Orchard Audio Valencia seitlich auf die Front mit eingestecktem XLR-Kabel und Verum 2 Kopfhörer

Orchard Audio Valencia – Simple Idee, brutale Leistung, kein Klang‑Voodoo

Der Orchard Audio Valen­cia ist so ein typi­scher Kan­di­dat, der auf dem Papier fast schon zu gut aus­sieht, um span­nend zu sein – bis man sich mit dem Ding beschäf­tigt und merkt: hier steckt schlicht rich­tig viel durch­dach­te Inge­nieurs­ar­beit in einem unspek­ta­ku­lä­ren, aber extrem ernst gemein­ten Kopf­hö­rer­ver­stär­ker. Kein Schnick­schnack, kei­ne Spie­le­rei­en – nur Strom, ein fes­ter Gain und ein Ent­wick­ler, der offen­sicht­lich genau weiß, was er da tut.

Dis­clai­mer: Der Orchard Audio Valen­cia wur­de mir für die­sen Test kos­ten­los zur Ver­fü­gung gestellt . Es gab kei­ne Vor­ga­ben zum Inhalt, kei­ne Bezah­lung für die­sen Arti­kel und kei­ne Ein­fluss­nah­me auf mei­ne Mei­nung. Alle Ein­drü­cke spie­geln aus­schließ­lich mei­ne per­sön­li­che Erfah­rung mit dem Gerät in mei­ner eige­nen Ket­te wider.

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Orchard Audio – vom Wohnzimmer zur Manufaktur

Orchard Audio ist kein anony­mer Brand aus irgend­ei­nem asia­ti­schen OEM‑Katalog, son­dern im Kern eine One‑Man‑Show von Leo­nid „Leo“ Ayzensh­tat, der vor­her für Namen wie NASA, Lock­heed Mar­tin, L3 und Sie­mens ent­wi­ckelt hat. Ursprüng­lich hat er „nur“ eine Anla­ge für sein eige­nes Wohn­zim­mer gebaut – die kam bei Besu­chern so gut an, dass dar­aus 2017 Orchard Audio ent­stand. Die Grund­idee: High‑End‑Technik und Mess­wer­te auf Referenz‑Niveau, aber in Gerä­ten, die sich nor­ma­le Men­schen noch leis­ten kön­nen und die ohne Marketing‑Ballast auskommen.

Leo beschreibt sei­ne Phi­lo­so­phie gern mit dem da‑Vinci‑Zitat „Sim­pli­ci­ty is the ulti­ma­te sophisti­ca­ti­on“ – jedes Teil soll eine Funk­ti­on haben, Über­flüs­si­ges wird weg­ge­las­sen, und alles ist auf Mess‑Performance und Stör­ar­mut getrimmt. Sei­ne Erfah­rung aus der Luft‑ und Raum­fahrt prägt das deut­lich: effi­zi­en­te, sau­be­re Schal­tun­gen statt „audio­phi­lem“ Voo­doo, dazu viel Augen­merk auf Lay­out, Rausch­ab­stand und Ver­zer­run­gen. Was ihn antreibt, wird in Inter­views schnell klar: Er will den „Dollar‑zu‑Performance‑Faktor“ maxi­mie­ren – sprich, du sollst für dein Geld mög­lichst viel ech­te Per­for­mance bekom­men, ohne dafür fan­cy Mar­ken­auf­schlä­ge zu zah­len. Aus die­ser Hal­tung sind erst die GaN‑Endstufen (Star­krims­on & Co.) ent­stan­den, die sogar Prei­se von The Abso­lu­te Sound ein­ge­sam­melt haben, und danach Gerä­te wie der Orchard Audio Valen­cia, der die­se Den­ke in die Kopfhörer‑Welt überträgt.

