Hifiman Sundara

Hifiman Sundara im Test: Der Planar für 179 €, der eigentlich keiner sein dürfte

Ich hab den Hifi­man Sun­dara auf­ge­setzt, den ers­ten Metal-Track gestar­tet und war erst mal ein biss­chen weg­ge­bla­sen. Nicht, weil der Kopf­hö­rer ein Bass­mons­ter wäre – ist er nicht, dazu kom­men wir gleich –, son­dern weil er für 179 € über die Laden­the­ke geht. Für das Geld bekommt man heu­te einen offe­nen Pla­nar mit kla­ren Höhen, beque­mem Sitz und einem Klang, der ein­fach Spaß macht. Gut zwei Wochen lang lief er bei mir täg­lich rund acht Stun­den, dazu kamen die direk­ten Gegen­hör-Ses­si­ons mit Ver­um 2, Hen­de­ka und LCD‑X. Wo er an Gren­zen stößt, schau­en wir uns in die­sem Review an.

Dis­clai­mer: Der Hifi­man Sun­dara wur­de mir von Hifi­man kos­ten­los für die­sen Test zur Ver­fü­gung gestellt. Auf mei­ne Mei­nung und die Ergeb­nis­se hat das kei­nen Einfluss.

Hifiman

Hifi­man ist mitt­ler­wei­le so etwas wie der Volks­wa­gen unter den Pla­nar-Her­stel­lern. Nicht weil sie bie­der wären, son­dern weil sie es geschafft haben, eine Tech­no­lo­gie, die frü­her exklu­siv im Vier­stel­li­gen zu Hau­se war, in fast jede Preis­klas­se run­ter­zu­bre­chen. Seit Ende der 2000er baut die Fir­ma Pla­nar-Magne­tic-Kopf­hö­rer, und mit der HE-Serie, dem Anan­da oder dem Arya hat sie sich als einer der Platz­hir­sche im Head-Fi-Seg­ment eta­bliert. Dazu kommt, dass Hifi­man neue Tech­nik wie die Ste­alth-Magnet-Bau­wei­se und immer dün­ne­re Dia­phrag­men kon­se­quent auch in güns­ti­ge­re Model­le durch­reicht, statt sie den Flagg­schif­fen vorzubehalten.

Der Hifi­man Sun­dara ist dabei ein Dau­er­bren­ner im Port­fo­lio: 2018 gestar­tet, 2020 mit über­ar­bei­te­ten Ohr­pols­tern lei­se auf­ge­frischt und mit einem UVP von 419 €, den in der Pra­xis kaum noch jemand zahlt. Im Han­del steht er aktu­ell bei rund 179 €, und genau da beginnt die inter­es­san­te Fra­ge die­ses Reviews: Was bekommt man für unter 200 € an ech­tem Planar-Sound?

Hifiman Sundara: Unboxing und Lieferumfang

Der Lie­fer­um­fang ist erfri­schend … redu­ziert, um es freund­lich aus­zu­drü­cken. Kar­ton auf, Kopf­hö­rer raus, ein Kabel mit 3,5‑mm-auf‑6,35-mm-Adapter in der Hand, dazu ein simp­ler Kopf­hö­rer­stän­der. Kein Pouch, kein zwei­tes Kabel, kei­ne Doku­men­ta­ti­on, die der Rede wert wäre. Auf der Rück­sei­te des Kar­tons steht zwar „Packa­ged with head­pho­ne stand”, aber der „Stän­der” ist zugleich der Schaum­stoff, der den Kopf­hö­rer beim Trans­port schützt. Unter dem Schaum­stoff sitzt eine Acryl­plat­te als Gewicht. Das ist nichts Beson­de­res, aber ganz bil­lig wirkt es auch nicht, und für den ein oder ande­ren am Schreib­tisch dürf­te es locker rei­chen. Für 179 € muss man den Lie­fer­um­fang nicht über­be­wer­ten, aber ehr­lich: Selbst Kopf­hö­rer, die deut­lich güns­ti­ger sind, packen inzwi­schen oft ein Case oder wenigs­tens ein zwei­tes Kabel mit dazu. Hier merkt man, wo Hifi­man den Rot­stift ange­setzt hat, um den Kampf­preis zu ermög­li­chen. Das ist in Ord­nung, solan­ge man weiß, wor­auf man sich einlässt.

