Burson Soloist Stellar Max - Ansicht von schräg vorne auf Kopfhörerausgänge, Schalter und Lautstärkeregler

Burson Soloist Stellar Max im Test: Kompromisslos vielseitig – Voyager-DNA, branchenführender IEM-Modus, unter 3.000 €

Der Bur­son Soloist Stel­lar Max steht seit drei Mona­ten auf mei­nem Schreib­tisch. Knapp acht Stun­den täg­lich. Das ist viel Zeit. Genug Zeit jeden­falls, um nicht nur die ers­ten Wow-Ein­drü­cke zu sam­meln, son­dern auch den Punkt zu fin­den, an dem ein Gerät anfängt zu ner­ven. Spoi­ler: Die­ser Punkt ist beim Soloist Stel­lar Max bis­her nicht gekom­men. Ganz im Gegen­teil – je län­ger ich das Ding nut­ze, des­to mehr ver­ste­he ich, war­um es im Head-Fi-Forum gera­de so abgeht.

Dis­clai­mer: Bur­son Audio hat den Soloist Stel­lar Max kos­ten­los zur Ver­fü­gung gestellt. Auf mei­nen Test­auf­bau, mei­ne Hör­ein­drü­cke und mei­ne Wer­tung hat Bur­son kei­nen Ein­fluss. Wie immer hier: kei­ne Wer­bung, kei­ne Affi­lia­te-Links, kei­ne bezahl­ten Bei­trä­ge – nur das, was im Test rauskommt.

Das Review vom Burson Soloist Stellar Max gibt es auch als Video

Burson Audio und die neue Stellar-Serie

Wer regel­mä­ßig hier mit­liest, kennt Bur­son Audio bereits aus mei­nem Time­kee­per-GT4-Max-Review. Die Aus­tra­li­er sor­tie­ren ihr Port­fo­lio aktu­ell in vier Lini­en: Party‑, Stellar‑, Grand-Tou­rer- und Voy­a­ger-Series. Die Stel­lar-Serie ist die jüngs­te Neu­auf­la­ge und sitzt im Stack unter­halb der Grand-Tou­rer-Gerä­te – kom­pak­ter, schlan­ker, optisch fri­scher, aber tech­nisch nicht aus dem Schau­fens­ter-Regal. Mit dem Con­duc­tor Stel­lar (mit DAC) und dem Soloist Stel­lar (rein Kopf­hö­rer- und Vor­ver­stär­ker) hat Bur­son zwei Geschwis­ter im sel­ben Gehäu­se: glei­ches Chas­sis, glei­che Design­spra­che, leicht unter­schied­li­che Innereien.

Der Bur­son Soloist Stel­lar Max, den ich hier habe, ist die Voll­aus­stat­tung. Das heißt: V7 Vivid Pro Opamps (statt der NE5532 der Stan­dard-Ver­si­on), Silent Power Modu­le 02 (statt SP01), das GaN-basier­te Fusi­on Core Netz­teil (statt des Stan­dard-24-V-Schalt­netz­teils) und eine ordent­li­che Alu­mi­ni­um-Fern­be­die­nung. Bur­son bie­tet dar­über hin­aus die Delu­xe-Vari­an­te an, die ohne den Fusi­on Core aus­kommt und statt­des­sen das Super-Char­ger-5A-Netz­teil mit­lie­fert. Wer maxi­mal will, nimmt direkt den Max.

Preis­lich liegt der Soloist Stel­lar Max bei ca. 2.900 € UVP zum Test­zeit­punkt. Damit kos­tet er knapp die Hälf­te des Soloist Voy­a­ger Max, der bei rund 5.000 € liegt – und holt trotz­dem einen Groß­teil von des­sen Cha­rak­ter ins kom­pak­te For­mat. Aber dazu gleich mehr.

Unboxing und Lieferumfang

Bur­son-typisch ordent­lich. Der Bur­son Soloist Stel­lar Max kommt in einem dop­pel­ten Kar­ton, sau­ber in Schaum­stoff gebet­tet. Das Fusi­on Core Netz­teil liegt in einem eige­nen Kar­ton, dazu das cus­tom-kon­fek­tio­nier­te 24-V-Kabel – netz­teil­sei­tig mit Schraub­ver­bin­dung gesi­chert, gerä­te­sei­tig gesteckt. Das­sel­be Kon­zept wie beim gro­ßen Time­kee­per GT4 Max, nur mit weni­ger Saft (24 V/15 A statt 32 V/15 A).

Lie­fer­um­fang Bur­son Soloist Stel­lar Max:

  • Bur­son Soloist Stel­lar (Max-Ver­si­on mit V7 Vivid Pro Opamps und SP02-Modulen)
  • Bur­son Fusi­on Core 24-V-Netz­teil (GaN-basiert)
  • Cus­tom 24-V-Kabel (Schraub­ver­bin­dung)
  • Netz­ka­bel (län­der­spe­zi­fisch)
  • Alu­mi­ni­um-Fern­be­die­nung (zwei­far­big)
  • Ersatz­si­che­rung
  • Kein gedruck­tes Hand­buch – das gibt es zum Download

Ein 4,4‑mm-Pentaconn-Adapter wäre eine net­te Ges­te gewe­sen, denn der Bur­son Soloist Stel­lar Max hat kein 4,4‑mm-Pentaconn an der Front. Wer von einem Por­ta­ble-DAC oder einem moder­ne­ren Set­up kommt, muss sich also einen Adap­ter besor­gen oder das Kopf­hö­rer­ka­bel auf XLR‑4 oder 6,3 mm umkon­fek­tio­nie­ren. Kein Dra­ma, aber 2026 nicht mehr selbstverständlich.

Anschlüsse und Bedienmodi

Front:

  • 4‑Pol XLR (Balan­ced Head­pho­ne-Out, vol­ler Punch via 8 W Class‑A)
  • 6,35 mm Klin­ke (Sin­gle-Ended, 4 W Class‑A)
  • 3,5 mm Mikrofon-Eingang
  • Laut­stär­ke-Dreh­reg­ler mit Encoder-Feedback
  • drei Menü-Tas­ten und ein 1,7‑Zoll-OLED-Display

Rück­sei­te:

  • RCA Eingang
  • XLR Eingang
  • RCA Ausgang
  • XLR Ausgang
  • Sub­woo­fer-Out (RCA)
  • Trig­ger In/Out
  • 24-V-DC-Ein­gang mit Steckverbindung
  • Power-Schal­ter

Vier Betriebs­mo­di las­sen sich über die Menü­steue­rung durchschalten:

  1. Head­pho­ne Amp – Haupt­ver­stär­ker­zweig, vol­le 8 W Class‑A
  2. Head­pho­ne Amp + Sub­woo­fer – Kopf­hö­rer plus zusätz­li­che Sub-Ausspielung
  3. IEM Amp – dedi­zier­ter IEM-Ver­stär­ker­zweig mit nied­ri­ge­rer Leis­tung, sepa­ra­tem Lay­out, eige­nem Rauschabstand
  4. Pre­amp – Line­stu­fe für End­stu­fen oder Aktivlautsprecher

Das Kon­zept mit den sepa­ra­ten Audio-Pfa­den ist der eigent­li­che Witz bei die­sem Gerät. Dazu gleich.

