Kompaktlautsprecher - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de Modern Audio für HiFi, Kopfhörer & Heimkino Thu, 23 Apr 2026 09:52:56 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://www.hifigeek.de/media/cropped-hifigeek.de-512-32x32.png Kompaktlautsprecher - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de 32 32 60029611 Amphion Argon3S – Finnische Kompakte mit Studioqualität und überraschendem Bass-Punch https://www.hifigeek.de/amphion-argon3s-finnische-kompakte-mit-studioqualitaet-und-ueberraschendem-bass-punch/ https://www.hifigeek.de/amphion-argon3s-finnische-kompakte-mit-studioqualitaet-und-ueberraschendem-bass-punch/#respond Wed, 09 Jul 2025 15:07:50 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8977 Die finnischen Audio-Alchemisten von Amphion haben mit dem Amphion Argon3S einen Regallautsprecher geschaffen, der die Grenzen zwischen Heimkino und professionellem Studio verwischt. Nach mehreren Wochen intensiven Hörens in unserem Testlabor können wir sagen: Diese weißen Finnen sind mehr als nur schöne Möbelstücke – sie liefern Klangqualität ab, die selbst verwöhnte Audiophile ins Schwitzen bringt. Und das Beste kommt noch: Amphion hat gerade die überarbeitete X‑Serie angekündigt, die noch mehr Potenzial verspricht.

Erster Eindruck und Design – Nordische Eleganz trifft funktionale Perfektion

Beim Auspacken der Amphion Argon3S fällt sofort die hochwertige Verarbeitung auf. Die weißen Lautsprecher strahlen diese typisch skandinavische Eleganz aus – clean, minimalistisch und trotzdem warm. Mit Abmessungen von 380 x 190 x 305 mm sind sie sicherlich nicht kompakt genug für den Schreibtisch, aber dennoch imposant genug, um im Wohnzimmer zu protzen. Das Gewicht von 10 Kilogramm pro Lautsprecher verrät schon beim ersten Anheben: Hier wurde nicht gespart.

Die markante Frontseite wird vom charakteristischen Waveguide des Hochtöners dominiert – einer hornähnlichen Vertiefung, die nicht nur optisch auffällt, sondern auch klanglich entscheidend ist. Das matte Finish unserer weißen Testexemplare zieht keine Fingerabdrücke an und wirkt selbst nach wochenlangem Gebrauch wie neu. Die optional erhältlichen farbigen Gitter (standardmäßig schwarz) bieten Individualisierungsmöglichkeiten, falls der skandinavische Purismus zu nüchtern erscheint.

Erste Wahl auch bei Profis – Metal im Blut

Amphion ist längst nicht nur in audiophilen Wohnzimmern ein Geheimtipp, sondern hat sich auch in der internationalen Musikproduktion einen festen Platz erarbeitet – insbesondere im Metal-Genre. Zwei der einflussreichsten Produzenten der modernen Metalszene, Jens Bogren und Will Putney, setzen bei ihrer Arbeit auf Amphion-Lautsprecher.

Jens Bogren, Betreiber der renommierten Fascination Street Studios in Schweden, hat mit seinem charakteristischen Sound die Entwicklung des modernen Heavy Metal maßgeblich geprägt. Bands wie Opeth, Dimmu Borgir, Sepultura, Arch Enemy oder Kreator reisen gezielt zu ihm, um von seiner Expertise zu profitieren. Seine Produktionen stehen für Präzision, Transparenz und Durchsetzungskraft – Eigenschaften, die auch auf die eingesetzten Amphion-Lautsprecher zurückzuführen sind.

Auch Will Putney, einer der gefragtesten Metal-Produzenten der USA und Grammy-Gewinner, vertraut bei seinen Produktionen auf Amphion. Als Produzent von Bands wie Fit for an Autopsy, Knocked Loose, Thy Art Is Murder oder Body Count schätzt er besonders die exzellente Ortbarkeit und die Klarheit im Bass- und Mittenbereich, die ihm die Arbeit im Studio deutlich erleichtern. Putney betont, dass Amphion-Lautsprecher ihm helfen, selbst feinste Details im Mix präzise herauszuarbeiten und so den charakteristischen, druckvollen Metal-Sound zu formen.

Dass sowohl Bogren als auch Putney Amphion als Werkzeug ihrer Wahl nutzen, spricht für die außergewöhnliche Qualität und Neutralität dieser Lautsprecher – und unterstreicht, dass audiophile Präzision und kompromisslose Studio-Performance hier Hand in Hand gehen.

