WiiM - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de Audio & Heimkino. Ernst genommen. Wed, 24 Jun 2026 13:38:04 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 https://www.hifigeek.de/media/cropped-hifigeek.de-512-32x32.png WiiM - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de 32 32 60029611 WiiM Amp Ultra: Streaming-Verstärker mit Touchscreen, 200 Watt und einer Menge Ehrgeiz https://www.hifigeek.de/wiim-amp-ultra/ https://www.hifigeek.de/wiim-amp-ultra/#respond Tue, 20 May 2025 09:30:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=10908 WiiM hat auf der High End München 2025 gezeigt, wohin die Reise geht — und das Ding heißt WiiM Amp Ultra. Die Marke, die seit ein paar Jahren die Budget-Streaming-Szene aufmischt, baut jetzt ihr erstes echtes Flaggschiff unter den Vollverstärkern. 599 Euro, Unibody-Aluminium, Touchscreen, und auf dem Papier mehr Leistung als alles, was WiiM bisher im Portfolio hatte. Klingt nach einer klaren Ansage.

WiiM selbst ist kein klassisches HiFi-Unternehmen — die Marke gehört zu LinkPlay Technology, einem chinesischen Modul-Hersteller, dessen Streaming-Technologie in Dutzenden von Geräten anderer Hersteller steckt. Man kann sich also vorstellen, dass die Software-Basis sitzt. Seit dem ersten WiiM Amp hat die Marke gezeigt, dass sie preislich unbequem sein kann — und der Amp Ultra treibt das Konzept noch ein Stück weiter.

Alle WiiM-Geräte von Streamer bis Soundbar im Überblick: → WiiM Übersicht

Das Konzept: Amp Pro trifft WiiM Ultra

Wer die WiiM-Linie kennt, erkennt das Prinzip sofort. Der Amp Pro war der leistungsstärkere Streaming-Verstärker im Portfolio, der WiiM Ultra der hochwertige Standalone-Streamer mit Touchscreen und ESS-DAC. Der Amp Ultra ist schlicht beides in einer Kiste — aber neu entwickelt, nicht einfach zusammengeklebt.

Das Gehäuse des WiiM Amp Ultra ist ein Unibody-Aluminiumchassis, aus einem Stück gefräst, optisch irgendwo zwischen Mac Mini und Mac Studio. WiiM sagt nichts dazu, aber es ist weitgehend bekannt, dass die Produktion im selben Foxconn-Werk in Zhengzhou läuft, in dem auch Apple-Hardware produziert wird. Das erklärt die Verarbeitungsqualität — und auch den mitgelieferten Voice Remote 2, der dem Apple Siri Remote so ähnlich ist, dass man zweimal hinschauen muss.

Zwei Farben: Space Gray und Silver. Maße: 200 × 211 × 76 mm. Passt auf jeden Schreibtisch, passt in jedes Regal.

Technik: Die Specs des WiiM Amp Ultra im Check

Herzstück des WiiM Amp Ultra ist der ESS ES9039Q2M SABRE DAC — ein 32-Bit-Wandler, der bis 384 kHz PCM und DSD512 verarbeitet. Für ein All-in-One-Teil in diesem Preisbereich ist das kein Billigchip, sondern ein Baustein, den man sonst eher in separat verkauften DACs für mehr Geld findet.

Die Verstärkersektion des WiiM Amp Ultra arbeitet mit zwei TI TPA3255 Class-D-Chips (Dual Mono, also je ein Chip pro Kanal) und sechs TI OPA1612 Op-Amps. Die Ausgangsleistung gibt WiiM mit 100 Watt pro Kanal an 8 Ohm an, 200 Watt an 4 Ohm. Wichtig: Das sind Herstellerangaben. In unabhängigen Benchtests wurden die 100 Watt an 8 Ohm bestätigt — allerdings zeigten sich bei Burst-Tests Einschränkungen, die auf einen weichen Limiter oder eine begrenzte Netzteil-Headroom hindeuten. Für den normalen Alltagsbetrieb spielt das kaum eine Rolle, für Leute die ihre Endstufe hart ausfahren wollen, ist es einen Gedanken wert.

WiiM bewirbt die PFFB-Technologie — Post Filter Feedback — als besonderen Differenziator. Die Idee: Eine Rückkopplungsschleife nach dem Ausgangsfilter korrigiert das Signal in Echtzeit und macht die Verstärkercharakteristik unabhängiger von der angeschlossenen Lautsprecherlast. THD+N gibt WiiM mit ≤0,005 % bei ‑106 dB (A‑gewichtet) an, SNR mit 120 dB bei 5 Watt. Das sind ordentliche Zahlen, und erste Messungen deuten darauf hin, dass WiiM hier nicht zu hoch pokert.

Konnektivität beim WiiM Amp Ultra : HDMI ARC (mit Dolby Digital Decoding), optischer Eingang, RCA-Stereoeingang, USB‑A, LAN. Dazu ein dedizierter Subwoofer-Ausgang. Drahtlos: Wi-Fi 6E mit Dual-Antennen, Bluetooth 5.3 mit LE Audio und LDAC. Die Lautsprecherterminals sind als Bananenbuchsen ausgeführt — Kabelschuhe und blankes Kabel gehen mit mitgelieferten Adaptern.

Software-seitig bietet der WiiM Amp Ultra : Roon Ready, Google Cast, Alexa Cast, Spotify Connect, TIDAL Connect, DLNA. Streaming-Dienste über die WiiM Home App: Spotify, Tidal, Qobuz, Amazon Music, Deezer, Apple Music und mehr. Kein AirPlay — das ist eine bewusste Entscheidung von WiiM, die sich durch die gesamte Produktlinie zieht. Wer fest im Apple-Ökosystem steckt, muss mit Chromecast oder der App leben.

Was es von der Konkurrenz unterscheidet

Der offensichtlichste Vergleich ist der Eversolo PLAY — ebenfalls ein chinesischer Streaming-Vollverstärker im Mac-Mini-Format, ebenfalls mit TI TPA3255, ebenfalls mit ESS-DAC. Der PLAY hat einen größeren 5,5″-Bildschirm, der Amp Ultra kommt mit 3,5 Zoll, dafür mit PFFB und laut Spec mehr Ausgangsleistung. Beide Teile kosten ähnlich viel. Welches besser klingt, ist erst nach einem direkten Vergleich seriös zu beantworten.

Zum Bluesound Powernode Edge (ca. 599 Euro) ist der Abstand deutlicher — der Edge kommt mit einem Single-Chip-Class‑D und ohne Touchscreen, liefert aber AirPlay 2 und das ausgereifte BluOS-Ecosystem mit. Der klassische Powernode (ca. 900 Euro) liegt preislich klar darüber.

Verglichen mit dem Marantz Model M1 (ebenfalls ca. 700–800 Euro) spielt der Amp Ultra in ähnlichen Gewässern, bringt aber deutlich mehr Streaming-Flexibilität mit — Roon Ready allein ist für viele ein K.O.-Kriterium.

Sonos Amp (ca. 750 Euro) ist in der Klasse auch ein relevanter Name, aber der hat keinen eigenen DAC im klassischen Sinne, und das Sonos-Ecosystem ist zunehmend ein Thema für sich.

Preis und Verfügbarkeit

Der WiiM Amp Ultra kostet 599 Euro in Deutschland und ist seit August 2025 im Handel erhältlich — in Space Gray und Silver. Im Lieferumfang ist der WiiM Voice Remote 2 enthalten, also kein separater Kauf nötig.

