Arendal 1723 Tower THX - Banner

Arendal 1723 Tower THX — Giantkiller mit Bodenhaftung

Ich hat­te sie schon lan­ge auf dem Schirm. Nun end­lich ste­hen die Are­nd­al 1723 Tower hier zum Test. Was die­se fei­nen Boli­den leis­ten, wie sie ver­ar­bei­tet sind und war­um sie das Schnäpp­chen sind, das sie ver­spre­chen, gibt’s jetzt hier – ungeschönt.

Dis­clai­mer: Die Are­nd­al 1723 Tower THX wur­den mir von Are­nd­al für den Test kos­ten­los zur Ver­fü­gung gestellt. Es gibt jedoch kei­ne Ein­fluss­nah­me auf mei­ne unge­schön­te Mei­nung und Ergeb­nis­se. Are­nd­al hat­te kei­nen Ein­fluss auf den Test­auf­bau und steht in sons­ti­ger Hin­sicht in kei­ner Bezie­hung zu die­sem Review.

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Arendal Sound

Oh, Are­nd­al. Eini­gen wird die­se nor­we­gi­sche Laut­spre­cher-Schmie­de bereits bekannt sein, für ande­re wird sie gänz­lich neu und span­nend sein. Aber machen wir doch erst ein­mal einen Aus­flug in den rau­en Norden.

Am liebs­ten wür­de ich jetzt schrei­ben: Hoch im kal­ten und rau­en Skan­di­na­vi­en, wo har­sche Win­de und eisi­ge Wel­len die Land­schaft einst form­ten, wo Win­ter noch Win­ter sind und teils Mona­te kein Son­nen­licht den Tag erhellt. Wo Mythen von Trol­len die Run­de machen und die Land­schaf­ten noch unbe­rührt sind.

Naja, Are­nd­al liegt genau genom­men an der Süd­küs­te von Nor­we­gen und ist dem­nach gar nicht so hoch im Nor­den, wie man mei­nen mag. Zwar sind die Win­ter dort sicher­lich noch eine ande­re Haus­num­mer als bei uns und die Land­schaf­ten wirk­lich schrof­fer – bis zu male­ri­schen Fjor­den und Fjells ist aber noch ein gutes Stück Fahrt nötig. Ich will das auch gar nicht schmä­lern, da Nor­we­gen in mei­nen Augen bis­her das schöns­te Land ist, das ich berei­sen durfte.

Are­nd­al Sound ist nach der Küs­ten­stadt Are­nd­al benannt und zählt zu den jün­ge­ren HiFi-Mar­ken da drau­ßen. 2015 gegrün­det, haben sie eine stei­le Ent­wick­lung hin­ter sich und kön­nen mitt­ler­wei­le drei aus­ge­wach­se­ne Laut­spre­cher-Seri­en vor­wei­sen. Ich glau­be behaup­ten zu kön­nen, dass kei­ne im unte­ren Ein­stei­ger-Seg­ment ange­sie­delt ist – Are­nd­al Sound macht kei­ne Gefangenen.

Are­nd­al Sound hat sich als Direkt­ver­mark­ter wie z. B. Teu­fel, XTZ oder auch Nubert eta­bliert. Die Vor­tei­le lie­gen auf der Hand: Direkt­ver­mark­ter kön­nen mit dem Aus­spa­ren des län­der­spe­zi­fi­schen Ver­triebs und des Han­dels ein lukra­ti­ves Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis lie­fern. Lei­der wer­den Direkt­ver­mark­ter ein ums ande­re Mal gera­de auf HiFi-Mes­sen ein wenig belä­chelt und von Händ­lern oft mit Arg­wohn beäugt.

Dies ist aber in mei­nen Augen eher ein gutes Zei­chen! Zwar weiß ich, dass gera­de die Boo­mer-Gene­ra­ti­on gro­ße Stü­cke auf selbst­er­nann­tes „Fach­per­so­nal“ legt und sich lie­bend ger­ne von ihnen bera­ten und wei­sen lässt. Den­noch bin ich guter Din­ge, dass mei­ne Leser ein wenig kri­ti­scher sind und sich so auch ganz gut ihre eige­ne Mei­nung bil­den können.

Are­nd­al Sound pro­du­ziert wie vie­le Pre­mi­um-Mar­ken in Fern­ost – genau­er gesagt in Chi­na. Ihr Slo­gan fasst es tref­fend zusam­men: Con­cei­ved in Nor­way. Born in Chi­na. Rai­sed by you. Was nega­tiv klin­gen mag, ist es kei­nes­wegs. Gera­de bei hoch­wer­ti­ger Mas­sen­fer­ti­gung blei­ben die Prei­se kun­den­freund­lich. Auch wenn die Infla­ti­on Are­nd­al nicht ver­schont: Bei der Markt­ein­füh­rung Ende 2017 kos­te­ten die Are­nd­al 1723 Tower noch 2.700 € – heu­te ein ech­tes Schnäppchen!

Arendal Sound Serien

Wer Are­nd­al Sound noch nicht kennt, für den habe ich jetzt mal kurz eine klei­ne Über­sicht, was man so von dem Direkt­ver­sen­der erwar­ten kann. Are­nd­al Sound glie­dert sich in drei Seri­en: 1961, 1723, 1528. Die Seri­en sind nach bedeu­ten­den his­to­ri­schen Daten der nor­we­gi­schen Hafen­stadt Are­nd­al benannt.

Die 1961er Serie mar­kiert den Ein­stieg in die Are­nd­al-Welt. In die­ser Serie gibt es alle erdenk­li­chen Laut­spre­cher-Typen und bei den Stand­laut­spre­chern lie­gen wir bei 1.900 € Paarpreis.

