Fosi Audio - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de Modern Audio für HiFi, Kopfhörer & Heimkino Tue, 10 Feb 2026 07:56:59 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://www.hifigeek.de/media/cropped-hifigeek.de-512-32x32.png Fosi Audio - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de 32 32 60029611 Fosi Audio IM4 – Vielversprechender Open-Back In-Ear mit starkem Zubehör auf Kickstarter https://www.hifigeek.de/fosi-audio-im4-vielversprechender-open-back-in-ear-mit-starkem-zubehoer-auf-kickstarter/ https://www.hifigeek.de/fosi-audio-im4-vielversprechender-open-back-in-ear-mit-starkem-zubehoer-auf-kickstarter/#respond Mon, 27 Oct 2025 14:10:50 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9462 Fosi Audio sorgt mit dem neuen Fosi Audio IM4 für Aufsehen in der Welt der In-Ear-Monitore. Das brandneue Modell setzt auf ein offenes Gehäusekonzept und will mit einer technisch hochwertigen Ausstattung sowie einem besonders attraktiven Zubehörpaket sowohl audiophile Hörer als auch preisbewusste Musikliebhaber begeistern.

Beim IM4 setzt Fosi auf einen eigens entwickelten, 10 mm großen dynamischen Treiber, der auf einer beryllium-beschichteten Membran und einem ausgeklügelten doppelten Magnetsystem basiert. Durch die offene Gehäusebauweise erwarten uns nicht nur ein luftiger, räumlicher Klang, sondern auch weniger typischer Ohrdruck bei längerem Hören. Die Abstimmung soll ausgewogen sein, mit einem dezenten Bass- und Hochton-Boost, um Details klar herauszuarbeiten – ganz ohne Schärfe oder Sibilanz. Das Gewicht liegt bei federleichten 7 Gramm pro Hörer; alles zusammen inklusive Kabel bringt gerade einmal 38 Gramm auf die Waage. Ein Highlight sind definitiv die beiden mitgelieferten Sound-Nozzles, die ganz einfach zwischen mehr Bass oder klareren Höhen und Mitten wechseln lassen – hier setzt Fosi auf Aluminium und Messing als Material.

Zubehör & Lieferumfang

Großen Wert legen die Entwickler dieses Mal aber auf das Zubehör. Im Lieferumfang gibt es etliche Ohrpassstücke in unterschiedlichen Ausführungen (Balanced, Bass, Deep Bass) und eine stabile Transporttasche. Dazu wird als kleines Goodie ein USB‑C auf 3,5mm Klinke Adapter gratis beigelegt. Entscheidend ist aber vor allem eines: Das Kabel. Schon auf der High End in München war das Thema omnipräsent, und ich persönlich hatte im Gespräch mit Fosi betont, wie enttäuschend das Kabel des i5 ausfiel. Beim IM4 zeigt Fosi, dass sie Feedback ernst nehmen – das neue, vierfach geflochtene Kabel besteht aus hochreinem, silberbeschichtetem OFC mit 392 Adern, ist deutlich flexibler und robuster, und setzt auf wertige Metallstecker mit Gold-Beschichtung. Genau so muss das im Jahr 2025 aussehen. Schade ist nur, dass Fosi Audio es hier verpasst, auch die 4,4mm Balanced-Bespielung zu ermöglichen.

Preise & Bundles

Preislich punktet der Fosi Audio IM4 vor allem für Kickstarter-Backer: Bereits ab etwa 80 US-Dollar gibt es das Set als Early Bird, dazu kommen zahlreiche Bundle-Optionen inklusive hauseigener Kopfhörerverstärker wie DS1, DS2, DS3, K7 oder ZH3 – je nach Bundle erhält man bis zu 30% Rabatt. Versendet wird global und – für uns hier besonders erfreulich – auch EU-freundlich und mit transparenter Kommunikation seitens Fosi. Die ersten Reviews und Eindrücke aus der Community loben vor allem den deutlichen Fortschritt beim Kabel und das gut durchdachte Zubehörpaket. Zur offiziellen Kickstarter-Kampagne geht es hier.

Mit dem DS3 versteckt sich hier auch ein neues Gerät, welches wohl auch eines der ersten Geräte zu sein scheint, mit der neuen XMOS Beyond Power Technologie. Leider gibt es noch nicht so viele Informationen hierzu aber es lässt sich vermuten, dass es hier um optimierten Stromverbrauch bei gleichbleibender Signalverarbeitung etc. gehen könnte.

Für Gamer integriert der DS3 Fosi Audios eigene AI Spatial Audio‑Technologie und schafft damit eine immersive Klangbühne mit präziser Ortungsgenauigkeit – so hörst du jeden Schritt, jedes feine Detail und sicherst dir im kompetitiven Match den entscheidenden Vorteil.

Fosi DS3 Specs:

  • DAC Chip: ESS ES9039Q2M
  • USB Audio Interface: XMOS Beyond Power
  • Max Sampling Rate: PCM 32bit/768kHz, DSD512
  • USB Audio Class: UAC1.0 / UAC2.0 dual mode
  • Outputs: 3.5mm single-ended, 4.4mm balanced
  • Output Level: 2Vrms (SE), 4Vrms (BAL)

Fazit

Mit dem Fosi Audio IM4 beweist Fosi Audio, dass sie die Kritik der Community nicht nur gehört, sondern konsequent umgesetzt haben. Wer auf der Suche nach einem offenen In-Ear mit modernem Kabel, solider Technik und fair kalkuliertem Kickstarter-Preis ist, sollte unbedingt einen Blick riskieren. Dieses Projekt könnte sich als echter Geheimtipp für 2025 entpuppen – und zeigt einmal mehr, wie schnell eine Marke mit offenem Ohr für ihre Nutzer wachsen kann.

Weitere Informationen und Tests von Fosi Audio Produkten findest du hier.

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Fosi Audio i5 im Test: Planare Überraschung zum Kampfpreis – Klang, Komfort und Technik im Alltag https://www.hifigeek.de/fosi-audio-i5-im-test-planare-ueberraschung-zum-kampfpreis-klang-komfort-und-technik-im-alltag/ https://www.hifigeek.de/fosi-audio-i5-im-test-planare-ueberraschung-zum-kampfpreis-klang-komfort-und-technik-im-alltag/#respond Tue, 15 Jul 2025 13:35:24 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9272 UPDATE: Jetzt auch mit Review-Video! Einfach runter scrollen.

Was war das bitte für eine Hammer-Meldung, als Fosi Audio im April dieses Jahres den Fosi Audio i5 angekündigt hat! Wir waren sofort Feuer und Flamme – und das zu Recht. Denn endlich kommt vom innovativen Newcomer aus China der allererste Kopfhörer, und man hatte sofort das Gefühl, dass da jemand gerade die komplette Hifi-Industrie ordentlich aufmischt. Fosi Audio verteilt wieder leichte Schläge in Richtung etablierter Player, die sich vermutlich schon warm anziehen müssen, wenn sie auf Preis-Leistungs-Wunder wie den Fosi Audio i5 schauen.

Warum? Weil die Produkte von Fosi tatsächlich Erwartungen an typisches Preis/Leistungs-Denken vieler Hersteller hinterfragen. Diese Marke hat einfach gecheckt, dass Technik auch jung, modern und zugänglich wirken muss, um für Nicht-Boomer interessant zu sein. Nicht mehr höher, teurer, weiter, sondern solide, erschwingliche Qualität, die für alle Spaß macht. Amen.

High End München 2025: Erster Kontakt

Auf der High End 2025 in München hatten wir dann schon das Glück, den Fosi Audio i5 erstmals selbst hören zu können – auch, wenn es nur ein paar intensive Minuten waren. Fosi hatte ein kleines, aber feines Setup aufgebaut, natürlich bereits mit dem geupdateten (mehr dazu gleich) Fosi Audio i5 und dem Mamoritai Euphony Kopfhörerverstärker.

Eins vorweg: eine Messeumgebung ist alles – nur nicht perfekt zum Probehören. Daher haben wir es auch direkt gelassen, eine finale Bewertung abzugeben. Stattdessen hieß es: geduldig auf unser Testmuster warten. Dennoch, der erste Eindruck war nicht zu ignorieren! Ich hatte an diesen Tagen sicher ein Dutzend verschiedene Hörer auf dem Kopf – aber der Fosi Audio i5 hat direkt aus der Masse herausgestochen.

Sehr cool auch die Gespräche mit den Fosi-Leuten. Sie waren richtig offen und haben mir nicht nur den „Bassleak-Fix“ erläutert, sondern direkt signalisiert, dass Feedback willkommen ist – und zwar nicht irgendwann auf dem Sankt-Nimmerleinstag, sondern am liebsten heute! Da ließ ich’s mir natürlich nicht nehmen und hab sofort meinen Senf dazu gegeben.

Kabelkritik & Feedback-Kultur

Mein größtes Anliegen: das Kabel. Denn klar, das beigelegte unbalanced Kabel sah schon wertig aus – nur leider war es steif wie ein Billardstock. Zuhause auf dem Sofa ist das vielleicht okay, aber ich sitze am Tag bestimmt acht bis zehn Stunden am Rechner. Da will ich Bewegungsfreiheit, Flexibilität! Ich hab’ Fosi auf der Messe direkt empfohlen, eine geflochtene, weichere Variante ins Sortiment zu nehmen. Man konnte am Nachbarstand live erleben, wie angenehm sowas im Alltag ist. Die Fosi-Crew war sofort dabei: Fotos gemacht, alles dokumentiert, und sie wollten das Feedback gleich ans Produktteam weiterleiten. Ich schätze diesen Geist von offener, lösungsorientierter Kommunikation sehr – davon könnten sich manche „Großen“ etwas abschneiden.

Unboxing – Lieferumfang – First Touch

Schneller Zeitsprung: Zwei Wochen nach der Messe kam endlich unser eigenes Fosi Audio i5-Testgerät an und ich war ehrlich gespannt, ob der reale Eindruck meinen Messe-Flash bestätigen kann. Schon die Verpackung spricht Bände. Typisch Fosi? Im Gegenteil! Hier wirkt alles nochmal eine Schippe hochwertiger als bei den Amps, die ich von ihnen kenne. Der Kopfhörer liegt – fein eingebettet in Schaumstoff – in einem stabilen, magnetisch schließenden Karton. Dazu gibt’s zwei Kabel, ordentlich verpackt in Samtsäckchen, einen Adapter von 3,5 auf 6,35 mm sowie eine präzise bebilderte Anleitung, die alles andere als billig daherkommt.

Kein Schmuckkoffer wie bei manchem Luxus-Hörer aus den USA, aber insgesamt trifft Fosi hier genau den Sweet Spot zwischen Wertigkeit, Understatement und dem, was sie mit dem Kopfhörer erreichen wollen.

Der Moment, wenn man den Kopfhörer das erste Mal in die Hand nimmt, ist ein „Aha“-Erlebnis. Haptik und Fertigungsqualität sind top! Der Fosi Audio i5 gehört deutlich zu den schwereren Modiellen dieser Preisklasse, aber in dem geplanten Budget erwarte ich keine Leichtbauwunder. Die Ohrmuscheln stechen sofort ins Auge – richtig groß, fast schon „over-ear plus“, größer jedenfalls als Hifiman oder Verum 2. Die Verarbeitungsqualität ist makellos: Nichts knarzt, keine Spalten, keine Nachlässigkeiten. Für mein Empfinden fühlt sich der Fosi Audio i5 damit teilweise solider an als mancher teurere Hifiman, der immer wieder mal deutliche Schwächen zeigt.

Das Holzdekor? Geschmackssache. Mir reicht Schwarz, aber bei Over-Ears heißt Holz halt oft: „Schau her, ich bin edel“. Also passt schon.

Tragekomfort – Alltagstauglichkeit

Eigentlich wollte ich mir mit dem Tragetest noch mehr Zeit lassen. Aber wie das so ist: Der Fosi Audio i5 hat mich angesprungen und am Ende habe ich ihn über Tage hinweg quasi durchgehört. Verglichen mit Audeze oder Hifiman baut der Fosi Audio i5 wohl den spürbarsten Anpressdruck auf – das ist bei dick gepolsterten Over-Ears wie diesen aber keine Überraschung, die dicken (über drei Zentimeter!) Pads federn genug, damit’s nie unangenehm drückt.

Die Pads selbst bestehen aus weichem Leder, fein perforiert, und sind an der Kontaktfläche zum Kopf mit geschmeidigem Stoff überzogen. Memory-Foam, darum vielleicht noch einen Tick fester, aber auch nach Stunden trägt sich das echt angenehm.

Allerdings: Besonders luftdurchlässig sind die Ohrpolster nicht. Ich schwitze sowieso schnell, aber gerade bei sommerlichen Temperaturen entsteht unter den Muscheln eine Wärme, die man merkt. Wie immer gilt: Kein Grund zur Panik – ich hatte das bei anderen Hörern teils noch ausgeprägter. Für kleinere Ohren gibt‘s zudem noch genug Raum, meine eigenen Ohren “schweben” komplett ohne Kontakt im Hörer – auch mit Tunnel-Piercings. Für kleine Köpfe könnten die Fosi Audio i5 etwas voluminös wirken, für große Ohren sind sie fast ideal.

Das Kopfband aus perforiertem Leder fühlt sich butterweich an, legt sich sanft auf den Schädel und lässt sich stufenlos sowie sogar einhändig einstellen. Es hält die gewählte Größe tapfer, da gibt es aktuell keinen Grund zu meckern, ob es auf Dauer ausleiert, bleibt noch zu sehen.

Die Anschlussbuchsen sitzen klassisch unten an den Muscheln. Die Muscheln selbst sind leicht nach vorne geneigt montiert, so dass das Kabel nicht direkt an der Schulter scheuert, aber trotzdem sauber nach unten läuft. Ich persönlich mag die Audeze-ähnliche Oldschool-Anordnung etwas lieber, da bleibt garantiert nichts hängen – beim Fosi Audio i5 bleibt es situationsabhängig, wie schnell sich das Kabel beim Kopfdrehen bemerkbar macht.

In Summe: Der Tragekomfort ist im Alltag wirklich top – und die kleine Kritik spielt im Kontext des Preises keine große Rolle.

Langzeit-Komfort – Hitze & Lüften

Ehrlich gesagt: Ich hab den Fosi Audio i5 wirklich im Dauereinsatz gehabt. Ein paar Stunden am Stück und dann noch länger – kein Problem. Der höhere Anpressdruck fällt nach ein paar Tagen kaum noch auf, von unangenehmem Drücken kann keine Rede sein.

Was aber bleibt, ist die Wärmeentwicklung rund ums Ohr. Die Polster sind nicht die luftigsten und halten die Ohren etwas wärmer als andere Planare. Das hat bei mir dazu geführt, dass ich meine Ohren häufiger reinigen muss – typisches „Hörer-Problem“: Je länger du Planar-Over-Ears draufhast, desto öfter schmutzen die Ohren ab. Wer In-Ear-Plugs benutzt, merkt es noch schneller. Zwischendurch lüfte ich meine Ohren gern mal, indem ich einfach die Muscheln kurz anhebe – dieser Reflex ist auch nach zwei Wochen noch da.

Bitte versteht das nicht als meckern, ich bin Power-User und teile Erfahrungen, um alle Aspekte offen zu beschreiben.