599 Euro für das, was hier drin steckt, ist nicht günstig im absoluten Sinne. Aber es ist günstig gemessen an dem, was man bekommt: ESS SABRE DAC der aktuellen Generation, Roon Ready, HDMI ARC, Wi-Fi 6E, Dual-Mono-Endstufe, Touchscreen, Unibody-Alu. Das gleiche Feature-Set in klassischen Separate-Komponenten zusammenzustellen, würde das Doppelte oder mehr kosten.

Einordnung

WiiM macht mit dem WiiM Amp Ultra das, was sie schon mit dem ersten Amp gemacht haben — ein Gerät bauen, das preislich unangenehm ist für alle, die mehr kosten. Ob das auf Höhepunkt klingt, ob die 100 Watt tatsächlich ausreichend Hub für anspruchsvollere Lautsprecher haben, und wie sich RoomFit in der Praxis schlägt — das sind die Fragen, die nur ein echter Hörtest beantworten kann.

Wer damit liebäugelt, einen separaten Streamer und Verstärker durch eine einzige kompakte Kiste zu ersetzen und dabei kein Vermögen ausgeben will: Der Amp Ultra ist momentan eine der glaubwürdigsten Optionen in diesem Bereich. Abwarten oder kaufen — das hängt davon ab, ob AirPlay fehlen darf und ob man dem PFFB-Versprechen vertraut.

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Transaudio D5Pro — Nachbau von legendärer Endstufe im Test https://www.hifigeek.de/transaudio-d5pro-nachbau-von-legendaerer-endstufe-im-test/ https://www.hifigeek.de/transaudio-d5pro-nachbau-von-legendaerer-endstufe-im-test/#respond Sun, 11 Aug 2024 14:13:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8020 Ich hoffe ich setzte mich jetzt nicht in die Nässeln mit meiner Neugierde. Aber der Transaudio D5Pro hat mich heiß gemacht. Da das Patent vom Original abgelaufen ist und ich mir bei leibe niemals das Original leisten könnte, hoffe ich das es hier kein böses Blut gibt.

Aber warum geht es eigentlich?

Na um den Nachbau des legendären darTZeel NHB-108. Dieser ist mittlerweile schon als Model Two erhältlich und unter Patent von darTZeel. Der Nachbau von Transaudio versucht aber gar nicht erst das Design des darTZeels zu kopieren, sondern kommt in einem schlichten Gehäuse daher. Aber es zählen natürlich die inneren Werte und hier wurde versucht auf Komponenten mit den selben Eigenschaften zu setzen wie im Original und die Schaltung exakt nachzubauen.

Abgrenzung

Wir haben den Transaudio D5Pro kostenlos vom Hersteller zur Verfügung gestellt bekommen. Mehr oder minder kostenlos, da wir natürlich Einfuhrumsatzsteuer für das Gerät bezahlen mussten. Dennoch beeinflusst dieser Umstand unsere Einschätzung zu dem Gerät nicht. Wir versuchen hier neutral an jede Bewertung heran zu gehen und nehmen uns Zeit um einen Eindruck des Geräts und Eigenschaften zu bekomen. Es wird versucht den Eindruck möglichst verständlich wieder zu geben ohne blumige und aussagelose Sprache der Fachpresse.

Reviews in Bild und Ton

Wir haben mittlerweile auch einen eigenen Youtube-Channel. Hier versuche ich regelmäßig für euch Reviews mit bewegtem Bild bereit zu stellen und mehr mit euch in Kontakt zu treten. Schaut doch einfach mal vorbei und aboniert den Kanal. Danke!

Unboxing

Geliefert wird der Transaudio D5Pro in einem Karton, mit Syroporplatten ausschraffiert, hervorragend in Luftpolsterfolie verpackt und mit Eckenschutz. Das Gerät hat so die lange Reise ohne irgendwelche Blessuren überstanden. Hier kann man dem Hersteller nur auf die Schulter klopfen, das kennt man aus Fernost auch anders.

Lieferumfang

Hier sind wir schnell durch, da ausser dem Gerät dem Paket nichts beiliegt. Dies ist aber in der Artikelbescheibung beim Kauf transparent angegeben. Woran das liegt ist uns schleierhaft, aber macht das Verpacken und den Versand für verschiedene Länder sicherlich einfacher.

Design und Verarbeitung

Der Transaudio D5Pro ist sagen wir mal schlicht. Also bis auf das eingravierte Transaudio-Logo, die zwei LEDs und dem Netzschalter hat er an der Front nunmal nix zu bieten. Also wer was unauffälliges sucht: in schwarz ist er schwarz wie die Nacht, dass mir die Fotos schon schwer gefallen sind. Das Markanteste an dem Gerät sind wohl mit abstand die Kühlrippen an den Seiten. Sorry, aber hier gibt es wörtlich nix zu sehen.

Die Verarbeitung ist sagen wir mal zweckmäßig gut. Es wurde Wert auf dicke Aluminium Bleche gelegt und das ist hervorragend. Es ist alles sauber verarbeitet und es gibt keine scharfen Kanten. An manchen Stellen ist die schwarze Eloxierung nicht 100%ig und da sieht man in der Größe eines Sandkorns vielleicht die silberne Platte durchblitzen. Stört aber im Regelfall nicht, weil ich ihn nicht den ganzen Tag betrachten muss.

Einrichtung

Als Cinch-Kabel haben wir unser bewährtes Cinch Sommer Cable Epilogue angeschlossen und die Lautsprecher mit unseren DIY Lautsprecherkabeln auf Basis von Sommer Cable Dual Blue Kabel versorgt. Da wir nur ein High-End Kaltgeräte-Kabel haben und dieses an unserem Eversolo (hier im Test) hängt, haben wir den Transaudio D5Pro nur mit einem “normalen” Kaltgerätekabel ausgestattet. Als Zuspieler haben wir zum einen den Eversolo DMP-A6 verwendet oder den IOTAVX AVX17 als Vorstufe mit dem EAT Prelude Plattenspieler an einem Graham Slee — Graham Amp 2 SE.

Als Lautsprecher haben wir hier die Bowers & Wilkins 704 S2 und Acoustic Energy AE 100² in Betrieb gehabt.

Erster Start und Bedienung

Da, einschalten, einen moment warten, bis sich die Kondensatoren vollgesaugt haben und schon leuchten die beiden Front-LEDs und signalisieren die Bereitschaft des Geräts. Da man weiter nichts machen kann, sei hier auch alles zu den Themen gesagt.

Technik-Bashing

Das gute Stück bringt satte 17,4kg auf die Waage. Dafür verantwortlich ist neben dem Gehäuse, das massive Ringkerntraffo, welches mit einer Leistung von 800Watt angegeben ist. Der Transaudio D5Pro stellt eine Leistung von 150w an 8 Ohm zur Verfügung und damit genug auch potentere Lautsprecher ordentlich in Wallung zu bringen. Als Puffer stehen ihm 120.000 µF zur Verfügung und damit einiges an Reserven bei harten Einsätzen. Die Stereo-Endstufe ist intern als doppel Mono-Enstufe aufgebaut und teilen sich nur die Stromversorgung. Das heißt jedem Kanal stehen 60.000 µF, aufgeteilt in jeweils sechs hochwertige 10.000 µF Elna for Music ELKOs, zur Verfügung. Weiterhin wurden Wima MKS 4 Folienkonsensatoren für die weitere Filterung verbaut.

Alle kleineren Kondensatoren auf den Platinen sind von Nichicon. Man kann also nicht meckern über die gewählen Komponenten. Die Verkabelung ist auch sehr hochwertig ausgeführt. Hier fallen zum einen die Teflon ummantelten Kabel von der Kaltegerätesteckerdose zum ersten Schaltboard auf, aber auch die 4mm² Lautsprecherkabel, welche laut Angaben auf dem Kabel, auch in korrekter Signalflussrichtung montiert wurden.

