Eversolo Play - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de Modern Audio für HiFi, Kopfhörer & Heimkino Wed, 06 May 2026 19:59:35 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://www.hifigeek.de/media/cropped-hifigeek.de-512-32x32.png Eversolo Play - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de 32 32 60029611 Eversolo Play: Streaming-Vollverstärker mit Phonostufe und CD-Option ab 699 Euro https://www.hifigeek.de/eversolo-play/ https://www.hifigeek.de/eversolo-play/#respond Thu, 12 Jun 2025 13:45:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=10872 Der Eversolo Play ist ein Streaming-Vollverstärker, der Streamer, DAC, Class-D-Endstufe und Phonostufe in ein einziges, quadratisches Aluminiumgehäuse packt — für 699 Euro. Eversolo kommt aus Shenzhen, ist eine Tochter von Zidoo Technology und hat sich seit ein paar Jahren mit Streamern wie dem DMP-A6, A8 und zuletzt dem A10 einen soliden Ruf in der Community erarbeitet. Mit dem Eversolo Play betritt die Marke jetzt ein neues Terrain: statt reinem Streamer gibt’s hier gleich die ganze Kette in einem Teil — minus Lautsprecher.

Vorgestellt wurde das Ding auf der High End 2025 in München. Seitdem ist klar: der Play ist das erschwinglichste Produkt im Portfolio und gezielt für Einsteiger und Zweitanlagen-Leute gemacht. Ob das aufgeht, schauen wir uns an.

Was Eversolo damit sagen will

Das Konzept ist simpel und ehrlich: Lautsprecher ranstecken, Netzwerk verbinden, fertig. Kein separater DAC, kein externer Phono-Pre, keine Receiver-Wühlkiste aus dem Keller. Der Eversolo Play soll die komplette Kette ersetzen — und das für einen Preis, bei dem andere Hersteller noch nicht mal den Verstärker alleine hinbekommen. Zielgruppe sind Streaming-Einsteiger, Leute mit wenig Platz und alle, die endlich einen sauberen Desk-Setup wollen, ohne sich durch fünf Einzelkomponenten zu kämpfen.

Für 100 Euro Aufpreis gibt’s die CD Edition — gleiche Hardware, aber mit einem seitlich ausfahrenden Hitachi-LG-Laufwerk inklusive CD-Ripper-Funktion. Das ist die seltsamste und gleichzeitig sympathischste Idee dabei.

Die Technik im Überblick

Herzstück ist der AKM AK4493SEQ — ein 32-Bit-DAC-Chip mit Eversolo-Angaben von ≥109 dB SNR (A‑gewichtet) und einem THD von 0,0037 %. Das sind Zahlen, über die man bei dieser Preisklasse nicht meckern kann. AKM nennt das intern „Velvetsound”, was nach Marketing klingt, aber konkret für einen niedrigen Klirrfaktor und gute Jitter-Unterdrückung steht.

Die Endstufe arbeitet im Class-D-Betrieb und liefert laut Hersteller 60 Watt pro Kanal an 8 Ohm, 110 Watt an 4 Ohm. Eversolo empfiehlt Lautsprecher mit 85–88 dB Wirkungsgrad und 4–8 Ohm — konkret also eher Kompaktboxen im 200–600-Euro-Bereich, keine schwierigen Lastfälle. Große Standboxen mit niedrigem Wirkungsgrad: lieber nicht. Das Teil ist für Regallautsprecher gebaut, und das sollte man auch respektieren.

Die Formatunterstützung ist vollständig: PCM bis 32/768 kHz, DSD bis DSD512, FLAC, WAV, APE, AIFF — alles dabei. Netzwerkseitig gibt’s Roon Ready, Tidal Connect, Qobuz Connect, Spotify Connect, AirPlay und DLNA/UPnP. Dazu Dual-Band-WLAN und Bluetooth 5.3 mit SBC und AAC. LDAC fehlt — für manche ein Punkt, für die meisten in diesem Kontext irrelevant.

Die Phonostufe unterstützt MM und MC. MC läuft fest auf 74 dB Verstärkung und 0,5 mV Eingangsempfindlichkeit — keine Anpassungsmöglichkeit. Für günstigere MCs aus dem Standard-Segment reicht das, für alles Exotische wird’s eng.

