MCPS - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de Audio & Heimkino. Ernst genommen. Wed, 19 Aug 2026 11:57:34 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 https://www.hifigeek.de/media/cropped-hifigeek.de-512-32x32.png MCPS - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de 32 32 60029611 Burson Soloist Prime Voyager: Neuer High-End Class-A-Kopfhörer-Endverstärker mit VU-Metern https://www.hifigeek.de/burson-soloist-prime-ankuendigung/ https://www.hifigeek.de/burson-soloist-prime-ankuendigung/#respond Wed, 19 Aug 2026 10:59:59 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=12434 Burson Audio erweitert seine Voyager-Serie um ein neues Mitglied: den Burson Soloist Prime. Wer schon länger unsere Burson-Reviews verfolgt – vom Soloist Stellar Max über den Conductor GT4 bis zum Timekeeper GT4 – weiß, dass die Australier ihr Portfolio in den letzten Monaten ordentlich durchgeschüttelt haben. Der Prime ist der nächste Schritt, und Burson selbst nennt ihn einen “Endgame Headphone Power Amplifier” – große Worte, aber die Technik dahinter gibt zumindest auf dem Papier einiges her.

Die Idee dahinter: Verstärkung pur, Regelung woanders

Der Burson Soloist Prime versteht sich explizit nicht als Pre-Amp mit Kopfhörerausgang, so wie es der Soloist Voyager oder die Soloist Stellar tun – sondern rein als Endverstärker. Burson bringt es selbst auf den Punkt: “By removing the volume control, preamp stage and display, we created the space to realise our design ideals.” Wer schon eine gute Lautstärkeregelung in seiner Quelle hat (Eversolo DMP-A6, sag ich nur), verschenkt bei einem klassischen Pre-Amp-Kopfhörerverstärker sonst Schaltungsaufwand für einen zweiten, redundanten Regler.

Das bedeutet aber auch: Kein Lautstärke-Poti, keine Eingangswahl, kein Gain-Umschalter zum Durchklicken, kein Display. Wer sowas will, ist beim Voyager oder der Stellar besser aufgehoben.

Front-Design: VU-Meter statt Display

Optisch schlägt der Burson Soloist Prime dafür eine andere, ziemlich charmante Richtung ein: Statt eines digitalen Displays wie beim Voyager (OLED) oder der Stellar (einfaches Volume-/Input-Display) sitzen auf der Front zwei analoge VU-Meter im klassischen Nadel-Design, orange hinterleuchtet – laut Produktfotos mechanische Zeigerinstrumente mit sichtbarem Innenleben, kein digitales Fake-VU. Zwischen den beiden Metern liegt die zentrale 4‑Pol-XLR-Buchse für den balancierten Kopfhörerausgang, flankiert von zwei weiteren Klinkenbuchsen, 6,35 und 3,5mm.

Auf der Rückseite finden sich – ganz im Sinne des konsequenten Dual-Mono-Konzepts – pro Kanal ein eigener XLR- und ein Cinch-Lineeingang, dazu 12V-Trigger-In/Out und der Anschluss für das externe 24V/5A-Netzteil. Das Netzteil selbst arbeitet laut Spezifikation mit 100–240 V AC weltweit, für uns in der DACH-Region also ganz unkompliziert am heimischen Stromnetz.

Technik: Zwei-Lagen-Netzteilarchitektur als eigentliche Innovation

Kern des Burson Soloist Prime ist die Class-A-Verstärkung mit bis zu 12 Watt pro Kanal balanced (XLR) bzw. 6 Watt unsymmetrisch (SE) – der Prime hat also, anders als man bei einem reinen “Balanced-Amp” vermuten könnte, durchaus auch einen klassischen SE-Ausgang mit ordentlich Leistung.

Richtig spannend wird’s aber beim Netzteilkonzept: Burson spendiert dem Prime erstmals eine zweistöckige interne Architektur mit insgesamt zehn MCPS-Modulen (Max Current Power Supplies) – doppelt so viele wie beim bereits potenten Soloist Voyager, der mit fünf MCPS in einer einzigen Lage auskommt.