Die 1723er Serie mar­kier­te bis Ende 2024 Are­nd­als High-End-Refe­renz- und Flagg­schiff-Serie. Die­se unter­teilt sich noch ein­mal in die „nor­ma­le“ 8‑Zoll-Trei­ber-Serie und eine etwas klei­ne­re 6,5‑Zoll-Treiber-Serie. Wie bei den 1961ern auch, gibt es hier die vol­le Band­brei­te an ver­füg­ba­ren Laut­spre­cher-Typen, und bei den Stand­laut­spre­chern lie­gen wir bei 3.800 € respek­ti­ve 3.100 € Paarpreis.

Die 1528er Serie mar­kiert seit Ende 2024 Are­nd­als Ultra-High-End-Refe­renz- und Flagg­schiff-Serie. Die­se ist als Spit­ze des Eis­bergs zu ver­ste­hen und eben­falls für wirk­lich gro­ße Hör­räu­me gedacht. Wie bei den ande­ren bei­den Seri­en gibt es eine brei­te Band­brei­te an Laut­spre­chern. Spe­zi­ell zu erwäh­nen ist in mei­nen Augen z. B. der unglaub­li­che Cen­ter-Laut­spre­cher: Mit 1,35 m Brei­te, 29 cm Höhe und einem Gewicht von sat­ten 82 kg ver­steht Are­nd­al kei­nen Spaß. Bei den Stand­laut­spre­chern lie­gen wir hier bei einem Paar­preis von 9.900 €.

Arendal 1723 Tower THX — Imposanz

Die Are­nd­al 1723 Tower THX sind aus­ge­wach­se­ne Laut­spre­cher, die even­tu­ell schon einen Hör­raum grö­ßen- und leis­tungs­tech­nisch spren­gen kön­nen. Die THX Ultra Zer­ti­fi­zie­rung ist hier nicht nur als Heim­ki­no-Prä­di­kat zu sehen, son­dern spie­gelt in ers­ter Linie wider, dass die Laut­spre­cher für extre­me Pegel ohne Ver­zer­rung gemacht wur­den. 112 dB unver­zerrt, im Peak 124 dB bei Musik­si­gna­len, sind schon mal eine Ansage.

Wer sol­che irren Laut­stär­ken fah­ren möch­te, muss aber auch das nöti­ge Klein­geld haben, um eine End­stu­fe mit 500+ Watt/Kanal an die Are­nd­al 1723 Tower zu hängen.

Die Are­nd­al 1723 Tower sind aber auch kei­ne Spar­gel-Tar­za­ne. Mit 119 cm Höhe und 27,5 cm Brei­te sowie einem Gewicht von 50,6 kg pro Stück bekommt man hier rich­tig viel Mate­ri­al für sein Geld. Bei einer Tie­fe von knapp 40 cm muss der Hör­raum aber auch das gewis­se Etwas an Raum­tie­fe bie­ten – mit Abstand zur Wand sind schnell 60–70 cm belegt.

Unboxing und Lieferumfang

Die Are­nd­al 1723 Tower THX kom­men natür­lich auf einer Euro­palet­te per Spe­di­ti­on. Hier soll­te man sich eine zwei­te Per­son zur Hil­fe holen, denn das Hand­ling der Kar­tons und des Gewichts ist nix für schwa­che Ner­ven. Ich habe sie allei­ne bewegt und auf­ge­stellt und kann sagen: abso­lu­te Gren­ze des Mach­ba­ren. Wer hier ein­mal unacht­sam ist, wird dies spä­ter bit­ter bereuen.

Nach­dem ich den ers­ten mas­si­ven Kar­ton in mei­nen Hör­raum ver­frach­tet hat­te, ging es ans Unboxing. Die Laut­spre­cher sind fabel­haft ver­packt. Sie ruhen in zwei dicken, inein­an­der geschach­tel­ten Kar­tons und sind dann mit äußerst sta­bi­len Schaum­stoff-Tei­len in Posi­ti­on gehal­ten. Geschützt wer­den sie wei­ter­hin durch einen Baum­woll­sack, wel­cher sich natür­lich emp­fiehlt, erst nach der Mon­ta­ge der Tra­ver­sen und Auf­stel­lung zu entfernen.

Ich für mei­nen Teil habe den jewei­li­gen Laut­spre­cher auf die Unter­kan­te des Kar­tons geho­ben und hat­te so die Mög­lich­keit, pro­blem­los die Tra­ver­sen und Spikes zu instal­lie­ren. Ich habe mich für die Spikes ent­schie­den, es lie­gen aber auch Gum­mi­fü­ße bei.

Nach der Instal­la­ti­on der Tra­ver­sen und Spikes am Are­nd­al 1723 Tower habe ich den Hebel des Kar­tons und des unten auf­lie­gen­den Laut­spre­chers genutzt, um die­sen vor­sich­tig auf mei­nem Tep­pich auf die Spikes zu stel­len. Hier müsst ihr echt vor­sich­tig sein und eini­ges an Mus­kel­kraft auf­brin­gen, wenn ihr dies allei­ne machen wollt. Es befin­det sich kei­ne Abde­ckung auf den emp­find­li­chen Trei­bern! (liegt sepa­rat im Kar­ton) Bes­ser zu zweit.

Natür­lich habe ich dann direkt den Baum­woll­sack ent­fernt, weil ich mir die guten Stü­cke anse­hen woll­te. Was soll ich sagen? Ich glau­be, das war der ers­te Moment, in dem ich ein wenig Krib­beln ver­spürt habe und noch mal in mich ging.

