DAC - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de Audio & Heimkino. Ernst genommen. Wed, 15 Jul 2026 07:23:05 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 https://www.hifigeek.de/media/cropped-hifigeek.de-512-32x32.png DAC - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de 32 32 60029611 Matrix Audio TS‑1: Ein Gerät für (fast) alles https://www.hifigeek.de/matrix-audio-ts-1/ https://www.hifigeek.de/matrix-audio-ts-1/#respond Sat, 11 Jul 2026 09:54:45 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=12276 Matrix Audio bringt mit dem Matrix Audio TS‑1 ein Gerät, das gleich drei Rollen übernehmen soll: Netzwerk-Streamer, symmetrischer DAC und Kopfhörerverstärker – in einem einzigen Gehäuse, kaum größer als ein A4-Blatt. Als Nachfolger der Element-M2/I2-Reihe positioniert sich der TS‑1 als “Audio Center” für alle, die nicht mehrere Boxen verkabeln wollen, aber trotzdem nicht auf audiophile Ambitionen verzichten möchten.

Vorab die Einordnung: Uns liegt aktuell kein Testgerät vor. Dieser Artikel ordnet Ausstattung und technisches Konzept ein, basierend auf Herstellerangaben, unserem Hands-On auf der HIGH END Vienna 2026 und veröffentlichten Spezifikationen Dritter – keine eigene Hörerfahrung, kein Test. Sobald wir den TS‑1 selbst in der Redaktion hatten, ergänzen oder ersetzen wir diesen Artikel durch echte Praxiseindrücke.

Für wen ist der Matrix Audio TS‑1 gedacht?

Drei Szenarien, in denen der Matrix Audio TS‑1 laut Konzept seine Stärken ausspielen soll:

  • Desktop-Setup: Ein Gerät zwischen Rechner und Kopfhörer bzw. aktiven Nahfeldmonitoren, ohne separates Interface, separaten DAC und separaten Verstärker.
  • Wohnzimmer/2.1‑System: TS‑1 an ein Paar Aktivlautsprecher plus Subwoofer, dazu HDMI ARC für den Fernseher – ein kompakter Ersatz für klassische AVR-plus-Vorstufen-Kombinationen, sofern kein Mehrkanalton benötigt wird. Über die symmetrischen XLR-Ausgänge lässt sich der TS‑1 aber genauso als reine Vorstufe vor eine externe Endstufe schalten – etwa vor einen Burson Timekeeper GT4 Max, den wir bereits ausführlich getestet haben.
  • Analoge Quelle einbinden: Der RCA-Eingang läuft durch die Lautstärkeregelung des Geräts, damit lässt sich ein Plattenspieler mit externer Phonostufe oder ein CD-Spieler ins gleiche System einbinden wie die Streaming-Quellen.

Wer bereits einen hochwertigen externen DAC besitzt, für den ist der Matrix Audio TS‑1 in dieser Form wenig sinnvoll – dafür sind die reinen Transports TT‑1/NT‑1 aus dem gleichen Haus gedacht.

Konzept: Drei Geräte, ein Gehäuse

Der Matrix Audio TS‑1 kombiniert:

  • einen Netzwerk-Streamer mit Matrix Audios eigener MA-Player-Software und passender Remote-App (iOS/Android)
  • einen vollsymmetrischen DAC auf Basis von zwei AK4493SEQ-Chips (ein Chip pro Kanal), deren Dual-DAC-Einheiten jeweils parallel arbeiten
  • einen diskreten, high-bias ausgelegten Kopfhörerverstärker mit 4,4‑mm- und 6,35-mm-Ausgängen

Die Trennung von Digital- und Analogteil erfolgt auf physisch getrennten Platinenebenen – Digitalteil unten, Analogteil oben. Das soll Störeinstrahlung reduzieren und die Wärmeabfuhr für den High-Bias-Verstärker verbessern. Die Analogplatine ist zudem links/rechts symmetrisch aufgebaut. Jeder der beiden DAC-Chips wird über eine eigene, rauscharme Zweikanal-LDO-Regelung versorgt – die Stromversorgung der beiden Kanäle ist also komplett getrennt, nicht nur der Signalweg.

Analogeingang im Detail

  • SNR: 100 dB (A‑gewichtet)
  • THD+N: < 0,004 % @ 1 kHz, < 0,004 % @ 20 Hz–20 kHz
  • Frequenzgang: 20 Hz–20 kHz ±0,1 dB, –3 dB @ 40 kHz
  • Übersprechen: > –105 dB
  • Max. Eingangspegel: 2,1 Vrms

Anschlüsse und Ausstattung

KategorieDetails
DigitaleingängeOptisch, Koaxial, USB Audio, HDMI ARC
AnalogeingangRCA (läuft durch die interne Lautstärkeregelung)
Line-AusgängeSymmetrisch XLR, unsymmetrisch RCA – je zwei umschaltbare Ausgangspegel für unterschiedliche Gain-Anforderungen an Aktivlautsprechern
Subwoofer-AusgangRCA, fest auf Frequenzen unterhalb 150 Hz begrenzt, Lautstärke synchron zu den Line-Ausgängen
Kopfhörerausgänge4,4 mm symmetrisch und 6,35 mm unsymmetrisch, gleichzeitig nutzbar
NetzwerkGigabit-Ethernet (10/100/1000 Mbps), WLAN 2,4/5 GHz (Wi-Fi 6)
USB2× USB 3.0 (max. 5V/1A), FAT/FAT32/exFAT/NTFS-Speichermedien
SpeichererweiterungM.2‑Slot (2280/2260/2242, NVMe PCIe 3.0/4.0/5.0), eigene rauscharme SSD-Stromversorgung
TriggerTrigger-Eingang DC 6–12V, Trigger-Ausgang DC 12V/50mA max.
FernbedienungIR-Fernbedienung im Lieferumfang, zusätzlich MA-Remote-App
StromversorgungAC 100–240V, 50/60Hz; < 5W Standby, < 35W maximal; externer 12-V-DC-Eingang optional
Abmessungenca. 280 × 210 × 82 mm
Gewichtca. 2,89 kg

Kopfhörerverstärker im Detail

4,4 mm symmetrisch6,35 mm unsymmetrisch
SNR119 dB (A‑gewichtet)116 dB (A‑gewichtet)
THD+N< 0,0004 %< 0,0004 %
Ausgangsimpedanz< 2 Ω< 1 Ω
Leistung @ 33 Ω1.000 mW1.400 mW
Leistung @ 300 Ω1.000 mW250 mW
Leistung @ 600 Ω500 mW130 mW
Verstärkung+12 dB+12 dB

Die niedrige Ausgangsimpedanz (unter 1 respektive 2 Ω) ist besonders für empfindliche In-Ears relevant: Bei hoher Ausgangsimpedanz verändert sich der Frequenzgang je nach Impedanzverlauf des Kopfhörers, bei Werten in diesem Bereich ist dieser Effekt bei praktisch jedem Kopfhörer am Markt vernachlässigbar. Die zwei umschaltbaren Ausgangspegel sollen verhindern, dass empfindliche IEMs bei zu hoher Verstärkung ein zu kleines nutzbares Lautstärke-Fenster haben, während hochohmige Vollohr-Kopfhörer trotzdem ausreichend Pegel bekommen.

Wer mit dem eingebauten Kopfhörerausgang an seine Grenzen stößt oder ohnehin einen dedizierten Verstärker bevorzugt, kann den Matrix Audio TS‑1 auch rein als Streamer und DAC nutzen und den Line-Ausgang stattdessen in einen externen Kopfhörerverstärker wie den Burson Soloist Stellar Max speisen, den wir bereits ausführlich getestet haben.

Line- und Subwoofer-Ausgänge im Detail

XLR (symmetrisch)RCA (unsymmetrisch)Subwoofer (RCA)
SNR123 dB (A‑gewichtet)120 dB (A‑gewichtet)
THD+N< 0,00018 % @ 1 kHz< 0,00020 % @ 1 kHz
Frequenzgang20 Hz–20 kHz ±0,1 dB, –3 dB @ 80 kHz20 Hz–20 kHz ±0,1 dB, –3 dB @ 80 kHzTrennfrequenz 150 Hz @ –3 dB
Übersprechen> –140 dB> –120 dB
Ausgangspegel4,5 Vrms @ 0 dB, 0–4,5 Vrms einstellbar2,2 Vrms @ 0 dB, 0–2,2 Vrms einstellbar2,2 Vrms @ 0 dB, 0–2,2 Vrms einstellbar

Unterstützte Formate und Streaming-Dienste

Eingang/QuelleUnterstützte Formate
USB (PCM)bis 32 Bit / 768 kHz
USB (DSD)DSD256 via DoP, DSD512 nativ
Koaxial/OptischPCM bis 24 Bit / 192 kHz, DSD64 via DoP
HDMI ARCPCM bis 24 Bit / 192 kHz

Lokale Dateiwiedergabe: MP3, WMA, WAV, AIF/AIFC/AIFF, AAC, FLAC, OGG, APE, ALAC, M4A, DSF, DFF, CUE, ISO

Streaming-Dienste und Protokolle:

  • Roon Ready
  • Tidal Connect
  • Qobuz Connect
  • Spotify Connect
  • AirPlay 2
  • DLNA/UPnP
  • vTuner / Internetradio
  • Audirvana und QPlay laut Hersteller in früheren Angaben zusätzlich gelistet

Speicher und Netzwerkfunktionen

NAS-Laufwerke lassen sich direkt einbinden, ebenso bestimmte Cloud-Speicher. Über die MA-Remote-App lassen sich Dateien von NAS oder Cloud-Speicher komfortabel auf den internen Speicher kopieren. Wird ein externes USB-CD-Laufwerk angeschlossen, kann der Matrix Audio TS‑1 über die App CDs direkt einlesen und als Dateien auf dem internen Speicher ablegen. Per SMB-Protokoll lässt sich der interne Speicher zudem im Netzwerk freigeben und von anderen Rechnern aus ansprechen.

Stromversorgung

Der Matrix Audio TS‑1 arbeitet werksseitig mit einem internen Schaltnetzteil, ergänzt um Netzfilter und mehrere unabhängige rauscharme LDO-Regler für die einzelnen Schaltungsblöcke. Zusätzlich gibt es einen DC-Eingang für den optionalen Betrieb mit einem externen Linear-Netzteil. Sind beide Versorgungswege angeschlossen, priorisiert das Gerät automatisch die externe Versorgung und trennt die interne Wechselstromversorgung ab, bis auf die Erdung.

Takt und Timing

Zwei kompakte Femtosekunden-Clocks mit sehr niedrigem Phasenrauschen dienen als getrennte Referenzen für 44,1‑kHz- und 48-kHz-Vielfache, jeweils über eine eigene rauscharme Linearregelung versorgt. Die Umschaltung zwischen den beiden Taktdomänen und die Frequenzteilung übernimmt eine FPGA-Steuerung automatisch.

Einordnung im Matrix-Audio-Lineup

Der Referenzpreis liegt laut Hersteller bei 2.199 USD bzw. 1.999 EUR (Straßenpreis in Deutschland je nach Händler und Verfügbarkeit abweichend). Innerhalb der Matrix-Audio-Produktpalette positioniert sich der Matrix Audio TS‑1 zwischen dem kompakten Mini‑i Pro 4 und den reinen Transports TT‑1/NT‑1: Wer bereits einen guten DAC besitzt, braucht den TS‑1 nicht – wer Streamer, Wandler und Kopfhörerausgang aus einer Hand sucht, findet hier ein vergleichsweise kompaktes Gesamtpaket. Gegenüber der Referenzklasse MS‑1/MS‑1 Pre fehlt dem Matrix Audio TS‑1 die aufwendigere Dual-Trafo-Versorgung und die Fiber-Netzwerkoption, dafür bringt er als einziges Gerät der aktuellen Line-up-Generation überhaupt einen Kopfhörerausgang mit.

Im breiteren Marktumfeld konkurriert der Matrix Audio TS‑1 preislich mit All-in-One-Streamern anderer Hersteller, die wir bei HiFiGeek bereits ausführlicher begleitet haben, etwa aus dem Eversolo- oder WiiM-Umfeld – ein direkter Funktionsvergleich lohnt sich vor allem bei der Frage, wie wichtig der eingebaute Kopfhörerverstärker für den eigenen Einsatzzweck ist.

Häufige Fragen zum Matrix Audio TS‑1

Braucht der Matrix Audio TS‑1 einen externen DAC?

Nein. Der TS‑1 hat einen eingebauten, vollsymmetrischen DAC (zwei AK4493SEQ-Chips im Dual-Mono-Aufbau) und benötigt keinen externen Wandler.

Kann der Matrix Audio TS‑1 aktive Lautsprecher direkt ansteuern?

a, über die symmetrischen XLR- oder unsymmetrischen RCA-Ausgänge, inklusive umschaltbarer Ausgangsspannung für unterschiedliche Gain-Anforderungen der Aktivlautsprecher.

Wie viel Leistung liefert der Kopfhörerausgang?

Am 6,35-mm-Ausgang bis zu 1.400 mW an 33 Ω, am 4,4‑mm-symmetrischen Ausgang bis zu 1.000 mW an 33 Ω beziehungsweise 300 Ω. Damit sind sowohl empfindliche IEMs als auch hochohmige Vollohr-Kopfhörer bis 600 Ω abgedeckt.

Unterstützt der Matrix Audio TS‑1 Roon?

Ja, laut Hersteller ist der TS‑1 Roon-Ready-kompatibel, zusätzlich zu Tidal Connect, Spotify Connect, Qobuz Connect und AirPlay 2.

Was ist der Unterschied zum Matrix Audio MS‑1?

Der TS‑1 bringt zusätzlich einen Kopfhörerverstärker mit und ist deutlich günstiger positioniert. Der MS‑1 ist reine Referenzklasse ohne Kopfhörerausgang, mit aufwendigerem Dual-DAC-Konzept, zwei unabhängigen Ringkerntrafos und optionalem Fiber-Netzwerkeingang.

Lässt sich der Matrix Audio TS‑1 mit einer NAS nutzen?

Ja, NAS-Laufwerke lassen sich direkt einbinden, ebenso bestimmte Cloud-Speicher. Über die MA-Remote-App lassen sich Dateien zudem auf den internen Speicher kopieren, zusätzlich kann der interne Speicher per SMB im Netzwerk freigegeben werden.

Kann man eigene CDs direkt auf den Matrix Audio TS‑1 rippen?

Ja, über ein angeschlossenes externes USB-CD-Laufwerk lassen sich CDs direkt über die MA-Remote-App einlesen und als Dateien auf dem internen Speicher des TS‑1 ablegen.

Kann der Matrix Audio TS‑1 DSD wiedergeben?

Über USB ja, bis DSD512 nativ bzw. DSD256 via DoP. Über koaxiale und optische Eingänge ist DSD64 via DoP möglich, abhängig von der Zuspielerquelle.

Hinweis: Alle technischen Angaben in diesem Artikel basieren auf Herstellerangaben. Es handelt sich um eine redaktionelle Vorstellung, nicht um einen Test – uns lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung kein Testgerät vor.

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Matrix Audio MS‑1: Das digitale Herzstück der M‑Series https://www.hifigeek.de/matrix-audio-ms-1/ https://www.hifigeek.de/matrix-audio-ms-1/#respond Sat, 11 Jul 2026 09:29:09 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=12279 Mit dem Matrix Audio MS‑1 bringt Matrix Audio sein erstes Produkt auf Basis von AKMs Flaggschiff-DAC-Architektur AK4191/AK4499 – und gleichzeitig den Auftakt der M‑Series, Matrix Audios erstem kompletten Referenzsystem aus Streamer (Matrix Audio MS‑1), Vorstufe (Matrix Audio MP‑1) und Endstufe (Matrix Audio MA‑1). Anders als der kompakte Matrix Audio TS‑1 verzichtet der Matrix Audio MS‑1 komplett auf einen Kopfhörerausgang und ist stattdessen konsequent auf den Aufbau eines klassischen Stereo-Systems ausgelegt.

Vorab die Einordnung: Uns liegt aktuell kein Testgerät vor. Dieser Artikel ordnet Ausstattung und technisches Konzept ein, basierend auf Herstellerangaben, unserem Hands-On auf der HIGH END Vienna 2026 und veröffentlichten Spezifikationen Dritter – keine eigene Hörerfahrung, kein Test. Sobald wir den MS‑1 selbst in der Redaktion hatten, ergänzen oder ersetzen wir diesen Artikel durch echte Praxiseindrücke.

Für wen ist der Matrix Audio MS‑1 gedacht?

  • Referenz-Digitalquelle für ein bestehendes System: Der Matrix Audio MS‑1 (ohne “Pre”) liefert nur feste Ausgangspegel und ist für den Betrieb an einer separaten Vorstufe gedacht – etwa der hauseigenen MP‑1 oder an den von uns getesteten Burson Timekeeper GT4 Max.
  • Zentrale Schaltstelle für digitale und analoge Quellen: Zwei Paar Line-Eingänge plus ein Phono-Eingang (MM/MC) werden alle durch die gleiche hochpräzise Wandler- und Filterkette geführt wie Streaming-Inhalte – ungewöhnlich für ein Gerät dieser Kategorie.
  • Digitale Drehscheibe für ein Mehr-DAC-System: Über den IIS-LVDS-Ausgang lässt sich jede Quelle – auch digitalisierte Analog- oder Phono-Signale – als hochauflösender Datenstrom an einen externen DAC weiterreichen.

Wer eine integrierte Lösung mit Kopfhörerausgang sucht, ist beim Matrix Audio TS‑1 besser aufgehoben. Wer eine Vorstufe mit Lautstärkeregelung direkt im Streamer möchte, greift zur Pre-Variante Matrix Audio MS‑1 Pre statt zum Standard-MS‑1.

Konzept: Dual-Mono von der Wandlung bis zum Netzteil

Kernstück ist die DAC-Architektur: Jeder Kanal bekommt ein eigenes AK4191/AK4499-Chipset – AK4191 übernimmt Upsampling, digitale Filterung und Delta-Sigma-Modulation, AK4499 die eigentliche Strom-Ausgangs-Wandlung. Die Links- und Rechts-Platinen sitzen dabei nicht nur elektrisch getrennt, sondern physisch auf gegenüberliegenden Seiten des Gehäuses. Ergänzt wird das durch einen AK4137 Sample-Rate-Converter für hardwarebasiertes asynchrones PCM-Upsampling und DSD-Konvertierung, sowie sechs wählbare PCM-Digitalfilter (minimum-phase bis linear-phase) über Frontdisplay oder MA-Remote-App.

Auch die Stromversorgung des Matrix Audio MS‑1 folgt dem Dual-Mono-Prinzip: Zwei eigens gefertigte Ringkerntransformatoren mit quadratischem statt rundem Kupferdraht versorgen Digital- und Analogsektion unabhängig voneinander, die Analogkanäle links/rechts sind zusätzlich getrennt gewickelt. Gefiltert wird mit Mundorf-Kondensatoren (M‑Lytic AG-Serie), dazu kommen zahlreiche rauscharme LDO-Regler bis hin zur eigenen Versorgung des SSD-Slots.

Anschlüsse und Ausstattung

KategorieDetails
DigitaleingängeUSB‑B, Optisch, 2× Koaxial, IIS-LVDS (über HDMI-Steckverbinder)
DigitalausgangIIS-LVDS (HDMI-Form) – gibt auch gewandelte Analog-/Phono-Signale hochauflösend aus
Analog-Line-Eingänge2 Paar (symmetrisch XLR und unsymmetrisch RCA)
Phono-EingangMM/MC, über High-Precision-ADC in die digitale Filterkette eingebunden
Line-AusgängeSymmetrisch XLR (fest 5 Vrms), unsymmetrisch RCA – gedacht für externe Vorstufe
NetzwerkGigabit-Ethernet (RJ45) zusätzlich SFP-Glasfaseranschluss (ebenfalls bis 1.000 Mbps)
Externer Takteingang10 MHz, 50 Ω, Sinus- oder Rechtecksignal
USB‑A2× USB 3.0, max. 5V/1,5A, für externe Speichermedien
SpeichererweiterungInterner NVMe-SSD-Slot, Format 2280, max. DC 3,3V/3A (verdeckt an der Geräteunterseite)
TriggerTrigger-Eingang DC 6–12V, Trigger-Ausgang DC 12V/50mA max.
FernbedienungIR-Fernbedienung (RM4B) im Lieferumfang, zusätzlich MA-Remote-App
StromversorgungAC 100–120V oder AC 220–240V, 50/60Hz (werkseitig fest eingestellt)
Leistungsaufnahme< 5W Standby, < 60W maximal

DAC- und Taktarchitektur im Detail

MerkmalAusführung
DAC-Chips2× AKM AK4191 (Upsampler/Modulator) + 2× AK4499 (Wandler), ein Set pro Kanal
BauformEchtes Dual-Mono, L/R‑Platinen physisch getrennt im Gehäuse
Sample-Rate-ConverterAKM AK4137, hardwarebasiertes asynchrones PCM-Upsampling und DSD-Konvertierung
Digitalfilter6 wählbare PCM-Filtercharakteristiken (minimum-phase bis linear-phase)
TaktsystemDPLL-Taktsynthese, ultra-niedriges Phasenrauschen, ca. 45 fs Jitter
Externer Takt10-MHz-Eingang für externe Referenzuhren
KoppelkondensatorenMundorf (Folie/Öl)

Analoge Eingänge im Detail

XLR (symmetrisch)RCA (unsymmetrisch)
Eingangsimpedanz40 kΩ20 kΩ
SNR118 dB (A‑gewichtet)110 dB (A‑gewichtet)
THD+N< 0,00026 % @ 1 kHz< 0,00060 % @ 1 kHz
Frequenzgang20 Hz–20 kHz ±0,3 dB, –3 dB @ 46 kHz20 Hz–20 kHz ±0,3 dB, –3 dB @ 46 kHz
Übersprechen> –135 dB> –125 dB
Max. Eingangspegel4,9 Vrms2,35 Vrms

Phono-Eingang des Matrix Audio MS‑1: MM-Modus mit 47 kΩ/100 pF Eingangsimpedanz und +45 dB Verstärkung, MC-Modus mit 100 Ω Eingangsimpedanz und +65 dB Verstärkung. Alle Analog- und Phono-Signale werden vor der weiteren Verarbeitung über einen hochpräzisen ADC digitalisiert und durchlaufen anschließend dieselbe PCM-Filterkette wie Netzwerk- und Digitalquellen.

Line-Ausgang (XLR, fest)

  • Ausgangsimpedanz: 20 Ω
  • Ausgangspegel: 5 Vrms, fest
  • SNR: 131 dB (A‑gewichtet)
  • THD+N: < 0,000068 % @ 1 kHz, < 0,000075 % @ 20 Hz–20 kHz
  • Frequenzgang: 20 Hz–20 kHz ±0,05 dB, –3 dB @ 85 kHz
  • Übersprechen: > –150 dB

Der Standard-MS‑1 gibt also nur einen festen Pegel aus – die Lautstärkeregelung übernimmt in diesem Fall eine externe Vorstufe wie die MP‑1. Wer stattdessen direkt an eine Endstufe oder Aktivlautsprecher möchte, braucht die MS-1-Pre-Variante mit integrierter Lautstärkeregelung (0–16 Vrms, +10 dB Gain über ein mehrstufiges Operationsverstärker-Design mit Präzisions-Widerstandsarray).

Unterstützte Formate

Eingang/QuelleUnterstützte Formate
USB‑BPCM bis 24 Bit / 768 kHz, MQA/MQA Studio bis 384 kHz, DSD256 via DoP, DSD512 nativ
IIS-LVDSPCM bis 32 Bit / 768 kHz, DSD256 via DoP, DSD1024 nativ
Koaxial/OptischPCM bis 24 Bit / 192 kHz, MQA/MQA Studio, DSD64 via DoP

Lokale Dateiwiedergabe: MP3, WMA, WAV, AIF/AIFC/AIFF, AAC, FLAC, OGG, APE, ALAC, M4A, DSF, DFF, CUE; PCM bis 768 kHz sowie MQA/MQA Studio bis 384 kHz werden laut Hersteller ebenfalls unterstützt (auch über Roon Ready)

Streaming-Dienste und Protokolle:

  • Tidal, Qobuz, HighResAudio (High-Res-Streaming)
  • AirPlay 2, DLNA/UPnP, Spotify Connect, Tidal Connect
  • Internetradio (u. a. Radio Paradise, vTuner)

Speicher und Netzwerk

Auf der Geräteunterseite befindet sich ein verdeckter NVMe-SSD-Slot zur Speichererweiterung, auf den Dateien per USB-Stick oder über das Netzwerk geladen werden können. Für die Netzwerkanbindung stehen sowohl klassisches Gigabit-Ethernet als auch ein SFP-Glasfaseranschluss zur Verfügung – Letzterer dient in erster Linie der galvanischen Trennung vom Heimnetzwerk.

Gehäuse und Bauform

Der MS‑1 teilt sich Gehäusemaße und Designsprache mit den Systempartnern MP‑1 (Vorstufe) und MA‑1 (Endstufe) aus der gleichen M‑Series – alle drei Geräte folgen der gleichen “H‑förmigen” CNC-Aluminium-Bauweise, die Matrix Audio für diese Reihe entwickelt hat. Laut Hersteller-Datenblatt misst der MS‑1 430 × 353 × 106 mm und wiegt 14,6 kg.

Einordnung im Matrix-Audio-Lineup

Der Referenzpreis liegt bei rund 9.999 USD für die Standard-Version des Matrix Audio MS‑1 (die Pre-Variante wird international teils deutlich darüber gelistet, u. a. mit rund 11.000 GBP in Großbritannien). Damit positioniert sich der Matrix Audio MS‑1 klar oberhalb des Matrix Audio TS‑1 und markiert den Einstieg in Matrix Audios Referenzklasse. Wo der Matrix Audio TS‑1 Streamer, DAC und Kopfhörerverstärker in einem kompakten Gehäuse für Desktop- oder Aktivlautsprecher-Setups bündelt, ist der MS‑1 auf den klassischen Aufbau mit externer Vorstufe und Endstufe ausgelegt – inklusive Phono-Eingang, den es beim TS‑1 nicht gibt. Als preislich reduzierten Einstieg in die gleiche DAC-Plattform bietet Matrix Audio zusätzlich den Matrix Audio MS-1c an, der auf Phono-Eingang, zweites Analog-Eingangspaar, Fiber-Port und die aufwendige Dual-Trafo-Versorgung verzichtet.

Häufige Fragen zum Matrix Audio MS‑1

Braucht der Matrix Audio MS‑1 eine externe Vorstufe?

Der Standard-MS‑1 gibt nur feste Ausgangspegel aus und ist für den Betrieb mit einer separaten Vorstufe gedacht, etwa der Matrix Audio MP‑1, oder wie unser getesteter Burson Soloist Stellar Max. Wer keine externe Vorstufe möchte, sollte stattdessen zur MS-1-Pre-Variante mit integrierter Lautstärkeregelung greifen.

Hat der Matrix Audio MS‑1 einen Kopfhörerausgang?

Nein. Anders als der TS‑1 verzichtet der Matrix Audio MS‑1 komplett auf einen Kopfhörerausgang und ist ausschließlich für den Betrieb in einer klassischen Stereo-Kette mit externer Vor-/Endstufe oder Aktivlautsprechern konzipiert.

Kann man einen Plattenspieler direkt am Matrix Audio MS‑1 anschließen?

Ja, über den eingebauten Phono-Eingang mit MM- und MC-Unterstützung. Das Signal wird über einen hochpräzisen ADC digitalisiert und durchläuft anschließend die gleiche Filterkette wie Streaming-Quellen.

Was ist der Unterschied zwischen Matrix Audio MS‑1 und MS‑1 Pre?

Die Pre-Variante ergänzt eine vollwertige Vorstufenfunktion mit Präzisions-Widerstandsarray-Lautstärkeregelung, +10 dB Gain und bis zu 16 Vrms Ausgangspegel, zusätzlich zu einem fest ausgegebenen XLR-Signal. Der Standard-MS‑1 liefert ausschließlich feste Pegel für den Betrieb mit externer Vorstufe.

Was unterscheidet den Matrix Audio MS‑1 vom günstigeren MS-1c?

Der MS-1c verzichtet auf Phono-Eingang, zweites Analog-Eingangspaar, SFP-Fiber-Anschluss und die aufwendigere Dual-Trafo-Stromversorgung mit Reed-Relais-Lautstärkeregelung des MS‑1, nutzt aber die gleiche AKM-DAC-Plattform (AK4191/AK4499EX).

Unterstützt der Matrix Audio MS‑1 DSD?

Ja, über USB‑B bis DSD512 nativ bzw. DSD256 via DoP, über den IIS-LVDS-Anschluss sogar bis DSD1024 nativ bzw. DSD256 via DoP.

Kann der Matrix Audio MS‑1 als reiner Transport für einen externen DAC dienen?

Ja, über den IIS-LVDS-Ausgang lässt sich jede am MS‑1 anliegende Quelle – inklusive digitalisierter Analog- und Phono-Signale – als hochauflösender Datenstrom an einen externen DAC weiterreichen.

Hinweis: Alle technischen Angaben in diesem Artikel basieren auf Herstellerangaben. Es handelt sich um eine redaktionelle Vorstellung, nicht um einen Test – uns lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung kein Testgerät vor.

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Luxsin HIGH END Vienna 2026: Mein Hands-On mit BD9, BH9 und den weiteren Neuheiten https://www.hifigeek.de/luxsin-high-end-vienna-2026-neuheiten/ https://www.hifigeek.de/luxsin-high-end-vienna-2026-neuheiten/#respond Thu, 09 Jul 2026 15:50:13 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=12173 Die Luxsin HIGH END Vienna 2026 war für mich einer der spannenderen Stopps auf der Messe. Nach dem erfolgreichen Start mit Luxsin X9 und Luxsin X8 hat die Eversolo-Schwestermarke diesmal nicht ein, sondern gleich vier neue Geräte mitgebracht. Ich war selbst am Stand, habe mit meinem Kontakt Terry gesprochen und den neuen Luxsin BD9 / Luxsin BH9-Stack samt seines cleveren abnehmbaren Lautstärkereglers ausprobiert.

Zu allen fünf Geräten gibt es bislang nur Eindrücke von der Messe, keine finalen Datenblätter oder Preise. Ich fasse hier zusammen, was ich selbst gesehen, angefasst und am Stand erfahren habe – etwas verspätet, weil ich Fotos und Notizen erst jetzt vollständig aufgearbeitet habe, dafür aber mit allen Details. Der Artikel wird aktualisiert, sobald Luxsin offizielle Informationen nachliefert.

Einen Überblick über Luxsin X8, Luxsin X9 und alle bisherigen Luxsin-Neuheiten gibt’s unter Luxsin Audio: Alle Modelle im Überblick.

Inhaltsübersicht

Der Stand: mein Eindruck von der Luxsin HIGH END Vienna 2026

Schon beim Reinkommen war klar: Luxsin meint es diesmal ernst. Der Stand war deutlich größer bestückt als in den Vorjahren, und neben X8 und Luxsin X9 in finaler Serienausführung standen gleich vier komplett neue Geräte zum Anfassen bereit.

Ich habe am Stand mit Terry gesprochen, den ich schon von früheren Kontakten kenne. Der Andrang war entsprechend groß – kein Wunder bei so viel Neuem auf einmal.

BD9 und BH9: der neue Separates-Stack im Hands-On

Die auffälligste Neuheit der Luxsin HIGH END Vienna 2026 ist ein zweiteiliger Stack: Luxsin BD9 und Luxsin BH9. Der Luxsin BD9 ist ein eigenständiger Desktop-DAC, gedacht als reine Quelle für einen externen Verstärker. Der Luxsin BH9 ist der passende dedizierte Kopfhörerverstärker mit eigenen Ausgängen.