Hier wackelt weiterhin nix rum im Gehäuse, sondern die Kabelführung ist sauber vorgenommen worden. Der Transaudio D5Pro vermittelt bis hierher einen hochwertigen Eindruck und das weit über seinen Preis hinaus.

Die 8mm Front und Seiten-Platten, 3mm Deckel‑, Rück- und Boden-Platte sowie 31mm Kühlrippen alles aus Aluminium sprechen eine weitere Sprache.

Aber auch bei den Funktionen gibt es noch Besonderheiten. Der Transaudio D5Pro wurde mit Lautsprecherschutzschaltungen und einer Soft-Start Funktion versehen. Hier werkeln hochwertige Omron G2r-1‑e Relais je Kanal einmal am Spannungseingang und in den jeweiligen Verstärkerblöcken.

Höreindruck

Wir haben den Transaudio D5Pro auf verschiedene weise angeschlossen gehabt und Musik damit abgehört. Zum einen voll digital mit dem WiiM Pro Plus und dem Eversolo DMP-A6. Hier haben wir unsere allseits bekannte Qobuz-Referenz-Playlist herangezogen. Zum Anderen haben wir den Transaudio D5Pro ebenfalls an unserem EAT Prelude mit Graham Slee — Graham Amp 2 SE voll analog betrieben. Hier haben wir einige referenzfähige Platten bei uns stehen. Wer einen Blick werfen mag kann das in meinem Discogs-Profil machen.

Vielleicht erst einmal was zum generellen Sound des Transaudio D5Pro. Die Kiste klingt verdammt gut und ist mit Abstand der beste Verstärker den wir bisher hier zu Ohren bekommen haben. Was in sofern erstaunlich ist, weil er so günstig ist, aber hochwertig produziert. Generell kann man dem Verstärker attestieren, dass er sehr in Richtung Röhren-Sound tendert, obwohl es sich bei ihm um einen Transistor-Verstärker handelt. Zeigt aber auch das die von Hervé Delétraz’ erfundene Schaltung hier einfach meisterliche Arbeit war.

Knocked Loose — Everything is Quiet Now

Dauerbrenner bei uns. Schon beim Test vom Eversolo DMP-A6 oder WiiM Pro Plus herangezogen, geht es direkt mit Knocked Loose los. Hochwertig produziert haben die Songs echt einiges. Und damit beginnt Everythin is Quiet Now, extrem schnell und komplex. Die Räumlichkeit des Schlagzeugs mit dessen punchigen Bass-Drum spielt suverän und druckvoll auf. Dazu den fetten Gitarren-Riffs verlangen direkt vom Amp einiges an Leistung, lassen ihn aber zu keiner Zeit wirklich schwitzen. Auch bei höheren Lautstärken schafft er es dann den Kontrast zu schaffen zu Brian Garris Schrei-Gesang, welcher vergleichsweise hoch ist.

Bei 0:29 kommt der erste Breakdown, mit anschließender groovigerer Passage. Hier ist viel Raum zu hören und die Bühne klingt wirklich breit. Auch die kurzen Musikkaussetzer locken weder Rauschen, noch beim aprupten Fortsetzen der Musik starke Pegelsteigerungen hervor. Hier hört man das die Kondensatoren das tuen was sie sollen. 1:40 nächster Breakdown mit lang nachklingenden Gitarren und fett einspielenden Riffs und ultra präsentem Schlagzeug, löst bombastisch auf und lässt einen spätestens jetzt vom Sofa/Sessel/Whatever auf springen und den heimischen Moshpit eröffen. (EVERYTHING IS QUIET NOW!) Wo auf Konzerten alles kurz und klein geschlagen wird, muss man sich Zuhause dann doch ein wenig im Zaum halten.

Zeal & Ardor — Firewake

Gospel und Black Metal at it’s Best erwartet uns jetzt bei Zeal & Ardor. Auch wieder hervorragend produziert, perfekt zum Abhören von unserem Transaudio D5pro. Dieser spielt sauber, verzerrungsfrei die ersten Passagen, in welchen er sich sicherlich noch nicht all zu viel anstrengen muss, aber eine harmonische Sauberkeit beweißt. Sauberer Gesang mit immer mehr einsetzenden Instrumenten: E‑Gitarre, anschwellendes Schlagzeug. Headbang-Gefahr dann ab 0:38. Hier schiebt dann der Zeal & Ardor Sound durchs Wohnzimmer! Spätestens bei 01:06 drückt der Song dann so richtig und lässt die Lautsprecher losballern. Kein Anzeichen von Müdigkeit oder Verzerren beim Transaudio D5Pro. Dieser hämmert und hämmert unaufhörlich uns die Riffs und Manuel Gagneux verzerrte Stimme ins Trommelfell. Keine Schwächen und keine Knade!

Brand of Sacrifice — Purge

Technisch moderner Deatchcore… das ist Brand of Sacrifice. Mit ihren vielen musikalischen Ebenen, bilden sie einen komplexen Klangteppich. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen… spätestens bei tiefsten Bass-Drops, welche den Verstärkern alles abverlangen. Nach einem technisch klingenden kleinen Intro ballert der Song direkt los. Tiefbass, schnelle Gitarren und noch schnellere Drums. Regelrechte Maschinengewehrsalven transportiert der Transaudio D5Pro hier uns entgegen. Immer noch kein Zeichen von Müdigkeit. Wenn hier was an die Grenzen kommt, können es höchstens die Lautsprecher sein. Der Verstärker lutscht den Song so weg.

Immer Detail verliebt zeigt er sich unbeeindruckt und spielt uns Brand of Sacrifice druckvoll auf. Das schreit nach mehr Klarheit und reduzierterem Sound im nächsten Song.

In Flames — I, the Mask

Und dieser ist nach einigen Hörsessions: In Flames mit I, the Mask. Der Song hat eine schöne Räumlichkeit und beweißt klarheit bei den Höhen und eine punchige Bass-Drum. Und das haben wir hier ab der ersten Sekunde. Mitreißend kann man sagen. Das Schlagzeug ist akustisch eines der Babies von der Person, die den Song abgemischt hat. Ganz klar. Definiert, nicht zu wuchtig, aber super knackig kickt und die Bass-Drum in die untere Magengrube. Man kann das Gefühl bekommen man hört den Spaß gerade Live über eine große PA. Den Song feiern sicherlich große Lautsprecher die in der Lage sind wirklich zuzupacken. Beim Transaudio D5Pro machen wir uns auch nicht wirklich sorgen, dass er diese bespielen kann.

Jedenfalls erlaubt er sich keine Fehler und bombt und I, the Mask auf unsere Referenzliste.

Sleep Token — Granite

Wollen wir noch dem Sleep Token Hype fröhnen und hier ein wenig allgemein kompatiblere Musik einstreuen. Was nicht heißen soll, dass wir das weniger gut finden. Granite beginnt sehr ruhig und hier kann der Transaudio D5Pro eine schöne räumliche Bühne bilden. Vessels Gesang ist hier präsent und mit immer weiter steigender Intensität des Songs ab 1:11 und dann ab 2:32 drückt der Song durch das sehr präsente Schlagzeug und die Gitarren schon ordentlich. Die Bass-Drum ist auch hier punchy und die Becken lösen schön fein auf. Der E‑Bass darf schön fett wummern, wobei wir hier auch den Transaudio nicht aus seinen Reserven locken können.

Für wen ist der Transaudio D5Pro was?

Ganz klar für Einsteiger, die mit wenig Geld nach Möglichkeit sofort ganz oben einsteigen wollen. Der Transaudio D5Pro bietet unglaublich viel für sein Geld. Hier wird es schwer jemandem was anderes in dieser Qualität zu empfehlen. Aber auch ganz klar für die Zweit-Anlage oder ein Upgrade eines einfacheren Geräts. Vielleicht eine rein analoge Kombination? Die Möglichkeiten sind vielfältig.