Design, Verarbeitung und Aufstellung

Da stan­den nun die­se mas­si­ven Are­nd­al 1723 Tower vor mir – impo­sant in jeder Hin­sicht. Are­nd­al ver­zich­tet, anders als schon fast bran­chen­üb­lich, auf Gehäu­se aus MDF und setzt auf HDF. High-Den­si­ty-Fiber­board ist um ein Viel­fa­ches dich­ter und sta­bi­ler als MDF und sorgt für noch stei­fe­re, reso­nanz­är­me­re Gehäuse.

Die mir zuge­sand­ten Are­nd­al 1723 Tower sind matt weiß lackiert. Die Lackie­rung ist tadel­los. Ich habe die Laut­spre­cher über­all nach Imper­fec­tions abge­sucht, aber konn­te beim bes­ten Wil­len nichts bean­stan­den. Sau­be­re Gewin­de, ein­heit­li­che Lackie­rung, kei­ne Staub- oder Luft­ein­schlüs­se, kei­ne unlieb­sa­men Kan­ten. Das Anschluss­ter­mi­nal sitzt satt und sau­ber in der Rück­sei­te des Laut­spre­chers. Die Elo­xie­rung der mas­si­ven Alu­plat­te, auf der die rho­di­nier­ten Anschluss­ter­mi­nals instal­liert sind, ist eben­falls mackenfrei.

Ja, ich weiß, das sieht man nicht unbe­dingt, aber ich ver­su­che das Haar in der Sup­pe zu fin­den. Spoi­ler: hab ich nicht gefunden.

Die Ter­mi­nals sind mas­siv und wur­den zur Kor­ro­si­ons­be­stän­dig­keit rho­di­niert. Ich habe aus Inter­es­se die Gewin­de mal bewegt, nur um zu sehen, wie sau­ber sie gear­bei­tet wur­den. Gene­rell benut­ze ich die Laut­spre­cher mit Bana­nen­ste­ckern. Natür­lich sind die Laut­spre­cher bi-amp- / bi-wiring-fähig. Den­noch: Are­nd­al lie­fert bei den 1723 Towern jeweils zwei mas­si­ve, vor­in­stal­lier­te rho­di­nier­te Kup­fer­brü­cken mit. Da ich vor­ha­be, die Laut­spre­cher pri­mär erst ein­mal mit den Bur­son Audio Time­kee­per GT4 Max zu tes­ten, kann das auch so bleiben.

Zum Schutz der emp­find­li­chen Trei­ber – oder viel­leicht für den ein oder ande­ren aus opti­schen Grün­den – liegt jedem Laut­spre­cher natür­lich noch eine Abde­ckung bei. Die­se ist (natür­lich!) mas­siv und schwer ver­ar­bei­tet und hält mit star­ken Neo­dym-Magne­ten optisch unsicht­bar an den Laut­spre­cher­fron­ten. Da bewegt sich nix weg, und wenn man mal dage­gen­kommt, wird das die Laut­spre­cher zuver­läs­sig schützen.

An der Rück­sei­te der Are­nd­al 1723 Tower gibt es noch drei 2,6‑Zoll‑Ports. Die­se sind ab Werk mit Schaum­stoff-Plugs ver­schlos­sen, da sich die Laut­spre­cher „sea­led“ und „por­ted“ betrei­ben lassen.

Wer die Laut­spre­cher in ihrer Sei­ten­an­sicht betrach­tet, dem fällt auf, dass die Laut­spre­cher nicht im 90‑Grad‑Winkel zum Boden ein­fach gera­de nach oben ver­lau­fen, son­dern wie ein Par­al­le­lo­gramm nach hin­ten geneigt sind. Dies hat fol­gen­de Vorteile:

  • Ästhe­tik & Sta­bi­li­tät: Dyna­mi­sches Erschei­nungs­bild, nied­ri­ger Schwer­punkt mit Outrigger-Füßen.
  • Time-Ali­gnment: Twee­ter und Mid­bass errei­chen den Hör­platz zeit­gleich (akus­ti­sche Zen­tren aus­ge­rich­tet), redu­zie­ren Pha­sen­feh­ler für prä­zi­se­res Imaging.
  • Opti­ma­le Ach­se: Geneig­ter Sweet-Spot bei Sitz­hö­he (ca. 1 m Ohr­hö­he), bes­se­re Hochton-Integration.
  • Weni­ger Dif­frac­tion: Glat­te Front mini­miert Beu­gungs­spit­zen, homo­ge­ne­re Abstrahlung.

Zum Design der Are­nd­al 1723 Tower THX bleibt von mei­ner Sei­te her zu sagen, dass ich sie sehr ästhe­tisch fin­de. Es sind aus­ge­wach­se­ne, gro­ße, mas­siv daste­hen­de Laut­spre­cher, die beim Her­ein­kom­men in den Raum das Gefühl ver­mit­teln, dass hier nicht gespaßt wird. Bei klei­ne­ren Laut­spre­chern denkt man immer erst: „Hopp­la, hier wird immer erzählt, hier steppt der Bär, aber die Laut­spre­cher gehen mir gera­de bis zur Hüf­te …“ oder: „Ach! Das sind also Regal­laut­spre­cher, die du hast. Wenn du immer erzählst, dass du viel Musik hörst, habe ich immer an gro­ße schwar­ze Laut­spre­cher wie auf Kon­zer­ten gedacht.“

Wir wis­sen alle, dass es sich bei den meis­ten die­ser Äuße­run­gen um Unwis­sen­heit han­delt, und sobald meist der ers­te Ton spielt, weiß auch der Besuch, dass es hier wirk­lich ernst­haft wird. Bei den Are­nd­al 1723 Towern aber kommt einem direkt ein „WOW“ ent­ge­gen. Sie sehen nach dem aus, was sie sind. Nicht mehr und nicht weniger.