Technische Raffinessen – Wenn finnische Ingenieurskunst auf SEAS-Chassis trifft

Das Herzstück der Amphion Argon3S ist ein hochwertiges 2‑Wege-System, das auf feinste skandinavische Ingenieurskunst setzt. Der 25-mm-Titan-Kalotten-Hochtöner sitzt in einem präzise berechneten Waveguide, der nicht nur für eine optimale Ankopplung an den 17-cm-SEAS-Aluminium-Tieftöner sorgt, sondern auch das Abstrahlverhalten gezielt kontrolliert. Die Übernahmefrequenz liegt bei niedrigen 1.600 Hz – ein Wert, der zusammen mit dem Waveguide für besonders natürliche, verzerrungsarme und breit abstrahlende Mitten und Höhen sorgt.

Statt eines klassischen Bassreflexrohrs kommt ein passiver SEAS-Radiator auf der Rückseite zum Einsatz. Diese Lösung ermöglicht einen schnellen, präzisen Bass und sorgt für eine außergewöhnliche Klarheit im Mitteltonbereich – ein Versprechen, das die Amphion Argon3S im Hörtest eindrucksvoll einlösen. Der Frequenzgang reicht von 38 Hz bis 25.000 Hz bei einer Toleranz von ‑6 dB und liefert damit beeindruckende Werte für einen Kompaktlautsprecher.

Mit 8 Ohm Impedanz und 87 dB Wirkungsgrad sind die Amphion Argon3S zudem vielseitig einsetzbar – von Röhrenverstärkern bis hin zu modernen Transistoren. Amphion empfiehlt eine Verstärkerleistung zwischen 50 und 150 Watt, was die Lautsprecher für unterschiedlichste Setups prädestiniert.

Klangtest mit der Referenz-Playlist – Metal, Hardcore und Genre-Überblick

Wer meine Referenz-Playlist kennt, weiß: Hier geht’s nicht nur um feine Töne, sondern vor allem um Druck, Dissonanz und echte Klanghärte. Die Amphion Argon3S mussten sich also an Tracks wie Behemoth – Blow Your Trumpets GabrielLorna Shore – Pain Remains I‑III und Brand of Sacrifice – Between Death and Dreams beweisen – und haben das mit Bravour gemeistert.

Behemoth – Blow Your Trumpets Gabriel

Schon beim ersten Track wird klar: Diese Lautsprecher sind nicht für leise Töne gemacht. Die düsteren, orchestralen Einwürfe und die tiefen, dröhnenden Bässe werden von den Amphion Argon3S mit beeindruckender Präzision und Kontrolle wiedergegeben. Kein Dröhnen, kein Matsch – sondern ein strammes, konturiertes Bassfundament, das selbst bei den tiefsten Growls noch die Kontrolle behält. Die Lautsprecher verschwinden akustisch und schaffen eine Klangbühne, auf der jedes Detail Platz hat, ohne sich zu überlagern.

Knocked Loose – Deep in the Willow & Everything is Quiet Now

Bei Knocked Loose wird es richtig dreckig. Die aggressiven Breakdowns und hektischen Gitarrenriffs werden klar voneinander getrennt, die Stimme bleibt trotz aller Verzerrung verständlich und präsent. Besonders Everything is Quiet Now zeigt, wie gut die Amphion Argon3S mit schnellen Wechseln und komplexen Arrangements umgehen: Jeder Kick, jeder Scream sitzt, ohne dass der Sound matschig oder undurchsichtig wird.

Lorna Shore – Pain Remains I‑III & To the Hellfire

Die Lorna Shore-Trilogie ist ein echter Härtetest: komplexe Arrangements, rasante Blastbeats, orchestrales Getöse und düstere Growls. Die Amphion Argon3S meistern das mit Bravour. Die Dynamik bleibt auch bei den längeren, epischen Passagen erhalten, und die Details gehen nicht im Geschehen unter. Besonders beeindruckend: Die Lautsprecher schaffen es, die emotionalen Höhen und Tiefen der Musik zu transportieren – von den sanften, orchestralen Momenten bis zum puren Chaos. To the Hellfire ist ein weiterer Beweis für die Kontrolle: Die tiefen Growls und die rasenden Doublebass-Läufe werden mit einer Präzision wiedergegeben, die man von Kompakten selten hört.

Brand of Sacrifice – Between Death and Dreams & Purge

Brand of Sacrifice ist bekannt für ihre extremen Bässe und komplexen Arrangements. Die Amphion Argon3S zeigen hier, dass sie auch mit modernem Deathcore klarkommen. Die Bässe sind druckvoll, aber nie matschig, und die Details in den Gitarren und im Gesang bleiben erhalten. Besonders Purge zeigt, wie gut die Lautsprecher mit schnellen Wechseln zwischen tiefen Bässen und hohen Screams umgehen.