Design, Verarbeitung und Aufstellung

Der Bur­son Soloist Stel­lar Max teilt sich das Chas­sis mit dem Con­duc­tor Stel­lar – also kom­pakt im Ver­gleich zu den Grand-Tou­rer-Gerä­ten, mit aero­space-inspi­rier­ten Lüf­tungs­schlit­zen oben und unten, gebürs­te­tem Alu­mi­ni­um und der typisch futu­ris­tisch wir­ken­den Bur­son-Front. Mit 210 × 200 × 75 mm und etwa 5 kg ist das Ding ein Schreib­tisch-Bewoh­ner, kein Rack-Klotz. Auf einem nor­ma­len 60-cm-Schreib­tisch fin­det er locker Platz neben Bild­schirm und Tas­ta­tur und sieht dabei auch noch ver­dammt gut aus.

Die Ver­ar­bei­tung ist Bur­son-typisch sehr gut – kei­ne scheuß­li­chen Spalt­ma­ße, kei­ne schar­fen Kan­ten, das Alu­mi­ni­um fühlt sich satt und soli­de an. Das Volu­men-Dreh­räd­chen hat mehr Wider­stand als bei mei­nen ande­ren Bur­son-Gerä­ten, was sich ange­nehm hap­tisch anfühlt. Ehr­lich gesagt ist mir das bei einem digi­tal aus­ge­wer­te­ten Enco­der rela­tiv egal – aber wer Wert auf Pre­mi­um-Hap­tik legt, freut sich über das deut­li­che Feedback.

Wär­me­ent­wick­lung: Bei 50 W Idle-Bias in Class‑A wird das Gerät warm. Nicht heiß, son­dern gut hand­warm – per­fekt für kal­te Schreib­tisch­hän­de im Win­ter. Der Bur­son Soloist Stel­lar Max ist aktiv gekühlt, die Lüf­ter sit­zen in den Schlit­zen oben und unten. Im All­tag sind sie so lei­se, dass ich sie in den ers­ten Wochen schlicht nicht wahr­ge­nom­men habe – kein Ver­gleich zu einem lau­ten PC-Lüf­ter, eher ein lei­ses Hin­ter­grund­rau­schen das im nor­ma­len Hör­pe­gel voll­stän­dig ver­schwin­det. Trotz­dem: Lüf­tungs­schlit­ze frei­hal­ten, nichts drauf­le­gen. Der Stel­lar braucht Luft zum Atmen.

Optisch ist das Ding deut­lich näher am Con­duc­tor Stel­lar oder Voy­a­ger als an der Grand-Tou­rer-Serie. Wer von einem GT4 kommt, sieht hier eine neue Design­ge­ne­ra­ti­on – kom­pak­ter, geo­me­tri­scher, weni­ger “Indus­trie-Look”, mehr “Pre­mi­um-Desk­top-Audio”.

Technik – die Innereien im Detail

Der Bur­son Soloist Stel­lar Max ist tech­nisch ein ver­dich­te­ter Voy­a­ger. Bur­son hat hier nicht ein­fach den 3X Per­for­mance neu lackiert, son­dern das Kon­zept von Grund auf über­ar­bei­tet. Vor allem: Es gibt zwei voll­stän­dig getrenn­te Ver­stär­ker­zwei­ge in einem Gehäuse.

Hauptverstärker: Vollsymmetrische Class-A-FET-Topologie

Der Haupt­zweig ist eine voll­sym­me­tri­sche, voll­stän­dig dis­kre­te Class-A-FET-Schal­tung. Pro Kanal arbei­ten vier Onse­mi MJE15032 Tran­sis­to­ren – das sind klas­si­sche NPN-Bipo­lar-Tran­sis­to­ren, opti­miert für hohe Linea­ri­tät und nied­ri­ge Ver­zer­rung. Bur­son treibt die­se mit einem Idle-Bias von sat­ten 50 W – das heißt, der Ver­stär­ker steht per­ma­nent in sei­nem opti­ma­len Arbeits­be­reich, Tran­si­en­ten kom­men ohne Ver­zö­ge­rung und Cross­over-Ver­zer­rung gibt es schlicht keine.

Ein Wort zum Warmup

50 W Idle-Bias in einem kom­pak­ten Gehäu­se haben eine Kon­se­quenz, die vie­le beim ers­ten Ein­schal­ten nicht auf dem Schirm haben: Der Bur­son Soloist Stel­lar Max braucht Zeit, um auf sei­nem tat­säch­li­chen Leis­tungs­ni­veau anzu­kom­men. Tran­sis­to­ren haben tem­pe­ra­tur­ab­hän­gi­ge Kenn­li­ni­en – Ver­stär­kung, Ruhe­strom und Arbeits­punkt ver­schie­ben sich, bis das Gerät sei­ne ther­mi­sche Betriebs­tem­pe­ra­tur erreicht hat. Laut Bur­son selbst sind dafür 15–30 Minu­ten voll­stän­dig ausreichend.

Wer direkt nach dem Ein­schal­ten rein­hört, hört den Stel­lar noch nicht auf Betriebs­tem­pe­ra­tur – Bass und Dyna­mik wir­ken einen Tick weni­ger kon­trol­liert, die Büh­ne etwas fla­cher. Das ist kei­ne Ein­bil­dung, son­dern pure Phy­sik. Der Gegen­zug: Im voll auf­ge­wärm­ten Zustand zahlt sich die­ser Auf­wand direkt aus – vol­le Kon­trol­le, maxi­ma­le Dyna­mik, der gan­ze Burson-Sound.

Also: 15–30 Minu­ten vor dem ers­ten Track ein­schal­ten, Kaf­fee kochen, ankom­men. Dann ist der Stel­lar da wo er hin­ge­hört – und du auch.

Noch ein prak­ti­scher Hin­weis: Ab Werk ist die Auto-Off-Funk­ti­on aktiv, die das Gerät nach einer gewis­sen Zeit ohne Signal auto­ma­tisch abschal­tet. Wer sie deak­ti­viert, muss nicht jedes Mal neu war­ten – das ist eine legi­ti­me Opti­on. Dau­er­haft anlas­sen emp­fiehlt Bur­son aller­dings nicht, weder für das Gerät noch für die Umwelt. 15–30 Minu­ten War­mup sind das sinn­vol­le Mit­tel der Wahl.

IEM-Modus: Branchenführend gelöst

Hier wird’s span­nend. Der Bur­son Soloist Stel­lar Max hat einen sepa­ra­ten Ver­stär­ker­zweig nur für IEMs, bestehend aus zwei TPA6120A2 OpAmps. Die­se Chips sind alte Bekann­te mit absurd guten Daten: 0,00014 % THD+N, 1.300 V/µs Slew-Rate, wei­ter Fre­quenz­gang. Bur­son nutzt sie hier expli­zit als IEM-Stu­fe, weil sie kom­bi­niert mit eige­ner Strom­ver­sor­gung und nied­ri­ger Leis­tung (1 W XLR / 0,5 W SE) das machen, was IEMs brau­chen: einen tief­schwar­zen Hin­ter­grund ohne jedes Grund­rau­schen und genug Auf­lö­sung, um die feins­ten Details herauszuziehen.

Kur­zer Quer­ver­weis: Im Lux­sin X9 (sie­he mein Review hier auf dem Blog) wird der­sel­be TPA6120A2 als Haupt­ver­stär­ker ein­ge­setzt. Im Bur­son ist das die IEM-Sek­ti­on. Das sagt eini­ges über das Anspruchs­ni­veau, mit dem hier gear­bei­tet wird.

Akti­viert man im Menü den IEM-Out­put, schal­tet das Gerät auf die­se eige­ne Stu­fe um. Das Resul­tat ist schlicht das Bes­te, was ich je an einem Desk­top-Amp im IEM-Modus gehört habe. Mehr dazu in den Hör­ein­drü­cken wei­ter unten.