Intern stecken 4 GB RAM und 32 GB Speicher. Externe Laufwerke gehen per USB 3.0. Ein M.2‑Slot wie bei den DMP-Modellen ist nicht verbaut.

Das 5,5‑Zoll-LCD-Touchscreen auf der Vorderseite ist reaktionsschnell und übersichtlich. Der Eversolo Control App gibt es für iOS und Android.

Was den Eversolo Play vom Wettbewerb abhebt

Verglichen mit dem direktesten Konkurrenten, dem WiiM Amp Ultra (529 Euro), hat der Eversolo Play drei klare Vorteile: eine eingebaute Phonostufe (MM und MC), ein optionales CD-Laufwerk und einen dediziert parametrischen EQ pro Eingang. Dazu kommt eine eingebaute Raumkorrektur — nutzbar mit dem Smartphone-Mikrofon oder einem externen Messmikrofon wie dem miniDSP UMIK‑1. Das ist für ein Gerät dieser Preisklasse ziemlich viel.

Gegenüber dem Technics SA-C600 (ca. 1.000 Euro) kostet der Play deutlich weniger, hat aber einen ähnlichen Ansatz: CD, Streaming, Verstärker in einer Box. Beim Technics hat man mehr Vertrauen in die Langlebigkeit der mechanischen Bauteile — das Laufwerk im Play ist schlank und simpel gehalten, was auf Dauer eine offene Frage bleibt.

Eversolo hat hier außerdem seinen eigenen Audio-Stack am Start: Die EOS-Engine umgeht das Android-interne Resampling komplett und sorgt für Bit-Perfect-Ausgabe. Das ist nicht selbstverständlich bei Android-basierten Streamern.

Was fehlt: eine Fernbedienung liegt nicht bei. Die gibt’s optional, was im Jahr 2025 etwas schäbig wirkt — auch wenn die meisten das Ding sowieso über die App oder den Touchscreen steuern.

Einordnung: Günstig — aber für wen?

699 Euro für einen Streaming-Vollverstärker mit DAC, Phonostufe, Raumkorrektur und 5,5‑Zoll-Display ist objektiv ein guter Deal. Das ist nicht günstig im Sinne von „wegwerfen”, das ist günstig im Sinne von: dieser Preis macht die Entscheidung leicht. Wer eine kompakte Zweitanlage will, wer in eine erste Hi-Fi-Kette einsteigen will oder wer das Rack endlich auf ein Teil reduzieren möchte — der Eversolo Play ist ein offensichtlicher Kandidat.

Wer allerdings schon ein ernsthaftes Setup hat und über eine Ergänzung nachdenkt, ist hier falsch. Der Play ersetzt eine Kette, er ergänzt keine. Die Endstufe reicht für die angedachten Spielpartner, aber sie kann nicht mit spezialisierten Komponenten mithalten — und das ist auch nicht der Anspruch

Preis & Verfügbarkeit

  • Eversolo Play (Standard): 699 Euro
  • Eversolo Play CD Edition: 799 Euro

Beide Varianten sind seit Sommer 2025 im deutschen Fachhandel und online erhältlich. Gehäuse: CNC-gefrästes Aluminium, 230 × 75 × 230 mm, ca. 2,9 kg.

Fazit

Der Eversolo Play ist kein Gerät, das man kleinreden muss. Die Kombination aus Funktionsumfang, Verarbeitung und Preis ist in dieser Klasse schwer zu kontern. Die offene Frage bleibt wie immer bei solchen All-in-One-Lösungen: Wie hält das CD-Laufwerk nach drei Jahren durch? Und wie gut klingt die Phonostufe wirklich, wenn man sie ernsthaft beansprucht?