Kollaboration mit Z Reviews – Feedback statt Elfenbeinturm

Span­nend am Orchard Audio Valen­cia ist außer­dem, dass er nicht im stil­len Käm­mer­lein ent­stan­den ist, son­dern als gemein­sa­mes Pro­jekt von Orchard Audio und Z Reviews. Leo hat sehr kon­kret Feed­back von außen auf­ge­nom­men – etwa den Wunsch nach bru­tal viel Leis­tung, mess­bar sau­be­rer Per­for­mance und einem mög­lichst puris­ti­schen „Head­pho­ne Power Amp“ ohne Schnick­schnack – und genau das in Schal­tung und Kon­zept über­setzt. Ich fin­de das grund­sätz­lich posi­tiv: Gera­de klei­ne Her­stel­ler pro­fi­tie­ren davon, wenn nicht nur die eige­ne Inge­nieurs­bla­se ent­schei­det, wie ein Pro­dukt am Ende aus­sieht, son­dern auch Erfah­run­gen und Wün­sche aus der Pra­xis mit einfließen.

Was ist der Orchard Audio Valencia?

Der Orchard Audio Valen­cia ist ein voll­sym­me­tri­scher, ana­lo­ger Class‑AB‑Kopfhörerverstärker, der gleich­zei­tig als klei­ner Leis­tungs­amp für sehr wir­kungs­grad­star­ke Laut­spre­cher oder Nahfeld‑Setups her­hal­ten kann. Kern­bot­schaft: mas­siv viel Leis­tung, extrem nied­ri­ge Ver­zer­run­gen und ein Rausch­ab­stand, der sich eher nach Mess­la­bor als nach HiFi‑Rack anhört. Dabei bleibt der Auf­bau bewusst sim­pel – fes­ter Gain von 14 dB, kei­ne DSP‑Spielereien, kei­ne Filter‑Zirkusnummern, son­dern ein klar defi­nier­ter, breit­ban­di­ger Ver­stär­ker mit Fokus auf Neutralität.

Die kom­plet­te Signal­ver­ar­bei­tung im Orchard Audio Valen­cia ist voll­sym­me­trisch aus­ge­führt – vom Ein­gang über die Ver­stär­ker­stu­fen bis zum 4‑Pin‑XLR‑Ausgang und den Laut­spre­cher­ter­mi­nals – mit ent­spre­chend hohem Stör­ab­stand und sehr nied­ri­ger Aus­gangs­im­pe­danz. Leo setzt intern Neotech‑OCC‑Verkabelung zum Kopf­hö­rer­aus­gang ein und ver­passt jedem Kanal eine eige­ne linea­re Span­nungs­re­ge­lung, um Kanal­tren­nung und Ruhe im Hin­ter­grund noch ein­mal zu pushen.

Technische Daten & Messwerte

Orchard Audio ist ange­nehm offen, was Mess­wer­te angeht, und stellt sehr detail­lier­te Daten und Mess­dia­gram­me zum Orchard Audio Valen­cia zur Ver­fü­gung. Ein Über­blick über die wich­ti­gen Eckpunkte:

Allgemeine Daten

  • Ver­stär­kung: 14 dB fest
  • Fre­quenz­gang: DC bis über 100 kHz (prak­tisch schnur­ge­ra­de im Hörbereich)
  • Ein­gangs­im­pe­danz: 44 kΩ – damit unkri­tisch für die meis­ten DACs und Preamps
  • Aus­gangs­im­pe­danz: unter 0,02 Ω von 20 Hz bis 20 kHz – prak­tisch ide­al für Kon­trol­le über den Trei­ber und mini­ma­le Inter­ak­ti­on mit der Impe­danz­kur­ve des Kopfhörers
  • Maxi­ma­le Aus­gangs­strom­stär­ke: 1,2 A

Leistung

Die Leis­tungs­an­ga­ben sind für einen Kopf­hö­rer­ver­stär­ker eher in der Kate­go­rie „klei­ne End­stu­fe“ angesiedelt:

  • 0,81 W RMS / 1,62 W Peak @ 600 Ω.
  • 1,62 W RMS / 3,24 W Peak @ 300 Ω.
  • 3,24 W RMS / 6,48 W Peak @ 150 Ω.
  • 7,5 W RMS / 15 W Peak @ 64 Ω.
  • 17 W RMS / 34 W Peak @ 32 Ω.
  • 10 W RMS / 20 W Peak @ 16 Ω.
  • 7 W RMS / 14 W Peak @ 8 Ω.