Ich hatte beide Geräte selbst in der Hand. Sie stapeln sich wirklich sauber und kompakt übereinander – ein Formfaktor, den ich eher von etablierten Zwei-Kisten-Konzepten europäischer und japanischer Hersteller kenne als von der sonst eher „All-in-one”-lastigen chinesischen Konkurrenz.

Ein Blick durch die Scheibe zeigte großzügig dimensionierte R2R-Widerstandsarrays in beiden Gehäusen. Damit würde Luxsin erstmals ein echtes Separates-Konzept anbieten, bei dem Wandlung und Verstärkung auf zwei Gehäuse aufgeteilt sind – ein Format, das viele Highend-Käufer bevorzugen, weil es Rauscheinstreuungen zwischen Digital- und Analogsektion minimiert.

Der abnehmbare Lautstärkeregler in der Praxis

Das eigentliche Highlight des Stacks habe ich selbst ausprobiert: ein Lautstärkeregler mit integriertem Farbdisplay, der auf den ersten Blick völlig gewöhnlich wirkt – sich aber komplett vom Gehäuse abnehmen lässt und dann als drahtlose Fernbedienung funktioniert.

In der Luft gedreht, steuert er die Lautstärke, ein Antippen wechselt die Eingangsquelle. Ich fand die Bedienung überraschend direkt und nicht nur verspielt.

An welchem der beiden Geräte der Regler fest sitzt, konnte ich am Stand nicht abschließend klären – das hole ich nach, sobald ich mehr von Terry oder offiziellen Unterlagen habe. Ob sich der Regler auch im Alltag über den Neuheiten-Bonus hinaus bewährt, muss ein ausführlicher Test zeigen.

Die neue Fernbedienung für X8 und X9

Neben dem Luxsin BD9 / Luxsin BH9-Stack zeigte Luxsin auch eine neue Fernbedienung für die bestehenden Modelle Luxsin X8 und Luxsin X9. Die habe ich mir am Stand angeschaut, aber nicht selbst in der Hand gehabt.

Für Bestandskunden wäre das ein einfacher, direkter Komfortgewinn: X8 und X9 lassen sich zwar schon per Infrarot, App oder PC-Weboberfläche steuern, eine dedizierte physische Fernbedienung spart aber den Griff zum Smartphone. Details zu Funktionsumfang, Kompatibilität und Preis stehen noch aus.

Das portable DAC/AMP-Gerät

Als vierte Neuheit hatte Luxsin auch ein portables Luxsin DAC/AMP-Gerät ausgestellt. Auch das habe ich mir am Stand angesehen, ohne es näher testen zu können.

Damit würde Luxsin erstmals aus dem reinen Desktop-Segment heraustreten und in den umkämpften Markt der mobilen DAC/Amps einsteigen – eine Kategorie, in der Marken wie FiiO, iFi, Cayin oder DD Hifi bereits sehr aktiv sind. Zu Bauform, Chipsatz und Preis liegen bislang keine belastbaren Informationen vor.

Ein weiterer Prototyp: X9 in Schwarz mit echtem R2R-DAC

Neben den vier bereits genannten Neuheiten ist mir am Stand noch ein fünftes Gerät aufgefallen, das ich in keinem der bisherigen Messeberichte wiedergefunden habe: ein X9 in Schwarz, der laut Beschriftung am Stand einen echten R2R-DAC verbaut hat – also nicht nur die von X9 und X8 bekannte R2R-Widerstandsleiter zur Lautstärkeregelung, sondern eine Wandlung per Widerstandsnetzwerk anstelle des sonst verbauten AK4499EX-Chips. Ich habe das Gerät selbst fotografiert.

Auf meinem Foto zeigt sich die für X9 typische, leicht angeschrägte Frontpartie, allerdings mit einer verglasten Oberseite, durch die sich das Widerstandsarray direkt betrachten lässt. Auf dem Touchscreen liefen zum Zeitpunkt des Fotos die von X9 bekannten Kopfhörer-Funktionen (Bypass, Effekt, Crossfeed, HP-EQ), dazu zwei Klinkenausgänge und ein einzelner, fest verbauter Lautstärkeregler – anders als beim BD9 also offenbar ohne Abnehm-Funktion.

Da es zu diesem Prototyp bislang keine unabhängige Berichterstattung und keine offiziellen Angaben von Luxsin gibt, bleibt vorerst offen, ob es sich um eine kommende Sonderedition des X9, eine technische Machbarkeitsstudie oder einen eigenständigen Vorläufer des BD9 handelt. Sobald ich dazu mehr von Terry erfahre oder Luxsin selbst Informationen veröffentlicht, wird dieser Abschnitt ergänzt.

Einordnung: Was der Vorstoß für Luxsin bedeutet

Mit X8 und X9 hat sich Luxsin in kurzer Zeit einen Namen in der Kategorie der Desktop-DAC/Amps zwischen 700 und 1.100 US-Dollar gemacht. In diesem Preissegment konkurrieren FiiO mit dem K17, Topping mit der DX5-II- und DX-Baureihe sowie SMSL mit dem DO400 um dieselbe Zielgruppe.

Der Umstieg auf ein echtes Separates-Konzept mit BD9 und BH9 wäre ein logischer nächster Schritt, um sich von der reinen All-in-one-Konkurrenz abzusetzen. Der Vorstoß in tragbare DAC/Amps würde Luxsin zusätzlich in ein besonders hart umkämpftes Segment bringen.

Bemerkenswert ist, wie schnell die Marke vom Newcomer zum ernstzunehmenden Player geworden ist: Erst der X9 als Einstieg, dann der X8 mit KI-EQ, und jetzt gleich vier weitere Produkte in der Pipeline. Ob Luxsin dieses Tempo halten kann, wird sich erst zeigen, wenn BD9, BH9 und die restlichen Neuheiten tatsächlich Serienreife erreichen. weniger Monate gleich vier weitere Produkte in der Pipeline. Ob Luxsin dieses Tempo halten kann, ohne bei Firmware-Reife und Verfügbarkeit ins Straucheln zu geraten, wird sich erst zeigen, wenn die Neuheiten tatsächlich Serienreife erreichen.

FAQ zu den Luxsin-Neuheiten

Was sind BD9 und BH9?

BD9 und BH9 sind zwei auf der HIGH END Vienna 2026 gezeigte Prototypen, die zusammen ein Separates-Konzept bilden: BD9 als reiner DAC, BH9 als dedizierter Kopfhörerverstärker. Beide Gehäuse sollen umfangreiche R2R-Widerstandsarrays enthalten. Zum Stack gehört außerdem ein abnehmbarer, drahtloser Lautstärkeregler – ob dieser fest am BD9 oder am BH9 sitzt, ist anhand der bisherigen Messeberichte noch nicht eindeutig zu klären.

Wie funktioniert der abnehmbare Lautstärkeregler?

Der Regler sitzt fest im Gehäuse und sieht auf den ersten Blick aus wie ein gewöhnlicher Lautstärkeknopf mit kleinem Farbdisplay. Er lässt sich abnehmen und dann drahtlos als Fernbedienung nutzen: In der Luft gedreht, regelt er die Lautstärke, ein Antippen wechselt die Eingangsquelle.

Ist die neue Fernbedienung mit dem BD9/BH9-Regler identisch?

Nein, den Berichten zufolge handelt es sich um zwei unterschiedliche Dinge: den fest im BD9/BH9-Stack verbauten, abnehmbaren Lautstärkeregler und eine separat gezeigte, eigenständige Fernbedienung für die bestehenden Modelle X8 und X9.

Plant Luxsin einen Einstieg in portable DAC/Amps?

Den Messeberichten zufolge ja: Neben BD9, BH9 und der neuen Fernbedienung wurde in Wien auch ein portables DAC/AMP-Gerät gezeigt. Details zu Chipsatz, Ausgangsleistung und Preis stehen noch aus.

Gibt es schon Preise oder ein Verkaufsdatum für die neuen Geräte?

Nein, zum Redaktionsschluss dieses Artikels waren weder Preise noch ein Verkaufsstart für BD9, BH9, die neue Fernbedienung oder das portable DAC/AMP-Gerät offiziell bestätigt. Der Artikel wird aktualisiert, sobald Luxsin diese Informationen veröffentlicht.

Fazit und Ausblick

Mein Fazit zur Luxsin HIGH END Vienna 2026: Die Marke ruht sich nicht auf X8 und X9 aus. Der BD9/BH9-Stack mit seinem abnehmbaren Lautstärkeregler hat mich im Hands-On überzeugt, die neue Fernbedienung und das portable DAC/AMP-Gerät habe ich zumindest gesehen.

Bis belastbare Spezifikationen und Preise vorliegen, bleibt einiges offen. Ich bleibe an dem Thema dran und aktualisiere diesen Artikel, sobald es Neuigkeiten von Terry oder von Luxsin selbst gibt.

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High End Vienna 2026 Vorbericht – Zweite Runde, breiteres Kreuz https://www.hifigeek.de/high-end-vienna-2026-vorbericht/ https://www.hifigeek.de/high-end-vienna-2026-vorbericht/#respond Wed, 20 May 2026 14:50:25 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=11821 4. bis 7. Juni 2026 · Austria Center Vienna · HiFi Messe Wien

Mein High End Vienna 2026 Vorbericht – und er fällt anders aus als erwartet. Nicht weil sich so viel geändert hat, sondern weil ich mich geändert habe.

Letztes Jahr München. Erste High End. Ich hatte keine richtige Vorstellung davon, was mich erwartet. Was mich empfangen hat: eine Welt voller etablierter Marken, viele davon seit Jahrzehnten im Geschäft, mit Produktphilosophien, die in Teilen aus einer anderen Zeit stammen. Schöne Geräte, beeindruckende Systeme – aber auch eine Branche, die mit neuen Formaten, neuen Kanälen und einer anderen Zielgruppe noch nicht so richtig weiß, was sie anfangen soll. Das war auf der Messe spürbar. Das ist in meinem Alltag mit HiFiGeek genauso spürbar.

Ich war überfordert. Nicht weil die High End Vienna 2026 – damals noch München – schlecht war, sondern weil ich schlicht noch nicht wusste, wie ich das für mich nutzen soll. Jetzt weiß ich es.

High End Vienna 2026 Vorbericht: Diesmal weiß ich, was mich erwartet

Zweite Runde. Breiteres Kreuz.

Ich gehe mit einem anderen Gefühl in die High End Vienna 2026 rein. Ich weiß, wie so eine Messe tickt, ich weiß, wen ich ansprechen will, und ich weiß, worauf es mir ankommt. Ich gehe da rein und sage: hier bin ich.

Logistisch haben wir das dieses Mal besser hingekriegt: Flieger um 7:30 Uhr, kurz nach 9 in Wien, direkt weiter zur Messe. Wir haben uns ein Airbnb gebucht, damit wir die Zeit wirklich ausschöpfen können und abends nicht schon um 18 Uhr hetzen müssen. Kamera ist dabei, ich werde Fotos machen und versuchen, kurze Eindrücke per Video mitzunehmen – vielleicht ein paar Shorts.

Ich bin kein großes Magazin und werde dort keine Reportage drehen. Das wäre gelogen – dafür bin ich schlicht noch zu sehr am Anfang von dem, was ich mit HiFiGeek aufbaue. Aber das ist auch nicht der Anspruch. Ehrliche Eindrücke, gute Bilder, interessante Gespräche – und vielleicht der ein oder andere Kontakt, aus dem später ein Review oder ein Artikel wird, der für meine Leser tatsächlich Sinn macht.

Austria Center Vienna: Warum die Location dieses Mal wirklich einen Unterschied macht

Die High End Vienna 2026 findet erstmals im Austria Center Vienna statt – und ich finde es gut, dass das MOC in München Geschichte ist.

Das MOC hatte seine Momente, aber wer die Messe kannte, kennt auch die Schwächen. Auf rund 13.770 Quadratmetern über drei Etagen gab es vier große Messehallen für offenen Standbau – akustisch ein Alptraum – und 140 verglaste Showrooms. Glas als Raumabschluss klingt schicker als es ist: akustisch ist es das schlechteste Material, das man für eine ernsthafte Hörvorführung wählen kann. Reflektiv, harsch, keine Kontrolle über den Raum. Manche Hersteller haben deswegen lieber in Hotelzimmern in der Umgebung vorgeführt als auf dem eigenen Stand.

Das Austria Center Vienna macht das anders: frisch renoviert, über 26.000 Quadratmeter auf fünf Ebenen, 134 echte Meetingräume mit 2,70 Meter Deckenhöhe, dazu fünf Hallen und 21 große Säle. Keine verglasten Boxen, keine offenen Standflächen als Hörsituation. Ob das in der Praxis so gut klingt wie es auf dem Papier aussieht, werde ich auf der High End Vienna 2026 selbst hören.

Was ich auf den HiFi-Tagen gemerkt habe: Wenn Aussteller wirklich wollen, dass Hörvorführungen funktionieren, kann man auch auf einer Messe akustisch etwas tun. Ich hoffe, das Austria Center Vienna gibt das her. Alles, was ich bisher lese, deutet darauf hin.

Vorbericht zur HiFi Messe Wien: Endlich rückt alles wieder zusammen

Letztes Jahr in München war das Bild zersplittert. ATR – Audio Trade, einer der größten deutschen HiFi-Vertriebe – hatte sein eigenes Setup in der Motorworld München, Kleine Lokhalle, direkt gegenüber dem MOC. Dali war ebenfalls nicht auf der Hauptmesse, sondern in der Highline Location in der Motorworld – auf Einladung, nur für Fachbesucher. Ich hab das damals nicht mehr geschafft, weil die Zeit zu knapp war. Im Nachhinein: schade.

Zur High End Vienna 2026 ist das anders. Dali und Marken unter dem Dach von ATR sind diesmal vollständig Teil der Hauptmesse. Kürzere Wege, mehr Substanz unter einem Dach. Die Messe ist außerdem komplett ausgebucht – wer dabei sein will, ist auf der Messe, nicht irgendwo im Nebenprogramm zwei Kilometer weiter. Das hat für mich als Besucher einen echten Vorteil, den kein Vorbericht der Welt besser erklären kann als ein Gang durch die Hallen selbst.

Was mich auf der High End Vienna 2026 interessiert

Ich werde nicht alles ansehen können, und ich werde auch nicht so tun, als ob mich alles interessiert. Meine klaren Schwerpunkte:

Kopfhörer und World of Headphones – mein tägliches Werkzeug, stundenlang auf den Ohren. Neue Hörer sind das, worauf ich mich am meisten freue.

DACs und Kopfhörerverstärker – für mich ein spannendes Segment. Was kommt neu, was macht wirklich Sinn, was ist Marketinggetöse?

Preis-Leistung vor Exklusivität – ich bin nicht derjenige, der sagt, das Gehäuse ist in Walnuss, also ist der Lautsprecher automatisch toll. Was mich interessiert: bekomme ich für mein Geld etwas, das wirklich liefert? Das was ich zum Beispiel bei den Arendal 1723 Tower THX gefunden habe.

Einsteigeranlagen – auf der HiFi Messe Wien gibt es jedes Jahr Komplettsysteme unter 4.000 bis 5.000 Euro. Auch wenn ich mit dem Budget nicht unbedingt einverstanden bin, interessiert es mich, was die Hersteller draus machen.

Gespräche mit Menschen, die online noch nicht verstehen – es gibt viele Hersteller und Vertriebe auf der High End, die mit Content und digitalen Formaten noch wenig anfangen können. Vielleicht hinterlasse ich den einen oder anderen bleibenden Eindruck, dass das, was ich mit HiFiGeek mache, nicht das verteufelte Böse ist.

Ankündigungen: Was auf der High End Vienna 2026 gezeigt wird

Viele Hersteller halten ihre Karten noch verdeckt. Was bisher für meinen High End Vienna 2026 Vorbericht bekannt ist:

Lautsprecher:

  • Canton – neue Vento-Serie bereits im Handel. Wie 2025 in München ist eine Überraschung kurz vor Messeschluss wahrscheinlich – damals die GLE-S2, dieses Jahr kursieren Gerüchte über eine weitere neue Baureihe.
  • Jamo – Comeback mit zwei neuen Lautsprecherserien
  • Wharfedale – neuer Heritage-Lautsprecher oberhalb der Linton 85
  • ELAC – mehrere Ankündigungen: Premium-Modell, Woofer, Kompaktlautsprecher

Streaming & Digital:

  • Lumin X2 – Flaggschiff-Streamer mit eigenem D/A‑Wandler
  • Lumin N1 – dedizierte Netzwerklösung als vorgelagerte Stufe vor dem Streamer

Analog:

  • Soulnote E‑3MC – Referenz-Phonostufe für MC-Tonabnehmer

Den vollständigen Ausstellerkatalog führt die HIGH END Society auf ihrer Website und würde meinen High End Vienna 2026 Vorbericht hier sprengen.

Euer Input für meinen High End Vienna 2026 Vorbericht – und danach

Ich kann nicht überall gleichzeitig sein. Aber ich kann gezielt hinschauen – wenn ich weiß, wo.

Schreibt mir in die Kommentare vom kommenden Youtube-Video:

  • Welcher Hersteller oder welches Produkt interessiert euch – soll ich dort genauer hinsehen oder nachfragen?
  • Welches Format möchtet ihr danach sehen: ausführlicher Artikel, kurzes Ersteindruck-Video, beides?
  • Ihr könnt nicht zur High End Vienna 2026 kommen und habt eine konkrete Frage, die ich vor Ort stellen soll?

Ich lese alles und nehme konkrete Wünsche mit nach Wien. Den Nachbericht zur High End Vienna 2026 veröffentliche ich kurze Zeit nach der Messe hier auf HiFiGeek.

Ich hoffe ihr konntet ein wenig was mit meinem High End Vienna 2026 Vorbericht anfangen und wir lesen uns demnächst wieder!

High End Vienna 2026: 4.–7. Juni, Austria Center Vienna, Bruno-Kreisky-Platz 1, 1220 Wien. Fachbesuchertage: 4. und 5. Juni. Publikum: 6. und 7. Juni.

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Fosi Audio S3 Preview: Starke Hardware, halbfertige Software – eine ehrliche Einschätzung https://www.hifigeek.de/fosi-audio-s3-preview-starke-hardware-halbfertige-software-eine-ehrliche-einschaetzung/ https://www.hifigeek.de/fosi-audio-s3-preview-starke-hardware-halbfertige-software-eine-ehrliche-einschaetzung/#respond Mon, 20 Apr 2026 22:40:18 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=10693

Alle feiern den neuen Fosi Audio S3. Zwei Tage getestet, Video raus, Hype. Ich steh hier und frag mich: Hat irgendjemand das Ding mal wirklich benutzt? Ich hab’s getan – über Wochen, im Dauerbetrieb, an drei verschiedenen Setups. Und ich sag euch in diesem Preview, was die anderen euch nicht sagen.

Warum kein vollständiges Review? Weil ich mir mit meinen Testgeräten normalerweise richtig viel Zeit nehme. Die Geräte laufen bei mir den ganzen Tag, über Wochen, im echten Alltag – nicht nur für einen Nachmittag. Und weil die Software schlicht noch nicht fertig ist, wäre ein abschließendes Urteil jetzt schlicht nicht seriös. Ich will euch aber trotzdem mitnehmen: was der S3 schon kann, wo er Probleme hat und warum es sich lohnt, dieses Gerät im Auge zu behalten.

Disclaimer: Ich habe den Fosi Audio S3 vom Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Fosi Audio oder irgendjemand sonst nimmt keinen Einfluss auf mein Preview. Als unabhängiger Blog sind wir an keine geschäftlichen Beziehungen gebunden, die unsere Meinung verfälschen könnten.

Update [01.05.2026]: Fosi hat nachgeliefert – der EQ wurde erweitert und Qobuz ist inzwischen an Bord. Beides teste ich gerade aktiv, erste Eindrücke sind vielversprechend. Wie gut die Umsetzung im Alltag wirklich ist, wird im vollständigen Review eingehend beurteilt.

Was ist der Fosi Audio S3?

Der Fosi Audio S3 ist Fosis erster Streamer – und schon das ist eine kleine Ansage. Die Marke kennt ihr vielleicht eher von ihren kompakten, günstigen Verstärkern; der Fosi Audio i5 ist nicht ohne Grund Teil meiner Referenzkette. Jetzt wagen sie sich in eine komplett andere Produktkategorie, und das sieht man dem Gerät auch an: anderer Formfaktor, etwas größer als das typische Fosi-Kistchen, und ein helleres Grau statt dem vertrauten Dunkelgrau.

Preislich bewegt sich der S3 bei einem UVP von 329€ und im Netz bei ~ 279. Und genau dieser Preis macht die Sache interessant.

Der Sweet Spot – und warum er wirklich einer ist

Manche ordnen den Fosi Audio S3 als direkten Konkurrenten zum WiiM Pro Plus ein. Das stimmt, aber es greift zu kurz. Der WiiM Pro Plus hat weder HDMI-eARC, noch einen symmetrischen XLR-Ausgang, oder einen dedizierten Subwoofer-Out. Der S3 hat das alles – und das für unter 300 Euro. Der nächste WiiM, der mithalten kann, ist der Ultra, der bei rund 400 Euro liegt und dafür ein kleines Display spendiert bekommt. Auf das kann ich ehrlich gesagt verzichten. Die Eversolo-Modelle spielen preislich noch eine Etage drüber. Wer also für 270 bis 300 Euro einen Streamer sucht, der mehr mitbringt als das Übliche, sollte genau hinschauen.

Anschlüsse: Mehr als erwartet

Auf der Rückseite des Fosi Audio S3 findet sich eine für den Preis bemerkenswert vollständige Ausstattung: XLR-Ausgang (symmetrisch) und RCA (asymmetrisch), ein Line-In per Cinch für CD-Player oder Plattenspieler, ein Subwoofer-Ausgang, HDMI mit eARC, Toslink und Bluetooth. Was fehlt, ist ein Koaxial‑S/PDIF-Ausgang – der kann prinzipbedingt mehr übertragen als Toslink, und bei einem Gerät auf diesem Ausstattungsniveau wäre er ein logisches Puzzleteil gewesen. Schade, aber kein Dealbreaker.

HDMI eARC: Das Killerfeature für unter 300 Euro

Das Thema verdient einen eigenen Absatz, weil es für mich wirklich der Grund ist, warum der Fosi Audio S3 in seinem Preissegment heraussticht. HDMI eARC bedeutet, dass ihr den Streamer direkt in euren Fernseher hängt, den Ton des Fernsehers durchschleift und gleichzeitig euer Streaming-Audio darüber ausgebt – alles über ein einziges Kabel. Für Einsteiger, die guten Klang wollen ohne komplizierte Multi-Geräte-Ketten, ist das ein erheblicher Komfortgewinn.

Der Klang über eARC macht dabei einen sauberen Job: ordentliche Stereowiedergabe, vernünftige Rechts-Links-Ortung, nichts, worüber man sich beschweren müsste. Wer allerdings auf Dolby-Dekodierung hofft: Fosi hat nach aktuellem Stand keine entsprechende Lizenz, was bedeutet, dass ihr über eARC voraussichtlich nur PCM bekommt. Das ist für die meisten Anwendungsfälle völlig ausreichend – man sollte es aber wissen. Was definitiv nicht ausreicht: Die App zeigt euch aktuell weder Format noch Bitrate noch Samplerate an, egal ob ihr über HDMI hört oder streamt. Das ist ein Basis-Feature, das bei jedem Streamer in dieser Klasse selbstverständlich sein sollte.

Erster Klangeindruck: Gut – aber mit Einschränkungen

Vorweg: Das hier sind erste Eindrücke unter realen Bedingungen, kein abschließendes Klangurteil. Ich habe den S3 an drei Setups betrieben – am Burson Soloist Stellar Max über Kopfhörer, sowohl an den Burson Timekeeper GT4 Max als auch an den Nilai-500-Monoblöcken, jeweils in Kombination mit den Arendal 1723 Towern und dem SVS SB-5000.

Das Ergebnis: Der DAC im Fosi Audio S3 spielt solide, detailliert und unangestrengt. Wer die Burson-Kette kennt, weiß, was da klanglich passiert – und der S3 fügt sich ordentlich ein. Einen Tick mehr Feinzeichnung wäre schön, aber für das Geld bewegt er sich auf einem absolut respektablen Niveau.

Die Einschränkung liegt nicht am Klang selbst, sondern daran, was man damit nicht tun kann. Wer Raumprobleme hat – und die hat fast jeder – braucht einen vernünftigen EQ. Fünf Bänder sind besser als keiner, aber in 2026 ist das schlicht zu wenig, um eine Hörumgebung ernsthaft zu korrigieren. An den Nilai-Monoblöcken, die deutlich neutraler und trockener spielen als die Burson-Geräte (Test folgt), hätte ein ordentlicher parametrischer EQ einen echten Unterschied gemacht. Den gibt es aktuell nicht. Das merkt man.

Hinzu kommt: Ich konnte während des Tests ausschließlich über Spotify hören, weil Qobuz noch nicht unterstützt wird. Für ein abschließendes Klangurteil brauche ich Qobuz – HiRes-Streaming ist für mich kein Nice-to-have, sondern Standard.

Hardware-Probleme: Ehrlichkeit ist hier Pflicht

Zwei Dinge, die ich bei keinem anderen Gerät in meiner Kette hatte und die ich direkt ansprechen muss.

Erstens: ein konstantes, leises Rauschen auf dem linken Kanal. Es skaliert nicht mit der Lautstärke, und als ich die Kanäle getauscht habe, ist das Rauschen mitgewandert – es liegt also klar am Gerät, nicht an Kabeln oder Lautsprechern. Mein Verdacht geht in Richtung eines defekten Op-Amps oder Buffers. Ob das ein Serienproblem ist oder ein Einzelfall, kann ich noch nicht beurteilen. Ich sage es trotzdem, weil ihr das wissen solltet.

Zweitens: gelegentliche Knackgeräusche beim Quellwechsel – sowohl beim Liedwechsel als auch im HDMI-Betrieb. Das kannte ich bisher von keinem anderen Gerät in der Kette. Ob das Ursache in der Software oder der Hardware hat, lässt sich noch nicht endgültig sagen. Fosi muss das fixen.

Und dann gibt es noch das CEC-Problem, das so ein typisches Alltagsding ist, das man nur merkt, wenn man ein Gerät wirklich benutzt. Ich hatte abends ferngesehen, den TV ausgemacht, der S3 ist brav per CEC mitgegangen. Dann, später, wollte ich noch Musik hören und habe Spotify gestartet – woraufhin zunächst der Fernseher wieder anging, bevor der S3 auf die Streaming-Quelle umschaltete. Was passiert: Der Streamer bootet im HDMI-Modus, gibt ein CEC-Wecksignal ans Display, und merkt erst danach, dass er eigentlich Spotify spielen soll. Klingt klein, nervt im Alltag enorm. Und es ist genau der Grund, warum ich Testgeräte nicht zwei Tage auf den Schreibtisch stelle und dann ein Video mache.

Die Software: Der eigentliche Knackpunkt

Ich sage es direkt: Die App ist dünn. Wirklich dünn – und das ist das zentrale Problem des Fosi Audio S3 in seinem aktuellen Zustand.

Fünf EQ-Bänder sind ein Anfang, aber kein Werkzeug. Wer seinen Raum wirklich einmessen will, braucht mindestens zehn Bänder, besser einen vollwertigen parametrischen EQ. Eine Auto-EQ-Funktion, bei der man einfach das Handy nimmt und den Raum einmisst? Hat WiiM. Hat Eversolo. Fehlt hier komplett. Der Subwoofer-Ausgang ist physisch vorhanden, aber ein einstellbarer Crossover ist in der App nicht zu finden – was bedeutet, dass ihr euren Sub zwar anschließen könnt, aber ohne definierte Trennfrequenz arbeitet. Das mag für manche Setups pragmatisch funktionieren, für eine ernsthafte Einbindung in eine Stereo‑2.1‑Kette reicht es nicht. Getrennte Ausgangsprofile für XLR und RCA? Fehlen. Separate Eingangsprofile? Fehlen. Und in der App sind Platzhalter für Funktionen sichtbar, die noch gar nicht existieren – darunter Display-Einstellungen für ein Display, das der S3 gar nicht hat. Das wirkt unfertig, weil es unfertig ist.

Beim Streaming-Angebot sieht es ähnlich aus: Spotify, Tidal Connect, AirPlay 2, Google Cast, Roon und Spotify Connect sind mit an Bord. Qobuz fehlt – und für mich persönlich ist das kein Schönheitsfehler, sondern ein echter Showstopper für ein abschließendes Urteil. Kein Internetradio, keine dienstübergreifenden Playlists. In seinem aktuellen Zustand ist der Fosi Audio S3 eher ein vielversprechendes Transportmodul als ein vollwertiger Streamer.

Roadmap: Fosi hört zu – aber die Liste ist lang

Beim Schreiben dieses Fosi Audio S3 Preview hat Fosi auf Instagram eine erste öffentliche Roadmap veröffentlicht. Für April ist Qobuz Connect angekündigt sowie eine Erweiterung des EQ auf zehn Bänder, für Mai ein komplett überarbeitetes UI mit anpassbarem Homescreen. Das ist gut. Es zeigt, dass Fosi zuhört und aktiv entwickelt.

Aber es reicht noch nicht. Crossover für den Subwoofer-Ausgang steht nicht auf der Roadmap. Auto-EQ steht nicht drauf. Parametrischer EQ steht nicht drauf. Signalanzeige steht nicht drauf. Ausgangsprofile stehen nicht drauf. Was Fosi liefert, ist ein erster Schritt – aber die Distanz zum Ziel ist noch beträchtlich. Das warnende Beispiel kennt ihr: Sonos. Versprechen allein bauen kein Vertrauen. WiiM hat mit öffentlichen Changelogs und einer lebendigen Community vorgemacht, wie das richtig geht. Das ist der Standard, an dem sich Fosi messen lassen muss.

Das eigentliche Thema: Ökosystem schlägt Chips

Ich komme immer wieder auf denselben Punkt zurück, weil er der entscheidende ist. In Reviews und Kommentaren dreht sich alles um DAC-Chips. Dieser Chip, jener Chip. Wisst ihr was? Ich hab hier einen Fosi-Kopfhörerverstärker stehen, der hat einen hervorragenden DAC eingebaut. Warum soll ich überall DAC-Chips horten?

Es geht ums Ökosystem. WiiM kommt aus dem Netzwerkplayer-Bereich – die konnten von Tag eins Software. Eversolo genauso. Fosi ist bisher eine Hardware-Firma mit starker Engineering-DNA, aber Softwareentwicklung ist ein anderes Handwerk. Es braucht Konzeption, Entwicklung, Testing, Pflege, Community-Management. Das baut man nicht in einem Quartal auf.

Was ich gehört habe: Es soll noch eine S3 Light-Variante geben sowie eine Max- oder Ultra-Version. Für den Light könnte ich mir einen reinen Netzwerktransport ohne eigenen DAC vorstellen – und das wäre tatsächlich eine Marktlücke in diesem Preissegment. Im High-End läuft der Trend zu dedizierten Transporten gerade heiß, Eversolo hat das vorgemacht. Warum nicht auch im Einsteiger- bis Mittelklassebereich?

Der größere Gedanke dahinter: Wenn Fosi ein ernsthaftes Multiroom-Konzept aufbaut und dazu einen eigenen aktiven Lautsprecher bringt – sagen wir im Bereich 150 bis 200 Euro –, dann könnte daraus etwas wirklich Interessantes entstehen. So wie Sonos, aber im Fosi-Preisbereich, mit offenem Ökosystem und dem Feature-Set, das man 2026 erwarten darf. WiiM hat Speaker im Angebot, aber 350 Euro das Stück bedeutet 700 Euro für Stereo – da bekommt man einen WiiM Amp Ultra mit guten Regalboxen und ist deutlich flexibler aufgestellt. Wenn Fosi das Ökosystem-Denken wirklich verinnerlicht und konsequent umsetzt: Das wäre eine Ansage.

