Grado - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de Audio & Heimkino. Ernst genommen. Tue, 27 Oct 2026 12:44:13 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 https://www.hifigeek.de/media/cropped-hifigeek.de-512-32x32.png Grado - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de 32 32 60029611 Grado Signature S150: Offener Kopfhörer mit Wechselkabel für 295 Dollar https://www.hifigeek.de/grado-signature-s150/ https://www.hifigeek.de/grado-signature-s150/#respond Tue, 27 Oct 2026 12:44:11 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=12974 Der Grado Signature S150 ist der günstigste Kopfhörer der Signature-Reihe: offen, dynamisch, neuer 44-mm-Treiber, Wechselkabel, 220 g, 295 US-Dollar. Die Auslieferung soll Anfang November 2026 beginnen. Zur Einordnung: Der bisher günstigste Signature, der S550, kostet 995 US-Dollar, das Flaggschiff HP100 SE 2.495. Wer an dieser Preisliste bisher abgeprallt ist, darf also noch mal hinschauen. Ich schaue vor allem aufs Kleingedruckte, denn da wird es in dieser Preisklasse interessant.

Grado und die Signature-Reihe

Grado baut seit 1953 in Brooklyn Kopfhörer und Tonabnehmer, die Kopfhörer werden dort von Hand montiert. Die Signature-Reihe ist der Ort, an dem Grado neue Konstruktionen zuerst einführt, etwa Wechselkabel und frische Gehäuseformen, bevor sie in den Rest der Palette wandern. Mit dem S150 hat die Reihe fünf Modelle: HP100 SE für 2.495 US-Dollar, S950 für 2.195, S750 für 1.695, S550 für 995 und ganz unten der S150 für 295 (Preise im Grado-Shop, Stand 26.10.2026). Einen Vorgänger gibt es nicht, der S150 ergänzt die Reihe nach unten.

Der S150 kostet rund 30 Prozent des S550 und nicht einmal ein Achtel des HP100 SE. Das ist kein Rabatt, das ist eine andere Liga. Die Frage ist also, wie viel Signature bei 295 Dollar übrig bleibt.

Grado Signature S150: der neue 44-mm-Treiber

Das Herzstück ist der 44-mm-S-Treiber, der hier debütiert. Seine Membran besteht aus Papier-Komposit und basiert auf der Technik der 52-mm-S-Treiber im HP100 SE und im S950, wurde aber eigens für das kleinere Format entwickelt. Grado verspricht Klarheit und Detail bei vollem, musikalischem Körper, dazu einen sauberen, artikulierten Bass mit Präsenz.

Übersetzt heißt das: nicht trocken-analytisch, aber auch kein Brei, und ein Bass, der nicht matscht. Das ist die Sorte Versprechen, die mich interessiert, denn ich möchte beim Musikhören involviert sein und nicht eingelullt werden. Es ist aber auch ein Versprechen, das fast jeder Hersteller für fast jeden Kopfhörer abgibt. Und „basiert auf“ ist ein dehnbarer Begriff: Dieselbe Membranart in kleinerer Größe ist nicht derselbe Treiber in klein. Was davon beim Hören übrig bleibt, will ich hören.

Technik: 38 Ohm, 104 dB, 16 Hz bis 34 kHz

Der Treiber ist dynamisch, die Bauweise offen. Das Datenblatt nennt einen Frequenzgang von 16 Hz bis 34 kHz, 38 Ohm Impedanz, 104 dB Schalldruck bei 1 mW, unter 0,3 % Klirrfaktor bei 100 dB und eine Treiberpaarung auf 0,05 dB.

Zum Kleingedruckten: Ein Frequenzgang ohne Toleranzband ist Orientierung, keine Messung. Die Ränder bei 16 Hz und 34 kHz sagen wenig darüber, wie der Kopfhörer im Bereich dazwischen spielt. „Unter 0,3 %“ ist ein Grenzwert, kein Messwert, und er gilt bei 100 dB, nicht bei jedem Pegel. Die Paarung auf 0,05 dB ist dagegen eine konkrete Zusage: So dicht sollen linker und rechter Treiber beieinanderliegen.

Leistungsbedarf: Wie viel Verstärker braucht er?

Die Empfindlichkeit sagt, wie laut ein Kopfhörer bei einem Milliwatt wird. Je höher der Wert, desto weniger Leistung braucht er, und für jeweils 3 dB mehr Pegel braucht es die doppelte Leistung. Beim S150 sind das rechnerisch rund 4 mW für 110 dB und rund 13 mW für 115 dB. Das ist wenig.