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WiiM Amp Ultra: Streaming-Verstärker mit Touchscreen, 200 Watt und einer Menge Ehrgeiz https://www.hifigeek.de/wiim-amp-ultra/ https://www.hifigeek.de/wiim-amp-ultra/#respond Tue, 20 May 2025 09:30:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=10908 WiiM hat auf der High End München 2025 gezeigt, wohin die Reise geht — und das Ding heißt WiiM Amp Ultra. Die Marke, die seit ein paar Jahren die Budget-Streaming-Szene aufmischt, baut jetzt ihr erstes echtes Flaggschiff unter den Vollverstärkern. 599 Euro, Unibody-Aluminium, Touchscreen, und auf dem Papier mehr Leistung als alles, was WiiM bisher im Portfolio hatte. Klingt nach einer klaren Ansage.

WiiM selbst ist kein klassisches HiFi-Unternehmen — die Marke gehört zu LinkPlay Technology, einem chinesischen Modul-Hersteller, dessen Streaming-Technologie in Dutzenden von Geräten anderer Hersteller steckt. Man kann sich also vorstellen, dass die Software-Basis sitzt. Seit dem ersten WiiM Amp hat die Marke gezeigt, dass sie preislich unbequem sein kann — und der Amp Ultra treibt das Konzept noch ein Stück weiter.

Das Konzept: Amp Pro trifft WiiM Ultra

Wer die WiiM-Linie kennt, erkennt das Prinzip sofort. Der Amp Pro war der leistungsstärkere Streaming-Verstärker im Portfolio, der WiiM Ultra der hochwertige Standalone-Streamer mit Touchscreen und ESS-DAC. Der Amp Ultra ist schlicht beides in einer Kiste — aber neu entwickelt, nicht einfach zusammengeklebt.

Das Gehäuse des WiiM Amp Ultra ist ein Unibody-Aluminiumchassis, aus einem Stück gefräst, optisch irgendwo zwischen Mac Mini und Mac Studio. WiiM sagt nichts dazu, aber es ist weitgehend bekannt, dass die Produktion im selben Foxconn-Werk in Zhengzhou läuft, in dem auch Apple-Hardware produziert wird. Das erklärt die Verarbeitungsqualität — und auch den mitgelieferten Voice Remote 2, der dem Apple Siri Remote so ähnlich ist, dass man zweimal hinschauen muss.

Zwei Farben: Space Gray und Silver. Maße: 200 × 211 × 76 mm. Passt auf jeden Schreibtisch, passt in jedes Regal.

Technik: Die Specs des WiiM Amp Ultra im Check

Herzstück des WiiM Amp Ultra ist der ESS ES9039Q2M SABRE DAC — ein 32-Bit-Wandler, der bis 384 kHz PCM und DSD512 verarbeitet. Für ein All-in-One-Teil in diesem Preisbereich ist das kein Billigchip, sondern ein Baustein, den man sonst eher in separat verkauften DACs für mehr Geld findet.

Die Verstärkersektion des WiiM Amp Ultra arbeitet mit zwei TI TPA3255 Class-D-Chips (Dual Mono, also je ein Chip pro Kanal) und sechs TI OPA1612 Op-Amps. Die Ausgangsleistung gibt WiiM mit 100 Watt pro Kanal an 8 Ohm an, 200 Watt an 4 Ohm. Wichtig: Das sind Herstellerangaben. In unabhängigen Benchtests wurden die 100 Watt an 8 Ohm bestätigt — allerdings zeigten sich bei Burst-Tests Einschränkungen, die auf einen weichen Limiter oder eine begrenzte Netzteil-Headroom hindeuten. Für den normalen Alltagsbetrieb spielt das kaum eine Rolle, für Leute die ihre Endstufe hart ausfahren wollen, ist es einen Gedanken wert.

WiiM bewirbt die PFFB-Technologie — Post Filter Feedback — als besonderen Differenziator. Die Idee: Eine Rückkopplungsschleife nach dem Ausgangsfilter korrigiert das Signal in Echtzeit und macht die Verstärkercharakteristik unabhängiger von der angeschlossenen Lautsprecherlast. THD+N gibt WiiM mit ≤0,005 % bei ‑106 dB (A‑gewichtet) an, SNR mit 120 dB bei 5 Watt. Das sind ordentliche Zahlen, und erste Messungen deuten darauf hin, dass WiiM hier nicht zu hoch pokert.