Bassleak & Update-Story

Ein paar Worte zum „Bassleak-Fiasko“ der ersten Generation: Anfangs waren die Ohrmuscheln nicht ganz luftdicht mit den Ohrpolstern verbunden, was bei einigen Testern zu spürbarem Bassverlust führte. Viele fanden das bei dem Preis verschmerzbar, Fosi selbst war das aber zu wenig: Es kam rasch eine neue Dichtungsvariante, die das Problem ziemlich sauber beseitigt hat. Mehr dazu kannst du sonst im separaten Artikel nachlesen.

Das Beeindruckende ist aber wirklich, wie rasant Fosi auf Feedback reagiert und auch konstruktive Kritik direkt aufnimmt – das macht richtig Lust auf das, was da künftig noch kommt.

Soundcheck – Jetzt wird’s ernst

Ihr merkt schon, ich hatte mächtig Bock auf den Fosi Audio i5 – und vermutlich lasst ihr euch jetzt auch schon die Frage auf der Zunge zergehen, ob ich nach dem ganzen Aufbau nicht maßlos enttäuscht wurde. Spoiler: Wurde ich nicht!

Natürlich habe ich den Fosi Audio i5 zuerst an meine Referenz-Playlist auf Qobuz angeschlossen und direkt auch den Vergleich mit verschiedenen Amps gesucht. Genutzt habe ich für meine Hörtests:

  • Burson Audio Conductor GT4 Deluxe (bald folgt hier noch ein eigener Test, aber das Ding ist für mich echtes State-of-the-Art)(Test)
  • Burson als reinen DAC mit Lehmann Audio Linear II als Verstärker, um noch einen „zweiten Referenzblick“ zu bekommen

Weitere Setups gab es dann noch am Rande (die erzähle ich nach den Song-Impressionen ausführlicher). Hier erstmal ein paar exemplarische Tracks und mein Eindruck am i5:

Orbit Culture – Death above life
Orbit Culture ist mir erstmals durch das Album “Nija” aufgefallen (besonders „North Star of Nija“, das gefühlt ewig in der Kickass-Metal-Playlist von Spotify lief). Die Band spielt fetten Melodic Death Metal, druckvolle Riffs und ist live ein absolutes Brett. „Death above life“ legt mit einem choralartigen Intro los, sanfte Streicher schaffen Atmosphäre – der Fosi Audio i5 präsentiert das alles räumlich, super detailliert, richtig schön aufgeräumt. Die E‑Gitarre kommt sofort klar und bassig, leitet einen der typischen groovigen Riffs ein, die Orbit Culture ausmachen. Bass? Druckvoll! Schlagzeug? Im Hintergrund, aber angenehm ortbar. Cymbals sind präsent, klingen aber nie nervtötend. Der gutturale Gesang von Karlsson drückt und wird abwechselnd von einer cleanen Line begleitet – für meinen Geschmack ist das eine Linea­r‑Abstimmung, wie sie im Lehrbuch steht. Die Basswiedergabe ist dynamisch, aber nicht übertrieben fett – die Feinzeichnung stimmt, auch wenn der Song keine absolute Detail-Orgie ist.

Knocked Loose – Everything is Quiet Now
Brutal, hart und direkt auf die Zwölf – hier gibt das Schlagzeug schon am Anfang richtig Gas. Die Bassdrum ist bei Knocked Loose nie ultratief, klopft aber eindrucksvoll durch. Brian Garris Stimme? Liebe oder Hass, aber perfekt für diese Band. Im i5 wirkt sie übrigens weniger spitz als in vielen anderen Hörern – was für mich deutlich für die tolle Abstimmung spricht. Der Song ist zwar „bassig“, aber zurückhaltender als Orbit Culture; ab 1:50 wird’s audiophil, fette Riffs treffen auf feinstgezeichnete Cymbals, Gitarren wunderbar differenziert. Bei 2:50 ein akustischer Break, der super fein herauszuhören ist – sehr authentisch, sehr musikalisch.

Radiohead – Creep
Bekannt für seine Höhen und Klarheit, aber auch berüchtigt, weil viele Wiedergabesysteme hier gerne schmerzen. Der Fosi Audio i5 überzeugt mich gerade im Refrain: Die Höhen sind präsent, aber nie stechend. Cymbals sehr weit vorne, Linearität bleibt das Stichwort – Fans wärmer abgestimmter Kopfhörer könnten sich eher gestört fühlen, ich aber liebe diesen „Realismus“, solange er nicht unnatürlich wirkt.

Imminence – God Fearing Man
Hier sollte man sich weniger vor Gott als vielmehr vor dem Breakdown fürchten, in dem die E‑Gitarre mit einem Violinbogen gespielt wird. Imminence sind eine Metalcore-Band, in der Frontmann Eddie Berg die Geige immer wieder ins Spiel bringt – eine einmalige Note, wie ich finde. Der Song startet mit Synths, der Gesang ist fein aufgelöst und im Raum platziert. Bei 00:40 setzt die Violine zusammen mit fettem Bass ein und der Fosi Audio i5 läuft zu Höchstform auf. Kein EQ, einfach nur die werkseitige Abstimmung vom Burson Conductor GT4 Deluxe und dessen V7 Vivid OpAmps. Schon ab 2:19 geht’s richtig zur Sache – der Bass drückt, die Riffs treiben dich fast aus dem Sitz. Und dann, der legendäre Breakdown bei 4:22: Die Geige „zerschneidet“ die Gitarre, episch! Auch hier bleibt alles kontrolliert und ausgewogen – ein Song wie geschaffen für Planar-Hörer wie den Fosi Audio i5.

Technische Daten

Jetzt aber! Ich habe es bisher vor lauter Begeisterung nur am Rande erwähnt: Planarer Magnetostat, was heißt das eigentlich? Hier sitzt keine „normale“ Lautsprechermembran, sondern ein ultradünner, gerade mal 2 µm starker „Film“, auf Spannung gehalten von beidseitig angeordneten Magnetarrays (insgesamt 44 N50-Magnete, je 22 pro Seite!). Durch diese spezielle Konstruktion sind Planare bekannt für präzise, extrem schnelle Treiberbewegungen.

Der Frequenzgang reicht von 10 Hz bis 50 kHz – also locker weit über das hinaus, was menschliche Ohren überhaupt noch erfassen können. Die Impedanz liegt bei 28 Ohm, wodurch der i5 nicht übermäßig anspruchsvoll am Verstärker ist. Dennoch gilt: Magnetostaten profitieren von mehr Dampf. Viele Soundkarten oder Mainboard-Ausgänge können ihn betreiben, aber richtig aufblühen tut der i5 mit höherwertigen DAC/Amps. Die Empfindlichkeit ist mit 98 dB/mW @ 1 kHz angegeben, Maximalpegel > 120 dB SPL, Verzerrungen liegen unter 1 % bei 100 dB. Kabelseitig gibt’s 3,5 mm (unsymmetrisch), 4,4 mm balanced und einen 6,35-mm-Adapter; abnehmbar ist das Kabel natürlich auch.

Hier nochmal tabellarisch alle Eckdaten:

MerkmalDaten
TypOver-Ear, Open-Back, kabelgebunden
TreiberPlanar-Magnetostatisch, 97 mm, 2 µm dünner Film
Magneten44x N50 Neodym pro Hörer, 22 pro Seite
Frequenzbereich10 Hz – 50 kHz
Impedanz28 Ohm
Empfindlichkeit98 dB/mW @ 1 kHz
Maximalpegel>120 dB SPL
THD<1 % bei 100 dB SPL
Empf. Leistung250–500 mW
Mindestleistung>100 mW
Anschlüsse3,5 mm Klinke, 4,4 mm balanced, Adapter 6,35 mm
Kabel1,5 m, abnehmbar
MaterialAluminium, Walnussholz, Memory-Metall-Bügel
OhrpolsterPerforiertes Kunstleder, atmungsaktives Gewebe
Gewicht550 g

Mobilität – Statement zu Alltag & On-the-Go

Machen wir uns nichts vor: Der Fosi Audio i5 ist ein Kopfhörer für drinnen. Die offene Bauform sorgt dafür, dass dein Umfeld praktisch alles mithört – im Büro wollen das die wenigsten. Für Heimkino, Schreibtisch oder Gaming ist der i5 dagegen wie gemacht.
Haushalt? Wer nicht dauernd wo gegen läuft, klar, geht – aber das dicke Kabel ist halt wenig für Bewegungsfreiheit. Bluetooth-Adapter? Müsste ich mal testen, hab aber gerade keinen passenden.

Für wen ist der Fosi Audio i5 gedacht?

Ehrlich? Gerade zum günstigen Kickstarter-Preis ist das für mich ein direkter Tipp für Einsteiger, die richtig guten Planar-Sound kennenlernen wollen. Günstiger kriegt man selten so viel Planar-Technik aufs Ohr. Und auch fortgeschrittene Hifi-Cracks werden erstaunt sein, was für das Geld heute geht.

Einzige Einschränkung: Wer butterweichen, warmen Sound mag, muss vielleicht mit dem EQ ein wenig nachhelfen. Der i5 ist sehr linear abgestimmt, manchmal fast „neutral“ – was in manchen Genres und bei ermüdeten Ohren zu hart wirken kann (aber das ist ein Problem vieler Planarer).

Gaming – Allround-Fähigkeiten

Kann man mit den Dingern zocken? Ich sag nur: und wie! Der Fosi Audio i5 holt alles aus deinem Game raus: Soundstage, Ortung und Detailtreue sind erstklassig. Du hörst Schritte, Granaten und feine Zwischentöne – das können viele Gaming-Headsets nur träumen. Dazu bleibt er auch bei langen Sessions angenehm, zumindest in Sachen Klang und Tragekomfort.

Studio-Monitore gelten unter Gamern deshalb als Geheimtipp – linear, ehrlich, unaufgeregt. Genau da setzt der i5 an.

Welches Equipment brauche ich, um mit dem Fosi Audio i5 glücklich zu werden?

Gerade für Einsteiger immer spannend: Mit welchem Setup funktioniert so ein Kopfhörer optimal? Ich habe sehr viel ausprobiert und kann sagen: Der Fosi Audio i5 ist vergleichsweise unkompliziert, was die Ausgangsleistung betrifft. Viele Gaming-Mainboards bringen schon genug Output mit, manche Audiopanels ebenso. Wer aber das Maximum rausholen will, sollte einen dedizierten DAC/Amp nutzen.

Von Fosi selbst gibt’s passende Geräte wie den Fosi Audio K7 (DAC/Amp-Kombi) oder den Fosi Audio ZD3 (DAC, dann mit zusätzlichem Amp). Der Fosi GR70 ist ebenfalls spannend, wer aber gleich auf High-End gehen möchte, springt preislich schnell in Regionen, wo auch Modelle wie der Burson Playmate 3 (in der Basisversion) interessant werden.

Andere bekannte HiFi-Marken wie Topping, SMSL und diverse große Namen bieten natürlich Alternativen – habe ich selbst noch nicht getestet.

Wichtig ist: Wer den i5 über mehrere Stunden täglich nutzt, sollte das Investment wie bei einem guten Bürostuhl betrachten – es zahlt sich aus! Und ja, hochpreisige Amps wie der Lehmann Audio Linear machen natürlich einen Unterschied: Sie geben dir die Freiheit, auch andere Kopfhörer nach Belieben zu betreiben; bei entsprechender Laufzeit rechnet sich die Investition langfristig.

Kurzum: In Sachen Sound und Vielseitigkeit ist der Fosi Audio i5 ein Volltreffer, der für sehr viele User und Budgets passt.

Fazit

Der Fosi Audio i5 erweist sich als überraschend ausgereifter und durchdachter Kopfhörer-Neuling, der mit seinem offenen, planar-magnetostatischen Konzept, solidem Klang und ehrlicher Verarbeitungsqualität für Aufsehen sorgt. Klanglich richtet er sich dank ausgewogener, linearer Signatur nicht nur an Metal- und Gaming-Fans, sondern auch an Liebhaber von Präzision und Detailreichtum in jeder Musikrichtung. Kleinere Kritikpunkte wie das ursprünglich steife Kabel oder die Wärmeentwicklung unter den Ohrmuscheln werden durch schnelle Produktupdates, viel Offenheit im Umgang mit Nutzerfeedback und die insgesamt gelungene Balance aus Tragekomfort, Technik und Design wettgemacht. Für den aufgerufenen Preis liefert der i5 ein Gesamterlebnis, das weit über das Erwartbare hinausgeht und echten Einstieg ins Planar-High-End ermöglicht.

Wo kaufen?!

Wen ich jetzt heiß gemacht habe mit den Fosi Audio i5 für den hat mir Fosi noch zwei Links gegeben. Dies sind ausdrücklich keine Affiliate-Links! Wer noch zum Kickstarter-Preis zuschlagen will kann dies per Secret-Reward in der Basis-Variante (408$) oder in der Kit-Variante (449$) tun.

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https://www.hifigeek.de/fosi-audio-i5-im-test-planare-ueberraschung-zum-kampfpreis-klang-komfort-und-technik-im-alltag/feed/ 0 9272
Fosi Audio i5 Update: Bass-Fix macht den Planar-Magnetischen Kopfhörer noch besser https://www.hifigeek.de/fosi-audio-i5-update-bass-fix-macht-den-planar-magnetischen-kopfhoerer-noch-besser/ https://www.hifigeek.de/fosi-audio-i5-update-bass-fix-macht-den-planar-magnetischen-kopfhoerer-noch-besser/#respond Thu, 12 Jun 2025 19:46:36 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9162 Der Fosi Audio i5 hat seit seiner Ankündigung für ordentlich Wirbel in der Audiophilen-Szene gesorgt – und jetzt gibt es spannende Neuigkeiten für alle, die mit dem Gedanken spielen, sich diesen vielversprechenden Planar-Magnetischen Kopfhörer zu sichern. Während die Kickstarter-Kampagne in die finale Phase geht, hat Fosi Audio auf Feedback der Community reagiert und eine entscheidende Verbesserung vorgenommen, die den Klang des Fosi Audio i5 auf ein neues Level hebt.

Der Bass-Leak: Was zum Teufel war das Problem?

Bei den ersten Testmustern des Fosi Audio i5, die an Reviewer gingen, wurde ein Problem im Tiefbassbereich festgestellt. Die mit Klettverschluss befestigten Ohrpolster verursachten eine unzureichende Abdichtung, was zu einem Klangverlust im Subbassbereicht unter 80 Hz führte. Für einen Kopfhörer, der mit einem beeindruckenden Frequenzgang von 10 Hz bis 50 kHz beworben wird, war dieser Mangel an Tiefbass ein ernstes Problem, das viele potenzielle Käufer abschrecken könnte.

Die ursprüngliche Abstimmung des Fosi Audio i5 war laut Fosi Audio bewusst so gestaltet, um Hörmüdigkeit bei längeren Sessions zu vermeiden. Doch nach zahlreichen Rückmeldungen von Testern und der Community wurde klar: Der fehlende Tiefbass war ein No-Go für viele Audiophile.

Die Lösung: Ein simpler, aber effektiver Fix

In einem bemerkenswerten Beispiel für schnelles Handeln hat Fosi Audio innerhalb von nur zehn Tagen verschiedene Lösungsansätze getestet und schließlich eine einfache, aber höchst effektive Lösung gefunden. Das Unternehmen hat einen speziellen Schaumstoffring entwickelt, der um den Treiber herum angebracht wird und die Abdichtung zwischen Ohrpolster und Gehäuse deutlich verbessert.