Der Hifiman Sundara zeigt, wo ein Datenblatt täuschen kann. Er nennt 92 dB und braucht damit rechnerisch rund 63 mW für 110 dB. Zwölf dB Unterschied zum S150 sind das Sechzehnfache an Leistung für denselben Pegel. Ob beide Hersteller die Empfindlichkeit gleich ermitteln, weiß ich nicht, die Richtung stimmt aber. Und die Rechnung ist nur die halbe Wahrheit: 63 mW klingen harmlos, am 220-mW-Dongle fehlten dem Sundara in meinem Test trotzdem Glanz und Punch. Lautstärke ist nicht Kontrolle.

Bei Leistungsfragen rechne ich auf zwei Ebenen. Meine Baseline ist der Burson Soloist Stellar Max, bewusst überdimensioniert, ein Maßstab und keine Empfehlung. Die realistische Kette ist der Fosi ZH3: Er nennt 640 mW an 6,35 mm und 2.570 mW an 4,4 mm, beides an 32 Ohm. Gegen 4 bis 13 mW ist das viel Luft, und die 4,4‑mm-Kabeloption des S150 passt zu diesem symmetrischen Ausgang. Ob 4 mW auch für Dynamik und Kontrolle reichen, ist eine andere Frage. Wer für die eigene Quelle rechnen will, tippt Impedanz und Empfindlichkeit in den Wattrechner ein.

Bauweise: ABS-Gehäuse, Lederbügel, F‑Polster

Neu am Grado Signature S150 ist das einteilige Gehäuse aus ABS-Kunststoff in mattem Schwarz. Die Silhouette bleibt erkennbar Grado, das Teil ist aber neu konstruiert, und praktisch heißt einteilig: leicht und gleichmäßig zu fertigen. 220 g sind deutlich weniger als beim Sundara mit 342 g und beim OMNE Audio Hendeka mit 435 g.

Das Kopfband des Grado Signature S150 ist mit Leder gepolstert, ein flexibles Stahlband im Inneren lässt den Anpressdruck einstellen. Die Gimbals bestehen aus mattschwarzem Polymer, die Höhenstangen aus Edelstahl, die Verbindungsblöcke sind verstärkt. Der Anpressdruck war beim Sundara in meinem Test hoch, deshalb finde ich die Einstellmöglichkeit interessant. Hifiman klingt oft stark, ist bei der Verarbeitung für mich aber Kinderspielzeug.

Serienmäßig sitzt das F‑Polster mit inneren Luftschlitzen. Bei Grado gehört das Polster zur Abstimmung, und alle Polster aus dem Grado-Programm passen. Wer Klang und Sitz verändern will, tauscht also einfach.

Kabel: Signature Bronze mit Wahlmöglichkeiten

Das Kabel des Grado Signature S150 ist abnehmbar. Serienmäßig kommt das Signature Bronze in leichter, weicher und flexibler Bauweise. Am Kopfhörer stecken zwei 3,5‑mm-Buchsen, eine pro Muschel. Am anderen Ende sitzt ein 3,5‑mm-Klinkenstecker mit 6,3‑mm-Adapter. Bei der Bestellung stehen 6 oder 12 Fuß zur Wahl, und als Alternativen gibt es 4,4 mm symmetrisch sowie 4‑Pin-XLR mit 6,3‑mm-Adapter. Symmetrische Optionen gibt es also gleich zwei.

Spezifikationen des Grado Signature S150

MerkmalWert
HerstellerGrado Labs, Brooklyn
BauartOffen (Open Air), dynamisch
Treiber44-mm-S-Treiber, Papier-Komposit-Membran
Frequenzgang16 Hz bis 34 kHz
Impedanz38 Ohm
Empfindlichkeit104 dB bei 1 mW
Klirrfaktorunter 0,3 % bei 100 dB
Treiberpaarung0,05 dB
Gewicht220 g
Gehäuseeinteilig, ABS-Kunststoff, matt schwarz
KabelSignature Bronze, abnehmbar
Anschluss am KopfhörerDual 3,5 mm Mini
Anschluss an der Quelle3,5 mm mit 6,3‑mm-Adapter, alternativ 4,4 mm symmetrisch oder 4‑Pin-XLR mit 6,3‑mm-Adapter
Kabellänge6 Fuß oder 12 Fuß
PolsterF‑Polster
Preis295 US-Dollar (Standardvariante)

Einordnung: Sundara, HD 550 und Hendeka

Der Gegenspieler nach Preis ist der Hifiman Sundara: offen, planar, 32 Ohm, 342 g, im Handel zuletzt rund 179 Euro, UVP 419 Euro (Stand meines Tests vom 05.10.2026). Grado ruft 295 US-Dollar auf, Hifiman 179 beziehungsweise 419 Euro. Zwei Währungen, zwei Märkte, ich rechne nicht um. Der Grado ist dynamisch statt planar, 122 g leichter und braucht rechnerisch weniger Leistung.