Das Ori­gi­nal­ka­bel des Hifi­man Sun­dara ist bei mir übri­gens direkt in der Ecke gelan­det: steif, stör­risch und für den XLR-Betrieb am Pho­ni­tor ohne­hin nicht zu gebrau­chen. Statt­des­sen läuft der Hifi­man Sun­dara an mei­nem GUCraft­sman Kopf­hö­rer­ka­bel, das übri­gens mehr kos­tet als der Kopf­hö­rer selbst. Aber das ist eine ande­re Geschichte.

Design, Verarbeitung und Anschlüsse des Hifiman Sundara

Optisch bleibt der Hifi­man Sun­dara bei dem, was Hifi­man schon län­ger als Haus­re­zept fährt: run­de, offe­ne Ohr­mu­scheln mit Git­ter­struk­tur, ein mat­tes Schwarz und ein redu­zier­tes, tech­ni­sches Erschei­nungs­bild ohne viel Chi­chi. Die Gehäu­se sind laut Her­stel­ler aus Alu­mi­ni­um gefer­tigt. Ange­schlos­sen wird über zwei 3,5‑mm-Buchsen an den Ohr­mu­scheln. Das ist kein Ste­cker­cha­os, aber eben auch kein Stan­dard­an­schluss, den man mit jedem x‑beliebigen Kabel ersetzt.

Die Ver­stel­lung ist denk­bar sim­pel: Statt eines Ver­stell­me­cha­nis­mus am Kopf­band ziehst du die Bügel her­aus, und sie ras­ten sau­ber ein. Das Kopf­band arbei­tet nach dem Hän­ge­mat­ten-Prin­zip, es sitzt auf einem Metall­rah­men und ist led­rig, nach Her­stel­ler­an­ga­ben aus Kunst­le­der. Anders als bei man­chen ande­ren Model­len ist es nicht per­fo­riert. Schwit­zig wur­de es bei mir am Kopf trotz­dem nicht, bei Hit­ze oder sehr lan­gen Ses­si­ons kann ein geloch­tes Band aber ange­neh­mer sein. Die Ohr­mu­scheln las­sen sich nicht gezielt dre­hen, sie bewe­gen sich nur in dem Rah­men, den die Hal­te­rung her­gibt. Ein ech­tes Swi­vel gibt es nicht.

Mit sei­nen rund 342 g (Her­stel­ler­an­ga­be) ist er ange­nehm leicht und sitzt ent­spre­chend gut, auch über län­ge­re Ses­si­ons. Die Ohr­mu­scheln sind groß­zü­gig dimen­sio­niert, was mir per­sön­lich ent­ge­gen­kommt, weil ich mit mei­nen Ohr­tun­neln jedes biss­chen Platz an der Muschel zu schät­zen weiß. Der Anpress­druck ist dabei spür­bar auf der höhe­ren Sei­te. Kein Schä­del­brum­men, aber prä­sent, gera­de wenn eine Cap mit drun­ter sitzt.

Die Ohr­pols­ter sind ein Hybrid: außen leder­ar­tig (laut Beschrei­bun­gen Kunst­le­der), zur Ohr­sei­te hin porö­ser Stoff. Rein optisch wir­ken sie etwas dünn und unspek­ta­ku­lär, der Tra­ge­kom­fort täuscht aber dar­über hin­weg: gut bis sehr gut. Die Belüf­tung ist okay, wenn auch nicht auf dem Niveau eines rei­nen Mesh-Bezugs. Falls dir die Ori­gi­na­le nicht zusa­gen, gibt es Ersatz von Hifi­man selbst (Velour) und von Dritt­an­bie­tern wie Dekoni.

Ein Hin­weis, der bei einem offe­nen Kopf­hö­rer immer gilt: Der Schall geht nach außen, und Umge­bungs­ge­räu­sche kom­men rein. Fürs Groß­raum­bü­ro oder neben schla­fen­den Mit­be­woh­nern ist der Hifi­man Sun­dara nichts.

Tech-Specs

Spe­zi­fi­ka­ti­onWert
Bau­artOffe­ner Pla­nar-Magnet, Over-Ear
Dia­phrag­maNEO Supern­a­no Dia­phragm (laut Her­stel­ler ca. 80 % dün­ner als bei der HE400-Serie)
Impe­danz32 Ω
Sen­si­ti­vi­ty92 dB
Fre­quenz­gang6 Hz – 75 kHz (Her­stel­ler­an­ga­be)
Gewichtca. 342 g
Kabel (im Lieferumfang)ca. 1,5 m, 3,5 mm mit 6,35-mm-Adapter, abnehmbar
Zube­hörSchlich­ter Kopf­hö­rer­stän­der (Schaum­stoff mit Acryl­plat­te als Gewicht)
Preisrund 179 € im Han­del, UVP 419 €

Auf dem Papier ist der Sun­dara ein ein­fach anzu­trei­ben­der Kopf­hö­rer. In der Pra­xis will er trotz­dem Strom sehen, dazu gleich mehr.

