Reviews - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de Audio & Heimkino. Ernst genommen. Fri, 26 Jun 2026 11:59:43 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 https://www.hifigeek.de/media/cropped-hifigeek.de-512-32x32.png Reviews - HiFi, Heimkino, Kopfhörer & Head-Fi für Audiophile | HiFiGeek https://www.hifigeek.de 32 32 60029611 Burson Soloist Stellar Max im Test: Kompromisslos vielseitig – Voyager-DNA, branchenführender IEM-Modus, unter 3.000 € https://www.hifigeek.de/burson-soloist-stellar-max/ https://www.hifigeek.de/burson-soloist-stellar-max/#respond Tue, 02 Jun 2026 20:23:46 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=11843 Der Burson Soloist Stellar Max steht seit drei Monaten auf meinem Schreibtisch. Knapp acht Stunden täglich. Das ist viel Zeit. Genug Zeit jedenfalls, um nicht nur die ersten Wow-Eindrücke zu sammeln, sondern auch den Punkt zu finden, an dem ein Gerät anfängt zu nerven. Spoiler: Dieser Punkt ist beim Soloist Stellar Max bisher nicht gekommen. Ganz im Gegenteil – je länger ich das Ding nutze, desto mehr verstehe ich, warum es im Head-Fi-Forum gerade so abgeht.

Wer den Stellar Max im Kontext der gesamten Burson-Linie einordnen möchte: Alle HiFiGeek-Tests zu Burson Audio im Überblick.

Disclaimer: Burson Audio hat den Soloist Stellar Max kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf meinen Testaufbau, meine Höreindrücke und meine Wertung hat Burson keinen Einfluss. Wie immer hier: keine Werbung, keine Affiliate-Links, keine bezahlten Beiträge – nur das, was im Test rauskommt.

Das Review vom Burson Soloist Stellar Max gibt es auch als Video

Burson Audio und die neue Stellar-Serie

Wer regelmäßig hier mitliest, kennt Burson Audio bereits aus meinem Timekeeper-GT4-Max-Review. Die Australier sortieren ihr Portfolio aktuell in vier Linien: Party‑, Stellar‑, Grand-Tourer- und Voyager-Series. Die Stellar-Serie ist die jüngste Neuauflage und sitzt im Stack unterhalb der Grand-Tourer-Geräte – kompakter, schlanker, optisch frischer, aber technisch nicht aus dem Schaufenster-Regal. Mit dem Conductor Stellar (mit DAC) und dem Soloist Stellar (rein Kopfhörer- und Vorverstärker) hat Burson zwei Geschwister im selben Gehäuse: gleiches Chassis, gleiche Designsprache, leicht unterschiedliche Innereien.

Der Burson Soloist Stellar Max, den ich hier habe, ist die Vollausstattung. Das heißt: V7 Vivid Pro Opamps (statt der NE5532 der Standard-Version), Silent Power Module 02 (statt SP01), das GaN-basierte Fusion Core Netzteil (statt des Standard-24-V-Schaltnetzteils) und eine ordentliche Aluminium-Fernbedienung. Burson bietet darüber hinaus die Deluxe-Variante an, die ohne den Fusion Core auskommt und stattdessen das Super-Charger-5A-Netzteil mitliefert. Wer maximal will, nimmt direkt den Max.

Preislich liegt der Soloist Stellar Max bei ca. 2.900 € UVP zum Testzeitpunkt. Damit kostet er knapp die Hälfte des Soloist Voyager Max, der bei rund 5.000 € liegt – und holt trotzdem einen Großteil von dessen Charakter ins kompakte Format. Aber dazu gleich mehr.

Unboxing und Lieferumfang

Burson-typisch ordentlich. Der Burson Soloist Stellar Max kommt in einem doppelten Karton, sauber in Schaumstoff gebettet. Das Fusion Core Netzteil liegt in einem eigenen Karton, dazu das custom-konfektionierte 24-V-Kabel – netzteilseitig mit Schraubverbindung gesichert, geräteseitig gesteckt. Dasselbe Konzept wie beim großen Timekeeper GT4 Max, nur mit weniger Saft (24 V/15 A statt 32 V/15 A).

Lieferumfang Burson Soloist Stellar Max:

  • Burson Soloist Stellar (Max-Version mit V7 Vivid Pro Opamps und SP02-Modulen)
  • Burson Fusion Core 24-V-Netzteil (GaN-basiert)
  • Custom 24-V-Kabel (Schraubverbindung)
  • Netzkabel (länderspezifisch)
  • Aluminium-Fernbedienung (zweifarbig)
  • Ersatzsicherung
  • Kein gedrucktes Handbuch – das gibt es zum Download

Ein 4,4‑mm-Pentaconn-Adapter wäre eine nette Geste gewesen, denn der Burson Soloist Stellar Max hat kein 4,4‑mm-Pentaconn an der Front. Wer von einem Portable-DAC oder einem moderneren Setup kommt, muss sich also einen Adapter besorgen oder das Kopfhörerkabel auf XLR‑4 oder 6,3 mm umkonfektionieren. Kein Drama, aber 2026 nicht mehr selbstverständlich.

Anschlüsse und Bedienmodi

Front:

  • 4‑Pol XLR (Balanced Headphone-Out, voller Punch via 8 W Class‑A)
  • 6,35 mm Klinke (Single-Ended, 4 W Class‑A)
  • 3,5 mm Mikrofon-Eingang
  • Lautstärke-Drehregler mit Encoder-Feedback
  • drei Menü-Tasten und ein 1,7‑Zoll-OLED-Display

Rückseite:

  • 2× RCA Eingang
  • 2× XLR Eingang
  • 2× RCA Ausgang
  • 2× XLR Ausgang
  • Subwoofer-Out (RCA)
  • Trigger In/Out
  • 24-V-DC-Eingang mit Steckverbindung
  • Power-Schalter

Vier Betriebsmodi lassen sich über die Menüsteuerung durchschalten:

  1. Headphone Amp – Hauptverstärkerzweig, volle 8 W Class‑A
  2. Headphone Amp + Subwoofer – Kopfhörer plus zusätzliche Sub-Ausspielung
  3. IEM Amp – dedizierter IEM-Verstärkerzweig mit niedrigerer Leistung, separatem Layout, eigenem Rauschabstand
  4. Preamp – Linestufe für Endstufen oder Aktivlautsprecher

Das Konzept mit den separaten Audio-Pfaden ist der eigentliche Witz bei diesem Gerät. Dazu gleich.

Design, Verarbeitung und Aufstellung

Der Burson Soloist Stellar Max teilt sich das Chassis mit dem Conductor Stellar – also kompakt im Vergleich zu den Grand-Tourer-Geräten, mit aerospace-inspirierten Lüftungsschlitzen oben und unten, gebürstetem Aluminium und der typisch futuristisch wirkenden Burson-Front. Mit 210 × 200 × 75 mm und etwa 5 kg ist das Ding ein Schreibtisch-Bewohner, kein Rack-Klotz. Auf einem normalen 60-cm-Schreibtisch findet er locker Platz neben Bildschirm und Tastatur und sieht dabei auch noch verdammt gut aus.

Die Verarbeitung ist Burson-typisch sehr gut – keine scheußlichen Spaltmaße, keine scharfen Kanten, das Aluminium fühlt sich satt und solide an. Das Volumen-Drehrädchen hat mehr Widerstand als bei meinen anderen Burson-Geräten, was sich angenehm haptisch anfühlt. Ehrlich gesagt ist mir das bei einem digital ausgewerteten Encoder relativ egal – aber wer Wert auf Premium-Haptik legt, freut sich über das deutliche Feedback.

Wärmeentwicklung: Bei 50 W Idle-Bias in Class‑A wird das Gerät warm. Nicht heiß, sondern gut handwarm – perfekt für kalte Schreibtischhände im Winter. Der Burson Soloist Stellar Max ist aktiv gekühlt, die Lüfter sitzen in den Schlitzen oben und unten. Im Alltag sind sie so leise, dass ich sie in den ersten Wochen schlicht nicht wahrgenommen habe – kein Vergleich zu einem lauten PC-Lüfter, eher ein leises Hintergrundrauschen das im normalen Hörpegel vollständig verschwindet. Trotzdem: Lüftungsschlitze freihalten, nichts drauflegen. Der Stellar braucht Luft zum Atmen.

Optisch ist das Ding deutlich näher am Conductor Stellar oder Voyager als an der Grand-Tourer-Serie. Wer von einem GT4 kommt, sieht hier eine neue Designgeneration – kompakter, geometrischer, weniger “Industrie-Look”, mehr “Premium-Desktop-Audio”.

Technik – die Innereien im Detail

Der Burson Soloist Stellar Max ist technisch ein verdichteter Voyager. Burson hat hier nicht einfach den 3X Performance neu lackiert, sondern das Konzept von Grund auf überarbeitet. Vor allem: Es gibt zwei vollständig getrennte Verstärkerzweige in einem Gehäuse.

Hauptverstärker: Vollsymmetrische Class-A-FET-Topologie

Der Hauptzweig ist eine vollsymmetrische, vollständig diskrete Class-A-FET-Schaltung. Pro Kanal arbeiten vier Onsemi MJE15032 Transistoren – das sind klassische NPN-Bipolar-Transistoren, optimiert für hohe Linearität und niedrige Verzerrung. Burson treibt diese mit einem Idle-Bias von satten 50 W – das heißt, der Verstärker steht permanent in seinem optimalen Arbeitsbereich, Transienten kommen ohne Verzögerung und Crossover-Verzerrung gibt es schlicht keine.

Ein Wort zum Warmup

50 W Idle-Bias in einem kompakten Gehäuse haben eine Konsequenz, die viele beim ersten Einschalten nicht auf dem Schirm haben: Der Burson Soloist Stellar Max braucht Zeit, um auf seinem tatsächlichen Leistungsniveau anzukommen. Transistoren haben temperaturabhängige Kennlinien – Verstärkung, Ruhestrom und Arbeitspunkt verschieben sich, bis das Gerät seine thermische Betriebstemperatur erreicht hat. Laut Burson selbst sind dafür 15–30 Minuten vollständig ausreichend.

Wer direkt nach dem Einschalten reinhört, hört den Stellar noch nicht auf Betriebstemperatur – Bass und Dynamik wirken einen Tick weniger kontrolliert, die Bühne etwas flacher. Das ist keine Einbildung, sondern pure Physik. Der Gegenzug: Im voll aufgewärmten Zustand zahlt sich dieser Aufwand direkt aus – volle Kontrolle, maximale Dynamik, der ganze Burson-Sound.

Also: 15–30 Minuten vor dem ersten Track einschalten, Kaffee kochen, ankommen. Dann ist der Stellar da wo er hingehört – und du auch.

Noch ein praktischer Hinweis: Ab Werk ist die Auto-Off-Funktion aktiv, die das Gerät nach einer gewissen Zeit ohne Signal automatisch abschaltet. Wer sie deaktiviert, muss nicht jedes Mal neu warten – das ist eine legitime Option. Dauerhaft anlassen empfiehlt Burson allerdings nicht, weder für das Gerät noch für die Umwelt. 15–30 Minuten Warmup sind das sinnvolle Mittel der Wahl.

IEM-Modus: Branchenführend gelöst

Hier wird’s spannend. Der Burson Soloist Stellar Max hat einen separaten Verstärkerzweig nur für IEMs, bestehend aus zwei TPA6120A2 OpAmps. Diese Chips sind alte Bekannte mit absurd guten Daten: 0,00014 % THD+N, 1.300 V/µs Slew-Rate, weiter Frequenzgang. Burson nutzt sie hier explizit als IEM-Stufe, weil sie kombiniert mit eigener Stromversorgung und niedriger Leistung (1 W XLR / 0,5 W SE) das machen, was IEMs brauchen: einen tiefschwarzen Hintergrund ohne jedes Grundrauschen und genug Auflösung, um die feinsten Details herauszuziehen.

Kurzer Querverweis: Im Luxsin X9 (siehe mein Review hier auf dem Blog) wird derselbe TPA6120A2 als Hauptverstärker eingesetzt. Im Burson ist das die IEM-Sektion. Das sagt einiges über das Anspruchsniveau, mit dem hier gearbeitet wird.

Aktiviert man im Menü den IEM-Output, schaltet das Gerät auf diese eigene Stufe um. Das Resultat ist schlicht das Beste, was ich je an einem Desktop-Amp im IEM-Modus gehört habe. Mehr dazu in den Höreindrücken weiter unten.

PGA2320 Lautstärkeregelung – und warum das keine Nebensache ist

Burson setzt zur Lautstärkeregelung auf zwei Texas Instruments PGA2320 – einen pro Kanal, vollständig voneinander getrennt. Das ist ein analoger Resistor-Ladder-Chip: intern sitzt ein Netzwerk aus präzisen Festwiderständen, die per elektronischem Schalter konfiguriert werden. Kein Schleifer, kein mechanischer Kontakt, kein Verschleiß.

Was das im Vergleich zu den gängigen Alternativen bedeutet:

  • Klassisches Potentiometer: Schleifer auf Widerstandsbahn, Kanalabweichung zwischen L und R von 5–20 % – besonders im unteren Lautstärkebereich, wo man morgens leise hört und der linke Kanal einen Tick lauter klingt als der rechte. Dazu kommen Verschleiß und Rauschen über die Zeit.
  • Digitale Abschwächung: Effektiv Bit-Reduktion. Wer digital dämpft, verliert Auflösung im Signal. Für Budget-Geräte akzeptabel, für einen Verstärker dieser Klasse keine ernstzunehmende Option.
  • Diskrete R2R-Relais-Leiter – wie sie zum Beispiel im Luxsin X9 verbaut ist: Ebenfalls Festwiderstände, aber mit physischen Relais geschaltet. Das gilt in Audiophilen-Kreisen als die konsequentere, prestigeträchtigere Lösung – alles diskret, nichts in einem IC versteckt, die Relais-Klicks hörbar und für viele ein Feature statt ein Fehler. Mehr Schritte, mehr Granularität, mehr Philosophie. Der Nachteil: teurer in der Umsetzung, mechanisch komplexer, und das Klicken beim Regeln ist Geschmackssache.

Der PGA2320 ist der pragmatischere Weg zum gleichen Ziel: 0,0004 % THD+N, perfekte Kanalgleichheit durch IC-Fertigung, absolut lautlose Regelung. Burson hat zusätzlich eine eigene Lautstärkekurve programmiert – angepasst an die 8‑W-Class-A-Ausgangsstufe – damit auch empfindliche IEMs genug Regelweg im unteren Bereich haben, ohne beim ersten Klick zu laut zu werden. Zwei Chips, ein Kanal pro Chip, 100 % Kanaltrennung auf jeder Stufe.

Wer die audiophilere Philosophie bevorzugt, greift zu diskreten Relais. Wer einen technisch exzellenten, lautlosen und wartungsfreien Regelweg will, ist mit dem PGA2320 genauso gut aufgehoben – nur ohne das Klicken.

Silent Power Module 02 – oder: Warum Stromversorgung kein Nebenschauplatz ist

Die Silent Power Module sind Bursons hauseigene Spannungsregler-Module, die direkt in die einzelnen Audiosektionen eingebunden sind. Die zweite Generation basiert auf dem LT3045-Regulator von Analog Devices – einem Bauteil, das ursprünglich für Messtechnik und Hochfrequenzanwendungen entwickelt wurde, weil dort Versorgungsrauschen schlicht inakzeptabel ist. Im Audiobereich ist das genauso relevant, nur redet dort seltener jemand darüber.

Der LT3045 liefert 0,8 µVrms Rauschen – das ist kein Marketing-Wert, sondern ein messbarer Unterschied zu dem, was die meisten Hersteller verbauen. Zum Vergleich: Klassische Linearregler wie der LM317 oder LM7815, die in einer Vielzahl von Verstärkern und DACs im drei- bis vierstelligen Preisbereich stecken, rauschen je nach Konfiguration mit 15 bis über 100 µVrms. Das ist ein Faktor von bis zu 100 zwischen „Standard” und dem, was Burson hier einsetzt.

Das klingt abstrakt, ist aber konkret: Spannungsregler versorgen die Signalverarbeitung – die Opamps, die Ausgangsstufe, das IEM-Modul. Jeder Regler hat eine endliche PSRR (Power Supply Rejection Ratio): die Fähigkeit eines Schaltungsteils, Störungen auf der Versorgungsspannung vom Audiosignal fernzuhalten. Selbst gute Opamps wie die V7 Vivid Pro verstärken einen Teil des Versorgungsrauschens mit – je sauberer die Versorgung, desto weniger gibt es da zu verstärken, desto schwärzer der Hintergrund.

Was machen andere Hersteller stattdessen? Das Spektrum ist breit. Im Budget-Segment wird das SMPS-Schaltnetzteil direkt an die Audiostufe gehängt – Schaltfrequenzen im Kilohertz-Bereich inklusive. Im Mittelfeld kommen LM317 oder äquivalente Typen, manchmal ein Regler für alle Sektionen gemeinsam. Das bedeutet: DAC, Verstärker, Display-Steuerung und Mikrocontroller teilen sich denselben Versorgungspfad, und digitale Störungen können direkt in den Analog-Pfad einkoppeln. Im oberen Mittelfeld werden Regler pro Sektion eingesetzt – das ist bereits besser, aber mit Standardbauteilen.

Burson geht zwei Schritte weiter: LT3045-basierte Module pro Sektion, und das in einem Gerät, das bereits fünf Max-Current-Power-Supply-Sektionen mitbringt. Der Soloist Stellar Max hat vier SP02-Module – mehr als der Conductor Stellar, weil dort die DAC-Sektion einen Teil der Stromversorgungskapazität anders beansprucht. Bei einem reinen Verstärker geht dieser gesamte Aufwand direkt in die Sauberkeit der Endstufe und der IEM-Stufe. Das ist der technische Grund dafür, warum alle Reviews – und meine drei Monate Alltagserfahrung – beim Burson Soloist Stellar Max immer wieder beim selben Punkt landen: pechschwarzer Hintergrund. Nicht als Marketingformulierung, sondern als direkte Konsequenz davon, was in diesem Gerät steckt.

Fusion Core – GaN-Netzteil, und warum das mehr ist als ein Buzzword

Der Fusion Core ist Bursons externes Netzteil für den Burson Soloist Stellar Max – und einer der Hauptgründe, warum die Max-Variante klanglich über der Deluxe steht. Bevor wir dazu kommen, warum: ein kurzer Ausflug in Netzteil-Realität, weil das Thema im HiFi-Bereich gerne in Voodoo-Richtung abbiegt, obwohl die Technik für sich selbst spricht.

Standard-Schaltnetzteil (SMPS mit Silizium-FETs): Das steckt in den meisten Geräten, auch in Geräten jenseits der 1.000 €. Silizium-Transistoren schalten typischerweise mit 50 bis 200 kHz. Das klingt schnell, ist es aber nicht – denn diese Frequenzen und ihre Oberwellen fallen direkt in den oder knapp über den Hörbereich. Das Resultat ist hochfrequentes Schaltartefakt-Rauschen auf der Versorgungsspannung, das sich je nach PSRR der nachfolgenden Schaltung mehr oder weniger direkt ins Audiosignal übersetzt. Günstig herzustellen, kompakt, aber klanglich der schwächste Ansatz.

Lineares Netzteil: Der Audiophilen-Klassiker. Kein Schalten, kein Takt, ein Transformator, ein Gleichrichter, ein Linearregler. In der Theorie das Sauberste. In der Praxis: schwer, groß, schlechter Wirkungsgrad (50–70 %), die überschüssige Energie wird als Wärme verbraten, und bei schlechtem Design bekommt man stattdessen 50-Hz-Brumm und dessen Oberwellen. Ein gut gemachtes Linearnetzteil ist exzellent – aber ein gut gemachtes Linearnetzteil mit 360 W Ausgangsleistung wäre ein Klotz, der größer wäre als der Verstärker selbst.

GaN-Schaltnetzteil (was das Fusion Core ist): GaN steht für Gallium-Nitrid – ein Halbleitermaterial, das Silizium in einem entscheidenden Punkt schlägt: Schaltgeschwindigkeit. GaN-Transistoren schalten mit bis zu 1 MHz – beim Fusion Core ist genau das die Betriebsfrequenz. Was das bedeutet: Die tiefste Schaltfrequenz und alle ihre Oberwellen starten bei 1 MHz, 2 MHz, 3 MHz – also weit außerhalb des Hörbereichs. Keine Artefakte im Audioband, keine Schaltfrequenz-Einstreuung, die irgendeinen Regler oder Opamp beschäftigen müsste. Dazu kommt: GaN hat niedrigere Schaltverluste als Silizium, was zu weniger Wärme, höherer Effizienz (~90 %) und besserer Regelgenauigkeit führt – das Netzteil kann schneller auf Lastwechsel reagieren als ein klassisches SMPS.

Das Ergebnis ist ein Rauschpegel unter 1 µV am Ausgang – vergleichbar mit einem sehr guten Linearnetzteil, aber in einem Bruchteil der Größe und mit deutlich besserem Wirkungsgrad. In Kombination mit den SP02-Modulen dahinter, die nochmal auf 0,8 µVrms filtern, hat man eine Versorgungskette, die sich tatsächlich batterieartig verhält: DC, sauber, ohne messbare Störsignale im Audioband. Das ist kein Marketingversprechen, das ist Messtechnik.

Warum ist das Ding so teuer? Das Fusion Core kostet als separates Upgrade rund 900 USD – für ein Netzteil, das zunächst nach viel Geld für wenig Hardware klingt. Die Gründe: GaN-Halbleiter sind in der Herstellung deutlich komplexer als Silizium, die Gate-Driver-Schaltung für GaN erfordert präziseres Engineering, und Burson hat das Fusion Core nicht aus einem Standard-Laptop-Netzteil abgeleitet, sondern spezifisch für ihre Verstärker entwickelt – mit definierter Ausgangsspannung, eigenem Locking-Stecker und dem Rauschpegel als primärem Designziel statt dem Preis. Das erklärt einen Teil des Aufpreises. Den Rest erklärt die schlichte Tatsache, dass Netzteile auf diesem Niveau in kleinen Stückzahlen produziert werden und die Bauteilkosten entsprechend sind.

Wer den Burson Soloist Stellar Max kauft, bekommt den Fusion Core inklusive. Wer mit der Deluxe-Variante startet, kann es separat nachrüsten – und wird den Unterschied hören.

V7 Vivid Pro Opamps – was Opamps sind, warum sie klingen, und warum du sie hier tauschen kannst

Operationsverstärker – kurz Opamps – sind die unsichtbaren Arbeitstiere analoger Audiotechnik. Sie sitzen in der Eingangs-Buffer-Stufe, in der Verstärkungsregelung, manchmal in der Ausgangsstufe – überall dort, wo ein analoges Signal verarbeitet, gepuffert oder geformt werden muss. In einem Kopfhörerverstärker dieser Klasse sind sie buchstäblich im Signalpfad: Was da drin steckt, beeinflusst direkt, was du hörst.

Die meisten Hersteller – auch im gehobenen Preissegment – verbauen IC-Opamps: kleine schwarze Chips, in denen Transistoren, Widerstände und Kondensatoren auf einem winzigen Siliziumkristall integriert sind. Das Gute daran: extrem kompakt, günstig, reproduzierbar. Das Problem: Die Integration auf einem Die hat physikalische Grenzen. Stromlieferfähigkeit, Wärmespreizung, Signalpfadlänge – all das ist im IC-Opamp kompromissbehaftet, weil alles auf engstem Raum zusammengedrängt ist. Klassiker wie der NE5532 kosten im Cent-Bereich und stecken in mehr HiFi-Geräten, als man denken würde – auch in Geräten jenseits der 1.000 €, bei denen man es nicht erwarten würde.

Bessere IC-Opamps wie der OPA2134 oder LME49720 liegen in einer anderen Liga und klingen hörbar anders – aber sie bleiben IC-Opamps mit denselben konstruktionsbedingten Einschränkungen.

Diskrete Opamps lösen das Problem auf eine andere Art: Statt alles auf einem Chip zu integrieren, werden einzelne Transistoren, Widerstände und Kondensatoren auf einer kleinen Miniatur-Platine aufgebaut – größer als ein IC-Chip, aber immer noch klein genug, um in einen Standard-DIP-8-Sockel zu passen. Das bedeutet: keine Die-Größen-Kompromisse, größere Transistoren, mehr Strom, bessere Wärmeabfuhr, kürzere und sauberere Signalpfade. Burson macht das seit zwanzig Jahren und ist damit zu einem der wenigen Hersteller geworden, die dieses Konzept kommerziell durchgezogen haben.

Die V7 Vivid Pro sind Bursons aktueller Flagship-Opamp – siebte Generation, vollständig diskret, Class‑A, mit 8‑lagiger Platine im Inneren und einem gefrästen Aluminiumgehäuse als Heatsink. Die Charakterisierung: maximale Klarheit, Geschwindigkeit, Transparenz, schnelle Transienten. Kein weicher Schleier, kein Euphonie-Filter – der V7 Vivid Pro zeigt dir, was in der Quelle und im Rest des Geräts steckt. Als Pendant dazu gibt es den V7 Classic: gleiche Technik, gleicher Rauschboden, aber mit einer wärmeren, geschmeidigeren Abstimmung, mehr Körper in den Stimmen, etwas mehr Glanz in den Höhen.

Und jetzt kommt der Teil, der den Burson Soloist Stellar Max von fast allem anderen auf dem Markt unterscheidet: Die Opamps sitzen in DIP-8-Sockeln und können getauscht werden. Burson liefert dafür sogar Inbusschlüssel mit und erklärt im Handbuch, wie das geht. Das ist im High-End-Bereich ungewöhnlich bis selten – die meisten Hersteller verlöten ihre Opamps direkt, weil es produktionsseitig einfacher ist und weil man keine „Garantiefälle durch Bastelei” riskieren will. Burson dreht das bewusst um: Opamp-Tausch ist ausdrücklich erwünscht.

Was das in der Praxis bedeutet, zeigt das Head-Fi-Forum eindrucksvoll. Dort hat sich rund um den Burson Soloist Stellar Max bereits eine aktive Opamp-Rolling-Community gebildet. Ausprobiert wurden unter anderem Sparkos Labs SS3602 (diskret, JFET-basiert, positiv aufgenommen – offenerer Klang, mehr Luft), JFET-basierte „Orange Dual Opamps” (wärmer, entspannter), und polnische Muzga-Opamps als Geheimtipp. Interessant: Wer mit den V7 Vivid Pro out-of-the-box nicht zufrieden war und sie als „zu linear” empfand, hat oft durch den Wechsel auf den V7 Classic oder Drittanbieter-Opamps genau den Sound gefunden, den er suchte – und mit Fusion Core dazu nochmal eine andere Klangfarbe erlebt. Opamp-Rolling funktioniert beim Stellar wie Röhrentausch bei einem Röhrenverstärker: gleiches Gerät, andere Persönlichkeit.

Warum trotzdem mit den V7 Vivid Pro anfangen? Weil sie zum Rest des Geräts passen. Der Burson Soloist Stellar Max hat von Haus aus eine leicht warme, aber sehr detaillierte Class-A-Signatur – die V7 Vivid Pro ergänzen das mit Transparenz und Schnelligkeit, ohne die Wärme wegzubügeln. Wer direkt mit einem wärmeren Opamp einsteigt, riskiert, die Abstimmung in eine Richtung zu schieben, die am Ende mehr schmeichelt als informiert. Der Vivid Pro ist der neutrale Ausgangspunkt, von dem aus man in alle Richtungen experimentieren kann. Und wer nicht experimentieren will, hat mit ihm ohnehin schon einen der besten Opamps, die man aktuell in ein DIP-8-Gerät stecken kann.

Spezifikationen Burson Soloist Stellar Max

SpezifikationWert
TopologieVollsymmetrisch, vollständig diskret, Class‑A FET
Idle-Bias50 W
Hauptverstärker4× Onsemi MJE15032 pro Kanal
Ausgangsleistung Main HP8 W @ XLR / 4 W @ SE
IEM-Verstärker2× TPA6120A2, dedizierter Pfad
Ausgangsleistung IEM1 W @ XLR / 0,5 W @ SE
THD+N Hauptverstärker< 0,003 %
THD+N IEM-Sektion< 0,00014 % (TPA6120A2 spec)
Lautstärkeregelung2× PGA2320 Resistor Ladder, 0,0004 % THD+N
Stromfilterung4× Silent Power Module 02 (LT3045, 0,8 µVrms)
NetzteilBurson Fusion Core, 24 V / 15 A, GaN-basiert, 360 W
Eingänge2× RCA, 2× XLR (captive)
Ausgänge2× RCA, 2× XLR, 1× Subwoofer-RCA
Kopfhörer-AusgängeXLR‑4, 6,35 mm SE, 3,5 mm Mic-In
Gain-Stufen2 (Low/High)
Abmessungen210 × 200 × 75 mm
Gewicht~5 kg

Höreindrücke – Kopfhörer

Drei Monate, knapp acht Stunden täglich. Das ist genug Zeit, um nicht nur die ersten Eindrücke zu sammeln, sondern auch die Macken zu finden. Spoiler: Macken sind keine aufgetaucht. Stattdessen das hier:

Der Hintergrund ist schwarz wie die Nacht. Ich kann das gar nicht oft genug schreiben. Selbst mit empfindlichen IEMs am XLR-4-Hauptausgang (wo man eigentlich nicht hingehört, dafür gibt’s den IEM-Mode) ist kein Grundrauschen wahrnehmbar. Im IEM-Mode mit den dafür vorgesehenen In-Ears ist es nochmal eine Liga sauberer.

Die Tonalität ist klassischer Burson-Sound: Leicht warm in der Grundabstimmung, aber hochdetailliert in der Auflösung. Das ist keine Röhren-Wärme, kein Soft-Filter, kein Schönfärber – sondern eine Abstimmung, die im Hochton nicht ins Sibilante kippt und im Mittelton Stimmen mit Körper stehen lässt. Wer einen ultra-linearen, klinischen Topping-Sound sucht, wird beim Burson Soloist Stellar Max nicht das Ziel finden. Wer dagegen einen Verstärker will, an dem man stundenlang hören kann, ohne Ermüdung, ohne Schärfen, ohne Nerv-Faktor, ist hier exakt richtig.

Verum 2 (Planar, 80 Ω)

Mit dem Verum 2 habe ich alle vier Musikbeispiele unten gehört. Er ist mein Daily-Driver am Schreibtisch – ich kenne ihn, ich weiß was er kann, und ich weiß sofort wenn ein Amp ihm etwas gibt das er vorher nicht hatte.

Am Burson Soloist Stellar Max bekommt der Verum 2 vor allem eines: Kontrolle. Der Bass bleibt straff, die Mitten sortieren sich sauber, der Hochton hat Luft ohne anzustrengen. Was die Musikbeispiele zeigen – das plastische Gitarren-Imaging bei In Flames, die Snare die bei Imminence mitten im Gehirn sitzt, das Schlagzeug das bei Lorna Shore von links nach rechts rollt – das ist der Verum 2 am Burson Soloist Stellar Max. Nicht der Verum 2 an irgendeinem Amp.

Der Verum 2 ist kein Bassgigant. Aber er macht Druck wenn Druck da ist, und der Burson Soloist Stellar Max lässt ihn dabei nie ins Schwimmen geraten. Bei 45 von 100 auf dem Regler ist noch Luft nach oben – der Amp denkt nicht mal darüber nach.

Fosi Audio i5 (Planar, 28 Ω)

Der i5 ist auf dem Papier kein anspruchsvoller Kandidat – 28 Ω, 98 dB, gutmütig an fast jeder Quelle. Aber er gehört zu den Kopfhörern, die mit besserer Verstärkung spürbar aufblühen. Am Burson Soloist Stellar Max: ein stimmiges, großes Klangbild mit weniger Ecken und Kanten, mehr Autorität und Kontrolle. Mehr Punch im Bass, sortiertere Mitten, mehr Luft in den Höhen. Wer den i5 zu Hause hat und das Maximum rausholen will, sollte ihn an einem Amp dieser Klasse hören. Mindestens einmal.

SIVGA Luan (Dynamic, 38 Ω)

Der Luan ist der entspannteste Kandidat in dieser Runde – leicht zu treiben, warm abgestimmt, für lange Sessions gemacht. Am Burson Soloist Stellar Max harmoniert seine Grundabstimmung mit Bursons leicht warmer Signatur gut: voluminös aber nicht üppig, Stimmen präsent, Bass straff und schnell. Klassische Schreibtisch-Konfiguration für Abende wo man einfach nur hören will.

Musikbeispiele

Lorna Shore – „Glenwood”

Das Intro macht sofort klar, womit man es hier zu tun hat. Der Hall liegt groß und luftig im Raum, die Gitarre steht klar im Vordergrund, Will Ramos’ Stimme schiebt sich mit Autorität nach vorne – und die Bühne zieht sich weit in die Breite. Ja, das ist auch Produktion. Aber der Burson Soloist Stellar Max lässt sie vollständig entfalten, statt sie zusammenzudrücken.

Was mich bei diesem Track am meisten beeindruckt: das Imaging des Schlagzeugs. Becken links, Becken rechts, Snare in der Mitte, der kurze Fill der über das komplette Kit rollt – von links nach rechts, Stück für Stück, plastisch und dreidimensional.

Lorna Shore produziert mit vielen Layern – Drums, Gitarren, Synths, Samples, Gesang, alles gleichzeitig und alles laut. Genau da, wo viele Amps anfangen Dinge zu verschmieren, behält der Burson Soloist Stellar Max die Übersicht. Der E‑Bass ist einer von denen, die sich komplett ins Gesamtbild einfügen – kaum isolierbar, aber spürbar als Fundament. Bursons warme Grundabstimmung tritt bei diesem Track eher zurück – was bleibt ist Kontrolle, Auflösung und Druck.

Synestia & Disembodied Tyrant – „Winter”

Das Intro öffnet mit einem Cembalo – zart, fast fragil. Kein Zufall: „Winter” ist eine Neuinterpretation von Vivaldis Konzert Nr. 4 aus den Vier Jahreszeiten. Barockmusik trifft Deathcore, und der Stellar lässt beide Welten gleichberechtigt stehen.

Der Burson Soloist Stellar Max gibt der Geige Raum und Charakter, das zarte Spiel kommt fein raus. Die Spannung die sich mit den Chorälen aufbaut landet ordentlich, bevor Streicher und Fußmaschine übernehmen. Bei 2:25 drückt das Ding rein ohne Vorwarnung – Snare hämmert, Doppelbass zieht durch, der Gesang steht mitten drin.

Das Schlagzeug ist wieder mega Räumlich: Becken sauber und fein aufgelöst, aber der Bass drückt ohne Ende. Der Kontrast zwischen dem tiefen Gewummer und dem harten, höher gestimmten Snare-Schlag – der Burson Soloist Stellar Max serviert ihn ohne Umwege. Das Finale mit den sehr tiefen Bass-Drops: so nah wie ich bisher gekommen bin. Da ist gleichzeitig so viel los, dass ich das noch nie vollständig sauber gehört habe. Am Burson Soloist Stellar Max kommt man näher ran als an den meisten anderen Setups.

In Flames – „Stay With Me”

Das Intro trifft sofort. Eine einzelne Gitarre, dazu ein paar gezupfte Bassnoten – und der Burson Soloist Stellar Max macht daraus etwas, das mich kurz aufhorchen lässt. Die Gitarre klingt nicht wie aus Kopfhörern. Sie klingt wie jemand, der direkt neben mir sitzt und spielt. Plastisch, greifbar, dreidimensional. Das Imaging ist außergewöhnlich – die Gitarre hat eine Position im Raum, keine ungefähre Richtung.

Dann setzt das Schlagzeug ein. Die Hi-Hat kommt sanft, fast zögerlich – aber sie klingt echt. Der Sänger schiebt sich in die Mitte der Bühne, fast schon in den Raum hinein. Bei 3:30 dreht der Song auf – und hier passiert etwas Interessantes: Ich höre Kompressionsartefakte in den Becken. Etwas gequetscht, etwas zu glatt. Das ist kein Fehler des Stellars. Im Gegenteil: Er arbeitet es heraus. Ein Verstärker der schönfärbt, würde das unter den Teppich kehren. Der Burson Soloist Stellar Max tut das nicht. Das ist Ehrlichkeit, keine Schwäche.

Imminence – „God Fearing Man”

Dieser Mix ist anders. Fetter abgemischt, mehr Druck, mehr Atmosphäre von der ersten Sekunde an. Der Sänger öffnet tief im Hals, die Geige setzt daneben an – räumlich, fein, fast fragil. Dann schiebt das Schreddern rein.

Die Snare sitzt mitten im Gehirn. Nicht irgendwo hinten – mitten drin, auf den Punkt gestimmt, jeder Schlag ein Patsch der nach vorne kommt. Das Schlagzeug umrahmt komplett: links, rechts, oben, unten. Dazu das tiefe Gebrumme der tiefen Streicher, und dann immer wieder dieser Snare-Schlag. Der Kontrast zwischen dem Gewummer und dem harten, höher gestimmten Patsch – der Burson Soloist Stellar Max serviert ihn ohne Umwege.

Bei 2:20 kommt der Bass-Drop. Rechts im Ohr sind noch sauber die Becken zu hören – fein, klar – während der Bass gleichzeitig nach vorne drückt. Dass beides gleichzeitig funktioniert, ohne dass sich das eine ins andere schiebt, ist das was ich von einem guten Verstärker erwarte.

Dann der Breakdown. Der Geigenbogen auf der E‑Gitarre, dieser Moment, das Crescendo vorher – ich kriege jedes Mal Gänsehaut. Der Verum 2 ist kein Bassgigant, das weiß ich. Aber er macht das hier trotzdem geil. Und der Burson Soloist Stellar Max juckt das alles nicht – bei 45 von 100 geht der Kopfhörer einfach mit.

Ich freue mich auf Summerbreeze. Dieses Lied live. Das wird brutal.

Höreindrücke – IEMs (IEM-Mode)

Der dedizierte IEM-Modus des Soloist Stellar Max ist aktuell das Beste was ich in dieser Preisklasse und Bauform kenne. Pechschwarzer Hintergrund, eigenständiger Verstärkerzweig, genug Regelweg für jeden Empfindlichkeitsgrad – das ist kein Bonus-Feature, das ist ein vollwertiger zweiter Amp im selben Gehäuse.

Kiwi Ears Septet (Hybrid)

Die Septet spielen auf dem Burson Soloist Stellar Max neutraler als von mobilen DAC/Amp-Combos gewohnt. An Smartphone oder Dongle klingen sie fetter, wärmer. Am Stellar kommt das raus was drin ist – und das Septet ist ein hellerer, analytischerer IEM als der Verum 2. Das ist keine Kritik am Burson Soloist Stellar Max, das ist Ehrlichkeit.

Bei Stay With Me kommt der Bass knackiger und präziser – jeder Anschlag mit klarer Kontur. Bei Winter fällt im rechten Ohr ein Becken-Detail auf das mit dem Verum 2 so nicht wahrnehmbar war – sehr hochauflösend, fast ein Klirren.

Kurzer Test: Ich schalte auf den normalen Kopfhörer-Output um. Der Burson Soloist Stellar Max macht dabei automatisch leiser – schöner Sicherheitsmechanismus. Zurück im Kopfhörer-Mode klingt es semi-identisch, der IEM-Mode wirkt einen Tick schärfer in den Höhen. S‑Laute kommen prägnanter. Ob das der IEM-Mode ist oder der IEM selbst – ich tippe auf beides. Unterm Strich sind die Septet am Stellar deutlich heller und analytischer als der Verum 2. Wer es wärmer mag, greift zu einem wärmeren DAC davor.

Fosi IM4

Pechschwarzer Hintergrund, kein Grundrauschen, Lautstärke bei knapp einem Viertel des Regelwegs – der Rest ist Reserve. Der IM4 bekommt am IEM-Out des Burson Soloist Stellar Max das was er verdient: einen sauberen, kontrollierten Antrieb ohne Kompromisse.

7Hz Timeless II (Planar-IEM, 15,2 Ω)

Der Timeless II ist ein Planar-IEM – und damit genau die Sorte IEM, die einen dedizierten Amp auf die Probe stellt. Am IEM-Out des Burson Soloist Stellar Max: absolut ruhig, kein Grundrauschen, schnell und kontrolliert. Das neutrale Tuning mit leicht angehobenem Hochton bleibt dabei immer entspannt – keine Schärfe, kein Zischen, nur Auflösung.

Burson Soloist Stellar Max als Vorstufe

Kurzer Abstecher: Der Burson Soloist Stellar Max funktioniert auch als Vorstufe für meine Burson Timekeeper GT4 Max Monoblöcke an den Arendal 1723 Towern. Ergebnis: tadellos. Klanglich näher am Bypass als an einer färbenden Vorstufe – Burson-typisch leicht warm, mit großzügig dimensioniertem Raum und straffer Basskontrolle. Der Subwoofer-Out an der Rückseite macht ein 2.1‑Setup ausdrücklich möglich.

Einordnung

Knapp 3.000 Euro für einen Kopfhörerverstärker. Das klingt nach viel – und das ist es auch. Aber mal ehrlich: Was kommt da noch? Nach oben hin wird die Luft dünn. Der Soloist Voyager, ein paar ultra-exotische Einzelstücke, fertig. Wer den Burson-Sound kennt und liebt, dem stellt sich die Frage eigentlich nicht mehr lange.

Offiziell positioniert Burson den Burson Soloist Stellar Max unterhalb der Grand-Tourer-Serie. In der Praxis teilt er seine Kern-DNA mit GT4 und Voyager. Alle Reviews die ich kenne landen übereinstimmend bei 85–90 % vom Voyager-Sound – zur knapp halben Preises. Das deckt sich mit meinem Eindruck nach drei Monaten täglichem Betrieb.

Wo der Burson Soloist Stellar Max klar besser ist als die meisten Konkurrenten in dieser Klasse: der dedizierte IEM-Modus. Den hat selbst der Voyager so nicht. Wer alles am selben Verstärker spielen will – von ultra-empfindlichen IEMs bis zum leistungshungrigen Planar – bekommt hier das aktuell flexibelste Werkzeug am Markt.

Die Verarbeitung lässt keinen Zweifel daran, wo das Geld hingegangen ist. Fünf Kilo pures Metall. Lautstärkeregelung und Haptik tadellos. Und die Fernbedienung – die ist weniger Fernbedienung als Schlagring. Massiv, schwer, gefühlt zweihundert bis dreihundert Gramm Aluminium in der Hand. Die Knöpfe klappern leicht, Metall auf Metall – das kennt man von allen Burson-Fernbedienungen. Stört mich nicht, sie liegt ohnehin auf dem Mothership auf dem Schreibtisch.

Was mich nach drei Monaten am meisten überzeugt: Der Burson Soloist Stellar Max lässt mich in die Seele jedes DACs reingucken. Er ist so transparent, dass ich sofort höre was eine Quelle kann und was nicht. Das macht ihn zum perfekten Referenzverstärker – wenn mir jemand einen DAC zum Test schickt, kommt der Burson dran.

Und gleichzeitig merke ich: Mit meiner eigenen DAC-Kette bin ich noch nicht am Ende. Der Burson Soloist Stellar Max zeigt mir dass da noch was geht. R2R will ich ausprobieren, wärmere Quellen auch. Ich weiß dass ich ESS-Chips mag – cleaner, analytischer – aber in Kombination mit dem Burson der etwas Wärme mitbringt. Das Kapitel ist noch nicht abgeschlossen.

Ein direkter Vergleich mit dem Soloist Voyager folgt in einem separaten Artikel.

Fazit

Drei Monate, knapp acht Stunden täglich. Ich habe Metal gehört, Filme geschaut, DACs getestet, IEMs gewechselt, Opamps verglichen. Der Burson Soloist Stellar Max stand die ganze Zeit da und hat einfach gemacht was er soll – ohne Drama, ohne Aussetzer, ohne den Moment wo ich dachte: da nervt mich was.

Was bleibt: Gänsehaut bei God Fearing Man. Die Gitarre bei Stay With Me die klingt als würde jemand neben mir sitzen und spielen. Vivaldis Geige die aus einem Deathcore-Intro auftaucht und trotzdem Sinn ergibt. Kleine Momente, die nur dann passieren, wenn ein Verstärker wirklich aus dem Weg geht und die Musik lässt.

Das ist die Stärke dieses Geräts. Der Burson Soloist Stellar Max ist so transparent, so ehrlich, dass ich durch ihn hindurch in die Quelle reinhöre. Er wird mein Referenz-Amp für jeden DAC der hier landet – weil er mir sofort zeigt was drin steckt. Und gleichzeitig zeigt er mir, dass ich mit meiner eigenen DAC-Kette noch nicht am Ende bin. R2R will ich ausprobieren, wärmere Quellen auch. Ich weiß dass ich ESS-Chips mag – cleaner, analytischer – aber in Kombination mit dem Burson der etwas Wärme mitbringt. Das Kapitel ist noch nicht abgeschlossen.

Wer den Burson-Sound kennt und liebt: Was soll hier verkehrt laufen? Fünf Kilo Aluminium, 8 W Class‑A, ein IEM-Modus der seinesgleichen sucht, Opamps die man tauschen kann, eine Fernbedienung die schwerer ist als manche DACs. Für knapp unter 3.000 € kommt da nach oben hin nicht mehr viel.

Der Soloist Voyager folgt irgendwann – dann werden wir sehen ob das Doppelte das Doppelte wert ist. Bis dahin bleibt der Burson Soloist Stellar Max auf dem Mothership. Und ich freue mich auf Summerbreeze.

HiFiGeek Award

Referenz-Equipment (zum Testzeitpunkt)

QuellenEversolo DMP-A6, MacBook Pro M4 Max
DACsFosi Audio ZD3, ZH3, S3 Streamer
KopfhörerverstärkerBurson Soloist Stellar Max, Burson Conductor GT4 Deluxe
EndstufenBurson Timekeeper GT4 Max
KopfhörerVerum 2, Fosi Audio i5, SIVGA Luan
IEMsFosi IM4, Kiwi Ears Septet, 7Hz Timeless II
LautsprecherAmphion Argon 3S, Arendal 1723 Tower THX
SubwooferSVS SB‑5000
RacksBurson Mothership 01, Quadraspire SV3T
KabelRicable Dedalus, WBC
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https://www.hifigeek.de/burson-soloist-stellar-max/feed/ 0 11843
XTZ Cinema Sub 2x12 Edge im Test: Der Heimkino-Bulli aus Schweden https://www.hifigeek.de/xtz-cinema-sub-2x12-edge/ https://www.hifigeek.de/xtz-cinema-sub-2x12-edge/#respond Tue, 12 May 2026 15:20:18 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=10697 Subwoofer sind in gewisser Weise die ehrlichsten Geräte der ganzen HiFi-Welt. Du stellst sie auf, du drückst Play — und entweder bewegt sich was im Raum, oder es tut es nicht. Kein Schönreden, keine Abstraktion, kein „wenn du dich reinhörst, wirst du es hören”. Entweder geht die Couch mit, oder sie steht still. Der XTZ Cinema Sub 2x12 Edge macht von der ersten Sekunde klar, auf welcher Seite dieser Gleichung er steht

Ich hatte ihn kleiner eingeschätzt, ehrlich gesagt. Fotos lügen. Als der Karton ankam und ich anfing auszupacken, war schnell klar: Das hier ist kein Subwoofer, den man mal eben umräumt. 58,3 Kilogramm, trapezförmiges Gehäuse, Frontplatte wie eine Tresorverschlussplatte. Ein Stück Charakter aus Holz und Elektronik, das sofort Respekt einflößt — und dann im Betrieb noch mehr.

Disclaimer: Der XTZ Cinema Sub 2x12 Edge wurde mir von XTZ kostenlos für diesen Test zur Verfügung gestellt. XTZ nimmt keinerlei Einfluss auf mein Urteil, meinen Testaufbau oder die Ergebnisse. Ich versuche hier wie immer, brutal ehrlich und transparent zu bleiben.

XTZ Cinema Sub 2x12 Edge – auch als Video:

Den Test gibt’s auch auf YouTube – mit Höreindrücken, Aufstellung und dem direkten Vergleich zum SVS SB-5000. Wer den Kanal noch nicht kennt: Abo hier – hilft direkt dabei, dass mehr solche Reviews möglich werden.

XTZ Sound — eine Marke, die man kennen sollte

Wer sich ernsthaft mit Heimkino beschäftigt, kennt XTZ. Alle anderen: kurzer Pflichtexkurs, der sich lohnt.

XTZ Sound wurde 2004 von Olle Eliasson im schwedischen Torup gegründet. Ein Mann, der seit seinem 13. Lebensjahr nichts anderes im Kopf hatte als Elektronik und Audio, und der irgendwann beschlossen hat, dass guter Klang nicht zwingend ein Vermögen kosten muss — wenn man es richtig angeht. Die Formel ist nicht neu, aber sie funktioniert: Entwicklung in Schweden, Direktvertrieb ohne Händlernetz, keine aufgeblähten Marketingbudgets. Was an Marge gespart wird, steckt im Produkt. Das gleiche Konzept, das Nubert in Deutschland oder Arendal in Norwegen erfolgreich macht.

Das Sortiment ist breiter als die meisten denken. XTZ baut Standlautsprecher, Kompaktlautsprecher, Verstärker, Subwoofer und sogar eigene Raumakustik-Messsysteme. Bei den Subwoofern reicht die Palette von 8‑Zöllern bis zu ausgewachsenen Kino-Brocken. Die Zugpferde der Marke in diesem Segment sind der bekannte SUB 12.17 Edge — seit Jahren ein Geheimtipp im Heimkino-Forum-Umfeld — und der Cinema Sub 1x12 als kompakterer, im Betrieb agilerer Bruder. Der XTZ Cinema Sub 2x12 Edge hier ist der nächste Schritt nach oben. Und dann gibt’s noch den Cinema Sub 3x12: drei 12-Zöller, gut 1,14 Meter Höhe, ein Gewicht, das die Frage aufwirft, ob man wirklich einen Keller braucht. Den kauft man, wenn man einen dedizierten Kinosaal hat. Für alle anderen ist der 2x12 das Maximalprogramm.

Erwähnenswert ist auch, was XTZ jenseits der Subwoofer-Sparte macht — insbesondere die Cinema M8-Lautsprecherserie. Die M8 Tower sind ausgewachsene Standlautsprecher mit einem ungewöhnlichen Hochtöner-Sextett: Sechs dicht beieinander montierte Kalotten fungieren gemeinsam als Mittel- und Hochtonsektion — ein konstruktiver Kniff, der auf breite Abstrahlcharakteristik und Energiehomogenität im Raum abzielt. Dass diese Boxen dabei bis tief in den Bassbereich hineinreichen und optisch noch wohnraumkompatibel sind, verdient Respekt. Wer einen dedizierten Kinoraum aufbaut, der von Anfang bis Ende aus einer Hand kommen soll: XTZ hat das Ökosystem dafür.

Eine kurze Geschichte am Rande: Der deutsche XTZ-Vertrieb hat sich um 2020 aufgelöst, was damals in Heimkino-Foren für einige Aufregung gesorgt hat. Keine Insolvenz der Marke selbst, sondern eine Umstrukturierung. Heute bestellt man direkt über xtzsound.eu — mit europäischem Kundenservice, fünf Jahren Garantie und einer 30-Tage-„Buy & Try”-Rückgabepolitik. Für ein 58-Kilo-Gerät ist das kein Kleingedrucktes, das ist ein echtes Kaufargument.

Unboxing & erster Eindruck: Schwerer als gedacht. Besser auch.

Allein hab ich den XTZ Cinema Sub 2x12 Edge durch das Haus gewuchtet — funktioniert, aber ich würde es nicht empfehlen. Zum Zurückschicken hole ich mir Hilfe. Das sei als Warnung vorangestellt für alle, die glauben, 58 Kilo seien mal eben durch den Flur geschoben.

Die Verpackung ist zweckmäßig und solide — kein Premium-Unboxing-Erlebnis wie bei manchen HiFi-Boutique-Marken, aber auch nichts, worüber man sich Sorgen machen müsste. Das Gerät kommt sicher an.

Was dann auf dem Boden steht, macht einen sofortigen Eindruck: Das ist kompromisslos. Das trapezförmige Gehäuse — von vorne nach hinten deutlich breiter werdend — ist keine Designmarotte, sondern Akustik-Engineering. Die Form reduziert parallele Innenwände, die stehende Wellen begünstigen würden, und macht das Gehäuse in sich steifer. XTZ hat für den XTZ Cinema Sub 2x12 Edge das Kabinettdesign des Cinema Sub 3x12 übernommen: dicke MDF-Platten, massive Versteifungsstreben innen, mehrlagige Bedämpfung. Klopft man drauf, klingt es entsprechend — tot. Das Gehäuse hat den Charakter eines Tresors, und das ist genau das, was man bei einem 58-Kilo-Subwoofer erwartet.

Die Oberfläche ist mattschwarze Anti-Reflexions-Lackierung in acht Schichten, sauber poliert. Keine Fingerabdrücke, keine störenden Reflexionen im abgedunkelten Kinoraum. Die Seitenpanele tragen eine Nextel-Beschichtung, die optisch nochmals eine andere Qualitätsanmutung hat als einfache Mattlackierung. Verarbeitungstechnisch gibt es rein gar nichts zu beanstanden — das ist erste Güte.

Sechs Gummifüße verteilen das Gewicht auf mehr Aufstandsfläche als die bei Subwoofern üblichen vier Punkte. Kein Hexenwerk, aber bei knapp 60 Kilo der richtige Ansatz. Die Stoffabdeckung sitzt magnetisch — unsichtbar, kein Gesuche nach Steckern, kein Gerammel. Ein Detail, das erstaunlich viele Hersteller in dieser Preisklasse immer noch nicht serienmäßig hinbekommen. SVS, ich schaue in eure Richtung.

Konstruktion & Technik: Zwei Teller, ein Port, viel Konzept

Herz des XTZ Cinema Sub 2x12 Edge sind zwei 12-Zoll-Chassis, vertikal übereinander im Gehäuse angeordnet. Keine gegenüberliegende Force-Cancelling-Anordnung wie bei anderen doppel 12-Zöllern — das hier ist ein anderer Ansatz: zwei gleichartig arbeitende Treiber, die gemeinsam Membranfläche aufbauen, die ein einzelner 12-Zöller schlicht nicht erreichen kann. Und bei Subwoofern ist Membranfläche, physikalisch betrachtet, bares Kapital.

Die Chassis stammen aus der hauseigenen Cinema-Serie und sind ausgewachsene Langhubtreiber. Die Membran besteht aus einem speziell entwickelten Langfaser-Zellstoff-Gemisch — leicht genug für schnelle Transienten, steif genug, um bei hohem Hub nicht zu verformen. Dazu kommt ein FEA-optimiertes Magnetfeld mit fokussiertem „T”-Pol-Aufbau, ein Aluminium-Kurzschlussring zur Reduktion von Induktivitätsmodulation und eine eigens entwickelte NBR-Gummisicke für maximalen linearen Hub ohne mechanische Bremse. Das ist kein Chassis von der Stange.

Der Port feuert nach vorne. Das klingt wie eine Selbstverständlichkeit, ist es aber nicht — und es macht im Alltag einen echten Unterschied. Kein erzwungener Mindestabstand zur Rückwand, kein Kompromiss bei der Platzierung. Wer den Sub nah an der Wand aufstellen muss, kann das tun. Wer Platz hat, nutzt ihn.

Die Endstufe: ICEpower SA‑1

Angetrieben wird das Ganze von der ICEpower-Endstufe SA‑1 — 1.000 Watt RMS, 1.045 Watt Peak. ICEpower ist eine Verstärkerplattform aus dem Hause Bang & Olufsen, die in Subwoofern, Studioanlagen und Beschallungstechnik eingesetzt wird, weil sie einen Vorteil bietet, den man nicht wegdiskutieren kann: hohe Effizienz bei niedrigem Klirrfaktor und exzellenter Impulsantwort. Kein thermisches Limit bei hohen Lasten wie bei Class-AB, kein schlechtes Clipping-Verhalten wie bei billigen Class-D-Lösungen. Der Signal-Rauschabstand liegt bei 117 dB — das ist keine Datenblatt-Dekoration.

Im SA‑1 steckt außerdem ein Dual-Core-DSP-Prozessor mit 56-Bit-Auflösung für Echtzeit-Treiberkorrektur und Signalformung. Das ist nicht der typische „wir haben auch einen EQ”-DSP — das ist aktive Chassis-Kontrolle in Echtzeit. Das messbare Ergebnis: 122 dB SPL in der Freifeldmessung nach CEA-2010‑A bei 2 Metern Abstand; an der Schallwand bis 128,5 dB Peak. Bei solchen Zahlen hält man kurz inne.

Einstellmöglichkeiten

Smart-Features? Keine. App? Keine. Das Rückpanel ist analog durch und durch — und das ist hier vollkommen richtig. Wer einen Heimkino-Sub dieser Klasse betreibt, integriert ihn über AV-Receiver und Einmessung, nicht über Bluetooth-Verbindung zum Smartphone.

Was da ist, reicht für eine sehr sorgfältige Integration:

  • Eingänge: 2× Cinch (RCA), 1× XLR symmetrisch, 1× XLR-Passthrough für die Verkettung eines zweiten Subs
  • Crossover: variabel 30–170 Hz, plus Bypass
  • Phase: stufenlos 0–180°
  • Gain: stufenlos
  • Parametrischer EQ: 30–120 Hz, ±9 dB
  • EQ-Presets: REF (maximale Tiefbasserstreckung), EQ1 (Punch-Betonung für kleinere Räume), EQ2 (Kompromiss)
  • Low-Pass-Filter: zuschaltbar
  • Port-Stopfen: beiliegend für Sealed-Betrieb, eigene EQ-Presets vorhanden

Der PEQ läuft über Drehpotis. Wer präzise Raumkorrektur machen will, braucht ein bisschen Geduld und idealerweise ein Messmikrofon sowie REW oder den XTZ Room Analyzer II Pro. Mit etwas Zeit lässt sich aber auch ohne automatische Einmessung einiges rausholen.

Technische Daten des XTZ Cinema Sub 2x12 Edge

SpezifikationWert
KonstruktionAktiv-Subwoofer (Ported)
Chassis2 × 300 mm (12″) High-Speed Ultra-Long-Stroke
EndstufeICEpower SA‑1, Class‑D
Leistung1.000 W RMS / 1.045 W Peak
SNR117 dB
Frequenzgang19–180 Hz (±3 dB)
Max. SPL (CEA-2010‑A, 1 m)128,5 dB Peak
Max. SPL (CEA-2010‑A, 2 m)122,5 dB Peak / 119,5 dB RMS
Crossover30–170 Hz variabel, Bypass
Phase0–180° stufenlos
EQ3 Presets (REF / EQ1 / EQ2) + PEQ 30–120 Hz, ±9 dB
Eingänge2× RCA, XLR, XLR-Passthrough
Gewicht58,3 kg
Garantie5 Jahre
Rückgabe30 Tage, kostenloser Rückversand
Preis (UVP)2.200 €
Preis (aktuell)1.800 €

Aufstellung im Test-Setup

Getestet im Heimkino-Setup in einem Raum von ca. 4,2 × 5 m, mit Akustikbehandlung an der Frontseite. Der XTZ Cinema Sub 2x12 Edge stand zentriert zwischen den Arendal 1723 Tower THX als Frontlautsprecher. Das sieht konsequent aus — die Arendals sind keine kleinen Lautsprecher, aber neben dem 2x12 wirken sie fast zierlich. Wer einen Subwoofer dieser Klasse kauft, hat den WAF vermutlich schon vorher geklärt.

EQ-Preset: REF. Port offen. Dank des frontfeuernden Ports war die Wandnähe kein Problem — der XTZ Cinema Sub 2x12 Edge stand dort, wo er stehen sollte.

Klang — Film: Das ist, warum man ihn kauft

Hier lebt der XTZ Cinema Sub 2x12 Edge. Das ist keine Aussage über Schwächen, das ist eine über Stärken. Was er im Kinokontext macht, ist das, wofür er entwickelt wurde — und er macht es mit einer Konsequenz, die man im Preissegment unter 2.500 Euro nicht überall findet.

The Batman (2022)

Wer Matt Reeves’ Film kennt, weiß, was auf einen zukommt. Die erste Batmobile-Verfolgungssequenz durch das verregnete Gotham — nasse Straßen, Reifenquietschen, Motorenlärm, Explosionen und darunter Michael Giacchinos Score, der in Frequenzbereiche geht, die in normalen Setups schlicht verschluckt werden. Der XTZ Cinema Sub 2x12 Edge holt das alles raus. Nicht diffus, nicht dumpf, nicht ein Bass-Teppich, unter dem alles versinkt — sondern strukturiert, mit Druck, der physisch spürbar wird. Der Raum geht mit. Das Sofa geht mit. Genau das ist Kinoton.

Was dabei auffällt: Der XTZ Cinema Sub 2x12 Edge dröhnt nicht. Das ist nicht selbstverständlich bei einem so großen Subwoofer in einem vergleichsweise kleinen Raum. Die Kombination aus gut abgestimmten EQ-Presets, frontfeuerndem Port und aktiver DSP-Kontrolle hält den Bass in Form, auch wenn es tief und laut wird.

Dune (2021 / 2024)

Denis Villeneuves Epos gehört zu den Filmen, bei denen man im Kino denkt: Das will ich zuhause nochmal so hören. Hans Zimmermanns Score ist von Haus aus auf Subfrequenzen ausgelegt — brummende Ornithopter, das Erwachen des Sandwurms, atmosphärische Tieftöne, die in normalen Setups irgendwo unter dem Rauschen verschwinden. Mit dem XTZ Cinema Sub 2x12 Edge kommen sie an. Vollständig, physisch erfahrbar, mit der Energie, die der Regisseur im Kino haben wollte. Das ist der Punkt, an dem man versteht, warum manche Menschen dedizierte Heimkinosäle bauen.

Die Dynamikreserven des XTZ Cinema Sub 2x12 Edge werden in meinem Raum zu keinem Zeitpunkt ausgereizt — und das ist das eigentliche Kompliment. Er klingt bei keiner Lautstärke angestrengt. Man merkt, dass da noch Luft nach oben ist. Das ist das Zeichen einer gut dimensionierten Endstufe in einem Gehäuse, das weiß, was es tut.

Einschätzung für den Kinobetrieb

Wer primär Heimkino macht und dabei ernsthaft Bass will — nicht „es klingt gut”, sondern „der Raum arbeitet mit” — landet mit dem XTZ Cinema Sub 2x12 Edge in einer Liga, die man für 1.800 Euro normalerweise nicht betritt. Zwei davon in einem dedizierten Kinosaal: Das ist dann keine Spaßmaschine mehr. Das ist Artillerie.

Klang — Musik: Ehrlichkeit first

Das ist nicht sein Metier — und das ist vollkommen okay, weil er das auch gar nicht sein will.

Ich habe Musik gehört: Metal-Playlist (meine Referenz), ein bisschen Qobuz, gelegentlich Spotify als Nebenbeschallung. Er macht Musik. Bei Titeln mit ausschweifendem Tiefbass — Doom, langsame Riffs, Techno (aus der Messemusik-Playlist), atmosphärische Passagen — klingt es gut. Da liegt kein nennenswerter Unterschied zu einem dedizierten Musik-Sub.

Wo der XTZ Cinema Sub 2x12 Edge gegenüber dem SVS SB-5000 zurückfällt, ist bei schnellen Kickdrums und präzisen Bassläufen — dem, was Enthusiasten als „Timing” bezeichnen. Der SB-5000 ist in diesem Bereich trockener, konturierter, kontrollierbarer. Der XTZ Cinema Sub 2x12 Edge klingt im direkten Vergleich bei schnellen Passagen einen Tick schwammiger. Nicht falsch, nicht störend beim Alltagshören — aber weniger präzise, und im direkten A/B‑Vergleich spürbar. Das ist dem offenen Design geschuldet: Ein Ported-Sub optimiert auf Tiefgang und Pegel, nicht auf maximale Transientenschärfe. Das ist keine Kritik, das ist Physik.

XTZ legt dem Subwoofer ebenfalls einen Stopfen zum verschließen des Bassreflexkanals bei. Diesen angewendet und den EQ auf der Rückseite angepasst, spielt er freudiger, aber kommt natürlich nicht an ein voll geschlossenes Modell heran.

Für alle, bei denen Kino first ist und Musik auch mal läuft: völlig akzeptabel. Für alle, bei denen es genau andersherum ist: lieber sealed.

SVS SB-5000 im Direktvergleich

Weil er im Setup steht, ein kurzes Wort dazu. Der SB-5000 ist ein ausgezeichneter Subwoofer — sealed, trocken, präzise, schnell. Für Musik die souveränere Wahl.

Im Kinoformat dreht sich das Bild. Der XTZ geht tiefer, baut mehr Druck auf, das offene Design produziert im unteren Frequenzbereich mehr physisch spürbares Volumen. Beim Sandwurm in Dune, beim Batmobile-Motor, bei allem, was im unteren Keller wohnt — gibt der XTZ Cinema Sub 2x12 Edge mehr. Nicht dramatisch anders auf den ersten Durchgang, aber spürbar, wenn man’s weiß und hört.

Beide Geräte haben ihre Daseinsberechtigung — sie optimieren für unterschiedliche Prioritäten. Musik zuerst: SB-5000. Kino zuerst: XTZ Cinema Sub 2x12 Edge.

Einordnung & Konkurrenz

Der XTZ Cinema Sub 2x12 Edge tritt bei 2.200 Euro (aktuell im Sale für 1.800 Euro) in einem Preisfeld an, das echte Alternativen kennt — aber keine, die das gleiche Paket in dieser Konfiguration anbietet.

Arendal 1723 2S (ca. 2.600 Euro) ist die interessanteste Alternative auf dem Papier. Kompakter, eleganter, mit integriertem DSP. Das klingt nach einem Vorteil — ist es aber nur bedingt. Wer seinen Subwoofer sowieso per AV-Receiver oder externem Messsystem einmisst, braucht den internen DSP kaum. Und mit 800 Euro Aufpreis und geringerer Membranfläche stellt sich die Frage nach dem Mehrwert. Die Arendal-Subs habe ich nicht direkt gehört — kein Klangurteil meinerseits. Rein auf Papier und Preisebene: Der XTZ ist für Kino-Priorität das bessere Angebot.

SVS PB-4000 (über 2.000 Euro) ist eine solide Option im Ported-Segment mit App-Steuerung und SVS-typisch gutem Support-Ökosystem. Aber auch nur ein 12-Zöller — der 2x12 hat bei der Membranfläche klar die Oberhand.

Fazit Einordnung: In diesem Preisfenster ist die Kombination aus Membranfläche, Leistung, Verarbeitung und dem 30-Tage-Rückgaberecht schwer zu schlagen.

Fazit

Der XTZ Cinema Sub 2x12 Edge macht keine halben Sachen. Er ist groß, schwer, optisch kompromisslos — und er ist sehr gut darin, genau das zu tun, wofür er gebaut wurde.

Für Heimkino in der Preisklasse bis 2.200 Euro — und aktuell sogar für 1.800 Euro — steht er praktisch allein. Zwei 12-Zoll-Cinema-Chassis, 1.000 Watt RMS, frontfeuernder Port, Dual-Core-DSP in der Endstufe, 117 dB SNR, 8‑Schicht-Lackierung, fünf Jahre Garantie, 30-Tage-Rückgabe. Wer das mit realen Alternativen in diesem Preisfenster vergleicht, kommt schnell zu dem Schluss: Das ist ein fairer Deal. Eigentlich ein sehr fairer.

XTZ ist eine Marke, die im deutschen Markt weniger Aufmerksamkeit bekommt als sie verdient. Kein Vertrieb mehr vor Ort, keine Präsenz im Fachhandel — das kostet Sichtbarkeit. Wer aber weiß, dass man direkt in Schweden bestellt und dafür ein Produkt bekommt, das sich gegen Mitbewerber zum zwei- bis dreifachen Preis behauptet, ist gut beraten, sie auf dem Zettel zu haben. Das gilt für die Subs — und nach allem, was die Cinema M8-Serie leistet, auch für den Rest des Portfolios.