Nach Konzept ist der Sennheiser HD 550 aus meinem Setup der naheliegende Gegenspieler: offen, dynamisch, 237 g, dazu 150 Ohm statt 38 und ein 38-mm-Treiber statt 44 mm. Im Conductor-GT4-Test war er für mich der schwächste der Runde: klanglich gut und leicht, aber es fehlten Details und die feineren Höhen. Genau da muss der S150 zeigen, was der neue Treiber kann.

Der Hendeka gehört in dieselbe Bauart, offen und dynamisch mit 50-mm-Treibern. In meinem Test war er ein warmer, V‑förmiger Sessel-Kopfhörer mit viel Bassdruck. Eines gilt für alle drei: Offen heißt, dass der Schall nach außen geht und die Umgebung hereinkommt. Das ist der übliche Preis der Bauweise.

Preis und Verfügbarkeit

Grado ruft 295 US-Dollar für den Grado Signature S150 auf (Stand 26.10.2026), in Großbritannien 295 Pfund. Der Kopfhörer ist als Vorbestellung gelistet, die Auslieferung soll Anfang November 2026 beginnen. Der Grado-Shop liefert an US-Adressen, nur ein kleiner Teil des Sortiments geht auch international. Varianten bei der Bestellung:

  • Standard: 6 Fuß (rund 1,8 m), 3,5 mm mit 6,3‑mm-Adapter, 295 US-Dollar
  • Kabellänge alternativ: 12 Fuß (rund 3,7 m)
  • Anschluss alternativ: 4,4 mm symmetrisch oder 4‑Pin-XLR mit 6,3‑mm-Adapter

Fazit: Signature-Technik zum Einsteigerpreis

Der Grado Signature S150 bringt Wechselkabel, symmetrische Anschlussoptionen und einen frisch entwickelten Treiber für 295 US-Dollar, und rechnerisch braucht er wenig Verstärker. Wer offen hören kann und einen leichten Kopfhörer sucht, sollte ihn im Blick behalten. Wer Isolation braucht, ist mit jedem offenen Kopfhörer falsch. Offen bleibt, wie viel Signature im 44-mm-Treiber steckt und was aus den 295 Dollar in Europa wird. Ausprobieren würde ich die Kiste gern.

Wer eher einen Planar für kleines Geld sucht, findet hier meinen Test zum Hifiman Sundara.

FAQ zum Grado Signature S150

Was kostet der Grado Signature S150?

95 US-Dollar in der Standardvariante mit 6 Fuß Kabel und 3,5‑mm-Stecker, in Großbritannien 295 Pfund.

Was ist neu am Grado Signature S150?

Der 44-mm-S-Treiber mit Papier-Komposit-Membran, das einteilige ABS-Gehäuse und das Kabel Signature Bronze. Das Teil wiegt 220 g.

Welche Anschlüsse hat der Kopfhörer?

Am Kopfhörer sitzen zwei 3,5‑mm-Buchsen. Das Kabel endet serienmäßig in 3,5 mm mit 6,3‑mm-Adapter, alternativ gibt es 4,4 mm symmetrisch oder 4‑Pin-XLR mit 6,3‑mm-Adapter.

Wann ist der Grado Signature S150 erhältlich?

Er ist als Vorbestellung gelistet, die Auslieferung soll Anfang November 2026 beginnen. Der Grado-Shop liefert an US-Adressen.

Braucht der S150 einen starken Kopfhörerverstärker?

Bei 38 Ohm und 104 dB bei 1 mW braucht er rechnerisch rund 4 mW für 110 dB und rund 13 mW für 115 dB. Den Leistungsbedarf für andere Pegel rechnet der Wattrechner.

Ist der S150 offen oder geschlossen?

Offen (Open Air). Schall geht nach außen, und Umgebungsgeräusche kommen herein.

Lassen sich die Polster tauschen?

Ja. Serienmäßig sitzt das F‑Polster, alle Polster aus dem Grado-Programm passen.

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