nötig.

Hinten gibt’s zwei Cinch-Paare mit vergoldeten Kontakten – ein Paar als Eingang, eins als Ausgang, z.B. für aktive Monitore. Dazu noch der Ein/Aus-Schalter und der Stromanschluss.

Einziger echter Minuspunkt: Der Netzschalter ist hinten! Mega unpraktisch am Schreibtisch, ich muss immer zwischen Balolo und Monitor rumfummeln, um das Teil anzumachen. Ein Schalter vorne wäre ein Traum. Vielleicht hilft hier eine smarte Steckdose, denn nach vier Wochen nervt das echt.

Kopfhörerverstärker – warum überhaupt?

Hm… sehr gute Frage, die ich mir eigentlich nie gestellt habe, weil ja fast alles auf dem Schreibtisch schon einen Verstärker verbaut hat. Soundkarten, Audio-Interfaces, alles all-in-one. Aber gerade die Mikro-Interfaces sind für Kopfhörer oft nicht optimal, da lohnt sich ein separater DAC und Amp.

Viele DACs übernehmen zwar die Verstärkerrolle, sind aber meist auf normale Gaming-Headsets ausgelegt. Und mal ehrlich: Viele Gamer wissen gar nicht, was ihnen klanglich entgeht – oder sparen halt am falschen Ende. Die Branche hat sich aber entwickelt, Billigmarken wie Speedlink sind quasi weg vom Fenster.

Im Grunde ist es wie bei der Anlage im Wohnzimmer: Entweder All-in-One oder getrennte Komponenten. Ein guter DAC ist nicht automatisch ein guter Amp. Gerade mit hochwertigen Kopfhörern trennt sich die Spreu vom Weizen. Mein Fosi K7 klingt für 180 € schon richtig stark, aber mit dem Lehmann Audio Linear geht’s nochmal auf ein anderes Level.

HiFi-Regel: Komponenten sollten preislich zusammenpassen. Aber manchmal gibt’s eben auch Einhörner – wie den K7. Kombiniert mit einem 900 € Verstärker und evtl. einem besseren Netzteil (nochmal 100–120 €) landet man bei 300 €, hat aber ein Set, das richtig performt.

Klang mit dem Lehmann Audio Linear und Fosi Audio K7

Ich geb’s zu: Der K7 hatte mich schon vorher abgeholt. Sein AKM 4493SEQ ist schon sehr cool. Ein wenig Wärme, aber dennoch super Details. Lehmann Audio Linear dran geklemmt, Kopfhörer umgestöpselt, wow. Ich sag jetzt nicht, dass der Lehmann was am Klang macht – das tut er mit absoluter Sicherheit nicht. Er macht eher, dass es potenter klingt? Kann man das so sagen? Harmonischer, weil er halt gefühlt keine Versorgungsschwäche aufweist.

Das ist dieser berühmte Unterschied, wenn ein Verstärker nicht in die Knie geht und die Musik einfach mehr lebt. Ich habe das schon mal beschrieben beim Test von Verstärkern gegenüber Receivern. Diese gehen halt teilweise kurzzeitig in die “Knie” und der letzte Punch fehlt. Ziemlich genau das empfinde ich hier auch. Der Lehmann gibt der Musik noch mal mehr Energie. Nix, was ich vermissen würde, wenn ich es nicht erst gegengehört hätte, aber jetzt, wo ich es kenne, will ich’s nicht mehr missen.

Generell nennt man dies Transienten – und während ich diesen Text hier schreibe, merke ich immer wieder, dass ich auch hierüber aufklären muss. Deswegen gibt’s bei uns auch eine Erklärung zu Transienten.

Von Vorteil kann es schon sein, wenn man den DAC auf Line-Out stellen kann, dann hat man die Referenz-Ausgangsleistung anliegen. Das ging jetzt beim K7 nicht, aber ich habe ihn quasi auf ca. 2/3 Lautstärke gestellt und dann die Lautstärke über den Lehmann Audio Linear geregelt.

Was mir ab dann aufgefallen ist: Ich hatte richtig Spaß am Hören. Hat aber auch dazu geführt, dass ich die Musik streckenweise aufgedreht habe. Im Wohnzimmer ist das einfach, ich hab mal mein Handy mit Dezibelmesser zwischen Ohr und Kopfhörermuschel geschoben und gemessen. Ob das jetzt den wirklichen Schalldruckpegel anzeigt, weiß ich nicht. Vielleicht hat ja wer ne Idee, wie man das mal gescheit messen kann?

Für genau diesen Fall hat aber Norbert noch einen Hinweis verschriftlicht in seinem Techletter. Hier weist er nochmal auf die Lautstärken und Dauer hin, die man hören sollte, ohne dauerhafte Gehörschäden.