Klang des Hifiman Sundara

Tes­t­e­quip­ment: Bur­son Soloist Stel­lar Max (Aus­gang: Head­pho­ne, Gain: High, Stel­lar-Max-Test als Video) und Bur­son Con­duc­tor GT4 Delu­xe, außer­dem Fosi Audio ZH3 und Fosi Audio DS3. Quel­le: Ever­so­lo DMP-A6, Kabel: GUCraft­sman Kopfhörerkabel

Allgemeiner Klangcharakter

Der Bass macht unter etwa 40 Hz rela­tiv zügig zu, aber das, was er anbie­tet, ist sau­ber, tro­cken und kon­trol­liert. Kein Bass­wun­der, kei­ne Fun­da­ment-Orgie, aber auch kei­ne Gum­mi-Bude, die alles zumatscht. Der Sun­dara lügt hier nicht, er unter­treibt eher. Die Höhen dage­gen sind defi­ni­tiv da und ange­nehm klar, ohne ins Ner­vi­ge zu kip­pen. In Sum­me eine ziem­lich ange­neh­me Akus­tik, und wenn man sich vor Augen hält, dass die­ser Kopf­hö­rer für 179 € über die Laden­the­ke geht, fängt man an, ein biss­chen brei­ter zu grinsen.

Ein Wort noch zum Antrieb: Der Hifi­man Sun­dara will gefüt­tert wer­den, und er dankt es auch. Am Bur­son Soloist Stel­lar Max, Aus­gang auf Head­pho­ne und Gain auf High, brau­che ich für eine gute Abhör­laut­stär­ke Posi­ti­on 39 von 100. Am Fosi Audio DS3, einem rund 100 € güns­ti­gen USB-Don­gle mit 220 mW an 32 Ω, lief der Hifi­man Sun­dara zwar, aber da fehlt ihm ein biss­chen Glanz und der letz­te Punch. Mehr Power macht den Sun­dara gleich zum bes­se­ren Hörer. Am Fosi Audio ZH3 (rund 200 €) war er dage­gen in der Tat gut. Der ZH3 lie­fert laut Her­stel­ler bis zu 2.570 mW pro Kanal an 32 Ω (balan­ced), das ist mehr als das Zehn­fa­che des DS3, und der Abstand zu den gro­ßen Amps ist hier deut­lich klei­ner als beim Don­gle. Am Con­duc­tor GT4 Delu­xe ändert sich am Cha­rak­ter nichts, das ist schließ­lich ein High-End-Gerät, und der Hifi­man Sun­dara macht dort das­sel­be wie an den ande­ren Setups.

Musikbeispiele

Brand of Sacrifice – Between Death and Dreams

Hier zeigt sich früh, wo die Gren­ze liegt: Son­der­lich viel Bass-Druck bekommt man nicht, dafür bil­det der Hifi­man Sun­dara den kom­plet­ten Klang­tep­pich sau­ber ab. Die Bass­drops kom­men eini­ger­ma­ßen rüber, aber der Punch, der einem bei dem Track in die Magen­gru­be fah­ren soll­te, bleibt aus. Trotz­dem bleibt der Gesamt­ein­druck cool. Der Kopf­hö­rer ver­wei­gert sich nicht, er drückt nur nicht so, wie man es von grö­ße­ren Kali­bern gewohnt ist.

Brand of Sacrifice – Purge

Hier zieht’s in die ande­re Rich­tung: Die Höhen sind wirk­lich klar, die Becken fein betont, ohne in den Ohren zu klir­ren. Wer wie ich ein Fai­ble für sau­ber auf­ge­lös­te Becken hat, wird hier fün­dig. Gut abge­stimmt, kei­ne Schär­fe, kein Gescheppere.

Zeal & Ardor – Death to the Holy

Auch hier fehlt der Bass-Druck ganz klar. Die Stim­me dage­gen ist rich­tig gut, eben­so die ande­ren Ton­spu­ren im Mix, das Per­cus­sion-Klat­schen und die tie­fe­re Stimm­la­ge, alles okay. Der Bass bleibt aber zu flach, der Punch fehlt schlicht.

