Omne Audio Hendeka auf Stein

OMNE Audio Hendeka im Test: Boutique-Kopfhörer aus Malaysia will dich zum Mitwippen bringen

Es gibt Kopf­hö­rer, die dich mit einer Tabel­le vol­ler Mess­wer­te über­zeu­gen wol­len. Und es gibt Kopf­hö­rer, die ein­fach nur wol­len, dass du den Kopf bewegst, wenn dein Lieb­lings­song läuft. Der OMNE Audio Hen­de­ka gehört klar zur zwei­ten Sor­te – und kommt dabei von einer Mar­ke aus Malay­sia, die uns in die­ser Form so noch nicht unter­ge­kom­men ist.

Dis­clai­mer: Der OMNE Audio Hen­de­ka wur­de mir von OMNE Audio kos­ten­los für die­sen Test zur Ver­fü­gung gestellt. Auf mei­ne Mei­nung und die Ergeb­nis­se die­ses Reviews hat­te das kei­ner­lei Einfluss.

Der Hendeka im Video

Wer’s lie­ber hört und sieht statt liest: Ich hab den OMNE Audio Hen­de­ka auch fürs Video kom­plett durch­ge­hört, direkt im A/B‑Vergleich mit Ver­um 2 und Aude­ze LCD‑X, inklu­si­ve der Dia­na-Krall-Ses­si­on, die mich am meis­ten über­rascht hat. Hier das kom­plet­te Video dazu:

Wer ist OMNE Audio?

OMNE Audio ist eine Kopf­hö­rer-Mar­ke aus Malay­sia, gegrün­det von drei Freun­den: Nabil Muham­mad (Digi­tal Mar­ke­ting), Leong Deng Yong (kommt aus dem Audio-Ein­zel­han­del) und Dani­el (“D”). Malay­sia ist als HiFi-Stand­ort bis­lang nicht son­der­lich prä­sent – uns ist zumin­dest bis­her kei­ne ande­re Kopf­hö­rer-Mar­ke von dort unter­ge­kom­men, was das Gan­ze schon mal inter­es­sant macht. Kei­ner der drei hat­te vor­her Start­up-Erfah­rung, alle drei haben aber genug eige­nes Geld in den Hob­by-Rab­bit-Hole Head-Fi ver­senkt, um zu wis­sen, wie sich ein wirk­lich guter Kopf­hö­rer anfüh­len muss. Selbst­fi­nan­ziert, ohne Inves­to­ren, ohne Crowd­fun­ding – ein­fach drei Leu­te, die nach Fei­er­abend an ihrem eige­nen Pro­dukt gebaut haben.

Der Name ihres ers­ten und bis­her ein­zi­gen Pro­dukts, der OMNE Audio Hen­de­ka, kommt aus dem Grie­chi­schen und bedeu­tet schlicht “Elf” – eine Refe­renz auf die elf­ecki­ge Geo­me­trie der Ohr­mu­scheln, die nicht nur optisch auf­fällt, son­dern auch akus­tisch eine Rol­le spielt. Gelauncht wur­de der Hen­de­ka im Som­mer 2025, zunächst nur in Malay­sia über die Dis­tri­bu­to­ren Stars Picker Audio und Res­pawn Gam­ing Tech, mitt­ler­wei­le auch inter­na­tio­nal über Reviews und Mund­pro­pa­gan­da bekannt geworden.

Der eige­ne Anspruch der Mar­ke ist erfri­schend unprä­ten­ti­ös: Kein Wett­rüs­ten um die neu­trals­te Fre­quenz­kur­ve, son­dern – in Nabils eige­nen Wor­ten – Kopf­hö­rer, bei denen die Leu­te “bob­bing heads” bekom­men. Musik soll Spaß machen, nicht ana­ly­siert wer­den. Das ist expli­zit kein Under­state­ment, son­dern die erklär­te Design-Phi­lo­so­phie. Auf der eige­nen Pro­dukt­sei­te bringt es OMNE Audio selbst auf den Punkt: Der OMNE Audio Hen­de­ka soll gen­re-agnos­tisch funk­tio­nie­ren – vom Play­list-Dau­er­bren­ner bis zur neu­en Ent­de­ckung, alles soll ins best­mög­li­che Licht gerückt wer­den, nicht seziert

OMNE Audio Hendeka: Unboxing & Lieferumfang

Wer den OMNE Audio Hen­de­ka aus­packt, bekommt sofort das Gefühl, ein deut­lich teu­re­res Pro­dukt vor sich zu haben. Kein Blis­ter, kei­ne Papp­schach­tel mit rein­ge­stopf­tem Kopf­hö­rer – son­dern ein schwar­zer Hard­ca­se, ähn­lich hoch­wer­tig wie man es sonst eher von Aude­ze-Kopf­hö­rern wie der LCD‑X kennt. Dar­in lie­gen die bei­den Ohr­mu­scheln jeweils ein­zeln in Samt­beu­teln ver­packt, dazu das Kabel und eine Seri­en­num­mer- bzw. Registrierkarte.

Lie­fer­um­fang:

  • OMNE Audio Hen­de­ka (Kopf­hö­rer)
  • Abnehm­ba­res balan­ced Dual‑3,5‑mm-Kabel, 1,2 m, mit 4,4mm Pentacon
  • Hard­ca­se (schwarz)
  • Seri­en­num­mer-/Re­gis­trier­kar­te, hand­num­me­riert – teil­wei­se offen­bar von Nabil per­sön­lich beschriftet

Für ein Debüt­pro­dukt einer Drei-Mann-Mar­ke ist das eine Ansa­ge. Man merkt: Hier wur­de nicht am Erst­kon­takt gespart, selbst wenn das Kern­pro­dukt preis­lich klar unter Refe­renz­klas­se-Niveau liegt.