Fosi Audio S3 Preview – Fazit

Der Fosi Audio S3 ist für seinen Preis hardware-technisch wirklich stark aufgestellt. Symmetrischer XLR-Ausgang, HDMI mit eARC, Subwoofer-Out, Line-In, Bluetooth – das ist eine Kombination, die unter 300 Euro ihresgleichen sucht. Der erste Klangeindruck ist solide, das Potenzial ist spürbar.

Aber der Fosi Audio S3 ist noch nicht fertig. Die Software ist das, was zwischen einem spannenden Gerät und einem empfehlenswerten Streamer steht – und da ist noch eine erhebliche Strecke zu gehen. Hinzu kommen die Hardware-Beobachtungen, die ich gemacht habe und an Fosi weiter gegeben.

Wer heute einen Streamer kaufen will, der aus der Box heraus alles kann, ist bei WiiM oder Eversolo besser bedient. Wer aber bereit ist, mitzuwachsen, und wer das Hardware-Paket für diesen Preis spannend findet – der sollte den S3 im Auge behalten. Ich werde den Fosi Audio S3 weiter im Dauerbetrieb lassen und nach diesem Preview ein vollständiges Review nachliefern, sobald die Software einen Stand erreicht hat, der ein faires Urteil erlaubt.

Die große Frage bleibt: Wie viel Geduld gibt man einem jungen Unternehmen, das in einer neuen Kategorie Fuß fasst? Ich bin gespannt. Und ihr hoffentlich auch.

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Norddeutsche HiFi-Tage 2026 — die NDHT stehen kurz bevor https://www.hifigeek.de/norddeutsche-hifi-tage-2026/ https://www.hifigeek.de/norddeutsche-hifi-tage-2026/#respond Thu, 29 Jan 2026 14:13:27 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=10065 Ich bin kein großer Messegänger(ja ich war auf der letzten HIGH END 2025 in München). Aber wenn etwas wie die Norddeutsche HiFi-Tage 2026 am 31.01. und 01.02. praktisch vor meiner Haustür stattfindet, muss ich einfach hingehen. Trotzdem: Bei dem Gedanken an überfüllte Hotelzimmer, in denen sich Menschen stapeln und ich mich für das nächste Upgrade begeistern soll, bin ich schon ein bisschen müde.

Ganz ehrlich? Ich verstehe den Reiz von Messen wie die Norddeutsche HiFi-Tage 2026 total: Schwärmen vom nächsten Upgrade, kleine „Gems“ entdecken, die im Online-Dschungel untergehen würden, oder endlich mal Gleichgesinnte treffen, mit denen man stundenlang über Musik, Technik und Setups fachsimpeln kann. Gleichzeitig bleibe ich skeptisch: Hier wird natürlich mit allen Mitteln Marketing betrieben, und manche hochgejubelten Produkte würden mich ohne diesen Rahmen vermutlich nie interessieren.

Konzept: Modenschau in Hotelräumen

Stellt euch die Norddeutsche HiFi-Tage 2026 wie eine Modenschau vor: Jeder Hersteller oder Vertrieb mietet einen Raum im Hotel und versucht, aus den Gegebenheiten das Maximum herauszuholen. Teppichboden, dünne Wände, niedrige Decken – alles andere als ein perfekt optimierter Hörraum. Ist so ein Zimmer also ungeeignet für HiFi-Demos, oder gerade spannend, weil man Systeme in halbwegs realistischen Umgebungen erlebt?

Ich persönlich halte nicht allzu viel von klassischen Verkaufsvorführungen, bei denen ich nicht die Fäden in der Hand habe. Es ist nicht mein Raum, nicht meine Technik, und ich habe keine echte Transparenz darüber, was im Hintergrund passiert. Das macht es schwierig, Eindrücke direkt auf das eigene Setup zu übertragen.

Ich bin außerdem kein Freund typischer Verkaufsgespräche. Man weiß nie, wer da gerade vor einem steht und wie tief das Fachwissen wirklich geht. Ich bin mit dem Internet aufgewachsen, informiere mich gerne selbst und liebe es, mich online durch Tests, Foren und Datenblätter zu wühlen. In vielen Gesprächen merke ich ziemlich schnell, dass ich in einigen Bereichen besser im Thema bin als mein Gegenüber. Dann fühlt sich meine Zeit schnell verschwendet an – kein Wunder, dass der Trend immer stärker Richtung Onlinekauf geht.​

Trotzdem: Vorfreude!

Trotz aller Skepsis bleibt eine Messe spannend. Ich freue mich darauf, nach Hause zu fahren und das Gefühl zu haben, wirklich etwas dazugelernt zu haben. Vielleicht ergibt sich der ein oder andere interessante Kontakt, vielleicht entdecke ich Konzepte oder Produkte, die ich bisher gar nicht auf dem Schirm hatte. Und vor allem: Es ist einfach ein gutes Gefühl, so viel gebündelte Leidenschaft für Musik und Technik an einem Ort zu erleben.

Die Ausstellerliste für die Norddeutsche HiFi-Tage 2026 ist in den letzten Wochen immer weiter gewachsen, weshalb ich diesen Artikel zunächst zurückgehalten habe. Aber jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, noch einmal auf die Norddeutsche HiFi-Tage 2026 hinzuweisen.

Ich habe die Aussteller grob kategorisiert – seht es mir nach, wenn es nicht immer zu hundert Prozent passt:

Lautsprecher & Akustik
Acapella, AP Elektroakustik, ASCENDO, Auer Acoustics, Avantgarde Acoustic, Audes, beaudioful, Børresen, Canton, CHARIO, Cube Audio, ELAC, Esprit, Fischer & Fischer, GAUDER AKUSTIK, GGNTKT, HIFIMAN, Harzsch, Horns, Kaiser KAWERO, KEF, Lansche Audio, Lyravox, MAGNEPAN, Manger, Marten, MAPU Speakers, Mudra Akustik, MUSICAL FIDELITY, Perlisten Audio, Phonar, PMC, Pylon Audio, QUAD, Qualio Audio, Raidho Acustics, Rogers HiFi, Rowen, Scansonic, Sonox, TRIANGLE, Velodyne Acoustics, Vivid Audio, Voxativ, Wilson Audio, YG Acoustics​

Verstärker & Elektronik
A&L, Aavik, Accuphase, AIR TIGHT, ATOLL, AUDREAL, AVM, AYON, Backes & Müller, Benchmark, Boulder Amplifiers, Braun, Bryston, dCS, EINSTEIN AUDIO, EternalArts, Fezz Audio, Grimm Audio, Harman Karbon, Hegel, Horch House, Luxman, Magnetar, Mola Mola, MSB, NuPrime, PS Audio, Riviera Audio Laboratories, RÜBENBURG AUDIO, Soulnote, SPL, Staltmanis LAB, Swiss HD, ThivanLabs, Vitus, VTL, Western Electric, WISSELING HIGH END​

Quellgeräte (Plattenspieler, Streamer, CD-Player)
Bauer Audio DPS, C.E.C., HOLBORNE, Innuos, Lampizator, Mozzaik Audio, PLATINE VERDIER, Revox, Symphonic Line, Thales, Thorens, Transrotor, TW-Acoustic, VPI Industries, Axmann Audio, sonoro​

Tonabnehmer & Vinyl-Zubehör
KOETSU, Kleeny, Nessie Vinylcare, PHASEMATION, PHONOSOPHIE, Skyanalog, Soundsmith, STUdo, ToneTool​

Kabel & Zubehör
Analysis Plus, Ansuz, Audia Flight, Axxess, Cardas Audio, Crystal Cable, Furutech, J.Sikora, LUNA CABLES, Nordost, PADIS, POWERGRIP, Reed, Silberstatic, SUPRA Cable, WBT, WBT-PlasmaProtect™, WireWorld, Zavfino​

Kopfhörer
Final, grell, Sennheiser​

Möbel, Racks & Raumausstattung
Bassocontinuo, HKLIVING, SYMANN Soundboards, SonicThrone® Audio Sessel, UberLight Flex, Workshop Quadrophonie​

Sonstiges & Spezialanbieter
ATE, Audio Note, Audio Offensive, Audio Reference, Audiofels, Audiophil FAST, Axmann Audio, Dimi Vesos, ELECTRIC AUDIO, Esprit, EternalArts, Fenn Music, GGNTKT, HIFI-ZEILE, HOLBORNE, LEN Hifi, Linnenberg, Loutd, nextgen™, Progressive Audio

Mein Plan für die Norddeutsche HiFi-Tage 2026

Am Ende bleibt für mich vor allem eins: Neugier. Ich werde nicht jede Vorführung für bare Münze nehmen und auch nicht nach jedem Raum glauben, das nächste „Must-have“ gefunden zu haben. Aber genau dieses Wechselspiel aus Begeisterung, Skepsis und echtem Interesse macht die Norddeutsche HiFi-Tage 2026 für mich spannend.

Wenn ihr also Zeit und Lust habt, euch ein Wochenende lang durch Lautsprecher, Verstärker, Kopfhörer, Streaming und Vinyl zu hören, schaut im Le Méridien in Hamburg vorbei – Tickets bekommt ihr direkt über die Veranstalterseite, alle Infos zu Zeiten und Preisen findet ihr dort. Ich werde mit meiner Kamera vor Ort sein und meine Eindrücke später hier mit euch teilen.

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Luxsin X9 im Test: Head‑Fi‑Control‑Center mit HP‑EQ, Sub‑Power und Firmware‑Upgrade für deine Kopfhörer https://www.hifigeek.de/luxsin-x9-im-test/ https://www.hifigeek.de/luxsin-x9-im-test/#respond Wed, 28 Jan 2026 15:00:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9737 Ich war schon im Sommer sehr neugierig auf den Luxsin X9, habe ihn dann aber wieder aus den Augen verloren. Nichtsdestotrotz steht er jetzt auf meinem Schreibtisch und ich konnte das gute Stück etwa vier Wochen unter die Lupe nehmen – oder besser gesagt: in einen für ihn vielleicht anstrengenden Dauertest schicken. Wenn dem so war, hat sich der Luxsin X9 das keinesfalls anmerken lassen. So viel sei verraten.

Vorab ein kurzer Disclaimer: Ich habe den Luxsin X9 vom deutschen Vertrieb audioNEXT kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. audioNEXT oder irgendjemand sonst nimmt keinen Einfluss auf mein Review. Als unabhängiger Blog sind wir an keine geschäftlichen Beziehungen gebunden, die unsere Meinung verfälschen könnten..

Auch nach diesem Test ist beim Luxsin X9 einiges passiert – u. a. ein neuer Hörtest namens Hearing Compensation und AI-EQ, das inzwischen auch hier eingezogen ist. Alle Details im Update unten.

Hier findet ihr mein Luxsin X9 Video‑Review auf YouTube

Gefällt euch mein Content? Dann klickt auf „Abonnieren“ und unterstützt meinen Kanal – so kann ich auch in Zukunft spannende HiFi‑Komponenten für euch testen.

Unboxing & Lieferumfang – erster Eindruck

Wer schon einmal Eversolo-Produkte ausgepackt hat, wird die Qualität kennen. Luxsin stammt ebenfalls aus dem Hause Zidoo. Die 3,7 kg des Luxsin X9 liegen direkt wertig in der Hand. Natürlich wird das Gerät gut gepolstert ausgeliefert, sodass dem massiven Aluminiumgehäuse mit seinen soliden Alu-Planken auf der Reise nichts passiert. Mit 30 x 20 x 6,5 cm ist das Gerät kompakt genug für den Schreibtisch. Auf dem HiFi-Rack wirkt es hingegen angenehm schlank und schmal.

Was liegt in der Box:

  • Netzkabel (Schuko-Standard, EU-Stecker)
  • Bluetooth-Fernbedienung (IR- und BT-kompatibel)
  • USB-B-Kabel (für USB-Audio)
  • USB-Type-C-OTG-Kabel (für iPhone/iPad direkt)
  • Benutzerhandbuch (mehrsprachig, vorerst ohne Deutsch)
  • Garantiepapiere & Quick-Start-Guide

Der erste Eindruck ist durchweg premium. Das 4‑Zoll-Farb-Touchscreen mit den virtuellen VU-Metern ist das Eye-Candy – sie sehen täuschend echt aus, sind vollständig animiert, etwa mit sanft-blauem Hintergrund. Luxsin bietet 14 verschiedene grafische Varianten zur Wahl, was eigentlich unnötig wirkt, aber durchaus charmant ist. Die facettierten Ecken des Gehäuses geben dem Luxsin X9 ein modernes Design, das nicht billig wirkt. Alle sichtbaren Seiten sind sauber verarbeitet, sogar die Unterseite. Schrauben siehst du nur an der Rückwand – alles andere wirkt wie aus einem Guss.

Technische Daten & Architektur

Was den Luxsin X9 technisch interessant macht

Der Luxsin X9 nutzt den AK4499EX DAC-Chip von Asahi Kasei Microdevices – derselbe, der auch im erfolgreichen Eversolo DMP-A8 Streaming-DAC verbaut ist. Das ist ein Vertrauenssignal. Daneben sitzt ein AK4191EQ für die IV-Konvertierung (digital zu analog). Die Signalverarbeitung erfolgt über einen AKM 7739 DSP-Chipsatz, der speziell die Headphone-EQ-Funktion steuert (dazu später mehr).

Die Kopfhörer-Verstärkerstufe

Die Kopfhörerendstufe ist vollständig symmetrisch aufgebaut und liefert bis zu 6.400 mW an 16 Ω über den 4,4‑mm-Balanced-Ausgang – das ist ordentlich Leistung. Über den 6,35-mm-Single-Ended-Anschluss oder XLR4 ist die Leistung etwas geringer, aber immer noch mehr als ausreichend. Der Verstärker-Chip ist ein TPA6120A2 in Kombination mit einem OPA1612 als Buffer. Das Besondere: Die Ausgangsstufe wurde speziell für den Luxsin X9 entwickelt und nicht einfach von Eversolo übernommen.

Das Netzteil ist clever aufgebaut

Ein Lineartrafo versorgt die analoge Sektion (für hohe Reinheit und guten Rauschabstand), ein Schaltnetzteil die digitale Sektion (für Effizienz). Im Inneren sitzt ein großer, gekapselter Ringkerntrafo – du wirst sein Gewicht beim Transport spüren. Die Ripple-Unterdrückung ist mit 40 nV extrem niedrig. Das bedeutet: Der Rauschgrund des Luxsin X9 ist in der Praxis nahezu nicht existent.

Spezifikationen

  • Dynamic Range / SNR: > 128 dB (sehr sauber)
  • THD+N @ KH-Output: < 0,00016% (extrem niedrig)
  • Crosstalk: > ‑117 dB (Kanaltrennung ausgezeichnet)
  • Kanalgenauigkeit (L/R‑Balance): 0,1 dB (beeindruckend präzise)
  • Frequenzgang: neutral-flach mit sanftem Roll-off in den obersten Höhen

Unterstützte Formate:

  • PCM bis 32 Bit / 768 kHz
  • DSD bis DSD512 (native)
  • Bluetooth 5.0 (SBC, AAC offiziell; LDAC & aptX werden unterstützt, aber nicht zertifiziert)
  • Asynchrones USB-Audio (kein Treiber nötig)

Innovative Features

Das Dynamic Negative Feedback System (DNF) nutzt die Kombination aus OPA1612 und TPA6120A2, um harmonische und intermodulative Verzerrungen signifikant zu reduzieren. Das praktische Resultat: Der Klang wirkt sauberer und transparenter, ohne zusätzliche Färbung.

Die R2R-Resistor-Array-Lautstärkeregelung ist ein echtes Highlight. Statt digital zu regeln, nutzt der Luxsin X9 1.024 diskrete Stufen mit Schaltrelais – jeder Schritt ist als leichtes „Click“ beim Drehen hörbar, 0,5‑dB-Schritte sind Standard (wahlweise 1, 2 oder 3 dB). Das verhindert Kanalabweichungen im unteren Lautstärkebereich und verschleißt nicht wie ein klassisches Potentiometer.

Die Impedance-Detection-Technologie misst automatisch die Impedanz deines Kopfhörers (16 Ω, 32 Ω oder 300 Ω), wenn du ihn an den 4,4‑mm- oder 6,35-mm-Anschluss anschließt, und passt das Gain entsprechend an. Das ist praktisch wie die ISO-Einstellung an einer Kamera – es optimiert den nutzbaren Regelbereich für deine spezifischen Kopfhörer. XLR4-Nutzer müssen die passende Einstellung manuell wählen. Eine Einschränkung: Das System misst Impedanz, nicht Empfindlichkeit – mit sehr empfindlichen IEMs oder sehr wenig empfindlichen Kopfhörern kann der Regelweg etwas knapp werden.

In der Praxis bedeutet die Kombination aus Dynamic Negative Feedback und R2R-Lautstärkeregelung: extrem saubere Wiedergabe, perfekte Kanalbalance auch bei sehr niedrigen Pegeln und eine feinfühlige, verschleißfreie Lautstärkeregelung, von der besonders Leisehörer profitieren.

Anschlüsse & Konnektivität

Der Luxsin X9 ist eine echte Audio-Zentrale – nicht nur für Kopfhörer.

Kopfhörer-Ausgänge (Front):

  • 6,35 mm Klinke (Single-Ended, asymmetrisch)
  • 4,4 mm Pentaconn (Balanced, symmetrisch) – hier gibt es die volle Power (6.400 mW @ 16 Ω)
  • XLR4 Balanced (symmetrisch)

Alle Buchsen sind hochwertig verarbeitet, die Klinkenbuchsen haben dezent goldfarbene Ringe – ein schöner Farbakzent, der nicht billig wirkt.

Digitale Eingänge (Rückseite):

  • USB‑B (für USB-Audio, High-Res bis 768 kHz PCM, DSD512)
  • USB‑C (OTG-Standard, ideal um iPhone/iPad direkt anzuschließen)
  • USB‑A (nur für Firmware-Updates via USB-Stick)
  • Coax S/PDIF (Standard Digital Audio)
  • Toslink (optisch, für TV oder ältere Komponenten)
  • HDMI ARC (seltenes Feature für einen Desktop-DAC, ermöglicht Audio-Rückkanal vom Smart-TV in den Luxsin X9)
  • Bluetooth 5.0 (SBC, AAC, LDAC, aptX)
  • WiFi (für App-Steuerung und OTA-Updates)

Analoge Eingänge (Rückseite):

  • Stereo-Cinch (RCA) für CD-Player, Streamer oder andere analoge Quellen

Ausgänge (Rückseite – die Vorverstärker-Funktion):

  • XLR-Ausgänge (symmetrisch) für externe Endstufen oder Aktivlautsprecher
  • Cinch-Ausgänge (asymmetrisch, RCA)
  • Subwoofer-RCA-Ausgänge (Dual) – das ist selten; damit lässt sich ein vollständiges 2.2‑Stereo-Setup aufbauen (Stereo-Lautsprecher + zwei Subwoofer)

Smart Features:

  • Trigger-In/Out-Buchsen (Mono-Klinke)

App-Steuerung:
Die Luxsin Remote App ist verfügbar für iOS und Android. Es gibt außerdem ein Web-Panel im Browser, wenn der Luxsin X9 über WiFi im Netzwerk hängt. Aktuell ist die Oberfläche nur auf Englisch und Chinesisch verfügbar, laut Hersteller soll Deutsch folgen. Die App ist intuitiv, Tuning-Kurven werden visualisiert und PMEQ-Settings (Parametric EQ) lassen sich einfach anpassen. Luxsin schiebt regelmäßig Firmware-Updates nach – gut für Bugfixes und neue Features, aber man lebt damit auch mit einem Gerät, das softwareseitig in Bewegung bleibt.

Design & Verarbeitung

Massives Aluminium mit soliden Alu-Planken – kein Kunststoff mit Alu-Blende wie bei manchen Konkurrenten. Das Finish ist gebürstet statt hochglänzend, was Fingerabdrücke deutlich entschärft. Die leicht schräg gestellte Frontplatte mit ihren facettierten Ecken gibt dem Luxsin X9 ein modernes Aussehen, ohne zu aufdringlich zu wirken.

Das 4‑Zoll-Farb-Touchscreen (TFT-LCD) ist das visuelle Highlight. Die virtuellen VU-Meter sehen täuschend echt aus, vollständig animiert mit Schatten und Beleuchtung. Du kannst zwischen 14 verschiedenen grafischen Varianten wählen (Black VU, Classic VU, Neon usw.). Die Lesbarkeit ist auch aus seitlichen Blickwinkeln hervorragend, die Helligkeit ist einstellbar.

Die Bedienelemente (Front)

  • Minimalistisches Design – nur Lautstärke-Drehregler (rechts) und Power-Taste.

Der Lautstärke-Regler bietet ein sehr befriedigendes, gerastertes Feedback mit gut hörbaren Relais-Klicks – nicht zu straff, nicht zu leichtgängig. Die Haptik ist klar im Premium-Segment angesiedelt. Das Display zeigt bei Lautstärke-Änderungen eine „R2R“-Dezibel-Anzeige an.

Wärmeentwicklung:
Im Idle-Betrieb liegen an der Oberseite rund 30 °C an – warm genug, dass man im Winter gerne mal die Hand darüber streicht, aber nie unangenehm heiß. Es gibt keinen aktiven Lüfter; die Kühlung erfolgt passiv über das Gehäuse.

Bedienung & Features

Da es sich in erster Linie um einen Desktop-DAC handelt, erfolgt die primäre Bedienung über das Touchscreen. Natürlich lässt sich der Luxsin X9 auch bequem mit der Fernbedienung oder über die App steuern, wobei in der App nicht alle Optionen verfügbar sind.

HP-EQ (Kopfhörer-Spezifische Profile) – DAS UNIQUE FEATURE

Das ist das Killer-Feature des Luxsin X9. Luxsin stellt online eine Datenbank mit rund 2.500 Kopfhörer-Profilen zur Verfügung. Wenn du deinen Kopfhörer anschließt, tippst du seinen Namen ins Menü, wählst eines oder mehrere EQ-Profile, und der Luxsin X9 passt den Frequenzgang automatisch an – per DSP. Das funktioniert ähnlich wie EQ-Ansätze auf Basis gemessener Kopfhörerprofile, wie man sie von Roon oder Harman-Target-Curves kennt. Die Idee dahinter: Jeder Kopfhörer bringt charakteristische Verfärbungen mit. Der Fosi i5 ist dir zu zurückhaltend in den Höhen? Die EQ gleicht das aus. Der Verum 2 ist zu hell? Wird korrigiert. Dein Kopfhörer profitiert merklich von dieser Anpassung – nicht subtil, sondern klar hörbar.

Im Ergebnis wirkt HP‑EQ wie ein fehlendes Bindeglied im Head‑Fi‑Setup: Auf Basis realer Messdaten biegt der Luxsin X9 den Frequenzgang vieler Modelle in Richtung einer ausgewogeneren Zielkurve, sodass bekannte Kopfhörer plötzlich wie „fertig abgestimmte“ Hörer klingen – ohne Messmikrofon, REW oder stundenlange EQ‑Bastelei. Ich konnte fast alle Kopfhörer hier im Haus in der Datenbank finden. Lediglich der Sennheiser HD550 fehlt. Schade – wahrscheinlich hätte ihn dieses Feature noch eine Klasse nach oben befördert.

Crossfeed (Digital)

Es gibt drei verschiedene Crossfeed-Level. Die Funktion arbeitet sehr überzeugend: Sie imitiert eine lautsprecherähnliche Räumlichkeit und reduziert die typische „In-Head-Localization“, also das Gefühl, dass alles „im Kopf klebt“. Ideal für lange Listening-Sessions mit weniger Kopfhörer-Ermüdung. Wichtig: Es klingt nicht hohl oder künstlich wie manche schlechten analogen Crossfeed-Implementierungen.

Weitere DSP-Features

  • Stereo-Weite/Soundstage-Adjustment (Depth & Width einstellbar)
  • Musikstil-Presets (vorkonfigurierte DSP-Kurven)
  • 3‑Band-EQ (Bass/Mitten/Höhen)
  • Subwoofer-Weiche (Crossover-Frequenz einstellbar)
  • PMEQ (Parametric Equalization) über das Web-Panel fein konfigurierbar

Allgemeiner Klangcharakter & Bühne 

Im Grundcharakter spielt der Luxsin X9 neutral mit einem leichten Schuss Wärme: Der Bass ist schnell, trocken und kontrolliert, geht tief hinunter, ohne in den Mittelton zu bluten, Stimmen stehen sauber und natürlich im Raum, und der Hochton bringt Glanz und Luft, ohne scharf oder nervös zu werden. Der Hintergrund bleibt dabei „pitch‑black“ – selbst bei niedrigen Pegeln hörst du praktisch kein Rauschen, was in Kombination mit der R2R‑Lautstärkeregelung gerade Leisehörer glücklich macht.

Die Bühne ist standardmäßig eher mittlere Größe mit leicht frontaler Präsentation, dafür sehr klar geschichtet: Vocals und Leads stehen greifbar vorne, Rhythmus‑Sektion und Effekte staffeln sich sauber dahinter. Aktivierst du Crossfeed und die Soundstage‑Erweiterung, lässt sich dieses Bild erstaunlich weit aufziehen, ohne ins Künstliche abzudriften – du bekommst mehr Breite und Luft um Instrumente, ohne dass es nach billigem Hall‑Effekt klingt oder einfach nur der Hochton angehoben wird. Gerade bei längeren Sessions macht das Hörermüdung spürbar geringer, weil die typische „im Kopf festgetackerte“ Bühne einem eher lautsprecherähnlichen Raumgefühl weicht.

Spannend wird es, wenn der X9 seine DSP‑Tricks ausspielt. HP‑EQ fühlt sich in der Praxis an, als würden deine Kopfhörer ein Firmware‑Update für ihren Klang bekommen: Auf Basis realer Messdaten von rund 2.500 Modellen werden Peaks geglättet, Basslöcher aufgefüllt und die Gesamttonalität näher an eine saubere Zielkurve herangezogen. Besonders Kopfhörer mit „berühmten“ Eigenheiten – etwas zu heller Oberton, Badewannen‑Tuning, dünner Bass – profitieren massiv, weil der X9 ihre Stärken betont und die Schwächen beschneidet, ohne den Grundcharakter komplett zu erschlagen. Unterm Strich wirkt HP‑EQ wie das fehlende Bindeglied im Head‑Fi‑Setup: Statt den nächsten Hörer zu kaufen, hebst du mit einem Klick den vorhandenen eine Klasse nach oben.

Leistungsmäßig hat der Luxsin X9 nicht nur für deinen Verum 2 oder Fosi i5 genügend Reserven, sondern auch für große Planare – Berichte mit HIFIMAN‑Kalibern zeigen, dass selbst bei hohen Pegeln kein Eindruck von Kompression oder Weichzeichnung entsteht. Gleichzeitig bleibt er mit sinnvoll gewählter Gain‑Stufe auch an empfindlichen IEMs sehr leise im Rauschteppich, was in dieser Leistungsklasse alles andere als selbstverständlich ist. Dass die Impedance‑Detection den Gain passend vorsortiert, macht die ganze Power im Alltag gut beherrschbar, statt dir nur theoretische Wattzahlen auf dem Papier zu liefern.

Richtig charmant ist der Luxsin X9 dann als Schreibtisch‑Zentrale im 2.1‑ oder 2.2‑Betrieb: Über die beiden Sub‑Ausgänge und die einstellbare Subwoofer‑Weiche lassen sich Aktivmonitore und ein oder zwei Subs sauber ankoppeln – etwas, das man bei Desktop‑DAC/Amps dieser Art fast nie sieht. Damit kannst du tagsüber mit Kopfhörer und HP‑EQ arbeiten und abends mit einem Klick auf Lautsprecher + Sub umschalten, ohne die Klangsignatur komplett zu verlieren: straffe Bässe, aufgeräumter Mittenbereich, kontrollierte Höhen – nur eben mit mehr Luftbewegung im Magenbereich. Für Metal, Spiele und Filme ist das eine Kombination, die schnell süchtig macht, weil sie Studio‑Kontrolle und Spaßfaktor ziemlich elegant unter einen Hut bringt.

Höreindruck

Was für ein Technik-Brett. Für einen DAC gibt es hier erstaunlich viel zu entdecken – und genau das lädt zum Spielen und Ausprobieren ein. Gerade die Kombination aus kräftigem Kopfhörerverstärker, DSP-Spielwiese und Subwoofer‑Integration erinnert ein wenig an den Burson Conductor GT4: Der Subwoofer will plötzlich auch mit euren Kopfhörern mitspielen – ein ziemlich irres Erlebnis.

Natürlich durfte auch meine Metal‑Referenz‑Playlist nicht fehlen. Dazu kamen YouTube, Filme, Serien, Spiele – einmal das ganze Alltagspaket. Der Luxsin X9 hat in der Testzeit dauerhaft auf meinem Schreibtisch gestanden und wurde an guten Tagen locker 10 Stunden am Stück genutzt. Bei knapp 300 Stunden Spielzeit kennt man die Kiste langsam ziemlich gut.

Im Alltag bleibt der Luxsin X9 dem beschriebenen Grundcharakter treu: neutral bis leicht warm, straffer, kontrollierter Bass, sauberer Mittelton und eine klare, luftige, aber nicht nervige Höhenwiedergabe. Der Hintergrund bleibt „pitch‑black“, nichts rauscht, nichts zischelt – selbst bei niedrigen Pegeln wirkt alles kontrolliert und aufgeräumt. Erst wenn man DSP, HP‑EQ und Crossfeed dazuschaltet, merkt man, wie viel Potential da noch oben drauf kommt.

Luxsin X9 X Verum 2

Der Verum 2 ist ein großartiger Kopfhörer, gebaut von einem zugegeben etwas kontroversen Hersteller. Wie so oft bei mir handelt es sich um einen offenen Planar – hier mit den optionalen „ventilated Earpads“, um etwas mehr Tiefbass herauszukitzeln. Am Luxsin X9 angestöpselt und das passende Profil im HP‑EQ aktiviert, passiert genau das, was man sich insgeheim wünscht: Aus einem sehr guten Kopfhörer wird ein affengeiler Kopfhörer.

HP‑EQ bügelte beim Verum 2 die typischen Eigenheiten glatt: Der Bass gewinnt an Fundament, ohne aufzuquellen, die Mitten rücken etwas sortierter ins Zentrum und die Höhen verlieren ein Stück Schärfe, behalten aber Luft und Detail. Versteht es nicht falsch – der Verum 2 ist auch „pur“ ein toller Hörer –, aber es fühlt sich an, als bekäme er ein kostenloses Tuning‑Upgrade. Mehr Linearität, weniger Nervigkeit, stimmigere Tonalität. So sollte dieser Kopfhörer eigentlich ab Werk klingen.

Luxsin X9 X Fosi Audio i5

Der Fosi Audio i5 ist so ein bisschen der Geheimtipp 2025: für den Preis ein erstaunlich erwachsener Klang, der einige etablierte Hersteller sichtbar nervös gemacht hat. Klar, der Start war holprig, Fosi hat aber schnell nachgebessert und die Kinderkrankheiten überarbeitet. Am Luxsin X9 knüpft der i5 genau da an – nur eben eine Stufe höher.​

Mit aktiviertem HP‑EQ bekommt der i5 das, was ihm viele attestieren: ein sehr stimmiges, „großes“ Klangbild für kleines Geld, aber mit weniger Ecken und Kanten. Der Bass wirkt kontrollierter und definierter, Stimmen rücken natürlicher in den Vordergrund, und der Hochton verliert Härte, ohne langweilig zu werden. Unterm Strich hebt der Luxsin X9 den Fosi Audio i5 in eine andere Liga – nicht, weil er ihn verbiegt, sondern weil er seine Stärken betont und die Schwächen wegschneidet.