Sleep Token – Granit

Die Bass­li­ne kommt eher zurück­hal­tend rüber. Ich ken­ne den Track mit deut­lich mehr Druck und „Party”-Charakter im Bass, hier spielt der Hifi­man Sun­dara zah­mer. Trotz­dem: Für das, was man von einem Kopf­hö­rer die­ser Preis­klas­se erwar­ten kann, funk­tio­niert der Bass völ­lig okay.

Septicflesh – Anubis (Live)

Das Orches­ter im Hin­ter­grund ist zwar vor­han­den, aber die Strei­cher gehen für mei­nen Geschmack ziem­lich unter. Hör­bar, ja, aber zu zurück­hal­tend, fast so, als wäre der Track zusam­men­ge­schnit­ten statt orga­nisch ver­wo­ben. Der Gesang kommt leicht genä­selt rüber. Die Büh­ne ist breit, aber nicht wirk­lich tief, eher flach, dafür ange­nehm umhül­lend. Das mit­rei­ßen­de Live-Gefühl, das die­ser Track nor­ma­ler­wei­se hat, stellt sich beim Hifi­man Sun­dara nicht ein.

Nirvana – Rape Me (In Utero)

Der dre­cki­ge, grung­i­ge Flair, den ich an dem Song lie­be, kommt zwar rüber, aber die Auf­lö­sung fehlt klar. Nor­ma­ler­wei­se habe ich bei die­sem Track das Gefühl, mit Kurt Cobain in der Gara­ge zu sit­zen, wäh­rend die Band das Stück ein­spielt. Die­ses inti­me Nah­ge­fühl bringt der Hifi­man Sun­dara nicht. Die Details, die die­se Illu­si­on tra­gen wür­den, blei­ben auf der Strecke.

Einordnung

Der Hifi­man Sun­dara ist für mich eher der Typ Genuss-Kopf­hö­rer als ana­ly­ti­sches Sezier­mes­ser. Er will mich nicht mit jedem Detail kon­fron­tie­ren, son­dern mich ein­fach in die Musik rein­las­sen. Wer ent­spannt abschal­ten und trotz­dem ordent­li­chen, stim­mi­gen Klang haben will, ist hier gold­rich­tig. Wer jedes Fit­zel­chen Detail aus einem Track holen und sich kom­plett in die Musik rein­füh­len will, muss mei­ner Ein­schät­zung nach woan­ders suchen.

Ein klei­ner Pra­xis­tipp: Wer dem Bass noch etwas mehr Fun­da­ment geben will, kommt mit einem leich­ten EQ-Stups unter­halb von 40 Hz ver­mut­lich ein gan­zes Stück wei­ter, ohne dass der sau­be­re, kon­trol­lier­te Cha­rak­ter dabei ver­lo­ren geht.

Wettbewerbseinordnung: Hifiman Sundara im Vergleich

Ein Kopf­hö­rer für 179 € muss sich nicht mit der Ober­li­ga mes­sen, aber ein Maß­stab im eige­nen Haus scha­det nie. Des­halb habe ich den Hifi­man Sun­dara direkt gegen den Ver­um 2, die OMNE Audio Hen­de­ka (Hen­de­ka-Test als Video) und den Aude­ze LCD‑X lau­fen las­sen. Das ist bewusst unfair, denn die drei kos­ten ein Viel­fa­ches: der Ver­um 2 rund 500 $, die Hen­de­ka rund 530 € (Direkt­im­port) und der LCD‑X rund 1.200 €. Alle vier hin­gen über 4‑pol XLR balan­ced am SPL Pho­ni­tor xe (Pho­ni­tor-xe-Test als Video), Quel­le war der Ever­so­lo DMP-A6, den Hifi­man Sun­dara habe ich dafür über das GUCraft­sman-Kabel ange­schlos­sen. Als Test­tracks die­nen zwei Songs, die jeden Kopf­hö­rer fordern.