  • Obere Lage (“The Quiet Upper Layer”): Sechs vollständig geschirmte MCPS versorgen unabhängig voneinander die Eingangs-Bufferstufe mit V7-Vivid-Pro-Opamps sowie die Dual-Mono-IEM-Ausgangsstufe. Der spiegelsymmetrische Aufbau hält die Kanäle getrennt und minimiert Übersprechen sowie eingestreute EMI.
  • Untere Lage (“Thunder from Down Under”): Vier weitere MCPS versorgen die neu entwickelte Dual-Mono-Verstärkerstufe, aufgebaut um Hochleistungs-MOSFETs, die gezielt für tiefen Class-A-Bias selektiert wurden – daraus resultieren die besagten 12 Watt/Kanal balanced.

Burson selbst bezeichnet das Konzept unumwunden als Ausdruck ihres Fokus auf Stromversorgung: gute Verstärkung fängt für sie bei einem exzellenten Netzteilkonzept an – und beim Prime wird das eben konsequent verdoppelt.

Dediziertes IEM-Modul: Deluxe vs. Max

Auch bei der IEM-Verstärkung unterscheiden sich die beiden Versionen deutlich:

Soloist Prime Deluxe – das unabhängig versorgte IEM-Modul basiert auf zwei TPA6120A2-Verstärkerchips und liefert laut Burson ultra-niedrige 0,001 % THD+N, eine Slew-Rate von 1.300 V/µs und einen “pitch-black” Hintergrund.

Soloist Prime Max – hier geht Burson konsequent den eigenen Weg weiter: ein vollständig diskretes, echtes Class-A-IEM-Modul, das mit 10 Watt Idle-Bias arbeitet (analog zum Class-A-Idle-Prinzip, das wir schon vom Timekeeper GT4 kennen) und 1 Watt Ausgangsleistung über balanced XLR liefert. Auch hier: true dual-mono, spiegelsymmetrisch aufgebaut, gezielt auf empfindliche, niederohmige IEMs zugeschnitten.

Für beide Versionen gibt Burson als IEM-Ausgangsleistung 1 W balanced / 0,5 W SE an.

Weitere Ausstattung

  • Op-Amp-Swap: Die V7-Vivid-Pro-Opamps sind nutzerseitig tauschbar – ganz Burson-Tradition, auch beim Prime möglich.
  • Coolcase 2: Ein eigenes Kühlkonzept fürs Gehäuse, passend zur erheblichen Class-A-Abwärme, die bei zwei Verstärkerstufen mit hohem Idle-Bias zusammenkommt.
  • Silent Power Module: Das bekannte SP02 mit LT3045-Regler, laut Burson 0,8 µV RMS Rauschen.
  • Garantie: 3 Jahre Herstellergarantie, 30 Tage Rückgaberecht.

Deluxe oder Max?

Soloist Prime Deluxe – Silent Power Module 02, V7 Vivid Pro Opamps, Super Charger 5A als Netzteil, IEM-Modul mit zwei TPA6120A2-Chips.

Soloist Prime Max – alles aus der Deluxe-Version, plus Burson Fusion Core 24V GaN-Netzteil, das vollständig diskrete Class-A-IEM-Modul und die Burson Universal Remote.

Preislich ruft Burson 4.499 bis 5.499 US-Dollar auf, je nach Version.

Wo der Burson Soloist Prime im Portfolio steht

ModellPreis (USD)Leistung/KanalMCPS-LayoutIEM-ModulLautstärkeregelung
Soloist Stellar Max$1.499–$2.5998 W2× TPA6120A2 (IC-basiert)Ja (Dual PGA2320)
Soloist Voyager$3.499–$4.79910 W5 MCPS, eine LageKeine dedizierte SektionJa (Dual MUSES72320)
Burson Soloist Prime$4.499–$5.49912 W XLR / 6 W SE10 MCPS, zwei Lagen2× TPA6120A2 (Deluxe) / diskret Class‑A (Max)Keine

Der Burson Soloist Prime ist damit teurer als der reguläre Voyager – trotz (oder gerade wegen) der weggelassenen Vorstufen-Funktion. Der Voyager bietet dafür eine waschechte Pre-Amp-Sektion mit den, laut Burson, teuersten Analog-Lautstärkereglern am Markt (Dual MUSES72320). Der Prime lässt das komplett weg, bekommt dafür mehr Rohleistung, ein doppelt so aufwendiges Netzteilkonzept und – zumindest in der Max-Version – ein IEM-Modul, das es so bei Burson noch nicht gab.