Der Effekt dieser kleinen Änderung ist beeindruckend: Der Subbassverlust wurde praktisch eliminiert, was zu einer deutlich lineareren Frequenzantwort im Bassbereich führt. Messungen zeigen eine signifikante Verstärkung im Bereich unter 100 Hz, wodurch der Tiefbass nun viel präsenter und kraftvoller wirkt.

Das Beste daran: Alle Kickstarter-Unterstützer und zukünftigen Käufer werden die verbesserte Version mit dem Dichtungsring erhalten. Fosi Audio plant, diesen Fix in allen Produktionseinheiten zu implementieren, sodass niemand auf das verbesserte Klangerlebnis verzichten muss.

Wie verändert der Fix den Klang?

Nach Berichten von Reviewern, die bereits Zugang zur verbesserten Version haben, ist der Unterschied deutlich hörbar. Der Bass ist nun wesentlich präsenter und reicht tiefer hinab, was besonders bei elektronischer Musik und modernen Produktionen einen spürbaren Unterschied macht.

Die Verbesserung im Tiefbassbereich führt zu einem volleren, runderen Klangbild, allerdings mit einer Einschränkung: Die Modifikation hat auch Auswirkungen auf den Mittenbereich. Das bereits in der Vorproduktionsversion vorhandene leichte “Sägezahnmuster” in den Mitten wurde durch den Fix verstärkt. Dies führt dazu, dass manche Vokale bei genauem Hinhören nicht ganz so natürlich klingen wie bei höherpreisigen Kopfhörern.

Diese Unebenheit im Mittenbereich ist jedoch kein gravierendes Problem – sie ist nicht harsch oder störend, sondern fällt nur auf, wenn man gezielt darauf achtet. Die meisten Hörer werden bei normalem Musikgenuss kaum einen Unterschied bemerken. Insgesamt tendiert der Klang durch den verbesserten Bass nun etwas mehr in Richtung Wärme als zur Neutralität.

Trotz dieser kleinen Einschränkung im Mittenbereich kann der Fosi Audio i5 nun mit deutlich teureren Planar-Magnetischen Kopfhörern mithalten, was das Preis-Leistungs-Verhältnis noch attraktiver macht.

Warum jetzt zuschlagen? Late Pledge bei Kickstarter

Für alle, die bisher gezögert haben: Die Kickstarter-Kampagne befindet sich in der Endphase, aber es besteht noch die Möglichkeit, über einen Late Pledge einzusteigen. Mit einem Preis von etwa 350 Euro (je nach gewähltem Paket) bietet der Fosi Audio i5 ein außergewöhnliches Preis-Leistungs-Verhältnis für einen Planar-Magnetischen Kopfhörer dieser Qualität.

Zum Vergleich: Ähnliche Modelle von etablierten Herstellern kosten oft das Doppelte oder mehr. Der Fosi Audio i5 positioniert sich damit als ernstzunehmende Alternative zu Modellen wie dem HIFIMAN Sundara oder dem Monolith M1070.

Was macht den Fosi Audio i5 so besonders?

Abgesehen von der nun verbesserten Bassperformance bietet der Fosi Audio i5 eine Reihe beeindruckender Eigenschaften:

  • Ein gewaltiger 97mm großer Planar-Treiber mit ultradünner 2 Mikrometer Membran
  • 44 leistungsstarke N50 Neodym-Magnete für präzise Kontrolle und minimale Verzerrung
  • Doppelachsige Aufhängung der Ohrmuscheln für optimalen Tragekomfort
  • Hochwertiger Kopfbügel aus Memory-Metall mit stufenloser Silikon-Verstellung
  • Ohrpolster aus perforiertem Leder und atmungsaktivem Stoff für lange Hörsessions

Mit einem Gewicht von 550g bewegt sich der Fosi Audio i5 im durchschnittlichen Bereich für Planar-Magnetische Kopfhörer. Die Impedanz von 28 Ohm und die Empfindlichkeit von 98dB/mW machen ihn zu einem relativ leicht anzutreibenden Planar, der auch mit moderaten Verstärkern gut harmoniert.

Fazit: Jetzt oder nie?

Fosi Audio hat mit dem Fosi Audio i5 nicht nur seinen ersten Kopfhörer auf den Markt gebracht, sondern gleich einen Volltreffer gelandet. Die schnelle Reaktion auf das Feedback der Community und die Implementierung des Bass-Fixes zeigen, dass das Unternehmen es ernst meint mit seinem Einstieg in den Kopfhörermarkt.

Für alle, die schon immer einen hochwertigen Planar-Magnetischen Kopfhörer besitzen wollten, aber vor den oft horrenden Preisen zurückschreckten, bietet der Fosi Audio i5 eine fantastische Gelegenheit. Mit dem verbesserten Bass-Fix ist er nun ein noch überzeugenderes Gesamtpaket, das audiophilen Klang zu einem erschwinglichen Preis bietet, auch wenn die Mitten nicht ganz perfekt sind.

Wer zuschlagen möchte, sollte nicht zu lange zögern – die Kickstarter-Kampagne läuft nur noch kurze Zeit, und ob der Fosi Audio i5 später zum gleichen günstigen Preis erhältlich sein wird, ist ungewiss.

Ausblick: Unser eigener Test folgt

Update: Jetzt hier zum Test

Wir warten derzeit noch auf unser eigenes Demo-Exemplar des Fosi Audio i5 mit dem neuen Bass-Fix. Sobald wir den Kopfhörer in den Händen halten, werden wir natürlich einen ausführlichen Test durchführen und euch alle Details zu Klangqualität, Tragekomfort und Verarbeitung liefern. Bleibt also dran für unseren umfassenden Hardcore-Test in den kommenden Wochen!

Holy Shit – Fosi Audio beweist mit dem Fosi Audio i5, dass audiophiler Klang nicht teuer sein muss. Mit dem Bass-Fix haben sie einen bereits vielversprechenden Kopfhörer noch besser gemacht. Für alle, die auf der Suche nach einem Einstieg in die Welt der Planar-Magnetischen Kopfhörer sind, ist der Fosi Audio i5 definitiv einen Blick wert.

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Meine Kopfhörer-Journey: Vom Walkman zum audiophilen Setup https://www.hifigeek.de/meine-kopfhoerer-journey-vom-walkman-zum-audiophilen-setup/ https://www.hifigeek.de/meine-kopfhoerer-journey-vom-walkman-zum-audiophilen-setup/#respond Thu, 24 Apr 2025 12:24:30 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8682 Ein persönlicher Erfahrungsbericht über mehr als drei Jahrzehnte Klangsucht, analog bis digital und wieder zurück – und warum die Kabelwelt doch die beste ist.

Die analogen Anfänge: Walkman, Discman & MiniDisc

Kopfhörer begleiten mich schon seit meiner Kindheit. Wie viele Kinder der 90er startete ich mit einem klassischen Walkman und den obligatorischen, dünnen Bügelkopfhörern, die damals zum Standard-Equipment gehörten. Meine akustische Welt bestand hauptsächlich aus Kassetten mit Radioaufnahmen und geschenkten Hörspielen — der absolute Luxus für einen Musikfan im Taschenformat!1

Mit dem Siegeszug der CD kam der Quantensprung in Form eines Panasonic SL‑S 320, den mir meine Eltern zu Weihnachten schenkten. Die mitgelieferten Earbuds mit der Kabelfernbedienung waren für damalige Verhältnisse der absolute Hit. Diesen CD-Player habe ich überallhin mitgeschleppt — und erstaunlicherweise überlebten die Kopfhörer dabei länger als erwartet.

Dann kam die MiniDisc-Ära — und was für ein Game-Changer das war! Nach endlosem Betteln bei meinen Eltern wurde ich stolzer Besitzer eines Sharp MD-MS701H Mini Disk Recorders. Das Ding war einfach sexy! Man konnte seine eigene Musik “aufnehmen” — meist von ausgeliehenen CDs — und das in einer Qualität, die deutlich besser war als die der Kassetten. Ich habe eine Disk nach der anderen befüllt und das Teil wie einen Schatz überallhin getragen. Natürlich hatte das Aluminium-Gehäuse seine Schwachstellen — irgendwann verbog sich der Diskeinschub, was man dann händisch zurückbiegen musste. Auch das Display der Kabelfernbedienung zeigte mit der Zeit Verschleißerscheinungen.

Die digitale Revolution: MP3-Player & iPod Classic

Mit dem Skateboarden begann mein Player dann zu leiden. Gleichzeitig hielten MP3s Einzug in mein Leben, und dank Zugriff auf einen Brenner grub ich meinen Discman wieder aus. Dieser musste jedoch bald einem der ersten rudimentären MP3-Player weichen — mit sagenhaften 128MB Speicher (ja, Megabyte, kein Tippfehler!). Zum Glück hatte ich inzwischen einen gut bezahlten Nebenjob, sodass ich mir einen iriver SlimX iMP-550 leisten konnte. Mein Skate-Bag war entsprechend ausgestattet: ein praktischer CD-Halter, in dem die Silberlinge ohne Hülle ihren Platz fanden. Die Scheiben sahen nach einer Weile zwar aus, als hätten sie den dritten Weltkrieg überlebt, aber so war das damals eben.

In dieser Zeit ging ich durch zahllose Ear-Buds. Die günstigen zerbrachen schnell, aber selbst die teuren fielen entweder beim Skaten runter und landeten unter den Rollen, oder die extrem dünnen Stiele brachen aus heiterem Himmel. Es war wie ein Fluch – kaum hatte man gute Kopfhörer, zerstörte sie der Audio-Gott persönlich.

Trotz aller technischen Herausforderungen war Musik für mich allgegenwärtig. Ich kaufte CD um CD und schleppte sie überall mit hin. Heute sehen sie entsprechend mitgenommen aus — authentische Kampfspuren eines intensiven Musiklebens.

Der nächste Meilenstein war ein iPod Classic mit 80GB — ein absolutes Traumgerät! Mit einer Teufel Dockingstation zu Hause und einem JBL Portable-Speaker beim Skaten war ich komplett ausgestattet. Der iPod diente mir sogar als Wecker im Studium, bis die Dockingstation irgendwann den Geist aufgab. Zwischenzeitlich leisteten meine Koss Plugs treue Dienste, wechselten dann aber zum iPhone, das ich seit dem 3G-Modell etwa alle zwei Jahre aktualisiert habe.

Gaming & Streaming: Neue Hörwelten erschließen sich

Parallel zum mobilen Musikgenuss war PC-Gaming ein großes Thema, und auch hier wurden etliche “billige” Kopfhörer durchgenudelt, bis irgendwann Speedlink Medusas in meinem Setup landeten. Mein digitales Musikleben wanderte von iTunes zu Spotify, sobald der Dienst in Deutschland verfügbar wurde. Mit dem praktischen Telekom-Deal, bei dem der Spotify-Traffic nicht auf das monatliche Volumen angerechnet wurde, explodierte mein Musikkonsum förmlich. Plötzlich war jeder Tag ein Festival – nur eben ohne die schlammverkrusteten Schuhe und überteuerten Getränke.

Zunächst blieb ich den kabelgebundenen Over-Ears treu, wechselte dann aber zu Bose QC25 und später QC35. Die QC25 haben irgendwann kapituliert, während die QC35 noch immer auf dem Schreibtisch meiner Frau ihren Dienst tun – ein Beweis dafür, dass Qualität sich durchsetzt, selbst wenn der audiophile Snob in mir mittlerweile die Nase rümpft.

Der Arbeitskopfhörer: Konzentration & Meetings

Bei der konzentrierten Arbeit am Bildschirm entdeckte ich die unglaubliche Kraft der Musik als Fokushelfer. Sie ließ mich in einen Tunnel eintauchen, in dem alles um mich herum verschwand. Ich wurde eins mit der Musik, meinen Gedanken und der Arbeit. Zeit und Raum lösten sich auf, während ich eine Lösung nach der anderen entwickelte. Diese Flow-Zustände sind für mich mittlerweile essenziell – sie machen den Unterschied zwischen einem produktiven Tag und einem, an dem ich mich wie ein Hamster im Rad fühle.

Mit jedem Arbeitgeberwechsel nahm die Zahl der Meetings zu, was sich immer weiter zuspitzte und mich zunehmend einengte. Die Meetings fühlten sich an wie im Aquarium — geschlossene Kopfhörer mit Noise-Cancelling, schlecht belüftet, heiße Ohren und Schweiß. Ich lief schier Amok unter diesen Klanghauben, sodass eine Alternative her musste. Die Vorstellung, täglich acht Stunden mit diesen Ohrensaunen zu verbringen, war so verlockend wie eine Wurzelbehandlung ohne Betäubung.

Nach intensiver Recherche und Überlegungen zum Budget entschied ich mich für die Beyerdynamic DT1990 Pro — ein offener Kopfhörer, der meinen Musikgenuss auf ein neues Level heben sollte. Es war Liebe auf den ersten Klang!

Die audiophile Wende: Offene Kopfhörer verändern alles

Die DT 1990 Pro sind seit sechs Jahren meine treuen Begleiter, und ich trage sie nach wie vor mit Begeisterung. Meetings sind mit ihnen ein völlig neues Erlebnis: Ich höre meine eigene Stimme beim Sprechen, was die Kommunikation unglaublich angenehm macht. Sie werden zwar warm am Kopf, aber verglichen mit den Bose-Kopfhörern ist das ein Kinderspiel. Klanglich bewegen wir uns hier in einem ganz anderen Universum – das wäre, als würde man einen Trabant mit einem Porsche vergleichen.

Natürlich musste dann auch ein passender DAC her. Mit dem ifi Hip Dac fand ich einen teilweise mobilen Begleiter. Ehrlich gesagt habe ich ihn dann doch selten unterwegs genutzt, was die Anschaffung aus dieser Perspektive vielleicht nicht optimal erscheinen lässt. Klanglich war es jedoch ein Volltreffer, und das zählte am Ende.

Für jemanden, der mehrere tausend Stunden pro Jahr mit Kopfhörern verbringt, hatte ich bis dahin erstaunlich wenig experimentiert. Nicht aus Abneigung — mir fehlte einfach der zündende Funke. Womöglich war ich auch unbewusst besorgt, dass ein tieferer Einstieg in die Audiophilie mein Bankkonto in ähnlicher Weise ruinieren würde wie meine Plattensammlung. Spoiler: Diese Befürchtung war absolut berechtigt.

Neue Horizonte: Hifiman Arya Stealth & Die Lehmann Audio Entdeckung

Im letzten Sommer packte mich kurzzeitig das Verlangen, etwas Neues auszuprobieren. Ich besorgte einen Hifiman Arya Stealth, über den ich im Netz viel Gutes gelesen hatte. Ich wollte ihn testen und darüber schreiben, was ich leider schuldig geblieben bin. Klanglich war der Kopfhörer beeindruckend, aber der Tragekomfort ließ zu wünschen übrig. Die ovalen Ohrmuscheln drückten auf meine Kieferknochen und störten beim Sprechen in Meetings – ein eigenartiges Gefühl, das mich letztlich wieder zum Bewährten zurückkehren ließ. Es war, als würde ich versuchen, mit einem Ferrari einkaufen zu fahren – beeindruckend, aber unpraktisch.

Dann kam ein schicksalhaftes Telefonat mit Norbert Lehmann. Eigentlich rief ich an, um seine Gerätefüße zu testen, und plötzlich standen zwei Lehmann Audio Kopfhörerverstärker bei mir. Klingt wie ein erfolgreiches Verkaufsgespräch, war es aber nicht! Norbert fragte irgendwann nach meinem Beruf, und ich erzählte, dass ich den ganzen Tag mit Kopfhörern vor dem Bildschirm sitze, Musik höre oder in Meetings bin.