Stepup zum Fosi ZD3

Fosi bewirbt den Fosi ZD3 als seinen Flagship DAC, welcher aber mit 189 € immer noch moderat im Preis ausfällt. Hier werkelt jetzt kein AKM-Chip, sondern ein Sabre ES9039Q2M – also tendenziell der Zweikanal-Flaggschiff-DAC im mobilen Sektor. Der ZD3 ist zwar noch Vorstufe, hat aber schon keinen Kopfhörerverstärker mehr an Board. Dafür kann man an ihm noch rumtunen mit OpAmps, was ich auch ausgiebig getan habe. Ergebnisse folgen im ausführlichen Test. Aber aktuell warte ich noch auf OpAmps, demnach dauert es noch ein wenig, bis ich final bin.

Bis darauf, dass ich mich irgendwie auf der Sabre-Seite der Macht fühle, weil ich dann doch das Analytische vom Sabre mehr schätze und der DAC als solcher nochmal besser als der K7 performt, konnte ich hier lediglich ausmachen, dass mir die Kombo richtig gut gefällt. Platztechnisch ist der ZD3 auf dem Schreibtisch angenehm, optisch sieht er auch ansprechend aus.

Stepup zum Burson Audio Playmate 3 Deluxe

Ein ganz anderes Level betritt man natürlich dann mit dem Burson Audio Playmate 3, welcher auch erst kürzlich erschienen ist. Aber ich bin nunmal Spielkind und Burson ist die Wiege der Audiospielerei, haben sie doch diskrete OpAmps in den Markt gebracht und bieten wie Fosi Audio ebenfalls die Möglichkeit, eben jene auszutauschen.

Beim DAC-Chip handelt es sich wieder um den ES9039Q2M, welcher hier natürlich nochmal anders implementiert wurde. Hier gibt es noch spezifische Einstellungsmöglichkeiten, die den Klang anpassen lassen.

Hätte ich jetzt keinen Lehmann Audio Linear hier, würde mir erstmal wahrscheinlich der Kopfhörerverstärker im Playmate 3 reichen. Hier müssen wir aber auch hinzunehmen, dass es sich schon um die Deluxe-Version handelt, welche mit fast 1100 € zu Buche schlägt.

Hier ist mit dem Lehmann Audio Linear dennoch noch was rausholbar, wobei der Lehmann Audio Linear II hier das i‑Tüpfelchen setzt. Aber dazu wollte ich einen eigenen Artikel schreiben. Hier kann man dann definitiv sagen, dass die Transientenwiedergabe noch ein Quäntchen zulegt. Ich weiß jetzt nicht, wie das viele Leute abmachen in ihrer Musik, aber ich mache das an gut aufgenommener Musik ab. Hier hatte ich zum Beispiel ganz gerne Korn gehört. Die meisten Alben stehen hier mit 192 kHz zur Verfügung, auch wenn ich ab einer bestimmten kHz-Zahl nicht mehr wirklich einen Unterschied abmachen kann, ist das die mir höchst verfügbare. Hier gibt es manche Aufnahmen, die ganz deutliche Anrisse von Gitarren- und Basssaiten haben, was mir vorher verwehrt war zu hören, aber die Musik jetzt mehr wie Musik klingen lassen. Good God, Reclaim my place, no place to hide wären da so Titel.

Schwer zu beschreiben, aber jeder kennt den Unterschied des Klangs, abgesehen von der Lautstärke, eines Konzerts. Auch hier hört man direkte Einflüsse der Instrumentenbedienung, also das leise Schleifen der Finger über die Metallsaiten oder auch das Anschlagen, bzw. den Zeitpunkt, wo der Drumstick das Becken hölzern trifft. Hier bilde ich mir ganz hart ein, dass ich das nicht oder nicht so intensiv hatte. Mehr zu Transienten habe ich dann gleich mal hier geschrieben.

Voll analog am Plattendreher

Ich glaub, ich hab noch nie so direkt meinen Plattendreher abgehört. Also tendenziell war halt nur der Plattendreher, der Graham Slee Gram Amp 2 SE und der Lehmann Audio Linear in meiner Audiokette. Dadurch, dass der Lehmann Audio Linear über eine Lautstärkeregelung verfügt, klappt das hervorragend.

Was soll ich sagen? Definitiv mal noch eine andere Welt. Man ist einfach noch eine Runde näher an allem dran. Der Graham Slee macht seine Sache wirklich gut, auch wenn ich irgendwann noch mal die Möglichkeit haben möchte, mich hier auszuprobieren. Beim Lehmann ist man aber in der Tat schon so ziemlich angekommen. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass man mit so einem Gerät noch viel mehr will. Braucht vielleicht, wenn da doch noch was richtig Leistungshungriges genutzt werden soll, aber sag niemals nie.

Ich hätte sicherlich ohne Norbert Lehmann auch nicht einen Kopfhörerverstärker im Haus gehabt und diesen erst recht nicht an mein Plattensetup gehangen.

WiiM

Auch an einem WiiM Ultra macht sich der Lehmann Audio Linear hervorragend. So bekommt man ein schönes, minimalistisches High-End-Setup dahingestellt. Die hervorragende Bedienbarkeit des WiiM Ultra mit einem leistungsstarken Kopfhörer-Amp hebt die Kiste zumindest für eben jene auf ein anderes Level. Definitiv nicht für Einsteiger, aber für Aufsteiger sicherlich eine tolle Option.