PGA2320 Lautstärkeregelung – und warum das keine Nebensache ist

Bur­son setzt zur Laut­stär­ke­re­ge­lung auf zwei Texas Instru­ments PGA2320 – einen pro Kanal, voll­stän­dig von­ein­an­der getrennt. Das ist ein ana­lo­ger Resis­tor-Lad­der-Chip: intern sitzt ein Netz­werk aus prä­zi­sen Fest­wi­der­stän­den, die per elek­tro­ni­schem Schal­ter kon­fi­gu­riert wer­den. Kein Schlei­fer, kein mecha­ni­scher Kon­takt, kein Verschleiß.

Was das im Ver­gleich zu den gän­gi­gen Alter­na­ti­ven bedeutet:

  • Klas­si­sches Poten­tio­me­ter: Schlei­fer auf Wider­stands­bahn, Kanal­ab­wei­chung zwi­schen L und R von 5–20 % – beson­ders im unte­ren Laut­stär­ke­be­reich, wo man mor­gens lei­se hört und der lin­ke Kanal einen Tick lau­ter klingt als der rech­te. Dazu kom­men Ver­schleiß und Rau­schen über die Zeit.
  • Digi­ta­le Abschwä­chung: Effek­tiv Bit-Reduk­ti­on. Wer digi­tal dämpft, ver­liert Auf­lö­sung im Signal. Für Bud­get-Gerä­te akzep­ta­bel, für einen Ver­stär­ker die­ser Klas­se kei­ne ernst­zu­neh­men­de Option.
  • Dis­kre­te R2R-Relais-Lei­ter – wie sie zum Bei­spiel im Lux­sin X9 ver­baut ist: Eben­falls Fest­wi­der­stän­de, aber mit phy­si­schen Relais geschal­tet. Das gilt in Audio­phi­len-Krei­sen als die kon­se­quen­te­re, pres­ti­ge­träch­ti­ge­re Lösung – alles dis­kret, nichts in einem IC ver­steckt, die Relais-Klicks hör­bar und für vie­le ein Fea­ture statt ein Feh­ler. Mehr Schrit­te, mehr Gra­nu­la­ri­tät, mehr Phi­lo­so­phie. Der Nach­teil: teu­rer in der Umset­zung, mecha­nisch kom­ple­xer, und das Kli­cken beim Regeln ist Geschmackssache.

Der PGA2320 ist der prag­ma­ti­sche­re Weg zum glei­chen Ziel: 0,0004 % THD+N, per­fek­te Kanal­gleich­heit durch IC-Fer­ti­gung, abso­lut laut­lo­se Rege­lung. Bur­son hat zusätz­lich eine eige­ne Laut­stär­ke­kur­ve pro­gram­miert – ange­passt an die 8‑W-Class-A-Aus­gangs­stu­fe – damit auch emp­find­li­che IEMs genug Regel­weg im unte­ren Bereich haben, ohne beim ers­ten Klick zu laut zu wer­den. Zwei Chips, ein Kanal pro Chip, 100 % Kanal­tren­nung auf jeder Stufe.

Wer die audio­phi­le­re Phi­lo­so­phie bevor­zugt, greift zu dis­kre­ten Relais. Wer einen tech­nisch exzel­len­ten, laut­lo­sen und war­tungs­frei­en Regel­weg will, ist mit dem PGA2320 genau­so gut auf­ge­ho­ben – nur ohne das Klicken.

Silent Power Module 02 – oder: Warum Stromversorgung kein Nebenschauplatz ist

Die Silent Power Modu­le sind Bur­sons haus­ei­ge­ne Span­nungs­reg­ler-Modu­le, die direkt in die ein­zel­nen Audio­sek­tio­nen ein­ge­bun­den sind. Die zwei­te Gene­ra­ti­on basiert auf dem LT3045-Regu­la­tor von Ana­log Devices – einem Bau­teil, das ursprüng­lich für Mess­tech­nik und Hoch­fre­quenz­an­wen­dun­gen ent­wi­ckelt wur­de, weil dort Ver­sor­gungs­rau­schen schlicht inak­zep­ta­bel ist. Im Audio­be­reich ist das genau­so rele­vant, nur redet dort sel­te­ner jemand darüber.

Der LT3045 lie­fert 0,8 µVrms Rau­schen – das ist kein Mar­ke­ting-Wert, son­dern ein mess­ba­rer Unter­schied zu dem, was die meis­ten Her­stel­ler ver­bau­en. Zum Ver­gleich: Klas­si­sche Line­ar­reg­ler wie der LM317 oder LM7815, die in einer Viel­zahl von Ver­stär­kern und DACs im drei- bis vier­stel­li­gen Preis­be­reich ste­cken, rau­schen je nach Kon­fi­gu­ra­ti­on mit 15 bis über 100 µVrms. Das ist ein Fak­tor von bis zu 100 zwi­schen „Stan­dard” und dem, was Bur­son hier einsetzt.

Das klingt abs­trakt, ist aber kon­kret: Span­nungs­reg­ler ver­sor­gen die Signal­ver­ar­bei­tung – die Opamps, die Aus­gangs­stu­fe, das IEM-Modul. Jeder Reg­ler hat eine end­li­che PSRR (Power Sup­p­ly Rejec­tion Ratio): die Fähig­keit eines Schal­tungs­teils, Stö­run­gen auf der Ver­sor­gungs­span­nung vom Audio­si­gnal fern­zu­hal­ten. Selbst gute Opamps wie die V7 Vivid Pro ver­stär­ken einen Teil des Ver­sor­gungs­rau­schens mit – je sau­be­rer die Ver­sor­gung, des­to weni­ger gibt es da zu ver­stär­ken, des­to schwär­zer der Hintergrund.

Was machen ande­re Her­stel­ler statt­des­sen? Das Spek­trum ist breit. Im Bud­get-Seg­ment wird das SMPS-Schalt­netz­teil direkt an die Audio­stu­fe gehängt – Schalt­fre­quen­zen im Kilo­hertz-Bereich inklu­si­ve. Im Mit­tel­feld kom­men LM317 oder äqui­va­len­te Typen, manch­mal ein Reg­ler für alle Sek­tio­nen gemein­sam. Das bedeu­tet: DAC, Ver­stär­ker, Dis­play-Steue­rung und Mikro­con­trol­ler tei­len sich den­sel­ben Ver­sor­gungs­pfad, und digi­ta­le Stö­run­gen kön­nen direkt in den Ana­log-Pfad ein­kop­peln. Im obe­ren Mit­tel­feld wer­den Reg­ler pro Sek­ti­on ein­ge­setzt – das ist bereits bes­ser, aber mit Standardbauteilen.

Bur­son geht zwei Schrit­te wei­ter: LT3045-basier­te Modu­le pro Sek­ti­on, und das in einem Gerät, das bereits fünf Max-Cur­rent-Power-Sup­p­ly-Sek­tio­nen mit­bringt. Der Soloist Stel­lar Max hat vier SP02-Modu­le – mehr als der Con­duc­tor Stel­lar, weil dort die DAC-Sek­ti­on einen Teil der Strom­ver­sor­gungs­ka­pa­zi­tät anders bean­sprucht. Bei einem rei­nen Ver­stär­ker geht die­ser gesam­te Auf­wand direkt in die Sau­ber­keit der End­stu­fe und der IEM-Stu­fe. Das ist der tech­ni­sche Grund dafür, war­um alle Reviews – und mei­ne drei Mona­te All­tags­er­fah­rung – beim Bur­son Soloist Stel­lar Max immer wie­der beim sel­ben Punkt lan­den: pech­schwar­zer Hin­ter­grund. Nicht als Mar­ke­ting­for­mu­lie­rung, son­dern als direk­te Kon­se­quenz davon, was in die­sem Gerät steckt.