Auch der Vergleich zu unserem Soloist Stellar Max lohnt sich, den wir ja selbst mit 9,4/10 und Referenz-Award bewertet haben: Deren IEM-Sektion basiert, wie auch die Deluxe-Version des Prime, auf zwei TPA6120A2-Chips. Erst die Prime Max geht einen Schritt weiter und bringt ein komplett diskretes, echtes Class-A-IEM-Modul mit eigenem Idle-Bias – eine Architektur, die weder die Stellar noch der reguläre Voyager bieten.

Der Pre-Order-Deal: Deluxe bestellen, Max bekommen

Wer aktuell die Deluxe-Version vorbestellt, wird automatisch auf Max hochgestuft – ohne Aufpreis. Sprich: Fusion-Core-Netzteil, das diskrete Class-A-IEM-Modul und die Fernbedienung gibt’s obendrauf. Burson beziffert die Ersparnis auf über 1.000 US-Dollar.

Pre-Orders schließen am 31. August 2026, der Versand startet laut Burson Ende September 2026 und läuft in Bestellreihenfolge ab. Storno ist bis zum Versand kostenlos möglich, allerdings fällt dann eine Bearbeitungsgebühr von 5 % an, um die nicht erstattungsfähigen Zahlungsabwicklungskosten zu decken.

Versand erfolgt per DHL Express Priority und ist vollversichert – Steuern und Einfuhrabgaben sind da allerdings nicht mit drin, das kommt bei einem Import aus Australien für uns in der DACH-Region also on top.

Technische Eckdaten im Überblick

SpezifikationWert
DesignReiner Class-A-Kopfhörer-Endverstärker
Hauptausgang12 W/Kanal XLR / 6 W/Kanal SE
IEM-Ausgang1 W XLR / 0,5 W SE
ArchitekturTrue Dual-Mono, spiegelsymmetrisch, zwei Netzteil-Lagen
Netzteilmodule10× MCPS (6 obere Lage / 4 untere Lage)
VerstärkungHigh-Performance-MOSFETs, Class-A-Bias
SpannungsregelungSilent Power Module 02 (LT3045)
OpampsBurson V7 Vivid Pro (discrete, tauschbar)
IEM-VerstärkungDeluxe: 2× TPA6120A2, 0,001 % THD+N / Max: diskret Class‑A, 10 W Idle-Bias
LautstärkeregelungKeine – für Quellen mit eigener Regelung konzipiert
Anzeige2× analoge VU-Meter
EingängeJe 1× XLR + 1× Cinch pro Kanal
Trigger12V Trigger In/Out
NetzteilSuper Charger 5A (Deluxe) / Fusion Core 24V GaN (Max), AC 100–240 V
KühlungCoolcase 2
Garantie3 Jahre, 30 Tage Rückgaberecht
Maße32 × 16 × 50 cm
Gewicht7 kg
Preis$4.499–$5.499

Einordnung

Ein dedizierter Class-A-Kopfhörer-Power-Amp ohne Pre-Amp-Ballast, mit einer für diese Preisklasse ungewöhnlich aufwendigen Zwei-Lagen-Netzteilarchitektur, VU-Metern statt Display und einem potenziell richtig starken IEM-Modul in der Max-Version – das ist eine klare Ansage an alle, die bereits eine potente Quelle mit guter Lautstärkeregelung haben und einfach nur noch mehr Saft, Kontrolle und sauberes IEM-Handling obendrauf wollen. Ob der Burson Soloist Prime das Versprechen aus 12 Watt Class‑A, zehn MCPS-Modulen und diskretem IEM-Modul auch klanglich einlöst, können wir naturgemäß erst sagen, wenn das Gerät tatsächlich bei uns steht.

Bis dahin: Wer aktuell mit dem Gedanken spielt, sollte den 31. August im Kopf behalten – danach ist der Max-Upgrade-Deal erstmal Geschichte. Alle weiteren Burson-Reviews von uns findet ihr wie immer im Burson-Übersichtsseite.

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