Ideen für Anlagen-Kombinationen

Geht man immer nach der High-End Gemeinschaft, ist der Einstieg in diese Welt ab 5000€ möglich. Zielgruppe sind hier Baby-Boomer und Generation X. Wir denken da anders, denn wer im Alter schon Hobbies hat, wird sich nicht Hifi als weiteres teures Hobby ans Bein binden und klanglich kann man auch mit kleinem Budget ordentlich was rausholen. Wir versuchen hier mal Ideen in den Raum zu werfen, wie das aussehen könnte. Viele beschriebene Komponente sind natürlich mit Komponente X ersetzbar und vielleicht trifft was anderes eher den Geschmack. Letztlich geht es hier um Ideen-Findung und wir hoffen das kommt gut an.

Mehr oder minder Einsteiger

Mehr oder Minder halt weil es sich hier bei dem Transaudio D5Pro schon um einen dedizierten Verstärker handelt. Wahrscheinlich ist wenn man “günstig” einsteigen will eine Stereo-Vorstufe mit Endstufe günstiger. Aber eben nicht so variabel. Vor allem weil man nicht immer eine wirkliche Vorstufe benötigt. Im Falle eines WiiM Pro Plus und dem Eversolo DMP-A6 funktionieren diese, solange man in deren Universum bleibt, für sich genommen als Vorstufe hervorragend. Auf dem Zettel haben sollte man auch vielleicht den WiiM Ultra, welcher in den nächsten Tagen verfügbar wird. Mit einem Preis von 399€, Display und im Inneren arbeitenden ES9038 Q2M Flagship-DAC. Für alle die auf Displays verzichten können, sollten sich somit den WiiM Pro Plus ansehen. Wer ausschlieslich Musik hören mag, aber auf die ästetik mit dem Display steht, der ist beim Eversolo ganz weit vorne dabei.

Allround

Wer aber ein Allround Gerät sucht, wird von WiiM Ultra begeistert sein. Denn dieser hat hier und da noch tolle Features, welche ihm definitv die Allround-Krone aufsetzen werden. HDMI mit ARC, Phono-Pre-Amp und einen Headphone Amplifier um nur kurz das Gerät anzureißen. Wir warten quasi täglich auf die Ankunft unserers Musters und dann wird hier ebenfalls ein umfangreicher Test erscheinen.

Lautsprecher

Aber ob WiiM oder Eversolo, gepaart mit dem Transaudio D5Pro hat man wahnsinnige Reserven zur Verfügung. Regallautsprecher? Kein Problem. Hier im Test haben wir Acoustic Energy AE 100² im Betrieb gehabt. Mit ihren knapp 350€ und einem Komplettsystempreis dann bei um die 1000€ mit einem WiiM Pro Plus, 1150€ mit dem WiiM Ultra oder knapp über 1500€ mit dem Eversolo hat man meine solide Grundlage zum Musik genießen geschaffen. Natürlich kann man hier auch einen Blick Richtung anderer üblicher Verdächtigen werfen: Dali, Elac, Canton,… die Palette ist riesig. Wichtig ist nur: stellt euch das Zeug Zuhause hin und hört es euch in euren vier Wänden an! Jeder gute Händler gibt euch die Möglichkeit genau das zu tun. Denn nur so erfahrt ihr ob euch eure Zusammenstellung in euren vier Wänden so klingt, wie ihr euch das vorstellt.

Standlautsprecher? Klar. Hier sind wir sicherlich dann schon irgendwo bei 2000€ für ein komplettes System mit Player und Amp. Viel hilft viel? Jo! Also Standlautsprecher sind schon erstrebenswert, wenn es um Musik Genuss gehen soll. Aber eben halt kein Muss. Auch ein Subwoofer kann die Regallautsprecher auf ein anderes Level heben.

Denkbare Upgrades

Neben größeren Lautsprechern wenn es bisher nur Regallautsprecher sind und/oder einem Subwoofer gibt es noch einiges was man sich ansehen kann um die nächsten Schritte im Hifi/Heimkino-Bereich zu wagen. Subwoofer sind übrigens gerade wenn man mit der Anlage auch Filme gucken möchte extrem hilfrech. Wen das mehr interessiert hatten wir zum Thema und Horror mal einen kleinen Abriss gemacht.

Natürlich kann man zu aller erst eine echte Stereo/Surround-Vorstufe hinzufügen und schafft sich so die Möglichkeit z.B. mehrere Quellen durchzuschalten. Neben Stereo-Sound kann man so eventuell eine 3.0 oder 3.1 Kombination schaffen und profitiert dann von dem dedizierten Front-Kanal für die Sprache in Filmen. Lange Zeit hat uns genau dies auch gereicht, aber war ein Segen für die Sprachverständlichkeit. Hier einfach einen kleinen Verstärker für den Center hinzugefügt, kann es schon losgehen. Hierfür wäre z.B. ein Fosi Audio V3 Mono denkenswert. Wenig Geld, aber hervorragend arbeitende Mono-Endstufe.

Weiterhin lässt sich dann mit einer Vorstufe oder dem WiiM Ultra ebenfalls ein Ausflug ins Analoge, gepaart mit einem Plattendreher, realisieren.

Bleiben wir dabei. Hoffentlich kommen die Anregungen gut an. Wir versuchen hier immer weiter zu gehen und weitere Ideen im Laufe unserer nächsten Tests zu zeigen.

Fazit

Der Transaudio D5pro ist der Wahnsinn. Schon immer gab es Nachbauten dieser legendären Endstufe, aber erst das Ablaufen des Patents ermöglicht es der breiten Masse Zugriff auf diese hervorragende Schaltung zu haben. Schwer vorstellbar, dass es aktuell irgendwas um die 500€ gibt, was diesem Amp irgendwas entgegen setzen kann. Zu beziehen ist as Gerät über Ali-Express, vom dem Shop wo wir das Testmuster bereitgestellt bekommen haben. Macht es natürlich schwierig mit Garantie. Aber am Ende lässt sich das Gerät sicherlich zu 100% reparieren.

Röhren-Feeling in einem Transistor-Verstärker? Jop! Leistung? Jop! Preis-Leistung? Unschlagbar. Wird man lange Spaß an dem Gerät haben? Mit absoluter Sicherheit. Kann ich damit auch schon geneigte High-Ender hervorlocken? Klar. Die klanglichen Eigenschaften des Geräts sind unverkennbar.

Wir jedenfalls werden das Gerät für unsere rein analogen Tests immer gerne heranziehen. Mit einem Streamer hat man auch sofort eine wunderbare Anlage. Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Und jetzt: weniger lesen mehr hören!

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WiiM Pro Plus im Test — ein Streamer sie zu knechten https://www.hifigeek.de/wiim-pro-plus-im-test-ein-streamer-sie-zu-knechten/ https://www.hifigeek.de/wiim-pro-plus-im-test-ein-streamer-sie-zu-knechten/#respond Mon, 08 Jul 2024 10:44:58 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=7836 WiiM Pro oder WiiM Pro Plus? Der WiiM Pro ist das günstigere Einstiegsmodell — der Pro Plus ist der Nachfolger mit einem deutlich besseren DAC (AKM AK4493SEQ statt Texas Instruments PCM5121), messbarer besserem Rauschabstand und einer mitgelieferten Fernbedienung. Wer analog einspeist, profitiert zusätzlich vom hochwertigeren ADC im Pro Plus. Dieser Test zeigt, ob der Aufpreis sich lohnt.

