Burson Audio Timekeeper GT4 - Ansicht von vorne

Burson Audio Timekeeper GT4 im Test: High-End-Monoblöcke an der Schwelle zum Ultra-High-End

Wir haben die Bur­son Audio Time­kee­per GT4 schon seit ein paar Wochen hier zum Test. War­um ihr euch die­se Mono-Blö­cke auf die Wunsch­lis­te schrei­ben soll­tet, ver­su­che ich im fol­gen­den Review für euch zu klären.

Dis­clai­mer: Bur­son Audio hat die Bur­son Audio Time­kee­per GT4 kos­ten­los zur Ver­fü­gung gestellt. Jedoch neh­men sie kei­ner­lei Ein­fluss auf mei­nen Test­auf­bau oder mein Urteil. Ich ver­su­che hier immer bru­tal ehr­lich und trans­pa­rent zu bleiben.

Mein Review zum Burson Audio Timekeeper GT4 auch in Bild und Ton

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Wir haben in den letz­ten Mona­ten eini­ges mit Bur­son Audio zu tun gehabt. Sie stel­len feins­te HiFi-Gerä­te her, wel­che aktu­ell zumin­dest auf dem deut­schen Markt nicht so ver­brei­tet sind. Nicht, weil die Gerä­te schlecht sind, son­dern wahr­schein­lich eher, weil jeder neue Markt eine wei­te­re Inves­ti­ti­on erfor­dert und wenn man dem Über­lie­fer­ten Glau­ben schen­ken kann, sind die Bur­son-Audio-Jungs und ‑Mädels in ers­ter Linie Macher und haben Bock, an ihren Pro­duk­ten zu feilen.

Das merkt man auch dar­an, dass sie in den letz­ten 12 Mona­ten ihr Port­fo­lio ver­jüngt haben durch neue Revi­sio­nen ihrer Bestands­pro­duk­te und über ihre Flagg­schiff-Model­le noch High-End-Flagg­schif­fe wie die Voy­a­ger-Serie eta­bliert haben.

Noch traue ich mich nicht in die­se Rie­ge vor­zu­wa­gen und habe mich bewusst für die Grand-Tou­rer-Serie ent­schie­den, da die­se für den ein oder ande­ren schon abso­lu­tes High-End – fea­ture- sowie klang­tech­nisch – und sicher­lich eine Her­aus­for­de­rung für das Porte­mon­naie darstellt.

Die Burson Audio Grand Tourer Serie

Alle, die sich mit dem Port­fo­lio von Bur­son Audio schon aus­ken­nen, kön­nen die­sen Abschnitt getrost über­sprin­gen. Mir geht es aber der Voll­stän­dig­keit hal­ber dar­um, auch ein wenig die Syn­er­gien zwi­schen den ein­zel­nen Pro­duk­ten vorzustellen.

Bur­son Audio sel­ber unter­teilt deren Port­fo­lio in Party‑, Stellar‑, Grand-Tou­rer- und Voy­a­ger-Series. Wobei die Stel­lar-Series gera­de frisch den Markt erobert hat, wir berich­te­ten. In der Par­ty-Series gibt es z. B. den Play­mate 3, wel­chen wir eben­falls schon tes­ten durf­ten, der ein DAC/Head-Amp dar­stellt und schon High-End-Allü­ren ver­sprüht. Die Grand-Tou­rer-Series ist mit der Voy­a­ger-Series eine der bei­den „aus­ge­wach­se­nen“ Seri­en. Denn hier gibt es jeweils Pre-Amps mit Head-Amps (Soloist), Pre-Amp, DAC mit Head-Amp-Kom­bos (Con­duc­tor) und HiFi-End­stu­fen (Time­kee­per).​

Theo­re­tisch kann man sich mit Kom­bi­na­tio­nen aus Soloist oder Con­duc­tor und Time­kee­per klei­ne, sehr poten­te HiFi-Anla­gen im hohen vier­stel­li­gen Bereich auf­bau­en. Bekom­men tut man dann ein groß­zü­gi­ges Kopf­hö­rer- sowie HiFi-Set­up und kann so gleich zwei Lei­den­schaf­ten frö­nen: Kopf­hö­rer und Laut­spre­cher. Abge­se­hen von Bur­sons uni­quem Design der Gerä­te offe­rie­ren sie noch pas­sen­de Racks oder Stands, mit wel­chen man sei­ne Gerä­te toll in Sze­ne set­zen kann. Wer Inter­es­se am Bur­son Audio Con­duc­tor GT4 hat, dem ist natür­lich unser Review ans Herz gelegt.

