Kopfhörerverstärker - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de Audio & Heimkino. Ernst genommen. Thu, 09 Jul 2026 19:53:50 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 https://www.hifigeek.de/media/cropped-hifigeek.de-512-32x32.png Kopfhörerverstärker - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de 32 32 60029611 Burson Soloist Stellar Max im Test: Kompromisslos vielseitig – Voyager-DNA, branchenführender IEM-Modus, unter 3.000 € https://www.hifigeek.de/burson-soloist-stellar-max/ https://www.hifigeek.de/burson-soloist-stellar-max/#respond Tue, 02 Jun 2026 20:23:46 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=11843 Der Burson Soloist Stellar Max steht seit drei Monaten auf meinem Schreibtisch. Knapp acht Stunden täglich. Das ist viel Zeit. Genug Zeit jedenfalls, um nicht nur die ersten Wow-Eindrücke zu sammeln, sondern auch den Punkt zu finden, an dem ein Gerät anfängt zu nerven. Spoiler: Dieser Punkt ist beim Soloist Stellar Max bisher nicht gekommen. Ganz im Gegenteil – je länger ich das Ding nutze, desto mehr verstehe ich, warum es im Head-Fi-Forum gerade so abgeht.

Wer den Stellar Max im Kontext der gesamten Burson-Linie einordnen möchte: Alle HiFiGeek-Tests zu Burson Audio im Überblick.

Disclaimer: Burson Audio hat den Soloist Stellar Max kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf meinen Testaufbau, meine Höreindrücke und meine Wertung hat Burson keinen Einfluss. Wie immer hier: keine Werbung, keine Affiliate-Links, keine bezahlten Beiträge – nur das, was im Test rauskommt.

Das Review vom Burson Soloist Stellar Max gibt es auch als Video

Burson Audio und die neue Stellar-Serie

Wer regelmäßig hier mitliest, kennt Burson Audio bereits aus meinem Timekeeper-GT4-Max-Review. Die Australier sortieren ihr Portfolio aktuell in vier Linien: Party‑, Stellar‑, Grand-Tourer- und Voyager-Series. Die Stellar-Serie ist die jüngste Neuauflage und sitzt im Stack unterhalb der Grand-Tourer-Geräte – kompakter, schlanker, optisch frischer, aber technisch nicht aus dem Schaufenster-Regal. Mit dem Conductor Stellar (mit DAC) und dem Soloist Stellar (rein Kopfhörer- und Vorverstärker) hat Burson zwei Geschwister im selben Gehäuse: gleiches Chassis, gleiche Designsprache, leicht unterschiedliche Innereien.

Der Burson Soloist Stellar Max, den ich hier habe, ist die Vollausstattung. Das heißt: V7 Vivid Pro Opamps (statt der NE5532 der Standard-Version), Silent Power Module 02 (statt SP01), das GaN-basierte Fusion Core Netzteil (statt des Standard-24-V-Schaltnetzteils) und eine ordentliche Aluminium-Fernbedienung. Burson bietet darüber hinaus die Deluxe-Variante an, die ohne den Fusion Core auskommt und stattdessen das Super-Charger-5A-Netzteil mitliefert. Wer maximal will, nimmt direkt den Max.

Preislich liegt der Soloist Stellar Max bei ca. 2.900 € UVP zum Testzeitpunkt. Damit kostet er knapp die Hälfte des Soloist Voyager Max, der bei rund 5.000 € liegt – und holt trotzdem einen Großteil von dessen Charakter ins kompakte Format. Aber dazu gleich mehr.

Unboxing und Lieferumfang

Burson-typisch ordentlich. Der Burson Soloist Stellar Max kommt in einem doppelten Karton, sauber in Schaumstoff gebettet. Das Fusion Core Netzteil liegt in einem eigenen Karton, dazu das custom-konfektionierte 24-V-Kabel – netzteilseitig mit Schraubverbindung gesichert, geräteseitig gesteckt. Dasselbe Konzept wie beim großen Timekeeper GT4 Max, nur mit weniger Saft (24 V/15 A statt 32 V/15 A).

Lieferumfang Burson Soloist Stellar Max:

  • Burson Soloist Stellar (Max-Version mit V7 Vivid Pro Opamps und SP02-Modulen)
  • Burson Fusion Core 24-V-Netzteil (GaN-basiert)
  • Custom 24-V-Kabel (Schraubverbindung)
  • Netzkabel (länderspezifisch)
  • Aluminium-Fernbedienung (zweifarbig)
  • Ersatzsicherung
  • Kein gedrucktes Handbuch – das gibt es zum Download

Ein 4,4‑mm-Pentaconn-Adapter wäre eine nette Geste gewesen, denn der Burson Soloist Stellar Max hat kein 4,4‑mm-Pentaconn an der Front. Wer von einem Portable-DAC oder einem moderneren Setup kommt, muss sich also einen Adapter besorgen oder das Kopfhörerkabel auf XLR‑4 oder 6,3 mm umkonfektionieren. Kein Drama, aber 2026 nicht mehr selbstverständlich.

Anschlüsse und Bedienmodi

Front:

  • 4‑Pol XLR (Balanced Headphone-Out, voller Punch via 8 W Class‑A)
  • 6,35 mm Klinke (Single-Ended, 4 W Class‑A)
  • 3,5 mm Mikrofon-Eingang
  • Lautstärke-Drehregler mit Encoder-Feedback
  • drei Menü-Tasten und ein 1,7‑Zoll-OLED-Display

Rückseite:

  • 2× RCA Eingang
  • 2× XLR Eingang
  • 2× RCA Ausgang
  • 2× XLR Ausgang
  • Subwoofer-Out (RCA)
  • Trigger In/Out
  • 24-V-DC-Eingang mit Steckverbindung
  • Power-Schalter

Vier Betriebsmodi lassen sich über die Menüsteuerung durchschalten:

  1. Headphone Amp – Hauptverstärkerzweig, volle 8 W Class‑A
  2. Headphone Amp + Subwoofer – Kopfhörer plus zusätzliche Sub-Ausspielung
  3. IEM Amp – dedizierter IEM-Verstärkerzweig mit niedrigerer Leistung, separatem Layout, eigenem Rauschabstand
  4. Preamp – Linestufe für Endstufen oder Aktivlautsprecher

Das Konzept mit den separaten Audio-Pfaden ist der eigentliche Witz bei diesem Gerät. Dazu gleich.

Design, Verarbeitung und Aufstellung

Der Burson Soloist Stellar Max teilt sich das Chassis mit dem Conductor Stellar – also kompakt im Vergleich zu den Grand-Tourer-Geräten, mit aerospace-inspirierten Lüftungsschlitzen oben und unten, gebürstetem Aluminium und der typisch futuristisch wirkenden Burson-Front. Mit 210 × 200 × 75 mm und etwa 5 kg ist das Ding ein Schreibtisch-Bewohner, kein Rack-Klotz. Auf einem normalen 60-cm-Schreibtisch findet er locker Platz neben Bildschirm und Tastatur und sieht dabei auch noch verdammt gut aus.

Die Verarbeitung ist Burson-typisch sehr gut – keine scheußlichen Spaltmaße, keine scharfen Kanten, das Aluminium fühlt sich satt und solide an. Das Volumen-Drehrädchen hat mehr Widerstand als bei meinen anderen Burson-Geräten, was sich angenehm haptisch anfühlt. Ehrlich gesagt ist mir das bei einem digital ausgewerteten Encoder relativ egal – aber wer Wert auf Premium-Haptik legt, freut sich über das deutliche Feedback.

Wärmeentwicklung: Bei 50 W Idle-Bias in Class‑A wird das Gerät warm. Nicht heiß, sondern gut handwarm – perfekt für kalte Schreibtischhände im Winter. Der Burson Soloist Stellar Max ist aktiv gekühlt, die Lüfter sitzen in den Schlitzen oben und unten. Im Alltag sind sie so leise, dass ich sie in den ersten Wochen schlicht nicht wahrgenommen habe – kein Vergleich zu einem lauten PC-Lüfter, eher ein leises Hintergrundrauschen das im normalen Hörpegel vollständig verschwindet. Trotzdem: Lüftungsschlitze freihalten, nichts drauflegen. Der Stellar braucht Luft zum Atmen.

Optisch ist das Ding deutlich näher am Conductor Stellar oder Voyager als an der Grand-Tourer-Serie. Wer von einem GT4 kommt, sieht hier eine neue Designgeneration – kompakter, geometrischer, weniger “Industrie-Look”, mehr “Premium-Desktop-Audio”.

Technik – die Innereien im Detail

Der Burson Soloist Stellar Max ist technisch ein verdichteter Voyager. Burson hat hier nicht einfach den 3X Performance neu lackiert, sondern das Konzept von Grund auf überarbeitet. Vor allem: Es gibt zwei vollständig getrennte Verstärkerzweige in einem Gehäuse.

Hauptverstärker: Vollsymmetrische Class-A-FET-Topologie

Der Hauptzweig ist eine vollsymmetrische, vollständig diskrete Class-A-FET-Schaltung. Pro Kanal arbeiten vier Onsemi MJE15032 Transistoren – das sind klassische NPN-Bipolar-Transistoren, optimiert für hohe Linearität und niedrige Verzerrung. Burson treibt diese mit einem Idle-Bias von satten 50 W – das heißt, der Verstärker steht permanent in seinem optimalen Arbeitsbereich, Transienten kommen ohne Verzögerung und Crossover-Verzerrung gibt es schlicht keine.

Ein Wort zum Warmup

50 W Idle-Bias in einem kompakten Gehäuse haben eine Konsequenz, die viele beim ersten Einschalten nicht auf dem Schirm haben: Der Burson Soloist Stellar Max braucht Zeit, um auf seinem tatsächlichen Leistungsniveau anzukommen. Transistoren haben temperaturabhängige Kennlinien – Verstärkung, Ruhestrom und Arbeitspunkt verschieben sich, bis das Gerät seine thermische Betriebstemperatur erreicht hat. Laut Burson selbst sind dafür 15–30 Minuten vollständig ausreichend.

Wer direkt nach dem Einschalten reinhört, hört den Stellar noch nicht auf Betriebstemperatur – Bass und Dynamik wirken einen Tick weniger kontrolliert, die Bühne etwas flacher. Das ist keine Einbildung, sondern pure Physik. Der Gegenzug: Im voll aufgewärmten Zustand zahlt sich dieser Aufwand direkt aus – volle Kontrolle, maximale Dynamik, der ganze Burson-Sound.

Also: 15–30 Minuten vor dem ersten Track einschalten, Kaffee kochen, ankommen. Dann ist der Stellar da wo er hingehört – und du auch.

Noch ein praktischer Hinweis: Ab Werk ist die Auto-Off-Funktion aktiv, die das Gerät nach einer gewissen Zeit ohne Signal automatisch abschaltet. Wer sie deaktiviert, muss nicht jedes Mal neu warten – das ist eine legitime Option. Dauerhaft anlassen empfiehlt Burson allerdings nicht, weder für das Gerät noch für die Umwelt. 15–30 Minuten Warmup sind das sinnvolle Mittel der Wahl.

IEM-Modus: Branchenführend gelöst

Hier wird’s spannend. Der Burson Soloist Stellar Max hat einen separaten Verstärkerzweig nur für IEMs, bestehend aus zwei TPA6120A2 OpAmps. Diese Chips sind alte Bekannte mit absurd guten Daten: 0,00014 % THD+N, 1.300 V/µs Slew-Rate, weiter Frequenzgang. Burson nutzt sie hier explizit als IEM-Stufe, weil sie kombiniert mit eigener Stromversorgung und niedriger Leistung (1 W XLR / 0,5 W SE) das machen, was IEMs brauchen: einen tiefschwarzen Hintergrund ohne jedes Grundrauschen und genug Auflösung, um die feinsten Details herauszuziehen.

Kurzer Querverweis: Im Luxsin X9 (siehe mein Review hier auf dem Blog) wird derselbe TPA6120A2 als Hauptverstärker eingesetzt. Im Burson ist das die IEM-Sektion. Das sagt einiges über das Anspruchsniveau, mit dem hier gearbeitet wird.

Aktiviert man im Menü den IEM-Output, schaltet das Gerät auf diese eigene Stufe um. Das Resultat ist schlicht das Beste, was ich je an einem Desktop-Amp im IEM-Modus gehört habe. Mehr dazu in den Höreindrücken weiter unten.

PGA2320 Lautstärkeregelung – und warum das keine Nebensache ist

Burson setzt zur Lautstärkeregelung auf zwei Texas Instruments PGA2320 – einen pro Kanal, vollständig voneinander getrennt. Das ist ein analoger Resistor-Ladder-Chip: intern sitzt ein Netzwerk aus präzisen Festwiderständen, die per elektronischem Schalter konfiguriert werden. Kein Schleifer, kein mechanischer Kontakt, kein Verschleiß.

Was das im Vergleich zu den gängigen Alternativen bedeutet:

  • Klassisches Potentiometer: Schleifer auf Widerstandsbahn, Kanalabweichung zwischen L und R von 5–20 % – besonders im unteren Lautstärkebereich, wo man morgens leise hört und der linke Kanal einen Tick lauter klingt als der rechte. Dazu kommen Verschleiß und Rauschen über die Zeit.
  • Digitale Abschwächung: Effektiv Bit-Reduktion. Wer digital dämpft, verliert Auflösung im Signal. Für Budget-Geräte akzeptabel, für einen Verstärker dieser Klasse keine ernstzunehmende Option.
  • Diskrete R2R-Relais-Leiter – wie sie zum Beispiel im Luxsin X9 verbaut ist: Ebenfalls Festwiderstände, aber mit physischen Relais geschaltet. Das gilt in Audiophilen-Kreisen als die konsequentere, prestigeträchtigere Lösung – alles diskret, nichts in einem IC versteckt, die Relais-Klicks hörbar und für viele ein Feature statt ein Fehler. Mehr Schritte, mehr Granularität, mehr Philosophie. Der Nachteil: teurer in der Umsetzung, mechanisch komplexer, und das Klicken beim Regeln ist Geschmackssache.

Der PGA2320 ist der pragmatischere Weg zum gleichen Ziel: 0,0004 % THD+N, perfekte Kanalgleichheit durch IC-Fertigung, absolut lautlose Regelung. Burson hat zusätzlich eine eigene Lautstärkekurve programmiert – angepasst an die 8‑W-Class-A-Ausgangsstufe – damit auch empfindliche IEMs genug Regelweg im unteren Bereich haben, ohne beim ersten Klick zu laut zu werden. Zwei Chips, ein Kanal pro Chip, 100 % Kanaltrennung auf jeder Stufe.

Wer die audiophilere Philosophie bevorzugt, greift zu diskreten Relais. Wer einen technisch exzellenten, lautlosen und wartungsfreien Regelweg will, ist mit dem PGA2320 genauso gut aufgehoben – nur ohne das Klicken.

Silent Power Module 02 – oder: Warum Stromversorgung kein Nebenschauplatz ist

Die Silent Power Module sind Bursons hauseigene Spannungsregler-Module, die direkt in die einzelnen Audiosektionen eingebunden sind. Die zweite Generation basiert auf dem LT3045-Regulator von Analog Devices – einem Bauteil, das ursprünglich für Messtechnik und Hochfrequenzanwendungen entwickelt wurde, weil dort Versorgungsrauschen schlicht inakzeptabel ist. Im Audiobereich ist das genauso relevant, nur redet dort seltener jemand darüber.

Der LT3045 liefert 0,8 µVrms Rauschen – das ist kein Marketing-Wert, sondern ein messbarer Unterschied zu dem, was die meisten Hersteller verbauen. Zum Vergleich: Klassische Linearregler wie der LM317 oder LM7815, die in einer Vielzahl von Verstärkern und DACs im drei- bis vierstelligen Preisbereich stecken, rauschen je nach Konfiguration mit 15 bis über 100 µVrms. Das ist ein Faktor von bis zu 100 zwischen „Standard” und dem, was Burson hier einsetzt.

Das klingt abstrakt, ist aber konkret: Spannungsregler versorgen die Signalverarbeitung – die Opamps, die Ausgangsstufe, das IEM-Modul. Jeder Regler hat eine endliche PSRR (Power Supply Rejection Ratio): die Fähigkeit eines Schaltungsteils, Störungen auf der Versorgungsspannung vom Audiosignal fernzuhalten. Selbst gute Opamps wie die V7 Vivid Pro verstärken einen Teil des Versorgungsrauschens mit – je sauberer die Versorgung, desto weniger gibt es da zu verstärken, desto schwärzer der Hintergrund.

Was machen andere Hersteller stattdessen? Das Spektrum ist breit. Im Budget-Segment wird das SMPS-Schaltnetzteil direkt an die Audiostufe gehängt – Schaltfrequenzen im Kilohertz-Bereich inklusive. Im Mittelfeld kommen LM317 oder äquivalente Typen, manchmal ein Regler für alle Sektionen gemeinsam. Das bedeutet: DAC, Verstärker, Display-Steuerung und Mikrocontroller teilen sich denselben Versorgungspfad, und digitale Störungen können direkt in den Analog-Pfad einkoppeln. Im oberen Mittelfeld werden Regler pro Sektion eingesetzt – das ist bereits besser, aber mit Standardbauteilen.

Burson geht zwei Schritte weiter: LT3045-basierte Module pro Sektion, und das in einem Gerät, das bereits fünf Max-Current-Power-Supply-Sektionen mitbringt. Der Soloist Stellar Max hat vier SP02-Module – mehr als der Conductor Stellar, weil dort die DAC-Sektion einen Teil der Stromversorgungskapazität anders beansprucht. Bei einem reinen Verstärker geht dieser gesamte Aufwand direkt in die Sauberkeit der Endstufe und der IEM-Stufe. Das ist der technische Grund dafür, warum alle Reviews – und meine drei Monate Alltagserfahrung – beim Burson Soloist Stellar Max immer wieder beim selben Punkt landen: pechschwarzer Hintergrund. Nicht als Marketingformulierung, sondern als direkte Konsequenz davon, was in diesem Gerät steckt.

Fusion Core – GaN-Netzteil, und warum das mehr ist als ein Buzzword

Der Fusion Core ist Bursons externes Netzteil für den Burson Soloist Stellar Max – und einer der Hauptgründe, warum die Max-Variante klanglich über der Deluxe steht. Bevor wir dazu kommen, warum: ein kurzer Ausflug in Netzteil-Realität, weil das Thema im HiFi-Bereich gerne in Voodoo-Richtung abbiegt, obwohl die Technik für sich selbst spricht.

Standard-Schaltnetzteil (SMPS mit Silizium-FETs): Das steckt in den meisten Geräten, auch in Geräten jenseits der 1.000 €. Silizium-Transistoren schalten typischerweise mit 50 bis 200 kHz. Das klingt schnell, ist es aber nicht – denn diese Frequenzen und ihre Oberwellen fallen direkt in den oder knapp über den Hörbereich. Das Resultat ist hochfrequentes Schaltartefakt-Rauschen auf der Versorgungsspannung, das sich je nach PSRR der nachfolgenden Schaltung mehr oder weniger direkt ins Audiosignal übersetzt. Günstig herzustellen, kompakt, aber klanglich der schwächste Ansatz.

Lineares Netzteil: Der Audiophilen-Klassiker. Kein Schalten, kein Takt, ein Transformator, ein Gleichrichter, ein Linearregler. In der Theorie das Sauberste. In der Praxis: schwer, groß, schlechter Wirkungsgrad (50–70 %), die überschüssige Energie wird als Wärme verbraten, und bei schlechtem Design bekommt man stattdessen 50-Hz-Brumm und dessen Oberwellen. Ein gut gemachtes Linearnetzteil ist exzellent – aber ein gut gemachtes Linearnetzteil mit 360 W Ausgangsleistung wäre ein Klotz, der größer wäre als der Verstärker selbst.

GaN-Schaltnetzteil (was das Fusion Core ist): GaN steht für Gallium-Nitrid – ein Halbleitermaterial, das Silizium in einem entscheidenden Punkt schlägt: Schaltgeschwindigkeit. GaN-Transistoren schalten mit bis zu 1 MHz – beim Fusion Core ist genau das die Betriebsfrequenz. Was das bedeutet: Die tiefste Schaltfrequenz und alle ihre Oberwellen starten bei 1 MHz, 2 MHz, 3 MHz – also weit außerhalb des Hörbereichs. Keine Artefakte im Audioband, keine Schaltfrequenz-Einstreuung, die irgendeinen Regler oder Opamp beschäftigen müsste. Dazu kommt: GaN hat niedrigere Schaltverluste als Silizium, was zu weniger Wärme, höherer Effizienz (~90 %) und besserer Regelgenauigkeit führt – das Netzteil kann schneller auf Lastwechsel reagieren als ein klassisches SMPS.

Das Ergebnis ist ein Rauschpegel unter 1 µV am Ausgang – vergleichbar mit einem sehr guten Linearnetzteil, aber in einem Bruchteil der Größe und mit deutlich besserem Wirkungsgrad. In Kombination mit den SP02-Modulen dahinter, die nochmal auf 0,8 µVrms filtern, hat man eine Versorgungskette, die sich tatsächlich batterieartig verhält: DC, sauber, ohne messbare Störsignale im Audioband. Das ist kein Marketingversprechen, das ist Messtechnik.

Warum ist das Ding so teuer? Das Fusion Core kostet als separates Upgrade rund 900 USD – für ein Netzteil, das zunächst nach viel Geld für wenig Hardware klingt. Die Gründe: GaN-Halbleiter sind in der Herstellung deutlich komplexer als Silizium, die Gate-Driver-Schaltung für GaN erfordert präziseres Engineering, und Burson hat das Fusion Core nicht aus einem Standard-Laptop-Netzteil abgeleitet, sondern spezifisch für ihre Verstärker entwickelt – mit definierter Ausgangsspannung, eigenem Locking-Stecker und dem Rauschpegel als primärem Designziel statt dem Preis. Das erklärt einen Teil des Aufpreises. Den Rest erklärt die schlichte Tatsache, dass Netzteile auf diesem Niveau in kleinen Stückzahlen produziert werden und die Bauteilkosten entsprechend sind.

Wer den Burson Soloist Stellar Max kauft, bekommt den Fusion Core inklusive. Wer mit der Deluxe-Variante startet, kann es separat nachrüsten – und wird den Unterschied hören.

V7 Vivid Pro Opamps – was Opamps sind, warum sie klingen, und warum du sie hier tauschen kannst

Operationsverstärker – kurz Opamps – sind die unsichtbaren Arbeitstiere analoger Audiotechnik. Sie sitzen in der Eingangs-Buffer-Stufe, in der Verstärkungsregelung, manchmal in der Ausgangsstufe – überall dort, wo ein analoges Signal verarbeitet, gepuffert oder geformt werden muss. In einem Kopfhörerverstärker dieser Klasse sind sie buchstäblich im Signalpfad: Was da drin steckt, beeinflusst direkt, was du hörst.

Die meisten Hersteller – auch im gehobenen Preissegment – verbauen IC-Opamps: kleine schwarze Chips, in denen Transistoren, Widerstände und Kondensatoren auf einem winzigen Siliziumkristall integriert sind. Das Gute daran: extrem kompakt, günstig, reproduzierbar. Das Problem: Die Integration auf einem Die hat physikalische Grenzen. Stromlieferfähigkeit, Wärmespreizung, Signalpfadlänge – all das ist im IC-Opamp kompromissbehaftet, weil alles auf engstem Raum zusammengedrängt ist. Klassiker wie der NE5532 kosten im Cent-Bereich und stecken in mehr HiFi-Geräten, als man denken würde – auch in Geräten jenseits der 1.000 €, bei denen man es nicht erwarten würde.

Bessere IC-Opamps wie der OPA2134 oder LME49720 liegen in einer anderen Liga und klingen hörbar anders – aber sie bleiben IC-Opamps mit denselben konstruktionsbedingten Einschränkungen.

Diskrete Opamps lösen das Problem auf eine andere Art: Statt alles auf einem Chip zu integrieren, werden einzelne Transistoren, Widerstände und Kondensatoren auf einer kleinen Miniatur-Platine aufgebaut – größer als ein IC-Chip, aber immer noch klein genug, um in einen Standard-DIP-8-Sockel zu passen. Das bedeutet: keine Die-Größen-Kompromisse, größere Transistoren, mehr Strom, bessere Wärmeabfuhr, kürzere und sauberere Signalpfade. Burson macht das seit zwanzig Jahren und ist damit zu einem der wenigen Hersteller geworden, die dieses Konzept kommerziell durchgezogen haben.

Die V7 Vivid Pro sind Bursons aktueller Flagship-Opamp – siebte Generation, vollständig diskret, Class‑A, mit 8‑lagiger Platine im Inneren und einem gefrästen Aluminiumgehäuse als Heatsink. Die Charakterisierung: maximale Klarheit, Geschwindigkeit, Transparenz, schnelle Transienten. Kein weicher Schleier, kein Euphonie-Filter – der V7 Vivid Pro zeigt dir, was in der Quelle und im Rest des Geräts steckt. Als Pendant dazu gibt es den V7 Classic: gleiche Technik, gleicher Rauschboden, aber mit einer wärmeren, geschmeidigeren Abstimmung, mehr Körper in den Stimmen, etwas mehr Glanz in den Höhen.

Und jetzt kommt der Teil, der den Burson Soloist Stellar Max von fast allem anderen auf dem Markt unterscheidet: Die Opamps sitzen in DIP-8-Sockeln und können getauscht werden. Burson liefert dafür sogar Inbusschlüssel mit und erklärt im Handbuch, wie das geht. Das ist im High-End-Bereich ungewöhnlich bis selten – die meisten Hersteller verlöten ihre Opamps direkt, weil es produktionsseitig einfacher ist und weil man keine „Garantiefälle durch Bastelei” riskieren will. Burson dreht das bewusst um: Opamp-Tausch ist ausdrücklich erwünscht.

Was das in der Praxis bedeutet, zeigt das Head-Fi-Forum eindrucksvoll. Dort hat sich rund um den Burson Soloist Stellar Max bereits eine aktive Opamp-Rolling-Community gebildet. Ausprobiert wurden unter anderem Sparkos Labs SS3602 (diskret, JFET-basiert, positiv aufgenommen – offenerer Klang, mehr Luft), JFET-basierte „Orange Dual Opamps” (wärmer, entspannter), und polnische Muzga-Opamps als Geheimtipp. Interessant: Wer mit den V7 Vivid Pro out-of-the-box nicht zufrieden war und sie als „zu linear” empfand, hat oft durch den Wechsel auf den V7 Classic oder Drittanbieter-Opamps genau den Sound gefunden, den er suchte – und mit Fusion Core dazu nochmal eine andere Klangfarbe erlebt. Opamp-Rolling funktioniert beim Stellar wie Röhrentausch bei einem Röhrenverstärker: gleiches Gerät, andere Persönlichkeit.

Warum trotzdem mit den V7 Vivid Pro anfangen? Weil sie zum Rest des Geräts passen. Der Burson Soloist Stellar Max hat von Haus aus eine leicht warme, aber sehr detaillierte Class-A-Signatur – die V7 Vivid Pro ergänzen das mit Transparenz und Schnelligkeit, ohne die Wärme wegzubügeln. Wer direkt mit einem wärmeren Opamp einsteigt, riskiert, die Abstimmung in eine Richtung zu schieben, die am Ende mehr schmeichelt als informiert. Der Vivid Pro ist der neutrale Ausgangspunkt, von dem aus man in alle Richtungen experimentieren kann. Und wer nicht experimentieren will, hat mit ihm ohnehin schon einen der besten Opamps, die man aktuell in ein DIP-8-Gerät stecken kann.