Musik kann er. Film ist sein Leben.

Und wer beim Lesen bereits ausgerechnet hat, ob zwei davon ins Budget passen: Ich verstehe das vollständig.

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https://www.hifigeek.de/xtz-cinema-sub-2x12-edge/feed/ 0 10697
SVS SB-5000 R|Evolution – Zu viel Bass für meinen Hörraum? https://www.hifigeek.de/svs-sb-5000-revolution-im-test/ https://www.hifigeek.de/svs-sb-5000-revolution-im-test/#respond Sun, 22 Feb 2026 19:15:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9967 Es wird wieder Zeit für Bass! Und zwar nicht irgendwelchen, sondern nichts Geringerem als dem SVS SB-5000 R|Evolution Subwoofer.

Disclaimer: Ich habe den SVS SB-5000 R|Evolution kostenlos vom deutschen Vertrieb zur Verfügung gestellt bekommen. Dies beeinflusst jedoch nicht meine Meinung, noch konnte SVS Einfluss auf mein Review nehmen. Wir sind und bleiben unabhängig, denn nur so kann es ehrliche Reviews geben. Wer Marketingfloskeln, blumige Umschreibungen und Weihrauch sucht, sollte sich bei der sogenannten Fachpresse umsehen. 

Wenn SVS neue Subwoofer auf den Markt bringt, sperrt man doch gerne die Augen und Ohren auf. SVS scheint gerade seine Modellserien zu verjüngen. Angefangen bei ihren Flagships, dem 16-Ultra, welcher nun mit einem Zoll mehr zum 17-Ultra R|Evolution geworden ist. Als Nächstes aber nicht direkt die 4000er-Serie, sondern SVS zaubert mit der 5000er‑R|Evolution-Serie eine neue 15-Zoll-Linie aus dem Hut. 
Vererbt wurden natürlich viele technische Finessen, welche wir hier versuchen, euch näherzubringen und einen Eindruck zu vermitteln, wozu dieser Subwoofer im Stande ist und für wen er sich lohnt.

SVS SB-5000 Review auch auf Youtube:

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Unboxing und Inbetriebnahme des SVS SB-5000

Ein Referenz-Subwoofer ist halt nicht gerade klein. Vor allem nicht, wenn er einen 15-Zoll-Treiber verbaut hat. Geliefert wird natürlich mit Spedition, da der SVS SB-5000 verpackt satte 55 kg auf die Waage bringt. Handling alleine ist natürlich schwierig, aber möglich. Zumindest habe ich nicht nach Hilfe rufen müssen, um den Subwoofer aus seinem massiven Karton zu pellen.

Eigentlich wollte ich fix Fotos davon machen, da es sich aber um ein Vorführmodell handelt, war er nicht mehr so schick verpackt wie werksneu, also habe ich mir das geschenkt.

In seiner geschlossenen Variante ist der Subwoofer durch sein kompaktes Gehäuse wirklich händelbar. Schwer, ja, aber ich habe ihn vermieden, weit zu tragen. Letztlich musste ich ihn nur der Länge nach zwischen dem Quadraspire SVT Performance Rack und den Arendal 1723 Towern bugsieren.

Lieferumfang

Ja, was ist denn alles beim SVS SB-5000 dabei? Naja, wer jetzt hier fancy Zubehör erwartet, wird nicht fündig! Haha, aber mal ehrlich. Dabei ist ein Netzkabel. Und hier muss man sagen, es ist dicker als die Standardkabel, die sonst bei Elektroprodukten beiliegen.

Ersteinrichtung des SVS SB-5000 R|Evolution

Also jetzt könnte ich hier einen Roman zum richtigen Platzieren eines Subwoofers schreiben. Der Kurzabriss ist: ausprobieren. Normal sollte man gucken, dass man den SVS SB-5000 zwischen seine Frontspeaker bekommt. Entweder rechts oder links neben einen Lautsprecher. Natürlich sollte man locker mal 30 cm Abstand zur Wand halten. Dennoch kann man ihn auch direkt in eine Raumecke für noch mehr Wucht stellen. Hier wäre es anzuraten, dann den Subwoofer mit dem DSP ordentlich einzurichten.

Problem hier aktuell: Es gibt kein automatisches Einmesssystem seitens SVS. Also wäre hier Handarbeit angesagt. Denn natürlich verfügt der SVS SB-5000 über einen höchst leistungsfähigen parametrischen Equalizer. Alternativ kann man ihn aber auch über andere Hardware einrichten. Im Heimkino der Receiver, ich habe den SVS SB-5000 über den Eversolo eingemessen. Also in der Vorstufe einen High-Pass-Filter für die Arendal 1723 Tower bei 80 Hz eingestellt und im Subwoofer einen Low-Pass-Filter ebenfalls bei 80 Hz und dann stumpf einen FIR-Filter angelegt mit Hilfe des Eversolos und MiniDSP UMIK‑1.

Den Gain habe ich auch direkt noch ein wenig runtergedreht, so auf ‑17 dB. Das Ganze geht natürlich bequem per App.

Verarbeitung & Alltag: Schwergewicht mit Wohnzimmer-Manieren

Auf Fotos wirkt der SB-5000 „nur“ wie ein weiterer schwarzer Würfel, im echten Leben merkt man aber sofort, dass hier ernst gemacht wurde: Das MDF-Gehäuse mit interner Verstrebung ist massiv, die Iso-Füße entkoppeln zuverlässig und die Front wirkt mit montiertem Gitter angenehm unaufdringlich. Die Oberflächenqualität liegt klar auf Premium-Niveau; Kanten, Übergänge und Anschlüsse machen einen sehr sauber verarbeiteten Eindruck.

Im Alltag spielt er erfreulich unauffällig, solange er nichts zu tun hat: kein Lüfter, kein nerviges Brummen vom Netzteil, das Auto-On springt zuverlässig an und der Verstärker wird auch bei längeren Filmsessions zwar warm, aber nie kritisch heiß. Das OLED-Display bzw. die Rückseite verschwindet nach einmaligem Setup ohnehin im Dunkeln – danach steuert man alles bequem per App und hat im Wohnzimmer nur noch eins: einen großen, aber sehr souveränen Bassblock.

SVS App

Der SVS SB-5000 verfügt natürlich wie alle neueren Subwoofer aus dem Hause SVS über eine doch recht umfangreiche App.

Note: Leider war ich bis zum Release dieses Reviews nicht in der Lage, die automatische Einmessung zu testen, welche wohl schon seit Längerem versprochen wurde, aber laut Aussagen von Entwicklern bei SVS richtig gut werden soll und deshalb noch ein wenig Zeit benötigt.

Die SVS App ist für Apple iOS im App Store und Google Android im Play Store verfügbar.

Mit knapp 30 MB ist sie kein Ballast und der Funktionsumfang ist klasse.
Nach der Installation kann man den Subwoofer per Bluetooth hinzufügen und danach stehen einem alle Funktionen zur Verfügung.

Diese wären: Lautstärkeregelung, Low‑Pass‑Filter (Crossover‑Frequenz), Phase, Polarität, parametrischer EQ, Room‑Gain‑Kompensation, benutzerdefinierte Presets und System‑Einstellungen.

Low-Pass-Filter (Crossover-Frequenz)

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Der Low-Pass-Filter legt die obere Grenzfrequenz fest, typisch zwischen 40 und 200 Hz, ab der der Subwoofer höhere Frequenzen abschneidet. Dadurch blenden Hauptlautsprecher und Sub nahtlos ineinander über, ohne störende Bassüberlappungen oder eine lokalisierbare „Sub-Ortung“. Stelle ihn idealerweise auf 80 Hz für die meisten Heimkinos ein oder passe ihn an die Fähigkeiten deiner Lautsprecher an, um ein homogenes Klangbild zu erzielen.

Phase

Die Phasenregelung verschiebt das Subwoofer-Signal zeitlich (0° bis 180° oder nur 0°/180°), damit Schallwellen von Sub und Lautsprechern konstruktiv interferieren. So vermeidest du Auslöschungen im Bassbereich durch unterschiedliche Laufzeiten. Teste sie am besten mit einem Testton genau an der Crossover-Frequenz, indem du zwischen den Positionen wechselst, bis der Bass am kräftigsten klingt. Übernimmt eigentlich auch der Receiver und ist wahrscheinlich in voll analogen Setups interessant.

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Polarität

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Die Polarität kehrt einfach die Signalrichtung des Subwoofers um (normal oder invertiert). Sie dient als grobe Korrektur für Phasenprobleme, wenn Wellen kollidieren und der Bass schwach ausfällt. Probiere sie mit einem 40-Hz-Testton aus, passe den Pegel an und wähle die Einstellung mit dem vollen Klang – besonders hilfreich bei ungewöhnlichen Aufstellungen.

Parametrischer EQ

Mit dem parametrischen EQ kannst du bis zu sechs Bänder individuell anpassen: Frequenz, Gain und Q‑Faktor korrigieren raumbedingte Peaks oder Dips im Frequenzgang. Verwende ein kalibriertes Mikrofon mit der Messsoftware REW, um Unregelmäßigkeiten zu glätten und einen flachen, neutralen Bass zu erreichen – essenziell für akustisch anspruchsvolle Räume. Übertrage nach der Messung und Anpassung in REW die Werte in die SVS App.

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Room-Gain-Kompensation

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Die Room-Gain-Kompensation gleicht den natürlichen Raumeffekt aus, der Tiefbass unter 40 Hz durch Reflexionen an Wänden und Decke verstärkt. Wähle Modi wie „10 dB Slope“ für typische Wohnzimmer, um Moden zu vermeiden und einen linearen, kontrollierten Bass zu erzeugen, der nicht „brummt“.

Benutzerdefinierte Presets

Benutzerdefinierte Presets speichern komplette Einstellungssets – bis zu vier Profile für Szenarien wie Film, Musik oder Custom und Default. Wechsle per App-Tap schnell zwischen ihnen, ohne jedes Mal neu justieren zu müssen, und behalte so die perfekte Abstimmung für jeden Einsatzzweck bei.

Techspecs des SVS SB-5000

Der SVS SB-5000 stellt ein technisches Meisterwerk im High-End-Bereich dar – ein geschlossener Subwoofer mit enormer Präzision und Leistungsfähigkeit, der für audiophile Heimkinos und HiFi-Systeme konzipiert ist. Sein 46,3 kg schweres MDF-Gehäuse (465 x 453 x 495 mm) mit internen Verstrebungen und Iso-Elastomer-Füßen sorgt für perfekte Bodenentkopplung, während der Kern aus einem 15-Zoll-High-Excursion-Treiber besteht, der mit 2.000 Watt RMS (über 5.000 Watt Peak) von einem Dual-Monoblock-Class-D-Verstärker angetrieben wird. Der Frequenzgang reicht linear von 17–280 Hz (±3 dB), ideal für druckvollen Subbass ohne Verzerrungen.​

Technische Highlights

  • Treiber: 15-Zoll-glasfaserverstärktes Composite (21 kg Woofer, davon allein 17,4 kg vier toroidale Ferrit-Magnete), duale 3‑Zoll-Edge-Wound-Stimmspulen, Catenary-SBR-Surround, Nomex-Spinnen für Auslenkungen < 17 Hz.
  • Verstärker: Dual-Monoblock-Class‑D mit 2.000 W RMS (> 5.000 W Peak), 8 × 60-Ampère-200-Volt-MOSFETs, 295-MHz-Analog-Devices-DSP (120 dB SNR, 56-Bit-Filterung).
  • Elektronik: Fortschrittliche DACs, Switch-Mode-Netzteil mit PFC (100–240 V), Multi-Point-Schutz (Temperatur/Strom/Spannung).

Setups

Ich habe den SVS SB-5000 in verschiedenen Setups betrieben, um seine vielfältige Verwendung zu testen.

Amphion Argon3S × SVS SB-5000

Beginnend mit den Amphion Argon3S, welche ja für sich betrachtet auch ganz gut ohne Subwoofer spielen, trotz dass sie „nur“ Regallautsprecher sind. Naja, große Regallautsprecher…

Hierfür habe ich einen Crossover bei 80 Hz gewählt, so wie man das üblicherweise bei Heimkino-Installationen macht. Ich denke, 60 Hz wären auch noch okay, aber mir ging es in erster Linie darum, die breite Nutzung zu testen, und ich denke, 80 Hz sind da schon der Sweetspot bei den meisten von euch da draußen.

Ich muss nicht sagen, dass die Amphion Argon3S enorm davon profitierten? Wenn man bei den Lautsprechern aufgrund der Größe eh schon Bauklötze staunt, vergeht einem Hören und Sehen, wenn sich der SVS SB-5000 einreiht. Also trotz seines 15-Zoll-Tellers lässt sich hier nicht sagen, dass er nicht flink und agil ist. Im Gegenteil: Der SVS SB-5000 zaubert einen wirklich strammen und definierten Bass-Teppich.

Man merkt spürbar, dass die Power der Amphion Argon3S zunimmt, wenn sie sich nicht mit dem leistungshungrigen Bass herumschlagen müssen. Der SVS SB-5000 spielt alle getesteten Pegel mit Leichtigkeit. Ich habe mich bis 90 dB vorgewagt, muss aber ehrlicherweise sagen, dass es einfach zu viel ist hier in meinem Hörraum. Für mich ist und bleiben 75 dB auf Gesangsniveau völlig ausreichend.

Natürlich musste ich den SVS SB-5000 ein wenig drosseln, damit der Klang der Amphion Argon3S und des Subwoofers ein Level haben und ausgewogen ist. Ich hatte so auch nie das Gefühl, dass es „zu viel des Guten“ ist. Ich denke ganz klar, dass der SVS SB-5000 für meinen akustisch bearbeiteten Raum vielleicht eine Nuance zu viel ist, aber genau das lässt ihn hier mit Leichtigkeit auch höhere Pegel und Bass-Infernos spielen, die den Raum und die Couch erzittern lassen.

Arendal 1723 Tower × SVS SB-5000

Ja, ich weiß, auch Arendal hat tolle Subwoofer und diese sollen Marken wie SVS in nichts nachstehen. Zumindest kann ich von meinem Arendal 1961 1V behaupten, dass er hart zupacken kann. Aber darum soll es gar nicht gehen. Auch nicht, dass man die Arendals locker Full-Band befeuern kann. Ja, sie spielen locker bis in die untersten Frequenzen, aber ich bin halt auch ein Fan von Subwoofern im Setup, da ich finde, dass dadurch die Lautsprecher luftiger spielen.

Crossover wieder bei 80 Hz und den SVS SB-5000 ein wenig anders eingepegelt, ging es ans Hören. Und ja, Mann! Wer mir erzählt, Full-Band ist das Wahre, hat noch keine aktuellen Metal-Produktionen mit Subwoofer-Gewalt gehört. Das bringt mega Freude und schindet Eindruck beim Besuch, der immer kritisch um die Ecke geschlichen kommt und beäugt, was hier schon wieder für abgefahrener Kram steht.

Die Arendal 1723 Tower verführen noch mehr als die Amphion Argon3S dazu, die Kiste laut zu machen, und so haben wir hier auch 100-dB-Phasen aus Spaß gehabt. Muss ich erwähnen, dass der SVS SB-5000 auch hier nur gegrinst hat und unseren Raum in Angst und Schrecken versetzt? Zum Glück hatte ich schon mal eine Vibrations-Runde durch meinen Raum gemacht und Vibrationen bei verschiedenen Frequenzen abgestellt. Dennoch habe ich gemerkt, dass wir hier wieder auf einer neuen Ebene angekommen sind und ich so wieder lästige Vibrationsquellen im Raum suchen müsste.

Der SVS SB-5000 fügt sich auch mit den Arendal 1723 Towern wunderbar in ein homogenes Klangbild zusammen.

Heimkino × SVS SB-5000

Während ich vorher von Musik gesprochen habe, wechsle ich natürlich noch in den Heimkino-Modus. Hier natürlich wieder am AVR eingemessen durfte der SVS SB-5000 seine Stärken ebenfalls bei Filmen zeigen. Sei es klassisch schön von der Disc oder eben im Stream.

Ich sprach ja schon vorher davon, dass der SVS SB-5000 vielleicht ein kleines bisschen überdimensioniert für meinen Hörraum ist. Ich glaube aber fest daran, dass das etwas Gutes ist, denn so kann der Subwoofer ordentlich den Raum anregen, obwohl er geschlossen gebaut ist. Ich empfinde nicht, dass er „untenrum“ zu wenig Substanz hier im Raum entwickelt und ich eine ported Version benötigen würde.

Eventuell spielt ein SVS PB-5000 (ported) noch ein klein wenig tiefer und hat noch mehr Druck, ich denke aber, das könnte dann wirklich ein wenig übers Ziel hinaus sein.​
So kann ich sagen, dass der SVS SB-5000 natürlich ebenfalls im Heimkino abliefert. Ich habe mal wieder etliche Filme durch den Player durchgezogen. Immer hat mir der Subwoofer ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Denn ja: Auch der geschlossene SVS SB-5000 entwickelt ordentlich Druck und geht ins Sofa, um noch mal klarzumachen, dass er auch wirklich da ist.

Ready Player One

Die Seite heißt nicht ohne Grund HiFiGeek, denn ich denke, ich erfülle alles, was einen Nerd/Geek ausmacht. Demnach ist Ready Player One natürlich genau mein Metier. Ich finde den Film sehr geil, auch wenn ich weiß, dass das Buch noch eine Ecke besser ist.

Die Umsetzung des Films hat uns aber einige referenzträchtige Szenen im Heimkino beschert und so landet die Scheibe regelmäßig im Player, um die Grenzen der Testprobanden auszuloten.

Natürlich geht es unter anderem um das Autorennen zu Beginn: Sportmotoren, ein T‑Rex und viele Effekte, Unfälle und Räumlichkeit. Alles, was es braucht, um den Subwoofer seine Muskeln spielen zu lassen.

Und natürlich: Ich habe es nicht anders gehofft, mich aber innerlich wie ein Kind gefreut – er liefert ab. Mit ein wenig Bass-Anhebung im AV-Receiver (ja, die Dinger sind immer ein wenig konservativ) kommt der doch recht „kleine“ Subwoofer ordentlich in Wallung und schiebt eine Basswelle nach der anderen in den Hörraum.

Und das Beste ist: Er tut dies mit Leichtigkeit.

Dune

Ich steh ja auf die Bücher von Frank Herbert und was Denis Villeneuve da mit Dune abgeliefert hat, ist einfach unbeschreiblich gut. Mich hatte nie die alte Verfilmung gecatcht, aber die neue umso mehr. Wer Dune z. B. im IMAX gesehen hat, weiß, was der Film für ein audio-visuelles Erlebnis ist. Und ebenfalls, wie das Kino zum Beben gebracht wird.

Genau das habe ich gesucht. Mein offener Arendal 1961 Subwoofer 1V bekommt das sehr gut hin, die Energie in die Sitzmöbel zu drücken. Beim SVS SB-5000 sprechen wir aber von einem geschlossenen Subwoofer und wer dieses Gefühl und Erlebnis nicht missen möchte, dem kann ich attestieren: Das klappt in meinem Hörraum ebenfalls mit dem SVS SB-5000.

Vorteil ist beim überdimensionierten Subwoofer definitiv, dass er in seiner geschlossenen Bauform doch recht kompakt ist, aber mit dem Extra an Leistung dieselbe benötigte Energie in den Raum bringt, wie es ein offener machen würde. Vielleicht büßt ihr ein wenig an Tiefgang ein (2–3 Hz), aber selbst dies relativiert sich je nach Raum und Leistung des Subwoofers.

Upgrades

Ich lese überall, dass die SVS SoundPath Füße noch einmal einen Unterschied machen, durch die bessere Entkoppelung vom Boden. Ich hatte jetzt bei meinem Testexemplar keine SoundPath-Isolationsfüße, konnte aber auch nicht behaupten, dass ich sie vermisst habe. Dennoch könnte es ein guter Ansatz sein, im Handel vielleicht die Füße zum Kauf des Subwoofers zu erhandeln. Interesse, das A/B zu vergleichen, hätte ich, aber war mir jetzt leider nicht möglich.

Weiterhin kann man sich noch den SoundPath Wireless Audio Adapter holen, wenn man kein Subwoofer-Kabel legen will, kann oder ihn einfach an einer für Kabel ungünstigen Stelle platzieren möchte. Strom bekommt das Modul über den USB-Port am SVS SB-5000, sodass nur der Subwoofer selber ein Stromkabel benötigt. Vielleicht hilft das dem einen oder anderen mit seiner Raumgestaltung.

Für wen der SVS SB-5000 wirklich Sinn ergibt

Mit seinem 15-Zoll-Treiber und 2.000 Watt RMS ist der SVS SB-5000 alles andere als ein Spielzeug, aber er ist auch kein reines „Dedicated-Cinema-Monster“ wie manch portete Konkurrenz. In mittleren Räumen bis grob 20–30 m² geschlossener Fläche fühlt er sich extrem wohl, weil er genug Reserven hat, um auch bei gehobenen Pegeln gelassen zu bleiben, ohne den Raum akustisch zu erschlagen.​

In sehr großen oder offenen Wohn-/Ess-Bereichen kann er immer noch kräftig zupacken, aber hier würde ich je nach Hörabstand und Pegelwunsch eher über ein Dual-Setup oder die portierte PB-5000-Variante nachdenken. Für klassische Musik-/Film-Mischbetriebe, wo sowohl Präzision als auch Spaß wichtig sind, ist der SB-5000 die logischere Wahl: Er klingt kontrolliert und schnell genug für anspruchsvolle Musik, liefert im Heimkino aber trotzdem den „Sofa-muss-leben“-Moment, ohne künstlich aufgebläht zu wirken.

Einordnung: Wo steht der SB-5000 im Markt?

Innerhalb der eigenen Familie positioniert sich der SVS SB-5000 klar als kompakter Performance-Block: Er bietet fast den gleichen Tiefgang wie der größere SVS PB-5000, verpackt das Ganze aber in ein geschlossenes, wohnraumfreundlicheres Gehäuse und fokussiert sich stärker auf Präzision und Kontrolle. Wer maximalen Tiefbass-Pegel für riesige Heimkinos sucht, landet beim SVS PB-5000 – wer Musik und Film auf hohem Niveau kombinieren will, ist beim SVS SB-5000 besser aufgehoben.​

Gegenüber anderen 15-Zoll-Subwoofern in dieser Leistungsklasse punktet der SB-5000 vor allem mit seinem sehr leistungsfähigen DSP, der App-Steuerung und der insgesamt durchdachten Nutzerführung. Viele Konkurrenzmodelle liefern zwar ähnlich viel Hubraum, bieten aber weniger komfortable Feinanpassungen oder nur rudimentäre EQ-Funktionen. Gerade wenn man den Subwoofer sauber in ein Stereo-Setup oder ein anspruchsvolles Wohnzimmerkino integrieren möchte, wird diese Flexibilität schnell zum echten Argument.

Auto-EQ & Zukunftsfähigkeit

Spannend an der 5000 R|Evolution-Serie ist, dass SVS hinter den Kulissen bereits an einem automatischen Einmesssystem arbeitet, das direkt in die App integriert werden soll. Damit würden Nutzer, die kein REW oder MiniDSP verwenden wollen, trotzdem von einer halbwegs geführten Einmessung profitieren und den Sub schneller an ihren Raum anpassen können. 

Zum Zeitpunkt dieses Reviews war das Feature zwar noch nicht verfügbar, der leistungsfähige DSP und die vorhandene App-Infrastruktur machen aber deutlich, dass der SB-5000 hier noch Luft nach oben hat. Wer jetzt kauft, bekommt also nicht nur einen sehr starken Subwoofer im Ist-Zustand, sondern auch eine Plattform, die per Firmware-Update noch zulegen kann.

Preis/Leistung

Das ist das Einzige, was mir wirklich die Tränen in die Augen treibt. Ich habe noch nicht herausfinden können, warum das so ist, aber die SVS Subwoofer sind in Deutschland/Europa eine ganze Ecke teurer als in den Staaten.

Für den SVS SB-5000 bedeutet das, dass er mit einer UVP von 1.999 $ gelistet ist und am Black Friday sogar für 1.699 $ über die Ladentheke gewandert ist. Dies sind realistisch knapp 1.500 €, was diesen Subwoofer zu einem absoluten No-Brainer machen würde.

Bedenken wir, was wir bekommen: 15-Zoll-Treiber, welcher mit 2.000 Watt RMS befeuert wird und sagenumwobene 5.000+ Watt Peak schafft. Eine durchdachte Software zur Steuerung und Einstellung mit hoffentlich baldigem automatischem Einmesssystem.​

In der Realität ist der Subwoofer aber mit 2.799 € bei uns gelistet. Ich will hier nicht mutmaßen, warum das so ist, ob SVS dem deutschen Vertrieb einfach keinen Spielraum gibt, Händlermargen großzügiger reserviert werden oder whatever.​

Hier tun sich dann doch einige Alternativen auf und trotz der wirklich geilen Leistung des SVS SB-5000 drängt es einen, nach rechts und links zu gucken. Denn andere Mütter haben bekanntlich auch schöne Töchter.

Einordnung auf dem hiesigen Markt

Natürlich wird immer geguckt, dass Preisunterschiede auf den verschiedenen Märkten nicht so super sichtbar sind. Und ich bin mir ganz darüber im Klaren, dass diese Kritik ein wenig weh tut. Aber gerade weil es Alternativen gibt, möchte ich hier ein wenig darauf aufmerksam machen.

Arendal 1723 Subwoofer 2S

Arendal ist in Europa eine sichtbare und hoch qualitative Alternative zu SVS. Die Norweger haben einige Subwoofer im Portfolio. Pauschal würde ich sagen, kann man schon gut den 1723 Subwoofer 2S hier als Vergleich nehmen. Mit 2.500 € wäre er wahrscheinlich ähnlich teuer, mit Händlerrabatt.​

Hier spielt auf dem Papier David gegen Goliath: 2.000 W vs. 1.200 W / Peak > 5.000 W vs. 2.800 W.

Aber so einfach wird das Ganze nicht, denn der Arendal kommt mit 2 × 13,8″-Long-Throw-Force-Cancel-Treibern und liefert so eine satte Membranfläche von knapp 18″. Die gegenläufigen Treiber bewirken aber im Gegensatz zum Einzeltreiber-Ansatz, dass das Gehäuse um ein Vielfaches ruhiger ist und somit rock-solid steht.​

Proficient FTEQ-12

Als Geheimtipp hätte ich da noch den Proficient FTEQ-12. Er spielt sicherlich in einer höheren Klasse als der SVS SB-5000, aber durch Angebote zwischenzeitlich (Black Friday) ist er dann für 1.749 € verfügbar und dann ein echtes Brett. Wir hatten den Proficient FTEQ-12 schon hier im Test.

Ähnlich wie der Arendal Subwoofer 2S haben wir hier wieder ein Force-Cancel-System und leistungsmäßig wäre er mit 2 × 1.000 W sehr ebenbürtig. Schiebt aber doch noch ein wenig mehr durch das Mehr an bewegter Luft.

Er bietet ein ähnliches Feature-Paket wie der SVS SB-5000 mit DSP, App und Auto-EQ, ist aber generell dann schon ein satter Reference-Subwoofer. Also wenn euch die Kiste wieder für 1.749 € über den Weg läuft: nicht lange überlegen.​

Monitor Audio Anthra W12

12″ sealed Subwoofer Anthra W12 von Monitor Audio, spielt preislich beim SVS SB-5000, ist aber dann die optisch ansprechendere, wohnraumfreundlichere Alternative. Mit rund 900–1.000 W Class D, leistungsfähigem DSP mit umfangreichem PEQ und App/Einbindung. Wahrscheinlich ein wenig „audiophiler“, hält er aber nicht ganz so viel Leistung bereit.​

Martin Logan Dynamo X‑Serie (z. B. 1100X)

Wer sich wenig mit dem klangtechnischen und Einrichten beschäftigen will, dem sei vielleicht noch Martin Logan Dynamo 1100X ans Herz gelegt. Denn dieser kommt mit Anthem Room Correction (ARC) um die Ecke und bietet somit meisterliche Einmessung im Trade-off zu ein wenig weniger Rohleistung. Für die perfekte Integration ins eigene Setup kann man aber schon auf ein wenig Druck verzichten, wenn es eben „einfach“ geil klingt.​

Fazit

Ist man sehr Price/Value-fokussiert und interessiert – was ich leider irgendwie immer bin – und das Maximum aus jedem Euro herausholen möchte, wird man keine super einfache Wahl haben. Mit den US-Preisen wäre ich hier sofort bei einem absoluten Kauftipp, denn der SVS SB-5000 ist ein hammermäßiger Subwoofer!

Das Feature-Set mit der kombinierten Leistung und Kompaktheit ist einfach genial. Die Software arbeitet zuverlässig und der Subwoofer spielt einfach alles souverän, was man ihm vorwirft. Ich behaupte, so bis 35 m² sollte man keine Probleme haben, ihn als Ported-Ersatz einzusetzen. Darüber hinaus oder bei komplexen Raumaufteilungen muss man das einfach ausprobieren. Ich denke aber, da der Subwoofer ja mehr oder minder über den Fachhandel bezogen werden kann, kann man auch eine kleine Testung in den eigenen vier Wänden organisieren.​

Generell kann man aber sagen: Stimmen die Einstellungsmöglichkeiten und Dimensionierung, kann man den Subwoofer in jeden Raum integrieren. Eine automatische Einmessung würde hier die Einstiegshürde natürlich noch einmal deutlich niedriger setzen. Hier natürlich noch mit einem Augenzwinkern in Richtung SVS, die uns bisher diese Funktion noch schuldig geblieben sind. Aber wenn sie dann kommt, ist der SVS SB-5000 ein Traum von einem Subwoofer.

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Arendal 1723 Tower THX — Giantkiller mit Bodenhaftung https://www.hifigeek.de/arendal-1723-tower-thx-giantkiller/ https://www.hifigeek.de/arendal-1723-tower-thx-giantkiller/#respond Sun, 15 Feb 2026 15:00:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9981 Ich hatte sie schon lange auf dem Schirm. Nun endlich stehen die Arendal 1723 Tower hier zum Test. Was diese feinen Boliden leisten, wie sie verarbeitet sind und warum sie das Schnäppchen sind, das sie versprechen, gibt’s jetzt hier – ungeschönt.

Disclaimer: Die Arendal 1723 Tower THX wurden mir von Arendal für den Test kostenlos zur Verfügung gestellt. Es gibt jedoch keine Einflussnahme auf meine ungeschönte Meinung und Ergebnisse. Arendal hatte keinen Einfluss auf den Testaufbau und steht in sonstiger Hinsicht in keiner Beziehung zu diesem Review.

Arendal 1723 Tower Review auch auf Youtube:

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Arendal Sound

Oh, Arendal. Einigen wird diese norwegische Lautsprecher-Schmiede bereits bekannt sein, für andere wird sie gänzlich neu und spannend sein. Aber machen wir doch erst einmal einen Ausflug in den rauen Norden.

Am liebsten würde ich jetzt schreiben: Hoch im kalten und rauen Skandinavien, wo harsche Winde und eisige Wellen die Landschaft einst formten, wo Winter noch Winter sind und teils Monate kein Sonnenlicht den Tag erhellt. Wo Mythen von Trollen die Runde machen und die Landschaften noch unberührt sind.

Naja, Arendal liegt genau genommen an der Südküste von Norwegen und ist demnach gar nicht so hoch im Norden, wie man meinen mag. Zwar sind die Winter dort sicherlich noch eine andere Hausnummer als bei uns und die Landschaften wirklich schroffer – bis zu malerischen Fjorden und Fjells ist aber noch ein gutes Stück Fahrt nötig. Ich will das auch gar nicht schmälern, da Norwegen in meinen Augen bisher das schönste Land ist, das ich bereisen durfte.

Arendal Sound ist nach der Küstenstadt Arendal benannt und zählt zu den jüngeren HiFi-Marken da draußen. 2015 gegründet, haben sie eine steile Entwicklung hinter sich und können mittlerweile drei ausgewachsene Lautsprecher-Serien vorweisen. Ich glaube behaupten zu können, dass keine im unteren Einsteiger-Segment angesiedelt ist – Arendal Sound macht keine Gefangenen.

Arendal Sound hat sich als Direktvermarkter wie z. B. Teufel, XTZ oder auch Nubert etabliert. Die Vorteile liegen auf der Hand: Direktvermarkter können mit dem Aussparen des länderspezifischen Vertriebs und des Handels ein lukratives Preis-Leistungs-Verhältnis liefern. Leider werden Direktvermarkter ein ums andere Mal gerade auf HiFi-Messen ein wenig belächelt und von Händlern oft mit Argwohn beäugt.

Dies ist aber in meinen Augen eher ein gutes Zeichen! Zwar weiß ich, dass gerade die Boomer-Generation große Stücke auf selbsternanntes „Fachpersonal“ legt und sich liebend gerne von ihnen beraten und weisen lässt. Dennoch bin ich guter Dinge, dass meine Leser ein wenig kritischer sind und sich so auch ganz gut ihre eigene Meinung bilden können.

Arendal Sound produziert wie viele Premium-Marken in Fernost – genauer gesagt in China. Ihr Slogan fasst es treffend zusammen: Conceived in Norway. Born in China. Raised by you. Was negativ klingen mag, ist es keineswegs. Gerade bei hochwertiger Massenfertigung bleiben die Preise kundenfreundlich. Auch wenn die Inflation Arendal nicht verschont: Bei der Markteinführung Ende 2017 kosteten die Arendal 1723 Tower noch 2.700 € – heute ein echtes Schnäppchen!

Arendal Sound Serien

Wer Arendal Sound noch nicht kennt, für den habe ich jetzt mal kurz eine kleine Übersicht, was man so von dem Direktversender erwarten kann. Arendal Sound gliedert sich in drei Serien: 1961, 1723, 1528. Die Serien sind nach bedeutenden historischen Daten der norwegischen Hafenstadt Arendal benannt.

Die 1961er Serie markiert den Einstieg in die Arendal-Welt. In dieser Serie gibt es alle erdenklichen Lautsprecher-Typen und bei den Standlautsprechern liegen wir bei 1.900 € Paarpreis.

Die 1723er Serie markierte bis Ende 2024 Arendals High-End-Referenz- und Flaggschiff-Serie. Diese unterteilt sich noch einmal in die „normale“ 8‑Zoll-Treiber-Serie und eine etwas kleinere 6,5‑Zoll-Treiber-Serie. Wie bei den 1961ern auch, gibt es hier die volle Bandbreite an verfügbaren Lautsprecher-Typen, und bei den Standlautsprechern liegen wir bei 3.800 € respektive 3.100 € Paarpreis.

Die 1528er Serie markiert seit Ende 2024 Arendals Ultra-High-End-Referenz- und Flaggschiff-Serie. Diese ist als Spitze des Eisbergs zu verstehen und ebenfalls für wirklich große Hörräume gedacht. Wie bei den anderen beiden Serien gibt es eine breite Bandbreite an Lautsprechern. Speziell zu erwähnen ist in meinen Augen z. B. der unglaubliche Center-Lautsprecher: Mit 1,35 m Breite, 29 cm Höhe und einem Gewicht von satten 82 kg versteht Arendal keinen Spaß. Bei den Standlautsprechern liegen wir hier bei einem Paarpreis von 9.900 €.

Arendal 1723 Tower THX — Imposanz

Die Arendal 1723 Tower THX sind ausgewachsene Lautsprecher, die eventuell schon einen Hörraum größen- und leistungstechnisch sprengen können. Die THX Ultra Zertifizierung ist hier nicht nur als Heimkino-Prädikat zu sehen, sondern spiegelt in erster Linie wider, dass die Lautsprecher für extreme Pegel ohne Verzerrung gemacht wurden. 112 dB unverzerrt, im Peak 124 dB bei Musiksignalen, sind schon mal eine Ansage.

Wer solche irren Lautstärken fahren möchte, muss aber auch das nötige Kleingeld haben, um eine Endstufe mit 500+ Watt/Kanal an die Arendal 1723 Tower zu hängen.

Die Arendal 1723 Tower sind aber auch keine Spargel-Tarzane. Mit 119 cm Höhe und 27,5 cm Breite sowie einem Gewicht von 50,6 kg pro Stück bekommt man hier richtig viel Material für sein Geld. Bei einer Tiefe von knapp 40 cm muss der Hörraum aber auch das gewisse Etwas an Raumtiefe bieten – mit Abstand zur Wand sind schnell 60–70 cm belegt.

Unboxing und Lieferumfang

Die Arendal 1723 Tower THX kommen natürlich auf einer Europalette per Spedition. Hier sollte man sich eine zweite Person zur Hilfe holen, denn das Handling der Kartons und des Gewichts ist nix für schwache Nerven. Ich habe sie alleine bewegt und aufgestellt und kann sagen: absolute Grenze des Machbaren. Wer hier einmal unachtsam ist, wird dies später bitter bereuen.

Nachdem ich den ersten massiven Karton in meinen Hörraum verfrachtet hatte, ging es ans Unboxing. Die Lautsprecher sind fabelhaft verpackt. Sie ruhen in zwei dicken, ineinander geschachtelten Kartons und sind dann mit äußerst stabilen Schaumstoff-Teilen in Position gehalten. Geschützt werden sie weiterhin durch einen Baumwollsack, welcher sich natürlich empfiehlt, erst nach der Montage der Traversen und Aufstellung zu entfernen.

Ich für meinen Teil habe den jeweiligen Lautsprecher auf die Unterkante des Kartons gehoben und hatte so die Möglichkeit, problemlos die Traversen und Spikes zu installieren. Ich habe mich für die Spikes entschieden, es liegen aber auch Gummifüße bei.

Nach der Installation der Traversen und Spikes am Arendal 1723 Tower habe ich den Hebel des Kartons und des unten aufliegenden Lautsprechers genutzt, um diesen vorsichtig auf meinem Teppich auf die Spikes zu stellen. Hier müsst ihr echt vorsichtig sein und einiges an Muskelkraft aufbringen, wenn ihr dies alleine machen wollt. Es befindet sich keine Abdeckung auf den empfindlichen Treibern! (liegt separat im Karton) Besser zu zweit.

Natürlich habe ich dann direkt den Baumwollsack entfernt, weil ich mir die guten Stücke ansehen wollte. Was soll ich sagen? Ich glaube, das war der erste Moment, in dem ich ein wenig Kribbeln verspürt habe und noch mal in mich ging.

Design, Verarbeitung und Aufstellung

Da standen nun diese massiven Arendal 1723 Tower vor mir – imposant in jeder Hinsicht. Arendal verzichtet, anders als schon fast branchenüblich, auf Gehäuse aus MDF und setzt auf HDF. High-Density-Fiberboard ist um ein Vielfaches dichter und stabiler als MDF und sorgt für noch steifere, resonanzärmere Gehäuse.

Die mir zugesandten Arendal 1723 Tower sind matt weiß lackiert. Die Lackierung ist tadellos. Ich habe die Lautsprecher überall nach Imperfections abgesucht, aber konnte beim besten Willen nichts beanstanden. Saubere Gewinde, einheitliche Lackierung, keine Staub- oder Lufteinschlüsse, keine unliebsamen Kanten. Das Anschlussterminal sitzt satt und sauber in der Rückseite des Lautsprechers. Die Eloxierung der massiven Aluplatte, auf der die rhodinierten Anschlussterminals installiert sind, ist ebenfalls mackenfrei.

Ja, ich weiß, das sieht man nicht unbedingt, aber ich versuche das Haar in der Suppe zu finden. Spoiler: hab ich nicht gefunden.

Die Terminals sind massiv und wurden zur Korrosionsbeständigkeit rhodiniert. Ich habe aus Interesse die Gewinde mal bewegt, nur um zu sehen, wie sauber sie gearbeitet wurden. Generell benutze ich die Lautsprecher mit Bananensteckern. Natürlich sind die Lautsprecher bi-amp- / bi-wiring-fähig. Dennoch: Arendal liefert bei den 1723 Towern jeweils zwei massive, vorinstallierte rhodinierte Kupferbrücken mit. Da ich vorhabe, die Lautsprecher primär erst einmal mit den Burson Audio Timekeeper GT4 Max zu testen, kann das auch so bleiben.

Zum Schutz der empfindlichen Treiber – oder vielleicht für den ein oder anderen aus optischen Gründen – liegt jedem Lautsprecher natürlich noch eine Abdeckung bei. Diese ist (natürlich!) massiv und schwer verarbeitet und hält mit starken Neodym-Magneten optisch unsichtbar an den Lautsprecherfronten. Da bewegt sich nix weg, und wenn man mal dagegenkommt, wird das die Lautsprecher zuverlässig schützen.

An der Rückseite der Arendal 1723 Tower gibt es noch drei 2,6‑Zoll‑Ports. Diese sind ab Werk mit Schaumstoff-Plugs verschlossen, da sich die Lautsprecher „sealed“ und „ported“ betreiben lassen.

Wer die Lautsprecher in ihrer Seitenansicht betrachtet, dem fällt auf, dass die Lautsprecher nicht im 90‑Grad‑Winkel zum Boden einfach gerade nach oben verlaufen, sondern wie ein Parallelogramm nach hinten geneigt sind. Dies hat folgende Vorteile:

  • Ästhetik & Stabilität: Dynamisches Erscheinungsbild, niedriger Schwerpunkt mit Outrigger-Füßen.
  • Time-Alignment: Tweeter und Midbass erreichen den Hörplatz zeitgleich (akustische Zentren ausgerichtet), reduzieren Phasenfehler für präziseres Imaging.
  • Optimale Achse: Geneigter Sweet-Spot bei Sitzhöhe (ca. 1 m Ohrhöhe), bessere Hochton-Integration.
  • Weniger Diffraction: Glatte Front minimiert Beugungsspitzen, homogenere Abstrahlung.

Zum Design der Arendal 1723 Tower THX bleibt von meiner Seite her zu sagen, dass ich sie sehr ästhetisch finde. Es sind ausgewachsene, große, massiv dastehende Lautsprecher, die beim Hereinkommen in den Raum das Gefühl vermitteln, dass hier nicht gespaßt wird. Bei kleineren Lautsprechern denkt man immer erst: „Hoppla, hier wird immer erzählt, hier steppt der Bär, aber die Lautsprecher gehen mir gerade bis zur Hüfte …“ oder: „Ach! Das sind also Regallautsprecher, die du hast. Wenn du immer erzählst, dass du viel Musik hörst, habe ich immer an große schwarze Lautsprecher wie auf Konzerten gedacht.“

Wir wissen alle, dass es sich bei den meisten dieser Äußerungen um Unwissenheit handelt, und sobald meist der erste Ton spielt, weiß auch der Besuch, dass es hier wirklich ernsthaft wird. Bei den Arendal 1723 Towern aber kommt einem direkt ein „WOW“ entgegen. Sie sehen nach dem aus, was sie sind. Nicht mehr und nicht weniger.

Für die Boomer- und Holz-Fraktion könnten die Arendal 1723 Tower eine harte Nuss sein. Ich ordne sie klar dem modernen Design zu – kein nobles Möbelstück mit Edelholz, sondern puristisch und funktional. Arendal bietet lediglich Satin Black oder Satin White an, was perfekt in zeitgenössische Wohnräume passt. Ich selbst habe mich auf weiß-matt eingeschossen und finde es zeitlos elegant, doch ich verstehe den Hang zur Wärme und zum Status edler Holzfinishes absolut.

Aufstellung

Arendal bietet einen exzellenten Aufstellungs-Guide, der sich wirklich lohnt. Grob variiert die optimale Position je nach Szenario:

  • Für Musik: Zuerst exakt auf den Hörplatz toe-in, dann leicht öffnen für maximale Bühnenbreite (individuell nach Vorliebe).
  • Für Heimkino: Symmetrische Ausrichtung direkt auf den Hörplatz – dank des Waveguide-Designs minimieren die Arendal 1723 Tower seitliche Reflexionen sogar in unbehandelten Räumen und liefern präzisen Richtcharakter.

Abmessungen

SpezifikationWert
Abmessungen (H/B/T ohne Füße)115 × 27,5 × 40 cm​
Mit Füßen (H/B/T)119,1 × 37 × 40 cm​
Gewicht (inkl. Spikes)50,6 kg​
GehäuseHDF (High Density Fiberboard), versiegelt/ventiliert (3 × 2,6″ Ports)​
FinishSatin Black / Satin White​

Tech-Specs

Die Arendal 1723 Tower THX sind nach dem Prinzip entstanden: nicht kleckern, sondern klotzen! Wenn man allein die brachiale Optik sieht: Das Gehäuse ist an der Front von oben bis unten mit 8‑Zoll‑Mittel- und Tiefton-Treibern gespickt, die speziell für Arendal gefertigt wurden und es ermöglichen, mit „nur“ 119 cm Höhe auszukommen. Der Hochtöner sitzt ebenfalls in einem 6,5‑Zoll‑Waveguide. Somit ergibt sich eine technisch anmutende Front.

Die Arendal 1723 Tower sind nach dem 2,5‑Wege‑Prinzip gebaut. Sie nutzen eine modifizierte D’Appolito-Anordnung. Klassisch handelt es sich normalerweise um eine MTM-Anordnung (zwei Midbass + zentraler Tweeter). Wegen des 2,5‑Wege‑Systems, das Phasenfehler vermeiden soll, wurde das System aber nicht mit einem separaten Mitteltöner ausgestattet, sondern besitzt homogen custom-designte 8‑Zoll‑Membranen, die Bass und Midrange abbilden können. Die drei unteren fokussieren sich auf den Tiefbass, während der obere mit dem Tweeter zusammen Midbass und Höhen übernimmt.

So ergibt sich ein Crossover bei 120 Hz (Bass-Trennung) und 1.500 Hz (Mid/High).

Die nominale Impedanz der Lautsprecher beträgt 4 Ohm und sie sind mit einer Sensitivität von 92 dB / 2,83 V / 1 m relativ effizient und leicht anzutreiben. Das ist überraschend, da man bei so ausgewachsenen Lautsprechern auch durchaus anderes gewohnt ist.

Die Arendal 1723 Tower sind zwar mit einer typischen „In-Room Bass Response“ von 16 Hz und einem linearen Frequenzverlauf von 37 Hz–20 kHz angegeben, man sollte aber davon ausgehen, dass sie in einem akustisch behandelten Raum vielleicht irgendwo bei ~25–30 Hz nutzbaren Bass produzieren.

Daraus ergeben sich zwei Erkenntnisse: Die Arendal 1723 Tower spielen extrem tief und sind so geeignet für Leute, die gerne ohne Subwoofer auskommen wollen. Hier empfiehlt es sich natürlich, an der Endstufe nicht zu sparen. Mit den angegebenen 112 dB schaffen die Lautsprecher das darüber hinaus auch mit hohen Pegeln.

Des Weiteren lassen sich die Arendal 1723 Tower – wie weiter oben schon erwähnt – sealed und ported betreiben. Das ist insofern interessant, als man sie nicht unbedingt offen betreiben muss, wenn man ohnehin vorhat, einen Subwoofer mit in die Kette zu nehmen, und so ein geschlossenes und damit noch responsiveres Hörvergnügen bekommt. Abgesehen davon, dass man sie so auch näher an die Wand stellen kann, ohne negative Effekte befürchten zu müssen.

SpezifikationWert
Design2.5‑Wege​
Treiber28 mm Tweeter (mit Waveguide), 4 × 8″ Woofer​
Frequenzgang (-6 dB, anechoisch)37 Hz–20 kHz​
F3 (anechoisch)45 Hz​
Sensitivität92 dB / 2,83 V / 1 m​
Impedanz4 Ohm nominal​
Crossover-Frequenzen120 Hz / 1500 Hz​
Empfohlene VerstärkerleistungBis 500 W RMS @ 4 Ohm​

Klang und Höreindrücke

Okay! Stehen die Arendal 1723 Tower erst einmal an Ort und Stelle und sind ordentlich verkabelt, steht dem ersten Hören nix mehr im Weg. Nach der Pflicht folgt also die Kür – und natürlich kenne ich einige Reviews zu den Lautsprechern, was meine Erwartungen in astronomische Höhen befördert hat.

Platz genommen, Eversolo DMP-A6 und Burson Timekeeper GT4 Max angeschmissen. Natürlich wird wie immer zuallererst meine Qobuz Metal-Referenz-Playlist zu Rate gezogen. Diese ist für alle frei verfügbar und darf gerne zur besseren Nachvollziehbarkeit benutzt werden. Des Weiteren bin auch ich nicht ganz resistent gegenüber der Musik, die oft von Herstellern und Händlern auf Fachmessen herangezogen wird, und habe mal eine kleine Sammlung an Referenz-Musik angelegt. Dennoch finde ich, ist diese mit Vorsicht zu genießen, weil diese Songs tendenziell immer gut klingen, da hier mehr Bass-Quantität vor wirklicher klanglicher Qualität geht. Interessant sind sie dennoch.

Arendal 1723 Tower × Eversolo DMP-A6 + Burson Timekeeper GT4 Max

Okay! Bass-Port-Plugs raus, dennoch habe ich mir direkt die Mühe gemacht und das neue Einmess-Feature vom Eversolo benutzt. MiniDSP UMIK‑1 (kalibriertes Messmikrofon) ans iPad Air gehängt und den Wizard durchlaufen lassen. FIR-Filter erstellen lassen und Profil auf „linear“ gestellt. Ja, ich weiß, viele lieben eher so ’ne Harman-Curve, aber ich finde linear mit einer leichten Bassanhebung noch ’ne Ecke geiler.

Der Aha-Effekt kam sofort! Ja, die Arendal 1723 Tower sind bewusst ein Hybrid zwischen Musik und Heimkino, aber dass sie so musikalisch mitmachen, hatte ich nicht erwartet. Sie stehen den Amphion Argon3S in der Klarheit und Bühne in nichts nach! Hier findet ihr übrigens den Test zu den Amphion Argon3S. Natürlich haben die Arendal 1723 Tower mehr Body und Tiefe.

Ich musste mich erst ein wenig fangen, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass sie gerade für Musik so ultra gut funktionieren.

Haben wir hier wirklich einen Giantkiller?

Ich bin ebenfalls schuldig, wenn es um Hype-Trains geht, aber ich glaube bzw. weiß, dass es da draußen manchmal das eine Produkt gibt, das ein Unicorn darstellt und selbst Produkte, die ein Vielfaches kosten, in den Schatten stellt.

Natürlich habe ich alles unternommen, um mir irgendwie sicher zu sein: 50 Stunden einlaufen lassen, wie Arendal es empfiehlt, an der Platzierung gefeilt, mit und ohne Einmessung gearbeitet. Ich hatte bereits das Glück, einiges hören zu dürfen, und ich glaube, die Arendal 1723 Tower machen so einiges richtig.

Ich muss meine Euphorie zügeln, um seriös zu bleiben – innerlich bin ich am Durchdrehen. Wer keinen Boutique-Lautsprecher mit überhöhter Neutralität sucht und nicht zwingend 13.000–15.000 € investieren will, findet im Arendal 1723 Tower einen echten Endgegner. Ab dieser Preisklasse werden Frequenzweichen, Gehäuse und Komponenten noch exklusiver – aber die Luft im Portemonnaie merklich dünner.

Genau dies ist für mich die Definition eines Giantkillers. Er spielt in das Zwei- bis Dreifache seines Budgets, und man muss sich gar nicht schlecht fühlen, wenn man die Konkurrenz sieht. Hier haben wir in der Tat einen Lautsprecher, der – wenn man bereit ist, das Geld in die Hand zu nehmen – das Budget bis zum letzten Cent ausreizt. Ich kenne wirklich nicht viele so herausragende Produkte im HiFi-Bereich. Bin aber immer wieder dankbar, dass sich ein Hersteller traut, das Preisgefüge ein wenig aus dem Gleichgewicht zu bringen, um die Preise irgendwie noch am Boden zu halten.

Heimkino vs. HiFi

Jetzt kommen mir einige sicherlich mit der Argumentation, dass es sich doch schließlich um Heimkino-Lautsprecher handelt. Schließlich werden sie recht stark als solche beworben und auf ihnen prangt das THX Ultra Zertifikat.

Also: Kann man die Arendal 1723 Tower THX denn wirklich für Musik empfehlen? Hierauf habe ich ein ganz klares Ja! zu entgegnen. Absolut und uneingeschränkt! Ich weiß es nicht genau, aber wenn man einen guten HiFi-Lautsprecher baut, kommt da meist ein guter Heimkino-Lautsprecher bei raus – vor allem, wenn man die paar Feinheiten beachtet, die er als hervorragender Heimkino-Lautsprecher braucht.

Die Arendal 1723 Tower spielen kräftig wie luftig, tief, aber auch klar. Stimmen wirken natürlich und präzise, genauso wie die Bühne und die dazugehörigen Instrumente. Sie sind sehr aufgeräumt und machen all dies, ohne auch nur im Anflug angestrengt zu wirken.

Ich habe viele Stunden des Hörens in den letzten 4 Wochen investiert, um hier wirklich sicher zu sein. Aber ehe ich hier weiter um den heißen Brei rede: Lasst uns ein wenig über Musik sprechen!

Imminence – God Fearing Man

Imminence holt mich immer mehr ab, gerade God Fearing Man, weil der Track eine gewisse Imposanz mitbringt. Der ruhige, fast fragile Gesang, die Geige des Sängers, die sich langsam aufbaut – und dann dieser Breakdown. Ich habe diesen Moment schon oft als Referenz genannt, aber so kraftvoll wie über die Arendal 1723 Tower habe ich ihn in Stereo noch nicht erlebt.

Die Arendal schaffen es, die komplette Grundstimmung, den Spannungsbogen und die Entladung emotional nachvollziehbar und gleichzeitig kontrolliert zu inszenieren. Nichts klebt an den Lautsprechern, die Bühne löst sich sauber vom Gehäuse, und trotzdem steht der Bass mit Autorität im Raum.

Ich will nicht behaupten, dass der Track maximal komplex wäre, aber genau darin liegt der Charme: Man hört sofort, wie gut eine Box Dynamik, Timing und emotionale Dichte kann. Und hier zeigen die Arendal 1723 Tower ganz klar: Studioqualität ist kein Marketing-Floskel.

Knocked Loose — Everything is quiet now

Bei den einen erzeugt Knocked Loose blutende Ohren, ich liebe diese rohe Energie. Die ungeschliffene, ehrliche Musik der Band fasziniert zum Glück nicht nur mich, stellt bei der Wiedergabe aber einige Fallstricke: Immer wieder stoße ich auf HiFi-Komponenten, die genau hier den Sound produzieren, der einem tatsächlich die Ohren blutig schreit.

Druck ist halt nicht die halbe Miete – also müssen sich die Arendal 1723 Tower auch Knocked Loose stellen. Hier bekomme ich genau das, was ich suche: Aus dem scheinbaren Einheitsbrei mit kreischenden Gitarren wird ein differenziertes Klangbild, wie ich es von guten Knocked-Loose-Liveperformances kenne. Dreckig, ja. Roh, ja. Aber absolut genießbar. Nicht für jeden, aber eben für mich – und das zählt.

Lorna Shore – Glenwood

Gehen die Deathcore-Überflieger gerade auf große Europa-Tour und ich zum schon lange ausverkauften Konzert nach Hamburg, können sie auch hier mal wieder eine Erwähnung vertragen.

Dieser Abschnitt geht aber viel mehr raus an eine Person, die diesen Track quasi tot gehört hat, um ihn danach direkt wieder in Dauerschleife laufen zu lassen. Das soll nicht heißen, dass der Song kacke ist, sondern dass er mir regelrecht eingemeißelt wurde – es war nur eine Frage der Zeit, bis er auf meiner Referenzliste landet.

„Glenwood“ ist wie so viele Songs von Lorna Shore ein Brett. Emotional geht es um Reue, Stolz, der im Weg steht, und darum, ob man zu weit weg ist, um Dinge wieder gut zu machen – mit der Botschaft, dass man sich fragen sollte, ob es das wert ist, so lange verletzt und stur zu bleiben.​

Brutal schnelle Drums, Will Ramos mit seinem einzigartigen Gesangstalent, flankiert von schiebenden Riffs und dieser typischen choralen/orchestralen Epicness. Ein Wechselspiel zwischen ruhig und drückend – genau das richtige Material, um Feingeist und Antrieb der Arendal 1723 Tower zu demonstrieren. Ich weiß nicht, wie oft der Song hier gelaufen ist; an ihm habe ich jedenfalls die Positionierung (Toe-in) der Lautsprecher optimiert, bis ich die für mich beste Bühne hatte.

Jedenfalls ist dieses Lied nicht ganz unschuldig an meiner Liebe zu diesen Lautsprechern.

Unliebsame Messe-Musik – trotzdem wichtig

Jetzt kommt der Teil, den ich persönlich immer nur in kleinen Dosen ertrage: typische Messe-Musik. Ihr kennt das – Diana Krall, Nils Lofgren, „audiophile“ Aufnahmen mit viel Raum, wenig Komplexität und möglichst spektakulären Effekten.

Ich bin ganz ehrlich: Das ist nicht meine Alltagsmusik. Aber sie ist extrem nützlich, um bestimmte Eigenschaften zu beurteilen – Feinauflösung, Leisehörfähigkeit, Bühnentiefe, Lokalisationsschärfe.

Was sie aber immer gemeinsam haben, ist Bass. Ich glaube ganz fest, eines der Verkaufsargumente ist es, ein Fundament zu präsentieren. Ich will nicht sagen, dass es leicht ist, aber Bass scheint mir oft der Treiber zu sein.

Aber sind wir ehrlich: Bass ist es, was die Arendal 1723 Tower schon fast beiläufig liefern.

Mit den Arendal 1723 Towern passiert hier das, was ich mir von einem echten Allrounder erwarte:

  • Stimmen stehen sauber im Raum, klar umrissen, ohne ins Sibilante zu kippen.
  • Die Bühne zieht sich glaubhaft in die Tiefe, Instrumente sind klar voneinander getrennt.
  • Selbst bei sehr niedrigen Pegeln bleibt alles durchhörbar, nichts fällt in sich zusammen.

Besonders spannend: Die Arendal klingen nie „HiFi-überanalytisch“, sondern behalten immer eine gewisse Selbstverständlichkeit. Sie zeigen, was auf der Aufnahme passiert, ohne dir permanent „Hör mal, wie detailliert ich bin“ ins Gesicht zu schreien. Genau so soll es sein. Und trotzdem sind sie nicht der weichgewaschene People-Pleaser, der dir alles samtig in die Ohren schmiegt.

Arendal 1723 Tower + Subwoofer

So mächtig die Arendal 1723 Tower im Bass sind – und das sind sie zweifellos –, gibt es Szenarien, in denen ein Subwoofer trotzdem Sinn macht. Gerade im Heimkino oder wenn man gerne sehr laut hört, ist Entlastung im Tiefbass nie verkehrt.

In meinem Stereo-Setup laufen die Arendal 1723 Tower aktuell zusammen mit einem SVS SB-5000. Die Kombination zeigt sehr schön, wie flexibel die Arendal abgestimmt sind:

  • Im „sealed“-Modus lassen sie sich problemlos bei 60–80 Hz trennen und spielen darüber extrem sauber und schnell.
  • Der Sub übernimmt den wirklich tiefen Bereich darunter, kümmert sich um Fundament und LFE-Einschläge, während die Tower Bühne, Körper und Punch liefern.

Wer keinen Sub stellen kann oder will, wird mit den Arendal 1723 Towern alleine schon extrem glücklich – gerade in Musik-Setups. Wer aber Heimkino auf Referenzniveau anpeilt, hat hier eine perfekte Basis für ein 2.1‑, 3.1- oder später voll ausgebautes 5.1-/7.1‑System.

Im Mehrkanalbetrieb habe ich die Arendal 1723 Tower mit meinem Arendal 1961 Subwoofer 1V laufen lassen. Auch hier haben sie sich perfekt integrieren lassen und das Kinofeeling hörbar auf ein neues Level gehoben. Aufgrund des nicht seriengleichen Center-Kanals – ich habe hier noch meinen B&W‑Center weiter benutzt – konnte ich jedoch in jeder Sekunde des Films den Unterschied der Lautsprecher ausmachen.

Lasst es euch gesagt sein: Der Center ist der zentrale und wichtigste Kanal im Heimkino. Ein Großteil der Information läuft über ihn, und mit ihm steht und fällt das Heimkino. Nur wer klar definierte Stimmen hat, muss den Lautstärkeregler nicht zwangsläufig auf Angriffsposition drehen.

Ich kann es kaum erwarten, den Arendal 1723 Center zwischen die Arendal 1723 Tower zu stellen und vorne ein wirklich homogenes Bild zu haben.

TL;DR – Arendal 1723 Tower THX

  • Klang: Brutal dynamisch, zugleich feinzeichnend. Von Metal über Messe-Mucke bis Heimkino jederzeit souverän.
  • Technik: 2,5‑Wege, 4×8″, HDF-Gehäuse, THX Ultra, echte Pegelreserven – gebaut für Druck und Kontrolle.​
  • Praxis: Spielt solo schon extrem tief, funktioniert aber auch perfekt mit Sub und im Mehrkanal-Setup. Aufstellung (Toe‑in + Raum) dank Waveguide sehr gut beherrschbar.​
  • Preis/Leistung: Klanglich auf Augenhöhe mit deutlich teureren Lautsprechern, die in der 10k–15k‑Region unterwegs sind – ohne das Kleinwagen-Budget.​

Für mich aktuell: der Lautsprecher, an dem ich zukünftige Reviews messe.

Fazit

Ich habe Tage über diese Zeilen nachgedacht. Klar, wir jagen immer besseren, gefälligeren Klang. Die Preisschraube dreht sich unaufhaltsam nach oben – verständlich, wo Ingenieure Herzblut reinlegen, riskante Innovationen wagen und Komponenten verbauen, die alles andere als Allerweltsware sind. Extreme HiFi-Komponenten werden immer teuer sein.

Auch ich könnte Begehrlichkeiten schüren, die Preisspirale in unseren Köpfen immer tiefer treiben. Aber bei den Arendal 1723 Towern würde ich als bodenständige Referenz für Reviews und Videos bleiben. Klar, imposante Kleinwagen-Ketten wirken spektakulärer. Doch Bodenständigkeit heißt nicht, die Messlatte endlos hochzuschrauben, sondern sie genau hier im Hier und Jetzt zu belassen.

Das schließt Höheres nicht aus – es gibt genug darüber! Aber irgendwo braucht’s den Nullpunkt. Eine Erdung, Balance. Denn Reviews mit Hardware, die 0,001% meiner Leser sich leisten können, helfen niemandem. Selbst die Arendal 1723 Tower sind für viele schon Budget-Sprenger.

Meine Messlatte wähle ich nicht leichtfertig, sondern wohlüberlegt. Aber bei Qualität, Sound und gerade bei der Preis-Leistung kann ich mich zurücklehnen: Hier bekommt man für jeden Cent Gegenwert.

Nach meinem Bewertungsschema erhalten die Arendal 1723 Tower den HiFiGeek Award. Wie ich bewerte und was der Award bedeutet, steht hier: https://www.hifigeek.de/bewertungsschema-bei-hifigeek/

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https://www.hifigeek.de/arendal-1723-tower-thx-giantkiller/feed/ 0 9981
Orchard Audio Valencia – Simple Idee, brutale Leistung, kein Klang‑Voodoo https://www.hifigeek.de/orchard-audio-valencia-im-review/ https://www.hifigeek.de/orchard-audio-valencia-im-review/#respond Sun, 08 Feb 2026 15:00:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=10232 Der Orchard Audio Valencia ist so ein typischer Kandidat, der auf dem Papier fast schon zu gut aussieht, um spannend zu sein – bis man sich mit dem Ding beschäftigt und merkt: hier steckt schlicht richtig viel durchdachte Ingenieursarbeit in einem unspektakulären, aber extrem ernst gemeinten Kopfhörerverstärker. Kein Schnickschnack, keine Spielereien – nur Strom, ein fester Gain und ein Entwickler, der offensichtlich genau weiß, was er da tut.

Disclaimer: Der Orchard Audio Valencia wurde mir für diesen Test kostenlos zur Verfügung gestellt . Es gab keine Vorgaben zum Inhalt, keine Bezahlung für diesen Artikel und keine Einflussnahme auf meine Meinung. Alle Eindrücke spiegeln ausschließlich meine persönliche Erfahrung mit dem Gerät in meiner eigenen Kette wider.

Orchard Audio Valencia Review auch auf Youtube:

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Orchard Audio – vom Wohnzimmer zur Manufaktur

Orchard Audio ist kein anonymer Brand aus irgendeinem asiatischen OEM‑Katalog, sondern im Kern eine One‑Man‑Show von Leonid „Leo“ Ayzenshtat, der vorher für Namen wie NASA, Lockheed Martin, L3 und Siemens entwickelt hat. Ursprünglich hat er „nur“ eine Anlage für sein eigenes Wohnzimmer gebaut – die kam bei Besuchern so gut an, dass daraus 2017 Orchard Audio entstand. Die Grundidee: High‑End‑Technik und Messwerte auf Referenz‑Niveau, aber in Geräten, die sich normale Menschen noch leisten können und die ohne Marketing‑Ballast auskommen.

Leo beschreibt seine Philosophie gern mit dem da‑Vinci‑Zitat „Simplicity is the ultimate sophistication“ – jedes Teil soll eine Funktion haben, Überflüssiges wird weggelassen, und alles ist auf Mess‑Performance und Störarmut getrimmt. Seine Erfahrung aus der Luft‑ und Raumfahrt prägt das deutlich: effiziente, saubere Schaltungen statt „audiophilem“ Voodoo, dazu viel Augenmerk auf Layout, Rauschabstand und Verzerrungen. Was ihn antreibt, wird in Interviews schnell klar: Er will den „Dollar‑zu‑Performance‑Faktor“ maximieren – sprich, du sollst für dein Geld möglichst viel echte Performance bekommen, ohne dafür fancy Markenaufschläge zu zahlen. Aus dieser Haltung sind erst die GaN‑Endstufen (Starkrimson & Co.) entstanden, die sogar Preise von The Absolute Sound eingesammelt haben, und danach Geräte wie der Orchard Audio Valencia, der diese Denke in die Kopfhörer‑Welt überträgt.

Kollaboration mit Z Reviews – Feedback statt Elfenbeinturm

Spannend am Orchard Audio Valencia ist außerdem, dass er nicht im stillen Kämmerlein entstanden ist, sondern als gemeinsames Projekt von Orchard Audio und Z Reviews. Leo hat sehr konkret Feedback von außen aufgenommen – etwa den Wunsch nach brutal viel Leistung, messbar sauberer Performance und einem möglichst puristischen „Headphone Power Amp“ ohne Schnickschnack – und genau das in Schaltung und Konzept übersetzt. Ich finde das grundsätzlich positiv: Gerade kleine Hersteller profitieren davon, wenn nicht nur die eigene Ingenieursblase entscheidet, wie ein Produkt am Ende aussieht, sondern auch Erfahrungen und Wünsche aus der Praxis mit einfließen.

Was ist der Orchard Audio Valencia?

Der Orchard Audio Valencia ist ein vollsymmetrischer, analoger Class‑AB‑Kopfhörerverstärker, der gleichzeitig als kleiner Leistungsamp für sehr wirkungsgradstarke Lautsprecher oder Nahfeld‑Setups herhalten kann. Kernbotschaft: massiv viel Leistung, extrem niedrige Verzerrungen und ein Rauschabstand, der sich eher nach Messlabor als nach HiFi‑Rack anhört. Dabei bleibt der Aufbau bewusst simpel – fester Gain von 14 dB, keine DSP‑Spielereien, keine Filter‑Zirkusnummern, sondern ein klar definierter, breitbandiger Verstärker mit Fokus auf Neutralität.

Die komplette Signalverarbeitung im Orchard Audio Valencia ist vollsymmetrisch ausgeführt – vom Eingang über die Verstärkerstufen bis zum 4‑Pin‑XLR‑Ausgang und den Lautsprecherterminals – mit entsprechend hohem Störabstand und sehr niedriger Ausgangsimpedanz. Leo setzt intern Neotech‑OCC‑Verkabelung zum Kopfhörerausgang ein und verpasst jedem Kanal eine eigene lineare Spannungsregelung, um Kanaltrennung und Ruhe im Hintergrund noch einmal zu pushen.