Fusion Core – GaN-Netzteil, und warum das mehr ist als ein Buzzword

Der Fusi­on Core ist Bur­sons exter­nes Netz­teil für den Bur­son Soloist Stel­lar Max – und einer der Haupt­grün­de, war­um die Max-Vari­an­te klang­lich über der Delu­xe steht. Bevor wir dazu kom­men, war­um: ein kur­zer Aus­flug in Netz­teil-Rea­li­tät, weil das The­ma im HiFi-Bereich ger­ne in Voo­doo-Rich­tung abbiegt, obwohl die Tech­nik für sich selbst spricht.

Stan­dard-Schalt­netz­teil (SMPS mit Sili­zi­um-FETs): Das steckt in den meis­ten Gerä­ten, auch in Gerä­ten jen­seits der 1.000 €. Sili­zi­um-Tran­sis­to­ren schal­ten typi­scher­wei­se mit 50 bis 200 kHz. Das klingt schnell, ist es aber nicht – denn die­se Fre­quen­zen und ihre Ober­wel­len fal­len direkt in den oder knapp über den Hör­be­reich. Das Resul­tat ist hoch­fre­quen­tes Schalt­ar­te­fakt-Rau­schen auf der Ver­sor­gungs­span­nung, das sich je nach PSRR der nach­fol­gen­den Schal­tung mehr oder weni­ger direkt ins Audio­si­gnal über­setzt. Güns­tig her­zu­stel­len, kom­pakt, aber klang­lich der schwächs­te Ansatz.

Linea­res Netz­teil: Der Audio­phi­len-Klas­si­ker. Kein Schal­ten, kein Takt, ein Trans­for­ma­tor, ein Gleich­rich­ter, ein Line­ar­reg­ler. In der Theo­rie das Sau­bers­te. In der Pra­xis: schwer, groß, schlech­ter Wir­kungs­grad (50–70 %), die über­schüs­si­ge Ener­gie wird als Wär­me ver­bra­ten, und bei schlech­tem Design bekommt man statt­des­sen 50-Hz-Brumm und des­sen Ober­wel­len. Ein gut gemach­tes Linear­netz­teil ist exzel­lent – aber ein gut gemach­tes Linear­netz­teil mit 360 W Aus­gangs­leis­tung wäre ein Klotz, der grö­ßer wäre als der Ver­stär­ker selbst.

GaN-Schalt­netz­teil (was das Fusi­on Core ist): GaN steht für Gal­li­um-Nitrid – ein Halb­lei­ter­ma­te­ri­al, das Sili­zi­um in einem ent­schei­den­den Punkt schlägt: Schalt­ge­schwin­dig­keit. GaN-Tran­sis­to­ren schal­ten mit bis zu 1 MHz – beim Fusi­on Core ist genau das die Betriebs­fre­quenz. Was das bedeu­tet: Die tiefs­te Schalt­fre­quenz und alle ihre Ober­wel­len star­ten bei 1 MHz, 2 MHz, 3 MHz – also weit außer­halb des Hör­be­reichs. Kei­ne Arte­fak­te im Audio­band, kei­ne Schalt­fre­quenz-Ein­streu­ung, die irgend­ei­nen Reg­ler oder Opamp beschäf­ti­gen müss­te. Dazu kommt: GaN hat nied­ri­ge­re Schalt­ver­lus­te als Sili­zi­um, was zu weni­ger Wär­me, höhe­rer Effi­zi­enz (~90 %) und bes­se­rer Regel­ge­nau­ig­keit führt – das Netz­teil kann schnel­ler auf Last­wech­sel reagie­ren als ein klas­si­sches SMPS.

Das Ergeb­nis ist ein Rausch­pe­gel unter 1 µV am Aus­gang – ver­gleich­bar mit einem sehr guten Linear­netz­teil, aber in einem Bruch­teil der Grö­ße und mit deut­lich bes­se­rem Wir­kungs­grad. In Kom­bi­na­ti­on mit den SP02-Modu­len dahin­ter, die noch­mal auf 0,8 µVrms fil­tern, hat man eine Ver­sor­gungs­ket­te, die sich tat­säch­lich bat­te­rie­ar­tig ver­hält: DC, sau­ber, ohne mess­ba­re Stör­si­gna­le im Audio­band. Das ist kein Mar­ke­ting­ver­spre­chen, das ist Messtechnik.

War­um ist das Ding so teu­er? Das Fusi­on Core kos­tet als sepa­ra­tes Upgrade rund 900 USD – für ein Netz­teil, das zunächst nach viel Geld für wenig Hard­ware klingt. Die Grün­de: GaN-Halb­lei­ter sind in der Her­stel­lung deut­lich kom­ple­xer als Sili­zi­um, die Gate-Dri­ver-Schal­tung für GaN erfor­dert prä­zi­se­res Engi­nee­ring, und Bur­son hat das Fusi­on Core nicht aus einem Stan­dard-Lap­top-Netz­teil abge­lei­tet, son­dern spe­zi­fisch für ihre Ver­stär­ker ent­wi­ckelt – mit defi­nier­ter Aus­gangs­span­nung, eige­nem Locking-Ste­cker und dem Rausch­pe­gel als pri­mä­rem Design­ziel statt dem Preis. Das erklärt einen Teil des Auf­prei­ses. Den Rest erklärt die schlich­te Tat­sa­che, dass Netz­tei­le auf die­sem Niveau in klei­nen Stück­zah­len pro­du­ziert wer­den und die Bau­teil­kos­ten ent­spre­chend sind.

Wer den Bur­son Soloist Stel­lar Max kauft, bekommt den Fusi­on Core inklu­si­ve. Wer mit der Delu­xe-Vari­an­te star­tet, kann es sepa­rat nach­rüs­ten – und wird den Unter­schied hören.

V7 Vivid Pro Opamps – was Opamps sind, warum sie klingen, und warum du sie hier tauschen kannst

Ope­ra­ti­ons­ver­stär­ker – kurz Opamps – sind die unsicht­ba­ren Arbeits­tie­re ana­lo­ger Audio­tech­nik. Sie sit­zen in der Ein­gangs-Buf­fer-Stu­fe, in der Ver­stär­kungs­re­ge­lung, manch­mal in der Aus­gangs­stu­fe – über­all dort, wo ein ana­lo­ges Signal ver­ar­bei­tet, gepuf­fert oder geformt wer­den muss. In einem Kopf­hö­rer­ver­stär­ker die­ser Klas­se sind sie buch­stäb­lich im Signal­pfad: Was da drin steckt, beein­flusst direkt, was du hörst.

Die meis­ten Her­stel­ler – auch im geho­be­nen Preis­seg­ment – ver­bau­en IC-Opamps: klei­ne schwar­ze Chips, in denen Tran­sis­to­ren, Wider­stän­de und Kon­den­sa­to­ren auf einem win­zi­gen Sili­zi­um­kris­tall inte­griert sind. Das Gute dar­an: extrem kom­pakt, güns­tig, repro­du­zier­bar. Das Pro­blem: Die Inte­gra­ti­on auf einem Die hat phy­si­ka­li­sche Gren­zen. Strom­lie­fer­fä­hig­keit, Wär­me­sprei­zung, Signal­pf­ad­län­ge – all das ist im IC-Opamp kom­pro­miss­be­haf­tet, weil alles auf engs­tem Raum zusam­men­ge­drängt ist. Klas­si­ker wie der NE5532 kos­ten im Cent-Bereich und ste­cken in mehr HiFi-Gerä­ten, als man den­ken wür­de – auch in Gerä­ten jen­seits der 1.000 €, bei denen man es nicht erwar­ten würde.