Spezifikationen Burson Soloist Stellar Max

SpezifikationWert
TopologieVollsymmetrisch, vollständig diskret, Class‑A FET
Idle-Bias50 W
Hauptverstärker4× Onsemi MJE15032 pro Kanal
Ausgangsleistung Main HP8 W @ XLR / 4 W @ SE
IEM-Verstärker2× TPA6120A2, dedizierter Pfad
Ausgangsleistung IEM1 W @ XLR / 0,5 W @ SE
THD+N Hauptverstärker< 0,003 %
THD+N IEM-Sektion< 0,00014 % (TPA6120A2 spec)
Lautstärkeregelung2× PGA2320 Resistor Ladder, 0,0004 % THD+N
Stromfilterung4× Silent Power Module 02 (LT3045, 0,8 µVrms)
NetzteilBurson Fusion Core, 24 V / 15 A, GaN-basiert, 360 W
Eingänge2× RCA, 2× XLR (captive)
Ausgänge2× RCA, 2× XLR, 1× Subwoofer-RCA
Kopfhörer-AusgängeXLR‑4, 6,35 mm SE, 3,5 mm Mic-In
Gain-Stufen2 (Low/High)
Abmessungen210 × 200 × 75 mm
Gewicht~5 kg

Höreindrücke – Kopfhörer

Drei Monate, knapp acht Stunden täglich. Das ist genug Zeit, um nicht nur die ersten Eindrücke zu sammeln, sondern auch die Macken zu finden. Spoiler: Macken sind keine aufgetaucht. Stattdessen das hier:

Der Hintergrund ist schwarz wie die Nacht. Ich kann das gar nicht oft genug schreiben. Selbst mit empfindlichen IEMs am XLR-4-Hauptausgang (wo man eigentlich nicht hingehört, dafür gibt’s den IEM-Mode) ist kein Grundrauschen wahrnehmbar. Im IEM-Mode mit den dafür vorgesehenen In-Ears ist es nochmal eine Liga sauberer.

Die Tonalität ist klassischer Burson-Sound: Leicht warm in der Grundabstimmung, aber hochdetailliert in der Auflösung. Das ist keine Röhren-Wärme, kein Soft-Filter, kein Schönfärber – sondern eine Abstimmung, die im Hochton nicht ins Sibilante kippt und im Mittelton Stimmen mit Körper stehen lässt. Wer einen ultra-linearen, klinischen Topping-Sound sucht, wird beim Burson Soloist Stellar Max nicht das Ziel finden. Wer dagegen einen Verstärker will, an dem man stundenlang hören kann, ohne Ermüdung, ohne Schärfen, ohne Nerv-Faktor, ist hier exakt richtig.

Verum 2 (Planar, 80 Ω)

Mit dem Verum 2 habe ich alle vier Musikbeispiele unten gehört. Er ist mein Daily-Driver am Schreibtisch – ich kenne ihn, ich weiß was er kann, und ich weiß sofort wenn ein Amp ihm etwas gibt das er vorher nicht hatte.

Am Burson Soloist Stellar Max bekommt der Verum 2 vor allem eines: Kontrolle. Der Bass bleibt straff, die Mitten sortieren sich sauber, der Hochton hat Luft ohne anzustrengen. Was die Musikbeispiele zeigen – das plastische Gitarren-Imaging bei In Flames, die Snare die bei Imminence mitten im Gehirn sitzt, das Schlagzeug das bei Lorna Shore von links nach rechts rollt – das ist der Verum 2 am Burson Soloist Stellar Max. Nicht der Verum 2 an irgendeinem Amp.

Der Verum 2 ist kein Bassgigant. Aber er macht Druck wenn Druck da ist, und der Burson Soloist Stellar Max lässt ihn dabei nie ins Schwimmen geraten. Bei 45 von 100 auf dem Regler ist noch Luft nach oben – der Amp denkt nicht mal darüber nach.

Fosi Audio i5 (Planar, 28 Ω)

Der i5 ist auf dem Papier kein anspruchsvoller Kandidat – 28 Ω, 98 dB, gutmütig an fast jeder Quelle. Aber er gehört zu den Kopfhörern, die mit besserer Verstärkung spürbar aufblühen. Am Burson Soloist Stellar Max: ein stimmiges, großes Klangbild mit weniger Ecken und Kanten, mehr Autorität und Kontrolle. Mehr Punch im Bass, sortiertere Mitten, mehr Luft in den Höhen. Wer den i5 zu Hause hat und das Maximum rausholen will, sollte ihn an einem Amp dieser Klasse hören. Mindestens einmal.

SIVGA Luan (Dynamic, 38 Ω)

Der Luan ist der entspannteste Kandidat in dieser Runde – leicht zu treiben, warm abgestimmt, für lange Sessions gemacht. Am Burson Soloist Stellar Max harmoniert seine Grundabstimmung mit Bursons leicht warmer Signatur gut: voluminös aber nicht üppig, Stimmen präsent, Bass straff und schnell. Klassische Schreibtisch-Konfiguration für Abende wo man einfach nur hören will.

Musikbeispiele

Lorna Shore – „Glenwood”

Das Intro macht sofort klar, womit man es hier zu tun hat. Der Hall liegt groß und luftig im Raum, die Gitarre steht klar im Vordergrund, Will Ramos’ Stimme schiebt sich mit Autorität nach vorne – und die Bühne zieht sich weit in die Breite. Ja, das ist auch Produktion. Aber der Burson Soloist Stellar Max lässt sie vollständig entfalten, statt sie zusammenzudrücken.

Was mich bei diesem Track am meisten beeindruckt: das Imaging des Schlagzeugs. Becken links, Becken rechts, Snare in der Mitte, der kurze Fill der über das komplette Kit rollt – von links nach rechts, Stück für Stück, plastisch und dreidimensional.

Lorna Shore produziert mit vielen Layern – Drums, Gitarren, Synths, Samples, Gesang, alles gleichzeitig und alles laut. Genau da, wo viele Amps anfangen Dinge zu verschmieren, behält der Burson Soloist Stellar Max die Übersicht. Der E‑Bass ist einer von denen, die sich komplett ins Gesamtbild einfügen – kaum isolierbar, aber spürbar als Fundament. Bursons warme Grundabstimmung tritt bei diesem Track eher zurück – was bleibt ist Kontrolle, Auflösung und Druck.

Synestia & Disembodied Tyrant – „Winter”

Das Intro öffnet mit einem Cembalo – zart, fast fragil. Kein Zufall: „Winter” ist eine Neuinterpretation von Vivaldis Konzert Nr. 4 aus den Vier Jahreszeiten. Barockmusik trifft Deathcore, und der Stellar lässt beide Welten gleichberechtigt stehen.

Der Burson Soloist Stellar Max gibt der Geige Raum und Charakter, das zarte Spiel kommt fein raus. Die Spannung die sich mit den Chorälen aufbaut landet ordentlich, bevor Streicher und Fußmaschine übernehmen. Bei 2:25 drückt das Ding rein ohne Vorwarnung – Snare hämmert, Doppelbass zieht durch, der Gesang steht mitten drin.

Das Schlagzeug ist wieder mega Räumlich: Becken sauber und fein aufgelöst, aber der Bass drückt ohne Ende. Der Kontrast zwischen dem tiefen Gewummer und dem harten, höher gestimmten Snare-Schlag – der Burson Soloist Stellar Max serviert ihn ohne Umwege. Das Finale mit den sehr tiefen Bass-Drops: so nah wie ich bisher gekommen bin. Da ist gleichzeitig so viel los, dass ich das noch nie vollständig sauber gehört habe. Am Burson Soloist Stellar Max kommt man näher ran als an den meisten anderen Setups.

In Flames – „Stay With Me”

Das Intro trifft sofort. Eine einzelne Gitarre, dazu ein paar gezupfte Bassnoten – und der Burson Soloist Stellar Max macht daraus etwas, das mich kurz aufhorchen lässt. Die Gitarre klingt nicht wie aus Kopfhörern. Sie klingt wie jemand, der direkt neben mir sitzt und spielt. Plastisch, greifbar, dreidimensional. Das Imaging ist außergewöhnlich – die Gitarre hat eine Position im Raum, keine ungefähre Richtung.

Dann setzt das Schlagzeug ein. Die Hi-Hat kommt sanft, fast zögerlich – aber sie klingt echt. Der Sänger schiebt sich in die Mitte der Bühne, fast schon in den Raum hinein. Bei 3:30 dreht der Song auf – und hier passiert etwas Interessantes: Ich höre Kompressionsartefakte in den Becken. Etwas gequetscht, etwas zu glatt. Das ist kein Fehler des Stellars. Im Gegenteil: Er arbeitet es heraus. Ein Verstärker der schönfärbt, würde das unter den Teppich kehren. Der Burson Soloist Stellar Max tut das nicht. Das ist Ehrlichkeit, keine Schwäche.

Imminence – „God Fearing Man”

Dieser Mix ist anders. Fetter abgemischt, mehr Druck, mehr Atmosphäre von der ersten Sekunde an. Der Sänger öffnet tief im Hals, die Geige setzt daneben an – räumlich, fein, fast fragil. Dann schiebt das Schreddern rein.

Die Snare sitzt mitten im Gehirn. Nicht irgendwo hinten – mitten drin, auf den Punkt gestimmt, jeder Schlag ein Patsch der nach vorne kommt. Das Schlagzeug umrahmt komplett: links, rechts, oben, unten. Dazu das tiefe Gebrumme der tiefen Streicher, und dann immer wieder dieser Snare-Schlag. Der Kontrast zwischen dem Gewummer und dem harten, höher gestimmten Patsch – der Burson Soloist Stellar Max serviert ihn ohne Umwege.

Bei 2:20 kommt der Bass-Drop. Rechts im Ohr sind noch sauber die Becken zu hören – fein, klar – während der Bass gleichzeitig nach vorne drückt. Dass beides gleichzeitig funktioniert, ohne dass sich das eine ins andere schiebt, ist das was ich von einem guten Verstärker erwarte.

Dann der Breakdown. Der Geigenbogen auf der E‑Gitarre, dieser Moment, das Crescendo vorher – ich kriege jedes Mal Gänsehaut. Der Verum 2 ist kein Bassgigant, das weiß ich. Aber er macht das hier trotzdem geil. Und der Burson Soloist Stellar Max juckt das alles nicht – bei 45 von 100 geht der Kopfhörer einfach mit.

Ich freue mich auf Summerbreeze. Dieses Lied live. Das wird brutal.

Höreindrücke – IEMs (IEM-Mode)

Der dedizierte IEM-Modus des Soloist Stellar Max ist aktuell das Beste was ich in dieser Preisklasse und Bauform kenne. Pechschwarzer Hintergrund, eigenständiger Verstärkerzweig, genug Regelweg für jeden Empfindlichkeitsgrad – das ist kein Bonus-Feature, das ist ein vollwertiger zweiter Amp im selben Gehäuse.

Kiwi Ears Septet (Hybrid)

Die Septet spielen auf dem Burson Soloist Stellar Max neutraler als von mobilen DAC/Amp-Combos gewohnt. An Smartphone oder Dongle klingen sie fetter, wärmer. Am Stellar kommt das raus was drin ist – und das Septet ist ein hellerer, analytischerer IEM als der Verum 2. Das ist keine Kritik am Burson Soloist Stellar Max, das ist Ehrlichkeit.

Bei Stay With Me kommt der Bass knackiger und präziser – jeder Anschlag mit klarer Kontur. Bei Winter fällt im rechten Ohr ein Becken-Detail auf das mit dem Verum 2 so nicht wahrnehmbar war – sehr hochauflösend, fast ein Klirren.

Kurzer Test: Ich schalte auf den normalen Kopfhörer-Output um. Der Burson Soloist Stellar Max macht dabei automatisch leiser – schöner Sicherheitsmechanismus. Zurück im Kopfhörer-Mode klingt es semi-identisch, der IEM-Mode wirkt einen Tick schärfer in den Höhen. S‑Laute kommen prägnanter. Ob das der IEM-Mode ist oder der IEM selbst – ich tippe auf beides. Unterm Strich sind die Septet am Stellar deutlich heller und analytischer als der Verum 2. Wer es wärmer mag, greift zu einem wärmeren DAC davor.

Fosi IM4

Pechschwarzer Hintergrund, kein Grundrauschen, Lautstärke bei knapp einem Viertel des Regelwegs – der Rest ist Reserve. Der IM4 bekommt am IEM-Out des Burson Soloist Stellar Max das was er verdient: einen sauberen, kontrollierten Antrieb ohne Kompromisse.

7Hz Timeless II (Planar-IEM, 15,2 Ω)

Der Timeless II ist ein Planar-IEM – und damit genau die Sorte IEM, die einen dedizierten Amp auf die Probe stellt. Am IEM-Out des Burson Soloist Stellar Max: absolut ruhig, kein Grundrauschen, schnell und kontrolliert. Das neutrale Tuning mit leicht angehobenem Hochton bleibt dabei immer entspannt – keine Schärfe, kein Zischen, nur Auflösung.

Burson Soloist Stellar Max als Vorstufe

Kurzer Abstecher: Der Burson Soloist Stellar Max funktioniert auch als Vorstufe für meine Burson Timekeeper GT4 Max Monoblöcke an den Arendal 1723 Towern. Ergebnis: tadellos. Klanglich näher am Bypass als an einer färbenden Vorstufe – Burson-typisch leicht warm, mit großzügig dimensioniertem Raum und straffer Basskontrolle. Der Subwoofer-Out an der Rückseite macht ein 2.1‑Setup ausdrücklich möglich.

Einordnung

Knapp 3.000 Euro für einen Kopfhörerverstärker. Das klingt nach viel – und das ist es auch. Aber mal ehrlich: Was kommt da noch? Nach oben hin wird die Luft dünn. Der Soloist Voyager, ein paar ultra-exotische Einzelstücke, fertig. Wer den Burson-Sound kennt und liebt, dem stellt sich die Frage eigentlich nicht mehr lange.

Offiziell positioniert Burson den Burson Soloist Stellar Max unterhalb der Grand-Tourer-Serie. In der Praxis teilt er seine Kern-DNA mit GT4 und Voyager. Alle Reviews die ich kenne landen übereinstimmend bei 85–90 % vom Voyager-Sound – zur knapp halben Preises. Das deckt sich mit meinem Eindruck nach drei Monaten täglichem Betrieb.

Wo der Burson Soloist Stellar Max klar besser ist als die meisten Konkurrenten in dieser Klasse: der dedizierte IEM-Modus. Den hat selbst der Voyager so nicht. Wer alles am selben Verstärker spielen will – von ultra-empfindlichen IEMs bis zum leistungshungrigen Planar – bekommt hier das aktuell flexibelste Werkzeug am Markt.

Die Verarbeitung lässt keinen Zweifel daran, wo das Geld hingegangen ist. Fünf Kilo pures Metall. Lautstärkeregelung und Haptik tadellos. Und die Fernbedienung – die ist weniger Fernbedienung als Schlagring. Massiv, schwer, gefühlt zweihundert bis dreihundert Gramm Aluminium in der Hand. Die Knöpfe klappern leicht, Metall auf Metall – das kennt man von allen Burson-Fernbedienungen. Stört mich nicht, sie liegt ohnehin auf dem Mothership auf dem Schreibtisch.

Was mich nach drei Monaten am meisten überzeugt: Der Burson Soloist Stellar Max lässt mich in die Seele jedes DACs reingucken. Er ist so transparent, dass ich sofort höre was eine Quelle kann und was nicht. Das macht ihn zum perfekten Referenzverstärker – wenn mir jemand einen DAC zum Test schickt, kommt der Burson dran.

Und gleichzeitig merke ich: Mit meiner eigenen DAC-Kette bin ich noch nicht am Ende. Der Burson Soloist Stellar Max zeigt mir dass da noch was geht. R2R will ich ausprobieren, wärmere Quellen auch. Ich weiß dass ich ESS-Chips mag – cleaner, analytischer – aber in Kombination mit dem Burson der etwas Wärme mitbringt. Das Kapitel ist noch nicht abgeschlossen.

Ein direkter Vergleich mit dem Soloist Voyager folgt in einem separaten Artikel.

Fazit

Drei Monate, knapp acht Stunden täglich. Ich habe Metal gehört, Filme geschaut, DACs getestet, IEMs gewechselt, Opamps verglichen. Der Burson Soloist Stellar Max stand die ganze Zeit da und hat einfach gemacht was er soll – ohne Drama, ohne Aussetzer, ohne den Moment wo ich dachte: da nervt mich was.

Was bleibt: Gänsehaut bei God Fearing Man. Die Gitarre bei Stay With Me die klingt als würde jemand neben mir sitzen und spielen. Vivaldis Geige die aus einem Deathcore-Intro auftaucht und trotzdem Sinn ergibt. Kleine Momente, die nur dann passieren, wenn ein Verstärker wirklich aus dem Weg geht und die Musik lässt.

Das ist die Stärke dieses Geräts. Der Burson Soloist Stellar Max ist so transparent, so ehrlich, dass ich durch ihn hindurch in die Quelle reinhöre. Er wird mein Referenz-Amp für jeden DAC der hier landet – weil er mir sofort zeigt was drin steckt. Und gleichzeitig zeigt er mir, dass ich mit meiner eigenen DAC-Kette noch nicht am Ende bin. R2R will ich ausprobieren, wärmere Quellen auch. Ich weiß dass ich ESS-Chips mag – cleaner, analytischer – aber in Kombination mit dem Burson der etwas Wärme mitbringt. Das Kapitel ist noch nicht abgeschlossen.

Wer den Burson-Sound kennt und liebt: Was soll hier verkehrt laufen? Fünf Kilo Aluminium, 8 W Class‑A, ein IEM-Modus der seinesgleichen sucht, Opamps die man tauschen kann, eine Fernbedienung die schwerer ist als manche DACs. Für knapp unter 3.000 € kommt da nach oben hin nicht mehr viel.

Der Soloist Voyager folgt irgendwann – dann werden wir sehen ob das Doppelte das Doppelte wert ist. Bis dahin bleibt der Burson Soloist Stellar Max auf dem Mothership. Und ich freue mich auf Summerbreeze.

HiFiGeek Award

Referenz-Equipment (zum Testzeitpunkt)

QuellenEversolo DMP-A6, MacBook Pro M4 Max
DACsFosi Audio ZD3, ZH3, S3 Streamer
KopfhörerverstärkerBurson Soloist Stellar Max, Burson Conductor GT4 Deluxe
EndstufenBurson Timekeeper GT4 Max
KopfhörerVerum 2, Fosi Audio i5, SIVGA Luan
IEMsFosi IM4, Kiwi Ears Septet, 7Hz Timeless II
LautsprecherAmphion Argon 3S, Arendal 1723 Tower THX
SubwooferSVS SB‑5000
RacksBurson Mothership 01, Quadraspire SV3T
KabelRicable Dedalus, WBC
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https://www.hifigeek.de/burson-soloist-stellar-max/feed/ 0 11843
High End Vienna 2026 Vorbericht – Zweite Runde, breiteres Kreuz https://www.hifigeek.de/high-end-vienna-2026-vorbericht/ https://www.hifigeek.de/high-end-vienna-2026-vorbericht/#respond Wed, 20 May 2026 14:50:25 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=11821 4. bis 7. Juni 2026 · Austria Center Vienna · HiFi Messe Wien

Mein High End Vienna 2026 Vorbericht – und er fällt anders aus als erwartet. Nicht weil sich so viel geändert hat, sondern weil ich mich geändert habe.

Letztes Jahr München. Erste High End. Ich hatte keine richtige Vorstellung davon, was mich erwartet. Was mich empfangen hat: eine Welt voller etablierter Marken, viele davon seit Jahrzehnten im Geschäft, mit Produktphilosophien, die in Teilen aus einer anderen Zeit stammen. Schöne Geräte, beeindruckende Systeme – aber auch eine Branche, die mit neuen Formaten, neuen Kanälen und einer anderen Zielgruppe noch nicht so richtig weiß, was sie anfangen soll. Das war auf der Messe spürbar. Das ist in meinem Alltag mit HiFiGeek genauso spürbar.

Ich war überfordert. Nicht weil die High End Vienna 2026 – damals noch München – schlecht war, sondern weil ich schlicht noch nicht wusste, wie ich das für mich nutzen soll. Jetzt weiß ich es.

High End Vienna 2026 Vorbericht: Diesmal weiß ich, was mich erwartet

Zweite Runde. Breiteres Kreuz.

Ich gehe mit einem anderen Gefühl in die High End Vienna 2026 rein. Ich weiß, wie so eine Messe tickt, ich weiß, wen ich ansprechen will, und ich weiß, worauf es mir ankommt. Ich gehe da rein und sage: hier bin ich.

Logistisch haben wir das dieses Mal besser hingekriegt: Flieger um 7:30 Uhr, kurz nach 9 in Wien, direkt weiter zur Messe. Wir haben uns ein Airbnb gebucht, damit wir die Zeit wirklich ausschöpfen können und abends nicht schon um 18 Uhr hetzen müssen. Kamera ist dabei, ich werde Fotos machen und versuchen, kurze Eindrücke per Video mitzunehmen – vielleicht ein paar Shorts.

Ich bin kein großes Magazin und werde dort keine Reportage drehen. Das wäre gelogen – dafür bin ich schlicht noch zu sehr am Anfang von dem, was ich mit HiFiGeek aufbaue. Aber das ist auch nicht der Anspruch. Ehrliche Eindrücke, gute Bilder, interessante Gespräche – und vielleicht der ein oder andere Kontakt, aus dem später ein Review oder ein Artikel wird, der für meine Leser tatsächlich Sinn macht.

Austria Center Vienna: Warum die Location dieses Mal wirklich einen Unterschied macht

Die High End Vienna 2026 findet erstmals im Austria Center Vienna statt – und ich finde es gut, dass das MOC in München Geschichte ist.

Das MOC hatte seine Momente, aber wer die Messe kannte, kennt auch die Schwächen. Auf rund 13.770 Quadratmetern über drei Etagen gab es vier große Messehallen für offenen Standbau – akustisch ein Alptraum – und 140 verglaste Showrooms. Glas als Raumabschluss klingt schicker als es ist: akustisch ist es das schlechteste Material, das man für eine ernsthafte Hörvorführung wählen kann. Reflektiv, harsch, keine Kontrolle über den Raum. Manche Hersteller haben deswegen lieber in Hotelzimmern in der Umgebung vorgeführt als auf dem eigenen Stand.

Das Austria Center Vienna macht das anders: frisch renoviert, über 26.000 Quadratmeter auf fünf Ebenen, 134 echte Meetingräume mit 2,70 Meter Deckenhöhe, dazu fünf Hallen und 21 große Säle. Keine verglasten Boxen, keine offenen Standflächen als Hörsituation. Ob das in der Praxis so gut klingt wie es auf dem Papier aussieht, werde ich auf der High End Vienna 2026 selbst hören.

Was ich auf den HiFi-Tagen gemerkt habe: Wenn Aussteller wirklich wollen, dass Hörvorführungen funktionieren, kann man auch auf einer Messe akustisch etwas tun. Ich hoffe, das Austria Center Vienna gibt das her. Alles, was ich bisher lese, deutet darauf hin.

Vorbericht zur HiFi Messe Wien: Endlich rückt alles wieder zusammen

Letztes Jahr in München war das Bild zersplittert. ATR – Audio Trade, einer der größten deutschen HiFi-Vertriebe – hatte sein eigenes Setup in der Motorworld München, Kleine Lokhalle, direkt gegenüber dem MOC. Dali war ebenfalls nicht auf der Hauptmesse, sondern in der Highline Location in der Motorworld – auf Einladung, nur für Fachbesucher. Ich hab das damals nicht mehr geschafft, weil die Zeit zu knapp war. Im Nachhinein: schade.

Zur High End Vienna 2026 ist das anders. Dali und Marken unter dem Dach von ATR sind diesmal vollständig Teil der Hauptmesse. Kürzere Wege, mehr Substanz unter einem Dach. Die Messe ist außerdem komplett ausgebucht – wer dabei sein will, ist auf der Messe, nicht irgendwo im Nebenprogramm zwei Kilometer weiter. Das hat für mich als Besucher einen echten Vorteil, den kein Vorbericht der Welt besser erklären kann als ein Gang durch die Hallen selbst.

Was mich auf der High End Vienna 2026 interessiert

Ich werde nicht alles ansehen können, und ich werde auch nicht so tun, als ob mich alles interessiert. Meine klaren Schwerpunkte:

Kopfhörer und World of Headphones – mein tägliches Werkzeug, stundenlang auf den Ohren. Neue Hörer sind das, worauf ich mich am meisten freue.

DACs und Kopfhörerverstärker – für mich ein spannendes Segment. Was kommt neu, was macht wirklich Sinn, was ist Marketinggetöse?

Preis-Leistung vor Exklusivität – ich bin nicht derjenige, der sagt, das Gehäuse ist in Walnuss, also ist der Lautsprecher automatisch toll. Was mich interessiert: bekomme ich für mein Geld etwas, das wirklich liefert? Das was ich zum Beispiel bei den Arendal 1723 Tower THX gefunden habe.

Einsteigeranlagen – auf der HiFi Messe Wien gibt es jedes Jahr Komplettsysteme unter 4.000 bis 5.000 Euro. Auch wenn ich mit dem Budget nicht unbedingt einverstanden bin, interessiert es mich, was die Hersteller draus machen.

Gespräche mit Menschen, die online noch nicht verstehen – es gibt viele Hersteller und Vertriebe auf der High End, die mit Content und digitalen Formaten noch wenig anfangen können. Vielleicht hinterlasse ich den einen oder anderen bleibenden Eindruck, dass das, was ich mit HiFiGeek mache, nicht das verteufelte Böse ist.

Ankündigungen: Was auf der High End Vienna 2026 gezeigt wird

Viele Hersteller halten ihre Karten noch verdeckt. Was bisher für meinen High End Vienna 2026 Vorbericht bekannt ist:

Lautsprecher:

  • Canton – neue Vento-Serie bereits im Handel. Wie 2025 in München ist eine Überraschung kurz vor Messeschluss wahrscheinlich – damals die GLE-S2, dieses Jahr kursieren Gerüchte über eine weitere neue Baureihe.
  • Jamo – Comeback mit zwei neuen Lautsprecherserien
  • Wharfedale – neuer Heritage-Lautsprecher oberhalb der Linton 85
  • ELAC – mehrere Ankündigungen: Premium-Modell, Woofer, Kompaktlautsprecher

Streaming & Digital:

  • Lumin X2 – Flaggschiff-Streamer mit eigenem D/A‑Wandler
  • Lumin N1 – dedizierte Netzwerklösung als vorgelagerte Stufe vor dem Streamer

Analog:

  • Soulnote E‑3MC – Referenz-Phonostufe für MC-Tonabnehmer

Den vollständigen Ausstellerkatalog führt die HIGH END Society auf ihrer Website und würde meinen High End Vienna 2026 Vorbericht hier sprengen.

Euer Input für meinen High End Vienna 2026 Vorbericht – und danach

Ich kann nicht überall gleichzeitig sein. Aber ich kann gezielt hinschauen – wenn ich weiß, wo.

Schreibt mir in die Kommentare vom kommenden Youtube-Video:

  • Welcher Hersteller oder welches Produkt interessiert euch – soll ich dort genauer hinsehen oder nachfragen?
  • Welches Format möchtet ihr danach sehen: ausführlicher Artikel, kurzes Ersteindruck-Video, beides?
  • Ihr könnt nicht zur High End Vienna 2026 kommen und habt eine konkrete Frage, die ich vor Ort stellen soll?

Ich lese alles und nehme konkrete Wünsche mit nach Wien. Den Nachbericht zur High End Vienna 2026 veröffentliche ich kurze Zeit nach der Messe hier auf HiFiGeek.

Ich hoffe ihr konntet ein wenig was mit meinem High End Vienna 2026 Vorbericht anfangen und wir lesen uns demnächst wieder!

High End Vienna 2026: 4.–7. Juni, Austria Center Vienna, Bruno-Kreisky-Platz 1, 1220 Wien. Fachbesuchertage: 4. und 5. Juni. Publikum: 6. und 7. Juni.

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Norddeutsche HiFi-Tage 2026 — die NDHT stehen kurz bevor https://www.hifigeek.de/norddeutsche-hifi-tage-2026/ https://www.hifigeek.de/norddeutsche-hifi-tage-2026/#respond Thu, 29 Jan 2026 14:13:27 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=10065 Ich bin kein großer Messegänger(ja ich war auf der letzten HIGH END 2025 in München). Aber wenn etwas wie die Norddeutsche HiFi-Tage 2026 am 31.01. und 01.02. praktisch vor meiner Haustür stattfindet, muss ich einfach hingehen. Trotzdem: Bei dem Gedanken an überfüllte Hotelzimmer, in denen sich Menschen stapeln und ich mich für das nächste Upgrade begeistern soll, bin ich schon ein bisschen müde.