Sofort war er Feuer und Flamme und berichtete von seinen Linear und Linear II Kopfhörerverstärkern. Wie er blindlings einen Test gewann, ohne selbst davon zu wissen, oder sich Studios bei ihm meldeten, weil seine Linear-Serie hervorragende Arbeit leistet. Wie Sennheiser diese Verstärker zur Präsentation neuer Kopfhörer nutzt. Norbert gab mir umfangreiches Material zu seinen Verstärkern mit, aus dem ich seitenweise zitieren könnte. Diese Geschichten sind aber aus seinem Mund wahrscheinlich noch viel spannender – der Mann spricht über Audio-Equipment mit der gleichen Leidenschaft, mit der andere über ihre Fußballmannschaft reden.

Da er selbst auf HiFi-Veranstaltungen ausstellt, wird er dort sicherlich das ein oder andere über seine Geräte erzählen — vielleicht sogar die Geschichte, die ich hier gerade zusammenschreibe.

Das ultimative Setup: Tiefeintauchen in die Kopfhörerverstärker-Welt

Aufhänger meines Interesses war Norberts Aussage, dass viele seiner Profi-Kunden berichten, sie seien nach einem Arbeitstag viel entspannter oder könnten längere Mix-Sessions absolvieren, seitdem sie Lehmann Audio’s Linear Kopfhörerverstärker nutzen.

Also ran an den Speck! Ich habe den Linear etwa zwei Wochen intensiv genutzt, was in meinem Fall etwa 120 Stunden entspricht. Wer mich kennt, weiß, dass ich mich in neue Themen mit Haut und Haaren stürze, bis ins kleinste Detail eintauche und alles ausprobiere, was in Reichweite ist. Wenn ich ein Thema anfasse, dann richtig – Halbgares gibt’s nicht.

Gesagt, getan: Weitere DACs mussten her! Mein ifi HipDac war ein Anfang, aber nicht genug. Schnell gesellten sich der Fosi Audio K7 und ZD3 dazu – beide absolute Preis-Leistungs-Kracher, wie wir bereits in unserem K7-Test festgestellt haben. Außerdem hatte ich bereits den Shanling M5 Ultra, der ebenfalls hervorragend als DAC funktioniert. Zum krönenden Abschluss experimentierte ich mit einem Burson Audio Playmate 3 Deluxe und verschiedenen OpAmps. Der Vorteil: Einige dieser Geräte haben eigene Verstärkung, wodurch ich sie direkt gegen den Linear testen konnte.

Selbstverständlich schleppte ich den Linear (und später den Linear II) auch ins Wohnzimmer, schloss ihn an den Plattenspieler an und testete ihn mit dem WiiM Ultra und dem Eversolo DMP-A6 Master Edition. Ein wahrhaft umfangreiches Zuspieler-Setup! Meine Frau beäugte das wachsende Equipment-Arsenal zunächst mit Skepsis, ließ sich aber schnell von den klanglichen Unterschieden überzeugen – ein klassischer “Aha”-Moment, der jeden Audiophilen mit Stolz erfüllt.

Bei den Kopfhörern startete ich mit meinen bewährten DT 1990 Pro und rüstete später auf einen Audeze LCD‑X auf. Ich überlegte, noch weitere Kopfhörer hinzuzuziehen, aber irgendwann sprengt das alle Grenzen. Nach mittlerweile über 400 Stunden mit dem Audeze denke ich, ein gutes Gefühl dafür entwickelt zu haben, was wie, wo und wann am besten funktioniert.

Mein Schreibtisch glich zeitweise einem Schlachtfeld mit Kabelsalat, das selbst hartgesottene IT-Systemadministratoren zum Weinen gebracht hätte. Nach und nach verbannte ich jedoch Geräte, die ich ausgiebig getestet hatte, und sitze nun beim Schreiben nur noch mit dem Burson Audio Playmate 3 Deluxe, dem Audeze LCD‑X und dem Lehmann Linear II hier. Wahrscheinlich, weil ich diese Schätze bald wieder abgeben muss und den Klang noch ein wenig zelebrieren möchte – wie ein letztes opulentes Mahl vor einer Diät.

Als Verbindungskabel nutze ich die Sommer Cable Epilogue. Hier muss ich mir wirklich ein zweites Paar zulegen, denn das ständige Umstöpseln nervt gewaltig – besonders weil die Stecker so verdammt stramm sitzen. Ein Kabelwechsel fühlt sich jedes Mal an, als würde man einen eingeklemmten Zahn ziehen.

Ausblick: Die Reise geht weiter

Ich denke, ich bleibe an diesem Thema dran. Das Schöne ist, dass ich diese Tests relativ einfach während der Arbeit durchführen kann und quasi ständig daran arbeiten kann – einer der wenigen Vorteile, wenn man den ganzen Tag vor dem Rechner sitzt.

Aktuell liegt hier noch der Douk Audio K5, den ich gelegentlich höre. Ich bin der Meinung, dass man nicht nur hochpreisige DACs testen sollte, sondern sich breit aufstellen muss. Es gibt immer wieder Perlen, die aus der Masse herausstechen, und ich möchte auch gerne Produkte empfehlen, die nicht unbedingt eine Niere und Leber kosten. Schließlich sollte guter Sound nicht ausschließlich denjenigen vorbehalten sein, die einen Kleinwagen dafür opfern können.

Es liegt mir am Herzen, auch jüngeren Menschen den Weg zu gutem HiFi zu zeigen. Ich denke, dass diese trotz Spotify und Co. durchaus bereit sind, sich dem Thema zu öffnen – nur eben auf ihre eigene Art und Weise. Denn letztendlich geht es nicht darum, wer das teuerste Equipment hat, sondern wer die tiefste Verbindung zur Musik aufbauen kann – und manchmal ist der Weg dorthin eben ein besserer Kopfhörer oder ein feiner Verstärker.

Derzeit warten wir noch auf den Fosi Audio i5 (wir berichteten), für den gerade die Kickstarter-Kampagne gestartet ist. Außerdem sind wir mit Hifiman im Gespräch, und auch hier wird in Zukunft etwas kommen. Mit Audeze wird es nach der HIGH END 2025 in die nächste Runde gehen – ich bin bereits jetzt gespannt wie ein Flitzebogen, was die nächste Qualitätsstufe zu bieten hat.

Unsere Bestrebungen unterstreichen wir mit unserer Akkreditierung für die HIGH END 2025, an der wir als Presse-Partner teilnehmen werden. Mal sehen, was wir dort alles erleben! Ich werde sicherlich mit brennenden Ohren zurückkehren – aber mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Man darf also gespannt sein, und ich hoffe, mit meinen Interessen auch eure zu treffen, um dann interessante Beiträge zu schreiben. Denn eines ist klar: Die Reise in die audiophile Welt ist ein Marathon, kein Sprint – und wir haben gerade erst begonnen, warm zu laufen.

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Fosi Audio P4: Der preiswerte Vorverstärker, der die High-End-Liga ins Schwitzen bringt https://www.hifigeek.de/fosi-audio-p4-der-preiswerte-vorverstaerker-der-die-high-end-liga-ins-schwitzen-bringt/ https://www.hifigeek.de/fosi-audio-p4-der-preiswerte-vorverstaerker-der-die-high-end-liga-ins-schwitzen-bringt/#respond Sat, 05 Apr 2025 20:05:56 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8419 Der Fosi Audio P4 ist ein wahrer Underdog im Audioland – ein unscheinbares Kästchen für schmale 120€, das sich mit den Großen anlegt und dabei verdammt gut wegkommt. Wir haben uns den kompakten Preamp zur Brust genommen und getestet, ob er unsere audiophilen Ansprüche erfüllen kann oder ob er nur ein weiteres Budget-Gerät mit leeren Versprechungen ist.

Reviews in Bild und Ton

Wir haben mittlerweile auch einen eigenen Youtube-Channel. Hier versuche ich regelmäßig für euch Reviews mit bewegtem Bild bereit zu stellen und mehr mit euch in Kontakt zu treten. Schaut doch einfach mal vorbei und aboniert den Kanal. Danke!

Nackte Fakten direkt auf den Tisch

Bevor wir in die Vollen gehen: Ja, wir haben den P4 von Fosi Audio zum Testen bekommen. Aber keine Sorge – wir sind nicht käuflich und sagen dir genau, was Sache ist. Du bekommst hier keine Marketing-Floskeln, sondern die ungefilterte Wahrheit von Leuten, die selbst schon einige Fosi-Geräte im Einsatz haben und wissen, wovon sie reden.

Für unseren Test haben wir ein ziemlich irres Setup zusammengestellt: Als Quellen dienten der Eversolo DMP-A6, der DMP-A6 Master Edition, der WiiM Ultra und ein EAT Prelude Plattenspieler mit Graham Slee Gram Amp 2 SE Phono-Vorverstärker. Als Endstufen mussten der Fosi Audio V3 Mono, der Eversolo AMP-F2, IOTAVX AVXP1 und der Transaudio D5pro ran. Für den Sound sorgten die B&W 704 und Amphion Argon 3S Lautsprecher. Für den Kopfhörertest standen die Lehmann Audio Linear und Linear II bereit, zusammen mit dem Audeze LCD‑X und Beyerdynamic DT 1990 Pro. Kurz: Wir haben alles aufgefahren, was die Bude hergibt!

Design: Unscheinbar, aber solide af

Der Fosi Audio P4 kommt im typischen Fosi-Design: Schwarzes Aluminiumgehäuse, kompakt und schlicht – definitiv kein Eye-Catcher, aber auch kein hässlicher Kasten, der sich im Rack verstecken muss. Vorne gibt’s einen großen kupferfarbenen Lautstärkeregler, einen Ein/Aus-Schalter und eine kleine blaue LED. Kein Schnickschnack, aber alles, was man braucht.

Die Verarbeitung? Für 120 Tacken erstaunlich gut! Das Teil fühlt sich nicht wie ein billiger China-Import an, sondern wie richtiges Audio-Equipment. Der Lautstärkeregler dreht sich mit sattem Widerstand – keine wackelige Plastikangelegenheit. Klar, gegen einen 500€-Preamp verliert er im Luxus-Faktor, aber hey – wir reden hier von einem 120€-Gerät!

Auf der Rückseite erwarten dich mehrere Cinch-Eingänge und ein Cinch-Ausgang. Alles sauber verarbeitet und fest montiert – hier wackelt nichts und fühlt sich wie Spielzeug an.

Technik: Klein, aber oho!

Unter der Haube arbeitet eine clevere Schaltung, die für einen neutralen, ausgewogenen Klang sorgt. Der Fosi Audio P4 wird von einem externen 12V-Schaltnetzteil versorgt – und hier liegt auch gleich unser erster Upgrade-Tipp: Tausch das mitgelieferte Netzteil gegen ein lineares (z.B. dieses) aus, und der kleine Preamp macht einen Quantensprung nach vorne!

Die technischen Daten lesen sich schon auf dem Papier ziemlich impressive: Frequenzgang von 10Hz bis 100kHz, Signal-Rausch-Verhältnis von über 110dB und Verzerrungen unter 0,01%. Für ein Budget-Gerät sind das Werte, die selbst manchen High-End-Konkurrenten ins Schwitzen bringen.

Anschlüsse: Back to Basics, aber alles da

Der Fosi Audio P4 bietet mehrere vergoldete Cinch-Eingänge für deine Quellgeräte und einen Cinch-Ausgang für die Endstufe. Klingt simpel? Ist es auch – aber manchmal ist weniger mehr. Unsere Empfehlung: Investiere in ordentliche Kabel wie die Sommer Cable Epilogue, und du holst nochmal deutlich mehr aus dem kleinen Kistchen raus.

Ein Subwoofer-Ausgang fehlt zwar, aber mit einem Y‑Adapter lässt sich das Problem easy lösen. Für den durchschnittlichen Stereohörer ist alles an Bord, was man braucht – ohne unnötigen Schnickschnack, der nur verwirrt.

Sound-Check: Wo der P4 abliefert

Hier wird’s spannend! Der kleine Fosi Audio P4 überrascht mit einer Klangqualität, die man für diesen Preis niemals erwarten würde. Der Sound ist neutral, transparent und lässt die Charakteristik deiner angeschlossenen Geräte unverfälscht durch.

Beim Check von Whitechapel’s “Hymns in Dissonance” – unsere aktuelle Vinyl-Lieblingsscheibe (hier gehts zum Review) – beweist der P4, dass er auch brutalen Deathcore mühelos verarbeiten kann. Die Doublebass-Angriffe knallen mit sattem Druck, ohne je matschig zu werden, während die Gitarren mit gnadenloser Präzision schneiden. Phil Bozemans Growls klingen, als würde er direkt neben dir stehen und dir ins Ohr brüllen – genau so soll’s sein!

Bei unseren Vergleichstests mit den unterschiedlichen Lautsprechern zeigt sich, dass der Fosi Audio P4 die jeweiligen Charakteristika wunderbar durchlässt: Die B&W 704 spielen mit ihrer typischen Detailverliebtheit und dem leicht warmen B&W‑Sound, während die Amphion Argon 3S ihre überlegene Klarheit und Authentizität zeigen – nicht umsonst werden Amphion-Speaker von Produzenten wie Jens Bogren und Will Putney genutzt.

Der Fosi Audio P4 begrenzt die Qualität deines Setups nicht – er lässt die Stärken (und leider auch Schwächen) deiner anderen Komponenten unverfälscht durchscheinen. Für einen Vorverstärker dieser Preisklasse ist das alles andere als selbstverständlich.

Das ultimative Upgrade: Besseres Netzteil = Besserer Sound

Wie bereits angedeutet: Das Standardnetzteil ist der limitierende Faktor des P4. Mit einem linearen Netzteil gewinnt der Klang spürbar an Ruhe, Präzision und räumlicher Tiefe. Das Grundrauschen verschwindet fast komplett, und plötzlich kommen Details durch, die vorher im Rauschen untergegangen sind.

Für 50–80€ bekommst du bereits ein lineares Netzteil, das eine heftige Verbesserung bringt. Wer mehr investieren will, findet Optionen zwischen 100–200€, die das Klangpotenzial des P4 komplett freisetzen. Bei einem Basispreis von 120€ ist so ein Upgrade absolut sinnvoll – es bringt den kleinen Preamp auf ein Level, das deutlich teurere Geräte ins Schwitzen bringt. Wir hatten gerade eines um die 100€ im Test.

David gegen Goliath: Wie schlägt sich der Fosi Audio P4 gegen die Großen?

Im Vergleich zu Vorverstärkern aus der 300–500€-Liga fehlt dem Fosi Audio P4 etwas die letzte Feinzeichnung und die absolute Präzision bei der räumlichen Abbildung. Auch die Kontrolle über den tiefsten Bass und die Auflösung im Hochtonbereich können mit den teureren Alternativen nicht ganz mithalten.

Aber – und das ist ein großes ABER – der P4 schlägt sich in diesen Vergleichen erstaunlich gut! Mit dem Upgrade auf ein lineares Netzteil schrumpft der Abstand nochmal deutlich. Die Unterschiede sind eher gradueller Natur und fallen je nach Musik und Setup mehr oder weniger stark ins Gewicht.