Eversolo

Kommen wir zu meinem unangefochtenen Lieblingsstreamer, dem Eversolo DMP-A6 und DMP-A6 Master Edition. Der WiiM ist wirklich geil, als Ultra mit seinem Display und der Bedienung… wirkt er aber dennoch ein wenig ipsig und eher wie ’ne Dose, ist der Eversolo einfach ein ausgewachsenes, aber dennoch junges Stück HiFi. Den Lehmann Audio Linear angeschlossen, rockt diese Kombo in meinen Augen schon ziemlich. Ich habe Stunden verbracht, mit dieser Kombo zu hören. Das große Display, welches mir immer das Cover zum aktuellen Song anzeigt, durch den Kopfhörer jetzt in der Nähe. Vertieft in die Musik versunken und immer mal einen Blick auf das Display. Handy beiseite und mit der Touch-Steuerung hier ein wenig den Alltag verschwinden lassen.

Klanglich über aller Zweifel erhaben. Der Lehmann Audio Linear tut das, was Norbert Lehmann verspricht: Linear spielen und das wirklich zur Entspannung.

Persönliches Empfinden

Ich weiß nicht, was es ist, aber ich glaube, es liegt nicht nur am “besseren”, “entspannteren” Ton, sondern auch an vielerlei anderer Faktoren. Sich einen Kopfhörerverstärker wie den Lehmann Audio Linear zuzulegen, bedeutet halt zum einen das Commitment auf den Kopfhörer an und für sich. Man gibt hier 1000 € für ein feines Stück Technik aus, welches allen angeschlossenen Kopfhörern schon mal auf dem Papier die Leistung zuteilwerden lässt, die sie benötigen. Weiterhin geht man davon aus, dass der Lehmann Audio Linear in keinster Weise meinen Ton verfärbt, sondern die einzigen klangbestimmenden Faktoren die Musik selber und der DAC + ggf. Equalizer sind. Was heißt, dass ich mir meine Musik so anpassen kann, wie ich sie vielleicht gerne höre – wärmer, analytischer – und nicht noch weitere Komponenten habe, welche ich in diese Einstellung einberechnen muss.

Mit dem Commitment weiß ich innerlich auch: Hier handelt es sich um ein absolutes Referenzgerät. Vielleicht ist es eine innere Ruhe, die entsteht, weil ich nicht versuche, zwangsläufig den Fehler an eben jener Stelle zu suchen, wenn ich im Klang etwas entdecke, das mir nicht gefällt oder schlimmstenfalls sich nicht natürlich anhört.

Jedenfalls hat mich das Commitment dazu bewegt, noch mal mehr Musik zu hören, weil ich neugierig war, wie, was, jetzt eventuell anders als vorher klingt. Andere Kopfhörer an dem Lehmann Audio Linear zu hören, welche ich vielleicht beim ersten Mal so gut fand und ihnen noch eine zweite Chance zu geben.

Für wen ist denn nun der Lehmann Audio Linear?

Ganz klar: Enthusiasten. Wenn du deine Musik und deinen Musikgenuss weiter nach vorne bringen möchtest. Klingt vielleicht dein DAC schon nach dem, was du dir so vorstellst, kannst du sicherlich mit dem Lehmann Audio Linear hier und da noch ein Quäntchen herausholen. Weiterhin gibt er dir Freiheit bei deiner zukünftigen Kopfhörerwahl. Dennoch wäre es natürlich nicht mein erstes Upgrade. Vorziehen würde ich immer OpAmps und das Netzteil, da dies natürlich einen ganz entscheidenden Einfluss auf den Klang hat.

Ganz ehrlich würde ich den Lehmann Audio Linear (bzw. hier den Linear II) nicht mehr missen wollen. Letztlich entscheidet bei mir nur das Budget. Gerne hätte ich einen Lehmann Audio Linear II hier im Repertoire, alleine für zukünftige Tests von Geräten, da ich jetzt einmal in den Kaninchenbau gefallen bin. Aber da alles hier auf dem Blog dennoch Geld kostet und durch meine Entscheidung, den Blog gar nicht zu monetarisieren, alles vom Hobby-Budget abgeht, muss jede Ausgabe wohl überlegt sein. So sehr es mich und die Qualität nach vorne bringen würde, gibt es einfach auch andere Ausgaben hier, die man nicht sieht. Oft müssen Zölle bezahlt werden für Lieferungen und geschenkt bekommt man nunmal auch nix.

Also: Wer sich ein geiles Desktop-Setup zusammenbauen will, sollte definitiv mit einem Kopfhörerverstärker rechnen. Beim Lehmann Audio Linear macht man absolut nix falsch und bekommt “deutsche Wertarbeit und Engineering”. Vielleicht auch sowas wie Zukunftssicherheit – vom Linear zum Linear II bietet Lehmann Audio auch ein Upgrade an.