Das ist mehr als genug für prak­tisch jeden dyna­mi­schen Kopf­hö­rer und einen gro­ßen Teil der Magne­tosta­ten – selbst rich­tig hung­ri­ge Pla­nars wer­den hier an ihre mecha­ni­schen Gren­zen kom­men, lan­ge bevor dem Orchard Audio Valen­cia die Luft ausgeht.

Rauschen und Verzerrungen

Orchard Audio spe­zi­fi­ziert den Orchard Audio Valen­cia für 20 Hz bis 20 kHz mit beein­dru­cken­den Werten:

  • Rausch­ab­stand (SNR, A‑gewichtet):
    • 134 dB bei 600 Ω, 300 Ω, 150 Ω und 64 Ω.
    • 132 dB bei 32 Ω.
    • 129 dB bei 16 Ω.
    • 123 dB bei 8 Ω.
  • Resi­du­al­rau­schen: 4,4 µV (A‑gewichtet, 22 kHz Band­brei­te), ent­spre­chend Femto‑Watt‑Bereich an typi­schen Kopfhörerimpedanzen.
  • THD+N: jeweils unter 0,1% bei Nenn­leis­tung in den jewei­li­gen Impe­dan­zen, mit deut­lich bes­se­ren Wer­ten im pra­xis­na­hen Leis­tungs­be­reich; unab­hän­gi­ge Mes­sun­gen kom­men auf etwa 117 dB SINAD bei 1 kHz und 4 V an 32 Ω.

Kurz gesagt: Der Orchard Audio Valen­cia spielt mess­tech­nisch in einer Liga, in der Ver­stär­ker farb­lich nicht mehr auf­fal­len soll­ten – er ist eher Werk­zeug als Klangmöbel.

Aufbau, Anschlüsse und Bedienung

Optisch bleibt der Orchard Audio Valen­cia eher zurück­hal­tend: ein kom­pak­tes, recht schlich­tes Alu­mi­ni­um­ge­häu­se mit auf­ge­räum­ter Front – kein Luxus‑Bling, aber soli­de gemacht. Vorn sitzt ein Ein-Aus-Schal­ter, ein 4‑Pin‑XLR für sym­me­tri­sche Kopf­hö­rer; der Fokus liegt klar auf Balanced‑Betrieb.

Hin­ten gibt es sym­me­tri­sche XLR‑Eingänge sowie Laut­spre­cher­ter­mi­nals für den Ein­satz als klei­ner Leis­tungs­ver­stär­ker. Dass er an 8 Ω immer noch 7 W RMS lie­fert, macht ihn z.B. für hoch­wer­ti­ge Desktop‑Monitore oder Hör­ner inter­es­sant, aber im Mit­tel­punkt steht der Orchard Audio Valen­cia klar als Headamp.

Die Bedie­nung ist dem­entspre­chend unspek­ta­ku­lär: Ein­schal­ten, Quel­le anschlie­ßen, Laut­stär­ke regeln, fer­tig. Kein Gain‑Schalter, kei­ne Fil­ter, kei­ne „Spa­tia­li­zer“ oder sons­ti­ge Fea­tures – Leo ver­traut dar­auf, dass dein DAC und dei­ne Quel­le den Rest erle­di­gen und der Ver­stär­ker selbst ein­fach so trans­pa­rent wie mög­lich ver­stär­ken soll. Das bedeu­tet im Umkehr­schluss aber auch: Wer mit extrem emp­find­li­chen In‑Ears unter­wegs ist oder sehr hei­ße Quel­len nutzt, soll­te sich bewusst sein, dass die Fein­do­sie­rung dann pri­mär über das Front­end pas­siert und nicht über ver­schie­de­ne Gain‑Stufen am Amp.