Technische Daten & Messwerte

Orchard Audio ist angenehm offen, was Messwerte angeht, und stellt sehr detaillierte Daten und Messdiagramme zum Orchard Audio Valencia zur Verfügung. Ein Überblick über die wichtigen Eckpunkte:

Allgemeine Daten

  • Verstärkung: 14 dB fest​
  • Frequenzgang: DC bis über 100 kHz (praktisch schnurgerade im Hörbereich)​
  • Eingangsimpedanz: 44 kΩ – damit unkritisch für die meisten DACs und Preamps
  • Ausgangsimpedanz: unter 0,02 Ω von 20 Hz bis 20 kHz – praktisch ideal für Kontrolle über den Treiber und minimale Interaktion mit der Impedanzkurve des Kopfhörers​
  • Maximale Ausgangsstromstärke: 1,2 A

Leistung

Die Leistungsangaben sind für einen Kopfhörerverstärker eher in der Kategorie „kleine Endstufe“ angesiedelt:

  • 0,81 W RMS / 1,62 W Peak @ 600 Ω.
  • 1,62 W RMS / 3,24 W Peak @ 300 Ω.
  • 3,24 W RMS / 6,48 W Peak @ 150 Ω.
  • 7,5 W RMS / 15 W Peak @ 64 Ω.
  • 17 W RMS / 34 W Peak @ 32 Ω.
  • 10 W RMS / 20 W Peak @ 16 Ω.
  • 7 W RMS / 14 W Peak @ 8 Ω.

Das ist mehr als genug für praktisch jeden dynamischen Kopfhörer und einen großen Teil der Magnetostaten – selbst richtig hungrige Planars werden hier an ihre mechanischen Grenzen kommen, lange bevor dem Orchard Audio Valencia die Luft ausgeht.

Rauschen und Verzerrungen

Orchard Audio spezifiziert den Orchard Audio Valencia für 20 Hz bis 20 kHz mit beeindruckenden Werten:

  • Rauschabstand (SNR, A‑gewichtet):
    • 134 dB bei 600 Ω, 300 Ω, 150 Ω und 64 Ω.
    • 132 dB bei 32 Ω.
    • 129 dB bei 16 Ω.
    • 123 dB bei 8 Ω.
  • Residualrauschen: 4,4 µV (A‑gewichtet, 22 kHz Bandbreite), entsprechend Femto‑Watt‑Bereich an typischen Kopfhörerimpedanzen.
  • THD+N: jeweils unter 0,1% bei Nennleistung in den jeweiligen Impedanzen, mit deutlich besseren Werten im praxisnahen Leistungsbereich; unabhängige Messungen kommen auf etwa 117 dB SINAD bei 1 kHz und 4 V an 32 Ω.

Kurz gesagt: Der Orchard Audio Valencia spielt messtechnisch in einer Liga, in der Verstärker farblich nicht mehr auffallen sollten – er ist eher Werkzeug als Klangmöbel.

Aufbau, Anschlüsse und Bedienung

Optisch bleibt der Orchard Audio Valencia eher zurückhaltend: ein kompaktes, recht schlichtes Aluminiumgehäuse mit aufgeräumter Front – kein Luxus‑Bling, aber solide gemacht. Vorn sitzt ein Ein-Aus-Schalter, ein 4‑Pin‑XLR für symmetrische Kopfhörer; der Fokus liegt klar auf Balanced‑Betrieb.

Hinten gibt es symmetrische XLR‑Eingänge sowie Lautsprecherterminals für den Einsatz als kleiner Leistungsverstärker. Dass er an 8 Ω immer noch 7 W RMS liefert, macht ihn z.B. für hochwertige Desktop‑Monitore oder Hörner interessant, aber im Mittelpunkt steht der Orchard Audio Valencia klar als Headamp.

Die Bedienung ist dementsprechend unspektakulär: Einschalten, Quelle anschließen, Lautstärke regeln, fertig. Kein Gain‑Schalter, keine Filter, keine „Spatializer“ oder sonstige Features – Leo vertraut darauf, dass dein DAC und deine Quelle den Rest erledigen und der Verstärker selbst einfach so transparent wie möglich verstärken soll. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch: Wer mit extrem empfindlichen In‑Ears unterwegs ist oder sehr heiße Quellen nutzt, sollte sich bewusst sein, dass die Feindosierung dann primär über das Frontend passiert und nicht über verschiedene Gain‑Stufen am Amp.

Klangcharakter und Performance

Rein von den Zahlen her positioniert sich der Orchard Audio Valencia in der „wire with gain“-Fraktion: extrem niedrige Verzerrungen, sehr niedrige Ausgangsimpedanz, hoher Rauschabstand und breitbandiger Frequenzgang sprechen für einen Verstärker, der sich tonal im Idealfall gar nicht bemerkbar macht. Der Orchard Audio Valencia spielt neutral, kontrolliert und sehr sauber – er legt nichts drauf, nimmt nichts weg und konzentriert sich darauf, die Treiber präzise im Griff zu behalten.

Die enorme Leistungsreserve hilft vor allem bei dynamischen Peaks und bei Kopfhörern, die im Bassbereich richtig Strom verlangen – auch bei niedrigen Impedanzen bleibt genug Headroom, ohne dass der Verstärker hörbar ins Schwitzen kommt. Zusammen mit dem sehr niedrigen Rauschen führt das dazu, dass der Orchard Audio Valencia sowohl mit empfindlichen In‑Ears als auch mit großen Planars eine sehr ruhige, schwarze Bühne bietet, sofern die Lautstärkeregelung vorne dran (am DAC oder Pre-Amp) fein genug arbeiten kann. Stichworte wie „Kontrolle“, „Transparenz“ und „Anstrengungslosigkeit“ kommen einem in den Sinn – also genau das, was man von einem starken, messtechnisch sauberen Headamp erwartet, der nicht versucht, sich mit einem eigenen Klangstempel interessant zu machen. Wenn du Geräte magst, die eher wie ein Werkzeug als wie ein Sounding‑Tool agieren, passt der Orchard Audio Valencia ziemlich gut in dieses Raster.

Hörbeispiele aus der Praxis

Natürlich habe ich wieder mit meiner Metal‑Referenz‑Playlist bei Qobuz gearbeitet – plus der üblichen Messemusik, die ich für neue Geräte immer heranziehe. Gleichzeitig lief der Valencia jetzt gut sechs Wochen im ganz normalen Office‑Alltag und war damit im Schnitt locker acht bis zehn Stunden am Tag im Einsatz. Eigentlich würde ich an dieser Stelle gern konkrete Hörbeispiele nennen, aber ich glaube, das wird dem Valencia nicht wirklich gerecht. Er ist eher das Werkzeug, das man sucht, wenn man den Verstärker als Einflussgröße möglichst ausklammern möchte. Der Valencia ist das Gerät, das dich in den Rest deiner Kette hineinhorchen lässt – quasi das Stethoskop für dein Setup.

Ich hatte unter anderem meinen Verum 2 und den Fosi Audio i5 am Valencia hängen. Gerade, wenn man auf Wohlfühllautstärke geht – und damit meine ich nicht flüsterleise, sondern auch mal richtig knacken lassen – merkt man, dass er die Kopfhörer wirklich im Griff hat. Er kontrolliert die Treiber und gibt ihnen genau die Energie, die sie brauchen, um noch dieses letzte Quäntchen Performance aus sich herauszuholen. Schön ist auch, dass der Valencia sauber mit der Quelle skaliert: Machst du irgendwo in der Kette ein Upgrade, legt der Amp einfach mit zu, statt zum Flaschenhals zu werden. Wenn man nicht gerade alle paar Monate aus Prinzip den Verstärker wechseln will, kann der Valencia am Ende sehr gut der letzte Head‑Amp sein, den man kauft.

Designphilosophie im Kontext

Spannend am Orchard Audio Valencia ist weniger, dass er „gut“ ist – das sind viele andere Verstärker auch –, sondern wie stringent Leo seine Philosophie durchzieht. Seine Zielsetzung ist es, sehr hohe Mess‑Performance zu erreichen, weil er davon ausgeht, dass sich das unmittelbar in subjektiv „guten“ Ergebnissen niederschlägt. Diese Haltung sieht man bei seinen GaN‑Endstufen genauso wie beim Orchard Audio Valencia: möglichst lineare, rauscharme Verstärkung mit effizientem Aufbau statt „Klangtuning“ über absichtliche Unsauberkeiten.

Dass er aus dem Aerospace‑Bereich kommt, merkt man an Dingen wie der konsequenten symmetrischen Auslegung, der sauberen Versorgung mit getrennten linearen Reglern pro Kanal und dem Fokus auf Störabstand und Effizienz, anstatt etwa auf exotische Bauteile für Marketingzwecke. Gleichzeitig betont er immer wieder, dass seine Geräte bezahlbar bleiben sollen – er verzichtet bewusst auf aufgeblasenes Branding und investiert das Budget lieber in Schaltung und Bauteile. Die Geschichte vom Wohnzimmer‑Projekt zur kleinen Manufaktur spiegelt sich im Orchard Audio Valencia ziemlich gut wider: Das ist kein Lifestyle‑Produkt, sondern ein sehr direkt gedachtes Werkzeug für Leute, die einfach einen stabilen, kräftigen und neutralen Kopfhörerverstärker suchen, ohne sich durch Funktionslisten scrollen zu müssen.

Für wen ist der Orchard Audio Valencia interessant?

Der Orchard Audio Valencia richtet sich klar an Nutzer, die:

  • einen sehr leistungsstarken, neutralen Kopfhörerverstärker mit symmetrischem Fokus suchen;
  • Wert auf messbare Performance legen (hoher SINAD, extrem niedrige Ausgangsimpedanz, sehr gutes SNR);
  • Planar‑Magnetostaten oder generell anspruchsvolle Kopfhörer betreiben möchten, ohne ständig an Gain‑Grenzen zu stoßen;
  • eher Puristen sind, denen ein sauberes, ordentlich gemachtes Gerät wichtiger ist als Features wie DSP, Crossfeed oder integrierter DAC.

Wenn du gern zwischen mehreren Gains schaltest, Filter ausprobierst oder ein All‑in‑One suchst, bist du hier falsch – der Orchard Audio Valencia ist bewusst fokussiert. Wenn du aber einen „Set and forget“-Headamp willst, der einfach Leistung und Kontrolle liefert, passt er sehr gut in dieses Raster.

Preis, Innenleben und das mulmige Gefühl im Hinterkopf

Ein Punkt, der mich beim Orchard Audio Valencia nicht ganz loslässt, ist der Preis im Verhältnis zu dem, wie „unspektakulär“ das Gerät von innen wirkt. Öffnet man das Gerät, sieht man für einen rund 2.000‑Dollar‑Amp erst einmal erstaunlich viel Luft – ein relativ klares, aufgeräumtes Layout, dazu natürlich eine Menge OPA1622‑Op‑Amps und ein ordentliches Gehäuse. Rein technisch und messtechnisch liefert der Orchard Audio Valencia absolut ab, keine Frage, trotzdem bleibt bei mir dieses leichte „hm… dafür so viel Geld?“-Gefühl im Hinterkopf. Das trübt den insgesamt sehr positiven Eindruck ein bisschen, gerade wenn man das Gerät eher nüchtern als Werkzeug sieht und weniger als Liebhaber‑Projekt eines kleinen Herstellers. Auf der anderen Seite muss man fairerweise sagen: In so einem Produkt zahlen wir heute nicht nur Bauteile, sondern auch Entwicklungszeit, Kleinserien‑Fertigung und eben die sehr konsequente Ausrichtung auf Mess‑Performance – ob einem das Paket den aufgerufenen Preis wert ist, ist am Ende eine sehr individuelle Entscheidung.

Fazit

Der Orchard Audio Valencia ist im besten Sinne unaufgeregt: technisch extrem stark, praktisch ausgerichtet und ohne Ballast, der im Alltag mehr ablenkt als hilft. Man merkt dem Gerät an, dass es von einem Entwickler stammt, der aus einer Welt kommt, in der Effizienz, Reliability und messbare Performance wichtiger sind als „Storytelling“ – und genau diese Story macht den Orchard Audio Valencia dann doch wieder interessant.

Mit seiner Kombination aus vollsymmetrischem Aufbau, enormer Leistung bis 17 W an 32 Ω, extrem niedriger Ausgangsimpedanz und SNR‑Werten jenseits der 130 dB reiht er sich in die Riege der Verstärker ein, die eher Studio‑Werkzeug als „HiFi‑Schmuck“ sind. Wer genau danach sucht, findet im Orchard Audio Valencia einen sehr ernstzunehmenden Headamp, der deine Kopfhörer einfach machen lässt, wofür sie gebaut wurden – ohne dass der Verstärker selbst groß Thema wird.

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https://www.hifigeek.de/orchard-audio-valencia-im-review/feed/ 0 10232
Luxsin X9 im Test: Head‑Fi‑Control‑Center mit HP‑EQ, Sub‑Power und Firmware‑Upgrade für deine Kopfhörer https://www.hifigeek.de/luxsin-x9-im-test/ https://www.hifigeek.de/luxsin-x9-im-test/#respond Wed, 28 Jan 2026 15:00:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9737 Ich war schon im Sommer sehr neugierig auf den Luxsin X9, habe ihn dann aber wieder aus den Augen verloren. Nichtsdestotrotz steht er jetzt auf meinem Schreibtisch und ich konnte das gute Stück etwa vier Wochen unter die Lupe nehmen – oder besser gesagt: in einen für ihn vielleicht anstrengenden Dauertest schicken. Wenn dem so war, hat sich der Luxsin X9 das keinesfalls anmerken lassen. So viel sei verraten.

Vorab ein kurzer Disclaimer: Ich habe den Luxsin X9 vom deutschen Vertrieb audioNEXT kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. audioNEXT oder irgendjemand sonst nimmt keinen Einfluss auf mein Review. Als unabhängiger Blog sind wir an keine geschäftlichen Beziehungen gebunden, die unsere Meinung verfälschen könnten..

Hier findet ihr mein Luxsin X9 Video‑Review auf YouTube

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Unboxing & Lieferumfang – erster Eindruck

Wer schon einmal Eversolo-Produkte ausgepackt hat, wird die Qualität kennen. Luxsin stammt ebenfalls aus dem Hause Zidoo. Die 3,7 kg des Luxsin X9 liegen direkt wertig in der Hand. Natürlich wird das Gerät gut gepolstert ausgeliefert, sodass dem massiven Aluminiumgehäuse mit seinen soliden Alu-Planken auf der Reise nichts passiert. Mit 30 x 20 x 6,5 cm ist das Gerät kompakt genug für den Schreibtisch. Auf dem HiFi-Rack wirkt es hingegen angenehm schlank und schmal.

Was liegt in der Box:

  • Netzkabel (Schuko-Standard, EU-Stecker)
  • Bluetooth-Fernbedienung (IR- und BT-kompatibel)
  • USB-B-Kabel (für USB-Audio)
  • USB-Type-C-OTG-Kabel (für iPhone/iPad direkt)
  • Benutzerhandbuch (mehrsprachig, vorerst ohne Deutsch)
  • Garantiepapiere & Quick-Start-Guide

Der erste Eindruck ist durchweg premium. Das 4‑Zoll-Farb-Touchscreen mit den virtuellen VU-Metern ist das Eye-Candy – sie sehen täuschend echt aus, sind vollständig animiert, etwa mit sanft-blauem Hintergrund. Luxsin bietet 14 verschiedene grafische Varianten zur Wahl, was eigentlich unnötig wirkt, aber durchaus charmant ist. Die facettierten Ecken des Gehäuses geben dem Luxsin X9 ein modernes Design, das nicht billig wirkt. Alle sichtbaren Seiten sind sauber verarbeitet, sogar die Unterseite. Schrauben siehst du nur an der Rückwand – alles andere wirkt wie aus einem Guss.

Technische Daten & Architektur

Was den Luxsin X9 technisch interessant macht

Der Luxsin X9 nutzt den AK4499EX DAC-Chip von Asahi Kasei Microdevices – derselbe, der auch im erfolgreichen Eversolo DMP-A8 Streaming-DAC verbaut ist. Das ist ein Vertrauenssignal. Daneben sitzt ein AK4191EQ für die IV-Konvertierung (digital zu analog). Die Signalverarbeitung erfolgt über einen AKM 7739 DSP-Chipsatz, der speziell die Headphone-EQ-Funktion steuert (dazu später mehr).

Die Kopfhörer-Verstärkerstufe

Die Kopfhörerendstufe ist vollständig symmetrisch aufgebaut und liefert bis zu 6.400 mW an 16 Ω über den 4,4‑mm-Balanced-Ausgang – das ist ordentlich Leistung. Über den 6,35-mm-Single-Ended-Anschluss oder XLR4 ist die Leistung etwas geringer, aber immer noch mehr als ausreichend. Der Verstärker-Chip ist ein TPA6120A2 in Kombination mit einem OPA1612 als Buffer. Das Besondere: Die Ausgangsstufe wurde speziell für den Luxsin X9 entwickelt und nicht einfach von Eversolo übernommen.

Das Netzteil ist clever aufgebaut

Ein Lineartrafo versorgt die analoge Sektion (für hohe Reinheit und guten Rauschabstand), ein Schaltnetzteil die digitale Sektion (für Effizienz). Im Inneren sitzt ein großer, gekapselter Ringkerntrafo – du wirst sein Gewicht beim Transport spüren. Die Ripple-Unterdrückung ist mit 40 nV extrem niedrig. Das bedeutet: Der Rauschgrund des Luxsin X9 ist in der Praxis nahezu nicht existent.

Spezifikationen

  • Dynamic Range / SNR: > 128 dB (sehr sauber)
  • THD+N @ KH-Output: < 0,00016% (extrem niedrig)
  • Crosstalk: > ‑117 dB (Kanaltrennung ausgezeichnet)
  • Kanalgenauigkeit (L/R‑Balance): 0,1 dB (beeindruckend präzise)
  • Frequenzgang: neutral-flach mit sanftem Roll-off in den obersten Höhen

Unterstützte Formate:

  • PCM bis 32 Bit / 768 kHz
  • DSD bis DSD512 (native)
  • Bluetooth 5.0 (SBC, AAC offiziell; LDAC & aptX werden unterstützt, aber nicht zertifiziert)
  • Asynchrones USB-Audio (kein Treiber nötig)

Innovative Features

Das Dynamic Negative Feedback System (DNF) nutzt die Kombination aus OPA1612 und TPA6120A2, um harmonische und intermodulative Verzerrungen signifikant zu reduzieren. Das praktische Resultat: Der Klang wirkt sauberer und transparenter, ohne zusätzliche Färbung.

Die R2R-Resistor-Array-Lautstärkeregelung ist ein echtes Highlight. Statt digital zu regeln, nutzt der Luxsin X9 1.024 diskrete Stufen mit Schaltrelais – jeder Schritt ist als leichtes „Click“ beim Drehen hörbar, 0,5‑dB-Schritte sind Standard (wahlweise 1, 2 oder 3 dB). Das verhindert Kanalabweichungen im unteren Lautstärkebereich und verschleißt nicht wie ein klassisches Potentiometer.

Die Impedance-Detection-Technologie misst automatisch die Impedanz deines Kopfhörers (16 Ω, 32 Ω oder 300 Ω), wenn du ihn an den 4,4‑mm- oder 6,35-mm-Anschluss anschließt, und passt das Gain entsprechend an. Das ist praktisch wie die ISO-Einstellung an einer Kamera – es optimiert den nutzbaren Regelbereich für deine spezifischen Kopfhörer. XLR4-Nutzer müssen die passende Einstellung manuell wählen. Eine Einschränkung: Das System misst Impedanz, nicht Empfindlichkeit – mit sehr empfindlichen IEMs oder sehr wenig empfindlichen Kopfhörern kann der Regelweg etwas knapp werden.

In der Praxis bedeutet die Kombination aus Dynamic Negative Feedback und R2R-Lautstärkeregelung: extrem saubere Wiedergabe, perfekte Kanalbalance auch bei sehr niedrigen Pegeln und eine feinfühlige, verschleißfreie Lautstärkeregelung, von der besonders Leisehörer profitieren.

Anschlüsse & Konnektivität

Der Luxsin X9 ist eine echte Audio-Zentrale – nicht nur für Kopfhörer.

Kopfhörer-Ausgänge (Front):

  • 6,35 mm Klinke (Single-Ended, asymmetrisch)
  • 4,4 mm Pentaconn (Balanced, symmetrisch) – hier gibt es die volle Power (6.400 mW @ 16 Ω)
  • XLR4 Balanced (symmetrisch)

Alle Buchsen sind hochwertig verarbeitet, die Klinkenbuchsen haben dezent goldfarbene Ringe – ein schöner Farbakzent, der nicht billig wirkt.

Digitale Eingänge (Rückseite):

  • USB‑B (für USB-Audio, High-Res bis 768 kHz PCM, DSD512)
  • USB‑C (OTG-Standard, ideal um iPhone/iPad direkt anzuschließen)
  • USB‑A (nur für Firmware-Updates via USB-Stick)
  • Coax S/PDIF (Standard Digital Audio)
  • Toslink (optisch, für TV oder ältere Komponenten)
  • HDMI ARC (seltenes Feature für einen Desktop-DAC, ermöglicht Audio-Rückkanal vom Smart-TV in den Luxsin X9)
  • Bluetooth 5.0 (SBC, AAC, LDAC, aptX)
  • WiFi (für App-Steuerung und OTA-Updates)

Analoge Eingänge (Rückseite):

  • Stereo-Cinch (RCA) für CD-Player, Streamer oder andere analoge Quellen

Ausgänge (Rückseite – die Vorverstärker-Funktion):

  • XLR-Ausgänge (symmetrisch) für externe Endstufen oder Aktivlautsprecher
  • Cinch-Ausgänge (asymmetrisch, RCA)
  • Subwoofer-RCA-Ausgänge (Dual) – das ist selten; damit lässt sich ein vollständiges 2.2‑Stereo-Setup aufbauen (Stereo-Lautsprecher + zwei Subwoofer)

Smart Features:

  • Trigger-In/Out-Buchsen (Mono-Klinke)

App-Steuerung:
Die Luxsin Remote App ist verfügbar für iOS und Android. Es gibt außerdem ein Web-Panel im Browser, wenn der Luxsin X9 über WiFi im Netzwerk hängt. Aktuell ist die Oberfläche nur auf Englisch und Chinesisch verfügbar, laut Hersteller soll Deutsch folgen. Die App ist intuitiv, Tuning-Kurven werden visualisiert und PMEQ-Settings (Parametric EQ) lassen sich einfach anpassen. Luxsin schiebt regelmäßig Firmware-Updates nach – gut für Bugfixes und neue Features, aber man lebt damit auch mit einem Gerät, das softwareseitig in Bewegung bleibt.

Design & Verarbeitung

Massives Aluminium mit soliden Alu-Planken – kein Kunststoff mit Alu-Blende wie bei manchen Konkurrenten. Das Finish ist gebürstet statt hochglänzend, was Fingerabdrücke deutlich entschärft. Die leicht schräg gestellte Frontplatte mit ihren facettierten Ecken gibt dem Luxsin X9 ein modernes Aussehen, ohne zu aufdringlich zu wirken.

Das 4‑Zoll-Farb-Touchscreen (TFT-LCD) ist das visuelle Highlight. Die virtuellen VU-Meter sehen täuschend echt aus, vollständig animiert mit Schatten und Beleuchtung. Du kannst zwischen 14 verschiedenen grafischen Varianten wählen (Black VU, Classic VU, Neon usw.). Die Lesbarkeit ist auch aus seitlichen Blickwinkeln hervorragend, die Helligkeit ist einstellbar.

Die Bedienelemente (Front)

  • Minimalistisches Design – nur Lautstärke-Drehregler (rechts) und Power-Taste.

Der Lautstärke-Regler bietet ein sehr befriedigendes, gerastertes Feedback mit gut hörbaren Relais-Klicks – nicht zu straff, nicht zu leichtgängig. Die Haptik ist klar im Premium-Segment angesiedelt. Das Display zeigt bei Lautstärke-Änderungen eine „R2R“-Dezibel-Anzeige an.

Wärmeentwicklung:
Im Idle-Betrieb liegen an der Oberseite rund 30 °C an – warm genug, dass man im Winter gerne mal die Hand darüber streicht, aber nie unangenehm heiß. Es gibt keinen aktiven Lüfter; die Kühlung erfolgt passiv über das Gehäuse.

Bedienung & Features

Da es sich in erster Linie um einen Desktop-DAC handelt, erfolgt die primäre Bedienung über das Touchscreen. Natürlich lässt sich der Luxsin X9 auch bequem mit der Fernbedienung oder über die App steuern, wobei in der App nicht alle Optionen verfügbar sind.

HP-EQ (Kopfhörer-Spezifische Profile) – DAS UNIQUE FEATURE

Das ist das Killer-Feature des Luxsin X9. Luxsin hat eine Datenbank mit rund 2.500 Kopfhörer-Profilen vorinstalliert. Wenn du deinen Kopfhörer anschließt, tippst du seinen Namen ins Menü, wählst eines oder mehrere EQ-Profile, und der Luxsin X9 passt den Frequenzgang automatisch an – per DSP. Das funktioniert ähnlich wie EQ-Ansätze auf Basis gemessener Kopfhörerprofile, wie man sie von Roon oder Harman-Target-Curves kennt. Die Idee dahinter: Jeder Kopfhörer bringt charakteristische Verfärbungen mit. Der Fosi i5 ist dir zu zurückhaltend in den Höhen? Die EQ gleicht das aus. Der Verum 2 ist zu hell? Wird korrigiert. Dein Kopfhörer profitiert merklich von dieser Anpassung – nicht subtil, sondern klar hörbar.

Im Ergebnis wirkt HP‑EQ wie ein fehlendes Bindeglied im Head‑Fi‑Setup: Auf Basis realer Messdaten biegt der Luxsin X9 den Frequenzgang vieler Modelle in Richtung einer ausgewogeneren Zielkurve, sodass bekannte Kopfhörer plötzlich wie „fertig abgestimmte“ Hörer klingen – ohne Messmikrofon, REW oder stundenlange EQ‑Bastelei. Ich konnte fast alle Kopfhörer hier im Haus in der Datenbank finden. Lediglich der Sennheiser HD550 fehlt. Schade – wahrscheinlich hätte ihn dieses Feature noch eine Klasse nach oben befördert.

Crossfeed (Digital)

Es gibt drei verschiedene Crossfeed-Level. Die Funktion arbeitet sehr überzeugend: Sie imitiert eine lautsprecherähnliche Räumlichkeit und reduziert die typische „In-Head-Localization“, also das Gefühl, dass alles „im Kopf klebt“. Ideal für lange Listening-Sessions mit weniger Kopfhörer-Ermüdung. Wichtig: Es klingt nicht hohl oder künstlich wie manche schlechten analogen Crossfeed-Implementierungen.

Weitere DSP-Features

  • Stereo-Weite/Soundstage-Adjustment (Depth & Width einstellbar)
  • Musikstil-Presets (vorkonfigurierte DSP-Kurven)
  • 3‑Band-EQ (Bass/Mitten/Höhen)
  • Subwoofer-Weiche (Crossover-Frequenz einstellbar)
  • PMEQ (Parametric Equalization) über das Web-Panel fein konfigurierbar

Allgemeiner Klangcharakter & Bühne 

Im Grundcharakter spielt der Luxsin X9 neutral mit einem leichten Schuss Wärme: Der Bass ist schnell, trocken und kontrolliert, geht tief hinunter, ohne in den Mittelton zu bluten, Stimmen stehen sauber und natürlich im Raum, und der Hochton bringt Glanz und Luft, ohne scharf oder nervös zu werden. Der Hintergrund bleibt dabei „pitch‑black“ – selbst bei niedrigen Pegeln hörst du praktisch kein Rauschen, was in Kombination mit der R2R‑Lautstärkeregelung gerade Leisehörer glücklich macht.

Die Bühne ist standardmäßig eher mittlere Größe mit leicht frontaler Präsentation, dafür sehr klar geschichtet: Vocals und Leads stehen greifbar vorne, Rhythmus‑Sektion und Effekte staffeln sich sauber dahinter. Aktivierst du Crossfeed und die Soundstage‑Erweiterung, lässt sich dieses Bild erstaunlich weit aufziehen, ohne ins Künstliche abzudriften – du bekommst mehr Breite und Luft um Instrumente, ohne dass es nach billigem Hall‑Effekt klingt oder einfach nur der Hochton angehoben wird. Gerade bei längeren Sessions macht das Hörermüdung spürbar geringer, weil die typische „im Kopf festgetackerte“ Bühne einem eher lautsprecherähnlichen Raumgefühl weicht.

Spannend wird es, wenn der X9 seine DSP‑Tricks ausspielt. HP‑EQ fühlt sich in der Praxis an, als würden deine Kopfhörer ein Firmware‑Update für ihren Klang bekommen: Auf Basis realer Messdaten von rund 2.500 Modellen werden Peaks geglättet, Basslöcher aufgefüllt und die Gesamttonalität näher an eine saubere Zielkurve herangezogen. Besonders Kopfhörer mit „berühmten“ Eigenheiten – etwas zu heller Oberton, Badewannen‑Tuning, dünner Bass – profitieren massiv, weil der X9 ihre Stärken betont und die Schwächen beschneidet, ohne den Grundcharakter komplett zu erschlagen. Unterm Strich wirkt HP‑EQ wie das fehlende Bindeglied im Head‑Fi‑Setup: Statt den nächsten Hörer zu kaufen, hebst du mit einem Klick den vorhandenen eine Klasse nach oben.

Leistungsmäßig hat der Luxsin X9 nicht nur für deinen Verum 2 oder Fosi i5 genügend Reserven, sondern auch für große Planare – Berichte mit HIFIMAN‑Kalibern zeigen, dass selbst bei hohen Pegeln kein Eindruck von Kompression oder Weichzeichnung entsteht. Gleichzeitig bleibt er mit sinnvoll gewählter Gain‑Stufe auch an empfindlichen IEMs sehr leise im Rauschteppich, was in dieser Leistungsklasse alles andere als selbstverständlich ist. Dass die Impedance‑Detection den Gain passend vorsortiert, macht die ganze Power im Alltag gut beherrschbar, statt dir nur theoretische Wattzahlen auf dem Papier zu liefern.

Richtig charmant ist der Luxsin X9 dann als Schreibtisch‑Zentrale im 2.1‑ oder 2.2‑Betrieb: Über die beiden Sub‑Ausgänge und die einstellbare Subwoofer‑Weiche lassen sich Aktivmonitore und ein oder zwei Subs sauber ankoppeln – etwas, das man bei Desktop‑DAC/Amps dieser Art fast nie sieht. Damit kannst du tagsüber mit Kopfhörer und HP‑EQ arbeiten und abends mit einem Klick auf Lautsprecher + Sub umschalten, ohne die Klangsignatur komplett zu verlieren: straffe Bässe, aufgeräumter Mittenbereich, kontrollierte Höhen – nur eben mit mehr Luftbewegung im Magenbereich. Für Metal, Spiele und Filme ist das eine Kombination, die schnell süchtig macht, weil sie Studio‑Kontrolle und Spaßfaktor ziemlich elegant unter einen Hut bringt.

Höreindruck

Was für ein Technik-Brett. Für einen DAC gibt es hier erstaunlich viel zu entdecken – und genau das lädt zum Spielen und Ausprobieren ein. Gerade die Kombination aus kräftigem Kopfhörerverstärker, DSP-Spielwiese und Subwoofer‑Integration erinnert ein wenig an den Burson Conductor GT4: Der Subwoofer will plötzlich auch mit euren Kopfhörern mitspielen – ein ziemlich irres Erlebnis.

Natürlich durfte auch meine Metal‑Referenz‑Playlist nicht fehlen. Dazu kamen YouTube, Filme, Serien, Spiele – einmal das ganze Alltagspaket. Der Luxsin X9 hat in der Testzeit dauerhaft auf meinem Schreibtisch gestanden und wurde an guten Tagen locker 10 Stunden am Stück genutzt. Bei knapp 300 Stunden Spielzeit kennt man die Kiste langsam ziemlich gut.

Im Alltag bleibt der Luxsin X9 dem beschriebenen Grundcharakter treu: neutral bis leicht warm, straffer, kontrollierter Bass, sauberer Mittelton und eine klare, luftige, aber nicht nervige Höhenwiedergabe. Der Hintergrund bleibt „pitch‑black“, nichts rauscht, nichts zischelt – selbst bei niedrigen Pegeln wirkt alles kontrolliert und aufgeräumt. Erst wenn man DSP, HP‑EQ und Crossfeed dazuschaltet, merkt man, wie viel Potential da noch oben drauf kommt.

Luxsin X9 X Verum 2

Der Verum 2 ist ein großartiger Kopfhörer, gebaut von einem zugegeben etwas kontroversen Hersteller. Wie so oft bei mir handelt es sich um einen offenen Planar – hier mit den optionalen „ventilated Earpads“, um etwas mehr Tiefbass herauszukitzeln. Am Luxsin X9 angestöpselt und das passende Profil im HP‑EQ aktiviert, passiert genau das, was man sich insgeheim wünscht: Aus einem sehr guten Kopfhörer wird ein affengeiler Kopfhörer.

HP‑EQ bügelte beim Verum 2 die typischen Eigenheiten glatt: Der Bass gewinnt an Fundament, ohne aufzuquellen, die Mitten rücken etwas sortierter ins Zentrum und die Höhen verlieren ein Stück Schärfe, behalten aber Luft und Detail. Versteht es nicht falsch – der Verum 2 ist auch „pur“ ein toller Hörer –, aber es fühlt sich an, als bekäme er ein kostenloses Tuning‑Upgrade. Mehr Linearität, weniger Nervigkeit, stimmigere Tonalität. So sollte dieser Kopfhörer eigentlich ab Werk klingen.

Luxsin X9 X Fosi Audio i5

Der Fosi Audio i5 ist so ein bisschen der Geheimtipp 2025: für den Preis ein erstaunlich erwachsener Klang, der einige etablierte Hersteller sichtbar nervös gemacht hat. Klar, der Start war holprig, Fosi hat aber schnell nachgebessert und die Kinderkrankheiten überarbeitet. Am Luxsin X9 knüpft der i5 genau da an – nur eben eine Stufe höher.​

Mit aktiviertem HP‑EQ bekommt der i5 das, was ihm viele attestieren: ein sehr stimmiges, „großes“ Klangbild für kleines Geld, aber mit weniger Ecken und Kanten. Der Bass wirkt kontrollierter und definierter, Stimmen rücken natürlicher in den Vordergrund, und der Hochton verliert Härte, ohne langweilig zu werden. Unterm Strich hebt der Luxsin X9 den Fosi Audio i5 in eine andere Liga – nicht, weil er ihn verbiegt, sondern weil er seine Stärken betont und die Schwächen wegschneidet.

Einordnung & mögliche Kritikpunkte

Im Vergleich zu typischen Mess‑Boliden à la Topping DX9 oder ähnlichen Designs spielt der Luxsin X9 etwas wärmer und entspannter, punktet dafür mit deutlich mehr Features und Flexibilität. Für Besitzer eines Eversolo DMP‑A8 ist er weniger spannend, weil sich DAC‑Teil und viele Funktionen überschneiden – spannend wird er vor allem als dedizierter Head‑Fi‑Hub mit HP‑EQ und Sub‑Integration.

Kleine Schattenseiten gibt es auch: Einen Ethernet‑Port sucht man vergeblich, alles läuft über WLAN oder USB. Die Relais‑Klicks der R2R‑Lautstärkeregelung sind gewollt und haptisch toll, in sehr leisen Umgebungen aber hörbar – Geschmackssache. Und wer statt leicht wärmer, „musikalischer“ Abstimmung lieber maximal analytische, knallharte Neutralität mit messfokussiertem Minimalismus sucht, wird bei Topping & Co. wahrscheinlich glücklicher.

Fazit

Der Luxsin X9 ist für mich so ein Gerät, das man anfangs wegen der Optik und der Technik-Gimmicks spannend findet – und am Ende wegen der Alltagstauglichkeit und des Klangtunings behält. Er ist kein puristischer „Nur-DAC“, sondern ein vollwertiges Head‑Fi‑Control‑Center: kräftiger Kopfhörerverstärker, sehr guter DAC, flexible Vorstufe mit Sub‑Ausgängen und dazu eine DSP-Werkzeugkiste, die deinen vorhandenen Kopfhörern im besten Fall ein Klang‑Firmware‑Update verpasst.

Wer maximale Analytik, klinische Neutralität und „Messwerte first, Features egal“ sucht, findet bei Burson (Conductor GT4), Topping & Co. wahrscheinlich die spannendere Lösung. Der Luxsin X9 zielt eher auf Hörer, die eine saubere, leicht warme, kontrollierte Abstimmung mögen und Lust haben, mit HP‑EQ, Crossfeed, Parametric‑EQ und 2.1/2.2‑Setup aktiv zu gestalten. In dieser Rolle macht er verdammt viel richtig: genug Power für große Planare, pechschwarzer Hintergrund, sehr gute Verarbeitung, starkes Display, und eine EQ‑/Profil‑Sektion, die aus „guten“ Hörern sehr oft „sehr gute“ Hörer macht.

Perfekt ist er nicht: kein LAN-Port, viele Funktionen hängen am Firmware‑Status, die Relais‑Klicks der R2R‑Lautstärke muss man mögen und der Grundsound im Bypass wirkt etwas „zu brav“. Aber unterm Strich ist der Luxsin X9 aktuell einer der spannendsten All‑in‑One‑DAC/Amps für den Schreibtisch – vor allem, wenn du mehr willst als nur „Signal rein, Signal raus“ und dein Head‑Fi‑Setup wirklich als Spielwiese und Werkzeug gleichzeitig begreifst.

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https://www.hifigeek.de/luxsin-x9-im-test/feed/ 0 9737
Burson Audio Timekeeper GT4 im Test: High-End-Monoblöcke an der Schwelle zum Ultra-High-End https://www.hifigeek.de/burson-audio-timekeeper-gt4-im-test/ https://www.hifigeek.de/burson-audio-timekeeper-gt4-im-test/#respond Sat, 17 Jan 2026 21:30:15 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9904 Wir haben die Burson Audio Timekeeper GT4 schon seit ein paar Wochen hier zum Test. Warum ihr euch diese Mono-Blöcke auf die Wunschliste schreiben solltet, versuche ich im folgenden Review für euch zu klären.

Die Timekeeper GT4 Max sind Teil einer wachsenden Burson-Testreihe bei HiFiGeek. Alle Geräte, Hintergründe und die Markenphilosophie im Burson Audio Hub.

Disclaimer: Burson Audio hat die Burson Audio Timekeeper GT4 kostenlos zur Verfügung gestellt. Jedoch nehmen sie keinerlei Einfluss auf meinen Testaufbau oder mein Urteil. Ich versuche hier immer brutal ehrlich und transparent zu bleiben.

Hier findet ihr mein Burson Timekeeper GT4 Video‑Review auf YouTube

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Wir haben in den letzten Monaten einiges mit Burson Audio zu tun gehabt. Sie stellen feinste HiFi-Geräte her, welche aktuell zumindest auf dem deutschen Markt nicht so verbreitet sind. Nicht, weil die Geräte schlecht sind, sondern wahrscheinlich eher, weil jeder neue Markt eine weitere Investition erfordert und wenn man dem Überlieferten Glauben schenken kann, sind die Burson-Audio-Jungs und ‑Mädels in erster Linie Macher und haben Bock, an ihren Produkten zu feilen.

Das merkt man auch daran, dass sie in den letzten 12 Monaten ihr Portfolio verjüngt haben durch neue Revisionen ihrer Bestandsprodukte und über ihre Flaggschiff-Modelle noch High-End-Flaggschiffe wie die Voyager-Serie etabliert haben.

Noch traue ich mich nicht in diese Riege vorzuwagen und habe mich bewusst für die Grand-Tourer-Serie entschieden, da diese für den ein oder anderen schon absolutes High-End – feature- sowie klangtechnisch – und sicherlich eine Herausforderung für das Portemonnaie darstellt.​

Die Burson Audio Grand Tourer Serie

Alle, die sich mit dem Portfolio von Burson Audio schon auskennen, können diesen Abschnitt getrost überspringen. Mir geht es aber der Vollständigkeit halber darum, auch ein wenig die Synergien zwischen den einzelnen Produkten vorzustellen.

Burson Audio selber unterteilt deren Portfolio in Party‑, Stellar‑, Grand-Tourer- und Voyager-Series. Wobei die Stellar-Series gerade frisch den Markt erobert hat, wir berichteten. In der Party-Series gibt es z. B. den Playmate 3, welchen wir ebenfalls schon testen durften, der ein DAC/Head-Amp darstellt und schon High-End-Allüren versprüht. Die Grand-Tourer-Series ist mit der Voyager-Series eine der beiden „ausgewachsenen“ Serien. Denn hier gibt es jeweils Pre-Amps mit Head-Amps (Soloist), Pre-Amp, DAC mit Head-Amp-Kombos (Conductor) und HiFi-Endstufen (Timekeeper).​

Theoretisch kann man sich mit Kombinationen aus Soloist oder Conductor und Timekeeper kleine, sehr potente HiFi-Anlagen im hohen vierstelligen Bereich aufbauen. Bekommen tut man dann ein großzügiges Kopfhörer- sowie HiFi-Setup und kann so gleich zwei Leidenschaften frönen: Kopfhörer und Lautsprecher. Abgesehen von Bursons uniquem Design der Geräte offerieren sie noch passende Racks oder Stands, mit welchen man seine Geräte toll in Szene setzen kann. Wer Interesse am Burson Audio Conductor GT4 hat, dem ist natürlich unser Review ans Herz gelegt.

Unboxing der Burson Audio Timekeeper GT4 Max

Da wir hier die Burson Audio Timekeeper GT4 in der Max-Variante in die Finger bekommen haben, begrüßten mich vor der Tür auch zwei große Pakete, welche von mir ausgepackt werden wollten.
Ein Paket beherbergt die zwei massiven Fusion-Core-Netzteile und das andere die zwei Burson Audio Timekeeper GT4 selber.

Wer schon andere Geräte von Burson auspacken durfte, weiß, dass deren Verpackungen gut durchdacht sind und somit die wertvolle Fracht super ans Ziel bringen.

Lieferumfang Burson Audio Timekeeper GT4 Max (Paar)

  • 2 × Burson Audio Timekeeper GT4 Monoblock-Endstufe (GT4 Max Version)
  • 2 × Burson Fusion Core Netzteile (32 V / 15 A, GaN-basiert)
  • Custom 4‑Pol-Kabel für 32 V
  • Netzkabel für die Fusion-Core-Netzteile (länderabhängig)
  • Inbusschlüssel
  • Ersatz-Sicherungen​

Anschluss und die allerersten Eindrücke der Burson Audio Timekeeper GT4

Ich bin ganz ehrlich: Ich habe schon viel Gutes von den Burson Audio Timekeeper GT4 gehört und war natürlich innerlich ganz aufgeregt und konnte es kaum erwarten, die Monoblöcke an die Amphion Argon3S (hier geht es zum Review der Amphion Argon3S) zu hängen. Eigentlich hatte ich noch umfassende Umbauten hier in meinem Hörsetup auf der Liste, durch Verzögerungen hier und da wollte ich einfach nicht mehr warten.

So kam es, dass ich die beiden Netzteile auf meinem Subwoofer „parkte“ und stumpf die beiden Burson Audio Timekeeper GT4 auf einer HiFi-Base mehr schlecht als recht platzierte. Unterm Strich „scheiß egal“, vielleicht nicht fotogen, aber es ging ums Hören.

Ich habe hier einen feinen Satz Ricable-Kabel aus der Dedalus-Reihe und habe mich dazu entschieden, folgende Kette zusammenzubauen:
Eversolo DMP-A6 → Fosi Audio ZP3 → Burson Audio Timekeeper GT4 + Fusion Core → Amphion Argon3S + Arendal 1961 Subwoofer 1V. Beim Subwoofer habe ich mich dennoch für sealed entschieden für mehr Punch und habe quasi den Stopfen eingesteckt und das Klangprofil auf das für geschlossenen Betrieb optimierte gestellt.​

Ich will nicht sagen, dass ich schon „blown away“ war, aber was hier passierte, hatte schon etwas. Dennoch dachte ich mir: Zieh durch und kram mal dein MiniDSP UMIK‑1 raus. Gesagt, getan habe ich dann mit dem neuen Einmessfeature des Eversolo DMP-A6 (hier geht es zum Review des Eversolo DMP-A6) und dem iPad Air noch schnell eingemessen und die FIR-Filter anlegen lassen. Die Kurve sah schlüssig aus für meinen akustisch bearbeiteten Raum und der Sound war …

Ich will jetzt in diesem Absatz noch nichts vorwegnehmen, da ich einige Experimente gemacht habe und diese dann gleich direkt gegenüberstellen mag.

Anschlüsse und so

Da es sich bei den Burson Audio Timekeeper GT4 um klassische Endstufen handelt, ist deren Anschlussvielfalt jetzt nicht super fancy:​

Jeder der zwei Burson Audio Timekeeper GT4 verfügt jeweils über:

  • 1× XLR
  • 1× Cinch
  • 1× Trigger-In und Trigger-Out
  • 1× 32-V-4-Pol-Eingang (schraubbar)

Auf der Rückseite befindet sich dann noch ein kleiner Schalter, welcher es erlaubt, die vier Modi der Burson Audio Timekeeper GT4 durchzuschalten.

Design, Verarbeitung und Aufstellung

Die Designsprache von Burson Audio kann man generell als futuristisch bezeichnen. Vom Formfaktor her haben wir hier ca. eine 2/3‑Breite gegenüber Standard-HiFi. Da es sich um Mono-Blöcke handelt, lassen sich die Endstufen z. B. symmetrisch rechts und links auf Möbeln platzieren. Tendenziell könnte man die beiden Mono-Blöcke auch stapeln. Da es sich hier aber um Class‑A/AB-Verstärker mit 100 W Idle-Bias handelt, werden diese ziemlich warm. Also mehr als handwarm. Demnach würde ich nicht dazu raten, die Geräte direkt zu stapeln. Hierfür bietet sich eher das Burson Audio Mothership (HiFi-Rack) an, welches zum einen massiv aus Aluminium besteht und zum anderen Abstand zwischen die Geräte schafft, damit diese ausreichend ventilieren können.​

Weiterhin gibt es zu bedenken, dass die beiden Mono-Blöcke aktiv gekühlt sind und rechts sowie links Luftauslässe haben, welche nicht bedeckt werden sollten. Ich hatte sie anfangs, wie eingangs erwähnt, recht nah nebeneinander stehen, und so waren sie doch ein wenig wärmer als aktuell im Quadraspire SVT Rack, welches unter anderem luftdurchlässige Ebenen besitzt. Hierzu aber dann mehr im Artikel zum Quadraspire SVT Rack.

Die Verarbeitung ist Burson-Audio-typisch super. Sie besitzen recht massive Aluminiumgehäuse, welche jetzt keine Bleiklötze sind wie bei anderen Geräten, aber dennoch massiv genug sind, um als High-End durchzugehen. Weiterhin gibt es keine wirklichen Spaltmaße oder scharfen Kanten, die den Eindruck trügen könnten. Das mitgelieferte 4‑Pol-Kabel zur Verbindung der Burson Audio Timekeeper GT4 mit den Burson Audio Fusion Cores scheint custom-made und nicht von der Stange. Toll ist, dass man die Kabel verschraubt und so definitiv eine sichere Verbindung hat.​

Designtechnisch gibt es nicht viel auszusetzen, dennoch habe ich zwei Punkte, die ein wenig undurchdacht wirken: Zum einen besitzen die Fusion Cores der Burson Timekeeper GT4 die Form der Voyager-Serie und nicht der Grand-Tourer-Serie. Das liegt wohl daran, dass sich die Fusion Cores der Grand-Tourer-Serie das Gehäuse der Voyager-Serie teilen. Produktionstechnisch macht das natürlich Sinn. Optisch ist es nicht ganz konsistent.​

Weiterhin weiß ich nicht, ob es wirklich notwendig ist, dass das 32-V-Kabel auf der Front aus den Fusion Cores kommt und nicht hinten neben dem Kaltgeräteanschluss sitzt. So hat man keinen völlig cleanen Front-Look, sondern immer ein Kabel, welches dann direkt nach hinten geht, um die Burson Audio Timekeeper GT4 mit 32 V Gleichstrom zu versorgen.

Technik-Bashing

Der Burson Audio Timekeeper GT4 ist ein Class-AB-Monoblock-Verstärker, welcher einen sehr hohen Leistungsanspruch hat. Er spielt sicherlich locker schon in der High-End-Riege mit und kann hier das ein oder andere Ausrufezeichen setzen.​

Dafür betreibt Burson Audio auch einiges an Aufwand: Die Monoblöcke sind im Class-AB-Design. 30 Watt liefern sie im puren Class-A-Betrieb und darüber hinaus dann im Class-AB-Betrieb. Bei 8 Ohm sind sie in der Lage, lockere 100 Watt und bei 4 Ohm 200 Watt zu liefern. Ich habe im Head-Fi-Forum gelesen, dass Burson dies sehr konservativ auslegt und so ohne Probleme auch stabil 140 Watt mit den Fusion-Core-Netzteilen liefern kann und die erste sichtbare Wellenverformung irgendwo bei 160 Watt angefangen haben soll.​

Die Stromversorgung

SP-Module

Weiterhin ist Burson Audio eine „ruhige“ Stromversorgung sehr wichtig. Angefangen bei den Burson-Audio-eigenen Silent Power Regulator Modules (SP-Module). Diese sind nämlich austauschbar und filtern extrem effektiv Netzstromrauschen, reduzieren Ripple-Spannung und bieten obendrein noch Überlastschutz. Burson hat hiervon zwei Modelle:

  • SP01: Nur 40 µV Rauschen – 5× leiser als Standardregler in der Industrie.
  • SP02 (im GT4 verbaut): Nur 0,8 nVrms – über 200× leiser als SP01 oder herkömmliche Regler.

Im Burson Audio Timekeeper GT4 sind standardgemäß SP02-Module verbaut.​

Burson Audio Fusion Core

Um das ganze Stromthema auf die Spitze zu treiben, hat Burson Audio noch die Burson Fusion Core Netzteile im Angebot.
Der Burson Audio Fusion Core ist ein externes GaN-basiertes Netzteil (24 V oder 32 V), das bis zu 480 W reine Leistung liefert und speziell für Burson-Geräte wie den Timekeeper GT4 Max entwickelt wurde.​

Technische Eckdaten

  • Modell: 32 V / 15 A (je 480 W max.)
  • Rauschpegel: < 1 µV – extrem leise durch GaN-Transistoren (1 MHz Schaltfrequenz).
  • Abmessungen: 210 × 200 × 75 mm; Gewicht: 5 kg; silbernes Gehäuse.
  • Anschlüsse: GX12-Ausgang, IEC C14-Eingang, inkl. Kabel (1,8 m Netz, 1,5 m DC).

Vorteile und Effekt
GaN-Technologie ermöglicht höhere Effizienz, kühlere Laufleistung und bessere Rauschfilterung als herkömmliche SMPS oder lineare Netzteile – kein 50-Hz-Brummen oder unnötige Erwärmung. Für den Burson Audio Timekeeper GT4 Max sorgt es für stabile Versorgung unter Volllast, mehr Dynamik und „schwärzeren“ Hintergrund.​

In Kombination mit den SP-Modulen verspricht Burson Audio batterieähnlichen Klang. Ja, ich weiß, ist ein wenig blöd ausgedrückt. Hardcore-Audiophile preisen Batterien als die Stromquelle, die absolut gar keine „Verunreinigungen“ hat. Burson Audios Ziel war es, annähernd so wenig „Verunreinigungen“ in ihrer Kette zu haben wie eben möglich.

Ich will jetzt nicht sagen, dass es der Hardcore-Gamechanger ist, aber zwischen 08/15-Netzteilen und guten hört man dennoch einen Unterschied. Wieviel einem das nun wieder wert ist, muss ein jeder selbst für sich wissen. Fakt ist: Burson Audio treibt einen unglaublichen Aufwand bei dem Thema und ich denke, die Ergebnisse sprechen für sich.​

Elektrische Spezifikationen & Stromverbrauch

  • Ausgangsleistung: 100 W @ 8 Ohm / 200 W @ 4 Ohm
  • Frequenzgang: 20 Hz bis 20 kHz
  • THD: < 0,03% @ 1 kHz
  • Signal-Rausch-Abstand: 110 dB
  • Ausgangsimpedanz: < 0,015 Ω (20 Hz bis 20 kHz)
  • Verstärkung: 29 dB​

Interessant wird es beim Stromverbrauch. Der Burson Audio Timekeeper GT4 läuft nämlich mit einem sogenannten Idle-Bias (Ruhestrom). Dieser ist beim Burson Timekeeper GT4 ein hoher Leerlaufstrom im Class-AB-Betrieb, der die Transistoren dauerhaft in ihrem optimalen Arbeitsbereich hält. Deshalb verbrauchen sie 100 Watt im Leerlauf, ohne dass Musik abgespielt wird.​

Vorteile des Idle-Bias

  • Minimale Verzerrung: Reduziert Crossover-Verzerrung (Übergang Push-Pull) auf < 0,03% THD, da Transistoren nie „schlafen“ – Klang bleibt linear und präzise.
  • Schnelle Transienten: Hoher Bias sorgt für sofortigen Stromfluss bei Bass/Punch.
  • Pure Class‑A bis 30 W: Erste Watt rein Class-A-Qualität.​

EXICON MOSFETs

Burson Audio setzt im Burson Audio Timekeeper GT4 hochwertige und leistungsfähige EXICON MOSFETs ein. EXICON MOSFETs zeichnen sich durch ihre hohe Peak-Performance aus und erlauben es so, auch schwierigere Lautsprecher gekonnt zu handeln. Darüber hinaus verfügen sie über eine niedrige Verzerrung (0,03% THD), schnelle Transienten und natürlichen Klang. Also besser gesagt, sie haben nicht die viel beschriebene „Transistorhärte“ wie z. B. bei Bipolar-Transistoren.​

Input-Buffer

Bevor es heißt, ich verheimliche euch noch ein Feature, das gebraucht wird. Also, ich verstehe, warum das da ist, aber bisher hatte ich keine großen Probleme … es geht um den Input-Buffer der Burson Audio Timekeeper GT4. Dieser kann optional angeschaltet werden und aktiviert den Signalweg über den verbauten Burson Audio V7 Vivid OpAmp. Dieser erhöht das Eingangssignal um +12 dB (XLR) bzw. +6 dB (RCA). So kann man die Timekeeper auch an weniger potente Quellen direkt anschließen.​

Höreindrücke

Endlich ans Eingemachte! Wer wie ich geglaubt hat, dass die Einleitung zu den Burson Audio Timekeeper GT4 schnell geht, weil es ja „nur“ Endstufen sind, hat sich geirrt. Also, beim Schreiben ist mir aufgefallen, dass es schon so einiges zu den Geräten zu sagen gibt – so aber auch beim Höreindruck. Ich habe die Timekeeper GT4 an drei verschiedenen Paaren Lautsprechern betrieben. Sonst habe ich die Kette nicht angerührt, bzw. natürlich jede Kette dann eingemessen.

Da sich hier und da Lieferungen ein wenig verzögert haben, habe ich immer relativ lange mit einem Paar Lautsprecher verbracht und glaube mit Gewissheit attestieren zu können, dass die Burson Audio Timekeeper GT4 einen leicht warmen, aber dennoch hoch detaillierten Ton liefern. Also der Hintergrund ist „pitch-black“, ich glaube, das kommt von der aufwendigen Stromversorgung. Was gerade die Höhen super transparent macht. Dennoch kann ich eine gewisse Wärme nicht abstreiten. Es ist aber keine Röhrenwärme.​

Natürlich habe ich wieder meine Qobuz-Playlist zu Rate gezogen und auch hier sind ein paar Newcomer dabei, welche sich im aktuellen Setup herauskristallisiert haben und zur Referenz aufgestiegen sind. Für alle, die immer auf der Suche sind nach den ganzen Songs, die so auf Messen und so laufen, habe ich mal angefangen, die oft gehörten Songs in einer weiteren Playlist zu konservieren.

Arendal 1723 Tower & SVS SB‑5000 – die „Stress-Test“-Kombi

Ein großer Teil der Spielzeit lief die Burson Audio Timekeeper GT4 an den Arendal 1723 Towern. Das sind große, THX-zertifizierte Standlautsprecher mit mehreren 8‑Zoll-Treibern und Waveguide-Hochtöner – gebaut für hohe Pegel, brutale Dynamik und gleichzeitig ehrliche Detailwiedergabe. Genau das ist der Punkt, an dem man schnell merkt, ob eine Endstufe wirklich souverän bleibt oder irgendwann komprimiert und dicht macht.​

An den Arendal 1723 Towern erzeugen die Burson eine sehr breit gespannte, stabile Bühne. Stimmen stehen sauber in der Mitte, Instrumente sind klar voneinander getrennt, auch wenn der Mix dichter wird. Der Punch im Oberbass kommt schnell und kontrolliert, Kickdrums haben Körper, ohne anzudicken oder zu wummern. Selbst bei Pegeln, bei denen der Nachbar vermutlich schon an die Tür klopfen würde, wirken die GT4 eher entspannt souverän als angestrengt.

Im Tiefton habe ich zusätzlich mit einem SVS SB‑5000 gearbeitet. Der geschlossene 15‑Zöller ist bekannt dafür, extrem tief zu reichen und dabei sehr präzise zu bleiben. Zusammen mit den Arendal 1723 Towern zeigt er recht gnadenlos, ob eine Endstufe den Bassbereich wirklich im Griff hat oder nur „laut“ kann. Die Burson behalten hier die Kontrolle: Der Sub schiebt tief und mit Autorität, aber Konturen und Anschläge bleiben klar stehen, statt in einem Bass-Teppich zu verschwimmen. Gerade bei Doublebass-Gewittern und tief gestimmten Gitarren merkt man, dass hier genug Leistung und Dämpfung vorhanden ist, um die Chassis im Zaum zu halten.​

Referenz-Playlist für euch da draußen

Ich benutze in meinen Reviews fast ausschließlich meine Referenz-Playlist auf Qobuz. Natürlich auch für die Burson Audio Timekeeper GT4. Gerne dürft ihr euch da reinklicken. Schreibt mir auch gerne wenn ihr einen Track habt, den ich unbedingt mit drauf schmeißen soll.

In Flames – „Stay With Me“

Wirklich ein geiler Song von In Flames und war absolut nicht auf meinem Radar. Erst nachdem ich den Eversolo eingemessen hatte, stach der Song irgendwie hervor. Ich weiß auch gar nicht, warum ich das Album „I, The Mask“ gehört habe. Irgendwie war es eine Fügung und die Gitarren catchten mich direkt. Wirklich schönes Imaging und eine direkt wirkende Bühne. Die Gitarren haben schöne Details wie das Schnarren der Saiten und man hört auch super das Picking. Anders Friedéns Gesang ist ungewohnt soft, aber trotz leichtem Hall inmitten der Bühne verortet. Die Side-Vocals kommen schön räumlich und umschließen einen beim Hören super. Ab 3:30 weichen die Clear-Gitarren dann doch härteren Klängen und Anders Friedén kann sich von seiner metalligeren Seite zeigen. Generell bleibt der Song aber „ruhiger“, dafür einfach audiophiler und perfekt für künftige Reviews.

Die Burson Audio Timekeeper GT4 schaffen es hier, sowohl die feinen Details – Schnarren, Hallfahnen, Background-Vocals – als auch den Punch im Refrain herauszuarbeiten, ohne dass es scharf oder stressig wird. Genau dieses „warm, aber sehr transparent“ beschreibt den Charakter ziemlich gut.

Synestia – „Winter“

Unglaublicher Song von noch unglaublicherer EP. Wer sie nicht kennt: „The Poetic Edda“ von Synestia/Disembodied Tyrant ist wahrscheinlich eines der herausragendsten Deathcore-Werke der letzten Jahre. Besser einzuordnen als Symphonic-Deathcore mit vielen Details, welche produktionskostenbedingt natürlich zum Großteil aus dem Computer kommen. Dennoch fänd ich es schon mal stark, wenn man versuchen würde, das Werk noch einmal mit „realen“ Stimmen und Instrumenten einzuspielen.

So klingt es natürlich ein wenig hochproduziert und programmiert. Dennoch sind hier viele Aspekte generell von Musik zu hören. Fängt es bei harten Breakdowns an, endet es bei einer Kirchen-Orgel, was einfach mega unique ist. Der Orgelpart macht einfach ultra Laune und schiebt ordentlich nach vorne. Wirklich ungewohnte Kombi, die außerordentlich funktioniert.

Für die Burson Audio Timekeeper GT4 ist das ein dankbares Stück, weil es genau da ansetzt, wo viele Amps ins Chaos abgleiten: dichter Mix, tiefer Bass, Synths, Orgel, Chöre. Die Burson sortieren das alles sehr sauber, halten die Bühne stabil und lassen trotz des Drucks genug Luft, damit man in die Tiefe des Mixes hineinhören kann.

Einordnung & Fazit

Unterm Strich sind die Burson Audio Timekeeper GT4 für mich Endstufen, die sehr klar zeigen, wo Burson mit der Grand-Tourer-Serie hinwill. Sie sind keine Showeffekt-Amps, die auf den ersten Blick „wow“ schreien, sondern eher Werkzeuge, die Kontrolle, Ruhe und Durchzeichnung nach vorne stellen – und genau damit im Alltag immer mehr überzeugen, je länger man mit ihnen hört. Gerade an den Arendal 1723 Towern mit dem SVS SB‑5000 haben sie sich als extrem souverän erwiesen: egal ob leise, spätabends, oder richtig laut mit komplexen Metal- und Deathcore-Produktionen, die Dinger behalten einfach die Kontrolle.​

Die Kombi aus hoher Dauerleistung, hohem Idle-Bias, EXICON-MOSFETs und der aufwendigen Stromversorgung mit SP-Modulen und Fusion Core zahlt direkt auf den Höreindruck ein: schwarzer Hintergrund, saubere Transienten, viel Punch, aber kein künstliches Aufdicken oder Schönfärben. Wenn ihr einen Amp sucht, der eher wie eine Präzisions-Endstufe arbeitet als wie ein Effektgerät, dann sind die GT4 definitiv spannend – vorausgesetzt, der Rest eurer Kette spielt auf einem ähnlich hohen Niveau und euer Raum gibt das her.​

Preislich bewegen wir uns hier klar im High-End, aber noch nicht in den ganz absurden Regionen mancher Ultra-High-End-Monoblöcke, die fünfstellige Summen pro Paar aufrufen. Von der technischen Herangehensweise – Monoblock-Design, GaN-basiertes Fusion-Core-Netzteil, Silent-Power-Module, hohe Ströme – und von der Souveränität im Betrieb ragen die Burson Audio Timekeeper GT4 für mich aber durchaus in Bereiche hinein, in denen man sonst deutlich teurere Lösungen findet. In manchen Belangen sind wir hier an der Schwelle zum Ultra-High-End, nur eben ohne das Preisschild eines ganz großen Boutique-Boliden.​

Natürlich muss man sich trotzdem fragen, ob das ins eigene Setup passt: Ihr braucht Lautsprecher, die das auch umsetzen können, und ihr müsst mit Wärmeentwicklung und Stromverbrauch leben wollen. Wer aber den Platz hat, passende Schallwandler davor hängen und Wert auf dieses Plus an Trennung, Kontrolle und Headroom legt, bekommt mit den Burson Audio Timekeeper GT4 Max ein Paket, das sehr konsequent zu Ende gedacht ist. Für mich persönlich sind sie im Moment so ein bisschen der Punkt, an dem ich sagen würde: Viel weiter nach oben muss ich bei Endstufen in meinem Setup gerade nicht mehr schauen.

Nach meinem Bewertungsschema erhalten die Burson Audio Timekeeper GT4 Max den HiFiGeek Award. Wie ich bewerte und was der Award bedeutet, steht hier: https://www.hifigeek.de/bewertungsschema-bei-hifigeek/

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https://www.hifigeek.de/burson-audio-timekeeper-gt4-im-test/feed/ 0 9904
SMSL D1 — DER Einsteiger-DAC 2025? https://www.hifigeek.de/smsl-d1-der-einsteiger-dac-2025/ https://www.hifigeek.de/smsl-d1-der-einsteiger-dac-2025/#respond Tue, 18 Nov 2025 19:05:12 +0000 https://www.horror-news.com/?p=9499 Du hast einen PC, willst aber endlich sauberen, ehrlichen Sound genießen – und zwar ohne das übliche Marketing-Geschwurbel? Ich habe den brandneuen SMSL D1 Desktop-DAC getestet und nach dem Unboxing erstmal alles auf den Tisch gestellt: Features, Anschlüsse, Bedienung und vor allem den Klang. Was taugt das kleine Kistchen wirklich?

Ich habe den D1 von SMSL zugesandt bekommen im Tausch für meine ehrliche Meinung. Ich habe keinerlei Verbindung zu SMSL, noch hat SMSL Einfluss auf meinen Text. Wie immer: klar, ehrlich und mitten in die Fresse.

Hier findet ihr mein SMSL D1 Video‑Review auf YouTube

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Unboxing

Der SMSL D1 kommt in einem kleinen, schlichten Karton. Zuerst entdeckt man so etwas wie eine Garantiekarte, eine Kurzanleitung auf Englisch und Chinesisch und ein einigermaßen wertiges USB-Kabel. Der D1 selbst kommt in einer kleinen, milchigen Tüte, wohlbehütet. Der Lieferumfang ist jetzt nicht die Welt, aber sicherlich ausreichend.

Verarbeitung & Ausstattung

Wer mich kennt, weiß: Ich achte auf Details. Der SMSL D1 kommt mit robustem CNC-Alu, fühlt sich erstaunlich wertig an und bleibt so kompakt, dass er auch im kleinsten Setup Platz findet – am Laptop, irgendwo am, um, unter dem Schreibtisch oder irgendwo an der HiFi-Anlage als kleines Gimmick.

Anschlüsse?

USB‑C getrennt für Strom & Daten (wobei der Datenanschluss auch den Strom für den DAC liefern kann), optisch, koaxial – alles Wichtige ist dabei. Ausgänge gibt’s klassisch per RCA-Stereo. Keine unnötigen Spielereien: Plug&Play für Windows und Mac, natürlich sind High-Res-Daten kein Problem.
Bedienung? Intuitiv über Touch-Tasten und eine schlichte LED-Anzeige. Nix weltbewegendes, funktioniert!

Technische Daten auf einen Blick

  • DAC-Chip: ROHM BD34352EKV (audiophil, neutral)
  • Samplerates: 32 Bit / 768 kHz, DSD512
  • SNR/THD+N: 126 dB / 0.00038%
  • Extras: Low-TC Widerstände, solide Verarbeitung

Interessant ist der SMSL D1 gerade weil er nicht auf die üblichen Verdächtigen von ESS und Asahi Kasei Microdevices alias AKM setzt. Auch weil SMSL sich dazu entschieden hat einen vergleichsweise hochwertigen DAC-Chip in ein Einsteiger-Gerät zu stecken. Natürlich wurde hier jetzt nicht das ausgeklügelste Schaltungsdesign oder Implementierung an und für sich vorgenommen. Dennoch hängt SMSL mit diesem Ansatz die Messlatte im Einsteigersegment ein erhebliches Stück höher. Wer hier liest und noch nicht ganz zu mit der Materie vertraut ist, dem sei gesagt, dass gerade im höherpreisigen Segment noch die ein oder anderen Kniffe versteckt sind, welche dann erheblich teurere Hardware zur Folge haben.

Der Klang: praktischer Hörtest

Getestet habe ich mit dem Lehmann Audio Linear II Kopfhörerverstärker, den Verum 2 Planars und Ricable Dedalus Cinch – alles aus meinem daily driver-Setup. Als Zuspieler kam ein Mac bzw. Eversolo DMP-A6 zum Einsatz, gestreamt über meine Qobuz-Playlist.