Hier eine Faustregel: Wenn du zwischen einem 300€-Vorverstärker ohne Upgrades und einem Fosi Audio P4 mit 150€-Netzteil wählen müsstest – nimm den Fosi Audio P4 mit Upgrade. Du bekommst mehr fürs Geld und ein flexibleres Setup, das du später immer noch weiter ausbauen kannst.

Wer sollte zuschlagen?

Der Fosi Audio P4 ist die perfekte Wahl für:

  • Audiophile mit begrenztem Budget, die trotzdem guten Klang wollen
  • Einsteiger in die High-End-Audio-Welt, die schrittweise aufrüsten möchten
  • Erfahrene Hörer, die ein Zweitsystem für Büro oder Arbeitszimmer aufbauen
  • Leute, die mehrere Quellen an eine Endstufe anschließen wollen, ohne auf Klangqualität zu verzichten
  • Audio-Experimentierfreudige, die gerne mit Upgrades rumspielen

Fazit: Unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis

Nach unserem intensiven Test können wir den Fosi Audio P4 mit gutem Gewissen empfehlen. Für 120€ bekommst du einen soliden, gut verarbeiteten Vorverstärker mit überraschend guter Klangqualität und jeder Menge Upgrade-Potenzial.

Die Neutralität und Transparenz des Fosi Audio P4 lässt die Charakteristika deiner anderen Geräte unverfälscht durch, und auch bei anspruchsvollen Tracks bleibt er souverän und kontrolliert. Mit hochwertigen Kabeln und einem linearen Netzteil kann der P4 sogar deutlich teurere Vorverstärker in Bedrängnis bringen.

Besonders cool: Der Fosi Audio P4 harmoniert sowohl mit einfacheren Lautsprechern wie den B&W 704 als auch mit anspruchsvolleren wie den Amphion Argon 3S und bringt deren jeweilige Stärken voll zur Geltung.

Für Einsteiger in die High-End-Audio-Welt oder für Audiophile mit begrenztem Budget ist der Fosi Audio P4 der perfekte Startpunkt. Er bietet soliden Klang ab Werk und lässt sich durch gezielte Upgrades immer weiter verbessern. Falsch machen kannst du mit dieser Investition definitiv nichts!

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12V Linear Netzteil: Der Klangturbo für Fosi Audio ZD3, K7 oder P4 im Test https://www.hifigeek.de/12v-linear-netzteil-der-klangturbo-fuer-fosi-audio-zd3-k7-oder-p4-im-test/ https://www.hifigeek.de/12v-linear-netzteil-der-klangturbo-fuer-fosi-audio-zd3-k7-oder-p4-im-test/#respond Sat, 05 Apr 2025 12:52:30 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8633 Das unscheinbare Kraftpaket hinter jedem audiophilen Setup ist meist ein Thema, das selbst unter Enthusiasten zu wenig Beachtung findet: die Stromversorgung. Dabei kann ein hochwertiges Netzteil den entscheidenden klanglichen Unterschied machen, wenn es darum geht, aus deiner HiFi-Kette das Maximum herauszuholen. Besonders lineare Netzteile haben in der audiophilen Welt einen legendären Ruf erlangt – und genau deshalb habe ich mich mit einem 12V 3A Linear Netzteil mit R‑Core Transformator von AliExpress befasst, das an den Fosi Audio ZD3, K7 und P4 getestet wurde.

Transparenzhinweis: Das in diesem Test vorgestellte Netzteil wurde mir kostenlos vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf meine ehrliche Bewertung des Produkts.

Reviews in Bild und Ton

Wir haben mittlerweile auch einen eigenen Youtube-Channel. Hier versuche ich regelmäßig für euch Reviews mit bewegtem Bild bereit zu stellen und mehr mit euch in Kontakt zu treten. Schaut doch einfach mal vorbei und aboniert den Kanal. Danke!

Lineare Netzteile: Der heimliche Klangveredler im HiFi-Setup

Bevor wir zum eigentlichen Testprodukt kommen, lohnt sich ein kurzer Exkurs in die Welt der Stromversorgungen. Die meisten Audiogeräte werden standardmäßig mit kostengünstigen Schaltnetzteilen ausgeliefert, die zwar effizient und kompakt sind, aber oft erhebliche klangliche Nachteile mit sich bringen.

Schaltnetzteile (SMPS – Switched Mode Power Supply) arbeiten mit hohen Schaltfrequenzen und wandeln die Netzspannung durch schnelles Ein- und Ausschalten in die gewünschte Gleichspannung um. Dies erzeugt unvermeidlich hochfrequente Störungen und eine gewisse Restwelligkeit, die sich negativ auf die Klangqualität auswirken können.

Linear Netzteile hingegen funktionieren nach einem deutlich simpleren Prinzip: Die Netzspannung wird durch einen Transformator heruntergesetzt, gleichgerichtet und gefiltert. Ohne hochfrequente Schaltvorgänge liefern sie eine deutlich sauberere, rauschärmere Gleichspannung. Der Nachteil: Sie sind größer, schwerer und in der Herstellung teurer. Doch für audiophile Anwendungen sind diese Nachteile oft ein kleiner Preis für den klanglichen Gewinn.

Ein entscheidender technischer Parameter ist dabei die Restwelligkeit – also die verbleibende Wechselspannungskomponente auf der erzeugten Gleichspannung. Bei einfachen Steckernetzteilen kann diese bei erschreckenden 0,7V (Peak-to-Peak) liegen, während hochwertige lineare Netzteile Werte von unter 0,01V erreichen. In der Praxis resultiert dies in einem ruhigeren, detaillierteren Klangbild mit präziserer Bühnenabbildung und weniger Verzerrungen.

R‑Core vs. Ringkern: Warum die Trafo-Technologie entscheidend ist

Bei linear Netzteilen spielt der verbaute Transformator eine zentrale Rolle für die Qualität der erzeugten Spannung. Das hier getestete Linear Netzteil setzt auf einen R‑Core Transformator – eine Technologie, die besonders in der audiophilen Szene geschätzt wird.

R‑Core Transformatoren (manchmal auch als “R‑Kern” bezeichnet) erkennt man an ihrem charakteristischen ovalen Kern, bei dem die Wicklungen nebeneinander liegen. Im Vergleich zu den ebenfalls beliebten Ringkerntrafos bieten sie einige spezifische Vorteile:

Ein R‑Core Trafo arbeitet hocheffizient und produziert ein extrem geringes magnetisches Streufeld. Das reduziert die Einstreuung in empfindliche Audioschaltungen und sorgt für eine sehr geringe Brummneigung. Nicht ohne Grund setzen Premium-Hersteller wie Sony, Cary Audio und Panasonic bei ihren High-End-Modellen auf diese Technologie.

Ringkern-Transformatoren gelten im Vergleich dazu als etwas “spritziger” im Klangcharakter, während R‑Core Trafos eine “innere Ruhe” ins Klangbild bringen. Ein weiterer technischer Vorteil: Die Kapazität zwischen Primär- und Sekundärwicklung liegt bei R‑Core Trafos meist bei nur 60–100 pF, was die Übertragung von Netzstörungen reduziert.

Traditionelle EI-Kern-Transformatoren, wie sie in günstigeren Geräten verbaut werden, schneiden im Vergleich klanglich meist deutlich schlechter ab.

Unboxing und erster Eindruck: Solide Verarbeitung mit kleinen Schönheitsfehlern

Das Linear Netzteil kommt in einer schlichten Verpackung, die alle wesentlichen Informationen enthält. Im Lieferumfang befindet sich neben dem eigentlichen Netzteil auch ein 12V-Anschlusskabel für die Verbindung mit den zu versorgenden Audiogeräten. Was fehlt, ist ein Kaltgerätestecker zum Anschluss ans Stromnetz – hier muss man entweder ein vorhandenes Kabel verwenden oder eines separat erwerben.

Das Gehäuse selbst macht einen äußerst soliden Eindruck mit seiner vollständigen Metallkonstruktion, die effektiv zur Abschirmung beiträgt. Die Verarbeitung ist makellos und vermittelt das Gefühl eines Premium-Produkts. Mit seinem rechteckigen Design und den abgerundeten Kanten fügt es sich optisch gut in die meisten HiFi-Umgebungen ein.

Ein Blick ins Innere offenbart hochwertige Komponenten: Elna- und Nichicon-Kondensatoren, die für ihre Langlebigkeit und klangliche Neutralität bekannt sind, sorgen für eine stabile Stromversorgung. Diese Auswahl unterstreicht, dass es sich hier nicht um ein Massenprodukt, sondern um eine durchdachte audiophile Lösung handelt.

An der Front befindet sich ein digitales Display, das die aktuelle Ausgangsspannung anzeigt – ein nützliches Feature zur Überwachung, allerdings mit einem kleinen Wermutstropfen: Die blaue LED-Anzeige ist ausgesprochen hell und kann in dunkleren Umgebungen regelrecht blenden. Hier wäre eine Dimmfunktion wünschenswert gewesen.

Technische Spezifikationen und Praxiseinsatz

Mit seiner Ausgangsleistung von 12V bei bis zu 3A (also 36W) bietet das Netzteil ausreichend Reserven für die meisten DACs, Vorverstärker und kleinere Vollverstärker. Die Stromkapazität von 3A ist dabei großzügig bemessen – viele vergleichbare Modelle wie der Keces P3 oder Sbooster bleiben bei 3A oder darunter.

Im praktischen Betrieb zeigt sich eine angenehme Eigenschaft: Das Linear Netzteil wird selbst nach stundenlangem Dauereinsatz nur mäßig warm. Im Gegensatz zu manch anderen linearen Netzteilen, die regelrecht Hitze entwickeln können, bleibt hier die Betriebstemperatur in einem sehr moderaten Bereich. Dies spricht für ein effizientes Design und hochwertigen Komponenten mit ausreichender Dimensionierung.

Ein weiteres technisches Highlight ist das geringe Rauschen: Die speziell für audiophile Anwendungen optimierte Filterung sorgt für eine besonders saubere Gleichspannung mit minimaler Restwelligkeit, was sich direkt in verbesserter Klangqualität niederschlägt.

Der Klangtest mit Fosi Audio ZD3, K7 und P4

Für den praktischen Test habe ich das Linear Netzteil an drei verschiedenen Fosi Audio Geräten ausprobiert, die alle mit 12V betrieben werden. Die Referenzplaylist mit Tracks wie Lorna Shore (Pain Remains I: Dancing Like Flames), Knocked Loose (Deep in the Willow) und Brand of Sacrifice (Purge) diente als klangliche Basis.

Fosi Audio ZD3 Flagship DAC/Preamp

Der ZD3 ist Fosi Audios Flaggschiff-DAC und Vorverstärker mit umfangreicher Ausstattung. Mit seinen XLR- und RCA-Ausgängen, digitalen Eingängen (USB, optisch, koaxial, HDMI ARC) und Bluetooth-Konnektivität bietet er zahlreiche Anschlussmöglichkeiten.

Im Betrieb mit dem linear Netzteil anstelle des mitgelieferten Schaltnetzteils zeigten sich sofort hörbare Verbesserungen. Bei Lorna Shore’s Pain Remains I: Dancing Like Flames trat die komplexe Gitarrenarbeit deutlicher hervor, während der Deathcore-Gesang von Will Ramos an Präsenz und Dichte gewann. Besonders auffällig: Die Blast Beats wirkten präziser und die orchestrale Untermalung entfaltete eine neue Tiefe – ein Effekt, der sich konsistent bei allen getesteten Tracks zeigte.

Fosi Audio K7 DAC

Der K7 als kompakter Desktop-DAC für Audiophile und Gaming-Enthusiasten profitierte ähnlich stark vom Upgrade der Stromversorgung. Bei Knocked Loose’s Deep in the Willow konnte ich eine verbesserte Trennung der Instrumente und ein klareres Herausarbeiten der Breakdowns wahrnehmen. Die räumliche Abbildung gewann an Präzision, und selbst in dichten, dynamischen Passagen blieb der Klang aufgeräumter und kontrollierter.

Fosi Audio P4 Analoger Vorverstärker

Der P4 ist ein analoger Vorverstärker mit drei RCA-Eingängen, der sich ideal für die Steuerung mehrerer Quellen eignet. Im Test zeigte sich, dass die saubere Stromversorgung besonders bei der Feinabstimmung des Klangbilds entscheidend ist. Bei Zeal & Ardor’s Death to the Holy reduzierte sich das Grundrauschen spürbar, was die aggressiven Gitarrenriffs und Gospel-Elemente klarer voneinander trennte. Die Tone-Control-Bypass-Funktion des P4 ermöglichte zudem eine unverfälschte Wiedergabe, die von der stabilen Spannung profitierte.

Klangliche Beobachtungen im Detail

Über alle drei Testgeräte hinweg ließen sich einige konsistente klangliche Verbesserungen durch den Einsatz des linearen Netzteils feststellen:

  1. Ruhigeres Klangbild: Die oft beschriebene “innere Ruhe” des R‑Core Netzteils war deutlich wahrnehmbar. Bei Lorna Shore’s To the Hellfire wirkte das Klangbild entspannter, ohne die Intensität des Tracks zu schmälern.
  2. Verbesserte Basswiedergabe: Die Bässe gewannen an Kontrolle, wie bei Brand of Sacrifice’s Purge, wo die Double-Bass-Parts nun ein stabileres Fundament bildeten.
  3. Größere Bühne: Die räumliche Abbildung gewann an Breite, besonders bei Septicflesh’s Anubis (Live), wo die orchestralen Elemente klarer positioniert waren.

Preis-Leistungs-Verhältnis und Vergleich mit Alternativen

Mit einem Preis von etwa 100 Euro positioniert sich das getestete linear Netzteil im mittleren Segment. Vergleichbare Modelle von Premiumherstellern wie Keces (P3) oder Sbooster können leicht das Zwei- bis Dreifache kosten, bieten aber nicht zwangsläufig bessere technische Spezifikationen.

Fazit: Ein lohnenswertes Upgrade für anspruchsvolle Ohren

Nach ausgiebigen Tests mit drei unterschiedlichen Fosi Audio Komponenten kann ich das 12V 3A Linear Netzteil mit R‑Core Transformator uneingeschränkt empfehlen. Es repräsentiert eines der sinnvollsten Upgrades im Preis-Leistungs-Verhältnis, die man für ein bestehendes HiFi-Setup vornehmen kann. Wen das linear Netzteil interessiert, kann es sich bei AliExpress ordern.

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Fosi Audio i5 Planar-Magnetische Kopfhörer: Audiophiler Klang zum erschwinglichen Preis https://www.hifigeek.de/fosi-audio-i5-planar-magnetische-kopfhoerer-audiophiler-klang-zum-erschwinglichen-preis/ https://www.hifigeek.de/fosi-audio-i5-planar-magnetische-kopfhoerer-audiophiler-klang-zum-erschwinglichen-preis/#respond Fri, 04 Apr 2025 19:30:59 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8621 Der renommierte Budget-HiFi-Hersteller Fosi Audio betritt mit dem neuen Fosi Audio i5 den umkämpften Markt der planaren Kopfhörer — und verspricht dabei eine beeindruckende Klangqualität zu einem attraktiven Preis. Die lang erwartete Kickstarter-Kampagne startet am 20. April 2025, doch schon jetzt können sich Interessierte spezielle Boni sichern.