Rage Against The Machine – Bombtrack

Bombtrack ist ein Klassiker, der jedes System auf Herz und Nieren prüft. Die Amphion Argon3S lassen die Gitarren richtig knallen, ohne dass der Bass überhand nimmt. Zack Morellos Gitarrensound bleibt klar und präsent, und die Stimme von Zack de la Rocha sitzt genau da, wo sie hingehört: direkt vorne.

Zeal & Ardor – Death to the Holy & Firewake

Zeal & Ardor mischt Black Metal mit Gospel-Elementen – ein echter Genremix. Die Amphion Argon3S schaffen es, die düsteren Gitarren und die gospeligen Chöre gleichermaßen überzeugend wiederzugeben. Besonders Firewake zeigt, wie gut die Lautsprecher mit komplexen Arrangements und ungewöhnlichen Klangfarben umgehen.

Selbst bei längeren Hörsessionen mit komplexen Arrangements bleibt die Höhenwiedergabe entspannt und natürlich. Die Extension bis 25 kHz ist mehr als nur eine Zahl auf dem Datenblatt – sie sorgt für Luftigkeit und Räumlichkeit, die der Musik Leben einhaucht.

Räumliche Abbildung: Punktschallquelle par excellence

Die räumliche Darstellung der Amphion Argon3S ist schlichtweg spektakulär. Das Konzept der Punktschallquelle geht voll auf – die Lautsprecher verschwinden akustisch und hinterlassen eine dreidimensionale Klangbühne von beeindruckender Präzision. Bei Aufnahmen von Yello oder Jean-Michel Jarre fühlt man sich mitten ins Geschehen versetzt, wobei jedes Element seinen klar definierten Platz im Raum einnimmt.

Setup und Synergie – Perfekte Harmonie mit High-End-Equipment

In unserem Testsystem harmonierte die Amphion Argon3S perfekt mit verschiedenen Quellen. Der Eversolo DMP-A6 Master Edition als Quelle, gekoppelt mit dem IOTAVX AVX17 als Vorstufe und dem AVXP1 als Endstufe, bildete eine ausgewogene Kette. Auch das WiiM Ultra zeigte sich als würdiger Partner für weniger kritische Hörsessions. Hier hatten wir sowohl den AMP-F2 im Einsatz, als auch am Transaudio D5Pro.

Die Aufstellung erwies sich als unkompliziert. Dank des kontrollierten Abstrahlverhaltens verzeihen die Argon3S auch weniger optimale Raumakustik. Ein Abstand von 15 cm zur Rückwand ist dank des passiven Radiators problemlos möglich. Für optimale Ergebnisse sollte der Hochtöner auf Ohrhöhe ausgerichtet werden.

Vergleich mit der Konkurrenz – Nordische Überlegenheit

Im direkten Vergleich mit anderen Kompaktlautsprechern der 3000-Euro-Klasse zeigen die Amphion Argon3S ihre Stärken. Die Transparenz übertrifft viele Konkurrenten, während die Bassperformance dank des passiven Radiators in einer anderen Liga spielt. Die Finnen überzeugen durch ihre natürliche, unverfälschte Wiedergabe ohne jegliche Aufdringlichkeit.

Die Zukunft ist schon da – Ausblick auf die X‑Serie

Während wir noch von den Amphion Argon3S schwärmen, hat Amphion bereits die nächste Generation angekündigt. Die neue Argon X‑Serie mit den Modellen Argon3X, Argon3LX und Argon7LX bringt einen neu entwickelten Hochtöner und eine überarbeitete Frequenzweiche. Diese Upgrades versprechen noch mehr Detailauflösung und eine noch präzisere Klangbühne. Die neuen Modelle sollen ab Q3 2025 verfügbar sein und starten beim Amphion Argon3X bei 3.750 Euro.