Du willst wissen welches WiiM-Gerät zu dir passt? → Zur WiiM Übersicht

Eines schon mal vorweg

Der WiiM Pro Plus kostet 189€. Dafür bekommt man einen AKM4493SEQ-DAC, Roon Ready, AirPlay 2, parametrischen EQ und ein Multiroom-Ökosystem, das tatsächlich funktioniert. Für den Preis eines mittelmäßigen Sonos-Lautsprechers — und ohne App, die einem die alten Geräte wegpatcht. Sonos? Vergesst es.tcht.

Abgrenzung

Wir haben den WiiM Pro Plus vom deutschen Vertrieb für 4 Wochen kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Das beeinflusst unsere Wertung in keiner Weise. Wir nehmen kein Geld für Tests und Reviews, weil wir unabhängig bleiben wollen und geschönte Lobhudelei nicht unterstützen. Wer warme Umschreibungen und HiFi-Voodoo sucht, findet das bei der einschlägigen Fachpresse. Hier gibt es Messungen, Meinungen und Metal.

Auch auf YouTube

Den WiiM Pro Plus gibt es auch als Videotest auf @HiFiGeek-1337 — schaut vorbei und abonniert den Kanal.

WiiM Pro vs. WiiM Pro Plus: Was hat sich geändert?

Der WiiM Pro und der WiiM Pro Plus teilen dieselbe Software, dieselbe App und denselben Funktionsumfang. Der Unterschied liegt im Inneren: Der Pro Plus hat einen deutlich besseren DAC — AKM AK4493SEQ statt Texas Instruments PCM5121 — was sich in messbarem besserem Rauschabstand (121 dB vs. 106 dB SNR) und klanglich hörbarer Präzision niederschlägt. Wer analoge Quellen einspeist, profitiert zusätzlich: Der Pro Plus digitalisiert mit 192 kHz/24 Bit, der Pro nur mit 48 kHz/16 Bit. Außerdem liegt beim Pro Plus eine Fernbedienung mit Sprachsteuerung bei, die beim Pro fehlt.

AirPlay 2, Chromecast, Spotify Connect, TIDAL, Qobuz — alles identisch bei beiden.

Fazit: Wer den Pro besitzt, muss nicht zwingend wechseln. Wer neu kauft, greift zum Pro Plus — der Aufpreis ist überschaubar, der Unterschied messbar.

Ein Streamer sie zu knechten

Die Luft wird dünn, wenn man sich das WiiM-Portfolio ansieht. Es fängt bei knapp über 100€ mit dem WiiM Mini an und endet beim 400€ teuren WiiM Ultra. Was WiiM da als Ökosystem aufgebaut hat, findet man normalerweise nur bei den ganz Großen — allen voran Sonos. Nur eben funktionierend. Ihr versteht schon.

Das ist keine Kleinigkeit. WiiM hat in wenigen Jahren ein vollständiges Streaming-Ökosystem aus dem Boden gestampft: Streamer, Streaming-Amps, Wireless-Speaker, Subwoofer — und seit der HIGH END Vienna 2026, auf der wir selbst akkreditiert vor Ort waren, auch die erste eigene Soundbar. Der WiiM Bar kommt mit Dolby Atmos, DTS:X, HDMI eARC und 5.1.2‑Erweiterbarkeit — für 479 Dollar. Direkt gegen den Sonos Arc positioniert. Wer das noch nicht auf dem Radar hatte: WiiM baut gerade ein komplettes HiFi-Ökosystem auf, das in puncto Features mit Platzhirschen mithalten kann, die das Dreifache kosten. Und sie hören dabei auf ihre Community.

Unboxing

Unser Testgerät hatte bereits einige Rezensionen hinter sich — im Pressekreislauf völlig normal, klingt trotzdem tadellos. Geliefert wird der WiiM Pro Plus mit Fernbedienung, Cinch- und Toslink-Kabel, USB-auf-USB-C-Kabel, USB-Steckernetzteil und Anleitung. Die Verpackung ist edel und zweckmäßig — kein Plastikwust, kein aufgeblasenes Unboxing-Theater. Gut so.

Einrichtung

Wir haben das Gerät direkt in die HiFi-Ecke geschleppt und angeschlossen. USB‑C rein, Cinch-Kabel ran, fertig. Gestartet haben wir mit einem Aperion-Audio-Kabel, im Laufe des Tests dann auf ein Sommer Cable Epilogue umgestellt.

Sobald der WiiM Strom hatte, erwachte die kleine weiße LED an der Front zum Leben. WiiM-App auf dem Handy, per Bluetooth verbunden, WLAN-Daten übergeben — das dauerte keine zwei Minuten. Danach folgte der obligatorische Update-Screen. Was mich stutzig machte: keine Dreiviertelstunde später kam schon das nächste Update.

Also kurz gegoogelt. Und dann war ich positiv überrascht: WiiM pflegt eine öffentliche Entwicklungs-Roadmap, auf der Kunden aktiv Einfluss nehmen können. Als jemand der beruflich Software entwickelt geht einem dabei das Herz auf. Und wer jetzt Richtung Sonos schielt: die kommunizieren ihre Roadmap nicht. WiiM lässt Kunden daran mitarbeiten. Das ist kein Detail — das ist eine Philosophie.

Schnell noch Spotify und Qobuz eingerichtet und der erste Song lief. Die App bedient sich vertraut für alle, die Sonos kennen — strukturell ähnlich, aber mit einem entscheidenden Unterschied: sie läuft flüssig. Kein Ruckeln, kein Laden, kein Rätseln. Mangels mehrerer WiiM-Geräte konnten wir das Gruppenverhalten nicht ausgiebig testen, aber der Gesamteindruck ist klar: hier hat jemand Software gebaut, der Software ernst nimmt.

WiiM Pro Plus Software

Das da so schnell zwei Updates hintereinander kamen, hat mich natürlich stutzig gemacht. Gleich mal die Google-Maschine angeschmissen und siehe da. WiiM ist sogar kommunikativ! Gibt es doch eine öffentliche Roadmap der WiiM Entwicklung, auf den so weit ich das verstanden habe, die Kunden sogar Einfluss nehmen können. Als Software-Entwickler geht einem ja dabei schon das Herz auf! Direkt nen Stein im Brett und schielend mal wieder Richtung: Sonos. Ich will und werde hier jetzt nicht über Sonos “ab ranten”, aber hier scheint einiges besser zu laufen als beim Platzhirsch.

Dennoch kann WiiM die Herkunft und Idee nicht verleugnen und so bedient sich die App schon sehr wie die von Sonos. Was per se nix schlechtes ist. Mit aber auch hier einem kleinen aber feinen Unterschied. Die App läuft verdammt flüssig. Mangels mehrerer WiiM’s ist es jetzt schwer nachzuvollziehen ob beim Gruppieren die App und Software genau so zackig ist wie sie den Anschein macht, aber generell kann man sagen, dass die Software wirklich schon ausgereift ist und super läuft.

Technik-Bashing

Der WiiM Pro Plus streamt Ultra-High-Res-Audioinhalte mit bis zu 768 kHz/32 Bit. Zum Vergleich: eine CD liegt bei 44,1 kHz/16 Bit. Das gestreamte Signal kann der WiiM wahlweise digital weitergeben — über optischen oder koaxialen S/PDIF, ebenfalls bis zu 768 kHz/32 Bit — oder eigenständig analog wandeln.

Für die analoge Wandlung steht ein AKM4493SEQ zur Verfügung. Das ist kein No-Name-Chip aus der Grabbelkiste, sondern ein ernstzunehmender D/A‑Wandler mit einem Rauschabstand von 120 dB und einer Verzerrung von 0,00032% (-110 dB). Was auf dem Datenblatt gut aussieht, muss im Gesamtsystem auch gut klingen — wie das in der Praxis aussieht, klären wir im Hörtest.