High-End Technologie für audiophilen Klang

Fosi Audio hat bei den neuen Fosi Audio i5 Kopfhörern keine Kompromisse gemacht. Im Herzen der offenen Over-Ear-Konstruktion arbeitet ein gewaltiger 97mm großer Planar-Treiber mit einer ultradünnen Membran von nur 2 Mikrometern Dicke. Diese wurde mittels Sputtering-Technologie veredelt, wodurch eine gleichmäßigere und reaktionsschnellere Membran entstehen soll. In Kombination mit 44 leistungsstarken N50 Neodym-Magneten verspricht Fosi Audio ein Klangerlebnis mit hoher Auflösung und minimaler Verzerrung.

Besonders bemerkenswert: Der Frequenzgang reicht von tiefen 10Hz bis zu ultrahohen 50kHz, was weit über den hörbaren Bereich hinausgeht und für eine beeindruckende Detailwiedergabe sorgen dürfte. Wie wir bereits bei anderen Fosi Audio Produkten erleben durften, zielt das Unternehmen darauf ab, maximale Klangqualität zu einem erstaunlich günstigen Preis anzubieten.

Durchdachtes Design für optimalen Tragekomfort

Die i5 wurden nicht nur klanglich, sondern auch ergonomisch optimiert. Der Kopfhörer verfügt über eine doppelachsige Aufhängung der Ohrmuscheln, die sowohl vertikale als auch horizontale Rotation ermöglicht und sich so unterschiedlichen Kopfformen anpasst.

Der Kopfbügel besteht aus hochwertigem Memory-Metall, das seine Form beibehält und gleichzeitig flexibel und leicht ist. Die stufenlose Silikon-Verstellung sorgt für präzise Anpassungsmöglichkeiten mit einem angenehm gedämpften Gefühl.

Die Ohrpolster bestehen aus perforiertem Leder und atmungsaktivem Stoff, was für Kühlung sorgt und einem Hitzestau vorbeugt. Der integrierte Memory-Schaum passt sich perfekt an und verspricht Komfort auch bei längeren Hörsessions. Mit 550g Gewicht bewegen sich die i5 im durchschnittlichen Bereich für planare Kopfhörer.

Technische Spezifikationen im Überblick

  • Bauform: Offen, circumaural (Over-Ear)
  • Treiber: 97mm Planar-magnetisch, 2μm Membran
  • Impedanz: 28 Ohm
  • Empfindlichkeit: 98dB/mW @ 1kHz
  • Maximaler Schalldruck: >120 dB
  • Frequenzgang: 10Hz-50kHz
  • Klirrfaktor (THD): < 1% @ 100 dB SPL
  • Empfohlene Verstärkerleistung: > 250mW (Minimum > 100mW)
  • Gewicht: 550g

Beeindruckende Resonanz beim CanJam NYC 2025

Die Fosi Audio i5 erregten bereits beim CanJam NYC 2025 großes Aufsehen, wo Fosi Audio sie neben dem K7 DAC Amp und dem GR70 Röhren-Kopfhörerverstärker vorstellte. Laut Berichten erhielten alle Produkte viel Lob von Besuchern, und besonders die i5 Planar-Magnetischen Kopfhörer zogen die Aufmerksamkeit der Audiophilen-Gemeinschaft auf sich.

Exklusive Vorteile für frühe Unterstützer

Für alle, die sich frühzeitig die Fosi Audio i5 sichern möchten, bietet Fosi Audio ein attraktives Vorbestellungs-Programm. Auf der offiziellen Webseite kann man für 9,99 USD eine Gift Card erwerben, die später für jeden Einkauf auf der Webseite einlösbar ist. Wer anschließend die Kickstarter-Kampagne (Start: 20. April) unterstützt, erhält einen zusätzlichen Rabatt von 5%.

Darüber hinaus winken folgende physische Bonus-Artikel, die nach Ende der Kampagne verschickt werden:

  • 4,4mm Upgrade-Kabel
  • 4,4mm zu XLR Adapter
  • Ein zusätzliches Paar Ohrpolster

Fazit: Der Fosi Audio i5 ist ein vielversprechender Einstieg in die Welt planarer Kopfhörer

Fosi Audio hat sich mit Produkten wie dem K7 DAC/Amp, dem V3 Mono-Verstärker und dem SK01 bereits einen Namen für exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis gemacht. Mit dem Fosi Audio i5 wagt sich das Unternehmen nun in den anspruchsvollen Markt der planaren Kopfhörer und scheint dabei alle Register zu ziehen.

Die beeindruckenden technischen Daten, das durchdachte Design und der zu erwartende günstige Preis machen den i5 zu einem potenziellen Game-Changer für Budget-Audiophile.

Wer also schon immer in die Welt der planaren Kopfhörer einsteigen wollte, aber vor den oft horrenden Preisen zurückschreckte, sollte die Kickstarter-Kampagne ab 20. April im Auge behalten. Audiophiler Klang muss nicht teuer sein — Fosi Audio beweist es einmal mehr.

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Fosi Audio K7 — Der Perfekte Desktop DAC für Audiophile Gamer https://www.hifigeek.de/fosi-audio-k7-der-perfekte-desktop-dac-fuer-audiophile-gamer/ https://www.hifigeek.de/fosi-audio-k7-der-perfekte-desktop-dac-fuer-audiophile-gamer/#respond Tue, 11 Mar 2025 07:00:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8408 Der Fosi Audio K7 hat seinen Weg von der Kickstarter-Kampagne direkt auf unseren Schreibtisch gefunden, und wir können jetzt nach ausgiebigem Test sagen: Dieses kleine Kraftpaket ist weit mehr als nur ein gewöhnlicher Desktop-DAC. Fosi Audio bezeichnet ihr neuestes Werk als “audiophilen Gaming DAC” — ein großes Versprechen, das wir auf Herz und Nieren geprüft haben. Als Flaggschiff der K‑Reihe positioniert sich der K7 ganz bewusst im oberen Segment des Herstellers, der bereits einige bemerkenswerte Audio-Geräte auf den Markt gebracht hat. Als langjähriger Fan von Fosi Audio, aber auch kritischer Audiofreak, war ich besonders gespannt, ob der K7 meinen hohen Ansprüchen gerecht werden kann.

Transparenz First: Unsere Testbedingungen

Gleich vorweg: Wir haben den K7 kostenlos von Fosi Audio zum Testen bekommen. Aber keine Sorge — das bedeutet nicht, dass wir hier PR-Texte abspulen. Wir urteilen völlig unabhängig und nehmen im Gegensatz zur klassischen Fachpresse kein Geld für unsere Reviews. Wer also einen echten, ungefilterten Test lesen will und keine weichgespülten Marketing-Floskeln, ist hier genau richtig. Bei uns bekommt ihr die ungefärbte Wahrheit — versprochen!

Design und Verarbeitung: Solides Stück Hardware

Die erste Disziplin meistert der K7 mit typischer Fosi-Qualität: Das vollständig aus Aluminium gefertigte Gehäuse liegt angenehm schwer und wertig in der Hand. Auf der Unterseite finden sich vier Gummifüße mit dezenter Fosi Audio Gravierung, die für stabilen Stand sorgen. Die Oberseite wird von zwei digitalen Reglern und fünf Metallknöpfen dominiert, die um ein kleines aber gut ablesbares beleuchtetes Display angeordnet sind. Ein echter Hingucker auf jedem Schreibtisch, die schlichte schwarze Farbgebung passt zu jedem Setup.

Die Anschlussvielfalt ist beeindruckend: An der Front befinden sich zwei 3,5mm Klinkenbuchsen (Mikrofon-Eingang und Kopfhörer-Ausgang) sowie eine 4,4mm Balanced-Buchse für anspruchsvollere Setups. Die Rückseite bietet neben dem 12V-Eingang einen USB-C-Port, Coax- und optischen Eingang, eine Fassung für die schraubbare Bluetooth-Antenne sowie einen Zweikanal-Cinch-Ausgang. Alle Ein- und Ausgänge sind hart vergoldet — ein Premium-Touch, der die Langlebigkeit erhöht und auch optisch einiges hermacht. Die Verarbeitung ist makellos — keine ungleichmäßigen Spaltmaße, keine wackeligen Knöpfe, alles sitzt perfekt.

Technik, die begeistert

Im Herzen des Fosi Audio K7 arbeitet ein AKM4493SEQ DAC-Chip, der folgende Sampling-Raten unterstützt:

  • USB: PCM 384kHz-32bit/DSD256
  • Optical: PCM 24bit/192kHz
  • Coaxial: PCM 24bit/192kHz
  • Bluetooth: PCM 24bit/48kHz

Die Kopfhörer-Impedanzspanne ist mit 16–300Ω großzügig dimensioniert, was bedeutet, dass der K7 mit praktisch jedem Kopfhörer zurechtkommt — vom mobilen In-Ear bis zum anspruchsvollen Studio-Kopfhörer. Der firmware-updatefähige DAC ist intern komplett balanced aufgebaut und liefert eine beeindruckend niedrige Verzerrung von nur 0,0002%. Zusätzliche Sicherheit bieten Überspannungs‑, Überlast- und Überhitzungsschutz — während unseres Tests wurde der K7 zwar warm, aber nie bedenklich heiß. Selbst nach mehreren Stunden im Dauerbetrieb blieb die Temperatur im grünen Bereich.

Im Balanced-Betrieb erreicht der Fosi Audio K7 einen Signal-Rausch-Abstand und Dynamikumfang von 121dB. Die maximale Ausgangsleistung liegt bei beeindruckenden L+R≥2100mW+2100mW — genug Power, um selbst anspruchsvolle Kopfhörer mühelos anzutreiben. Im Single-Ended-Betrieb bleiben immer noch respektable SNR 122dB und ein Dynamikumfang von 121dB erhalten, während sich die maximale Ausgangsleistung auf L+R≥600mW+600mW (32Ω/THD+N<1%) reduziert. Beeindruckende Werte, die selbst bei deutlich teureren DACs nicht selbstverständlich sind.

Via Bluetooth 5.0 unterstützt der Fosi Audio K7 die Codecs SBC, AAC, aptX, aptX HD und aptX LL, womit auch kabellose Verbindungen in nahezu verlustfreier Qualität möglich sind. Die mitgelieferte Antenne sorgt dabei für exzellente Reichweite und stabile Verbindung — in unserem Test konnten wir selbst durch mehrere Wände hindurch noch eine stabile Bluetooth-Verbindung halten.

Vielseitigkeit: Einfach anschließen und loslegen

Die Einrichtung des Fosi Audio K7 ist erfreulich unkompliziert. In unserem Test funktionierte er problemlos an Mac und Windows-PC, ohne dass spezielle Treiber installiert werden mussten. Plug & Play im besten Sinne — einfach anschließen, einschalten und loslegen. Ein großer Pluspunkt: Dank der vielseitigen Anschlüsse lässt sich der K7 auch mit Spielkonsolen wie PlayStation und Xbox verbinden. Allerdings benötigt er stets seine separate 12V-Stromversorgung und kann nicht ausschließlich über USB‑C betrieben werden, was angesichts der Leistungsdaten aber völlig nachvollziehbar ist.

Wir haben den Fosi Audio K7 nicht nur direkt mit Kopfhörern getestet, sondern auch als Quelle für separate Kopfhörerverstärker und Endstufen für Schreibtisch-Lautsprecher genutzt. Diese Flexibilität macht ihn zum echten Multitalent im Audio-Setup. Besonders gut hat uns gefallen, dass man über den Cinch-Ausgang auch aktive Lautsprecher oder eine separate Verstärker-Lautsprecher-Kombination anschließen kann.

Bedienung, die Spaß macht

Die Bedienung des Fosi Audio K7 ist erfreulich intuitiv und durchdacht. Nach dem Einschalten kann zwischen den Modi UAC‑1 und UAC‑2 gewählt werden. Für alle, die mit diesen Abkürzungen nichts anfangen können: UAC‑1 verarbeitet PCM-Signale bis 24bit/96kHz und erlaubt die parallele Nutzung des Mikrofon-Eingangs. In diesem Modus lässt sich das Mikrofon per Druck auf den rechten Drehregler stummschalten, und durch Betätigen des Tone/Mic-Buttons kann die Mikrofon-Verstärkung (0–10) eingestellt werden — ideal für Gaming-Sessions oder Video-Calls.

Im UAC-2-Modus steht Bitstreaming mit 384kHz-32bit/DSD256 zur Verfügung, allerdings ohne Mikrofon-Funktionalität. Die Eingänge (USB, Bluetooth, Coax, Optical) werden über die Input-Taste gewechselt, während der Output-Button zwischen Kopfhörer- und Cinch-Ausgang umschaltet und bei Bedarf alle EQ-Einstellungen per Bypass-Funktion deaktiviert. Der eingebaute EQ erlaubt Anpassungen bei Bass (-12 bis +12) und Höhen (-6 bis +6) — perfekt, um den Sound nach persönlichem Geschmack zu tunen oder unterschiedliche Musikgenres optimal zur Geltung zu bringen.

Die Lautstärkeregelung reagiert feinfühlig und präzise, wobei die Abstufungen bei niedrigen Lautstärken etwas gröber ausfallen. Bei mittlerer und hoher Lautstärke hingegen kann man sehr präzise regeln. Wirklich praktisch ist auch die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Eingängen zu wechseln, ohne jedes Mal Kabel umstecken zu müssen — ein Feature, das im Alltag viel Komfort bietet.

Gaming-Performance: Audiophiles Kopfkino

Da Fosi Audio den Fosi Audio K7 explizit als Gaming-DAC bewirbt, haben wir seine Fähigkeiten in diesem Bereich besonders intensiv getestet — oder besser gesagt, testen lassen. Da ich selbst aktuell kaum zum Zocken komme, habe ich den K7 an zwei Gaming-affine Kollegen weitergereicht, die ihn im täglichen Spielbetrieb auf die Probe stellen konnten. Beide sind erfahrene Gamer mit gehobenen Ansprüchen an den Sound — perfekte Testpersonen also.

Der erste Test mit Hunt: Showdown offenbarte sofort die Stärken des Fosi Audio K7. Nach einem Vergleich mit dem bisherigen Setup aus Focusrite Audio Interface und Beyerdynamic DT 1990 Pro war die Reaktion eindeutig: Ein lautes “Oha!” quittierte die deutlich bessere Ortbarkeit von Gegnern und Bewegungen mit dem Fosi Audio K7. War beim Focusrite zwar ein Gegner grundsätzlich ortbar, konnten mit dem K7 auch Entfernung und präzise Richtung sofort bestimmt werden — ein entscheidender Vorteil in taktischen Spielen, der buchstäblich über Leben und Tod entscheiden kann.

Darüber hinaus reproduzierte der Fosi Audio K7 Sounds wesentlich detaillierter und lieferte spürbar mehr Druck bei Explosionen und anderen Ereignissen. Schritte waren präziser zu orten, Schüsse klangen definierter, und selbst kleine akustische Details wie das Rascheln im Gebüsch oder das Knarren von Holzdielen wurden klarer wahrgenommen. Der Sound war insgesamt klarer und nach längerer Nutzung auch angenehmer, was vor allem bei stundenlangen Gaming-Sessions ein wichtiger Faktor ist. Beim anschließenden Musiktest mit Bloodywood zeigte sich ein ähnliches Bild: Mehr Details, bessere Nuancierung und ein breiteres Klangbild. Die zusätzliche Möglichkeit, den Sound per EQ anzupassen, war das Tüpfelchen auf dem i. Am Ende des Abends war die entscheidende Frage: “Was kostet der K7 und wo kann ich ihn kaufen?” Long story short: Er hat ihn gekauft — ein deutlicheres Qualitätsurteil gibt es wohl kaum.