Praxis-Tipp: Optimales Setup für maximalen Genuss

Für das beste Klangerlebnis empfehlen wir:

  • Mindestens 2 Meter Abstand zum Hörplatz
  • Hochtöner auf Ohrhöhe
  • Leichte Einwinkelung zur Hörposition
  • Qualitative Lautsprecherständer (mindestens 60cm Höhe)
  • Bei bassintensiver Musik: Subwoofer-Unterstützung erwägen

Technische Daten im Überblick

  • Prinzip: 2‑Wege mit Passiv-Radiator
  • Hochtöner: 25mm Titan-Kalotte im Waveguide
  • Tieftöner: 165mm Aluminium-Chassis
  • Übernahmefrequenz: 1600 Hz
  • Impedanz: 8 Ω
  • Wirkungsgrad: 87 dB
  • Frequenzgang: 38–25.000 Hz (-6dB)
  • Verstärkerleistung: 50–150 Watt
  • Abmessungen: 380 x 190 x 305 mm
  • Gewicht: 10 kg pro Lautsprecher
  • Preis: ab 2.980 Euro (Paar)

Fazit – Finnische Perfektion für Anspruchsvolle

Die Amphion Argon3S sind mehr als nur Lautsprecher – sie sind eine Offenbarung für jeden, der authentische Musikwiedergabe schätzt. Die Kombination aus hervorragender Verarbeitung, durchdachter Technik und überragendem Klang rechtfertigt jeden Euro des Kaufpreises. Besonders beeindruckend ist, wie die kompakten Finnen dank des passiven Radiators an die Bassperformance von Standlautsprechern heranreichen, ohne dabei die Präzision in den Mitten und Höhen zu opfern.

Wer auf der Suche nach natürlicher, unverfälschter Musikwiedergabe ist und dabei nicht auf beeindruckende Bassfundamente verzichten möchte, wird an den Amphion Argon3S seine Freude haben. Sie sind die perfekte Wahl für Musikliebhaber, die Studioqualität im heimischen Wohnzimmer erleben möchten.

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Acoustic Energy AE 100² — wir haben den kleinen Einsteiger Lautsprecher ausführlich getestet https://www.hifigeek.de/acoustic-energy-ae-100%c2%b2-wir-haben-den-kleinen-einsteiger-lautsprecher-ausfuehrlich-getestet/ https://www.hifigeek.de/acoustic-energy-ae-100%c2%b2-wir-haben-den-kleinen-einsteiger-lautsprecher-ausfuehrlich-getestet/#respond Thu, 30 Jan 2025 21:37:46 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8152 Acoustic Energy war in unserer Wahrnehmung immer ein wenig unter dem Radar. Generell ist HiFi und Heimkino als Hobby ja auch immer von Entdeckungen, Vergessen und Wiederentdeckungen geprägt. Die Acoustic Energy AE 100² sind ein perfektes Beispiel dafür: Ein Regallautsprecher, der gefühlt nicht so geläufig ist, aber wenn er auffällt, immer positiv überzeugt. Zumindest in Reviews räumen die kleinen Briten regelmäßig ab. Da wir selbst noch keinerlei Berührung mit Lautsprechern des britischen Herstellers hatten, haben wir uns die Acoustic Energy AE 100² mal genauer angesehen – und waren überrascht, was diese kompakten Lautsprecher zu bieten haben.

Acoustic Energy kenn ich gar nicht…

Ähm, ja, so oder so ähnlich ging es uns zunächst auch. Zumindest wird von deren Seite nicht so viel Geld in Marketing versenkt, und sie sind einem sicherlich nicht so präsent wie andere Marken. Das spricht im ersten Gedanken schon mal für eine gute Preis-Leistungs-Ratio. Generell gibt es den Hersteller schon seit gut 35 Jahren, und wie die Acoustic Energy AE 100² beweisen, bauen sie selbst im unteren Preissegment optische und akustische Hingucker.

Design

Wir hatten die weiße Version vom Acoustic Energy AE 100² hier zu Gast, durften uns aber tatsächlich die Farbe aussuchen. Da Weiß sehr gut zu unseren anderen Komponenten passt und wir geschmacklich auch zu Weiß neigen, haben wir uns natürlich dafür entschieden. Die Designsprache der Lautsprecher ist modern und ansprechend: weißer Korpus mit tiefschwarzen Hoch- sowie Tiefmitteltönern. Ein geiler Kontrast! Beide Rundungen fließen ineinander – ja, das hat was! Toll sind auch die schicken Blenden, die die Verschraubungen kaschieren. Sehr modern und macht sich immer gut auf HiFi-Boards, Low-Boards oder dergleichen. Interessant sind auch die Gehäusekanten, die mal rechtwinklig, mal gerundet sind. Sie sorgen dafür, dass man den Lautsprecher gerne betrachtet und nicht gleich gelangweilt ist. Eine Stoffblende darf natürlich auch nicht fehlen, obwohl sie die Lautsprecher ein wenig „abtörnen“ kann. Zu erwähnen ist aber: Die Blenden werden magnetisch befestigt! Sehr geil und kommt je nach Marke meist erst in höheren Preisregionen zum Einsatz. Aber es ist einfach klasse, weil die Front dadurch noch aufgeräumter wirkt, ganz ohne Blendenhalter. Die Blenden besitzen zudem abgerundete Ecken.

