Ferrum WANDLA GoldenSound Edition Gen2 auf Regal vor Betonwand

Ferrum WANDLA GoldenSound Edition Gen 2 — Sweet Spot Tuning für alle drei Extras

Der WANDLA ist für Fer­rum so etwas wie der Beweis, dass die Polen-Schmie­de aus War­schau nicht nur cle­ver ist, son­dern rich­tig gut. EISA Best DAC 2023, eine Gol­den­Sound-Kol­la­bo­ra­ti­on als ers­tes Plug­in-Expe­ri­ment und jetzt – kaum war die Tin­te auf der Gol­den­Sound Edi­ti­on tro­cken – kommt Gen 2 auf den Tisch. Wer dach­te, Fer­rum hat sich erst mal aus­ge­ruht: denkste.

Die Fer­rum WANDLA Gol­den­Sound Edi­ti­on Gen 2 nimmt die drei Kern­fea­tures der Gol­den­Sound Edi­ti­on – Impact+, Tube Mode und Spa­ti­al Enhance­ment – und baut jedes ein­zel­ne davon kom­plett um. Nicht poliert, nicht ver­bes­sert. Neu gebaut. Und dazu bekommt jedes die­ser drei Fea­tures sein eige­nes Fer­rum Sweet Spot Tuning – was nichts ande­res bedeu­tet als: mehr Kon­trol­le, mehr Abstim­mungs­op­tio­nen, mehr Spiel­wie­se für den eige­nen Geschmack.

Ferrum WANDLA GoldenSound Edition: Kurze Herkunft für den Kontext

Fer­rum exis­tiert seit 2020, kommt aus dem Umfeld der pol­ni­schen Elek­tro­nik-Schmie­de HEM und hat sich in erstaun­li­chem Tem­po eine EISA-Award-Rei­he auf­ge­baut: HYPSOS für bes­te HiFi-Zube­hör, OOR für bes­ten Kopf­hö­rer­ver­stär­ker, WANDLA für bes­tes DAC – alles in Fol­ge. Kein Glücks­griff, son­dern ein Muster.

Die Fer­rum WANDLA Gol­den­Sound Edi­ti­on erschien Mit­te 2024 als ers­tes gemein­sa­mes Pro­jekt mit dem bekann­ten Head-Fi-You­Tuber Gol­den­Sound und führ­te gleich­zei­tig das Plug­in-Kon­zept ein: Wer einen Stan­dard-WAND­LA besitzt, kann ihn per Soft­ware-Plug­in zur Gol­den­Sound Edi­ti­on machen. Schlau­es Modell, das jetzt mit Gen 2 kon­se­quent wei­ter­ge­führt wird.

Was ist neu in Gen 2?

Der DAC selbst – ESS Sab­re ES9038PRO, bis 768 kHz / 32 Bit PCM und DSD512, SERCE DSP-Modul, pro­prie­tä­re Ver­stär­kung und aus­ge­wo­ge­ne Topo­lo­gie – bleibt unan­ge­tas­tet. Das ist auch gut so: Da war nichts kaputt. Was Gen 2 lie­fert, ist ein tief­grei­fen­des Over­haul der drei Gol­den­Sound-exklu­si­ven Fea­tures. Jedes ein­zel­ne davon wur­de in Gra­nu­la­ri­tät und Regel­tie­fe mas­siv aufgebohrt.

Impact+ mit Sweet Spot Tuning

In der ori­gi­na­len Fer­rum WANDLA Gol­den­Sound Edi­ti­on war Impact+ ein fixer Bass-Shelf plus einem Zusatz­peak – mehr Sub­stanz, mehr Kör­per im Tief­ton. Klar, das hat funk­tio­niert. Gen 2 macht dar­aus ein voll­stän­di­ges Werkzeug.