Gaming-Performance die Zweite

Der zweite Test mit einem Kollegen, der bisher ein Beyerdynamic DT900 Pro X an einem Beyerdynamic Fox Mikrofon betrieb, verlief ähnlich überzeugend. Der Fosi Audio K7 setzte sich klar gegen das Fox und sogar gegen sogenannte High-End-Onboard-Soundkarten durch. Eine Runde Diablo 4 bestätigte den positiven Eindruck, der sich bereits beim Musikhören abgezeichnet hatte. Die Atmosphäre des Spiels kam deutlich besser zur Geltung, die Klangeffekte wirkten präsenter und räumlicher, und die Musikuntermalung entfaltete mehr Tiefe und Dramatik. Auch hier war die Konsequenz unmittelbar: Der Fosi Audio K7 wurde direkt bestellt — ein weiterer Beweis für die überzeugende Performance des kleinen Kraftpakets.

Alltäglicher Einsatz: Verlässlicher Begleiter

Nach den Erfahrungen aus dritter Hand war es Zeit für den Alltagstest. Als jemand, der täglich 8+ Stunden am Rechner sitzt und zwischen Telkos, Qobuz und Spotify hin und her springt, kenne ich meinen Sound ziemlich genau. Normalerweise nutze ich einen iFi Hip Dac, der zwar sehr gut ist, aber eher für mobile Einsätze konzipiert wurde und irgendwann durch etwas Stationäres ersetzt werden sollte. Da kam der Fosi Audio K7 gerade recht.

Nach vier Wochen intensiver Nutzung am MacBook Pro M4 Max kann ich berichten: Keine Ausfälle, keine Probleme, keine Aussetzer — der Fosi Audio K7 läuft wie ein Uhrwerk. Er wurde stets zuverlässig erkannt und schaltete problemlos zwischen verschiedenen Sample-Rates um. Die meiste Zeit lief er im UAC-2-Modus, da für mein Mikrofon ohnehin ein analoger XLR-Anschluss mit 48V-Phantomspeisung notwendig ist. Die Lautstärkeregelung mit dem linken Drehregler funktioniert hervorragend, auch wenn die Abstufungen erst bei höheren Lautstärken feiner werden. Für den täglichen Gebrauch ist das aber völlig ausreichend.

Der eingebaute EQ erwies sich als nützliches Werkzeug zur Feinanpassung, sei es für Musik, YouTube-Videos, Instagram-Feeds oder Screener. Besonders bei schlecht abgemischten YouTube-Clips konnte ich mit einem leichten Bass-Boost und etwas mehr Höhen die Sprachverständlichkeit deutlich verbessern. Nach zwei Wochen kam dann noch ein Upgrade: Der Beyerdynamic DT 1990 Pro wurde durch einen Audeze LCD‑X ersetzt, der mit noch mehr Details, Räumlichkeit und Power aufwartet. Auch hier zeigte sich der Fosi Audio K7 von seiner besten Seite und trieb den anspruchsvollen Kopfhörer souverän und mit Elan an. Die Kombination aus Fosi Audio K7 und Audeze LCD‑X entpuppte sich als echter Traumpartner für lange Hörsessions.

Besonders beeindruckend war die Flexibilität im Alltag: Morgens ein Telefonat über den Kopfhörer, mittags etwas Musik über die Schreibtischlautsprecher, abends dann wieder intensive Hörsessions mit dem Kopfhörer — all das ohne Kabel umstecken zu müssen. Auch die Bluetooth-Funktionalität erwies sich als praktisch, wenn mal schnell ein Track vom Smartphone abgespielt werden sollte. Der Fosi Audio K7 schaltete dabei blitzschnell um und lieferte auch über Bluetooth eine respektable Klangqualität.

Klangliche Vergleiche: David gegen Goliath

Um zu sehen, wo die Grenzen des Fosi Audio K7 liegen, haben wir ihn mit deutlich teureren Setups verglichen. Zunächst wurde der integrierte Kopfhörerverstärker gegen externe Lehmann Audio Linear und Linear II Verstärker getauscht — mit 1000€ bzw. 1500€ wahrlich Premium-Geräte der Referenzklasse. Diese Kombination sollte zeigen, ob der K7 als reiner DAC mit einer hochwertigen Verstärkerstufe mithalten kann.

Natürlich kann der Fosi Audio K7 den Lehmann-Verstärkern nicht das Wasser reichen, aber er schlägt sich im Vergleich bemerkenswert gut! Der Sound mit dem Lehmann Audio Linear klingt zwar deutlich entspannter, detaillierter und reiner, was vor allem der linearen Stromversorgung, ausgeklügelter Schaltung und High-End-Bauteilen zu verdanken ist. Aber gerade dieser Vergleich zeigt, dass man mit dem Fosi Audio K7 ein ausgezeichnetes Stück Hardware zum Bruchteil des Preises erwirbt. Der Qualitätsunterschied ist zwar hörbar, aber der Fosi Audio K7 spielt halt in einer Liga ganz anderen Liga.

Auch der Vergleich mit dem Fosi Audio ZD3, der preislich in derselben Kategorie liegt, aber einen ES9039Q2M DAC-Chip verbaut hat und ohne Kopfhörerverstärker auskommt, zeigte interessante Unterschiede: Der K7 spielt weicher und wärmer, während der ZD3 definierter und technischer klingt — ähnlich dem Unterschied zwischen Vinyl und Digital, allerdings ohne den direkten Basspunch einzubüßen. Diese klangliche Abstimmung macht den K7 besonders angenehm für längere Hörsessions, während der ZD3 mit seiner analytischeren Gangart besonders bei akustischer Musik punkten kann. Welches Gerät man bevorzugt, ist letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks und des Einsatzzwecks.

Ein weiterer Vergleich mit einer audiophilen Soundkarte zeigte, dass der externe Fosi Audio K7 in allen Belangen überlegen ist: Mehr Details, bessere räumliche Abbildung, sauberere Höhen und ein kontrollierter, kräftiger Bass. Die Soundkarte wirkte im direkten Vergleich etwas angestrengt und weniger souverän, besonders bei komplexen Musikpassagen oder bei hoher Lautstärke. Der K7 hingegen behielt stets seine Contenance und lieferte einen stabilen, ausgewogenen Klang — egal, was man ihm vorsetzte.

Musikerlebnis

Die klanglichen Qualitäten des Fosi Audio K7 haben wir mit verschiedensten Musikstücken unserer Qobuz-Referenz-Playlist auf die Probe gestellt. Weiterhin wurde die digitale Version von Hyms in Dissonance von Whitechapel für unseren Vinyl-Test abgehört.

Knocked Loose kommt exakt so in-your-face, wie man es erwartet. Brian Garris’ Kreischgesang wird authentisch und eindringlich wiedergegeben, ohne dass die fetten Riffs den Gesang oder die filigranen Becken und Hi-Hats vermatschen. Die Gitarren haben genau den richtigen Schärfegrad, ohne unangenehm zu werden, und der Bass liefert den notwendigen Punch, der bei diesem Genre so wichtig ist. Besonders bei “God Knows” kommen die schnellen Doublebass-Passagen präzise und druckvoll, ohne zu verwaschen.

Poppys Stimme wird fein und sauber herausgearbeitet, während die Breakdowns unbeschreiblich fett klingen. Bei “Don’t reach for me” entfaltet sich der Kontrast zwischen den poppigen Strophen und den brachialen Refrains besonders eindrucksvoll. Die Dynamik des Songs wird vom K7 mühelos gemeistert, und der Übergang zwischen den verschiedenen Passagen gelingt fließend und organisch.

Lorna Shore, insbesondere die Pain Remains Trilogie, bietet reichlich Abwechslung und feingeistige Momente, in denen der Fosi Audio K7 beweisen kann, dass er sowohl knüppelhart als auch butterweich spielen kann. Die orchestralen Passagen kommen mit angemessener Größe und Tiefe, während die brutalen Ausbrüche mit Will Rahns unmenschlichen Vocals den nötigen Druck entwickeln. “To the Hellfire” mit seinen zahlreichen Bassdrops ist ein wahrer Zuckerschleck für die Ohren. Der berühmte Bassdrop wird vom Fosi Audio K7 mit einer Souveränität wiedergegeben, die für ein Gerät dieser Preisklasse bemerkenswert ist. Der Bass reicht tief hinab, ohne je zu dröhnen oder zu vermatschen.

Ja, mehr Musik!

Brand of Sacrifice mit “Purge”, wo wirklich viel parallel passiert, spielt der Fosi Audio K7 souverän und mit ordentlich Druck. Die zahlreichen Ebenen des Songs — von den guttural-tiefen Vocals über die schnellen Gitarrenriffs bis hin zu den elektronischen Elementen — werden klar voneinander getrennt und doch zu einem kohärenten Ganzen zusammengefügt. Besonders Spaß macht es hier, den Bass um 2–3 Stufen anzuheben und sich von den Kopfhörern richtig durchmassieren zu lassen. Der EQ greift dabei präzise und musikalisch, ohne den Klang zu verfärben oder zu verzerren.

Als Kontrast haben wir Radiohead mit “Creep” getestet — eine unglaublich coole Aufnahme mit sanfter Stimme, räumlichem Schlagzeug und feinen Gitarren, die zum Refrain hin ordentlich fett klingen. Thom Yorkes charakteristische Stimme schwebt förmlich über den Instrumenten, während die legendären Gitarren-Explosionen im Refrain mit dem nötigen Crunch und Druck wiedergegeben werden. Der räumliche Eindruck ist beeindruckend, man kann jeden Musiker klar im Stereopanorama verorten und hat das Gefühl, mitten im Geschehen zu sitzen.

Und da Klassik oft als Maßstab für audiophile Menschen gilt, haben wir mit Septicflesh und ihrem “Infernus Sinfonica MMXIX” ein Metal-Album mit Orchester in die Rotation aufgenommen. “Portrait of a Headless Man” mit seinen räumlich präzise platzierten Trompeten klingt beeindruckend ehrlich und direkt. Der Fosi Audio K7 schafft es mühelos, die Komplexität der Orchesterarrangements wiederzugeben und gleichzeitig den brachialen Metal-Aspekt nicht zu vernachlässigen. Die Dynamik des Stücks wird eindrucksvoll transportiert, und die räumliche Abbildung ist für ein Gerät dieser Preisklasse schlichtweg herausragend.

Die Entdeckung 2024 war für uns die EP “The Poetic Edda” von Synestia und Disembodied Tyrant. Besonders der Song “Winter” mit seinem Bassdrop und der einsetzenden Orgel ist ein wahres Klangschmuckstück, das durch den Fosi Audio K7 vollends überzeugt. Die atmosphärischen Elemente werden wunderschön herausgearbeitet, während die brutalen Passagen mit der nötigen Kraft und Präzision wiedergegeben werden. Die Vocals sind klar und präsent, ohne je den Rest des musikalischen Geschehens zu überdecken. Ein audiophiles Highlight, das der K7 mit Bravour meistert.

Upgrade-Potential: Noch Luft nach oben

Natürlich kann man den Fosi Audio K7 noch weiter optimieren. Ein gutes 12V Linear-Netzteil würde die Kluft zwischen dem K7 und höherpreisigen Setups vermutlich etwas verringern. Leider ist unser Testexemplar bis zum Erscheinen dieses Tests noch nicht eingetroffen, aber die Vorteile, die sich aus einer linearen Stromversorgung für den DAC ergeben, dürften spürbar sein. Erfahrungsgemäß profitieren DACs erheblich von einer sauberen, rauscharmen Stromversorgung. Die Unterschiede könnten sich in einem noch ruhigeren Hintergrund, besserer Dynamik und feiner aufgelösten Details bemerkbar machen.

Für den schmalen Geldbeutel finden sich auf AliExpress oder eBay lineare Netzteile zwischen 80–180€, die bereits eine deutliche Verbesserung gegenüber dem mitgelieferten Schaltnetzteil darstellen sollten (UPDATE: wir haben hier eines getestet und für gut befunden). Wer tiefer in die Tasche greifen möchte, kann sich bei Herstellern wie Keces oder Plixir umsehen, die hochwertige lineare Netzteile im Bereich von 300–600€ anbieten. Allerdings stellt sich die Frage, ob es sich wirklich lohnt, einem 200€ DAC ein 500€+ Netzteil hinzuzufügen — in diesem Fall wäre ein DAC-Upgrade vielleicht die sinnvollere Investition. Andererseits kann ein gutes Netzteil auch bei einem späteren DAC-Upgrade weiterverwendet werden, sofern die Spannung kompatibel ist.

Eine weitere Möglichkeit, das Klangpotential des Fosi Audio K7 auszuschöpfen, sind hochwertige Kabel. Während wir keine Freunde von überteuerten Audiokabeln sind, können ein solides USB-Kabel mit guter Abschirmung und hochwertige Verbindungskabel für den analogen Ausgang durchaus zu einer Klangverbesserung beitragen. Hier muss man aber nicht unbedingt tief in die Tasche greifen — es gibt durchaus erschwingliche Optionen, die besser sind als die Standardkabel aus der Schublade.

Zielgruppe: Wer braucht den Fosi Audio K7?

Der Fosi Audio K7 richtet sich eindeutig an Gamer, die vom verwaschenen Sound ihrer Onboard-Soundkarte genervt sind, an Musikliebhaber, die ihren Klang auf das nächste Level heben wollen, und an alle, die mit räumlichem Stereoklang in Spielen mehr anfangen können als mit pseudo-Surround. Er ist der perfekte Einstieg in die Welt des hochwertigeren Audios, ohne gleich ein Vermögen ausgeben zu müssen.

Durch die Möglichkeit, auch aktive Lautsprecher anzuschließen, wird der Fosi Audio K7 zu einer kompakten aber leistungsstarken Audiozentrale, die sich zudem intuitiv bedienen lässt. Der Kopfhörerverstärker ist potent genug, um auch exotischere Headsets zu betreiben, und durch das Upgrade-Potential mit einem linearen Netzteil gibt es noch Luft nach oben. Besonders beeindruckend ist die Vielseitigkeit: Der K7 kann problemlos zwischen verschiedenen Quellen wechseln, bietet Bluetooth für kabelloses Hören und unterstützt sowohl normale als auch symmetrische Kopfhörer.

Für den audiophilen Gamer ist der Fosi Audio K7 ein echter Geheimtipp, da er nicht nur musikalisch überzeugt, sondern auch bei der räumlichen Ortung in Spielen neue Maßstäbe setzt. Die Kombination aus hochwertiger Klangwiedergabe und praktischen Gaming-Features wie dem integrierten Mikrofon-Eingang machen ihn zu einer idealen All-in-One-Lösung für anspruchsvolle Spieler, die nicht auf guten Sound verzichten wollen.

Fazit: Referenz unter 200€

Es dürfte zwischen den Zeilen durchscheinen, dass uns der Fosi Audio K7 wirklich beeindruckt hat. Mit einem Kickstarter-Preis von etwa 170€ und einem erwarteten Verkaufspreis knapp unter 200€ ist er zwar keine Schnäppchen-Investition, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ausgezeichnet. In seiner Preisklasse etabliert sich der K7 als echte Institution im Segment der Desktop-DACs mit Kopfhörerverstärker.