Verarbeitung

Die Acoustic Energy AE 100² fühlen sich wertig an und haben eine leicht raue Oberfläche. Natürlich sind sie in diesem Preissegment noch nicht lackiert, sondern foliert. Dennoch sieht man ihnen das auf Entfernung nicht direkt an, und sie wirken keinesfalls „billig“. Mit 4,5 kg sind sie auch keine Leichtgewichte und stehen recht solide auf ihren kleinen Gummi-Füßchen, die man nach dem Auspacken unter die Lautsprecher kleben muss. Wer hier weniger Vibrationen auf seinem Möbel wünscht, muss auf jeden Fall noch nachbessern, da hier gefühlt natürlich nichts absorbiert wird.

Unsere Bilder mit den Acoustic Energy AE 100² auf dem Creaktiv HiFi-Rack und dem Plattenspieler in der Mitte sehen zwar toll aus, sollten in der Praxis aber vielleicht nicht nachgestellt werden. Bei höheren Pegeln hatten wir schon einiges an Vibrationen auf dem Rack, was wir dann wahrscheinlich nicht mehr als „unhörbar“ abstempeln wollen – zumindest bei Vinyl. Zwar konnten wir hier auch wunderbar die Funktionalität von HiFi-Basen testen, aber vielleicht nicht direkt, um solche Vibrationen zu kompensieren.

Weiterhin sind auf der Rückseite gute Anschluss-Terminals verbaut sowie ein Bassreflex-Port. Bei einem UVP von 350 €/Paar ist das gebotene Verarbeitungspaket schon wirklich weit vorne.

Klang

Das, worauf eigentlich jeder wartet und lesen möchte. Wissen wir. Sie klingen super. Wirklich. Okay, okay. Wie immer hier der Disclaimer: Wer jetzt schwülstige Ausführungen der Fachpresse erwartet, ist hier falsch. Hier gibt’s kein Honig ums Maul geschmiert oder Begriffe, die man außerhalb der HiFi-Branche noch nie gehört hat. Wir versuchen, den Klang anhand unserer Erwartungen von Musik zu beschreiben.

Beim Acoustic Energy AE 100² handelt es sich um einen Kompakt- bzw. Regal-Lautsprecher. Diese können fantastisch klingen, sind aber, was die Basswiedergabe angeht, natürlich ein wenig im Nachteil. So auch der Acoustic Energy AE 100². Dafür präsentiert er sich im mittleren Bereich und den Höhen stark. Wir hören eigentlich vorwiegend Metal, und deshalb können wir auch wirklich treffende Aussagen zu eben dieser Musik machen. Hier stehen sie im „perfekten“ Stereo-Dreieck mit 3 m Abstand von der Abhörposition und eingewinkelt auf diese. Die Lautsprecher bilden eine tolle Bühne, will heißen: Der Gesang ist klar mittig zu verorten, und Instrumente wie das Schlagzeug werden je nach Aufnahme sehr räumlich dargestellt. High-Hat links, Becken links und rechts, Snare, Bass – alles sehr knackig, und auch die Bass-Drum hat einen gewissen Punch. Jedoch – und das wollen wir nicht ankreiden – fehlt es untenrum schon ein wenig. Hier ist aber auch immer die Frage, was man will und was man braucht.

Gepaart mit einem Subwoofer gleicht man dieses Manko schnell wieder aus und hat immer noch den reduzierten Look von Kompakt-Lautsprechern – eben mit dem gewissen Etwas. Wir haben unseren Arendal 1961 1V mitlaufen lassen zum Test und hatten direkt eine sehr potente Anlage hier stehen.

Die Mitten sind sehr ausgewogen, und wir fanden Gitarren-Sounds sehr crisp und fast schon analytisch in der Wiedergabe. Will heißen, dass die Acoustic Energy AE 100² schon in Richtung Studio-Monitor tendieren. Jedoch verzeihen sie auch ein paar Fehler in der Produktion, sodass, wenn eine Platte doch nicht ganz so gut abgemischt ist, sie nicht gleich bei Discogs zum Verkauf landet. Die Höhen sind wirklich ordentlich, und manchem könnten sie zu spitz sein. Wir stehen aber auch auf präsentere Höhen, also haben sie unseren Geschmack schon sehr getroffen. Gerade bei Live-Konzerten ist dies meist ebenso der Fall, also gehen wir schon davon aus, dass dies dann auch das gewünschte tonale Verhalten darstellt.

