Disney+ verkauft „Premium“ – und liefert in Deutschland zunehmend Sparflamme. In einem aktuellen Bericht ist von 4kfilme.de der nächsten Eskalationsstufe die Rede: Disney+ habe HDR (High Dynamic Range – konkret HDR10) aus den Qualitätseinstellungen entfernt und liefere trotz angeblicher 4K-Ultra-HD-Qualität oft nur noch „Pixelbrei“. Wenn das der Ist-Stand bei Disney+ ist, dann ist Disney+ Premium kein Premium-Produkt mehr, sondern ein Downgrade zum Premium-Preis.
Disney+ Premium ist ein Witz
Der Ton des Berichts ist eindeutig: geschockt, genervt, fassungslos. Über Jahre wurden Preise erhöht, Werbung integriert und alles mit „Qualität und Vielfalt“ verkauft – und jetzt wird die Qualität real abgebaut. Genau das ist der Kern: Disney+ Premium wird als hochwertiger Tarif vermarktet, während die Leistung offenbar schrumpft. Und das ist nicht mehr nur „heute sieht’s irgendwie komisch aus“, sondern eine Feature-Demontage.
Noch deutlicher: Erst wurden Qualitätsfeatures wie Dolby Vision HDR, HDR10+ und 3D-Filme aus dem Portfolio entfernt – und jetzt sollen Filme und Serien nicht einmal mehr mit dem Standardformat HDR10 wiedergegeben werden können. Wenn selbst HDR10 bei Disney+ Premium wegfällt, reden wir nicht über Feintuning, sondern über den Rückbau einer Basisfunktion, die 2026 im Heimkino schlicht dazugehört. Disney+ verliert damit genau das, wofür viele überhaupt Premium buchen: sichtbar bessere Bildwirkung statt flacher SDR-Optik.
Disney+ Premium: 4K ohne HDR, 15,99 € – ernsthaft?
Viele Nutzer melden: Im Disney+ Premium-Abo läuft es zwar noch in 4K Ultra HD, aber ohne HDR10. Dazu kommt die Aussage, die Bildqualität nehme weiter ab und sei inzwischen auf einem Niveau angekommen, „wie wir es vielleicht vor 10 Jahren hatten“. Und während Disney+ hier offenbar abbaut, steht der Preis weiterhin im Raum: 15,99 Euro im Monat.
Das ist der Punkt, an dem man als Kunde nicht mehr „abwarten“ muss, sondern sich fragen sollte: Wofür bezahle ich Disney+ Premium eigentlich noch? Denn wenn Disney+ 4K auf dem Papier hat, aber praktisch in Kompressionsmatsch endet, ist das „4K“-Label nur noch Marketing.
„Pixelbrei“ statt UHD: konkrete Beispiele
Als Beispiel wird „A Complete Unknown (2025)“ genannt: 4K Ultra HD auf Disney+, aber „absolut grässlich“. Das Bild soll vor Pixel- und Kompressionsfehlern strotzen – und bei anderen Inhalten ähnlich aussehen. Wenn das bei Disney+ Premium die Realität ist, dann ist Disney+ nicht nur „ohne HDR“, sondern zusätzlich optisch kaputtkomprimiert.
Dazu kommt ein zweites, besonders fieses Problem: Inhalte, die wohl mit einem HDR-Container ausgestattet sind, werden bei der Wiedergabe in 4K Ultra HD mit SDR laut Bericht „förmlich zerfetzt“. Das Bild sei übersät mit Pixelfehlern und/oder Kompressionsartefakten – möglicherweise durch ein Downscaling vom erweiterten Dynamikumfang auf den Standardumfang. Mehrere Filme und Serien, die früher in 4K/HDR10 und/oder Dolby Vision HDR verfügbar waren, wurden getestet – Ergebnis: fast überall das gleiche.
Damit wird aus „Disney+ Premium hat weniger Features“ ein viel schlimmeres Thema: Disney+ Premium liefert offenbar nicht einmal mehr zuverlässig eine saubere SDR-Ausgabe, wenn HDR fehlt bzw. beim Mapping etwas schiefgeht. Und genau das killt jedes Vertrauen in Disney+ Premium als „Premium“-Tarif.