Analog-Setup direkt am Phono-Pre-Amp? Ebenfalls geil. Vielleicht in einer Mietsituation, oder einfach um die bessere Hälfte nicht zu nerven. Oder einfach, weil man beides genießt. Mal mit den Lautsprechern und mal mit den Kopfhörern. War vor diesem Test mir nicht so präsent, kann ich aber voll und ganz nachvollziehen.

Direkt an einen Streamer? Geile Sache. Durch die direktere Nähe der Kopfhörer zum Ohr merkt man aber schon Nuancen-Unterschiede bei den Streamern. Wo ein WiiM Ultra wirklich geil an einer Anlage ist, kann ein Eversolo noch ’ne deutliche Ecke besser klingen auf dem Kopfhörer.

Fazit

Hier gibt’s kein Haar in der Suppe, sondern nur unbändige Power, ohne nur ein Quäntchen den Klang zu verfälschen. Wer einen Kopfhörerverstärker sucht, der einfach das macht, was man erwartet, ohne irgendwelche OpAmp-Spielereien, ist hier an seinem erstrebenswerten Ziel angekommen. Feinste Class-A-Verstärkung, solide Bauweise und mit Liebe engineered.

Behind the Scenes

Ich hatte hier natürlich auch einige Kopfhörerkandidaten am Start, mit welchen ich rumgespielt habe: Diese waren Audezee LCD‑X, LCD‑3, Sennheiser HD 550, Verum 2, Fosi Audio i5, Beyerdynamic DT1990 Pro. IEM’s habe ich die Juzear Defiant, 7Hz Timeless II und Shanling ME600 mit dem Lehmann Audio Linear betrieben. Musik wurde fast ausschließlich mit Qobuz gestreamt. Eine Referenzplaylist findet sich hier.

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https://www.hifigeek.de/lehmann-audio-linear-im-test-wenn-deutsche-ingenieurskunst-auf-kopfhoerer-power-trifft/feed/ 0 9110
WiiM Ultra im Test: Der Streaming-König für alle Fälle — Update 2026 https://www.hifigeek.de/wiim-ultra-im-test-der-streaming-koenig-fuer-alle-faelle/ https://www.hifigeek.de/wiim-ultra-im-test-der-streaming-koenig-fuer-alle-faelle/#respond Sun, 13 Jul 2025 20:45:54 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9066 Der WiiM Ultra ist das Flaggschiff von WiiM und positioniert sich als zentraler digitaler Hub für jedes Audio-System. Mit seinem 32-bit/384kHz ES9038Q2M SABRE DAC, dem 3,5‑Zoll-Touchscreen und einer beeindruckenden Ausstattung an Ein- und Ausgängen wollte der chinesische Hersteller nichts weniger als die Streaming-Welt revolutionieren. Nach wochenlangem intensivem Testing mit verschiedensten Setups von Budget bis High-End können wir sagen: Mission erfüllt! Der Ultra ist nicht nur ein würdiger Nachfolger des WiiM Pro Plus, sondern setzte 2025 völlig neue Maßstäbe in seiner Preisklasse — und behauptet sich auch 2026 noch, wenngleich das Feld inzwischen enger geworden ist.

Alle WiiM-Modelle im Überblick — Streamer, Verstärker, Speaker und die neue Bar: → WiiM Übersicht

Für 399 Euro bekommt man ein Gerät, das vor wenigen Jahren mehrere Tausend Euro gekostet hätte.

Reviews in Bild und Ton

Wir haben mittlerweile auch einen eigenen Youtube-Channel. Hier versuche ich regelmäßig für euch Reviews mit bewegtem Bild bereit zu stellen und mehr mit euch in Kontakt zu treten. Schaut doch einfach mal vorbei und abonniert den Kanal. Danke!

Update Juni 2026: Was sich seit dem Launch getan hat

Ein Gerät wie der WiiM Ultra lebt von Software – und WiiM hat seit unserem ursprünglichen Test kräftig nachgelegt. Der aktuelle Firmware-Stand bringt einige spürbare Verbesserungen:

  • Reduzierte Audio-Input-Latenz: auf rund 35–40 ms gesenkt, was besonders bei HDMI-ARC-Nutzung mit TV-Lippensynchronität hilft.
  • WiiM Radio: als neue Musikquelle direkt in der App integriert.
  • Dolby-Bitstream-Fixes: Stotter- und Aussetzer-Probleme bei Dolby-Wiedergabe über den optischen Eingang wurden behoben.
  • Verzögerte Auto-Updates: konfigurierbar in der App, für alle, die nicht jedes Firmware-Update sofort haben wollen.
  • Roon Ready: ist inzwischen vollständig zertifiziert und produktiv im Einsatz — die zum Launch angekündigte Zertifizierung ist also längst Realität.

Kurz gesagt: WiiM pflegt den Ultra aktiv weiter, fast im Monatstakt gibt es Firmware-Updates. Wer das Gerät kauft, kauft kein “fertiges” Produkt, sondern eines, das sich kontinuierlich verbessert.