Ab sofort gibt es sie­ben vor­de­fi­nier­te Pro­fi­le für den Low-End-Charakter:

  • Refe­rence und Ref+ – neu­tra­le Basis mit abge­stuf­ter Intensität
  • Smooth – weni­ger aggres­si­ver Anschlag, wei­cher im Übergang
  • Kick+ – Schlag­zeug-Attack, mehr Punch im Oberbass
  • DD-Comp und DD-Comp+ – spe­zi­ell für Kopf­hö­rer mit dyna­mi­schen Trei­bern ent­wi­ckelt, kom­pen­siert deren typi­sches Tieftonverhalten
  • Sub-Bass – fürs ganz tie­fe Fun­da­ment, LFE-Fokus

Dazu kommt ein stu­fen­lo­ser Inten­si­täts­reg­ler von 10 bis 130 %. Die Ver­ar­bei­tung läuft in 64-Bit-Prä­zi­si­on. Das ist kein Schie­be­reg­ler auf einer Kur­ve – das ist ein erns­tes Werk­zeug, das je nach Kopf­hö­rer oder Laut­spre­cher eine ganz eige­ne Ant­wort verdient.

Tube Mode mit Sweet Spot Tuning

Röh­ren­klang ohne Röh­re war schon in der ori­gi­na­len Fer­rum WANDLA Gol­den­Sound Edi­ti­on ein inter­es­san­tes Kon­zept: Das zwei­te Har­mo­ni­sche künst­lich addie­ren, Wär­me simu­lie­ren, ohne phy­si­sche Röh­re auf dem Tisch ste­hen zu haben. Gen 2 macht das erheb­lich ambitionierter.

Jetzt sind fünf ech­te Röh­ren­ty­pen als Klang­vor­la­gen abrufbar:

  • EL34 – der bri­ti­sche Pen­to­den-Klas­si­ker, Mittelton-Schmelz
  • KT88 – kräf­ti­ger, kon­trol­lier­te­re Tief­mit­ten, mehr Körper
  • 300B – die audio­phi­le Tri­oden-Iko­ne, offen und direkt
  • 2A3 – noch­mal inti­mer als die 300B, kaum ein Amp klingt organischer
  • 7062 – Dop­pel­tri­ode, prä­zi­ser, weni­ger romantisierend

Dazu wer­den jetzt har­mo­ni­sche Antei­le bis zur 7. Har­mo­ni­schen nach­ge­bil­det – nicht nur der 2. Ord­nung wie bis­her. Das ist näher am ech­ten Röh­ren­ver­hal­ten als die meis­ten DSP-Simu­la­tio­nen, die auf dem Markt exis­tie­ren. Regel­bar von 10 bis 200 %. Wer also lie­ber nur einen Hauch 300B-Wär­me will, stellt 15 % ein. Wer die vol­le Simu­la­ti­on braucht, dreht auf.

Spatial Enhancement + Transient Compensation

Das drit­te Fea­ture ist das, was Kopf­hö­rer aus dem Kopf holt – oder zumin­dest ver­sucht es. Klas­si­sches Cross­feed-Prin­zip, das lin­ke und rech­te Kanä­le leicht ver­zö­gert und über­la­gert, um Laut­spre­cher­räum­lich­keit zu imitieren.

Gen 2 bringt mit der Tran­si­ent Com­pen­sa­ti­on (T‑Comp) eine wich­ti­ge Neue­rung: Die­ser Modus ver­fei­nert die Spa­ti­al-Enhance­ment-Algo­rith­men spe­zi­ell für hoch­fre­quen­te Tran­si­en­ten – genau der Bereich, an dem tra­di­tio­nel­le Cross­feed-Imple­men­tie­run­gen immer lei­den. Nadel­sti­che im Hoch­ton, die durch Cross­feed ver­schmiert oder in der Posi­ti­on ver­rut­schen, sol­len damit deut­lich kon­trol­lier­ter bleiben.

Dazu gibt es jetzt eine unab­hän­gig schalt­ba­re Spa­ti­al-Funk­ti­on mit sepa­ra­ten Modi für Kopf­hö­rer und Laut­spre­cher. Kein Ent­we­der-oder mehr, son­dern kla­re Aus­wahl je nach Setup.

Upgrade-Pfade und Preise

Wer bereits einen Fer­rum WANDLA Gol­den­Sound Edi­ti­on besitzt: Das Firm­ware-Update auf Gen 2 ist kos­ten­los. Kein Kau­fen, kein Upgrade-Tarif. Ein­fach run­ter­la­den, installieren.