Letztlich muss man aber auch mal die Kirche im Dorf lassen: Jede etwas bessere HiFi-Hardware besitzt heutzutage einigermaßen bis hervorragende Equalizer, die den Sound an unsere Hörwünsche anpassen. Vielleicht waren die Dinger in der Vergangenheit verrufen, aber letztlich müssen wir doch auch immer an die baulichen und akustischen Gegebenheiten denken. Unser Wohnzimmer, Kellerzimmer, Hörzimmer oder was auch immer uns zur Verfügung steht, ist nicht perfekt. Selbst wenn man, wie wir, versucht, das Zimmer akustisch mit verschiedenen Maßnahmen anzupassen, wird man irgendwo kleinere Anpassungen machen wollen oder müssen. Das ist okay, und solange am Ende ein für uns guter Klang dabei herausspringt, ist es doch genau das, was wir wollen.

Soll heißen: Solange die Lautsprecher nicht völlig bei der Wiedergabe irgendwo versagen und einfach nicht performen, kann alles mit Equalizern so weit angepasst werden, dass die groben Schnitzer ausgebessert werden und gleichzeitig vielleicht unser Geschmack für etwas erhöhten Bass oder weniger Höhen bedient wird.

Setup

Aber vielleicht erstmal noch etwas zum Test-Setup. Wir haben versucht, die Lautsprecher mit einigen Setups zu testen. Angefangen haben wir mit den Fosi Audio Mono V3 in Verbindung mit dem WiiM Pro Plus und dem Eversolo DMP-A6. Jeweils symmetrisch per XLR und unsymmetrisch per RCA/Cinch. Weiterhin haben wir unseren Transaudio D5Pro an die kleinen Lautsprecher gehängt, natürlich die IOTAVX AVX17 mit AVXP‑7, und zu guter Letzt noch den Eversolo AMP-F2. Weitere Zuspieler waren hier noch der EAT Prelude mit verschiedenen Cartridges sowie der Sony X800M2 für Filme. Als Kabel werkeln hier natürlich allseits bekannte Cinch Sommer Cable EpilogueXLR Sommer Cable Epilogue als Zuspielerkabel, und die Lautsprecher wurden mit unseren DIY-Lautsprecherkabeln auf Basis vom Sommer Cable Dual Blue Kabel versorgt.

Fosi Audio Mono V3

Abgesehen davon, dass die Fosi Audio Mono V3 hier tolle Counterparts für ein kleines Budget sind, lieferten die Acoustic Energy AE 100² schon sauber ab. Allgemein bewiesen sie nach einer kleinen Einspieldauer dann Pegelfestigkeit bei unserem Abhörpegel von rund 80–85 dB. Ja, ja, wir wissen, dass manch andere hier höhere Abhörpegel fahren, aber bei 80–85 dB sind längere Sessions für die Ohren safe. Und sind wir mal ehrlich: In einem Mietshaus sind die 85 dB schon grenzwertig – oder die Nachbarn taub. Wir haben die Lautsprecher hier natürlich mit feinstem Metal bespielt. Gleichzeitig haben wir die Lautsprecher für unsere Einschätzung der Fosi Audio Mono V3 benutzt, damit wir auch kleinere Lautsprecher gegen unsere Standlautsprecher testen können. Generell kann man sagen, dass das Set harmonisch zusammenspielt und eine tolle kleine Einstiegsanlage darstellt.

Natürlich haben wir auch ein wenig mit Equalizern rumgespielt und konnten für uns festhalten, dass wir im Bassbereich eine leichte Anhebung um 1–2 dB gemacht haben, eben weil unser Raum durch die akustischen Anpassungen ein wenig mehr Energie benötigt.

Transaudio D5Pro

Eine tolle Kombination für die Acoustic Energy AE 100² ist hier der Transaudio D5Pro. Sein Klangcharakter mit ein wenig Röhren-Vibes und analogen Zuspielern ist halt schon was Feines. Wie oben erwähnt, sind die Lautsprecher nicht total analytisch, weshalb sie auch bei Vinyl wirklich herausragend performen. Natürlich geht immer mehr, aber hier sind wir wieder bei Preis-Leistung, und dabei überzeugen die Lautsprecher vollends. Der Transaudio D5Pro ist natürlich sehr potent, spielt dadurch aber sehr entspannt an den Regallautsprechern, und auch höhere Pegel kommen mit Wucht ohne hörbare Verzerrungen daher. Mit digitalen Playern macht sich das Gespann ebenso hervorragend, und auch hier kann man sagen, dass die Lautsprecher wirklich crisp klingen.