Unboxing: Wenn Premium auf Pragmatismus trifft

Das Auspacken des WiiM Ultra ist schon ein kleines Erlebnis für sich. Die schlichte, aber hochwertige Verpackung verspricht bereits, was drin ist: Premium-Qualität zu einem fairen Preis. Der erste Eindruck beim Herausnehmen ist durchweg positiv — das Aluminiumgehäuse fühlt sich deutlich wertiger an als die Plastikgehäuse der günstigeren WiiM-Modelle. Mit seinen 205 x 205 x 73 mm und 1,3 kg wirkt das Gerät kompakt, aber keineswegs billig.

Im Lieferumfang finden sich neben dem WiiM Ultra selbst ein Netzkabel, HDMI‑, Cinch- und Tos-Link-Kabel. Ein Phono-Ground-Adapter für Plattenspieler, sowie eine Fernbedienung mit Sprachsteuerung. WiiM hat hier wirklich mitgedacht — alles was man für den sofortigen Start braucht, ist dabei.

Das absolute Highlight ist aber definitiv das 3,5‑Zoll-Farbtouchscreen-Display mit Glasabdeckung. Es fühlt sich hochwertig an und reagiert butterweich auf Berührungen. Beim ersten Einschalten begrüßt einen ein farbenfroher Setup-Wizard, der selbst Audio-Noobs durch die Ersteinrichtung führt.

Technische Ausstattung: Ein Schweizer Taschenmesser in Audio-Form

Technische Spezifikationen

  • Audio-DAC: ESS Sabre ES9038Q2M (32-bit/384kHz)
  • Kopfhörerverstärker: Texas Instruments TPA6120A2
  • ADC: TI Burr-Brown PCM1861 (110 dB SNR)
  • Line-Ausgang: Maximum 2,1V RMS, SNR 121 dB (A‑gewichtet), THD+N 0,00018% (-115 dB)
  • Konnektivität: Wi-Fi 6E (2,4/5/6 GHz), Bluetooth 5.3 mit BLE, Ethernet 10/100 Mbps
  • Display: 3,5″ Farb-Touchscreen mit Glasabdeckung
  • Abmessungen: 205 x 205 x 73 mm
  • Gewicht: 1,3 kg

Ein- und Ausgänge

Audio-Eingänge:

  • HDMI ARC (PCM, Dolby Digital 5.1)
  • Optischer Eingang (TOSLINK)
  • Line-Eingang (RCA)
  • Phono-Eingang (MM/MC)
  • Bluetooth-Empfänger

Audio-Ausgänge:

  • Line-Ausgang (RCA)
  • Optischer Ausgang (TOSLINK)
  • Koaxialer Ausgang (RCA)
  • USB-Ausgang
  • Subwoofer-Ausgang (RCA)
  • Kopfhörerausgang (3,5mm)
  • Bluetooth-Sender

Zusätzliche Features:

  • 12V-Trigger-Ausgang
  • USB-Host für Storage
  • 10-Band parametrische EQ
  • Raumkorrektur-Software
  • Multiroom-Fähigkeiten

Setup und erste Schritte: Kinderleicht, selbst für Audio-Noobs

Die Einrichtung über die WiiM Home App ist ein Kinderspiel. Nach dem Download der App wird der WiiM Ultra sofort erkannt und die Firmware automatisch aktualisiert. Die App selbst ist intuitiv gestaltet und bietet Zugang zu allen wichtigen Einstellungen. Besonders cool: Man kann für jeden Eingang separate EQ-Einstellungen vornehmen.

Das Touchscreen-Display zeigt nicht nur Albumcover und Wiedergabesteuerung, sondern auch VU-Meter und diverses Feedback zur aktuellen Wiedergabe. In der Standby-Zeit kann man sogar ein individuelles Wallpaper einstellen oder Uhrzeit und Datum anzeigen lassen.

Klangtest: Von Brutal bis Brilliant

Für unseren ausführlichen Klangtest haben wir den WiiM Ultra durch verschiedenste Setups gejagt. Die Referenz-Playlist mit ihrer Mischung aus extremem Metal, Progressive Rock und klassischen Tracks bot die perfekte Basis, um die Grenzen des Geräts auszuloten.

Setup 1: Lehmann Audio Linear II

Am Lehmann Audio Linear zeigte der WiiM Ultra sofort seine Klasse. “Blow Your Trumpets Gabriel” von Behemoth kam mit beeindruckender Dynamik und kristallklarer Separation der einzelnen Instrumente rüber. Der ESS Sabre DAC zeigt hier seine Stärken: ultra-niedrige Verzerrungen und ein Signal-Rausch-Verhältnis von über 120 dB sorgen für einen schwarzen Hintergrund, vor dem sich selbst leiseste Details abheben.

Setup 2: Burson Audio Playmate 3 & Conductor GT4

Die Kombination mit den Burson-Geräten (Playmate 3 Test, Conductor GT4 Test) offenbarte die analytischen Qualitäten des WiiM Ultra. “Pain Remains III: In a Sea of Fire” von Lorna Shore mit seinen über 9 Minuten komplexer Arrangements wurde mühelos gemeistert. Die Bühnenabbildung ist präzise, wenn auch nicht ganz so dreidimensional wie bei deutlich teureren Streamern.