Für die Boo­mer- und Holz-Frak­ti­on könn­ten die Are­nd­al 1723 Tower eine har­te Nuss sein. Ich ord­ne sie klar dem moder­nen Design zu – kein nobles Möbel­stück mit Edel­holz, son­dern puris­tisch und funk­tio­nal. Are­nd­al bie­tet ledig­lich Satin Black oder Satin White an, was per­fekt in zeit­ge­nös­si­sche Wohn­räu­me passt. Ich selbst habe mich auf weiß-matt ein­ge­schos­sen und fin­de es zeit­los ele­gant, doch ich ver­ste­he den Hang zur Wär­me und zum Sta­tus edler Holz­fi­nis­hes absolut.

Aufstellung

Are­nd­al bie­tet einen exzel­len­ten Auf­stel­lungs-Gui­de, der sich wirk­lich lohnt. Grob vari­iert die opti­ma­le Posi­ti­on je nach Szenario:

  • Für Musik: Zuerst exakt auf den Hör­platz toe-in, dann leicht öff­nen für maxi­ma­le Büh­nen­brei­te (indi­vi­du­ell nach Vorliebe).
  • Für Heim­ki­no: Sym­me­tri­sche Aus­rich­tung direkt auf den Hör­platz – dank des Wave­gui­de-Designs mini­mie­ren die Are­nd­al 1723 Tower seit­li­che Refle­xio­nen sogar in unbe­han­del­ten Räu­men und lie­fern prä­zi­sen Richtcharakter.

Abmes­sun­gen

Spe­zi­fi­ka­ti­onWert
Abmes­sun­gen (H/B/T ohne Füße)115 × 27,5 × 40 cm
Mit Füßen (H/B/T)119,1 × 37 × 40 cm
Gewicht (inkl. Spikes)50,6 kg​
Gehäu­seHDF (High Den­si­ty Fiber­board), versiegelt/ventiliert (3 × 2,6″ Ports)
FinishSatin Black / Satin White

Tech-Specs

Die Are­nd­al 1723 Tower THX sind nach dem Prin­zip ent­stan­den: nicht kle­ckern, son­dern klot­zen! Wenn man allein die bra­chia­le Optik sieht: Das Gehäu­se ist an der Front von oben bis unten mit 8‑Zol­l‑­Mit­tel- und Tief­ton-Trei­bern gespickt, die spe­zi­ell für Are­nd­al gefer­tigt wur­den und es ermög­li­chen, mit „nur“ 119 cm Höhe aus­zu­kom­men. Der Hoch­tö­ner sitzt eben­falls in einem 6,5‑Zoll‑Waveguide. Somit ergibt sich eine tech­nisch anmu­ten­de Front.

Die Are­nd­al 1723 Tower sind nach dem 2,5‑Wege‑Prinzip gebaut. Sie nut­zen eine modi­fi­zier­te D’Appolito-Anordnung. Klas­sisch han­delt es sich nor­ma­ler­wei­se um eine MTM-Anord­nung (zwei Mid­bass + zen­tra­ler Twee­ter). Wegen des 2,5‑Wege‑Systems, das Pha­sen­feh­ler ver­mei­den soll, wur­de das Sys­tem aber nicht mit einem sepa­ra­ten Mit­tel­tö­ner aus­ge­stat­tet, son­dern besitzt homo­gen cus­tom-design­te 8‑Zoll‑Membranen, die Bass und Midran­ge abbil­den kön­nen. Die drei unte­ren fokus­sie­ren sich auf den Tief­bass, wäh­rend der obe­re mit dem Twee­ter zusam­men Mid­bass und Höhen übernimmt.

So ergibt sich ein Cross­over bei 120 Hz (Bass-Tren­nung) und 1.500 Hz (Mid/High).

Die nomi­na­le Impe­danz der Laut­spre­cher beträgt 4 Ohm und sie sind mit einer Sen­si­ti­vi­tät von 92 dB / 2,83 V / 1 m rela­tiv effi­zi­ent und leicht anzu­trei­ben. Das ist über­ra­schend, da man bei so aus­ge­wach­se­nen Laut­spre­chern auch durch­aus ande­res gewohnt ist.

Die Are­nd­al 1723 Tower sind zwar mit einer typi­schen „In-Room Bass Respon­se“ von 16 Hz und einem linea­ren Fre­quenz­ver­lauf von 37 Hz–20 kHz ange­ge­ben, man soll­te aber davon aus­ge­hen, dass sie in einem akus­tisch behan­del­ten Raum viel­leicht irgend­wo bei ~25–30 Hz nutz­ba­ren Bass produzieren.

Dar­aus erge­ben sich zwei Erkennt­nis­se: Die Are­nd­al 1723 Tower spie­len extrem tief und sind so geeig­net für Leu­te, die ger­ne ohne Sub­woo­fer aus­kom­men wol­len. Hier emp­fiehlt es sich natür­lich, an der End­stu­fe nicht zu spa­ren. Mit den ange­ge­be­nen 112 dB schaf­fen die Laut­spre­cher das dar­über hin­aus auch mit hohen Pegeln.

Des Wei­te­ren las­sen sich die Are­nd­al 1723 Tower – wie wei­ter oben schon erwähnt – sea­led und por­ted betrei­ben. Das ist inso­fern inter­es­sant, als man sie nicht unbe­dingt offen betrei­ben muss, wenn man ohne­hin vor­hat, einen Sub­woo­fer mit in die Ket­te zu neh­men, und so ein geschlos­se­nes und damit noch respon­si­ve­res Hör­ver­gnü­gen bekommt. Abge­se­hen davon, dass man sie so auch näher an die Wand stel­len kann, ohne nega­ti­ve Effek­te befürch­ten zu müssen.