Eversolo AMP-F2

Wir hatten die Gelegenheit, ebenfalls einen Eversolo AMP-F2 hier auszuprobieren, und abgesehen von Dingen, die uns am Eversolo AMP-F2 aufgefallen sind und die dann im Test von ebenjenem zur Sprache kommen, hat uns die Kombination mit einer Einschränkung ebenfalls gut gefallen. Als Mini-Anlage – vom Formfaktor und nicht von der Leistung betrachtet – ist so ein Eversolo DMP-A6 mit Eversolo AMP-F2 und den Acoustic Energy AE 100² schon wirklich eine feine Sache für den Alltag. Lediglich sind wir der Meinung, beim Eversolo AMP-F2 auf höheren Lautstärken ein wenig Verzerrung wahrzunehmen. Wir haben das Setup mit dem Eversolo DMP-A6 und anderen Verstärkern gegentestet, und selbst beim Bildtest ist das leider ein wenig aufgefallen.

Wer jetzt nicht mega laut hört, den wird das nicht jucken, und dann ist diese Kombination mehr als empfehlenswert – auch wenn sie dann schon ein wenig kostspieliger ist.

IOTAVX AVX17 mit IOTAVX AVXP1

Heimkino! Ja, natürlich soll es auch darum gehen, denn die Jungs und Mädels von Acoustic Energy bieten neben den kleinen Acoustic Energy AE 100² natürlich auch Center, Standlautsprecher, Subwoofer und On-Wall-Lautsprecher an. Also perfekt für den Einstieg ins eigene Heimkino. Also verbannt eure Soundbars, denn je nachdem holt ihr euch mit den Acoustic Energy AE 100² ein saftiges Ton-Upgrade ins Haus. Wir haben etliche Filme mit der IOTAVX AVX17 und IOTAVX AVXP1 Kombo in Stereo geguckt, und können den Acoustic Energy AE 100² auch hier tolle Details und Räumlichkeit zusprechen. Natürlich hatten wir hier bisher nicht die Möglichkeit, ein vollständiges Surround-Setup zu testen, aber was nicht ist, kann ja bekanntermaßen noch werden.

Höreindruck

Nach viel Hör-Theorie vielleicht noch ein wenig Praxis. Hier geht viel Metal: Death Metal, Deathcore, Hardcore, Black Metal und ansonsten ein bisschen Mittelalter-Krams der Frau und natürlich ein wenig Querbeet. Wer einen kleinen Abriss sucht, kann gerne ins Discogs-Profil einen Blick werfen. Hier sieht man, was so an Vinyl durch den Plattendreher gezogen wurde. Wer digital und lossless unterwegs ist, darf sich gerne bei uns die Referenz-Playlist auf Qobuz zu Gemüte führen und einen Eindruck erlangen, was wir so alles von den Acoustic Energy AE 100² abverlangt haben, bis wir zu diesen Aussagen gekommen sind.

Knocked Loose — Suffocate (feat. Poppy)

Ja, Leute… haben Knocked Loose schon in der Vergangenheit bei Jimmy Kimmels Show die Zuschauer-Ohren bluten lassen, wollen wir natürlich den Song, welcher ebenfalls für den diesjährigen Grammy nominiert ist, direkt voranstellen. Natürlich ist Knocked Loose gewöhnungsbedürftig, aber zweifelsohne mega erfolgreich. Gerne verlinke ich hier den Jimmy Kimmel Live-Auftritt, welcher ja bekanntlich auch im Nachhinein für sehr erzürnte Reaktionen gesorgt hat. Bitte nicht wundern, die zwei Tonaussetzer am Ende sind amerikanische Zensur von Schimpfwörtern. In voller Pracht dann entweder von unserer Platte oder eben bei Streamern.

Suffocate fängt mit schweren Gitarrenriffs an, die druckvoll von den Acoustic Energy AE 100² wiedergegeben werden. Bryan Garris’ Gesang ist ein wenig eigensinnig und gepaart mit Poppy erreicht er ein ganz anderes Level. Genau dies vermögen die Acoustic Energy AE 100² ordentlich zu transportieren. Es kommt direkt Galle in uns hoch, und wir wollen am liebsten den nächsten Moshpit im Wohnzimmer starten. Geil! Gepaart mit den salvenartigen Drums kommt gute Stimmung auf. Da stört es kaum, dass wir hier und da die Grenzen der Lautsprecher erreichen. Natürlich schlägt uns die Bass-Drum nur sanft in die Magengrube, und der letzte Druck fehlt hier und da. Aber wir betrachten hier Lautsprecher unter 400 €, und was die hier abliefern, ist schon nicht schlecht!