Setup 3: Fosi Audio V3 Mono

Hier zeigte sich die Vielseitigkeit des WiiM Ultra. Selbst mit Budget-Verstärkern wie dem Fosi V3 Mono (hier im Test) liefert er saubere, detailreiche Signale. “Bombtrack” von Rage Against The Machine kam mit ordentlich Punch und Dynamik rüber, ohne dass die Stimme von Zack de la Rocha in der komplexen Instrumentierung unterging.

Kopfhörer-Performance: Audeze LCD‑X & LCD‑3

Der integrierte Kopfhörerverstärker TPA6120A2 macht seine Sache überraschend gut. Mit den Audeze LCD‑X konnte “Honeycomb” von Deafheaven seine volle emotionale Wucht entfalten. Die 11 Minuten epischer Post-Metal wurden niemals langweilig, der WiiM Ultra hielt die Spannung über die gesamte Spielzeit aufrecht. Auch die anspruchsvollen Audeze LCD‑3 wurden problemlos angetrieben, wenngleich ein dedizierter Kopfhörerverstärker nochmal eine Schippe drauflegen würde.

Lautsprecher-Setups: B&W & Amphion Argon 3S

An den B&W zeigte der WiiM Ultra seine neutralen Qualitäten. “Granite” von Sleep Token kam mit der typischen Wärme der B&W‑Hochtöner rüber, ohne dass der WiiM Ultra eigene Klangfärbungen hinzufügte. Die Amphion Argon 3S profitieren von der sauberen Signalaufbereitung des WiiM Ultra — “Creep” von Radiohead klang so melancholisch und detailreich wie selten zuvor.

HDMI ARC: Die heimliche Heimkino-Zentrale

Ein echtes Alleinstellungsmerkmal des WiiM Ultra ist der HDMI-ARC-Eingang. Angeschlossen an den TV wird aus jeder Stereo-Anlage eine kleine Heimkino-Zentrale. Filme und Serien profitieren von der deutlich besseren Klangqualität gegenüber TV-Lautsprechern. Dolby Digital 5.1 wird problemlos verarbeitet und über die Stereo-Ausgänge intelligent heruntergemischt. Für Puristen mag das Frevel sein, aber der Convenience-Faktor ist einfach unschlagbar — und dank der jüngsten Firmware-Fixes läuft die Dolby-Wiedergabe inzwischen auch spürbar stabiler als beim Launch.

Phono-Preamp: Vinyl-Revival leicht gemacht

Der integrierte Phono-Preamp ist eine nette Zugabe für Vinyl-Enthusiasten. Am EAT Prelude Plattenspieler getestet, liefert er für den Einstieg mehr als brauchbaren Sound. Sowohl MM- als auch MC-Tonabnehmer werden unterstützt, wobei die Einstellungen bequem über die App vorgenommen werden können. Für ambitionierte Vinyl-Hörer wird ein externer Phono-Preamp weiterhin die bessere Wahl sein, aber für Gelegenheits-Hörer ist die integrierte Lösung völlig ausreichend.

Streaming-Features: Kein AirPlay — und das bleibt auch so

Der WiiM Ultra unterstützt praktisch jeden relevanten Streaming-Standard: Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect, Google Chromecast Audio, Alexa Built-in, DLNA und Roon Ready. Einzig AirPlay fehlt — und hier schaffen wir 2026 endlich Klarheit, denn das Thema sorgt bis heute für hitzige Diskussionen in Foren: WiiM hat offiziell bestätigt, dass der Ultra AirPlay aufgrund einer Hardware-Limitation nicht unterstützen wird und auch nie unterstützen wird — es handelt sich nicht um eine ausstehende Zertifizierung, sondern um eine dauerhafte technische Einschränkung der verbauten Wi-Fi/Bluetooth-Module. Wer primär AirPlay nutzt, sollte entweder zu einem älteren WiiM-Modell (Mini, Pro, Pro Plus, Amp) greifen, die AirPlay unterstützen, oder auf einen Workaround über Bluetooth bzw. eine LMS-AirPlay-Bridge zurückgreifen.

Für Apple-User ein Wermutstropfen, aber angesichts der übrigen Features verschmerzbar.

Die Multiroom-Fähigkeiten sind beeindruckend. Mit anderen WiiM-Geräten lassen sich mühelos synchronisierte Zonen einrichten. Die Room Correction via Smartphone-Mikrofon funktioniert überraschend gut und kann durchaus hörbare Verbesserungen bringen.

Hier haben wir unsere Terrassen-Lautsprecher B&W AM1 an den Fosi Audio V3 Monos eingemessen mit wirklich hervorragendem Ergebnis. Gerade bei so schwierigen Bedingungen (Outdoor) war das gehörte Ergebnis beeindruckend und macht Party-Laune.