Unboxing der Burson Audio Timekeeper GT4 Max

Da wir hier die Bur­son Audio Time­kee­per GT4 in der Max-Vari­an­te in die Fin­ger bekom­men haben, begrüß­ten mich vor der Tür auch zwei gro­ße Pake­te, wel­che von mir aus­ge­packt wer­den woll­ten.
Ein Paket beher­bergt die zwei mas­si­ven Fusi­on-Core-Netz­tei­le und das ande­re die zwei Bur­son Audio Time­kee­per GT4 selber.

Wer schon ande­re Gerä­te von Bur­son aus­pa­cken durf­te, weiß, dass deren Ver­pa­ckun­gen gut durch­dacht sind und somit die wert­vol­le Fracht super ans Ziel bringen.

Lie­fer­um­fang Bur­son Audio Time­kee­per GT4 Max (Paar)

  • 2 × Bur­son Audio Time­kee­per GT4 Mono­block-End­stu­fe (GT4 Max Version)
  • 2 × Bur­son Fusi­on Core Netz­tei­le (32 V / 15 A, GaN-basiert)
  • Cus­tom 4‑Pol-Kabel für 32 V
  • Netz­ka­bel für die Fusi­on-Core-Netz­tei­le (län­der­ab­hän­gig)
  • Inbus­schlüs­sel
  • Ersatz-Siche­run­gen​

Anschluss und die allerersten Eindrücke der Burson Audio Timekeeper GT4

Ich bin ganz ehr­lich: Ich habe schon viel Gutes von den Bur­son Audio Time­kee­per GT4 gehört und war natür­lich inner­lich ganz auf­ge­regt und konn­te es kaum erwar­ten, die Mono­blö­cke an die Amphion Argon3S (hier geht es zum Review der Amphion Argon3S) zu hän­gen. Eigent­lich hat­te ich noch umfas­sen­de Umbau­ten hier in mei­nem Hör­set­up auf der Lis­te, durch Ver­zö­ge­run­gen hier und da woll­te ich ein­fach nicht mehr warten.

So kam es, dass ich die bei­den Netz­tei­le auf mei­nem Sub­woo­fer „park­te“ und stumpf die bei­den Bur­son Audio Time­kee­per GT4 auf einer HiFi-Base mehr schlecht als recht plat­zier­te. Unterm Strich „scheiß egal“, viel­leicht nicht foto­gen, aber es ging ums Hören.

Ich habe hier einen fei­nen Satz Rica­ble-Kabel aus der Deda­lus-Rei­he und habe mich dazu ent­schie­den, fol­gen­de Ket­te zusam­men­zu­bau­en:
Ever­so­lo DMP-A6 → Fosi Audio ZP3 → Bur­son Audio Time­kee­per GT4 + Fusi­on Core → Amphion Argon3S + Are­nd­al 1961 Sub­woo­fer 1V. Beim Sub­woo­fer habe ich mich den­noch für sea­led ent­schie­den für mehr Punch und habe qua­si den Stop­fen ein­ge­steckt und das Klang­pro­fil auf das für geschlos­se­nen Betrieb opti­mier­te gestellt.

Ich will nicht sagen, dass ich schon „blown away“ war, aber was hier pas­sier­te, hat­te schon etwas. Den­noch dach­te ich mir: Zieh durch und kram mal dein Mini­DSP UMIK‑1 raus. Gesagt, getan habe ich dann mit dem neu­en Ein­mess­fea­ture des Ever­so­lo DMP-A6 (hier geht es zum Review des Ever­so­lo DMP-A6) und dem iPad Air noch schnell ein­ge­mes­sen und die FIR-Fil­ter anle­gen las­sen. Die Kur­ve sah schlüs­sig aus für mei­nen akus­tisch bear­bei­te­ten Raum und der Sound war …

Ich will jetzt in die­sem Absatz noch nichts vor­weg­neh­men, da ich eini­ge Expe­ri­men­te gemacht habe und die­se dann gleich direkt gegen­über­stel­len mag.