Design & Verarbeitung

Die auf­fäl­ligs­te Design-Ent­schei­dung sitzt seit­lich: eine ech­te Car­bon­plat­te, rund 3 mm stark, die die offe­ne Ohr­mu­schel abschließt. Sta­bil genug, dass sich von hin­ten nichts ein­drü­cken lässt, gleich­zei­tig aber so schlank gehal­ten, dass kaum Mate­ri­al vor dem Trei­ber sitzt – ein Hin­weis dar­auf, wie kon­se­quent offen die OMNE Audio Hen­de­ka wirk­lich gebaut ist.

Das Gehäu­se selbst basiert, wie OMNE Audio bestä­tigt, auf einem 3D-gedruck­ten Res­in-Chas­sis in Kom­bi­na­ti­on mit der Car­bon-Plat­te – ent­spre­chend nied­rig fällt auch das Gewicht aus (435 g laut Her­stel­ler-Spec). Auf den ers­ten Blick wirkt das Gehäu­se dadurch weni­ger “Indus­trie­se­ri­en-poliert” als bei Groß­se­ri­en-Her­stel­lern, aber genau das gehört zum Bou­tique-Cha­rak­ter dazu; sicht­ba­re Schraub­köp­fe inklusive.

Der Kopf­bü­gel selbst ist eher schlicht gehal­ten: ein gepols­ter­ter Bügel auf dem Niveau von Bey­er­dy­na­mic oder den güns­ti­ge­ren Hifi­man-Model­len, kein Hän­ge­mat­ten-Sus­pen­si­on-Sys­tem. Die Grö­ßen­ver­stel­lung läuft über Metall­pins mit Ker­ben-Ras­te­rung, prin­zi­pi­ell ähn­lich zu Aude­ze LCD‑X – nur spür­bar stram­mer ein­ras­tend, teils sogar per Schrau­be fixier­bar, damit nichts ver­rutscht. Der OMNE Audio Hen­de­ka fällt dabei sehr groß aus: Ohne Kap­pe kom­me ich fast mit der kleins­ten Ver­stell­stu­fe aus, was unge­wöhn­lich ist – bei den meis­ten ande­ren Kopf­hö­rern brau­che ich gro­ße bis mit­tel­gro­ße Ein­stel­lun­gen. Ein Rast­punkt offe­ner sitzt es dann aber optimal.

Ange­neh­mes Detail am Kabel­an­schluss: Die 3,5‑mm-Buchsen an den Ohr­mu­scheln sind leicht nach vor­ne gebo­gen – nicht so starr wie beim LCD‑X. Redu­ziert Druck auf der Schul­ter beim Tra­gen um den Hals (z. B. mit Pul­li), ein Detail, das man sonst eher von hoch­wer­ti­ge­ren Model­len kennt.

Tragekomfort

Die Ohr­pols­ter sind samt­be­zo­gen und füh­len sich an der Ober­flä­che weich an, sub­jek­tiv leicht warm am Ohr – die Pols­te­rung dar­un­ter ist mir per­sön­lich aber auf Dau­er etwas zu hart, dazu gleich mehr im Abschnitt zu den Lang­zeit-Beob­ach­tun­gen. Der Anpress­druck ist ange­nehm dosiert, nicht zu fest. Die Ohr­mu­schel­grö­ße ist groß­zü­gig: Selbst mit In-Ear-Stöp­seln im Ohr passt das kom­plet­te Ohr rein. Wer grö­ße­re Ohren hat, soll­te das für sich che­cken, aber ins­ge­samt geht die Pass­form gut auf.

Im All­tags­test – meh­re­re Wochen, 8 bis 10 Stun­den täg­lich, Video, Musik, Mixing – gab es kei­ne Pro­ble­me mit Hit­ze­stau, trotz eige­ner Nei­gung zu schwit­zi­gen Ohren, was ange­sichts der sehr offe­nen Bau­wei­se auch nicht über­rascht. Die Pols­ter­här­te bleibt davon unab­hän­gig ein Punkt, den ich wei­ter unten genau­er einordne.

Technische Daten

Spe­zi­fi­ka­ti­onWert
Trei­ber50 mm, dynamisch
Bau­formOffen, Over-Ear
Fre­quenz­gang20 Hz – 20 kHz
Impe­danz32 Ω
Emp­find­lich­keit98 dB/mW
Gewicht435 g
KabelDual 3,5 mm, 1,2 m, abnehmbar
Gehäu­se3D-gedruck­tes Res­in-Chas­sis + Carbon-Platte
Ohr­pols­terSamt/Velours
Preis (Stand Test)RM 2.499 (~530 €) direkt bei OMNE Audio in Malay­sia – der Preis, zu dem Inter­es­sen­ten dort tat­säch­lich bestel­len. Bei inter­na­tio­na­len Retail­ern wie Bloom Audio (USA) liegt der Preis mit 699 $ (~650 €) spür­bar höher.
Garan­tie1 Jahr auf Bauteile/Verarbeitung, gül­tig bei Kauf direkt bei OMNE Audio oder einem auto­ri­sier­ten Händler

Seit Kur­zem gibt es zudem eine eigen­stän­di­ge Kol­lab-Edi­ti­on mit Astral Acou­stics (OMNE Audio x AA) als kom­plett sepa­ra­tes, teu­re­res Pro­dukt für 999 $ (~930 €, Stand Bloom Audio USA): neu­es, brei­te­res Kopf­band-Design für bes­se­re Gewichts­ver­tei­lung, dazu ein hoch­wer­ti­ge­res Kabel inklu­si­ve 4,4‑mm-Balanced-Option. Das ist kein Zube­hör-Upgrade, son­dern eine eige­ne Edi­ti­on des gesam­ten Kopf­hö­rers – im Test hier lief aus­schließ­lich die Stan­dard­ver­si­on mit Dual‑3,5‑mm-Kabel und Serien-Kopfband.