Klangcharakter und Performance

Rein von den Zah­len her posi­tio­niert sich der Orchard Audio Valen­cia in der „wire with gain“-Fraktion: extrem nied­ri­ge Ver­zer­run­gen, sehr nied­ri­ge Aus­gangs­im­pe­danz, hoher Rausch­ab­stand und breit­ban­di­ger Fre­quenz­gang spre­chen für einen Ver­stär­ker, der sich tonal im Ide­al­fall gar nicht bemerk­bar macht. Der Orchard Audio Valen­cia spielt neu­tral, kon­trol­liert und sehr sau­ber – er legt nichts drauf, nimmt nichts weg und kon­zen­triert sich dar­auf, die Trei­ber prä­zi­se im Griff zu behalten.

Die enor­me Leis­tungs­re­ser­ve hilft vor allem bei dyna­mi­schen Peaks und bei Kopf­hö­rern, die im Bass­be­reich rich­tig Strom ver­lan­gen – auch bei nied­ri­gen Impe­dan­zen bleibt genug Head­room, ohne dass der Ver­stär­ker hör­bar ins Schwit­zen kommt. Zusam­men mit dem sehr nied­ri­gen Rau­schen führt das dazu, dass der Orchard Audio Valen­cia sowohl mit emp­find­li­chen In‑Ears als auch mit gro­ßen Pla­nars eine sehr ruhi­ge, schwar­ze Büh­ne bie­tet, sofern die Laut­stär­ke­re­ge­lung vor­ne dran (am DAC oder Pre-Amp) fein genug arbei­ten kann. Stich­wor­te wie „Kon­trol­le“, „Trans­pa­renz“ und „Anstren­gungs­lo­sig­keit“ kom­men einem in den Sinn – also genau das, was man von einem star­ken, mess­tech­nisch sau­be­ren Hea­damp erwar­tet, der nicht ver­sucht, sich mit einem eige­nen Klang­stem­pel inter­es­sant zu machen. Wenn du Gerä­te magst, die eher wie ein Werk­zeug als wie ein Sounding‑Tool agie­ren, passt der Orchard Audio Valen­cia ziem­lich gut in die­ses Raster.

Hörbeispiele aus der Praxis

Natür­lich habe ich wie­der mit mei­ner Metal‑Referenz‑Playlist bei Qobuz gear­bei­tet – plus der übli­chen Mes­se­mu­sik, die ich für neue Gerä­te immer her­an­zie­he. Gleich­zei­tig lief der Valen­cia jetzt gut sechs Wochen im ganz nor­ma­len Office‑Alltag und war damit im Schnitt locker acht bis zehn Stun­den am Tag im Ein­satz. Eigent­lich wür­de ich an die­ser Stel­le gern kon­kre­te Hör­bei­spie­le nen­nen, aber ich glau­be, das wird dem Valen­cia nicht wirk­lich gerecht. Er ist eher das Werk­zeug, das man sucht, wenn man den Ver­stär­ker als Ein­fluss­grö­ße mög­lichst aus­klam­mern möch­te. Der Valen­cia ist das Gerät, das dich in den Rest dei­ner Ket­te hin­ein­hor­chen lässt – qua­si das Ste­tho­skop für dein Setup.

Ich hat­te unter ande­rem mei­nen Ver­um 2 und den Fosi Audio i5 am Valen­cia hän­gen. Gera­de, wenn man auf Wohl­fühl­laut­stär­ke geht – und damit mei­ne ich nicht flüs­ter­lei­se, son­dern auch mal rich­tig kna­cken las­sen – merkt man, dass er die Kopf­hö­rer wirk­lich im Griff hat. Er kon­trol­liert die Trei­ber und gibt ihnen genau die Ener­gie, die sie brau­chen, um noch die­ses letz­te Quänt­chen Per­for­mance aus sich her­aus­zu­ho­len. Schön ist auch, dass der Valen­cia sau­ber mit der Quel­le ska­liert: Machst du irgend­wo in der Ket­te ein Upgrade, legt der Amp ein­fach mit zu, statt zum Fla­schen­hals zu wer­den. Wenn man nicht gera­de alle paar Mona­te aus Prin­zip den Ver­stär­ker wech­seln will, kann der Valen­cia am Ende sehr gut der letz­te Head‑Amp sein, den man kauft.