Erster Eindruck:
Der SMSL D1 liefert ein überraschend rundes, neutrales Klangbild. Der neue ROHM-Chip positioniert sich tonal zwischen den bekannten ESS- und AKM-Lösungen: Nicht so analytisch-kühl wie ESS, aber auch nicht ganz so warm wie AKM. Erwähnenswert: Die Bühne wirkt gut sortiert und breit, Höhen sind präsent, aber nicht unangenehm scharf. Ich mag es, wenn Becken nicht überbetont werden aber dennoch Crunch in den Ohren haben – das passt!

Bassfundament:
Im Tieftonbereich spielt der D1 satt, mit angenehmem, unaufdringlichem Punch. Wer Kopfhörer oder Boxen mit weniger Tiefgang besitzt, bekommt hier einen Kick. Die Abstimmung ist musikalisch, doch nie schwammig. Bei KoRn – Got the Life zeigt sich, wie federnd der Bass kommen kann. Macht richtig Spaß!

Separation & Bühne:
Die Kanaltrennung ist solide, die Bühne breit aber nicht riesig. Für Garage-Sound á la Nirvana fehlt ein bisschen das kratzige RAW-Feeling welches hochwertigere DACs herausholen – aber wir reden hier von einem Modell unter 100€! Für den Preis: No-Brainer. Die Stimme von Brian Garris (Knocked Loose, Everything is quiet now) kommt klar durch, Details in den Cymbals sind besser als erwartet, alles bleibt angenehm unaufgeregt.

Referenztracks:

  • Nirvana – Rape Me: Bühne breit, aber RAW-Charakter fehlt etwas
  • Knocked Loose – Everything is quiet now: Stimme präsent, Punch okay, Höhen schön eingebunden
  • KoRn – Got the Life: Der Bass schiebt, macht sofort Laune
  • Orbit Culture – The Tales of War / Imminence – God Fearing Man: Druckvoll, modern produziert, extreme Dynamik – der D1 bleibt immer kontrolliert

Mögliche Setups

Also generell denke ich, ist der SMSL ein super Einsteiger-Gerät. Ein wenig die Soundkarte von nem Mainboard aufwerten und besseren Gaming-Sound und Musik erreichen. Vielleicht hat man auch einen nicht so wertigen DAC in seinem Receiver, verbaut und möchte nur diesen Teil ausgleichen, weil einem die Verstärkerleistung mehr als reicht. Das Handy als Streamer, per USB‑C direkt in den DAC und dann auf kleine Amps á la Fosi V3 Mono oder 3e Audio A7 Amp oder, oder, oder. Ich habe hier schon einige von den kleinen Kraftprotzen vorgestellt.

Weiterhin könnte man sich auch einen kleinen Kopfhörerverstärker zulegen. Hier gibt es auch gute und günstige Geräte von den einschlägingen Marken, die das Einstiegssegment bedienen.

Dennoch habe ich auch gesehen und gerade gehört, dass sich selbst ein Lehmann Linar II an dem kleinen Kasten gut macht. Durch die super neutrale und entspannte Spielweise des Linear II, kann man dem DAC alles entlocken, was er so bereit hält und das ist für den Preis wirklich viel.

Fazit: Lohnt sich der SMSL D1?

Wer für kleines Geld einen DAC sucht, der nicht nur am Desktop sondern auch als Upgrade für HiFi-Anlage oder Zweitsetup taugt, ist hier absolut richtig.

Für unter 100 Euro liefert der SMSL D1 eine musikalisch abgestimmte Performance, viele Anschlussmöglichkeiten und eine Verarbeitung, die auch gehobenen Ansprüchen gerecht wird. Kaufen könnt ihr das kleine Wunderkästchen z.B. bei Amazon oder Aliexpress. Weitere Informationen findet ihr auch auf der Seite des Herstellers.

Natürlich gibt’s in höheren Preisregionen noch schärfere, breitere Klangbilder – aber im Bereich Einsteiger-DAC macht der D1 wenig falsch. Optimal mit Kopfhörerverstärker oder als unkompliziertes Desktop-Upgrade.
Mein Tipp: Wer auf High-End verzichten kann und einfach ehrlich Musik genießen will, findet mit dem SMSL D1 einen treuen Begleiter!

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Audeze LCD‑3 Review — Warmes Planar-Flaggschiff im Test https://www.hifigeek.de/audeze-lcd-3-review-warmes-planar-flaggschiff-im-test/ https://www.hifigeek.de/audeze-lcd-3-review-warmes-planar-flaggschiff-im-test/#respond Mon, 20 Oct 2025 19:11:58 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9400 Der Audeze LCD‑3 ist auf den ersten Blick kaum vom LCD‑X zu unterscheiden. Gleiche Ohrmuscheln, gleiche Konstruktion, gleiches Gewicht — nur der Holzring verrät, dass man es hier mit dem großen Bruder zu tun hat. Und natürlich das eingestanzte “LCD‑3” auf der Muschel. Was sich dahinter klanglich verbirgt, ist allerdings eine ganz andere Geschichte.

Transparenz: Dieses Testmuster wurde mir vom deutschen Audeze-Vertrieb kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Kooperation hat keinen Einfluss auf meine Bewertung — das war vor dem Test so vereinbart, und ihr könnt davon ausgehen, dass ich auch hier keine Gefangenen mache.

Sind die Audeze LCD‑3 nicht schon etwas älter?

Ja — erschienen 2011, und trotzdem uneingeschränkt erhältlich. Audeze hat das Modell über die Jahre in mehreren Revisionen weiterentwickelt, aber nie ersetzt. Das sagt einiges über die Langlebigkeit des Konzepts. Ich finde es außerdem schlicht interessant, mich an einer Handvoll Kopfhörer entlangzuhangeln und die Unterschiede systematisch herauszuarbeiten — gerade wenn Modelle aus derselben Familie so unterschiedlich klingen wie Audeze LCD‑X und Audeze LCD‑3. Kleiner Hinweis für alle, die gezielt nach einem gebrauchten Exemplar suchen: Je nach Baujahr können Fazor-Iterationen und Exemplarstreuungen im Hochton minimal differieren. Gegenhören lohnt sich.

Mein Testsetup

Ich habe den Audeze LCD‑3 über mehrere Wochen mit über 400 Stunden Tragedauer betrieben — bewusst auch länger als üblich, weil ich auf den Burson Conductor GT4 gewartet habe und dem Kopfhörer die bestmögliche Ausgangslage geben wollte. Folgende Kombinationen kamen zum Einsatz:

Der LCD‑3 ist in dieser Hinsicht unkompliziert — kein Setup hat versagt, kein Amp hat ihn überfordert oder unterversorgt. Die Unterschiede zwischen den Kombinationen waren vorhanden, aber nie dramatisch. Eine Ausnahme: dazu später mehr.

Unboxing & Lieferumfang

Der Audeze LCD‑3 kommt in einem silbernen Travel Case — gleiche Klasse wie beim Audeze LCD‑X, nur in einer anderen Farbe. Solide, stabil, mit dem richtigen Gewicht für ein 2000€-Gerät.

Im Lieferumfang meines Testmusters — das bereits einige Zeit auf dem Buckel hatte — war ein vieradriges Kopfhörerkabel mit 6,35mm-Anschluss dabei, plus ein Adapter-Bundle: XLR auf 6,35mm auf 3,5mm. Das entspricht laut Audeze dem aktuellen Standard; wer ein frisches Exemplar kauft, bekommt denselben Umfang. Ein 4,4mm Pentaconn-Adapter fehlt auch hier — bei einem Kopfhörer in dieser Preisklasse eine verpasste Chance.

Tech-Specs

Beim Audeze LCD‑3 handelt es sich wie beim LCD‑X um einen planaren Magnetostaten in offener Bauweise — gleiche Grundtechnologie, aber andere Abstimmung. Die entscheidende Kennzahl im Vergleich: 110 Ohm Impedanz statt 20 Ohm beim LCD‑X. Das bedeutet mehr Leistungsbedarf, und wer den LCD‑3 wirklich zum Singen bringen will, sollte das bei der Amp-Wahl im Kopf behalten.

MerkmalWert
BauweiseOffener, ohrumschließender, magnetostatischer (planarer) Kopfhörer
TreibertypPlanar-magnetisch (magnetostatischer Flachmembran-Schallwandler)
MagnetstrukturProprietäre Magnetanordnung, Neodym N50
Größe des Schallwandlers106 mm
PhasensteuerungFazor
Frequenzbereich10 Hz – 50 kHz
Impedanz110 Ohm
Wirkungsgrad/Empfindlichkeit101 dB / 1 mW (Herstellerangabe)
Verzerrungen< 0,1% bei 100 dB
Maximale Belastbarkeit5 W RMS
Maximaler SPL> 130 dB
Gewicht550–635 g (je nach Quelle und Ausführung, ohne Kabel)
AnschlussAbnehmbares Kabel, 4‑pol Mini-XLR, Adapter auf 6,3‑mm-Klinke und 3,5‑mm-Klinke
OhrpolsterPremium Lammleder oder Alcantara (vegan erhältlich)
Kabellänge1,9 m
Anpressdruckca. 1,5 N
Empfohlene Verstärkerleistung> 250 mW (mind. > 100 mW)

Der Audeze LCD‑3 wird häufig als “warm” oder “dunkel” beschrieben — technisch steckt dahinter eine bewusste Senke im oberen Präsenz- und unteren Hochtonbereich, grob um die 6 kHz. Das bändigt Zischlaute, Streicher-Schärfe und Cymbal-Crunch gezielt — gewollt langzeittauglich, aber auf Kosten von Brillanz und Attacke ganz oben.

Tragekomfort

Wer den Audeze LCD‑X kennt, weiß was ihn erwartet: Audeze hat am Grundaufbau nichts Wesentliches verändert, und das ist ein Kompliment. Schlichtes, robustes Kopfband mit perforierter Lederauflage, präzise rastende Größenverstellung, drehbar gelagerte Ohrmuscheln, dicke Polster ohne Druckstellen. Auch das Testmuster mit seinen Betriebsstunden hat konstruktiv nichts eingebüßt — das spricht für die Materialwahl.

612g sind objektiv kein Leichtgewicht. Wer direkt von einem federleichten Plastikbomber kommt, wird eine Eingewöhnung brauchen. Ich sage das ohne Wertung — ich komme selbst von leichteren Kopfhörern und empfinde das Gewicht der Audeze-Modelle mittlerweile als angenehm, weil der Anpressdruck so gut verteilt ist. Aber ausprobieren sollte das jeder selbst.

Klang

Ich mache es kurz: Der Audeze LCD‑3 und ich werden keine Freunde. Das sage ich ohne Groll — es ist eine ehrliche Einschätzung nach 400+ Stunden Hörzeit, und ich erkläre auch warum.

Der Audeze LCD‑3 ist technisch gut. Auflösung stark, Bühne räumlich, Bass kontrolliert und druckvoll. Was mich nicht loslässt: die Höhen. Sie sind nicht absent, aber sie sind klar im Hintergrund — gedämpft, entschärft, eingehegt. Wer wie ich an knackige, präsente Höhen gewöhnt ist und diese aktiv sucht, wird hier nicht glücklich. Der Kopfhörer liefert Wärme und Geschmeidigkeit, wo ich Biss und Energie erwarte.

Das ist keine Schwäche im technischen Sinne. Es ist eine Designentscheidung — und eine, die ihre Zielgruppe kennt. Wer Musik hören will ohne je von einem Zischlaut oder einer spitzen Beckenattacke aus dem Fluss gerissen zu werden, bekommt mit dem Audeze LCD‑3 genau das. Ich nenne es das Wohlfühlkopfkissen: aufsetzen, in den Sessel fallen lassen, Augen zu. Wenn daraus ein Nickerchen wird, schmiegt sich der Sound so sanft an, dass man es kaum merkt.

Hier noch unsere Qobuz Referenz-Playlist, für alle Interessierten.

Knocked Loose — Everything is quiet now

Brian Garris’ Stimme ist nicht jedermanns Sache — der Pitch, die Schärfe, die pure Intensität mit der er ins Mikro geht. Wer damit schon immer auf Kriegsfuß stand, sollte dem Audeze LCD‑3 hier wirklich eine Chance geben: Die Stimme verliert ihren aggressivsten Anteil, bleibt aber verständlich, fast greifbar. Das ist tatsächlich interessant. Der Haken: Genau diese Entschärfung zieht sich durch den ganzen Song. Der Cymbal-Crunch der Drums fehlt spürbar, das Riffing verliert einen Teil seiner rohen Textur, und der Song — der auf Anspannung und Druck aufgebaut ist — rollt etwas zu entspannt durch die Gegend. Wer Knocked Loose live gesehen hat, wie ich dieses Jahr zweimal in Köln und Hamburg, und weiß wie die Band wirklich klingt, merkt den Unterschied sofort. Der Audeze LCD‑3 macht Knocked Loose salon­fähig. Ob das gut ist, muss jeder selbst entscheiden.

Rage Against the Machine — Bombtrack

Ein Song, der dem LCD‑3 deutlich besser steht. Die Räumlichkeit kommt hier schön zur Geltung — Stimmen poppen links und rechts präzise auf, die Bühne hat Tiefe und Luft. Toms Morello’s Gitarre hat Körper, Zack de la Rochas Stimme kommt mit der richtigen Präsenz. Der Bass und die Bassdrum kicken sauber und trocken — das Fundament sitzt. Was fehlt, sind die Becken: Die treibende Hi-Hat-Energie, die den Song nach vorne peitscht, tritt beim LCD‑3 einen Schritt zurück. Der Track rollt eher, als dass er sägt. Das ist keine schlechte Interpretation von Bombtrack — es ist nur eine entspanntere.

Septicflesh — Portrait of a headless man (Live, Infernus Sinfonica MMXIX)

Das ist das Terrain, auf dem der Audeze LCD‑3 aufblüht — und ich sage das als jemand, der den Kopfhörer sonst eher kritisch sieht. Die Infernus Sinfonica MMXIX ist für mich eine perfekte Symbiose zweier Welten: Melodic Death Metal trifft auf vollständiges Orchester, und der LCD‑3 macht genau daraus das Beste. Die Bläser kommen fett und detailliert, der Chor breitet sich räumlich aus, die Streicher in ruhigen Passagen klingen seidig statt klinisch. Und die fetten Gitarren? Die haben beim Audeze LCD‑3 genau die richtige Menge Körper, ohne dabei zu stechen. Die Cymbals blitzen hier und da auf — mehr als bei anderen Songs — aber das Orchester steht vorn, und das passt. Wer klassische Elemente liebt und Metallschärfe gerne etwas bändigt, findet hier seinen Kopfhörer.

Korn — Got the Life

Immer wieder Korn in meinen Reviews — und das aus gutem Grund. Der ikonische Sound der Band ist einfach hervorragend zum Vergleichen geeignet, weil man jeden Bestandteil kennt und sofort merkt, wenn etwas fehlt. Der schnarrende Bass wird vom Audeze LCD‑3 druckvoll und mit Freude wiedergegeben — das macht Spaß. Fieldy’s Basslines haben Gewicht. Aber dann: Die Cymbals, die ich bei diesem Song immer als treibend und fein empfunden habe, rücken in den Hintergrund. Die Gitarre in der Strophe, die Jonathan Davis fast nervig begleitet und diesem psychedelischen Charakter des Songs gibt — sie ist da, aber sie hat weniger Biss, weniger Eindringlichkeit. Irgendwie geht der psychedelische Anteil ein wenig verloren. Der Song klingt rund und angenehm, aber er klingt nicht mehr so nach Korn. Das unterstreicht am Ende nochmal: Der Audeze LCD‑3 ist das Wohlfühlkopfkissen, kein Werkzeug für analytisches oder energiegeladenes Hören.

Das richtige Setup macht einen Unterschied

Der Audeze LCD‑3 ist an keinem meiner Amps wirklich schlecht gewesen — aber die Unterschiede waren aufschlussreich. Beim Fosi Audio K7 hatte ich das Gefühl, dass erst die Kombination mit dem Lehmann Linear und Linear II noch ein wenig mehr Leben in die Hütte gebracht hat. Beim Playmate 3 hat sich das nicht so herauskristallisiert. An der Rohleistung des K7 kann es eigentlich nicht liegen — der drückt symmetrisch knapp 4 Watt bei 32 Ohm, bei 110 Ohm sollten also noch genug Reserven da sein. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Mir fehlte es an Spritzigkeit, und ich kann das nicht sauber auf einen einzelnen Faktor zurückführen.

Den Vogel abgeschossen hat der Burson Conductor GT4. Bessere Auflösung, mehr Grip im Bass, feinere Dynamiksprünge — kein Ausrutscher nirgendwo. Kein Wunder, dass Burson und Audeze sich auf Messen regelmäßig gemeinsam präsentieren. Der Conductor GT4 löst einfach noch besser auf und erlaubt sich nirgendwo die kleinen Unschärfen, die im direkten analytischen Vergleich kaum auffallen, aber im Gesamtbild fehlen.

Jetzt der obligatorische HiFi-Händler-Einwurf: Natürlich kann man einen 2000€-Kopfhörer nicht an eine 200€-Kombo anschließen — und die Verkabelung kostet selbstverständlich dasselbe nochmal. Ich höre diese Argumentation regelmäßig und verstehe die Intention dahinter, teile sie aber nicht. Der Kopfhörer selbst hat den größten klanglichen Einfluss im Gesamtsystem. Moderne Einsteiger-Amps performen heute auf einem Niveau, das vor zehn Jahren undenkbar gewesen wäre, und Totalausfälle sind die Ausnahme. Was stimmt: 1–4 Watt Headroom bringen beim Audeze LCD‑3 spürbar mehr Kontrolle und Ruhe in den Klang, mehr Grip, feinere Dynamiksprünge. Die Verstärkung ernstzunehmen lohnt sich — aber dafür muss es kein 2000€-Amp sein.

Für wen ist der Audeze LCD‑3 gedacht?

Nicht für mich — das habe ich jetzt oft genug gesagt. Aber das ist kein Urteil, sondern eine Einordnung.

Der Audeze LCD‑3 ist für Hörer gemacht, die Wärme, Körper und Langzeittauglichkeit über Brillanz und Attacke stellen. Die bei harschem Hochton nicht begeistert sind, sondern erschöpft. Die abends nach einem langen Tag Musik hören wollen, ohne dass ein Beckencrash sie aus dem Gedanken reißt. Die Orchester genauso gerne hören wie Metal, und bei beidem das Geschmeidigere bevorzugen.

Neutral-Hörer und alle, die den Biss in den Höhen aktiv suchen, werden sich hier unwohl fühlen. Das ist keine Warnung gegen den Kopfhörer — es ist eine Warnung vor einer falschen Erwartung. Bei 2000€ ist das keine leichte Kaufentscheidung, und ich bitte wirklich jeden, den LCD‑3 vor dem Kauf probegehört zu haben — am besten mit der eigenen Hardware oder der Wunschhardware.

Fazit

Verarbeitung, Tragekomfort, Materialqualität — alles auf dem Niveau, das man von Audeze erwartet und bei 2000€ auch erwarten darf. Klanglich ist der Audeze LCD‑3 ein Spezialist: warm, körperhaft, langzeittauglich — und in genau diesem Bereich erstaunlich konsequent und überzeugend.

Für mich ist er das falsche Werkzeug. Zu warm, die Höhen zu weit im Hintergrund — ich will beim Hören involviert werden, nicht eingelullt. Aber ich weiß jetzt, was ich will. Und manchmal braucht man einen Kopfhörer wie den LCD‑3, um genau das herauszufinden.

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https://www.hifigeek.de/audeze-lcd-3-review-warmes-planar-flaggschiff-im-test/feed/ 0 9400
Raw Power trifft Feingeist: Burson Conductor GT4 Head-Amp im Review https://www.hifigeek.de/raw-power-trifft-feingeist-burson-conductor-gt4-head-amp-im-review/ https://www.hifigeek.de/raw-power-trifft-feingeist-burson-conductor-gt4-head-amp-im-review/#respond Fri, 17 Oct 2025 22:47:51 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9346 Burson Conductor GT4 – was dich erwartet

Wir haben den Burson Conductor GT4 schon eine Weile hier zum Test, welchen wir euch nun in aller Ruhe vorstellen wollen.

Burson Audio als Marke an sich habe ich schon mal bei meinem Test des Burson Playmate 3 vorgestellt. Aber hier nochmal ein kleiner Abriss: Burson Audio ist eine HiFi‑Marke aus Down Under. Genauer gesagt Melbourne und wurde vor mehr als 20 Jahren von einer Gruppe Tontechniker gegründet und hat sich in der HiFi‑Szene rund um den Globus einen beachtlichen Ruf erarbeitet.

Auf der diesjährigen High‑End in München habe ich Burson Audio ebenfalls gespottet, aber bisher gibt es leider noch keinen Vertrieb für deren Produkte. Dennoch kann man sie wunderbar in deren eigenen Online‑Store kaufen.

Du kennst Burson noch nicht? Alle Tests und Hintergründe zur Marke gibt es hier im Überblick.

Der Burson Conductor GT4 wurde mir von Burson Audio zur Verfügung gestellt, was bei mir aber nicht heißt, dass ich ihn irgendwie zimperlich behandelt habe, noch dass ich ihn für diesen Test besser bewerte. Ich bin und bleibe Herr meiner Worte und Meinung.

Unboxing & Lieferumfang – erster Eindruck

WTF! Okay. Wenn man die Kiste so auf Bildern sieht, denkt man vielleicht, dass sie eine gewisse Größe und Gewicht hat, aber man ist nicht gefasst auf das, was in den schicken Kartons schlummert. Look und Feel der Verpackung ist Premium und die Unboxing‑Experience ebenfalls. Burson Audio versteht es, seine Kunden mit einem befriedigenden Auspackerlebnis zu begrüßen und macht direkt Lust darauf, die Kiste zu hören.

Hat man das Biest erst einmal aus seinem Gefängnis befreit, muss man dem knapp 5 kg schweren Gerät erst einmal gebührend Respekt zollen. Hier bekommt man nicht nur Werbeversprechen, sondern ein ordentliches Stück Hardware. Der Burson Conductor GT4 strahlt sofort High‑End‑Allüren aus und lässt uns aufgeregt nach dem Zubehör schauen, um schnellstmöglich eine Hörprobe zu bekommen.

Wer unser Review zum kleinen Bruder, dem Playmate 3, gelesen hat, der wird das Zubehör zum Teil kennen.

Im Lieferumfang befindet sich:

  • Der Conductor GT4 (natürlich)
  • USB‑C‑zu‑USB‑C‑Kabel von UGREEN
  • Kopfhörer‑Mikrofon‑Adapter
  • 6× 5532d JRC OpAmps
  • Inbusschlüssel für die Gehäusedemontage
  • 2× XLR‑zu‑Cinch‑Adapter
  • 1× 12‑V‑Trigger‑Kabel
  • Ersatzsicherung
  • Super Charger 5A mit verschiedenen Ländersteckern
  • Silent Power Module SP2‑15P und SP2‑15N (Deluxe only)
  • Eine Metall‑Fernbedienung (kein billiger Plastikschrott!) (Deluxe only)

In der Deluxe‑Edition sind bereits die Premium‑OpAmps vorinstalliert:

  • 6× Burson Audio V7 Vivid Dual
  • Statt des Standard‑Netzteils lag in unserem Testgerät bereits der Burson Super Charger PSU 5A 24 V/5 A bei – ein Upgrade, das sich definitiv hören lässt.

Technik kompakt: Specs und Architektur

Tech‑Specs: You’ve got the power! Für unsere Zahlen‑Nerds

  • Allgemeine Messwerte:
    • Eingangsimpedanz: 40 kΩ
    • Frequenzgang: ±1 dB von 0–58 kHz
    • THD (Verstärkerpfad): < 0,0015%
    • Ausgangsimpedanz Kopfhörerverstärker: 0,5 Ω
    • Ausgangsimpedanz Pre Out / DAC Out: 1 Ω / 25 Ω
    • Abmessungen: 255 × 270 × 70 mm
    • Gewicht: ca. 5 kg
  • Architektur und Besonderheiten:
    • 100 W Leerlauf‑Bias, bis 10 W reine Class‑A‑Ausgangsleistung
    • Dual‑DAC‑Architektur mit zwei ESS9038Q2M (je Kanal separat versorgt)
    • 6× Max‑Current‑Power‑Modules, 7× Silent Power (SP) Module
    • Burson V7 diskrete Op‑Amps, aufrüstbar
  • Varianten: Standard, Deluxe, Max

Anschlüsse & Formate

Anschlussvielfalt – Conductor GT4 als audiophile Zentrale
Auch bei den Nutzungsmöglichkeiten des Burson Conductor GT4 gibt es nichts zu bemängeln. Kann dieser doch als DAC mit Headphone‑Amp, Pre‑Amp und DAC‑only arbeiten sowie Signale aus verschiedenen, auch analogen, Quellen annehmen. Hierfür stehen ihm alle gängigen Anschlüsse zur Verfügung:

Digitale Eingänge und Formate

  • USB‑C (XMOS): PCM bis 32 Bit/768 kHz; Native DSD 64/128/256/512; DoP unterstützt
  • S/PDIF (Coax & Toslink): bis 24 Bit/192 kHz
  • Bluetooth 5.0 (Qualcomm CSR8675) mit aptX HD und LDAC bis 24 Bit/96 kHz
  • Roon Tested

DAC-Spezifikationen

  • Kanaltrennung: 143 dB @ 1 kHz, 136 dB @ 20 kHz
  • THD+N (DAC): 0,0005% @ 1 kHz, 0 dBFS

Ein‑ und Ausgänge

  • Analoge Eingänge: 2 × XLR, 2 × RCA
  • Digitale Eingänge: USB‑C, Optisch (Toslink), Coax (S/PDIF), Bluetooth 5.0, Mikrofoneingang (Gaming)
  • Analoge Ausgänge: 1 × XLR Pre, 1 × RCA Pre, Subwoofer Pre‑Out; 1 × XLR Line Out, 1 × RCA Line Out
  • Kopfhörerausgänge: 6,35 mm, 4‑Pin‑XLR (balanced), 3,5 mm

Kopfhörer‑Leistungsdaten (balanced / single‑ended)

  • 16 Ω: 10 W / 5 W
  • 32 Ω: 5 W / 2,5 W
  • 100 Ω: 3 W / 1,5 W
  • 150 Ω: 2 W / 1 W
  • 300 Ω: 1 W / 0,5 W

Systemunterstützung

  • Desktop‑OS: Windows, macOS
  • Mobil: iOS*, Android (OTG)

Versionen

  • Standard: V6 Vivid Op‑Amps, SP01, 24 V 5 A PSU
  • Deluxe: V7 Vivid Op‑Amps, SP02, Super Charger 5 A
  • Max: V7 Vivid Op‑Amps, SP02, Fusion Core

Sonstiges
„Quieter than battery power“ dank 7× SP‑Modulen mit sehr hoher Rauschunterdrückung
Headphone+Subwoofer‑Modus (Subwoofer‑Pre‑Out in Kopfhörer‑Setups)

Effektiv kann also an den Burson Conductor ein Haufen an Geräten angeschlossen werden und somit bietet er sich natürlich für eine Vielzahl an Setups an, welche ich später noch ein wenig beleuchten möchte.

Leistung & Wärme: 10 W Class‑A im Alltag

Irrepressible power
Burson Audio meint es nur gut mit uns. So auch bei dem, was beim Burson Conductor GT4 unter der Haube schlummert. Auf XLR liefert das Geschoss feinste Class‑A‑Power und mit 10 Watt beeindruckend viel davon. Single‑Ended sind es satte 5 Watt. Übersetzt heißt das: mehr Power, als du wahrscheinlich je brauchen wirst? Oder besser gesagt: Der Burson Conductor GT4 kann so gut wie jeden Kopfhörer auf dem Planeten mühelos antreiben. Wer sich jetzt fragt, wozu man das braucht, dem sei unser Artikel zum Thema: Wieviel Watt brauche ich eigentlich? ans Herz gelegt.
Entscheidend ist nicht nur die pure Power, die dein Kopfhörer benötigt, sondern ebenfalls genügend Headroom einzukalkulieren. Nur so kannst du sichergehen, dass du einen ungetrübten Hörgenuss hast.


Die 10 Watt am Ausgang haben auch ihren Preis. So genehmigt sich der Kraftprotz im Idle schon satte 100 Watt Strom aus deiner Steckdose. Wer jetzt schon ein wenig Ahnung hat, wird direkt sagen: 100 Watt im Idle produzieren doch einiges an Wärme. Und damit liegt er richtig. Der Burson Conductor GT4 wird, sobald er eingeschaltet wird, sehr warm. Anfassbar, aber dennoch ist er eine kleine Heizung. Für mich als Bildschirmarbeiter eigentlich ein lustiges Gimmick. Sollte ich mal kalte Hände haben, lege ich diese einfach vorsichtig auf das Gerät und habe direkt warme Hände. (Ja, ich weiß, nicht jedermanns Sache, aber ein praktischer Nebennutzen.)


Seine Kraft gibt er über drei Ausgänge aus: je einem 3,5‑mm‑ und 6,35‑mm‑Klinke sowie einem 4‑Pol‑XLR. Ja, auch über alle gleichzeitig, was das Gegenhören teils erheblich vereinfacht. Natürlich nur bei ähnlichen Impedanzen und Sensitivität.

DAC & Signalverarbeitung (Dual‑ESS9038Q2M)

Raw Power meets audiophilen Feingeist
Neben unbändiger Power hat Burson Audio natürlich noch einen leistungsstarken DAC verbaut. Hier werkeln pro Kanal jeweils ein ESS9038Q2M‑Chip für die präzise Audioverarbeitung und ‑wandlung. Das Konzept ist sicherlich vielen von anderen Geräten auf dem Markt bekannt. Burson erreicht mit dem DAC eine Kanaltrennung von 143 dB bei 1 kHz und 136 dB bei 20 kHz, was weit über bzw. unter dem Hörbaren liegen sollte. Die THD+N liegt mit 0,0005% @ 1 kHz, 0 dBFS weit unterhalb dessen, was wir wahrnehmen können.

Im Gesamtkonstrukt ergibt das eine gemessene THD von < 0,0015% und Frequency Response von ± 1 dB bei 0–58 kHz, was dem Conductor GT4 absolute Linearität attestiert.

Von Seiten Audioverarbeitung lässt die Kiste logischerweise nix anbrennen:

  • PCM‑Support: PCM ≤ 768 kHz bei 16, 24 und 32 Bit
  • Natives DSD: Nativ DSD 64 / 128 / 256 / 512
  • DSD over PCM: DoP64 / DoP128 / DoP256 / DoP512

Hier sollten die Signalquellen weit über das eigene Gehör hinaus verarbeitet werden. Dennoch beruhigt es den Feingeist, wenn er alle ihm verfügbaren Formate nativ verarbeiten kann. So auch uns.

Headphone+Sub: Kopfhörer mit Subwoofer

Headphone+Subwoofer‑Modus – noch viel lernen du musst, junger Padawan
Ich bin ganz ehrlich: Hab ich so noch nicht gesehen und drüber nachgedacht? Ist auch eine eher eigenwillige Kombination, da oft mit Kopfhörern gehört wird, gerade um die Umgebung zu schonen. Sei es Nachbarn, die bessere Hälfte oder doch die schlafenden Kinder. Dennoch sollte sich diese Funktion als echter Spaß im Test entpuppen. Jetzt kein Must‑Have‑Kriterium für andere Wettbewerber, aber einfach ein geiles Gadget, was uns als HiFi‑Geeks natürlich total abholt.

Design & Verarbeitung – Haptik, Display, Remote

WTF ist, glaube ich, das Erste, was einem durch den Kopf geht, wenn man den Burson Conductor GT4 in die Hand nimmt. Öhm, Hände, denn mit einer Hand wird es gleich unkomfortabel. Denn mit 5 kg ist hier einiges an Material verbaut worden. Was wir dem Playmate 3 seinerzeit schon hoch angerechnet haben, wird hier in Reinkultur gelebt. High‑End bei der Verarbeitung ist hier definitiv gegeben, und jeder, der sich fragt, wie sich ein 3000‑€‑Kopfhörerverstärker mit DAC anfühlt, wird bestätigend nicken, nachdem er ihn in der Hand hält.

Dunkelsilber mit orangen Akzenten. Irgendwie ist aktuell überall Kupfer/Orange in der Mode und Burson anscheinend schon länger auf dem Trip. Sieht aber nicht nur geil aus, sondern die Knöpfe und der Lautstärkeregler bedienen sich satt und stufenlos und geben einem ein tolles analoges Gefühl, auch wenn es sich hier um feinste Digitaltechnik handelt. Das monochrome OLED‑Display ist angenehm dimensioniert und zeigt einem alles Nötige in passender Größe an, sodass die Bedienung über eben jenes sich nativ anfühlt.

Die Anschlussbuchsen sind alle, soweit man das sehen kann, vergoldet und haben in meinem Test mit viel Hin‑und‑Her‑Gestecke keinerlei Schwächen aufweisen können. Im Test habe ich nur hochwertiges Anschlussmaterial von Ricable (Dedalus, mit der wiederum geilen orangen Farbe) und Sommercable (Epilogue) verwendet, um dem High‑End‑Charakter des Burson Conductor GT4 auch gerecht zu werden. Natürlich gibt es hier kein Für und Wider für bestimmte Kabel, sondern meist persönliches Gusto.

Mitgeliefert wird auch hier wieder die komplett aus Metall verarbeitete Fernbedienung, welche wir schon vom Playmate 3 kennen und lieben.

Bedienung & Features – Gain, Filter, Emphasis, Auto‑Off

Audiophiler Baukasten
Die Bedienung des Burson Conductor GT4 ist erfreulich intuitiv und gewohnt von Burson. Über die vier Buttons unter dem Display erreicht man alle grundlegenden Menüs. Die Buttons sind aufgeteilt in Eingang, Ausgang, Einstellungen und die vierte Taste erlaubt es, die Displayansicht um 90 Grad zu drehen, falls man den Conductor GT4 hochkant betreiben möchte. Innerhalb der Menüs navigiert man dann mit dem Lautstärkeregler und bestätigt mit einem Druck auf eben jenen.

Schalten und Einstellen kann man dann wie folgt:

  • Eingänge: USB, Toslink, Koaxial (S/PDIF), Bluetooth, RCA1 (Cinch), RCA2 (Cinch), XLR1 (symmetrisch), XLR2 (symmetrisch)
  • Ausgänge: Headphone Out, Headphone + Subwoofer Out, Pre Out, DAC Out
  • Einstellungen
    • Gain
      • Low und High – beeinflusst die Verstärkung am Kopfhörerausgang und am Vorverstärkerausgang.
    • FIR‑Filter
      • Sieben digitale Filter auf Hardware‑Ebene; der klangliche Unterschied ist gering bis nicht wahrnehmbar.
    • DPLL (DSD)
      • Off, Low, Mid und High (Standard) – je höher die Einstellung, desto stärker die Jitter‑Unterdrückung bei DSD‑Dateien.
    • DPLL (PCM)
      • Off, Low, Mid oder High (Standard) – analoges Verhalten für PCM‑Dateien.
    • Emphasis
      • Off (Standard). On senkt den Hochton um ca. ~5 dB bei 10 kHz und ~8 dB bei 20 kHz. Bei modernen digitalen oder analogen Quellen sollte diese Funktion nicht aktiviert werden.
    • OLED‑Helligkeit
      • Low oder High – stellt die Display‑Helligkeit ein.
    • Reset
      • Yes oder No – setzt das Gerät auf Werkseinstellungen zurück.
    • Auto‑Off
      • Off lässt das Gerät dauerhaft an, On schaltet es nach 10 Minuten Inaktivität ab (Vorgabe der EU).

Viel einzustellen, aber von den Standards abzuweichen, braucht man nur in seltenen Fällen. Das Auto‑Off habe ich in meinem Fall immer an, da ich oft spontan aufstehe und Dinge erledige und so vergesse, das Gerät auszuschalten.

Klang: So setzt der GT4 die PS um

Wie bringt der Bolide die PS auf die Straße?
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie deprimierend so ein Review ist. Anfangs beim Auspacken muss man direkt Fotos machen, damit auch alles fein für euch dokumentiert ist. Da bietet es sich meist an, direkt auch noch ein paar andere Perspektiven etc. abzulichten. So ist man in Summe schon einige Zeit beschäftigt, ehe man wirklich das Gerät hören kann. Abgesehen von der generellen Rüst‑ und Anschlusszeit. Auch beim Schreiben will man am liebsten lossprudeln, muss aber erstmal die Pflicht hinter sich bringen, ehe wir hier zur Kür kommen.

Genug auf die Folter gespannt.

In meinem Kopf könnt ihr euch jetzt etliche Mindblown‑Memes vorstellen, welche ich jetzt versuche, hier zu verschriftlichen. Ja, ich habe z. B. auf der High‑End andere in die selbe Preiskategorie passende Amps und DAC‑Amp‑Kombos gehört. Das auch mit Kopfhörern, wo ich meine, dass ich deren Klangsignatur kenne und einschätzen kann. Und der Burson Conductor GT4 liefert hier einfach ab. Für mein Hörempfinden klingt er durch die Bank hinweg linear und lässt auf keinste Weise, nicht mal mit superhohen Ansprüchen, etwas anbrennen.
Und das ist das beste zu erwartende Ergebnis! Ich kann beim besten Willen keine klangliche Färbung finden, keine Leistungsschwächen, Verzerrungen oder dergleichen. Der Burson Conductor GT4 spielt so unerbittlich alles, was ihm entgegengeworfen wird, auf allen erdenklichen Kopfhörern.

Dynamic Driver, Planare oder IEMs. Viel oder wenig Leistung bringen ihn in keinster Weise dazu, irgendeine Schwäche zu zeigen. Vielleicht kann man irgendwo noch ein Zipfel mehr herausholen, aber ohne einen erbitterten direkten Test gegeneinander weiß ich es beim besten Willen nicht heraushören. Und selbst dann schätze ich, dass ich mich, wenn, nur von theoretischen Specs blenden lassen würde und im Blindtest mit heruntergelassenen Hosen dastehen würde.

Ich liebe den Burson Playmate 3 und finde ihn für knapp 1000 € ein Wahnsinnsgerät. Gerade für ambitionierte Gamer, welche wirklich mal geilen Sound haben wollen und gleichzeitig auf keinerlei Detail und Kompatibilität verzichten wollen. Er ist mein Go‑To‑Headphone‑Amp‑DAC‑Kombination am PC. Aber was der Conductor GT4 hier abliefert, ist einfach gefühlt Äonen entfernt. Versteht mich nicht falsch: Mit dem Playmate 3 bekommt man ein sehr, sehr geiles Gerät ins Haus. Und die bittere Pille des dreimal so teuren Conductor GT4 muss man erst einmal schlucken.

Imminence – God Fearing Man

Abgesehen davon, dass der Track generell sehr geil ist, ist die Abmischung auch wirklich gelungen. Ich habe den Song schon auf vielen Lautsprechern und Kopfhörern gehört und schätze ihn sehr. Er fängt mit feinen cleanen Vocals an, welche vom Conductor GT4 super räumlich dargestellt werden. Die einsetzende Violine kontrastiert dann fein den Gesang und lässt so die Bühne breit aufgehen. Die E‑Gitarren schlagen mit Wucht ins Ohr und machen tierisch Druck und verleihen dem Geschehen unglaublich viel Punch und Immersion. Dramaturgisch anschwellend baut sich der Song immer weiter auf, bis er sich dann in dem im Internet schon fast zum Meme gewordenen Breakdown mit einer wahnsinnigen Wucht entlädt. Ja, hier schwirrt mir immer der Kommentar eines YouTubers durch den Kopf: „Did he just bow his guitar?“. Brutal. Ja, hier werden die E‑Gitarrensaiten mit einem Violinbogen gespielt, und das sieht im Musikvideo nicht nur episch aus, sondern klingt auch einfach nur brutal.

Ich habe bei dem Song mit dem Conductor GT4 so viele Nuancen mit der Zeit heraushören können und nie irgendwie die Lust an dem Song verloren. Nichts, aber auch gar nichts klingt hier konstruiert oder harsch. Gefühlt ist alles am richtigen Fleck.

Korn – Got the Life

Also einige Korn‑Alben sind trotz ihres Alters von der Abmischung so Top‑Notch, dass man am liebsten die kompletten Alben in seine Playlist ziehen will. So war es auch Korn, welche meine Frau dazu bewegt haben, in meiner Abwesenheit den auf dem Schreibtisch spielenden Kopfhörer auf den Kopf zu setzen und zu lauschen, was ich hier schon wieder mit meinem Spielzeug treibe. Das Ergebnis konnte durch seine Nüchternheit ihres Ausdrucks nicht besser gelobt werden: „Du, Schatz. Ich hatte gerade deine Kopfhörer auf. Das, was da spielt, will ich auch haben.“

Aber „Got the Life“ hat einfach alles, um einen in seinen Bann zu ziehen. Ein mega grooviges Schlagzeug, Korn‑typisch schnarrender Bass, welcher gefühlt im Schädel gespielt wird, und feine psychedelisch klingende Gitarren direkt ab dem ersten Takt. Der Conductor GT4 spielt hier alles auf, was man sich nur in so einen Song hineindenken kann. Brutal detailliert, super räumlich, locker, leicht mit einer nebensächlichen Schroff‑ und Rotzigkeit.

Baest – Misfortunate Son

Eigentlich gar nicht selber auf dem Schirm, habe ich mal Chat‑GPT nach Ideen für weitere audiophile Tracks befragt. Herausgekommen ist Baest. Die Wahl ist echt nice gewesen. Nicht nur gefällt mir der Song, sondern ist er auch wirklich gut produziert. Hier bin ich auch wieder Fan vom Schlagzeug. Die Cymbals klingen mit dem Conductor GT4 superfein und hochauflösend. Ja, vielleicht harsch für manches Ohr, aber ich schätze die Natürlichkeit der Instrumente, wo man sie halt abmachen kann. Und da das Schlagzeug nicht verzerrt wird, klingt es wahrscheinlich am ehrlichsten und vergleichbarsten. Bei dem Song kann man sich hinsetzen und theoretisch räumlich exakt die Drums mitspielen. Find ich mega geil und habe ich Spaß dran.

Orbit Culture – The Tales of War

Machen wir den Abschluss mit Orbit Culture. Hier ist im Gegensatz zu Baest das Schlagzeug zwar ebenfalls räumlich gut auszumachen, aber gefühlt wesentlich weniger fein aufgelöst. Was ich hier am Schlagzeug fokussiere, ist die Double‑Bass. Diese klingt fett, aber ohne bei den schnellen Anschlägen zu matschen. Hier ist natürlich der Kopfhörer ebenfalls ausschlaggebend. Ich kann aber beim Gegenhören mit meinen vorhandenen Testmodellen behaupten, dass der Conductor GT4 hier seine Arbeit zur höchsten Zufriedenheit verrichtet.

Der Song ist einfach geil, weil er modern klingt und einfach die Orbit‑Culture‑typische Brutalität und Energie transportiert. Hier geht viel im Bass‑Bereich, was mir bei anderen DACs immer wieder aufgefallen ist, dass es vermatscht. Der Conductor GT4 prügelt sich hier durch und drückt jeden Punch oder Anriss von Basssaiten in den Gehörgang. Geil.

Gaming: Performance mit Layering & Voice

Will it blend?
Kann ein audiophiles Gerät wie der Burson Conductor GT4 auch Gaming? Und wie! Sicher ist: Es wird nicht die erste Wahl eines Gamers sein, sich sowas anzuschaffen. Bekommt man für die Kiste locker eine GeForce RTX 5090 und den nötigen Strom für eine Weile. Anders aber als eine Grafikkarte wird der Conductor GT4 nicht innerhalb der nächsten zwei Jahre ersetzt werden müssen, sollte man weiterhin auf High‑End‑Niveau zocken wollen. Zwar finden Hersteller immer einen Weg, uns das Geld aus der Tasche zu ziehen, aber mit dem Conductor GT4 hat man für sein Gaming‑Setup so ein Top‑Notch‑Gerät, dass es wahrscheinlich bis zum Verrecken eben jenes kaum einen Sinn macht, es auszutauschen. Jedenfalls werden in der Zeit so einige Kopfhörer und anderes Equipment das Zeitliche segnen.

Sinn oder Unsinn hin oder her, ja, damit zocken ist schon sehr geil. Ich glaube, wenn man einen Gaming‑YouTuber dazu bewegen würde, statt Firlefanz wie Razer und Konsorten an seinen PC so einen Burson Conductor GT4 zu klemmen und den billigen Plastikbomber auf dem Kopf mit was Besserem auszutauschen, könnte da einiges in der Szene gehen. Ja, es gibt Bemühungen, High‑End‑Audio und Gaming zu vereinen, und die Audio‑Branche hat die Szene auf dem Schirm, aber der Zugang fehlt noch. Wegen Budgets zum einen, aber ich denke auch wegen der Boomer‑Denkweise in der HiFi‑Branche.

Zurück bei der Gaming‑Performance des Conductor GT4, kann man sagen: klar! Klingt geil. Also sei es die Soundtracks diverser Spiele und deren Spielsounds. Das Potenzial ist da und muss einfach nur genutzt werden. Ich für meinen Teil mache auch nach einer gewissen Zeit den Soundtrack von Spielen aus, um dann Qobuz anzuschmeißen und selber Musik zu hören. Wenn man jetzt noch im Discord ist und sich unterhält, spielt so ein audiophiles Gerät natürlich mit Sprachverständlichkeit und Layering, also Separierbarkeit des Gehörten, seine Stärken aus. Hier wird viel vermischt, was nicht üblicherweise gemischt wird. Für den einen Chaos, ist es im Gaming teils Alltag. Der Conductor GT4 erlaubt es mir aber, all diese Dinge parallel zu machen, ohne mich übermäßig anzustrengen. Das ist bei einer billigen On‑Board‑Soundkarte etwas völlig anderes.

Ich habe es im Test zum Lehmann Audio Linear schon geschrieben. Mehr Details, bessere Transienten und stabilere allgemeine Performance des Kopfhörerverstärkers führen mich am Ende des Tages wahrhaftig zu einem entspannteren und weniger gestressten Empfinden. Das ist beim Conductor GT4 nicht anders. Dazu zählen im Allgemeinen noch andere Faktoren wie die Kopfhörer selbst und das Stresslevel, aber der Kopfhörerverstärker macht definitiv einen Teil aus.

OpAmp‑Tuning & Upgrades

Ich liebe OpAmp‑Tuning. Ich finde es bemerkenswert, wie man günstige Hardware mit einem Kniff in andere Sphären befördern kann. Aber beim Conductor GT4 muss man sagen: Wenn ich doch schon mit das Beste will, warum will ich später upgraden und nicht sofort zur Deluxe‑Variante mit den besten OpAmps greifen?
Wir bewegen uns hier schon in einem Preisbereich, in welchem ich sagen muss, dass es weniger Menschen gibt, die zu solch einem Gerät greifen. Und wenn, ist der Kauf vermutlich wohlüberlegt. Da will ich nicht nach ein paar Monaten noch die OpAmps upgraden.

Abgesehen davon: Burson Audio hat hin und wieder ziemlich coole Angebote. Mir ist in Erinnerung geblieben, dass, wenn man in einem gewissen Zeitraum in deren Online‑Shop ordert, man das nächstgrößere Upgrade geschenkt bekommt. Was beim Conductor GT4 entweder die OpAmps sind oder der Fusion Core als Netzteil

Super Charger & Fusion Core (GaN)

GaN Power
Alle Welt redet gerade von GaN Power. Sei es bei Netzteilen oder Amps. Und Burson Audio hat natürlich für seine Geräte schon seit längerem High‑End‑GaN‑Netzteile im Angebot. Den Burson Audio Fusion Core. 24 V mit satten 15 Ampere soll es dem Conductor GT4 den letzten entscheidenden Schliff verleihen. Wir waren jetzt nicht in der Lage, das nachzuprüfen. Vielleicht in Zukunft einmal. Was man liest, ist aber, dass hier wirklich der letzte Kritiker verstummen soll. Mit 860 € für den Fusion Core aber auch kein Schnapper. Aber wie schon weiter oben erwähnt, gibt es von Zeit zu Zeit Upgrade‑Wochen bei Burson, wo man das Upgrade zur nächsten Ausbaustufe zwischen Standard, Deluxe und Max geschenkt bekommt. Vielleicht die Gelegenheit, sich direkt die Max‑Variante für den Deluxe‑Preis zu sichern.

Kaufberatung: Für wen lohnt sich der Conductor GT4?

Die Frage ist eigentlich schnell und einfach zu beantworten. Denn eigentlich für jeden, der ihn sich leisten kann und will. Simple Antwort auf eine komplexe Recherche für einen selbst. Aber es gibt halt die GOAT in jedem Bereich und ab einem gewissen Preis ist ein Fehlgriff immer unwahrscheinlicher. Der Conductor GT4 ist einfach eben besagte GOAT und hier gibt es keine Downsides oder Kompromisse, die man eingeht.

Durch seine vielfältigen Anschlüsse kann man neben dem PC auch ohne Probleme seinen Eversolo oder WiiM anschließen, den Plattendreher oder Fernseher. Kein Grund, sich Gedanken über einzelnen DAC und Headphone‑Amp zu machen. Der Conductor GT4 ist einfach eine ultimative Headphone‑Zentrale und mit seinen Ausgängen ist er schnell um ’nen Amp für Lautsprecher auf dem Schreibtisch, im Hörraum oder Wohnzimmer erweitert.

Vergleich: GT4 vs. Playmate 3 vs. Voyager

Vergleich: Conductor GT4 vs. Playmate 3 vs. Conductor Voyager

ModellDAC‑ChipAusgangsleistung KopfhörerArchitektur/BesonderheitenVariantenEin-/Ausgänge (Kernauszug)Preis/Positionierung
Conductor GT42× ESS9038Q2M (Dual‑Mono, je Kanal separat versorgt)Bis 10 W Class‑A balanced, 5 W SE; 100 W Idle‑Bias6× Max‑Current Power Modules, 7× Silent Power Module; Head+Sub‑Mode; Roon TestedStandard (V6/SP01/24V5A), Deluxe (V7/SP02/Super Charger 5A), Max (V7/SP02/Fusion Core)USB‑C (DSD512/PCM 768 kHz), S/PDIF (Coax/Toslink), BT 5.0 aptX HD/LDAC; Pre/Line/Sub Out; 6,35 mm, 3,5 mm, 4‑Pin‑XLROberes High‑End, unterhalb Voyager
Playmate 3ESS9039 (Single‑Ended‑Plattform)Bis ca. 3 W SE (familienbedingt Class‑A Bias)Kompakt, Silent‑Power‑Module, optional RemoteStandard/Deluxe (V7/SP‑Upgrade/Netzteil‑Upgrade je Paket)USB, Pre‑Out/DAC‑Out/Kopfhörerausgang; weniger I/O als GT4Preis/Leistung stark unter GT4
Conductor VoyagerESS9039PRO (8‑Kanal)Bis 10 W Class‑A; 100 W Idle‑BiasDiskrete I/V‑ und LP‑Stufe; weiterentwickelte TopologieFlaggschiff‑Paket; Upgrades analog ÖkosystemI/O und Formate ähnlich GT4 auf Flaggschiff‑NiveauOberhalb GT4 positioniert

Setups aus der Praxis

Ich hatte jetzt die Gelegenheit, so einiges an den Conductor GT4 anzuschließen, und plaudere jetzt ein wenig aus dem Nähkästchen, wie ich das so empfunden habe.

Eversolo DMP‑A6 & DMP‑A6 Master Edition

Dass der Eversolo mein Go‑to‑Streamer ist, brauche ich wohl keinem mehr zu erzählen. Ich mag den Look & Feel, die Bedienung und die Qualität der Wiedergabe. Während ich den Artikel gerade schreibe, höre ich mit der Kombo Eversolo DMP‑A6 Master Edition und Burson Conductor GT4, wie viele Stunden zuvor. Einfach ein kleines, sehr gut klingendes Setup. Keiner der beiden schwächelt hier und das Gehäuseformat vom DMP‑A6 passt einigermaßen zum Conductor GT4. Wobei die Farbe Schwarz in meinem Fall oder auch das Silber von Eversolo nicht wirklich zum Burson passen werden. Aber so richtig auf Optik achte ich nicht und auf dem Burson Mothership (Rack) sieht es auf meinem Desk schon sehr geil aus.
Ich habe die beiden mit USB sowie XLR und Cinch verbunden. Bei USB nutzt man den Eversolo lediglich als Player, lässt quasi den Burson Conductor GT4 alleinig seine Arbeit machen. Demnach hat man den natürlichen linearen Klangcharakter eben jenes. Via XLR und Cinch benutzt man die zwei ESS9038Q2M im Eversolo und bekommt deren ebenfalls recht linearen Klangcharakter. Ein wenig wärmer vielleicht. Aber wenn, nur eine Nuance.

Geil ist halt der EQ im Eversolo, und so kann man den Sound noch ein wenig an seine Wünsche und Vorlieben anpassen. Je nach Kopfhörer finde ich das angenehm. Beim Audeze MM‑500 z. B. Ja, ich sehe mich eher auf der neutral abgestimmten Seite von Kopfhörern und habe nix gegen harscher klingende Höhen, der MM‑500 ist damit auch tendenziell geil, bei ihm hört es aber bei mir auf. Nach einer Weile muss ich ihn entschärfen.

WiiM Ultra

Ganz klar: Der WiiM Ultra macht sich prächtig mit dem Conductor GT4. Direkt per USB angeschlossen umgehen wir auch seinen DAC und somit steht die Kombo klangtechnisch nicht schlechter da als mit einem Eversolo. Jedoch ein anderes Bedienkonzept sowie Look & Feel. Das Feature‑Set ist auch noch ein wenig universeller, mit seinem Phono‑Pre‑Amp und HDMI‑ARC. EQ‑mäßig und so ist man hier auch exzellent aufgestellt. So hat man mit dem WiiM Ultra natürlich dann auch eine sehr leistungsfähige Anlage hier am Start.

MacBook M4 Pro 16″

Im täglichen Gebrauch habe ich den Burson Conductor GT4 natürlich an meinem MacBook hängen. Hier höre ich Musik, habe Telkos, schneide Videos, gucke Screener, nehme Audio auf … was man halt so alles mit seinem MacBook so anstellt. Der Conductor GT4 ist hier natürlich der End‑Game‑DAC. 8–10 h am Tag läuft er auf meinem Desk und ich bin mittlerweile mehr oder minder eins mit ihm.
Was ich oben hatte vergessen zu erwähnen, ist: Der Conductor GT4 wird warm und ist aktiv gekühlt! Jedoch hört man von den Lüftern im Innern nix. Absolut nix. Da ist selbst der Anthem MRX740, der gerade im Wohnzimmer steht, lauter, und ihn würde ich nicht als wirklich richtig hörbar beschreiben.

Externe Amps

Hab ich natürlich dran gehabt und den Conductor GT4 als Pre‑Amp fungieren lassen. Hier hatte ich einiges mal wieder dran. Der Transaudio d5pro macht, was von ihm erwartet wird. Er gibt dem Ganzen ein wenig Wärme, ohne dabei irgendwelche Details zu verlieren. Als Lautsprecher kamen hier die Amphion Argon3S zum Einsatz und wer unseren Test gelesen hat, weiß, was für leistungsstarke Lautsprecher das sind. Ja, die Kombo kostet jetzt schon ohne Kabel jenseits der 7000 € und spielt sicherlich in noch höheren Sphären mit. Wenn man hier noch einen Subwoofer in den Mix gibt … andere Baustelle.

Headphone + Sub

Hab ich nicht vergessen und war in der Tat von mir ein mit Spannung herbeigesehntes Setup! Zuallererst sollte man offene Kopfhörer wählen. Klar hat es auch Effekt mit geschlossenen, aber mehr Sinn macht es mit offenen. Und dann Subwoofer anschließen, Ausgang umstellen und grinsen. Das ist schon abgefahren. Hier kann man schon Spaß mit haben. Ist jetzt wirklich nix, wenn man seine Nachbarn nicht behelligen will oder die Kinder wecken, aber hey! Ist schon geil.

Man sollte sich schon näher an den Subwoofer setzen oder ihn näher zu einem holen, damit man ihn nicht bis in die Puppen aufdrehen muss. Gerade das Körpergefühl durch den Bass macht schon was her! Also am liebsten würd ich immer so hören. Aber obwohl ich mir hier viel rausnehmen kann, gibt es Grenzen, welche auch ich beachte.

Kopfhörer: Kurzfazit je Modell

Ich mache hier jetzt einen schnellen Abriss der Kopfhörer, die ich mit dem Conductor GT4 gehört habe. Dadurch, dass er linear spielt und genug Power hat, war der Klang eines jeden Kopfhörers eben jenes.

  • Audeze LCD‑X: Geiler, neutraler Kopfhörer. Bequem, robust gebaut und einfach ein tolles Gesamtpaket.
  • Audeze LCD‑3: Hab ich mich schwer mit getan. Ist nicht meins, die Wärme. Zwar kann er detailliert, wobei die Details schon arg in den Hintergrund rücken.
  • Audeze MM‑500: Ebenfalls ein neutraler Kopfhörer. Mir aber auf Dauer dann zu harsch in den Höhen. Hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen würde.
  • Fosi Audio i5: Ist und bleibt ein geiler Kopfhörer, welcher bei Kickstarter für einen unglaublichen Preis zu haben war.
  • Sennheiser HD550: Der schwächste aus der Reihe. Klanglich gut und vor allem leicht, fehlt es halt am Ende an Details und den feineren Höhen.
  • 7Hz Timeless: Klangen am Conductor GT4 am besten. Hier holt er alles aus den kleinen Knöpfen raus.
  • Kiwi Ears Septet: Ich glaube, die besten IEMs im Einsteigerbereich zurzeit. Am Conductor GT4 ein Traum.

Aus dem Burson‑Universum

Ich möchte hier diese Stelle noch nutzen, um euch noch ein wenig aus dem Burson‑Audio‑Portfolio zu berichten. Denn ich mag die Marke und deren Produkte und finde, sie haben noch ein wenig Aufmerksamkeit verdient. Und eventuell kommt der ein oder andere dann noch auf ein Gerät, was ihm zusagt und zu ihm passt.

Burson Mothership – Rack

Ihr habt das geile orange Rack gesehen, auf welchem der Burson Conductor GT4 thront? Jap! Die Kiste ist auch von Burson Audio und ein affengeiles Teil. Das Burson Audio Mothership. Sieht geil aus, passt farblich zu deren Geräten und ist einfach ein Hingucker. Interne Kabelführung, voll Aluminium und mit zwei oder vier Ebenen. Mega massiv und passt natürlich wie angegossen zu Burson‑Audio‑Produkten.

Burson Audio Soloist GT4 / Voyager

Ihr braucht den DAC aus dem Conductor GT4 / Voyager nicht und wollt lieber eine komplett analoge Signalverarbeitung, aber den Rest des Pakets? Kein Problem. Die Soloists sind genau das! Headphone‑Amp und Pre‑Amp. Natürlich ebenfalls mit Subwoofer‑Ausgang. Reinste Class‑A‑Verstärkung und beste Burson‑Qualität.

Burson Audio Timekeeper GT4 / Voyager – Mono‑Endstufen

GaN Power! GaN‑Amps sind in aller Munde und auch Burson Audio hat schon seit einiger Zeit zwei Modelle im Angebot. Entweder aus der Grand‑Tourer‑Edition oder Voyager. Nicht nur optisch passen sie zu den jeweiligen Serien, sondern versprechen höchsten Klanggenuss. 200 W bei 4 Ohm, reinste Class‑A‑Verstärkung klingen schon gut. Ich habe auch schon erste Zuschriften bekommen, einen Test zu den Timekeeper GT4 zu verfassen, und werde mal sehen, was sich machen lässt. Also bleibt gespannt.

Conductor Voyager (Überblick)

Nach dem Burson Conductor GT4 kommt noch der Conductor Voyager (wir berichteten). Mit einem Preisunterschied zwischen 800‑1000 € ebenfalls denkbar, direkt nach ganz oben ins Regal zu greifen. Hier werkelt dann ein ESS9039Pro mit 8 Kanälen statt dem Dual‑DAC im GT4. Bei der Schaltung gibt es auch signifikante Unterschiede, zumindest, was die Bilder erahnen lassen.

Fazit: Endgame am Kopfhörer

Fazit ist schon mal, dass das hier ein Monster von einem Review ist. Danke an dieser Stelle noch einmal an Burson Audio, dass sie das so unkompliziert möglich gemacht haben. Danke auch euch Lesern da draußen, die mich kontaktiert haben, sei es wegen dem Burson Audio Mothership, dem Conductor GT4 oder die schon mit der Frage gelöchert haben, was mit den Timekeepern geht und ob ich noch weitere Burson‑Audio‑Produkte vorstellen kann und werde. Ich hatte schon hin und wieder Zuschriften zu anderen Themen, aber zum Thema Burson Audio ist es doch schon fast in Arbeit ausgeartet. Aber nur fast. Und ich mache das gern. Also immer her damit!

Wer sich ganz dem Thema Kopfhörer hingeben will, sollte sich definitiv die Karten legen, wie sein Budget aussieht und ob der Conductor GT4 für ihn in Frage kommt. Für knappe 3000 € bekommt ihr hier ein Beast von einem Kopfhörerverstärker und DAC. Die Leistung und das Gesamtpaket überzeugen mich vollends. In den letzten Monaten hat sich der Conductor GT4 zu meiner Working‑GOAT entwickelt, wenn es darum geht, einen Kopfhörer, Streamer oder Musik zu analysieren oder einfach nur zu genießen. Ich denke, ich komme locker an die 500–600 h Hörzeit mit dem Gerät und konnte nichts, aber auch nichts finden, was mich stört.

Aber ich will auch hier noch einen Hinweis geben. Steck nicht gleich den Kopf in den Sand, wenn dir der Conductor GT4 einfach noch ein paar Klassen zu teuer ist. Guck dir den Playmate 3 an! Er ist ein wirklich tolles Gerät, welches im Einstieg bei 516 € liegt. Hier lohnt sich dann von Zeit zu Zeit die Upgraderei wirklich.

Bleibt zu sagen: Für mich ist der Burson Conductor GT4 gerade Referenz, und das mit vollster Überzeugung. Ich wünsche Burson Audio, dass sie auf dem deutschen Markt ankommen, und freue mich, zumindest einen kleinen Teil dazu beigetragen zu haben. Und jetzt ab mit euch auf deren Seite und traut euch, so ’ne Kiste zu ordern!

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https://www.hifigeek.de/raw-power-trifft-feingeist-burson-conductor-gt4-head-amp-im-review/feed/ 0 9346
3e Audio A7 Amp Review — Ein Kompakter Kraftprotz mit Upgrade-Potenzial https://www.hifigeek.de/3e-audio-a7-amp-review-ein-kompakter-kraftprotz-mit-upgrade-potenzial/ https://www.hifigeek.de/3e-audio-a7-amp-review-ein-kompakter-kraftprotz-mit-upgrade-potenzial/#respond Fri, 01 Aug 2025 08:57:54 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9298 Hey Leute, Zeit für einen neuen Amp-Test! Heute hab ich mir den 3e Audio A7 geschnappt und ordentlich durch den Kakao gezogen. Spoiler Alert: Der kleine Kerl hat mich ziemlich überrascht und zeigt, dass China-HiFi längst nicht mehr nur Billig-Schrott bedeutet.

Über 3e Audio ist vermutlich noch nicht jeder gestolpert — die sind noch relativ neu am Markt, aber keineswegs Newbies im Amplification-Game. Die bauen schon seit Jahren Boards für andere Hersteller und jetzt bringen sie ihre eigenen fertigen Amps raus. Und was soll ich sagen: Sie wissen definitiv, was sie tun.

Unboxing & erste Eindrücke — Wenn Gewicht Qualität verspricht

Okay, fancy Verpackung gibt’s hier nicht — aber ehrlich, wen juckt’s? Der A7 kommt gut geschützt an und das ist alles was zählt. Was sofort ins Auge sticht: Das Ding ist verdammt schwer für seine Größe. Fühlt sich an als ob da innen Blei versteckt wäre. Das ist schon mal ein gutes Zeichen — billiger Kram wiegt meist nix.

Das Design ist klassisch minimalistisch — schwarzer Alu-Block mit einem ordentlichen Drehregler in der Mitte. Nicht spektakulär, aber funktional und solide verarbeitet. Die Clipping-LEDs sind ein nettes Detail, auch wenn mir die Farbwahl etwas seltsam vorkommt — grün für Clipping ist nicht gerade intuitiv, aber mei.

Technik-Bashing — Was steckt drin?

Hier wird’s interessant! Der A7 basiert auf dem TI TPA3255 Chip mit Post Filter Feedback (PFFB) — das ist schon mal die richtige Liga. Was aber richtig geil ist: Die OpAmps sind von außen zugänglich! Kein nerviges Aufschrauben des Gehäuses nötig.

Stock sind OPA1656 OpAmps verbaut — das ist schon deutlich besser als die Standard NE5532, die man bei vielen Budget-Amps findet. Aber hier kommt der Clou: Mit einem simplen Keyboard-Switch-Puller kann man die Dinger easy austauschen. Habe ich natürlich gemacht.

Getestet habe ich mit Burson V7 Vivids und Sparkos SS3602 — und holy shit, was für ein Unterschied! Die Stock-OpAmps sind schon gut, aber mit den Upgrades geht der A7 auf ein anderes Level. Mehr dazu gleich beim ausführlichen Sound-Check.

Power ohne Ende — 48V sind kein Witz

Mit dem 48V/10A Netzteil (ja, das Ding ist ein Monster) liefert der A7 ordentlich Dampf: 250W in 4Ω und 140W in 8Ω bei 1% THD. Das reicht locker für die meisten Lautsprecher und selbst meine Amphion Argon 3S bekommen genug Futter.

Die Kühlung ist komplett passiv, aber das Gehäuse wird auch bei längeren Sessions nicht zu heiß. Da haben die Ingenieure gute Arbeit geleistet — kein Lüftergeräusch, das einen beim Musikhören nervt.

Testsetup — Kein Raum für Diskussionen

Damit keiner rummeckert wegen Kabel-Voodoo, habe ich durchgehend Ricable DEDALUS verwendet: DEDALUS SPEAKER MKII für die Lautsprecher, DEDALUS XLR und DEDALUS SIGNAL für die Verbindungen. Zuspieler waren der Eversolo DMP-A6 Master Edition und ein WiiM Ultra.

Als Musik kam meine Qobuz Referenz-Playlist zum Einsatz — keine Jazz-Esoterik, sondern Tracks die ich in- und auswendig kenne.

Klangtest mit der Referenz-Playlist — Jetzt wird’s ernst!

Ihr merkt schon, ich hatte mächtig Bock auf den 3e Audio A7 — und lasst euch jetzt auch schon die Frage auf der Zunge zergehen, ob ich nach dem ganzen Aufbau nicht maßlos enttäuscht wurde. Spoiler: Wurde ich nicht!

Natürlich habe ich den A7 zuerst mit Stock-OpAmps getestet und dann schrittweise die Upgrades eingebaut. Hier sind meine detaillierten Eindrücke zu den wichtigsten Tracks:

Behemoth — Blow Your Trumpets Gabriel

Schon beim ersten Track wird klar: Diese Kombo ist nicht für leise Töne gemacht. Die düsteren, orchestralen Einwürfe und die tiefen, dröhnenden Bässe werden vom A7 mit beeindruckender Präzision und Kontrolle wiedergegeben. Stock-OpAmps: Schon verdammt ordentlich! Kein Dröhnen, kein Matsch — sondern ein strammes, konturiertes Bassfundament. Mit Burson V7 Vivids: Hier wird’s interessant! Die Bühne wird breiter und tiefer, mehr “Leben” in der Musik. Mit Sparkos SS3602: Das war der Game-Changer! Die tiefen Growls behalten ihre Kontrolle, aber die Detailauflösung geht durch die Decke.