Spe­zi­fi­ka­ti­onWert
Design2.5‑Wege​
Trei­ber28 mm Twee­ter (mit Wave­gui­de), 4 × 8″ Woofer
Fre­quenz­gang (-6 dB, anechoisch)37 Hz–20 kHz
F3 (anecho­isch)45 Hz​
Sen­si­ti­vi­tät92 dB / 2,83 V / 1 m
Impe­danz4 Ohm nominal
Cross­over-Fre­quen­zen120 Hz / 1500 Hz
Emp­foh­le­ne VerstärkerleistungBis 500 W RMS @ 4 Ohm

Klang und Höreindrücke

Okay! Ste­hen die Are­nd­al 1723 Tower erst ein­mal an Ort und Stel­le und sind ordent­lich ver­ka­belt, steht dem ers­ten Hören nix mehr im Weg. Nach der Pflicht folgt also die Kür – und natür­lich ken­ne ich eini­ge Reviews zu den Laut­spre­chern, was mei­ne Erwar­tun­gen in astro­no­mi­sche Höhen beför­dert hat.

Platz genom­men, Ever­so­lo DMP-A6 und Bur­son Time­kee­per GT4 Max ange­schmis­sen. Natür­lich wird wie immer zual­ler­erst mei­ne Qobuz Metal-Refe­renz-Play­list zu Rate gezo­gen. Die­se ist für alle frei ver­füg­bar und darf ger­ne zur bes­se­ren Nach­voll­zieh­bar­keit benutzt wer­den. Des Wei­te­ren bin auch ich nicht ganz resis­tent gegen­über der Musik, die oft von Her­stel­lern und Händ­lern auf Fach­mes­sen her­an­ge­zo­gen wird, und habe mal eine klei­ne Samm­lung an Refe­renz-Musik ange­legt. Den­noch fin­de ich, ist die­se mit Vor­sicht zu genie­ßen, weil die­se Songs ten­den­zi­ell immer gut klin­gen, da hier mehr Bass-Quan­ti­tät vor wirk­li­cher klang­li­cher Qua­li­tät geht. Inter­es­sant sind sie dennoch.

Arendal 1723 Tower × Eversolo DMP-A6 + Burson Timekeeper GT4 Max

Okay! Bass-Port-Plugs raus, den­noch habe ich mir direkt die Mühe gemacht und das neue Ein­mess-Fea­ture vom Ever­so­lo benutzt. Mini­DSP UMIK‑1 (kali­brier­tes Mess­mi­kro­fon) ans iPad Air gehängt und den Wizard durch­lau­fen las­sen. FIR-Fil­ter erstel­len las­sen und Pro­fil auf „line­ar“ gestellt. Ja, ich weiß, vie­le lie­ben eher so ’ne Har­man-Cur­ve, aber ich fin­de line­ar mit einer leich­ten Bass­an­he­bung noch ’ne Ecke geiler.

Der Aha-Effekt kam sofort! Ja, die Are­nd­al 1723 Tower sind bewusst ein Hybrid zwi­schen Musik und Heim­ki­no, aber dass sie so musi­ka­lisch mit­ma­chen, hat­te ich nicht erwar­tet. Sie ste­hen den Amphion Argon3S in der Klar­heit und Büh­ne in nichts nach! Hier fin­det ihr übri­gens den Test zu den Amphion Argon3S. Natür­lich haben die Are­nd­al 1723 Tower mehr Body und Tiefe.

Ich muss­te mich erst ein wenig fan­gen, weil ich nicht damit gerech­net hat­te, dass sie gera­de für Musik so ultra gut funktionieren.

Haben wir hier wirklich einen Giantkiller?

Ich bin eben­falls schul­dig, wenn es um Hype-Trains geht, aber ich glau­be bzw. weiß, dass es da drau­ßen manch­mal das eine Pro­dukt gibt, das ein Uni­corn dar­stellt und selbst Pro­duk­te, die ein Viel­fa­ches kos­ten, in den Schat­ten stellt.

Natür­lich habe ich alles unter­nom­men, um mir irgend­wie sicher zu sein: 50 Stun­den ein­lau­fen las­sen, wie Are­nd­al es emp­fiehlt, an der Plat­zie­rung gefeilt, mit und ohne Ein­mes­sung gear­bei­tet. Ich hat­te bereits das Glück, eini­ges hören zu dür­fen, und ich glau­be, die Are­nd­al 1723 Tower machen so eini­ges richtig.

Ich muss mei­ne Eupho­rie zügeln, um seri­ös zu blei­ben – inner­lich bin ich am Durch­dre­hen. Wer kei­nen Bou­tique-Laut­spre­cher mit über­höh­ter Neu­tra­li­tät sucht und nicht zwin­gend 13.000–15.000 € inves­tie­ren will, fin­det im Are­nd­al 1723 Tower einen ech­ten End­geg­ner. Ab die­ser Preis­klas­se wer­den Fre­quenz­wei­chen, Gehäu­se und Kom­po­nen­ten noch exklu­si­ver – aber die Luft im Porte­mon­naie merk­lich dünner.

Genau dies ist für mich die Defi­ni­ti­on eines Giant­kil­lers. Er spielt in das Zwei- bis Drei­fa­che sei­nes Bud­gets, und man muss sich gar nicht schlecht füh­len, wenn man die Kon­kur­renz sieht. Hier haben wir in der Tat einen Laut­spre­cher, der – wenn man bereit ist, das Geld in die Hand zu neh­men – das Bud­get bis zum letz­ten Cent aus­reizt. Ich ken­ne wirk­lich nicht vie­le so her­aus­ra­gen­de Pro­duk­te im HiFi-Bereich. Bin aber immer wie­der dank­bar, dass sich ein Her­stel­ler traut, das Preis­ge­fü­ge ein wenig aus dem Gleich­ge­wicht zu brin­gen, um die Prei­se irgend­wie noch am Boden zu halten.