Wo bekommt man die OMNE Audio Hendeka?

Für deut­sche bzw. euro­päi­sche Käu­fer aktu­ell wich­tig: Es gibt kei­nen offi­zi­el­len EU- oder DE-Ver­trieb. Bestellt wird ent­we­der direkt bei OMNE Audio in Malay­sia (Basis­preis, aber mit inter­na­tio­na­lem Ver­sand und Ein­fuhr­ab­ga­ben zu rech­nen) oder über inter­na­tio­na­le Retail­er wie Bloom Audio (USA) bzw. Zep­pe­lin & Co (Sin­ga­pur) – dort dann zum jeweils höhe­ren Retail-Preis, dafür ohne die Unsi­cher­hei­ten eines Direkt­im­ports aus Malaysia.

Zum Anschluss selbst gibt es wenig zu sagen: 3,5‑mm-Klinke an den Ohr­mu­scheln, jedes Kabel mit pas­sen­dem Ste­cker funk­tio­niert. Im Test lie­fen sowohl das Seri­en­ka­bel als auch eige­ne Cus­tom-Cables (ursprüng­lich für Hifi­man-Model­le, mit Mono- und Ste­reo-Klin­ken) pro­blem­los. Einen Klang­un­ter­schied zwi­schen den Kabeln konn­te ich sub­jek­tiv nicht aus­ma­chen – wer hier tau­schen will, tut das aus Gus­to, nicht aus klang­li­cher Notwendigkeit.

Klang der OMNE Audio Hendeka

Klang­cha­rak­ter: warm, leicht V‑förmig abge­stimmt. Der Bass ist ange­ho­ben, aber nicht auf­dring­lich, die Mit­ten spie­len etwas smooth und zurück­ge­nom­men, die Höhen sind dezent ange­ho­ben, ohne jemals scharf oder “spar­k­ling” zu wer­den. Nichts an den OMNE Audio Hen­de­ka schnei­det oder nervt – der Grund­cha­rak­ter ist kon­se­quent samtig.

Bemer­kens­wert: Trotz offe­ner Bau­wei­se baut der OMNE Audio Hen­de­ka ordent­lich Bass­druck auf – für einen dyna­mi­schen Trei­ber über­durch­schnitt­lich, deut­lich mehr Fun­da­ment, als man es von vie­len offe­nen oder pla­na­ren Kon­kur­ren­ten in der Preis­klas­se gewohnt ist, die hier oft dün­ner blei­ben. Die Auf­lö­sung ist gut, aber nicht refe­renz­haft-ana­ly­tisch – an die Nuan­cen­schär­fe von Pla­nar-Kon­struk­tio­nen kommt der Hen­de­ka nicht her­an. Das ist aber auch nicht das erklär­te Ziel: Der Cha­rak­ter bleibt durch­ge­hend schmei­chelnd statt chirurgisch.

Sub­jek­tiv per­sön­li­che Anmer­kung: Mir fehlt an der Stel­le etwas mehr Höhen­an­teil – das ist expli­zit Geschmacks­sa­che, kei­ne objek­ti­ve Schwä­che der Abstimmung.

Offenheit in der Praxis

Die OMNE Audio Hen­de­ka ist wirk­lich kon­se­quent offen gebaut – das merkt man auch abseits der rei­nen Musik­wie­der­ga­be: In Calls/Meetings ist die eige­ne Stim­me deut­lich hör­bar, kein Näseln oder Ver­zer­ren wie bei man­chen dich­te­ren Head­sets. Im direk­ten Ver­gleich zum Bey­er­dy­na­mic DT 1990 – tech­nisch eben­falls offen, gefühlt aber fast geschlos­sen – ist der Unter­schied klar spürbar.

Musikbeispiele

Test­ket­te die­ser Ses­si­on: Ever­so­lo DMP-A6 via Coax S/PDIFSPL Pho­ni­tor xe (DAC768v2) → OMNE Audio Hen­de­ka via 4‑pol XLR balan­ced, im direk­ten Umschalt­ver­gleich mit Hifi­man Sun­dara, Ver­um 2 und Aude­ze LCD‑X.

Sleep Token – „Gra­ni­te”

Ein Track, der sofort for­dert: ruhi­ge Stro­phen mit fei­nen Details, dann ein gna­den­lo­ser Kli­max bei 2:39.

An dem OMNE Audio Hen­de­ka zeigt sich sofort der Cha­rak­ter­un­ter­schied zur Kon­kur­renz: deut­lich wär­mer als der pla­na­re Ver­um 2, die Bass­drum drückt sat­ter und tro­cke­ner – da ist eine phy­si­sche Kom­po­nen­te drin, die ein Pla­nar schlicht nicht lie­fert. Die Becken tre­ten dafür etwas zurück, Stim­men wir­ken ange­neh­mer, aber auch weni­ger direkt im Raum ver­or­tet als beim Ver­um 2. Bei hohen Pegeln fällt ein leich­tes Zischen in den Höhen auf. Der Gesamt­cha­rak­ter geht klar Rich­tung Live-Sound, mit Instru­men­ten leicht vor der Stim­me – wer ent­spann­ter hören will statt seziert zu wer­den, ist hier genau richtig.

Zum Ver­gleich: Der Ver­um 2 bil­det an der­sel­ben Ket­te gna­den­los ab, ohne zu schö­nen – bei 2:39 bricht die vol­le Dyna­mik des Tracks unver­fälscht durch. Der LCD‑X spielt in einer wei­te­ren Liga: Pro­duk­ti­on liegt kom­plett offen, man hört den Nach­hall als das, was er ist – künst­lich draufgelegt.