Designphilosophie im Kontext

Span­nend am Orchard Audio Valen­cia ist weni­ger, dass er „gut“ ist – das sind vie­le ande­re Ver­stär­ker auch –, son­dern wie strin­gent Leo sei­ne Phi­lo­so­phie durch­zieht. Sei­ne Ziel­set­zung ist es, sehr hohe Mess‑Performance zu errei­chen, weil er davon aus­geht, dass sich das unmit­tel­bar in sub­jek­tiv „guten“ Ergeb­nis­sen nie­der­schlägt. Die­se Hal­tung sieht man bei sei­nen GaN‑Endstufen genau­so wie beim Orchard Audio Valen­cia: mög­lichst linea­re, rausch­ar­me Ver­stär­kung mit effi­zi­en­tem Auf­bau statt „Klang­tu­ning“ über absicht­li­che Unsauberkeiten.

Dass er aus dem Aerospace‑Bereich kommt, merkt man an Din­gen wie der kon­se­quen­ten sym­me­tri­schen Aus­le­gung, der sau­be­ren Ver­sor­gung mit getrenn­ten linea­ren Reg­lern pro Kanal und dem Fokus auf Stör­ab­stand und Effi­zi­enz, anstatt etwa auf exo­ti­sche Bau­tei­le für Mar­ke­ting­zwe­cke. Gleich­zei­tig betont er immer wie­der, dass sei­ne Gerä­te bezahl­bar blei­ben sol­len – er ver­zich­tet bewusst auf auf­ge­bla­se­nes Bran­ding und inves­tiert das Bud­get lie­ber in Schal­tung und Bau­tei­le. Die Geschich­te vom Wohnzimmer‑Projekt zur klei­nen Manu­fak­tur spie­gelt sich im Orchard Audio Valen­cia ziem­lich gut wider: Das ist kein Lifestyle‑Produkt, son­dern ein sehr direkt gedach­tes Werk­zeug für Leu­te, die ein­fach einen sta­bi­len, kräf­ti­gen und neu­tra­len Kopf­hö­rer­ver­stär­ker suchen, ohne sich durch Funk­ti­ons­lis­ten scrol­len zu müssen.

Für wen ist der Orchard Audio Valencia interessant?

Der Orchard Audio Valen­cia rich­tet sich klar an Nut­zer, die:

  • einen sehr leis­tungs­star­ken, neu­tra­len Kopf­hö­rer­ver­stär­ker mit sym­me­tri­schem Fokus suchen;
  • Wert auf mess­ba­re Per­for­mance legen (hoher SINAD, extrem nied­ri­ge Aus­gangs­im­pe­danz, sehr gutes SNR);
  • Planar‑Magnetostaten oder gene­rell anspruchs­vol­le Kopf­hö­rer betrei­ben möch­ten, ohne stän­dig an Gain‑Grenzen zu stoßen;
  • eher Puris­ten sind, denen ein sau­be­res, ordent­lich gemach­tes Gerät wich­ti­ger ist als Fea­tures wie DSP, Cross­feed oder inte­grier­ter DAC.

Wenn du gern zwi­schen meh­re­ren Gains schal­test, Fil­ter aus­pro­bierst oder ein All‑in‑One suchst, bist du hier falsch – der Orchard Audio Valen­cia ist bewusst fokus­siert. Wenn du aber einen „Set and forget“-Headamp willst, der ein­fach Leis­tung und Kon­trol­le lie­fert, passt er sehr gut in die­ses Raster.