Heimkino vs. HiFi

Jetzt kom­men mir eini­ge sicher­lich mit der Argu­men­ta­ti­on, dass es sich doch schließ­lich um Heim­ki­no-Laut­spre­cher han­delt. Schließ­lich wer­den sie recht stark als sol­che bewor­ben und auf ihnen prangt das THX Ultra Zertifikat.

Also: Kann man die Are­nd­al 1723 Tower THX denn wirk­lich für Musik emp­feh­len? Hier­auf habe ich ein ganz kla­res Ja! zu ent­geg­nen. Abso­lut und unein­ge­schränkt! Ich weiß es nicht genau, aber wenn man einen guten HiFi-Laut­spre­cher baut, kommt da meist ein guter Heim­ki­no-Laut­spre­cher bei raus – vor allem, wenn man die paar Fein­hei­ten beach­tet, die er als her­vor­ra­gen­der Heim­ki­no-Laut­spre­cher braucht.

Die Are­nd­al 1723 Tower spie­len kräf­tig wie luf­tig, tief, aber auch klar. Stim­men wir­ken natür­lich und prä­zi­se, genau­so wie die Büh­ne und die dazu­ge­hö­ri­gen Instru­men­te. Sie sind sehr auf­ge­räumt und machen all dies, ohne auch nur im Anflug ange­strengt zu wirken.

Ich habe vie­le Stun­den des Hörens in den letz­ten 4 Wochen inves­tiert, um hier wirk­lich sicher zu sein. Aber ehe ich hier wei­ter um den hei­ßen Brei rede: Lasst uns ein wenig über Musik sprechen!

Immi­nence – God Fea­ring Man

Immi­nence holt mich immer mehr ab, gera­de God Fea­ring Man, weil der Track eine gewis­se Impo­sanz mit­bringt. Der ruhi­ge, fast fra­gi­le Gesang, die Gei­ge des Sän­gers, die sich lang­sam auf­baut – und dann die­ser Break­down. Ich habe die­sen Moment schon oft als Refe­renz genannt, aber so kraft­voll wie über die Are­nd­al 1723 Tower habe ich ihn in Ste­reo noch nicht erlebt.

Die Are­nd­al schaf­fen es, die kom­plet­te Grund­stim­mung, den Span­nungs­bo­gen und die Ent­la­dung emo­tio­nal nach­voll­zieh­bar und gleich­zei­tig kon­trol­liert zu insze­nie­ren. Nichts klebt an den Laut­spre­chern, die Büh­ne löst sich sau­ber vom Gehäu­se, und trotz­dem steht der Bass mit Auto­ri­tät im Raum.

Ich will nicht behaup­ten, dass der Track maxi­mal kom­plex wäre, aber genau dar­in liegt der Charme: Man hört sofort, wie gut eine Box Dyna­mik, Timing und emo­tio­na­le Dich­te kann. Und hier zei­gen die Are­nd­al 1723 Tower ganz klar: Stu­dio­qua­li­tät ist kein Marketing-Floskel.

Kno­cked Loo­se — Ever­y­thing is quiet now

Bei den einen erzeugt Kno­cked Loo­se blu­ten­de Ohren, ich lie­be die­se rohe Ener­gie. Die unge­schlif­fe­ne, ehr­li­che Musik der Band fas­zi­niert zum Glück nicht nur mich, stellt bei der Wie­der­ga­be aber eini­ge Fall­stri­cke: Immer wie­der sto­ße ich auf HiFi-Kom­po­nen­ten, die genau hier den Sound pro­du­zie­ren, der einem tat­säch­lich die Ohren blu­tig schreit.

Druck ist halt nicht die hal­be Mie­te – also müs­sen sich die Are­nd­al 1723 Tower auch Kno­cked Loo­se stel­len. Hier bekom­me ich genau das, was ich suche: Aus dem schein­ba­ren Ein­heits­brei mit krei­schen­den Gitar­ren wird ein dif­fe­ren­zier­tes Klang­bild, wie ich es von guten Kno­cked-Loo­se-Liv­e­per­for­man­ces ken­ne. Dre­ckig, ja. Roh, ja. Aber abso­lut genieß­bar. Nicht für jeden, aber eben für mich – und das zählt.

Lor­na Shore – Glenwood

Gehen die Death­co­re-Über­flie­ger gera­de auf gro­ße Euro­pa-Tour und ich zum schon lan­ge aus­ver­kauf­ten Kon­zert nach Ham­burg, kön­nen sie auch hier mal wie­der eine Erwäh­nung vertragen.

Die­ser Abschnitt geht aber viel mehr raus an eine Per­son, die die­sen Track qua­si tot gehört hat, um ihn danach direkt wie­der in Dau­er­schlei­fe lau­fen zu las­sen. Das soll nicht hei­ßen, dass der Song kacke ist, son­dern dass er mir regel­recht ein­ge­mei­ßelt wur­de – es war nur eine Fra­ge der Zeit, bis er auf mei­ner Refe­renz­lis­te landet.

Glen­wood“ ist wie so vie­le Songs von Lor­na Shore ein Brett. Emo­tio­nal geht es um Reue, Stolz, der im Weg steht, und dar­um, ob man zu weit weg ist, um Din­ge wie­der gut zu machen – mit der Bot­schaft, dass man sich fra­gen soll­te, ob es das wert ist, so lan­ge ver­letzt und stur zu bleiben.