Knocked Loose — Deep in the Willow

Bei Knocked Loose wird es richtig dreckig. Die aggressiven Breakdowns und hektischen Gitarrenriffs werden klar voneinander getrennt, die Stimme bleibt trotz aller Verzerrung verständlich und präsent. Der A7 schafft es, die raue Energie zu transportieren ohne dass der Sound matschig oder undurchsichtig wird. Mit den Sparkos SS3602 kommen sogar die feinsten Details der Gitarrenverzerrung durch — brutal präzise!

Lorna Shore — Pain Remains I‑III

Die Lorna Shore-Trilogie ist ein echter Härtetest: komplexe Arrangements, rasante Blastbeats, orchestrales Getöse und düstere Growls. Der 3e Audio A7 meistert das mit Bravour. Die Dynamik bleibt auch bei den längeren, epischen Passagen erhalten, und die Details gehen nicht im Geschehen unter. Besonders beeindruckend: Der Amp schafft es, die emotionalen Höhen und Tiefen der Musik zu transportieren — von den sanften, orchestralen Momenten bis zum puren Chaos.

Lorna Shore — To the Hellfire

To the Hellfire ist ein weiterer Beweis für die Kontrolle des A7: Die tiefen Growls und die rasenden Doublebass-Läufe werden mit einer Präzision wiedergegeben, die man von Verstärkern der 300€-Klasse selten hört. Mit den OpAmp-Upgrades wirkt der Track noch räumlicher und die einzelnen Instrumente stehen perfekt im Raum.

Brand of Sacrifice — Between Death and Dreams & Purge

Brand of Sacrifice ist bekannt für ihre extremen Bässe und komplexen Arrangements. Der A7 zeigt hier, dass er auch mit modernem Deathcore klarkommt. Die Bässe sind druckvoll, aber nie matschig, und die Details in den Gitarren und im Gesang bleiben erhalten. Purge zeigt besonders gut, wie der Amp mit schnellen Wechseln zwischen tiefen Bässen und hohen Screams umgeht — alles bleibt kontrolliert und differenziert.

Rage Against The Machine — Bombtrack

Bombtrack ist ein Klassiker, der jedes System auf Herz und Nieren prüft. Der A7 lässt die Gitarren richtig knallen, ohne dass der Bass überhand nimmt. Zack Morellos charakteristischer Gitarrensound bleibt klar und präsent, und die Stimme von Zack de la Rocha sitzt genau da, wo sie hingehört: direkt vorne. Die Dynamik des Tracks kommt voll zur Geltung — von den leisen Momenten bis zum vollen Ausbruch.

Zeal & Ardor — Death to the Holy & Firewake

Zeal & Ardor mischt Black Metal mit Gospel-Elementen — ein echter Genremix. Der A7 schafft es, die düsteren Gitarren und die gospeligen Chöre gleichermaßen überzeugend wiederzugeben. Firewake zeigt besonders gut, wie der Amp mit komplexen Arrangements und ungewöhnlichen Klangfarben umgeht. Die verschiedenen Layers bleiben klar getrennt, ohne dass der Gesamtsound auseinanderfällt.

System Of A Down — Old School Hollywood

SOAD ist immer ein guter Test für die Mittenwiedergabe. Serj Tankians markante Stimme wird vom A7 kristallklar wiedergegeben, während die komplexen Gitarrenarrangements ihre Konturen behalten. Der charakteristische SOAD-Sound mit seinen schnellen Wechseln und verrückten Arrangements kommt perfekt rüber.

Rise Against — Paper Wings & Wolves

Punk-Rock klingt auf dem 3e Audio A7 richtig geil. Die Gitarren sind präsent, die Vocals stehen im Vordergrund, und der Bass gibt den nötigen Drive. Wolves zeigt die Fähigkeit des Amps, auch bei dichteren Produktionen die Klarheit zu bewahren. Wer gerne mitsingt, wird hier voll auf seine Kosten kommen.

Sleep Token — Granite

Sleep Token bringt eine andere Seite des A7 zum Vorschein. Die atmosphärischen Passagen und die dynamischen Wechsel zwischen ruhigen und harten Parts werden perfekt umgesetzt. Der Amp zeigt hier seine Vielseitigkeit — nicht nur für brutale Metal-Attacken, sondern auch für subtilere, emotionale Momente.

Septicflesh — Anubis (Live)

Live-Aufnahmen sind immer ein guter Test für die räumliche Abbildung. Anubis von Septicflesh kommt mit seinen orchestralen Elementen und der Live-Atmosphäre perfekt rüber. Man hat wirklich das Gefühl, im Konzert zu stehen. Die Dynamik zwischen den ruhigen orchestralen Momenten und den brutalen Metal-Parts wird vom A7 perfekt eingefangen.

Nirvana — Rape Me

Auch Grunge funktioniert hervorragend. Kurts raue Stimme und die charakteristische Gitarre kommen authentisch rüber. Der 3e Audio A7 zeigt hier, dass er nicht nur für moderne Metal-Produktionen taugt, sondern auch klassische Alternative-Sounds überzeugend wiedergibt.

Selbst bei längeren Hörsessionen mit komplexen Arrangements bleibt die Höhenwiedergabe entspannt und natürlich. Die Extension bis in die obersten Frequenzbereiche ist mehr als nur eine Zahl auf dem Datenblatt — sie sorgt für Luftigkeit und Räumlichkeit, die der Musik Leben einhaucht.

Vergleich zum Fosi V3 Mono — David gegen Goliath

Da der Fosi V3 Mono in ähnlichen Kreisen unterwegs ist, hab ich direkt verglichen. Der 3e Audio ist in jeder Hinsicht überlegen:

  • Bessere Stock-OpAmps: OPA1656 vs. NE5532 — kein Vergleich
  • Solidere Verarbeitung: Fühlt sich deutlich wertiger an
  • Mehr Upgrade-Potenzial: OpAmps von außen zugänglich
  • Läuft deutlich kühler: Keine Überhitzungsprobleme
  • Neutralerer Klang: Weniger digitale Härte

Klar, der Fosi ist günstiger, aber der Aufpreis für den A7 lohnt sich definitiv. Hier merkt man, dass man nicht nur einen Verstärker kauft, sondern ein durchdachtes System.

Upgradability — Das Hammer-Feature

Das ist wirklich das Killer-Feature des 3e Audio A7: Die OpAmps sind von unten zugänglich! Einfach mit einem Keyboard-Switch-Puller rausziehen und die neuen reinstecken. Dauert keine 30 Sekunden und macht aus einem guten Amp einen richtig geilen.

Die Sparkos SS3602 passen perfekt rein, genau wie die Burson V7 Vivids. Damit kann man den Sound genau an seinen Geschmack anpassen — mehr Wärme, mehr Analytik, mehr Punch, whatever. Das ist Customizing auf höchstem Niveau!

Stock → Burson V7 Vivid: Mehr Räumlichkeit, bessere Auflösung, etwas wärmer
Stock → Sparkos SS3602: Kristallklare Details, unfassbare Präzision, analytischer Sound

Kombinationen die abgehen

Budget-King: WiiM Ultra + 3e Audio A7 + günstige Regallautsprecher = Anlage unter 1000€ die richtig gut klingt

Audiophile-Setup: Eversolo DMP-A6 Master Edition + A7 mit OpAmp-Upgrade + hochwertige Standboxen = Ende Gelände

Desktop-Killer: Direktanschluss vom Computer + A7 + Nahfeld-Monitore = Studio-Sound am Arbeitsplatz

Was nervt? — Meckern auf hohem Niveau

Ehrlich gesagt nicht viel. Das externe Netzteil ist zwar groß, aber bei der Leistung okay. Die LED-Farben sind gewöhnungsbedürftig. Der Preis ist für das Gebotene mehr als fair. Ansonsten: Meckern auf hohem Niveau — so gut ist das Teil!

Behind the Scenes — Mein Testsetup im Detail

Ich hatte hier natürlich auch einige Lautsprecher-Kandidaten am Start, mit welchen ich rumgespielt habe: Amphion Argon 3S (meine Referenz), verschiedene Regallautsprecher und einige Standboxen. Musik wurde ausschließlich mit Qobuz gestreamt über meine Referenz-Playlist.

Als Zuspieler kamen hauptsächlich der Eversolo DMP-A6 Master Edition und das WiiM Ultra zum Einsatz. Beide harmonieren perfekt mit dem A7, wobei der Eversolo noch eine Schippe mehr Details liefert.

Fazit — Ein echter Geheimtipp

Was 3e Audio hier abliefert ist schon beeindruckend. Für 300€ bekommt man einen Amp der in Stock-Form schon richtig gut klingt und mit OpAmp-Upgrades in Sphären vordringt, wo normalerweise deutlich teurere Geräte spielen.

Das Upgrade-Potenzial macht den A7 zu einem echten Long-Term-Investment. Heute mit Stock-OpAmps anfangen, später upgraden und nochmal ein deutlich besseres Klangerlebnis bekommen — das ist genial!

Zu kaufen gibt es den A7 unter anderem bei Aliexpress direkt vom Hersteller.

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https://www.hifigeek.de/3e-audio-a7-amp-review-ein-kompakter-kraftprotz-mit-upgrade-potenzial/feed/ 0 9298
Fosi Audio i5 im Test: Planare Überraschung zum Kampfpreis – Klang, Komfort und Technik im Alltag https://www.hifigeek.de/fosi-audio-i5-im-test-planare-ueberraschung-zum-kampfpreis-klang-komfort-und-technik-im-alltag/ https://www.hifigeek.de/fosi-audio-i5-im-test-planare-ueberraschung-zum-kampfpreis-klang-komfort-und-technik-im-alltag/#respond Tue, 15 Jul 2025 13:35:24 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9272 UPDATE: Jetzt auch mit Review-Video! Einfach runter scrollen.

Was war das bitte für eine Hammer-Meldung, als Fosi Audio im April dieses Jahres den Fosi Audio i5 angekündigt hat! Wir waren sofort Feuer und Flamme – und das zu Recht. Denn endlich kommt vom innovativen Newcomer aus China der allererste Kopfhörer, und man hatte sofort das Gefühl, dass da jemand gerade die komplette Hifi-Industrie ordentlich aufmischt. Fosi Audio verteilt wieder leichte Schläge in Richtung etablierter Player, die sich vermutlich schon warm anziehen müssen, wenn sie auf Preis-Leistungs-Wunder wie den Fosi Audio i5 schauen.

Warum? Weil die Produkte von Fosi tatsächlich Erwartungen an typisches Preis/Leistungs-Denken vieler Hersteller hinterfragen. Diese Marke hat einfach gecheckt, dass Technik auch jung, modern und zugänglich wirken muss, um für Nicht-Boomer interessant zu sein. Nicht mehr höher, teurer, weiter, sondern solide, erschwingliche Qualität, die für alle Spaß macht. Amen.

High End München 2025: Erster Kontakt

Auf der High End 2025 in München hatten wir dann schon das Glück, den Fosi Audio i5 erstmals selbst hören zu können – auch, wenn es nur ein paar intensive Minuten waren. Fosi hatte ein kleines, aber feines Setup aufgebaut, natürlich bereits mit dem geupdateten (mehr dazu gleich) Fosi Audio i5 und dem Mamoritai Euphony Kopfhörerverstärker.

Eins vorweg: eine Messeumgebung ist alles – nur nicht perfekt zum Probehören. Daher haben wir es auch direkt gelassen, eine finale Bewertung abzugeben. Stattdessen hieß es: geduldig auf unser Testmuster warten. Dennoch, der erste Eindruck war nicht zu ignorieren! Ich hatte an diesen Tagen sicher ein Dutzend verschiedene Hörer auf dem Kopf – aber der Fosi Audio i5 hat direkt aus der Masse herausgestochen.

Sehr cool auch die Gespräche mit den Fosi-Leuten. Sie waren richtig offen und haben mir nicht nur den „Bassleak-Fix“ erläutert, sondern direkt signalisiert, dass Feedback willkommen ist – und zwar nicht irgendwann auf dem Sankt-Nimmerleinstag, sondern am liebsten heute! Da ließ ich’s mir natürlich nicht nehmen und hab sofort meinen Senf dazu gegeben.

Kabelkritik & Feedback-Kultur

Mein größtes Anliegen: das Kabel. Denn klar, das beigelegte unbalanced Kabel sah schon wertig aus – nur leider war es steif wie ein Billardstock. Zuhause auf dem Sofa ist das vielleicht okay, aber ich sitze am Tag bestimmt acht bis zehn Stunden am Rechner. Da will ich Bewegungsfreiheit, Flexibilität! Ich hab’ Fosi auf der Messe direkt empfohlen, eine geflochtene, weichere Variante ins Sortiment zu nehmen. Man konnte am Nachbarstand live erleben, wie angenehm sowas im Alltag ist. Die Fosi-Crew war sofort dabei: Fotos gemacht, alles dokumentiert, und sie wollten das Feedback gleich ans Produktteam weiterleiten. Ich schätze diesen Geist von offener, lösungsorientierter Kommunikation sehr – davon könnten sich manche „Großen“ etwas abschneiden.

Unboxing – Lieferumfang – First Touch

Schneller Zeitsprung: Zwei Wochen nach der Messe kam endlich unser eigenes Fosi Audio i5-Testgerät an und ich war ehrlich gespannt, ob der reale Eindruck meinen Messe-Flash bestätigen kann. Schon die Verpackung spricht Bände. Typisch Fosi? Im Gegenteil! Hier wirkt alles nochmal eine Schippe hochwertiger als bei den Amps, die ich von ihnen kenne. Der Kopfhörer liegt – fein eingebettet in Schaumstoff – in einem stabilen, magnetisch schließenden Karton. Dazu gibt’s zwei Kabel, ordentlich verpackt in Samtsäckchen, einen Adapter von 3,5 auf 6,35 mm sowie eine präzise bebilderte Anleitung, die alles andere als billig daherkommt.

Kein Schmuckkoffer wie bei manchem Luxus-Hörer aus den USA, aber insgesamt trifft Fosi hier genau den Sweet Spot zwischen Wertigkeit, Understatement und dem, was sie mit dem Kopfhörer erreichen wollen.

Der Moment, wenn man den Kopfhörer das erste Mal in die Hand nimmt, ist ein „Aha“-Erlebnis. Haptik und Fertigungsqualität sind top! Der Fosi Audio i5 gehört deutlich zu den schwereren Modiellen dieser Preisklasse, aber in dem geplanten Budget erwarte ich keine Leichtbauwunder. Die Ohrmuscheln stechen sofort ins Auge – richtig groß, fast schon „over-ear plus“, größer jedenfalls als Hifiman oder Verum 2. Die Verarbeitungsqualität ist makellos: Nichts knarzt, keine Spalten, keine Nachlässigkeiten. Für mein Empfinden fühlt sich der Fosi Audio i5 damit teilweise solider an als mancher teurere Hifiman, der immer wieder mal deutliche Schwächen zeigt.

Das Holzdekor? Geschmackssache. Mir reicht Schwarz, aber bei Over-Ears heißt Holz halt oft: „Schau her, ich bin edel“. Also passt schon.

Tragekomfort – Alltagstauglichkeit

Eigentlich wollte ich mir mit dem Tragetest noch mehr Zeit lassen. Aber wie das so ist: Der Fosi Audio i5 hat mich angesprungen und am Ende habe ich ihn über Tage hinweg quasi durchgehört. Verglichen mit Audeze oder Hifiman baut der Fosi Audio i5 wohl den spürbarsten Anpressdruck auf – das ist bei dick gepolsterten Over-Ears wie diesen aber keine Überraschung, die dicken (über drei Zentimeter!) Pads federn genug, damit’s nie unangenehm drückt.

Die Pads selbst bestehen aus weichem Leder, fein perforiert, und sind an der Kontaktfläche zum Kopf mit geschmeidigem Stoff überzogen. Memory-Foam, darum vielleicht noch einen Tick fester, aber auch nach Stunden trägt sich das echt angenehm.

Allerdings: Besonders luftdurchlässig sind die Ohrpolster nicht. Ich schwitze sowieso schnell, aber gerade bei sommerlichen Temperaturen entsteht unter den Muscheln eine Wärme, die man merkt. Wie immer gilt: Kein Grund zur Panik – ich hatte das bei anderen Hörern teils noch ausgeprägter. Für kleinere Ohren gibt‘s zudem noch genug Raum, meine eigenen Ohren “schweben” komplett ohne Kontakt im Hörer – auch mit Tunnel-Piercings. Für kleine Köpfe könnten die Fosi Audio i5 etwas voluminös wirken, für große Ohren sind sie fast ideal.

Das Kopfband aus perforiertem Leder fühlt sich butterweich an, legt sich sanft auf den Schädel und lässt sich stufenlos sowie sogar einhändig einstellen. Es hält die gewählte Größe tapfer, da gibt es aktuell keinen Grund zu meckern, ob es auf Dauer ausleiert, bleibt noch zu sehen.

Die Anschlussbuchsen sitzen klassisch unten an den Muscheln. Die Muscheln selbst sind leicht nach vorne geneigt montiert, so dass das Kabel nicht direkt an der Schulter scheuert, aber trotzdem sauber nach unten läuft. Ich persönlich mag die Audeze-ähnliche Oldschool-Anordnung etwas lieber, da bleibt garantiert nichts hängen – beim Fosi Audio i5 bleibt es situationsabhängig, wie schnell sich das Kabel beim Kopfdrehen bemerkbar macht.

In Summe: Der Tragekomfort ist im Alltag wirklich top – und die kleine Kritik spielt im Kontext des Preises keine große Rolle.

Langzeit-Komfort – Hitze & Lüften

Ehrlich gesagt: Ich hab den Fosi Audio i5 wirklich im Dauereinsatz gehabt. Ein paar Stunden am Stück und dann noch länger – kein Problem. Der höhere Anpressdruck fällt nach ein paar Tagen kaum noch auf, von unangenehmem Drücken kann keine Rede sein.

Was aber bleibt, ist die Wärmeentwicklung rund ums Ohr. Die Polster sind nicht die luftigsten und halten die Ohren etwas wärmer als andere Planare. Das hat bei mir dazu geführt, dass ich meine Ohren häufiger reinigen muss – typisches „Hörer-Problem“: Je länger du Planar-Over-Ears draufhast, desto öfter schmutzen die Ohren ab. Wer In-Ear-Plugs benutzt, merkt es noch schneller. Zwischendurch lüfte ich meine Ohren gern mal, indem ich einfach die Muscheln kurz anhebe – dieser Reflex ist auch nach zwei Wochen noch da.

Bitte versteht das nicht als meckern, ich bin Power-User und teile Erfahrungen, um alle Aspekte offen zu beschreiben.

Bassleak & Update-Story

Ein paar Worte zum „Bassleak-Fiasko“ der ersten Generation: Anfangs waren die Ohrmuscheln nicht ganz luftdicht mit den Ohrpolstern verbunden, was bei einigen Testern zu spürbarem Bassverlust führte. Viele fanden das bei dem Preis verschmerzbar, Fosi selbst war das aber zu wenig: Es kam rasch eine neue Dichtungsvariante, die das Problem ziemlich sauber beseitigt hat. Mehr dazu kannst du sonst im separaten Artikel nachlesen.

Das Beeindruckende ist aber wirklich, wie rasant Fosi auf Feedback reagiert und auch konstruktive Kritik direkt aufnimmt – das macht richtig Lust auf das, was da künftig noch kommt.

Soundcheck – Jetzt wird’s ernst

Ihr merkt schon, ich hatte mächtig Bock auf den Fosi Audio i5 – und vermutlich lasst ihr euch jetzt auch schon die Frage auf der Zunge zergehen, ob ich nach dem ganzen Aufbau nicht maßlos enttäuscht wurde. Spoiler: Wurde ich nicht!

Natürlich habe ich den Fosi Audio i5 zuerst an meine Referenz-Playlist auf Qobuz angeschlossen und direkt auch den Vergleich mit verschiedenen Amps gesucht. Genutzt habe ich für meine Hörtests:

  • Burson Audio Conductor GT4 Deluxe (bald folgt hier noch ein eigener Test, aber das Ding ist für mich echtes State-of-the-Art)(Test)
  • Burson als reinen DAC mit Lehmann Audio Linear II als Verstärker, um noch einen „zweiten Referenzblick“ zu bekommen

Weitere Setups gab es dann noch am Rande (die erzähle ich nach den Song-Impressionen ausführlicher). Hier erstmal ein paar exemplarische Tracks und mein Eindruck am i5:

Orbit Culture – Death above life
Orbit Culture ist mir erstmals durch das Album “Nija” aufgefallen (besonders „North Star of Nija“, das gefühlt ewig in der Kickass-Metal-Playlist von Spotify lief). Die Band spielt fetten Melodic Death Metal, druckvolle Riffs und ist live ein absolutes Brett. „Death above life“ legt mit einem choralartigen Intro los, sanfte Streicher schaffen Atmosphäre – der Fosi Audio i5 präsentiert das alles räumlich, super detailliert, richtig schön aufgeräumt. Die E‑Gitarre kommt sofort klar und bassig, leitet einen der typischen groovigen Riffs ein, die Orbit Culture ausmachen. Bass? Druckvoll! Schlagzeug? Im Hintergrund, aber angenehm ortbar. Cymbals sind präsent, klingen aber nie nervtötend. Der gutturale Gesang von Karlsson drückt und wird abwechselnd von einer cleanen Line begleitet – für meinen Geschmack ist das eine Linea­r‑Abstimmung, wie sie im Lehrbuch steht. Die Basswiedergabe ist dynamisch, aber nicht übertrieben fett – die Feinzeichnung stimmt, auch wenn der Song keine absolute Detail-Orgie ist.

Knocked Loose – Everything is Quiet Now
Brutal, hart und direkt auf die Zwölf – hier gibt das Schlagzeug schon am Anfang richtig Gas. Die Bassdrum ist bei Knocked Loose nie ultratief, klopft aber eindrucksvoll durch. Brian Garris Stimme? Liebe oder Hass, aber perfekt für diese Band. Im i5 wirkt sie übrigens weniger spitz als in vielen anderen Hörern – was für mich deutlich für die tolle Abstimmung spricht. Der Song ist zwar „bassig“, aber zurückhaltender als Orbit Culture; ab 1:50 wird’s audiophil, fette Riffs treffen auf feinstgezeichnete Cymbals, Gitarren wunderbar differenziert. Bei 2:50 ein akustischer Break, der super fein herauszuhören ist – sehr authentisch, sehr musikalisch.

Radiohead – Creep
Bekannt für seine Höhen und Klarheit, aber auch berüchtigt, weil viele Wiedergabesysteme hier gerne schmerzen. Der Fosi Audio i5 überzeugt mich gerade im Refrain: Die Höhen sind präsent, aber nie stechend. Cymbals sehr weit vorne, Linearität bleibt das Stichwort – Fans wärmer abgestimmter Kopfhörer könnten sich eher gestört fühlen, ich aber liebe diesen „Realismus“, solange er nicht unnatürlich wirkt.

Imminence – God Fearing Man
Hier sollte man sich weniger vor Gott als vielmehr vor dem Breakdown fürchten, in dem die E‑Gitarre mit einem Violinbogen gespielt wird. Imminence sind eine Metalcore-Band, in der Frontmann Eddie Berg die Geige immer wieder ins Spiel bringt – eine einmalige Note, wie ich finde. Der Song startet mit Synths, der Gesang ist fein aufgelöst und im Raum platziert. Bei 00:40 setzt die Violine zusammen mit fettem Bass ein und der Fosi Audio i5 läuft zu Höchstform auf. Kein EQ, einfach nur die werkseitige Abstimmung vom Burson Conductor GT4 Deluxe und dessen V7 Vivid OpAmps. Schon ab 2:19 geht’s richtig zur Sache – der Bass drückt, die Riffs treiben dich fast aus dem Sitz. Und dann, der legendäre Breakdown bei 4:22: Die Geige „zerschneidet“ die Gitarre, episch! Auch hier bleibt alles kontrolliert und ausgewogen – ein Song wie geschaffen für Planar-Hörer wie den Fosi Audio i5.

Technische Daten

Jetzt aber! Ich habe es bisher vor lauter Begeisterung nur am Rande erwähnt: Planarer Magnetostat, was heißt das eigentlich? Hier sitzt keine „normale“ Lautsprechermembran, sondern ein ultradünner, gerade mal 2 µm starker „Film“, auf Spannung gehalten von beidseitig angeordneten Magnetarrays (insgesamt 44 N50-Magnete, je 22 pro Seite!). Durch diese spezielle Konstruktion sind Planare bekannt für präzise, extrem schnelle Treiberbewegungen.

Der Frequenzgang reicht von 10 Hz bis 50 kHz – also locker weit über das hinaus, was menschliche Ohren überhaupt noch erfassen können. Die Impedanz liegt bei 28 Ohm, wodurch der i5 nicht übermäßig anspruchsvoll am Verstärker ist. Dennoch gilt: Magnetostaten profitieren von mehr Dampf. Viele Soundkarten oder Mainboard-Ausgänge können ihn betreiben, aber richtig aufblühen tut der i5 mit höherwertigen DAC/Amps. Die Empfindlichkeit ist mit 98 dB/mW @ 1 kHz angegeben, Maximalpegel > 120 dB SPL, Verzerrungen liegen unter 1 % bei 100 dB. Kabelseitig gibt’s 3,5 mm (unsymmetrisch), 4,4 mm balanced und einen 6,35-mm-Adapter; abnehmbar ist das Kabel natürlich auch.

Hier nochmal tabellarisch alle Eckdaten:

MerkmalDaten
TypOver-Ear, Open-Back, kabelgebunden
TreiberPlanar-Magnetostatisch, 97 mm, 2 µm dünner Film
Magneten44x N50 Neodym pro Hörer, 22 pro Seite
Frequenzbereich10 Hz – 50 kHz
Impedanz28 Ohm
Empfindlichkeit98 dB/mW @ 1 kHz
Maximalpegel>120 dB SPL
THD<1 % bei 100 dB SPL
Empf. Leistung250–500 mW
Mindestleistung>100 mW
Anschlüsse3,5 mm Klinke, 4,4 mm balanced, Adapter 6,35 mm
Kabel1,5 m, abnehmbar
MaterialAluminium, Walnussholz, Memory-Metall-Bügel
OhrpolsterPerforiertes Kunstleder, atmungsaktives Gewebe
Gewicht550 g

Mobilität – Statement zu Alltag & On-the-Go

Machen wir uns nichts vor: Der Fosi Audio i5 ist ein Kopfhörer für drinnen. Die offene Bauform sorgt dafür, dass dein Umfeld praktisch alles mithört – im Büro wollen das die wenigsten. Für Heimkino, Schreibtisch oder Gaming ist der i5 dagegen wie gemacht.
Haushalt? Wer nicht dauernd wo gegen läuft, klar, geht – aber das dicke Kabel ist halt wenig für Bewegungsfreiheit. Bluetooth-Adapter? Müsste ich mal testen, hab aber gerade keinen passenden.

Für wen ist der Fosi Audio i5 gedacht?

Ehrlich? Gerade zum günstigen Kickstarter-Preis ist das für mich ein direkter Tipp für Einsteiger, die richtig guten Planar-Sound kennenlernen wollen. Günstiger kriegt man selten so viel Planar-Technik aufs Ohr. Und auch fortgeschrittene Hifi-Cracks werden erstaunt sein, was für das Geld heute geht.

Einzige Einschränkung: Wer butterweichen, warmen Sound mag, muss vielleicht mit dem EQ ein wenig nachhelfen. Der i5 ist sehr linear abgestimmt, manchmal fast „neutral“ – was in manchen Genres und bei ermüdeten Ohren zu hart wirken kann (aber das ist ein Problem vieler Planarer).

Gaming – Allround-Fähigkeiten

Kann man mit den Dingern zocken? Ich sag nur: und wie! Der Fosi Audio i5 holt alles aus deinem Game raus: Soundstage, Ortung und Detailtreue sind erstklassig. Du hörst Schritte, Granaten und feine Zwischentöne – das können viele Gaming-Headsets nur träumen. Dazu bleibt er auch bei langen Sessions angenehm, zumindest in Sachen Klang und Tragekomfort.

Studio-Monitore gelten unter Gamern deshalb als Geheimtipp – linear, ehrlich, unaufgeregt. Genau da setzt der i5 an.

Welches Equipment brauche ich, um mit dem Fosi Audio i5 glücklich zu werden?

Gerade für Einsteiger immer spannend: Mit welchem Setup funktioniert so ein Kopfhörer optimal? Ich habe sehr viel ausprobiert und kann sagen: Der Fosi Audio i5 ist vergleichsweise unkompliziert, was die Ausgangsleistung betrifft. Viele Gaming-Mainboards bringen schon genug Output mit, manche Audiopanels ebenso. Wer aber das Maximum rausholen will, sollte einen dedizierten DAC/Amp nutzen.

Von Fosi selbst gibt’s passende Geräte wie den Fosi Audio K7 (DAC/Amp-Kombi) oder den Fosi Audio ZD3 (DAC, dann mit zusätzlichem Amp). Der Fosi GR70 ist ebenfalls spannend, wer aber gleich auf High-End gehen möchte, springt preislich schnell in Regionen, wo auch Modelle wie der Burson Playmate 3 (in der Basisversion) interessant werden.

Andere bekannte HiFi-Marken wie Topping, SMSL und diverse große Namen bieten natürlich Alternativen – habe ich selbst noch nicht getestet.

Wichtig ist: Wer den i5 über mehrere Stunden täglich nutzt, sollte das Investment wie bei einem guten Bürostuhl betrachten – es zahlt sich aus! Und ja, hochpreisige Amps wie der Lehmann Audio Linear machen natürlich einen Unterschied: Sie geben dir die Freiheit, auch andere Kopfhörer nach Belieben zu betreiben; bei entsprechender Laufzeit rechnet sich die Investition langfristig.

Kurzum: In Sachen Sound und Vielseitigkeit ist der Fosi Audio i5 ein Volltreffer, der für sehr viele User und Budgets passt.

Fazit

Der Fosi Audio i5 erweist sich als überraschend ausgereifter und durchdachter Kopfhörer-Neuling, der mit seinem offenen, planar-magnetostatischen Konzept, solidem Klang und ehrlicher Verarbeitungsqualität für Aufsehen sorgt. Klanglich richtet er sich dank ausgewogener, linearer Signatur nicht nur an Metal- und Gaming-Fans, sondern auch an Liebhaber von Präzision und Detailreichtum in jeder Musikrichtung. Kleinere Kritikpunkte wie das ursprünglich steife Kabel oder die Wärmeentwicklung unter den Ohrmuscheln werden durch schnelle Produktupdates, viel Offenheit im Umgang mit Nutzerfeedback und die insgesamt gelungene Balance aus Tragekomfort, Technik und Design wettgemacht. Für den aufgerufenen Preis liefert der i5 ein Gesamterlebnis, das weit über das Erwartbare hinausgeht und echten Einstieg ins Planar-High-End ermöglicht.

Wo kaufen?!

Wen ich jetzt heiß gemacht habe mit den Fosi Audio i5 für den hat mir Fosi noch zwei Links gegeben. Dies sind ausdrücklich keine Affiliate-Links! Wer noch zum Kickstarter-Preis zuschlagen will kann dies per Secret-Reward in der Basis-Variante (408$) oder in der Kit-Variante (449$) tun.

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https://www.hifigeek.de/fosi-audio-i5-im-test-planare-ueberraschung-zum-kampfpreis-klang-komfort-und-technik-im-alltag/feed/ 0 9272
Lehmann Audio Linear im Test: Wenn deutsche Ingenieurskunst auf Kopfhörer-Power trifft https://www.hifigeek.de/lehmann-audio-linear-im-test-wenn-deutsche-ingenieurskunst-auf-kopfhoerer-power-trifft/ https://www.hifigeek.de/lehmann-audio-linear-im-test-wenn-deutsche-ingenieurskunst-auf-kopfhoerer-power-trifft/#respond Mon, 14 Jul 2025 21:02:29 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9110 Irgendwie fange ich hier jetzt zum dritten Mal an, meinen Test zum Lehmann Audio Linear zu schreiben. Zu sehr war ich darauf fixiert, erstmal den Hintergrund des Tests zu klären – aber das habe ich jetzt an anderer Stelle erledigt. Wer Bock hat, kann das nachlesen.

Die Testmuster vom Lehmann Audio Linear und Lehmann Audio Linear II wurden uns freundlicherweise vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Aber keine Sorge: Das beeinflusst unsere Meinung null. Hier gibt’s wie immer die ungefilterte Wahrheit.

Lieferumfang und Verarbeitung

Wohl verpackt kamen die Lehmann Audio Linear hier an. Beim Lieferumfang ist bei einem Kopfhörerverstärker natürlich schnell Schluss: Kaltgerätekabel dabei, ein Cinch-Kabel muss man sich selbst besorgen – dann kann’s losgehen.

Verarbeitung? Absolut next level! Die 3mm dicke Aluminium-Frontplatte, das massive Gehäuse, der fette Ringkerntrafo im Inneren – alles fühlt sich nach High-End an. Der Lautstärkeregler läuft satt mit genau dem richtigen Widerstand, das Rad gleitet smooth durch die Finger. Die Kopfhörerbuchsen sind hochwertig, die kleine LED an der Front dezent und nicht zu grell.

Was mir direkt aufgefallen ist: Der Lehmann Audio Linear ist echt lang und braucht ordentlich Platz auf dem Schreibtisch. Unter meinem Balolo steht er jetzt, ragt aber hinten ziemlich raus. Zwei Kopfhörerausgänge gibt’s, beide werden gleichzeitig befeuert. Mit zwei DIP-Schaltern auf der Unterseite kann man die Ausgangslautstärke anpassen – praktisch für hungrige Kopfhörer, bei mir aber erstmal nicht nötig.

Hinten gibt’s zwei Cinch-Paare mit vergoldeten Kontakten – ein Paar als Eingang, eins als Ausgang, z.B. für aktive Monitore. Dazu noch der Ein/Aus-Schalter und der Stromanschluss.

Einziger echter Minuspunkt: Der Netzschalter ist hinten! Mega unpraktisch am Schreibtisch, ich muss immer zwischen Balolo und Monitor rumfummeln, um das Teil anzumachen. Ein Schalter vorne wäre ein Traum. Vielleicht hilft hier eine smarte Steckdose, denn nach vier Wochen nervt das echt.

Kopfhörerverstärker – warum überhaupt?

Hm… sehr gute Frage, die ich mir eigentlich nie gestellt habe, weil ja fast alles auf dem Schreibtisch schon einen Verstärker verbaut hat. Soundkarten, Audio-Interfaces, alles all-in-one. Aber gerade die Mikro-Interfaces sind für Kopfhörer oft nicht optimal, da lohnt sich ein separater DAC und Amp.

Viele DACs übernehmen zwar die Verstärkerrolle, sind aber meist auf normale Gaming-Headsets ausgelegt. Und mal ehrlich: Viele Gamer wissen gar nicht, was ihnen klanglich entgeht – oder sparen halt am falschen Ende. Die Branche hat sich aber entwickelt, Billigmarken wie Speedlink sind quasi weg vom Fenster.

Im Grunde ist es wie bei der Anlage im Wohnzimmer: Entweder All-in-One oder getrennte Komponenten. Ein guter DAC ist nicht automatisch ein guter Amp. Gerade mit hochwertigen Kopfhörern trennt sich die Spreu vom Weizen. Mein Fosi K7 klingt für 180 € schon richtig stark, aber mit dem Lehmann Audio Linear geht’s nochmal auf ein anderes Level.

HiFi-Regel: Komponenten sollten preislich zusammenpassen. Aber manchmal gibt’s eben auch Einhörner – wie den K7. Kombiniert mit einem 900 € Verstärker und evtl. einem besseren Netzteil (nochmal 100–120 €) landet man bei 300 €, hat aber ein Set, das richtig performt.

Klang mit dem Lehmann Audio Linear und Fosi Audio K7

Ich geb’s zu: Der K7 hatte mich schon vorher abgeholt. Sein AKM 4493SEQ ist schon sehr cool. Ein wenig Wärme, aber dennoch super Details. Lehmann Audio Linear dran geklemmt, Kopfhörer umgestöpselt, wow. Ich sag jetzt nicht, dass der Lehmann was am Klang macht – das tut er mit absoluter Sicherheit nicht. Er macht eher, dass es potenter klingt? Kann man das so sagen? Harmonischer, weil er halt gefühlt keine Versorgungsschwäche aufweist.

Das ist dieser berühmte Unterschied, wenn ein Verstärker nicht in die Knie geht und die Musik einfach mehr lebt. Ich habe das schon mal beschrieben beim Test von Verstärkern gegenüber Receivern. Diese gehen halt teilweise kurzzeitig in die “Knie” und der letzte Punch fehlt. Ziemlich genau das empfinde ich hier auch. Der Lehmann gibt der Musik noch mal mehr Energie. Nix, was ich vermissen würde, wenn ich es nicht erst gegengehört hätte, aber jetzt, wo ich es kenne, will ich’s nicht mehr missen.

Generell nennt man dies Transienten – und während ich diesen Text hier schreibe, merke ich immer wieder, dass ich auch hierüber aufklären muss. Deswegen gibt’s bei uns auch eine Erklärung zu Transienten.

Von Vorteil kann es schon sein, wenn man den DAC auf Line-Out stellen kann, dann hat man die Referenz-Ausgangsleistung anliegen. Das ging jetzt beim K7 nicht, aber ich habe ihn quasi auf ca. 2/3 Lautstärke gestellt und dann die Lautstärke über den Lehmann Audio Linear geregelt.

Was mir ab dann aufgefallen ist: Ich hatte richtig Spaß am Hören. Hat aber auch dazu geführt, dass ich die Musik streckenweise aufgedreht habe. Im Wohnzimmer ist das einfach, ich hab mal mein Handy mit Dezibelmesser zwischen Ohr und Kopfhörermuschel geschoben und gemessen. Ob das jetzt den wirklichen Schalldruckpegel anzeigt, weiß ich nicht. Vielleicht hat ja wer ne Idee, wie man das mal gescheit messen kann?

Für genau diesen Fall hat aber Norbert noch einen Hinweis verschriftlicht in seinem Techletter. Hier weist er nochmal auf die Lautstärken und Dauer hin, die man hören sollte, ohne dauerhafte Gehörschäden.

Stepup zum Fosi ZD3

Fosi bewirbt den Fosi ZD3 als seinen Flagship DAC, welcher aber mit 189 € immer noch moderat im Preis ausfällt. Hier werkelt jetzt kein AKM-Chip, sondern ein Sabre ES9039Q2M – also tendenziell der Zweikanal-Flaggschiff-DAC im mobilen Sektor. Der ZD3 ist zwar noch Vorstufe, hat aber schon keinen Kopfhörerverstärker mehr an Board. Dafür kann man an ihm noch rumtunen mit OpAmps, was ich auch ausgiebig getan habe. Ergebnisse folgen im ausführlichen Test. Aber aktuell warte ich noch auf OpAmps, demnach dauert es noch ein wenig, bis ich final bin.

Bis darauf, dass ich mich irgendwie auf der Sabre-Seite der Macht fühle, weil ich dann doch das Analytische vom Sabre mehr schätze und der DAC als solcher nochmal besser als der K7 performt, konnte ich hier lediglich ausmachen, dass mir die Kombo richtig gut gefällt. Platztechnisch ist der ZD3 auf dem Schreibtisch angenehm, optisch sieht er auch ansprechend aus.

Stepup zum Burson Audio Playmate 3 Deluxe

Ein ganz anderes Level betritt man natürlich dann mit dem Burson Audio Playmate 3, welcher auch erst kürzlich erschienen ist. Aber ich bin nunmal Spielkind und Burson ist die Wiege der Audiospielerei, haben sie doch diskrete OpAmps in den Markt gebracht und bieten wie Fosi Audio ebenfalls die Möglichkeit, eben jene auszutauschen.

Beim DAC-Chip handelt es sich wieder um den ES9039Q2M, welcher hier natürlich nochmal anders implementiert wurde. Hier gibt es noch spezifische Einstellungsmöglichkeiten, die den Klang anpassen lassen.

Hätte ich jetzt keinen Lehmann Audio Linear hier, würde mir erstmal wahrscheinlich der Kopfhörerverstärker im Playmate 3 reichen. Hier müssen wir aber auch hinzunehmen, dass es sich schon um die Deluxe-Version handelt, welche mit fast 1100 € zu Buche schlägt.

Hier ist mit dem Lehmann Audio Linear dennoch noch was rausholbar, wobei der Lehmann Audio Linear II hier das i‑Tüpfelchen setzt. Aber dazu wollte ich einen eigenen Artikel schreiben. Hier kann man dann definitiv sagen, dass die Transientenwiedergabe noch ein Quäntchen zulegt. Ich weiß jetzt nicht, wie das viele Leute abmachen in ihrer Musik, aber ich mache das an gut aufgenommener Musik ab. Hier hatte ich zum Beispiel ganz gerne Korn gehört. Die meisten Alben stehen hier mit 192 kHz zur Verfügung, auch wenn ich ab einer bestimmten kHz-Zahl nicht mehr wirklich einen Unterschied abmachen kann, ist das die mir höchst verfügbare. Hier gibt es manche Aufnahmen, die ganz deutliche Anrisse von Gitarren- und Basssaiten haben, was mir vorher verwehrt war zu hören, aber die Musik jetzt mehr wie Musik klingen lassen. Good God, Reclaim my place, no place to hide wären da so Titel.

Schwer zu beschreiben, aber jeder kennt den Unterschied des Klangs, abgesehen von der Lautstärke, eines Konzerts. Auch hier hört man direkte Einflüsse der Instrumentenbedienung, also das leise Schleifen der Finger über die Metallsaiten oder auch das Anschlagen, bzw. den Zeitpunkt, wo der Drumstick das Becken hölzern trifft. Hier bilde ich mir ganz hart ein, dass ich das nicht oder nicht so intensiv hatte. Mehr zu Transienten habe ich dann gleich mal hier geschrieben.

Voll analog am Plattendreher

Ich glaub, ich hab noch nie so direkt meinen Plattendreher abgehört. Also tendenziell war halt nur der Plattendreher, der Graham Slee Gram Amp 2 SE und der Lehmann Audio Linear in meiner Audiokette. Dadurch, dass der Lehmann Audio Linear über eine Lautstärkeregelung verfügt, klappt das hervorragend.

Was soll ich sagen? Definitiv mal noch eine andere Welt. Man ist einfach noch eine Runde näher an allem dran. Der Graham Slee macht seine Sache wirklich gut, auch wenn ich irgendwann noch mal die Möglichkeit haben möchte, mich hier auszuprobieren. Beim Lehmann ist man aber in der Tat schon so ziemlich angekommen. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass man mit so einem Gerät noch viel mehr will. Braucht vielleicht, wenn da doch noch was richtig Leistungshungriges genutzt werden soll, aber sag niemals nie.

Ich hätte sicherlich ohne Norbert Lehmann auch nicht einen Kopfhörerverstärker im Haus gehabt und diesen erst recht nicht an mein Plattensetup gehangen.

WiiM

Auch an einem WiiM Ultra macht sich der Lehmann Audio Linear hervorragend. So bekommt man ein schönes, minimalistisches High-End-Setup dahingestellt. Die hervorragende Bedienbarkeit des WiiM Ultra mit einem leistungsstarken Kopfhörer-Amp hebt die Kiste zumindest für eben jene auf ein anderes Level. Definitiv nicht für Einsteiger, aber für Aufsteiger sicherlich eine tolle Option.

Eversolo

Kommen wir zu meinem unangefochtenen Lieblingsstreamer, dem Eversolo DMP-A6 und DMP-A6 Master Edition. Der WiiM ist wirklich geil, als Ultra mit seinem Display und der Bedienung… wirkt er aber dennoch ein wenig ipsig und eher wie ’ne Dose, ist der Eversolo einfach ein ausgewachsenes, aber dennoch junges Stück HiFi. Den Lehmann Audio Linear angeschlossen, rockt diese Kombo in meinen Augen schon ziemlich. Ich habe Stunden verbracht, mit dieser Kombo zu hören. Das große Display, welches mir immer das Cover zum aktuellen Song anzeigt, durch den Kopfhörer jetzt in der Nähe. Vertieft in die Musik versunken und immer mal einen Blick auf das Display. Handy beiseite und mit der Touch-Steuerung hier ein wenig den Alltag verschwinden lassen.

Klanglich über aller Zweifel erhaben. Der Lehmann Audio Linear tut das, was Norbert Lehmann verspricht: Linear spielen und das wirklich zur Entspannung.

Persönliches Empfinden

Ich weiß nicht, was es ist, aber ich glaube, es liegt nicht nur am “besseren”, “entspannteren” Ton, sondern auch an vielerlei anderer Faktoren. Sich einen Kopfhörerverstärker wie den Lehmann Audio Linear zuzulegen, bedeutet halt zum einen das Commitment auf den Kopfhörer an und für sich. Man gibt hier 1000 € für ein feines Stück Technik aus, welches allen angeschlossenen Kopfhörern schon mal auf dem Papier die Leistung zuteilwerden lässt, die sie benötigen. Weiterhin geht man davon aus, dass der Lehmann Audio Linear in keinster Weise meinen Ton verfärbt, sondern die einzigen klangbestimmenden Faktoren die Musik selber und der DAC + ggf. Equalizer sind. Was heißt, dass ich mir meine Musik so anpassen kann, wie ich sie vielleicht gerne höre – wärmer, analytischer – und nicht noch weitere Komponenten habe, welche ich in diese Einstellung einberechnen muss.

Mit dem Commitment weiß ich innerlich auch: Hier handelt es sich um ein absolutes Referenzgerät. Vielleicht ist es eine innere Ruhe, die entsteht, weil ich nicht versuche, zwangsläufig den Fehler an eben jener Stelle zu suchen, wenn ich im Klang etwas entdecke, das mir nicht gefällt oder schlimmstenfalls sich nicht natürlich anhört.

Jedenfalls hat mich das Commitment dazu bewegt, noch mal mehr Musik zu hören, weil ich neugierig war, wie, was, jetzt eventuell anders als vorher klingt. Andere Kopfhörer an dem Lehmann Audio Linear zu hören, welche ich vielleicht beim ersten Mal so gut fand und ihnen noch eine zweite Chance zu geben.

Für wen ist denn nun der Lehmann Audio Linear?

Ganz klar: Enthusiasten. Wenn du deine Musik und deinen Musikgenuss weiter nach vorne bringen möchtest. Klingt vielleicht dein DAC schon nach dem, was du dir so vorstellst, kannst du sicherlich mit dem Lehmann Audio Linear hier und da noch ein Quäntchen herausholen. Weiterhin gibt er dir Freiheit bei deiner zukünftigen Kopfhörerwahl. Dennoch wäre es natürlich nicht mein erstes Upgrade. Vorziehen würde ich immer OpAmps und das Netzteil, da dies natürlich einen ganz entscheidenden Einfluss auf den Klang hat.

Ganz ehrlich würde ich den Lehmann Audio Linear (bzw. hier den Linear II) nicht mehr missen wollen. Letztlich entscheidet bei mir nur das Budget. Gerne hätte ich einen Lehmann Audio Linear II hier im Repertoire, alleine für zukünftige Tests von Geräten, da ich jetzt einmal in den Kaninchenbau gefallen bin. Aber da alles hier auf dem Blog dennoch Geld kostet und durch meine Entscheidung, den Blog gar nicht zu monetarisieren, alles vom Hobby-Budget abgeht, muss jede Ausgabe wohl überlegt sein. So sehr es mich und die Qualität nach vorne bringen würde, gibt es einfach auch andere Ausgaben hier, die man nicht sieht. Oft müssen Zölle bezahlt werden für Lieferungen und geschenkt bekommt man nunmal auch nix.

Also: Wer sich ein geiles Desktop-Setup zusammenbauen will, sollte definitiv mit einem Kopfhörerverstärker rechnen. Beim Lehmann Audio Linear macht man absolut nix falsch und bekommt “deutsche Wertarbeit und Engineering”. Vielleicht auch sowas wie Zukunftssicherheit – vom Linear zum Linear II bietet Lehmann Audio auch ein Upgrade an.

Analog-Setup direkt am Phono-Pre-Amp? Ebenfalls geil. Vielleicht in einer Mietsituation, oder einfach um die bessere Hälfte nicht zu nerven. Oder einfach, weil man beides genießt. Mal mit den Lautsprechern und mal mit den Kopfhörern. War vor diesem Test mir nicht so präsent, kann ich aber voll und ganz nachvollziehen.

Direkt an einen Streamer? Geile Sache. Durch die direktere Nähe der Kopfhörer zum Ohr merkt man aber schon Nuancen-Unterschiede bei den Streamern. Wo ein WiiM Ultra wirklich geil an einer Anlage ist, kann ein Eversolo noch ’ne deutliche Ecke besser klingen auf dem Kopfhörer.

Fazit

Hier gibt’s kein Haar in der Suppe, sondern nur unbändige Power, ohne nur ein Quäntchen den Klang zu verfälschen. Wer einen Kopfhörerverstärker sucht, der einfach das macht, was man erwartet, ohne irgendwelche OpAmp-Spielereien, ist hier an seinem erstrebenswerten Ziel angekommen. Feinste Class-A-Verstärkung, solide Bauweise und mit Liebe engineered.

Behind the Scenes

Ich hatte hier natürlich auch einige Kopfhörerkandidaten am Start, mit welchen ich rumgespielt habe: Diese waren Audezee LCD‑X, LCD‑3, Sennheiser HD 550, Verum 2, Fosi Audio i5, Beyerdynamic DT1990 Pro. IEM’s habe ich die Juzear Defiant, 7Hz Timeless II und Shanling ME600 mit dem Lehmann Audio Linear betrieben. Musik wurde fast ausschließlich mit Qobuz gestreamt. Eine Referenzplaylist findet sich hier.

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https://www.hifigeek.de/lehmann-audio-linear-im-test-wenn-deutsche-ingenieurskunst-auf-kopfhoerer-power-trifft/feed/ 0 9110
WiiM Ultra im Test: Der Streaming-König für alle Fälle https://www.hifigeek.de/wiim-ultra-im-test-der-streaming-koenig-fuer-alle-faelle/ https://www.hifigeek.de/wiim-ultra-im-test-der-streaming-koenig-fuer-alle-faelle/#respond Sun, 13 Jul 2025 20:45:54 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9066 Der WiiM Ultra ist das Flaggschiff von WiiM und positioniert sich als zentraler digitaler Hub für jedes Audio-System. Mit seinem 32-bit/384kHz ES9038 Q2M SABRE DAC, dem 3,5‑Zoll-Touchscreen und einer beeindruckenden Ausstattung an Ein- und Ausgängen will der chinesische Hersteller nichts weniger als die Streaming-Welt revolutionieren. Nach wochenlangem intensivem Testing mit verschiedensten Setups von Budget bis High-End können wir sagen: Mission erfüllt! Der Ultra ist nicht nur ein würdiger Nachfolger des WiiM Pro Plus, sondern setzt völlig neue Maßstäbe in seiner Preisklasse.

Alle WiiM-Modelle im Überblick — Streamer, Verstärker und mehr: → WiiM Übersicht

Reviews in Bild und Ton

Wir haben mittlerweile auch einen eigenen Youtube-Channel. Hier versuche ich regelmäßig für euch Reviews mit bewegtem Bild bereit zu stellen und mehr mit euch in Kontakt zu treten. Schaut doch einfach mal vorbei und aboniert den Kanal. Danke!

Unboxing: Wenn Premium auf Pragmatismus trifft

Das Auspacken des WiiM Ultra ist schon ein kleines Erlebnis für sich. Die schlichte, aber hochwertige Verpackung verspricht bereits, was drin ist: Premium-Qualität zu einem fairen Preis. Der erste Eindruck beim Herausnehmen ist durchweg positiv — das Aluminiumgehäuse fühlt sich deutlich wertiger an als die Plastikgehäuse der günstigeren WiiM-Modelle. Mit seinen 205 x 205 x 73 mm und 1,3 kg wirkt das Gerät kompakt, aber keineswegs billig.

Im Lieferumfang finden sich neben dem WiiM Ultra selbst ein Netzkabel, HDMI- , Cinch- und Tos-Link-Kabel. Ein Phono-Ground-Adapter für Plattenspieler, sowie eine Fernbedienung mit Sprachsteuerung. WiiM hat hier wirklich mitgedacht — alles was man für den sofortigen Start braucht, ist dabei.

Das absolute Highlight ist aber definitiv das 3,5‑Zoll-Farbtouchscreen-Display mit Glasabdeckung. Es fühlt sich hochwertig an und reagiert butterweich auf Berührungen. Beim ersten Einschalten begrüßt einen ein farbenfroher Setup-Wizard, der selbst Audio-Noobs durch die Ersteinrichtung führt.

Technische Ausstattung: Ein Schweizer Taschenmesser in Audio-Form

Technische Spezifikationen

Audio-DAC: ESS Sabre ES9038 Q2M (32-bit/384kHz)
Kopfhörerverstärker: Texas Instruments TPA6120A2
ADC: TI Burr-Brown PCM1861 (110 dB SNR)
Line-Ausgang: Maximum 2,1V RMS, SNR 121 dB (A‑gewichtet), THD+N 0,00018% (-115 dB)
Konnektivität: Wi-Fi 6E (2,4/5/6 GHz), Bluetooth 5.3 mit BLE, Ethernet 10/100 Mbps
Display: 3,5″ Farb-Touchscreen mit Glasabdeckung
Abmessungen: 205 x 205 x 73 mm
Gewicht: 1,3 kg

Ein- und Ausgänge

Audio-Eingänge:

  • HDMI ARC (PCM, Dolby Digital 5.1)
  • Optischer Eingang (TOSLINK)
  • Line-Eingang (RCA)
  • Phono-Eingang (MM/MC)
  • Bluetooth-Empfänger

Audio-Ausgänge:

  • Line-Ausgang (RCA)
  • Optischer Ausgang (TOSLINK)
  • Koaxialer Ausgang (RCA)
  • USB-Ausgang
  • Subwoofer-Ausgang (RCA)
  • Kopfhörerausgang (3,5mm)
  • Bluetooth-Sender

Zusätzliche Features:

  • 12V-Trigger-Ausgang
  • USB-Host für Storage
  • 10-Band parametrische EQ
  • Raumkorrektur-Software
  • Multiroom-Fähigkeiten

Setup und erste Schritte: Kinderleicht, selbst für Audio-Noobs

Die Einrichtung über die WiiM Home App ist ein Kinderspiel. Nach dem Download der App wird der WiiM Ultra sofort erkannt und die Firmware automatisch aktualisiert. Die App selbst ist intuitiv gestaltet und bietet Zugang zu allen wichtigen Einstellungen. Besonders cool: Man kann für jeden Eingang separate EQ-Einstellungen vornehmen.

Das Touchscreen-Display zeigt nicht nur Albumcover und Wiedergabesteuerung, sondern auch VU-Meter und diverses Feedback zur aktuellen Wiedergabe. In der Standby-Zeit kann man sogar ein individuelles Wallpaper einstellen oder Uhrzeit und Datum anzeigen lassen.

Klangtest: Von Brutal bis Brilliant

Für unseren ausführlichen Klangtest haben wir den WiiM Ultra durch verschiedenste Setups gejagt. Die Referenz-Playlist mit ihrer Mischung aus extremem Metal, Progressive Rock und klassischen Tracks bot die perfekte Basis, um die Grenzen des Geräts auszuloten.

Setup 1: Lehmann Audio Linear II

Am Lehmann Audio Linear zeigte der WiiM Ultra sofort seine Klasse. “Blow Your Trumpets Gabriel” von Behemoth kam mit beeindruckender Dynamik und kristallklarer Separation der einzelnen Instrumente rüber. Der ESS Sabre DAC zeigt hier seine Stärken: ultra-niedrige Verzerrungen und ein Signal-Rausch-Verhältnis von über 120 dB sorgen für einen schwarzen Hintergrund, vor dem sich selbst leiseste Details abheben.

Setup 2: Burson Audio Playmate 3 & Conductor GT4

Die Kombination mit den Burson-Geräten (Playmate 3 Test) offenbarte die analytischen Qualitäten des WiiM Ultra. “Pain Remains III: In a Sea of Fire” von Lorna Shore mit seinen über 9 Minuten komplexer Arrangements wurde mühelos gemeistert. Die Bühnenabbildung ist präzise, wenn auch nicht ganz so dreidimensional wie bei deutlich teureren Streamern.

Setup 3: Fosi Audio V3 Mono

Hier zeigte sich die Vielseitigkeit des WiiM Ultra. Selbst mit Budget-Verstärkern wie dem Fosi V3 Mono (hier im Test) liefert er saubere, detailreiche Signale. “Bombtrack” von Rage Against The Machine kam mit ordentlich Punch und Dynamik rüber, ohne dass die Stimme von Zack de la Rocha in der komplexen Instrumentierung unterging.

Kopfhörer-Performance: Audeze LCD‑X & LCD‑3

Der integrierte Kopfhörerverstärker TPA6120A2 macht seine Sache überraschend gut. Mit den Audeze LCD‑X (hier im Test) konnte “Honeycomb” von Deafheaven seine volle emotionale Wucht entfalten. Die 11 Minuten epischer Post-Metal wurden niemals langweilig, der WiiM Ultra hielt die Spannung über die gesamte Spielzeit aufrecht. Auch die anspruchsvollen LCD‑3 wurden problemlos angetrieben, wenngleich ein dedizierter Kopfhörerverstärker nochmal eine Schippe drauflegen würde.

Lautsprecher-Setups: B&W & Amphion Argon 3S

An den B&W zeigte der WiiM Ultra seine neutralen Qualitäten. “Granite” von Sleep Token kam mit der typischen Wärme der B&W‑Hochtöner rüber, ohne dass der WiiM Ultra eigene Klangfärbungen hinzufügte. Die Amphion Argon 3S profitieren von der sauberen Signalaufbereitung des WiiM Ultra — “Creep” von Radiohead klang so melancholisch und detailreich wie selten zuvor.

HDMI ARC: Die heimliche Heimkino-Zentrale

Ein echtes Alleinstellungsmerkmal des WiiM Ultra ist der HDMI ARC-Eingang. Angeschlossen an den TV wird aus jeder Stereo-Anlage eine kleine Heimkino-Zentrale. Filme und Serien profitieren von der deutlich besseren Klangqualität gegenüber TV-Lautsprechern. Dolby Digital 5.1 wird problemlos verarbeitet und über die Stereo-Ausgänge intelligent heruntergemischt. Für Puristen mag das Frevel sein, aber der Convenience-Faktor ist einfach unschlagbar.

Phono-Preamp: Vinyl-Revival leicht gemacht

Der integrierte Phono-Preamp ist eine nette Zugabe für Vinyl-Enthusiasten. Am EAT Prelude Plattenspieler getestet, liefert er für den Einstieg mehr als brauchbaren Sound. Sowohl MM- als auch MC-Tonabnehmer werden unterstützt, wobei die Einstellungen bequem über die App vorgenommen werden können. Für ambitionierte Vinyl-Hörer wird ein externer Phono-Preamp weiterhin die bessere Wahl sein, aber für Gelegenheits-Hörer ist die integrierte Lösung völlig ausreichend.

Streaming-Features: Alles außer AirPlay

Der WiiM Ultra unterstützt praktisch jeden relevanten Streaming-Standard: Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect, Google Chromecast Audio, Alexa Built-in, DLNA und Roon Ready. Einzig AirPlay fehlt. Für Apple-User ein Wermutstropfen, aber verschmerzbar angesichts der anderen Features.

Die Multiroom-Fähigkeiten sind beeindruckend. Mit anderen WiiM-Geräten lassen sich mühelos synchronisierte Zonen einrichten. Die Room Correction via Smartphone-Mikrofon funktioniert überraschend gut und kann durchaus hörbare Verbesserungen bringen.

Hier haben wir unsere Terrassen-Lautsprecher B&W AM1 an den Fosi Audio V3 Monos eingemessen mit wirklich hervorragendem Ergebnis. Gerade bei so schwierigen Bedinungen (Outdoor) war das gehörte Ergebnis beeindruckend und macht Party-Laune.

Vergleich: WiiM Ultra vs. WiiM Pro Plus vs. Eversolo DMP-A6

WiiM Pro Plus

Der Pro Plus bleibt der Preis-Leistungs-König für unter 250 Euro (hier im Test). Wer nur streamen will und auf Phono-Eingang, HDMI ARC und Touchscreen verzichten kann, ist mit dem Pro Plus bestens bedient. Der Ultra bietet aber deutlich mehr Flexibilität und Zukunftssicherheit.

Eversolo DMP-A6

Der Eversolo DMP-A6 (hier im Test) kostet etwa doppelt so viel wie der WiiM Ultra, bietet dafür aber ein deutlich größeres 6‑Zoll-Display und Android-basierte Software. Das Display ist echter Mehrwert für die Navigation großer Musiksammlungen. Klanglich liegt der Eversolo schon ein wenig vorn und hat den Vorteil lokaler Speichermöglichkeiten via M.2 SSD.

Im direkten Vergleich ist das Display des WiiM Ultra eher Spielzeug — schön anzusehen, aber der praktische Nutzen beschränkt sich auf grundlegende Informationen und Bedienung. Für ernsthafte Navigation bleibt das Smartphone die bessere Wahl.

Allgemein ist der Eversolo schon eine ganze Klasse besser in allen Belangen, spiegelt sich wie oben erwähnt aber auch im Preis wider.

Konkurrenzfähigkeit: Sonos unter Druck

Mit dem WiiM Ultra setzt WiiM neue Maßstäbe in der Streaming-Welt. Sonos muss sich warm anziehen — die Chinesen bieten deutlich mehr Features zu einem Bruchteil des Preises. Die offene Plattform des Ultra mit Unterstützung für praktisch alle Standards kontrastiert scharf mit Sonos’ geschlossenem Ökosystem.

Erschwert kommt hinzu, dass Sonos seine Software seit mehr als einem Jahr nicht mehr im Griff hat. Wer einmal auf WiiM gewechselt ist, weiß wieder wie zackig zu ein System reagieren kann. Hier gibt es bisher keine Zicken.

Ausblick: WiiM auf dem Vormarsch

WiiM hat bereits weitere Produkte angekündigt und arbeitet kontinuierlich an Software-Updates. Die Roon-Zertifizierung steht kurz bevor. Mit dieser Updatepolitik kauft man nicht nur Hardware, sondern ein sich ständig verbesserndes System.

Fazit: Der neue Streaming-König

Der WiiM Ultra ist ein kleines Meisterwerk der Audio-Technik. Für 399 Euro bekommt man ein Gerät, das vor wenigen Jahren mehrere Tausend Euro gekostet hätte. Die Kombination aus exzellentem DAC, vielseitigen Anschlüssen, Touchscreen und durchdachter Software ist in dieser Preisklasse konkurrenzlos.

Klanglich spielt der WiiM Ultra in der Liga deutlich teurerer Geräte mit. Er ist neutral und detailreich, ohne langweilig zu werden. Besonders für Einsteiger in die HiFi-Welt ist er der perfekte erste Schritt — er macht jede Anlage zukunftssicher und bietet Raum zum Wachsen.

Der einzige echte Kritikpunkt ist das fehlende AirPlay. Ansonsten hat WiiM ein nahezu perfektes Produkt abgeliefert, das die Streaming-Landschaft nachhaltig verändern wird.

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Amphion Argon3S – Finnische Kompakte mit Studioqualität und überraschendem Bass-Punch https://www.hifigeek.de/amphion-argon3s-finnische-kompakte-mit-studioqualitaet-und-ueberraschendem-bass-punch/ https://www.hifigeek.de/amphion-argon3s-finnische-kompakte-mit-studioqualitaet-und-ueberraschendem-bass-punch/#respond Wed, 09 Jul 2025 15:07:50 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8977 Suchst du die Amphion Argon 3LS? Die 3LS ist das größere Schwestermodell mit 3‑Wege-Bestückung — dieser Test behandelt die kompaktere Argon 3S.

Die finnischen Audio-Alchemisten von Amphion haben mit dem Amphion Argon3S einen Regallautsprecher geschaffen, der die Grenzen zwischen Heimkino und professionellem Studio verwischt. Nach mehreren Wochen intensiven Hörens in unserem Testlabor können wir sagen: Diese weißen Finnen sind mehr als nur schöne Möbelstücke – sie liefern Klangqualität ab, die selbst verwöhnte Audiophile ins Schwitzen bringt. Und das Beste kommt noch: Amphion hat gerade die überarbeitete X‑Serie angekündigt, die noch mehr Potenzial verspricht.

Erster Eindruck und Design – Nordische Eleganz trifft funktionale Perfektion

Beim Auspacken der Amphion Argon3S fällt sofort die hochwertige Verarbeitung auf. Die weißen Lautsprecher strahlen diese typisch skandinavische Eleganz aus – clean, minimalistisch und trotzdem warm. Mit Abmessungen von 380 x 190 x 305 mm sind sie sicherlich nicht kompakt genug für den Schreibtisch, aber dennoch imposant genug, um im Wohnzimmer zu protzen. Das Gewicht von 10 Kilogramm pro Lautsprecher verrät schon beim ersten Anheben: Hier wurde nicht gespart.

Die markante Frontseite wird vom charakteristischen Waveguide des Hochtöners dominiert – einer hornähnlichen Vertiefung, die nicht nur optisch auffällt, sondern auch klanglich entscheidend ist. Das matte Finish unserer weißen Testexemplare zieht keine Fingerabdrücke an und wirkt selbst nach wochenlangem Gebrauch wie neu. Die optional erhältlichen farbigen Gitter (standardmäßig schwarz) bieten Individualisierungsmöglichkeiten, falls der skandinavische Purismus zu nüchtern erscheint.

Erste Wahl auch bei Profis – Metal im Blut

Amphion ist längst nicht nur in audiophilen Wohnzimmern ein Geheimtipp, sondern hat sich auch in der internationalen Musikproduktion einen festen Platz erarbeitet – insbesondere im Metal-Genre. Zwei der einflussreichsten Produzenten der modernen Metalszene, Jens Bogren und Will Putney, setzen bei ihrer Arbeit auf Amphion-Lautsprecher.

Jens Bogren, Betreiber der renommierten Fascination Street Studios in Schweden, hat mit seinem charakteristischen Sound die Entwicklung des modernen Heavy Metal maßgeblich geprägt. Bands wie Opeth, Dimmu Borgir, Sepultura, Arch Enemy oder Kreator reisen gezielt zu ihm, um von seiner Expertise zu profitieren. Seine Produktionen stehen für Präzision, Transparenz und Durchsetzungskraft – Eigenschaften, die auch auf die eingesetzten Amphion-Lautsprecher zurückzuführen sind.

Auch Will Putney, einer der gefragtesten Metal-Produzenten der USA und Grammy-Gewinner, vertraut bei seinen Produktionen auf Amphion. Als Produzent von Bands wie Fit for an Autopsy, Knocked Loose, Thy Art Is Murder oder Body Count schätzt er besonders die exzellente Ortbarkeit und die Klarheit im Bass- und Mittenbereich, die ihm die Arbeit im Studio deutlich erleichtern. Putney betont, dass Amphion-Lautsprecher ihm helfen, selbst feinste Details im Mix präzise herauszuarbeiten und so den charakteristischen, druckvollen Metal-Sound zu formen.

Dass sowohl Bogren als auch Putney Amphion als Werkzeug ihrer Wahl nutzen, spricht für die außergewöhnliche Qualität und Neutralität dieser Lautsprecher – und unterstreicht, dass audiophile Präzision und kompromisslose Studio-Performance hier Hand in Hand gehen.

Technische Raffinessen – Wenn finnische Ingenieurskunst auf SEAS-Chassis trifft

Das Herzstück der Amphion Argon3S ist ein hochwertiges 2‑Wege-System, das auf feinste skandinavische Ingenieurskunst setzt. Der 25-mm-Titan-Kalotten-Hochtöner sitzt in einem präzise berechneten Waveguide, der nicht nur für eine optimale Ankopplung an den 17-cm-SEAS-Aluminium-Tieftöner sorgt, sondern auch das Abstrahlverhalten gezielt kontrolliert. Die Übernahmefrequenz liegt bei niedrigen 1.600 Hz – ein Wert, der zusammen mit dem Waveguide für besonders natürliche, verzerrungsarme und breit abstrahlende Mitten und Höhen sorgt.