Kno­cked Loo­se – „Ever­y­thing Is Quiet Now”

Bryan Gar­ris’ Screams, ein Break­down, und am Ende die­ses rohe Fin­ger-Quiet­schen über die Saiten.

An dem Hen­de­ka: wär­mer, der Bass „bal­lert” mehr, die Becken tre­ten zurück – ins­ge­samt ange­neh­mer für Dau­er­hö­ren, um es mit einem Wort zu sagen: sessel-abgestimmt.

Der LCD‑X lie­fert hier den ein­dring­lichs­ten Bryan Gar­ris der gan­zen Run­de – das dre­cki­ge Fin­ger-Quiet­schen am Ende ist maxi­mal hör­bar her­aus­ge­ar­bei­tet. Ana­ly­se-Werk­zeug, kein Bauch­kitz­ler. Der Ver­um 2 setzt Kick und Becken klar links/rechts getrennt, macht im Cho­rus ordent­lich Splash und lie­fert das Sai­ten-Quiet­schen am Ende mit Gänsehaut-Faktor.

Zwi­schen­fa­zit aus dem direk­ten Ver­gleich: Der Hen­de­ka ist in die­ser Run­de ganz klar der “Wohlfühl”-Kopfhörer – kein Ana­ly­se-Werk­zeug wie der LCD‑X, kein neu­tra­ler Abbild­ner wie der Ver­um 2, son­dern der Kan­di­dat, der einem ent­ge­gen­kommt, statt zu for­dern. Genau das Ziel, das OMNE Audio sich selbst gesetzt hat.

Iso­lier­te Hen­de­ka-Ses­si­on (Test­ket­te: Ever­so­lo DMP-A6Bur­son Soloist Stel­lar MaxOMNE Audio Hen­de­ka via XLR, kein EQ)

Rage Against the Machi­ne – “Bombtrack”

Am OMNE Audio Hen­de­ka: Bass zu Beginn deut­lich sam­ti­ger, als es ein Pla­nar abbil­den wür­de. Sna­re-Intro spielt zurück­hal­tend, im vol­len Band­ein­satz dann räum­lich und gut hör­bar, aber nie scharf. Der Gesang tritt für mei­nen Geschmack etwas zurück­hal­ten­der auf, als ich es sonst von die­sem Track gewohnt bin – Bass­drum und E‑Bass dafür schön satt und gut ort­bar. Ins­ge­samt sehr räum­lich, aus­ge­wo­ge­ne Höhen, nichts Stres­si­ges. Bei ca. 3:10 wan­dert ein Becken klar aufs lin­ke Ohr, kurz dar­auf folgt die Gitar­re – schö­nes Bei­spiel für die räum­li­che Abbildung.

Am LCD‑X, direkt danach: deut­lich hel­ler, logi­scher­wei­se weni­ger bass­las­tig, dafür kla­rer auf­ge­löst (Höhen, Cym­bals). Gesang wirkt räum­li­cher, ein Zweit­ge­sang im Hin­ter­grund (ver­mut­lich der Gitar­rist) tritt hier deut­li­cher her­vor, ten­den­zi­ell links­las­tig plat­ziert. Ins­ge­samt eine Ecke räumlicher/klarer, aber auf Kos­ten des Bass­fun­da­ments, das der Pla­nar in die­ser Form nicht liefert.

Zurück am Hen­de­ka zur Bestä­ti­gung: Gesang wirkt nicht ganz so fron­tal wie am LCD‑X, eher wie zwei bis drei Meter ent­fernt ste­hend statt “im Kopf” – bewusst als ange­nehm beschrie­ben, nicht als Schwä­che. Zweit­ge­sang des Gitar­ris­ten bil­det sich deut­lich weni­ger räum­lich ab als am LCD‑X, die Schlag­zeug-Räum­lich­keit bleibt aber gut. Auf­fäl­lig: Die Hi-Hat löst am LCD‑X spür­bar fei­ner auf.

In Fla­mes – “I, the Mask”

Am OMNE Audio Hen­de­ka, bewusst sehr laut gehört (Soloist Stel­lar Max, High-Out­put-Gain, Stu­fe 43): Bass­drum tro­cken und druck­voll, kickt ordent­lich rein. Bemer­kens­wer­ter Neben­be­fund: Bei die­ser Laut­stär­ke wirkt der Hen­de­ka gar nicht mehr so zurück­hal­tend in den Höhen, wie es bei gerin­ge­rer Laut­stär­ke den Anschein hat – der war­me Grund­cha­rak­ter täuscht offen­bar ein Stück weit, je nach Pegel kommt der Hen­de­ka spür­bar mehr aus sich raus. Cha­rak­ter bei hohem Pegel: kna­ckig statt warm-ver­wa­schen, bleibt auch bei schnel­le­ren Pas­sa­gen sta­bil. Räum­lich­keit über­zeugt. Gesang stre­cken­wei­se leicht zischelnd – aller­dings bei einem bewusst extre­men Pegel gehört.

Am LCD‑X, glei­cher Track, ver­gleich­ba­re Laut­stär­ke: Bass kickt eben­falls, der Track ist ins­ge­samt fai­rer für einen Pla­nar abge­mischt als für den OMNE Audio Hen­de­ka. LCD‑X löst hör­bar bes­ser auf, beson­ders in den Höhen – Becken kom­men prä­sen­ter und direk­ter. Gesang steht beim LCD‑X wei­ter vor­ne; der OMNE Audio Hen­de­ka bleibt gesang­lich, zumin­dest bei Metal, ten­den­zi­ell etwas zurückhaltender.