Bru­tal schnel­le Drums, Will Ramos mit sei­nem ein­zig­ar­ti­gen Gesangs­ta­lent, flan­kiert von schie­ben­den Riffs und die­ser typi­schen choralen/orchestralen Epi­c­ness. Ein Wech­sel­spiel zwi­schen ruhig und drü­ckend – genau das rich­ti­ge Mate­ri­al, um Fein­geist und Antrieb der Are­nd­al 1723 Tower zu demons­trie­ren. Ich weiß nicht, wie oft der Song hier gelau­fen ist; an ihm habe ich jeden­falls die Posi­tio­nie­rung (Toe-in) der Laut­spre­cher opti­miert, bis ich die für mich bes­te Büh­ne hatte.

Jeden­falls ist die­ses Lied nicht ganz unschul­dig an mei­ner Lie­be zu die­sen Lautsprechern.

Unlieb­sa­me Mes­se-Musik – trotz­dem wichtig

Jetzt kommt der Teil, den ich per­sön­lich immer nur in klei­nen Dosen ertra­ge: typi­sche Mes­se-Musik. Ihr kennt das – Dia­na Krall, Nils Lof­gren, „audio­phi­le“ Auf­nah­men mit viel Raum, wenig Kom­ple­xi­tät und mög­lichst spek­ta­ku­lä­ren Effekten.

Ich bin ganz ehr­lich: Das ist nicht mei­ne All­tags­mu­sik. Aber sie ist extrem nütz­lich, um bestimm­te Eigen­schaf­ten zu beur­tei­len – Fein­auf­lö­sung, Lei­se­hör­fä­hig­keit, Büh­nen­tie­fe, Lokalisationsschärfe.

Was sie aber immer gemein­sam haben, ist Bass. Ich glau­be ganz fest, eines der Ver­kaufs­ar­gu­men­te ist es, ein Fun­da­ment zu prä­sen­tie­ren. Ich will nicht sagen, dass es leicht ist, aber Bass scheint mir oft der Trei­ber zu sein.

Aber sind wir ehr­lich: Bass ist es, was die Are­nd­al 1723 Tower schon fast bei­läu­fig liefern.

Mit den Are­nd­al 1723 Towern pas­siert hier das, was ich mir von einem ech­ten All­roun­der erwarte:

  • Stim­men ste­hen sau­ber im Raum, klar umris­sen, ohne ins Sibilan­te zu kippen.
  • Die Büh­ne zieht sich glaub­haft in die Tie­fe, Instru­men­te sind klar von­ein­an­der getrennt.
  • Selbst bei sehr nied­ri­gen Pegeln bleibt alles durch­hör­bar, nichts fällt in sich zusammen.

Beson­ders span­nend: Die Are­nd­al klin­gen nie „HiFi-über­ana­ly­tisch“, son­dern behal­ten immer eine gewis­se Selbst­ver­ständ­lich­keit. Sie zei­gen, was auf der Auf­nah­me pas­siert, ohne dir per­ma­nent „Hör mal, wie detail­liert ich bin“ ins Gesicht zu schrei­en. Genau so soll es sein. Und trotz­dem sind sie nicht der weich­ge­wa­sche­ne Peo­p­le-Plea­ser, der dir alles sam­tig in die Ohren schmiegt.

Arendal 1723 Tower + Subwoofer

So mäch­tig die Are­nd­al 1723 Tower im Bass sind – und das sind sie zwei­fel­los –, gibt es Sze­na­ri­en, in denen ein Sub­woo­fer trotz­dem Sinn macht. Gera­de im Heim­ki­no oder wenn man ger­ne sehr laut hört, ist Ent­las­tung im Tief­bass nie verkehrt.

In mei­nem Ste­reo-Set­up lau­fen die Are­nd­al 1723 Tower aktu­ell zusam­men mit einem SVS SB-5000. Die Kom­bi­na­ti­on zeigt sehr schön, wie fle­xi­bel die Are­nd­al abge­stimmt sind:

  • Im „sealed“-Modus las­sen sie sich pro­blem­los bei 60–80 Hz tren­nen und spie­len dar­über extrem sau­ber und schnell.
  • Der Sub über­nimmt den wirk­lich tie­fen Bereich dar­un­ter, küm­mert sich um Fun­da­ment und LFE-Ein­schlä­ge, wäh­rend die Tower Büh­ne, Kör­per und Punch liefern.

Wer kei­nen Sub stel­len kann oder will, wird mit den Are­nd­al 1723 Towern allei­ne schon extrem glück­lich – gera­de in Musik-Set­ups. Wer aber Heim­ki­no auf Refe­renz­ni­veau anpeilt, hat hier eine per­fek­te Basis für ein 2.1‑, 3.1- oder spä­ter voll aus­ge­bau­tes 5.1-/7.1‑System.

Im Mehr­ka­nal­be­trieb habe ich die Are­nd­al 1723 Tower mit mei­nem Are­nd­al 1961 Sub­woo­fer 1V lau­fen las­sen. Auch hier haben sie sich per­fekt inte­grie­ren las­sen und das Kino­fee­ling hör­bar auf ein neu­es Level geho­ben. Auf­grund des nicht seri­en­glei­chen Cen­ter-Kanals – ich habe hier noch mei­nen B&W‑Center wei­ter benutzt – konn­te ich jedoch in jeder Sekun­de des Films den Unter­schied der Laut­spre­cher ausmachen.

Lasst es euch gesagt sein: Der Cen­ter ist der zen­tra­le und wich­tigs­te Kanal im Heim­ki­no. Ein Groß­teil der Infor­ma­ti­on läuft über ihn, und mit ihm steht und fällt das Heim­ki­no. Nur wer klar defi­nier­te Stim­men hat, muss den Laut­stär­ke­reg­ler nicht zwangs­läu­fig auf Angriffs­po­si­ti­on drehen.