Nicht vergessen: Der WiiM ist keine Einbahnstraße. Musik kommt nicht nur raus, sie kommt auch rein. Ein analoger RCA-Eingang mit 2 Vrms und bis zu 192 kHz/24 Bit sowie ein optischer S/PDIF-Eingang erlauben es, externe Quellen ins Multiroom-System einzubinden. Wer seinen Plattendreher mit Phono-Vorverstärker also auch im Schlafzimmer hören will — kein Problem. Der WiiM wandelt das Analogsignal und schickt es durch die Gruppe. Schön gedacht.

Streaming

Welche Dienste unterstützt der WiiM Pro Plus? Kurze Antwort: alle relevanten. Lange Antwort: Spotify, Amazon Music, Deezer, TuneIn, Tidal, Qobuz, SoundCloud, Pandora, iHeartRadio, vTuner, Napster, SoundMachine und weitere. Wer jetzt seinen Lieblingsdienst vermisst: ein Blick auf die öffentliche Roadmap lohnt sich — WiiM liefert aktiv nach.

Im Netzwerk macht der WiiM Pro Plus ebenfalls keine halben Sachen: AirPlay 2, Chromecast Audio, Spotify Connect, TIDAL Connect, Amazon Music Casting und Qplay 2.0 sind an Bord. DLNA-Playback rundet das ab. Und dann ist da noch Roon Ready.

Roon ist für viele ein Fremdwort — zu Unrecht. Vereinfacht gesagt ist Roon eine lokale Multiroom-Software, die die Wiedergabefähigkeiten jedes angeschlossenen Geräts kennt und die Ausgabe live daran anpasst. Dazu kommt eine beeindruckende Musikbibliothek-Verwaltung und ein Empfehlungsalgorithmus, der Spotify alt aussehen lässt. Der Haken: Roon läuft lokal und braucht einen eigenen Server. Wer das einmal eingerichtet hat, will nicht zurück. Und Roon Ready findet man normalerweise in Geräten, die das Fünffache kosten. Beim WiiM Pro Plus ist es einfach dabei.

Equalizer

Als wäre das alles nicht genug, bringt der WiiM Pro Plus einen vollwertigen Equalizer mit. Zur Wahl stehen 24 Presets, ein 10-Band-Grafik-EQ und ein parametrischer EQ. Letzterer ist der entscheidende Punkt: damit wird der WiiM Pro Plus zur vollwertigen digitalen Vorstufe, die direkt an eine Endstufe angeschlossen werden kann.

Ein naheliegendes Beispiel wäre der aktuell vielbesprochene Fosi Audio V3 Mono. Zwei davon als Monoblöcke betrieben, mit dem WiiM als Vorstufe — das ergibt eine Kanaltrennung, die sich viele teurere Vollverstärker nicht leisten können. Und das Gesamtinvestment bleibt im dreistelligen Bereich. Jeder High-Ender darf jetzt gerne mit Eiern werfen.

Automatische Raumeinmessung

Ähnlich wie Sonos verfügt der WiiM Pro Plus über eine automatische Raumeinmessung. Da unser Hörraum akustisch behandelt ist und wir bereits mit Messmikrofon und REW gearbeitet haben, haben wir die Funktion nicht genutzt. Für alle, die keine eigene Raumakustik-Infrastruktur haben, ist das aber ein echter Mehrwert — gerade im Vergleich zu Streamern ohne diese Funktion.

Alexa und Sprachfernbedienung

Natürlich darf der Sprachassistent nicht fehlen. WiiM hat Alexa integriert, was den WiiM Pro Plus in bestehende Smart-Home-Routinen einbindet. Die mitgelieferte Fernbedienung ist mit einem Mikrofon ausgestattet und nimmt Sprachbefehle entgegen — wenn man das möchte. Wer Alexa nicht will, lässt es einfach. Kein Zwang, keine versteckten Abhängigkeiten. Auch das ein Unterschied zu manch anderem Ökosystem.

Höreindruck

Jetzt zum eigentlichen Grund, warum ihr hier seid!

Unsere Referenz-Playlist ist keine Playlist für schwache Nerven. Kein Jazz, kein Ambient, keine akustische Gitarre. Wer hier testet, testet mit Material, das Dynamik, Tiefbass, Räumlichkeit und Auflösung gleichzeitig fordert. Wer mithören will: die Qobuz-Referenz-Playlist findet ihr im Artikel verlinkt.

Rage against the Machine — Bombtrack

Ein Klassiker — aber audiophil im besten Sinne. Hat der Track nach über 30 Jahren nichts an seiner Intensität verloren. Der Bass zu Beginn kommt griffig und präsent, das Zupfen der Saiten direkt und körperlich. Mit dem Einsetzen des Schlagzeugs schiebt die Bassdrum ordentlich und bringt Subwoofer und Tieftöner zum Pumpen. Das Schlagzeug verteilt sich räumlich über die Lautsprecher, die Becken sind fein aufgelöst und ortbar. Zack de la Rocha positioniert sich sauber in der Mitte, die E‑Gitarren schieben den Song nach vorne. Alles sitzt. Nichts klingt aus dem Tritt. Und man muss dabei im Kopf behalten: hier steht ein 189€-Streamer vor einem. Beim Fill ab Minute 3 lässt sich die Räumlichkeit noch einmal besonders schön nachvollziehen.

Brand of Sacrifice — Purge

Soundtechnisch komplexer und moderner. Saubere Synthesizer mit viel Druck dominieren den Anfang und werden kraftvoll abgebildet — der Subwoofer schiebt sofort nach vorne. Kyle Andersons Vocals sind schlicht eine Macht, und der WiiM Pro Plus weiß sie genauso zu beherrschen wie die ansteigende Komplexität durch chorale Einspieler im Hintergrund. Die räumliche Abbildung schmeißt einen direkt ins Gemetzel — einzelne Instrumente lassen sich sauber verorten. Die Synthesizer-Einlagen pumpen verlässlich Tiefbass in den Raum, der WiiM hält den Subwoofer ordentlich im Griff. Der Breakdown ab 3:08 mit seinen intensiven Effekten und Kyle Andersons Gesang ab 3:30 hinterlässt Gänsehaut. Kein Scherz.

Knocked Loose — Deep in the Willow

Knocked Loose haben erstaunlich audiophile Alben. Die Aufnahmen glänzen mit echter Klarheit und dem nötigen Druck. Deep in the Willow beginnt mit tiefen, eindringlichen Riffs, die direkt in die Couch drücken. Das tiefe Gitarren-Tuning steht im direkten Kontrast zum kreischenden Gesang von Bryan Garris — und der WiiM meistert beide Disziplinen gleichzeitig souverän. Neben den raumfüllenden Riffs flankiert ein präzise verortbares, sauber abgemischtes Schlagzeug den Song: Becken links, Crash rechts, trockene und satte Bassdrum. Ab 1:55 wiederholen sich Bassdrops, die druckvoll tief in den Keller reichen. Der WiiM liefert das ohne zu zögern.

Lorna Shore — Pain Remains I

Will Ramos darf natürlich nicht fehlen. Pain Remains ist in seiner Gesamtheit ein emotionales Feuerwerk — wer die Songs nicht kennt: Lyrics aufmachen und mitlesen. Was brachial klingt, entpuppt sich als eines der bewegendsten Stücke, die wir kennen. Gänsehaut garantiert.

Die Trilogie beginnt mit feinem Regen, gut dargestellt, und weicht einer feinen Melodie mit viel Hall — bis ab 1:20 härtere Klänge angeschlagen werden. Ab dem Moment als Will Ramos einsetzt wird der Song nicht nur schnell, sondern hochkomplex. Keifende, gurgelnde und tief growlende Gesänge wechseln sich ab, darüber schweben Streicher, darunter hämmert eine Double-Bass-Drum mit drückenden Gitarren-Riffs. Was hier gleichzeitig wiedergegeben werden muss, ist eine kleine Bachelor-Arbeit für jeden Streamer.

