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Summer Breeze 2026 – Das Lineup steht, Dinkelsbühl ruft

Es gibt Fes­ti­vals auf die man irgend­wann mal geht. Und dann gibt es das Sum­mer Bree­ze. Wer ein­mal auf dem Flug­platz in Din­kels­bühl gestan­den hat, weiß den Unter­schied. Nun steht das Sum­mer Bree­ze 2026 an.

Seit 2013 ist das Sum­mer Bree­ze fes­ter Bestand­teil – erst zu zweit, mit Unter­bre­chun­gen, mit einem Hund der erst­mal Prio­ri­tät hat­te und drei ver­pass­ten Jah­ren die man heu­te noch bereut. Das 2018er Jubi­lä­um? Las­sen wir das The­ma. Aber seit 2019 läuft der Motor wie­der, und nach Coro­na ist 2022 aus einem Duo lang­sam eine ech­te Crew gewor­den. Erst ran­dom auf dem Black gecampt, dann zwei Flä­chen auf Blue, die­ses Jahr drei. Es wächst. Und es wächst weil das Bree­ze eine die­ser sel­te­nen Sachen ist die Men­schen zusam­men­bringt – auch sol­che die eigent­lich gar nicht so viel Metal hören. Wegen dem Publi­kum. Wegen der Atmo­sphä­re. Wegen den noch fai­ren Prei­sen. Wegen den Momen­ten in denen einem ein wild­frem­der KFZ-Mecha­ni­ker den Bul­li über den mat­schi­gen Cam­ping­platz zieht weil er ein­fach hel­fen will.

Wir haben in unse­rer Zeit auch ande­re Fes­ti­vals gese­hen – Wacken, Mera Luna, Rock­harz, Hur­ri­ca­ne, Vain­stream, Metal Fest an der Lore­ley, 20 Wah­re Jah­re von In Extre­mo. Alles schön. Das Rock­harz hat sei­nen eige­nen Reiz. Aber das Bree­ze ist und bleibt unge­schla­gen. Kur­ze Wege, ein Publi­kum das man sel­ten aso­zi­al erlebt – sieht man mal von dem einen Jahr mit Child­ren of Bodom ab, wo irgend­wel­che Typen Crowd­sur­fer über die Men­ge schmei­ßen oder run­ter­zie­hen woll­ten. Aus­nah­me. Und das Merch: Cus­tom Shirts mit wech­seln­den Jah­res­mo­ti­ven neben dem klas­si­schen Jah­res­lo­go, ein Sor­ti­ment das man nir­gend­wo anders in die­ser Form fin­det. Wer schon mal Stun­den vor dem Stand gestan­den hat weiß wie das läuft – und seit zwei Jah­ren gibt es die Mög­lich­keit das Merch vor­zu­be­stel­len. Was mehr oder min­der auch funk­tio­niert. Mehr oder minder.

Sechs Stun­den Anrei­se. Trotz­dem. Jedes Mal.

Das Lineup Summer Breeze 2026

Die Head­li­ner: In Fla­mes, Arch Ene­my, Hel­lo­ween – und als vier­ter Slot: Eis­bre­cher. Pas­send für ein deut­sches Publi­kum, pas­send für Dinkelsbühl.

In Fla­mes kennt das Bree­ze, und das Bree­ze kennt In Fla­mes. 2013, 2019, 2023 – die Schwe­den sind Stamm­gäs­te in Din­kels­bühl und das Fes­ti­val hat sie jedes Mal mit offe­nen Armen emp­fan­gen. Zu Recht. Die Band hat in den letz­ten Jah­ren wie­der zu einer Form gefun­den die vie­le schon abge­schrie­ben hat­ten, und wer sie zuletzt live gese­hen hat weiß: die lie­fern. Die Dou­ble-Head­li­ner-Tour gemein­sam mit Arch Ene­my hat das noch­mal unter­stri­chen. Ein Wie­der­se­hen das sich anfühlt wie nach Hau­se kommen.

Arch Ene­my – und da wird’s inter­es­sant. Ali­s­sa White-Gluz ist weg, Nadia Leo­no­va steht in gro­ßen Schu­hen. Wer sich erin­nert wie das damals mit Ali­s­sa selbst war: auch da hat’s eine Wei­le gedau­ert bis sie akzep­tiert war. Viel­leicht ist 2026 auf dem Bree­ze die Pre­mie­re die einen umstimmt. Oder nicht. Aber es wird auf jeden Fall span­nend zu sehen was die Band aus die­ser Situa­ti­on macht.

Immi­nence sind gera­de in einer Pha­se in der alles passt. Die Schwe­den ver­bin­den Metal­co­re und rohe Emo­tio­na­li­tät auf eine Art die einen kalt erwischt – und die aktu­el­le Form der Band macht die­sen Slot zu einem der inter­es­san­tes­ten des gesam­ten Wochen­en­des. Sehr gespannt.