Einordnung & mögliche Kritikpunkte

Im Vergleich zu typischen Mess‑Boliden à la Topping DX9 oder ähnlichen Designs spielt der Luxsin X9 etwas wärmer und entspannter, punktet dafür mit deutlich mehr Features und Flexibilität. Für Besitzer eines Eversolo DMP‑A8 ist er weniger spannend, weil sich DAC‑Teil und viele Funktionen überschneiden – spannend wird er vor allem als dedizierter Head‑Fi‑Hub mit HP‑EQ und Sub‑Integration.

Kleine Schattenseiten gibt es auch: Einen Ethernet‑Port sucht man vergeblich, alles läuft über WLAN oder USB. Die Relais‑Klicks der R2R‑Lautstärkeregelung sind gewollt und haptisch toll, in sehr leisen Umgebungen aber hörbar – Geschmackssache. Und wer statt leicht wärmer, „musikalischer“ Abstimmung lieber maximal analytische, knallharte Neutralität mit messfokussiertem Minimalismus sucht, wird bei Topping & Co. wahrscheinlich glücklicher.

Fazit

Der Luxsin X9 ist für mich so ein Gerät, das man anfangs wegen der Optik und der Technik-Gimmicks spannend findet – und am Ende wegen der Alltagstauglichkeit und des Klangtunings behält. Er ist kein puristischer „Nur-DAC“, sondern ein vollwertiges Head‑Fi‑Control‑Center: kräftiger Kopfhörerverstärker, sehr guter DAC, flexible Vorstufe mit Sub‑Ausgängen und dazu eine DSP-Werkzeugkiste, die deinen vorhandenen Kopfhörern im besten Fall ein Klang‑Firmware‑Update verpasst.

Wer nach dem X9 noch höher hinaus will: Der Burson Soloist Stellar Max (rund 2.450 €) und ganz oben der Burson Conductor GT4 (rund 3.600 €) zeigen, wohin die Reise gehen kann – beide deutlich teurer und hardwareseitig eine andere Liga, während der X9 seine Stärken vor allem über die Software ausspielt. Der Luxsin X9 zielt eher auf Hörer, die eine saubere, leicht warme, kontrollierte Abstimmung mögen und Lust haben, mit HP‑EQ, Crossfeed, Parametric‑EQ und 2.1/2.2‑Setup aktiv zu gestalten. In dieser Rolle macht er verdammt viel richtig: genug Power für große Planare, pechschwarzer Hintergrund, sehr gute Verarbeitung, starkes Display, und eine EQ‑/Profil‑Sektion, die aus „guten“ Hörern sehr oft „sehr gute“ Hörer macht.

Perfekt ist er nicht: kein LAN-Port, viele Funktionen hängen am Firmware‑Status, die Relais‑Klicks der R2R‑Lautstärke muss man mögen und der Grundsound im Bypass wirkt etwas „zu brav“. Aber unterm Strich ist der Luxsin X9 aktuell einer der spannendsten All‑in‑One‑DAC/Amps für den Schreibtisch – vor allem, wenn du mehr willst als nur „Signal rein, Signal raus“ und dein Head‑Fi‑Setup wirklich als Spielwiese und Werkzeug gleichzeitig begreifst.

Einen Überblick über die gesamte Luxsin-Modellpalette inklusive aller Neuheiten von der HIGH END Vienna 2026 findest du unter Luxsin Audio: X8, X9 und alle Neuheiten im Überblick.

Update Juli 2026: Auch nach meinem Test lebt der X9 weiter

Mein Test oben ist abgeschlossen, das Gerät selbst offensichtlich nicht. Seit dem Verkaufsstart hat Luxsin dem X9 per Firmware-Update kontinuierlich neue Funktionen spendiert – von einem überarbeiteten Web-UI über HTTPS-Unterstützung bis hin zu USB-Musikwiedergabe direkt vom Stick. Für ein Gerät, das schon über ein Jahr auf dem Markt ist, ist das ein ungewöhnlich aktiver Entwicklungstakt, und zwei Neuzugänge sind einen genaueren Blick wert.

Hearing Compensation: ein echter Hörtest im Luxsin X9

Mit Firmware 2.0.0.7 hat Luxsin eine Funktion namens Hearing Compensation eingeführt. Die Idee: Kein Gehör ist symmetrisch oder linear – viele Menschen hören bestimmte Frequenzen auf dem einen Ohr anders als auf dem anderen, oft ohne es zu merken. Hearing Compensation lässt den Luxsin X9 das eigene Gehör direkt am Gerät vermessen und daraus eine individuelle Korrekturkurve für links und rechts erstellen.

Das ist etwas anderes als die bereits im Test oben beschriebene HP-EQ: HP-EQ gleicht die Eigenheiten eines bestimmten Kopfhörer-Modells an eine Zielkurve an (mehr dazu in meiner HP-EQ-Anleitung). Hearing Compensation dagegen misst nicht den Kopfhörer, sondern das eigene Gehör – zwei unterschiedliche Korrekturebenen, die sich theoretisch sogar kombinieren lassen sollten.

Ich habe die Funktion nicht selbst durchgespielt, kann den Ablauf aber aus dem offiziellen Luxsin-Erklärvideo detailliert nachvollziehen:

  1. Start: Im Menü über den Touchscreen zu EffectHearing compensation+ New hearing profile navigieren.
  2. Referenzton kalibrieren: Zwei Testtöne (3,5 kHz oder 1 kHz) stehen zur Wahl. Per Drehregler die Gerätelautstärke herunterregeln, bis der Ton gerade noch hörbar ist, dann den subjektiv lauteren Ton per Touch auswählen.
  3. Linkes Ohr, 7 Frequenzbänder (u. a. 125 Hz, 250 Hz, 500 Hz, 1000 Hz, 4000 Hz, 8000 Hz): Ton wird langsam lauter, sobald hörbar auf “Heard” tippen, danach Lautstärke per Schieberegler oder Plus/Minus-Tasten feinjustieren, bis der Ton gerade eben wahrnehmbar ist, mit “Next” bestätigen.
  4. Rechtes Ohr: identischer Ablauf, automatisch im Anschluss.
  5. Ergebnis: Ein “Final Result”-Diagramm zeigt die individuelle Kompensationskurve für beide Ohren. Über “Rename” benennen, über “Apply” anwenden – die Ausgabe ist danach auf das persönliche Gehör kalibriert.

Im Kern ist das ein vollwertiges, geführtes Audiogramm-Verfahren, wie man es sonst eher von dedizierten Hörtest-Apps kennt – nur direkt im DAC integriert. Genau diesen Bedarf hatten Luxsin X9-Nutzer schon vorher in Foren thematisiert, etwa mit selbstgebauten Lösungen über externe Tongeneratoren zur Kompensation von einseitigem Gehörverlust. Luxsin scheint diesen Community-Wunsch jetzt direkt ins Gerät geholt zu haben.

AI-EQ: mittlerweile auch im X9 an Bord

Der X8 hatte von Anfang an ein eigenes Software-Highlight: eine KI-gestützte parametrische EQ, die sich per Sprach- oder Textbefehl bedienen lässt – “mach den Bass wärmer” wird automatisch in eine passende EQ-Kurve übersetzt, inklusive Erklärung, was verändert wurde. Mittlerweile ist diese Funktion auch im X9 angekommen, sodass sie kein Alleinstellungsmerkmal des kleineren Modells mehr ist. Mehrere unabhängige Tester beschreiben das System übereinstimmend als überraschend intuitiv, kritisieren aber, dass sich die KI auf reine Frequenzgang-Anpassungen beschränkt.

Mein Zwischenfazit

Zwei Dinge fallen auf: Sowohl Hearing Compensation als auch AI-EQ lösen ein reales, oft unterschätztes Problem – dass Gehör und Kopfhörer beide Fehlerquellen sind, die sich nicht mit einer pauschalen Zielkurve beheben lassen. Und beide Funktionen kamen nicht zum Marktstart, sondern wurden per Firmware nachgereicht – AI-EQ ist inzwischen sogar geräteübergreifend auf X9 und X8 verfügbar. Das unterscheidet Luxsin von vielen Wettbewerbern, bei denen ein Gerät im Wesentlichen so bleibt, wie es ausgeliefert wurde. Wer vor über einem Jahr gekauft hat, bekommt heute spürbar mehr Gerät, als er ursprünglich bezahlt hat – ein Kurs, den ich mit Interesse weiterverfolge, gerade jetzt, wo mit BD9, BH9 und weiteren Neuheiten von der HIGH END Vienna 2026 auch hardwareseitig einiges in Bewegung ist.

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SMSL D1 — DER Einsteiger-DAC 2025? https://www.hifigeek.de/smsl-d1-der-einsteiger-dac-2025/ https://www.hifigeek.de/smsl-d1-der-einsteiger-dac-2025/#respond Tue, 18 Nov 2025 19:05:12 +0000 https://www.horror-news.com/?p=9499 Du hast einen PC, willst aber endlich sauberen, ehrlichen Sound genießen – und zwar ohne das übliche Marketing-Geschwurbel? Ich habe den brandneuen SMSL D1 Desktop-DAC getestet und nach dem Unboxing erstmal alles auf den Tisch gestellt: Features, Anschlüsse, Bedienung und vor allem den Klang. Was taugt das kleine Kistchen wirklich?

Ich habe den D1 von SMSL zugesandt bekommen im Tausch für meine ehrliche Meinung. Ich habe keinerlei Verbindung zu SMSL, noch hat SMSL Einfluss auf meinen Text. Wie immer: klar, ehrlich und mitten in die Fresse.

Hier findet ihr mein SMSL D1 Video‑Review auf YouTube

Gefällt euch mein Content? Dann klickt auf „Abonnieren“ und unterstützt meinen Kanal – so kann ich auch in Zukunft spannende HiFi‑Komponenten für euch testen.

Unboxing

Der SMSL D1 kommt in einem kleinen, schlichten Karton. Zuerst entdeckt man so etwas wie eine Garantiekarte, eine Kurzanleitung auf Englisch und Chinesisch und ein einigermaßen wertiges USB-Kabel. Der D1 selbst kommt in einer kleinen, milchigen Tüte, wohlbehütet. Der Lieferumfang ist jetzt nicht die Welt, aber sicherlich ausreichend.

Verarbeitung & Ausstattung

Wer mich kennt, weiß: Ich achte auf Details. Der SMSL D1 kommt mit robustem CNC-Alu, fühlt sich erstaunlich wertig an und bleibt so kompakt, dass er auch im kleinsten Setup Platz findet – am Laptop, irgendwo am, um, unter dem Schreibtisch oder irgendwo an der HiFi-Anlage als kleines Gimmick.

Anschlüsse?

USB‑C getrennt für Strom & Daten (wobei der Datenanschluss auch den Strom für den DAC liefern kann), optisch, koaxial – alles Wichtige ist dabei. Ausgänge gibt’s klassisch per RCA-Stereo. Keine unnötigen Spielereien: Plug&Play für Windows und Mac, natürlich sind High-Res-Daten kein Problem.
Bedienung? Intuitiv über Touch-Tasten und eine schlichte LED-Anzeige. Nix weltbewegendes, funktioniert!

Technische Daten auf einen Blick

  • DAC-Chip: ROHM BD34352EKV (audiophil, neutral)
  • Samplerates: 32 Bit / 768 kHz, DSD512
  • SNR/THD+N: 126 dB / 0.00038%
  • Extras: Low-TC Widerstände, solide Verarbeitung

Interessant ist der SMSL D1 gerade weil er nicht auf die üblichen Verdächtigen von ESS und Asahi Kasei Microdevices alias AKM setzt. Auch weil SMSL sich dazu entschieden hat einen vergleichsweise hochwertigen DAC-Chip in ein Einsteiger-Gerät zu stecken. Natürlich wurde hier jetzt nicht das ausgeklügelste Schaltungsdesign oder Implementierung an und für sich vorgenommen. Dennoch hängt SMSL mit diesem Ansatz die Messlatte im Einsteigersegment ein erhebliches Stück höher. Wer hier liest und noch nicht ganz zu mit der Materie vertraut ist, dem sei gesagt, dass gerade im höherpreisigen Segment noch die ein oder anderen Kniffe versteckt sind, welche dann erheblich teurere Hardware zur Folge haben.

Der Klang: praktischer Hörtest

Getestet habe ich mit dem Lehmann Audio Linear II Kopfhörerverstärker, den Verum 2 Planars und Ricable Dedalus Cinch – alles aus meinem daily driver-Setup. Als Zuspieler kam ein Mac bzw. Eversolo DMP-A6 zum Einsatz, gestreamt über meine Qobuz-Playlist.

Erster Eindruck:
Der SMSL D1 liefert ein überraschend rundes, neutrales Klangbild. Der neue ROHM-Chip positioniert sich tonal zwischen den bekannten ESS- und AKM-Lösungen: Nicht so analytisch-kühl wie ESS, aber auch nicht ganz so warm wie AKM. Erwähnenswert: Die Bühne wirkt gut sortiert und breit, Höhen sind präsent, aber nicht unangenehm scharf. Ich mag es, wenn Becken nicht überbetont werden aber dennoch Crunch in den Ohren haben – das passt!

Bassfundament:
Im Tieftonbereich spielt der D1 satt, mit angenehmem, unaufdringlichem Punch. Wer Kopfhörer oder Boxen mit weniger Tiefgang besitzt, bekommt hier einen Kick. Die Abstimmung ist musikalisch, doch nie schwammig. Bei KoRn – Got the Life zeigt sich, wie federnd der Bass kommen kann. Macht richtig Spaß!

Separation & Bühne:
Die Kanaltrennung ist solide, die Bühne breit aber nicht riesig. Für Garage-Sound á la Nirvana fehlt ein bisschen das kratzige RAW-Feeling welches hochwertigere DACs herausholen – aber wir reden hier von einem Modell unter 100€! Für den Preis: No-Brainer. Die Stimme von Brian Garris (Knocked Loose, Everything is quiet now) kommt klar durch, Details in den Cymbals sind besser als erwartet, alles bleibt angenehm unaufgeregt.

Referenztracks:

  • Nirvana – Rape Me: Bühne breit, aber RAW-Charakter fehlt etwas
  • Knocked Loose – Everything is quiet now: Stimme präsent, Punch okay, Höhen schön eingebunden
  • KoRn – Got the Life: Der Bass schiebt, macht sofort Laune
  • Orbit Culture – The Tales of War / Imminence – God Fearing Man: Druckvoll, modern produziert, extreme Dynamik – der D1 bleibt immer kontrolliert

Mögliche Setups

Also generell denke ich, ist der SMSL ein super Einsteiger-Gerät. Ein wenig die Soundkarte von nem Mainboard aufwerten und besseren Gaming-Sound und Musik erreichen. Vielleicht hat man auch einen nicht so wertigen DAC in seinem Receiver, verbaut und möchte nur diesen Teil ausgleichen, weil einem die Verstärkerleistung mehr als reicht. Das Handy als Streamer, per USB‑C direkt in den DAC und dann auf kleine Amps á la Fosi V3 Mono oder 3e Audio A7 Amp oder, oder, oder. Ich habe hier schon einige von den kleinen Kraftprotzen vorgestellt.

Weiterhin könnte man sich auch einen kleinen Kopfhörerverstärker zulegen. Hier gibt es auch gute und günstige Geräte von den einschlägingen Marken, die das Einstiegssegment bedienen.

Dennoch habe ich auch gesehen und gerade gehört, dass sich selbst ein Lehmann Linar II an dem kleinen Kasten gut macht. Durch die super neutrale und entspannte Spielweise des Linear II, kann man dem DAC alles entlocken, was er so bereit hält und das ist für den Preis wirklich viel.

Fazit: Lohnt sich der SMSL D1?

Wer für kleines Geld einen DAC sucht, der nicht nur am Desktop sondern auch als Upgrade für HiFi-Anlage oder Zweitsetup taugt, ist hier absolut richtig.

Für unter 100 Euro liefert der SMSL D1 eine musikalisch abgestimmte Performance, viele Anschlussmöglichkeiten und eine Verarbeitung, die auch gehobenen Ansprüchen gerecht wird. Kaufen könnt ihr das kleine Wunderkästchen z.B. bei Amazon oder Aliexpress. Weitere Informationen findet ihr auch auf der Seite des Herstellers.

Natürlich gibt’s in höheren Preisregionen noch schärfere, breitere Klangbilder – aber im Bereich Einsteiger-DAC macht der D1 wenig falsch. Optimal mit Kopfhörerverstärker oder als unkompliziertes Desktop-Upgrade.
Mein Tipp: Wer auf High-End verzichten kann und einfach ehrlich Musik genießen will, findet mit dem SMSL D1 einen treuen Begleiter!

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Burson Conductor Stellar – Start einer neuen, kompakten Familie https://www.hifigeek.de/burson-conductor-stellar-start-einer-neuen-kompakten-familie/ https://www.hifigeek.de/burson-conductor-stellar-start-einer-neuen-kompakten-familie/#respond Mon, 27 Oct 2025 08:48:13 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9442 Burson Audio präsentiert mit dem Burson Conductor Stellar eine gänzlich neue Gerätefamilie, die als kompaktere Alternative zur Voyager-Serie konzipiert wurde. Dabei richtet sich der Stellar vor allem an Desktop-Audiophile und Sound-Enthusiasten, die High-End-Performance auf engem Raum wünschen.

Wir haben den Burson Soloist Stellar Max ausführlich getestet.

Mehr zu Burson Audio und allen bisherigen Tests: Burson Audio Übersichtsseite.

Im Unterschied zur klassischen Voyager-Serie setzt Burson beim Stellar auf ein gezieltes Desktop-Design: Kleineres Format, keine Eingänge, attraktiver Preis, aber kompromisslos bei Klang und Leistung.

Die aktuellen Preise lauten:

  • Standard: 1.547,00 €
  • Deluxe: 2.063,00 €
  • Max: 2.579,00 €

Beachtet, dass hier noch Importkosten anfallen.

Ein echtes Alleinstellungsmerkmal des Stellar ist der neu entwickelte dedizierte IEM-Ausgang, der maximale Stille und höchste Detailauflösung garantiert – selbst mit extrem empfindlichen In-Ears. Burson setzt hier auf eine komplett eigene Ausgangsstufe, die Hiss und Grundrauschen praktisch eliminiert: Dieses Feature findet man sonst meist nur bei spezialisierten High-End-Verstärkern wie dem Questyle CMA Fifteen oder dem Cayin C9, die gleichermaßen für kompromisslose IEM-Tauglichkeit entwickelt wurden und ebenfalls im Preissegment jenseits der 2.000 € angesiedelt sind.

Der Burson Conductor Stellar positioniert sich damit eindeutig in der audiophilen Oberklasse der Desktop-Lösungen und bringt neben dem flexiblen IEM-Modul auch die volle Burson-leistung für große Kopfhörer – verpackt in einem kompakten und wohnraumfreundlichen Design.

Auch die übrigen Komponenten setzen Maßstäbe: ESS9039PRO DAC, diskrete I/V- und LP-Stufen, Onsemi Class-A-Transistoren sowie die extrem rauscharmen Silent Power Module, alles passiv gekühlt im futuristischen Gehäuse.

Technische Features und Pakete:

  • ESS9039PRO DAC
  • 8W Class‑A XLR / 4W SE Ausgangsleistung
  • Dedizierter IEM-Modul mit absoluter Stille, selbst für empfindlichste In-Ears
  • Diskreter Aufbau: I/V und LP-Stufen
  • Silent Power Module, Onsemi Class‑A Transistoren
  • USB‑C XMOS (DSD512/PCM 32bit-768kHz)
  • Bluetooth 5.0 (LDAC, aptX HD, AAC)
  • Roon-zertifiziert

Erhältlich in drei Varianten (Standard, Deluxe, Max) – alle mit unterschiedlichen OpAmps und Netzteilen. Bis zum 15. November profitieren Frühbesteller vom kostenlosen Upgrade auf die nächsthöhere Version. Die Auslieferung startet in der ersten Dezemberwoche. Hier könnt ihr mal im Burson Shop vorbeischauen.

Weiterhin hatten wir schon zwei tolle Geräte von Burson Audio im Test: Den Conductor GT4 und den Playmate 3.

Fazit:
Mit dem Burson Conductor Stellar eröffnet Burson Audio eine neue, kompakte Gerätekategorie, die High-End-Power und kompromisslose IEM-Tauglichkeit zum Desktop bringt – und so die Voyager-Serie sinnvoll für moderne Hörgewohnheiten ergänzt.

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WiiM Ultra im Test: Der Streaming-König für alle Fälle — Update 2026 https://www.hifigeek.de/wiim-ultra-im-test-der-streaming-koenig-fuer-alle-faelle/ https://www.hifigeek.de/wiim-ultra-im-test-der-streaming-koenig-fuer-alle-faelle/#respond Sun, 13 Jul 2025 20:45:54 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9066 Der WiiM Ultra ist das Flaggschiff von WiiM und positioniert sich als zentraler digitaler Hub für jedes Audio-System. Mit seinem 32-bit/384kHz ES9038Q2M SABRE DAC, dem 3,5‑Zoll-Touchscreen und einer beeindruckenden Ausstattung an Ein- und Ausgängen wollte der chinesische Hersteller nichts weniger als die Streaming-Welt revolutionieren. Nach wochenlangem intensivem Testing mit verschiedensten Setups von Budget bis High-End können wir sagen: Mission erfüllt! Der Ultra ist nicht nur ein würdiger Nachfolger des WiiM Pro Plus, sondern setzte 2025 völlig neue Maßstäbe in seiner Preisklasse — und behauptet sich auch 2026 noch, wenngleich das Feld inzwischen enger geworden ist.

Alle WiiM-Modelle im Überblick — Streamer, Verstärker, Speaker und die neue Bar: → WiiM Übersicht

Für 399 Euro bekommt man ein Gerät, das vor wenigen Jahren mehrere Tausend Euro gekostet hätte.

Reviews in Bild und Ton

Wir haben mittlerweile auch einen eigenen Youtube-Channel. Hier versuche ich regelmäßig für euch Reviews mit bewegtem Bild bereit zu stellen und mehr mit euch in Kontakt zu treten. Schaut doch einfach mal vorbei und abonniert den Kanal. Danke!

Update Juni 2026: Was sich seit dem Launch getan hat

Ein Gerät wie der WiiM Ultra lebt von Software – und WiiM hat seit unserem ursprünglichen Test kräftig nachgelegt. Der aktuelle Firmware-Stand bringt einige spürbare Verbesserungen:

  • Reduzierte Audio-Input-Latenz: auf rund 35–40 ms gesenkt, was besonders bei HDMI-ARC-Nutzung mit TV-Lippensynchronität hilft.
  • WiiM Radio: als neue Musikquelle direkt in der App integriert.
  • Dolby-Bitstream-Fixes: Stotter- und Aussetzer-Probleme bei Dolby-Wiedergabe über den optischen Eingang wurden behoben.
  • Verzögerte Auto-Updates: konfigurierbar in der App, für alle, die nicht jedes Firmware-Update sofort haben wollen.
  • Roon Ready: ist inzwischen vollständig zertifiziert und produktiv im Einsatz — die zum Launch angekündigte Zertifizierung ist also längst Realität.

Kurz gesagt: WiiM pflegt den Ultra aktiv weiter, fast im Monatstakt gibt es Firmware-Updates. Wer das Gerät kauft, kauft kein “fertiges” Produkt, sondern eines, das sich kontinuierlich verbessert.

Unboxing: Wenn Premium auf Pragmatismus trifft

Das Auspacken des WiiM Ultra ist schon ein kleines Erlebnis für sich. Die schlichte, aber hochwertige Verpackung verspricht bereits, was drin ist: Premium-Qualität zu einem fairen Preis. Der erste Eindruck beim Herausnehmen ist durchweg positiv — das Aluminiumgehäuse fühlt sich deutlich wertiger an als die Plastikgehäuse der günstigeren WiiM-Modelle. Mit seinen 205 x 205 x 73 mm und 1,3 kg wirkt das Gerät kompakt, aber keineswegs billig.

Im Lieferumfang finden sich neben dem WiiM Ultra selbst ein Netzkabel, HDMI‑, Cinch- und Tos-Link-Kabel. Ein Phono-Ground-Adapter für Plattenspieler, sowie eine Fernbedienung mit Sprachsteuerung. WiiM hat hier wirklich mitgedacht — alles was man für den sofortigen Start braucht, ist dabei.

Das absolute Highlight ist aber definitiv das 3,5‑Zoll-Farbtouchscreen-Display mit Glasabdeckung. Es fühlt sich hochwertig an und reagiert butterweich auf Berührungen. Beim ersten Einschalten begrüßt einen ein farbenfroher Setup-Wizard, der selbst Audio-Noobs durch die Ersteinrichtung führt.

Technische Ausstattung: Ein Schweizer Taschenmesser in Audio-Form

Technische Spezifikationen

  • Audio-DAC: ESS Sabre ES9038Q2M (32-bit/384kHz)
  • Kopfhörerverstärker: Texas Instruments TPA6120A2
  • ADC: TI Burr-Brown PCM1861 (110 dB SNR)
  • Line-Ausgang: Maximum 2,1V RMS, SNR 121 dB (A‑gewichtet), THD+N 0,00018% (-115 dB)
  • Konnektivität: Wi-Fi 6E (2,4/5/6 GHz), Bluetooth 5.3 mit BLE, Ethernet 10/100 Mbps
  • Display: 3,5″ Farb-Touchscreen mit Glasabdeckung
  • Abmessungen: 205 x 205 x 73 mm
  • Gewicht: 1,3 kg

Ein- und Ausgänge

Audio-Eingänge:

  • HDMI ARC (PCM, Dolby Digital 5.1)
  • Optischer Eingang (TOSLINK)
  • Line-Eingang (RCA)
  • Phono-Eingang (MM/MC)
  • Bluetooth-Empfänger

Audio-Ausgänge:

  • Line-Ausgang (RCA)
  • Optischer Ausgang (TOSLINK)
  • Koaxialer Ausgang (RCA)
  • USB-Ausgang
  • Subwoofer-Ausgang (RCA)
  • Kopfhörerausgang (3,5mm)
  • Bluetooth-Sender

Zusätzliche Features:

  • 12V-Trigger-Ausgang
  • USB-Host für Storage
  • 10-Band parametrische EQ
  • Raumkorrektur-Software
  • Multiroom-Fähigkeiten

Setup und erste Schritte: Kinderleicht, selbst für Audio-Noobs

Die Einrichtung über die WiiM Home App ist ein Kinderspiel. Nach dem Download der App wird der WiiM Ultra sofort erkannt und die Firmware automatisch aktualisiert. Die App selbst ist intuitiv gestaltet und bietet Zugang zu allen wichtigen Einstellungen. Besonders cool: Man kann für jeden Eingang separate EQ-Einstellungen vornehmen.

Das Touchscreen-Display zeigt nicht nur Albumcover und Wiedergabesteuerung, sondern auch VU-Meter und diverses Feedback zur aktuellen Wiedergabe. In der Standby-Zeit kann man sogar ein individuelles Wallpaper einstellen oder Uhrzeit und Datum anzeigen lassen.

Klangtest: Von Brutal bis Brilliant

Für unseren ausführlichen Klangtest haben wir den WiiM Ultra durch verschiedenste Setups gejagt. Die Referenz-Playlist mit ihrer Mischung aus extremem Metal, Progressive Rock und klassischen Tracks bot die perfekte Basis, um die Grenzen des Geräts auszuloten.

Setup 1: Lehmann Audio Linear II

Am Lehmann Audio Linear zeigte der WiiM Ultra sofort seine Klasse. “Blow Your Trumpets Gabriel” von Behemoth kam mit beeindruckender Dynamik und kristallklarer Separation der einzelnen Instrumente rüber. Der ESS Sabre DAC zeigt hier seine Stärken: ultra-niedrige Verzerrungen und ein Signal-Rausch-Verhältnis von über 120 dB sorgen für einen schwarzen Hintergrund, vor dem sich selbst leiseste Details abheben.

Setup 2: Burson Audio Playmate 3 & Conductor GT4

Die Kombination mit den Burson-Geräten (Playmate 3 Test, Conductor GT4 Test) offenbarte die analytischen Qualitäten des WiiM Ultra. “Pain Remains III: In a Sea of Fire” von Lorna Shore mit seinen über 9 Minuten komplexer Arrangements wurde mühelos gemeistert. Die Bühnenabbildung ist präzise, wenn auch nicht ganz so dreidimensional wie bei deutlich teureren Streamern.

Setup 3: Fosi Audio V3 Mono

Hier zeigte sich die Vielseitigkeit des WiiM Ultra. Selbst mit Budget-Verstärkern wie dem Fosi V3 Mono (hier im Test) liefert er saubere, detailreiche Signale. “Bombtrack” von Rage Against The Machine kam mit ordentlich Punch und Dynamik rüber, ohne dass die Stimme von Zack de la Rocha in der komplexen Instrumentierung unterging.

Kopfhörer-Performance: Audeze LCD‑X & LCD‑3

Der integrierte Kopfhörerverstärker TPA6120A2 macht seine Sache überraschend gut. Mit den Audeze LCD‑X konnte “Honeycomb” von Deafheaven seine volle emotionale Wucht entfalten. Die 11 Minuten epischer Post-Metal wurden niemals langweilig, der WiiM Ultra hielt die Spannung über die gesamte Spielzeit aufrecht. Auch die anspruchsvollen Audeze LCD‑3 wurden problemlos angetrieben, wenngleich ein dedizierter Kopfhörerverstärker nochmal eine Schippe drauflegen würde.

Lautsprecher-Setups: B&W & Amphion Argon 3S

An den B&W zeigte der WiiM Ultra seine neutralen Qualitäten. “Granite” von Sleep Token kam mit der typischen Wärme der B&W‑Hochtöner rüber, ohne dass der WiiM Ultra eigene Klangfärbungen hinzufügte. Die Amphion Argon 3S profitieren von der sauberen Signalaufbereitung des WiiM Ultra — “Creep” von Radiohead klang so melancholisch und detailreich wie selten zuvor.

HDMI ARC: Die heimliche Heimkino-Zentrale

Ein echtes Alleinstellungsmerkmal des WiiM Ultra ist der HDMI-ARC-Eingang. Angeschlossen an den TV wird aus jeder Stereo-Anlage eine kleine Heimkino-Zentrale. Filme und Serien profitieren von der deutlich besseren Klangqualität gegenüber TV-Lautsprechern. Dolby Digital 5.1 wird problemlos verarbeitet und über die Stereo-Ausgänge intelligent heruntergemischt. Für Puristen mag das Frevel sein, aber der Convenience-Faktor ist einfach unschlagbar — und dank der jüngsten Firmware-Fixes läuft die Dolby-Wiedergabe inzwischen auch spürbar stabiler als beim Launch.

Phono-Preamp: Vinyl-Revival leicht gemacht

Der integrierte Phono-Preamp ist eine nette Zugabe für Vinyl-Enthusiasten. Am EAT Prelude Plattenspieler getestet, liefert er für den Einstieg mehr als brauchbaren Sound. Sowohl MM- als auch MC-Tonabnehmer werden unterstützt, wobei die Einstellungen bequem über die App vorgenommen werden können. Für ambitionierte Vinyl-Hörer wird ein externer Phono-Preamp weiterhin die bessere Wahl sein, aber für Gelegenheits-Hörer ist die integrierte Lösung völlig ausreichend.

Streaming-Features: Kein AirPlay — und das bleibt auch so

Der WiiM Ultra unterstützt praktisch jeden relevanten Streaming-Standard: Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect, Google Chromecast Audio, Alexa Built-in, DLNA und Roon Ready. Einzig AirPlay fehlt — und hier schaffen wir 2026 endlich Klarheit, denn das Thema sorgt bis heute für hitzige Diskussionen in Foren: WiiM hat offiziell bestätigt, dass der Ultra AirPlay aufgrund einer Hardware-Limitation nicht unterstützen wird und auch nie unterstützen wird — es handelt sich nicht um eine ausstehende Zertifizierung, sondern um eine dauerhafte technische Einschränkung der verbauten Wi-Fi/Bluetooth-Module. Wer primär AirPlay nutzt, sollte entweder zu einem älteren WiiM-Modell (Mini, Pro, Pro Plus, Amp) greifen, die AirPlay unterstützen, oder auf einen Workaround über Bluetooth bzw. eine LMS-AirPlay-Bridge zurückgreifen.