Hier zeigt der WiiM seine physikalische Preisklassen-Grenze: bei maximaler Komplexität verliert die Auflösung minimal an Kontur. Kein Makel — das ist Physik. Ein DAC für das Dreifache würde das sauberer trennen. Für 189€ ist es bemerkenswert nah dran. Und sobald Will eine kurze Atempause lässt, ist sofort hörbar, wie viel verzerrungsfreier es wird. Ab 4:50 gibt es die Belohnung: ein ergreifender Gesangspart mit Text, der einen aus dem Sofa haut.

Lorna Shore — Pain Remains II

Weiter geht es mit einem fetten Bass-Drop bei 0:13, starken Stimmeinlagen von Will, choralem Gesang und hämmernder Double-Bass. Man kann gefühlt fast in Wills Rachen blicken. Der WiiM präsentiert seinen gutturalen Gesang fein aufgelöst und räumlich. Ab 1:16 gibt es wieder mächtigen Tiefbass gepaart mit feinen, räumlichen Becken. Bei ansteigender Komplexität strauchelt der WiiM wieder leicht — das bleibt konsistent. Das Gitarrensolo ab 3:50 meistert er dafür umso besser, trotz hämmernder Double-Bass und viel Hall. Ab 4:50 spitzt sich alles zu: Stimme, Drums, Chor, Gitarren — totaler Overkill. Und der WiiM bleibt dabei.

Lorna Shore — Pain Remains III

Nach der Brechstange am Ende von Pain Remains II eine Minute durchatmen. Dann das Finale. Viel Streicher und Chor, harmonisch und weitläufig, bis Will das Feuer wieder entfacht. Ab 2:07 eine Gesangspassage, die tief blicken lässt — feucht, sapschig, roh. Ab 4:15 Wills Gesang präsent und direkt, darunter drückende Bassdrum. Bei 5:10 mündet es in einen Breakdown, der einen Schauer kalt den Rücken runterjagte. Der WiiM transportiert das vollständig. Mehr kann man bei diesem Preis nicht verlangen.

Nirvana — Rape Me

Wer mal akustisch einen Blick in ein Tonstudio der 90er werfen will, hört sich In Utero auf einer guten Anlage an. Rape Me als Stellvertreter: Kurt Cobains Stimme in einem kleinen, wenig bearbeiteten Raum, mit minimalem Hall. Alle Instrumente, allen voran das Schlagzeug, sind klar in diesem Raum zu verorten. Der WiiM Pro Plus macht daraus ein Erlebnis — man entdeckt Musik der Jugend noch einmal neu. Das ist es, wofür gutes HiFi da ist.

Bedienung

Bedient wird der WiiM Pro Plus primär per Smartphone oder Tablet. Die mitgelieferte Fernbedienung ist eine solide Beigabe für entspannte Hörsessions — wer aber ohnehin das Handy in Reichweite hat, wird sie selten brauchen. Kein Display bedeutet zwangsläufig Smart-Device-Steuerung, und das funktioniert hier ausgesprochen gut.

Die Menüs sind strukturiert und durchdacht. Navigation geht schnell, kleine Shortcuts — wie die Ausgangsauswahl direkt im Now-Playing-Screen — erleichtern den Alltag spürbar. Die App belohnt Entdeckungsfreude: wer sich durchklickt, findet immer wieder nützliche Optionen, die man nicht erwartet hätte. Das ist gutes UX-Design.

Anschlüsse

Vollständig und durchdacht gewählt:

Audio-Eingänge

1 x analog RCA/Cinch
2 Vrms
192 kHz/24 Bit
Rauschabstand 106 dB

1 x digital optisch S/PDIF
bis zu 192 kHz/24 Bit

Audio-Ausgänge

1 x analog RCA/Cinch
1 x digital optisch S/PDIF
1 x digital koaxial S/PDIF
bis zu 768 kHz/32 Bit

Sonstige

USB‑C, 5V, 1.5A oder mehr
Trigger out
LAN

Der Trigger-Out ist dabei mehr als ein Randdetail: er erlaubt es, angeschlossene Verstärker automatisch ein- und auszuschalten wenn der WiiM aktiv wird. Kleines Feature, großer Komfort im Alltag.

Für wen ist der WiiM Pro Plus?

HiFi war lange die Domäne von Rentnern mit zu viel Geld und zu viel Zeit. Der WiiM Pro Plus ist der Einstieg für alle anderen.

Konkret: Wer eine bestehende HiFi-Anlage hat, die beim Thema Streaming nicht mitspielt oder kein High-Res unterstützt, bekommt hier ein unkompliziertes, hochwertiges Upgrade. Wer von Grund auf neu aufbaut, findet im WiiM Pro Plus einen Zuspieler, der wächst — egal ob mit Aktivlautsprechern, einem Stereo-Vollverstärker oder zwei kleinen Monoblöcken.

Wir hatten ihn parallel zum IOTAVX AVX17 im Einsatz — einem Verstärker ganz ohne Streaming-Funktionen. Der WiiM hat diese Lücke mühelos geschlossen und aus der Kombi ein echtes Vergnügen gemacht.

Und dann ist da noch die Generation Y und Z, die gerade HiFi für sich entdeckt. Vinyl erlebt eine Renaissance, Streaming ist selbstverständlich, und die Bereitschaft für guten Klang ist da — nur nicht das Budget für audiophile Exzesse. Der WiiM Pro Plus ist genau der richtige Einstieg: kein Kompromiss, sondern ein ehrliches Gerät, das einfach funktioniert.

Logische Alternativen und Upgrades

Wem der WiiM Pro Plus optisch zu schlicht ist oder wer mehr fürs Auge haben will: der WiiM Ultra bietet einen kleinen Touchscreen mit Albumcover-Anzeige, ist hochwertiger verarbeitet und erinnert in der Haptik ein wenig an einen Apple TV der Audioklasse.

Wer die Kästchen-Form grundsätzlich hinter sich lassen will, sollte sich die Eversolo-Reihe ansehen. Wir hatten den Eversolo DMP-A6 im Test — das ist eine andere Gerätekategorie, eine andere Preisklasse, und klanglich eine spürbare Stufe weiter. Wer also weiß, dass er in zwei Jahren mehr will, kann direkt dort einsteigen.

Fazit

Der WiiM Pro Plus ist kein Kompromissgerät. Er ist ein durchdachtes, funktionierendes Stück HiFi, das zeigt, was möglich ist wenn ein Hersteller Software ernst nimmt, Hardware nicht verschwendet und einen fairen Preis aufruft.

Der AKM4493SEQ-DAC liefert. Roon Ready ist kein Marketing-Versprechen. Der parametrische EQ macht ihn zur vollwertigen Vorstufe. Das Ökosystem funktioniert. Und die öffentliche Roadmap zeigt, dass WiiM nicht plant, morgen zu verschwinden.

Im Hörtest überzeugt er auf ganzer Linie — mit dem ehrlichen Hinweis, dass er bei extremer Komplexität an seine physikalischen Grenzen stößt. Das ist keine Kritik, das ist Physik. Und wer nicht A/B‑vergleicht, wird es ohnehin nicht bemerken.

9.6 von 10 Punkten. Der Punkt Abzug ist der einzige Hinweis darauf, dass hier noch Luft nach oben existiert — und der kostet deutlich mehr als 189€.

189€. Roon Ready. AKM4493SEQ. Parametrischer EQ. Funktionierendes Multiroom. Wer danach noch Sonos kauft, hat entweder nicht zugehört — oder zu viel Geld.