Wir haben uns für diesen Test besonders ins Zeug gelegt und zahlreiche Kombinationen ausprobiert, um ein möglichst umfassendes Bild zu zeichnen. Der Fosi Audio K7 wurde mit verschiedenen Kopfhörern (Beyerdynamic DT 1990 Pro, Audeze LCD‑X, Beyerdynamic DT 900 Pro X), verschiedenen Quellen (Windows-PC, MacBook, Smartphone via Bluetooth) und in verschiedenen Szenarien (Gaming, Musik, Filme, Telekonferenzen) getestet. In allen Disziplinen konnte der K7 überzeugen — ein Allrounder im besten Sinne des Wortes.

Nach all unseren Tests können wir den Fosi Audio K7 mit gutem Gewissen als Referenz im Bereich der Desktop-DACs unter 200€ mit Kopfhörerverstärker empfehlen. Für audiophile Gamer und Musikliebhaber, die nicht gleich ein Vermögen ausgeben wollen, ist der Fosi Audio K7 eine Investition, die sich klanglich definitiv auszahlt. Er bietet eine beeindruckende Kombination aus Klangqualität, Funktionsvielfalt und Verarbeitungsqualität, die in dieser Preisklasse ihresgleichen sucht. Fosi Audio hat mit dem Fosi Audio K7 ein Produkt geschaffen, das die Messlatte für zukünftige Desktop-DACs in dieser Preisklasse deutlich anhebt.

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Fosi Audio V3 Mono — klein aber oho https://www.hifigeek.de/fosi-audio-v3-mono-klein-aber-oho/ https://www.hifigeek.de/fosi-audio-v3-mono-klein-aber-oho/#respond Fri, 25 Oct 2024 12:18:17 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8062 Über Fosi Audio ist sicherlich jeder schon in irgendeiner Art gestolpert. Stellen sie echt günstige Amps und Hifi-Gadgets her und sind sie auf Amazon omnipräsent. Der neue Fosi Audio V3 Mono hat unser Intreresse sofort geweckt, als dass wir nicht umhin konnten und uns direkt mal zwei ins Haus geholt haben.

Abgrenzung

Die Fosi Audio V3 Mono waren zuerst auf Kickstarter verfügbar und konnten dort vorbestellt werden. Wir sind kurz nach der Kampagne auf diese tollen Amps aufmerksam geworden und haben vor kurzem welche kostenlos von Fosi Audio zur Verfügung gestellt bekommen. Dies soll aber nicht unseren Eindruck und Meinung von diesen Geräten beeinflussen, da wir selber ein großes Interesse daran zu haben die Dinger auf Herz und Nieren zu testen. Hier versuchen wir es auch mehr oder minder frei von esoterischen Beschreibungen, welche dann doch eher bei der “echten” Fachpresse zu suchen sind.

Unboxing

Unspektakulär, aber zweckmäßig. Wer auf den Preis der Fosi Audio V3 Mono schaut, wird wohl keine Apple-Artige Verpackung erwarten. Gabs auch nicht. Diese war dennoch zweckmäßig und unsere zwei Amps sind ohne irgendwelche Blessuren angekommen. Mit dabei hatten wir jeweils ein 48V/5A Netzteil und natürlich eine Anleitung.

Design und Verarbeitung

Hier kann man nur sagen: für den Preis kann man auch andere Qualitäten bekommen, aber die Fosi Audio Produkte sind definitiv erhaben. So klein wie sie sind, sind sie dennoch wirklich toll verarbeitet. Voll-Aluminium Gehäuse, inkl Front- und Rückseite. Als Design-Element wurde ein oranges Lochgitterblech auf beiden Seiten eingefügt. Frischt den schwarzen Kasten definitiv auf und sieht schick aus. Und sonst gibt es eigentlich nix zu meckern. Keine scharfen Grate oder dergleichen, Lackierung ist auch Fehlerfrei und satt schwarz. Lediglich an der Art der Switches könnten Frauen sich ein wenig aufreiben, weil die Kippschalter vielleicht ein wenig filigran sind und an den Fingern pieksen? (spreche da aus Erfahrung)

Einrichtung

Unser Setup ist altbewährt mit unseren Cinch Sommer Cable Epilogue, XLR Sommer Cable Epilogue Kabeln von der Quelle zu den Fosi Audio V3 Mono und dann die Lautsprecher mit unseren DIY Lautsprecherkabeln auf Basis vom Sommer Cable Dual Blue Kabel versorgt. Natürlich hat jeder der kleinen Verstärker noch ein 48V/5A Netzteil bekommen und schon konnten wir hier einige Kombinationen testen.

Bedienung

Zu bedienen gibt es nicht wirklich viel. Die Fosi Audio V3 Mono’s haben zwei Kippschalter. Einer um zwischen RCA/Cinch und XLR umzuschalten und der Andere um die kleine Endstufe Ein/Aus und in den Automatikmodus zu schalten. Wir haben uns entschlossen die Fosi’s auf Auto zu stellen und können verifizieren, dass dieser Modus super arbeitet. Nach einer gewissen Zeit hört man die Endstufen mit einem befriedigenden Klacken in den “Standby” gehen. Sobald es wieder Eingangs-Ton gibt gehen sie ebenso spontan wieder an. Coole Sache, wenn man zu faul ist die Endstufen händisch zu bedienen und mangels Trigger Input eine super Lösung.

Technik-Bashing

Wo sollen wir anfangen? Der Fosi Audio V3 Mono ist mit einer Vielzahl an hochwertigen Komponenten ausgestattet. Beginnend mit einem Soft-Start über WIMA Folien-Kondensatoren, ELNA Kondensatoren, NICHICON Filter Kondensatoren (63V/2200µF), Sumida Audio Spulen bis hin zu wechselbaren TI NE5532 Op-Amps. Der Amplifier-Chip TPA3255 ist ebenfalls von Texas Instrument. Der Eingang ist wechselbar zwischen Cinch/RCA und symetrischen (balanced) XLR. Beim Cinch/RCA kann noch prakktischerweise zwischen einem 25dB und 31dB Gain gewählt werden. Im Auto-Modus wechseln die kleinen Endstufen nach 10 Minuten in den Standby Modus bei keinem anliegenden Audiosignal für geringeren Stromverbrauch.

Die Fosi Audio V3 Mono’s können jeweils mit 32V/5A oder 48V/5A betrieben werden. Hier erreichen sie bei 4Ω einen Max Output von 130W bei 32VV/5A, respektive 300W bei 48V/5A. Bei 8Ω und 48V liegen sie dann bei beachtlichen 150W.

Das Gehäuse ist komplett aus Aluminiummm, verfügt über ein Heatsink am Chassis und eine komplett passive Kühlung.

Höreindruck

Wir haben mit den beiden Fosi Audio V3 Mono’s jeweils mit unseren B&W Standboxen und den Acoustic Energy AE 100² Regallautsprecher angefeuert. Als Zuspieler hatten wir Eversolo DMP-A6, Eversolo DMP-A6 Master Edition, unsere Kombination aus EAT Prelude und Graham Slee Audio GramAmp 2 SE, sowie unserer Vorstufe IOTAVX AVX17 und als mobile Variante dem Shanling M5 Ultra. Hierzu muss man noch sagen, trotz der austauschbaren Op-Amps, haben wir nur dir Werkskonfiguration gehört mangels Austausch Op-Amps.

In Flames — Meet Your Maker

Hart gekickt von der Double-Headliner Tour 2024 Rising from the North von Arch Enemy und In Flames, mussten wir mal als erstes eine feine Vinyl auflegen und hier hat sich das aktuelle In Flames Album Foregone angeboten. Meet Your Maker, welches stark durch die schon sehr basslastig abgemische Bass-Drum im Intro dominiert wird, ist ein eher langsamerer und melodischerer Song von In Flames, aber dafür gespickt mit teils cleanem Gesang. Die Bass-Drum bringt unsere Test Fosi Audio V3 Mono’s sicherlich ein wenig ins Schwitzen, diese lassen es sich aber keineswegs anmerken. Präzise drücken sie Schlag auf Schlag auf unsere Standlautsprecher und geben sich unermütlich Präzise. Das gesamte Klangbild kommt homogen mit recht breiter Bühne daher. Anders Fridén positioniert sich hier klar frontal und sein Gesang ist immer klar, schon fast analytisch gut zu hören. Um ihn herum reihen sich die Gitaristen und der Bassists. Die Drums über allem erhaben verteilen ihren Klang schön breit und räumlich. Hier kann man bisher sagen: die Fosi’s arbeiten wirklich auf sehr hohem Niveau.

Arch Enemy — Sunset over the Empire

Da Arch Enemy im direkten Vergleich bei der Rising from the North Tour nicht ganz so stark waren, haben wir Alissa White-Gluz nicht den Vortritt gelassen, sondern haben uns dennoch passend die Vinyl vom letzten Langspieler Deceivers als zweites auf den Plattentellen geworfen. Generell muss man sagen, dass mit persönlich die Platte im vergleich zu anderen Neuerscheinungen als Vinyl vom Klang nicht ganz so überzeugen kann. Wobei hier zu sagen ist, dass es mit dem Wechsel mit dem Phono-Pre-Amp wesentlich besser geworden ist und hier in unserem Nadelvergleich von Ortofon auch noch mal was an der Qualitätsschraube des Albums gedreht wurde. Laber Rabarbar, auch Frauenstimmen können die Fosi Audio V3 Mono’s. In diesem Song zwar nur mit Alissas gegrowle aber die Stimme ist klar und definiert, weiterhin im chorous die Einspieler der Männerstimmen kommen sehr räumlich und hooken uns schon ziemlich zum mitgehen. bei 2:03 die Passage lässt unsere Nackenmuskeln unweigerlich unseren Kopf zum Headbangen mitgehen. Muss so oder? Die Gitarrensolos sind sehr präzise und gerade die Becken von den Drums stehen sehr klar und räumlich heraus.

Falling in Reverse — Watch The World Burn

Führt im Metal gerade ein Weg an Falling in Reverse vorbei? Wir sagen nein. Lange schon die Vinyl von Popular Monster erwartet und natürlich hier für unseren Test zu Rate gezogen. Und fuck… ein geiles Album, eine geile Vinyl die nur noch durch die Lossless Versionen ganz leicht im Tiefbass getoppt werden kann. So haben wir das Album mehrfach mit allen erdenklichen Versionen gehört und natürlich sticht Watch The World Burn hier weit heraus. Sind zwar auch andere wirklich starke Songs auf er Platte, wie Ronald, Zombified oder Voices In My Head, mussten wir uns einen Favoriten raussuchen. Und yes… die kleinen Fosi Audio V3 Mono’s bekommen bei den Hip Hop Einlagen die tiefen Bässe kontinuierlich rausgedrückt ohne zu übersteuern und bekommen dabei die Stimmen schön räumlich und klar rausgedrückt. Ab 01:50 nimmt der Song dann fahrt auf und die Vocals hooken uns tierisch. Hier hat man schon Bock auf den ersten Pit wobei hier dann ab 02:30 dann die Wut nur so aus Ronnie Radke rausbricht und wir hier am liebsten die Fäuste fliegen lassen würden. Leider offenbaren sämtliche Quellen hier die mehr oder minder schlechte Qualität der Samples gerade bei dem geklirre durch zerbrechendes Glas. Schlimmer ist es nur bei Ronald, aber hierzu können die Fosi’s natürlich wenig. Durch und durch machen die ihren Job super.

Nirvana — Rape Me

Um hier ein wenig Vergleichbarkeit mit unseren anderen Reviews zu bekommen haben wir natürlich auch wieder was altbekanntes mit hinein genommen. Nirvana’s Rape Me klingt einfach so unverschämt gut in Lossless, dass wir uns hier natürlich auch die Vinyl noch mal rangezogen haben in Form des Best-Of Albums von Nirvana. Hier offenbaren sich dann ein wenig die Unterschiede zu teureren Konsorten, denn zwar spielen die Fosi Audio V3 Mono’s hier immer noch hervorragend, aber können im direkten Vergleich zu anderen Endstufen wir unserer Transaudio D5Pro nicht ganz mithalten. Zwar bekommt man ein wirlich gutes Bild von der Studio Situation und dem Garage Sound von Nirvana, aber hier ist uns das Ganze zu analytisch und flach. Auch vermissen wir eine gewisse Wärme. Was uns im Einzeltest nicht wirklich stört, ist im Direktvergleich natürlich ausschlaggebend. Der warme analoge Flair geht ein wenig verloren und schiebt die Musik ein wenig ins kältere digitale.

Wie ist denn nun der Sound?

Brachial gut mit Abzügen in der B‑Note. Aber lassen wir mal die Kirche im Dorf. Für knappe 330€ bekommt man hier zwei Mono-Verstärker mit brachialer Leistung und das in einem wirklich kleinem Gehäuse. Die kleinen Kraftpakete spielen größtenteils mit Leichtigkeit alle ihnen vorgeworfenen Songs und wirklich nur bei sehr hohen Pegeln geht ihnen ein wenig einer durch. Anders als beim Transaudio D5Pro spielen die kleinen Kerlchen aber eher analytisch und mit kälterem Charakter. Vielleicht eher was für den rein digitalen als für den Analog-Fan.

Ideen für Anlagen-Kombinationen

Hier gibt es eigentlich Zahlreiche. Wahrscheinlich ist die Grundidee eine wirklich gut klingende Budget-Anlage mit den Fosi Audio V3 Mono’s zu basteln. Hier kann im Prinzip direkt mit einem kleinen WiiM (WiiM Mini) und passiven Lautsprechern wie den Acoustic Energy AE 100² Regallautsprecher losgelegt werden. Im Endeffekt hat man danach eine wirklich gut klingende Anlage weit unter 1000€.

Upgradability

Upgrades kann es dann Richtung Streamer oder Lautsprecher auch geben ohne, dass Grund bestehen würde die Fosi’s auszutauschen. Selbst der Fosi Audio V3 Mono können ja noch mit anderen Op-Amps ausgestattet werden und so weiter an seine eigenen klanglichen Vorstellungen angepasst werden. Natürlich macht WiiM Pro Plus oder Eversolo DMP-A6 durch ihre Displays wesentlich mehr her. Wir haben in letzter Zeit sogar festgestellt, dass zwar displaylose Geräte völlig ausreichend wären, aber gerade wenn die Visualisierung auf den Displays ansprechend aussieht, es alle Leute die hier Probe gehört haben, magisch hingezogen hat um dann doch noch ein Bild des Alben-Covers oder dergleichen zu erhaschen.

Fazit

Was Fosi Audio hier wieder aus dem Hut gezaubert hat, rüttelt locker an preisintensiveren Produkten höhere Preiskategorien und lässt die Herzen von Budget-Jägern höher schlagen. Zwar wirbt Fosi Audio auf ihrer Seite auch mit 5.0 Setups, aber hier kommt man dann wieder in Sphären wo man weniger von Budget reden kann. Die Fosi Audio V3 Mono’s punkten genau da wo man es erwartet: Kraftpakete für den kleinen Geldbeutel oder eben Side-Projects, wie der Gartenbeschallung, Zweit‑, Dritt-Anlage, Anlage für das Kind, die Oma oder wie auch immer. Überall dort wo man dennoch keine Brüllwürfel haben möchte, sondern ordentlicher Sound rauskommen soll. Vielleicht aber auch, oder gerade in Smart-Homes, welche zentral Musik im Haus verteilen und sonst nur sündhaft teure Verstärker von gängigen Installations-Marken verbaut würden.

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