Anschlüsse und so

Da es sich bei den Bur­son Audio Time­kee­per GT4 um klas­si­sche End­stu­fen han­delt, ist deren Anschluss­viel­falt jetzt nicht super fancy:

Jeder der zwei Bur­son Audio Time­kee­per GT4 ver­fügt jeweils über:

  • XLR
  • 1× Cinch
  • 1× Trig­ger-In und Trigger-Out
  • 1× 32-V-4-Pol-Ein­gang (schraub­bar)

Auf der Rück­sei­te befin­det sich dann noch ein klei­ner Schal­ter, wel­cher es erlaubt, die vier Modi der Bur­son Audio Time­kee­per GT4 durchzuschalten.

Design, Verarbeitung und Aufstellung

Die Design­spra­che von Bur­son Audio kann man gene­rell als futu­ris­tisch bezeich­nen. Vom Form­fak­tor her haben wir hier ca. eine 2/3‑Breite gegen­über Stan­dard-HiFi. Da es sich um Mono-Blö­cke han­delt, las­sen sich die End­stu­fen z. B. sym­me­trisch rechts und links auf Möbeln plat­zie­ren. Ten­den­zi­ell könn­te man die bei­den Mono-Blö­cke auch sta­peln. Da es sich hier aber um Clas­s‑A/AB-Ver­stär­ker mit 100 W Idle-Bias han­delt, wer­den die­se ziem­lich warm. Also mehr als hand­warm. Dem­nach wür­de ich nicht dazu raten, die Gerä­te direkt zu sta­peln. Hier­für bie­tet sich eher das Bur­son Audio Mother­ship (HiFi-Rack) an, wel­ches zum einen mas­siv aus Alu­mi­ni­um besteht und zum ande­ren Abstand zwi­schen die Gerä­te schafft, damit die­se aus­rei­chend ven­ti­lie­ren können.

Wei­ter­hin gibt es zu beden­ken, dass die bei­den Mono-Blö­cke aktiv gekühlt sind und rechts sowie links Luft­aus­läs­se haben, wel­che nicht bedeckt wer­den soll­ten. Ich hat­te sie anfangs, wie ein­gangs erwähnt, recht nah neben­ein­an­der ste­hen, und so waren sie doch ein wenig wär­mer als aktu­ell im Qua­draspi­re SVT Rack, wel­ches unter ande­rem luft­durch­läs­si­ge Ebe­nen besitzt. Hier­zu aber dann mehr im Arti­kel zum Qua­draspi­re SVT Rack.

Die Ver­ar­bei­tung ist Bur­son-Audio-typisch super. Sie besit­zen recht mas­si­ve Alu­mi­ni­um­ge­häu­se, wel­che jetzt kei­ne Blei­klöt­ze sind wie bei ande­ren Gerä­ten, aber den­noch mas­siv genug sind, um als High-End durch­zu­ge­hen. Wei­ter­hin gibt es kei­ne wirk­li­chen Spalt­ma­ße oder schar­fen Kan­ten, die den Ein­druck trü­gen könn­ten. Das mit­ge­lie­fer­te 4‑Pol-Kabel zur Ver­bin­dung der Bur­son Audio Time­kee­per GT4 mit den Bur­son Audio Fusi­on Cores scheint cus­tom-made und nicht von der Stan­ge. Toll ist, dass man die Kabel ver­schraubt und so defi­ni­tiv eine siche­re Ver­bin­dung hat.

Design­tech­nisch gibt es nicht viel aus­zu­set­zen, den­noch habe ich zwei Punk­te, die ein wenig undurch­dacht wir­ken: Zum einen besit­zen die Fusi­on Cores der Bur­son Time­kee­per GT4 die Form der Voy­a­ger-Serie und nicht der Grand-Tou­rer-Serie. Das liegt wohl dar­an, dass sich die Fusi­on Cores der Grand-Tou­rer-Serie das Gehäu­se der Voy­a­ger-Serie tei­len. Pro­duk­ti­ons­tech­nisch macht das natür­lich Sinn. Optisch ist es nicht ganz konsistent.