Für Apple-User ein Wermutstropfen, aber angesichts der übrigen Features verschmerzbar.

Die Multiroom-Fähigkeiten sind beeindruckend. Mit anderen WiiM-Geräten lassen sich mühelos synchronisierte Zonen einrichten. Die Room Correction via Smartphone-Mikrofon funktioniert überraschend gut und kann durchaus hörbare Verbesserungen bringen.

Hier haben wir unsere Terrassen-Lautsprecher B&W AM1 an den Fosi Audio V3 Monos eingemessen mit wirklich hervorragendem Ergebnis. Gerade bei so schwierigen Bedingungen (Outdoor) war das gehörte Ergebnis beeindruckend und macht Party-Laune.

Vergleich: WiiM Ultra im Feld 2026

Der Ultra steht heute in einem deutlich dichteren Wettbewerbsfeld als beim Launch. Hier die relevantesten Alternativen im direkten Vergleich:

WiiM Pro Plus

Der Pro Plus bleibt der Preis-Leistungs-König für unter 250 Euro (hier im Test). Wer nur streamen will und auf Phono-Eingang, HDMI ARC und Touchscreen verzichten kann, ist mit dem Pro Plus bestens bedient. Der Ultra bietet aber deutlich mehr Flexibilität und Zukunftssicherheit — und AirPlay obendrein, was den Pro Plus für Apple-Haushalte interessant macht.

WiiM Amp Ultra (599€) — der große Bruder im eigenen Haus

Die naheliegendste Frage 2026 lautet nicht mehr “Ultra oder Eversolo?”, sondern “Ultra oder Amp Ultra?”. Der Amp Ultra kombiniert dieselbe Streaming- und DAC-Basis mit einer integrierten Endstufe und richtet sich an alle, die passive Lautsprecher direkt anschließen wollen, ohne einen separaten Verstärker zu brauchen. Wer bereits eine eigene Endstufe oder aktive Lautsprecher besitzt, bleibt mit dem reinen Ultra günstiger und flexibler unterwegs. Wer bei Null anfängt und ein Komplettsystem sucht, sollte den Amp Ultra ernsthaft in Betracht ziehen.

Cambridge Audio MXN10

Der MXN10 wird inzwischen zum gleichen Preispunkt wie der Ultra angeboten und ist der Vergleich, den aktuell die meisten unabhängigen Testredaktionen ziehen. Klanglich und verarbeitungstechnisch punktet Cambridge mit britischer Reife, kann aber bei der schieren Anschluss- und Feature-Vielfalt des Ultra nicht mithalten — kein Touchscreen, kein Phono-Eingang, weniger Ein-/Ausgänge. Wer maximale Konnektivität will, bleibt beim Ultra; wer ein Quäntchen mehr klangliche Reife bevorzugt und auf Phono/HDMI ARC verzichten kann, schaut sich den MXN10 an.

Bluesound Node Nano / Node X

Im Einsteigersegment positioniert sich Bluesound mit dem Node Nano als schlankere, aber auch reduziertere Alternative — ohne Display, ohne Phono, ohne HDMI ARC. Der Node X spielt eher in der Liga darüber. Für alle, die eine Streaming-Only-Lösung ohne Schnickschnack suchen, ist der Node Nano eine Option; wer die Alleskönner-Qualität des Ultra will, kommt an WiiM kaum vorbei.

Eversolo DMP-A6

Der Eversolo DMP-A6 kostet etwa doppelt so viel wie der WiiM Ultra, bietet dafür aber ein deutlich größeres 6‑Zoll-Display und Android-basierte Software. Das Display ist echter Mehrwert für die Navigation großer Musiksammlungen. Klanglich liegt der Eversolo schon ein wenig vorn und hat den Vorteil lokaler Speichermöglichkeiten via M.2 SSD.

Im direkten Vergleich ist das Display des WiiM Ultra eher Spielzeug — schön anzusehen, aber der praktische Nutzen beschränkt sich auf grundlegende Informationen und Bedienung. Für ernsthafte Navigation bleibt das Smartphone die bessere Wahl.

Allgemein ist der Eversolo schon eine ganze Klasse besser in allen Belangen, spiegelt sich wie oben erwähnt aber auch im Preis wider.

Das WiiM-Ökosystem wächst: Vom Streamer zum Heimkino-System

Wer den Ultra 2025 gekauft hat, hat streng genommen in ein Ökosystem investiert, das seither massiv gewachsen ist. Das ist für die Kaufentscheidung heute relevanter denn je, denn WiiM baut inzwischen ein komplettes Heimkino-Baukastensystem um seine Streamer herum:

WiiM Sound & WiiM Sound Lite — die kabellosen Smart-Speaker der Marke (WiiM Sound für 299€, WiiM SoundLite für 229€) sind nicht nur als Stereo- oder Multiroom-Lautsprecher gedacht, sondern lassen sich explizit als Surround-Kanäle einsetzen, sobald ein WiiM-Bar oder ‑Ultra als Zentrale im Netzwerk hängt.

WiiM Bar — die im Juni 2026 auf der High End Vienna vorgestellte erste Soundbar der Marke ist der eigentliche Ökosystem-Doppelpunkt. Sie bringt ein echtes 3.0.2‑Dolby-Atmos-Layout mit acht Treibern, darunter drei nach vorne abstrahlende Hochtöner und zwei nach oben feuernde Breitbandtreiber für Height-Effekte, dazu DTS:X, HDMI eARC und RoomFit-Raumeinmessung. Für 499 Euro positioniert sich die WiiM Bar als direkter Konkurrent zum Sonos Beam (2. Gen) — mit dem Vorteil von echten Height-Kanälen, DTS:X und Roon-Support, die der Beam nicht bietet. Der Clou: Die Bar lässt sich per App nahtlos mit WiiM Sound/Sound Lite als Rear-Speaker und einem WiiM Sub Pro zu einem vollständigen 5.1.2‑System erweitern — ganz ohne neue Lautsprecherkabel durch die Wand. Alle Details dazu in unserem WiiM Bar Artikel.

Was das für den Ultra bedeutet: Der WiiM Ultra bleibt in diesem wachsenden Ökosystem die Rolle des audiophilen Herzstücks vorbehalten — er ist kein Konkurrent zur Bar, sondern ihr High-End-Pendant für alle, die eine bestehende Stereo- oder Aktivlautsprecher-Anlage per HDMI ARC ins Heimkino einbinden wollen, statt eine komplett neue Soundbar-Lösung zu kaufen. Wer eine hochwertige 2‑Kanal-Anlage besitzt und die schon vorhandenen Lautsprecher fürs Fernsehen mitnutzen will, bleibt beim Ultra goldrichtig. Wer bei null anfängt und ein reines Heimkino-System ohne vorhandene Lautsprecher sucht, schaut sich eher die WiiM Bar plus Sound Lite/Sub Pro an.

Für unsere Leser mit Heimkino-Ambitionen (schaut auch mal in unseren Heimkino-Bereich) heißt das: Die Kaufentscheidung ist heute nicht mehr nur “Ultra ja oder nein”, sondern “welches WiiM-Gerät passt zu meiner bestehenden Kette”. Ein eigener WiiM-Bar-Test folgt bei uns, sobald ein Testgerät verfügbar ist.

Konkurrenzfähigkeit: Sonos weiterhin unter Druck

Mit dem WiiM Ultra setzte WiiM neue Maßstäbe in der Streaming-Welt, und daran hat sich 2026 nichts geändert. Sonos muss sich warm anziehen — die Chinesen bieten deutlich mehr Features zu einem Bruchteil des Preises. Die offene Plattform des Ultra mit Unterstützung für praktisch alle Standards kontrastiert scharf mit Sonos’ geschlossenem Ökosystem.

Erschwerend kommt hinzu, dass Sonos seine Software seit mehr als einem Jahr nicht mehr im Griff hat. Wer einmal auf WiiM gewechselt ist, weiß wieder, wie zackig ein System reagieren kann. Hier gibt es bislang keine Zicken.

Fazit: Der Streaming-König hält seine Krone

Der WiiM Ultra ist ein kleines Meisterwerk der Audio-Technik. Für 399 Euro bekommt man ein Gerät, das vor wenigen Jahren mehrere Tausend Euro gekostet hätte. Die Kombination aus exzellentem DAC, vielseitigen Anschlüssen, Touchscreen und durchdachter Software ist in dieser Preisklasse weiterhin konkurrenzlos — auch wenn das Feld inzwischen enger geworden ist.

Klanglich spielt der WiiM Ultra in der Liga deutlich teurerer Geräte mit. Er ist neutral und detailreich, ohne langweilig zu werden. Besonders für Einsteiger in die HiFi-Welt ist er der perfekte erste Schritt — er macht jede Anlage zukunftssicher und bietet Raum zum Wachsen.

Der einzige echte Kritikpunkt bleibt das fehlende AirPlay — mit dem Unterschied, dass wir jetzt wissen: Das wird sich nicht mehr ändern. Wer das verschmerzen kann, bekommt ein nahezu perfektes Produkt, das die Streaming-Landschaft nachhaltig verändert hat und dank aktiver Firmware-Pflege auch 2026 noch mitwächst.

FAQ

Bekommt der WiiM Ultra noch AirPlay?

Nein. WiiM hat offiziell bestätigt, dass der Ultra AirPlay aufgrund einer Hardware-Limitation der verbauten Wi-Fi/Bluetooth-Module nicht unterstützen kann. Das ist keine ausstehende Zertifizierung, sondern eine dauerhafte technische Einschränkung.

Ist der WiiM Ultra Roon Ready?

Ja, die ursprünglich angekündigte Roon-Zertifizierung ist inzwischen abgeschlossen und produktiv im Einsatz.

WiiM Ultra oder WiiM Amp Ultra — was ist der Unterschied?

Der Amp Ultra bringt zusätzlich eine integrierte Endstufe für passive Lautsprecher mit und kostet rund 599 Euro. Wer bereits eine eigene Endstufe oder Aktivlautsprecher hat, ist mit dem reinen Ultra (399 Euro) besser bedient.

Was kostet der WiiM Ultra?

Der WiiM Ultra kostet 399 Euro (UVP).

Unterstützt der WiiM Ultra Vinyl über Phono-Eingang?

Ja, der integrierte Phono-Preamp unterstützt sowohl MM- als auch MC-Tonabnehmer und ist über die WiiM Home App konfigurierbar. Für ambitionierte Vinyl-Hörer bleibt ein externer Phono-Preamp jedoch die klanglich bessere Wahl.

Kann ich den WiiM Ultra mit der neuen WiiM Bar oder WiiM Sound kombinieren?

Ja. Der Ultra lässt sich über die WiiM Home App mit WiiM Bar, WiiM Sound, WiiM Sound Lite und dem WiiM Sub Pro gruppieren und für Multiroom-Wiedergabe synchronisieren. Als eigenständige Home-Theater-Zentrale mit Surround-Kanälen ist jedoch die WiiM Bar konzipiert, nicht der Ultra.

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Burson Conductor Voyager: Der Audio-Endgegner droppt seine Granate! https://www.hifigeek.de/burson-conductor-voyager-der-audio-endgegner-droppt-seine-granate/ https://www.hifigeek.de/burson-conductor-voyager-der-audio-endgegner-droppt-seine-granate/#respond Mon, 02 Jun 2025 17:25:26 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8983 Während wir noch gespannt auf den Burson Conductor GT4 warten, knallt Burson Audio einfach den Conductor Voyager auf den Tisch – und der ist nichts für schwache Nerven! Das neue Flaggschiff ist ab sofort vorbestellbar und bringt alles mit, was Audiophilen-Schwitzhände verursacht. Nach unserem Test des Playmate 3 (der uns echt vom Hocker gehauen hat) jucken uns die Ohren schon jetzt. Stellt euch vor: 10 Watt pure Class-A-PowerDSD512-Support und ein Subwoofer-Modus für Kopfhörer – das ist kein Hörgerät, das ist ein Sonic-Boom in Space-Grey-Optik!

Warum der Voyager deine Playlist sprengt

Der Conductor Voyager positioniert sich als Bursons ultimative All-in-One-Lösung und kombiniert DAC, Class‑A Kopfhörerverstärker und Vorverstärker in einem Gerät. Das Herzstück bildet der ESS9039PRO DAC – der fortschrittlichste Chip von ESS Technology, der mit atemberaubender Auflösung, dynamischem Kontrast und ultra-niedrigen Verzerrungen aufwartet.

Aber wie wir von Burson gewohnt sind, geht es nicht nur um den DAC-Chip selbst. Die vollständig diskrete I/V- und LP-Stufe wurde speziell für den ESS9039PRO entwickelt und arbeitet mit der bewährten Dual-Mono-Architektur und Burson V7 Opamps. Das Ergebnis? Ein lebensechtes, immersives Klangerlebnis, das digitale Signale in pure Emotionen verwandelt.

DAC-Chip from Hell: ESS9039PRO

Im Herzstück des Voyager tickt der ESS9039PRO DAC – ESS Technologies krönende Schöpfung. Dieser Chip zerhackt digitale Signale nicht, er verwandelt sie in adrenalinfreie Klangorgien. Mit 143 dB Kanaltrennung und 0,0005% THD ist das so, als würde man Queen live in der Schädeldecke spüren.

Class-A-Amp mit MMA-Training

Hier geht’s zur Sache: 10 Watt pro Kanal bei 100W Idle-Bias – das ist kein Verstärker, das ist ein Schwergewicht in der K.O.-Runde. Vier Onsemi MJE15032-Transistoren pro Kanal (Made in USA!) jagen selbst hungrige Planar-Magneten in die Knie. Ob du nun 16-Ohm-IEMs oder 300-Ohm-Sennheiser rockst – hier gibt’s 5,2W bis 1W ohne Kompromisse. Und ja, das Gehäuse wiegt stolze 7 kg – damit kannst du im Notfall auch Einbrecher vertreiben.

Head+Sub: Bass, der dir die Jeans zerreißt

Der Head+Sub-Modus ist das Audio-Äquivalent zu einem Haunted House: Offene Kopfhörer + Subwoofer = Kino im Schädel. Egal ob Slayer-Riffs oder Horror-Soundtracks – hier spürst du jeden Basslauf bis in die Zehennägel. Dieses Feature hatten wir schon beim Conductor GT4 im Visier, aber der Voyager zieht nach.

Technik, die begeistert

Was uns besonders freut: Der Voyager unterstützt natives DSD512 und 32-bit/768kHz PCM über den USB‑C XMOS-Eingang. Bluetooth 5.0 mit LDAC, aptX HD und AAC bis zu 24-bit/96kHz ist ebenfalls an Bord – perfekt für alle, die auch mal kabellos hören möchten.

Und für die Gamer: Low-Latency-Modus, der Explosionen schneller als dein Adrenalin ins Ohr jagt.

Anschlusswahnsinn

Kopfhörer: 6,35 mm | 3,5 mm (mit Mikro!) unsymetrisch | 4‑Pin-XLR symetrisch
Digital: USB‑C (DSD512/768kHz PCM), Bluetooth 5.0 (LDAC/aptX HD)
Analog: 2x XLR + 2x RCA rein, 1x XLR + 1x RCA raus

Sille? Hier erwünscht!

Sieben Silent-Power-Module drücken das Rauschen auf 0,8nVrms – 200x leiser als bei Billiggeräten. Optional gibt’s das 480W GaN Fusion Core-Netzteil, das mit 1 MHz Taktfrequenz arbeitet. Das ist so, als würde man einen Ferrari-Motor in ein Einhorn einbauen.

Pre-Order-Bonus: Schnapp dir den Loot!

Burson macht es Früh-Entscheidern schmackhaft: Wer die Standard-Version für $3.799 bestellt, bekommt automatisch die Deluxe-Version ($4.399). Bei der Deluxe-Bestellung gibt’s das Upgrade zur Max-Version ($4.999) gratis dazu. Die Vorbestellungen laufen bis zum 15. Juni, der Versand startet Mitte Juni 2025.

Voyager-Serie: Was ist da noch im Köcher?

Der Burson Soloist Voyager ist für viele Kopfhörer-Fans der absolute Traum, wenn es um Verstärker geht. Aber jetzt stellt sich die Frage: Kommt da was Neues? Die Bilder vom Burson Conductor Voyager lassen schon mal aufhorchen: Die Silent Power 02 Module sehen anders aus als beim Soloist. Außerdem werkeln im Conductor Voyager nur noch vier OpAmps – beim Soloist waren’s noch sieben. Schaut euch mal die neue Fernbedienung an! Und weil Burson schon die kleineren Serien auf Vordermann gebracht hat, ist die Sache eigentlich klar: Mit dem Release des Conductor Voyager dürfte auch ein Upgrade des Soloist Voyager nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Unser Fazit

Nach den durchweg positiven Erfahrungen mit dem Playmate 3, den wir bereits ausführlich getestet haben, und dem anstehenden Test des Conductor GT4, sind unsere Erwartungen an den Burson Conductor Voyager entsprechend hoch. Die technischen Daten lesen sich jedenfalls vielversprechend, und Bursons Ruf für musikalische, warme Klangsignatur spricht für sich.

Wer auf der Suche nach einer Premium-All-in-One-Lösung ist und bereit ist, entsprechend zu investieren, sollte sich den Voyager definitiv näher ansehen. Wir stehen schon Schlange fürs Testgerät – bleibt dran, sonst verpasst ihr, wie der Voyager unsere Gehörgänge kolonisiert!

Pre-Order: bursonaudio.com/shop/conductor-voyager

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Burson Audio Playmate 3 Deluxe — Der ultimative Desktop-DAC im Hardcore-Test https://www.hifigeek.de/burson-audio-playmate-3-deluxe-der-ultimative-desktop-dac-im-hardcore-test/ https://www.hifigeek.de/burson-audio-playmate-3-deluxe-der-ultimative-desktop-dac-im-hardcore-test/#respond Mon, 19 May 2025 12:30:10 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8929 Der Burson Audio Playmate 3 hat nach wochenlangem intensiven Testing bewiesen, dass er weit mehr ist als nur ein gewöhnlicher Desktop-DAC. Mit seiner unglaublichen Klangqualität, den umfangreichen Upgrade-Möglichkeiten und der beeindruckenden Leistung hat er sich als eines der faszinierendsten Audio-Geräte entpuppt, die je auf meinem Schreibtisch gelandet sind. Besonders interessant für alle, die auf der Suche nach einem ultimativen All-in-One-Paket sind, das keine klanglichen Kompromisse eingeht.

Burson Audio ist im DACH-Raum noch weitgehend unbekannt — eine Übersicht über alle meine Tests und die Philosophie hinter der Marke findest du auf der Burson Audio Übersichtsseite.

Was zum Teufel ist Burson Audio eigentlich?

Burson Audio dürfte für viele deutsche Audio-Enthusiasten noch ein unbeschriebenes Blatt sein – aber nicht mehr lange! Auf der High End in München habe ich die Produkte kürzlich entdeckt und nach einem kurzen Schwätzchen erfahren, dass diese audiophilen Schätze aus Australien bald einen deutschen Vertrieb bekommen könnten.

Für OpAmp-Nerds ist Burson allerdings längst ein Begriff. Neben Sparkos stellen die Australier wohl die besten diskreten Operationsverstärker (OpAmps) der Welt her. Und genau diese kleinen Wunderwerke haben einen massiven Einfluss auf den Klang von DACs, Verstärkern und Vorstufen.

OpAmps — WTF?!

Kurzer Technik-Exkurs: OpAmps (Operationsverstärker) stecken in praktisch jedem Verstärker und DAC. Sie sind dafür verantwortlich, die winzigen Signale aus dem Digital-Analog-Wandler auf ein hörbares Niveau zu verstärken. Da sie direkt nach der Wandlung im Signalweg liegen, prägen sie maßgeblich den Klangcharakter eines Geräts.

Was Burson besonders macht: Anders als die meisten Hersteller, die auf billige Massenware-ICs setzen, baut Burson seit über 20 Jahren diskrete OpAmps. “Diskret” bedeutet, dass statt eines einzelnen integrierten Schaltkreises individuelle Komponenten wie Transistoren, Widerstände und Kondensatoren verwendet werden – handverlesen und optimal aufeinander abgestimmt. Das Ergebnis? Ein dramatisch besserer Klang und die Möglichkeit, deinen Sound nach Belieben zu tunen.

Unboxing & Lieferumfang: High-End vom ersten Moment an

Der Burson Audio Playmate 3 kam in exzellenter Verpackung an, die bereits erahnen lässt, dass hier kein Mainstream-Produkt wartet. Im Karton findet sich:

  • Der Burson Audio Playmate 3 (natürlich)
  • Ein hochwertiges Cinch-Kabel
  • USB‑C zu USB‑C Kabel
  • Kopfhörer-Mikrofon-Adapter
  • 2× 5534d JRC OpAmps
  • 2× 5532d JRC OpAmps
  • Inbusschlüssel für die Gehäusedemontage
  • Ersatzsicherung
  • Universalnetzteil mit verschiedenen Ländersteckern
  • Silent Power Module SP2-15P und SP2-15N (Deluxe only)
  • Eine Metall-Fernbedienung (kein billiger Plastikschrott!) (Deluxe only)

In der Deluxe-Edition sind bereits die Premium-OpAmps vorinstalliert:

  • 2× Burson Audio V7 Vivid Dual
  • 2× Burson Audio V7 Vivid Single

Statt des Standard-Netzteils lag in unserem Testgerät bereits der Burson Super Charger PSU 3A 24V/3A bei – ein Upgrade, das sich definitiv hören lässt.

Tech-Specs: Zahlen, die Audionerds feucht werden lassen

Für alle Zahlenfreaks hier die wichtigsten Spezifikationen des Burson Audio Playmate 3:

  • DAC-Chip: ESS Sabre 9039 (State-of-the-art!)
  • Sampling-Rate: bis zu 768kHz PCM und DSD512
  • Class-A-Kopfhörerverstärker mit 3 Watt pro Kanal bei 30W Ruhestrom
  • Kanaltrennung: 128 dB @ 1kHz, 121 dB @ 20kHz
  • THD+N: 0,0018% @ 1kHz, 0dBFS
  • Gesamte THD mit DAC, Pre-Amp und Amp: <0,002%

Die Leistungsabgabe ist beeindruckend und zeigt, warum der Burson Audio Playmate 3 praktisch jeden Kopfhörer problemlos antreiben kann:

Impedanz (Kopfhörer)LeistungSignal-Rausch-VerhältnisKanaltrennung
16 Ohm3,5W96dB99%
32 Ohm2,5W97dB99%
100 Ohm600mW98dB99%
150 Ohm400mW96dB99%
300 Ohm150mW95dB99,5%

Anschlussseitig bietet der Burson Audio Playmate 3 Toslink und USB‑C als Eingänge, was ihn perfekt für den Desktop-Einsatz macht. Kompatibel ist er mit Windows XP, 7, 8, 10, Mac OSX sowie iOS und Android (via OTG).

Design und Verarbeitung: Endlich mal kein China-Plunder

Holy Shit – wenn man den Burson Audio Playmate 3 in den Händen hält, begreift man sofort, wofür die knapp 3kg Gewicht stehen: Unerbittliche Qualität! Das komplett aus massivem Aluminium gefräste Gehäuse schreit förmlich “High-End”. Auch alle Knöpfe und Drehregler sind aus Aluminium gefertigt.

Die dunkle silberne Farbgebung mit orangen Akzenten sieht verdammt edel aus und passt perfekt zu praktisch jedem Setup. Das Display ist hell, informativ und zeigt genau das, was man wissen muss. Der Lautstärkeregler dreht sich butterweich und präzise – keine billigen Raster-Stufen, sondern echte analoge Kontrolle.

An der Front befinden sich zwei Kopfhörerausgänge (2,5mm und 6,3mm, beide unsymmetrisch), der Netzschalter, das Display sowie der Lautstärkeregler mit Menü-Knopf und dem IR-Empfänger für die Fernbedienung.

Die Rückseite beherbergt den USB-C- und Toslink-Eingang sowie einen Pre-Out, der wahlweise als echter Pre-Amp oder als reiner Line-Out konfiguriert werden kann.

Die ebenfalls komplett aus Metall gefertigte Fernbedienung liegt schwer und wertig in der Hand – auch hier kein billiges Plastikspielzeug. Einziger kleiner Kritikpunkt: Die Metallknöpfe klappern ein wenig bei der Bedienung. Klar, das ist Meckern auf hohem Niveau, aber der Vollständigkeit halber sei es erwähnt.

Bedienung und Features: Audiophiler Baukasten

Die Bedienung des Burson Audio Playmate 3 ist erfreulich unkompliziert. Über den rechten Button gelangt man ins Menü, durch das man mit dem Lautstärkeregler scrollt. Zur Auswahl einer Option drückt man einfach den Regler – intuitiver geht’s kaum.

Im Menü lassen sich folgende Einstellungen vornehmen:

  • Input-Auswahl: USB oder Toslink
  • Output-Modus: Kopfhörer, Pre-Out oder DAC-Out
  • Verstärkungsstufe: Low oder High (ideal für empfindliche IEMs vs. hungrige Planare)
  • Filter-Einstellungen: FIR-Filter, DPLL und IIR-Filter (für Audiophile ein Paradies)
  • DAC Path: Bestimmt, welche Filter umgangen werden
  • THD-Kompensation
  • Auto-Off-Funktion bei fehlendem Signal
  • Mikrofon-Eingangsaktivierung für Gaming-Headsets

Besonders cool: Im Gegensatz zu vielen anderen High-End-Geräten, die mit kryptischen Einstellungen und mieser UI glänzen, ist hier alles logisch aufgebaut und selbsterklärend.

Klangeigenschaften: Wie klingt denn nun der Bastard?

Der Burson Audio Playmate 3 Deluxe liefert einen Sound, der mich mehrfach dazu gebracht hat, einfach ungläubig vor dem Gerät zu sitzen. Für rund 1000€ bekommt man hier ein All-in-One-Paket, das mühelos mit deutlich teureren Einzelkomponenten mithalten kann.

Besonders bemerkenswert ist der integrierte Kopfhörerverstärker, der sich perfekt in das Gesamtbild einfügt. Zum Vergleich haben wir teurere externe Kopfhörerverstärker im DAC-only-Betrieb angeschlossen und mussten festhalten: Der Burson als Komplettpaket liefert eine verdammt beeindruckende Performance.

Die Klangcharakteristik der Deluxe-Version mit den V7 Vivid OpAmps ist eher analytisch, aber niemals kalt oder leblos. Der Sound ist detailliert, präzise und kraftvoll – genau das, was man von einem High-End-Gerät dieser Preisklasse erwartet.

Musik-Tests: Metal und mehr im Härtetest

Da wir bei hifigeek.de natürlich primär auf die harte Gangart stehen, haben wir den Burson mit einer Reihe anspruchsvoller Tracks gefoltert (Referenzplaylist auf Qobuz):

Septicflesh – Portrait of a headless man (Infernus Sinfonica MMXIX)

Bei diesem orchestralen Death-Metal-Monster mit Streichern, Bläsern, Gitarren, Publikum und Chor trennt sich bei unseren Tests immer die Spreu vom Weizen. Der Burson Audio Playmate 3 schafft hier etwas Beeindruckendes: eine breite, tiefe Bühnenabbildung, bei der die Band druckvoll im Vordergrund steht, perfekt vom Orchester flankiert wird, während der Chor das Ganze mit epischer Größe überzieht.

Besonders die Trompeten – mein persönliches Highlight bei jedem Audio-Test – klingen druckvoll und lebendig, was zeigt, dass der Burson Audio Playmate 3 auch bei schnellen Transienten absolut nichts zu verbergen hat.

Lamb of God – Laid to Rest

Geradliniger, aber nicht weniger anspruchsvoll ist dieser modernen Metal-Klassiker. Die satt abgemischten Drums kommen mit ordentlichem Druck, die hämmernd einsetzenden Gitarrenriffs offenbaren die volle Leistungsfähigkeit des Burson Audio Playmate 3. Jedes Detail ist präzise dargestellt, der Sound ist kraftvoll und dynamisch, genau wie diese Musik sein muss.

Lorna Shore – Pain Remains Trilogie

Will Ramos’ Stimmakrobatik ist eine Herausforderung für jedes Audio-Setup. Die Pain Remains Trilogie beginnt mit feinem Regen und einer hallunterlegten Melodie, bevor es mit Will Ramos’ extremen Gesangskünsten richtig zur Sache geht.

Hier zeigt sich, dass selbst der Burson irgendwann an seine Grenzen stoßen kann: Bei maximaler Komplexität mit schneller Double-Bass-Drum, drückenden Gitarrenriffs und Ramos’ vielschichtigen Gesangsstilen wird der Klang manchmal etwas weniger klar. Dies ist jedoch kein Knockout-Kriterium – kaum ein DAC/Amp-Kombination in dieser Preisklasse kommt hier besser durch.

Beeindruckend ist, wie der Burson Audio Playmate 3 die ruhigeren Passagen mit ihrer emotionalen Tiefe wiedergibt – hier entstehen echte Gänsehautmomente, die den Hörer tief ins musikalische Geschehen ziehen.

Gaming: Audiophile Zocker aufgepasst!

Mit 1000€ ist der Burson Audio Audio Playmate 3 definitiv im High-End-Gaming-Bereich angesiedelt – aber er ist jeden verdammten Cent wert, wenn ihr euer Gaming-Erlebnis auf ein neues Level heben wollt.

Die räumliche Abbildung ist so präzise, dass die Ortung von Gegnern in Shootern im Vergleich zu Onboard-Soundkarten deutlich leichter fällt. Selbst feinste Geräusche sind klar hörbar und perfekt lokalisierbar. In Kombination mit einem hochwertigen Kopfhörer verschafft euch das einen echten Vorteil.

Auf der diesjährigen High End in München gab es nicht umsonst einen eigenen Gaming-Bereich – Audio und Gaming gehören zusammen, und der Burson Audio Playmate 3 könnte hier zum Geheimtipp für anspruchsvolle Streamer und Pro-Gamer werden.

OpAmp-Tuning: Der audiophile Spielplatz

Das wahre Highlight des Burson Audio Playmate 3 ist die Möglichkeit, durch den Austausch der OpAmps den Klangcharakter nach eigenen Vorlieben anzupassen. Wir haben verschiedene Kombinationen getestet:

V7 Vivid OpAmps (Deluxe-Edition)

Diese sind unsere klaren Favoriten für die meisten Kopfhörer. Solange der Kopfhörer nicht bereits zu harsch in den Höhen ist, liefern die Burson Audio V7 Vivids einen knackigen, punchigen Bass und detaillierte Höhen mit exzellentem Wiedergabedetail. Die räumliche Abbildung ist fantastisch, und der Klang hat genau die richtige Mischung aus Analytik und Musikalität.

Sparkos SS36er

Die Sparkos SS3602 und SS3601 machen den Klang etwas weniger warm, erreichen aber nicht ganz die Detailtiefe der Vivids. Dennoch handelt es sich um hervorragende OpAmps, die in manchen Systemen durchaus die bessere Wahl sein könnten.

V7 Standard OpAmps

Für Kopfhörer mit spitzeren Höhen sind die V7 Standard OpAmps eine ausgezeichnete Option. Sie machen den Burson Audio Playmate 3 zu einem deutlich weicher klingenden Gerät, was bei manchen Aufnahmen oder Kopfhörern genau das Richtige sein kann.

553er JRC OpAmps (Standard)

Die im Basis-Modell verbauten OpAmps sind bereits gut abgestimmt und tendieren in Richtung der V7 Vivid. Allerdings fehlt es hier an Detailzeichnung und etwas Druck im Bass. Für den Einstieg sind sie dennoch absolut respektabel und geben Zeit zum Sparen auf ein späteres Upgrade.