Ganz ehrlich? Ich verstehe den Reiz von Messen wie die Norddeutsche HiFi-Tage 2026 total: Schwärmen vom nächsten Upgrade, kleine „Gems“ entdecken, die im Online-Dschungel untergehen würden, oder endlich mal Gleichgesinnte treffen, mit denen man stundenlang über Musik, Technik und Setups fachsimpeln kann. Gleichzeitig bleibe ich skeptisch: Hier wird natürlich mit allen Mitteln Marketing betrieben, und manche hochgejubelten Produkte würden mich ohne diesen Rahmen vermutlich nie interessieren.

Konzept: Modenschau in Hotelräumen

Stellt euch die Norddeutsche HiFi-Tage 2026 wie eine Modenschau vor: Jeder Hersteller oder Vertrieb mietet einen Raum im Hotel und versucht, aus den Gegebenheiten das Maximum herauszuholen. Teppichboden, dünne Wände, niedrige Decken – alles andere als ein perfekt optimierter Hörraum. Ist so ein Zimmer also ungeeignet für HiFi-Demos, oder gerade spannend, weil man Systeme in halbwegs realistischen Umgebungen erlebt?

Ich persönlich halte nicht allzu viel von klassischen Verkaufsvorführungen, bei denen ich nicht die Fäden in der Hand habe. Es ist nicht mein Raum, nicht meine Technik, und ich habe keine echte Transparenz darüber, was im Hintergrund passiert. Das macht es schwierig, Eindrücke direkt auf das eigene Setup zu übertragen.

Ich bin außerdem kein Freund typischer Verkaufsgespräche. Man weiß nie, wer da gerade vor einem steht und wie tief das Fachwissen wirklich geht. Ich bin mit dem Internet aufgewachsen, informiere mich gerne selbst und liebe es, mich online durch Tests, Foren und Datenblätter zu wühlen. In vielen Gesprächen merke ich ziemlich schnell, dass ich in einigen Bereichen besser im Thema bin als mein Gegenüber. Dann fühlt sich meine Zeit schnell verschwendet an – kein Wunder, dass der Trend immer stärker Richtung Onlinekauf geht.​

Trotzdem: Vorfreude!

Trotz aller Skepsis bleibt eine Messe spannend. Ich freue mich darauf, nach Hause zu fahren und das Gefühl zu haben, wirklich etwas dazugelernt zu haben. Vielleicht ergibt sich der ein oder andere interessante Kontakt, vielleicht entdecke ich Konzepte oder Produkte, die ich bisher gar nicht auf dem Schirm hatte. Und vor allem: Es ist einfach ein gutes Gefühl, so viel gebündelte Leidenschaft für Musik und Technik an einem Ort zu erleben.

Die Ausstellerliste für die Norddeutsche HiFi-Tage 2026 ist in den letzten Wochen immer weiter gewachsen, weshalb ich diesen Artikel zunächst zurückgehalten habe. Aber jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, noch einmal auf die Norddeutsche HiFi-Tage 2026 hinzuweisen.

Ich habe die Aussteller grob kategorisiert – seht es mir nach, wenn es nicht immer zu hundert Prozent passt:

Lautsprecher & Akustik
Acapella, AP Elektroakustik, ASCENDO, Auer Acoustics, Avantgarde Acoustic, Audes, beaudioful, Børresen, Canton, CHARIO, Cube Audio, ELAC, Esprit, Fischer & Fischer, GAUDER AKUSTIK, GGNTKT, HIFIMAN, Harzsch, Horns, Kaiser KAWERO, KEF, Lansche Audio, Lyravox, MAGNEPAN, Manger, Marten, MAPU Speakers, Mudra Akustik, MUSICAL FIDELITY, Perlisten Audio, Phonar, PMC, Pylon Audio, QUAD, Qualio Audio, Raidho Acustics, Rogers HiFi, Rowen, Scansonic, Sonox, TRIANGLE, Velodyne Acoustics, Vivid Audio, Voxativ, Wilson Audio, YG Acoustics​

Verstärker & Elektronik
A&L, Aavik, Accuphase, AIR TIGHT, ATOLL, AUDREAL, AVM, AYON, Backes & Müller, Benchmark, Boulder Amplifiers, Braun, Bryston, dCS, EINSTEIN AUDIO, EternalArts, Fezz Audio, Grimm Audio, Harman Karbon, Hegel, Horch House, Luxman, Magnetar, Mola Mola, MSB, NuPrime, PS Audio, Riviera Audio Laboratories, RÜBENBURG AUDIO, Soulnote, SPL, Staltmanis LAB, Swiss HD, ThivanLabs, Vitus, VTL, Western Electric, WISSELING HIGH END​

Quellgeräte (Plattenspieler, Streamer, CD-Player)
Bauer Audio DPS, C.E.C., HOLBORNE, Innuos, Lampizator, Mozzaik Audio, PLATINE VERDIER, Revox, Symphonic Line, Thales, Thorens, Transrotor, TW-Acoustic, VPI Industries, Axmann Audio, sonoro​

Tonabnehmer & Vinyl-Zubehör
KOETSU, Kleeny, Nessie Vinylcare, PHASEMATION, PHONOSOPHIE, Skyanalog, Soundsmith, STUdo, ToneTool​

Kabel & Zubehör
Analysis Plus, Ansuz, Audia Flight, Axxess, Cardas Audio, Crystal Cable, Furutech, J.Sikora, LUNA CABLES, Nordost, PADIS, POWERGRIP, Reed, Silberstatic, SUPRA Cable, WBT, WBT-PlasmaProtect™, WireWorld, Zavfino​

Kopfhörer
Final, grell, Sennheiser​

Möbel, Racks & Raumausstattung
Bassocontinuo, HKLIVING, SYMANN Soundboards, SonicThrone® Audio Sessel, UberLight Flex, Workshop Quadrophonie​

Sonstiges & Spezialanbieter
ATE, Audio Note, Audio Offensive, Audio Reference, Audiofels, Audiophil FAST, Axmann Audio, Dimi Vesos, ELECTRIC AUDIO, Esprit, EternalArts, Fenn Music, GGNTKT, HIFI-ZEILE, HOLBORNE, LEN Hifi, Linnenberg, Loutd, nextgen™, Progressive Audio

Mein Plan für die Norddeutsche HiFi-Tage 2026

Am Ende bleibt für mich vor allem eins: Neugier. Ich werde nicht jede Vorführung für bare Münze nehmen und auch nicht nach jedem Raum glauben, das nächste „Must-have“ gefunden zu haben. Aber genau dieses Wechselspiel aus Begeisterung, Skepsis und echtem Interesse macht die Norddeutsche HiFi-Tage 2026 für mich spannend.

Wenn ihr also Zeit und Lust habt, euch ein Wochenende lang durch Lautsprecher, Verstärker, Kopfhörer, Streaming und Vinyl zu hören, schaut im Le Méridien in Hamburg vorbei – Tickets bekommt ihr direkt über die Veranstalterseite, alle Infos zu Zeiten und Preisen findet ihr dort. Ich werde mit meiner Kamera vor Ort sein und meine Eindrücke später hier mit euch teilen.

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Luxsin X9 im Test: Head‑Fi‑Control‑Center mit HP‑EQ, Sub‑Power und Firmware‑Upgrade für deine Kopfhörer https://www.hifigeek.de/luxsin-x9-im-test/ https://www.hifigeek.de/luxsin-x9-im-test/#respond Wed, 28 Jan 2026 15:00:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9737 Ich war schon im Sommer sehr neugierig auf den Luxsin X9, habe ihn dann aber wieder aus den Augen verloren. Nichtsdestotrotz steht er jetzt auf meinem Schreibtisch und ich konnte das gute Stück etwa vier Wochen unter die Lupe nehmen – oder besser gesagt: in einen für ihn vielleicht anstrengenden Dauertest schicken. Wenn dem so war, hat sich der Luxsin X9 das keinesfalls anmerken lassen. So viel sei verraten.

Vorab ein kurzer Disclaimer: Ich habe den Luxsin X9 vom deutschen Vertrieb audioNEXT kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. audioNEXT oder irgendjemand sonst nimmt keinen Einfluss auf mein Review. Als unabhängiger Blog sind wir an keine geschäftlichen Beziehungen gebunden, die unsere Meinung verfälschen könnten..

Auch nach diesem Test ist beim Luxsin X9 einiges passiert – u. a. ein neuer Hörtest namens Hearing Compensation und AI-EQ, das inzwischen auch hier eingezogen ist. Alle Details im Update unten.

Hier findet ihr mein Luxsin X9 Video‑Review auf YouTube

Gefällt euch mein Content? Dann klickt auf „Abonnieren“ und unterstützt meinen Kanal – so kann ich auch in Zukunft spannende HiFi‑Komponenten für euch testen.

Unboxing & Lieferumfang – erster Eindruck

Wer schon einmal Eversolo-Produkte ausgepackt hat, wird die Qualität kennen. Luxsin stammt ebenfalls aus dem Hause Zidoo. Die 3,7 kg des Luxsin X9 liegen direkt wertig in der Hand. Natürlich wird das Gerät gut gepolstert ausgeliefert, sodass dem massiven Aluminiumgehäuse mit seinen soliden Alu-Planken auf der Reise nichts passiert. Mit 30 x 20 x 6,5 cm ist das Gerät kompakt genug für den Schreibtisch. Auf dem HiFi-Rack wirkt es hingegen angenehm schlank und schmal.

Was liegt in der Box:

  • Netzkabel (Schuko-Standard, EU-Stecker)
  • Bluetooth-Fernbedienung (IR- und BT-kompatibel)
  • USB-B-Kabel (für USB-Audio)
  • USB-Type-C-OTG-Kabel (für iPhone/iPad direkt)
  • Benutzerhandbuch (mehrsprachig, vorerst ohne Deutsch)
  • Garantiepapiere & Quick-Start-Guide

Der erste Eindruck ist durchweg premium. Das 4‑Zoll-Farb-Touchscreen mit den virtuellen VU-Metern ist das Eye-Candy – sie sehen täuschend echt aus, sind vollständig animiert, etwa mit sanft-blauem Hintergrund. Luxsin bietet 14 verschiedene grafische Varianten zur Wahl, was eigentlich unnötig wirkt, aber durchaus charmant ist. Die facettierten Ecken des Gehäuses geben dem Luxsin X9 ein modernes Design, das nicht billig wirkt. Alle sichtbaren Seiten sind sauber verarbeitet, sogar die Unterseite. Schrauben siehst du nur an der Rückwand – alles andere wirkt wie aus einem Guss.

Technische Daten & Architektur

Was den Luxsin X9 technisch interessant macht

Der Luxsin X9 nutzt den AK4499EX DAC-Chip von Asahi Kasei Microdevices – derselbe, der auch im erfolgreichen Eversolo DMP-A8 Streaming-DAC verbaut ist. Das ist ein Vertrauenssignal. Daneben sitzt ein AK4191EQ für die IV-Konvertierung (digital zu analog). Die Signalverarbeitung erfolgt über einen AKM 7739 DSP-Chipsatz, der speziell die Headphone-EQ-Funktion steuert (dazu später mehr).

Die Kopfhörer-Verstärkerstufe

Die Kopfhörerendstufe ist vollständig symmetrisch aufgebaut und liefert bis zu 6.400 mW an 16 Ω über den 4,4‑mm-Balanced-Ausgang – das ist ordentlich Leistung. Über den 6,35-mm-Single-Ended-Anschluss oder XLR4 ist die Leistung etwas geringer, aber immer noch mehr als ausreichend. Der Verstärker-Chip ist ein TPA6120A2 in Kombination mit einem OPA1612 als Buffer. Das Besondere: Die Ausgangsstufe wurde speziell für den Luxsin X9 entwickelt und nicht einfach von Eversolo übernommen.

Das Netzteil ist clever aufgebaut

Ein Lineartrafo versorgt die analoge Sektion (für hohe Reinheit und guten Rauschabstand), ein Schaltnetzteil die digitale Sektion (für Effizienz). Im Inneren sitzt ein großer, gekapselter Ringkerntrafo – du wirst sein Gewicht beim Transport spüren. Die Ripple-Unterdrückung ist mit 40 nV extrem niedrig. Das bedeutet: Der Rauschgrund des Luxsin X9 ist in der Praxis nahezu nicht existent.

Spezifikationen

  • Dynamic Range / SNR: > 128 dB (sehr sauber)
  • THD+N @ KH-Output: < 0,00016% (extrem niedrig)
  • Crosstalk: > ‑117 dB (Kanaltrennung ausgezeichnet)
  • Kanalgenauigkeit (L/R‑Balance): 0,1 dB (beeindruckend präzise)
  • Frequenzgang: neutral-flach mit sanftem Roll-off in den obersten Höhen

Unterstützte Formate:

  • PCM bis 32 Bit / 768 kHz
  • DSD bis DSD512 (native)
  • Bluetooth 5.0 (SBC, AAC offiziell; LDAC & aptX werden unterstützt, aber nicht zertifiziert)
  • Asynchrones USB-Audio (kein Treiber nötig)

Innovative Features

Das Dynamic Negative Feedback System (DNF) nutzt die Kombination aus OPA1612 und TPA6120A2, um harmonische und intermodulative Verzerrungen signifikant zu reduzieren. Das praktische Resultat: Der Klang wirkt sauberer und transparenter, ohne zusätzliche Färbung.

Die R2R-Resistor-Array-Lautstärkeregelung ist ein echtes Highlight. Statt digital zu regeln, nutzt der Luxsin X9 1.024 diskrete Stufen mit Schaltrelais – jeder Schritt ist als leichtes „Click“ beim Drehen hörbar, 0,5‑dB-Schritte sind Standard (wahlweise 1, 2 oder 3 dB). Das verhindert Kanalabweichungen im unteren Lautstärkebereich und verschleißt nicht wie ein klassisches Potentiometer.

Die Impedance-Detection-Technologie misst automatisch die Impedanz deines Kopfhörers (16 Ω, 32 Ω oder 300 Ω), wenn du ihn an den 4,4‑mm- oder 6,35-mm-Anschluss anschließt, und passt das Gain entsprechend an. Das ist praktisch wie die ISO-Einstellung an einer Kamera – es optimiert den nutzbaren Regelbereich für deine spezifischen Kopfhörer. XLR4-Nutzer müssen die passende Einstellung manuell wählen. Eine Einschränkung: Das System misst Impedanz, nicht Empfindlichkeit – mit sehr empfindlichen IEMs oder sehr wenig empfindlichen Kopfhörern kann der Regelweg etwas knapp werden.

In der Praxis bedeutet die Kombination aus Dynamic Negative Feedback und R2R-Lautstärkeregelung: extrem saubere Wiedergabe, perfekte Kanalbalance auch bei sehr niedrigen Pegeln und eine feinfühlige, verschleißfreie Lautstärkeregelung, von der besonders Leisehörer profitieren.

Anschlüsse & Konnektivität

Der Luxsin X9 ist eine echte Audio-Zentrale – nicht nur für Kopfhörer.

Kopfhörer-Ausgänge (Front):

  • 6,35 mm Klinke (Single-Ended, asymmetrisch)
  • 4,4 mm Pentaconn (Balanced, symmetrisch) – hier gibt es die volle Power (6.400 mW @ 16 Ω)
  • XLR4 Balanced (symmetrisch)

Alle Buchsen sind hochwertig verarbeitet, die Klinkenbuchsen haben dezent goldfarbene Ringe – ein schöner Farbakzent, der nicht billig wirkt.

Digitale Eingänge (Rückseite):

  • USB‑B (für USB-Audio, High-Res bis 768 kHz PCM, DSD512)
  • USB‑C (OTG-Standard, ideal um iPhone/iPad direkt anzuschließen)
  • USB‑A (nur für Firmware-Updates via USB-Stick)
  • Coax S/PDIF (Standard Digital Audio)
  • Toslink (optisch, für TV oder ältere Komponenten)
  • HDMI ARC (seltenes Feature für einen Desktop-DAC, ermöglicht Audio-Rückkanal vom Smart-TV in den Luxsin X9)
  • Bluetooth 5.0 (SBC, AAC, LDAC, aptX)
  • WiFi (für App-Steuerung und OTA-Updates)

Analoge Eingänge (Rückseite):

  • Stereo-Cinch (RCA) für CD-Player, Streamer oder andere analoge Quellen

Ausgänge (Rückseite – die Vorverstärker-Funktion):

  • XLR-Ausgänge (symmetrisch) für externe Endstufen oder Aktivlautsprecher
  • Cinch-Ausgänge (asymmetrisch, RCA)
  • Subwoofer-RCA-Ausgänge (Dual) – das ist selten; damit lässt sich ein vollständiges 2.2‑Stereo-Setup aufbauen (Stereo-Lautsprecher + zwei Subwoofer)

Smart Features:

  • Trigger-In/Out-Buchsen (Mono-Klinke)

App-Steuerung:
Die Luxsin Remote App ist verfügbar für iOS und Android. Es gibt außerdem ein Web-Panel im Browser, wenn der Luxsin X9 über WiFi im Netzwerk hängt. Aktuell ist die Oberfläche nur auf Englisch und Chinesisch verfügbar, laut Hersteller soll Deutsch folgen. Die App ist intuitiv, Tuning-Kurven werden visualisiert und PMEQ-Settings (Parametric EQ) lassen sich einfach anpassen. Luxsin schiebt regelmäßig Firmware-Updates nach – gut für Bugfixes und neue Features, aber man lebt damit auch mit einem Gerät, das softwareseitig in Bewegung bleibt.

Design & Verarbeitung

Massives Aluminium mit soliden Alu-Planken – kein Kunststoff mit Alu-Blende wie bei manchen Konkurrenten. Das Finish ist gebürstet statt hochglänzend, was Fingerabdrücke deutlich entschärft. Die leicht schräg gestellte Frontplatte mit ihren facettierten Ecken gibt dem Luxsin X9 ein modernes Aussehen, ohne zu aufdringlich zu wirken.

Das 4‑Zoll-Farb-Touchscreen (TFT-LCD) ist das visuelle Highlight. Die virtuellen VU-Meter sehen täuschend echt aus, vollständig animiert mit Schatten und Beleuchtung. Du kannst zwischen 14 verschiedenen grafischen Varianten wählen (Black VU, Classic VU, Neon usw.). Die Lesbarkeit ist auch aus seitlichen Blickwinkeln hervorragend, die Helligkeit ist einstellbar.

Die Bedienelemente (Front)

  • Minimalistisches Design – nur Lautstärke-Drehregler (rechts) und Power-Taste.

Der Lautstärke-Regler bietet ein sehr befriedigendes, gerastertes Feedback mit gut hörbaren Relais-Klicks – nicht zu straff, nicht zu leichtgängig. Die Haptik ist klar im Premium-Segment angesiedelt. Das Display zeigt bei Lautstärke-Änderungen eine „R2R“-Dezibel-Anzeige an.

Wärmeentwicklung:
Im Idle-Betrieb liegen an der Oberseite rund 30 °C an – warm genug, dass man im Winter gerne mal die Hand darüber streicht, aber nie unangenehm heiß. Es gibt keinen aktiven Lüfter; die Kühlung erfolgt passiv über das Gehäuse.

Bedienung & Features

Da es sich in erster Linie um einen Desktop-DAC handelt, erfolgt die primäre Bedienung über das Touchscreen. Natürlich lässt sich der Luxsin X9 auch bequem mit der Fernbedienung oder über die App steuern, wobei in der App nicht alle Optionen verfügbar sind.

HP-EQ (Kopfhörer-Spezifische Profile) – DAS UNIQUE FEATURE

Das ist das Killer-Feature des Luxsin X9. Luxsin stellt online eine Datenbank mit rund 2.500 Kopfhörer-Profilen zur Verfügung. Wenn du deinen Kopfhörer anschließt, tippst du seinen Namen ins Menü, wählst eines oder mehrere EQ-Profile, und der Luxsin X9 passt den Frequenzgang automatisch an – per DSP. Das funktioniert ähnlich wie EQ-Ansätze auf Basis gemessener Kopfhörerprofile, wie man sie von Roon oder Harman-Target-Curves kennt. Die Idee dahinter: Jeder Kopfhörer bringt charakteristische Verfärbungen mit. Der Fosi i5 ist dir zu zurückhaltend in den Höhen? Die EQ gleicht das aus. Der Verum 2 ist zu hell? Wird korrigiert. Dein Kopfhörer profitiert merklich von dieser Anpassung – nicht subtil, sondern klar hörbar.

Im Ergebnis wirkt HP‑EQ wie ein fehlendes Bindeglied im Head‑Fi‑Setup: Auf Basis realer Messdaten biegt der Luxsin X9 den Frequenzgang vieler Modelle in Richtung einer ausgewogeneren Zielkurve, sodass bekannte Kopfhörer plötzlich wie „fertig abgestimmte“ Hörer klingen – ohne Messmikrofon, REW oder stundenlange EQ‑Bastelei. Ich konnte fast alle Kopfhörer hier im Haus in der Datenbank finden. Lediglich der Sennheiser HD550 fehlt. Schade – wahrscheinlich hätte ihn dieses Feature noch eine Klasse nach oben befördert.

Crossfeed (Digital)

Es gibt drei verschiedene Crossfeed-Level. Die Funktion arbeitet sehr überzeugend: Sie imitiert eine lautsprecherähnliche Räumlichkeit und reduziert die typische „In-Head-Localization“, also das Gefühl, dass alles „im Kopf klebt“. Ideal für lange Listening-Sessions mit weniger Kopfhörer-Ermüdung. Wichtig: Es klingt nicht hohl oder künstlich wie manche schlechten analogen Crossfeed-Implementierungen.

Weitere DSP-Features

  • Stereo-Weite/Soundstage-Adjustment (Depth & Width einstellbar)
  • Musikstil-Presets (vorkonfigurierte DSP-Kurven)
  • 3‑Band-EQ (Bass/Mitten/Höhen)
  • Subwoofer-Weiche (Crossover-Frequenz einstellbar)
  • PMEQ (Parametric Equalization) über das Web-Panel fein konfigurierbar

Allgemeiner Klangcharakter & Bühne 

Im Grundcharakter spielt der Luxsin X9 neutral mit einem leichten Schuss Wärme: Der Bass ist schnell, trocken und kontrolliert, geht tief hinunter, ohne in den Mittelton zu bluten, Stimmen stehen sauber und natürlich im Raum, und der Hochton bringt Glanz und Luft, ohne scharf oder nervös zu werden. Der Hintergrund bleibt dabei „pitch‑black“ – selbst bei niedrigen Pegeln hörst du praktisch kein Rauschen, was in Kombination mit der R2R‑Lautstärkeregelung gerade Leisehörer glücklich macht.

Die Bühne ist standardmäßig eher mittlere Größe mit leicht frontaler Präsentation, dafür sehr klar geschichtet: Vocals und Leads stehen greifbar vorne, Rhythmus‑Sektion und Effekte staffeln sich sauber dahinter. Aktivierst du Crossfeed und die Soundstage‑Erweiterung, lässt sich dieses Bild erstaunlich weit aufziehen, ohne ins Künstliche abzudriften – du bekommst mehr Breite und Luft um Instrumente, ohne dass es nach billigem Hall‑Effekt klingt oder einfach nur der Hochton angehoben wird. Gerade bei längeren Sessions macht das Hörermüdung spürbar geringer, weil die typische „im Kopf festgetackerte“ Bühne einem eher lautsprecherähnlichen Raumgefühl weicht.

Spannend wird es, wenn der X9 seine DSP‑Tricks ausspielt. HP‑EQ fühlt sich in der Praxis an, als würden deine Kopfhörer ein Firmware‑Update für ihren Klang bekommen: Auf Basis realer Messdaten von rund 2.500 Modellen werden Peaks geglättet, Basslöcher aufgefüllt und die Gesamttonalität näher an eine saubere Zielkurve herangezogen. Besonders Kopfhörer mit „berühmten“ Eigenheiten – etwas zu heller Oberton, Badewannen‑Tuning, dünner Bass – profitieren massiv, weil der X9 ihre Stärken betont und die Schwächen beschneidet, ohne den Grundcharakter komplett zu erschlagen. Unterm Strich wirkt HP‑EQ wie das fehlende Bindeglied im Head‑Fi‑Setup: Statt den nächsten Hörer zu kaufen, hebst du mit einem Klick den vorhandenen eine Klasse nach oben.

Leistungsmäßig hat der Luxsin X9 nicht nur für deinen Verum 2 oder Fosi i5 genügend Reserven, sondern auch für große Planare – Berichte mit HIFIMAN‑Kalibern zeigen, dass selbst bei hohen Pegeln kein Eindruck von Kompression oder Weichzeichnung entsteht. Gleichzeitig bleibt er mit sinnvoll gewählter Gain‑Stufe auch an empfindlichen IEMs sehr leise im Rauschteppich, was in dieser Leistungsklasse alles andere als selbstverständlich ist. Dass die Impedance‑Detection den Gain passend vorsortiert, macht die ganze Power im Alltag gut beherrschbar, statt dir nur theoretische Wattzahlen auf dem Papier zu liefern.

Richtig charmant ist der Luxsin X9 dann als Schreibtisch‑Zentrale im 2.1‑ oder 2.2‑Betrieb: Über die beiden Sub‑Ausgänge und die einstellbare Subwoofer‑Weiche lassen sich Aktivmonitore und ein oder zwei Subs sauber ankoppeln – etwas, das man bei Desktop‑DAC/Amps dieser Art fast nie sieht. Damit kannst du tagsüber mit Kopfhörer und HP‑EQ arbeiten und abends mit einem Klick auf Lautsprecher + Sub umschalten, ohne die Klangsignatur komplett zu verlieren: straffe Bässe, aufgeräumter Mittenbereich, kontrollierte Höhen – nur eben mit mehr Luftbewegung im Magenbereich. Für Metal, Spiele und Filme ist das eine Kombination, die schnell süchtig macht, weil sie Studio‑Kontrolle und Spaßfaktor ziemlich elegant unter einen Hut bringt.

Höreindruck

Was für ein Technik-Brett. Für einen DAC gibt es hier erstaunlich viel zu entdecken – und genau das lädt zum Spielen und Ausprobieren ein. Gerade die Kombination aus kräftigem Kopfhörerverstärker, DSP-Spielwiese und Subwoofer‑Integration erinnert ein wenig an den Burson Conductor GT4: Der Subwoofer will plötzlich auch mit euren Kopfhörern mitspielen – ein ziemlich irres Erlebnis.

Natürlich durfte auch meine Metal‑Referenz‑Playlist nicht fehlen. Dazu kamen YouTube, Filme, Serien, Spiele – einmal das ganze Alltagspaket. Der Luxsin X9 hat in der Testzeit dauerhaft auf meinem Schreibtisch gestanden und wurde an guten Tagen locker 10 Stunden am Stück genutzt. Bei knapp 300 Stunden Spielzeit kennt man die Kiste langsam ziemlich gut.

Im Alltag bleibt der Luxsin X9 dem beschriebenen Grundcharakter treu: neutral bis leicht warm, straffer, kontrollierter Bass, sauberer Mittelton und eine klare, luftige, aber nicht nervige Höhenwiedergabe. Der Hintergrund bleibt „pitch‑black“, nichts rauscht, nichts zischelt – selbst bei niedrigen Pegeln wirkt alles kontrolliert und aufgeräumt. Erst wenn man DSP, HP‑EQ und Crossfeed dazuschaltet, merkt man, wie viel Potential da noch oben drauf kommt.

Luxsin X9 X Verum 2

Der Verum 2 ist ein großartiger Kopfhörer, gebaut von einem zugegeben etwas kontroversen Hersteller. Wie so oft bei mir handelt es sich um einen offenen Planar – hier mit den optionalen „ventilated Earpads“, um etwas mehr Tiefbass herauszukitzeln. Am Luxsin X9 angestöpselt und das passende Profil im HP‑EQ aktiviert, passiert genau das, was man sich insgeheim wünscht: Aus einem sehr guten Kopfhörer wird ein affengeiler Kopfhörer.