Orbit Cul­tu­re ist mitt­ler­wei­le kei­ne Geheim­emp­feh­lung mehr – aber live nach wie vor Pflicht. Die ers­ten Alben haben die Sze­ne auf­hor­chen las­sen, das neu­es­te hat noch­mal einen Zahn zuge­legt. Wer die noch nicht live hat­te: jetzt. Kein Drumherum.

Thy Art Is Mur­der ste­hen mit Tyler Mil­ler am Mikro – CJ McMa­hon ist seit 2023 raus, und das aus gutem Grund. Tyler war für vie­le live bis­her noch nicht zu sehen – also auch hier eine Pre­mie­re. Die Band war schon vor­her live eine Wucht. Was Tyler draus macht zeigt Dinkelsbühl.

Fit For An Auto­psy sind seit Jah­ren eine der ver­läss­lichs­ten Death­co­re-Bands die sich nicht auf For­meln aus­ru­hen. Pal­e­face Swiss pola­ri­sie­ren mit ihrer Mischung aus Metal und Rap-Ein­flüs­sen – live aber defi­ni­tiv eine Wucht.

Dann die Sei­te des Lin­eups die ger­ne über­se­hen wird: Deaf­he­a­ven brin­gen ihren Post-Black-Sound nach Din­kels­bühl – ein Kon­trast der auf einem Fes­ti­val die­ser Art beson­ders gut funk­tio­niert. Ähn­li­ches gilt für Møl aus Däne­mark, die live deut­lich mehr Druck machen als man auf Plat­te ver­mu­ten wür­de. Der Weg Einer Frei­heit sind schlicht eine der bes­ten deut­schen Black-Metal-Bands der Gegen­wart – dass die auf dem Bree­ze spie­len macht das Boo­king noch runder.

Atmo­sphä­risch in eine ganz ande­re Rich­tung aber nicht weni­ger stark: Eivør aus den Färö­er-Inseln bringt einen der unge­wöhn­lichs­ten und schöns­ten Sounds des gesam­ten Fes­ti­vals mit. Nytt Land aus Sibi­ri­en machen mit Scha­ma­nis­mus und archai­schem Folk genau das was ein gutes Fes­ti­val­pro­gramm braucht: ech­te Kontraste.

Blood­red Hour­glass aus Finn­land spie­len Mitt­woch – ein guter Ein­stieg in die vier Tage. Bry­mir eben­falls aus Finn­land, melo­di­scher aber nicht weni­ger inten­siv. Blood Com­mand lie­fern die­se herr­lich chao­ti­sche Mischung aus Punk­rock und Metal die live immer für Über­ra­schun­gen gut ist. Mit­tel Alta dür­fen gespannt beob­ach­tet wer­den. Und dann gibt es noch den Abend auf dem man bei Rec­tal Smeg­ma steht und sich fragt wie man an die­sen Punkt im Leben gekom­men ist – aber irgend­wie ist das genau rich­tig so.

Und dann ist da noch die Kri­tik die man sich nicht ver­knei­fen kann: Lor­na Shore feh­len schmerz­lich. Nach ihrem Debüt mit Will Ramos ist mitt­ler­wei­le der zwei­te Lang­spie­ler erschie­nen, die Band wächst rasant – aber das Bree­ze holt sie nicht. Ähn­li­ches gilt für den Anteil an har­tem, extre­mem Metal gene­rell: das Lin­e­up 2023 war in die­ser Hin­sicht ein Traum. Im Death­co­re und Death Metal gab es mit Fit For An Auto­psy, Shadow of Intent, Brand of Sacri­fice und Signs of the Swarm gleich meh­re­re High­lights auf ein­mal. Im melo­di­schen Death Metal lie­fer­ten Be’la­kor, Orbit Cul­tu­re und Blood­red Hour­glass das was man vom Bree­ze erwar­tet – klas­se Bands abseits des Main­streams. Bleed From Within irgend­wo dazwi­schen, und Kno­cked Loo­se als Hard­core-Aus­rei­ßer der das Gan­ze noch­mal auf­ge­ris­sen hat. Und wer Zeal and Ardor 2023 live erlebt hat weiß: das war mit Abstand das stärks­te Kon­zert des gesam­ten Fes­ti­vals. Deren Abwe­sen­heit 2026 hin­ter­lässt ein lei­ses aber deut­li­ches Bedauern.

Fazit

Das Sum­mer Bree­ze 2026 ist aus­ver­kauft – bereits seit dem 1. Dezem­ber 2025, frü­her als je zuvor in der Fes­ti­val­ge­schich­te. Tages­ti­ckets sind noch limi­tiert ver­füg­bar. Wer eins ergat­tert: gut gemacht. Wer leer aus­ge­gan­gen ist: in die Ticket­bör­se schau­en und nächs­tes Jahr frü­her dran sein.

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