Wei­ter­hin weiß ich nicht, ob es wirk­lich not­wen­dig ist, dass das 32-V-Kabel auf der Front aus den Fusi­on Cores kommt und nicht hin­ten neben dem Kalt­ge­rä­te­an­schluss sitzt. So hat man kei­nen völ­lig clea­nen Front-Look, son­dern immer ein Kabel, wel­ches dann direkt nach hin­ten geht, um die Bur­son Audio Time­kee­per GT4 mit 32 V Gleich­strom zu versorgen.

Technik-Bashing

Der Bur­son Audio Time­kee­per GT4 ist ein Class-AB-Mono­block-Ver­stär­ker, wel­cher einen sehr hohen Leis­tungs­an­spruch hat. Er spielt sicher­lich locker schon in der High-End-Rie­ge mit und kann hier das ein oder ande­re Aus­ru­fe­zei­chen setzen.

Dafür betreibt Bur­son Audio auch eini­ges an Auf­wand: Die Mono­blö­cke sind im Class-AB-Design. 30 Watt lie­fern sie im puren Class-A-Betrieb und dar­über hin­aus dann im Class-AB-Betrieb. Bei 8 Ohm sind sie in der Lage, locke­re 100 Watt und bei 4 Ohm 200 Watt zu lie­fern. Ich habe im Head-Fi-Forum gele­sen, dass Bur­son dies sehr kon­ser­va­tiv aus­legt und so ohne Pro­ble­me auch sta­bil 140 Watt mit den Fusi­on-Core-Netz­tei­len lie­fern kann und die ers­te sicht­ba­re Wel­len­ver­for­mung irgend­wo bei 160 Watt ange­fan­gen haben soll.

Die Stromversorgung

SP-Module

Wei­ter­hin ist Bur­son Audio eine „ruhi­ge“ Strom­ver­sor­gung sehr wich­tig. Ange­fan­gen bei den Bur­son-Audio-eige­nen Silent Power Regu­la­tor Modu­les (SP-Modu­le). Die­se sind näm­lich aus­tausch­bar und fil­tern extrem effek­tiv Netz­strom­rau­schen, redu­zie­ren Ripp­le-Span­nung und bie­ten oben­drein noch Über­last­schutz. Bur­son hat hier­von zwei Modelle:

  • SP01: Nur 40 µV Rau­schen – 5× lei­ser als Stan­dard­reg­ler in der Industrie.
  • SP02 (im GT4 ver­baut): Nur 0,8 nVrms – über 200× lei­ser als SP01 oder her­kömm­li­che Regler.

Im Bur­son Audio Time­kee­per GT4 sind stan­dard­ge­mäß SP02-Modu­le verbaut.

Burson Audio Fusion Core

Um das gan­ze Strom­the­ma auf die Spit­ze zu trei­ben, hat Bur­son Audio noch die Bur­son Fusi­on Core Netz­tei­le im Ange­bot.
Der Bur­son Audio Fusi­on Core ist ein exter­nes GaN-basier­tes Netz­teil (24 V oder 32 V), das bis zu 480 W rei­ne Leis­tung lie­fert und spe­zi­ell für Bur­son-Gerä­te wie den Time­kee­per GT4 Max ent­wi­ckelt wurde.

Tech­ni­sche Eckdaten

  • Modell: 32 V / 15 A (je 480 W max.)
  • Rausch­pe­gel: < 1 µV – extrem lei­se durch GaN-Tran­sis­to­ren (1 MHz Schaltfrequenz).
  • Abmes­sun­gen: 210 × 200 × 75 mm; Gewicht: 5 kg; sil­ber­nes Gehäuse.
  • Anschlüs­se: GX12-Aus­gang, IEC C14-Ein­gang, inkl. Kabel (1,8 m Netz, 1,5 m DC).

Vor­tei­le und Effekt
GaN-Tech­no­lo­gie ermög­licht höhe­re Effi­zi­enz, küh­le­re Lauf­leis­tung und bes­se­re Rausch­fil­te­rung als her­kömm­li­che SMPS oder linea­re Netz­tei­le – kein 50-Hz-Brum­men oder unnö­ti­ge Erwär­mung. Für den Bur­son Audio Time­kee­per GT4 Max sorgt es für sta­bi­le Ver­sor­gung unter Voll­last, mehr Dyna­mik und „schwär­z­e­ren“ Hintergrund.