HP‑EQ bügelte beim Verum 2 die typischen Eigenheiten glatt: Der Bass gewinnt an Fundament, ohne aufzuquellen, die Mitten rücken etwas sortierter ins Zentrum und die Höhen verlieren ein Stück Schärfe, behalten aber Luft und Detail. Versteht es nicht falsch – der Verum 2 ist auch „pur“ ein toller Hörer –, aber es fühlt sich an, als bekäme er ein kostenloses Tuning‑Upgrade. Mehr Linearität, weniger Nervigkeit, stimmigere Tonalität. So sollte dieser Kopfhörer eigentlich ab Werk klingen.

Luxsin X9 X Fosi Audio i5

Der Fosi Audio i5 ist so ein bisschen der Geheimtipp 2025: für den Preis ein erstaunlich erwachsener Klang, der einige etablierte Hersteller sichtbar nervös gemacht hat. Klar, der Start war holprig, Fosi hat aber schnell nachgebessert und die Kinderkrankheiten überarbeitet. Am Luxsin X9 knüpft der i5 genau da an – nur eben eine Stufe höher.​

Mit aktiviertem HP‑EQ bekommt der i5 das, was ihm viele attestieren: ein sehr stimmiges, „großes“ Klangbild für kleines Geld, aber mit weniger Ecken und Kanten. Der Bass wirkt kontrollierter und definierter, Stimmen rücken natürlicher in den Vordergrund, und der Hochton verliert Härte, ohne langweilig zu werden. Unterm Strich hebt der Luxsin X9 den Fosi Audio i5 in eine andere Liga – nicht, weil er ihn verbiegt, sondern weil er seine Stärken betont und die Schwächen wegschneidet.

Einordnung & mögliche Kritikpunkte

Im Vergleich zu typischen Mess‑Boliden à la Topping DX9 oder ähnlichen Designs spielt der Luxsin X9 etwas wärmer und entspannter, punktet dafür mit deutlich mehr Features und Flexibilität. Für Besitzer eines Eversolo DMP‑A8 ist er weniger spannend, weil sich DAC‑Teil und viele Funktionen überschneiden – spannend wird er vor allem als dedizierter Head‑Fi‑Hub mit HP‑EQ und Sub‑Integration.

Kleine Schattenseiten gibt es auch: Einen Ethernet‑Port sucht man vergeblich, alles läuft über WLAN oder USB. Die Relais‑Klicks der R2R‑Lautstärkeregelung sind gewollt und haptisch toll, in sehr leisen Umgebungen aber hörbar – Geschmackssache. Und wer statt leicht wärmer, „musikalischer“ Abstimmung lieber maximal analytische, knallharte Neutralität mit messfokussiertem Minimalismus sucht, wird bei Topping & Co. wahrscheinlich glücklicher.

Fazit

Der Luxsin X9 ist für mich so ein Gerät, das man anfangs wegen der Optik und der Technik-Gimmicks spannend findet – und am Ende wegen der Alltagstauglichkeit und des Klangtunings behält. Er ist kein puristischer „Nur-DAC“, sondern ein vollwertiges Head‑Fi‑Control‑Center: kräftiger Kopfhörerverstärker, sehr guter DAC, flexible Vorstufe mit Sub‑Ausgängen und dazu eine DSP-Werkzeugkiste, die deinen vorhandenen Kopfhörern im besten Fall ein Klang‑Firmware‑Update verpasst.

Wer nach dem X9 noch höher hinaus will: Der Burson Soloist Stellar Max (rund 2.450 €) und ganz oben der Burson Conductor GT4 (rund 3.600 €) zeigen, wohin die Reise gehen kann – beide deutlich teurer und hardwareseitig eine andere Liga, während der X9 seine Stärken vor allem über die Software ausspielt. Der Luxsin X9 zielt eher auf Hörer, die eine saubere, leicht warme, kontrollierte Abstimmung mögen und Lust haben, mit HP‑EQ, Crossfeed, Parametric‑EQ und 2.1/2.2‑Setup aktiv zu gestalten. In dieser Rolle macht er verdammt viel richtig: genug Power für große Planare, pechschwarzer Hintergrund, sehr gute Verarbeitung, starkes Display, und eine EQ‑/Profil‑Sektion, die aus „guten“ Hörern sehr oft „sehr gute“ Hörer macht.

Perfekt ist er nicht: kein LAN-Port, viele Funktionen hängen am Firmware‑Status, die Relais‑Klicks der R2R‑Lautstärke muss man mögen und der Grundsound im Bypass wirkt etwas „zu brav“. Aber unterm Strich ist der Luxsin X9 aktuell einer der spannendsten All‑in‑One‑DAC/Amps für den Schreibtisch – vor allem, wenn du mehr willst als nur „Signal rein, Signal raus“ und dein Head‑Fi‑Setup wirklich als Spielwiese und Werkzeug gleichzeitig begreifst.

Einen Überblick über die gesamte Luxsin-Modellpalette inklusive aller Neuheiten von der HIGH END Vienna 2026 findest du unter Luxsin Audio: X8, X9 und alle Neuheiten im Überblick.

Update Juli 2026: Auch nach meinem Test lebt der X9 weiter

Mein Test oben ist abgeschlossen, das Gerät selbst offensichtlich nicht. Seit dem Verkaufsstart hat Luxsin dem X9 per Firmware-Update kontinuierlich neue Funktionen spendiert – von einem überarbeiteten Web-UI über HTTPS-Unterstützung bis hin zu USB-Musikwiedergabe direkt vom Stick. Für ein Gerät, das schon über ein Jahr auf dem Markt ist, ist das ein ungewöhnlich aktiver Entwicklungstakt, und zwei Neuzugänge sind einen genaueren Blick wert.

Hearing Compensation: ein echter Hörtest im Luxsin X9

Mit Firmware 2.0.0.7 hat Luxsin eine Funktion namens Hearing Compensation eingeführt. Die Idee: Kein Gehör ist symmetrisch oder linear – viele Menschen hören bestimmte Frequenzen auf dem einen Ohr anders als auf dem anderen, oft ohne es zu merken. Hearing Compensation lässt den Luxsin X9 das eigene Gehör direkt am Gerät vermessen und daraus eine individuelle Korrekturkurve für links und rechts erstellen.

Das ist etwas anderes als die bereits im Test oben beschriebene HP-EQ: HP-EQ gleicht die Eigenheiten eines bestimmten Kopfhörer-Modells an eine Zielkurve an (mehr dazu in meiner HP-EQ-Anleitung). Hearing Compensation dagegen misst nicht den Kopfhörer, sondern das eigene Gehör – zwei unterschiedliche Korrekturebenen, die sich theoretisch sogar kombinieren lassen sollten.

Ich habe die Funktion nicht selbst durchgespielt, kann den Ablauf aber aus dem offiziellen Luxsin-Erklärvideo detailliert nachvollziehen:

  1. Start: Im Menü über den Touchscreen zu EffectHearing compensation+ New hearing profile navigieren.
  2. Referenzton kalibrieren: Zwei Testtöne (3,5 kHz oder 1 kHz) stehen zur Wahl. Per Drehregler die Gerätelautstärke herunterregeln, bis der Ton gerade noch hörbar ist, dann den subjektiv lauteren Ton per Touch auswählen.
  3. Linkes Ohr, 7 Frequenzbänder (u. a. 125 Hz, 250 Hz, 500 Hz, 1000 Hz, 4000 Hz, 8000 Hz): Ton wird langsam lauter, sobald hörbar auf “Heard” tippen, danach Lautstärke per Schieberegler oder Plus/Minus-Tasten feinjustieren, bis der Ton gerade eben wahrnehmbar ist, mit “Next” bestätigen.
  4. Rechtes Ohr: identischer Ablauf, automatisch im Anschluss.
  5. Ergebnis: Ein “Final Result”-Diagramm zeigt die individuelle Kompensationskurve für beide Ohren. Über “Rename” benennen, über “Apply” anwenden – die Ausgabe ist danach auf das persönliche Gehör kalibriert.

Im Kern ist das ein vollwertiges, geführtes Audiogramm-Verfahren, wie man es sonst eher von dedizierten Hörtest-Apps kennt – nur direkt im DAC integriert. Genau diesen Bedarf hatten Luxsin X9-Nutzer schon vorher in Foren thematisiert, etwa mit selbstgebauten Lösungen über externe Tongeneratoren zur Kompensation von einseitigem Gehörverlust. Luxsin scheint diesen Community-Wunsch jetzt direkt ins Gerät geholt zu haben.

AI-EQ: mittlerweile auch im X9 an Bord

Der X8 hatte von Anfang an ein eigenes Software-Highlight: eine KI-gestützte parametrische EQ, die sich per Sprach- oder Textbefehl bedienen lässt – “mach den Bass wärmer” wird automatisch in eine passende EQ-Kurve übersetzt, inklusive Erklärung, was verändert wurde. Mittlerweile ist diese Funktion auch im X9 angekommen, sodass sie kein Alleinstellungsmerkmal des kleineren Modells mehr ist. Mehrere unabhängige Tester beschreiben das System übereinstimmend als überraschend intuitiv, kritisieren aber, dass sich die KI auf reine Frequenzgang-Anpassungen beschränkt.

Mein Zwischenfazit

Zwei Dinge fallen auf: Sowohl Hearing Compensation als auch AI-EQ lösen ein reales, oft unterschätztes Problem – dass Gehör und Kopfhörer beide Fehlerquellen sind, die sich nicht mit einer pauschalen Zielkurve beheben lassen. Und beide Funktionen kamen nicht zum Marktstart, sondern wurden per Firmware nachgereicht – AI-EQ ist inzwischen sogar geräteübergreifend auf X9 und X8 verfügbar. Das unterscheidet Luxsin von vielen Wettbewerbern, bei denen ein Gerät im Wesentlichen so bleibt, wie es ausgeliefert wurde. Wer vor über einem Jahr gekauft hat, bekommt heute spürbar mehr Gerät, als er ursprünglich bezahlt hat – ein Kurs, den ich mit Interesse weiterverfolge, gerade jetzt, wo mit BD9, BH9 und weiteren Neuheiten von der HIGH END Vienna 2026 auch hardwareseitig einiges in Bewegung ist.

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https://www.hifigeek.de/luxsin-x9-im-test/feed/ 0 9737
SMSL D1 — DER Einsteiger-DAC 2025? https://www.hifigeek.de/smsl-d1-der-einsteiger-dac-2025/ https://www.hifigeek.de/smsl-d1-der-einsteiger-dac-2025/#respond Tue, 18 Nov 2025 19:05:12 +0000 https://www.horror-news.com/?p=9499 Du hast einen PC, willst aber endlich sauberen, ehrlichen Sound genießen – und zwar ohne das übliche Marketing-Geschwurbel? Ich habe den brandneuen SMSL D1 Desktop-DAC getestet und nach dem Unboxing erstmal alles auf den Tisch gestellt: Features, Anschlüsse, Bedienung und vor allem den Klang. Was taugt das kleine Kistchen wirklich?

Ich habe den D1 von SMSL zugesandt bekommen im Tausch für meine ehrliche Meinung. Ich habe keinerlei Verbindung zu SMSL, noch hat SMSL Einfluss auf meinen Text. Wie immer: klar, ehrlich und mitten in die Fresse.

Hier findet ihr mein SMSL D1 Video‑Review auf YouTube

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Unboxing

Der SMSL D1 kommt in einem kleinen, schlichten Karton. Zuerst entdeckt man so etwas wie eine Garantiekarte, eine Kurzanleitung auf Englisch und Chinesisch und ein einigermaßen wertiges USB-Kabel. Der D1 selbst kommt in einer kleinen, milchigen Tüte, wohlbehütet. Der Lieferumfang ist jetzt nicht die Welt, aber sicherlich ausreichend.

Verarbeitung & Ausstattung

Wer mich kennt, weiß: Ich achte auf Details. Der SMSL D1 kommt mit robustem CNC-Alu, fühlt sich erstaunlich wertig an und bleibt so kompakt, dass er auch im kleinsten Setup Platz findet – am Laptop, irgendwo am, um, unter dem Schreibtisch oder irgendwo an der HiFi-Anlage als kleines Gimmick.

Anschlüsse?

USB‑C getrennt für Strom & Daten (wobei der Datenanschluss auch den Strom für den DAC liefern kann), optisch, koaxial – alles Wichtige ist dabei. Ausgänge gibt’s klassisch per RCA-Stereo. Keine unnötigen Spielereien: Plug&Play für Windows und Mac, natürlich sind High-Res-Daten kein Problem.
Bedienung? Intuitiv über Touch-Tasten und eine schlichte LED-Anzeige. Nix weltbewegendes, funktioniert!

Technische Daten auf einen Blick

  • DAC-Chip: ROHM BD34352EKV (audiophil, neutral)
  • Samplerates: 32 Bit / 768 kHz, DSD512
  • SNR/THD+N: 126 dB / 0.00038%
  • Extras: Low-TC Widerstände, solide Verarbeitung

Interessant ist der SMSL D1 gerade weil er nicht auf die üblichen Verdächtigen von ESS und Asahi Kasei Microdevices alias AKM setzt. Auch weil SMSL sich dazu entschieden hat einen vergleichsweise hochwertigen DAC-Chip in ein Einsteiger-Gerät zu stecken. Natürlich wurde hier jetzt nicht das ausgeklügelste Schaltungsdesign oder Implementierung an und für sich vorgenommen. Dennoch hängt SMSL mit diesem Ansatz die Messlatte im Einsteigersegment ein erhebliches Stück höher. Wer hier liest und noch nicht ganz zu mit der Materie vertraut ist, dem sei gesagt, dass gerade im höherpreisigen Segment noch die ein oder anderen Kniffe versteckt sind, welche dann erheblich teurere Hardware zur Folge haben.

Der Klang: praktischer Hörtest

Getestet habe ich mit dem Lehmann Audio Linear II Kopfhörerverstärker, den Verum 2 Planars und Ricable Dedalus Cinch – alles aus meinem daily driver-Setup. Als Zuspieler kam ein Mac bzw. Eversolo DMP-A6 zum Einsatz, gestreamt über meine Qobuz-Playlist.

Erster Eindruck:
Der SMSL D1 liefert ein überraschend rundes, neutrales Klangbild. Der neue ROHM-Chip positioniert sich tonal zwischen den bekannten ESS- und AKM-Lösungen: Nicht so analytisch-kühl wie ESS, aber auch nicht ganz so warm wie AKM. Erwähnenswert: Die Bühne wirkt gut sortiert und breit, Höhen sind präsent, aber nicht unangenehm scharf. Ich mag es, wenn Becken nicht überbetont werden aber dennoch Crunch in den Ohren haben – das passt!

Bassfundament:
Im Tieftonbereich spielt der D1 satt, mit angenehmem, unaufdringlichem Punch. Wer Kopfhörer oder Boxen mit weniger Tiefgang besitzt, bekommt hier einen Kick. Die Abstimmung ist musikalisch, doch nie schwammig. Bei KoRn – Got the Life zeigt sich, wie federnd der Bass kommen kann. Macht richtig Spaß!

Separation & Bühne:
Die Kanaltrennung ist solide, die Bühne breit aber nicht riesig. Für Garage-Sound á la Nirvana fehlt ein bisschen das kratzige RAW-Feeling welches hochwertigere DACs herausholen – aber wir reden hier von einem Modell unter 100€! Für den Preis: No-Brainer. Die Stimme von Brian Garris (Knocked Loose, Everything is quiet now) kommt klar durch, Details in den Cymbals sind besser als erwartet, alles bleibt angenehm unaufgeregt.

Referenztracks:

  • Nirvana – Rape Me: Bühne breit, aber RAW-Charakter fehlt etwas
  • Knocked Loose – Everything is quiet now: Stimme präsent, Punch okay, Höhen schön eingebunden
  • KoRn – Got the Life: Der Bass schiebt, macht sofort Laune
  • Orbit Culture – The Tales of War / Imminence – God Fearing Man: Druckvoll, modern produziert, extreme Dynamik – der D1 bleibt immer kontrolliert

Mögliche Setups

Also generell denke ich, ist der SMSL ein super Einsteiger-Gerät. Ein wenig die Soundkarte von nem Mainboard aufwerten und besseren Gaming-Sound und Musik erreichen. Vielleicht hat man auch einen nicht so wertigen DAC in seinem Receiver, verbaut und möchte nur diesen Teil ausgleichen, weil einem die Verstärkerleistung mehr als reicht. Das Handy als Streamer, per USB‑C direkt in den DAC und dann auf kleine Amps á la Fosi V3 Mono oder 3e Audio A7 Amp oder, oder, oder. Ich habe hier schon einige von den kleinen Kraftprotzen vorgestellt.

Weiterhin könnte man sich auch einen kleinen Kopfhörerverstärker zulegen. Hier gibt es auch gute und günstige Geräte von den einschlägingen Marken, die das Einstiegssegment bedienen.

Dennoch habe ich auch gesehen und gerade gehört, dass sich selbst ein Lehmann Linar II an dem kleinen Kasten gut macht. Durch die super neutrale und entspannte Spielweise des Linear II, kann man dem DAC alles entlocken, was er so bereit hält und das ist für den Preis wirklich viel.

Fazit: Lohnt sich der SMSL D1?

Wer für kleines Geld einen DAC sucht, der nicht nur am Desktop sondern auch als Upgrade für HiFi-Anlage oder Zweitsetup taugt, ist hier absolut richtig.

Für unter 100 Euro liefert der SMSL D1 eine musikalisch abgestimmte Performance, viele Anschlussmöglichkeiten und eine Verarbeitung, die auch gehobenen Ansprüchen gerecht wird. Kaufen könnt ihr das kleine Wunderkästchen z.B. bei Amazon oder Aliexpress. Weitere Informationen findet ihr auch auf der Seite des Herstellers.

Natürlich gibt’s in höheren Preisregionen noch schärfere, breitere Klangbilder – aber im Bereich Einsteiger-DAC macht der D1 wenig falsch. Optimal mit Kopfhörerverstärker oder als unkompliziertes Desktop-Upgrade.
Mein Tipp: Wer auf High-End verzichten kann und einfach ehrlich Musik genießen will, findet mit dem SMSL D1 einen treuen Begleiter!

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Burson Conductor Stellar – Start einer neuen, kompakten Familie https://www.hifigeek.de/burson-conductor-stellar-start-einer-neuen-kompakten-familie/ https://www.hifigeek.de/burson-conductor-stellar-start-einer-neuen-kompakten-familie/#respond Mon, 27 Oct 2025 08:48:13 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9442 Burson Audio präsentiert mit dem Burson Conductor Stellar eine gänzlich neue Gerätefamilie, die als kompaktere Alternative zur Voyager-Serie konzipiert wurde. Dabei richtet sich der Stellar vor allem an Desktop-Audiophile und Sound-Enthusiasten, die High-End-Performance auf engem Raum wünschen.

Wir haben den Burson Soloist Stellar Max ausführlich getestet. Mehr zu Burson Audio und allen bisherigen Tests: Burson Audio Übersichtsseite.

Im Unterschied zur klassischen Voyager-Serie setzt Burson beim Stellar auf ein gezieltes Desktop-Design: Kleineres Format, keine Eingänge, attraktiver Preis, aber kompromisslos bei Klang und Leistung.

Die aktuellen Preise lauten:

  • Standard: 1.547,00 €
  • Deluxe: 2.063,00 €
  • Max: 2.579,00 €

Beachtet, dass hier noch Importkosten anfallen.

Ein echtes Alleinstellungsmerkmal des Stellar ist der neu entwickelte dedizierte IEM-Ausgang, der maximale Stille und höchste Detailauflösung garantiert – selbst mit extrem empfindlichen In-Ears. Burson setzt hier auf eine komplett eigene Ausgangsstufe, die Hiss und Grundrauschen praktisch eliminiert: Dieses Feature findet man sonst meist nur bei spezialisierten High-End-Verstärkern wie dem Questyle CMA Fifteen oder dem Cayin C9, die gleichermaßen für kompromisslose IEM-Tauglichkeit entwickelt wurden und ebenfalls im Preissegment jenseits der 2.000 € angesiedelt sind.

Der Burson Conductor Stellar positioniert sich damit eindeutig in der audiophilen Oberklasse der Desktop-Lösungen und bringt neben dem flexiblen IEM-Modul auch die volle Burson-leistung für große Kopfhörer – verpackt in einem kompakten und wohnraumfreundlichen Design.

Auch die übrigen Komponenten setzen Maßstäbe: ESS9039PRO DAC, diskrete I/V- und LP-Stufen, Onsemi Class-A-Transistoren sowie die extrem rauscharmen Silent Power Module, alles passiv gekühlt im futuristischen Gehäuse.

Technische Features und Pakete:

  • ESS9039PRO DAC
  • 8W Class‑A XLR / 4W SE Ausgangsleistung
  • Dedizierter IEM-Modul mit absoluter Stille, selbst für empfindlichste In-Ears
  • Diskreter Aufbau: I/V und LP-Stufen
  • Silent Power Module, Onsemi Class‑A Transistoren
  • USB‑C XMOS (DSD512/PCM 32bit-768kHz)
  • Bluetooth 5.0 (LDAC, aptX HD, AAC)
  • Roon-zertifiziert

Erhältlich in drei Varianten (Standard, Deluxe, Max) – alle mit unterschiedlichen OpAmps und Netzteilen. Bis zum 15. November profitieren Frühbesteller vom kostenlosen Upgrade auf die nächsthöhere Version. Die Auslieferung startet in der ersten Dezemberwoche. Hier könnt ihr mal im Burson Shop vorbeischauen.

Weiterhin hatten wir schon zwei tolle Geräte von Burson Audio im Test: Den Conductor GT4 und den Playmate 3.

Fazit:
Mit dem Burson Conductor Stellar eröffnet Burson Audio eine neue, kompakte Gerätekategorie, die High-End-Power und kompromisslose IEM-Tauglichkeit zum Desktop bringt – und so die Voyager-Serie sinnvoll für moderne Hörgewohnheiten ergänzt.

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Lehmann Audio Linear im Test: Wenn deutsche Ingenieurskunst auf Kopfhörer-Power trifft https://www.hifigeek.de/lehmann-audio-linear-im-test-wenn-deutsche-ingenieurskunst-auf-kopfhoerer-power-trifft/ https://www.hifigeek.de/lehmann-audio-linear-im-test-wenn-deutsche-ingenieurskunst-auf-kopfhoerer-power-trifft/#respond Mon, 14 Jul 2025 21:02:29 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9110 Irgendwie fange ich hier jetzt zum dritten Mal an, meinen Test zum Lehmann Audio Linear zu schreiben. Zu sehr war ich darauf fixiert, erstmal den Hintergrund des Tests zu klären – aber das habe ich jetzt an anderer Stelle erledigt. Wer Bock hat, kann das nachlesen.

Die Testmuster vom Lehmann Audio Linear und Lehmann Audio Linear II wurden uns freundlicherweise vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Aber keine Sorge: Das beeinflusst unsere Meinung null. Hier gibt’s wie immer die ungefilterte Wahrheit.

Lieferumfang und Verarbeitung

Wohl verpackt kamen die Lehmann Audio Linear hier an. Beim Lieferumfang ist bei einem Kopfhörerverstärker natürlich schnell Schluss: Kaltgerätekabel dabei, ein Cinch-Kabel muss man sich selbst besorgen – dann kann’s losgehen.

Verarbeitung? Absolut next level! Die 3mm dicke Aluminium-Frontplatte, das massive Gehäuse, der fette Ringkerntrafo im Inneren – alles fühlt sich nach High-End an. Der Lautstärkeregler läuft satt mit genau dem richtigen Widerstand, das Rad gleitet smooth durch die Finger. Die Kopfhörerbuchsen sind hochwertig, die kleine LED an der Front dezent und nicht zu grell.

Was mir direkt aufgefallen ist: Der Lehmann Audio Linear ist echt lang und braucht ordentlich Platz auf dem Schreibtisch. Unter meinem Balolo steht er jetzt, ragt aber hinten ziemlich raus. Zwei Kopfhörerausgänge gibt’s, beide werden gleichzeitig befeuert. Mit zwei DIP-Schaltern auf der Unterseite kann man die Ausgangslautstärke anpassen – praktisch für hungrige Kopfhörer, bei mir aber erstmal nicht nötig.

Hinten gibt’s zwei Cinch-Paare mit vergoldeten Kontakten – ein Paar als Eingang, eins als Ausgang, z.B. für aktive Monitore. Dazu noch der Ein/Aus-Schalter und der Stromanschluss.

Einziger echter Minuspunkt: Der Netzschalter ist hinten! Mega unpraktisch am Schreibtisch, ich muss immer zwischen Balolo und Monitor rumfummeln, um das Teil anzumachen. Ein Schalter vorne wäre ein Traum. Vielleicht hilft hier eine smarte Steckdose, denn nach vier Wochen nervt das echt.

Kopfhörerverstärker – warum überhaupt?

Hm… sehr gute Frage, die ich mir eigentlich nie gestellt habe, weil ja fast alles auf dem Schreibtisch schon einen Verstärker verbaut hat. Soundkarten, Audio-Interfaces, alles all-in-one. Aber gerade die Mikro-Interfaces sind für Kopfhörer oft nicht optimal, da lohnt sich ein separater DAC und Amp.

Viele DACs übernehmen zwar die Verstärkerrolle, sind aber meist auf normale Gaming-Headsets ausgelegt. Und mal ehrlich: Viele Gamer wissen gar nicht, was ihnen klanglich entgeht – oder sparen halt am falschen Ende. Die Branche hat sich aber entwickelt, Billigmarken wie Speedlink sind quasi weg vom Fenster.

Im Grunde ist es wie bei der Anlage im Wohnzimmer: Entweder All-in-One oder getrennte Komponenten. Ein guter DAC ist nicht automatisch ein guter Amp. Gerade mit hochwertigen Kopfhörern trennt sich die Spreu vom Weizen. Mein Fosi K7 klingt für 180 € schon richtig stark, aber mit dem Lehmann Audio Linear geht’s nochmal auf ein anderes Level.

HiFi-Regel: Komponenten sollten preislich zusammenpassen. Aber manchmal gibt’s eben auch Einhörner – wie den K7. Kombiniert mit einem 900 € Verstärker und evtl. einem besseren Netzteil (nochmal 100–120 €) landet man bei 300 €, hat aber ein Set, das richtig performt.

Klang mit dem Lehmann Audio Linear und Fosi Audio K7

Ich geb’s zu: Der K7 hatte mich schon vorher abgeholt. Sein AKM 4493SEQ ist schon sehr cool. Ein wenig Wärme, aber dennoch super Details. Lehmann Audio Linear dran geklemmt, Kopfhörer umgestöpselt, wow. Ich sag jetzt nicht, dass der Lehmann was am Klang macht – das tut er mit absoluter Sicherheit nicht. Er macht eher, dass es potenter klingt? Kann man das so sagen? Harmonischer, weil er halt gefühlt keine Versorgungsschwäche aufweist.

Das ist dieser berühmte Unterschied, wenn ein Verstärker nicht in die Knie geht und die Musik einfach mehr lebt. Ich habe das schon mal beschrieben beim Test von Verstärkern gegenüber Receivern. Diese gehen halt teilweise kurzzeitig in die “Knie” und der letzte Punch fehlt. Ziemlich genau das empfinde ich hier auch. Der Lehmann gibt der Musik noch mal mehr Energie. Nix, was ich vermissen würde, wenn ich es nicht erst gegengehört hätte, aber jetzt, wo ich es kenne, will ich’s nicht mehr missen.

Generell nennt man dies Transienten – und während ich diesen Text hier schreibe, merke ich immer wieder, dass ich auch hierüber aufklären muss. Deswegen gibt’s bei uns auch eine Erklärung zu Transienten.

Von Vorteil kann es schon sein, wenn man den DAC auf Line-Out stellen kann, dann hat man die Referenz-Ausgangsleistung anliegen. Das ging jetzt beim K7 nicht, aber ich habe ihn quasi auf ca. 2/3 Lautstärke gestellt und dann die Lautstärke über den Lehmann Audio Linear geregelt.

Was mir ab dann aufgefallen ist: Ich hatte richtig Spaß am Hören. Hat aber auch dazu geführt, dass ich die Musik streckenweise aufgedreht habe. Im Wohnzimmer ist das einfach, ich hab mal mein Handy mit Dezibelmesser zwischen Ohr und Kopfhörermuschel geschoben und gemessen. Ob das jetzt den wirklichen Schalldruckpegel anzeigt, weiß ich nicht. Vielleicht hat ja wer ne Idee, wie man das mal gescheit messen kann?