Anmer­kung zur Metho­dik: Der Laut­stär­ke-Effekt auf die wahr­ge­nom­me­ne Höhen­men­ge beim OMNE Audio Hen­de­ka ist ein eigen­stän­dig inter­es­san­ter Befund – bei nied­ri­ge­rem Pegel wirkt er wärmer/zurückhaltender, bei hohem Pegel deut­lich offe­ner. Ein sau­be­rer SPL-Pegel­ab­gleich zwi­schen den Ver­gleich­s­kan­di­da­ten wür­de sol­che Ver­glei­che zukünf­tig noch fai­rer machen.

Gen­re-Aus­flug: Rock, Brit­pop und Jazz (Test­ket­te: Ever­so­lo DMP-A6 → Bur­son Soloist Stel­lar Max → OMNE Audio Hen­de­ka via XLR, kein EQ)

The Beat­les – „Come Tog­e­ther” (Remas­te­red)

Am LCD‑X zuerst gehört: ein Track, den ich schon tau­send­mal ken­ne, dadurch gut als Refe­renz geeig­net. Auf­fäl­lig ist ein Pro­duk­ti­ons­de­tail, das mir hier beson­ders deut­lich auf­fiel: Beim Ein­satz der E‑Gitarre schnarrt die Sna­re Drum leicht mit. Das ist kei­ne Auf­nah­me­pan­ne, son­dern sym­pa­the­ti­sche Reso­nanz – die tie­fen Fre­quen­zen des Gitar­ren­ver­stär­kers regen die locker sit­zen­den Sna­re-Tep­pi­che zum Mit­schwin­gen an, unab­hän­gig davon, ob die Sna­re gera­de gespielt wird. Ein bekann­tes, gut doku­men­tier­tes Phä­no­men bei Auf­nah­men, bei denen Schlag­zeug und ver­stärk­te Instru­men­te im sel­ben Raum ste­hen. Das Schlag­zeug sitzt hart auf dem rech­ten Kanal, Gitar­ren lösen sich sau­ber links/rechts auf, der Gesang trägt den alters­be­ding­ten Wah-/Hall-Cha­rak­ter der Auf­nah­me, ins­ge­samt aber wenig räum­lich – das liegt an der Pro­duk­ti­on, nicht am Kopf­hö­rer. Bass wirkt am LCD‑X ange­nehm, nicht unterbetont.

Am OMNE Audio Hen­de­ka: auto­ma­tisch mehr Bass­druck, nicht über­trie­ben, aber deut­lich wahr­nehm­bar. Das Schlag­zeug tritt dafür wei­ter in den Hin­ter­grund, der Gesang kommt gut raus, inklu­si­ve Wah-Effekt. Das Sna­re-Schnar­ren ist auch hier hör­bar, aber bei Wei­tem nicht so prä­sent wie am LCD‑X. Gesamt­ein­druck: gefäl­li­ger als der LCD‑X, eher eine Zurück­lehn-Ange­le­gen­heit als eine ana­ly­ti­sche. Bass kann ordent­lich brum­men, aber kein Bass­mons­ter – logisch, kein Planar.

Oasis – „Don’t Look Back in Anger”

Am OMNE Audio Hen­de­ka zuerst: über­ra­schend hell, zumin­dest stimm­lich – deut­lich mehr Zisch­lau­te, als der bis­he­ri­ge war­me Ein­druck erwar­ten ließ, aber nicht stö­rend. Die Auf­nah­me selbst ist eher gefäl­lig-pop­pig abge­mischt, nicht son­der­lich auf­re­gend pro­du­ziert. Gen­re-typisch klar: Gesang im Vor­der­grund, Schlag­zeug zurück­ge­nom­men, Gitar­ren eher zurück­hal­tend statt pun­chig. Gesamt­ein­druck: mit­rei­ßend, macht Spaß, trotz eher unspek­ta­ku­lä­rer Abmi­schung – aber genau das, was Pop-Rock-Hörer erwar­ten dürften.

Am LCD‑X, direkt danach: kla­rer Wech­sel. Was am Hen­de­ka eher gefäl­lig wirk­te, wird hier deut­lich inter­es­san­ter. Gitar­ren ein­dring­li­cher und kla­rer, dadurch ein spür­bar bes­se­rer Ste­reo­mix. Etwas weni­ger Bass­fun­da­ment als am Hen­de­ka, dafür Gesang fron­ta­ler, beson­ders im Cho­rus. Mehr “drin im Song”.

Dia­na Krall – „Live in Paris”

Ein bewuss­ter Gen­re-Aus­flug, weit außer­halb der eige­nen Kom­fort­zo­ne: Kla­vier-Bal­la­de, Live-Mitschnitt.

Am LCD‑X: Kla­vier klingt leicht dumpf, dafür authen­tisch live, mit hör­ba­ren Pedal-Neben­ge­räu­schen. Die Auf­nah­me ist extrem publi­kums­las­tig – Hus­ten, Bewe­gung, Stim­men aus dem Publi­kum, mög­li­cher­wei­se sogar ein leich­tes Grund­rau­schen der Live-Situa­ti­on selbst, alles gna­den­los ehr­lich mit durch­ge­reicht. Gesang klar vor dem Kla­vier, sehr klar abge­bil­det, aber auch deut­lich his­sig in den S‑Lauten. Star­ker Hall auf dem Gesang gibt dem Gan­zen zusätz­li­che Tiefe.