Konnektivität beim WiiM Amp Ultra : HDMI ARC (mit Dolby Digital Decoding), optischer Eingang, RCA-Stereoeingang, USB‑A, LAN. Dazu ein dedizierter Subwoofer-Ausgang. Drahtlos: Wi-Fi 6E mit Dual-Antennen, Bluetooth 5.3 mit LE Audio und LDAC. Die Lautsprecherterminals sind als Bananenbuchsen ausgeführt — Kabelschuhe und blankes Kabel gehen mit mitgelieferten Adaptern.

Software-seitig bietet der WiiM Amp Ultra : Roon Ready, Google Cast, Alexa Cast, Spotify Connect, TIDAL Connect, DLNA. Streaming-Dienste über die WiiM Home App: Spotify, Tidal, Qobuz, Amazon Music, Deezer, Apple Music und mehr. Kein AirPlay — das ist eine bewusste Entscheidung von WiiM, die sich durch die gesamte Produktlinie zieht. Wer fest im Apple-Ökosystem steckt, muss mit Chromecast oder der App leben.

Was es von der Konkurrenz unterscheidet

Der offensichtlichste Vergleich ist der Eversolo PLAY — ebenfalls ein chinesischer Streaming-Vollverstärker im Mac-Mini-Format, ebenfalls mit TI TPA3255, ebenfalls mit ESS-DAC. Der PLAY hat einen größeren 5,5″-Bildschirm, der Amp Ultra kommt mit 3,5 Zoll, dafür mit PFFB und laut Spec mehr Ausgangsleistung. Beide Teile kosten ähnlich viel. Welches besser klingt, ist erst nach einem direkten Vergleich seriös zu beantworten.

Zum Bluesound Powernode Edge (ca. 599 Euro) ist der Abstand deutlicher — der Edge kommt mit einem Single-Chip-Class‑D und ohne Touchscreen, liefert aber AirPlay 2 und das ausgereifte BluOS-Ecosystem mit. Der klassische Powernode (ca. 900 Euro) liegt preislich klar darüber.

Verglichen mit dem Marantz Model M1 (ebenfalls ca. 700–800 Euro) spielt der Amp Ultra in ähnlichen Gewässern, bringt aber deutlich mehr Streaming-Flexibilität mit — Roon Ready allein ist für viele ein K.O.-Kriterium.

Sonos Amp (ca. 750 Euro) ist in der Klasse auch ein relevanter Name, aber der hat keinen eigenen DAC im klassischen Sinne, und das Sonos-Ecosystem ist zunehmend ein Thema für sich.

Preis und Verfügbarkeit

Der WiiM Amp Ultra kostet 599 Euro in Deutschland und ist seit August 2025 im Handel erhältlich — in Space Gray und Silver. Im Lieferumfang ist der WiiM Voice Remote 2 enthalten, also kein separater Kauf nötig.

599 Euro für das, was hier drin steckt, ist nicht günstig im absoluten Sinne. Aber es ist günstig gemessen an dem, was man bekommt: ESS SABRE DAC der aktuellen Generation, Roon Ready, HDMI ARC, Wi-Fi 6E, Dual-Mono-Endstufe, Touchscreen, Unibody-Alu. Das gleiche Feature-Set in klassischen Separate-Komponenten zusammenzustellen, würde das Doppelte oder mehr kosten.

Einordnung

WiiM macht mit dem WiiM Amp Ultra das, was sie schon mit dem ersten Amp gemacht haben — ein Gerät bauen, das preislich unangenehm ist für alle, die mehr kosten. Ob das auf Höhepunkt klingt, ob die 100 Watt tatsächlich ausreichend Hub für anspruchsvollere Lautsprecher haben, und wie sich RoomFit in der Praxis schlägt — das sind die Fragen, die nur ein echter Hörtest beantworten kann.

Wer damit liebäugelt, einen separaten Streamer und Verstärker durch eine einzige kompakte Kiste zu ersetzen und dabei kein Vermögen ausgeben will: Der Amp Ultra ist momentan eine der glaubwürdigsten Optionen in diesem Bereich. Abwarten oder kaufen — das hängt davon ab, ob AirPlay fehlen darf und ob man dem PFFB-Versprechen vertraut.

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