Behemoth — Blow Your Trumpets Gabriel

Schwermütiger Black Metal und gleichzeitig ein Meisterwerk der Zunft darf natürlich in unserem Test nicht fehlen. Für viele schon Mainstream, wird es sicherlich hier den ein oder anderen Leser geben, der spätestens jetzt das Zeitliche segnet. Behemoth sind eine Wucht, und mit Blow Your Trumpets Gabriel liefern sie ein Meisterwerk ab. Das Album The Satanist sei jedem ans Herz gelegt. Vor allem für diejenigen, die nicht so viel Erfahrung mit Black Metal haben.

Schwermütig setzen die Gitarren den Song in Bewegung. Glaubwürdig und fett spielen die Acoustic Energy AE 100² auf. Mit dem Einsatz von Nergals kehligem, gurgelndem Gesang setzt sich das Dickschiff in Bewegung. Fein detailliert spielen sie jeden klagenden Ton des Gesangs. Auch bei den zunächst dezent einspielenden Drums haben sie keinerlei Probleme. Schön herauszuhören sind die feinen Höhen der Hi-Hat. Ab 02:30 wird der Song dann ordentlich schnell. Wir können bescheinigen, dass die Lautsprecher bei den Mitten und Höhen ordentlich mithalten. Von Verzerrung ist hier keine Rede. Die räumlichen Drums, besonders im zweiten Teil des Songs, werden gefühlt sehr akurat wiedergegeben. Bei 04:02 wird es noch einmal sehr beckenlastig, was direkt ins Gehirn drischt.

Also? Wie sind die kleinen Dinger?

Leute, für 350 € kann man echt nicht viel falsch machen. Wir haben versucht, die Acoustic Energy AE 100² in unseren Alltag zu integrieren. Das heißt, abseits unserer Test-Sessions haben wir sie immer dann genutzt, wenn wir Lust auf gestreamte Musik hatten. Und das geht gut! Gerade bei günstigeren Anlagen oder Soundbars hat man oft das Gefühl, dass man sich „satt“ gehört hat und nach etwas „Besserem“ strebt. Das können wir von den AE 100² nicht behaupten. Hier haben sie irgendwie als „Zweit-Anlage“ fungiert, für mal eben den täglichen Quicky. Wir können uns gut vorstellen, dass die Lautsprecher in viele Wohnzimmer passen und den Beginn zu einem tollen Hobby bilden könnten.

Jedenfalls tun sie genau das Richtige, indem sie Musik wieder die Ehre geben, Musik zu sein, und diese mit anständiger Qualität wiedergeben. Wer nach mehr als Blechdosen-Klang strebt, weg von seinen AirPods, Soundbars oder leerem TV-Klang, sollte mal einen Blick auf die Acoustic Energy AE 100² werfen.

Jedenfalls bieten sie extrem viel für das Geld. Dennoch sollten sie mit Vorsicht genossen werden. Nicht, dass sie süchtig machen!

Upgradability

Ist definitiv gegeben! Acoustic Energy bietet, wie eingangs erwähnt, noch weitere Lautsprecher aus der Serie an. Standlautsprecher, Center, Subwoofer und On-Wall-Lautsprecher bieten etliche Kombinationsmöglichkeiten. Sei es ein Stereo-Setup oder ein 3.0er Setup. Das können wir auf jeden Fall empfehlen und würden es immer einer Soundbar vorziehen. Aber auch ausgewachsene Kombinationen mit 5.1 oder 7.1 sind denkbar.

Ideen für Anlagen-Kombinationen

Als Einstieg einfach an einen WiiM Amp oder WiiM Amp Pro hängen! HDMI mit ARC ist auch vorhanden und könnte eine wirklich tolle Freundschaft werden. Ein AV-Receiver ist auch denkbar! Ein kleiner Denon, um schon gleich auf den Center zu sparen.

Fazit

Wir hatten Spaß und geben die Lautsprecher nur schweren Herzens wieder ab. Aber alles geht einmal vorbei, und so auch eine tolle Testphase mit wirklich interessanten Lautsprechern. Uns haben sie wirklich gefallen, und wir hoffen, dass wir noch weiter in das Acoustic Energy-Universum eintauchen können. Gerne würden wir etwas Höhenluft bzw. Druck in größeren Modellserien schnuppern. Denn Acoustic Energy kann auch High-End, haben wir uns sagen lassen! Wir haben jedenfalls Blut geleckt und hoffen, hier den ein oder anderen ebenfalls motiviert zu haben, es uns gleichzutun.

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