Am OMNE Audio Hen­de­ka: Die Live-Atmo­sphä­re kommt fast noch unmit­tel­ba­rer rüber – fühlt sich an, als wür­de man selbst im Publi­kum sit­zen. Sibilan­ten wei­ter­hin klar und hoch, aber ins­ge­samt nicht ganz so trans­pa­rent wie am LCD‑X. Gesang wird wei­cher, weni­ger direkt “im Kopf”, das Kla­vier klingt sam­ti­ger und run­der, drückt weni­ger direkt rein. Genau hier zeigt sich der Moni­tor-Cha­rak­ter des LCD‑X gegen­über einem bewusst gefäl­li­ge­ren Kopf­hö­rer wie dem Hen­de­ka – für exakt die­se Art Auf­nah­me, mit viel Live-Atmo­sphä­re und Publi­kums­ge­räu­schen, könn­te der Hen­de­ka sogar die ange­neh­me­re Wahl sein. Nicht, weil er tech­nisch bes­ser ist, son­dern weil er einem erlaubt, ein­fach zuzu­hö­ren, ohne von jedem Hus­ten aus der Rei­he aus der Musik geris­sen zu werden

Amp-Pairing

Der OMNE Audio Hen­de­ka ist nicht schwer anzu­trei­ben (Hifi­man-Por­ta­ble-Don­gle reicht tech­nisch aus), pro­fi­tiert aber hör­bar von poten­te­ren Quel­len – bei glei­cher Laut­stär­ke ent­fal­tet sich mit stär­ke­ren Ver­stär­kern spür­bar mehr Druck und “Öff­nung”. Kei­ne 50-%-Welten, aber geschätzt 10–15 % mehr Substanz.

Fosi Audio ZH3 (aktu­ell einer der belieb­tes­ten, viel­sei­ti­gen Kopf­hö­rer­ver­stär­ker im Ein­stei­ger­seg­ment, 199,99 € laut EU-Preis­lis­te): soli­des, leis­tungs­fä­hi­ges Pär­chen für ein Gesamt­pa­ket unter 800–1.000 €.

SPL Pho­ni­tor xe: Cha­rak­ter­lich neu­tral-warm, tech­nisch inzwi­schen etwas in die Jah­re gekom­men – aktu­el­le­re DACs holen mehr raus. Ver­fügt über Cross­feed mit ein­stell­ba­ren Abstrahl­win­keln für simu­lier­tes Laut­spre­cher-Fee­ling; per­sön­lich kein gro­ßer Cross­feed-Fan (auf Kopf­hö­rern soll Ste­reo hart getrennt blei­ben, das ist Geschmacks­sa­che). Ins­ge­samt ein tol­les Pai­ring, der OMNE Audio Hen­de­ka hät­te in die­ser Kom­bi­na­ti­on aber noch von etwas mehr Neu­tra­li­tät und Head­room profitiert.

Bur­son Soloist Stel­lar Max: Eben­falls mit leich­ter Wär­me, aber sehr dezent für einen als neu­tral gel­ten­den Ver­stär­ker. Bringt der OMNE Audio Hen­de­ka spür­bar mehr Leis­tung und Head­room – hier kam das “Bobbing-Head”-Gefühl, das OMNE Audio expli­zit anstrebt, am klars­ten rüber.

Bur­son Con­duc­tor GT4 Delu­xe (Max-Netz­teil): Ange­schlos­sen meist über 4‑Pin-XLR-Balan­ced. Klang­lich eine tol­le Kom­bi­na­ti­on – aber ehr­li­cher­wei­se eher etwas für Leu­te mit Lust am Expe­ri­ment als eine ernst­haf­te Kauf­emp­feh­lung: Ein 3.500-€-Verstärker an einem ~530-€-Kopfhörer ist ein State­ment, kei­ne Notwendigkeit.

Zur Ein­ord­nung mei­ner Test­ket­te: Ich höre seit rund andert­halb Jah­ren tag­täg­lich mit der­sel­ben Refe­renz­ket­te – das gibt mir ein belast­ba­res Gefühl dafür, wie viel Unter­schied wirk­lich am Kopf­hö­rer selbst liegt und wie viel am Ver­stär­ker drum­her­um. Gleich­zei­tig bin ich expe­ri­men­tier­freu­dig genug, auch mit deut­lich güns­ti­ge­rem Equip­ment zu hören – “kauf dir das Teu­ers­te, um das Bes­te raus­zu­ho­len” ist nicht mei­ne Devise.

Ein Wort zu Röh­ren­ver­stär­kern: Alle mei­ne Pai­rings hier lie­fen über Solid-Sta­te-Ver­stär­ker – ich besit­ze schlicht kei­nen Röh­ren­amp und kann das ent­spre­chend nicht selbst vali­die­ren. Da der OMNE Audio Hen­de­ka aber ohne­hin schon warm abge­stimmt ist, wür­de ich bei der Kom­bi­na­ti­on mit einem eben­falls sehr war­men Röh­ren­ver­stär­ker vor­sich­tig sein: Die Gefahr, dass sich Bass und Mit­ten dann zu dick und unde­fi­niert über­ein­an­der­le­gen, hal­te ich für real. Wer selbst Röh­re hört, soll­te das im Hin­ter­kopf behal­ten und im Zwei­fel eher zu einem neu­tra­le­ren Röh­ren­amp greifen.

Wettbewerbseinordnung: OMNE Audio Hendeka im Vergleich

Ver­um 2 (ähn­li­ches Preis­seg­ment, pla­nar-magne­tisch, offen): Ein wirk­lich tol­ler Kopf­hö­rer – super leicht, sehr gut ver­ar­bei­tet, eben­falls Manu­fak­tur-Fer­ti­gung. Klang­lich eine ande­re Kate­go­rie als der OMNE Audio Hen­de­ka (pla­nar vs. dyna­misch), daher kein 1:1‑Duell, aber als Alter­na­ti­ve im sel­ben Preis­be­reich relevant.