Statt eines klassischen Bassreflexrohrs kommt ein passiver SEAS-Radiator auf der Rückseite zum Einsatz. Diese Lösung ermöglicht einen schnellen, präzisen Bass und sorgt für eine außergewöhnliche Klarheit im Mitteltonbereich – ein Versprechen, das die Amphion Argon3S im Hörtest eindrucksvoll einlösen. Der Frequenzgang reicht von 38 Hz bis 25.000 Hz bei einer Toleranz von ‑6 dB und liefert damit beeindruckende Werte für einen Kompaktlautsprecher.

Mit 8 Ohm Impedanz und 87 dB Wirkungsgrad sind die Amphion Argon3S zudem vielseitig einsetzbar – von Röhrenverstärkern bis hin zu modernen Transistoren. Amphion empfiehlt eine Verstärkerleistung zwischen 50 und 150 Watt, was die Lautsprecher für unterschiedlichste Setups prädestiniert.

Klangtest mit der Referenz-Playlist – Metal, Hardcore und Genre-Überblick

Wer meine Referenz-Playlist kennt, weiß: Hier geht’s nicht nur um feine Töne, sondern vor allem um Druck, Dissonanz und echte Klanghärte. Die Amphion Argon3S mussten sich also an Tracks wie Behemoth – Blow Your Trumpets GabrielLorna Shore – Pain Remains I‑III und Brand of Sacrifice – Between Death and Dreams beweisen – und haben das mit Bravour gemeistert.

Behemoth – Blow Your Trumpets Gabriel

Schon beim ersten Track wird klar: Diese Lautsprecher sind nicht für leise Töne gemacht. Die düsteren, orchestralen Einwürfe und die tiefen, dröhnenden Bässe werden von den Amphion Argon3S mit beeindruckender Präzision und Kontrolle wiedergegeben. Kein Dröhnen, kein Matsch – sondern ein strammes, konturiertes Bassfundament, das selbst bei den tiefsten Growls noch die Kontrolle behält. Die Lautsprecher verschwinden akustisch und schaffen eine Klangbühne, auf der jedes Detail Platz hat, ohne sich zu überlagern.

Knocked Loose – Deep in the Willow & Everything is Quiet Now

Bei Knocked Loose wird es richtig dreckig. Die aggressiven Breakdowns und hektischen Gitarrenriffs werden klar voneinander getrennt, die Stimme bleibt trotz aller Verzerrung verständlich und präsent. Besonders Everything is Quiet Now zeigt, wie gut die Amphion Argon3S mit schnellen Wechseln und komplexen Arrangements umgehen: Jeder Kick, jeder Scream sitzt, ohne dass der Sound matschig oder undurchsichtig wird.

Lorna Shore – Pain Remains I‑III & To the Hellfire

Die Lorna Shore-Trilogie ist ein echter Härtetest: komplexe Arrangements, rasante Blastbeats, orchestrales Getöse und düstere Growls. Die Amphion Argon3S meistern das mit Bravour. Die Dynamik bleibt auch bei den längeren, epischen Passagen erhalten, und die Details gehen nicht im Geschehen unter. Besonders beeindruckend: Die Lautsprecher schaffen es, die emotionalen Höhen und Tiefen der Musik zu transportieren – von den sanften, orchestralen Momenten bis zum puren Chaos. To the Hellfire ist ein weiterer Beweis für die Kontrolle: Die tiefen Growls und die rasenden Doublebass-Läufe werden mit einer Präzision wiedergegeben, die man von Kompakten selten hört.

Brand of Sacrifice – Between Death and Dreams & Purge

Brand of Sacrifice ist bekannt für ihre extremen Bässe und komplexen Arrangements. Die Amphion Argon3S zeigen hier, dass sie auch mit modernem Deathcore klarkommen. Die Bässe sind druckvoll, aber nie matschig, und die Details in den Gitarren und im Gesang bleiben erhalten. Besonders Purge zeigt, wie gut die Lautsprecher mit schnellen Wechseln zwischen tiefen Bässen und hohen Screams umgehen.

Rage Against The Machine – Bombtrack

Bombtrack ist ein Klassiker, der jedes System auf Herz und Nieren prüft. Die Amphion Argon3S lassen die Gitarren richtig knallen, ohne dass der Bass überhand nimmt. Zack Morellos Gitarrensound bleibt klar und präsent, und die Stimme von Zack de la Rocha sitzt genau da, wo sie hingehört: direkt vorne.

Zeal & Ardor – Death to the Holy & Firewake

Zeal & Ardor mischt Black Metal mit Gospel-Elementen – ein echter Genremix. Die Amphion Argon3S schaffen es, die düsteren Gitarren und die gospeligen Chöre gleichermaßen überzeugend wiederzugeben. Besonders Firewake zeigt, wie gut die Lautsprecher mit komplexen Arrangements und ungewöhnlichen Klangfarben umgehen.

Selbst bei längeren Hörsessionen mit komplexen Arrangements bleibt die Höhenwiedergabe entspannt und natürlich. Die Extension bis 25 kHz ist mehr als nur eine Zahl auf dem Datenblatt – sie sorgt für Luftigkeit und Räumlichkeit, die der Musik Leben einhaucht.

Räumliche Abbildung: Punktschallquelle par excellence

Die räumliche Darstellung der Amphion Argon3S ist schlichtweg spektakulär. Das Konzept der Punktschallquelle geht voll auf – die Lautsprecher verschwinden akustisch und hinterlassen eine dreidimensionale Klangbühne von beeindruckender Präzision. Bei Aufnahmen von Yello oder Jean-Michel Jarre fühlt man sich mitten ins Geschehen versetzt, wobei jedes Element seinen klar definierten Platz im Raum einnimmt.

Setup und Synergie – Perfekte Harmonie mit High-End-Equipment

In unserem Testsystem harmonierte die Amphion Argon3S perfekt mit verschiedenen Quellen. Der Eversolo DMP-A6 Master Edition als Quelle, gekoppelt mit dem IOTAVX AVX17 als Vorstufe und dem AVXP1 als Endstufe, bildete eine ausgewogene Kette. Auch das WiiM Ultra zeigte sich als würdiger Partner für weniger kritische Hörsessions. Hier hatten wir sowohl den AMP-F2 im Einsatz, als auch am Transaudio D5Pro.

Die Aufstellung erwies sich als unkompliziert. Dank des kontrollierten Abstrahlverhaltens verzeihen die Argon3S auch weniger optimale Raumakustik. Ein Abstand von 15 cm zur Rückwand ist dank des passiven Radiators problemlos möglich. Für optimale Ergebnisse sollte der Hochtöner auf Ohrhöhe ausgerichtet werden.

Vergleich mit der Konkurrenz – Nordische Überlegenheit

Im direkten Vergleich mit anderen Kompaktlautsprechern der 3000-Euro-Klasse zeigen die Amphion Argon3S ihre Stärken. Die Transparenz übertrifft viele Konkurrenten, während die Bassperformance dank des passiven Radiators in einer anderen Liga spielt. Die Finnen überzeugen durch ihre natürliche, unverfälschte Wiedergabe ohne jegliche Aufdringlichkeit.

Die Zukunft ist schon da – Ausblick auf die X‑Serie

Während wir noch von den Amphion Argon3S schwärmen, hat Amphion bereits die nächste Generation angekündigt. Die neue Argon X‑Serie mit den Modellen Argon3X, Argon3LX und Argon7LX bringt einen neu entwickelten Hochtöner und eine überarbeitete Frequenzweiche. Diese Upgrades versprechen noch mehr Detailauflösung und eine noch präzisere Klangbühne. Die neuen Modelle sollen ab Q3 2025 verfügbar sein und starten beim Amphion Argon3X bei 3.750 Euro.

Praxis-Tipp: Optimales Setup für maximalen Genuss

Für das beste Klangerlebnis empfehlen wir:

  • Mindestens 2 Meter Abstand zum Hörplatz
  • Hochtöner auf Ohrhöhe
  • Leichte Einwinkelung zur Hörposition
  • Qualitative Lautsprecherständer (mindestens 60cm Höhe)
  • Bei bassintensiver Musik: Subwoofer-Unterstützung erwägen

Technische Daten im Überblick

  • Prinzip: 2‑Wege mit Passiv-Radiator
  • Hochtöner: 25mm Titan-Kalotte im Waveguide
  • Tieftöner: 165mm Aluminium-Chassis
  • Übernahmefrequenz: 1600 Hz
  • Impedanz: 8 Ω
  • Wirkungsgrad: 87 dB
  • Frequenzgang: 38–25.000 Hz (-6dB)
  • Verstärkerleistung: 50–150 Watt
  • Abmessungen: 380 x 190 x 305 mm
  • Gewicht: 10 kg pro Lautsprecher
  • Preis: ab 2.980 Euro (Paar)

Fazit – Finnische Perfektion für Anspruchsvolle

Die Amphion Argon3S sind mehr als nur Lautsprecher – sie sind eine Offenbarung für jeden, der authentische Musikwiedergabe schätzt. Die Kombination aus hervorragender Verarbeitung, durchdachter Technik und überragendem Klang rechtfertigt jeden Euro des Kaufpreises. Besonders beeindruckend ist, wie die kompakten Finnen dank des passiven Radiators an die Bassperformance von Standlautsprechern heranreichen, ohne dabei die Präzision in den Mitten und Höhen zu opfern.

Wer auf der Suche nach natürlicher, unverfälschter Musikwiedergabe ist und dabei nicht auf beeindruckende Bassfundamente verzichten möchte, wird an den Amphion Argon3S seine Freude haben. Sie sind die perfekte Wahl für Musikliebhaber, die Studioqualität im heimischen Wohnzimmer erleben möchten.

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7Hz Timeless II im Test: Wenn Planar-Power auf Tuning-Freiheit trifft https://www.hifigeek.de/7hz-timeless-ii-im-test-wenn-planar-power-auf-tuning-freiheit-trifft/ https://www.hifigeek.de/7hz-timeless-ii-im-test-wenn-planar-power-auf-tuning-freiheit-trifft/#respond Mon, 09 Jun 2025 19:47:31 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9005 Die 7Hz Timeless II haben seit ihrer Veröffentlichung Ende 2024 ordentlich Staub in der Audiowelt aufgewirbelt. Als Nachfolger des legendären ersten Timeless-Modells, das 2021 die Planar-IEM-Revolution einläutete, stehen sie vor großen Fußstapfen. Mit einem Preis von rund 220€ positionieren sich die 7Hz Timeless II genau in der süßen Mitte zwischen Einstieg und High-End – ein perfektes Upgrade für alle, die mehr wollen, ohne gleich ein Vermögen auszugeben. Nach intensiven Hörsessions mit meiner brutalen Metal-Playlist kann ich sagen: Diese In-Ears rocken härter als erwartet!

Disclaimer: Die 7hz Timeless II wurden uns von Linsoul kostenlos zur Verfügung gestellt — wie immer gibt’s hier die ungeschönte Wahrheit, kein Honig ums Maul geschmiert. horror-news.com bleibt unabhängig, wir haben keine Affiliate-Links oder sonstigen krummen Deals. Trotzdem vielen Dank an Linsoul für das Vertrauen!

Unboxing & Lieferumfang: Mehr als nur Kopfhörer

Beim Auspacken der 7Hz Timeless II kommt sofort Premium-Feeling auf. Die schwarze Box mit holografischen Akzenten macht schon vor dem Öffnen Lust auf mehr. Innen präsentiert sich alles ordentlich arrangiert: Die IEMs selbst ruhen in einer runden Metalldose mit Carbon-Finish, darunter finden sich die verschiedenen Nozzles (Aufsätze) auf einer separaten Metallplatte und eine Schachtel mit dem restlichen Zubehör.

Der Lieferumfang ist für den Preis wirklich beeindruckend und bietet besonders Einsteigern reichlich Spielraum zum Experimentieren:

  • 7Hz Timeless II IEMs (1 Paar)
  • Hochwertiges Transportcase aus Metall
  • 3,5mm + 4,4mm Kombi-Adapter
  • 10 Paar Silikon-Ohrstöpsel in verschiedenen Größen (S/M/L)
  • 4 austauschbare Nozzles mit unterschiedlichen Klangcharakteristiken
  • Benutzerhandbuch

Besonders die vier unterschiedlichen, austauschbaren Nozzles (Gold/Silber jeweils in klassischer und gewölbter Form) sind ein echtes Highlight und ermöglichen eine individuelle Klanganpassung – ein Feature, das man in dieser Preisklasse selten findet.

Design & Verarbeitung: Carbon-Style trifft auf Funktionalität

Die 7Hz Timeless II behalten die charakteristische runde, flache Form ihres Vorgängers bei, bekommen aber ein stylisches Update mit einem texturierten Carbon-Finish, das ihnen einen modernen, technischen Look verleiht. Mit nur 5g pro Ohrhörer sind sie angenehm leicht, was auch längere Hörsessions ermöglicht.

Das mitgelieferte Kabel ist ein echtes Highlight – ein 4‑adriges, ultra-reines 7N Single-Crystal-Kupferkabel mit abnehmbaren 0,78mm 2‑Pin-Anschlüssen. Im Vergleich zum Vorgänger, der MMCX-Anschlüsse verwendete, ist dies definitiv ein Upgrade in Sachen Haltbarkeit. Die Verarbeitung des Kabels übertrifft alle Erwartungen für diese Preisklasse und macht die 7Hz Timeless II auch optisch zu einem Premium-Produkt.

Der einzige Kritikpunkt: Das Metall-Case mag zwar edel aussehen, kann aber leider die IEMs verkratzen, wenn man nicht aufpasst. Hier hätte eine weichere Innenauskleidung geholfen.

Technik für Einsteiger: Was zum Teufel sind Planar-Treiber?

Für alle Audio-Neulinge: Die 7Hz Timeless II nutzen eine spezielle Treiber-Technologie namens “Planar Magnetic”. Anders als bei herkömmlichen dynamischen Treibern, wo eine Membran wie ein Kolben vor und zurück bewegt wird, besteht ein Planar-Treiber aus einer ultraflachen Membran mit elektrischen Leitern, die zwischen Magneten platziert ist. Wenn Strom durch die Leiter fließt, reagiert die gesamte Membran gleichmäßig auf das Magnetfeld. Das Ergebnis? Schnellere Reaktionszeiten, weniger Verzerrungen und ein präziserer Klang.

Die 7Hz Timeless II gehen dabei noch einen Schritt weiter und verwenden eine 14,5mm große Planarmembran mit beidseitiger Silberlegierungs-Beschichtung – angeblich die erste ihrer Art in einem IEM. Diese wird von einem doppelseitigen N52-Magnetarray angetrieben, was für eine noch höhere Ansprechempfindlichkeit sorgen soll. Das Ganze steckt in einem 7‑schichtigen akustischen Gehäuse mit doppelter Rückbelüftung.

Technische Spezifikationen im Überblick:

  • Treiber: 14,5mm Planar-Magnetisch
  • Impedanz: 15,2 Ohm
  • Empfindlichkeit: 108 dB/V@1KHz
  • Klirrfaktor (THD): <0,2%/1KHz
  • Frequenzgang: 5–40000Hz
  • Gewicht pro Ohrhörer: 5g
  • Anschlusstyp: 0,78mm 2‑Pin
  • Kabel: ca. 1,2m 7N 4‑Kern Einkristall-Kupfer
  • Anschlüsse: austauschbar 3,5mm und 4,4mm

Klang: Brutal detailliert, aber immer noch entspannt

Nach dem Auspacken ging’s direkt in den Härtetest mit unserer Qobuz Referenz-Playlist voller Metal-Brutalität. Von Behemoths atmosphärischem “Blow Your Trumpets Gabriel” über Lorna Shores epische “Pain Remains”-Trilogie bis hin zu Knocked Looses technischem Hardcore und Radioheads sanfterem “Creep” – die 7Hz Timeless II mussten durch alle Klangwelten hindurch.

Bass:

Der Bass der 7Hz Timeless II ist ein echtes Highlight – er ist tief, präzise und hat genau die richtige Menge an Punch, ohne je matschig zu werden. Bei Tracks wie “To the Hellfire” von Lorna Shore kommt die Mischung aus brutalen Breakdowns und schnellen Double-Bass-Passagen mit beeindruckender Kontrolle und Dynamik rüber. Die Planar-Technologie zeigt hier ihre Stärken mit einer schnellen Ansprache und exzellenter Kontrolle. Die leichte Anhebung im Sub-Bass sorgt für die nötige Wucht, während der Midbass für den rhythmischen Punch sorgt, der besonders bei Bands wie Rage Against The Machine perfekt zur Geltung kommt.

Mitten:

Die Mitten der 7Hz Timeless II sind klar, detailliert und natürlich, ohne dabei zu analytisch zu werden. Vocals – egal ob die gequälten Schreie von Will Ramos bei Lorna Shore oder die melancholischen Passagen von Thom Yorke bei Radiohead – werden mit beeindruckender Textur und Präsenz dargestellt. Bei komplexeren Arrangements wie Zeal & Ardors “Death to the Holy” bleiben alle Instrumente klar separiert und identifizierbar. Je nach verwendetem Nozzle kann man den Charakter der Mitten noch etwas anpassen – mit dem Silver Flower Nozzle erhalten Vocals mehr Gewicht und Wärme.

Höhen:

Die Höhen sind detailliert und luftig, aber niemals scharf oder anstrengend. Selbst bei längeren Sessions mit Deafheavens intensivem “Honeycomb” bleiben die Höhen angenehm und ermüden nicht. Die Becken bei System of a Downs “Old School Hollywood” kommen klar und natürlich rüber, ohne den Rest des Mixes zu überstrahlen.

Soundstage & Imaging:

Für einen In-Ear bieten die 7Hz Timeless II eine beeindruckend weite Bühne, die sich besonders bei orchestralen Stücken wie Septicfleshs “Anubis (Live)” vom Infernus Sinfonica-Album zeigt. Die Platzierung der Instrumente ist präzise, und selbst in den dichtesten Passagen von Cattle Decapitations “Bring Back the Plague” bleibt alles nachvollziehbar und getrennt.

Verschiedene Nozzles = Verschiedene Sounds

Ein Alleinstellungsmerkmal der 7Hz Timeless II sind die austauschbaren Nozzles, die tatsächlich hörbaren Einfluss auf den Klang haben:

  • Gold Flower (Standard): Ausgewogener Sound mit präsenten Vocals und leicht angehobenen Höhen
  • Silver Flower: Wärmerer Klang mit mehr Gewicht in den Mitten und leicht zurückgenommenen Höhen
  • Gold Cone: Detailbetont mit betonten Höhen, ideal für analytisches Hören
  • Silver Cone: Noch mehr Wärme und Körper, leicht reduzierte Höhenpräsenz

Ich habe mich meist zwischen Gold Flower für modernere Metal-Produktionen und Silver Flower für Klassiker wie Nirvana oder Radiohead entschieden. Diese Vielseitigkeit macht die Timeless II zu einem echten Allrounder.

Synergien: So klingen sie mit verschiedenen Geräten

Die 7Hz Timeless II sind mit einer Impedanz von 15,2 Ohm und einer Empfindlichkeit von 108 dB/V vergleichsweise leicht anzutreiben, profitieren aber dennoch von besseren Quellen. Ich habe sie mit einer Reihe von Geräten getestet:

  • Fosi K7: Grundsolide Performance, aber der Bass könnte etwas strammer sein. Die Höhen wirken manchmal etwas spitz.
  • Burson Playmate 3: Hier kommen die 7Hz Timeless II schon deutlich mehr aus sich heraus. Die Dynamik verbessert sich spürbar, und der Klang wirkt insgesamt räumlicher und kontrollierter.
  • Burson Conductor GT4: Die absolute Königsklasse in diesem Test. Mit dem GT4 zeigen die 7Hz Timeless II, was wirklich in ihnen steckt. Der Bass wird noch präziser, die Bühne weitet sich, und selbst feinste Details in Tracks wie Sleep Tokens “Granite” werden mühelos dargestellt.
  • Shanling M5 Ultra: Perfekte Kombination für unterwegs. Der M5 Ultra treibt die 7Hz Timeless II mühelos an und sorgt für einen warmen, musikalischen Klang, der lange Hörsessions ermöglicht.
  • ddHifi TC44Pro: Überraschend gute Kombination für ein so kompaktes Gerät. Etwas weniger Wärme als beim M5 Ultra, dafür mehr Klarheit in den Höhen.

Generell lässt sich sagen, dass die 7Hz Timeless II mit einem 4,4mm Balanced-Ausgang deutlich besser klingen als mit einem Standard‑3,5mm-Anschluss. Die Dynamik verbessert sich spürbar, und der Bass wirkt noch kontrollierter.

Vergleich mit dem Original 7Hz Timeless

Als Upgrade zum ursprünglichen 7Hz Timeless bieten die 7Hz Timeless II einige spürbare Verbesserungen:

  • Bessere Mittenauflösung und natürlichere Stimmen
  • Kontrollierter Bass mit mehr Textur
  • Weniger spitze Höhen, angenehmerer Langzeit-Hörgenuss
  • Deutlich besseres Kabel (2‑Pin statt MMCX)
  • Flexiblere Klangabstimmung durch die Nozzles

Ein klares Upgrade also, vor allem für alle, die vom etwas spitzeren Hochtonbereich des Originals nicht ganz überzeugt waren.

Fazit: Planar-Power für jedermann

Die 7Hz Timeless II sind ein beeindruckendes Gesamtpaket zum fairen Preis. Für rund 220€ bekommt man hier nicht nur erstklassigen Sound mit der Möglichkeit zur individuellen Anpassung, sondern auch eine hochwertige Verarbeitung und einen üppigen Lieferumfang.

Das Spannendste an den 7Hz Timeless II ist ihre Vielseitigkeit – dank der verschiedenen Nozzles können sie sowohl analytisch-detailliert als auch warm und entspannt klingen. Dadurch eignen sie sich hervorragend für verschiedene Musikgenres, von brutalstem Metal bis hin zu ruhigerem Rock oder elektronischer Musik.

Die einzigen Kritikpunkte sind das Metall-Case, das die IEMs verkratzen kann, und die für manche Ohren vielleicht nicht optimale Passform der flachen Gehäuse. Aber angesichts der gebotenen Klangqualität und Ausstattung sind das Kleinigkeiten.

Für alle, die den Einstieg in die Welt der audiophilen In-Ears suchen oder von einfacheren Modellen upgraden wollen, sind die 7Hz Timeless II eine absolute Empfehlung. Sie zeigen eindrucksvoll, was Planar-Technologie leisten kann, ohne dafür ein Vermögen zu verlangen.

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Juzear Defiant – im Test für Metalheads & Rockfans https://www.hifigeek.de/juzear-defiant-im-test-fuer-metalheads-rockfans/ https://www.hifigeek.de/juzear-defiant-im-test-fuer-metalheads-rockfans/#respond Sun, 08 Jun 2025 19:21:11 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9001 Heute gibts mal wieder was für eure Ohren – und zwar richtig geile IEM’s! Ich habe die neuen Juzear Defiant In-Ears getestet, die in Zusammenarbeit mit Zeos von Z Reviews und Juzear entstanden sind. Und ich sag euch: Für knapp 100 Dollar kriegt ihr hier ein Paket, das selbst viel teurere In-Ears alt aussehen lässt.

Ob ihr jetzt Metal, Hardcore, Deathcore, Post-Rock oder einfach nur gute Musik hört – hier ist für jeden was dabei. Also, schnappt euch ein Bier (oder ein Mate), lehnt euch zurück und lasst euch von meinem ausführlichen Test mitreißen

Disclaimer: Die Juzear Defiant wurden uns von Hifigo kostenlos zur Verfügung gestellt — wie immer gibt’s hier die ungeschönte Wahrheit, kein Honig ums Maul geschmiert. horror-news.com bleibt unabhängig, wir haben keine Affiliate-Links oder sonstigen krummen Deals. Trotzdem vielen Dank an Hifigo für das Vertrauen!

Unboxing: So fühlt sich Premium an

Stellt euch vor: Ihr bestellt ein Paar In-Ears für 99 Dollar und bekommt ein Paket, das sich anfühlt, als hättet ihr mindestens das Doppelte bezahlt. Die Verpackung ist schlicht, aber hochwertig – kein billiger Plastikschrott, sondern solide Kartons und ein schickes Lederetui (mehr dazu später).
Drinnen findet ihr:

  • Die In-Ears selbst: In meinem Fall in Jade Green – und das sieht richtig edel aus! Die CNC-gefrästen Metallpanels glänzen im Licht und machen richtig was her.
  • Das Kabel: Nicht irgendein billiges Chinakabel, sondern ein modulares Flare-Kabel mit 3,5 mm und 4,4 mm Anschlüssen. Das Kabel ist geschmeidig, liegt gut in der Hand und macht direkt einen hochwertigen Eindruck.
  • Ohrstöpsel: 9 Paar Silikon-Ohrstöpsel in verschiedenen Größen plus ein Paar Memory Foam-Tips. Damit findet wirklich jeder den perfekten Sitz.
  • Lederetui: Ein schickes, robustes Lederetui mit Juzear-Prägung. Darin lassen sich die In-Ears sicher transportieren – perfekt für unterwegs.
  • Reinigungswerkzeug: Ein kleines Bürstchen, um die In-Ears sauber zu halten.
  • Bedienungsanleitung: Wer’s braucht – ich hab’s direkt ignoriert.

Das ganze Paket macht direkt einen richtig guten Eindruck. Wer hier einsteigt, bekommt alles, was man für den Einstieg braucht – und noch ein bisschen mehr. Ausprobieren lohnt sich hier!

Technische Daten: Was steckt drin?

Damit ihr auch wisst, womit ihr es zu tun habt, hier die wichtigsten Specs:

  • Treiber: 1 Dynamic Driver (10 mm, PU Composite Diaphragm, Neodym-Magnet) + 3 Balanced Armature Driver (2 für Mitten, 1 für Höhen)
  • Frequenzgang: 20 Hz – 20 kHz
  • Impedanz: 32 Ohm
  • Empfindlichkeit: 109 dB
  • Kabel: 1,2 m, modular (3,5 mm, 4,4 mm), 0,78 mm Stecker
  • Gehäuse: CNC-gefräste Panels, hochwertiges, hautverträgliches Harz, ergonomisch geformt

Das klingt jetzt vielleicht erstmal nach viel Technik-Kauderwelsch, aber im Grunde heißt das:
Hier steckt richtig viel Know-how drin, und das merkt man auch beim Hören.

Klang: Präzise abgestimmt, musikalisch und alltagstauglich

Der Defiant ist ein Hybrid-In-Ear-Monitor, bei dem ein 10-mm-Dynamic-Driver (mit moderner Carbon-PU-Membran und Neodym-Magnet) für den Bassbereich zuständig ist, während drei speziell entwickelte Balanced-Armature-Treiber die Mitten und Höhen abdecken. Der Dynamic Driver sorgt für das, was Metal- und Rockfans lieben: kräftigen, tiefen Bass, der nicht matscht, sondern kontrolliert und schnell bleibt. Gerade bei Doublebass-Attacken oder tiefen Gitarrenriffs bleibt alles sauber und differenziert.

Die Mitten profitieren von den BA-Treibern: Stimmen und Gitarren werden klar und präsent wiedergegeben, ohne dass sie sich gegenseitig überlagern. Das ist besonders bei komplexen Arrangements – wie bei Lorna Shore oder Zeal & Ardor – ein echter Vorteil. Die Höhen sind smooth, nie scharf oder sibilant, aber trotzdem detailreich genug, um Becken, Synths und feine Nuancen sauber abzubilden.

Ein weiteres Highlight ist die dreifach abgestimmte Frequenzweiche mit vollständig gedämpften Akustikkanälen. Sie sorgt dafür, dass die Übergänge zwischen den Treibern nahtlos und natürlich wirken – man hat nie das Gefühl, dass einzelne Frequenzbereiche herausstechen oder verloren gehen.

Soundstage & Imaging: Immersiv, aber nicht künstlich

Die Bühne des Defiant ist breit und tief genug, um auch größere Live-Aufnahmen oder dichte Studioproduktionen überzeugend darzustellen. Die Platzierung der Instrumente ist präzise, aber nie künstlich auseinandergezogen. Gerade bei Metal-Tracks, die oft sehr dicht gemischt sind, bleibt die Musik immer nachvollziehbar und verliert nie an Drive oder Energie

Soundcheck: Metal, Deathcore & mehr

Ich habe die Juzear Defiant mit verschiedenen Quellen getestet:
Fosi K7, Burson Playmate 3, Burson Conductor GT4, Lehmann Audio Linear II, Shanling M5 Ultra und ddhifi TC44Pro. Hier ist für jeden Preisbereich und Anwendungsfall was dabei. Natürlich performen sie an günstigerer Hardware ebenso wie an teurer. Der Unterschied ist nicht immer Greifbar, weil hier und da natürlich die Grenzen der Ohrknöpfe erreicht werden. Direkt an jeglichen Kopfhöreranschlüssen, von Handy, Tablet oder Laptop lassen sie sich natürlich ebenfalls mit Leichtigkeit betreiben. Sie fühlen sich aber auch mit Lossless-Tracks wohl und so haben wir sie natütlich mit unserer Qobuz-Referenzplaylist getestet – weil nur die härtesten Tracks zählen!

Bass: Dick, aber nicht matschig

Behemoth – Blow Your Trumpets Gabriel
Schon beim ersten Track merkt man: Der Bass ist präsent, aber nicht übertrieben. Die Doublebass-Drums klingen knackig, der Subbass wummert angenehm, ohne dass alles matschig wird. Perfekt für Metalheads, die Wert auf klare Konturen legen.

Lorna Shore – To the Hellfire
Hier zeigt sich, wie gut die Defiant mit komplexen Arrangements umgehen. Die Breakdowns klingen brutal, aber nie überladen. Jedes Instrument hat seinen Platz – kein Chaos, sondern kontrollierte Aggression.

Mitten: Warm und emotional

Zeal & Ardor – Death to the Holy
Die Vocals stehen im Vordergrund, ohne dass die Gitarren oder der Bass untergehen. Die Mitten sind leicht warm angelegt, was den Sound sehr musikalisch macht. Auch bei längeren Sessions bleibt der Sound angenehm – keine Müdigkeit, keine Reizüberflutung.

Rise Against – Paper Wings
Punkrock klingt auf den Defiant richtig geil. Die Gitarren sind präsent, die Vocals stehen im Vordergrund, und der Bass gibt den nötigen Drive. Wer gerne mitsingt, wird hier voll auf seine Kosten kommen.

Höhen: Detailreich, aber nicht ermüdend

Arch Enemy – Sunset over the Empire
Die Höhen sind detailreich, aber nicht zu spitz. Die Cymbals klingen klar, ohne dass es in den Ohren wehtut. Auch bei längeren Sessions bleibt der Sound angenehm – kein Fiepen, kein Piepen, einfach nur geiler Metal-Sound.

Deafheaven – Honeycomb
Shoegaze und Post-Rock klingen auf den Defiant ebenfalls super. Die vielen Layers und Texturen kommen gut zur Geltung, ohne dass der Sound unübersichtlich wird.

Lieferumfang: Alles dabei, was man braucht

Wie schon erwähnt: Hier bekommt ihr wirklich alles, was man für den Einstieg braucht.

Das Kabel ist ein echtes Highlight – viel hochwertiger, als man es für den Preis erwarten würde. Es liegt gut in der Hand, verheddert sich nicht und macht direkt einen hochwertigen Eindruck.
Das Lederetui ist robust und sieht klasse aus. Perfekt, um die In-Ears sicher zu transportieren.
Die Ohrstöpsel gibt’s in verschiedenen Größen, sodass wirklich jeder den perfekten Sitz findet.
Das Reinigungswerkzeug ist ein nettes Extra – wer seine In-Ears pflegt, hat länger was davon.

Design & Verarbeitung: Statement für die Hosentasche

Das Gehäuse besteht aus medizinischem, hautfreundlichem Resin, das per DLP-3D-Druck gefertigt wird. Die Faceplates sind CNC-gefräst und mit Nickel-Akzenten versehen – je nach Version in Rainbow oder dem auffälligen Jade Green. Jedes Exemplar ist ein Unikat, da die Musterung immer leicht variiert. Die Passform ist ergonomisch und eignet sich auch für längere Hörsessions – egal ob auf Reisen, im Flieger oder auf der Messe.

Das Flare-Kabel: Mehr als nur Beiwerk

Ein echter Hingucker und klanglicher Pluspunkt im Defiant-Paket ist das mitgelieferte Juzear Flare-Kabel. Anders als die üblichen Standardstrippen, die man sonst in dieser Preisklasse bekommt, ist das Flare ein echtes Upgrade-Kabel – und das merkt man sofort, wenn man es in die Hand nimmt.

Das Kabel setzt auf ein Dual-Material-Design: Es kombiniert hochreines Single-Crystal-Kupfer mit silberbeschichtetem Kupfer (SCC). Das klingt erstmal nach Marketing, bringt aber tatsächlich hörbare Vorteile: Das Kupfer sorgt für eine warme, natürliche Grundabstimmung, während die Silberbeschichtung die Höhen klarer und detailreicher macht. Gerade bei den Defiant, die ohnehin schon ausgewogen abgestimmt sind, kommt dadurch noch ein Hauch mehr Klarheit und Luftigkeit ins Klangbild, ohne dass es jemals zu scharf wird.

Praktisch ist auch die modulare Anschlusslösung: Ihr könnt das Kabel blitzschnell zwischen 3,5mm (Single-Ended) und 4,4mm (Balanced) wechseln. Damit seid ihr für alle gängigen Player, DACs und Amps gerüstet – egal ob ihr unterwegs mit dem Smartphone hört oder zuhause mit dem großen Verstärker.

Das Flare ist handgeflochten in einer viersträngigen Doppelhelix-Bauweise. Das sieht nicht nur edel aus, sondern reduziert auch Mikrofonie (also das nervige Kabelgeräusch, wenn das Kabel an der Kleidung reibt) auf ein Minimum. Im Alltag ist das Kabel angenehm flexibel, verheddert sich kaum und fühlt sich einfach wertig an – ein echtes Statement in dieser Preisklasse.

Kurz gesagt: Das Flare-Kabel ist nicht nur ein stylisches Accessoire, sondern holt klanglich das Maximum aus den Defiant heraus. Wer Lust auf noch mehr Soundtuning hat, kann das Kabel übrigens auch einzeln kaufen – ein echtes Upgrade, das auch bei anderen IEMs eine gute Figur macht.

Alltagserfahrung: Isolation & Komfort im echten Leben

Ich habe die Defiant bei jeder Gelegenheit getragen: am Flughafen, im Flugzeug, auf der High End in München. Die passive Isolation ist wirklich gut – auch ohne aktives Noise-Cancelling kann man sich in lauten Umgebungen auf die Musik konzentrieren. Die ergonomische Form sorgt dafür, dass die In-Ears auch nach Stunden nicht drücken oder unangenehm werden. Das robuste Lederetui ist der perfekte Begleiter für unterwegs: rein, zu, fertig – und die IEMs sind sicher verstaut.

Vielseitigkeit: Nicht nur für Metalheads

Auch wenn ich die Juzear Defiant vor allem mit Metal und Hardcore getestet habe – sie funktionieren auch mit anderen Genres super.

Ob Rock, Punk, Post-Rock, Shoegaze oder sogar Pop – die Defiant machen alles mit.
Wer gerne verschiedene Musikrichtungen hört, wird hier voll auf seine Kosten kommen.

Preis-Leistung: Ein echter Knaller

Die Juzear Defiant sind ein absoluter Geheimtipp für alle, die hochwertigen Sound ohne viel Geld ausgeben wollen.
Ob Metal, Hardcore, Rock oder Pop – hier bekommt ihr für 99 Dollar ein Paket, das in Sachen Sound, Ausstattung und Verarbeitung viele teurere In-Ears alt aussehen lässt.

Wer auf der Suche nach einem guten Einstieg in die Welt der hochwertigen In-Ears ist, sollte die Defiant unbedingt ausprobieren.

Ich bin begeistert – und ihr?

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https://www.hifigeek.de/juzear-defiant-im-test-fuer-metalheads-rockfans/feed/ 0 9001
Hifiman TWS450 Review: Wenn Budget auf audiophile Qualität trifft – Geheimtipp? https://www.hifigeek.de/hifiman-tws450-review-wenn-budget-auf-audiophile-qualitaet-trifft-geheimtipp/ https://www.hifigeek.de/hifiman-tws450-review-wenn-budget-auf-audiophile-qualitaet-trifft-geheimtipp/#respond Tue, 03 Jun 2025 10:35:07 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9020 Die Jungs von Hifiman haben mit den TWS450 mal wieder bewiesen, dass sie nicht nur im High-End-Segment zu Hause sind. Diese kleinen Bluetooth-Buds kommen für läppische 39 Dollar daher und versprechen audiophile Qualität zum Kampfpreis. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Wir haben die kleinen Dinger ordentlich durch die Mangel genommen und mit unserer Qobuz Referenz-Playlist richtig rangenommen. Spoiler: Das Ergebnis hat uns durchaus überrascht.

Disclaimer: Die TWS450 wurden uns von Hifiman kostenlos zur Verfügung gestellt — wie immer gibt’s hier die ungeschönte Wahrheit, kein Honig ums Maul geschmiert. horror-news.com bleibt unabhängig, wir haben keine Affiliate-Links oder sonstigen krummen Deals. Trotzdem vielen Dank an Hifiman für das Vertrauen! 

Unboxing und erster Eindruck

Das Unboxing der TWS450 ist ziemlich straightforward – keine Spielereien, kein fancy Marketing-Gedöns. Hifiman packt die Sachen in eine schlichte, aber hochwertige Verpackung. Beim Öffnen der Box springt einem sofort das kompakte Ladecase ins Auge – ein kleiner, matter Kieselstein, der problemlos in jede Hosentasche passt. Das Design ist clean und auf den Punkt gebracht, ohne unnötigen Schnickschnack.

Lieferumfang im Detail:

  • Hifiman TWS450 Earbuds
  • Kompaktes Ladecase (330mAh)
  • USB‑C Ladekabel
  • Zusätzliche Ohrstöpsel in verschiedenen Größen
  • Bedienungsanleitung
  • Garantiekarte

Die Earbuds selbst sind winzig und wiegen gerade mal 3,5 Gramm pro Stück. Das ist schon beeindruckend leicht – man vergisst fast, dass man sie trägt. Die Verarbeitung wirkt für den Preis absolut solide, auch wenn man natürlich keine Premium-Materialien erwarten darf.

Technische Spezifikationen

Hier die nackten Zahlen der TWS450, die uns beim Test zur Verfügung standen:

Bluetooth & Konnektivität:

  • Bluetooth Version: 5.3
  • Unterstützte Codecs: SBC, AAC
  • Übertragungsreichweite: ≥10 Meter
  • Latenz: Niedrig (Game Mode verfügbar)

Audio-Hardware:

  • Treiber: Audiophile-grade Dynamic Driver
  • Frequenzgang: V‑förmig mit betonten Bässen und Höhen
  • Soundstage: Überraschend luftig und räumlich

Akku & Ladezeiten:

  • Earbuds Akkulaufzeit: 5 Stunden
  • Ladecase Kapazität: 330mAh (zusätzliche 15 Stunden)
  • Gesamtlaufzeit: 20 Stunden
  • Ladezeit Earbuds: 1,5 Stunden
  • Ladezeit Case: 2 Stunden
  • Anschluss: USB‑C

Design & Komfort:

  • Gewicht pro Earbud: 3,5 Gramm
  • Wasserschutz: IPX4
  • Bedienung: Touch-Control
  • Form: Stemless Design (ohne Stängel)

Features:

  • ENC (Environmental Noise Cancellation) für Telefonate
  • Voice Assistant Support
  • Automatisches Pairing
  • Touch-Steuerung für alle Funktionen

Sound-Test: Wenn Metal auf Micro-Driver trifft

Jetzt zum wichtigsten Teil – dem Sound. Wir haben die TWS450 sowohl am MacBook Pro M4 Max als auch am iPhone 14 getestet und unsere brutale Qobuz Referenz-Playlist durchgejagt. Von Behemoth über Lorna Shore bis hin zu Knocked Loose – die kleinen Hifiman-Buds mussten sich gegen echte Audio-Brutalität behaupten.

Der erste Eindruck: Die V‑förmige Signatur ist sofort spürbar. Die Bässe kommen ordentlich rüber, ohne dabei matschig zu werden. Bei Behemoths “Blow Your Trumpets Gabriel” drücken die Sub-Bässe schön durch, auch wenn sie nicht ganz die Tiefe erreichen, die man von größeren Treibern kennt. Aber hey, für 40 Euro ist das mehr als in Ordnung.

Bei den Höhen zeigen die TWS450 ihre Hifiman-DNA. Die Detailwiedergabe in den Höhen ist für diese Preisklasse wirklich beeindruckend. Bei Lorna Shores epischen “Pain Remains”-Tracks kommen die orchestralen Elemente und die Gitarren-Leads schön zur Geltung, ohne dass es schrill wird. Die Separation ist überraschend gut – man kann die einzelnen Instrumente tatsächlich auseinanderhalten.

Die Mitten sind allerdings das schwächste Glied. Hier merkt man den V‑shaped Tuning-Ansatz deutlich. Vocals können manchmal etwas zurückgesetzt wirken, besonders bei dichten Mixes wie System Of A Downs “Old School Hollywood”. Aber ehrlich gesagt, für Musik wie unsere Metal-Playlist passt das eigentlich ganz gut – die Aggression kommt trotzdem rüber.

Soundstage und Imaging: Hier haben uns die TWS450 wirklich überrascht. Die Bühne ist für True Wireless Earbuds erstaunlich weit und luftig. Bei Septicflesh’ Live-Aufnahmen bekommt man tatsächlich ein Gefühl für den Konzertsaal. Das Imaging ist zwar nicht pin-point genau, aber für den Preis absolut respektabel.

Tragekomfort und Alltagstauglichkeit

Die 3,5 Gramm pro Earbud machen sich deutlich bemerkbar – im positiven Sinne. Man vergisst schnell, dass man die Dinger überhaupt trägt. Das stemless Design sorgt dafür, dass sie nicht aus den Ohren ragen wie bei manch anderen TWS-Modellen. Die passive Geräuschisolierung funktioniert ordentlich, auch wenn es natürlich kein ANC ist.

Bei längeren Sessions (wir haben sie mal 4 Stunden am Stück getestet) bleiben sie bequem sitzen. Die IPX4-Zertifizierung bedeutet, dass Schweiß und Regen kein Problem darstellen – perfect für das nächste Festival oder die Joggingrunde.

Connectivity und Features

Bluetooth 5.3 sorgt für eine stabile Verbindung. Beim Wechsel zwischen MacBook und iPhone gab es keine Probleme, auch wenn das nicht ganz so flüssig läuft wie bei Apple AirPods (aber das war auch nicht zu erwarten). Die Latenz ist niedrig genug für Videos und Gaming.

Die Touch-Controls funktionieren gut, brauchen aber etwas Eingewöhnung. Doppeltes Tippen für Play/Pause, langes Drücken für Track-Wechsel – das kennt man. Ein kleiner Wermutstropfen: Es gibt keine App für EQ-Einstellungen. Was ihr hört, ist das, was Hifiman abgestimmt hat.

ENC für Telefonate: Die Environmental Noise Cancellation funktioniert erstaunlich gut. Telefonate sind auch in lauter Umgebung klar verständlich. Die AI-Algorithmen filtern Hintergrundgeräusche effektiv raus und lassen die Stimme durchkommen.

Vergleich zur Konkurrenz

Für 40 Euro spielen die TWS450 in einer Liga mit Namen wie Soundcore Liberty, QCY oder diversen No-Name-Produkten. Was sie unterscheidet, ist definitiv der Hifiman-Sound. Während viele Billig-TWS einfach nur bassig sind, haben die TWS450 tatsächlich eine kohärente Klangphilosophie.

Verglichen mit deutlich teureren Modellen wie AirPods Pro oder Sony WF-1000XM4 fehlen natürlich Features wie ANC oder Multipoint-Verbindung. Aber rein vom Sound her können sie durchaus mithalten – zumindest wenn man die V‑förmige Signatur mag.

Die Sache mit der Akkulaufzeit

5 Stunden pro Ladung plus 15 weitere durch das Case ergeben 20 Stunden Gesamtlaufzeit. Das ist für TWS-Standards völlig okay. Im Praxistest haben wir tatsächlich knapp über 5 Stunden rausgeholt bei moderater Lautstärke. Das Case ist kompakt genug, um es immer dabei zu haben, und lädt die Buds etwa 3 Mal komplett auf.

Die Ladezeiten sind fair: 1,5 Stunden für die Earbuds, 2 Stunden für das Case. USB‑C ist natürlich Standard und ein Pluspunkt.

Fazit: Überraschung in der Budget-Klasse

Die Hifiman TWS450 sind definitiv kein Standard-Budget-Kram. Für 40 Euro bekommt man hier tatsächlich ein Stück Hifiman-DNA in True Wireless Form. Klar, es gibt Schwächen – die zurückhaltenden Mitten, das Fehlen einer App, kein ANC. Aber für Metalheads und alle, die gerne V‑shaped Sound mögen, sind diese kleinen Biester ein echter Geheimtipp.

Besonders beeindruckend: Die Detailwiedergabe und die Soundstage. Für TWS in dieser Preisklasse ist das wirklich ungewöhnlich gut. Dazu kommt der überragende Tragekomfort und die solide Verarbeitung.

Wem würden wir sie empfehlen? Allen, die einen ersten Einstieg in audiophilere TWS suchen, ohne direkt 200+ Euro hinzublättern. Metalheads werden die Aggression in den Bässen und Höhen lieben. Für Podcast-Hörer oder Fans von vokalintensiver Musik gibt es bessere Alternativen.

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HiFiMAN HE-R9 Review: Wenn Bass auf Budget trifft https://www.hifigeek.de/hifiman-he-r9-review-wenn-bass-auf-budget-trifft/ https://www.hifigeek.de/hifiman-he-r9-review-wenn-bass-auf-budget-trifft/#respond Tue, 03 Jun 2025 08:26:57 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=9012 Der HiFiMAN HE-R9 ist ein geschlossener, dynamischer Over-Ear-Kopfhörer, der ursprünglich für 599 USD auf den Markt kam, mittlerweile aber für deutlich unter 150 Euro zu haben ist. Nach intensivem Testing mit verschiedenen Quellen von Fosi K7 bis Burson Conductor GT4 zeigt sich: Dieser Kopfhörer ist eine wilde Fahrt durch bassige Soundlandschaften – mit allen Höhen und Tiefen, die das mit sich bringt. Warum HiFiMAN ausgerechnet diesen polarisierenden Kopfhörer als ersten unserer Kooperation schickt, bleibt ein Rätsel – vielleicht wollen sie uns direkt mal richtig testen.

Disclaimer: Der HE-R9 wurde uns von Hifiman kostenlos zur Verfügung gestellt — wie immer gibt’s hier die ungeschönte Wahrheit, kein Honig ums Maul geschmiert. horror-news.com bleibt unabhängig, wir haben keine Affiliate-Links oder sonstigen krummen Deals. Trotzdem vielen Dank an Hifiman für das Vertrauen!

Technische Spezifikationen

Der HE-R9 kommt mit beeindruckenden Papier-Specs daher, die auf den ersten Blick durchaus vielversprechend aussehen:

Treiber: 50mm dynamischer Treiber mit Topology-Diaphragma
Frequenzgang: 15 Hz — 35 kHz
Impedanz: 32Ω (manche Quellen sprechen von 60Ω)
Empfindlichkeit: 100 dB/mW
Gewicht: 328g (ohne Kabel)
Bauweise: Geschlossen, Over-Ear
Anschluss: Dual 3,5mm TRS zu den Kopfhörern, 3,5mm TRS mit 6,35mm Adapter
Besonderheit: Kompatibel mit HiFiMAN Bluemini R2R Modul für wireless Betrieb
Garantie: Ein Jahr Standard plus drei zusätzliche Monate bei Produktregistrierung

Die technischen Daten versprechen einiges: Der weite Frequenzgang bis 35 kHz soll für kristallklare Höhen sorgen, während die niedrige Impedanz von 32Ω den Kopfhörer auch an schwächeren Quellen wie Smartphones betreibbar macht. Die Topology-Diaphragma-Technologie mit Nanopartikeln soll für natürlichen Klang und hohe Detailtreue sorgen.

Lieferumfang und Unboxing

Das Unboxing-Erlebnis des HE-R9 ist typisch HiFiMAN: funktional, aber ohne großen Schnickschnack. Die schlichte Kartonverpackung öffnet sich und gibt den Blick auf die in Schaumstoff gebetteten Kopfhörer frei. Der erste Eindruck? Die rotbraunen, fast metallisch glänzenden Ohrmuscheln fallen sofort ins Auge und erinnern stark an den legendären Fostex TH-900 – zumindest farblich.

Der Lieferumfang umfasst:

  • HiFiMAN HE-R9 Kopfhörer
  • Y‑Kabel mit doppelten 3,5mm Klinkensteckern an den Kopfhörern und einfachem 3,5mm Stecker am anderen Ende (ca. 1,6m)
  • 3,5mm auf 6,35mm Adapter
  • Produktdokumentation und Garantiekarte

Was fehlt? Eine Tasche oder ein Case wäre bei diesem Preissegment wünschenswert gewesen, besonders da der Kopfhörer auch wireless betrieben werden kann. Für den aktuellen Straßenpreis von rund 100–150 Euro geht der Lieferumfang aber in Ordnung.

Design und Verarbeitung

Beim Design scheiden sich die Geister. Die großen, rotbraunen Ohrmuscheln aus Kunststoff sind definitiv ein Hingucker – ob im positiven oder negativen Sinne, bleibt Geschmackssache. Die Form erinnert stark an den legendären Sony MDR-R10, dem dieser Kopfhörer Tribut zollen soll. Allerdings wirkt das Plastik etwas billig und dünn, besonders im Vergleich zu den teureren HE-R10-Modellen mit ihren Holz-Ohrmuscheln.

Der Kopfbügel folgt HiFiMANs bewährtem Design mit Memory-Foam-Polsterung und Kunstleder-Bezug. Das geringe Gewicht von nur 328g macht sich positiv bemerkbar – der Kopfhörer sitzt wie eine Feder auf dem Kopf. Allerdings ist die Anpresskraft eher schwach, was bei manchen Köpfen zu Sitzproblemen führen kann. Die abnehmbaren Velours-Ohrpolster sind angenehm und bieten ausreichend Platz für große Ohren.

Besondere Design-Features:

  • Dual-Entry-System: Beide Ohrmuscheln haben 3,5mm-Anschlüsse
  • Kompatibilität mit Bluemini R2R für wireless Betrieb
  • Große Ohrmuscheln für erweiterte Akustik-Kammer
  • Abnehmbare Ohrpolster

Klangcharakter und Sound-Analyse

Hier wird’s interessant – und kontrovers. Der HE-R9 ist definitiv kein neutraler Monitor-Kopfhörer, sondern ein Bass-Monster mit eigenwilliger Abstimmung. Bei unserem ausgiebigen Test mit der Qobuz-Referenz-Playlist, die von Behemoths “Blow Your Trumpets Gabriel” über Lorna Shores epische “Pain Remains”-Trilogie bis hin zu Radioheads “Creep” reicht, zeigten sich sowohl die Stärken als auch die Schwächen dieses polarisierenden Kopfhörers.

Bass: Quantität über Qualität

Der Bass ist das dominante Element des HE-R9 – und das ist sowohl Fluch als auch Segen. Mit einem Anstieg von etwa 9 dB im Bereich von 50–60 Hz gegenüber den Mitten liefert der Kopfhörer ordentlich Wumms. Bei Tracks wie “To the Hellfire” von Lorna Shore kommt die Macht der tiefen Frequenzen voll zur Geltung, allerdings auf Kosten der Präzision. Der Bass ist eher “boomy” als kontrolliert und tendiert dazu, in die Mitten hineinzubluten.

Für elektronische Musik ist diese Abstimmung problematisch, bei Rock und Metal kann sie durchaus funktionieren. “Bombtrack” von Rage Against The Machine profitiert von der Bass-Betonung, während filigranere Passagen in “Honeycomb” von Deafheaven in der Bass-Dominanz untergehen.

Mitten: Maskiert und zurückhaltend

Die Mitten leiden unter der Bass-Dominanz und wirken maskiert. Besonders problematisch ist ein Einbruch um 400 Hz, der zu einer unnatürlichen Klangfarbe führt. Vocals von Manuel Gagneux in “Firewake” oder “Death to the Holy” wirken zurückhaltend und verlieren an Präsenz. Die oberen Mitten zeigen eine rezessive Charakteristik, was zu einem insgesamt warmen, aber auch dumpfen Klangeindruck führt.

Höhen: Scharf und metallisch

Die Höhen des HE-R9 sind ein zweischneidiges Schwert. Während die Topology-Diaphragma-Technologie theoretisch für saubere Höhen bis 35 kHz sorgen soll, zeigt sich in der Praxis ein eher hartes, teilweise metallisches Höhenspektrum. Bei “Creep” werden die Cymbal-Crashes zu scharf, weibliche Stimmen bekommen einen metallischen Beigeschmack. Die Detailauflösung ist okay, aber die Präsentation zu aggressiv für längeres entspanntes Hören.

Soundstage und Imaging

Trotz der großen Ohrmuscheln bleibt die Soundstage überraschend intim und kompakt. Das Imaging wirkt eher wie “zwei Boxen am Kopf” mit einem schmalen Mittenbereich. Bei komplexen Arrangements wie “Portrait of a Headless Man” von Septicflesh fehlt es an räumlicher Tiefe und Instrumententrennung.

Test-Setup und Kombinationen

Für den umfangreichen Test kamen verschiedene Quellen zum Einsatz:

Fosi K7 (Test): Der günstige Amp bringt den HE-R9 problemlos auf Zimmerlautstärke, kann aber die Schwächen nicht kaschieren. Die Bass-Dominanz bleibt bestehen, die Mitten wirken weiterhin maskiert.

Burson Playmate 3 (Test): Mit dem hochwertigen Burson-DAC/Amp zeigt sich eine leichte Verbesserung in der Kontrolle, besonders im Bass. Die Gesamtcharakteristik bleibt aber unverändert.

Burson Conductor GT4: Auch der Flaggschiff-Amp von Burson kann die grundlegenden Abstimmungsprobleme nicht lösen. Zwar wird der Bass etwas kontrollierter, aber die unausgewogene Signatur bleibt.

Lehmann Audio Linear II: Tja, er heißt nicht ohnehin Linear und gibt brutal wieder was ihm entgegengebracht wird. Leider ist das dem Kopfhörer nicht zuträglich und so kann auch ein hochgelobter Kopfhörerverstärker nichts am Allgemeinbild ändern.

Shanling M5 Ultra (Test): Am DAP zeigt sich die einfache Ansteuerbarkeit des HE-R9. Bereits moderate Lautstärken reichen aus, die Klangprobleme bleiben aber bestehen, bzw. werden durch die basslastigere Abstimmung des M5 Ultra nur noch verstärkt.

ddhifi TC44Pro: Der USB-C-Dongle liefert ausreichend Power, kann aber ebenfalls keine Wunder bewirken.

Bluemini R2R Modul

Ein interessantes Feature ist die Kompatibilität mit HiFiMANs Bluemini R2R Modul. Dieses verwandelt den kabelgebundenen Kopfhörer in ein wireless System mit LDAC, aptX-HD und anderen High-Res-Codecs. Allerdings gibt es Berichte über Rauschprobleme und fehlende iOS-Kompatibilität. Für zusätzliche 150–200 Euro eine nette Option, aber kein Game-Changer.

Preis-Leistung: Von Frechheit zu akzeptabel

Hier liegt wohl der Schlüssel zum Verständnis des HE-R9. Zum ursprünglichen Preis von 599 USD war dieser Kopfhörer schlichtweg eine Frechheit – die Abstimmung rechtfertigt diesen Preis in keiner Weise. Bei den aktuellen Straßenpreisen von 100–150 Euro sieht die Sache anders aus. Für Bass-Heads, die auf Quantität statt Qualität stehen, kann der HE-R9 durchaus interessant sein.

Fazit: Polarisierender Bass-Bomber

Der HiFiMAN HE-R9 ist ein polarisierender Kopfhörer, der eine sehr spezifische Zielgruppe anspricht. Die extreme Bass-Betonung macht ihn für Neutralitäts-Liebhaber ungeeignet, kann aber für bestimmte Genres und Geschmäcker durchaus reizvoll sein. Die Verarbeitung ist solide, wenn auch nicht überragend, das Design Geschmackssache.

Warum HiFiMAN ausgerechnet diesen Kopfhörer als ersten unserer Kooperation schickt, bleibt rätselhaft. Vielleicht wollen sie testen, ob wir ehrlich sind – oder uns direkt vergraulen. Fest steht: Der HE-R9 ist kein schlechter Kopfhörer, aber definitiv ein sehr spezieller. Zum aktuellen Preis kann man ihm seine Eigenarten eher verzeihen als zum ursprünglichen UVP.

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Burson Audio Playmate 3 Deluxe — Der ultimative Desktop-DAC im Hardcore-Test https://www.hifigeek.de/burson-audio-playmate-3-deluxe-der-ultimative-desktop-dac-im-hardcore-test/ https://www.hifigeek.de/burson-audio-playmate-3-deluxe-der-ultimative-desktop-dac-im-hardcore-test/#respond Mon, 19 May 2025 12:30:10 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8929 Der Burson Audio Playmate 3 hat nach wochenlangem intensiven Testing bewiesen, dass er weit mehr ist als nur ein gewöhnlicher Desktop-DAC. Mit seiner unglaublichen Klangqualität, den umfangreichen Upgrade-Möglichkeiten und der beeindruckenden Leistung hat er sich als eines der faszinierendsten Audio-Geräte entpuppt, die je auf meinem Schreibtisch gelandet sind. Besonders interessant für alle, die auf der Suche nach einem ultimativen All-in-One-Paket sind, das keine klanglichen Kompromisse eingeht.

Burson Audio ist im DACH-Raum noch weitgehend unbekannt — eine Übersicht über alle meine Tests und die Philosophie hinter der Marke findest du auf der Burson Audio Übersichtsseite.

Was zum Teufel ist Burson Audio eigentlich?

Burson Audio dürfte für viele deutsche Audio-Enthusiasten noch ein unbeschriebenes Blatt sein – aber nicht mehr lange! Auf der High End in München habe ich die Produkte kürzlich entdeckt und nach einem kurzen Schwätzchen erfahren, dass diese audiophilen Schätze aus Australien bald einen deutschen Vertrieb bekommen könnten.

Für OpAmp-Nerds ist Burson allerdings längst ein Begriff. Neben Sparkos stellen die Australier wohl die besten diskreten Operationsverstärker (OpAmps) der Welt her. Und genau diese kleinen Wunderwerke haben einen massiven Einfluss auf den Klang von DACs, Verstärkern und Vorstufen.

OpAmps — WTF?!

Kurzer Technik-Exkurs: OpAmps (Operationsverstärker) stecken in praktisch jedem Verstärker und DAC. Sie sind dafür verantwortlich, die winzigen Signale aus dem Digital-Analog-Wandler auf ein hörbares Niveau zu verstärken. Da sie direkt nach der Wandlung im Signalweg liegen, prägen sie maßgeblich den Klangcharakter eines Geräts.

Was Burson besonders macht: Anders als die meisten Hersteller, die auf billige Massenware-ICs setzen, baut Burson seit über 20 Jahren diskrete OpAmps. “Diskret” bedeutet, dass statt eines einzelnen integrierten Schaltkreises individuelle Komponenten wie Transistoren, Widerstände und Kondensatoren verwendet werden – handverlesen und optimal aufeinander abgestimmt. Das Ergebnis? Ein dramatisch besserer Klang und die Möglichkeit, deinen Sound nach Belieben zu tunen.

Unboxing & Lieferumfang: High-End vom ersten Moment an

Der Burson Audio Playmate 3 kam in exzellenter Verpackung an, die bereits erahnen lässt, dass hier kein Mainstream-Produkt wartet. Im Karton findet sich:

  • Der Burson Audio Playmate 3 (natürlich)
  • Ein hochwertiges Cinch-Kabel
  • USB‑C zu USB‑C Kabel
  • Kopfhörer-Mikrofon-Adapter
  • 2× 5534d JRC OpAmps
  • 2× 5532d JRC OpAmps
  • Inbusschlüssel für die Gehäusedemontage
  • Ersatzsicherung
  • Universalnetzteil mit verschiedenen Ländersteckern
  • Silent Power Module SP2-15P und SP2-15N (Deluxe only)
  • Eine Metall-Fernbedienung (kein billiger Plastikschrott!) (Deluxe only)

In der Deluxe-Edition sind bereits die Premium-OpAmps vorinstalliert:

  • 2× Burson Audio V7 Vivid Dual
  • 2× Burson Audio V7 Vivid Single

Statt des Standard-Netzteils lag in unserem Testgerät bereits der Burson Super Charger PSU 3A 24V/3A bei – ein Upgrade, das sich definitiv hören lässt.

Tech-Specs: Zahlen, die Audionerds feucht werden lassen

Für alle Zahlenfreaks hier die wichtigsten Spezifikationen des Burson Audio Playmate 3:

  • DAC-Chip: ESS Sabre 9039 (State-of-the-art!)
  • Sampling-Rate: bis zu 768kHz PCM und DSD512
  • Class-A-Kopfhörerverstärker mit 3 Watt pro Kanal bei 30W Ruhestrom
  • Kanaltrennung: 128 dB @ 1kHz, 121 dB @ 20kHz
  • THD+N: 0,0018% @ 1kHz, 0dBFS
  • Gesamte THD mit DAC, Pre-Amp und Amp: <0,002%

Die Leistungsabgabe ist beeindruckend und zeigt, warum der Burson Audio Playmate 3 praktisch jeden Kopfhörer problemlos antreiben kann:

Impedanz (Kopfhörer)LeistungSignal-Rausch-VerhältnisKanaltrennung
16 Ohm3,5W96dB99%
32 Ohm2,5W97dB99%
100 Ohm600mW98dB99%
150 Ohm400mW96dB99%
300 Ohm150mW95dB99,5%

Anschlussseitig bietet der Burson Audio Playmate 3 Toslink und USB‑C als Eingänge, was ihn perfekt für den Desktop-Einsatz macht. Kompatibel ist er mit Windows XP, 7, 8, 10, Mac OSX sowie iOS und Android (via OTG).

Design und Verarbeitung: Endlich mal kein China-Plunder

Holy Shit – wenn man den Burson Audio Playmate 3 in den Händen hält, begreift man sofort, wofür die knapp 3kg Gewicht stehen: Unerbittliche Qualität! Das komplett aus massivem Aluminium gefräste Gehäuse schreit förmlich “High-End”. Auch alle Knöpfe und Drehregler sind aus Aluminium gefertigt.

Die dunkle silberne Farbgebung mit orangen Akzenten sieht verdammt edel aus und passt perfekt zu praktisch jedem Setup. Das Display ist hell, informativ und zeigt genau das, was man wissen muss. Der Lautstärkeregler dreht sich butterweich und präzise – keine billigen Raster-Stufen, sondern echte analoge Kontrolle.

An der Front befinden sich zwei Kopfhörerausgänge (2,5mm und 6,3mm, beide unsymmetrisch), der Netzschalter, das Display sowie der Lautstärkeregler mit Menü-Knopf und dem IR-Empfänger für die Fernbedienung.

Die Rückseite beherbergt den USB-C- und Toslink-Eingang sowie einen Pre-Out, der wahlweise als echter Pre-Amp oder als reiner Line-Out konfiguriert werden kann.

Die ebenfalls komplett aus Metall gefertigte Fernbedienung liegt schwer und wertig in der Hand – auch hier kein billiges Plastikspielzeug. Einziger kleiner Kritikpunkt: Die Metallknöpfe klappern ein wenig bei der Bedienung. Klar, das ist Meckern auf hohem Niveau, aber der Vollständigkeit halber sei es erwähnt.

Bedienung und Features: Audiophiler Baukasten

Die Bedienung des Burson Audio Playmate 3 ist erfreulich unkompliziert. Über den rechten Button gelangt man ins Menü, durch das man mit dem Lautstärkeregler scrollt. Zur Auswahl einer Option drückt man einfach den Regler – intuitiver geht’s kaum.

Im Menü lassen sich folgende Einstellungen vornehmen:

  • Input-Auswahl: USB oder Toslink
  • Output-Modus: Kopfhörer, Pre-Out oder DAC-Out
  • Verstärkungsstufe: Low oder High (ideal für empfindliche IEMs vs. hungrige Planare)
  • Filter-Einstellungen: FIR-Filter, DPLL und IIR-Filter (für Audiophile ein Paradies)
  • DAC Path: Bestimmt, welche Filter umgangen werden
  • THD-Kompensation
  • Auto-Off-Funktion bei fehlendem Signal
  • Mikrofon-Eingangsaktivierung für Gaming-Headsets

Besonders cool: Im Gegensatz zu vielen anderen High-End-Geräten, die mit kryptischen Einstellungen und mieser UI glänzen, ist hier alles logisch aufgebaut und selbsterklärend.

Klangeigenschaften: Wie klingt denn nun der Bastard?

Der Burson Audio Playmate 3 Deluxe liefert einen Sound, der mich mehrfach dazu gebracht hat, einfach ungläubig vor dem Gerät zu sitzen. Für rund 1000€ bekommt man hier ein All-in-One-Paket, das mühelos mit deutlich teureren Einzelkomponenten mithalten kann.

Besonders bemerkenswert ist der integrierte Kopfhörerverstärker, der sich perfekt in das Gesamtbild einfügt. Zum Vergleich haben wir teurere externe Kopfhörerverstärker im DAC-only-Betrieb angeschlossen und mussten festhalten: Der Burson als Komplettpaket liefert eine verdammt beeindruckende Performance.

Die Klangcharakteristik der Deluxe-Version mit den V7 Vivid OpAmps ist eher analytisch, aber niemals kalt oder leblos. Der Sound ist detailliert, präzise und kraftvoll – genau das, was man von einem High-End-Gerät dieser Preisklasse erwartet.

Musik-Tests: Metal und mehr im Härtetest

Da wir bei hifigeek.de natürlich primär auf die harte Gangart stehen, haben wir den Burson mit einer Reihe anspruchsvoller Tracks gefoltert (Referenzplaylist auf Qobuz):

Septicflesh – Portrait of a headless man (Infernus Sinfonica MMXIX)

Bei diesem orchestralen Death-Metal-Monster mit Streichern, Bläsern, Gitarren, Publikum und Chor trennt sich bei unseren Tests immer die Spreu vom Weizen. Der Burson Audio Playmate 3 schafft hier etwas Beeindruckendes: eine breite, tiefe Bühnenabbildung, bei der die Band druckvoll im Vordergrund steht, perfekt vom Orchester flankiert wird, während der Chor das Ganze mit epischer Größe überzieht.

Besonders die Trompeten – mein persönliches Highlight bei jedem Audio-Test – klingen druckvoll und lebendig, was zeigt, dass der Burson Audio Playmate 3 auch bei schnellen Transienten absolut nichts zu verbergen hat.

Lamb of God – Laid to Rest

Geradliniger, aber nicht weniger anspruchsvoll ist dieser modernen Metal-Klassiker. Die satt abgemischten Drums kommen mit ordentlichem Druck, die hämmernd einsetzenden Gitarrenriffs offenbaren die volle Leistungsfähigkeit des Burson Audio Playmate 3. Jedes Detail ist präzise dargestellt, der Sound ist kraftvoll und dynamisch, genau wie diese Musik sein muss.

Lorna Shore – Pain Remains Trilogie

Will Ramos’ Stimmakrobatik ist eine Herausforderung für jedes Audio-Setup. Die Pain Remains Trilogie beginnt mit feinem Regen und einer hallunterlegten Melodie, bevor es mit Will Ramos’ extremen Gesangskünsten richtig zur Sache geht.

Hier zeigt sich, dass selbst der Burson irgendwann an seine Grenzen stoßen kann: Bei maximaler Komplexität mit schneller Double-Bass-Drum, drückenden Gitarrenriffs und Ramos’ vielschichtigen Gesangsstilen wird der Klang manchmal etwas weniger klar. Dies ist jedoch kein Knockout-Kriterium – kaum ein DAC/Amp-Kombination in dieser Preisklasse kommt hier besser durch.