Ich kann es kaum erwar­ten, den Are­nd­al 1723 Cen­ter zwi­schen die Are­nd­al 1723 Tower zu stel­len und vor­ne ein wirk­lich homo­ge­nes Bild zu haben.

TL;DR – Arendal 1723 Tower THX

  • Klang: Bru­tal dyna­misch, zugleich fein­zeich­nend. Von Metal über Mes­se-Mucke bis Heim­ki­no jeder­zeit souverän.
  • Tech­nik: 2,5‑Wege, 4×8″, HDF-Gehäu­se, THX Ultra, ech­te Pegel­re­ser­ven – gebaut für Druck und Kontrolle.
  • Pra­xis: Spielt solo schon extrem tief, funk­tio­niert aber auch per­fekt mit Sub und im Mehr­ka­nal-Set­up. Auf­stel­lung (Toe‑in + Raum) dank Wave­gui­de sehr gut beherrschbar.
  • Preis/Leistung: Klang­lich auf Augen­hö­he mit deut­lich teu­re­ren Laut­spre­chern, die in der 10k–15k‑Region unter­wegs sind – ohne das Kleinwagen-Budget.

Für mich aktu­ell: der Laut­spre­cher, an dem ich zukünf­ti­ge Reviews messe.

Fazit

Ich habe Tage über die­se Zei­len nach­ge­dacht. Klar, wir jagen immer bes­se­ren, gefäl­li­ge­ren Klang. Die Preis­schrau­be dreht sich unauf­halt­sam nach oben – ver­ständ­lich, wo Inge­nieu­re Herz­blut rein­le­gen, ris­kan­te Inno­va­tio­nen wagen und Kom­po­nen­ten ver­bau­en, die alles ande­re als Aller­welts­wa­re sind. Extre­me HiFi-Kom­po­nen­ten wer­den immer teu­er sein.

Auch ich könn­te Begehr­lich­kei­ten schü­ren, die Preis­spi­ra­le in unse­ren Köp­fen immer tie­fer trei­ben. Aber bei den Are­nd­al 1723 Towern wür­de ich als boden­stän­di­ge Refe­renz für Reviews und Vide­os blei­ben. Klar, impo­san­te Klein­wa­gen-Ket­ten wir­ken spek­ta­ku­lä­rer. Doch Boden­stän­dig­keit heißt nicht, die Mess­lat­te end­los hoch­zu­schrau­ben, son­dern sie genau hier im Hier und Jetzt zu belassen.

Das schließt Höhe­res nicht aus – es gibt genug dar­über! Aber irgend­wo braucht’s den Null­punkt. Eine Erdung, Balan­ce. Denn Reviews mit Hard­ware, die 0,001% mei­ner Leser sich leis­ten kön­nen, hel­fen nie­man­dem. Selbst die Are­nd­al 1723 Tower sind für vie­le schon Budget-Sprenger.

Mei­ne Mess­lat­te wäh­le ich nicht leicht­fer­tig, son­dern wohl­über­legt. Aber bei Qua­li­tät, Sound und gera­de bei der Preis-Leis­tung kann ich mich zurück­leh­nen: Hier bekommt man für jeden Cent Gegenwert.

Nach mei­nem Bewer­tungs­sche­ma erhal­ten die Are­nd­al 1723 Tower den HiFi­Ge­ek Award. Wie ich bewer­te und was der Award bedeu­tet, steht hier: https://www.hifigeek.de/bewertungsschema-bei-hifigeek/

Klang / Bildqualität
9.6
Leis­tung & Kon­trol­le / Dyna­mik & Reserven
9.7
Ver­ar­bei­tung & Design 
9.3
Aus­stat­tung & Praxisnutzen
8.8
Mess­wer­te & tech­ni­sche Umsetzung
9.2
Preis/Leistung
10
Pros
Extrem dyna­mi­scher, pegel­fes­ter Klang mit tief­rei­chen­dem, kon­trol­lier­tem Bass – glei­cher­ma­ßen stark für Musik und Heimkino.
Sehr hohe Ver­ar­bei­tungs­qua­li­tät: HDF-Gehäu­se, sau­be­re Lackie­rung, mas­si­ve Ter­mi­nals, durch­dach­tes Gehäusedesign.
Neu­tra­le, ehr­li­che Abstim­mung ohne Schär­fe oder Weich­zeich­nung – funk­tio­niert von Metal bis Messe-Mucke.
Sea­le­d/­Por­ted-Betrieb und THX-Ultra-Tuning machen sie fle­xi­bel in ver­schie­de­nen Räu­men und Setups.
Preis/Leistung in der Klas­se „gro­ße Stand­laut­spre­cher“ exzel­lent; spielt klang­lich weit über sei­nem Preisschild.
Cons
Grö­ße, Gewicht und Optik: 50‑k­g‑HDF-Bro­cken im moder­nen, eher tech­ni­schen Look – für edle Holz­wohn­zim­mer nicht jeder­manns Sache, für „Werkzeug“-Fans aber genau richtig.
Braucht Platz und Sorg­falt bei der Auf­stel­lung (Abstand, Toe‑in, ggf. Ein­mes­sung), belohnt das aber mit deut­lich bes­se­rer Per­for­mance als „plug & play“‑Boxen.
Kei­ne „gefäl­li­ge“ Schön­fär­bung: Schlech­te Auf­nah­men blei­ben schlech­te Auf­nah­men – wer Kuschel-Sound sucht, ist hier falsch, wer Ehr­lich­keit will, genau richtig.
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