Bes­se­re IC-Opamps wie der OPA2134 oder LME49720 lie­gen in einer ande­ren Liga und klin­gen hör­bar anders – aber sie blei­ben IC-Opamps mit den­sel­ben kon­struk­ti­ons­be­ding­ten Einschränkungen.

Dis­kre­te Opamps lösen das Pro­blem auf eine ande­re Art: Statt alles auf einem Chip zu inte­grie­ren, wer­den ein­zel­ne Tran­sis­to­ren, Wider­stän­de und Kon­den­sa­to­ren auf einer klei­nen Minia­tur-Pla­ti­ne auf­ge­baut – grö­ßer als ein IC-Chip, aber immer noch klein genug, um in einen Stan­dard-DIP-8-Sockel zu pas­sen. Das bedeu­tet: kei­ne Die-Grö­ßen-Kom­pro­mis­se, grö­ße­re Tran­sis­to­ren, mehr Strom, bes­se­re Wär­me­ab­fuhr, kür­ze­re und sau­be­re­re Signal­pfa­de. Bur­son macht das seit zwan­zig Jah­ren und ist damit zu einem der weni­gen Her­stel­ler gewor­den, die die­ses Kon­zept kom­mer­zi­ell durch­ge­zo­gen haben.

Die V7 Vivid Pro sind Bur­sons aktu­el­ler Flag­ship-Opamp – sieb­te Gene­ra­ti­on, voll­stän­dig dis­kret, Class‑A, mit 8‑lagiger Pla­ti­ne im Inne­ren und einem gefräs­ten Alu­mi­ni­um­ge­häu­se als Heats­ink. Die Cha­rak­te­ri­sie­rung: maxi­ma­le Klar­heit, Geschwin­dig­keit, Trans­pa­renz, schnel­le Tran­si­en­ten. Kein wei­cher Schlei­er, kein Eupho­nie-Fil­ter – der V7 Vivid Pro zeigt dir, was in der Quel­le und im Rest des Geräts steckt. Als Pen­dant dazu gibt es den V7 Clas­sic: glei­che Tech­nik, glei­cher Rausch­bo­den, aber mit einer wär­me­ren, geschmei­di­ge­ren Abstim­mung, mehr Kör­per in den Stim­men, etwas mehr Glanz in den Höhen.

Und jetzt kommt der Teil, der den Bur­son Soloist Stel­lar Max von fast allem ande­ren auf dem Markt unter­schei­det: Die Opamps sit­zen in DIP-8-Sockeln und kön­nen getauscht wer­den. Bur­son lie­fert dafür sogar Inbus­schlüs­sel mit und erklärt im Hand­buch, wie das geht. Das ist im High-End-Bereich unge­wöhn­lich bis sel­ten – die meis­ten Her­stel­ler ver­lö­ten ihre Opamps direkt, weil es pro­duk­ti­ons­sei­tig ein­fa­cher ist und weil man kei­ne „Garan­tie­fäl­le durch Bas­te­lei” ris­kie­ren will. Bur­son dreht das bewusst um: Opamp-Tausch ist aus­drück­lich erwünscht.

Was das in der Pra­xis bedeu­tet, zeigt das Head-Fi-Forum ein­drucks­voll. Dort hat sich rund um den Bur­son Soloist Stel­lar Max bereits eine akti­ve Opamp-Rol­ling-Com­mu­ni­ty gebil­det. Aus­pro­biert wur­den unter ande­rem Spar­kos Labs SS3602 (dis­kret, JFET-basiert, posi­tiv auf­ge­nom­men – offe­ne­rer Klang, mehr Luft), JFET-basier­te „Oran­ge Dual Opamps” (wär­mer, ent­spann­ter), und pol­ni­sche Muz­ga-Opamps als Geheim­tipp. Inter­es­sant: Wer mit den V7 Vivid Pro out-of-the-box nicht zufrie­den war und sie als „zu line­ar” emp­fand, hat oft durch den Wech­sel auf den V7 Clas­sic oder Dritt­an­bie­ter-Opamps genau den Sound gefun­den, den er such­te – und mit Fusi­on Core dazu noch­mal eine ande­re Klang­far­be erlebt. Opamp-Rol­ling funk­tio­niert beim Stel­lar wie Röh­ren­tausch bei einem Röh­ren­ver­stär­ker: glei­ches Gerät, ande­re Persönlichkeit.

War­um trotz­dem mit den V7 Vivid Pro anfan­gen? Weil sie zum Rest des Geräts pas­sen. Der Bur­son Soloist Stel­lar Max hat von Haus aus eine leicht war­me, aber sehr detail­lier­te Class-A-Signa­tur – die V7 Vivid Pro ergän­zen das mit Trans­pa­renz und Schnel­lig­keit, ohne die Wär­me weg­zu­bü­geln. Wer direkt mit einem wär­me­ren Opamp ein­steigt, ris­kiert, die Abstim­mung in eine Rich­tung zu schie­ben, die am Ende mehr schmei­chelt als infor­miert. Der Vivid Pro ist der neu­tra­le Aus­gangs­punkt, von dem aus man in alle Rich­tun­gen expe­ri­men­tie­ren kann. Und wer nicht expe­ri­men­tie­ren will, hat mit ihm ohne­hin schon einen der bes­ten Opamps, die man aktu­ell in ein DIP-8-Gerät ste­cken kann.

Spezifikationen Burson Soloist Stellar Max

Spe­zi­fi­ka­ti­onWert
Topo­lo­gieVoll­sym­me­trisch, voll­stän­dig dis­kret, Class‑A FET
Idle-Bias50 W
Haupt­ver­stär­ker4× Onse­mi MJE15032 pro Kanal
Aus­gangs­leis­tung Main HP8 W @ XLR / 4 W @ SE
IEM-Ver­stär­kerTPA6120A2, dedi­zier­ter Pfad
Aus­gangs­leis­tung IEM1 W @ XLR / 0,5 W @ SE
THD+N Haupt­ver­stär­ker< 0,003 %
THD+N IEM-Sek­ti­on< 0,00014 % (TPA6120A2 spec)
Laut­stär­ke­re­ge­lungPGA2320 Resis­tor Lad­der, 0,0004 % THD+N
Strom­fil­te­rung4× Silent Power Modu­le 02 (LT3045, 0,8 µVrms)
Netz­teilBur­son Fusi­on Core, 24 V / 15 A, GaN-basiert, 360 W
Ein­gän­geRCA, 2× XLR (cap­ti­ve)
Aus­gän­geRCA, 2× XLR, 1× Subwoofer-RCA
Kopf­hö­rer-Aus­gän­geXLR‑4, 6,35 mm SE, 3,5 mm Mic-In
Gain-Stu­fen2 (Low/High)
Abmes­sun­gen210 × 200 × 75 mm
Gewicht~5 kg

Höreindrücke – Kopfhörer

Drei Mona­te, knapp acht Stun­den täg­lich. Das ist genug Zeit, um nicht nur die ers­ten Ein­drü­cke zu sam­meln, son­dern auch die Macken zu fin­den. Spoi­ler: Macken sind kei­ne auf­ge­taucht. Statt­des­sen das hier:

Der Hin­ter­grund ist schwarz wie die Nacht. Ich kann das gar nicht oft genug schrei­ben. Selbst mit emp­find­li­chen IEMs am XLR-4-Haupt­aus­gang (wo man eigent­lich nicht hin­ge­hört, dafür gibt’s den IEM-Mode) ist kein Grund­rau­schen wahr­nehm­bar. Im IEM-Mode mit den dafür vor­ge­se­he­nen In-Ears ist es noch­mal eine Liga sauberer.