Beeindruckend ist, wie der Burson Audio Playmate 3 die ruhigeren Passagen mit ihrer emotionalen Tiefe wiedergibt – hier entstehen echte Gänsehautmomente, die den Hörer tief ins musikalische Geschehen ziehen.

Gaming: Audiophile Zocker aufgepasst!

Mit 1000€ ist der Burson Audio Audio Playmate 3 definitiv im High-End-Gaming-Bereich angesiedelt – aber er ist jeden verdammten Cent wert, wenn ihr euer Gaming-Erlebnis auf ein neues Level heben wollt.

Die räumliche Abbildung ist so präzise, dass die Ortung von Gegnern in Shootern im Vergleich zu Onboard-Soundkarten deutlich leichter fällt. Selbst feinste Geräusche sind klar hörbar und perfekt lokalisierbar. In Kombination mit einem hochwertigen Kopfhörer verschafft euch das einen echten Vorteil.

Auf der diesjährigen High End in München gab es nicht umsonst einen eigenen Gaming-Bereich – Audio und Gaming gehören zusammen, und der Burson Audio Playmate 3 könnte hier zum Geheimtipp für anspruchsvolle Streamer und Pro-Gamer werden.

OpAmp-Tuning: Der audiophile Spielplatz

Das wahre Highlight des Burson Audio Playmate 3 ist die Möglichkeit, durch den Austausch der OpAmps den Klangcharakter nach eigenen Vorlieben anzupassen. Wir haben verschiedene Kombinationen getestet:

V7 Vivid OpAmps (Deluxe-Edition)

Diese sind unsere klaren Favoriten für die meisten Kopfhörer. Solange der Kopfhörer nicht bereits zu harsch in den Höhen ist, liefern die Burson Audio V7 Vivids einen knackigen, punchigen Bass und detaillierte Höhen mit exzellentem Wiedergabedetail. Die räumliche Abbildung ist fantastisch, und der Klang hat genau die richtige Mischung aus Analytik und Musikalität.

Sparkos SS36er

Die Sparkos SS3602 und SS3601 machen den Klang etwas weniger warm, erreichen aber nicht ganz die Detailtiefe der Vivids. Dennoch handelt es sich um hervorragende OpAmps, die in manchen Systemen durchaus die bessere Wahl sein könnten.

V7 Standard OpAmps

Für Kopfhörer mit spitzeren Höhen sind die V7 Standard OpAmps eine ausgezeichnete Option. Sie machen den Burson Audio Playmate 3 zu einem deutlich weicher klingenden Gerät, was bei manchen Aufnahmen oder Kopfhörern genau das Richtige sein kann.

553er JRC OpAmps (Standard)

Die im Basis-Modell verbauten OpAmps sind bereits gut abgestimmt und tendieren in Richtung der V7 Vivid. Allerdings fehlt es hier an Detailzeichnung und etwas Druck im Bass. Für den Einstieg sind sie dennoch absolut respektabel und geben Zeit zum Sparen auf ein späteres Upgrade.

Einordnung: Für wen ist dieser DAC eigentlich?

Der Burson Audio Playmate 3 ist eindeutig für den Schreibtisch konzipiert. Seine Eingangsoptionen (USB‑C und Toslink) machen ihn zum perfekten Partner für PC und Konsole. Am wohlsten fühlt er sich per USB‑C an einem Computer, wobei er per Toslink natürlich auch hervorragend an eine Spielkonsole passt (dann allerdings ohne Mikrofon-Funktion).

Für alle, die viel mit Kopfhörern arbeiten oder hören und einen erstklassigen DAC mit exzellentem Kopfhörerverstärker suchen, ist der Burson Audio Playmate 3 ein fantastisches Gesamtpaket. Statt mehrere Geräte auf dem ohnehin oft überfüllten Schreibtisch zu stapeln, bekommt man hier alles in einem extrem hochwertigen Gerät.

Besonders hervorzuheben ist, dass man sich keine Gedanken über die Paarung zwischen DAC und Verstärker machen muss – Burson hat diese Hausaufgaben bereits erledigt und eine perfekt abgestimmte Kombination geschaffen.

Paarung mit anderen Geräten

Der Burson Audio Playmate 3 harmoniert hervorragend mit aktiven Studiomonitoren. Einfach im Menü auf Pre-Out umschalten, und schon kann man seine Lautsprecher perfekt ansteuern – ideal für Zeiten, in denen man keine Kopfhörer tragen möchte.

Was die Kopfhörer betrifft, konnten wir keine negativen Paarungen feststellen. Audeze (LCD‑X, Hifiman, verschiedene Beyerdynamic-Modelle und auch IEMs funktionieren wunderbar mit dem Burson. Selbst mit günstigeren Kopfhörern kann man sicher sein, dass der Burson Audio Playmate 3 das Maximum aus ihnen herausholt.

Wir sind besonders gespannt auf den Test mit dem kommenden Fosi Audio i5, den wir bereits auf der High End in München erleben durften und der sich am Burson Audio Playmate 3 als perfekter Partner entpuppen könnte.

Upgrades: So wird gut zu verdammt gut

Wer sich für die Standard-Version des Burson Audio Playmate 3 entscheidet, hat zahlreiche Möglichkeiten für spätere Upgrades:

  1. OpAmp-Upgrade: Von den Standard-JRC-OpAmps zu V7 Standard oder V7 Vivid für deutlich besseren Klang
  2. Netzteil-Upgrade: Das Super-Charge-Netzteil taktet deutlich höher als handelsübliche Schaltnetzteile und bietet geringeres Rauschen. Es vereint die Vorteile von Schalt- und Linearnetzteilen und sorgt für einen erwachseneren, präziseren Klang mit größerer Bühne.
  3. Power-Module: Die Standard-SP01-Module lassen sich einfach durch die SP02-Module ersetzen, die bis zu 200-mal weniger Rauschen produzieren.

Ich kenne kein anderes Audio-Gerät, das so wandlungsfähig und upgradefähig ist – perfekt für experimentierfreudige Audiophile, die ihren Sound immer weiter perfektionieren möchten.

Fazit: Audio-Nirvana auf dem Desktop

Der Burson Audio Playmate 3 Deluxe ist ein audiophiles Kraftpaket, das praktisch alle Wünsche erfüllt, die man an einen Desktop-DAC mit Kopfhörerverstärker haben kann. Seine Performance überzeugt auf ganzer Linie, die Upgrade-Möglichkeiten sind begeisternd, und der Sound ist schlichtweg atemberaubend.

Für Audiophile, Gamer und Musikproduzenten, die einen felsenfesten Begleiter auf dem Schreibtisch suchen, ist der Burson Audio Playmate 3 eine klare Empfehlung. Ja, er ist nicht billig – aber er bietet einen Gegenwert, der weit über seiner Preisklasse liegt, und dank der Upgrade-Möglichkeiten ist er eine langfristige Investition in großartigen Sound.

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Douk Audio K5: Klang-Monster im Mini-Format – Der Audio-Underdog https://www.hifigeek.de/douk-audio-k5-klang-monster-im-mini-format-der-audio-underdog/ https://www.hifigeek.de/douk-audio-k5-klang-monster-im-mini-format-der-audio-underdog/#respond Wed, 14 May 2025 12:32:10 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8869 Die Audiowelt steckt voller Überraschungen – manchmal kommen sie in kleinen Paketen wie dem Douk Audio K5. Dieses unscheinbare Kästchen hat es faustdick hinter den Ohren: DAC, Kopfhörerverstärker und Tone Control in einem kompakten Gehäuse zu einem Preis, der fast zu gut klingt, um wahr zu sein. Nach wochenlangem intensiven Testen kann ich sagen: Hier wird David zum Goliath – und High-End-Equipment muss sich warm anziehen.

Die erste Begegnung: Design und Verarbeitung

Beim Auspacken des Douk Audio K5 wirst du sofort bemerken, was hier los ist: Trotz der kompakten Maße von gerade mal 95×92×50mm und einem Fliegengewicht von 228g fühlt sich das Teil solide an. Das mattschwarze Metallgehäuse schreit förmlich “Audiophile aufgepasst!” und wirkt deutlich hochwertiger als der Preis vermuten lässt.

Was mir sofort ins Auge sticht: Die drei Drehregler auf der Oberseite – ein Lautstärkeregler, der gleichzeitig als Ein-/Ausschalter dient, sowie separate Regler für Bass und Höhen. Sie laufen butterweich und vermitteln ein taktiles Feedback, das man sonst nur von deutlich teureren Geräten kennt. Die Status-LEDs auf der linken Seite informieren dich auf einen Blick über den Betriebszustand und das gerade abgespielte Dateiformat – ein schönes Detail für alle, die gerne wissen, was gerade passiert.

Anschlüsse ohne Ende

Die Rückseite des K5 offenbart die wahre Vielseitigkeit dieses kleinen Wunderwerks. Du findest hier:

  • USB-C-Eingang für die Verbindung mit PC, Laptop oder Smartphone
  • Optischer Toslink-Eingang für digitale Quellen
  • Optischer Toslink-Ausgang zum Durchschleifen des Signals
  • RCA-Ausgänge für den Anschluss an einen Verstärker oder aktive Lautsprecher

Die Frontplatte beherbergt:

  • 6,35mm-Kopfhöreranschluss (der klanglich überlegen ist)
  • 3,5mm-Kopfhöreranschluss für Standard-Kopfhörer
  • Gain-Schalter (H/L) zur Anpassung an unterschiedliche Kopfhörer-Impedanzen
  • Schalter für Equalizer-Bypass
  • Eingangswahlschalter (USB/Optisch)

Besonders die beiden Kopfhöreranschlüsse sind ein praktisches Feature – kein ständiges Umstecken oder Adaptersuchen mehr. Der Gain-Schalter ist ebenfalls Gold wert, wenn du zwischen verschiedenen Kopfhörern wechselst. Insgesamt ein durchdachtes Layout, das keine Wünsche offen lässt.

Die inneren Werte: Technik, die begeistert

Der Douk Audio K5 ist alles andere als ein Blender. Unter der Haube werkelt eine beeindruckende technische Ausstattung:

Der DAC: ES9038Q2M – die audiophile Speerspitze

Herzstück des Douk Audio K5 ist der ES9038Q2M DAC-Chip von ESS Technology – ein Name, der audiophilen Ohren ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Dieser Chip ist bekannt für seine ausgezeichnete Detailauflösung und sein sauberes Klangbild, das selbst in deutlich teureren Geräten zum Einsatz kommt. Unterstützt wird er vom SA9312 DSP/USB-Interface, das für fehlerfreie Signalverarbeitung sorgt und eine beeindruckende Formatunterstützung mitbringt.

Die Verstärkerstufe: Kraft trifft Präzision

Für die Kopfhörerverstärkung setzt Douk Audio auf die Kombination aus dem Operationsverstärker OPA1678 und dem SGM8262 Verstärkerchip. Diese Paarung liefert beachtliche Leistungsdaten:

  • 560mW @ 32Ω über den 6,35mm-Ausgang
  • 370mW @ 32Ω über den 3,5mm-Ausgang
  • Maximale Ausgangsspannung: 4,25Vrms (6,35mm) / 3,45Vrms (3,5mm)

Diese Power reicht locker aus, um selbst anspruchsvolle Kopfhörer mit Impedanzen zwischen 16 und 600 Ohm adäquat zu befeuern. Die Rauscharmut von unter 3µV sorgt dafür, dass selbst bei empfindlichen In-Ears kein störendes Grundrauschen zu hören ist.

Die Formatunterstützung: Audiophile First Class

Der Douk Audio K5 lässt bei der Formatunterstützung kaum Wünsche offen:

  • USB: PCM bis 32bit/384kHz, DSD256
  • Optisch: PCM bis 24bit/192kHz, DSD DoP64

Das bedeutet: Egal ob High-Resolution FLAC-Dateien, MQA-Streams oder native DSD-Aufnahmen – der Douk Audio K5 gibt sich erst zufrieden, wenn du wirklich alles aus deiner Musik herausholst.

Sound Check: Die Wahrheit liegt im Hören

Genug der technischen Spezifikationen – was zählt, ist der Sound. Und hier glänzt der kleine Douk Audio K5 mit einer Leistung, die seinen Preis Lügen straft.

Der erste Eindruck: Sauber, detailliert, dynamisch

Beim ersten Hören auf den Audeze LCD‑X (die ich bereits ausführlich getestet habe) offenbart der K5 eine erstaunlich saubere und detailreiche Wiedergabe. Der Klang ist straff, fokussiert und dynamisch, ohne dabei analytisch oder steril zu wirken. Besonders auffällig ist die kontrollierte Basswiedergabe – präzise, ohne jemals matschig oder überbetont zu klingen.

Das Klangbild lässt sich als leicht hell beschreiben – nicht grell oder anstrengend, aber mit einem Fokus auf Details und Klarheit. Das liegt nicht zuletzt am ESS9038Q2M DAC-Chip, der für seine saubere und transparente Signalwandlung bekannt ist.

Genre-Test: Metal Only – Der Douk Audio K5 auf der Qobuz Metal-Playlist

Wer Metal hört, will keine halben Sachen. Deshalb habe ich den Douk Audio K5 ausschließlich mit Tracks aus meiner Qobuz-Referenzplaylist durch die Mangel gedreht – von modernen Metal-Neuheiten bis zu Klassikern, alles in Hi-Res-Qualität und mit ordentlich Wumms.

Druckvolle Riffs, fette Drums – Der Douk Audio K5 im Härtetest

Schon beim ersten Track wird klar: Der Douk Audio K5 liebt Metal. Die Gitarrenwände kommen messerscharf, ohne im Hochton zu nerven. Doublebass-Drums knallen trocken und präzise, der Bass bleibt jederzeit kontrolliert – kein Matsch, kein Dröhnen, sondern punktgenaue Attacke. Gerade bei schnellen Tempi und komplexen Arrangements (Stichwort: Lorna Shore Spiritbox oder Septicflesh) bleibt der Sound auch bei hohen Lautstärken stabil und verzerrungsfrei. Die Dynamik ist beeindruckend: Breakdowns knallen, Soli schneiden sich durchs Klangbild, ohne dass irgendwas untergeht.

Transparenz und Bühne: Jedes Instrument am richtigen Platz

Metal lebt von Details – und davon liefert der K5 reichlich. Feinheiten wie Ghosts cleane Gitarren oder die vielschichtigen Synths bei Bloodywood werden klar herausgearbeitet. Die Bühne bleibt auch bei dichtem Mix erstaunlich aufgeräumt: Vocals stehen präsent im Raum, Gitarren und Drums lassen sich sauber orten. Selbst bei Bands mit mehreren Gitarristen (z.B. Killswitch Engage oder Volbeat) bleibt alles differenziert und nachvollziehbar.

Die Tone-Control: Subtile Anpassung statt EQ-Keule

Ein besonderes Feature des Douk Audio K5 sind die Bass- und Höhenregler auf der Oberseite. Anders als bei vielen günstigen Geräten arbeitet dieser EQ bemerkenswert subtil und musikalisch. Statt die Musik zu verzerren oder zu vermurksen, erlauben die Regler eine feine Abstimmung:

  • Der Bassregler wirkt im Bereich von 20–250 Hz mit bis zu ±10dB
  • Der Höhenregler greift bei 3–20kHz mit ebenfalls bis zu ±10dB

Dadurch kannst du den Klang an deine Kopfhörer und deinen persönlichen Geschmack anpassen, ohne dass der Sound unnatürlich oder übertrieben wirkt. Besonders praktisch: Der Bypass-Schalter, mit dem du den EQ komplett umgehen kannst, wenn du das reine, unverfälschte Signal möchtest.

Kopfhörer-Paarungen: Vielseitig wie ein Schweizer Taschenmesser

Ich habe den Douk Audio K5 mit verschiedenen Kopfhörern getestet, von niederohmigen In-Ears bis hin zu anspruchsvollen planaren Magnetostaten:

  • Mit den Shanling ME600 In-Ears liefert der Douk Audio K5 eine rauschfreie, saubere Wiedergabe, besonders im Low-Gain-Modus. Die Basswiedergabe ist kontrolliert und präzise – ideal für elektronische Musik und Metal.
  • Bei den mittelschweren Beyerdynamic DT 1990 Pro (250 Ohm) zeigt der K5 sein wahres Potential. Der High-Gain-Modus liefert ausreichend Leistung, um die manchmal etwas zurückhaltenden DT 1990 Pro zum Leben zu erwecken. Die Bühnenabbildung ist beeindruckend weitläufig, die Detailauflösung exzellent.
  • Selbst mit meinen anspruchsvollen Audeze LCD‑X (Planar-Magnetic, 20 Ohm) schlägt sich der K5 erstaunlich gut. Zwar kommt er nicht ganz an die Kontrolle und den Punch eines dedizierten High-End-Verstärkers heran, liefert aber eine Performance, die weit über dem Preispunkt liegt.

Douk Audio K5 vs. High-End-DACs

Natürlich kann der Douk Audio K5 nicht mit High-End-DACs für 500€ oder mehr mithalten – aber er kommt erstaunlich nah. Die Unterschiede liegen weniger in der grundsätzlichen Klangqualität als vielmehr in den letzten 10–15% audiophiler Perfektion: Die absolute Raumabbildung, die letzte Nuance der Detailauflösung und die ultimative Kontrolle im Bassbereich. Für 90% der Hörer und 95% der Musik wird der K5 absolut ausreichend sein.

Praktischer Einsatz: Mehr als nur ein Kopfhörerverstärker

Der Douk Audio K5 ist ein wahres Multitalent. In meinen Tests habe ich ihn in verschiedenen Szenarien eingesetzt:

Als Desktop-DAC/Amp

An meinem PC-Arbeitsplatz hat sich der Douk Audio K5 als idealer Begleiter erwiesen. Per USB angeschlossen, liefert er einen deutlichen Klangupgrade gegenüber dem integrierten Mainboard-Sound. Die beiden Kopfhöreranschlüsse ermöglichen schnelles Wechseln zwischen meinen Arbeitskopfhörern und dem Gaming-Headset.

Als Vorverstärker im Stereo-Setup

Dank der RCA-Ausgänge konnte ich den K5 problemlos in meine Stereo-Kette integrieren. Die Klangqualität der Wandlung ist tadellos, und die Tone-Controls bieten eine willkommene Möglichkeit zur Feinabstimmung, ohne auf einen separaten Equalizer zurückgreifen zu müssen.

Als Smartphone-Upgrade

Mit einem USB-C-auf-USB-C-Kabel verwandelt der K5 jedes Smartphone in eine mobile Hi-Fi-Station. Bei Android-Geräten funktioniert das plug-and-play, bei Apple-Geräten wird ein zusätzlicher Adapter benötigt. Die Klangverbesserung gegenüber dem integrierten DAC des Smartphones ist sofort erkennbar – detailreicher, dynamischer und mit deutlich mehr Kontrolle in allen Frequenzbereichen.

Die technischen Details für Nerds

Für alle, die es genau wissen wollen, hier die wichtigsten technischen Daten des Douk Audio K5:

DAC und Signalverarbeitung:

  • DAC-Chip: ES9038Q2M
  • DSP/USB-Interface: SA9312
  • Operationsverstärker: OPA1678
  • Kopfhörerverstärker: SGM8262

Audio-Performance:

  • THD+N: < 0,0008% @ 32Ω
  • Signal-Rausch-Verhältnis: > 121dB @ 32Ω
  • Frequenzgang: 20–40kHz (±0,3dB)
  • Kanalübersprechen: < ‑65dB @ 32Ω
  • Grundrauschen: < 3μV

Leistung:

  • 6,35mm-Ausgang: 560mW @ 32Ω (High Gain, THD+N < 1%)
  • 3,5mm-Ausgang: 370mW @ 32Ω (High Gain, THD+N < 1%)
  • Max. Ausgangsspannung: 4,25Vrms (6,35mm) / 3,45Vrms (3,5mm) @ 32 Ohm

Sonstiges:

  • Stromversorgung: DC 5V (≥2A) über DC-Buchse oder USB‑C
  • Abmessungen: 95×92×50mm
  • Gewicht: 228g

Fazit: Der Little-Big-Player unter den Budget-DACs

Der Douk Audio K5 ist ein echter Geheimtipp – ein Mini-DAC/Amp, der weit über seine Preisklasse hinaus performt. Er kombiniert hervorragende Technik, durchdachte Features und einen Klang, der audiophile Herzen höher schlagen lässt, in einem kompakten, erschwinglichen Paket.

Was mich am meisten überrascht hat: Die Vielseitigkeit dieses kleinen Kraftpakets. Egal ob als Desktop-DAC, als Upgrade für dein Smartphone oder als Teil eines größeren Audio-Setups – der Douk Audio K5 liefert durchweg eine Performance, die seinen Preis mehrfach rechtfertigt.

Natürlich hat auch er seine Grenzen. Er wird keinen High-End-DAC/Amp für 500€ oder mehr ersetzen, und absolutistische Audiophilen werden sicher die eine oder andere Nuance vermissen. Aber für alle, die nach einem bezahlbaren Einstieg in die Welt des hochwertigen Audios suchen oder einen vielseitigen Zweit-DAC/Amp für verschiedene Einsatzzwecke benötigen, ist der Douk Audio K5 eine absolut empfehlenswerte Wahl.

In einer Welt, in der High-End-Audio oft unzugänglich teuer ist, ist der Douk Audio K5 ein erfrischender Beweis dafür, dass großartiger Klang nicht immer ein großes Budget erfordert. Ein echter Audio-Underdog, der die High-End-Liga zum Schwitzen bringt.

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Aiyima A80 — Budget-Kraftpaket mit Tuning-Potential https://www.hifigeek.de/aiyima-a80-budget-kraftpaket-mit-tuning-potential/ https://www.hifigeek.de/aiyima-a80-budget-kraftpaket-mit-tuning-potential/#respond Wed, 14 May 2025 11:46:33 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8854 Wenn Look und Sound sich duellieren

Der Aiyima A80 ist ein kompakter Class‑D Vollverstärker mit integriertem DAC, der optisch beeindruckt und klanglich solide abliefert – aber kann er mehr als nur gut aussehen? Ein Testbericht über Halo-Effekte, versteckte Potenziale und die Frage, ob man einem Budget-Verstärker eine Persönlichkeitstransplantation verpassen kann.

Einleitung: Der Halo-Effekt und auditive Selbsttäuschung

Kennt ihr den Halo-Effekt? Das ist dieses fiese psychologische Phänomen, bei dem wir automatisch annehmen, dass attraktive Menschen auch schlauer, talentierter und kompetenter sind. Klingt unfair, ist aber Realität – und bei Audio-Gear funktioniert’s genauso. Zeig mir zwei technisch identische Verstärker, wobei einer aussieht wie ein High-End-Gerät und der andere wie ein 90er-Jahre-Relikt, und ich sage dir, welcher “besser klingt”. Zumindest vorübergehend, denn unser Gehör lässt sich leicht täuschen.

Als der Aiyima A80 bei mir ankam, war mein erster Gedanke: “Wow, der macht optisch echt was her!” Ein schickes Display, eine cleane Front, ein massiver Drehregler – da kriegen Gadget-Liebhaber feuchte Augen. Aber Moment mal, wir sind hier nicht auf Instagram – bei Audio-Equipment zählt am Ende der Sound. Oder etwa doch nicht? Lasst mich euch durch diesen Test führen, denn beim Aiyima A80 ist nicht alles so eindeutig, wie es scheint.

Reviews in Bild und Ton

Wir haben mittlerweile auch einen eigenen Youtube-Channel. Hier versuche ich regelmäßig für euch Reviews mit bewegtem Bild bereit zu stellen und mehr mit euch in Kontakt zu treten. Schaut doch einfach mal vorbei und aboniert den Kanal. Danke!

Technische Daten, Features und Preis: Auf dem Papier ein Knaller

Der Aiyima A80 ist ein Class-D-Verstärker für rund 200 Euro und bietet für diesen Preis eine beeindruckende Feature-Liste. Mit einer maximalen Ausgangsleistung von 300 Watt pro Kanal an 4 Ohm (realistisch sind es eher 200 Watt kontinuierlich) bringt er ordentlich Power mit. Im Inneren werkelt der TPA3255-Verstärkerchip – der gleiche, der auch im Vorgänger Aiyima A70 verbaut war. Auch die PFFB-Technologie (Post-Filter Feedback Loop) und die NE5532-Operationsverstärker kennen wir bereits vom A70.

Was den Aiyima A80 vom Vorgänger unterscheidet, ist vor allem der integrierte ES9038Q2M DAC-Chip, der hochauflösende Audiodaten verarbeiten kann – bis zu 32-Bit/384 kHz über USB und sogar DSD512. An Anschlüssen mangelt es nicht: USB‑C, optisch, koaxial, symmetrische und unsymmetrische Analogeingänge sowie ein Subwoofer-Ausgang. Dazu kommt Bluetooth 5.1 mit aptX HD (leider kein LDAC) – praktisch für alle, die auch mal schnell vom Smartphone Musik streamen wollen.

Das Gerät hat eine THD (Klirrfaktor) von nur 0,006% und ein Signal-Rausch-Verhältnis von 109 dB – auf dem Papier beeindruckende Werte für diese Preisklasse. Für die volle Power sollte man allerdings das separat erhältliche 48V-Netzteil dazukaufen, das etwa 20 Euro extra kostet. Mit dem normalen Netzteil funktioniert der Aiyima A80 zwar auch, kann aber nicht sein volles Potenzial entfalten.

Design und Verarbeitung: Kleines Kraftpaket mit Wow-Faktor

Optisch macht der Aiyima A80 einiges her. Das kompakte Aluminiumgehäuse (etwa so groß wie zwei dicke Taschenbücher nebeneinander) wirkt hochwertig und solide verarbeitet. Die Front wird vom großen Farbdisplay dominiert, das je nach Einstellung ein oder zwei VU-Meter oder einen Spektrumanalysator anzeigen kann – ein echter Hingucker auf dem Schreibtisch. Der große Metall-Drehregler fühlt sich wertig an und lässt sich präzise bedienen.

Die Rückseite bietet alle wichtigen Anschlüsse, gut beschriftet und logisch angeordnet. Auch die mitgelieferte Fernbedienung ist funktional, wenn auch nicht gerade ein Beispiel für Premium-Design. Insgesamt wirkt der A80 deutlich wertiger, als sein Preis vermuten lässt – hier haben die Ingenieure ganze Arbeit geleistet.

Besonders cool sind die Visualisierungsoptionen: Ob klassische VU-Meter oder Spektrumanalysator – das Display macht immer eine gute Figur und lässt sich in der Helligkeit anpassen. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich mehr auf die tanzenden Anzeigen starre als auf meine Lautsprecher. Guilty pleasure für jeden Technik-Nerd!

Bedienung und Features: Intuitiv und durchdacht

Die Bedienung des Aiyima A80 erfolgt hauptsächlich über den zentralen Drehregler: Drehen ändert die Lautstärke, kurzes Drücken öffnet das Menü, weiteres Drehen wechselt zwischen den Optionen, erneutes Drücken bestätigt die Auswahl. Einfacher geht’s kaum, und nach wenigen Minuten hat man den Dreh raus (Wortspiel beabsichtigt).

Im Menü finden sich alle wichtigen Einstellungen: Eingangswahl, Display-Optionen sowie Bass- und Höhenregler. Letztere sind besonders praktisch, um den Klang an den eigenen Geschmack oder an schwierige Raumakustik anzupassen. Die elektronische Lautstärkeregelung arbeitet präzise und ohne hörbare Stufen – selbst bei niedrigen Pegeln.

Eine clevere Funktion ist der Auto-Standby-Modus: Erkennt der Aiyima A80 einige Zeit kein Signal, schaltet er sich in den Energiesparmodus und wacht automatisch wieder auf, sobald Musik anliegt. Alternativ kann man auch den 12V-Trigger nutzen, um den Verstärker zusammen mit anderen Komponenten zu steuern. Smart gelöst!

Klangeigenschaften: Solide Basis mit Charakternuancen

Jetzt zum Entscheidenden: Wie klingt der Aiyima A80? Nach ausgiebigem Hören mit verschiedenen Musikstilen und Lautsprechern würde ich den Klang als warm, ausgewogen und angenehm beschreiben, aber nicht als herausragend. Der Aiyima A80 liefert einen soliden, kräftigen Sound mit straffen Bässen, klaren Mitten und seidigen Höhen. Für seine Preisklasse macht er vieles richtig, ohne dabei in irgendeinem Bereich zu glänzen.

Im direkten Vergleich zum Vorgänger Aiyima A70 fällt auf, dass der A80 weicher und weniger detailreich klingt. Beim Hören von Portrait of a Headless Man (Live) waren die Streicher durch den A80 weniger texturreich, die Bühnenabbildung etwas diffuser und weniger fokussiert. Als der Song an Intensität zunahm, konnte der Aiyima A80 nicht die gleiche Energie und Attacke liefern wie der Aiyima A70 – der dramatische Effekt ging teilweise verloren.

Bei etwas aggressiverer Musik zeigen sich die Unterschiede ebenfalls: “Everything is quiet now” klang über den Aiyima A70 knackiger und klarer. Allerdings kann diese Charakteristik des Aiyima A70 bei hellen Aufnahmen oder längeren Hörsessions auch ermüdend wirken. Der sanftere Charakter des Aiyima A80 ist in solchen Situationen von Vorteil – er klingt nie aggressiv oder aufdringlich.

Die Leistungsreserven des Aiyima A80 sind für normale Wohnzimmer oder Desktopsetups mehr als ausreichend. Selbst anspruchsvollere Lautsprecher wie meine B&W‑Standboxen trieb er zu ordentlichen Pegeln, ohne zu verzerren oder dünn zu klingen. Die Class-D-Architektur sorgt zudem für minimale Wärmeentwicklung – praktisch bei beengten Platzverhältnissen.

Op-Amp-Tuning: Die Persönlichkeitstransplantation

Hier wird’s spannend: Anders als bei Menschen kann man dem A80 tatsächlich eine “Persönlichkeitstransplantation” verpassen. Die verbauten NE5532-Operationsverstärker sind solide Standardkost, aber weit entfernt vom Optimum. Mit etwas Schraubergeschick lassen sie sich austauschen – mit teils dramatischen Klangverbesserungen.

Der Eingriff ist überraschend einfach: Vier Schrauben an der Rückseite und zwei an der Unterseite lösen, dann die Platine vorsichtig herausziehen (Achtung beim Flachbandkabel zum Display!). Auf der Platine findet man ein Paar NE5532-Op-Amps, die für die Signalverarbeitung zuständig sind.

In Tests mit hochwertigen Burson Audio V7 Vivid Op-Amps (ca. 169 Dollar) verbesserte sich der Klang signifikant: größere Bühne, präzisere Abbildung, klarere Trennung der Instrumente und insgesamt höhere Auflösung. Plötzlich spielte der Aiyima A80 in einer ganz anderen Liga! Genauso ergeht es ihm, wenn man Sparkos Dual Op Amps SS3602 einbaut. Wer vor der Investition zurückschreckt (immerhin fast so teuer wie der Verstärker selbst), kann auch günstigere Alternativen wie OPA828 oder OPA627 probieren, die ebenfalls deutliche Verbesserungen bringen sollten.

Beim Einbau größerer diskreter Op-Amps ist etwas Vorsicht geboten: Sie können gegen benachbarte Kondensatoren drücken und den Gehäusedeckel berühren. Mit etwas Fingerspitzengefühl funktioniert es aber problemlos, und der leichte Kontakt zum Gehäuse unterstützt sogar die Kühlung. Leider konnten wir unsere Sparkos Super Dual SS2590 nicht einbauen, da der Platz einfach nicht ausreicht. Wir ordern demnächst mal Dip 8 Verlängerungen. Mal sehen.

Vergleich und Einordnung: Was bekommt man für sein Geld?

Im Vergleich zu anderen Geräten in dieser Preisklasse positioniert sich der Aiyima A80 als vielseitige Komplettlösung mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Kombination aus kraftvollem Verstärker, hochwertigem DAC und zahlreichen Anschlussmöglichkeiten findet man selten für unter 250 Euro.

Der direkte Vorgänger Aiyima A70 klingt detaillierter und dynamischer, bietet aber weniger Features und kein modernes Display. Geräte wie der Fosi Audio V3 Mono könnten klanglich überlegen sein, sind aber nicht so vielseitig ausgestattet. Der WiiM Amp wäre ein interessanter Vergleichskandidat mit ähnlichem Funktionsumfang.

Was den Aiyima A80 auszeichnet, ist die Kombination aus attraktivem Design, einfacher Bedienbarkeit und solider Klangqualität – plus dem Potenzial für Upgrades. Für Desktop-Setups oder kleinere Wohnzimmer, wo Platz begrenzt ist, bietet er eine kompakte All-in-One-Lösung ohne den typischen “Mini-Anlagen-Sound”.

Fazit: Für wen lohnt sich der Aiyima A80?

Nach ausgiebigem Testen bin ich zum Schluss gekommen: Der Aiyima A80 ist ein beeindruckendes Gesamtpaket, das vor allem durch seine Vielseitigkeit und sein Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt. Er ist nicht der klangliche Überflieger seiner Preisklasse, bietet aber eine solide Basis mit Tuning-Potenzial.

Besonders empfehlenswert ist er für:

  • Desktop-Setups oder kleine Wohnräume mit begrenztem Platz
  • Hörer mit helleren Lautsprechern oder Vorliebe für längere Sessions
  • Technik-Fans, die alle gängigen Anschlussoptionen benötigen
  • Bastler, die das Potenzial durch Op-Amp-Tausch ausreizen möchten

Weniger geeignet ist er für:

  • Absolute Klangpuristen, die den letzten Funken Detail heraushören wollen
  • Hörer mit bereits warmen, entspannten Systemen, die mehr Klarheit brauchen
  • Klassik-Fans, die maximale Instrumentenseparation und Dynamik suchen

Der Aiyima A80 beweist, dass der Halo-Effekt nicht alles ist: Er sieht fantastisch aus und klingt gut, aber nicht so gut, wie sein Aussehen vermuten ließe. Dafür bietet er ein enormes Upgrade-Potenzial durch den Op-Amp-Tausch – sozusagen ein audiophiles Tuning für Budget-Hörer.

Für rund 200 Euro (plus eventuell 20 Euro für das stärkere Netzteil) bekommt man einen äußerst vielseitigen Verstärker, der in praktisch jedes Setup passt und leicht mitwachsen kann. Die vergleichsweise einfache Möglichkeit, den Klang durch Op-Amp-Tausch zu verbessern, macht den A80 zu einer zukunftssicheren Investition, die lange Freude bereiten kann.

Wenn man bedenkt, wie wenige Kompromisse man bei diesem Preis eingehen muss, ist der Aiyima A80 ein echter Geheimtipp für preisbewusste Audiophile und ein würdiger Neuzugang in der wachsenden Welt erschwinglicher High-Performance-Audio-Geräte

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IOTAVX AVX 17 – Purismus, Power und Präzision fürs Heimkino https://www.hifigeek.de/iotavx-avx-17-purismus-power-und-praezision-fuers-heimkino/ https://www.hifigeek.de/iotavx-avx-17-purismus-power-und-praezision-fuers-heimkino/#respond Thu, 17 Apr 2025 12:52:32 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8757 Die IOTAVX AVX 17 AV-Vorstufe war für mehrere Monate unser audiophiler Mitbewohner. Genau genommen hatten wir das komplette IOTAVX AVX17 + 2x AVXP1 (hier gehts zu unserem Test) Paket im Test, aber ich entschied mich, die Geräte separat zu betrachten. Was diese Vorstufe von der Masse abhebt? Ein konsequenter Fokus auf Hardware-Exzellenz statt Software-Magie – und ob das wirklich funktioniert, erfahrt ihr in diesem ungeschönten Test.

Transparenz first

Der IOTAVX AVX 17 wurde uns kostenlos vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Klingt nach Beeinflussung? Keine Sorge – wie immer bleiben wir kompromisslos ehrlich und neutral. Bei uns gibt’s keine PR-Floskeln, sondern die nackte Wahrheit – egal ob ein Produkt glänzt oder spektakulär versagt.

Die Grundidee: Hardware first, Software second

IOTAVX verfolgt mit der IOTAVX AVX 17 einen völlig anderen Ansatz als Mainstream-Hersteller wie Denon und Marantz oder High-End-Marken wie StormAudio und Trinnov. Statt Kunden mit automatischen Einmesssystemen und komplexen Raumkorrekturen zu beeindrucken, konzentrieren sie sich auf erstklassige Hardware und geben euch mächtige manuelle Werkzeuge an die Hand.

Die Philosophie dahinter ist simpel: Hochentwickelte Algorithmen wie Audyssey, Dirac Live oder Trinnovs proprietäre Lösungen verschlingen Entwicklungsbudgets – und diese Kosten landen zwangsläufig bei uns als Endkunden. IOTAVX hat stattdessen entschieden, das Budget in exzellente Hardware zu stecken und bei der Software auf das Wesentliche zu reduzieren, ohne auf wichtige Codecs wie Dolby Atmos und DTS:X zu verzichten.

Ihr bekommt zwar kein vollautomatisches Audio-Wunderwerk, dafür aber leistungsstarke manuelle Werkzeuge für Audio-Enthusiasten. Etwas Bastelarbeit ist also gefragt – aber für Audiophile und Heimkino-Fans, die wissen wollen, was in ihrem Setup wirklich steckt, ist genau das ein Grund zum Feiern!

Lieferumfang und technische Daten: Vollausstattung ohne Schnörkel

Zum Lieferumfang gibt’s nicht viel zu sagen: Netzkabel, Fernbedienung, Einmessmikro, 4x Trigger-Kabel, das Gerät selbst und eine Anleitung – mehr braucht’s auch nicht. Das eigentliche Highlight ist die innere Ausstattung: Die IOTAVX AVX 17 bietet satte 17 Kanäle, aufgeteilt in 13.4, womit Setups bis zu 7.4.6 möglich sind. Alle wichtigen Formate wie Dolby Atmos und DTS:X werden unterstützt – hier gibt’s keine Kompromisse.

Die Anschlussvielfalt ist beeindruckend:

  • 17 Cinch-Ausgänge
  • 17 XLR-Ausgänge (für maximale Signalqualität)
  • 3 analoge Cinch-Eingänge (ideal für Plattenspieler, Streamer oder CD-Player)
  • 2 koaxiale und 2 optische Digitaleingänge
  • 6 HDMI 2.0b Eingänge und 2 HDMI 2.0b Ausgänge (mit HDCP 2.2, 4K, HDR10 und Dolby Vision)
  • Bluetooth 5.0 mit aptX-HD

Die zwei HDMI-Ausgänge sind besonders praktisch, wenn ihr beispielsweise TV und Beamer parallel betreiben wollt. Der erste HDMI-Ausgang unterstützt zudem ARC, um den Sound vom TV zurück an die AV-Vorstufe zu leiten.

Verarbeitung und Software: Wo Licht ist, gibt’s auch Schatten

Die Verarbeitungsqualität der IOTAVX AVX 17 ist absolut high-end. Das massive Metallgehäuse, die hochwertigen Anschlüsse und das informative Frontdisplay schreien förmlich “Ich bin ein audiophiles Kraftpaket!” Hier gibt’s nichts zu meckern – IOTAVX unterstreicht ihren Anspruch, kompromisslose Qualität zu liefern.

Die Software hingegen ist… sagen wir mal… funktional statt sexy. Hier gibt’s keine hochglanzpolierte Benutzeroberfläche, sondern eine zweckmäßige, teils pixelige Darstellung. Ehrlich gesagt: Wer braucht Schnickschnack, wenn die Funktionalität stimmt?

Das integrierte Einmesssystem erkennt die Abstände der Lautsprecher zur Hörposition erstaunlich präzise und erleichtert die Grundeinrichtung enorm. Die rudimentären DSP-Filter sind für den Anfang durchaus brauchbar – das wahre Highlight ist jedoch der extrem flexible parametrische EQ:

  • 11 Bänder für die Hauptkanäle (Links, Rechts, Center)
  • 7 Bänder für weitere Kanäle (Surround, Surround-Back, Atmos)
  • 5 Bänder für jeden der vier Subwoofer-Ausgänge1

Was fehlt? Auf moderne Komfortfunktionen wie Streaming, Netzwerkanschluss, WLAN und Multiroom müsst ihr verzichten. Die IOTAVX AVX 17 unterstützt allerdings eine zweite Zone für Musik in einem anderen Raum. Der interne DAC verarbeitet Signale bis 192kbit – völlig ausreichend für Filmgenuss und Musik. Ein Phono-Vorverstärker ist ebenfalls nicht an Bord, also plant entsprechend, wenn ihr Vinyl hören wollt.

Ersteinrichtung: Schnell, aber noch nicht perfekt

Die Ersteinrichtung geht erstaunlich flott von der Hand. Mit dem automatischen Einmesssystem erzielt man bereits akzeptable Ergebnisse – perfekt für einen ersten Höreindruck. Schon nach dieser grundlegenden Einrichtung kann man direkt mit dem Hören beginnen und bekommt einen soliden Eindruck vom Potenzial des Systems.

Nach den ersten Filmen haben wir allerdings die Lautstärken einzelner Kanäle manuell angepasst. Die Atmos-Kanäle waren für unseren Geschmack etwas zu zurückhaltend, weshalb wir sie um 1,5dB angehoben haben – genau diese Flexibilität macht die IOTAVX AVX 17 so interessant.

Einmessung mit REW: Jetzt wird’s richtig geil!

Wer das volle Potenzial der IOTAVX AVX 17 ausschöpfen will, sollte sich mit der Software Room EQ Wizard (REW) vertraut machen und ein kalibriertes Messmikrofon besorgen. Wir haben ein miniDSP UMIK1 verwendet, die Kalibrierungsdaten in REW importiert und dann jeden Kanal einzeln vermessen.

Zugegeben: Bei so vielen Kanälen ist das ein ordentliches Stück Arbeit – ähnlich wie wenn ihr eure erste Platte auf Vinyl hört und realisiert, dass ihr jetzt ein ganzes Kaninchenloch an audiophilen Möglichkeiten entdeckt habt. Nach den Messungen haben wir die Parameter berechnet – REW macht das zum Glück recht einfach – und dann manuell über die Fernbedienung in die IOTAVX AVX 17 eingegeben.

Klingt mühsam? Ist es auch! Aber das Ergebnis ist absolut beeindruckend. Wir haben natürlich auch ein paar Feinheiten nach unserem persönlichen Geschmack angepasst, besonders im Bassbereich – mehr Druck für die brutalen Breakdowns bei unseren Metal-Sessions. Genau diese Möglichkeit, selbst Hand anzulegen und zu experimentieren, macht unglaublich viel Spaß!

Bedienung: Zweckmäßig, aber nicht sexy

Die Software ist nicht gerade ein Augenschmaus, aber die Einstellmöglichkeiten sind umfangreich. Nach der Ersteinrichtung hat man im Alltag jedoch weitgehend seine Ruhe und kann den IOTAVX AVX 17 problemlos nutzen.

Die alltägliche Bedienung ist erfreulich unkompliziert. Dank CEC lässt sich die Vorstufe in den meisten Fällen bequem über den Fernseher steuern – hier gab es in unseren Tests keinerlei Probleme. Die Funktionen sind intuitiv erreichbar, und nach einer kurzen Eingewöhnungszeit greift man blind zur richtigen Taste.

Klang: Das Herzstück der IOTAVX AVX 17

Kommen wir zum Entscheidenden: Wie klingt dieses Beast? Die AVX 17 spielt erfreulich neutral und ausgewogen, ohne einen bestimmten “Einschlag” wie ihn beispielsweise Denon-Geräte haben. Sie offenbart die Aufnahme in ihrer reinsten Form, ohne eigene Färbung hinzuzufügen.

Gerade im Bassbereich kann sie dank der flexiblen EQ-Einstellungen direkt zupacken – wir haben hier ordentlich an den Reglern gedreht, um zu sehen, was möglich ist, und waren absolut begeistert. Bass-Drops, wie sie bei modernem Metal zum Standard gehören, kommen mit einer Präzision und Kraft, die man sonst nur von deutlich teureren Systemen kennt.

Wie bereits erwähnt, empfanden wir die werkseitige Einpeglung der Atmos-Lautsprecher als etwas zu zurückhaltend und haben hier nachgeholfen. Leider kann man nicht einzelne Kanäle isoliert testen, wie es bei manchen Konkurrenzprodukten möglich ist – das wäre für analytisches Hören hilfreich, ist für den Normalanwender aber kein Dealbreaker.

Surround und 3D-Sound: Kinoreife Performance

Die IOTAVX AVX 17 erzeugt eine beeindruckend homogene Surround-Atmosphäre mit hervorragender räumlicher Abbildung. Die Kanaltrennung ist präzise, ohne ungewollte Überblendungen. Was mir besonders gefällt: Die Vorstufe spielt ungeschönt und offenbart dadurch auch Schwächen in der Abmischung – ein Zeichen für ihre natürliche Wiedergabe.

Bei der 3D-Sound-Wiedergabe überzeugt die IOTAVX AVX 17 durch Präzision und Homogenität. Die Deckenlautsprecher werden exakt angesteuert und in ein stimmiges Gesamtbild integriert. Das einzige “Problem”: Die meisten Film-Tonspuren schöpfen die Möglichkeiten der Hardware noch nicht voll aus. Hier sind eher die Filmstudios gefordert, bessere Atmos-Mischungen zu liefern.

Vinyl: Auch analog macht der AVX 17 eine gute Figur

Wir haben unseren Plattenspieler mit einer Graham Slee GramAmp 2 SE Phono-Vorstufe an die IOTAVX AVX 17 angeschlossen. Natürlich wandelt die Vorstufe das analoge Signal zunächst in ein digitales um – anders wären DSP und Lautstärkeregelung nicht möglich. Dennoch ist der Klangunterschied zur komplett analogen Kette erstaunlich gering.

Der große Vorteil: Unsere auf den Raum optimierten EQs gleichen vorhandene akustische Schwächen perfekt aus. Hier zeigt sich wieder die Stärke des IOTAVX-Ansatzes: Lieber eine exzellente Hardware-Basis mit manuellen Anpassungsmöglichkeiten als Automatik-Features, die am Ende nicht das Optimum herausholen.

DAC/Streamer: Neutral wie ein Schweizer Notar

Da die IOTAVX AVX 17 selbst keine Streaming-Funktionen bietet, haben wir diverse externe Streamer und DACs angeschlossen (WiiM, Eversolo, Burson, Shanling etc.). Auch hier bestätigt sich die neutrale Arbeitsweise der Vorstufe: Obwohl sie intern die Signale digital wandelt, setzt sie keine eigene klangliche Note drauf. Die charakteristischen Unterschiede zwischen den verschiedenen Quellgeräten bleiben erhalten.

Gaming: Solide Performance mit kleinem Wermutstropfen

Natürlich haben wir auch mit der IOTAVX AVX 17 gezockt – sowohl am PC als auch an diversen Konsolen. Die Performance ist durchweg überzeugend, mit einem kleinen Wermutstropfen: Aufgrund des HDMI 2.0b Standards sind keine 120Hz-Signale möglich. Wenn euch das wichtig ist, solltet ihr die entsprechenden Quellgeräte direkt an den Fernseher anschließen und den Ton via ARC zur IOTAVX AVX 17 leiten.

Ist die IOTAVX AVX 17 eine echte Alternative zu anderen Herstellern?

Die IOTAVX AVX 17 ist definitiv ein eigensinniges Produkt, das sich mehr an Enthusiasten als an Einsteiger richtet. Dennoch könnte sie ein idealer Einstieg in die High-End-Welt sein – wie das erste Death-Metal-Album, das euch die Tür zu einer völlig neuen Klangwelt öffnet. Anfangs vielleicht einschüchternd, aber mit wachsender Erfahrung immer faszinierender.

Im Vergleich zur Konkurrenz steht die IOTAVX AVX 17 hervorragend da:

  • Denon bietet keine reinen Vorstufen an. Der AVR-X6800H für ca. 2400€ kommt mit 11 Endstufen und der Möglichkeit, über eine separate Stereoendstufe auf 13 Kanäle zu erweitern. Hier bekommt man zwar Streaming-Funktionen via HEOS dazu, aber qualitativ kann diese All-in-One-Lösung mit einem IOTAVX AVX 17 + AVXP1 Paket nicht mithalten.
  • Marantz hat zwar eine dedizierte AV-Vorstufe im Programm, diese kostet jedoch stolze 7000€. Bei IOTAVX bekommt ihr ein komplettes Set mit zwei IOTAVX AVXP1 Endstufen für ca. 4200€.
  • Der Denon AVC-A10H rangiert bei 4600€ und dürfte kaum den Dynamikumfang des IOTAVX-Sets erreichen.

Erst deutlich teurere Geräte von StormAudio oder Trinnov bieten ähnliche PEQ-Funktionen plus zusätzliche Features wie Bass-Management oder Active-Room-Treatment – allerdings zum 3- bis 5‑fachen Preis. Hier ist IOTAVX wie ein aufstrebendes Underground-Label, das die großen Plattenkonzerne in Sachen Preis-Leistung alt aussehen lässt.

“Aber Streaming ist mir wichtig!” – Die Lösung

Mit dem gesparten Budget könnt ihr locker in einen hochwertigen externen Streamer investieren. Empfehlenswert sind der WiiM Pro Plus oder WiiM Ultra für den kleineren Geldbeutel, oder der Eversolo DMP-A6 (Master Edition) als anspruchsvollere Lösung. Wir haben alle diese Geräte bereits mit der IOTAVX AVX 17 getestet – sie harmonieren hervorragend!

“Aber 8K ist doch die Zukunft?” – Nein, ist es nicht

Ehrlich gesagt: aktuell braucht kein Mensch 8K. Die meisten Hersteller nehmen ihre 8K-Geräte bereits wieder aus dem Sortiment, weil der Markt schlicht nicht da ist. Selbst 4K hat es noch nicht überall geschafft, und im Heimbereich wird 8K entweder noch Jahre brauchen oder sich gar nicht durchsetzen.

Bei typischen Betrachtungsabständen und Bildschirmgrößen im Heimkino ist der Unterschied zwischen 4K und 8K kaum wahrnehmbar – ähnlich wie der Unterschied zwischen einem gut gemasterten MP3 und einer High-Res-Datei auf einem Durchschnitts-System. (Denkt dran der AVX 17 ist nicht durchschnitt und hier bekommt ihr die Unterschiede direkt auf dem Präsentierteller)

Auch im Gaming-Bereich kämpfen aktuelle Grafikkarten noch damit, stabile Frameraten bei 4K mit allen Details und Raytracing zu liefern. Selbst Sony hat das 8K-Logo von der PlayStation 5 entfernt, da sie nicht an die kurzfristige Marktrelevanz glauben.

Fazit: Audiophiler Purismus für Enthusiasten

Die IOTAVX AVX 17 ist ein Gerät mit klarem Fokus: kompromisslose Klangqualität ohne überflüssigen Schnickschnack. Sie richtet sich an Audio-Enthusiasten, die bereit sind, sich mit der Materie auseinanderzusetzen und das letzte Quäntchen Performance aus ihrem Heimkino-Setup herauszukitzeln – vergleichbar mit dem Unterschied zwischen einem normalen Fan und einem echten Metalhead, der jede Note seines Lieblingsalbums kennt.

Mit ihrer erstklassigen Verarbeitung, den umfangreichen Anschlussmöglichkeiten und dem neutralen, detailreichen Klangbild überzeugt die IOTAVX AVX 17 auf ganzer Linie. Besonders beeindruckend ist der flexible parametrische EQ, der eine präzise Anpassung an den eigenen Raum und Geschmack ermöglicht.

Die Vorstufe ist kein Plug-and-Play-Gerät für Einsteiger, sondern eine audiophile Sandbox für Tüftler und Klangperfektionisten. Wer bereit ist, Zeit und Mühe in die Einrichtung zu investieren, wird mit einem Klangerlebnis belohnt, das deutlich teurere Geräte in den Schatten stellt.

Im Zusammenspiel mit den passenden IOTAVX AVXP1 Endstufen entsteht ein Heimkino-Setup, das in Sachen Preis-Leistung seinesgleichen sucht. Für Metal-Fans, Horrorfans und Filmliebhaber, die Wert auf ungefärbte, kraftvolle Wiedergabe legen, ist das IOTAVX-System eine echte Offenbarung – wie der erste Besuch auf einem Konzert in der ersten Reihe, wenn die Basswellen direkt durch den Körper gehen.

* Die Wertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.

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Audeze LCD‑X im Hardcore-Test: Wenn Sound auf Komfort trifft https://www.hifigeek.de/audeze-lcd-x-im-hardcore-test-wenn-sound-auf-komfort-trifft/ https://www.hifigeek.de/audeze-lcd-x-im-hardcore-test-wenn-sound-auf-komfort-trifft/#respond Wed, 09 Apr 2025 20:40:04 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8704 Der Audeze LCD‑X ist ein Premium-Kopfhörer, der sowohl für Musikproduktion als auch für intensives Gaming und Musikgenuss konzipiert wurde. Nach fünf Wochen intensiver Nutzung teile ich meine ungeschönte Meinung zu diesem Audio-Kraftpaket – und verrate, ob sich die Investition für euch lohnen könnte.

Transparenz: Dieses Testmuster wurde mir vom deutschen Audeze-Vertrieb kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Kooperation hat keinen Einfluss auf meine Bewertung — das war vor dem Test so vereinbart, und ihr könnt davon ausgehen, dass ich auch hier keine Gefangenen mache.

Mein Testsetup

In meinem fünfwöchigen Test — mit über 300 Stunden Tragedauer — habe ich den Audeze LCD‑X durch die audiophile Hölle geschickt und systematisch mit verschiedenen Setups kombiniert:

  • ifi HipDac
  • Fosi Audio K7 (zum Review)
  • Fosi Audio K7 + Lehmann Audio Linear (zum Review) und Linear II
  • Fosi ZD3 + Lehmann Audio Linear und Linear II
  • Burson Audio Playmate 3 Deluxe (zum Review)
  • Burson Audio Playmate 3 Deluxe + Lehmann Audio Linear und Linear II

Das war kein zufälliges Durchprobieren, sondern ein gezielter Benchmark: Bei mehreren Geräten mit integriertem Kopfhörerverstärker konnte ich diesen direkt gegen die separaten Lehmann-Amps messen. So lässt sich sauber herausarbeiten, wie viel der Kopfhörer selbst beiträgt — und wo die Kette anfängt, einen Unterschied zu machen.

Unboxing & Lieferumfang: Flexen mit dem Travel Case

Der Audeze LCD‑X kommt in einem massiven schwarzen Travel Case — kein Pappkarton, kein Schaumstoffwürfel, sondern ein veritabler Koffer mit Scharnieren und Verschlüssen, mit dem ihr bei euren Audio-Buddies garantiert einen bleibenden Eindruck hinterlasst. Im Inneren findet ihr neben dem Kopfhörer selbst:

  • Ein geflochtenes, vieradriges XLR zu 2x mini-XLR Kabel (verknotungsfrei und spürbar hochwertig)
  • XLR zu 6,35mm Adapter
  • 6,35mm auf 3,5mm Adapter (unsymmetrisch)

Während viele Hersteller bei den mitgelieferten Kabeln sparen als wäre es eine olympische Disziplin, liefert Audeze hier solide Qualität ab. Das Kabel ist nicht das geschmeidigste, das ich je in den Händen hatte — es hat einen gewissen Eigenwillen — aber im Vergleich zu vielen Konkurrenten ist es ein echtes Upgrade. Einziger Wermutstropfen: Die symmetrische Verbindung wird nur bis zum XLR-Stecker geführt. Ein 4,4mm Pentaconn-Adapter wäre für den Einsatz an modernen DAPs oder Balanced-Amps eine sinnvolle Ergänzung gewesen — die Zielgruppe dieses Kopfhörers würde ihn definitiv nutzen.

Das Travel Case ist ein schickes Extra — gerade für Audio-Profis, die ihr Equipment auf die Reise mitnehmen. Im stationären Home-Setup wird es bei mir vor allem als stilvoller Staubschutz im Regal stehen.

Die Tech dahinter: Was zur Hölle ist ein Magnetostat?

Beim Audeze LCD‑X handelt es sich um einen planaren Magnetostaten in offener Bauweise. Anders als bei klassischen dynamischen Treibern besteht der “Lautsprecher” hier aus einer hauchdünnen Folie — der Membran — auf die leitfähiges Material aufgedampft wurde. Diese ultradünne Membran schwingt gleichmäßig zwischen Dauermagneten und erzeugt so den Schall. Das Ergebnis: eine deutlich größere abstrahlende Fläche als bei einem konventionellen Treiber, weniger Masse, und eine Impulsantwort, die dynamische Treiber nur schwer toppen können.

Die technischen Daten im Überblick:

  • Rechteckiger Treiber mit 106 mm Größe und mikrometerdünner Membran
  • Impedanz: 20 Ohm
  • Sensitivität: 103 dB/1mW — erstaunlich effizient für einen Magnetostaten
  • Empfohlene Leistung: mindestens 250mW
  • Frequenzgang: 10Hz — 50kHz
  • Gewicht: 612g

Magnetostaten neigen konstruktionsbedingt dazu, im tiefsten Bassbereich etwas weniger Druck zu erzeugen als konventionelle Treiber — dafür glänzen sie mit einer Präzision und Schnelligkeit in den Mitten und Höhen, die kaum zu übertreffen ist. Mit 612g ist der Audeze LCD‑X kein Leichtgewicht, aber wer schon mal einen Beyerdynamic oder Sennheiser HD 800 längere Zeit getragen hat, wird sich hier nicht beschweren.

Tragekomfort: Überraschend bequem für Marathon-Sessions

Offene Kopfhörer sind für lange Arbeitssessions gesetzt — das Luftpolster zwischen Ohr und Treiber verhindert das Hitzestau-Gefühl, das geschlossene Konstruktionen unweigerlich mitbringen. Der Audeze LCD‑X macht hier keine Ausnahme, liefert aber nochmal einen drauf. Das Kopfband wirkt auf den ersten Blick spartanisch, entpuppt sich im täglichen Betrieb aber als durchdacht konstruiert:

  • Die perforierte Lederauflage verhindert Schwitzen — großes Plus für alle, die wie ich zu Hitzköpfen zählen
  • Die Größenverstellung rastet satt und präzise ein und verstellt sich auch nach Stunden nicht von selbst
  • Die drehbar gelagerten Ohrmuscheln passen sich der individuellen Kopfform an, ohne dass man daran herumfummeln muss
  • Die dicken Lederpolster verteilen den Anpressdruck so gleichmäßig, dass Druckstellen selbst nach mehrstündigen Sessions kein Thema sind

Nach fast zehn Jahren mit Noise-Cancelling-Kopfhörern, die mich zuverlässig schwitzen ließen und dieses klaustrophobische “Aquarium-Gefühl” erzeugten, ist das offene Design des Audeze LCD‑X eine echte Befreiung. Besonders in Telekonferenzen zahlt sich das aus: Ich höre meine eigene Stimme natürlich — kein unbewusstes Schreien, kein Nuscheln, weil man sich selbst nicht richtig einordnen kann.

Die runden Ohrmuscheln sind für meine Ohren die ideale Form. Bei einigen Hifiman-Modellen mit ovalen Cups hatte ich das Problem, dass das untere Ende des Polsters auf dem Kiefer auflag und das Sprechen spürbar einschränkte. Beim Audeze LCD‑X passt alles komplett hinein, und auch die nach vorn gerichteten Kabelanschlüsse sind so positioniert, dass sie beim Bewegen zwischen zwei Monitoren nicht im Weg sind. Selbst mit Kapuzenpulli bleibt das Kabel unauffällig — für alle, die im Home Office gern zwischen Arbeits- und Chill-Modus wechseln, kein unwichtiges Detail.

Selbst mit Kapuzenpulli gibt’s keine Kabelprobleme – wichtig für alle, die wie ich im Home Office zwischen Arbeits- und Chill-Modus wechseln!

Mobil? Geht, aber…

Theoretisch lässt sich der Shanling M5 Ultra in die Jackentasche stecken und der Audeze LCD‑X damit durch die Wohnung tragen. Funktioniert erstaunlich gut — die 20 Ohm Impedanz und die hohe Sensitivität sorgen dafür, dass selbst mobile Quellen ihn ordentlich antreiben. Aber ehrlich gesagt ist der Kopfhörer einfach nicht dafür gemacht. Die Größe, das offene Design, das Kabel — alles schreit Workstation. Wer einen Kopfhörer für Bus und Bahn sucht, ist hier komplett falsch. Wer einen Kopfhörer für den Schreibtisch sucht, mit dem er täglich Stunden verbringt, ist genau richtig.

Sound: Die nackte Wahrheit über den Audeze LCD‑X

Bässe: Kontrolliert, nicht kompromisslos

Magnetostaten ticken nun mal anders als dynamische Treiber — wer einen Kopfhörer sucht, der bei jedem Drop physisch antritt und Bassheads befriedigt, greift woanders hin. Das ist keine Schwäche, das ist Designphilosophie. Der Audeze LCD‑X liefert Tiefton mit Haltung: Double-Bass-Salven in Metal-Breakdowns kommen knackig, texturiert und präzise auf den Punkt, ohne dabei zu matschen oder zu übertreiben. Wer Material mit suboptimaler Abmischung hört, wird genau das auch hören — der Bass lügt nicht.

Mitten: Wo der Audeze LCD‑X sein wahres Gesicht zeigt

Hier trennt sich der Audeze LCD‑X von der Masse — und zwar deutlich. E‑Gitarren haben Biss ohne Schärfe, E‑Bass schiebt mit Substanz, Drums klingen dreidimensional statt flach. Gesang und gesprochene Sprache sind so klar durchgezeichnet, dass man im Mix noch das Atemgeräusch des Sängers hört. In dichtem Gewusel bleibt jedes Instrument verortet, jede Transienten-Spitze kommt sauber — das ist der Stoff, aus dem Studio-Referenzmonitore gemacht sind.

Höhen: Crisp, aber nicht aggressiv

Die Höhen des Audeze LCD‑X sind einer der Bereiche, in denen die planare Technologie ihren Charakter am deutlichsten zeigt. Knackig präsent, aber nie aufdringlich oder nervig — kein Zischen bei S‑Lauten, keine künstliche Brillanz, die nach einer Stunde anfängt zu ermüden. Becken lassen sich präzise orten, Hi-Hat-Arbeit kommt mit der richtigen Textur, und auch komplexe Gitarrenarrangements mit viel Obertonstruktur bleiben differenziert, ohne zu stechen. Für lange Sessions ist das genau die Balance, die man sich wünscht.

Räumlichkeit und Bühnendarstellung: Metal-Pit statt Fernsehsessel

Die Bühne des Audeze LCD‑X ist nicht die breiteste, die ich je gehört habe — wer eine riesige Weitwinkel-Soundstage erwartet, wie sie manche offene Sennheiser-Modelle aufbauen, wird das merken. Was der Audeze LCD‑X stattdessen liefert, ist Tiefe und Einbettung: Man sitzt nicht am FOH-Pult und schaut entspannt aufs Geschehen, man steht mittendrin. Bei Cattle Decapitations “Bring Back the Plague” ist das ein Fest — die tiefen Growls kommen von unten, die fiesen höheren Vocals umhüllen von oben, und die Gitarren haben eine physische Präsenz, die man bei weniger auflösenden Kopfhörern einfach vermisst. Für mich als Metal-Fan ist das Moshpit-Feeling hundertmal befriedigender als distanzierte Bühnenbreite.

Auflösung und Details: Nichts bleibt verborgen

Hier glänzt der Audeze LCD‑X am hellsten — und hier zeigt er auch, dass er kein Schönfärber ist. Jede Feinheit wird sauber herausgearbeitet, was auch bedeutet: Fehler in Abmischungen sind nicht mehr zu überhören. Nehmt Amon Amarths “Valkyries Ride” — ihr hört nicht nur die brutal treibende Bass-Drum, sondern auch das mechanische Geräusch des Pedals darunter. Für mich ist das keine Störung, das ist Authentizität. Es ist wie ein Live-Konzert: raw, ungefiltert, echt.

Das Impulsverhalten und die Transientendarstellung sind so gut, dass ich den Audeze LCD‑X dauerhaft neben meinem Beyerdynamic DT 1990 Pro im Rotation halten würde — beide für verschiedene Hörszenarien, keiner als Ersatz für den anderen.

Der Upgrade-Pfad: Wie weit willst du gehen?

Fangen wir mit der guten Nachricht an: Der Audeze LCD‑X klingt bereits an einem soliden Einsteigeramp überzeugend. Der Fosi Audio K7 hatte zu keiner Zeit Probleme, ihn sauber anzutreiben — und das bei einem Preispunkt, der kaum wehtut. Wer den nächsten Schritt machen will, investiert zuerst in Verstärkung, nicht in den DAC. Ein potenter, sauber arbeitender Amp holt spürbar mehr aus dem Treiber heraus — Impulsverhalten und Transientendarstellung profitieren direkt davon, und genau das ist es, was den Audeze LCD‑X auf ein anderes Level hebt.

Wer ohne Umwege das Maximum will: Der Burson Audio Playmate 3 Deluxe harmoniert mit dem Audeze LCD‑X nahezu ideal. Class-A-Verstärkung, Leistungsreserven im Überfluss, und die Werks-OpAmps färben den Klang auf angenehme Weise ohne ihn zu verfärben. Wer dann noch experimentierfreudig ist, kann über OpAmp-Tausch weitere Klangcharaktere erschließen — aber das ist bereits Feintuning auf hohem Niveau, nicht Notwendigkeit.

Und für alle, die wissen wollen, wo die Reise langfristig hingeht: Der Kopfhörer kommt zuerst. Dann die Verstärkung. Den DAC kann man immer noch upgraden — aber ein mittelmäßiger Kopfhörer an einem Spitzen-DAC bleibt ein mittelmäßiger Kopfhörer.

Fazit: Audio-Nirvana für Dauernutzer

Der Audeze LCD‑X ist kein Kopfhörer, der euch mit Wow-Momenten im ersten Reinhören überwältigt. Er ist einer, der nach drei Wochen dafür sorgt, dass ihr gar nicht mehr zurückwollt. Analytisch ohne kalt zu sein, präzise ohne zu ermüden, komfortabel genug für Marathonsessions — und mit genug Tiefenschärfe, um Lieblingsalben neu zu entdecken. Für Dauernutzer, die täglich Stunden mit Kopfhörern verbringen, gibt es bei diesem Preispunkt kaum ein besseres Argument. Und ja, ich gebe ihn zurück. Aber ungern.

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Fosi Audio P4: Der preiswerte Vorverstärker, der die High-End-Liga ins Schwitzen bringt https://www.hifigeek.de/fosi-audio-p4-der-preiswerte-vorverstaerker-der-die-high-end-liga-ins-schwitzen-bringt/ https://www.hifigeek.de/fosi-audio-p4-der-preiswerte-vorverstaerker-der-die-high-end-liga-ins-schwitzen-bringt/#respond Sat, 05 Apr 2025 20:05:56 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8419 Der Fosi Audio P4 ist ein wahrer Underdog im Audioland – ein unscheinbares Kästchen für schmale 120€, das sich mit den Großen anlegt und dabei verdammt gut wegkommt. Wir haben uns den kompakten Preamp zur Brust genommen und getestet, ob er unsere audiophilen Ansprüche erfüllen kann oder ob er nur ein weiteres Budget-Gerät mit leeren Versprechungen ist.

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Nackte Fakten direkt auf den Tisch

Bevor wir in die Vollen gehen: Ja, wir haben den P4 von Fosi Audio zum Testen bekommen. Aber keine Sorge – wir sind nicht käuflich und sagen dir genau, was Sache ist. Du bekommst hier keine Marketing-Floskeln, sondern die ungefilterte Wahrheit von Leuten, die selbst schon einige Fosi-Geräte im Einsatz haben und wissen, wovon sie reden.