In Kom­bi­na­ti­on mit den SP-Modu­len ver­spricht Bur­son Audio bat­te­rie­ähn­li­chen Klang. Ja, ich weiß, ist ein wenig blöd aus­ge­drückt. Hard­core-Audio­phi­le prei­sen Bat­te­rien als die Strom­quel­le, die abso­lut gar kei­ne „Ver­un­rei­ni­gun­gen“ hat. Bur­son Audi­os Ziel war es, annä­hernd so wenig „Ver­un­rei­ni­gun­gen“ in ihrer Ket­te zu haben wie eben möglich.

Ich will jetzt nicht sagen, dass es der Hard­core-Game­ch­an­ger ist, aber zwi­schen 08/15-Netz­tei­len und guten hört man den­noch einen Unter­schied. Wie­viel einem das nun wie­der wert ist, muss ein jeder selbst für sich wis­sen. Fakt ist: Bur­son Audio treibt einen unglaub­li­chen Auf­wand bei dem The­ma und ich den­ke, die Ergeb­nis­se spre­chen für sich.

Elektrische Spezifikationen & Stromverbrauch

  • Aus­gangs­leis­tung: 100 W @ 8 Ohm / 200 W @ 4 Ohm
  • Fre­quenz­gang: 20 Hz bis 20 kHz
  • THD: < 0,03% @ 1 kHz
  • Signal-Rausch-Abstand: 110 dB
  • Aus­gangs­im­pe­danz: < 0,015 Ω (20 Hz bis 20 kHz)
  • Ver­stär­kung: 29 dB

Inter­es­sant wird es beim Strom­ver­brauch. Der Bur­son Audio Time­kee­per GT4 läuft näm­lich mit einem soge­nann­ten Idle-Bias (Ruhe­strom). Die­ser ist beim Bur­son Time­kee­per GT4 ein hoher Leer­lauf­strom im Class-AB-Betrieb, der die Tran­sis­to­ren dau­er­haft in ihrem opti­ma­len Arbeits­be­reich hält. Des­halb ver­brau­chen sie 100 Watt im Leer­lauf, ohne dass Musik abge­spielt wird.

Vor­tei­le des Idle-Bias

  • Mini­ma­le Ver­zer­rung: Redu­ziert Cross­over-Ver­zer­rung (Über­gang Push-Pull) auf < 0,03% THD, da Tran­sis­to­ren nie „schla­fen“ – Klang bleibt line­ar und präzise.
  • Schnel­le Tran­si­en­ten: Hoher Bias sorgt für sofor­ti­gen Strom­fluss bei Bass/Punch.
  • Pure Class‑A bis 30 W: Ers­te Watt rein Class-A-Qualität.

EXICON MOSFETs

Bur­son Audio setzt im Bur­son Audio Time­kee­per GT4 hoch­wer­ti­ge und leis­tungs­fä­hi­ge EXICON MOS­FETs ein. EXICON MOS­FETs zeich­nen sich durch ihre hohe Peak-Per­for­mance aus und erlau­ben es so, auch schwie­ri­ge­re Laut­spre­cher gekonnt zu han­deln. Dar­über hin­aus ver­fü­gen sie über eine nied­ri­ge Ver­zer­rung (0,03% THD), schnel­le Tran­si­en­ten und natür­li­chen Klang. Also bes­ser gesagt, sie haben nicht die viel beschrie­be­ne „Tran­sis­tor­här­te“ wie z. B. bei Bipolar-Transistoren.

Input-Buffer

Bevor es heißt, ich ver­heim­li­che euch noch ein Fea­ture, das gebraucht wird. Also, ich ver­ste­he, war­um das da ist, aber bis­her hat­te ich kei­ne gro­ßen Pro­ble­me … es geht um den Input-Buf­fer der Bur­son Audio Time­kee­per GT4. Die­ser kann optio­nal ange­schal­tet wer­den und akti­viert den Signal­weg über den ver­bau­ten Bur­son Audio V7 Vivid OpAmp. Die­ser erhöht das Ein­gangs­si­gnal um +12 dB (XLR) bzw. +6 dB (RCA). So kann man die Time­kee­per auch an weni­ger poten­te Quel­len direkt anschließen.