Preis, Innenleben und das mulmige Gefühl im Hinterkopf

Ein Punkt, der mich beim Orchard Audio Valen­cia nicht ganz los­lässt, ist der Preis im Ver­hält­nis zu dem, wie „unspek­ta­ku­lär“ das Gerät von innen wirkt. Öff­net man das Gerät, sieht man für einen rund 2.000‑Dollar‑Amp erst ein­mal erstaun­lich viel Luft – ein rela­tiv kla­res, auf­ge­räum­tes Lay­out, dazu natür­lich eine Men­ge OPA1622‑Op‑Amps und ein ordent­li­ches Gehäu­se. Rein tech­nisch und mess­tech­nisch lie­fert der Orchard Audio Valen­cia abso­lut ab, kei­ne Fra­ge, trotz­dem bleibt bei mir die­ses leich­te „hm… dafür so viel Geld?“-Gefühl im Hin­ter­kopf. Das trübt den ins­ge­samt sehr posi­ti­ven Ein­druck ein biss­chen, gera­de wenn man das Gerät eher nüch­tern als Werk­zeug sieht und weni­ger als Liebhaber‑Projekt eines klei­nen Her­stel­lers. Auf der ande­ren Sei­te muss man fai­rer­wei­se sagen: In so einem Pro­dukt zah­len wir heu­te nicht nur Bau­tei­le, son­dern auch Ent­wick­lungs­zeit, Kleinserien‑Fertigung und eben die sehr kon­se­quen­te Aus­rich­tung auf Mess‑Performance – ob einem das Paket den auf­ge­ru­fe­nen Preis wert ist, ist am Ende eine sehr indi­vi­du­el­le Entscheidung.

Fazit

Der Orchard Audio Valen­cia ist im bes­ten Sin­ne unauf­ge­regt: tech­nisch extrem stark, prak­tisch aus­ge­rich­tet und ohne Bal­last, der im All­tag mehr ablenkt als hilft. Man merkt dem Gerät an, dass es von einem Ent­wick­ler stammt, der aus einer Welt kommt, in der Effi­zi­enz, Relia­bi­li­ty und mess­ba­re Per­for­mance wich­ti­ger sind als „Sto­rytel­ling“ – und genau die­se Sto­ry macht den Orchard Audio Valen­cia dann doch wie­der interessant.

Mit sei­ner Kom­bi­na­ti­on aus voll­sym­me­tri­schem Auf­bau, enor­mer Leis­tung bis 17 W an 32 Ω, extrem nied­ri­ger Aus­gangs­im­pe­danz und SNR‑Werten jen­seits der 130 dB reiht er sich in die Rie­ge der Ver­stär­ker ein, die eher Studio‑Werkzeug als „HiFi‑Schmuck“ sind. Wer genau danach sucht, fin­det im Orchard Audio Valen­cia einen sehr ernst­zu­neh­men­den Hea­damp, der dei­ne Kopf­hö­rer ein­fach machen lässt, wofür sie gebaut wur­den – ohne dass der Ver­stär­ker selbst groß The­ma wird.

Klang
9.2
Leis­tung & Kon­trol­le / Dyna­mik & Reserven
10
Ver­ar­bei­tung & Design
8.3
Aus­stat­tung & Praxisnutzen
6.5
Mess­wer­te & tech­ni­sche Umsetzung
10
Preis/Leistung
8
Pros
Mess­tech­nisch Refe­renz-Niveau (SNR >130 dB, THD+N <0,1%, <0,02 Ω Ausgangsimpedanz)
Enor­me Leis­tungs­re­ser­ven bis 17 W @ 32 Ω – treibt prak­tisch jeden Kopf­hö­rer mühelos
Abso­lut neu­tral und trans­pa­rent – lässt Quel­le und Kopf­hö­rer unver­fälscht durchklingen
Extrem straf­fe Kon­trol­le auch bei anspruchs­vol­len Planars
Laut­los im Betrieb, kei­ne Lüf­ter, hand­warm auch nach Stunden
Ska­liert sau­ber mit Upgrades in der Ket­te – kein Flaschenhals
Soli­de Ver­ar­bei­tung, läuft zuver­läs­sig im Dauereinsatz
Cons
Preis (~2.000 USD) vs. optisch “viel Luft” im Gehäu­se wirkt unausgewogen
Kei­ne Fea­tures: kein DAC, kein varia­bler Gain, kein Cross­feed, kein DSP
Laut­stär­ke­re­ge­lung kom­plett über “Front­end” nötig – braucht sau­be­ren Preamp/DAC
Optisch sehr zurück­hal­tend, eher “Engi­nee­ring” als “Luxus-Appeal”
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