An die­ser Stel­le ein kur­zer, sach­li­cher Hin­weis in eige­ner Sache: Ver­um Audi­os Grün­der Igor Kras­nov ist in der Ver­gan­gen­heit wie­der­holt öffent­lich nega­tiv auf­ge­fal­len – doku­men­tiert unter ande­rem in meh­re­ren unab­hän­gi­gen Arti­keln und Foren­be­rich­ten, die zu Ban­nings in diver­sen Audio­phi­le-Com­mu­ni­ties geführt haben. Ich möch­te das hier bewusst nicht bewer­ten oder ver­tie­fen, son­dern nur trans­pa­rent benen­nen – wer sich dafür inter­es­siert, fin­det mit einer kur­zen Suche genug Mate­ri­al, um sich selbst ein Bild zu machen.

Aude­ze LCD‑X: Spielt klar eine Liga über der OMNE Audio Hen­de­ka – das merkt man an prak­tisch jeder Stel­le, ange­fan­gen beim Kopf­band über die Leder­tra­ge­pols­ter bis zum Gesamt­ein­druck eines Kopf­hö­rers, der für den täg­li­chen Arbeits­ein­satz gebaut ist. Kein fai­rer 1:1‑Vergleich, aber eine kla­re Emp­feh­lung für alle, die eine Eta­ge höher wol­len und eher neu­tra­le­res Was­ser suchen.

Der direk­te A/B‑Vergleich über meh­re­re Gen­res hin­weg (Metal, Rock, Brit­pop, Jaz­z/­Li­ve-Pia­no) bestä­tigt die­ses Bild durch­ge­hend: Der LCD‑X löst kon­se­quent fei­ner auf, bil­det Räum­lich­keit prä­zi­ser ab und bleibt näher an dem, was tat­säch­lich auf der Auf­nah­me ist – im Guten wie im Schlech­ten. Genau bei der Dia­na-Krall-Live-Auf­nah­me zeigt sich das: Publi­kums­ge­räu­sche, Hus­ten, Grund­rau­schen kom­men am LCD‑X gna­den­los mit durch. Der OMNE Audio Hen­de­ka run­det genau die­se unan­ge­neh­men Ecken ab, ohne den Gesamt­ein­druck zu ver­fäl­schen – für bestimm­te Auf­nah­men und Hör­si­tua­tio­nen kann das sogar die ange­neh­me­re Wahl sein, nicht nur die günstigere

Langzeit-Detailpunkte

Ein paar abschlie­ßen­de Pra­xis-Beob­ach­tun­gen aus dem Test:

  • Ohr­pols­ter: Wech­sel­bar, aber mir per­sön­lich zu hart – das ist kei­ne Ver­mu­tung, son­dern mein kla­rer Ein­druck aus dem Test. Kann natür­lich sein, dass sich das nach einem hal­ben Jahr oder Jahr Tra­ge­zeit anders anfühlt und man sich dar­an gewöhnt, dazu kann ich aus mei­nem Test­zeit­raum aber nichts sagen. Fakt ist: Weil ich beim Ver­glei­chen stän­dig zwi­schen Kopf­hö­rern hin- und her­wechs­le, ken­ne ich genug Kan­di­da­ten, die ich klar beque­mer fin­de. Ob es bereits dedi­zier­te Ersatz­pols­ter gibt, ist mir aktu­ell nicht bekannt; das Wech­sel­sys­tem selbst hab ich in die­ser Form noch bei kei­nem ande­ren Kopf­hö­rer gese­hen, jeder Her­stel­ler kocht hier offen­bar sein eige­nes Süppchen.
  • Kopf­band: Nach län­ge­rem Tra­gen wächst einem das Stan­dard-Kopf­band durch­aus ans Herz. Wer wie ich lie­ber ein Hän­ge­mat­ten-/Sus­pen­si­on-Sys­tem bevor­zugt: OMNE Audio bie­tet mit der Kol­lab-Edi­ti­on zusam­men mit Astral Acou­stics eine Vari­an­te mit über­ar­bei­te­tem, brei­te­rem Kopf­band und neu­em Kabel an – das ist kein sepa­rat nach­kauf­ba­res Zube­hör­teil, son­dern nur als eigen­stän­di­ge, teu­re­re Edi­ti­on des gesam­ten Kopf­hö­rers erhält­lich. Als logi­sches Upgrade wür­de ich das aber durch­aus ein­ord­nen: Wer eine ande­re Liga Kabel und eine ande­re Liga Kopf­band bekommt, für den dürf­te sich der Auf­preis lohnen.
  • Kabel: Gehört wur­de durch­ge­hend balan­ced – sowohl mit dem mit­ge­lie­fer­ten Balan­ced-Kabel als auch mit einem eige­nen Refe­renz­ka­bel von GU Craft­sman. Das Seri­en­ka­bel ist weich und ange­nehm, sub­jek­tiv aber etwas kurz gera­ten. Kla­re Kabel­klang-Prä­fe­ren­zen habe ich gene­rell nicht – wer ein bes­se­res Kabel kau­fen möch­te, tut das eher wegen der Län­ge als wegen eines erwar­te­ten Klang­un­ter­schieds; die Welt ver­än­dert ein Kabel­tausch hier erfah­rungs­ge­mäß nicht.

Fazit

Der OMNE Audio Hen­de­ka ist kein Kopf­hö­rer, den du auf­setzt, um eine Auf­nah­me zu sezie­ren. Er ist der Kopf­hö­rer, den du abends auf­setzt, um genau das nicht zu tun: ein ordent­li­ches Brett auf­le­gen, abschal­ten, mit­ge­hen. Kein Ana­ly­se-Werk­zeug, son­dern eine Ein­la­dung zum Mit­wip­pen – und genau das lie­fert er zuver­läs­sig ab, quer durch Metal, Rock, Brit­pop und selbst bei einer Live-Jazz-Auf­nah­me, bei der ande­re, scho­nungs­lo­se­re Kopf­hö­rer eher ner­ven als begeistern.