Für genau diesen Fall hat aber Norbert noch einen Hinweis verschriftlicht in seinem Techletter. Hier weist er nochmal auf die Lautstärken und Dauer hin, die man hören sollte, ohne dauerhafte Gehörschäden.

Stepup zum Fosi ZD3

Fosi bewirbt den Fosi ZD3 als seinen Flagship DAC, welcher aber mit 189 € immer noch moderat im Preis ausfällt. Hier werkelt jetzt kein AKM-Chip, sondern ein Sabre ES9039Q2M – also tendenziell der Zweikanal-Flaggschiff-DAC im mobilen Sektor. Der ZD3 ist zwar noch Vorstufe, hat aber schon keinen Kopfhörerverstärker mehr an Board. Dafür kann man an ihm noch rumtunen mit OpAmps, was ich auch ausgiebig getan habe. Ergebnisse folgen im ausführlichen Test. Aber aktuell warte ich noch auf OpAmps, demnach dauert es noch ein wenig, bis ich final bin.

Bis darauf, dass ich mich irgendwie auf der Sabre-Seite der Macht fühle, weil ich dann doch das Analytische vom Sabre mehr schätze und der DAC als solcher nochmal besser als der K7 performt, konnte ich hier lediglich ausmachen, dass mir die Kombo richtig gut gefällt. Platztechnisch ist der ZD3 auf dem Schreibtisch angenehm, optisch sieht er auch ansprechend aus.

Stepup zum Burson Audio Playmate 3 Deluxe

Ein ganz anderes Level betritt man natürlich dann mit dem Burson Audio Playmate 3, welcher auch erst kürzlich erschienen ist. Aber ich bin nunmal Spielkind und Burson ist die Wiege der Audiospielerei, haben sie doch diskrete OpAmps in den Markt gebracht und bieten wie Fosi Audio ebenfalls die Möglichkeit, eben jene auszutauschen.

Beim DAC-Chip handelt es sich wieder um den ES9039Q2M, welcher hier natürlich nochmal anders implementiert wurde. Hier gibt es noch spezifische Einstellungsmöglichkeiten, die den Klang anpassen lassen.

Hätte ich jetzt keinen Lehmann Audio Linear hier, würde mir erstmal wahrscheinlich der Kopfhörerverstärker im Playmate 3 reichen. Hier müssen wir aber auch hinzunehmen, dass es sich schon um die Deluxe-Version handelt, welche mit fast 1100 € zu Buche schlägt.

Hier ist mit dem Lehmann Audio Linear dennoch noch was rausholbar, wobei der Lehmann Audio Linear II hier das i‑Tüpfelchen setzt. Aber dazu wollte ich einen eigenen Artikel schreiben. Hier kann man dann definitiv sagen, dass die Transientenwiedergabe noch ein Quäntchen zulegt. Ich weiß jetzt nicht, wie das viele Leute abmachen in ihrer Musik, aber ich mache das an gut aufgenommener Musik ab. Hier hatte ich zum Beispiel ganz gerne Korn gehört. Die meisten Alben stehen hier mit 192 kHz zur Verfügung, auch wenn ich ab einer bestimmten kHz-Zahl nicht mehr wirklich einen Unterschied abmachen kann, ist das die mir höchst verfügbare. Hier gibt es manche Aufnahmen, die ganz deutliche Anrisse von Gitarren- und Basssaiten haben, was mir vorher verwehrt war zu hören, aber die Musik jetzt mehr wie Musik klingen lassen. Good God, Reclaim my place, no place to hide wären da so Titel.

Schwer zu beschreiben, aber jeder kennt den Unterschied des Klangs, abgesehen von der Lautstärke, eines Konzerts. Auch hier hört man direkte Einflüsse der Instrumentenbedienung, also das leise Schleifen der Finger über die Metallsaiten oder auch das Anschlagen, bzw. den Zeitpunkt, wo der Drumstick das Becken hölzern trifft. Hier bilde ich mir ganz hart ein, dass ich das nicht oder nicht so intensiv hatte. Mehr zu Transienten habe ich dann gleich mal hier geschrieben.

Voll analog am Plattendreher

Ich glaub, ich hab noch nie so direkt meinen Plattendreher abgehört. Also tendenziell war halt nur der Plattendreher, der Graham Slee Gram Amp 2 SE und der Lehmann Audio Linear in meiner Audiokette. Dadurch, dass der Lehmann Audio Linear über eine Lautstärkeregelung verfügt, klappt das hervorragend.

Was soll ich sagen? Definitiv mal noch eine andere Welt. Man ist einfach noch eine Runde näher an allem dran. Der Graham Slee macht seine Sache wirklich gut, auch wenn ich irgendwann noch mal die Möglichkeit haben möchte, mich hier auszuprobieren. Beim Lehmann ist man aber in der Tat schon so ziemlich angekommen. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass man mit so einem Gerät noch viel mehr will. Braucht vielleicht, wenn da doch noch was richtig Leistungshungriges genutzt werden soll, aber sag niemals nie.

Ich hätte sicherlich ohne Norbert Lehmann auch nicht einen Kopfhörerverstärker im Haus gehabt und diesen erst recht nicht an mein Plattensetup gehangen.

WiiM

Auch an einem WiiM Ultra macht sich der Lehmann Audio Linear hervorragend. So bekommt man ein schönes, minimalistisches High-End-Setup dahingestellt. Die hervorragende Bedienbarkeit des WiiM Ultra mit einem leistungsstarken Kopfhörer-Amp hebt die Kiste zumindest für eben jene auf ein anderes Level. Definitiv nicht für Einsteiger, aber für Aufsteiger sicherlich eine tolle Option.

Eversolo

Kommen wir zu meinem unangefochtenen Lieblingsstreamer, dem Eversolo DMP-A6 und DMP-A6 Master Edition. Der WiiM ist wirklich geil, als Ultra mit seinem Display und der Bedienung… wirkt er aber dennoch ein wenig ipsig und eher wie ’ne Dose, ist der Eversolo einfach ein ausgewachsenes, aber dennoch junges Stück HiFi. Den Lehmann Audio Linear angeschlossen, rockt diese Kombo in meinen Augen schon ziemlich. Ich habe Stunden verbracht, mit dieser Kombo zu hören. Das große Display, welches mir immer das Cover zum aktuellen Song anzeigt, durch den Kopfhörer jetzt in der Nähe. Vertieft in die Musik versunken und immer mal einen Blick auf das Display. Handy beiseite und mit der Touch-Steuerung hier ein wenig den Alltag verschwinden lassen.

Klanglich über aller Zweifel erhaben. Der Lehmann Audio Linear tut das, was Norbert Lehmann verspricht: Linear spielen und das wirklich zur Entspannung.

Persönliches Empfinden

Ich weiß nicht, was es ist, aber ich glaube, es liegt nicht nur am “besseren”, “entspannteren” Ton, sondern auch an vielerlei anderer Faktoren. Sich einen Kopfhörerverstärker wie den Lehmann Audio Linear zuzulegen, bedeutet halt zum einen das Commitment auf den Kopfhörer an und für sich. Man gibt hier 1000 € für ein feines Stück Technik aus, welches allen angeschlossenen Kopfhörern schon mal auf dem Papier die Leistung zuteilwerden lässt, die sie benötigen. Weiterhin geht man davon aus, dass der Lehmann Audio Linear in keinster Weise meinen Ton verfärbt, sondern die einzigen klangbestimmenden Faktoren die Musik selber und der DAC + ggf. Equalizer sind. Was heißt, dass ich mir meine Musik so anpassen kann, wie ich sie vielleicht gerne höre – wärmer, analytischer – und nicht noch weitere Komponenten habe, welche ich in diese Einstellung einberechnen muss.

Mit dem Commitment weiß ich innerlich auch: Hier handelt es sich um ein absolutes Referenzgerät. Vielleicht ist es eine innere Ruhe, die entsteht, weil ich nicht versuche, zwangsläufig den Fehler an eben jener Stelle zu suchen, wenn ich im Klang etwas entdecke, das mir nicht gefällt oder schlimmstenfalls sich nicht natürlich anhört.

Jedenfalls hat mich das Commitment dazu bewegt, noch mal mehr Musik zu hören, weil ich neugierig war, wie, was, jetzt eventuell anders als vorher klingt. Andere Kopfhörer an dem Lehmann Audio Linear zu hören, welche ich vielleicht beim ersten Mal so gut fand und ihnen noch eine zweite Chance zu geben.

Für wen ist denn nun der Lehmann Audio Linear?

Ganz klar: Enthusiasten. Wenn du deine Musik und deinen Musikgenuss weiter nach vorne bringen möchtest. Klingt vielleicht dein DAC schon nach dem, was du dir so vorstellst, kannst du sicherlich mit dem Lehmann Audio Linear hier und da noch ein Quäntchen herausholen. Weiterhin gibt er dir Freiheit bei deiner zukünftigen Kopfhörerwahl. Dennoch wäre es natürlich nicht mein erstes Upgrade. Vorziehen würde ich immer OpAmps und das Netzteil, da dies natürlich einen ganz entscheidenden Einfluss auf den Klang hat.

Ganz ehrlich würde ich den Lehmann Audio Linear (bzw. hier den Linear II) nicht mehr missen wollen. Letztlich entscheidet bei mir nur das Budget. Gerne hätte ich einen Lehmann Audio Linear II hier im Repertoire, alleine für zukünftige Tests von Geräten, da ich jetzt einmal in den Kaninchenbau gefallen bin. Aber da alles hier auf dem Blog dennoch Geld kostet und durch meine Entscheidung, den Blog gar nicht zu monetarisieren, alles vom Hobby-Budget abgeht, muss jede Ausgabe wohl überlegt sein. So sehr es mich und die Qualität nach vorne bringen würde, gibt es einfach auch andere Ausgaben hier, die man nicht sieht. Oft müssen Zölle bezahlt werden für Lieferungen und geschenkt bekommt man nunmal auch nix.

Also: Wer sich ein geiles Desktop-Setup zusammenbauen will, sollte definitiv mit einem Kopfhörerverstärker rechnen. Beim Lehmann Audio Linear macht man absolut nix falsch und bekommt “deutsche Wertarbeit und Engineering”. Vielleicht auch sowas wie Zukunftssicherheit – vom Linear zum Linear II bietet Lehmann Audio auch ein Upgrade an.

Analog-Setup direkt am Phono-Pre-Amp? Ebenfalls geil. Vielleicht in einer Mietsituation, oder einfach um die bessere Hälfte nicht zu nerven. Oder einfach, weil man beides genießt. Mal mit den Lautsprechern und mal mit den Kopfhörern. War vor diesem Test mir nicht so präsent, kann ich aber voll und ganz nachvollziehen.

Direkt an einen Streamer? Geile Sache. Durch die direktere Nähe der Kopfhörer zum Ohr merkt man aber schon Nuancen-Unterschiede bei den Streamern. Wo ein WiiM Ultra wirklich geil an einer Anlage ist, kann ein Eversolo noch ’ne deutliche Ecke besser klingen auf dem Kopfhörer.

Fazit

Hier gibt’s kein Haar in der Suppe, sondern nur unbändige Power, ohne nur ein Quäntchen den Klang zu verfälschen. Wer einen Kopfhörerverstärker sucht, der einfach das macht, was man erwartet, ohne irgendwelche OpAmp-Spielereien, ist hier an seinem erstrebenswerten Ziel angekommen. Feinste Class-A-Verstärkung, solide Bauweise und mit Liebe engineered.

Behind the Scenes

Ich hatte hier natürlich auch einige Kopfhörerkandidaten am Start, mit welchen ich rumgespielt habe: Diese waren Audezee LCD‑X, LCD‑3, Sennheiser HD 550, Verum 2, Fosi Audio i5, Beyerdynamic DT1990 Pro. IEM’s habe ich die Juzear Defiant, 7Hz Timeless II und Shanling ME600 mit dem Lehmann Audio Linear betrieben. Musik wurde fast ausschließlich mit Qobuz gestreamt. Eine Referenzplaylist findet sich hier.

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https://www.hifigeek.de/lehmann-audio-linear-im-test-wenn-deutsche-ingenieurskunst-auf-kopfhoerer-power-trifft/feed/ 0 9110
Burson Conductor Voyager: Der Audio-Endgegner droppt seine Granate! https://www.hifigeek.de/burson-conductor-voyager-der-audio-endgegner-droppt-seine-granate/ https://www.hifigeek.de/burson-conductor-voyager-der-audio-endgegner-droppt-seine-granate/#respond Mon, 02 Jun 2025 17:25:26 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8983 Während wir noch gespannt auf den Burson Conductor GT4 warten, knallt Burson Audio einfach den Conductor Voyager auf den Tisch – und der ist nichts für schwache Nerven! Das neue Flaggschiff ist ab sofort vorbestellbar und bringt alles mit, was Audiophilen-Schwitzhände verursacht. Nach unserem Test des Playmate 3 (der uns echt vom Hocker gehauen hat) jucken uns die Ohren schon jetzt. Stellt euch vor: 10 Watt pure Class-A-PowerDSD512-Support und ein Subwoofer-Modus für Kopfhörer – das ist kein Hörgerät, das ist ein Sonic-Boom in Space-Grey-Optik!

Warum der Voyager deine Playlist sprengt

Der Conductor Voyager positioniert sich als Bursons ultimative All-in-One-Lösung und kombiniert DAC, Class‑A Kopfhörerverstärker und Vorverstärker in einem Gerät. Das Herzstück bildet der ESS9039PRO DAC – der fortschrittlichste Chip von ESS Technology, der mit atemberaubender Auflösung, dynamischem Kontrast und ultra-niedrigen Verzerrungen aufwartet.

Aber wie wir von Burson gewohnt sind, geht es nicht nur um den DAC-Chip selbst. Die vollständig diskrete I/V- und LP-Stufe wurde speziell für den ESS9039PRO entwickelt und arbeitet mit der bewährten Dual-Mono-Architektur und Burson V7 Opamps. Das Ergebnis? Ein lebensechtes, immersives Klangerlebnis, das digitale Signale in pure Emotionen verwandelt.

DAC-Chip from Hell: ESS9039PRO

Im Herzstück des Voyager tickt der ESS9039PRO DAC – ESS Technologies krönende Schöpfung. Dieser Chip zerhackt digitale Signale nicht, er verwandelt sie in adrenalinfreie Klangorgien. Mit 143 dB Kanaltrennung und 0,0005% THD ist das so, als würde man Queen live in der Schädeldecke spüren.

Class-A-Amp mit MMA-Training

Hier geht’s zur Sache: 10 Watt pro Kanal bei 100W Idle-Bias – das ist kein Verstärker, das ist ein Schwergewicht in der K.O.-Runde. Vier Onsemi MJE15032-Transistoren pro Kanal (Made in USA!) jagen selbst hungrige Planar-Magneten in die Knie. Ob du nun 16-Ohm-IEMs oder 300-Ohm-Sennheiser rockst – hier gibt’s 5,2W bis 1W ohne Kompromisse. Und ja, das Gehäuse wiegt stolze 7 kg – damit kannst du im Notfall auch Einbrecher vertreiben.

Head+Sub: Bass, der dir die Jeans zerreißt

Der Head+Sub-Modus ist das Audio-Äquivalent zu einem Haunted House: Offene Kopfhörer + Subwoofer = Kino im Schädel. Egal ob Slayer-Riffs oder Horror-Soundtracks – hier spürst du jeden Basslauf bis in die Zehennägel. Dieses Feature hatten wir schon beim Conductor GT4 im Visier, aber der Voyager zieht nach.

Technik, die begeistert

Was uns besonders freut: Der Voyager unterstützt natives DSD512 und 32-bit/768kHz PCM über den USB‑C XMOS-Eingang. Bluetooth 5.0 mit LDAC, aptX HD und AAC bis zu 24-bit/96kHz ist ebenfalls an Bord – perfekt für alle, die auch mal kabellos hören möchten.

Und für die Gamer: Low-Latency-Modus, der Explosionen schneller als dein Adrenalin ins Ohr jagt.

Anschlusswahnsinn

Kopfhörer: 6,35 mm | 3,5 mm (mit Mikro!) unsymetrisch | 4‑Pin-XLR symetrisch
Digital: USB‑C (DSD512/768kHz PCM), Bluetooth 5.0 (LDAC/aptX HD)
Analog: 2x XLR + 2x RCA rein, 1x XLR + 1x RCA raus

Sille? Hier erwünscht!

Sieben Silent-Power-Module drücken das Rauschen auf 0,8nVrms – 200x leiser als bei Billiggeräten. Optional gibt’s das 480W GaN Fusion Core-Netzteil, das mit 1 MHz Taktfrequenz arbeitet. Das ist so, als würde man einen Ferrari-Motor in ein Einhorn einbauen.

Pre-Order-Bonus: Schnapp dir den Loot!

Burson macht es Früh-Entscheidern schmackhaft: Wer die Standard-Version für $3.799 bestellt, bekommt automatisch die Deluxe-Version ($4.399). Bei der Deluxe-Bestellung gibt’s das Upgrade zur Max-Version ($4.999) gratis dazu. Die Vorbestellungen laufen bis zum 15. Juni, der Versand startet Mitte Juni 2025.

Voyager-Serie: Was ist da noch im Köcher?

Der Burson Soloist Voyager ist für viele Kopfhörer-Fans der absolute Traum, wenn es um Verstärker geht. Aber jetzt stellt sich die Frage: Kommt da was Neues? Die Bilder vom Burson Conductor Voyager lassen schon mal aufhorchen: Die Silent Power 02 Module sehen anders aus als beim Soloist. Außerdem werkeln im Conductor Voyager nur noch vier OpAmps – beim Soloist waren’s noch sieben. Schaut euch mal die neue Fernbedienung an! Und weil Burson schon die kleineren Serien auf Vordermann gebracht hat, ist die Sache eigentlich klar: Mit dem Release des Conductor Voyager dürfte auch ein Upgrade des Soloist Voyager nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Unser Fazit

Nach den durchweg positiven Erfahrungen mit dem Playmate 3, den wir bereits ausführlich getestet haben, und dem anstehenden Test des Conductor GT4, sind unsere Erwartungen an den Burson Conductor Voyager entsprechend hoch. Die technischen Daten lesen sich jedenfalls vielversprechend, und Bursons Ruf für musikalische, warme Klangsignatur spricht für sich.

Wer auf der Suche nach einer Premium-All-in-One-Lösung ist und bereit ist, entsprechend zu investieren, sollte sich den Voyager definitiv näher ansehen. Wir stehen schon Schlange fürs Testgerät – bleibt dran, sonst verpasst ihr, wie der Voyager unsere Gehörgänge kolonisiert!

Pre-Order: bursonaudio.com/shop/conductor-voyager

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https://www.hifigeek.de/burson-conductor-voyager-der-audio-endgegner-droppt-seine-granate/feed/ 0 8983
Burson Audio Playmate 3 Deluxe — Der ultimative Desktop-DAC im Hardcore-Test https://www.hifigeek.de/burson-audio-playmate-3-deluxe-der-ultimative-desktop-dac-im-hardcore-test/ https://www.hifigeek.de/burson-audio-playmate-3-deluxe-der-ultimative-desktop-dac-im-hardcore-test/#respond Mon, 19 May 2025 12:30:10 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8929 Der Burson Audio Playmate 3 hat nach wochenlangem intensiven Testing bewiesen, dass er weit mehr ist als nur ein gewöhnlicher Desktop-DAC. Mit seiner unglaublichen Klangqualität, den umfangreichen Upgrade-Möglichkeiten und der beeindruckenden Leistung hat er sich als eines der faszinierendsten Audio-Geräte entpuppt, die je auf meinem Schreibtisch gelandet sind. Besonders interessant für alle, die auf der Suche nach einem ultimativen All-in-One-Paket sind, das keine klanglichen Kompromisse eingeht.

Burson Audio ist im DACH-Raum noch weitgehend unbekannt — eine Übersicht über alle meine Tests und die Philosophie hinter der Marke findest du auf der Burson Audio Übersichtsseite.

Was zum Teufel ist Burson Audio eigentlich?

Burson Audio dürfte für viele deutsche Audio-Enthusiasten noch ein unbeschriebenes Blatt sein – aber nicht mehr lange! Auf der High End in München habe ich die Produkte kürzlich entdeckt und nach einem kurzen Schwätzchen erfahren, dass diese audiophilen Schätze aus Australien bald einen deutschen Vertrieb bekommen könnten.

Für OpAmp-Nerds ist Burson allerdings längst ein Begriff. Neben Sparkos stellen die Australier wohl die besten diskreten Operationsverstärker (OpAmps) der Welt her. Und genau diese kleinen Wunderwerke haben einen massiven Einfluss auf den Klang von DACs, Verstärkern und Vorstufen.

OpAmps — WTF?!

Kurzer Technik-Exkurs: OpAmps (Operationsverstärker) stecken in praktisch jedem Verstärker und DAC. Sie sind dafür verantwortlich, die winzigen Signale aus dem Digital-Analog-Wandler auf ein hörbares Niveau zu verstärken. Da sie direkt nach der Wandlung im Signalweg liegen, prägen sie maßgeblich den Klangcharakter eines Geräts.

Was Burson besonders macht: Anders als die meisten Hersteller, die auf billige Massenware-ICs setzen, baut Burson seit über 20 Jahren diskrete OpAmps. “Diskret” bedeutet, dass statt eines einzelnen integrierten Schaltkreises individuelle Komponenten wie Transistoren, Widerstände und Kondensatoren verwendet werden – handverlesen und optimal aufeinander abgestimmt. Das Ergebnis? Ein dramatisch besserer Klang und die Möglichkeit, deinen Sound nach Belieben zu tunen.

Unboxing & Lieferumfang: High-End vom ersten Moment an

Der Burson Audio Playmate 3 kam in exzellenter Verpackung an, die bereits erahnen lässt, dass hier kein Mainstream-Produkt wartet. Im Karton findet sich:

  • Der Burson Audio Playmate 3 (natürlich)
  • Ein hochwertiges Cinch-Kabel
  • USB‑C zu USB‑C Kabel
  • Kopfhörer-Mikrofon-Adapter
  • 2× 5534d JRC OpAmps
  • 2× 5532d JRC OpAmps
  • Inbusschlüssel für die Gehäusedemontage
  • Ersatzsicherung
  • Universalnetzteil mit verschiedenen Ländersteckern
  • Silent Power Module SP2-15P und SP2-15N (Deluxe only)
  • Eine Metall-Fernbedienung (kein billiger Plastikschrott!) (Deluxe only)

In der Deluxe-Edition sind bereits die Premium-OpAmps vorinstalliert:

  • 2× Burson Audio V7 Vivid Dual
  • 2× Burson Audio V7 Vivid Single

Statt des Standard-Netzteils lag in unserem Testgerät bereits der Burson Super Charger PSU 3A 24V/3A bei – ein Upgrade, das sich definitiv hören lässt.

Tech-Specs: Zahlen, die Audionerds feucht werden lassen

Für alle Zahlenfreaks hier die wichtigsten Spezifikationen des Burson Audio Playmate 3:

  • DAC-Chip: ESS Sabre 9039 (State-of-the-art!)
  • Sampling-Rate: bis zu 768kHz PCM und DSD512
  • Class-A-Kopfhörerverstärker mit 3 Watt pro Kanal bei 30W Ruhestrom
  • Kanaltrennung: 128 dB @ 1kHz, 121 dB @ 20kHz
  • THD+N: 0,0018% @ 1kHz, 0dBFS
  • Gesamte THD mit DAC, Pre-Amp und Amp: <0,002%

Die Leistungsabgabe ist beeindruckend und zeigt, warum der Burson Audio Playmate 3 praktisch jeden Kopfhörer problemlos antreiben kann:

Impedanz (Kopfhörer)LeistungSignal-Rausch-VerhältnisKanaltrennung
16 Ohm3,5W96dB99%
32 Ohm2,5W97dB99%
100 Ohm600mW98dB99%
150 Ohm400mW96dB99%
300 Ohm150mW95dB99,5%

Anschlussseitig bietet der Burson Audio Playmate 3 Toslink und USB‑C als Eingänge, was ihn perfekt für den Desktop-Einsatz macht. Kompatibel ist er mit Windows XP, 7, 8, 10, Mac OSX sowie iOS und Android (via OTG).

Design und Verarbeitung: Endlich mal kein China-Plunder

Holy Shit – wenn man den Burson Audio Playmate 3 in den Händen hält, begreift man sofort, wofür die knapp 3kg Gewicht stehen: Unerbittliche Qualität! Das komplett aus massivem Aluminium gefräste Gehäuse schreit förmlich “High-End”. Auch alle Knöpfe und Drehregler sind aus Aluminium gefertigt.

Die dunkle silberne Farbgebung mit orangen Akzenten sieht verdammt edel aus und passt perfekt zu praktisch jedem Setup. Das Display ist hell, informativ und zeigt genau das, was man wissen muss. Der Lautstärkeregler dreht sich butterweich und präzise – keine billigen Raster-Stufen, sondern echte analoge Kontrolle.

An der Front befinden sich zwei Kopfhörerausgänge (2,5mm und 6,3mm, beide unsymmetrisch), der Netzschalter, das Display sowie der Lautstärkeregler mit Menü-Knopf und dem IR-Empfänger für die Fernbedienung.

Die Rückseite beherbergt den USB-C- und Toslink-Eingang sowie einen Pre-Out, der wahlweise als echter Pre-Amp oder als reiner Line-Out konfiguriert werden kann.

Die ebenfalls komplett aus Metall gefertigte Fernbedienung liegt schwer und wertig in der Hand – auch hier kein billiges Plastikspielzeug. Einziger kleiner Kritikpunkt: Die Metallknöpfe klappern ein wenig bei der Bedienung. Klar, das ist Meckern auf hohem Niveau, aber der Vollständigkeit halber sei es erwähnt.

Bedienung und Features: Audiophiler Baukasten

Die Bedienung des Burson Audio Playmate 3 ist erfreulich unkompliziert. Über den rechten Button gelangt man ins Menü, durch das man mit dem Lautstärkeregler scrollt. Zur Auswahl einer Option drückt man einfach den Regler – intuitiver geht’s kaum.

Im Menü lassen sich folgende Einstellungen vornehmen:

  • Input-Auswahl: USB oder Toslink
  • Output-Modus: Kopfhörer, Pre-Out oder DAC-Out
  • Verstärkungsstufe: Low oder High (ideal für empfindliche IEMs vs. hungrige Planare)
  • Filter-Einstellungen: FIR-Filter, DPLL und IIR-Filter (für Audiophile ein Paradies)
  • DAC Path: Bestimmt, welche Filter umgangen werden
  • THD-Kompensation
  • Auto-Off-Funktion bei fehlendem Signal
  • Mikrofon-Eingangsaktivierung für Gaming-Headsets

Besonders cool: Im Gegensatz zu vielen anderen High-End-Geräten, die mit kryptischen Einstellungen und mieser UI glänzen, ist hier alles logisch aufgebaut und selbsterklärend.

Klangeigenschaften: Wie klingt denn nun der Bastard?

Der Burson Audio Playmate 3 Deluxe liefert einen Sound, der mich mehrfach dazu gebracht hat, einfach ungläubig vor dem Gerät zu sitzen. Für rund 1000€ bekommt man hier ein All-in-One-Paket, das mühelos mit deutlich teureren Einzelkomponenten mithalten kann.

Besonders bemerkenswert ist der integrierte Kopfhörerverstärker, der sich perfekt in das Gesamtbild einfügt. Zum Vergleich haben wir teurere externe Kopfhörerverstärker im DAC-only-Betrieb angeschlossen und mussten festhalten: Der Burson als Komplettpaket liefert eine verdammt beeindruckende Performance.

Die Klangcharakteristik der Deluxe-Version mit den V7 Vivid OpAmps ist eher analytisch, aber niemals kalt oder leblos. Der Sound ist detailliert, präzise und kraftvoll – genau das, was man von einem High-End-Gerät dieser Preisklasse erwartet.