Höreindrücke

End­lich ans Ein­ge­mach­te! Wer wie ich geglaubt hat, dass die Ein­lei­tung zu den Bur­son Audio Time­kee­per GT4 schnell geht, weil es ja „nur“ End­stu­fen sind, hat sich geirrt. Also, beim Schrei­ben ist mir auf­ge­fal­len, dass es schon so eini­ges zu den Gerä­ten zu sagen gibt – so aber auch beim Hör­ein­druck. Ich habe die Time­kee­per GT4 an drei ver­schie­de­nen Paa­ren Laut­spre­chern betrie­ben. Sonst habe ich die Ket­te nicht ange­rührt, bzw. natür­lich jede Ket­te dann eingemessen.

Da sich hier und da Lie­fe­run­gen ein wenig ver­zö­gert haben, habe ich immer rela­tiv lan­ge mit einem Paar Laut­spre­cher ver­bracht und glau­be mit Gewiss­heit attes­tie­ren zu kön­nen, dass die Bur­son Audio Time­kee­per GT4 einen leicht war­men, aber den­noch hoch detail­lier­ten Ton lie­fern. Also der Hin­ter­grund ist „pitch-black“, ich glau­be, das kommt von der auf­wen­di­gen Strom­ver­sor­gung. Was gera­de die Höhen super trans­pa­rent macht. Den­noch kann ich eine gewis­se Wär­me nicht abstrei­ten. Es ist aber kei­ne Röhrenwärme.

Natür­lich habe ich wie­der mei­ne Qobuz-Play­list zu Rate gezo­gen und auch hier sind ein paar New­co­mer dabei, wel­che sich im aktu­el­len Set­up her­aus­kris­tal­li­siert haben und zur Refe­renz auf­ge­stie­gen sind. Für alle, die immer auf der Suche sind nach den gan­zen Songs, die so auf Mes­sen und so lau­fen, habe ich mal ange­fan­gen, die oft gehör­ten Songs in einer wei­te­ren Play­list zu konservieren.

Arendal 1723 Tower & SVS SB‑5000 – die „Stress-Test“-Kombi

Ein gro­ßer Teil der Spiel­zeit lief die Bur­son Audio Time­kee­per GT4 an den Are­nd­al 1723 Towern. Das sind gro­ße, THX-zer­ti­fi­zier­te Stand­laut­spre­cher mit meh­re­ren 8‑Zoll-Trei­bern und Wave­gui­de-Hoch­tö­ner – gebaut für hohe Pegel, bru­ta­le Dyna­mik und gleich­zei­tig ehr­li­che Detail­wie­der­ga­be. Genau das ist der Punkt, an dem man schnell merkt, ob eine End­stu­fe wirk­lich sou­ve­rän bleibt oder irgend­wann kom­pri­miert und dicht macht.

An den Are­nd­al 1723 Towern erzeu­gen die Bur­son eine sehr breit gespann­te, sta­bi­le Büh­ne. Stim­men ste­hen sau­ber in der Mit­te, Instru­men­te sind klar von­ein­an­der getrennt, auch wenn der Mix dich­ter wird. Der Punch im Ober­bass kommt schnell und kon­trol­liert, Kick­drums haben Kör­per, ohne anzu­di­cken oder zu wum­mern. Selbst bei Pegeln, bei denen der Nach­bar ver­mut­lich schon an die Tür klop­fen wür­de, wir­ken die GT4 eher ent­spannt sou­ve­rän als angestrengt.