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https://www.hifigeek.de/wiim-pro-plus-im-test-ein-streamer-sie-zu-knechten/feed/ 0 7836
WiiM Amp: Streaming-Vollverstärker für 349 Euro mit ernsten Ambitionen https://www.hifigeek.de/wiim-amp/ https://www.hifigeek.de/wiim-amp/#respond Wed, 13 Dec 2023 12:29:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=10898 WiiM kennt man bis jetzt hauptsächlich als Hersteller von kompakten Netzwerkplayern. WiiM Mini, WiiM Pro, WiiM Pro Plus – allesamt Streamer ohne eigene Endstufe. Mit dem WiiM Amp geht die Marke jetzt den nächsten Schritt: ein vollständiger Streaming-Verstärker für Passivlautsprecher, zu einem Preis, bei dem andere Hersteller gerade mal einen Vorverstärker verkaufen würden. 349 Euro. Fertig.

WiiM hat mittlerweile ein komplettes Ökosystem — von Streamer bis Soundbar: → WiiM Übersicht

Was WiiM eigentlich ist

WiiM ist eine hundertprozentige Tochter von Linkplay Technology – einem chinesischen Unternehmen, das seit Jahren Streaming-Module entwickelt, die in Produkten anderer Hersteller stecken. Silent Angel, Audio Pro, diverse B‑Brands: alle auf Linkplay-Basis. WiiM ist quasi der direkte Kanal, der aus dem OEM-Lieferanten einen eigenständigen Konsumeranbieter macht. Das erklärt, warum die Software so ausgereift wirkt – die haben halt schon etwas Erfahrung damit.

Das erste Produkt mit integrierter Endstufe ist der WiiM Amp. Zielgruppe laut Hersteller: alle, die vorhandene Passivlautsprecher nutzen wollen, ohne ein separates Gerät-Rack aufzubauen. Also der klassische Einstieg in vernetztes HiFi – aber ohne die übliche Kompromissware.

Technik im Kasten

Die Endstufe arbeitet mit einem Texas Instruments TPA3255, einem Class-D-Chip, der im DIY-Bereich einen guten Ruf hat. WiiM gibt 60 Watt pro Kanal an 8 Ohm und 120 Watt pro Kanal an 4 Ohm an – Herstellerangaben, wie immer. In der Praxis sollte das für die allermeisten Regalboxen und kompakte Standlautsprecher mehr als ausreichen. Nur wer sehr niederohmige oder schwierig zu treibende Lautsprecher hat, sollte das im Hinterkopf behalten.

Als DAC steckt ein ESS ES9018K2M (Sabre) drin. Nicht der neueste Chip aus dem ESS-Regal, aber solide implementiert. Laut WiiM liegt die THD+N bei 0,002 Prozent (entspricht ‑93 dB) und der SNR bei 98 dB bei 5 Watt. Das sind keine schlechten Werte für diese Preisklasse – aber keine audiophilen Traumzahlen, das sei ehrlich gesagt.

Eingangsseitig gibt es RCA analog, einen optischen Digitaleingang und HDMI ARC. Letzteres ist praktisch für alle, die den Fernseher direkt einbinden wollen. Subwoofer-Ausgang ist ebenfalls mit an Bord. Hi-Res bis 24 Bit/192 kHz wird laut Hersteller über alle Eingänge unterstützt. Zum Abspielen lokaler Dateien gibt es einen USB-Port – der WiiM Amp kann dann als Medienserver für andere WiiM-Geräte im Netzwerk fungieren.

Netzwerkseitig: Wi-Fi, Ethernet und Bluetooth 5.0 mit BLE. Bluetooth kann sowohl empfangen als auch senden – wer also einen Bluetooth-Kopfhörer ansteuern will, ist hier fein raus.

Das Ökosystem ist die eigentliche Stärke

Was dieses Teil von einem generischen Class-D-Amp unterscheidet, ist der Funktionsumfang auf der Streaming-Seite. AirPlay 2, Google Chromecast, Spotify Connect, TIDAL Connect, Amazon Music, Qobuz, Deezer, DLNA – alles drin. Alexa, Google Assistant und Siri werden ebenfalls unterstützt. Die beiliegende WiiM Voice Remote verbindet sich per Bluetooth LE, funktioniert also auch ohne Sichtlinie durch Schranktüren hindurch.

Die WiiM Home App ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt. Multiroom-Synchronisation mit anderen WiiM-Geräten, aber auch mit AirPlay-2-Lautsprechern, Amazon Echo oder Google Home-Geräten. EQ-seitig bietet der WiiM Amp 24 Preset-EQs, einen 10-Band-Grafik-EQ und einen 4‑Band-parametrischen EQ – und das für jede Eingangsquelle separat einstellbar.

Roon Ready war zum Zeitpunkt des Launches noch nicht zertifiziert, ist aber laut WiiM in Arbeit. Bis dahin läuft Roon über Chromecast, was keine perfekte Lösung ist, aber funktioniert.

Eins noch zur AirPlay-Funktion, weil das regelmäßig Fragen aufwirft: Der WiiM Amp empfängt AirPlay-Streams, kann aber nicht als AirPlay-Sender fungieren. Wer also AirPlay an andere Lautsprecher weiterleiten will, schaut hier in die Röhre.

Einordnung: Was kriegt man woanders für 349 Euro

Mal schauen, was der Markt sonst so bietet. Der Sonos Amp landet bei über 500 Euro – ohne RCA-Eingang, mit proprietärem Ökosystem und deutlich weniger Flexibilität bei Streaming-Protokollen. Der Bluesound Powernode fängt bei knapp 900 Euro an und ist klanglich und qualitativ nochmal eine andere Nummer, aber eben auch mehr als doppelt so teuer. Cambridge Audio EVO, Naim Mu-so – alles deutlich teurer, meist auch Feature-reicher, aber nicht immer in einem sinnvollen Verhältnis zum Preis.

Was für 349 Euro sonst auf den Tisch kommt, ist meist entweder ein nackter Verstärker ohne Streaming-Fähigkeiten oder ein AV-Receiver mit viel Gewicht, vielen Eingängen und mäßigem DAC. Der WiiM Amp macht da einen anderen Vorschlag: kompakt, vernetzt, kein Unnötigkram.

Das Gehäuse ist Aluminium, das Finish sauber. Optisch erinnert der Kasten an einen Mac Mini – und das ist explizit kein Nachteil. Space Gray oder Silber, beides unauffällig genug für jedes Wohnzimmer.

Preis und Verfügbarkeit

Der WiiM Amp kostet 349 Euro und ist seit Dezember 2023 in Deutschland erhältlich – unter anderem über Amazon sowie ausgewählte Fachhändler. Farben: Space Gray und Silber. Im Lieferumfang ist die WiiM Voice Remote enthalten, dazu HDMI-Kabel und RCA-Kabel.

Fazit

349 Euro für einen Streaming-Vollverstärker mit diesem Protokoll-Umfang ist kein schlechter Deal. Ob die DAC-Implementierung und der Amp-Teil wirklich halten, was die Specs versprechen, muss sich im Alltag zeigen – Papier ist geduldig. Was schon jetzt klar ist: Das Ökosystem funktioniert. Linkplay hat genug Erfahrung mit Streaming-Integration, und die WiiM-App gilt als eine der besseren in dieser Preisklasse.

Wer nach einem Einstieg ins vernetzte HiFi sucht, ohne gleich 900 Euro für einen Bluesound Powernode hinzulegen, hat mit dem WiiM Amp eine ernsthafte Option auf dem Tisch. Und wer sowieso schon WiiM Mini oder Pro Plus im Einsatz hat, dem bietet er eine naheliegende Ergänzung.

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