Musik-Tests: Metal und mehr im Härtetest

Da wir bei hifigeek.de natürlich primär auf die harte Gangart stehen, haben wir den Burson mit einer Reihe anspruchsvoller Tracks gefoltert (Referenzplaylist auf Qobuz):

Septicflesh – Portrait of a headless man (Infernus Sinfonica MMXIX)

Bei diesem orchestralen Death-Metal-Monster mit Streichern, Bläsern, Gitarren, Publikum und Chor trennt sich bei unseren Tests immer die Spreu vom Weizen. Der Burson Audio Playmate 3 schafft hier etwas Beeindruckendes: eine breite, tiefe Bühnenabbildung, bei der die Band druckvoll im Vordergrund steht, perfekt vom Orchester flankiert wird, während der Chor das Ganze mit epischer Größe überzieht.

Besonders die Trompeten – mein persönliches Highlight bei jedem Audio-Test – klingen druckvoll und lebendig, was zeigt, dass der Burson Audio Playmate 3 auch bei schnellen Transienten absolut nichts zu verbergen hat.

Lamb of God – Laid to Rest

Geradliniger, aber nicht weniger anspruchsvoll ist dieser modernen Metal-Klassiker. Die satt abgemischten Drums kommen mit ordentlichem Druck, die hämmernd einsetzenden Gitarrenriffs offenbaren die volle Leistungsfähigkeit des Burson Audio Playmate 3. Jedes Detail ist präzise dargestellt, der Sound ist kraftvoll und dynamisch, genau wie diese Musik sein muss.

Lorna Shore – Pain Remains Trilogie

Will Ramos’ Stimmakrobatik ist eine Herausforderung für jedes Audio-Setup. Die Pain Remains Trilogie beginnt mit feinem Regen und einer hallunterlegten Melodie, bevor es mit Will Ramos’ extremen Gesangskünsten richtig zur Sache geht.

Hier zeigt sich, dass selbst der Burson irgendwann an seine Grenzen stoßen kann: Bei maximaler Komplexität mit schneller Double-Bass-Drum, drückenden Gitarrenriffs und Ramos’ vielschichtigen Gesangsstilen wird der Klang manchmal etwas weniger klar. Dies ist jedoch kein Knockout-Kriterium – kaum ein DAC/Amp-Kombination in dieser Preisklasse kommt hier besser durch.

Beeindruckend ist, wie der Burson Audio Playmate 3 die ruhigeren Passagen mit ihrer emotionalen Tiefe wiedergibt – hier entstehen echte Gänsehautmomente, die den Hörer tief ins musikalische Geschehen ziehen.

Gaming: Audiophile Zocker aufgepasst!

Mit 1000€ ist der Burson Audio Audio Playmate 3 definitiv im High-End-Gaming-Bereich angesiedelt – aber er ist jeden verdammten Cent wert, wenn ihr euer Gaming-Erlebnis auf ein neues Level heben wollt.

Die räumliche Abbildung ist so präzise, dass die Ortung von Gegnern in Shootern im Vergleich zu Onboard-Soundkarten deutlich leichter fällt. Selbst feinste Geräusche sind klar hörbar und perfekt lokalisierbar. In Kombination mit einem hochwertigen Kopfhörer verschafft euch das einen echten Vorteil.

Auf der diesjährigen High End in München gab es nicht umsonst einen eigenen Gaming-Bereich – Audio und Gaming gehören zusammen, und der Burson Audio Playmate 3 könnte hier zum Geheimtipp für anspruchsvolle Streamer und Pro-Gamer werden.

OpAmp-Tuning: Der audiophile Spielplatz

Das wahre Highlight des Burson Audio Playmate 3 ist die Möglichkeit, durch den Austausch der OpAmps den Klangcharakter nach eigenen Vorlieben anzupassen. Wir haben verschiedene Kombinationen getestet:

V7 Vivid OpAmps (Deluxe-Edition)

Diese sind unsere klaren Favoriten für die meisten Kopfhörer. Solange der Kopfhörer nicht bereits zu harsch in den Höhen ist, liefern die Burson Audio V7 Vivids einen knackigen, punchigen Bass und detaillierte Höhen mit exzellentem Wiedergabedetail. Die räumliche Abbildung ist fantastisch, und der Klang hat genau die richtige Mischung aus Analytik und Musikalität.

Sparkos SS36er

Die Sparkos SS3602 und SS3601 machen den Klang etwas weniger warm, erreichen aber nicht ganz die Detailtiefe der Vivids. Dennoch handelt es sich um hervorragende OpAmps, die in manchen Systemen durchaus die bessere Wahl sein könnten.

V7 Standard OpAmps

Für Kopfhörer mit spitzeren Höhen sind die V7 Standard OpAmps eine ausgezeichnete Option. Sie machen den Burson Audio Playmate 3 zu einem deutlich weicher klingenden Gerät, was bei manchen Aufnahmen oder Kopfhörern genau das Richtige sein kann.

553er JRC OpAmps (Standard)

Die im Basis-Modell verbauten OpAmps sind bereits gut abgestimmt und tendieren in Richtung der V7 Vivid. Allerdings fehlt es hier an Detailzeichnung und etwas Druck im Bass. Für den Einstieg sind sie dennoch absolut respektabel und geben Zeit zum Sparen auf ein späteres Upgrade.

Einordnung: Für wen ist dieser DAC eigentlich?

Der Burson Audio Playmate 3 ist eindeutig für den Schreibtisch konzipiert. Seine Eingangsoptionen (USB‑C und Toslink) machen ihn zum perfekten Partner für PC und Konsole. Am wohlsten fühlt er sich per USB‑C an einem Computer, wobei er per Toslink natürlich auch hervorragend an eine Spielkonsole passt (dann allerdings ohne Mikrofon-Funktion).

Für alle, die viel mit Kopfhörern arbeiten oder hören und einen erstklassigen DAC mit exzellentem Kopfhörerverstärker suchen, ist der Burson Audio Playmate 3 ein fantastisches Gesamtpaket. Statt mehrere Geräte auf dem ohnehin oft überfüllten Schreibtisch zu stapeln, bekommt man hier alles in einem extrem hochwertigen Gerät.

Besonders hervorzuheben ist, dass man sich keine Gedanken über die Paarung zwischen DAC und Verstärker machen muss – Burson hat diese Hausaufgaben bereits erledigt und eine perfekt abgestimmte Kombination geschaffen.

Paarung mit anderen Geräten

Der Burson Audio Playmate 3 harmoniert hervorragend mit aktiven Studiomonitoren. Einfach im Menü auf Pre-Out umschalten, und schon kann man seine Lautsprecher perfekt ansteuern – ideal für Zeiten, in denen man keine Kopfhörer tragen möchte.

Was die Kopfhörer betrifft, konnten wir keine negativen Paarungen feststellen. Audeze (LCD‑X, Hifiman, verschiedene Beyerdynamic-Modelle und auch IEMs funktionieren wunderbar mit dem Burson. Selbst mit günstigeren Kopfhörern kann man sicher sein, dass der Burson Audio Playmate 3 das Maximum aus ihnen herausholt.

Wir sind besonders gespannt auf den Test mit dem kommenden Fosi Audio i5, den wir bereits auf der High End in München erleben durften und der sich am Burson Audio Playmate 3 als perfekter Partner entpuppen könnte.

Upgrades: So wird gut zu verdammt gut

Wer sich für die Standard-Version des Burson Audio Playmate 3 entscheidet, hat zahlreiche Möglichkeiten für spätere Upgrades:

  1. OpAmp-Upgrade: Von den Standard-JRC-OpAmps zu V7 Standard oder V7 Vivid für deutlich besseren Klang
  2. Netzteil-Upgrade: Das Super-Charge-Netzteil taktet deutlich höher als handelsübliche Schaltnetzteile und bietet geringeres Rauschen. Es vereint die Vorteile von Schalt- und Linearnetzteilen und sorgt für einen erwachseneren, präziseren Klang mit größerer Bühne.
  3. Power-Module: Die Standard-SP01-Module lassen sich einfach durch die SP02-Module ersetzen, die bis zu 200-mal weniger Rauschen produzieren.

Ich kenne kein anderes Audio-Gerät, das so wandlungsfähig und upgradefähig ist – perfekt für experimentierfreudige Audiophile, die ihren Sound immer weiter perfektionieren möchten.

Fazit: Audio-Nirvana auf dem Desktop

Der Burson Audio Playmate 3 Deluxe ist ein audiophiles Kraftpaket, das praktisch alle Wünsche erfüllt, die man an einen Desktop-DAC mit Kopfhörerverstärker haben kann. Seine Performance überzeugt auf ganzer Linie, die Upgrade-Möglichkeiten sind begeisternd, und der Sound ist schlichtweg atemberaubend.

Für Audiophile, Gamer und Musikproduzenten, die einen felsenfesten Begleiter auf dem Schreibtisch suchen, ist der Burson Audio Playmate 3 eine klare Empfehlung. Ja, er ist nicht billig – aber er bietet einen Gegenwert, der weit über seiner Preisklasse liegt, und dank der Upgrade-Möglichkeiten ist er eine langfristige Investition in großartigen Sound.

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Douk Audio K5: Klang-Monster im Mini-Format – Der Audio-Underdog https://www.hifigeek.de/douk-audio-k5-klang-monster-im-mini-format-der-audio-underdog/ https://www.hifigeek.de/douk-audio-k5-klang-monster-im-mini-format-der-audio-underdog/#respond Wed, 14 May 2025 12:32:10 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8869 Die Audiowelt steckt voller Überraschungen – manchmal kommen sie in kleinen Paketen wie dem Douk Audio K5. Dieses unscheinbare Kästchen hat es faustdick hinter den Ohren: DAC, Kopfhörerverstärker und Tone Control in einem kompakten Gehäuse zu einem Preis, der fast zu gut klingt, um wahr zu sein. Nach wochenlangem intensiven Testen kann ich sagen: Hier wird David zum Goliath – und High-End-Equipment muss sich warm anziehen.

Die erste Begegnung: Design und Verarbeitung

Beim Auspacken des Douk Audio K5 wirst du sofort bemerken, was hier los ist: Trotz der kompakten Maße von gerade mal 95×92×50mm und einem Fliegengewicht von 228g fühlt sich das Teil solide an. Das mattschwarze Metallgehäuse schreit förmlich “Audiophile aufgepasst!” und wirkt deutlich hochwertiger als der Preis vermuten lässt.

Was mir sofort ins Auge sticht: Die drei Drehregler auf der Oberseite – ein Lautstärkeregler, der gleichzeitig als Ein-/Ausschalter dient, sowie separate Regler für Bass und Höhen. Sie laufen butterweich und vermitteln ein taktiles Feedback, das man sonst nur von deutlich teureren Geräten kennt. Die Status-LEDs auf der linken Seite informieren dich auf einen Blick über den Betriebszustand und das gerade abgespielte Dateiformat – ein schönes Detail für alle, die gerne wissen, was gerade passiert.

Anschlüsse ohne Ende

Die Rückseite des K5 offenbart die wahre Vielseitigkeit dieses kleinen Wunderwerks. Du findest hier:

  • USB-C-Eingang für die Verbindung mit PC, Laptop oder Smartphone
  • Optischer Toslink-Eingang für digitale Quellen
  • Optischer Toslink-Ausgang zum Durchschleifen des Signals
  • RCA-Ausgänge für den Anschluss an einen Verstärker oder aktive Lautsprecher

Die Frontplatte beherbergt:

  • 6,35mm-Kopfhöreranschluss (der klanglich überlegen ist)
  • 3,5mm-Kopfhöreranschluss für Standard-Kopfhörer
  • Gain-Schalter (H/L) zur Anpassung an unterschiedliche Kopfhörer-Impedanzen
  • Schalter für Equalizer-Bypass
  • Eingangswahlschalter (USB/Optisch)

Besonders die beiden Kopfhöreranschlüsse sind ein praktisches Feature – kein ständiges Umstecken oder Adaptersuchen mehr. Der Gain-Schalter ist ebenfalls Gold wert, wenn du zwischen verschiedenen Kopfhörern wechselst. Insgesamt ein durchdachtes Layout, das keine Wünsche offen lässt.

Die inneren Werte: Technik, die begeistert

Der Douk Audio K5 ist alles andere als ein Blender. Unter der Haube werkelt eine beeindruckende technische Ausstattung:

Der DAC: ES9038Q2M – die audiophile Speerspitze

Herzstück des Douk Audio K5 ist der ES9038Q2M DAC-Chip von ESS Technology – ein Name, der audiophilen Ohren ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Dieser Chip ist bekannt für seine ausgezeichnete Detailauflösung und sein sauberes Klangbild, das selbst in deutlich teureren Geräten zum Einsatz kommt. Unterstützt wird er vom SA9312 DSP/USB-Interface, das für fehlerfreie Signalverarbeitung sorgt und eine beeindruckende Formatunterstützung mitbringt.

Die Verstärkerstufe: Kraft trifft Präzision

Für die Kopfhörerverstärkung setzt Douk Audio auf die Kombination aus dem Operationsverstärker OPA1678 und dem SGM8262 Verstärkerchip. Diese Paarung liefert beachtliche Leistungsdaten:

  • 560mW @ 32Ω über den 6,35mm-Ausgang
  • 370mW @ 32Ω über den 3,5mm-Ausgang
  • Maximale Ausgangsspannung: 4,25Vrms (6,35mm) / 3,45Vrms (3,5mm)

Diese Power reicht locker aus, um selbst anspruchsvolle Kopfhörer mit Impedanzen zwischen 16 und 600 Ohm adäquat zu befeuern. Die Rauscharmut von unter 3µV sorgt dafür, dass selbst bei empfindlichen In-Ears kein störendes Grundrauschen zu hören ist.

Die Formatunterstützung: Audiophile First Class

Der Douk Audio K5 lässt bei der Formatunterstützung kaum Wünsche offen:

  • USB: PCM bis 32bit/384kHz, DSD256
  • Optisch: PCM bis 24bit/192kHz, DSD DoP64

Das bedeutet: Egal ob High-Resolution FLAC-Dateien, MQA-Streams oder native DSD-Aufnahmen – der Douk Audio K5 gibt sich erst zufrieden, wenn du wirklich alles aus deiner Musik herausholst.

Sound Check: Die Wahrheit liegt im Hören

Genug der technischen Spezifikationen – was zählt, ist der Sound. Und hier glänzt der kleine Douk Audio K5 mit einer Leistung, die seinen Preis Lügen straft.

Der erste Eindruck: Sauber, detailliert, dynamisch

Beim ersten Hören auf den Audeze LCD‑X (die ich bereits ausführlich getestet habe) offenbart der K5 eine erstaunlich saubere und detailreiche Wiedergabe. Der Klang ist straff, fokussiert und dynamisch, ohne dabei analytisch oder steril zu wirken. Besonders auffällig ist die kontrollierte Basswiedergabe – präzise, ohne jemals matschig oder überbetont zu klingen.

Das Klangbild lässt sich als leicht hell beschreiben – nicht grell oder anstrengend, aber mit einem Fokus auf Details und Klarheit. Das liegt nicht zuletzt am ESS9038Q2M DAC-Chip, der für seine saubere und transparente Signalwandlung bekannt ist.

Genre-Test: Metal Only – Der Douk Audio K5 auf der Qobuz Metal-Playlist

Wer Metal hört, will keine halben Sachen. Deshalb habe ich den Douk Audio K5 ausschließlich mit Tracks aus meiner Qobuz-Referenzplaylist durch die Mangel gedreht – von modernen Metal-Neuheiten bis zu Klassikern, alles in Hi-Res-Qualität und mit ordentlich Wumms.

Druckvolle Riffs, fette Drums – Der Douk Audio K5 im Härtetest

Schon beim ersten Track wird klar: Der Douk Audio K5 liebt Metal. Die Gitarrenwände kommen messerscharf, ohne im Hochton zu nerven. Doublebass-Drums knallen trocken und präzise, der Bass bleibt jederzeit kontrolliert – kein Matsch, kein Dröhnen, sondern punktgenaue Attacke. Gerade bei schnellen Tempi und komplexen Arrangements (Stichwort: Lorna Shore Spiritbox oder Septicflesh) bleibt der Sound auch bei hohen Lautstärken stabil und verzerrungsfrei. Die Dynamik ist beeindruckend: Breakdowns knallen, Soli schneiden sich durchs Klangbild, ohne dass irgendwas untergeht.

Transparenz und Bühne: Jedes Instrument am richtigen Platz

Metal lebt von Details – und davon liefert der K5 reichlich. Feinheiten wie Ghosts cleane Gitarren oder die vielschichtigen Synths bei Bloodywood werden klar herausgearbeitet. Die Bühne bleibt auch bei dichtem Mix erstaunlich aufgeräumt: Vocals stehen präsent im Raum, Gitarren und Drums lassen sich sauber orten. Selbst bei Bands mit mehreren Gitarristen (z.B. Killswitch Engage oder Volbeat) bleibt alles differenziert und nachvollziehbar.

Die Tone-Control: Subtile Anpassung statt EQ-Keule

Ein besonderes Feature des Douk Audio K5 sind die Bass- und Höhenregler auf der Oberseite. Anders als bei vielen günstigen Geräten arbeitet dieser EQ bemerkenswert subtil und musikalisch. Statt die Musik zu verzerren oder zu vermurksen, erlauben die Regler eine feine Abstimmung:

  • Der Bassregler wirkt im Bereich von 20–250 Hz mit bis zu ±10dB
  • Der Höhenregler greift bei 3–20kHz mit ebenfalls bis zu ±10dB

Dadurch kannst du den Klang an deine Kopfhörer und deinen persönlichen Geschmack anpassen, ohne dass der Sound unnatürlich oder übertrieben wirkt. Besonders praktisch: Der Bypass-Schalter, mit dem du den EQ komplett umgehen kannst, wenn du das reine, unverfälschte Signal möchtest.

Kopfhörer-Paarungen: Vielseitig wie ein Schweizer Taschenmesser

Ich habe den Douk Audio K5 mit verschiedenen Kopfhörern getestet, von niederohmigen In-Ears bis hin zu anspruchsvollen planaren Magnetostaten:

  • Mit den Shanling ME600 In-Ears liefert der Douk Audio K5 eine rauschfreie, saubere Wiedergabe, besonders im Low-Gain-Modus. Die Basswiedergabe ist kontrolliert und präzise – ideal für elektronische Musik und Metal.
  • Bei den mittelschweren Beyerdynamic DT 1990 Pro (250 Ohm) zeigt der K5 sein wahres Potential. Der High-Gain-Modus liefert ausreichend Leistung, um die manchmal etwas zurückhaltenden DT 1990 Pro zum Leben zu erwecken. Die Bühnenabbildung ist beeindruckend weitläufig, die Detailauflösung exzellent.
  • Selbst mit meinen anspruchsvollen Audeze LCD‑X (Planar-Magnetic, 20 Ohm) schlägt sich der K5 erstaunlich gut. Zwar kommt er nicht ganz an die Kontrolle und den Punch eines dedizierten High-End-Verstärkers heran, liefert aber eine Performance, die weit über dem Preispunkt liegt.

Douk Audio K5 vs. High-End-DACs

Natürlich kann der Douk Audio K5 nicht mit High-End-DACs für 500€ oder mehr mithalten – aber er kommt erstaunlich nah. Die Unterschiede liegen weniger in der grundsätzlichen Klangqualität als vielmehr in den letzten 10–15% audiophiler Perfektion: Die absolute Raumabbildung, die letzte Nuance der Detailauflösung und die ultimative Kontrolle im Bassbereich. Für 90% der Hörer und 95% der Musik wird der K5 absolut ausreichend sein.

Praktischer Einsatz: Mehr als nur ein Kopfhörerverstärker

Der Douk Audio K5 ist ein wahres Multitalent. In meinen Tests habe ich ihn in verschiedenen Szenarien eingesetzt:

Als Desktop-DAC/Amp

An meinem PC-Arbeitsplatz hat sich der Douk Audio K5 als idealer Begleiter erwiesen. Per USB angeschlossen, liefert er einen deutlichen Klangupgrade gegenüber dem integrierten Mainboard-Sound. Die beiden Kopfhöreranschlüsse ermöglichen schnelles Wechseln zwischen meinen Arbeitskopfhörern und dem Gaming-Headset.

Als Vorverstärker im Stereo-Setup

Dank der RCA-Ausgänge konnte ich den K5 problemlos in meine Stereo-Kette integrieren. Die Klangqualität der Wandlung ist tadellos, und die Tone-Controls bieten eine willkommene Möglichkeit zur Feinabstimmung, ohne auf einen separaten Equalizer zurückgreifen zu müssen.

Als Smartphone-Upgrade

Mit einem USB-C-auf-USB-C-Kabel verwandelt der K5 jedes Smartphone in eine mobile Hi-Fi-Station. Bei Android-Geräten funktioniert das plug-and-play, bei Apple-Geräten wird ein zusätzlicher Adapter benötigt. Die Klangverbesserung gegenüber dem integrierten DAC des Smartphones ist sofort erkennbar – detailreicher, dynamischer und mit deutlich mehr Kontrolle in allen Frequenzbereichen.

Die technischen Details für Nerds

Für alle, die es genau wissen wollen, hier die wichtigsten technischen Daten des Douk Audio K5:

DAC und Signalverarbeitung:

  • DAC-Chip: ES9038Q2M
  • DSP/USB-Interface: SA9312
  • Operationsverstärker: OPA1678
  • Kopfhörerverstärker: SGM8262

Audio-Performance:

  • THD+N: < 0,0008% @ 32Ω
  • Signal-Rausch-Verhältnis: > 121dB @ 32Ω
  • Frequenzgang: 20–40kHz (±0,3dB)
  • Kanalübersprechen: < ‑65dB @ 32Ω
  • Grundrauschen: < 3μV

Leistung:

  • 6,35mm-Ausgang: 560mW @ 32Ω (High Gain, THD+N < 1%)
  • 3,5mm-Ausgang: 370mW @ 32Ω (High Gain, THD+N < 1%)
  • Max. Ausgangsspannung: 4,25Vrms (6,35mm) / 3,45Vrms (3,5mm) @ 32 Ohm

Sonstiges:

  • Stromversorgung: DC 5V (≥2A) über DC-Buchse oder USB‑C
  • Abmessungen: 95×92×50mm
  • Gewicht: 228g

Fazit: Der Little-Big-Player unter den Budget-DACs

Der Douk Audio K5 ist ein echter Geheimtipp – ein Mini-DAC/Amp, der weit über seine Preisklasse hinaus performt. Er kombiniert hervorragende Technik, durchdachte Features und einen Klang, der audiophile Herzen höher schlagen lässt, in einem kompakten, erschwinglichen Paket.

Was mich am meisten überrascht hat: Die Vielseitigkeit dieses kleinen Kraftpakets. Egal ob als Desktop-DAC, als Upgrade für dein Smartphone oder als Teil eines größeren Audio-Setups – der Douk Audio K5 liefert durchweg eine Performance, die seinen Preis mehrfach rechtfertigt.

Natürlich hat auch er seine Grenzen. Er wird keinen High-End-DAC/Amp für 500€ oder mehr ersetzen, und absolutistische Audiophilen werden sicher die eine oder andere Nuance vermissen. Aber für alle, die nach einem bezahlbaren Einstieg in die Welt des hochwertigen Audios suchen oder einen vielseitigen Zweit-DAC/Amp für verschiedene Einsatzzwecke benötigen, ist der Douk Audio K5 eine absolut empfehlenswerte Wahl.

In einer Welt, in der High-End-Audio oft unzugänglich teuer ist, ist der Douk Audio K5 ein erfrischender Beweis dafür, dass großartiger Klang nicht immer ein großes Budget erfordert. Ein echter Audio-Underdog, der die High-End-Liga zum Schwitzen bringt.

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Audeze LCD‑X im Hardcore-Test: Wenn Sound auf Komfort trifft https://www.hifigeek.de/audeze-lcd-x-im-hardcore-test-wenn-sound-auf-komfort-trifft/ https://www.hifigeek.de/audeze-lcd-x-im-hardcore-test-wenn-sound-auf-komfort-trifft/#respond Wed, 09 Apr 2025 20:40:04 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8704 Der Audeze LCD‑X ist ein Premium-Kopfhörer, der sowohl für Musikproduktion als auch für intensives Gaming und Musikgenuss konzipiert wurde. Nach fünf Wochen intensiver Nutzung teile ich meine ungeschönte Meinung zu diesem Audio-Kraftpaket – und verrate, ob sich die Investition für euch lohnen könnte.

Transparenz: Dieses Testmuster wurde mir vom deutschen Audeze-Vertrieb kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Kooperation hat keinen Einfluss auf meine Bewertung — das war vor dem Test so vereinbart, und ihr könnt davon ausgehen, dass ich auch hier keine Gefangenen mache.

Mein Testsetup

In meinem fünfwöchigen Test — mit über 300 Stunden Tragedauer — habe ich den Audeze LCD‑X durch die audiophile Hölle geschickt und systematisch mit verschiedenen Setups kombiniert:

  • ifi HipDac
  • Fosi Audio K7 (zum Review)
  • Fosi Audio K7 + Lehmann Audio Linear (zum Review) und Linear II
  • Fosi ZD3 + Lehmann Audio Linear und Linear II
  • Burson Audio Playmate 3 Deluxe (zum Review)
  • Burson Audio Playmate 3 Deluxe + Lehmann Audio Linear und Linear II

Das war kein zufälliges Durchprobieren, sondern ein gezielter Benchmark: Bei mehreren Geräten mit integriertem Kopfhörerverstärker konnte ich diesen direkt gegen die separaten Lehmann-Amps messen. So lässt sich sauber herausarbeiten, wie viel der Kopfhörer selbst beiträgt — und wo die Kette anfängt, einen Unterschied zu machen.

Unboxing & Lieferumfang: Flexen mit dem Travel Case

Der Audeze LCD‑X kommt in einem massiven schwarzen Travel Case — kein Pappkarton, kein Schaumstoffwürfel, sondern ein veritabler Koffer mit Scharnieren und Verschlüssen, mit dem ihr bei euren Audio-Buddies garantiert einen bleibenden Eindruck hinterlasst. Im Inneren findet ihr neben dem Kopfhörer selbst:

  • Ein geflochtenes, vieradriges XLR zu 2x mini-XLR Kabel (verknotungsfrei und spürbar hochwertig)
  • XLR zu 6,35mm Adapter
  • 6,35mm auf 3,5mm Adapter (unsymmetrisch)

Während viele Hersteller bei den mitgelieferten Kabeln sparen als wäre es eine olympische Disziplin, liefert Audeze hier solide Qualität ab. Das Kabel ist nicht das geschmeidigste, das ich je in den Händen hatte — es hat einen gewissen Eigenwillen — aber im Vergleich zu vielen Konkurrenten ist es ein echtes Upgrade. Einziger Wermutstropfen: Die symmetrische Verbindung wird nur bis zum XLR-Stecker geführt. Ein 4,4mm Pentaconn-Adapter wäre für den Einsatz an modernen DAPs oder Balanced-Amps eine sinnvolle Ergänzung gewesen — die Zielgruppe dieses Kopfhörers würde ihn definitiv nutzen.

Das Travel Case ist ein schickes Extra — gerade für Audio-Profis, die ihr Equipment auf die Reise mitnehmen. Im stationären Home-Setup wird es bei mir vor allem als stilvoller Staubschutz im Regal stehen.

Die Tech dahinter: Was zur Hölle ist ein Magnetostat?

Beim Audeze LCD‑X handelt es sich um einen planaren Magnetostaten in offener Bauweise. Anders als bei klassischen dynamischen Treibern besteht der “Lautsprecher” hier aus einer hauchdünnen Folie — der Membran — auf die leitfähiges Material aufgedampft wurde. Diese ultradünne Membran schwingt gleichmäßig zwischen Dauermagneten und erzeugt so den Schall. Das Ergebnis: eine deutlich größere abstrahlende Fläche als bei einem konventionellen Treiber, weniger Masse, und eine Impulsantwort, die dynamische Treiber nur schwer toppen können.