Die Tona­li­tät ist klas­si­scher Bur­son-Sound: Leicht warm in der Grund­ab­stim­mung, aber hoch­de­tail­liert in der Auf­lö­sung. Das ist kei­ne Röh­ren-Wär­me, kein Soft-Fil­ter, kein Schön­fär­ber – son­dern eine Abstim­mung, die im Hoch­ton nicht ins Sibilan­te kippt und im Mit­tel­ton Stim­men mit Kör­per ste­hen lässt. Wer einen ultra-linea­ren, kli­ni­schen Top­ping-Sound sucht, wird beim Bur­son Soloist Stel­lar Max nicht das Ziel fin­den. Wer dage­gen einen Ver­stär­ker will, an dem man stun­den­lang hören kann, ohne Ermü­dung, ohne Schär­fen, ohne Nerv-Fak­tor, ist hier exakt richtig.

Verum 2 (Planar, 80 Ω)

Mit dem Ver­um 2 habe ich alle vier Musik­bei­spie­le unten gehört. Er ist mein Dai­ly-Dri­ver am Schreib­tisch – ich ken­ne ihn, ich weiß was er kann, und ich weiß sofort wenn ein Amp ihm etwas gibt das er vor­her nicht hatte.

Am Bur­son Soloist Stel­lar Max bekommt der Ver­um 2 vor allem eines: Kon­trol­le. Der Bass bleibt straff, die Mit­ten sor­tie­ren sich sau­ber, der Hoch­ton hat Luft ohne anzu­stren­gen. Was die Musik­bei­spie­le zei­gen – das plas­ti­sche Gitar­ren-Ima­ging bei In Fla­mes, die Sna­re die bei Immi­nence mit­ten im Gehirn sitzt, das Schlag­zeug das bei Lor­na Shore von links nach rechts rollt – das ist der Ver­um 2 am Bur­son Soloist Stel­lar Max. Nicht der Ver­um 2 an irgend­ei­nem Amp.

Der Ver­um 2 ist kein Bass­gi­gant. Aber er macht Druck wenn Druck da ist, und der Bur­son Soloist Stel­lar Max lässt ihn dabei nie ins Schwim­men gera­ten. Bei 45 von 100 auf dem Reg­ler ist noch Luft nach oben – der Amp denkt nicht mal dar­über nach.

Fosi Audio i5 (Planar, 28 Ω)

Der i5 ist auf dem Papier kein anspruchs­vol­ler Kan­di­dat – 28 Ω, 98 dB, gut­mü­tig an fast jeder Quel­le. Aber er gehört zu den Kopf­hö­rern, die mit bes­se­rer Ver­stär­kung spür­bar auf­blü­hen. Am Bur­son Soloist Stel­lar Max: ein stim­mi­ges, gro­ßes Klang­bild mit weni­ger Ecken und Kan­ten, mehr Auto­ri­tät und Kon­trol­le. Mehr Punch im Bass, sor­tier­te­re Mit­ten, mehr Luft in den Höhen. Wer den i5 zu Hau­se hat und das Maxi­mum raus­ho­len will, soll­te ihn an einem Amp die­ser Klas­se hören. Min­des­tens einmal.

SIVGA Luan (Dynamic, 38 Ω)

Der Luan ist der ent­spann­tes­te Kan­di­dat in die­ser Run­de – leicht zu trei­ben, warm abge­stimmt, für lan­ge Ses­si­ons gemacht. Am Bur­son Soloist Stel­lar Max har­mo­niert sei­ne Grund­ab­stim­mung mit Bur­sons leicht war­mer Signa­tur gut: volu­mi­nös aber nicht üppig, Stim­men prä­sent, Bass straff und schnell. Klas­si­sche Schreib­tisch-Kon­fi­gu­ra­ti­on für Aben­de wo man ein­fach nur hören will.

Musikbeispiele

Lorna Shore – „Glenwood”

Das Intro macht sofort klar, womit man es hier zu tun hat. Der Hall liegt groß und luf­tig im Raum, die Gitar­re steht klar im Vor­der­grund, Will Ramos’ Stim­me schiebt sich mit Auto­ri­tät nach vor­ne – und die Büh­ne zieht sich weit in die Brei­te. Ja, das ist auch Pro­duk­ti­on. Aber der Bur­son Soloist Stel­lar Max lässt sie voll­stän­dig ent­fal­ten, statt sie zusammenzudrücken.

Was mich bei die­sem Track am meis­ten beein­druckt: das Ima­ging des Schlag­zeugs. Becken links, Becken rechts, Sna­re in der Mit­te, der kur­ze Fill der über das kom­plet­te Kit rollt – von links nach rechts, Stück für Stück, plas­tisch und dreidimensional.

Lor­na Shore pro­du­ziert mit vie­len Lay­ern – Drums, Gitar­ren, Syn­ths, Samples, Gesang, alles gleich­zei­tig und alles laut. Genau da, wo vie­le Amps anfan­gen Din­ge zu ver­schmie­ren, behält der Bur­son Soloist Stel­lar Max die Über­sicht. Der E‑Bass ist einer von denen, die sich kom­plett ins Gesamt­bild ein­fü­gen – kaum iso­lier­bar, aber spür­bar als Fun­da­ment. Bur­sons war­me Grund­ab­stim­mung tritt bei die­sem Track eher zurück – was bleibt ist Kon­trol­le, Auf­lö­sung und Druck.

Synestia & Disembodied Tyrant – „Winter”

Das Intro öff­net mit einem Cem­ba­lo – zart, fast fra­gil. Kein Zufall: „Win­ter” ist eine Neu­in­ter­pre­ta­ti­on von Vival­dis Kon­zert Nr. 4 aus den Vier Jah­res­zei­ten. Barock­mu­sik trifft Death­co­re, und der Stel­lar lässt bei­de Wel­ten gleich­be­rech­tigt stehen.

Der Bur­son Soloist Stel­lar Max gibt der Gei­ge Raum und Cha­rak­ter, das zar­te Spiel kommt fein raus. Die Span­nung die sich mit den Cho­rä­len auf­baut lan­det ordent­lich, bevor Strei­cher und Fuß­ma­schi­ne über­neh­men. Bei 2:25 drückt das Ding rein ohne Vor­war­nung – Sna­re häm­mert, Dop­pel­bass zieht durch, der Gesang steht mit­ten drin.

Das Schlag­zeug ist wie­der mega Räum­lich: Becken sau­ber und fein auf­ge­löst, aber der Bass drückt ohne Ende. Der Kon­trast zwi­schen dem tie­fen Gewum­mer und dem har­ten, höher gestimm­ten Sna­re-Schlag – der Bur­son Soloist Stel­lar Max ser­viert ihn ohne Umwe­ge. Das Fina­le mit den sehr tie­fen Bass-Drops: so nah wie ich bis­her gekom­men bin. Da ist gleich­zei­tig so viel los, dass ich das noch nie voll­stän­dig sau­ber gehört habe. Am Bur­son Soloist Stel­lar Max kommt man näher ran als an den meis­ten ande­ren Setups.

In Flames – „Stay With Me”

Das Intro trifft sofort. Eine ein­zel­ne Gitar­re, dazu ein paar gezupf­te Bass­no­ten – und der Bur­son Soloist Stel­lar Max macht dar­aus etwas, das mich kurz auf­hor­chen lässt. Die Gitar­re klingt nicht wie aus Kopf­hö­rern. Sie klingt wie jemand, der direkt neben mir sitzt und spielt. Plas­tisch, greif­bar, drei­di­men­sio­nal. Das Ima­ging ist außer­ge­wöhn­lich – die Gitar­re hat eine Posi­ti­on im Raum, kei­ne unge­fäh­re Richtung.