Im Tief­ton habe ich zusätz­lich mit einem SVS SB‑5000 gear­bei­tet. Der geschlos­se­ne 15‑Zöller ist bekannt dafür, extrem tief zu rei­chen und dabei sehr prä­zi­se zu blei­ben. Zusam­men mit den Are­nd­al 1723 Towern zeigt er recht gna­den­los, ob eine End­stu­fe den Bass­be­reich wirk­lich im Griff hat oder nur „laut“ kann. Die Bur­son behal­ten hier die Kon­trol­le: Der Sub schiebt tief und mit Auto­ri­tät, aber Kon­tu­ren und Anschlä­ge blei­ben klar ste­hen, statt in einem Bass-Tep­pich zu ver­schwim­men. Gera­de bei Dou­ble­bass-Gewit­tern und tief gestimm­ten Gitar­ren merkt man, dass hier genug Leis­tung und Dämp­fung vor­han­den ist, um die Chas­sis im Zaum zu halten.

Referenz-Playlist für euch da draußen

Ich benut­ze in mei­nen Reviews fast aus­schließ­lich mei­ne Refe­renz-Play­list auf Qobuz. Natür­lich auch für die Bur­son Audio Time­kee­per GT4. Ger­ne dürft ihr euch da rein­kli­cken. Schreibt mir auch ger­ne wenn ihr einen Track habt, den ich unbe­dingt mit drauf schmei­ßen soll.

In Flames – „Stay With Me“

Wirk­lich ein gei­ler Song von In Fla­mes und war abso­lut nicht auf mei­nem Radar. Erst nach­dem ich den Ever­so­lo ein­ge­mes­sen hat­te, stach der Song irgend­wie her­vor. Ich weiß auch gar nicht, war­um ich das Album „I, The Mask“ gehört habe. Irgend­wie war es eine Fügung und die Gitar­ren catch­ten mich direkt. Wirk­lich schö­nes Ima­ging und eine direkt wir­ken­de Büh­ne. Die Gitar­ren haben schö­ne Details wie das Schnar­ren der Sai­ten und man hört auch super das Picking. Anders Frie­déns Gesang ist unge­wohnt soft, aber trotz leich­tem Hall inmit­ten der Büh­ne ver­or­tet. Die Side-Vocals kom­men schön räum­lich und umschlie­ßen einen beim Hören super. Ab 3:30 wei­chen die Clear-Gitar­ren dann doch här­te­ren Klän­gen und Anders Frie­dén kann sich von sei­ner metal­li­ge­ren Sei­te zei­gen. Gene­rell bleibt der Song aber „ruhi­ger“, dafür ein­fach audio­phi­ler und per­fekt für künf­ti­ge Reviews.

Die Bur­son Audio Time­kee­per GT4 schaf­fen es hier, sowohl die fei­nen Details – Schnar­ren, Hall­fah­nen, Back­ground-Vocals – als auch den Punch im Refrain her­aus­zu­ar­bei­ten, ohne dass es scharf oder stres­sig wird. Genau die­ses „warm, aber sehr trans­pa­rent“ beschreibt den Cha­rak­ter ziem­lich gut.

Synestia – „Winter“

Unglaub­li­cher Song von noch unglaub­li­che­rer EP. Wer sie nicht kennt: „The Poe­tic Edda“ von Synestia/Disembodied Tyrant ist wahr­schein­lich eines der her­aus­ra­gends­ten Death­co­re-Wer­ke der letz­ten Jah­re. Bes­ser ein­zu­ord­nen als Sym­pho­nic-Death­co­re mit vie­len Details, wel­che pro­duk­ti­ons­kos­ten­be­dingt natür­lich zum Groß­teil aus dem Com­pu­ter kom­men. Den­noch fänd ich es schon mal stark, wenn man ver­su­chen wür­de, das Werk noch ein­mal mit „rea­len“ Stim­men und Instru­men­ten einzuspielen.

So klingt es natür­lich ein wenig hoch­pro­du­ziert und pro­gram­miert. Den­noch sind hier vie­le Aspek­te gene­rell von Musik zu hören. Fängt es bei har­ten Break­downs an, endet es bei einer Kir­chen-Orgel, was ein­fach mega uni­que ist. Der Orgel­part macht ein­fach ultra Lau­ne und schiebt ordent­lich nach vor­ne. Wirk­lich unge­wohn­te Kom­bi, die außer­or­dent­lich funktioniert.