Die technischen Daten im Überblick:

  • Rechteckiger Treiber mit 106 mm Größe und mikrometerdünner Membran
  • Impedanz: 20 Ohm
  • Sensitivität: 103 dB/1mW — erstaunlich effizient für einen Magnetostaten
  • Empfohlene Leistung: mindestens 250mW
  • Frequenzgang: 10Hz — 50kHz
  • Gewicht: 612g

Magnetostaten neigen konstruktionsbedingt dazu, im tiefsten Bassbereich etwas weniger Druck zu erzeugen als konventionelle Treiber — dafür glänzen sie mit einer Präzision und Schnelligkeit in den Mitten und Höhen, die kaum zu übertreffen ist. Mit 612g ist der Audeze LCD‑X kein Leichtgewicht, aber wer schon mal einen Beyerdynamic oder Sennheiser HD 800 längere Zeit getragen hat, wird sich hier nicht beschweren.

Tragekomfort: Überraschend bequem für Marathon-Sessions

Offene Kopfhörer sind für lange Arbeitssessions gesetzt — das Luftpolster zwischen Ohr und Treiber verhindert das Hitzestau-Gefühl, das geschlossene Konstruktionen unweigerlich mitbringen. Der Audeze LCD‑X macht hier keine Ausnahme, liefert aber nochmal einen drauf. Das Kopfband wirkt auf den ersten Blick spartanisch, entpuppt sich im täglichen Betrieb aber als durchdacht konstruiert:

  • Die perforierte Lederauflage verhindert Schwitzen — großes Plus für alle, die wie ich zu Hitzköpfen zählen
  • Die Größenverstellung rastet satt und präzise ein und verstellt sich auch nach Stunden nicht von selbst
  • Die drehbar gelagerten Ohrmuscheln passen sich der individuellen Kopfform an, ohne dass man daran herumfummeln muss
  • Die dicken Lederpolster verteilen den Anpressdruck so gleichmäßig, dass Druckstellen selbst nach mehrstündigen Sessions kein Thema sind

Nach fast zehn Jahren mit Noise-Cancelling-Kopfhörern, die mich zuverlässig schwitzen ließen und dieses klaustrophobische “Aquarium-Gefühl” erzeugten, ist das offene Design des Audeze LCD‑X eine echte Befreiung. Besonders in Telekonferenzen zahlt sich das aus: Ich höre meine eigene Stimme natürlich — kein unbewusstes Schreien, kein Nuscheln, weil man sich selbst nicht richtig einordnen kann.

Die runden Ohrmuscheln sind für meine Ohren die ideale Form. Bei einigen Hifiman-Modellen mit ovalen Cups hatte ich das Problem, dass das untere Ende des Polsters auf dem Kiefer auflag und das Sprechen spürbar einschränkte. Beim Audeze LCD‑X passt alles komplett hinein, und auch die nach vorn gerichteten Kabelanschlüsse sind so positioniert, dass sie beim Bewegen zwischen zwei Monitoren nicht im Weg sind. Selbst mit Kapuzenpulli bleibt das Kabel unauffällig — für alle, die im Home Office gern zwischen Arbeits- und Chill-Modus wechseln, kein unwichtiges Detail.

Selbst mit Kapuzenpulli gibt’s keine Kabelprobleme – wichtig für alle, die wie ich im Home Office zwischen Arbeits- und Chill-Modus wechseln!

Mobil? Geht, aber…

Theoretisch lässt sich der Shanling M5 Ultra in die Jackentasche stecken und der Audeze LCD‑X damit durch die Wohnung tragen. Funktioniert erstaunlich gut — die 20 Ohm Impedanz und die hohe Sensitivität sorgen dafür, dass selbst mobile Quellen ihn ordentlich antreiben. Aber ehrlich gesagt ist der Kopfhörer einfach nicht dafür gemacht. Die Größe, das offene Design, das Kabel — alles schreit Workstation. Wer einen Kopfhörer für Bus und Bahn sucht, ist hier komplett falsch. Wer einen Kopfhörer für den Schreibtisch sucht, mit dem er täglich Stunden verbringt, ist genau richtig.

Sound: Die nackte Wahrheit über den Audeze LCD‑X

Bässe: Kontrolliert, nicht kompromisslos

Magnetostaten ticken nun mal anders als dynamische Treiber — wer einen Kopfhörer sucht, der bei jedem Drop physisch antritt und Bassheads befriedigt, greift woanders hin. Das ist keine Schwäche, das ist Designphilosophie. Der Audeze LCD‑X liefert Tiefton mit Haltung: Double-Bass-Salven in Metal-Breakdowns kommen knackig, texturiert und präzise auf den Punkt, ohne dabei zu matschen oder zu übertreiben. Wer Material mit suboptimaler Abmischung hört, wird genau das auch hören — der Bass lügt nicht.

Mitten: Wo der Audeze LCD‑X sein wahres Gesicht zeigt

Hier trennt sich der Audeze LCD‑X von der Masse — und zwar deutlich. E‑Gitarren haben Biss ohne Schärfe, E‑Bass schiebt mit Substanz, Drums klingen dreidimensional statt flach. Gesang und gesprochene Sprache sind so klar durchgezeichnet, dass man im Mix noch das Atemgeräusch des Sängers hört. In dichtem Gewusel bleibt jedes Instrument verortet, jede Transienten-Spitze kommt sauber — das ist der Stoff, aus dem Studio-Referenzmonitore gemacht sind.

Höhen: Crisp, aber nicht aggressiv

Die Höhen des Audeze LCD‑X sind einer der Bereiche, in denen die planare Technologie ihren Charakter am deutlichsten zeigt. Knackig präsent, aber nie aufdringlich oder nervig — kein Zischen bei S‑Lauten, keine künstliche Brillanz, die nach einer Stunde anfängt zu ermüden. Becken lassen sich präzise orten, Hi-Hat-Arbeit kommt mit der richtigen Textur, und auch komplexe Gitarrenarrangements mit viel Obertonstruktur bleiben differenziert, ohne zu stechen. Für lange Sessions ist das genau die Balance, die man sich wünscht.

Räumlichkeit und Bühnendarstellung: Metal-Pit statt Fernsehsessel

Die Bühne des Audeze LCD‑X ist nicht die breiteste, die ich je gehört habe — wer eine riesige Weitwinkel-Soundstage erwartet, wie sie manche offene Sennheiser-Modelle aufbauen, wird das merken. Was der Audeze LCD‑X stattdessen liefert, ist Tiefe und Einbettung: Man sitzt nicht am FOH-Pult und schaut entspannt aufs Geschehen, man steht mittendrin. Bei Cattle Decapitations “Bring Back the Plague” ist das ein Fest — die tiefen Growls kommen von unten, die fiesen höheren Vocals umhüllen von oben, und die Gitarren haben eine physische Präsenz, die man bei weniger auflösenden Kopfhörern einfach vermisst. Für mich als Metal-Fan ist das Moshpit-Feeling hundertmal befriedigender als distanzierte Bühnenbreite.

Auflösung und Details: Nichts bleibt verborgen

Hier glänzt der Audeze LCD‑X am hellsten — und hier zeigt er auch, dass er kein Schönfärber ist. Jede Feinheit wird sauber herausgearbeitet, was auch bedeutet: Fehler in Abmischungen sind nicht mehr zu überhören. Nehmt Amon Amarths “Valkyries Ride” — ihr hört nicht nur die brutal treibende Bass-Drum, sondern auch das mechanische Geräusch des Pedals darunter. Für mich ist das keine Störung, das ist Authentizität. Es ist wie ein Live-Konzert: raw, ungefiltert, echt.

Das Impulsverhalten und die Transientendarstellung sind so gut, dass ich den Audeze LCD‑X dauerhaft neben meinem Beyerdynamic DT 1990 Pro im Rotation halten würde — beide für verschiedene Hörszenarien, keiner als Ersatz für den anderen.

Der Upgrade-Pfad: Wie weit willst du gehen?

Fangen wir mit der guten Nachricht an: Der Audeze LCD‑X klingt bereits an einem soliden Einsteigeramp überzeugend. Der Fosi Audio K7 hatte zu keiner Zeit Probleme, ihn sauber anzutreiben — und das bei einem Preispunkt, der kaum wehtut. Wer den nächsten Schritt machen will, investiert zuerst in Verstärkung, nicht in den DAC. Ein potenter, sauber arbeitender Amp holt spürbar mehr aus dem Treiber heraus — Impulsverhalten und Transientendarstellung profitieren direkt davon, und genau das ist es, was den Audeze LCD‑X auf ein anderes Level hebt.

Wer ohne Umwege das Maximum will: Der Burson Audio Playmate 3 Deluxe harmoniert mit dem Audeze LCD‑X nahezu ideal. Class-A-Verstärkung, Leistungsreserven im Überfluss, und die Werks-OpAmps färben den Klang auf angenehme Weise ohne ihn zu verfärben. Wer dann noch experimentierfreudig ist, kann über OpAmp-Tausch weitere Klangcharaktere erschließen — aber das ist bereits Feintuning auf hohem Niveau, nicht Notwendigkeit.

Und für alle, die wissen wollen, wo die Reise langfristig hingeht: Der Kopfhörer kommt zuerst. Dann die Verstärkung. Den DAC kann man immer noch upgraden — aber ein mittelmäßiger Kopfhörer an einem Spitzen-DAC bleibt ein mittelmäßiger Kopfhörer.

Fazit: Audio-Nirvana für Dauernutzer

Der Audeze LCD‑X ist kein Kopfhörer, der euch mit Wow-Momenten im ersten Reinhören überwältigt. Er ist einer, der nach drei Wochen dafür sorgt, dass ihr gar nicht mehr zurückwollt. Analytisch ohne kalt zu sein, präzise ohne zu ermüden, komfortabel genug für Marathonsessions — und mit genug Tiefenschärfe, um Lieblingsalben neu zu entdecken. Für Dauernutzer, die täglich Stunden mit Kopfhörern verbringen, gibt es bei diesem Preispunkt kaum ein besseres Argument. Und ja, ich gebe ihn zurück. Aber ungern.

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Shanling M5 Ultra: Audio-Purismus für Metalheads und Klangfetischisten https://www.hifigeek.de/shanling-m5-ultra-audio-purismus-fuer-metalheads-und-klangfetischisten/ https://www.hifigeek.de/shanling-m5-ultra-audio-purismus-fuer-metalheads-und-klangfetischisten/#respond Wed, 19 Mar 2025 22:12:59 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8447 Der Shanling M5 Ultra ist ein echter Hingucker in der Welt der portablen Audio-Player — und ich hatte die letzten Monaten das Vergnügen, ihn ausgiebig zu testen. Als jemand, der sich schon länger mit Audio-Gear beschäftigt und meist brutalen Deathcore aber auch Rock hört, war ich gespannt, ob dieser puristische Player mit seinem Preis von 540 Euro überzeugen kann. Audiophile Musikliebhaber, die etwas mehr als nur Smartphone-Klang suchen, sollten jetzt definitiv weiterlesen!

Design & Build: Premium-Feel mit audiophilen Genen

Die erste Disziplin meistert der Shanling M5 Ultra mit Bravour: Mit seinem aggressiveren, kantigeren Look markiert er einen spannenden Designwechsel für Shanling. Das komplett aus Aluminium gefertigte Gehäuse liegt mit seinen Abmessungen von 120 x 75 x 19,5 mm und einem Gewicht von 247 Gramm angenehm schwer und wertig in der Hand — wie ein kleiner, aber massiver Brick, der sich hochwertig anfühlt, ohne klobig zu wirken.

Was mich besonders geflasht hat: Der Design-Stil erinnert stark an den legendären Astell&Kern AK240, vor allem mit dem optionalen schwaren Ledercase. Für alle, die sich mit Audio-Gear auskennen: Der AK240 ist einer der stylischsten DAPs aller Zeiten, und diese Ähnlichkeit ist definitiv ein Kompliment!

Die Anschlüsse befinden sich oben am Gerät, während die Wiedergabetasten und das charakteristische Lautstärkerad an der rechten Seite platziert sind — ein klassisches DAP-Layout, das Funktionalität und Ästhetik perfekt verbindet. Das Lautstärkerad gibt dem Player einen authentischen Shanling-Touch, auch wenn es leider etwas wackelt, was bezüglich der Langlebigkeit ein kleines Fragezeichen aufwirft.

Das optionale Ledercase für 29 Euro ist zwar ein Extra-Investment, aber definitiv sein Geld wert — es passt perfekt zum Design des Players und wertet ihn optisch noch einmal deutlich auf. Schade nur, dass es nicht im Lieferumfang enthalten ist — bei einem 540-Euro-Player hätte man das durchaus erwarten können.

Technische Specs: Audiophiles Dreamteam unter der Haube

Im Herzen des Shanling M5 Ultra steckt ein echtes audiophiles Powerhouse: Der Player nutzt den Flaggschiff-DAC AK4499EX von AKM zusammen mit dem AK4191 Modulator1. Wichtig zu wissen: Es handelt sich tatsächlich um den AK4499EX und NICHT um den AK4493SE, wie manchmal fälschlicherweise berichtet wird! Die Schaltungsdesign basiert laut Shanling auf ihrem Flaggschiff M9 Plus.

Für die Verstärkung sorgt ein symmetrischer TPA6120A2-Verstärker, der beeindruckende 1,1 Watt an 32 Ohm liefert. Diese Kombination führt zu hervorragenden technischen Daten: einen Rauschabstand von 121 dB und eine Kanaltrennung von 75 dB. Der Player unterstützt hochauflösende Audioformate bis zu 32bit/768kHz PCM und natives DSD512 — praktisch alles, was das audiophile Herz begehrt.

Mit einem THD+N‑Wert (Gesamtklirrfaktor plus Rauschen) von nur 0,0009% liefert der M5 Ultra eine extrem saubere Signalverarbeitung. Die Ausgangsimpedanz von 4 Ohm ist niedrig genug, um auch mit impedanzkritischen In-Ear-Monitoren problemlos zusammenzuarbeiten — wichtig für alle, die mit empfindlichen IEMs unterwegs sind!

Der 6000 mAh Akku liefert je nach Nutzung 8–10 Stunden Wiedergabezeit. In meinen Tests kam ich bei moderater Lautstärke sogar auf etwas mehr — definitiv genug für längere Reisen oder Arbeitstage.

Für den Kopfhörer stehen eine 3,5mm unsymetrische Klinke und 4,4mm symetrischer Pentacon zur Verfügung. Und somit lässt sich per Adapter Kabel auf Cinch oder XLR auch auf Endstufen direkt oder via Vorstufe, Musik auf der heimischen Anlage abspielen.

MTouch statt Android: Puristisches Betriebssystem für Klangpuristen

Im Gegensatz zu vielen modernen DAPs setzt der Shanling M5 Ultra NICHT auf Android, sondern auf ein eigenes, Linux-basiertes Betriebssystem namens MTouch, das auf der Ingenic X2000-Plattform läuft. Diese Entscheidung für ein spezialisiertes, schlankes OS zielt klar auf Nutzer ab, die kompromisslose Klangqualität ohne die Komplexität eines vollwertigen Android-Systems suchen.

Die Benutzeroberfläche ist recht angenehm und nutzerfreundlich, erfordert aber eine gewisse Eingewöhnungszeit. Ein kleiner Kritikpunkt ist das Fehlen einer dedizierten Zurück-Taste wie bei Android-Geräten — man muss immer das Symbol oben links antippen, was manchmal etwas umständlich ist. Auch das Scrollverhalten, insbesondere in langen Listen wie der Ordneransicht, wirkt nicht ganz flüssig — nichts Weltbewegendes, aber definitiv verbesserungswürdig.

Der 4,7‑Zoll-HD-Touchscreen (1280 x 720 Pixel) ist hell und reaktionsschnell1. Das Navigieren durch die Menüs ist dank großer, leicht antippbarer Icons im Hauptmenü unkompliziert. Die Statusleiste kann nach unten gezogen werden, um auf verschiedene Funktionen wie WLAN, Bluetooth, Gain-Schalter, Einstellungen, PO/LO und Soundeinstellungen zuzugreifen.

In den Audioeinstellungen bietet der Player Channel-Balance, Gain-Einstellungen, maximale und Standard-Lautstärkeeinstellungen, Gapless-Wiedergabe, Ordner-Überspringen und verschiedene Wiedergabemodi wie Shuffle. Außerdem gibt es DAC-Filteroptionen und einen manuellen EQ mit Presets für Soundanpassungen — alles, was das audiophile Herz begehrt.

Wichtig zu wissen: Der Shanling M5 Ultra unterstützt nur Tidal als Streaming-Dienst, und selbst das ohne Offline-Streaming-Möglichkeit. Für viele könnte das ein Dealbreaker sein, aber es unterstreicht den puristischen Ansatz des Players, der sich klar auf lokale Musikwiedergabe konzentriert.

Konnektivität: Modern trotz Purismus

Obwohl der Shanling M5 Ultra einen puristischen Ansatz verfolgt, bietet er zeitgemäße Verbindungsmöglichkeiten. Der Player unterstützt Bluetooth 5.2 mit hochauflösenden Codecs wie LDAC und aptX HD2. Die WLAN-Konnektivität (2,4/5 GHz) ermöglicht die Nutzung von DLNA und AirPlay zum Streamen von einem NAS oder anderen Geräten im Netzwerk.

In meinen Tests mit dem Smartphone lief die Bluetooth-Verbindung reibungslos, ohne Verbindungsprobleme oder Verzögerungen. Ich konnte sogar Qobuz-Tracks online von meinem Handy streamen, was tadellos funktionierte. Auch mit Roon arbeitet der Player wohl zusammen — mangels Roon konnte ich das aber leider nicht testen.

Ein cooles Feature ist Shanlings “SyncLink”-Funktion, mit der man den DAP vom Smartphone aus steuern kann. Dafür benötigt man die App “Eddict Player” — nach der Installation öffnet man die SyncLink- und Bluetooth-Funktionen auf dem DAP und verbindet das Smartphone via BT. Danach kann man die Wiedergabe und die Lautstärke vom Handy aus steuern — der M5 Ultra verwandelt sich so in eine drahtlose Audioquelle. So habe ich den M5 benutzt, um unseren Garten zu beschallen und konnte ihn bequem aus der Tasche mit dem Handy steuern.

Der vielseitige USB-C-Anschluss ermöglicht nicht nur das Laden, sondern auch den Einsatz als USB-DAC für Computer oder Smartphones — praktisch für alle, die den hochwertigen Klang des M5 Ultra auch am Schreibtisch genießen möchten.

Klangcharakter: Shanlings audiophile Haushandschrift

Der Shanling M5 Ultra liefert klassischen Shanling-Hausklang: musikalisch, warm und organisch, was zu einem natürlichen Hörerlebnis führt. Diese leicht eingängige Präsentation macht ihn zu einer vielseitigen Wahl für ein breites Spektrum an Hörern. Mit seinem tiefen schwarzen Hintergrund, dem lebendigen Mittenbereich und kontrollierten Höhen ist er ideal für Audiophile, die einen entspannenden, aber detailreichen Audio-Player suchen.

Bass: Warm, voll, mit Fokus auf Mid-Bass

Der M5 Ultra zeichnet sich durch einen warmen und vollmundigen Midbass aus. Diese Wärme setzt den Ton für die gesamte Klangsignatur und bereichert den Mittenbereich mit einem üppigen, organischen Gefühl, ohne den Hörer mit übermäßigem Subbass zu überwältigen.

Ich finde den Bass insgesamt sehr genießbar, aber er könnte noch etwas verfeinert werden. Ein präziseres Abklingen und eine straffere Kontrolle würden seine technische Finesse verbessern.

Als ich einige Tracks von Knocked Loose (ja, ich stehe auf brutalen Metal!) durch den Player jagte, war ich beeindruckt, wie gut er die komplexen Bass-Gitarren-Linien reproduzierte, auch wenn bei den tiefsten Breakdown-Passagen etwas mehr Subbass-Präsenz wünschenswert gewesen wäre.

Mitten: Das klare Highlight des Players

Der Shanling M5 Ultra glänzt im Mittenbereich und bietet einen Klang, der sowohl klar als auch warm ist. Instrumente und Gesang werden mit außergewöhnlicher Natürlichkeit und Engagement wiedergegeben. Dieser Aspekt des M5 Ultra ist besonders beeindruckend, mit seinem detaillierten und transparenten Klang, der bemerkenswerte Instrumentenklangfarbe und tonale Genauigkeit zeigt.

Die Mittenwiedergabe zeichnet sich durch ihre verfeinerten Details aus, wobei jede Note mit Präzision und Klarheit geliefert wird. Dies ermöglicht eine nuancierte und ausdrucksstarke Darstellung sowohl von Instrumenten als auch von Gesang.

Während der Shanling M5 Ultra in der Mittenklarheit und ‑fülle brilliert, neigt seine Präsentation allerdings dazu, etwas direkt und fokussiert zu sein, was zu einer weniger geräumigen und expansiven Klangbühne führen kann.

Höhen: Glatt, entspannt und dennoch detailliert

Die Höhen des Shanling M5 Ultra sind glatt und entspannt und bieten eine ausgewogene Mischung aus Helligkeit und Klarheit, ohne in scharfes oder hartes Territorium abzudriften. Dies macht ihn ideal für längeres Hören und trägt zur insgesamt musikalischen und leicht genießbaren Klangsignatur des M5 Ultra bei.

Im Gegensatz zu früheren Shanling-Modellen führt der Shanling M5 Ultra wohl ein etwas schärferes Höhenprofil ein, das Definition und Details verbessert. Selbst mit dieser zusätzlichen Schärfe vermeidet er erfolgreich Ermüdung oder Zischen und sorgt für ein komfortables und angenehmes Hörerlebnis.

Obwohl die Höhen etwas mehr Ausdehnung vertragen könnten, ist ihre Artikulation robust und macht damit jeden Mangel an Ausdehnung wett. Der Shanling M5 Ultra überzeugt mit klaren, detaillierten Höhen, mit guter Auflösung und Definition. Er harmoniert auch gut mit sehr hellen Kopfhörern und schafft ein harmonisches Klangprofil.

Bei meinen Tests war ich positiv überrascht, wie gut der Player mit komplexen Gitarrenpassagen und Becken-Crashes umgehen konnte — keine Härte oder Zischen, selbst bei hoher Lautstärke.

Technische Performance: Mehr als nur Tonalität

Der Shanling M5 Ultra beeindruckt mit seiner Fähigkeit, einen pechschwarzen Hintergrund zu schaffen, was die Klangabtrennung und Artikulation erheblich verbessert. Dies führt zu einer klaren, gut definierten Wiedergabe musikalischer Elemente. Obwohl die Klangbühne nicht so expansiv ist wie bei einigen Konkurrenten, bietet sie dennoch ein zufriedenstellendes 3D-Imaging, auch wenn es noch Potenzial für weitere Verbesserungen gibt.

Was den Shanling M5 Ultra wirklich auszeichnet, ist seine natürliche Klangwiedergabe. Anstatt Bass- oder Höhenfrequenzen zu übertreiben, bietet er ein glattes und authentisches Audioerlebnis, das die Musikalität bereichert. Dieser natürliche Charakter, kombiniert mit solider Auflösung, schafft ein ausgewogenes und ansprechendes Klangprofil.

Der Shanling M5 Ultra profitiert auch von einem sauberen, rauschfreien Hintergrund, der selbst die subtilsten Details in Aufnahmen zum Vorschein bringt. Mit seiner ausgezeichneten Instrumententrennung, natürlichen Klangqualität und makellosen Hintergrund hebt sich der Shanling M5 Ultra in seiner Kategorie ab. Allerdings gibt es noch Raum für Verbesserungen in Bezug auf die Layering-Performance.

Obwohl der Shanling M5 Ultra nicht ganz an das Layering und die Basstiefe von Flaggschiff-Modellen heranreicht, bleibt er ein beeindruckender Konkurrent. Er liefert ausgezeichnete Auflösung, Trennung, Detail und tonale Genauigkeit und bietet einen erheblichen Wert für seinen Preis.

Synergien & Kopfhörer-Paarungen: Vielseitiger Antreiber

Der Shanling M5 Ultra glänzt in Bezug auf Ausgangsleistung und Vielseitigkeit. Er handhabt eine breite Palette von Kopfhörern, einschließlich Planar-Modellen, mit beeindruckender Effizienz. Mit drei verfügbaren Gain-Einstellungen unterstützt der Shanling M5 Ultra effektiv sowohl IEMs als auch Vollformat-Kopfhörer. Für optimale Leistung kann die Paarung mit hellen Kopfhörern helfen, seinen natürlich warmen und musikalischen Klang auszugleichen.

Ich habe den Player mit verschiedenen Kopfhörern getestet — von meinen Beyerdynamic DT 1990 Pro, über den in der Testung befindlichen Audeze LCD‑X bis hin zum Shanling ME600 IEM — und er hat mit allen hervorragend harmoniert. Besonders beeindruckt hat mich, wie gut er selbst mit anspruchsvollen Planar-Kopfhörern zurechtkam, die normalerweise einen kräftigen Desktop-Amp benötigen.

Steamer-Ersatz

Auch kann man über einen Ersatz von einem Streamer nachdenken. Für Liebhaber von Offline-Musik an seiner Anlage eignet sich der Shanling M5 Ultra hervorragend. Durch seine Möglichkeit ihn per Handy-App fern zu steuern steht er definitiv gut dar.

So könnte man sich eine Minimal Anlage aus Aktiv-Lautsprechern und dem M5 Ultra zusammenstellen. Man kann so einen tollen Player nicht nur mobil sondern auch in den heimischen vier Wänden einsetzen. Wir haben den Player in der Tat mit den Fosi Audio V3 Mono’s gekoppelt und so unseren Garten mit den B&W AM1 beschallt. Dies hat sich als hervorragende Kombo herausgestellt.

Auch für Gamer interessant

Studio-Kopfhörer und ‑Monitore sind in der Gamer-Szene schon länger angkommen. Meist werden sie dann von einem Audio-Interface, welches vorhanden ist für Mikrofone, betrieben. Dies ist gar keine schlechte Idee! Aber: in unseren bisherigen Tests, konnten diese nicht mit hochwertigeren DACs konkurieren. Sind sie optimal für Sprache, stellen aber nicht unbedingt die Räumlichkeit bei Spielen dar.

Der Shanling M5 Ultra schlägt sich hier auch wieder ausgezeichnet. Treibt er nicht nur Kophörer mit Leichtigkeit an, stellt er auch bei Gaming den Sound super da. Gerade durch die mittenlastigere Abstimmung hat er mehr Punch bei Spielen.

Seine Mitbewerber von On-Board Sound-Chips lässt er ebenfalls mit Leichtigkeit liegen. Zwar haben Hersteller erkannt, dass sie diesen mehr Aufmerksamkeit zu teil kommen lassen müssen, aber hier hat die Audio-Branche immer noch weit die Nase vorn.

Warum der Player auch was für die iPhone-Generation ist

Leute. Ja, Spotify und Streamen ist generell geil und einfach. Mache ich auch. Eben die Airpods ins Ohr und los geht’s. Aber: Genuss muss auch sein und wer Musik genießen möchte, kann sich auch mal Zeit für diese nehmen. Ich kenne noch Walkman, Diskman und MP3 Player. Und schleppe jetzt wieder einen DAP mit mir rum, wenn ich entspannt Musik hören möchte. Der Shanling M5 Ultra ist handlich und bedient sich wie ein Handy. Ist aber schwerer und wertiger in der Hand.

Die Soundqualität ist immens besser, als es das iPhone ohne Anbauteile zu spielen vermag und das auch ohne geschultes Ohr. Konzerte und Festivals sprießen überall, eben weil gute Musik geschätzt wird. Wer am nähsten an so ein Erlebnis kommen möchte, sollte ich einfach unverbindlich mal Lossless Musik auf einem DAP geben.

Fazit: Audiophiler Purismus für Metalheads und Klangliebhaber

Der Shanling M5 Ultra verkörpert den klassischen kompakten Shanling-DAP mit seiner Klangperformance, die sich auf lokale Musikwiedergabe konzentriert. Diese Entscheidung verbessert die Hintergrundschwärze und verlängert die Akkulaufzeit, schränkt jedoch die Funktionalität und Navigationsoptionen ein. Wobei man hier eigentlich kaum Grund hat zu meckern, bei dem Angebot an Funktionen.