Dann setzt das Schlag­zeug ein. Die Hi-Hat kommt sanft, fast zöger­lich – aber sie klingt echt. Der Sän­ger schiebt sich in die Mit­te der Büh­ne, fast schon in den Raum hin­ein. Bei 3:30 dreht der Song auf – und hier pas­siert etwas Inter­es­san­tes: Ich höre Kom­pres­si­ons­ar­te­fak­te in den Becken. Etwas gequetscht, etwas zu glatt. Das ist kein Feh­ler des Stel­lars. Im Gegen­teil: Er arbei­tet es her­aus. Ein Ver­stär­ker der schön­färbt, wür­de das unter den Tep­pich keh­ren. Der Bur­son Soloist Stel­lar Max tut das nicht. Das ist Ehr­lich­keit, kei­ne Schwäche.

Imminence – „God Fearing Man”

Die­ser Mix ist anders. Fet­ter abge­mischt, mehr Druck, mehr Atmo­sphä­re von der ers­ten Sekun­de an. Der Sän­ger öff­net tief im Hals, die Gei­ge setzt dane­ben an – räum­lich, fein, fast fra­gil. Dann schiebt das Schred­dern rein.

Die Sna­re sitzt mit­ten im Gehirn. Nicht irgend­wo hin­ten – mit­ten drin, auf den Punkt gestimmt, jeder Schlag ein Patsch der nach vor­ne kommt. Das Schlag­zeug umrahmt kom­plett: links, rechts, oben, unten. Dazu das tie­fe Gebrum­me der tie­fen Strei­cher, und dann immer wie­der die­ser Sna­re-Schlag. Der Kon­trast zwi­schen dem Gewum­mer und dem har­ten, höher gestimm­ten Patsch – der Bur­son Soloist Stel­lar Max ser­viert ihn ohne Umwege.

Bei 2:20 kommt der Bass-Drop. Rechts im Ohr sind noch sau­ber die Becken zu hören – fein, klar – wäh­rend der Bass gleich­zei­tig nach vor­ne drückt. Dass bei­des gleich­zei­tig funk­tio­niert, ohne dass sich das eine ins ande­re schiebt, ist das was ich von einem guten Ver­stär­ker erwarte.

Dann der Break­down. Der Gei­gen­bo­gen auf der E‑Gitarre, die­ser Moment, das Cre­scen­do vor­her – ich krie­ge jedes Mal Gän­se­haut. Der Ver­um 2 ist kein Bass­gi­gant, das weiß ich. Aber er macht das hier trotz­dem geil. Und der Bur­son Soloist Stel­lar Max juckt das alles nicht – bei 45 von 100 geht der Kopf­hö­rer ein­fach mit.

Ich freue mich auf Sum­mer­bree­ze. Die­ses Lied live. Das wird brutal.

Höreindrücke – IEMs (IEM-Mode)

Der dedi­zier­te IEM-Modus des Soloist Stel­lar Max ist aktu­ell das Bes­te was ich in die­ser Preis­klas­se und Bau­form ken­ne. Pech­schwar­zer Hin­ter­grund, eigen­stän­di­ger Ver­stär­ker­zweig, genug Regel­weg für jeden Emp­find­lich­keits­grad – das ist kein Bonus-Fea­ture, das ist ein voll­wer­ti­ger zwei­ter Amp im sel­ben Gehäuse.

Kiwi Ears Septet (Hybrid)

Die Sep­tet spie­len auf dem Bur­son Soloist Stel­lar Max neu­tra­ler als von mobi­len DAC/Amp-Com­bos gewohnt. An Smart­phone oder Don­gle klin­gen sie fet­ter, wär­mer. Am Stel­lar kommt das raus was drin ist – und das Sep­tet ist ein hel­le­rer, ana­ly­ti­sche­rer IEM als der Ver­um 2. Das ist kei­ne Kri­tik am Bur­son Soloist Stel­lar Max, das ist Ehrlichkeit.

Bei Stay With Me kommt der Bass kna­cki­ger und prä­zi­ser – jeder Anschlag mit kla­rer Kon­tur. Bei Win­ter fällt im rech­ten Ohr ein Becken-Detail auf das mit dem Ver­um 2 so nicht wahr­nehm­bar war – sehr hoch­auf­lö­send, fast ein Klirren.

Kur­zer Test: Ich schal­te auf den nor­ma­len Kopf­hö­rer-Out­put um. Der Bur­son Soloist Stel­lar Max macht dabei auto­ma­tisch lei­ser – schö­ner Sicher­heits­me­cha­nis­mus. Zurück im Kopf­hö­rer-Mode klingt es semi-iden­tisch, der IEM-Mode wirkt einen Tick schär­fer in den Höhen. S‑Laute kom­men prä­gnan­ter. Ob das der IEM-Mode ist oder der IEM selbst – ich tip­pe auf bei­des. Unterm Strich sind die Sep­tet am Stel­lar deut­lich hel­ler und ana­ly­ti­scher als der Ver­um 2. Wer es wär­mer mag, greift zu einem wär­me­ren DAC davor.

Fosi IM4

Pech­schwar­zer Hin­ter­grund, kein Grund­rau­schen, Laut­stär­ke bei knapp einem Vier­tel des Regel­wegs – der Rest ist Reser­ve. Der IM4 bekommt am IEM-Out des Bur­son Soloist Stel­lar Max das was er ver­dient: einen sau­be­ren, kon­trol­lier­ten Antrieb ohne Kompromisse.

7Hz Timeless II (Planar-IEM, 15,2 Ω)

Der Tim­e­l­ess II ist ein Pla­nar-IEM – und damit genau die Sor­te IEM, die einen dedi­zier­ten Amp auf die Pro­be stellt. Am IEM-Out des Bur­son Soloist Stel­lar Max: abso­lut ruhig, kein Grund­rau­schen, schnell und kon­trol­liert. Das neu­tra­le Tuning mit leicht ange­ho­be­nem Hoch­ton bleibt dabei immer ent­spannt – kei­ne Schär­fe, kein Zischen, nur Auflösung.

Burson Soloist Stellar Max als Vorstufe

Kur­zer Abste­cher: Der Bur­son Soloist Stel­lar Max funk­tio­niert auch als Vor­stu­fe für mei­ne Bur­son Time­kee­per GT4 Max Mono­blö­cke an den Are­nd­al 1723 Towern. Ergeb­nis: tadel­los. Klang­lich näher am Bypass als an einer fär­ben­den Vor­stu­fe – Bur­son-typisch leicht warm, mit groß­zü­gig dimen­sio­nier­tem Raum und straf­fer Bass­kon­trol­le. Der Sub­woo­fer-Out an der Rück­sei­te macht ein 2.1‑Setup aus­drück­lich möglich.

Einordnung

Knapp 3.000 Euro für einen Kopf­hö­rer­ver­stär­ker. Das klingt nach viel – und das ist es auch. Aber mal ehr­lich: Was kommt da noch? Nach oben hin wird die Luft dünn. Der Soloist Voy­a­ger, ein paar ultra-exo­ti­sche Ein­zel­stü­cke, fer­tig. Wer den Bur­son-Sound kennt und liebt, dem stellt sich die Fra­ge eigent­lich nicht mehr lange.

Offi­zi­ell posi­tio­niert Bur­son den Bur­son Soloist Stel­lar Max unter­halb der Grand-Tou­rer-Serie. In der Pra­xis teilt er sei­ne Kern-DNA mit GT4 und Voy­a­ger. Alle Reviews die ich ken­ne lan­den über­ein­stim­mend bei 85–90 % vom Voy­a­ger-Sound – zur knapp hal­ben Prei­ses. Das deckt sich mit mei­nem Ein­druck nach drei Mona­ten täg­li­chem Betrieb.