Sleep Token – Granite

Der Sun­dara macht hier, was er halt so macht. Der Bass ist tro­cken, die Räum­lich­keit für den Preis­punkt okay. Wenn der Track bei 2:39 los­bricht, fehlt aber der Druck. Es fühlt sich an wie die hal­be Ver­si­on des­sen, was in dem Song steckt. Dann der Ver­um 2: Sofort ist der Unter­schied da. Der Bass brummt defi­niert vor sich hin, ohne auf­zu­quel­len, und der Gesang lan­det fast phy­sisch auf dem Ohr. Das lei­se Hi-Hat-Geti­cke in der Stro­phe, beim Sun­dara kaum hör­bar, steht plötz­lich klar im Raum.

Knocked Loose – Everything Is Quiet Now

Das Gewirr aus Gitar­ren, Drums und Noi­se zu Beginn wird beim Sun­dara etwas unkon­trol­liert, und Bryan Gar­ris tritt zu weit zurück. Das Fin­ger-Quiet­schen am Ende ist da, aber lei­se und weit weg. Der Ver­um 2 setzt Kick links und Becken rechts sau­ber ver­or­tet, und das Quiet­schen klingt wie live, mit Gän­se­haut. Die Hen­de­ka ist wär­mer, mit mehr Bass-Wumms und zurück­hal­ten­den Becken, ein Ses­sel-Kopf­hö­rer. Der LCD‑X lie­fert den ein­dring­lichs­ten Bryan Gar­ris der Run­de und ist ein Ana­ly­se-Werk­zeug statt Bauchkitzler.

Der Hifi­man Sun­dara ist in die­ser Run­de klar das Ein­stiegs­mo­dell. Er macht weni­ger aus dem Mate­ri­al als die ande­ren drei, aber er macht es sau­ber und ohne zu nerven.

Für wen ist der Hifiman Sundara?

Der Hifi­man Sun­dara passt, wenn du neu im Head-Fi-Hob­by bist und wis­sen willst, wie Pla­nar klingt, ohne gleich ein Ver­mö­gen aus­zu­ge­ben. Er passt auch, wenn du abends ein­fach abschal­ten und Musik hören willst, mit kla­ren Höhen und einem Klang, der nicht nervt. Dazu brauchst du einen ordent­li­chen Kopf­hö­rer­ver­stär­ker: Ein USB-Don­gle wie der DS3 reicht zum Rein­hö­ren, ein Gerät in der Klas­se des ZH3 holt spür­bar mehr raus.

Der Hifi­man Sun­dara passt nicht, wenn du Bass-Druck und Punch liebst, gera­de bei Metal. Auch wer in die Musik ein­tau­chen und jedes Detail her­aus­ho­len will, ist mit grö­ße­ren Kali­bern bes­ser bedient. Und wer neben ande­ren Men­schen hört, soll­te lie­ber nach einem geschlos­se­nen Modell schauen.

Fazit zum Hifiman Sundara

Ich bin ehr­lich: Ich bin ein biss­chen weg­ge­bla­sen, dass die­ser Kopf­hö­rer für rund 179 € über die Laden­the­ke geht. Der Hifi­man Sun­dara ist kein Giant­kil­ler. Gegen Ver­um 2, Hen­de­ka und LCD‑X zieht er bei Druck, Auf­lö­sung und Büh­ne klar den Kür­ze­ren. Aber das ist auch nicht sein Job. Sein Job ist es, Leu­ten, die gera­de ins Hob­by ein­stei­gen, einen sau­be­ren, kla­ren und beque­men Pla­nar in die Hand zu drü­cken, der Spaß macht, ohne zu ner­ven. Das kann er.

Der Bass ist ehr­lich, aber zahm, die Höhen sind klar, die Büh­ne umhüllt dich, ohne rich­tig in die Tie­fe zu gehen. Wer ein­fach abschal­ten und Musik hören will, ist hier super auf­ge­ho­ben. Wer in die Musik ein­tau­chen und jedes Detail her­aus­ho­len will, ist beim Hifi­man Sun­dara nicht am Ziel. Mit einem EQ unter­halb von 40 Hz kommt er noch ein­mal aus der Ver­sen­kung. Nur beim Ver­stär­ker soll­test du nicht spa­ren, der Hifi­man Sun­dara will gefüt­tert werden.

In sei­ner Klas­se, bei die­sem Preis, ist der Hifi­man Sun­dara schwer zu schla­gen. Genau des­halb steht bei Preis/Leistung eine 9,6, auch wenn der Klang selbst abso­lut gemes­sen bei 8,2 landet.

Für mich der ehr­lichs­te Ein­stieg in die Pla­nar-Welt: Der Hifi­man Sun­dara ist kein End­geg­ner, aber einer, der Lust auf mehr macht.