Tests auf mehreren TVs – Vergleich mit anderen Diensten
Getestet wurde laut Bericht mit einem Samsung Mini-LED-TV (2025), einem LG OLED (2024) und einem Sony LCD (2022). Bei anderen Streamingdiensten wie Amazon Prime Video, Netflix oder Apple TV sei die Bildqualität dagegen normal gewesen. Das ist für die Einordnung wichtig: Wenn Disney+ Premium schwächelt, andere Dienste auf denselben Geräten aber nicht, wirkt das Problem nicht wie „dein TV kann’s nicht“, sondern wie ein Disney+-Thema.
HDR10 fehlt sogar in der Hilfe: Bug oder Absicht?
Ja: Es könnte ein temporäres Problem sein. Gleichzeitig steht im Raum, dass Disney+ in einem Patentstreit mit InterDigital steckt und deshalb überhaupt erst HDR10+, Dolby Vision und 3D entfernt werden mussten. Der Verdacht liegt nahe, dass HDR10 ebenfalls in diese Richtung fällt – was die erneute „Kürzung“ erklären würde.
Besonders brisant: Auf der offiziellen Disney+-Hilfeseite soll „HDR10“ im Dokument „Welche Videoformate sind verfügbar?“ nicht mehr gelistet sein. Wenn Disney+ Premium bei der Hilfe schon kein HDR10 mehr kennt, ist das kein guter Look – und es macht Disney+ Premium endgültig zur Blackbox.
Disney+ Premium-Kommunikation: mies – und Kunden sollen’s ausbaden?
Die Kundenkommunikation wird als „absolut mies“ bezeichnet. Von solchen Einschnitten erfährt man demnach nur über Medien – eine direkte Info an Kunden (Mail/Inbox) sei nicht bekannt. Und genau das ist bei Disney+ Premium der eigentliche Skandal: Nicht nur die Kürzung, sondern die Art, wie Disney+ Premium Kunden behandelt – bezahlen, aber bitte nicht nachfragen.
Auch das Thema außerordentliche Kündigung wird angesprochen: Viele hätten schon beim ersten „Kahlschlag“ eine außerordentliche Kündigung über den Kundenservice durchbekommen, inklusive Rückerstattung offener Zeiträume – sowohl bei Monats- als auch bei Jahresabos. Für die Autoren ist das der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt – und sie ziehen für sich die Reißleine.
Alternative zu Disney+ Premium: 4K Discs sind geil – und wieder logisch
Wenn Disney+ Premium bei Bildqualität und HDR so wackelt, ist die Gegenbewegung ziemlich simpel: UHD Blu-ray. Bei solchen Meldungen gewinnt die 4K Ultra HD Blu-ray wieder deutlich an Attraktivität – und es wird darauf verwiesen, dass das Disc-Format zuletzt sogar Zuwächse erzielt hat (Verweis auf FlatpanelsHD).
Und ja: 4K-Discs sind geil. Nicht aus Nostalgie, sondern weil du eine definierte Fassung bekommst, die nicht über Nacht „optimiert“ wird, weil irgendein Streamingdienst meint, er müsse wieder an der Pipeline sparen. Disney+ Premium zeigt gerade, warum „Abo = Leistung“ kein Naturgesetz ist. Wenn du dein Heimkino ernst nimmst, sind UHD Blu-rays bei Lieblingsfilmen oft die stressfreie Lösung: Disc rein, Referenzbild an – ohne Disney+ Premium-Lotterie.
Und dann ist da noch der Ton – der Punkt, den Streaming-Fans gern kleinreden, bis sie einmal eine gute UHD Blu-ray gehört haben. Auf 4K-Discs bekommst du in der Praxis sehr häufig lossless Tonspuren: Dolby TrueHD (oft inkl. Dolby Atmos als Erweiterung) und DTS-HD Master Audio (teils mit DTS:X) – also Bit für Bit näher am Studio-Master, nicht „klingt schon irgendwie“. Streaming liefert Atmos dagegen typischerweise über Dolby Digital Plus, also verlustbehaftet und mit deutlich weniger Luft nach oben – kann okay sein, ist aber nicht dasselbe wie TrueHD/MA von Disc.
Wenn du dein Setup nicht nur fürs Logo an der Ecke gebaut hast (Deckenlautsprecher, gute Surrounds, Sub-Setup), ist das der Unterschied zwischen „da ist Atmos drauf“ und „das Ding sitzt, hat Druck, hat Details“. Und genau deshalb sind UHD Blu-rays gerade so attraktiv: Du bekommst Bild und Ton als definiertes Paket – ohne dass ein Dienst dir morgen wieder Features streicht und du im Disney+ Premium-Abo fürs gleiche Geld plötzlich weniger bekommst.