Für die Bur­son Audio Time­kee­per GT4 ist das ein dank­ba­res Stück, weil es genau da ansetzt, wo vie­le Amps ins Cha­os abglei­ten: dich­ter Mix, tie­fer Bass, Syn­ths, Orgel, Chö­re. Die Bur­son sor­tie­ren das alles sehr sau­ber, hal­ten die Büh­ne sta­bil und las­sen trotz des Drucks genug Luft, damit man in die Tie­fe des Mixes hin­ein­hö­ren kann.

Einordnung & Fazit

Unterm Strich sind die Bur­son Audio Time­kee­per GT4 für mich End­stu­fen, die sehr klar zei­gen, wo Bur­son mit der Grand-Tou­rer-Serie hin­will. Sie sind kei­ne Show­ef­fekt-Amps, die auf den ers­ten Blick „wow“ schrei­en, son­dern eher Werk­zeu­ge, die Kon­trol­le, Ruhe und Durch­zeich­nung nach vor­ne stel­len – und genau damit im All­tag immer mehr über­zeu­gen, je län­ger man mit ihnen hört. Gera­de an den Are­nd­al 1723 Towern mit dem SVS SB‑5000 haben sie sich als extrem sou­ve­rän erwie­sen: egal ob lei­se, spät­abends, oder rich­tig laut mit kom­ple­xen Metal- und Death­co­re-Pro­duk­tio­nen, die Din­ger behal­ten ein­fach die Kontrolle.

Die Kom­bi aus hoher Dau­er­leis­tung, hohem Idle-Bias, EXI­CON-MOS­FETs und der auf­wen­di­gen Strom­ver­sor­gung mit SP-Modu­len und Fusi­on Core zahlt direkt auf den Hör­ein­druck ein: schwar­zer Hin­ter­grund, sau­be­re Tran­si­en­ten, viel Punch, aber kein künst­li­ches Auf­di­cken oder Schön­fär­ben. Wenn ihr einen Amp sucht, der eher wie eine Prä­zi­si­ons-End­stu­fe arbei­tet als wie ein Effekt­ge­rät, dann sind die GT4 defi­ni­tiv span­nend – vor­aus­ge­setzt, der Rest eurer Ket­te spielt auf einem ähn­lich hohen Niveau und euer Raum gibt das her.

Preis­lich bewe­gen wir uns hier klar im High-End, aber noch nicht in den ganz absur­den Regio­nen man­cher Ultra-High-End-Mono­blö­cke, die fünf­stel­li­ge Sum­men pro Paar auf­ru­fen. Von der tech­ni­schen Her­an­ge­hens­wei­se – Mono­block-Design, GaN-basier­tes Fusi­on-Core-Netz­teil, Silent-Power-Modu­le, hohe Strö­me – und von der Sou­ve­rä­ni­tät im Betrieb ragen die Bur­son Audio Time­kee­per GT4 für mich aber durch­aus in Berei­che hin­ein, in denen man sonst deut­lich teu­re­re Lösun­gen fin­det. In man­chen Belan­gen sind wir hier an der Schwel­le zum Ultra-High-End, nur eben ohne das Preis­schild eines ganz gro­ßen Boutique-Boliden.

Natür­lich muss man sich trotz­dem fra­gen, ob das ins eige­ne Set­up passt: Ihr braucht Laut­spre­cher, die das auch umset­zen kön­nen, und ihr müsst mit Wär­me­ent­wick­lung und Strom­ver­brauch leben wol­len. Wer aber den Platz hat, pas­sen­de Schall­wand­ler davor hän­gen und Wert auf die­ses Plus an Tren­nung, Kon­trol­le und Head­room legt, bekommt mit den Bur­son Audio Time­kee­per GT4 Max ein Paket, das sehr kon­se­quent zu Ende gedacht ist. Für mich per­sön­lich sind sie im Moment so ein biss­chen der Punkt, an dem ich sagen wür­de: Viel wei­ter nach oben muss ich bei End­stu­fen in mei­nem Set­up gera­de nicht mehr schauen.

Klang­qua­li­tät
9.5
Leis­tung & Kon­trol­le / Dyna­mik & Reserven
9.6
Ver­ar­bei­tung & Design
9.3
Aus­stat­tung & Praxisnutzen
9.1
Mess­wer­te & tech­ni­sche Umsetzung
9.2
Preis/Leistung
9.4
9.4
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