Einordnung: Für wen ist dieser DAC eigentlich?

Der Burson Audio Playmate 3 ist eindeutig für den Schreibtisch konzipiert. Seine Eingangsoptionen (USB‑C und Toslink) machen ihn zum perfekten Partner für PC und Konsole. Am wohlsten fühlt er sich per USB‑C an einem Computer, wobei er per Toslink natürlich auch hervorragend an eine Spielkonsole passt (dann allerdings ohne Mikrofon-Funktion).

Für alle, die viel mit Kopfhörern arbeiten oder hören und einen erstklassigen DAC mit exzellentem Kopfhörerverstärker suchen, ist der Burson Audio Playmate 3 ein fantastisches Gesamtpaket. Statt mehrere Geräte auf dem ohnehin oft überfüllten Schreibtisch zu stapeln, bekommt man hier alles in einem extrem hochwertigen Gerät.

Besonders hervorzuheben ist, dass man sich keine Gedanken über die Paarung zwischen DAC und Verstärker machen muss – Burson hat diese Hausaufgaben bereits erledigt und eine perfekt abgestimmte Kombination geschaffen.

Paarung mit anderen Geräten

Der Burson Audio Playmate 3 harmoniert hervorragend mit aktiven Studiomonitoren. Einfach im Menü auf Pre-Out umschalten, und schon kann man seine Lautsprecher perfekt ansteuern – ideal für Zeiten, in denen man keine Kopfhörer tragen möchte.

Was die Kopfhörer betrifft, konnten wir keine negativen Paarungen feststellen. Audeze (LCD‑X, Hifiman, verschiedene Beyerdynamic-Modelle und auch IEMs funktionieren wunderbar mit dem Burson. Selbst mit günstigeren Kopfhörern kann man sicher sein, dass der Burson Audio Playmate 3 das Maximum aus ihnen herausholt.

Wir sind besonders gespannt auf den Test mit dem kommenden Fosi Audio i5, den wir bereits auf der High End in München erleben durften und der sich am Burson Audio Playmate 3 als perfekter Partner entpuppen könnte.

Upgrades: So wird gut zu verdammt gut

Wer sich für die Standard-Version des Burson Audio Playmate 3 entscheidet, hat zahlreiche Möglichkeiten für spätere Upgrades:

  1. OpAmp-Upgrade: Von den Standard-JRC-OpAmps zu V7 Standard oder V7 Vivid für deutlich besseren Klang
  2. Netzteil-Upgrade: Das Super-Charge-Netzteil taktet deutlich höher als handelsübliche Schaltnetzteile und bietet geringeres Rauschen. Es vereint die Vorteile von Schalt- und Linearnetzteilen und sorgt für einen erwachseneren, präziseren Klang mit größerer Bühne.
  3. Power-Module: Die Standard-SP01-Module lassen sich einfach durch die SP02-Module ersetzen, die bis zu 200-mal weniger Rauschen produzieren.

Ich kenne kein anderes Audio-Gerät, das so wandlungsfähig und upgradefähig ist – perfekt für experimentierfreudige Audiophile, die ihren Sound immer weiter perfektionieren möchten.

Fazit: Audio-Nirvana auf dem Desktop

Der Burson Audio Playmate 3 Deluxe ist ein audiophiles Kraftpaket, das praktisch alle Wünsche erfüllt, die man an einen Desktop-DAC mit Kopfhörerverstärker haben kann. Seine Performance überzeugt auf ganzer Linie, die Upgrade-Möglichkeiten sind begeisternd, und der Sound ist schlichtweg atemberaubend.

Für Audiophile, Gamer und Musikproduzenten, die einen felsenfesten Begleiter auf dem Schreibtisch suchen, ist der Burson Audio Playmate 3 eine klare Empfehlung. Ja, er ist nicht billig – aber er bietet einen Gegenwert, der weit über seiner Preisklasse liegt, und dank der Upgrade-Möglichkeiten ist er eine langfristige Investition in großartigen Sound.

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Douk Audio K5: Klang-Monster im Mini-Format – Der Audio-Underdog https://www.hifigeek.de/douk-audio-k5-klang-monster-im-mini-format-der-audio-underdog/ https://www.hifigeek.de/douk-audio-k5-klang-monster-im-mini-format-der-audio-underdog/#respond Wed, 14 May 2025 12:32:10 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8869 Die Audiowelt steckt voller Überraschungen – manchmal kommen sie in kleinen Paketen wie dem Douk Audio K5. Dieses unscheinbare Kästchen hat es faustdick hinter den Ohren: DAC, Kopfhörerverstärker und Tone Control in einem kompakten Gehäuse zu einem Preis, der fast zu gut klingt, um wahr zu sein. Nach wochenlangem intensiven Testen kann ich sagen: Hier wird David zum Goliath – und High-End-Equipment muss sich warm anziehen.

Die erste Begegnung: Design und Verarbeitung

Beim Auspacken des Douk Audio K5 wirst du sofort bemerken, was hier los ist: Trotz der kompakten Maße von gerade mal 95×92×50mm und einem Fliegengewicht von 228g fühlt sich das Teil solide an. Das mattschwarze Metallgehäuse schreit förmlich “Audiophile aufgepasst!” und wirkt deutlich hochwertiger als der Preis vermuten lässt.

Was mir sofort ins Auge sticht: Die drei Drehregler auf der Oberseite – ein Lautstärkeregler, der gleichzeitig als Ein-/Ausschalter dient, sowie separate Regler für Bass und Höhen. Sie laufen butterweich und vermitteln ein taktiles Feedback, das man sonst nur von deutlich teureren Geräten kennt. Die Status-LEDs auf der linken Seite informieren dich auf einen Blick über den Betriebszustand und das gerade abgespielte Dateiformat – ein schönes Detail für alle, die gerne wissen, was gerade passiert.

Anschlüsse ohne Ende

Die Rückseite des K5 offenbart die wahre Vielseitigkeit dieses kleinen Wunderwerks. Du findest hier:

  • USB-C-Eingang für die Verbindung mit PC, Laptop oder Smartphone
  • Optischer Toslink-Eingang für digitale Quellen
  • Optischer Toslink-Ausgang zum Durchschleifen des Signals
  • RCA-Ausgänge für den Anschluss an einen Verstärker oder aktive Lautsprecher

Die Frontplatte beherbergt:

  • 6,35mm-Kopfhöreranschluss (der klanglich überlegen ist)
  • 3,5mm-Kopfhöreranschluss für Standard-Kopfhörer
  • Gain-Schalter (H/L) zur Anpassung an unterschiedliche Kopfhörer-Impedanzen
  • Schalter für Equalizer-Bypass
  • Eingangswahlschalter (USB/Optisch)

Besonders die beiden Kopfhöreranschlüsse sind ein praktisches Feature – kein ständiges Umstecken oder Adaptersuchen mehr. Der Gain-Schalter ist ebenfalls Gold wert, wenn du zwischen verschiedenen Kopfhörern wechselst. Insgesamt ein durchdachtes Layout, das keine Wünsche offen lässt.

Die inneren Werte: Technik, die begeistert

Der Douk Audio K5 ist alles andere als ein Blender. Unter der Haube werkelt eine beeindruckende technische Ausstattung:

Der DAC: ES9038Q2M – die audiophile Speerspitze

Herzstück des Douk Audio K5 ist der ES9038Q2M DAC-Chip von ESS Technology – ein Name, der audiophilen Ohren ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Dieser Chip ist bekannt für seine ausgezeichnete Detailauflösung und sein sauberes Klangbild, das selbst in deutlich teureren Geräten zum Einsatz kommt. Unterstützt wird er vom SA9312 DSP/USB-Interface, das für fehlerfreie Signalverarbeitung sorgt und eine beeindruckende Formatunterstützung mitbringt.

Die Verstärkerstufe: Kraft trifft Präzision

Für die Kopfhörerverstärkung setzt Douk Audio auf die Kombination aus dem Operationsverstärker OPA1678 und dem SGM8262 Verstärkerchip. Diese Paarung liefert beachtliche Leistungsdaten:

  • 560mW @ 32Ω über den 6,35mm-Ausgang
  • 370mW @ 32Ω über den 3,5mm-Ausgang
  • Maximale Ausgangsspannung: 4,25Vrms (6,35mm) / 3,45Vrms (3,5mm)

Diese Power reicht locker aus, um selbst anspruchsvolle Kopfhörer mit Impedanzen zwischen 16 und 600 Ohm adäquat zu befeuern. Die Rauscharmut von unter 3µV sorgt dafür, dass selbst bei empfindlichen In-Ears kein störendes Grundrauschen zu hören ist.

Die Formatunterstützung: Audiophile First Class

Der Douk Audio K5 lässt bei der Formatunterstützung kaum Wünsche offen:

  • USB: PCM bis 32bit/384kHz, DSD256
  • Optisch: PCM bis 24bit/192kHz, DSD DoP64

Das bedeutet: Egal ob High-Resolution FLAC-Dateien, MQA-Streams oder native DSD-Aufnahmen – der Douk Audio K5 gibt sich erst zufrieden, wenn du wirklich alles aus deiner Musik herausholst.

Sound Check: Die Wahrheit liegt im Hören

Genug der technischen Spezifikationen – was zählt, ist der Sound. Und hier glänzt der kleine Douk Audio K5 mit einer Leistung, die seinen Preis Lügen straft.

Der erste Eindruck: Sauber, detailliert, dynamisch

Beim ersten Hören auf den Audeze LCD‑X (die ich bereits ausführlich getestet habe) offenbart der K5 eine erstaunlich saubere und detailreiche Wiedergabe. Der Klang ist straff, fokussiert und dynamisch, ohne dabei analytisch oder steril zu wirken. Besonders auffällig ist die kontrollierte Basswiedergabe – präzise, ohne jemals matschig oder überbetont zu klingen.

Das Klangbild lässt sich als leicht hell beschreiben – nicht grell oder anstrengend, aber mit einem Fokus auf Details und Klarheit. Das liegt nicht zuletzt am ESS9038Q2M DAC-Chip, der für seine saubere und transparente Signalwandlung bekannt ist.

Genre-Test: Metal Only – Der Douk Audio K5 auf der Qobuz Metal-Playlist

Wer Metal hört, will keine halben Sachen. Deshalb habe ich den Douk Audio K5 ausschließlich mit Tracks aus meiner Qobuz-Referenzplaylist durch die Mangel gedreht – von modernen Metal-Neuheiten bis zu Klassikern, alles in Hi-Res-Qualität und mit ordentlich Wumms.

Druckvolle Riffs, fette Drums – Der Douk Audio K5 im Härtetest

Schon beim ersten Track wird klar: Der Douk Audio K5 liebt Metal. Die Gitarrenwände kommen messerscharf, ohne im Hochton zu nerven. Doublebass-Drums knallen trocken und präzise, der Bass bleibt jederzeit kontrolliert – kein Matsch, kein Dröhnen, sondern punktgenaue Attacke. Gerade bei schnellen Tempi und komplexen Arrangements (Stichwort: Lorna Shore Spiritbox oder Septicflesh) bleibt der Sound auch bei hohen Lautstärken stabil und verzerrungsfrei. Die Dynamik ist beeindruckend: Breakdowns knallen, Soli schneiden sich durchs Klangbild, ohne dass irgendwas untergeht.

Transparenz und Bühne: Jedes Instrument am richtigen Platz

Metal lebt von Details – und davon liefert der K5 reichlich. Feinheiten wie Ghosts cleane Gitarren oder die vielschichtigen Synths bei Bloodywood werden klar herausgearbeitet. Die Bühne bleibt auch bei dichtem Mix erstaunlich aufgeräumt: Vocals stehen präsent im Raum, Gitarren und Drums lassen sich sauber orten. Selbst bei Bands mit mehreren Gitarristen (z.B. Killswitch Engage oder Volbeat) bleibt alles differenziert und nachvollziehbar.

Die Tone-Control: Subtile Anpassung statt EQ-Keule

Ein besonderes Feature des Douk Audio K5 sind die Bass- und Höhenregler auf der Oberseite. Anders als bei vielen günstigen Geräten arbeitet dieser EQ bemerkenswert subtil und musikalisch. Statt die Musik zu verzerren oder zu vermurksen, erlauben die Regler eine feine Abstimmung:

  • Der Bassregler wirkt im Bereich von 20–250 Hz mit bis zu ±10dB
  • Der Höhenregler greift bei 3–20kHz mit ebenfalls bis zu ±10dB

Dadurch kannst du den Klang an deine Kopfhörer und deinen persönlichen Geschmack anpassen, ohne dass der Sound unnatürlich oder übertrieben wirkt. Besonders praktisch: Der Bypass-Schalter, mit dem du den EQ komplett umgehen kannst, wenn du das reine, unverfälschte Signal möchtest.

Kopfhörer-Paarungen: Vielseitig wie ein Schweizer Taschenmesser

Ich habe den Douk Audio K5 mit verschiedenen Kopfhörern getestet, von niederohmigen In-Ears bis hin zu anspruchsvollen planaren Magnetostaten:

  • Mit den Shanling ME600 In-Ears liefert der Douk Audio K5 eine rauschfreie, saubere Wiedergabe, besonders im Low-Gain-Modus. Die Basswiedergabe ist kontrolliert und präzise – ideal für elektronische Musik und Metal.
  • Bei den mittelschweren Beyerdynamic DT 1990 Pro (250 Ohm) zeigt der K5 sein wahres Potential. Der High-Gain-Modus liefert ausreichend Leistung, um die manchmal etwas zurückhaltenden DT 1990 Pro zum Leben zu erwecken. Die Bühnenabbildung ist beeindruckend weitläufig, die Detailauflösung exzellent.
  • Selbst mit meinen anspruchsvollen Audeze LCD‑X (Planar-Magnetic, 20 Ohm) schlägt sich der K5 erstaunlich gut. Zwar kommt er nicht ganz an die Kontrolle und den Punch eines dedizierten High-End-Verstärkers heran, liefert aber eine Performance, die weit über dem Preispunkt liegt.

Douk Audio K5 vs. High-End-DACs

Natürlich kann der Douk Audio K5 nicht mit High-End-DACs für 500€ oder mehr mithalten – aber er kommt erstaunlich nah. Die Unterschiede liegen weniger in der grundsätzlichen Klangqualität als vielmehr in den letzten 10–15% audiophiler Perfektion: Die absolute Raumabbildung, die letzte Nuance der Detailauflösung und die ultimative Kontrolle im Bassbereich. Für 90% der Hörer und 95% der Musik wird der K5 absolut ausreichend sein.

Praktischer Einsatz: Mehr als nur ein Kopfhörerverstärker

Der Douk Audio K5 ist ein wahres Multitalent. In meinen Tests habe ich ihn in verschiedenen Szenarien eingesetzt:

Als Desktop-DAC/Amp

An meinem PC-Arbeitsplatz hat sich der Douk Audio K5 als idealer Begleiter erwiesen. Per USB angeschlossen, liefert er einen deutlichen Klangupgrade gegenüber dem integrierten Mainboard-Sound. Die beiden Kopfhöreranschlüsse ermöglichen schnelles Wechseln zwischen meinen Arbeitskopfhörern und dem Gaming-Headset.

Als Vorverstärker im Stereo-Setup

Dank der RCA-Ausgänge konnte ich den K5 problemlos in meine Stereo-Kette integrieren. Die Klangqualität der Wandlung ist tadellos, und die Tone-Controls bieten eine willkommene Möglichkeit zur Feinabstimmung, ohne auf einen separaten Equalizer zurückgreifen zu müssen.

Als Smartphone-Upgrade

Mit einem USB-C-auf-USB-C-Kabel verwandelt der K5 jedes Smartphone in eine mobile Hi-Fi-Station. Bei Android-Geräten funktioniert das plug-and-play, bei Apple-Geräten wird ein zusätzlicher Adapter benötigt. Die Klangverbesserung gegenüber dem integrierten DAC des Smartphones ist sofort erkennbar – detailreicher, dynamischer und mit deutlich mehr Kontrolle in allen Frequenzbereichen.

Die technischen Details für Nerds

Für alle, die es genau wissen wollen, hier die wichtigsten technischen Daten des Douk Audio K5:

DAC und Signalverarbeitung:

  • DAC-Chip: ES9038Q2M
  • DSP/USB-Interface: SA9312
  • Operationsverstärker: OPA1678
  • Kopfhörerverstärker: SGM8262

Audio-Performance:

  • THD+N: < 0,0008% @ 32Ω
  • Signal-Rausch-Verhältnis: > 121dB @ 32Ω
  • Frequenzgang: 20–40kHz (±0,3dB)
  • Kanalübersprechen: < ‑65dB @ 32Ω
  • Grundrauschen: < 3μV

Leistung:

  • 6,35mm-Ausgang: 560mW @ 32Ω (High Gain, THD+N < 1%)
  • 3,5mm-Ausgang: 370mW @ 32Ω (High Gain, THD+N < 1%)
  • Max. Ausgangsspannung: 4,25Vrms (6,35mm) / 3,45Vrms (3,5mm) @ 32 Ohm

Sonstiges:

  • Stromversorgung: DC 5V (≥2A) über DC-Buchse oder USB‑C
  • Abmessungen: 95×92×50mm
  • Gewicht: 228g

Fazit: Der Little-Big-Player unter den Budget-DACs

Der Douk Audio K5 ist ein echter Geheimtipp – ein Mini-DAC/Amp, der weit über seine Preisklasse hinaus performt. Er kombiniert hervorragende Technik, durchdachte Features und einen Klang, der audiophile Herzen höher schlagen lässt, in einem kompakten, erschwinglichen Paket.

Was mich am meisten überrascht hat: Die Vielseitigkeit dieses kleinen Kraftpakets. Egal ob als Desktop-DAC, als Upgrade für dein Smartphone oder als Teil eines größeren Audio-Setups – der Douk Audio K5 liefert durchweg eine Performance, die seinen Preis mehrfach rechtfertigt.

Natürlich hat auch er seine Grenzen. Er wird keinen High-End-DAC/Amp für 500€ oder mehr ersetzen, und absolutistische Audiophilen werden sicher die eine oder andere Nuance vermissen. Aber für alle, die nach einem bezahlbaren Einstieg in die Welt des hochwertigen Audios suchen oder einen vielseitigen Zweit-DAC/Amp für verschiedene Einsatzzwecke benötigen, ist der Douk Audio K5 eine absolut empfehlenswerte Wahl.

In einer Welt, in der High-End-Audio oft unzugänglich teuer ist, ist der Douk Audio K5 ein erfrischender Beweis dafür, dass großartiger Klang nicht immer ein großes Budget erfordert. Ein echter Audio-Underdog, der die High-End-Liga zum Schwitzen bringt.

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Aiyima A80 — Budget-Kraftpaket mit Tuning-Potential https://www.hifigeek.de/aiyima-a80-budget-kraftpaket-mit-tuning-potential/ https://www.hifigeek.de/aiyima-a80-budget-kraftpaket-mit-tuning-potential/#respond Wed, 14 May 2025 11:46:33 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8854 Wenn Look und Sound sich duellieren

Der Aiyima A80 ist ein kompakter Class‑D Vollverstärker mit integriertem DAC, der optisch beeindruckt und klanglich solide abliefert – aber kann er mehr als nur gut aussehen? Ein Testbericht über Halo-Effekte, versteckte Potenziale und die Frage, ob man einem Budget-Verstärker eine Persönlichkeitstransplantation verpassen kann.

Einleitung: Der Halo-Effekt und auditive Selbsttäuschung

Kennt ihr den Halo-Effekt? Das ist dieses fiese psychologische Phänomen, bei dem wir automatisch annehmen, dass attraktive Menschen auch schlauer, talentierter und kompetenter sind. Klingt unfair, ist aber Realität – und bei Audio-Gear funktioniert’s genauso. Zeig mir zwei technisch identische Verstärker, wobei einer aussieht wie ein High-End-Gerät und der andere wie ein 90er-Jahre-Relikt, und ich sage dir, welcher “besser klingt”. Zumindest vorübergehend, denn unser Gehör lässt sich leicht täuschen.

Als der Aiyima A80 bei mir ankam, war mein erster Gedanke: “Wow, der macht optisch echt was her!” Ein schickes Display, eine cleane Front, ein massiver Drehregler – da kriegen Gadget-Liebhaber feuchte Augen. Aber Moment mal, wir sind hier nicht auf Instagram – bei Audio-Equipment zählt am Ende der Sound. Oder etwa doch nicht? Lasst mich euch durch diesen Test führen, denn beim Aiyima A80 ist nicht alles so eindeutig, wie es scheint.

Reviews in Bild und Ton

Wir haben mittlerweile auch einen eigenen Youtube-Channel. Hier versuche ich regelmäßig für euch Reviews mit bewegtem Bild bereit zu stellen und mehr mit euch in Kontakt zu treten. Schaut doch einfach mal vorbei und aboniert den Kanal. Danke!

Technische Daten, Features und Preis: Auf dem Papier ein Knaller

Der Aiyima A80 ist ein Class-D-Verstärker für rund 200 Euro und bietet für diesen Preis eine beeindruckende Feature-Liste. Mit einer maximalen Ausgangsleistung von 300 Watt pro Kanal an 4 Ohm (realistisch sind es eher 200 Watt kontinuierlich) bringt er ordentlich Power mit. Im Inneren werkelt der TPA3255-Verstärkerchip – der gleiche, der auch im Vorgänger Aiyima A70 verbaut war. Auch die PFFB-Technologie (Post-Filter Feedback Loop) und die NE5532-Operationsverstärker kennen wir bereits vom A70.

Was den Aiyima A80 vom Vorgänger unterscheidet, ist vor allem der integrierte ES9038Q2M DAC-Chip, der hochauflösende Audiodaten verarbeiten kann – bis zu 32-Bit/384 kHz über USB und sogar DSD512. An Anschlüssen mangelt es nicht: USB‑C, optisch, koaxial, symmetrische und unsymmetrische Analogeingänge sowie ein Subwoofer-Ausgang. Dazu kommt Bluetooth 5.1 mit aptX HD (leider kein LDAC) – praktisch für alle, die auch mal schnell vom Smartphone Musik streamen wollen.

Das Gerät hat eine THD (Klirrfaktor) von nur 0,006% und ein Signal-Rausch-Verhältnis von 109 dB – auf dem Papier beeindruckende Werte für diese Preisklasse. Für die volle Power sollte man allerdings das separat erhältliche 48V-Netzteil dazukaufen, das etwa 20 Euro extra kostet. Mit dem normalen Netzteil funktioniert der Aiyima A80 zwar auch, kann aber nicht sein volles Potenzial entfalten.

Design und Verarbeitung: Kleines Kraftpaket mit Wow-Faktor

Optisch macht der Aiyima A80 einiges her. Das kompakte Aluminiumgehäuse (etwa so groß wie zwei dicke Taschenbücher nebeneinander) wirkt hochwertig und solide verarbeitet. Die Front wird vom großen Farbdisplay dominiert, das je nach Einstellung ein oder zwei VU-Meter oder einen Spektrumanalysator anzeigen kann – ein echter Hingucker auf dem Schreibtisch. Der große Metall-Drehregler fühlt sich wertig an und lässt sich präzise bedienen.

Die Rückseite bietet alle wichtigen Anschlüsse, gut beschriftet und logisch angeordnet. Auch die mitgelieferte Fernbedienung ist funktional, wenn auch nicht gerade ein Beispiel für Premium-Design. Insgesamt wirkt der A80 deutlich wertiger, als sein Preis vermuten lässt – hier haben die Ingenieure ganze Arbeit geleistet.

Besonders cool sind die Visualisierungsoptionen: Ob klassische VU-Meter oder Spektrumanalysator – das Display macht immer eine gute Figur und lässt sich in der Helligkeit anpassen. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich mehr auf die tanzenden Anzeigen starre als auf meine Lautsprecher. Guilty pleasure für jeden Technik-Nerd!

Bedienung und Features: Intuitiv und durchdacht

Die Bedienung des Aiyima A80 erfolgt hauptsächlich über den zentralen Drehregler: Drehen ändert die Lautstärke, kurzes Drücken öffnet das Menü, weiteres Drehen wechselt zwischen den Optionen, erneutes Drücken bestätigt die Auswahl. Einfacher geht’s kaum, und nach wenigen Minuten hat man den Dreh raus (Wortspiel beabsichtigt).

Im Menü finden sich alle wichtigen Einstellungen: Eingangswahl, Display-Optionen sowie Bass- und Höhenregler. Letztere sind besonders praktisch, um den Klang an den eigenen Geschmack oder an schwierige Raumakustik anzupassen. Die elektronische Lautstärkeregelung arbeitet präzise und ohne hörbare Stufen – selbst bei niedrigen Pegeln.

Eine clevere Funktion ist der Auto-Standby-Modus: Erkennt der Aiyima A80 einige Zeit kein Signal, schaltet er sich in den Energiesparmodus und wacht automatisch wieder auf, sobald Musik anliegt. Alternativ kann man auch den 12V-Trigger nutzen, um den Verstärker zusammen mit anderen Komponenten zu steuern. Smart gelöst!

Klangeigenschaften: Solide Basis mit Charakternuancen

Jetzt zum Entscheidenden: Wie klingt der Aiyima A80? Nach ausgiebigem Hören mit verschiedenen Musikstilen und Lautsprechern würde ich den Klang als warm, ausgewogen und angenehm beschreiben, aber nicht als herausragend. Der Aiyima A80 liefert einen soliden, kräftigen Sound mit straffen Bässen, klaren Mitten und seidigen Höhen. Für seine Preisklasse macht er vieles richtig, ohne dabei in irgendeinem Bereich zu glänzen.

Im direkten Vergleich zum Vorgänger Aiyima A70 fällt auf, dass der A80 weicher und weniger detailreich klingt. Beim Hören von Portrait of a Headless Man (Live) waren die Streicher durch den A80 weniger texturreich, die Bühnenabbildung etwas diffuser und weniger fokussiert. Als der Song an Intensität zunahm, konnte der Aiyima A80 nicht die gleiche Energie und Attacke liefern wie der Aiyima A70 – der dramatische Effekt ging teilweise verloren.

Bei etwas aggressiverer Musik zeigen sich die Unterschiede ebenfalls: “Everything is quiet now” klang über den Aiyima A70 knackiger und klarer. Allerdings kann diese Charakteristik des Aiyima A70 bei hellen Aufnahmen oder längeren Hörsessions auch ermüdend wirken. Der sanftere Charakter des Aiyima A80 ist in solchen Situationen von Vorteil – er klingt nie aggressiv oder aufdringlich.

Die Leistungsreserven des Aiyima A80 sind für normale Wohnzimmer oder Desktopsetups mehr als ausreichend. Selbst anspruchsvollere Lautsprecher wie meine B&W‑Standboxen trieb er zu ordentlichen Pegeln, ohne zu verzerren oder dünn zu klingen. Die Class-D-Architektur sorgt zudem für minimale Wärmeentwicklung – praktisch bei beengten Platzverhältnissen.

Op-Amp-Tuning: Die Persönlichkeitstransplantation

Hier wird’s spannend: Anders als bei Menschen kann man dem A80 tatsächlich eine “Persönlichkeitstransplantation” verpassen. Die verbauten NE5532-Operationsverstärker sind solide Standardkost, aber weit entfernt vom Optimum. Mit etwas Schraubergeschick lassen sie sich austauschen – mit teils dramatischen Klangverbesserungen.

Der Eingriff ist überraschend einfach: Vier Schrauben an der Rückseite und zwei an der Unterseite lösen, dann die Platine vorsichtig herausziehen (Achtung beim Flachbandkabel zum Display!). Auf der Platine findet man ein Paar NE5532-Op-Amps, die für die Signalverarbeitung zuständig sind.

In Tests mit hochwertigen Burson Audio V7 Vivid Op-Amps (ca. 169 Dollar) verbesserte sich der Klang signifikant: größere Bühne, präzisere Abbildung, klarere Trennung der Instrumente und insgesamt höhere Auflösung. Plötzlich spielte der Aiyima A80 in einer ganz anderen Liga! Genauso ergeht es ihm, wenn man Sparkos Dual Op Amps SS3602 einbaut. Wer vor der Investition zurückschreckt (immerhin fast so teuer wie der Verstärker selbst), kann auch günstigere Alternativen wie OPA828 oder OPA627 probieren, die ebenfalls deutliche Verbesserungen bringen sollten.

Beim Einbau größerer diskreter Op-Amps ist etwas Vorsicht geboten: Sie können gegen benachbarte Kondensatoren drücken und den Gehäusedeckel berühren. Mit etwas Fingerspitzengefühl funktioniert es aber problemlos, und der leichte Kontakt zum Gehäuse unterstützt sogar die Kühlung. Leider konnten wir unsere Sparkos Super Dual SS2590 nicht einbauen, da der Platz einfach nicht ausreicht. Wir ordern demnächst mal Dip 8 Verlängerungen. Mal sehen.

Vergleich und Einordnung: Was bekommt man für sein Geld?

Im Vergleich zu anderen Geräten in dieser Preisklasse positioniert sich der Aiyima A80 als vielseitige Komplettlösung mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Kombination aus kraftvollem Verstärker, hochwertigem DAC und zahlreichen Anschlussmöglichkeiten findet man selten für unter 250 Euro.

Der direkte Vorgänger Aiyima A70 klingt detaillierter und dynamischer, bietet aber weniger Features und kein modernes Display. Geräte wie der Fosi Audio V3 Mono könnten klanglich überlegen sein, sind aber nicht so vielseitig ausgestattet. Der WiiM Amp wäre ein interessanter Vergleichskandidat mit ähnlichem Funktionsumfang.

Was den Aiyima A80 auszeichnet, ist die Kombination aus attraktivem Design, einfacher Bedienbarkeit und solider Klangqualität – plus dem Potenzial für Upgrades. Für Desktop-Setups oder kleinere Wohnzimmer, wo Platz begrenzt ist, bietet er eine kompakte All-in-One-Lösung ohne den typischen “Mini-Anlagen-Sound”.

Fazit: Für wen lohnt sich der Aiyima A80?

Nach ausgiebigem Testen bin ich zum Schluss gekommen: Der Aiyima A80 ist ein beeindruckendes Gesamtpaket, das vor allem durch seine Vielseitigkeit und sein Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt. Er ist nicht der klangliche Überflieger seiner Preisklasse, bietet aber eine solide Basis mit Tuning-Potenzial.

Besonders empfehlenswert ist er für:

  • Desktop-Setups oder kleine Wohnräume mit begrenztem Platz
  • Hörer mit helleren Lautsprechern oder Vorliebe für längere Sessions
  • Technik-Fans, die alle gängigen Anschlussoptionen benötigen
  • Bastler, die das Potenzial durch Op-Amp-Tausch ausreizen möchten

Weniger geeignet ist er für:

  • Absolute Klangpuristen, die den letzten Funken Detail heraushören wollen
  • Hörer mit bereits warmen, entspannten Systemen, die mehr Klarheit brauchen
  • Klassik-Fans, die maximale Instrumentenseparation und Dynamik suchen

Der Aiyima A80 beweist, dass der Halo-Effekt nicht alles ist: Er sieht fantastisch aus und klingt gut, aber nicht so gut, wie sein Aussehen vermuten ließe. Dafür bietet er ein enormes Upgrade-Potenzial durch den Op-Amp-Tausch – sozusagen ein audiophiles Tuning für Budget-Hörer.

Für rund 200 Euro (plus eventuell 20 Euro für das stärkere Netzteil) bekommt man einen äußerst vielseitigen Verstärker, der in praktisch jedes Setup passt und leicht mitwachsen kann. Die vergleichsweise einfache Möglichkeit, den Klang durch Op-Amp-Tausch zu verbessern, macht den A80 zu einer zukunftssicheren Investition, die lange Freude bereiten kann.