Damit erreicht OMNE Audio exakt das, was sich Nabil, Leong und Dani­el für ihr ers­tes gemein­sa­mes Pro­dukt vor­ge­nom­men haben. Für drei Freun­de ohne Start­up-Erfah­rung, die ihr eige­nes Geld in ein selbst­fi­nan­zier­tes Debüt gesteckt haben, ist das eine beacht­li­che Leis­tung – vom durch­dach­ten Unboxing-Erleb­nis bis zur kon­se­quent durch­ge­hal­te­nen Klangphilosophie.

Tech­nisch bewegt sich die Hen­de­ka im, wie es in der Com­mu­ni­ty mitt­ler­wei­le heißt, obe­ren Mid-Fi-Seg­ment: Wer mess­tech­ni­sche Neu­tra­li­tät, refe­renz­haf­te Auf­lö­sung oder das letz­te Quänt­chen Büh­nen­tie­fe sucht, fin­det das eine Eta­ge höher – etwa beim Aude­ze LCD‑X, der in prak­tisch jeder Dis­zi­plin eine Klas­se für sich bleibt, dafür aber auch das Drei- bis Vier­fa­che kos­tet. Wer statt­des­sen einen war­men, geschmei­di­gen, nie ner­ven­den All­tags­be­glei­ter für lan­ge Hör­ses­si­ons sucht, der nicht mal eben neben­bei ein klei­nes Ver­mö­gen kos­tet, bekommt mit der Hen­de­ka ein run­des, ehr­lich gemach­tes Paket.

Bleibt die Fra­ge, wie es mit einer Ein-Pro­dukt-Mar­ke wei­ter­geht. Aber wenn der Auf­takt schon so über­zeu­gend aus­fällt, bin ich gespannt, was als Nächs­tes kommt.

Für sei­nen Zweck – Fei­er­abend-Kopf­hö­rer mit Cha­rak­ter statt Mess­lat­ten-Rekord – eine kla­re Empfehlung.

FAQ zur OMNE Audio Hendeka

Was bedeutet der Name “Hendeka”?

Grie­chisch für “Elf” – eine Refe­renz auf die elf­ecki­ge Geo­me­trie der Ohrmuscheln.

Ist die Hendeka schwer anzutreiben?

Nein. Mit 32 Ω Impe­danz und 98 dB/mW Emp­find­lich­keit läuft sie pro­blem­los auch an Smart­phone-Don­gles. Von einem poten­te­ren Ver­stär­ker pro­fi­tiert sie klang­lich trotz­dem hörbar.

Wo kann man die OMNE Audio Hendeka kaufen?

Es gibt aktu­ell kei­nen offi­zi­el­len Ver­trieb in Deutsch­land oder der EU. Bestell­mög­lich­kei­ten sind der Direkt­kauf bei OMNE Audio in Malay­sia oder inter­na­tio­na­le Retail­er wie Bloom Audio (USA) und Zep­pe­lin & Co (Sin­ga­pur).

Was kostet die Hendeka?

Rund 530 € (RM 2.499) direkt in Malay­sia, bei inter­na­tio­na­len Retail­ern um die 650 €. Die Kol­lab-Edi­ti­on mit Astral Acou­stics liegt bei rund 930 €.

Ist die Hendeka offen oder geschlossen?

Offen – und zwar kon­se­quent, was sich auch prak­tisch bemerk­bar macht (sie­he Abschnitt “Offen­heit in der Praxis”).

Für welche Musikrichtungen eignet sich die Hendeka?

Laut Mar­ken­an­spruch gen­re-agnos­tisch. Im Test über­zeug­te sie über Metal, Rock, Brit­pop und sogar bei einer akus­ti­schen Jazz-Live-Auf­nah­me – wobei ihr war­mer, gefäl­li­ger Cha­rak­ter beson­ders bei Gen­res punk­tet, bei denen man nicht jedes Auf­nah­me-Arte­fakt hören möchte.

Wie ist die Garantie geregelt?

Ein Jahr auf Bau­tei­le und Ver­ar­bei­tung, gül­tig bei Kauf direkt bei OMNE Audio oder einem auto­ri­sier­ten Händler.

Klang
8.7
Leis­tung & Kon­trol­le / Dyna­mik & Reserven
8.5
Ver­ar­bei­tung & Design
8.8
Aus­stat­tung & Praxisnutzen
8.3
Mess­wer­te & tech­ni­sche Umsetzung
7.8
Preis/Leistung
9
Leser­wer­tung0 Bewer­tun­gen
0
Pros
War­mer, musi­ka­li­scher, nie ner­ven­der Klang – genau das “Bobbing-Head”-Ziel der Mar­ke wird erreicht
Über­ra­schend viel Bass­druck für einen offe­nen, dyna­mi­schen Treiber
Hoch­wer­ti­ges Unboxing-Erleb­nis, das Erwar­tun­gen an deut­lich teu­re­re Pro­duk­te weckt
Extrem bequem für Lang­zeit-Ses­si­ons (8–10 h problemlos)
Kon­se­quent offe­ne Bau­wei­se, auch prak­tisch spür­bar (Sprach­durch­läs­sig­keit in Calls)
Star­kes Debüt für eine Ein-Pro­dukt-Mar­ke – Manu­fak­tur-Cha­rak­ter ohne Kom­pro­mis­se beim Ersteindruck
Cons
Auflösung/Nuancenschärfe kommt nicht an Pla­nar-Kon­kur­renz heran
Für mei­nen per­sön­li­chen Geschmack etwas zu wenig Höhenanteil
Ohr­pols­ter für mei­nen Geschmack auf Dau­er zu hart
Seri­en­ka­bel ange­nehm weich, aber etwas kurz geraten
Kopfbügel/Verstellmechanik eher ein­fach gehalten
8.5
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