Häufige Fragen zum Hifiman Sundara

Welchen Verstärker braucht der Hifiman Sundara?

Auf dem Papier ist er mit 32 Ω und 92 dB ein­fach anzu­trei­ben. In der Pra­xis brauch­te ich am Bur­son Soloist Stel­lar Max bei Gain High Posi­ti­on 39 von 100 für eine gute Abhör­laut­stär­ke. An einem USB-Don­gle wie dem Fosi Audio DS3 mit 220 mW fehlt Glanz und Punch, am Fosi Audio ZH3 mit bis zu 2.570 mW war er dage­gen gut.

Ist der Hifiman Sundara offen oder geschlossen?

Der hier getes­te­te Sun­dara ist offen. Dane­ben gibt es den Sun­dara Clo­sed-Back, ein eige­nes Modell mit geschlos­se­ner Rück­sei­te, das laut Händ­ler­be­schrei­bung Ste­alth Magnets nutzt und aktu­ell ab etwa 139 € zu haben ist. Den Clo­sed-Back habe ich nicht gehört.

Ist der Hifiman Sundara für Metal geeignet?

Ja, wenn du kla­re Höhen und sau­be­re Becken magst. Wer bei Metal Bass-Druck und Punch erwar­tet, wird hier nicht ganz glück­lich, mit einem EQ unter 40 Hz lässt sich aber nachhelfen.

Wie viel kostet der Hifiman Sundara?

Im Han­del liegt der Hifi­man Sun­dara aktu­ell bei rund 179 €. Der UVP von Hifi­man liegt bei 419 €.

Bewer­tung des Hifi­man Sundara
Zur Ein­ord­nung: Klang, Leis­tung & Kon­trol­le, Ver­ar­bei­tung, Aus­stat­tung und Mess­wer­te wer­den abso­lut bewer­tet, so wie sich der Sun­dara anhört und anfühlt, unab­hän­gig vom Preis. Nur die Preis/­Leis­tung-Note bezieht sich, wie in unse­rem Bewer­tungs­sche­ma fest­ge­legt, auf die jewei­li­ge Gerä­te­klas­se. Die Mess­wer­te-Note stützt sich auf Her­stel­ler­an­ga­ben, eige­ne Mes­sun­gen gab es nicht. Der Hifi­man Sun­dara bekommt also kei­ne künst­lich auf­ge­bla­se­ne Klang-Note, aber völ­lig zu Recht eine Top-Note bei Preis/Leistung.
Klang / Bildqualität
8.2
Leis­tung & Kon­trol­le / Dyna­mik & Reserven
8
Ver­ar­bei­tung & Design
8.3
Aus­stat­tung & Praxisnutzen
7.5
Mess­wer­te & tech­ni­sche Umsetzung
7.5
Preis/Leistung
9.6
Pros
Preis/Leistung ist die gro­ße Stär­ke: Ein ech­ter Pla­nar für rund 179 € ist für alle, die ins Head-Fi-Hob­by ein­stei­gen wol­len, ein Ein­stieg ohne Schmerzen.
Die Höhen sind klar und fein auf­ge­löst, Becken kom­men ohne Klir­ren oder Schär­fe, ganz ohne Nervfaktor.
Der Bass ist sau­ber, tro­cken und kon­trol­liert und trägt den kom­plet­ten Klang­tep­pich, ohne zuzumatschen.
Sehr leicht und bequem: groß­zü­gi­ge Ohr­mu­scheln, gute Ohr­pols­ter, auch mit Cap ange­nehm tragbar.
Der Klang ist ein Genuss-Cha­rak­ter zum Abschal­ten, Stim­men kom­men gut rüber.
Cons
Der Bass hat wenig Druck und Tie­fe, gera­de bei Metal-Tracks fehlt der Punch, der einen in die Magen­gru­be trifft.
Auf­lö­sung und Detail­tie­fe sind im direk­ten A/B klar begrenzt, die Büh­ne ist breit, aber eher flach.
Der Anpress­druck ist hoch, die Pols­ter wir­ken optisch dünn.
Der Lie­fer­um­fang ist knapp: Kabel mit Adap­ter und ein schlich­ter Stän­der, kein Case, kein zwei­tes Kabel.
Trotz 32 Ω und 92 dB braucht der Hifi­man Sun­dara in der Pra­xis ordent­lich Ver­stär­kerleis­tung, an einem Don­gle fehlt Glanz und Punch.
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