Wenn man bedenkt, wie wenige Kompromisse man bei diesem Preis eingehen muss, ist der Aiyima A80 ein echter Geheimtipp für preisbewusste Audiophile und ein würdiger Neuzugang in der wachsenden Welt erschwinglicher High-Performance-Audio-Geräte

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High End München 2025: Die letzte Audio-Messe in München — Ein Vorschaublick https://www.hifigeek.de/high-end-muenchen-2025-die-letzte-audio-messe-in-muenchen-ein-vorschaublick/ https://www.hifigeek.de/high-end-muenchen-2025-die-letzte-audio-messe-in-muenchen-ein-vorschaublick/#respond Tue, 13 May 2025 11:15:07 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8841 Die High End München 2025 steht vor der Tür und markiert einen historischen Wendepunkt für die renommierte Audio-Messe. Vom 15. bis 18. Mai 2025 findet die Veranstaltung zum letzten Mal im MOC München statt, bevor sie ab 2026 nach Wien umzieht. Als Audiophile und Newcomer in der Branche sind wir gespannt, was uns bei diesem audiophilen Abschied erwartet.

Die Welt der audiophilen Elite und der schwere Weg für Einsteiger

Die HiFi-Szene hat ein demografisches Problem. Wenn ich an typische HiFi-Enthusiasten denke, sehe ich überwiegend ältere Herrschaften vor hochpreisigen Lautsprechern, die über feinste Nuancen fachsimpeln und jedem Kabel eine eigene Seele zusprechen. Ein überzeichnetes Bild? Vielleicht, aber die Branche tut sich nachweislich schwer mit dem Nachwuchs.

Das Problem ist offensichtlich: Die Einstiegshürde ist enorm hoch. “High End? Das bekommst du als Einsteiger so um die 6000€” — zumindest ist das die Botschaft, die auch die High End Society sendet. Welcher junger Mensch kann oder will diesen Preis zahlen? Dabei hat doch jeder audiophile Veteran einmal klein angefangen, vielleicht mit einer Schneider-Anlage für 1000 DM, die damals als absolute Sensation galt.

Was die Branche braucht

Die Audiobranche braucht mehr Marken wie Fosi Audio, die erschwingliche Produkte mit beeindruckender Leistung anbieten. Es geht nicht darum, die Qualität oder den Wert von High-End-Produkten in Frage zu stellen, sondern Einstiegshürden abzubauen und jungen Menschen den Zugang zu diesem faszinierenden Hobby zu erleichtern. Denn einmal infiziert mit dem HiFi-Virus folgt oft ein Upgrade nach dem anderen.

High End München 2025: Ein Spektakel zum Abschied

Mit 500 Ausstellern, 1000 Marken und einer Ausstellungsfläche von 30.000 Quadratmetern verspricht die diesjährige High End ein wahres Audiofestival zu werden. Die norwegische Sängerin Anette Askvik repräsentiert als Markenbotschafterin das Motto “Passion for Music” und verkörpert damit perfekt die Philosophie der Messe.

Highlights der Messe

Audio Reference setzt zum Abschied einen besonderen Akzent: Der Hamburger Vertrieb präsentiert im Atrium 3.1, Raum C112 die angeblich teuerste HiFi-Anlage der Welt mit einem Gesamtwert von etwa 3 Millionen Euro. Für die exklusiven Vorführungen in einem eigens eingerichteten “Konzertsaal” mit optimierter Raumakustik von Vicoustic sind Tickets erforderlich — und die sind heiß begehrt.

Diese Mega-Anlage umfasst unter anderem:

  • Vier Dan D’Agostino Relentless Monoblock-Verstärker
  • Dan D’Agostino Relentless Vorstufe
  • dCS Vivaldi Set
  • Wilson Audio WAMM Master Chronosonic Lautsprecher
  • Zwei Wilson Audio Thor’s Hammer-Subwoofer
  • Nordost Odin Verkabelung
  • VPI Direct Drive Plattenspieler
  • Bassocontinuo Racks

Ein weiteres Highlight wird die 3D-Remaster-Aufnahme von Anette Askviks “Liberty” sein, die über eine Lautsprecher-Konfiguration von Kii Audio in einer Immersive-Audio-Installation präsentiert wird. Allerdings sind alle Vorführungen bereits ausverkauft.

World of Headphones: Ein Zugang für die jüngere Generation?

Parallel zur High End München findet die “World of Headphones” statt, die sich vermutlich etwas zugänglicher für jüngere Besucher gestalten wird. Hier dreht sich alles um Kopfhörer, DACs und mobiles Hören — Bereiche, in denen der Einstieg oft kostengünstiger ist.

Was darf man von uns erwarten?

Als kleine Blogger können wir natürlich keine vollständige Messe-Dokumentation stemmen. Wir werden aber versuchen, so viele Eindrücke wie möglich zu sammeln und ein paar Highlights herauszuarbeiten. Die große Kamera bleibt zuhause, daher entstehen die meisten Fotos mit dem Smartphone.

Besonders gespannt sind wir darauf, ob sich unsere Vorurteile über die Branche bestätigen oder ob wir positiv überrascht werden. Wir gehen jedenfalls offen und neugierig an die Sache heran.

Besuchen Sie die High End München 2025

Wer die letzte Münchener Ausgabe der High End München selbst erleben möchte, hat am Samstag (17. Mai) und Sonntag (18. Mai) die Gelegenheit dazu. Der Eintritt kostet 10€ pro Tag. Donnerstag und Freitag sind ausschließlich Fachbesuchern vorbehalten.

Es gibt sogar organisierte Busfahrten zur Messe, wie beispielsweise die von FONO.DE am Samstag, 17. Mai 2025, die interessierten Besuchern die Anreise erleichtern.

Diese letzte Ausgabe in München ist eine einmalige Gelegenheit, die Welt der High-End-Audiogeräte kennenzulernen, bevor die Messe im nächsten Jahr nach Wien umzieht. Ob audiophiler Veteran oder neugieriger Neuling — die High End 2025 verspricht ein audiovisuelles Erlebnis der Extraklasse zu werden.

Fazit: Ein Wendepunkt für die Audioszene

Die High End München 2025 markiert nicht nur das Ende einer Ära, sondern hoffentlich auch einen Wendepunkt für die Branche. Die Herausforderung besteht darin, die Balance zwischen kompromissloser audiophiler Qualität und der Notwendigkeit, neue Zielgruppen zu erschließen, zu finden. Vielleicht gelingt es der Messe in Wien ab 2026, genau diesen Spagat zu meistern und die nächste Generation von HiFi-Enthusiasten zu begeistern.

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Meine Kopfhörer-Journey: Vom Walkman zum audiophilen Setup https://www.hifigeek.de/meine-kopfhoerer-journey-vom-walkman-zum-audiophilen-setup/ https://www.hifigeek.de/meine-kopfhoerer-journey-vom-walkman-zum-audiophilen-setup/#respond Thu, 24 Apr 2025 12:24:30 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8682 Ein persönlicher Erfahrungsbericht über mehr als drei Jahrzehnte Klangsucht, analog bis digital und wieder zurück – und warum die Kabelwelt doch die beste ist.

Die analogen Anfänge: Walkman, Discman & MiniDisc

Kopfhörer begleiten mich schon seit meiner Kindheit. Wie viele Kinder der 90er startete ich mit einem klassischen Walkman und den obligatorischen, dünnen Bügelkopfhörern, die damals zum Standard-Equipment gehörten. Meine akustische Welt bestand hauptsächlich aus Kassetten mit Radioaufnahmen und geschenkten Hörspielen — der absolute Luxus für einen Musikfan im Taschenformat!1

Mit dem Siegeszug der CD kam der Quantensprung in Form eines Panasonic SL‑S 320, den mir meine Eltern zu Weihnachten schenkten. Die mitgelieferten Earbuds mit der Kabelfernbedienung waren für damalige Verhältnisse der absolute Hit. Diesen CD-Player habe ich überallhin mitgeschleppt — und erstaunlicherweise überlebten die Kopfhörer dabei länger als erwartet.

Dann kam die MiniDisc-Ära — und was für ein Game-Changer das war! Nach endlosem Betteln bei meinen Eltern wurde ich stolzer Besitzer eines Sharp MD-MS701H Mini Disk Recorders. Das Ding war einfach sexy! Man konnte seine eigene Musik “aufnehmen” — meist von ausgeliehenen CDs — und das in einer Qualität, die deutlich besser war als die der Kassetten. Ich habe eine Disk nach der anderen befüllt und das Teil wie einen Schatz überallhin getragen. Natürlich hatte das Aluminium-Gehäuse seine Schwachstellen — irgendwann verbog sich der Diskeinschub, was man dann händisch zurückbiegen musste. Auch das Display der Kabelfernbedienung zeigte mit der Zeit Verschleißerscheinungen.

Die digitale Revolution: MP3-Player & iPod Classic

Mit dem Skateboarden begann mein Player dann zu leiden. Gleichzeitig hielten MP3s Einzug in mein Leben, und dank Zugriff auf einen Brenner grub ich meinen Discman wieder aus. Dieser musste jedoch bald einem der ersten rudimentären MP3-Player weichen — mit sagenhaften 128MB Speicher (ja, Megabyte, kein Tippfehler!). Zum Glück hatte ich inzwischen einen gut bezahlten Nebenjob, sodass ich mir einen iriver SlimX iMP-550 leisten konnte. Mein Skate-Bag war entsprechend ausgestattet: ein praktischer CD-Halter, in dem die Silberlinge ohne Hülle ihren Platz fanden. Die Scheiben sahen nach einer Weile zwar aus, als hätten sie den dritten Weltkrieg überlebt, aber so war das damals eben.

In dieser Zeit ging ich durch zahllose Ear-Buds. Die günstigen zerbrachen schnell, aber selbst die teuren fielen entweder beim Skaten runter und landeten unter den Rollen, oder die extrem dünnen Stiele brachen aus heiterem Himmel. Es war wie ein Fluch – kaum hatte man gute Kopfhörer, zerstörte sie der Audio-Gott persönlich.

Trotz aller technischen Herausforderungen war Musik für mich allgegenwärtig. Ich kaufte CD um CD und schleppte sie überall mit hin. Heute sehen sie entsprechend mitgenommen aus — authentische Kampfspuren eines intensiven Musiklebens.

Der nächste Meilenstein war ein iPod Classic mit 80GB — ein absolutes Traumgerät! Mit einer Teufel Dockingstation zu Hause und einem JBL Portable-Speaker beim Skaten war ich komplett ausgestattet. Der iPod diente mir sogar als Wecker im Studium, bis die Dockingstation irgendwann den Geist aufgab. Zwischenzeitlich leisteten meine Koss Plugs treue Dienste, wechselten dann aber zum iPhone, das ich seit dem 3G-Modell etwa alle zwei Jahre aktualisiert habe.

Gaming & Streaming: Neue Hörwelten erschließen sich

Parallel zum mobilen Musikgenuss war PC-Gaming ein großes Thema, und auch hier wurden etliche “billige” Kopfhörer durchgenudelt, bis irgendwann Speedlink Medusas in meinem Setup landeten. Mein digitales Musikleben wanderte von iTunes zu Spotify, sobald der Dienst in Deutschland verfügbar wurde. Mit dem praktischen Telekom-Deal, bei dem der Spotify-Traffic nicht auf das monatliche Volumen angerechnet wurde, explodierte mein Musikkonsum förmlich. Plötzlich war jeder Tag ein Festival – nur eben ohne die schlammverkrusteten Schuhe und überteuerten Getränke.

Zunächst blieb ich den kabelgebundenen Over-Ears treu, wechselte dann aber zu Bose QC25 und später QC35. Die QC25 haben irgendwann kapituliert, während die QC35 noch immer auf dem Schreibtisch meiner Frau ihren Dienst tun – ein Beweis dafür, dass Qualität sich durchsetzt, selbst wenn der audiophile Snob in mir mittlerweile die Nase rümpft.

Der Arbeitskopfhörer: Konzentration & Meetings

Bei der konzentrierten Arbeit am Bildschirm entdeckte ich die unglaubliche Kraft der Musik als Fokushelfer. Sie ließ mich in einen Tunnel eintauchen, in dem alles um mich herum verschwand. Ich wurde eins mit der Musik, meinen Gedanken und der Arbeit. Zeit und Raum lösten sich auf, während ich eine Lösung nach der anderen entwickelte. Diese Flow-Zustände sind für mich mittlerweile essenziell – sie machen den Unterschied zwischen einem produktiven Tag und einem, an dem ich mich wie ein Hamster im Rad fühle.

Mit jedem Arbeitgeberwechsel nahm die Zahl der Meetings zu, was sich immer weiter zuspitzte und mich zunehmend einengte. Die Meetings fühlten sich an wie im Aquarium — geschlossene Kopfhörer mit Noise-Cancelling, schlecht belüftet, heiße Ohren und Schweiß. Ich lief schier Amok unter diesen Klanghauben, sodass eine Alternative her musste. Die Vorstellung, täglich acht Stunden mit diesen Ohrensaunen zu verbringen, war so verlockend wie eine Wurzelbehandlung ohne Betäubung.

Nach intensiver Recherche und Überlegungen zum Budget entschied ich mich für die Beyerdynamic DT1990 Pro — ein offener Kopfhörer, der meinen Musikgenuss auf ein neues Level heben sollte. Es war Liebe auf den ersten Klang!

Die audiophile Wende: Offene Kopfhörer verändern alles

Die DT 1990 Pro sind seit sechs Jahren meine treuen Begleiter, und ich trage sie nach wie vor mit Begeisterung. Meetings sind mit ihnen ein völlig neues Erlebnis: Ich höre meine eigene Stimme beim Sprechen, was die Kommunikation unglaublich angenehm macht. Sie werden zwar warm am Kopf, aber verglichen mit den Bose-Kopfhörern ist das ein Kinderspiel. Klanglich bewegen wir uns hier in einem ganz anderen Universum – das wäre, als würde man einen Trabant mit einem Porsche vergleichen.

Natürlich musste dann auch ein passender DAC her. Mit dem ifi Hip Dac fand ich einen teilweise mobilen Begleiter. Ehrlich gesagt habe ich ihn dann doch selten unterwegs genutzt, was die Anschaffung aus dieser Perspektive vielleicht nicht optimal erscheinen lässt. Klanglich war es jedoch ein Volltreffer, und das zählte am Ende.

Für jemanden, der mehrere tausend Stunden pro Jahr mit Kopfhörern verbringt, hatte ich bis dahin erstaunlich wenig experimentiert. Nicht aus Abneigung — mir fehlte einfach der zündende Funke. Womöglich war ich auch unbewusst besorgt, dass ein tieferer Einstieg in die Audiophilie mein Bankkonto in ähnlicher Weise ruinieren würde wie meine Plattensammlung. Spoiler: Diese Befürchtung war absolut berechtigt.

Neue Horizonte: Hifiman Arya Stealth & Die Lehmann Audio Entdeckung

Im letzten Sommer packte mich kurzzeitig das Verlangen, etwas Neues auszuprobieren. Ich besorgte einen Hifiman Arya Stealth, über den ich im Netz viel Gutes gelesen hatte. Ich wollte ihn testen und darüber schreiben, was ich leider schuldig geblieben bin. Klanglich war der Kopfhörer beeindruckend, aber der Tragekomfort ließ zu wünschen übrig. Die ovalen Ohrmuscheln drückten auf meine Kieferknochen und störten beim Sprechen in Meetings – ein eigenartiges Gefühl, das mich letztlich wieder zum Bewährten zurückkehren ließ. Es war, als würde ich versuchen, mit einem Ferrari einkaufen zu fahren – beeindruckend, aber unpraktisch.

Dann kam ein schicksalhaftes Telefonat mit Norbert Lehmann. Eigentlich rief ich an, um seine Gerätefüße zu testen, und plötzlich standen zwei Lehmann Audio Kopfhörerverstärker bei mir. Klingt wie ein erfolgreiches Verkaufsgespräch, war es aber nicht! Norbert fragte irgendwann nach meinem Beruf, und ich erzählte, dass ich den ganzen Tag mit Kopfhörern vor dem Bildschirm sitze, Musik höre oder in Meetings bin.

Sofort war er Feuer und Flamme und berichtete von seinen Linear und Linear II Kopfhörerverstärkern. Wie er blindlings einen Test gewann, ohne selbst davon zu wissen, oder sich Studios bei ihm meldeten, weil seine Linear-Serie hervorragende Arbeit leistet. Wie Sennheiser diese Verstärker zur Präsentation neuer Kopfhörer nutzt. Norbert gab mir umfangreiches Material zu seinen Verstärkern mit, aus dem ich seitenweise zitieren könnte. Diese Geschichten sind aber aus seinem Mund wahrscheinlich noch viel spannender – der Mann spricht über Audio-Equipment mit der gleichen Leidenschaft, mit der andere über ihre Fußballmannschaft reden.

Da er selbst auf HiFi-Veranstaltungen ausstellt, wird er dort sicherlich das ein oder andere über seine Geräte erzählen — vielleicht sogar die Geschichte, die ich hier gerade zusammenschreibe.

Das ultimative Setup: Tiefeintauchen in die Kopfhörerverstärker-Welt

Aufhänger meines Interesses war Norberts Aussage, dass viele seiner Profi-Kunden berichten, sie seien nach einem Arbeitstag viel entspannter oder könnten längere Mix-Sessions absolvieren, seitdem sie Lehmann Audio’s Linear Kopfhörerverstärker nutzen.

Also ran an den Speck! Ich habe den Linear etwa zwei Wochen intensiv genutzt, was in meinem Fall etwa 120 Stunden entspricht. Wer mich kennt, weiß, dass ich mich in neue Themen mit Haut und Haaren stürze, bis ins kleinste Detail eintauche und alles ausprobiere, was in Reichweite ist. Wenn ich ein Thema anfasse, dann richtig – Halbgares gibt’s nicht.

Gesagt, getan: Weitere DACs mussten her! Mein ifi HipDac war ein Anfang, aber nicht genug. Schnell gesellten sich der Fosi Audio K7 und ZD3 dazu – beide absolute Preis-Leistungs-Kracher, wie wir bereits in unserem K7-Test festgestellt haben. Außerdem hatte ich bereits den Shanling M5 Ultra, der ebenfalls hervorragend als DAC funktioniert. Zum krönenden Abschluss experimentierte ich mit einem Burson Audio Playmate 3 Deluxe und verschiedenen OpAmps. Der Vorteil: Einige dieser Geräte haben eigene Verstärkung, wodurch ich sie direkt gegen den Linear testen konnte.

Selbstverständlich schleppte ich den Linear (und später den Linear II) auch ins Wohnzimmer, schloss ihn an den Plattenspieler an und testete ihn mit dem WiiM Ultra und dem Eversolo DMP-A6 Master Edition. Ein wahrhaft umfangreiches Zuspieler-Setup! Meine Frau beäugte das wachsende Equipment-Arsenal zunächst mit Skepsis, ließ sich aber schnell von den klanglichen Unterschieden überzeugen – ein klassischer “Aha”-Moment, der jeden Audiophilen mit Stolz erfüllt.

Bei den Kopfhörern startete ich mit meinen bewährten DT 1990 Pro und rüstete später auf einen Audeze LCD‑X auf. Ich überlegte, noch weitere Kopfhörer hinzuzuziehen, aber irgendwann sprengt das alle Grenzen. Nach mittlerweile über 400 Stunden mit dem Audeze denke ich, ein gutes Gefühl dafür entwickelt zu haben, was wie, wo und wann am besten funktioniert.

Mein Schreibtisch glich zeitweise einem Schlachtfeld mit Kabelsalat, das selbst hartgesottene IT-Systemadministratoren zum Weinen gebracht hätte. Nach und nach verbannte ich jedoch Geräte, die ich ausgiebig getestet hatte, und sitze nun beim Schreiben nur noch mit dem Burson Audio Playmate 3 Deluxe, dem Audeze LCD‑X und dem Lehmann Linear II hier. Wahrscheinlich, weil ich diese Schätze bald wieder abgeben muss und den Klang noch ein wenig zelebrieren möchte – wie ein letztes opulentes Mahl vor einer Diät.

Als Verbindungskabel nutze ich die Sommer Cable Epilogue. Hier muss ich mir wirklich ein zweites Paar zulegen, denn das ständige Umstöpseln nervt gewaltig – besonders weil die Stecker so verdammt stramm sitzen. Ein Kabelwechsel fühlt sich jedes Mal an, als würde man einen eingeklemmten Zahn ziehen.

Ausblick: Die Reise geht weiter

Ich denke, ich bleibe an diesem Thema dran. Das Schöne ist, dass ich diese Tests relativ einfach während der Arbeit durchführen kann und quasi ständig daran arbeiten kann – einer der wenigen Vorteile, wenn man den ganzen Tag vor dem Rechner sitzt.

Aktuell liegt hier noch der Douk Audio K5, den ich gelegentlich höre. Ich bin der Meinung, dass man nicht nur hochpreisige DACs testen sollte, sondern sich breit aufstellen muss. Es gibt immer wieder Perlen, die aus der Masse herausstechen, und ich möchte auch gerne Produkte empfehlen, die nicht unbedingt eine Niere und Leber kosten. Schließlich sollte guter Sound nicht ausschließlich denjenigen vorbehalten sein, die einen Kleinwagen dafür opfern können.

Es liegt mir am Herzen, auch jüngeren Menschen den Weg zu gutem HiFi zu zeigen. Ich denke, dass diese trotz Spotify und Co. durchaus bereit sind, sich dem Thema zu öffnen – nur eben auf ihre eigene Art und Weise. Denn letztendlich geht es nicht darum, wer das teuerste Equipment hat, sondern wer die tiefste Verbindung zur Musik aufbauen kann – und manchmal ist der Weg dorthin eben ein besserer Kopfhörer oder ein feiner Verstärker.

Derzeit warten wir noch auf den Fosi Audio i5 (wir berichteten), für den gerade die Kickstarter-Kampagne gestartet ist. Außerdem sind wir mit Hifiman im Gespräch, und auch hier wird in Zukunft etwas kommen. Mit Audeze wird es nach der HIGH END 2025 in die nächste Runde gehen – ich bin bereits jetzt gespannt wie ein Flitzebogen, was die nächste Qualitätsstufe zu bieten hat.

Unsere Bestrebungen unterstreichen wir mit unserer Akkreditierung für die HIGH END 2025, an der wir als Presse-Partner teilnehmen werden. Mal sehen, was wir dort alles erleben! Ich werde sicherlich mit brennenden Ohren zurückkehren – aber mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Man darf also gespannt sein, und ich hoffe, mit meinen Interessen auch eure zu treffen, um dann interessante Beiträge zu schreiben. Denn eines ist klar: Die Reise in die audiophile Welt ist ein Marathon, kein Sprint – und wir haben gerade erst begonnen, warm zu laufen.

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Audeze LCD‑X im Hardcore-Test: Wenn Sound auf Komfort trifft https://www.hifigeek.de/audeze-lcd-x-im-hardcore-test-wenn-sound-auf-komfort-trifft/ https://www.hifigeek.de/audeze-lcd-x-im-hardcore-test-wenn-sound-auf-komfort-trifft/#respond Wed, 09 Apr 2025 20:40:04 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8704 Der Audeze LCD‑X ist ein Premium-Kopfhörer, der sowohl für Musikproduktion als auch für intensives Gaming und Musikgenuss konzipiert wurde. Nach fünf Wochen intensiver Nutzung teile ich meine ungeschönte Meinung zu diesem Audio-Kraftpaket – und verrate, ob sich die Investition für euch lohnen könnte.

Transparenz: Dieses Testmuster wurde mir vom deutschen Audeze-Vertrieb kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Kooperation hat keinen Einfluss auf meine Bewertung — das war vor dem Test so vereinbart, und ihr könnt davon ausgehen, dass ich auch hier keine Gefangenen mache.

Mein Testsetup

In meinem fünfwöchigen Test — mit über 300 Stunden Tragedauer — habe ich den Audeze LCD‑X durch die audiophile Hölle geschickt und systematisch mit verschiedenen Setups kombiniert:

  • ifi HipDac
  • Fosi Audio K7 (zum Review)
  • Fosi Audio K7 + Lehmann Audio Linear (zum Review) und Linear II
  • Fosi ZD3 + Lehmann Audio Linear und Linear II
  • Burson Audio Playmate 3 Deluxe (zum Review)
  • Burson Audio Playmate 3 Deluxe + Lehmann Audio Linear und Linear II

Das war kein zufälliges Durchprobieren, sondern ein gezielter Benchmark: Bei mehreren Geräten mit integriertem Kopfhörerverstärker konnte ich diesen direkt gegen die separaten Lehmann-Amps messen. So lässt sich sauber herausarbeiten, wie viel der Kopfhörer selbst beiträgt — und wo die Kette anfängt, einen Unterschied zu machen.

Unboxing & Lieferumfang: Flexen mit dem Travel Case

Der Audeze LCD‑X kommt in einem massiven schwarzen Travel Case — kein Pappkarton, kein Schaumstoffwürfel, sondern ein veritabler Koffer mit Scharnieren und Verschlüssen, mit dem ihr bei euren Audio-Buddies garantiert einen bleibenden Eindruck hinterlasst. Im Inneren findet ihr neben dem Kopfhörer selbst:

  • Ein geflochtenes, vieradriges XLR zu 2x mini-XLR Kabel (verknotungsfrei und spürbar hochwertig)
  • XLR zu 6,35mm Adapter
  • 6,35mm auf 3,5mm Adapter (unsymmetrisch)

Während viele Hersteller bei den mitgelieferten Kabeln sparen als wäre es eine olympische Disziplin, liefert Audeze hier solide Qualität ab. Das Kabel ist nicht das geschmeidigste, das ich je in den Händen hatte — es hat einen gewissen Eigenwillen — aber im Vergleich zu vielen Konkurrenten ist es ein echtes Upgrade. Einziger Wermutstropfen: Die symmetrische Verbindung wird nur bis zum XLR-Stecker geführt. Ein 4,4mm Pentaconn-Adapter wäre für den Einsatz an modernen DAPs oder Balanced-Amps eine sinnvolle Ergänzung gewesen — die Zielgruppe dieses Kopfhörers würde ihn definitiv nutzen.

Das Travel Case ist ein schickes Extra — gerade für Audio-Profis, die ihr Equipment auf die Reise mitnehmen. Im stationären Home-Setup wird es bei mir vor allem als stilvoller Staubschutz im Regal stehen.

Die Tech dahinter: Was zur Hölle ist ein Magnetostat?

Beim Audeze LCD‑X handelt es sich um einen planaren Magnetostaten in offener Bauweise. Anders als bei klassischen dynamischen Treibern besteht der “Lautsprecher” hier aus einer hauchdünnen Folie — der Membran — auf die leitfähiges Material aufgedampft wurde. Diese ultradünne Membran schwingt gleichmäßig zwischen Dauermagneten und erzeugt so den Schall. Das Ergebnis: eine deutlich größere abstrahlende Fläche als bei einem konventionellen Treiber, weniger Masse, und eine Impulsantwort, die dynamische Treiber nur schwer toppen können.

Die technischen Daten im Überblick:

  • Rechteckiger Treiber mit 106 mm Größe und mikrometerdünner Membran
  • Impedanz: 20 Ohm
  • Sensitivität: 103 dB/1mW — erstaunlich effizient für einen Magnetostaten
  • Empfohlene Leistung: mindestens 250mW
  • Frequenzgang: 10Hz — 50kHz
  • Gewicht: 612g

Magnetostaten neigen konstruktionsbedingt dazu, im tiefsten Bassbereich etwas weniger Druck zu erzeugen als konventionelle Treiber — dafür glänzen sie mit einer Präzision und Schnelligkeit in den Mitten und Höhen, die kaum zu übertreffen ist. Mit 612g ist der Audeze LCD‑X kein Leichtgewicht, aber wer schon mal einen Beyerdynamic oder Sennheiser HD 800 längere Zeit getragen hat, wird sich hier nicht beschweren.

Tragekomfort: Überraschend bequem für Marathon-Sessions

Offene Kopfhörer sind für lange Arbeitssessions gesetzt — das Luftpolster zwischen Ohr und Treiber verhindert das Hitzestau-Gefühl, das geschlossene Konstruktionen unweigerlich mitbringen. Der Audeze LCD‑X macht hier keine Ausnahme, liefert aber nochmal einen drauf. Das Kopfband wirkt auf den ersten Blick spartanisch, entpuppt sich im täglichen Betrieb aber als durchdacht konstruiert:

  • Die perforierte Lederauflage verhindert Schwitzen — großes Plus für alle, die wie ich zu Hitzköpfen zählen
  • Die Größenverstellung rastet satt und präzise ein und verstellt sich auch nach Stunden nicht von selbst
  • Die drehbar gelagerten Ohrmuscheln passen sich der individuellen Kopfform an, ohne dass man daran herumfummeln muss
  • Die dicken Lederpolster verteilen den Anpressdruck so gleichmäßig, dass Druckstellen selbst nach mehrstündigen Sessions kein Thema sind

Nach fast zehn Jahren mit Noise-Cancelling-Kopfhörern, die mich zuverlässig schwitzen ließen und dieses klaustrophobische “Aquarium-Gefühl” erzeugten, ist das offene Design des Audeze LCD‑X eine echte Befreiung. Besonders in Telekonferenzen zahlt sich das aus: Ich höre meine eigene Stimme natürlich — kein unbewusstes Schreien, kein Nuscheln, weil man sich selbst nicht richtig einordnen kann.

Die runden Ohrmuscheln sind für meine Ohren die ideale Form. Bei einigen Hifiman-Modellen mit ovalen Cups hatte ich das Problem, dass das untere Ende des Polsters auf dem Kiefer auflag und das Sprechen spürbar einschränkte. Beim Audeze LCD‑X passt alles komplett hinein, und auch die nach vorn gerichteten Kabelanschlüsse sind so positioniert, dass sie beim Bewegen zwischen zwei Monitoren nicht im Weg sind. Selbst mit Kapuzenpulli bleibt das Kabel unauffällig — für alle, die im Home Office gern zwischen Arbeits- und Chill-Modus wechseln, kein unwichtiges Detail.

Selbst mit Kapuzenpulli gibt’s keine Kabelprobleme – wichtig für alle, die wie ich im Home Office zwischen Arbeits- und Chill-Modus wechseln!

Mobil? Geht, aber…

Theoretisch lässt sich der Shanling M5 Ultra in die Jackentasche stecken und der Audeze LCD‑X damit durch die Wohnung tragen. Funktioniert erstaunlich gut — die 20 Ohm Impedanz und die hohe Sensitivität sorgen dafür, dass selbst mobile Quellen ihn ordentlich antreiben. Aber ehrlich gesagt ist der Kopfhörer einfach nicht dafür gemacht. Die Größe, das offene Design, das Kabel — alles schreit Workstation. Wer einen Kopfhörer für Bus und Bahn sucht, ist hier komplett falsch. Wer einen Kopfhörer für den Schreibtisch sucht, mit dem er täglich Stunden verbringt, ist genau richtig.

Sound: Die nackte Wahrheit über den Audeze LCD‑X

Bässe: Kontrolliert, nicht kompromisslos

Magnetostaten ticken nun mal anders als dynamische Treiber — wer einen Kopfhörer sucht, der bei jedem Drop physisch antritt und Bassheads befriedigt, greift woanders hin. Das ist keine Schwäche, das ist Designphilosophie. Der Audeze LCD‑X liefert Tiefton mit Haltung: Double-Bass-Salven in Metal-Breakdowns kommen knackig, texturiert und präzise auf den Punkt, ohne dabei zu matschen oder zu übertreiben. Wer Material mit suboptimaler Abmischung hört, wird genau das auch hören — der Bass lügt nicht.

Mitten: Wo der Audeze LCD‑X sein wahres Gesicht zeigt

Hier trennt sich der Audeze LCD‑X von der Masse — und zwar deutlich. E‑Gitarren haben Biss ohne Schärfe, E‑Bass schiebt mit Substanz, Drums klingen dreidimensional statt flach. Gesang und gesprochene Sprache sind so klar durchgezeichnet, dass man im Mix noch das Atemgeräusch des Sängers hört. In dichtem Gewusel bleibt jedes Instrument verortet, jede Transienten-Spitze kommt sauber — das ist der Stoff, aus dem Studio-Referenzmonitore gemacht sind.