Wo der Bur­son Soloist Stel­lar Max klar bes­ser ist als die meis­ten Kon­kur­ren­ten in die­ser Klas­se: der dedi­zier­te IEM-Modus. Den hat selbst der Voy­a­ger so nicht. Wer alles am sel­ben Ver­stär­ker spie­len will – von ultra-emp­find­li­chen IEMs bis zum leis­tungs­hung­ri­gen Pla­nar – bekommt hier das aktu­ell fle­xi­bels­te Werk­zeug am Markt.

Die Ver­ar­bei­tung lässt kei­nen Zwei­fel dar­an, wo das Geld hin­ge­gan­gen ist. Fünf Kilo pures Metall. Laut­stär­ke­re­ge­lung und Hap­tik tadel­los. Und die Fern­be­die­nung – die ist weni­ger Fern­be­die­nung als Schlag­ring. Mas­siv, schwer, gefühlt zwei­hun­dert bis drei­hun­dert Gramm Alu­mi­ni­um in der Hand. Die Knöp­fe klap­pern leicht, Metall auf Metall – das kennt man von allen Bur­son-Fern­be­die­nun­gen. Stört mich nicht, sie liegt ohne­hin auf dem Mother­ship auf dem Schreibtisch.

Was mich nach drei Mona­ten am meis­ten über­zeugt: Der Bur­son Soloist Stel­lar Max lässt mich in die See­le jedes DACs rein­gu­cken. Er ist so trans­pa­rent, dass ich sofort höre was eine Quel­le kann und was nicht. Das macht ihn zum per­fek­ten Refe­renz­ver­stär­ker – wenn mir jemand einen DAC zum Test schickt, kommt der Bur­son dran.

Und gleich­zei­tig mer­ke ich: Mit mei­ner eige­nen DAC-Ket­te bin ich noch nicht am Ende. Der Bur­son Soloist Stel­lar Max zeigt mir dass da noch was geht. R2R will ich aus­pro­bie­ren, wär­me­re Quel­len auch. Ich weiß dass ich ESS-Chips mag – clea­ner, ana­ly­ti­scher – aber in Kom­bi­na­ti­on mit dem Bur­son der etwas Wär­me mit­bringt. Das Kapi­tel ist noch nicht abgeschlossen.

Ein direk­ter Ver­gleich mit dem Soloist Voy­a­ger folgt in einem sepa­ra­ten Artikel.

Fazit

Drei Mona­te, knapp acht Stun­den täg­lich. Ich habe Metal gehört, Fil­me geschaut, DACs getes­tet, IEMs gewech­selt, Opamps ver­gli­chen. Der Bur­son Soloist Stel­lar Max stand die gan­ze Zeit da und hat ein­fach gemacht was er soll – ohne Dra­ma, ohne Aus­set­zer, ohne den Moment wo ich dach­te: da nervt mich was.

Was bleibt: Gän­se­haut bei God Fea­ring Man. Die Gitar­re bei Stay With Me die klingt als wür­de jemand neben mir sit­zen und spie­len. Vival­dis Gei­ge die aus einem Death­co­re-Intro auf­taucht und trotz­dem Sinn ergibt. Klei­ne Momen­te, die nur dann pas­sie­ren, wenn ein Ver­stär­ker wirk­lich aus dem Weg geht und die Musik lässt.

Das ist die Stär­ke die­ses Geräts. Der Bur­son Soloist Stel­lar Max ist so trans­pa­rent, so ehr­lich, dass ich durch ihn hin­durch in die Quel­le rein­hö­re. Er wird mein Refe­renz-Amp für jeden DAC der hier lan­det – weil er mir sofort zeigt was drin steckt. Und gleich­zei­tig zeigt er mir, dass ich mit mei­ner eige­nen DAC-Ket­te noch nicht am Ende bin. R2R will ich aus­pro­bie­ren, wär­me­re Quel­len auch. Ich weiß dass ich ESS-Chips mag – clea­ner, ana­ly­ti­scher – aber in Kom­bi­na­ti­on mit dem Bur­son der etwas Wär­me mit­bringt. Das Kapi­tel ist noch nicht abgeschlossen.

Wer den Bur­son-Sound kennt und liebt: Was soll hier ver­kehrt lau­fen? Fünf Kilo Alu­mi­ni­um, 8 W Class‑A, ein IEM-Modus der sei­nes­glei­chen sucht, Opamps die man tau­schen kann, eine Fern­be­die­nung die schwe­rer ist als man­che DACs. Für knapp unter 3.000 € kommt da nach oben hin nicht mehr viel.

Der Soloist Voy­a­ger folgt irgend­wann – dann wer­den wir sehen ob das Dop­pel­te das Dop­pel­te wert ist. Bis dahin bleibt der Bur­son Soloist Stel­lar Max auf dem Mother­ship. Und ich freue mich auf Summerbreeze.

HiFiGeek Award

Referenz-Equipment (zum Testzeitpunkt)

Quel­lenEver­so­lo DMP-A6, Mac­Book Pro M4 Max
DACsFosi Audio ZD3, ZH3, S3 Streamer
Kopf­hö­rer­ver­stär­kerBur­son Soloist Stel­lar Max, Bur­son Con­duc­tor GT4 Deluxe
End­stu­fenBur­son Time­kee­per GT4 Max
Kopf­hö­rerVer­um 2, Fosi Audio i5, SIVGA Luan
IEMsFosi IM4, Kiwi Ears Sep­tet, 7Hz Tim­e­l­ess II
Laut­spre­cherAmphion Argon 3S, Are­nd­al 1723 Tower THX
Sub­woo­ferSVS SB‑5000
RacksBur­son Mother­ship 01, Qua­draspi­re SV3T
KabelRica­ble Deda­lus, WBC
Klang
9.5
Leis­tung & Kon­trol­le / Dyna­mik & Reserven
9.4
Ver­ar­bei­tung & Design
9.3
Aus­stat­tung & Praxisnutzen
9.5
Mess­wer­te & tech­ni­sche Umsetzung
9.4
Preis/Leistung
9.3
Pros
Bur­son-typi­scher Klang in Best­form: leicht warm, hoch­de­tail­liert, pech­schwar­zer Hin­ter­grund, lang­zeit­taug­lich ohne Ermüdung.
Dedi­zier­ter IEM-Modus mit eige­nem TPA6120A2-Ver­stär­ker­zweig – aktu­ell das Bes­te in die­ser Preis­klas­se und Bauform.
8 W voll­sym­me­tri­sche Class‑A am XLR‑4 trei­ben auch schwie­ri­ge Pla­na­re souverän.
Hoch­wer­ti­ge Strom­ver­sor­gung: Fusi­on Core, vier SP02-Modu­le, 50 W Idle-Bias.
Dual PGA2320 Resis­tor-Lad­der mit per­fek­ter Kanal­gleich­heit und cus­tom Volume-Kurve.
Vier sinn­vol­le Betriebs­mo­di plus sepa­ra­te Balance-Controls.
Tausch­ba­re V7 Vivid Pro Opamps für Tuning-Experimente.
Kom­pak­te Bau­form auf High-End-Niveau.
Alu­mi­ni­um-Fern­be­die­nung – mas­siv, wer­tig, ein Schlagring.
Cons
Kein 4,4 mm Pen­t­a­conn an der Front.
Gehäu­se wird im Dau­er­be­trieb deut­lich warm – Belüf­tung muss frei bleiben.
Auto-Off ab Werk aktiv – ein­ma­lig deak­ti­vie­ren für Dauerbetrieb.
Exter­nes Netz­teil bedeu­tet zwei Gerä­te auf dem Schreibtisch.
9.4
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