Wer einen Stan­dard-WAND­LA besitzt und bis­her das Gol­den­Sound-Plug­in nicht hat­te: Das Gol­den­Sound Edi­ti­on Gen 2 Con­ver­ting Plug­in wird kurz nach Launch für 595 EUR ver­füg­bar sein – und macht den Stan­dard-WAND­LA zur vol­len Gen-2-Version.

Der Fer­rum WANDLA Gol­den­Sound Edi­ti­on Gen 2 DAC/Preamp als fer­ti­ges Gerät liegt bei 3.295 EUR / USD.

Technische Spezifikationen

Spe­zi­fi­ka­ti­onWert
DAC-ChipESS Sab­re ES9038PRO
Auf­lö­sungPCM 768 kHz / 32 Bit, DSD512, DoP256
USB‑C Ein­gangbis PCM 768 kHz / 32 Bit, DSD512
I2S Ein­gangbis PCM 768 kHz / 32 Bit, DSD512 (PS Audio kompatibel)
ARC Ein­gangbis PCM 192 kHz / 24 Bit (mit CEC)
AESbis PCM 192 kHz / 24 Bit, DoP64
Coaxi­al S/PDIFbis PCM 192 kHz / 24 Bit, DoP64
Optisch S/PDIFbis PCM 96 kHz / 24 Bit*
Ana­log­ein­gangRCA, 47 kΩ, max. 9,5 VRMS
Aus­gän­geXLR (balan­ced), RCA (unba­lan­ced)
Aus­gangs­le­vel (PRO-Modus)8 VRMS (balan­ced) / 4 VRMS (unba­lan­ced)
DAC THD-121 dB (0,00009 %)
DAC THD+N-118 dB (unge­wich­tet)
Dyna­mik­um­fang127 dB (ana­log) / 119 dB (digi­tal), A‑gewichtet
Cross­talk-120 dB @ 1 kHz
Fre­quenz­gang10 Hz – 200 kHz ±0,1 dB (Ana­log­ein­gang)
Laut­stär­ke­re­ge­lungAna­log (mit Bypass) / Digi­tal (nur DAC-Betrieb)
Aus­gangs­im­pe­danz22 Ω (unba­lan­ced) / 44 Ω (balan­ced)
Strom­ver­sor­gung100–240 VAC → 24 VDC / Fer­rum Power Link (FPL)
Leis­tungs­auf­nah­me10 W Idle / 15 W max.
Abmes­sun­gen217 × 206 × 50 mm
Gewicht1,8 kg
Preis3.295 EURUSD

*ggf. bis PCM 192 kHz und DoP64 möglich

Einordnung

Was Fer­rum hier macht, ist klug: kein neu­es Gerät für alle, die schon inves­tiert haben, son­dern ein Tie­fen­up­date – und für bestehen­de Gol­den­Sound-Besit­zer kom­plett kos­ten­los. Das ist eine Ansa­ge in einem Seg­ment, in dem Her­stel­ler ger­ne neue SKUs auf­ma­chen, anstatt bestehen­de Kun­den zu belohnen.

Die drei Fea­tures sind dabei kein Gim­mick-Anhäng­sel, son­dern der eigent­li­che USP der Gol­den­Sound Edi­ti­on gegen­über dem Stan­dard-WAND­LA. Impact+, Tube Mode und Spa­ti­al Enhance­ment adres­sie­ren genau das, was ein tech­nisch über­zeu­gen­der Refe­renz-DAC allei­ne nicht leis­ten kann: tona­le Gestal­tung nach per­sön­li­chem Geschmack, ohne den Set­up-Auf­wand exter­ner DSP-Ket­ten oder phy­si­scher Röhren.

Ob das in der Pra­xis so gut klingt wie es auf dem Papier aus­sieht – das bleibt dem Hör­test vor­be­hal­ten. Den wer­den wir nach­ho­len. Wir sind gespannt, was der Fer­rum WANDLA Gol­den­Sound Edi­ti­on Gen 2 gegen­über dem Lux­sin X9 auf den Tisch legt – zwei sehr unter­schied­li­che Phi­lo­so­phien, ein ähn­li­ches Ziel.

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