Höhen: Crisp, aber nicht aggressiv

Die Höhen des Audeze LCD‑X sind einer der Bereiche, in denen die planare Technologie ihren Charakter am deutlichsten zeigt. Knackig präsent, aber nie aufdringlich oder nervig — kein Zischen bei S‑Lauten, keine künstliche Brillanz, die nach einer Stunde anfängt zu ermüden. Becken lassen sich präzise orten, Hi-Hat-Arbeit kommt mit der richtigen Textur, und auch komplexe Gitarrenarrangements mit viel Obertonstruktur bleiben differenziert, ohne zu stechen. Für lange Sessions ist das genau die Balance, die man sich wünscht.

Räumlichkeit und Bühnendarstellung: Metal-Pit statt Fernsehsessel

Die Bühne des Audeze LCD‑X ist nicht die breiteste, die ich je gehört habe — wer eine riesige Weitwinkel-Soundstage erwartet, wie sie manche offene Sennheiser-Modelle aufbauen, wird das merken. Was der Audeze LCD‑X stattdessen liefert, ist Tiefe und Einbettung: Man sitzt nicht am FOH-Pult und schaut entspannt aufs Geschehen, man steht mittendrin. Bei Cattle Decapitations “Bring Back the Plague” ist das ein Fest — die tiefen Growls kommen von unten, die fiesen höheren Vocals umhüllen von oben, und die Gitarren haben eine physische Präsenz, die man bei weniger auflösenden Kopfhörern einfach vermisst. Für mich als Metal-Fan ist das Moshpit-Feeling hundertmal befriedigender als distanzierte Bühnenbreite.

Auflösung und Details: Nichts bleibt verborgen

Hier glänzt der Audeze LCD‑X am hellsten — und hier zeigt er auch, dass er kein Schönfärber ist. Jede Feinheit wird sauber herausgearbeitet, was auch bedeutet: Fehler in Abmischungen sind nicht mehr zu überhören. Nehmt Amon Amarths “Valkyries Ride” — ihr hört nicht nur die brutal treibende Bass-Drum, sondern auch das mechanische Geräusch des Pedals darunter. Für mich ist das keine Störung, das ist Authentizität. Es ist wie ein Live-Konzert: raw, ungefiltert, echt.

Das Impulsverhalten und die Transientendarstellung sind so gut, dass ich den Audeze LCD‑X dauerhaft neben meinem Beyerdynamic DT 1990 Pro im Rotation halten würde — beide für verschiedene Hörszenarien, keiner als Ersatz für den anderen.

Der Upgrade-Pfad: Wie weit willst du gehen?

Fangen wir mit der guten Nachricht an: Der Audeze LCD‑X klingt bereits an einem soliden Einsteigeramp überzeugend. Der Fosi Audio K7 hatte zu keiner Zeit Probleme, ihn sauber anzutreiben — und das bei einem Preispunkt, der kaum wehtut. Wer den nächsten Schritt machen will, investiert zuerst in Verstärkung, nicht in den DAC. Ein potenter, sauber arbeitender Amp holt spürbar mehr aus dem Treiber heraus — Impulsverhalten und Transientendarstellung profitieren direkt davon, und genau das ist es, was den Audeze LCD‑X auf ein anderes Level hebt.

Wer ohne Umwege das Maximum will: Der Burson Audio Playmate 3 Deluxe harmoniert mit dem Audeze LCD‑X nahezu ideal. Class-A-Verstärkung, Leistungsreserven im Überfluss, und die Werks-OpAmps färben den Klang auf angenehme Weise ohne ihn zu verfärben. Wer dann noch experimentierfreudig ist, kann über OpAmp-Tausch weitere Klangcharaktere erschließen — aber das ist bereits Feintuning auf hohem Niveau, nicht Notwendigkeit.

Und für alle, die wissen wollen, wo die Reise langfristig hingeht: Der Kopfhörer kommt zuerst. Dann die Verstärkung. Den DAC kann man immer noch upgraden — aber ein mittelmäßiger Kopfhörer an einem Spitzen-DAC bleibt ein mittelmäßiger Kopfhörer.

Fazit: Audio-Nirvana für Dauernutzer

Der Audeze LCD‑X ist kein Kopfhörer, der euch mit Wow-Momenten im ersten Reinhören überwältigt. Er ist einer, der nach drei Wochen dafür sorgt, dass ihr gar nicht mehr zurückwollt. Analytisch ohne kalt zu sein, präzise ohne zu ermüden, komfortabel genug für Marathonsessions — und mit genug Tiefenschärfe, um Lieblingsalben neu zu entdecken. Für Dauernutzer, die täglich Stunden mit Kopfhörern verbringen, gibt es bei diesem Preispunkt kaum ein besseres Argument. Und ja, ich gebe ihn zurück. Aber ungern.

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Fosi Audio K7 — Der Perfekte Desktop DAC für Audiophile Gamer https://www.hifigeek.de/fosi-audio-k7-der-perfekte-desktop-dac-fuer-audiophile-gamer/ https://www.hifigeek.de/fosi-audio-k7-der-perfekte-desktop-dac-fuer-audiophile-gamer/#respond Tue, 11 Mar 2025 07:00:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8408 Der Fosi Audio K7 hat seinen Weg von der Kickstarter-Kampagne direkt auf unseren Schreibtisch gefunden, und wir können jetzt nach ausgiebigem Test sagen: Dieses kleine Kraftpaket ist weit mehr als nur ein gewöhnlicher Desktop-DAC. Fosi Audio bezeichnet ihr neuestes Werk als “audiophilen Gaming DAC” — ein großes Versprechen, das wir auf Herz und Nieren geprüft haben. Als Flaggschiff der K‑Reihe positioniert sich der K7 ganz bewusst im oberen Segment des Herstellers, der bereits einige bemerkenswerte Audio-Geräte auf den Markt gebracht hat. Als langjähriger Fan von Fosi Audio, aber auch kritischer Audiofreak, war ich besonders gespannt, ob der K7 meinen hohen Ansprüchen gerecht werden kann.

Transparenz First: Unsere Testbedingungen

Gleich vorweg: Wir haben den K7 kostenlos von Fosi Audio zum Testen bekommen. Aber keine Sorge — das bedeutet nicht, dass wir hier PR-Texte abspulen. Wir urteilen völlig unabhängig und nehmen im Gegensatz zur klassischen Fachpresse kein Geld für unsere Reviews. Wer also einen echten, ungefilterten Test lesen will und keine weichgespülten Marketing-Floskeln, ist hier genau richtig. Bei uns bekommt ihr die ungefärbte Wahrheit — versprochen!

Design und Verarbeitung: Solides Stück Hardware

Die erste Disziplin meistert der K7 mit typischer Fosi-Qualität: Das vollständig aus Aluminium gefertigte Gehäuse liegt angenehm schwer und wertig in der Hand. Auf der Unterseite finden sich vier Gummifüße mit dezenter Fosi Audio Gravierung, die für stabilen Stand sorgen. Die Oberseite wird von zwei digitalen Reglern und fünf Metallknöpfen dominiert, die um ein kleines aber gut ablesbares beleuchtetes Display angeordnet sind. Ein echter Hingucker auf jedem Schreibtisch, die schlichte schwarze Farbgebung passt zu jedem Setup.

Die Anschlussvielfalt ist beeindruckend: An der Front befinden sich zwei 3,5mm Klinkenbuchsen (Mikrofon-Eingang und Kopfhörer-Ausgang) sowie eine 4,4mm Balanced-Buchse für anspruchsvollere Setups. Die Rückseite bietet neben dem 12V-Eingang einen USB-C-Port, Coax- und optischen Eingang, eine Fassung für die schraubbare Bluetooth-Antenne sowie einen Zweikanal-Cinch-Ausgang. Alle Ein- und Ausgänge sind hart vergoldet — ein Premium-Touch, der die Langlebigkeit erhöht und auch optisch einiges hermacht. Die Verarbeitung ist makellos — keine ungleichmäßigen Spaltmaße, keine wackeligen Knöpfe, alles sitzt perfekt.

Technik, die begeistert

Im Herzen des Fosi Audio K7 arbeitet ein AKM4493SEQ DAC-Chip, der folgende Sampling-Raten unterstützt:

  • USB: PCM 384kHz-32bit/DSD256
  • Optical: PCM 24bit/192kHz
  • Coaxial: PCM 24bit/192kHz
  • Bluetooth: PCM 24bit/48kHz

Die Kopfhörer-Impedanzspanne ist mit 16–300Ω großzügig dimensioniert, was bedeutet, dass der K7 mit praktisch jedem Kopfhörer zurechtkommt — vom mobilen In-Ear bis zum anspruchsvollen Studio-Kopfhörer. Der firmware-updatefähige DAC ist intern komplett balanced aufgebaut und liefert eine beeindruckend niedrige Verzerrung von nur 0,0002%. Zusätzliche Sicherheit bieten Überspannungs‑, Überlast- und Überhitzungsschutz — während unseres Tests wurde der K7 zwar warm, aber nie bedenklich heiß. Selbst nach mehreren Stunden im Dauerbetrieb blieb die Temperatur im grünen Bereich.

Im Balanced-Betrieb erreicht der Fosi Audio K7 einen Signal-Rausch-Abstand und Dynamikumfang von 121dB. Die maximale Ausgangsleistung liegt bei beeindruckenden L+R≥2100mW+2100mW — genug Power, um selbst anspruchsvolle Kopfhörer mühelos anzutreiben. Im Single-Ended-Betrieb bleiben immer noch respektable SNR 122dB und ein Dynamikumfang von 121dB erhalten, während sich die maximale Ausgangsleistung auf L+R≥600mW+600mW (32Ω/THD+N<1%) reduziert. Beeindruckende Werte, die selbst bei deutlich teureren DACs nicht selbstverständlich sind.

Via Bluetooth 5.0 unterstützt der Fosi Audio K7 die Codecs SBC, AAC, aptX, aptX HD und aptX LL, womit auch kabellose Verbindungen in nahezu verlustfreier Qualität möglich sind. Die mitgelieferte Antenne sorgt dabei für exzellente Reichweite und stabile Verbindung — in unserem Test konnten wir selbst durch mehrere Wände hindurch noch eine stabile Bluetooth-Verbindung halten.

Vielseitigkeit: Einfach anschließen und loslegen

Die Einrichtung des Fosi Audio K7 ist erfreulich unkompliziert. In unserem Test funktionierte er problemlos an Mac und Windows-PC, ohne dass spezielle Treiber installiert werden mussten. Plug & Play im besten Sinne — einfach anschließen, einschalten und loslegen. Ein großer Pluspunkt: Dank der vielseitigen Anschlüsse lässt sich der K7 auch mit Spielkonsolen wie PlayStation und Xbox verbinden. Allerdings benötigt er stets seine separate 12V-Stromversorgung und kann nicht ausschließlich über USB‑C betrieben werden, was angesichts der Leistungsdaten aber völlig nachvollziehbar ist.

Wir haben den Fosi Audio K7 nicht nur direkt mit Kopfhörern getestet, sondern auch als Quelle für separate Kopfhörerverstärker und Endstufen für Schreibtisch-Lautsprecher genutzt. Diese Flexibilität macht ihn zum echten Multitalent im Audio-Setup. Besonders gut hat uns gefallen, dass man über den Cinch-Ausgang auch aktive Lautsprecher oder eine separate Verstärker-Lautsprecher-Kombination anschließen kann.

Bedienung, die Spaß macht

Die Bedienung des Fosi Audio K7 ist erfreulich intuitiv und durchdacht. Nach dem Einschalten kann zwischen den Modi UAC‑1 und UAC‑2 gewählt werden. Für alle, die mit diesen Abkürzungen nichts anfangen können: UAC‑1 verarbeitet PCM-Signale bis 24bit/96kHz und erlaubt die parallele Nutzung des Mikrofon-Eingangs. In diesem Modus lässt sich das Mikrofon per Druck auf den rechten Drehregler stummschalten, und durch Betätigen des Tone/Mic-Buttons kann die Mikrofon-Verstärkung (0–10) eingestellt werden — ideal für Gaming-Sessions oder Video-Calls.

Im UAC-2-Modus steht Bitstreaming mit 384kHz-32bit/DSD256 zur Verfügung, allerdings ohne Mikrofon-Funktionalität. Die Eingänge (USB, Bluetooth, Coax, Optical) werden über die Input-Taste gewechselt, während der Output-Button zwischen Kopfhörer- und Cinch-Ausgang umschaltet und bei Bedarf alle EQ-Einstellungen per Bypass-Funktion deaktiviert. Der eingebaute EQ erlaubt Anpassungen bei Bass (-12 bis +12) und Höhen (-6 bis +6) — perfekt, um den Sound nach persönlichem Geschmack zu tunen oder unterschiedliche Musikgenres optimal zur Geltung zu bringen.

Die Lautstärkeregelung reagiert feinfühlig und präzise, wobei die Abstufungen bei niedrigen Lautstärken etwas gröber ausfallen. Bei mittlerer und hoher Lautstärke hingegen kann man sehr präzise regeln. Wirklich praktisch ist auch die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Eingängen zu wechseln, ohne jedes Mal Kabel umstecken zu müssen — ein Feature, das im Alltag viel Komfort bietet.

Gaming-Performance: Audiophiles Kopfkino

Da Fosi Audio den Fosi Audio K7 explizit als Gaming-DAC bewirbt, haben wir seine Fähigkeiten in diesem Bereich besonders intensiv getestet — oder besser gesagt, testen lassen. Da ich selbst aktuell kaum zum Zocken komme, habe ich den K7 an zwei Gaming-affine Kollegen weitergereicht, die ihn im täglichen Spielbetrieb auf die Probe stellen konnten. Beide sind erfahrene Gamer mit gehobenen Ansprüchen an den Sound — perfekte Testpersonen also.

Der erste Test mit Hunt: Showdown offenbarte sofort die Stärken des Fosi Audio K7. Nach einem Vergleich mit dem bisherigen Setup aus Focusrite Audio Interface und Beyerdynamic DT 1990 Pro war die Reaktion eindeutig: Ein lautes “Oha!” quittierte die deutlich bessere Ortbarkeit von Gegnern und Bewegungen mit dem Fosi Audio K7. War beim Focusrite zwar ein Gegner grundsätzlich ortbar, konnten mit dem K7 auch Entfernung und präzise Richtung sofort bestimmt werden — ein entscheidender Vorteil in taktischen Spielen, der buchstäblich über Leben und Tod entscheiden kann.

Darüber hinaus reproduzierte der Fosi Audio K7 Sounds wesentlich detaillierter und lieferte spürbar mehr Druck bei Explosionen und anderen Ereignissen. Schritte waren präziser zu orten, Schüsse klangen definierter, und selbst kleine akustische Details wie das Rascheln im Gebüsch oder das Knarren von Holzdielen wurden klarer wahrgenommen. Der Sound war insgesamt klarer und nach längerer Nutzung auch angenehmer, was vor allem bei stundenlangen Gaming-Sessions ein wichtiger Faktor ist. Beim anschließenden Musiktest mit Bloodywood zeigte sich ein ähnliches Bild: Mehr Details, bessere Nuancierung und ein breiteres Klangbild. Die zusätzliche Möglichkeit, den Sound per EQ anzupassen, war das Tüpfelchen auf dem i. Am Ende des Abends war die entscheidende Frage: “Was kostet der K7 und wo kann ich ihn kaufen?” Long story short: Er hat ihn gekauft — ein deutlicheres Qualitätsurteil gibt es wohl kaum.

Gaming-Performance die Zweite

Der zweite Test mit einem Kollegen, der bisher ein Beyerdynamic DT900 Pro X an einem Beyerdynamic Fox Mikrofon betrieb, verlief ähnlich überzeugend. Der Fosi Audio K7 setzte sich klar gegen das Fox und sogar gegen sogenannte High-End-Onboard-Soundkarten durch. Eine Runde Diablo 4 bestätigte den positiven Eindruck, der sich bereits beim Musikhören abgezeichnet hatte. Die Atmosphäre des Spiels kam deutlich besser zur Geltung, die Klangeffekte wirkten präsenter und räumlicher, und die Musikuntermalung entfaltete mehr Tiefe und Dramatik. Auch hier war die Konsequenz unmittelbar: Der Fosi Audio K7 wurde direkt bestellt — ein weiterer Beweis für die überzeugende Performance des kleinen Kraftpakets.

Alltäglicher Einsatz: Verlässlicher Begleiter

Nach den Erfahrungen aus dritter Hand war es Zeit für den Alltagstest. Als jemand, der täglich 8+ Stunden am Rechner sitzt und zwischen Telkos, Qobuz und Spotify hin und her springt, kenne ich meinen Sound ziemlich genau. Normalerweise nutze ich einen iFi Hip Dac, der zwar sehr gut ist, aber eher für mobile Einsätze konzipiert wurde und irgendwann durch etwas Stationäres ersetzt werden sollte. Da kam der Fosi Audio K7 gerade recht.

Nach vier Wochen intensiver Nutzung am MacBook Pro M4 Max kann ich berichten: Keine Ausfälle, keine Probleme, keine Aussetzer — der Fosi Audio K7 läuft wie ein Uhrwerk. Er wurde stets zuverlässig erkannt und schaltete problemlos zwischen verschiedenen Sample-Rates um. Die meiste Zeit lief er im UAC-2-Modus, da für mein Mikrofon ohnehin ein analoger XLR-Anschluss mit 48V-Phantomspeisung notwendig ist. Die Lautstärkeregelung mit dem linken Drehregler funktioniert hervorragend, auch wenn die Abstufungen erst bei höheren Lautstärken feiner werden. Für den täglichen Gebrauch ist das aber völlig ausreichend.

Der eingebaute EQ erwies sich als nützliches Werkzeug zur Feinanpassung, sei es für Musik, YouTube-Videos, Instagram-Feeds oder Screener. Besonders bei schlecht abgemischten YouTube-Clips konnte ich mit einem leichten Bass-Boost und etwas mehr Höhen die Sprachverständlichkeit deutlich verbessern. Nach zwei Wochen kam dann noch ein Upgrade: Der Beyerdynamic DT 1990 Pro wurde durch einen Audeze LCD‑X ersetzt, der mit noch mehr Details, Räumlichkeit und Power aufwartet. Auch hier zeigte sich der Fosi Audio K7 von seiner besten Seite und trieb den anspruchsvollen Kopfhörer souverän und mit Elan an. Die Kombination aus Fosi Audio K7 und Audeze LCD‑X entpuppte sich als echter Traumpartner für lange Hörsessions.

Besonders beeindruckend war die Flexibilität im Alltag: Morgens ein Telefonat über den Kopfhörer, mittags etwas Musik über die Schreibtischlautsprecher, abends dann wieder intensive Hörsessions mit dem Kopfhörer — all das ohne Kabel umstecken zu müssen. Auch die Bluetooth-Funktionalität erwies sich als praktisch, wenn mal schnell ein Track vom Smartphone abgespielt werden sollte. Der Fosi Audio K7 schaltete dabei blitzschnell um und lieferte auch über Bluetooth eine respektable Klangqualität.

Klangliche Vergleiche: David gegen Goliath

Um zu sehen, wo die Grenzen des Fosi Audio K7 liegen, haben wir ihn mit deutlich teureren Setups verglichen. Zunächst wurde der integrierte Kopfhörerverstärker gegen externe Lehmann Audio Linear und Linear II Verstärker getauscht — mit 1000€ bzw. 1500€ wahrlich Premium-Geräte der Referenzklasse. Diese Kombination sollte zeigen, ob der K7 als reiner DAC mit einer hochwertigen Verstärkerstufe mithalten kann.

Natürlich kann der Fosi Audio K7 den Lehmann-Verstärkern nicht das Wasser reichen, aber er schlägt sich im Vergleich bemerkenswert gut! Der Sound mit dem Lehmann Audio Linear klingt zwar deutlich entspannter, detaillierter und reiner, was vor allem der linearen Stromversorgung, ausgeklügelter Schaltung und High-End-Bauteilen zu verdanken ist. Aber gerade dieser Vergleich zeigt, dass man mit dem Fosi Audio K7 ein ausgezeichnetes Stück Hardware zum Bruchteil des Preises erwirbt. Der Qualitätsunterschied ist zwar hörbar, aber der Fosi Audio K7 spielt halt in einer Liga ganz anderen Liga.

Auch der Vergleich mit dem Fosi Audio ZD3, der preislich in derselben Kategorie liegt, aber einen ES9039Q2M DAC-Chip verbaut hat und ohne Kopfhörerverstärker auskommt, zeigte interessante Unterschiede: Der K7 spielt weicher und wärmer, während der ZD3 definierter und technischer klingt — ähnlich dem Unterschied zwischen Vinyl und Digital, allerdings ohne den direkten Basspunch einzubüßen. Diese klangliche Abstimmung macht den K7 besonders angenehm für längere Hörsessions, während der ZD3 mit seiner analytischeren Gangart besonders bei akustischer Musik punkten kann. Welches Gerät man bevorzugt, ist letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks und des Einsatzzwecks.

Ein weiterer Vergleich mit einer audiophilen Soundkarte zeigte, dass der externe Fosi Audio K7 in allen Belangen überlegen ist: Mehr Details, bessere räumliche Abbildung, sauberere Höhen und ein kontrollierter, kräftiger Bass. Die Soundkarte wirkte im direkten Vergleich etwas angestrengt und weniger souverän, besonders bei komplexen Musikpassagen oder bei hoher Lautstärke. Der K7 hingegen behielt stets seine Contenance und lieferte einen stabilen, ausgewogenen Klang — egal, was man ihm vorsetzte.

Musikerlebnis

Die klanglichen Qualitäten des Fosi Audio K7 haben wir mit verschiedensten Musikstücken unserer Qobuz-Referenz-Playlist auf die Probe gestellt. Weiterhin wurde die digitale Version von Hyms in Dissonance von Whitechapel für unseren Vinyl-Test abgehört.

Knocked Loose kommt exakt so in-your-face, wie man es erwartet. Brian Garris’ Kreischgesang wird authentisch und eindringlich wiedergegeben, ohne dass die fetten Riffs den Gesang oder die filigranen Becken und Hi-Hats vermatschen. Die Gitarren haben genau den richtigen Schärfegrad, ohne unangenehm zu werden, und der Bass liefert den notwendigen Punch, der bei diesem Genre so wichtig ist. Besonders bei “God Knows” kommen die schnellen Doublebass-Passagen präzise und druckvoll, ohne zu verwaschen.

Poppys Stimme wird fein und sauber herausgearbeitet, während die Breakdowns unbeschreiblich fett klingen. Bei “Don’t reach for me” entfaltet sich der Kontrast zwischen den poppigen Strophen und den brachialen Refrains besonders eindrucksvoll. Die Dynamik des Songs wird vom K7 mühelos gemeistert, und der Übergang zwischen den verschiedenen Passagen gelingt fließend und organisch.

Lorna Shore, insbesondere die Pain Remains Trilogie, bietet reichlich Abwechslung und feingeistige Momente, in denen der Fosi Audio K7 beweisen kann, dass er sowohl knüppelhart als auch butterweich spielen kann. Die orchestralen Passagen kommen mit angemessener Größe und Tiefe, während die brutalen Ausbrüche mit Will Rahns unmenschlichen Vocals den nötigen Druck entwickeln. “To the Hellfire” mit seinen zahlreichen Bassdrops ist ein wahrer Zuckerschleck für die Ohren. Der berühmte Bassdrop wird vom Fosi Audio K7 mit einer Souveränität wiedergegeben, die für ein Gerät dieser Preisklasse bemerkenswert ist. Der Bass reicht tief hinab, ohne je zu dröhnen oder zu vermatschen.

Ja, mehr Musik!

Brand of Sacrifice mit “Purge”, wo wirklich viel parallel passiert, spielt der Fosi Audio K7 souverän und mit ordentlich Druck. Die zahlreichen Ebenen des Songs — von den guttural-tiefen Vocals über die schnellen Gitarrenriffs bis hin zu den elektronischen Elementen — werden klar voneinander getrennt und doch zu einem kohärenten Ganzen zusammengefügt. Besonders Spaß macht es hier, den Bass um 2–3 Stufen anzuheben und sich von den Kopfhörern richtig durchmassieren zu lassen. Der EQ greift dabei präzise und musikalisch, ohne den Klang zu verfärben oder zu verzerren.

Als Kontrast haben wir Radiohead mit “Creep” getestet — eine unglaublich coole Aufnahme mit sanfter Stimme, räumlichem Schlagzeug und feinen Gitarren, die zum Refrain hin ordentlich fett klingen. Thom Yorkes charakteristische Stimme schwebt förmlich über den Instrumenten, während die legendären Gitarren-Explosionen im Refrain mit dem nötigen Crunch und Druck wiedergegeben werden. Der räumliche Eindruck ist beeindruckend, man kann jeden Musiker klar im Stereopanorama verorten und hat das Gefühl, mitten im Geschehen zu sitzen.

Und da Klassik oft als Maßstab für audiophile Menschen gilt, haben wir mit Septicflesh und ihrem “Infernus Sinfonica MMXIX” ein Metal-Album mit Orchester in die Rotation aufgenommen. “Portrait of a Headless Man” mit seinen räumlich präzise platzierten Trompeten klingt beeindruckend ehrlich und direkt. Der Fosi Audio K7 schafft es mühelos, die Komplexität der Orchesterarrangements wiederzugeben und gleichzeitig den brachialen Metal-Aspekt nicht zu vernachlässigen. Die Dynamik des Stücks wird eindrucksvoll transportiert, und die räumliche Abbildung ist für ein Gerät dieser Preisklasse schlichtweg herausragend.

Die Entdeckung 2024 war für uns die EP “The Poetic Edda” von Synestia und Disembodied Tyrant. Besonders der Song “Winter” mit seinem Bassdrop und der einsetzenden Orgel ist ein wahres Klangschmuckstück, das durch den Fosi Audio K7 vollends überzeugt. Die atmosphärischen Elemente werden wunderschön herausgearbeitet, während die brutalen Passagen mit der nötigen Kraft und Präzision wiedergegeben werden. Die Vocals sind klar und präsent, ohne je den Rest des musikalischen Geschehens zu überdecken. Ein audiophiles Highlight, das der K7 mit Bravour meistert.

Upgrade-Potential: Noch Luft nach oben

Natürlich kann man den Fosi Audio K7 noch weiter optimieren. Ein gutes 12V Linear-Netzteil würde die Kluft zwischen dem K7 und höherpreisigen Setups vermutlich etwas verringern. Leider ist unser Testexemplar bis zum Erscheinen dieses Tests noch nicht eingetroffen, aber die Vorteile, die sich aus einer linearen Stromversorgung für den DAC ergeben, dürften spürbar sein. Erfahrungsgemäß profitieren DACs erheblich von einer sauberen, rauscharmen Stromversorgung. Die Unterschiede könnten sich in einem noch ruhigeren Hintergrund, besserer Dynamik und feiner aufgelösten Details bemerkbar machen.

Für den schmalen Geldbeutel finden sich auf AliExpress oder eBay lineare Netzteile zwischen 80–180€, die bereits eine deutliche Verbesserung gegenüber dem mitgelieferten Schaltnetzteil darstellen sollten (UPDATE: wir haben hier eines getestet und für gut befunden). Wer tiefer in die Tasche greifen möchte, kann sich bei Herstellern wie Keces oder Plixir umsehen, die hochwertige lineare Netzteile im Bereich von 300–600€ anbieten. Allerdings stellt sich die Frage, ob es sich wirklich lohnt, einem 200€ DAC ein 500€+ Netzteil hinzuzufügen — in diesem Fall wäre ein DAC-Upgrade vielleicht die sinnvollere Investition. Andererseits kann ein gutes Netzteil auch bei einem späteren DAC-Upgrade weiterverwendet werden, sofern die Spannung kompatibel ist.

Eine weitere Möglichkeit, das Klangpotential des Fosi Audio K7 auszuschöpfen, sind hochwertige Kabel. Während wir keine Freunde von überteuerten Audiokabeln sind, können ein solides USB-Kabel mit guter Abschirmung und hochwertige Verbindungskabel für den analogen Ausgang durchaus zu einer Klangverbesserung beitragen. Hier muss man aber nicht unbedingt tief in die Tasche greifen — es gibt durchaus erschwingliche Optionen, die besser sind als die Standardkabel aus der Schublade.

Zielgruppe: Wer braucht den Fosi Audio K7?

Der Fosi Audio K7 richtet sich eindeutig an Gamer, die vom verwaschenen Sound ihrer Onboard-Soundkarte genervt sind, an Musikliebhaber, die ihren Klang auf das nächste Level heben wollen, und an alle, die mit räumlichem Stereoklang in Spielen mehr anfangen können als mit pseudo-Surround. Er ist der perfekte Einstieg in die Welt des hochwertigeren Audios, ohne gleich ein Vermögen ausgeben zu müssen.

Durch die Möglichkeit, auch aktive Lautsprecher anzuschließen, wird der Fosi Audio K7 zu einer kompakten aber leistungsstarken Audiozentrale, die sich zudem intuitiv bedienen lässt. Der Kopfhörerverstärker ist potent genug, um auch exotischere Headsets zu betreiben, und durch das Upgrade-Potential mit einem linearen Netzteil gibt es noch Luft nach oben. Besonders beeindruckend ist die Vielseitigkeit: Der K7 kann problemlos zwischen verschiedenen Quellen wechseln, bietet Bluetooth für kabelloses Hören und unterstützt sowohl normale als auch symmetrische Kopfhörer.

Für den audiophilen Gamer ist der Fosi Audio K7 ein echter Geheimtipp, da er nicht nur musikalisch überzeugt, sondern auch bei der räumlichen Ortung in Spielen neue Maßstäbe setzt. Die Kombination aus hochwertiger Klangwiedergabe und praktischen Gaming-Features wie dem integrierten Mikrofon-Eingang machen ihn zu einer idealen All-in-One-Lösung für anspruchsvolle Spieler, die nicht auf guten Sound verzichten wollen.

Fazit: Referenz unter 200€

Es dürfte zwischen den Zeilen durchscheinen, dass uns der Fosi Audio K7 wirklich beeindruckt hat. Mit einem Kickstarter-Preis von etwa 170€ und einem erwarteten Verkaufspreis knapp unter 200€ ist er zwar keine Schnäppchen-Investition, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ausgezeichnet. In seiner Preisklasse etabliert sich der K7 als echte Institution im Segment der Desktop-DACs mit Kopfhörerverstärker.

Wir haben uns für diesen Test besonders ins Zeug gelegt und zahlreiche Kombinationen ausprobiert, um ein möglichst umfassendes Bild zu zeichnen. Der Fosi Audio K7 wurde mit verschiedenen Kopfhörern (Beyerdynamic DT 1990 Pro, Audeze LCD‑X, Beyerdynamic DT 900 Pro X), verschiedenen Quellen (Windows-PC, MacBook, Smartphone via Bluetooth) und in verschiedenen Szenarien (Gaming, Musik, Filme, Telekonferenzen) getestet. In allen Disziplinen konnte der K7 überzeugen — ein Allrounder im besten Sinne des Wortes.

Nach all unseren Tests können wir den Fosi Audio K7 mit gutem Gewissen als Referenz im Bereich der Desktop-DACs unter 200€ mit Kopfhörerverstärker empfehlen. Für audiophile Gamer und Musikliebhaber, die nicht gleich ein Vermögen ausgeben wollen, ist der Fosi Audio K7 eine Investition, die sich klanglich definitiv auszahlt. Er bietet eine beeindruckende Kombination aus Klangqualität, Funktionsvielfalt und Verarbeitungsqualität, die in dieser Preisklasse ihresgleichen sucht. Fosi Audio hat mit dem Fosi Audio K7 ein Produkt geschaffen, das die Messlatte für zukünftige Desktop-DACs in dieser Preisklasse deutlich anhebt.

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