Vergleich: WiiM Ultra im Feld 2026

Der Ultra steht heute in einem deutlich dichteren Wettbewerbsfeld als beim Launch. Hier die relevantesten Alternativen im direkten Vergleich:

WiiM Pro Plus

Der Pro Plus bleibt der Preis-Leistungs-König für unter 250 Euro (hier im Test). Wer nur streamen will und auf Phono-Eingang, HDMI ARC und Touchscreen verzichten kann, ist mit dem Pro Plus bestens bedient. Der Ultra bietet aber deutlich mehr Flexibilität und Zukunftssicherheit — und AirPlay obendrein, was den Pro Plus für Apple-Haushalte interessant macht.

WiiM Amp Ultra (599€) — der große Bruder im eigenen Haus

Die naheliegendste Frage 2026 lautet nicht mehr “Ultra oder Eversolo?”, sondern “Ultra oder Amp Ultra?”. Der Amp Ultra kombiniert dieselbe Streaming- und DAC-Basis mit einer integrierten Endstufe und richtet sich an alle, die passive Lautsprecher direkt anschließen wollen, ohne einen separaten Verstärker zu brauchen. Wer bereits eine eigene Endstufe oder aktive Lautsprecher besitzt, bleibt mit dem reinen Ultra günstiger und flexibler unterwegs. Wer bei Null anfängt und ein Komplettsystem sucht, sollte den Amp Ultra ernsthaft in Betracht ziehen.

Cambridge Audio MXN10

Der MXN10 wird inzwischen zum gleichen Preispunkt wie der Ultra angeboten und ist der Vergleich, den aktuell die meisten unabhängigen Testredaktionen ziehen. Klanglich und verarbeitungstechnisch punktet Cambridge mit britischer Reife, kann aber bei der schieren Anschluss- und Feature-Vielfalt des Ultra nicht mithalten — kein Touchscreen, kein Phono-Eingang, weniger Ein-/Ausgänge. Wer maximale Konnektivität will, bleibt beim Ultra; wer ein Quäntchen mehr klangliche Reife bevorzugt und auf Phono/HDMI ARC verzichten kann, schaut sich den MXN10 an.

Bluesound Node Nano / Node X

Im Einsteigersegment positioniert sich Bluesound mit dem Node Nano als schlankere, aber auch reduziertere Alternative — ohne Display, ohne Phono, ohne HDMI ARC. Der Node X spielt eher in der Liga darüber. Für alle, die eine Streaming-Only-Lösung ohne Schnickschnack suchen, ist der Node Nano eine Option; wer die Alleskönner-Qualität des Ultra will, kommt an WiiM kaum vorbei.

Eversolo DMP-A6

Der Eversolo DMP-A6 kostet etwa doppelt so viel wie der WiiM Ultra, bietet dafür aber ein deutlich größeres 6‑Zoll-Display und Android-basierte Software. Das Display ist echter Mehrwert für die Navigation großer Musiksammlungen. Klanglich liegt der Eversolo schon ein wenig vorn und hat den Vorteil lokaler Speichermöglichkeiten via M.2 SSD.

Im direkten Vergleich ist das Display des WiiM Ultra eher Spielzeug — schön anzusehen, aber der praktische Nutzen beschränkt sich auf grundlegende Informationen und Bedienung. Für ernsthafte Navigation bleibt das Smartphone die bessere Wahl.

Allgemein ist der Eversolo schon eine ganze Klasse besser in allen Belangen, spiegelt sich wie oben erwähnt aber auch im Preis wider.

Das WiiM-Ökosystem wächst: Vom Streamer zum Heimkino-System

Wer den Ultra 2025 gekauft hat, hat streng genommen in ein Ökosystem investiert, das seither massiv gewachsen ist. Das ist für die Kaufentscheidung heute relevanter denn je, denn WiiM baut inzwischen ein komplettes Heimkino-Baukastensystem um seine Streamer herum:

WiiM Sound & WiiM Sound Lite — die kabellosen Smart-Speaker der Marke (WiiM Sound für 299€, WiiM SoundLite für 229€) sind nicht nur als Stereo- oder Multiroom-Lautsprecher gedacht, sondern lassen sich explizit als Surround-Kanäle einsetzen, sobald ein WiiM-Bar oder ‑Ultra als Zentrale im Netzwerk hängt.

WiiM Bar — die im Juni 2026 auf der High End Vienna vorgestellte erste Soundbar der Marke ist der eigentliche Ökosystem-Doppelpunkt. Sie bringt ein echtes 3.0.2‑Dolby-Atmos-Layout mit acht Treibern, darunter drei nach vorne abstrahlende Hochtöner und zwei nach oben feuernde Breitbandtreiber für Height-Effekte, dazu DTS:X, HDMI eARC und RoomFit-Raumeinmessung. Für 499 Euro positioniert sich die WiiM Bar als direkter Konkurrent zum Sonos Beam (2. Gen) — mit dem Vorteil von echten Height-Kanälen, DTS:X und Roon-Support, die der Beam nicht bietet. Der Clou: Die Bar lässt sich per App nahtlos mit WiiM Sound/Sound Lite als Rear-Speaker und einem WiiM Sub Pro zu einem vollständigen 5.1.2‑System erweitern — ganz ohne neue Lautsprecherkabel durch die Wand. Alle Details dazu in unserem WiiM Bar Artikel.