Der Shanling M5 Ultra beeindruckt mit seiner Ästhetik und Verarbeitungsqualität und bietet ein modernes Design und eine robuste Konstruktion. Seine Klangperformance ist bemerkenswert in Bezug auf Klarheit, Auflösung und Musikalität, was ihn zu einem starken Performer mit solider Verstärkung macht.

Der Shanling M5 Ultra ist definitiv ein Player für Puristen und audiophile Enthusiasten, die sich auf lokale Musikwiedergabe in höchster Qualität konzentrieren möchten. Mit seinem 540-Euro-Preisschild ist er eine Investition, die sich für diejenigen lohnt, die die warme, musikalische Klangcharakteristik von Shanling schätzen und einen vielseitigen, gut gebauten Player suchen, der mit fast allen Kopfhörern hervorragend harmoniert.

Falls euch dieser Test gefallen hat, schaut euch auch meine anderen Reviews zu audiophilen Produkten an — von Vinyl-Reviews für Metalheads bis hin zu Desktop-DACs für Gaming-Enthusiasten. Abgehört haben wir den DAP mit vielerlei Musik. Dennoch kommen wir immer wieder auf unsere Referenz-Playlist bei Qobuz zurück.

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Fosi Audio K7 — Der Perfekte Desktop DAC für Audiophile Gamer https://www.hifigeek.de/fosi-audio-k7-der-perfekte-desktop-dac-fuer-audiophile-gamer/ https://www.hifigeek.de/fosi-audio-k7-der-perfekte-desktop-dac-fuer-audiophile-gamer/#respond Tue, 11 Mar 2025 07:00:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8408 Der Fosi Audio K7 hat seinen Weg von der Kickstarter-Kampagne direkt auf unseren Schreibtisch gefunden, und wir können jetzt nach ausgiebigem Test sagen: Dieses kleine Kraftpaket ist weit mehr als nur ein gewöhnlicher Desktop-DAC. Fosi Audio bezeichnet ihr neuestes Werk als “audiophilen Gaming DAC” — ein großes Versprechen, das wir auf Herz und Nieren geprüft haben. Als Flaggschiff der K‑Reihe positioniert sich der K7 ganz bewusst im oberen Segment des Herstellers, der bereits einige bemerkenswerte Audio-Geräte auf den Markt gebracht hat. Als langjähriger Fan von Fosi Audio, aber auch kritischer Audiofreak, war ich besonders gespannt, ob der K7 meinen hohen Ansprüchen gerecht werden kann.

Transparenz First: Unsere Testbedingungen

Gleich vorweg: Wir haben den K7 kostenlos von Fosi Audio zum Testen bekommen. Aber keine Sorge — das bedeutet nicht, dass wir hier PR-Texte abspulen. Wir urteilen völlig unabhängig und nehmen im Gegensatz zur klassischen Fachpresse kein Geld für unsere Reviews. Wer also einen echten, ungefilterten Test lesen will und keine weichgespülten Marketing-Floskeln, ist hier genau richtig. Bei uns bekommt ihr die ungefärbte Wahrheit — versprochen!

Design und Verarbeitung: Solides Stück Hardware

Die erste Disziplin meistert der K7 mit typischer Fosi-Qualität: Das vollständig aus Aluminium gefertigte Gehäuse liegt angenehm schwer und wertig in der Hand. Auf der Unterseite finden sich vier Gummifüße mit dezenter Fosi Audio Gravierung, die für stabilen Stand sorgen. Die Oberseite wird von zwei digitalen Reglern und fünf Metallknöpfen dominiert, die um ein kleines aber gut ablesbares beleuchtetes Display angeordnet sind. Ein echter Hingucker auf jedem Schreibtisch, die schlichte schwarze Farbgebung passt zu jedem Setup.

Die Anschlussvielfalt ist beeindruckend: An der Front befinden sich zwei 3,5mm Klinkenbuchsen (Mikrofon-Eingang und Kopfhörer-Ausgang) sowie eine 4,4mm Balanced-Buchse für anspruchsvollere Setups. Die Rückseite bietet neben dem 12V-Eingang einen USB-C-Port, Coax- und optischen Eingang, eine Fassung für die schraubbare Bluetooth-Antenne sowie einen Zweikanal-Cinch-Ausgang. Alle Ein- und Ausgänge sind hart vergoldet — ein Premium-Touch, der die Langlebigkeit erhöht und auch optisch einiges hermacht. Die Verarbeitung ist makellos — keine ungleichmäßigen Spaltmaße, keine wackeligen Knöpfe, alles sitzt perfekt.

Technik, die begeistert

Im Herzen des Fosi Audio K7 arbeitet ein AKM4493SEQ DAC-Chip, der folgende Sampling-Raten unterstützt:

  • USB: PCM 384kHz-32bit/DSD256
  • Optical: PCM 24bit/192kHz
  • Coaxial: PCM 24bit/192kHz
  • Bluetooth: PCM 24bit/48kHz

Die Kopfhörer-Impedanzspanne ist mit 16–300Ω großzügig dimensioniert, was bedeutet, dass der K7 mit praktisch jedem Kopfhörer zurechtkommt — vom mobilen In-Ear bis zum anspruchsvollen Studio-Kopfhörer. Der firmware-updatefähige DAC ist intern komplett balanced aufgebaut und liefert eine beeindruckend niedrige Verzerrung von nur 0,0002%. Zusätzliche Sicherheit bieten Überspannungs‑, Überlast- und Überhitzungsschutz — während unseres Tests wurde der K7 zwar warm, aber nie bedenklich heiß. Selbst nach mehreren Stunden im Dauerbetrieb blieb die Temperatur im grünen Bereich.

Im Balanced-Betrieb erreicht der Fosi Audio K7 einen Signal-Rausch-Abstand und Dynamikumfang von 121dB. Die maximale Ausgangsleistung liegt bei beeindruckenden L+R≥2100mW+2100mW — genug Power, um selbst anspruchsvolle Kopfhörer mühelos anzutreiben. Im Single-Ended-Betrieb bleiben immer noch respektable SNR 122dB und ein Dynamikumfang von 121dB erhalten, während sich die maximale Ausgangsleistung auf L+R≥600mW+600mW (32Ω/THD+N<1%) reduziert. Beeindruckende Werte, die selbst bei deutlich teureren DACs nicht selbstverständlich sind.

Via Bluetooth 5.0 unterstützt der Fosi Audio K7 die Codecs SBC, AAC, aptX, aptX HD und aptX LL, womit auch kabellose Verbindungen in nahezu verlustfreier Qualität möglich sind. Die mitgelieferte Antenne sorgt dabei für exzellente Reichweite und stabile Verbindung — in unserem Test konnten wir selbst durch mehrere Wände hindurch noch eine stabile Bluetooth-Verbindung halten.

Vielseitigkeit: Einfach anschließen und loslegen

Die Einrichtung des Fosi Audio K7 ist erfreulich unkompliziert. In unserem Test funktionierte er problemlos an Mac und Windows-PC, ohne dass spezielle Treiber installiert werden mussten. Plug & Play im besten Sinne — einfach anschließen, einschalten und loslegen. Ein großer Pluspunkt: Dank der vielseitigen Anschlüsse lässt sich der K7 auch mit Spielkonsolen wie PlayStation und Xbox verbinden. Allerdings benötigt er stets seine separate 12V-Stromversorgung und kann nicht ausschließlich über USB‑C betrieben werden, was angesichts der Leistungsdaten aber völlig nachvollziehbar ist.

Wir haben den Fosi Audio K7 nicht nur direkt mit Kopfhörern getestet, sondern auch als Quelle für separate Kopfhörerverstärker und Endstufen für Schreibtisch-Lautsprecher genutzt. Diese Flexibilität macht ihn zum echten Multitalent im Audio-Setup. Besonders gut hat uns gefallen, dass man über den Cinch-Ausgang auch aktive Lautsprecher oder eine separate Verstärker-Lautsprecher-Kombination anschließen kann.

Bedienung, die Spaß macht

Die Bedienung des Fosi Audio K7 ist erfreulich intuitiv und durchdacht. Nach dem Einschalten kann zwischen den Modi UAC‑1 und UAC‑2 gewählt werden. Für alle, die mit diesen Abkürzungen nichts anfangen können: UAC‑1 verarbeitet PCM-Signale bis 24bit/96kHz und erlaubt die parallele Nutzung des Mikrofon-Eingangs. In diesem Modus lässt sich das Mikrofon per Druck auf den rechten Drehregler stummschalten, und durch Betätigen des Tone/Mic-Buttons kann die Mikrofon-Verstärkung (0–10) eingestellt werden — ideal für Gaming-Sessions oder Video-Calls.

Im UAC-2-Modus steht Bitstreaming mit 384kHz-32bit/DSD256 zur Verfügung, allerdings ohne Mikrofon-Funktionalität. Die Eingänge (USB, Bluetooth, Coax, Optical) werden über die Input-Taste gewechselt, während der Output-Button zwischen Kopfhörer- und Cinch-Ausgang umschaltet und bei Bedarf alle EQ-Einstellungen per Bypass-Funktion deaktiviert. Der eingebaute EQ erlaubt Anpassungen bei Bass (-12 bis +12) und Höhen (-6 bis +6) — perfekt, um den Sound nach persönlichem Geschmack zu tunen oder unterschiedliche Musikgenres optimal zur Geltung zu bringen.

Die Lautstärkeregelung reagiert feinfühlig und präzise, wobei die Abstufungen bei niedrigen Lautstärken etwas gröber ausfallen. Bei mittlerer und hoher Lautstärke hingegen kann man sehr präzise regeln. Wirklich praktisch ist auch die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Eingängen zu wechseln, ohne jedes Mal Kabel umstecken zu müssen — ein Feature, das im Alltag viel Komfort bietet.

Gaming-Performance: Audiophiles Kopfkino

Da Fosi Audio den Fosi Audio K7 explizit als Gaming-DAC bewirbt, haben wir seine Fähigkeiten in diesem Bereich besonders intensiv getestet — oder besser gesagt, testen lassen. Da ich selbst aktuell kaum zum Zocken komme, habe ich den K7 an zwei Gaming-affine Kollegen weitergereicht, die ihn im täglichen Spielbetrieb auf die Probe stellen konnten. Beide sind erfahrene Gamer mit gehobenen Ansprüchen an den Sound — perfekte Testpersonen also.

Der erste Test mit Hunt: Showdown offenbarte sofort die Stärken des Fosi Audio K7. Nach einem Vergleich mit dem bisherigen Setup aus Focusrite Audio Interface und Beyerdynamic DT 1990 Pro war die Reaktion eindeutig: Ein lautes “Oha!” quittierte die deutlich bessere Ortbarkeit von Gegnern und Bewegungen mit dem Fosi Audio K7. War beim Focusrite zwar ein Gegner grundsätzlich ortbar, konnten mit dem K7 auch Entfernung und präzise Richtung sofort bestimmt werden — ein entscheidender Vorteil in taktischen Spielen, der buchstäblich über Leben und Tod entscheiden kann.

Darüber hinaus reproduzierte der Fosi Audio K7 Sounds wesentlich detaillierter und lieferte spürbar mehr Druck bei Explosionen und anderen Ereignissen. Schritte waren präziser zu orten, Schüsse klangen definierter, und selbst kleine akustische Details wie das Rascheln im Gebüsch oder das Knarren von Holzdielen wurden klarer wahrgenommen. Der Sound war insgesamt klarer und nach längerer Nutzung auch angenehmer, was vor allem bei stundenlangen Gaming-Sessions ein wichtiger Faktor ist. Beim anschließenden Musiktest mit Bloodywood zeigte sich ein ähnliches Bild: Mehr Details, bessere Nuancierung und ein breiteres Klangbild. Die zusätzliche Möglichkeit, den Sound per EQ anzupassen, war das Tüpfelchen auf dem i. Am Ende des Abends war die entscheidende Frage: “Was kostet der K7 und wo kann ich ihn kaufen?” Long story short: Er hat ihn gekauft — ein deutlicheres Qualitätsurteil gibt es wohl kaum.

Gaming-Performance die Zweite

Der zweite Test mit einem Kollegen, der bisher ein Beyerdynamic DT900 Pro X an einem Beyerdynamic Fox Mikrofon betrieb, verlief ähnlich überzeugend. Der Fosi Audio K7 setzte sich klar gegen das Fox und sogar gegen sogenannte High-End-Onboard-Soundkarten durch. Eine Runde Diablo 4 bestätigte den positiven Eindruck, der sich bereits beim Musikhören abgezeichnet hatte. Die Atmosphäre des Spiels kam deutlich besser zur Geltung, die Klangeffekte wirkten präsenter und räumlicher, und die Musikuntermalung entfaltete mehr Tiefe und Dramatik. Auch hier war die Konsequenz unmittelbar: Der Fosi Audio K7 wurde direkt bestellt — ein weiterer Beweis für die überzeugende Performance des kleinen Kraftpakets.

Alltäglicher Einsatz: Verlässlicher Begleiter

Nach den Erfahrungen aus dritter Hand war es Zeit für den Alltagstest. Als jemand, der täglich 8+ Stunden am Rechner sitzt und zwischen Telkos, Qobuz und Spotify hin und her springt, kenne ich meinen Sound ziemlich genau. Normalerweise nutze ich einen iFi Hip Dac, der zwar sehr gut ist, aber eher für mobile Einsätze konzipiert wurde und irgendwann durch etwas Stationäres ersetzt werden sollte. Da kam der Fosi Audio K7 gerade recht.

Nach vier Wochen intensiver Nutzung am MacBook Pro M4 Max kann ich berichten: Keine Ausfälle, keine Probleme, keine Aussetzer — der Fosi Audio K7 läuft wie ein Uhrwerk. Er wurde stets zuverlässig erkannt und schaltete problemlos zwischen verschiedenen Sample-Rates um. Die meiste Zeit lief er im UAC-2-Modus, da für mein Mikrofon ohnehin ein analoger XLR-Anschluss mit 48V-Phantomspeisung notwendig ist. Die Lautstärkeregelung mit dem linken Drehregler funktioniert hervorragend, auch wenn die Abstufungen erst bei höheren Lautstärken feiner werden. Für den täglichen Gebrauch ist das aber völlig ausreichend.

Der eingebaute EQ erwies sich als nützliches Werkzeug zur Feinanpassung, sei es für Musik, YouTube-Videos, Instagram-Feeds oder Screener. Besonders bei schlecht abgemischten YouTube-Clips konnte ich mit einem leichten Bass-Boost und etwas mehr Höhen die Sprachverständlichkeit deutlich verbessern. Nach zwei Wochen kam dann noch ein Upgrade: Der Beyerdynamic DT 1990 Pro wurde durch einen Audeze LCD‑X ersetzt, der mit noch mehr Details, Räumlichkeit und Power aufwartet. Auch hier zeigte sich der Fosi Audio K7 von seiner besten Seite und trieb den anspruchsvollen Kopfhörer souverän und mit Elan an. Die Kombination aus Fosi Audio K7 und Audeze LCD‑X entpuppte sich als echter Traumpartner für lange Hörsessions.

Besonders beeindruckend war die Flexibilität im Alltag: Morgens ein Telefonat über den Kopfhörer, mittags etwas Musik über die Schreibtischlautsprecher, abends dann wieder intensive Hörsessions mit dem Kopfhörer — all das ohne Kabel umstecken zu müssen. Auch die Bluetooth-Funktionalität erwies sich als praktisch, wenn mal schnell ein Track vom Smartphone abgespielt werden sollte. Der Fosi Audio K7 schaltete dabei blitzschnell um und lieferte auch über Bluetooth eine respektable Klangqualität.

Klangliche Vergleiche: David gegen Goliath

Um zu sehen, wo die Grenzen des Fosi Audio K7 liegen, haben wir ihn mit deutlich teureren Setups verglichen. Zunächst wurde der integrierte Kopfhörerverstärker gegen externe Lehmann Audio Linear und Linear II Verstärker getauscht — mit 1000€ bzw. 1500€ wahrlich Premium-Geräte der Referenzklasse. Diese Kombination sollte zeigen, ob der K7 als reiner DAC mit einer hochwertigen Verstärkerstufe mithalten kann.

Natürlich kann der Fosi Audio K7 den Lehmann-Verstärkern nicht das Wasser reichen, aber er schlägt sich im Vergleich bemerkenswert gut! Der Sound mit dem Lehmann Audio Linear klingt zwar deutlich entspannter, detaillierter und reiner, was vor allem der linearen Stromversorgung, ausgeklügelter Schaltung und High-End-Bauteilen zu verdanken ist. Aber gerade dieser Vergleich zeigt, dass man mit dem Fosi Audio K7 ein ausgezeichnetes Stück Hardware zum Bruchteil des Preises erwirbt. Der Qualitätsunterschied ist zwar hörbar, aber der Fosi Audio K7 spielt halt in einer Liga ganz anderen Liga.

Auch der Vergleich mit dem Fosi Audio ZD3, der preislich in derselben Kategorie liegt, aber einen ES9039Q2M DAC-Chip verbaut hat und ohne Kopfhörerverstärker auskommt, zeigte interessante Unterschiede: Der K7 spielt weicher und wärmer, während der ZD3 definierter und technischer klingt — ähnlich dem Unterschied zwischen Vinyl und Digital, allerdings ohne den direkten Basspunch einzubüßen. Diese klangliche Abstimmung macht den K7 besonders angenehm für längere Hörsessions, während der ZD3 mit seiner analytischeren Gangart besonders bei akustischer Musik punkten kann. Welches Gerät man bevorzugt, ist letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks und des Einsatzzwecks.

Ein weiterer Vergleich mit einer audiophilen Soundkarte zeigte, dass der externe Fosi Audio K7 in allen Belangen überlegen ist: Mehr Details, bessere räumliche Abbildung, sauberere Höhen und ein kontrollierter, kräftiger Bass. Die Soundkarte wirkte im direkten Vergleich etwas angestrengt und weniger souverän, besonders bei komplexen Musikpassagen oder bei hoher Lautstärke. Der K7 hingegen behielt stets seine Contenance und lieferte einen stabilen, ausgewogenen Klang — egal, was man ihm vorsetzte.

Musikerlebnis

Die klanglichen Qualitäten des Fosi Audio K7 haben wir mit verschiedensten Musikstücken unserer Qobuz-Referenz-Playlist auf die Probe gestellt. Weiterhin wurde die digitale Version von Hyms in Dissonance von Whitechapel für unseren Vinyl-Test abgehört.

Knocked Loose kommt exakt so in-your-face, wie man es erwartet. Brian Garris’ Kreischgesang wird authentisch und eindringlich wiedergegeben, ohne dass die fetten Riffs den Gesang oder die filigranen Becken und Hi-Hats vermatschen. Die Gitarren haben genau den richtigen Schärfegrad, ohne unangenehm zu werden, und der Bass liefert den notwendigen Punch, der bei diesem Genre so wichtig ist. Besonders bei “God Knows” kommen die schnellen Doublebass-Passagen präzise und druckvoll, ohne zu verwaschen.

Poppys Stimme wird fein und sauber herausgearbeitet, während die Breakdowns unbeschreiblich fett klingen. Bei “Don’t reach for me” entfaltet sich der Kontrast zwischen den poppigen Strophen und den brachialen Refrains besonders eindrucksvoll. Die Dynamik des Songs wird vom K7 mühelos gemeistert, und der Übergang zwischen den verschiedenen Passagen gelingt fließend und organisch.

Lorna Shore, insbesondere die Pain Remains Trilogie, bietet reichlich Abwechslung und feingeistige Momente, in denen der Fosi Audio K7 beweisen kann, dass er sowohl knüppelhart als auch butterweich spielen kann. Die orchestralen Passagen kommen mit angemessener Größe und Tiefe, während die brutalen Ausbrüche mit Will Rahns unmenschlichen Vocals den nötigen Druck entwickeln. “To the Hellfire” mit seinen zahlreichen Bassdrops ist ein wahrer Zuckerschleck für die Ohren. Der berühmte Bassdrop wird vom Fosi Audio K7 mit einer Souveränität wiedergegeben, die für ein Gerät dieser Preisklasse bemerkenswert ist. Der Bass reicht tief hinab, ohne je zu dröhnen oder zu vermatschen.

Ja, mehr Musik!

Brand of Sacrifice mit “Purge”, wo wirklich viel parallel passiert, spielt der Fosi Audio K7 souverän und mit ordentlich Druck. Die zahlreichen Ebenen des Songs — von den guttural-tiefen Vocals über die schnellen Gitarrenriffs bis hin zu den elektronischen Elementen — werden klar voneinander getrennt und doch zu einem kohärenten Ganzen zusammengefügt. Besonders Spaß macht es hier, den Bass um 2–3 Stufen anzuheben und sich von den Kopfhörern richtig durchmassieren zu lassen. Der EQ greift dabei präzise und musikalisch, ohne den Klang zu verfärben oder zu verzerren.

Als Kontrast haben wir Radiohead mit “Creep” getestet — eine unglaublich coole Aufnahme mit sanfter Stimme, räumlichem Schlagzeug und feinen Gitarren, die zum Refrain hin ordentlich fett klingen. Thom Yorkes charakteristische Stimme schwebt förmlich über den Instrumenten, während die legendären Gitarren-Explosionen im Refrain mit dem nötigen Crunch und Druck wiedergegeben werden. Der räumliche Eindruck ist beeindruckend, man kann jeden Musiker klar im Stereopanorama verorten und hat das Gefühl, mitten im Geschehen zu sitzen.

Und da Klassik oft als Maßstab für audiophile Menschen gilt, haben wir mit Septicflesh und ihrem “Infernus Sinfonica MMXIX” ein Metal-Album mit Orchester in die Rotation aufgenommen. “Portrait of a Headless Man” mit seinen räumlich präzise platzierten Trompeten klingt beeindruckend ehrlich und direkt. Der Fosi Audio K7 schafft es mühelos, die Komplexität der Orchesterarrangements wiederzugeben und gleichzeitig den brachialen Metal-Aspekt nicht zu vernachlässigen. Die Dynamik des Stücks wird eindrucksvoll transportiert, und die räumliche Abbildung ist für ein Gerät dieser Preisklasse schlichtweg herausragend.

Die Entdeckung 2024 war für uns die EP “The Poetic Edda” von Synestia und Disembodied Tyrant. Besonders der Song “Winter” mit seinem Bassdrop und der einsetzenden Orgel ist ein wahres Klangschmuckstück, das durch den Fosi Audio K7 vollends überzeugt. Die atmosphärischen Elemente werden wunderschön herausgearbeitet, während die brutalen Passagen mit der nötigen Kraft und Präzision wiedergegeben werden. Die Vocals sind klar und präsent, ohne je den Rest des musikalischen Geschehens zu überdecken. Ein audiophiles Highlight, das der K7 mit Bravour meistert.

Upgrade-Potential: Noch Luft nach oben

Natürlich kann man den Fosi Audio K7 noch weiter optimieren. Ein gutes 12V Linear-Netzteil würde die Kluft zwischen dem K7 und höherpreisigen Setups vermutlich etwas verringern. Leider ist unser Testexemplar bis zum Erscheinen dieses Tests noch nicht eingetroffen, aber die Vorteile, die sich aus einer linearen Stromversorgung für den DAC ergeben, dürften spürbar sein. Erfahrungsgemäß profitieren DACs erheblich von einer sauberen, rauscharmen Stromversorgung. Die Unterschiede könnten sich in einem noch ruhigeren Hintergrund, besserer Dynamik und feiner aufgelösten Details bemerkbar machen.

Für den schmalen Geldbeutel finden sich auf AliExpress oder eBay lineare Netzteile zwischen 80–180€, die bereits eine deutliche Verbesserung gegenüber dem mitgelieferten Schaltnetzteil darstellen sollten (UPDATE: wir haben hier eines getestet und für gut befunden). Wer tiefer in die Tasche greifen möchte, kann sich bei Herstellern wie Keces oder Plixir umsehen, die hochwertige lineare Netzteile im Bereich von 300–600€ anbieten. Allerdings stellt sich die Frage, ob es sich wirklich lohnt, einem 200€ DAC ein 500€+ Netzteil hinzuzufügen — in diesem Fall wäre ein DAC-Upgrade vielleicht die sinnvollere Investition. Andererseits kann ein gutes Netzteil auch bei einem späteren DAC-Upgrade weiterverwendet werden, sofern die Spannung kompatibel ist.

Eine weitere Möglichkeit, das Klangpotential des Fosi Audio K7 auszuschöpfen, sind hochwertige Kabel. Während wir keine Freunde von überteuerten Audiokabeln sind, können ein solides USB-Kabel mit guter Abschirmung und hochwertige Verbindungskabel für den analogen Ausgang durchaus zu einer Klangverbesserung beitragen. Hier muss man aber nicht unbedingt tief in die Tasche greifen — es gibt durchaus erschwingliche Optionen, die besser sind als die Standardkabel aus der Schublade.

Zielgruppe: Wer braucht den Fosi Audio K7?

Der Fosi Audio K7 richtet sich eindeutig an Gamer, die vom verwaschenen Sound ihrer Onboard-Soundkarte genervt sind, an Musikliebhaber, die ihren Klang auf das nächste Level heben wollen, und an alle, die mit räumlichem Stereoklang in Spielen mehr anfangen können als mit pseudo-Surround. Er ist der perfekte Einstieg in die Welt des hochwertigeren Audios, ohne gleich ein Vermögen ausgeben zu müssen.

Durch die Möglichkeit, auch aktive Lautsprecher anzuschließen, wird der Fosi Audio K7 zu einer kompakten aber leistungsstarken Audiozentrale, die sich zudem intuitiv bedienen lässt. Der Kopfhörerverstärker ist potent genug, um auch exotischere Headsets zu betreiben, und durch das Upgrade-Potential mit einem linearen Netzteil gibt es noch Luft nach oben. Besonders beeindruckend ist die Vielseitigkeit: Der K7 kann problemlos zwischen verschiedenen Quellen wechseln, bietet Bluetooth für kabelloses Hören und unterstützt sowohl normale als auch symmetrische Kopfhörer.

Für den audiophilen Gamer ist der Fosi Audio K7 ein echter Geheimtipp, da er nicht nur musikalisch überzeugt, sondern auch bei der räumlichen Ortung in Spielen neue Maßstäbe setzt. Die Kombination aus hochwertiger Klangwiedergabe und praktischen Gaming-Features wie dem integrierten Mikrofon-Eingang machen ihn zu einer idealen All-in-One-Lösung für anspruchsvolle Spieler, die nicht auf guten Sound verzichten wollen.

Fazit: Referenz unter 200€

Es dürfte zwischen den Zeilen durchscheinen, dass uns der Fosi Audio K7 wirklich beeindruckt hat. Mit einem Kickstarter-Preis von etwa 170€ und einem erwarteten Verkaufspreis knapp unter 200€ ist er zwar keine Schnäppchen-Investition, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ausgezeichnet. In seiner Preisklasse etabliert sich der K7 als echte Institution im Segment der Desktop-DACs mit Kopfhörerverstärker.

Wir haben uns für diesen Test besonders ins Zeug gelegt und zahlreiche Kombinationen ausprobiert, um ein möglichst umfassendes Bild zu zeichnen. Der Fosi Audio K7 wurde mit verschiedenen Kopfhörern (Beyerdynamic DT 1990 Pro, Audeze LCD‑X, Beyerdynamic DT 900 Pro X), verschiedenen Quellen (Windows-PC, MacBook, Smartphone via Bluetooth) und in verschiedenen Szenarien (Gaming, Musik, Filme, Telekonferenzen) getestet. In allen Disziplinen konnte der K7 überzeugen — ein Allrounder im besten Sinne des Wortes.

Nach all unseren Tests können wir den Fosi Audio K7 mit gutem Gewissen als Referenz im Bereich der Desktop-DACs unter 200€ mit Kopfhörerverstärker empfehlen. Für audiophile Gamer und Musikliebhaber, die nicht gleich ein Vermögen ausgeben wollen, ist der Fosi Audio K7 eine Investition, die sich klanglich definitiv auszahlt. Er bietet eine beeindruckende Kombination aus Klangqualität, Funktionsvielfalt und Verarbeitungsqualität, die in dieser Preisklasse ihresgleichen sucht. Fosi Audio hat mit dem Fosi Audio K7 ein Produkt geschaffen, das die Messlatte für zukünftige Desktop-DACs in dieser Preisklasse deutlich anhebt.

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