Was das für den Ultra bedeutet: Der WiiM Ultra bleibt in diesem wachsenden Ökosystem die Rolle des audiophilen Herzstücks vorbehalten — er ist kein Konkurrent zur Bar, sondern ihr High-End-Pendant für alle, die eine bestehende Stereo- oder Aktivlautsprecher-Anlage per HDMI ARC ins Heimkino einbinden wollen, statt eine komplett neue Soundbar-Lösung zu kaufen. Wer eine hochwertige 2‑Kanal-Anlage besitzt und die schon vorhandenen Lautsprecher fürs Fernsehen mitnutzen will, bleibt beim Ultra goldrichtig. Wer bei null anfängt und ein reines Heimkino-System ohne vorhandene Lautsprecher sucht, schaut sich eher die WiiM Bar plus Sound Lite/Sub Pro an.

Für unsere Leser mit Heimkino-Ambitionen (schaut auch mal in unseren Heimkino-Bereich) heißt das: Die Kaufentscheidung ist heute nicht mehr nur “Ultra ja oder nein”, sondern “welches WiiM-Gerät passt zu meiner bestehenden Kette”. Ein eigener WiiM-Bar-Test folgt bei uns, sobald ein Testgerät verfügbar ist.

Konkurrenzfähigkeit: Sonos weiterhin unter Druck

Mit dem WiiM Ultra setzte WiiM neue Maßstäbe in der Streaming-Welt, und daran hat sich 2026 nichts geändert. Sonos muss sich warm anziehen — die Chinesen bieten deutlich mehr Features zu einem Bruchteil des Preises. Die offene Plattform des Ultra mit Unterstützung für praktisch alle Standards kontrastiert scharf mit Sonos’ geschlossenem Ökosystem.

Erschwerend kommt hinzu, dass Sonos seine Software seit mehr als einem Jahr nicht mehr im Griff hat. Wer einmal auf WiiM gewechselt ist, weiß wieder, wie zackig ein System reagieren kann. Hier gibt es bislang keine Zicken.

Fazit: Der Streaming-König hält seine Krone

Der WiiM Ultra ist ein kleines Meisterwerk der Audio-Technik. Für 399 Euro bekommt man ein Gerät, das vor wenigen Jahren mehrere Tausend Euro gekostet hätte. Die Kombination aus exzellentem DAC, vielseitigen Anschlüssen, Touchscreen und durchdachter Software ist in dieser Preisklasse weiterhin konkurrenzlos — auch wenn das Feld inzwischen enger geworden ist.

Klanglich spielt der WiiM Ultra in der Liga deutlich teurerer Geräte mit. Er ist neutral und detailreich, ohne langweilig zu werden. Besonders für Einsteiger in die HiFi-Welt ist er der perfekte erste Schritt — er macht jede Anlage zukunftssicher und bietet Raum zum Wachsen.

Der einzige echte Kritikpunkt bleibt das fehlende AirPlay — mit dem Unterschied, dass wir jetzt wissen: Das wird sich nicht mehr ändern. Wer das verschmerzen kann, bekommt ein nahezu perfektes Produkt, das die Streaming-Landschaft nachhaltig verändert hat und dank aktiver Firmware-Pflege auch 2026 noch mitwächst.

FAQ

Bekommt der WiiM Ultra noch AirPlay?

Nein. WiiM hat offiziell bestätigt, dass der Ultra AirPlay aufgrund einer Hardware-Limitation der verbauten Wi-Fi/Bluetooth-Module nicht unterstützen kann. Das ist keine ausstehende Zertifizierung, sondern eine dauerhafte technische Einschränkung.

Ist der WiiM Ultra Roon Ready?

Ja, die ursprünglich angekündigte Roon-Zertifizierung ist inzwischen abgeschlossen und produktiv im Einsatz.

WiiM Ultra oder WiiM Amp Ultra — was ist der Unterschied?

Der Amp Ultra bringt zusätzlich eine integrierte Endstufe für passive Lautsprecher mit und kostet rund 599 Euro. Wer bereits eine eigene Endstufe oder Aktivlautsprecher hat, ist mit dem reinen Ultra (399 Euro) besser bedient.

Was kostet der WiiM Ultra?

Der WiiM Ultra kostet 399 Euro (UVP).

Unterstützt der WiiM Ultra Vinyl über Phono-Eingang?

Ja, der integrierte Phono-Preamp unterstützt sowohl MM- als auch MC-Tonabnehmer und ist über die WiiM Home App konfigurierbar. Für ambitionierte Vinyl-Hörer bleibt ein externer Phono-Preamp jedoch die klanglich bessere Wahl.

Kann ich den WiiM Ultra mit der neuen WiiM Bar oder WiiM Sound kombinieren?

Ja. Der Ultra lässt sich über die WiiM Home App mit WiiM Bar, WiiM Sound, WiiM Sound Lite und dem WiiM Sub Pro gruppieren und für Multiroom-Wiedergabe synchronisieren. Als eigenständige Home-Theater-Zentrale mit Surround-Kanälen ist jedoch die WiiM Bar konzipiert, nicht der Ultra.

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