Für unseren Test haben wir ein ziemlich irres Setup zusammengestellt: Als Quellen dienten der Eversolo DMP-A6, der DMP-A6 Master Edition, der WiiM Ultra und ein EAT Prelude Plattenspieler mit Graham Slee Gram Amp 2 SE Phono-Vorverstärker. Als Endstufen mussten der Fosi Audio V3 Mono, der Eversolo AMP-F2, IOTAVX AVXP1 und der Transaudio D5pro ran. Für den Sound sorgten die B&W 704 und Amphion Argon 3S Lautsprecher. Für den Kopfhörertest standen die Lehmann Audio Linear und Linear II bereit, zusammen mit dem Audeze LCD‑X und Beyerdynamic DT 1990 Pro. Kurz: Wir haben alles aufgefahren, was die Bude hergibt!

Design: Unscheinbar, aber solide af

Der Fosi Audio P4 kommt im typischen Fosi-Design: Schwarzes Aluminiumgehäuse, kompakt und schlicht – definitiv kein Eye-Catcher, aber auch kein hässlicher Kasten, der sich im Rack verstecken muss. Vorne gibt’s einen großen kupferfarbenen Lautstärkeregler, einen Ein/Aus-Schalter und eine kleine blaue LED. Kein Schnickschnack, aber alles, was man braucht.

Die Verarbeitung? Für 120 Tacken erstaunlich gut! Das Teil fühlt sich nicht wie ein billiger China-Import an, sondern wie richtiges Audio-Equipment. Der Lautstärkeregler dreht sich mit sattem Widerstand – keine wackelige Plastikangelegenheit. Klar, gegen einen 500€-Preamp verliert er im Luxus-Faktor, aber hey – wir reden hier von einem 120€-Gerät!

Auf der Rückseite erwarten dich mehrere Cinch-Eingänge und ein Cinch-Ausgang. Alles sauber verarbeitet und fest montiert – hier wackelt nichts und fühlt sich wie Spielzeug an.

Technik: Klein, aber oho!

Unter der Haube arbeitet eine clevere Schaltung, die für einen neutralen, ausgewogenen Klang sorgt. Der Fosi Audio P4 wird von einem externen 12V-Schaltnetzteil versorgt – und hier liegt auch gleich unser erster Upgrade-Tipp: Tausch das mitgelieferte Netzteil gegen ein lineares (z.B. dieses) aus, und der kleine Preamp macht einen Quantensprung nach vorne!

Die technischen Daten lesen sich schon auf dem Papier ziemlich impressive: Frequenzgang von 10Hz bis 100kHz, Signal-Rausch-Verhältnis von über 110dB und Verzerrungen unter 0,01%. Für ein Budget-Gerät sind das Werte, die selbst manchen High-End-Konkurrenten ins Schwitzen bringen.

Anschlüsse: Back to Basics, aber alles da

Der Fosi Audio P4 bietet mehrere vergoldete Cinch-Eingänge für deine Quellgeräte und einen Cinch-Ausgang für die Endstufe. Klingt simpel? Ist es auch – aber manchmal ist weniger mehr. Unsere Empfehlung: Investiere in ordentliche Kabel wie die Sommer Cable Epilogue, und du holst nochmal deutlich mehr aus dem kleinen Kistchen raus.

Ein Subwoofer-Ausgang fehlt zwar, aber mit einem Y‑Adapter lässt sich das Problem easy lösen. Für den durchschnittlichen Stereohörer ist alles an Bord, was man braucht – ohne unnötigen Schnickschnack, der nur verwirrt.

Sound-Check: Wo der P4 abliefert

Hier wird’s spannend! Der kleine Fosi Audio P4 überrascht mit einer Klangqualität, die man für diesen Preis niemals erwarten würde. Der Sound ist neutral, transparent und lässt die Charakteristik deiner angeschlossenen Geräte unverfälscht durch.

Beim Check von Whitechapel’s “Hymns in Dissonance” – unsere aktuelle Vinyl-Lieblingsscheibe (hier gehts zum Review) – beweist der P4, dass er auch brutalen Deathcore mühelos verarbeiten kann. Die Doublebass-Angriffe knallen mit sattem Druck, ohne je matschig zu werden, während die Gitarren mit gnadenloser Präzision schneiden. Phil Bozemans Growls klingen, als würde er direkt neben dir stehen und dir ins Ohr brüllen – genau so soll’s sein!

Bei unseren Vergleichstests mit den unterschiedlichen Lautsprechern zeigt sich, dass der Fosi Audio P4 die jeweiligen Charakteristika wunderbar durchlässt: Die B&W 704 spielen mit ihrer typischen Detailverliebtheit und dem leicht warmen B&W‑Sound, während die Amphion Argon 3S ihre überlegene Klarheit und Authentizität zeigen – nicht umsonst werden Amphion-Speaker von Produzenten wie Jens Bogren und Will Putney genutzt.

Der Fosi Audio P4 begrenzt die Qualität deines Setups nicht – er lässt die Stärken (und leider auch Schwächen) deiner anderen Komponenten unverfälscht durchscheinen. Für einen Vorverstärker dieser Preisklasse ist das alles andere als selbstverständlich.

Das ultimative Upgrade: Besseres Netzteil = Besserer Sound

Wie bereits angedeutet: Das Standardnetzteil ist der limitierende Faktor des P4. Mit einem linearen Netzteil gewinnt der Klang spürbar an Ruhe, Präzision und räumlicher Tiefe. Das Grundrauschen verschwindet fast komplett, und plötzlich kommen Details durch, die vorher im Rauschen untergegangen sind.

Für 50–80€ bekommst du bereits ein lineares Netzteil, das eine heftige Verbesserung bringt. Wer mehr investieren will, findet Optionen zwischen 100–200€, die das Klangpotenzial des P4 komplett freisetzen. Bei einem Basispreis von 120€ ist so ein Upgrade absolut sinnvoll – es bringt den kleinen Preamp auf ein Level, das deutlich teurere Geräte ins Schwitzen bringt. Wir hatten gerade eines um die 100€ im Test.

David gegen Goliath: Wie schlägt sich der Fosi Audio P4 gegen die Großen?

Im Vergleich zu Vorverstärkern aus der 300–500€-Liga fehlt dem Fosi Audio P4 etwas die letzte Feinzeichnung und die absolute Präzision bei der räumlichen Abbildung. Auch die Kontrolle über den tiefsten Bass und die Auflösung im Hochtonbereich können mit den teureren Alternativen nicht ganz mithalten.

Aber – und das ist ein großes ABER – der P4 schlägt sich in diesen Vergleichen erstaunlich gut! Mit dem Upgrade auf ein lineares Netzteil schrumpft der Abstand nochmal deutlich. Die Unterschiede sind eher gradueller Natur und fallen je nach Musik und Setup mehr oder weniger stark ins Gewicht.

Hier eine Faustregel: Wenn du zwischen einem 300€-Vorverstärker ohne Upgrades und einem Fosi Audio P4 mit 150€-Netzteil wählen müsstest – nimm den Fosi Audio P4 mit Upgrade. Du bekommst mehr fürs Geld und ein flexibleres Setup, das du später immer noch weiter ausbauen kannst.

Wer sollte zuschlagen?

Der Fosi Audio P4 ist die perfekte Wahl für:

  • Audiophile mit begrenztem Budget, die trotzdem guten Klang wollen
  • Einsteiger in die High-End-Audio-Welt, die schrittweise aufrüsten möchten
  • Erfahrene Hörer, die ein Zweitsystem für Büro oder Arbeitszimmer aufbauen
  • Leute, die mehrere Quellen an eine Endstufe anschließen wollen, ohne auf Klangqualität zu verzichten
  • Audio-Experimentierfreudige, die gerne mit Upgrades rumspielen

Fazit: Unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis

Nach unserem intensiven Test können wir den Fosi Audio P4 mit gutem Gewissen empfehlen. Für 120€ bekommst du einen soliden, gut verarbeiteten Vorverstärker mit überraschend guter Klangqualität und jeder Menge Upgrade-Potenzial.

Die Neutralität und Transparenz des Fosi Audio P4 lässt die Charakteristika deiner anderen Geräte unverfälscht durch, und auch bei anspruchsvollen Tracks bleibt er souverän und kontrolliert. Mit hochwertigen Kabeln und einem linearen Netzteil kann der P4 sogar deutlich teurere Vorverstärker in Bedrängnis bringen.

Besonders cool: Der Fosi Audio P4 harmoniert sowohl mit einfacheren Lautsprechern wie den B&W 704 als auch mit anspruchsvolleren wie den Amphion Argon 3S und bringt deren jeweilige Stärken voll zur Geltung.

Für Einsteiger in die High-End-Audio-Welt oder für Audiophile mit begrenztem Budget ist der Fosi Audio P4 der perfekte Startpunkt. Er bietet soliden Klang ab Werk und lässt sich durch gezielte Upgrades immer weiter verbessern. Falsch machen kannst du mit dieser Investition definitiv nichts!

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12V Linear Netzteil: Der Klangturbo für Fosi Audio ZD3, K7 oder P4 im Test https://www.hifigeek.de/12v-linear-netzteil-der-klangturbo-fuer-fosi-audio-zd3-k7-oder-p4-im-test/ https://www.hifigeek.de/12v-linear-netzteil-der-klangturbo-fuer-fosi-audio-zd3-k7-oder-p4-im-test/#respond Sat, 05 Apr 2025 12:52:30 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8633 Das unscheinbare Kraftpaket hinter jedem audiophilen Setup ist meist ein Thema, das selbst unter Enthusiasten zu wenig Beachtung findet: die Stromversorgung. Dabei kann ein hochwertiges Netzteil den entscheidenden klanglichen Unterschied machen, wenn es darum geht, aus deiner HiFi-Kette das Maximum herauszuholen. Besonders lineare Netzteile haben in der audiophilen Welt einen legendären Ruf erlangt – und genau deshalb habe ich mich mit einem 12V 3A Linear Netzteil mit R‑Core Transformator von AliExpress befasst, das an den Fosi Audio ZD3, K7 und P4 getestet wurde.

Transparenzhinweis: Das in diesem Test vorgestellte Netzteil wurde mir kostenlos vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf meine ehrliche Bewertung des Produkts.

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Lineare Netzteile: Der heimliche Klangveredler im HiFi-Setup

Bevor wir zum eigentlichen Testprodukt kommen, lohnt sich ein kurzer Exkurs in die Welt der Stromversorgungen. Die meisten Audiogeräte werden standardmäßig mit kostengünstigen Schaltnetzteilen ausgeliefert, die zwar effizient und kompakt sind, aber oft erhebliche klangliche Nachteile mit sich bringen.

Schaltnetzteile (SMPS – Switched Mode Power Supply) arbeiten mit hohen Schaltfrequenzen und wandeln die Netzspannung durch schnelles Ein- und Ausschalten in die gewünschte Gleichspannung um. Dies erzeugt unvermeidlich hochfrequente Störungen und eine gewisse Restwelligkeit, die sich negativ auf die Klangqualität auswirken können.

Linear Netzteile hingegen funktionieren nach einem deutlich simpleren Prinzip: Die Netzspannung wird durch einen Transformator heruntergesetzt, gleichgerichtet und gefiltert. Ohne hochfrequente Schaltvorgänge liefern sie eine deutlich sauberere, rauschärmere Gleichspannung. Der Nachteil: Sie sind größer, schwerer und in der Herstellung teurer. Doch für audiophile Anwendungen sind diese Nachteile oft ein kleiner Preis für den klanglichen Gewinn.

Ein entscheidender technischer Parameter ist dabei die Restwelligkeit – also die verbleibende Wechselspannungskomponente auf der erzeugten Gleichspannung. Bei einfachen Steckernetzteilen kann diese bei erschreckenden 0,7V (Peak-to-Peak) liegen, während hochwertige lineare Netzteile Werte von unter 0,01V erreichen. In der Praxis resultiert dies in einem ruhigeren, detaillierteren Klangbild mit präziserer Bühnenabbildung und weniger Verzerrungen.

R‑Core vs. Ringkern: Warum die Trafo-Technologie entscheidend ist

Bei linear Netzteilen spielt der verbaute Transformator eine zentrale Rolle für die Qualität der erzeugten Spannung. Das hier getestete Linear Netzteil setzt auf einen R‑Core Transformator – eine Technologie, die besonders in der audiophilen Szene geschätzt wird.

R‑Core Transformatoren (manchmal auch als “R‑Kern” bezeichnet) erkennt man an ihrem charakteristischen ovalen Kern, bei dem die Wicklungen nebeneinander liegen. Im Vergleich zu den ebenfalls beliebten Ringkerntrafos bieten sie einige spezifische Vorteile:

Ein R‑Core Trafo arbeitet hocheffizient und produziert ein extrem geringes magnetisches Streufeld. Das reduziert die Einstreuung in empfindliche Audioschaltungen und sorgt für eine sehr geringe Brummneigung. Nicht ohne Grund setzen Premium-Hersteller wie Sony, Cary Audio und Panasonic bei ihren High-End-Modellen auf diese Technologie.

Ringkern-Transformatoren gelten im Vergleich dazu als etwas “spritziger” im Klangcharakter, während R‑Core Trafos eine “innere Ruhe” ins Klangbild bringen. Ein weiterer technischer Vorteil: Die Kapazität zwischen Primär- und Sekundärwicklung liegt bei R‑Core Trafos meist bei nur 60–100 pF, was die Übertragung von Netzstörungen reduziert.

Traditionelle EI-Kern-Transformatoren, wie sie in günstigeren Geräten verbaut werden, schneiden im Vergleich klanglich meist deutlich schlechter ab.

Unboxing und erster Eindruck: Solide Verarbeitung mit kleinen Schönheitsfehlern

Das Linear Netzteil kommt in einer schlichten Verpackung, die alle wesentlichen Informationen enthält. Im Lieferumfang befindet sich neben dem eigentlichen Netzteil auch ein 12V-Anschlusskabel für die Verbindung mit den zu versorgenden Audiogeräten. Was fehlt, ist ein Kaltgerätestecker zum Anschluss ans Stromnetz – hier muss man entweder ein vorhandenes Kabel verwenden oder eines separat erwerben.

Das Gehäuse selbst macht einen äußerst soliden Eindruck mit seiner vollständigen Metallkonstruktion, die effektiv zur Abschirmung beiträgt. Die Verarbeitung ist makellos und vermittelt das Gefühl eines Premium-Produkts. Mit seinem rechteckigen Design und den abgerundeten Kanten fügt es sich optisch gut in die meisten HiFi-Umgebungen ein.

Ein Blick ins Innere offenbart hochwertige Komponenten: Elna- und Nichicon-Kondensatoren, die für ihre Langlebigkeit und klangliche Neutralität bekannt sind, sorgen für eine stabile Stromversorgung. Diese Auswahl unterstreicht, dass es sich hier nicht um ein Massenprodukt, sondern um eine durchdachte audiophile Lösung handelt.

An der Front befindet sich ein digitales Display, das die aktuelle Ausgangsspannung anzeigt – ein nützliches Feature zur Überwachung, allerdings mit einem kleinen Wermutstropfen: Die blaue LED-Anzeige ist ausgesprochen hell und kann in dunkleren Umgebungen regelrecht blenden. Hier wäre eine Dimmfunktion wünschenswert gewesen.

Technische Spezifikationen und Praxiseinsatz

Mit seiner Ausgangsleistung von 12V bei bis zu 3A (also 36W) bietet das Netzteil ausreichend Reserven für die meisten DACs, Vorverstärker und kleinere Vollverstärker. Die Stromkapazität von 3A ist dabei großzügig bemessen – viele vergleichbare Modelle wie der Keces P3 oder Sbooster bleiben bei 3A oder darunter.

Im praktischen Betrieb zeigt sich eine angenehme Eigenschaft: Das Linear Netzteil wird selbst nach stundenlangem Dauereinsatz nur mäßig warm. Im Gegensatz zu manch anderen linearen Netzteilen, die regelrecht Hitze entwickeln können, bleibt hier die Betriebstemperatur in einem sehr moderaten Bereich. Dies spricht für ein effizientes Design und hochwertigen Komponenten mit ausreichender Dimensionierung.

Ein weiteres technisches Highlight ist das geringe Rauschen: Die speziell für audiophile Anwendungen optimierte Filterung sorgt für eine besonders saubere Gleichspannung mit minimaler Restwelligkeit, was sich direkt in verbesserter Klangqualität niederschlägt.

Der Klangtest mit Fosi Audio ZD3, K7 und P4

Für den praktischen Test habe ich das Linear Netzteil an drei verschiedenen Fosi Audio Geräten ausprobiert, die alle mit 12V betrieben werden. Die Referenzplaylist mit Tracks wie Lorna Shore (Pain Remains I: Dancing Like Flames), Knocked Loose (Deep in the Willow) und Brand of Sacrifice (Purge) diente als klangliche Basis.

Fosi Audio ZD3 Flagship DAC/Preamp

Der ZD3 ist Fosi Audios Flaggschiff-DAC und Vorverstärker mit umfangreicher Ausstattung. Mit seinen XLR- und RCA-Ausgängen, digitalen Eingängen (USB, optisch, koaxial, HDMI ARC) und Bluetooth-Konnektivität bietet er zahlreiche Anschlussmöglichkeiten.

Im Betrieb mit dem linear Netzteil anstelle des mitgelieferten Schaltnetzteils zeigten sich sofort hörbare Verbesserungen. Bei Lorna Shore’s Pain Remains I: Dancing Like Flames trat die komplexe Gitarrenarbeit deutlicher hervor, während der Deathcore-Gesang von Will Ramos an Präsenz und Dichte gewann. Besonders auffällig: Die Blast Beats wirkten präziser und die orchestrale Untermalung entfaltete eine neue Tiefe – ein Effekt, der sich konsistent bei allen getesteten Tracks zeigte.

Fosi Audio K7 DAC

Der K7 als kompakter Desktop-DAC für Audiophile und Gaming-Enthusiasten profitierte ähnlich stark vom Upgrade der Stromversorgung. Bei Knocked Loose’s Deep in the Willow konnte ich eine verbesserte Trennung der Instrumente und ein klareres Herausarbeiten der Breakdowns wahrnehmen. Die räumliche Abbildung gewann an Präzision, und selbst in dichten, dynamischen Passagen blieb der Klang aufgeräumter und kontrollierter.

Fosi Audio P4 Analoger Vorverstärker

Der P4 ist ein analoger Vorverstärker mit drei RCA-Eingängen, der sich ideal für die Steuerung mehrerer Quellen eignet. Im Test zeigte sich, dass die saubere Stromversorgung besonders bei der Feinabstimmung des Klangbilds entscheidend ist. Bei Zeal & Ardor’s Death to the Holy reduzierte sich das Grundrauschen spürbar, was die aggressiven Gitarrenriffs und Gospel-Elemente klarer voneinander trennte. Die Tone-Control-Bypass-Funktion des P4 ermöglichte zudem eine unverfälschte Wiedergabe, die von der stabilen Spannung profitierte.

Klangliche Beobachtungen im Detail

Über alle drei Testgeräte hinweg ließen sich einige konsistente klangliche Verbesserungen durch den Einsatz des linearen Netzteils feststellen:

  1. Ruhigeres Klangbild: Die oft beschriebene “innere Ruhe” des R‑Core Netzteils war deutlich wahrnehmbar. Bei Lorna Shore’s To the Hellfire wirkte das Klangbild entspannter, ohne die Intensität des Tracks zu schmälern.
  2. Verbesserte Basswiedergabe: Die Bässe gewannen an Kontrolle, wie bei Brand of Sacrifice’s Purge, wo die Double-Bass-Parts nun ein stabileres Fundament bildeten.
  3. Größere Bühne: Die räumliche Abbildung gewann an Breite, besonders bei Septicflesh’s Anubis (Live), wo die orchestralen Elemente klarer positioniert waren.

Preis-Leistungs-Verhältnis und Vergleich mit Alternativen

Mit einem Preis von etwa 100 Euro positioniert sich das getestete linear Netzteil im mittleren Segment. Vergleichbare Modelle von Premiumherstellern wie Keces (P3) oder Sbooster können leicht das Zwei- bis Dreifache kosten, bieten aber nicht zwangsläufig bessere technische Spezifikationen.

Fazit: Ein lohnenswertes Upgrade für anspruchsvolle Ohren

Nach ausgiebigen Tests mit drei unterschiedlichen Fosi Audio Komponenten kann ich das 12V 3A Linear Netzteil mit R‑Core Transformator uneingeschränkt empfehlen. Es repräsentiert eines der sinnvollsten Upgrades im Preis-Leistungs-Verhältnis, die man für ein bestehendes HiFi-Setup vornehmen kann. Wen das linear Netzteil interessiert, kann es sich bei AliExpress ordern.

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Shanling ME600: Das neue Bass-Monster für Metalheads und Audiophile https://www.hifigeek.de/shanling-me600-das-neue-bass-monster-fuer-metalheads-und-audiophile/ https://www.hifigeek.de/shanling-me600-das-neue-bass-monster-fuer-metalheads-und-audiophile/#respond Thu, 27 Mar 2025 21:10:59 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8450 Manchmal taucht ein In-Ear-Kopfhörer auf, der einfach alles richtig macht. Der Shanling ME600 ist genau so ein Kandidat – ein technisches Kraftpaket, das nicht nur auf dem Papier beeindruckt, sondern vor allem in den Gehörgängen eines Metal-Liebhabers wahre Glücksgefühle auslöst. Nach stunden‑, wochen- und monatelangem Eintauchen in diese Klangwelt kann ich nur sagen: Leute, hier kommt ein echter Game-Changer zum Preis von 270 Euro. Wir haben die IEMs im gleichen Zuge getestet wie Shanlings M5 Ultra und finden dass sie einen guten Match darstellen.

Unboxing-Erlebnis: Mehr als nur Verpackung

Die Verpackung des Shanling ME600 macht sofort klar: Hier wurde an nichts gespart. Die stabile Box vermittelt ein hochwertiges Gefühl, bevor man überhaupt den eigentlichen Schatz darin entdeckt. Nach dem Öffnen blickt man auf die perfekt im Schaumstoff eingebetteten In-Ears und das Zubehör.

Apropos Zubehör: Shanling übertreibt es fast mit der Großzügigkeit. Ihr bekommt eine massive Auswahl an Ohrstöpseln – vier komplette Sets plus zwei Varianten aus Schaumstoff. Dazu kommen drei austauschbare Klangdüsen (klar, schwarz und rot), die tatsächlich hörbare Unterschiede im Sound bewirken. Es gibt einen kleinen Reinigungspinsel und natürlich ein hochwertiges Kabel mit modularem Design, das sowohl 3,5mm- als auch 4,4mm-Anschlüsse unterstützt.

Die mitgelieferte Transportbox ist ein echter Hingucker: Grünes Leder mit einem eleganten braunen Streifen. Nicht wasserdicht oder besonders robust (unsere halbiert sich schon in der Mitte), aber definitiv stilvoll genug, um damit anzugeben. Die Box bietet ausreichend Platz für die In-Ears samt Kabel und vielleicht sogar einen kleinen Dongle.

Fertigungsqualität: Wie ein kleiner Panzer für die Ohren

Wenn es ein Wort gibt, das die Fertigungsqualität des Shanling ME600 perfekt beschreibt, dann ist es “massiv”. Diese Dinger sind wie kleine Metallpanzer konstruiert. Die Metallschalen fühlen sich unglaublich stabil an, und das Frontdesign mit seinen eingravierten Rillen ist nicht nur optisch beeindruckend, sondern auch haptisch spürbar.

Die Form ist zwar nicht klein, aber trotzdem erstaunlich komfortabel. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sitzen die Shanling ME600 perfekt im Ohr und lassen sich auch für längere Hörsessions problemlos tragen. Die Düsenlänge ist etwas länger als durchschnittlich, was für besseren Halt sorgt und die Verwendung verschiedener Ohrstöpsel erleichtert.

Einziger kleiner Kritikpunkt: Die Gummidichtungen an den austauschbaren Düsen rutschen manchmal, wenn man die Ohrstöpsel wechselt. Ein kleines Ärgernis, aber definitiv kein Deal-Breaker angesichts der ansonsten hervorragenden Fertigungsqualität.

Das mitgelieferte Kabel ist eine Wucht – gut verarbeitet, kaum anfällig für Kabelsalat und mit geformten Ohrbügeln, die perfekt sitzen. Die MMCX-Anschlüsse sind solide und passen optisch perfekt zum Design der In-Ears. Tatsächlich ist das Kabel so gut, dass ich nicht einmal daran gedacht habe, es auszutauschen – und das will bei einem Audiophilen Nerd schon etwas heißen!

Technik, die begeistert: Das Innenleben des Shanling ME600

Unter der Haube verbirgt sich ein wahres Kraftpaket: Zwei 6mm Bio-Composite-Membran-Treiber für den Bass, kombiniert mit drei Balanced-Armature-Treibern für Mitten und Höhen. Die Impedanz liegt bei 16 Ohm, die Empfindlichkeit bei 100 dB – auf dem Papier also Shanling ME600 Werte, aber in der Praxis zeigt sich schnell, dass diese kleinen Monster richtig Dampf machen können.

Besonders beeindruckend ist der interne Aufbau: Shanling verwendet ein 3D-gedrucktes Gehäuse, das die Treiber optimal positioniert und zwei Helmholtz-Resonatoren integriert, die für die Klangabstimmung sorgen. Hinzu kommt ein röhrenloses Design, bei dem der Klang direkt aus den Treibern kommt, ohne durch zusätzliche Kanäle geleitet zu werden – das sorgt für eine besonders natürliche und kohärente Wiedergabe.

Die austauschbaren Klangdüsen sind keine Marketing-Gimmicks, sondern verändern die Klangcharakteristik spürbar, vor allem in den Höhen. Die mittlere Abstimmung (schwarze Düse) bietet die ausgewogenste Präsentation, während die rote Düse die Höhen etwas zurücknimmt – perfekt für empfindliche Hörer. Die klare Düse hingegen verstärkt die Präsenz im oberen Frequenzbereich und eignet sich für Detailhörer.

Klangcharakter: Basslastig, warm und verdammt gut für Metal

Lassen wir es gleich raus: Der Shanling ME600 ist ein unentschuldigter Bass-Liebhaber. Er macht keinen Hehl daraus, dass er im Tieftonbereich ordentlich zulangen kann, vor allem im Mid-Bass-Bereich. Man könnte meinen, dass zwei kleine 6mm-Treiber nicht genug Power haben könnten, aber das Gegenteil ist der Fall: Die Kombination aus Bio-Composite-Material und dem cleveren akustischen Design sorgt für einen erstaunlich kräftigen, aber dennoch kontrollierten Bass.

Der Subbass rollt zwar etwas ab, aber das fällt kaum auf, weil der Mid-Bass so präsent und befriedigend ist. Es ist, als hätte man zwei 15-Zoll-Woofer in einem Bassreflexgehäuse statt 8‑Zöller in einer geschlossenen Box – mächtig, aber trotzdem kontrolliert.

Die Mitten sind trotz der Bass-Betonung erstaunlich klar und natürlich. Bei vielen bassbetonten In-Ears leiden die Mitten unter dem “Bass-Bleed”-Effekt, aber der Shanling ME600 hält die Frequenzbereiche sauber getrennt. Vocals, sowohl männliche als auch weibliche, kommen wunderbar zur Geltung. Sie klingen voll, natürlich und organisch – selbst bei Songs mit heftigem Bassfundament.

In den Höhen zeigt der Shanling ME600 – zumindest mit den mittleren (schwarzen) Düsen – eine angenehm glatte, aber dennoch detailreiche Wiedergabe. Keine Spur von BA-Timbre oder Sibilanz, die oft bei In-Ears mit Balanced-Armature-Treibern im Höhenbereich auftreten. Die Höhen verleihen dem Klang Luft und Leben, ohne je unangenehm oder ermüdend zu werden.

Bühne und Imaging: Überraschend räumlich

Die Bühne des Shanling ME600 ist ein echtes Highlight. Es ist schwer in Worte zu fassen, aber diese In-Ears schaffen es irgendwie, eine unglaublich immersive räumliche Darstellung zu erzeugen. Man hört nicht nur, wo die Instrumente positioniert sind, sondern fühlt sich regelrecht mitten im Geschehen.

Diese räumliche Qualität ist vermutlich ein Ergebnis der geschickten Treiberplatzierung, des röhrenlosen Designs und des BA-Treibers in der Düse. Wie auch immer Shanling es geschafft hat – es funktioniert hervorragend und hebt den Shanling ME600 von vielen Konkurrenten ab.

Musikgenre-Kompatibilität: Metal und Bässe auf Steroiden

Der Shanling ME600 ist ein wahrer Allrounder, aber es gibt Genres, bei denen er regelrecht aufblüht. Bei Metal ist er schlichtweg phänomenal.

Ob Whitechapel, Lorna Shore oder Brand of Sacrifice – der Shanling ME600 liefert die perfekte Mischung aus druckvollem Bass, klaren Mitten für Vocals und genügend Höhen, um die Details nicht zu verschlucken. “Pain Remains” von Lorna Shore klingt, als würde man vor den großen Stacks bei einem Live-Konzert stehen – autoritativ und mächtig.

Bei ruhigeren, vokallastigen Tracks macht der Shanling ME600 immer noch einen guten Job, auch wenn man merkt, dass er sich hier etwas zurückhält – als würde er nur darauf warten, wieder bei basslastigerer Musik zeigen zu dürfen, was in ihm steckt.

Für wen ist der ME600 gemacht?

Der Shanling Shanling ME600 ist die perfekte Wahl für:

  • Metal-Heads, die einen In-Ear mit genug Power für ihr Lieblingsgenre suchen
  • Bass-Liebhaber, die trotzdem Wert auf klare Mitten und nicht-ermüdende Höhen legen
  • Audiophile, die eine warme, bass-betonte Abstimmung bevorzugen
  • Alle, die einen hochwertig verarbeiteten In-Ear mit exzellentem Zubehör suchen

Weniger geeignet ist er für:

  • Höhen-Enthusiasten, die nach einem analytischen, hell abgestimmten In-Ear suchen
  • Puristen, die eine absolut neutrale Wiedergabe bevorzugen
  • Menschen mit sehr kleinen Ohren, die mit der Größe der Gehäuse Probleme haben könnten

Fazit: Ein bass-starkes Meisterwerk

Nach intensivem Testen kann ich nur zu einem Schluss kommen: Der Shanling ME600 ist ein audiophiles Kraftpaket, das genau weiß, was es sein will – und das verdammt gut umsetzt. Es ist ein In-Ear mit Charakter, der sich nicht entschuldigt für seinen kraftvollen Bass und seine warme Abstimmung.

Für 270 Euro (oder weniger, wenn man zum richtigen Zeitpunkt zuschlägt) bekommt man hier ein komplettes Paket: hervorragende Fertigungsqualität, erstklassiges Zubehör, verschiedene Klangoptionen und vor allem einen Sound, der bei den richtigen Genres absolut süchtig machen kann.

Der Shanling ME600 ist ein würdiger Nachfolger für jeden, der einen hochwertigen, basslastigen In-Ear sucht, der trotzdem ausgewogen genug für den täglichen Gebrauch ist. Wenn du Deathcore, Metalcore oder andere Bass-intensive Genres hörst, solltest du dir den Shanling ME600 unbedingt anhören – deine Ohren werden es dir danken.

Der Shanling ME600 hat definitiv einen permanenten Platz in meiner Sammlung verdient.

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Shanling M5 Ultra: Audio-Purismus für Metalheads und Klangfetischisten https://www.hifigeek.de/shanling-m5-ultra-audio-purismus-fuer-metalheads-und-klangfetischisten/ https://www.hifigeek.de/shanling-m5-ultra-audio-purismus-fuer-metalheads-und-klangfetischisten/#respond Wed, 19 Mar 2025 22:12:59 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8447 Der Shanling M5 Ultra ist ein echter Hingucker in der Welt der portablen Audio-Player — und ich hatte die letzten Monaten das Vergnügen, ihn ausgiebig zu testen. Als jemand, der sich schon länger mit Audio-Gear beschäftigt und meist brutalen Deathcore aber auch Rock hört, war ich gespannt, ob dieser puristische Player mit seinem Preis von 540 Euro überzeugen kann. Audiophile Musikliebhaber, die etwas mehr als nur Smartphone-Klang suchen, sollten jetzt definitiv weiterlesen!

Design & Build: Premium-Feel mit audiophilen Genen

Die erste Disziplin meistert der Shanling M5 Ultra mit Bravour: Mit seinem aggressiveren, kantigeren Look markiert er einen spannenden Designwechsel für Shanling. Das komplett aus Aluminium gefertigte Gehäuse liegt mit seinen Abmessungen von 120 x 75 x 19,5 mm und einem Gewicht von 247 Gramm angenehm schwer und wertig in der Hand — wie ein kleiner, aber massiver Brick, der sich hochwertig anfühlt, ohne klobig zu wirken.

Was mich besonders geflasht hat: Der Design-Stil erinnert stark an den legendären Astell&Kern AK240, vor allem mit dem optionalen schwaren Ledercase. Für alle, die sich mit Audio-Gear auskennen: Der AK240 ist einer der stylischsten DAPs aller Zeiten, und diese Ähnlichkeit ist definitiv ein Kompliment!

Die Anschlüsse befinden sich oben am Gerät, während die Wiedergabetasten und das charakteristische Lautstärkerad an der rechten Seite platziert sind — ein klassisches DAP-Layout, das Funktionalität und Ästhetik perfekt verbindet. Das Lautstärkerad gibt dem Player einen authentischen Shanling-Touch, auch wenn es leider etwas wackelt, was bezüglich der Langlebigkeit ein kleines Fragezeichen aufwirft.

Das optionale Ledercase für 29 Euro ist zwar ein Extra-Investment, aber definitiv sein Geld wert — es passt perfekt zum Design des Players und wertet ihn optisch noch einmal deutlich auf. Schade nur, dass es nicht im Lieferumfang enthalten ist — bei einem 540-Euro-Player hätte man das durchaus erwarten können.

Technische Specs: Audiophiles Dreamteam unter der Haube

Im Herzen des Shanling M5 Ultra steckt ein echtes audiophiles Powerhouse: Der Player nutzt den Flaggschiff-DAC AK4499EX von AKM zusammen mit dem AK4191 Modulator1. Wichtig zu wissen: Es handelt sich tatsächlich um den AK4499EX und NICHT um den AK4493SE, wie manchmal fälschlicherweise berichtet wird! Die Schaltungsdesign basiert laut Shanling auf ihrem Flaggschiff M9 Plus.

Für die Verstärkung sorgt ein symmetrischer TPA6120A2-Verstärker, der beeindruckende 1,1 Watt an 32 Ohm liefert. Diese Kombination führt zu hervorragenden technischen Daten: einen Rauschabstand von 121 dB und eine Kanaltrennung von 75 dB. Der Player unterstützt hochauflösende Audioformate bis zu 32bit/768kHz PCM und natives DSD512 — praktisch alles, was das audiophile Herz begehrt.

Mit einem THD+N‑Wert (Gesamtklirrfaktor plus Rauschen) von nur 0,0009% liefert der M5 Ultra eine extrem saubere Signalverarbeitung. Die Ausgangsimpedanz von 4 Ohm ist niedrig genug, um auch mit impedanzkritischen In-Ear-Monitoren problemlos zusammenzuarbeiten — wichtig für alle, die mit empfindlichen IEMs unterwegs sind!

Der 6000 mAh Akku liefert je nach Nutzung 8–10 Stunden Wiedergabezeit. In meinen Tests kam ich bei moderater Lautstärke sogar auf etwas mehr — definitiv genug für längere Reisen oder Arbeitstage.

Für den Kopfhörer stehen eine 3,5mm unsymetrische Klinke und 4,4mm symetrischer Pentacon zur Verfügung. Und somit lässt sich per Adapter Kabel auf Cinch oder XLR auch auf Endstufen direkt oder via Vorstufe, Musik auf der heimischen Anlage abspielen.

MTouch statt Android: Puristisches Betriebssystem für Klangpuristen

Im Gegensatz zu vielen modernen DAPs setzt der Shanling M5 Ultra NICHT auf Android, sondern auf ein eigenes, Linux-basiertes Betriebssystem namens MTouch, das auf der Ingenic X2000-Plattform läuft. Diese Entscheidung für ein spezialisiertes, schlankes OS zielt klar auf Nutzer ab, die kompromisslose Klangqualität ohne die Komplexität eines vollwertigen Android-Systems suchen.

Die Benutzeroberfläche ist recht angenehm und nutzerfreundlich, erfordert aber eine gewisse Eingewöhnungszeit. Ein kleiner Kritikpunkt ist das Fehlen einer dedizierten Zurück-Taste wie bei Android-Geräten — man muss immer das Symbol oben links antippen, was manchmal etwas umständlich ist. Auch das Scrollverhalten, insbesondere in langen Listen wie der Ordneransicht, wirkt nicht ganz flüssig — nichts Weltbewegendes, aber definitiv verbesserungswürdig.

Der 4,7‑Zoll-HD-Touchscreen (1280 x 720 Pixel) ist hell und reaktionsschnell1. Das Navigieren durch die Menüs ist dank großer, leicht antippbarer Icons im Hauptmenü unkompliziert. Die Statusleiste kann nach unten gezogen werden, um auf verschiedene Funktionen wie WLAN, Bluetooth, Gain-Schalter, Einstellungen, PO/LO und Soundeinstellungen zuzugreifen.

In den Audioeinstellungen bietet der Player Channel-Balance, Gain-Einstellungen, maximale und Standard-Lautstärkeeinstellungen, Gapless-Wiedergabe, Ordner-Überspringen und verschiedene Wiedergabemodi wie Shuffle. Außerdem gibt es DAC-Filteroptionen und einen manuellen EQ mit Presets für Soundanpassungen — alles, was das audiophile Herz begehrt.

Wichtig zu wissen: Der Shanling M5 Ultra unterstützt nur Tidal als Streaming-Dienst, und selbst das ohne Offline-Streaming-Möglichkeit. Für viele könnte das ein Dealbreaker sein, aber es unterstreicht den puristischen Ansatz des Players, der sich klar auf lokale Musikwiedergabe konzentriert.

Konnektivität: Modern trotz Purismus

Obwohl der Shanling M5 Ultra einen puristischen Ansatz verfolgt, bietet er zeitgemäße Verbindungsmöglichkeiten. Der Player unterstützt Bluetooth 5.2 mit hochauflösenden Codecs wie LDAC und aptX HD2. Die WLAN-Konnektivität (2,4/5 GHz) ermöglicht die Nutzung von DLNA und AirPlay zum Streamen von einem NAS oder anderen Geräten im Netzwerk.

In meinen Tests mit dem Smartphone lief die Bluetooth-Verbindung reibungslos, ohne Verbindungsprobleme oder Verzögerungen. Ich konnte sogar Qobuz-Tracks online von meinem Handy streamen, was tadellos funktionierte. Auch mit Roon arbeitet der Player wohl zusammen — mangels Roon konnte ich das aber leider nicht testen.

Ein cooles Feature ist Shanlings “SyncLink”-Funktion, mit der man den DAP vom Smartphone aus steuern kann. Dafür benötigt man die App “Eddict Player” — nach der Installation öffnet man die SyncLink- und Bluetooth-Funktionen auf dem DAP und verbindet das Smartphone via BT. Danach kann man die Wiedergabe und die Lautstärke vom Handy aus steuern — der M5 Ultra verwandelt sich so in eine drahtlose Audioquelle. So habe ich den M5 benutzt, um unseren Garten zu beschallen und konnte ihn bequem aus der Tasche mit dem Handy steuern.

Der vielseitige USB-C-Anschluss ermöglicht nicht nur das Laden, sondern auch den Einsatz als USB-DAC für Computer oder Smartphones — praktisch für alle, die den hochwertigen Klang des M5 Ultra auch am Schreibtisch genießen möchten.

Klangcharakter: Shanlings audiophile Haushandschrift

Der Shanling M5 Ultra liefert klassischen Shanling-Hausklang: musikalisch, warm und organisch, was zu einem natürlichen Hörerlebnis führt. Diese leicht eingängige Präsentation macht ihn zu einer vielseitigen Wahl für ein breites Spektrum an Hörern. Mit seinem tiefen schwarzen Hintergrund, dem lebendigen Mittenbereich und kontrollierten Höhen ist er ideal für Audiophile, die einen entspannenden, aber detailreichen Audio-Player suchen.

Bass: Warm, voll, mit Fokus auf Mid-Bass

Der M5 Ultra zeichnet sich durch einen warmen und vollmundigen Midbass aus. Diese Wärme setzt den Ton für die gesamte Klangsignatur und bereichert den Mittenbereich mit einem üppigen, organischen Gefühl, ohne den Hörer mit übermäßigem Subbass zu überwältigen.

Ich finde den Bass insgesamt sehr genießbar, aber er könnte noch etwas verfeinert werden. Ein präziseres Abklingen und eine straffere Kontrolle würden seine technische Finesse verbessern.

Als ich einige Tracks von Knocked Loose (ja, ich stehe auf brutalen Metal!) durch den Player jagte, war ich beeindruckt, wie gut er die komplexen Bass-Gitarren-Linien reproduzierte, auch wenn bei den tiefsten Breakdown-Passagen etwas mehr Subbass-Präsenz wünschenswert gewesen wäre.

Mitten: Das klare Highlight des Players

Der Shanling M5 Ultra glänzt im Mittenbereich und bietet einen Klang, der sowohl klar als auch warm ist. Instrumente und Gesang werden mit außergewöhnlicher Natürlichkeit und Engagement wiedergegeben. Dieser Aspekt des M5 Ultra ist besonders beeindruckend, mit seinem detaillierten und transparenten Klang, der bemerkenswerte Instrumentenklangfarbe und tonale Genauigkeit zeigt.

Die Mittenwiedergabe zeichnet sich durch ihre verfeinerten Details aus, wobei jede Note mit Präzision und Klarheit geliefert wird. Dies ermöglicht eine nuancierte und ausdrucksstarke Darstellung sowohl von Instrumenten als auch von Gesang.

Während der Shanling M5 Ultra in der Mittenklarheit und ‑fülle brilliert, neigt seine Präsentation allerdings dazu, etwas direkt und fokussiert zu sein, was zu einer weniger geräumigen und expansiven Klangbühne führen kann.

Höhen: Glatt, entspannt und dennoch detailliert

Die Höhen des Shanling M5 Ultra sind glatt und entspannt und bieten eine ausgewogene Mischung aus Helligkeit und Klarheit, ohne in scharfes oder hartes Territorium abzudriften. Dies macht ihn ideal für längeres Hören und trägt zur insgesamt musikalischen und leicht genießbaren Klangsignatur des M5 Ultra bei.

Im Gegensatz zu früheren Shanling-Modellen führt der Shanling M5 Ultra wohl ein etwas schärferes Höhenprofil ein, das Definition und Details verbessert. Selbst mit dieser zusätzlichen Schärfe vermeidet er erfolgreich Ermüdung oder Zischen und sorgt für ein komfortables und angenehmes Hörerlebnis.

Obwohl die Höhen etwas mehr Ausdehnung vertragen könnten, ist ihre Artikulation robust und macht damit jeden Mangel an Ausdehnung wett. Der Shanling M5 Ultra überzeugt mit klaren, detaillierten Höhen, mit guter Auflösung und Definition. Er harmoniert auch gut mit sehr hellen Kopfhörern und schafft ein harmonisches Klangprofil.

Bei meinen Tests war ich positiv überrascht, wie gut der Player mit komplexen Gitarrenpassagen und Becken-Crashes umgehen konnte — keine Härte oder Zischen, selbst bei hoher Lautstärke.

Technische Performance: Mehr als nur Tonalität

Der Shanling M5 Ultra beeindruckt mit seiner Fähigkeit, einen pechschwarzen Hintergrund zu schaffen, was die Klangabtrennung und Artikulation erheblich verbessert. Dies führt zu einer klaren, gut definierten Wiedergabe musikalischer Elemente. Obwohl die Klangbühne nicht so expansiv ist wie bei einigen Konkurrenten, bietet sie dennoch ein zufriedenstellendes 3D-Imaging, auch wenn es noch Potenzial für weitere Verbesserungen gibt.

Was den Shanling M5 Ultra wirklich auszeichnet, ist seine natürliche Klangwiedergabe. Anstatt Bass- oder Höhenfrequenzen zu übertreiben, bietet er ein glattes und authentisches Audioerlebnis, das die Musikalität bereichert. Dieser natürliche Charakter, kombiniert mit solider Auflösung, schafft ein ausgewogenes und ansprechendes Klangprofil.

Der Shanling M5 Ultra profitiert auch von einem sauberen, rauschfreien Hintergrund, der selbst die subtilsten Details in Aufnahmen zum Vorschein bringt. Mit seiner ausgezeichneten Instrumententrennung, natürlichen Klangqualität und makellosen Hintergrund hebt sich der Shanling M5 Ultra in seiner Kategorie ab. Allerdings gibt es noch Raum für Verbesserungen in Bezug auf die Layering-Performance.

Obwohl der Shanling M5 Ultra nicht ganz an das Layering und die Basstiefe von Flaggschiff-Modellen heranreicht, bleibt er ein beeindruckender Konkurrent. Er liefert ausgezeichnete Auflösung, Trennung, Detail und tonale Genauigkeit und bietet einen erheblichen Wert für seinen Preis.

Synergien & Kopfhörer-Paarungen: Vielseitiger Antreiber

Der Shanling M5 Ultra glänzt in Bezug auf Ausgangsleistung und Vielseitigkeit. Er handhabt eine breite Palette von Kopfhörern, einschließlich Planar-Modellen, mit beeindruckender Effizienz. Mit drei verfügbaren Gain-Einstellungen unterstützt der Shanling M5 Ultra effektiv sowohl IEMs als auch Vollformat-Kopfhörer. Für optimale Leistung kann die Paarung mit hellen Kopfhörern helfen, seinen natürlich warmen und musikalischen Klang auszugleichen.

Ich habe den Player mit verschiedenen Kopfhörern getestet — von meinen Beyerdynamic DT 1990 Pro, über den in der Testung befindlichen Audeze LCD‑X bis hin zum Shanling ME600 IEM — und er hat mit allen hervorragend harmoniert. Besonders beeindruckt hat mich, wie gut er selbst mit anspruchsvollen Planar-Kopfhörern zurechtkam, die normalerweise einen kräftigen Desktop-Amp benötigen.

Steamer-Ersatz

Auch kann man über einen Ersatz von einem Streamer nachdenken. Für Liebhaber von Offline-Musik an seiner Anlage eignet sich der Shanling M5 Ultra hervorragend. Durch seine Möglichkeit ihn per Handy-App fern zu steuern steht er definitiv gut dar.

So könnte man sich eine Minimal Anlage aus Aktiv-Lautsprechern und dem M5 Ultra zusammenstellen. Man kann so einen tollen Player nicht nur mobil sondern auch in den heimischen vier Wänden einsetzen. Wir haben den Player in der Tat mit den Fosi Audio V3 Mono’s gekoppelt und so unseren Garten mit den B&W AM1 beschallt. Dies hat sich als hervorragende Kombo herausgestellt.

Auch für Gamer interessant

Studio-Kopfhörer und ‑Monitore sind in der Gamer-Szene schon länger angkommen. Meist werden sie dann von einem Audio-Interface, welches vorhanden ist für Mikrofone, betrieben. Dies ist gar keine schlechte Idee! Aber: in unseren bisherigen Tests, konnten diese nicht mit hochwertigeren DACs konkurieren. Sind sie optimal für Sprache, stellen aber nicht unbedingt die Räumlichkeit bei Spielen dar.

Der Shanling M5 Ultra schlägt sich hier auch wieder ausgezeichnet. Treibt er nicht nur Kophörer mit Leichtigkeit an, stellt er auch bei Gaming den Sound super da. Gerade durch die mittenlastigere Abstimmung hat er mehr Punch bei Spielen.

Seine Mitbewerber von On-Board Sound-Chips lässt er ebenfalls mit Leichtigkeit liegen. Zwar haben Hersteller erkannt, dass sie diesen mehr Aufmerksamkeit zu teil kommen lassen müssen, aber hier hat die Audio-Branche immer noch weit die Nase vorn.

Warum der Player auch was für die iPhone-Generation ist

Leute. Ja, Spotify und Streamen ist generell geil und einfach. Mache ich auch. Eben die Airpods ins Ohr und los geht’s. Aber: Genuss muss auch sein und wer Musik genießen möchte, kann sich auch mal Zeit für diese nehmen. Ich kenne noch Walkman, Diskman und MP3 Player. Und schleppe jetzt wieder einen DAP mit mir rum, wenn ich entspannt Musik hören möchte. Der Shanling M5 Ultra ist handlich und bedient sich wie ein Handy. Ist aber schwerer und wertiger in der Hand.

Die Soundqualität ist immens besser, als es das iPhone ohne Anbauteile zu spielen vermag und das auch ohne geschultes Ohr. Konzerte und Festivals sprießen überall, eben weil gute Musik geschätzt wird. Wer am nähsten an so ein Erlebnis kommen möchte, sollte ich einfach unverbindlich mal Lossless Musik auf einem DAP geben.

Fazit: Audiophiler Purismus für Metalheads und Klangliebhaber

Der Shanling M5 Ultra verkörpert den klassischen kompakten Shanling-DAP mit seiner Klangperformance, die sich auf lokale Musikwiedergabe konzentriert. Diese Entscheidung verbessert die Hintergrundschwärze und verlängert die Akkulaufzeit, schränkt jedoch die Funktionalität und Navigationsoptionen ein. Wobei man hier eigentlich kaum Grund hat zu meckern, bei dem Angebot an Funktionen.

Der Shanling M5 Ultra beeindruckt mit seiner Ästhetik und Verarbeitungsqualität und bietet ein modernes Design und eine robuste Konstruktion. Seine Klangperformance ist bemerkenswert in Bezug auf Klarheit, Auflösung und Musikalität, was ihn zu einem starken Performer mit solider Verstärkung macht.

Der Shanling M5 Ultra ist definitiv ein Player für Puristen und audiophile Enthusiasten, die sich auf lokale Musikwiedergabe in höchster Qualität konzentrieren möchten. Mit seinem 540-Euro-Preisschild ist er eine Investition, die sich für diejenigen lohnt, die die warme, musikalische Klangcharakteristik von Shanling schätzen und einen vielseitigen, gut gebauten Player suchen, der mit fast allen Kopfhörern hervorragend harmoniert.

Falls euch dieser Test gefallen hat, schaut euch auch meine anderen Reviews zu audiophilen Produkten an — von Vinyl-Reviews für Metalheads bis hin zu Desktop-DACs für Gaming-Enthusiasten. Abgehört haben wir den DAP mit vielerlei Musik. Dennoch kommen wir immer wieder auf unsere Referenz-Playlist bei Qobuz zurück.

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Fosi Audio K7 — Der Perfekte Desktop DAC für Audiophile Gamer https://www.hifigeek.de/fosi-audio-k7-der-perfekte-desktop-dac-fuer-audiophile-gamer/ https://www.hifigeek.de/fosi-audio-k7-der-perfekte-desktop-dac-fuer-audiophile-gamer/#respond Tue, 11 Mar 2025 07:00:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8408 Der Fosi Audio K7 hat seinen Weg von der Kickstarter-Kampagne direkt auf unseren Schreibtisch gefunden, und wir können jetzt nach ausgiebigem Test sagen: Dieses kleine Kraftpaket ist weit mehr als nur ein gewöhnlicher Desktop-DAC. Fosi Audio bezeichnet ihr neuestes Werk als “audiophilen Gaming DAC” — ein großes Versprechen, das wir auf Herz und Nieren geprüft haben. Als Flaggschiff der K‑Reihe positioniert sich der K7 ganz bewusst im oberen Segment des Herstellers, der bereits einige bemerkenswerte Audio-Geräte auf den Markt gebracht hat. Als langjähriger Fan von Fosi Audio, aber auch kritischer Audiofreak, war ich besonders gespannt, ob der K7 meinen hohen Ansprüchen gerecht werden kann.

Transparenz First: Unsere Testbedingungen

Gleich vorweg: Wir haben den K7 kostenlos von Fosi Audio zum Testen bekommen. Aber keine Sorge — das bedeutet nicht, dass wir hier PR-Texte abspulen. Wir urteilen völlig unabhängig und nehmen im Gegensatz zur klassischen Fachpresse kein Geld für unsere Reviews. Wer also einen echten, ungefilterten Test lesen will und keine weichgespülten Marketing-Floskeln, ist hier genau richtig. Bei uns bekommt ihr die ungefärbte Wahrheit — versprochen!

Design und Verarbeitung: Solides Stück Hardware

Die erste Disziplin meistert der K7 mit typischer Fosi-Qualität: Das vollständig aus Aluminium gefertigte Gehäuse liegt angenehm schwer und wertig in der Hand. Auf der Unterseite finden sich vier Gummifüße mit dezenter Fosi Audio Gravierung, die für stabilen Stand sorgen. Die Oberseite wird von zwei digitalen Reglern und fünf Metallknöpfen dominiert, die um ein kleines aber gut ablesbares beleuchtetes Display angeordnet sind. Ein echter Hingucker auf jedem Schreibtisch, die schlichte schwarze Farbgebung passt zu jedem Setup.

Die Anschlussvielfalt ist beeindruckend: An der Front befinden sich zwei 3,5mm Klinkenbuchsen (Mikrofon-Eingang und Kopfhörer-Ausgang) sowie eine 4,4mm Balanced-Buchse für anspruchsvollere Setups. Die Rückseite bietet neben dem 12V-Eingang einen USB-C-Port, Coax- und optischen Eingang, eine Fassung für die schraubbare Bluetooth-Antenne sowie einen Zweikanal-Cinch-Ausgang. Alle Ein- und Ausgänge sind hart vergoldet — ein Premium-Touch, der die Langlebigkeit erhöht und auch optisch einiges hermacht. Die Verarbeitung ist makellos — keine ungleichmäßigen Spaltmaße, keine wackeligen Knöpfe, alles sitzt perfekt.

Technik, die begeistert

Im Herzen des Fosi Audio K7 arbeitet ein AKM4493SEQ DAC-Chip, der folgende Sampling-Raten unterstützt:

  • USB: PCM 384kHz-32bit/DSD256
  • Optical: PCM 24bit/192kHz
  • Coaxial: PCM 24bit/192kHz
  • Bluetooth: PCM 24bit/48kHz

Die Kopfhörer-Impedanzspanne ist mit 16–300Ω großzügig dimensioniert, was bedeutet, dass der K7 mit praktisch jedem Kopfhörer zurechtkommt — vom mobilen In-Ear bis zum anspruchsvollen Studio-Kopfhörer. Der firmware-updatefähige DAC ist intern komplett balanced aufgebaut und liefert eine beeindruckend niedrige Verzerrung von nur 0,0002%. Zusätzliche Sicherheit bieten Überspannungs‑, Überlast- und Überhitzungsschutz — während unseres Tests wurde der K7 zwar warm, aber nie bedenklich heiß. Selbst nach mehreren Stunden im Dauerbetrieb blieb die Temperatur im grünen Bereich.

Im Balanced-Betrieb erreicht der Fosi Audio K7 einen Signal-Rausch-Abstand und Dynamikumfang von 121dB. Die maximale Ausgangsleistung liegt bei beeindruckenden L+R≥2100mW+2100mW — genug Power, um selbst anspruchsvolle Kopfhörer mühelos anzutreiben. Im Single-Ended-Betrieb bleiben immer noch respektable SNR 122dB und ein Dynamikumfang von 121dB erhalten, während sich die maximale Ausgangsleistung auf L+R≥600mW+600mW (32Ω/THD+N<1%) reduziert. Beeindruckende Werte, die selbst bei deutlich teureren DACs nicht selbstverständlich sind.

Via Bluetooth 5.0 unterstützt der Fosi Audio K7 die Codecs SBC, AAC, aptX, aptX HD und aptX LL, womit auch kabellose Verbindungen in nahezu verlustfreier Qualität möglich sind. Die mitgelieferte Antenne sorgt dabei für exzellente Reichweite und stabile Verbindung — in unserem Test konnten wir selbst durch mehrere Wände hindurch noch eine stabile Bluetooth-Verbindung halten.

Vielseitigkeit: Einfach anschließen und loslegen

Die Einrichtung des Fosi Audio K7 ist erfreulich unkompliziert. In unserem Test funktionierte er problemlos an Mac und Windows-PC, ohne dass spezielle Treiber installiert werden mussten. Plug & Play im besten Sinne — einfach anschließen, einschalten und loslegen. Ein großer Pluspunkt: Dank der vielseitigen Anschlüsse lässt sich der K7 auch mit Spielkonsolen wie PlayStation und Xbox verbinden. Allerdings benötigt er stets seine separate 12V-Stromversorgung und kann nicht ausschließlich über USB‑C betrieben werden, was angesichts der Leistungsdaten aber völlig nachvollziehbar ist.

Wir haben den Fosi Audio K7 nicht nur direkt mit Kopfhörern getestet, sondern auch als Quelle für separate Kopfhörerverstärker und Endstufen für Schreibtisch-Lautsprecher genutzt. Diese Flexibilität macht ihn zum echten Multitalent im Audio-Setup. Besonders gut hat uns gefallen, dass man über den Cinch-Ausgang auch aktive Lautsprecher oder eine separate Verstärker-Lautsprecher-Kombination anschließen kann.

Bedienung, die Spaß macht

Die Bedienung des Fosi Audio K7 ist erfreulich intuitiv und durchdacht. Nach dem Einschalten kann zwischen den Modi UAC‑1 und UAC‑2 gewählt werden. Für alle, die mit diesen Abkürzungen nichts anfangen können: UAC‑1 verarbeitet PCM-Signale bis 24bit/96kHz und erlaubt die parallele Nutzung des Mikrofon-Eingangs. In diesem Modus lässt sich das Mikrofon per Druck auf den rechten Drehregler stummschalten, und durch Betätigen des Tone/Mic-Buttons kann die Mikrofon-Verstärkung (0–10) eingestellt werden — ideal für Gaming-Sessions oder Video-Calls.

Im UAC-2-Modus steht Bitstreaming mit 384kHz-32bit/DSD256 zur Verfügung, allerdings ohne Mikrofon-Funktionalität. Die Eingänge (USB, Bluetooth, Coax, Optical) werden über die Input-Taste gewechselt, während der Output-Button zwischen Kopfhörer- und Cinch-Ausgang umschaltet und bei Bedarf alle EQ-Einstellungen per Bypass-Funktion deaktiviert. Der eingebaute EQ erlaubt Anpassungen bei Bass (-12 bis +12) und Höhen (-6 bis +6) — perfekt, um den Sound nach persönlichem Geschmack zu tunen oder unterschiedliche Musikgenres optimal zur Geltung zu bringen.

Die Lautstärkeregelung reagiert feinfühlig und präzise, wobei die Abstufungen bei niedrigen Lautstärken etwas gröber ausfallen. Bei mittlerer und hoher Lautstärke hingegen kann man sehr präzise regeln. Wirklich praktisch ist auch die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Eingängen zu wechseln, ohne jedes Mal Kabel umstecken zu müssen — ein Feature, das im Alltag viel Komfort bietet.

Gaming-Performance: Audiophiles Kopfkino

Da Fosi Audio den Fosi Audio K7 explizit als Gaming-DAC bewirbt, haben wir seine Fähigkeiten in diesem Bereich besonders intensiv getestet — oder besser gesagt, testen lassen. Da ich selbst aktuell kaum zum Zocken komme, habe ich den K7 an zwei Gaming-affine Kollegen weitergereicht, die ihn im täglichen Spielbetrieb auf die Probe stellen konnten. Beide sind erfahrene Gamer mit gehobenen Ansprüchen an den Sound — perfekte Testpersonen also.

Der erste Test mit Hunt: Showdown offenbarte sofort die Stärken des Fosi Audio K7. Nach einem Vergleich mit dem bisherigen Setup aus Focusrite Audio Interface und Beyerdynamic DT 1990 Pro war die Reaktion eindeutig: Ein lautes “Oha!” quittierte die deutlich bessere Ortbarkeit von Gegnern und Bewegungen mit dem Fosi Audio K7. War beim Focusrite zwar ein Gegner grundsätzlich ortbar, konnten mit dem K7 auch Entfernung und präzise Richtung sofort bestimmt werden — ein entscheidender Vorteil in taktischen Spielen, der buchstäblich über Leben und Tod entscheiden kann.

Darüber hinaus reproduzierte der Fosi Audio K7 Sounds wesentlich detaillierter und lieferte spürbar mehr Druck bei Explosionen und anderen Ereignissen. Schritte waren präziser zu orten, Schüsse klangen definierter, und selbst kleine akustische Details wie das Rascheln im Gebüsch oder das Knarren von Holzdielen wurden klarer wahrgenommen. Der Sound war insgesamt klarer und nach längerer Nutzung auch angenehmer, was vor allem bei stundenlangen Gaming-Sessions ein wichtiger Faktor ist. Beim anschließenden Musiktest mit Bloodywood zeigte sich ein ähnliches Bild: Mehr Details, bessere Nuancierung und ein breiteres Klangbild. Die zusätzliche Möglichkeit, den Sound per EQ anzupassen, war das Tüpfelchen auf dem i. Am Ende des Abends war die entscheidende Frage: “Was kostet der K7 und wo kann ich ihn kaufen?” Long story short: Er hat ihn gekauft — ein deutlicheres Qualitätsurteil gibt es wohl kaum.

Gaming-Performance die Zweite

Der zweite Test mit einem Kollegen, der bisher ein Beyerdynamic DT900 Pro X an einem Beyerdynamic Fox Mikrofon betrieb, verlief ähnlich überzeugend. Der Fosi Audio K7 setzte sich klar gegen das Fox und sogar gegen sogenannte High-End-Onboard-Soundkarten durch. Eine Runde Diablo 4 bestätigte den positiven Eindruck, der sich bereits beim Musikhören abgezeichnet hatte. Die Atmosphäre des Spiels kam deutlich besser zur Geltung, die Klangeffekte wirkten präsenter und räumlicher, und die Musikuntermalung entfaltete mehr Tiefe und Dramatik. Auch hier war die Konsequenz unmittelbar: Der Fosi Audio K7 wurde direkt bestellt — ein weiterer Beweis für die überzeugende Performance des kleinen Kraftpakets.

Alltäglicher Einsatz: Verlässlicher Begleiter

Nach den Erfahrungen aus dritter Hand war es Zeit für den Alltagstest. Als jemand, der täglich 8+ Stunden am Rechner sitzt und zwischen Telkos, Qobuz und Spotify hin und her springt, kenne ich meinen Sound ziemlich genau. Normalerweise nutze ich einen iFi Hip Dac, der zwar sehr gut ist, aber eher für mobile Einsätze konzipiert wurde und irgendwann durch etwas Stationäres ersetzt werden sollte. Da kam der Fosi Audio K7 gerade recht.

Nach vier Wochen intensiver Nutzung am MacBook Pro M4 Max kann ich berichten: Keine Ausfälle, keine Probleme, keine Aussetzer — der Fosi Audio K7 läuft wie ein Uhrwerk. Er wurde stets zuverlässig erkannt und schaltete problemlos zwischen verschiedenen Sample-Rates um. Die meiste Zeit lief er im UAC-2-Modus, da für mein Mikrofon ohnehin ein analoger XLR-Anschluss mit 48V-Phantomspeisung notwendig ist. Die Lautstärkeregelung mit dem linken Drehregler funktioniert hervorragend, auch wenn die Abstufungen erst bei höheren Lautstärken feiner werden. Für den täglichen Gebrauch ist das aber völlig ausreichend.

Der eingebaute EQ erwies sich als nützliches Werkzeug zur Feinanpassung, sei es für Musik, YouTube-Videos, Instagram-Feeds oder Screener. Besonders bei schlecht abgemischten YouTube-Clips konnte ich mit einem leichten Bass-Boost und etwas mehr Höhen die Sprachverständlichkeit deutlich verbessern. Nach zwei Wochen kam dann noch ein Upgrade: Der Beyerdynamic DT 1990 Pro wurde durch einen Audeze LCD‑X ersetzt, der mit noch mehr Details, Räumlichkeit und Power aufwartet. Auch hier zeigte sich der Fosi Audio K7 von seiner besten Seite und trieb den anspruchsvollen Kopfhörer souverän und mit Elan an. Die Kombination aus Fosi Audio K7 und Audeze LCD‑X entpuppte sich als echter Traumpartner für lange Hörsessions.

Besonders beeindruckend war die Flexibilität im Alltag: Morgens ein Telefonat über den Kopfhörer, mittags etwas Musik über die Schreibtischlautsprecher, abends dann wieder intensive Hörsessions mit dem Kopfhörer — all das ohne Kabel umstecken zu müssen. Auch die Bluetooth-Funktionalität erwies sich als praktisch, wenn mal schnell ein Track vom Smartphone abgespielt werden sollte. Der Fosi Audio K7 schaltete dabei blitzschnell um und lieferte auch über Bluetooth eine respektable Klangqualität.

Klangliche Vergleiche: David gegen Goliath

Um zu sehen, wo die Grenzen des Fosi Audio K7 liegen, haben wir ihn mit deutlich teureren Setups verglichen. Zunächst wurde der integrierte Kopfhörerverstärker gegen externe Lehmann Audio Linear und Linear II Verstärker getauscht — mit 1000€ bzw. 1500€ wahrlich Premium-Geräte der Referenzklasse. Diese Kombination sollte zeigen, ob der K7 als reiner DAC mit einer hochwertigen Verstärkerstufe mithalten kann.

Natürlich kann der Fosi Audio K7 den Lehmann-Verstärkern nicht das Wasser reichen, aber er schlägt sich im Vergleich bemerkenswert gut! Der Sound mit dem Lehmann Audio Linear klingt zwar deutlich entspannter, detaillierter und reiner, was vor allem der linearen Stromversorgung, ausgeklügelter Schaltung und High-End-Bauteilen zu verdanken ist. Aber gerade dieser Vergleich zeigt, dass man mit dem Fosi Audio K7 ein ausgezeichnetes Stück Hardware zum Bruchteil des Preises erwirbt. Der Qualitätsunterschied ist zwar hörbar, aber der Fosi Audio K7 spielt halt in einer Liga ganz anderen Liga.

Auch der Vergleich mit dem Fosi Audio ZD3, der preislich in derselben Kategorie liegt, aber einen ES9039Q2M DAC-Chip verbaut hat und ohne Kopfhörerverstärker auskommt, zeigte interessante Unterschiede: Der K7 spielt weicher und wärmer, während der ZD3 definierter und technischer klingt — ähnlich dem Unterschied zwischen Vinyl und Digital, allerdings ohne den direkten Basspunch einzubüßen. Diese klangliche Abstimmung macht den K7 besonders angenehm für längere Hörsessions, während der ZD3 mit seiner analytischeren Gangart besonders bei akustischer Musik punkten kann. Welches Gerät man bevorzugt, ist letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks und des Einsatzzwecks.

Ein weiterer Vergleich mit einer audiophilen Soundkarte zeigte, dass der externe Fosi Audio K7 in allen Belangen überlegen ist: Mehr Details, bessere räumliche Abbildung, sauberere Höhen und ein kontrollierter, kräftiger Bass. Die Soundkarte wirkte im direkten Vergleich etwas angestrengt und weniger souverän, besonders bei komplexen Musikpassagen oder bei hoher Lautstärke. Der K7 hingegen behielt stets seine Contenance und lieferte einen stabilen, ausgewogenen Klang — egal, was man ihm vorsetzte.

Musikerlebnis

Die klanglichen Qualitäten des Fosi Audio K7 haben wir mit verschiedensten Musikstücken unserer Qobuz-Referenz-Playlist auf die Probe gestellt. Weiterhin wurde die digitale Version von Hyms in Dissonance von Whitechapel für unseren Vinyl-Test abgehört.

Knocked Loose kommt exakt so in-your-face, wie man es erwartet. Brian Garris’ Kreischgesang wird authentisch und eindringlich wiedergegeben, ohne dass die fetten Riffs den Gesang oder die filigranen Becken und Hi-Hats vermatschen. Die Gitarren haben genau den richtigen Schärfegrad, ohne unangenehm zu werden, und der Bass liefert den notwendigen Punch, der bei diesem Genre so wichtig ist. Besonders bei “God Knows” kommen die schnellen Doublebass-Passagen präzise und druckvoll, ohne zu verwaschen.

Poppys Stimme wird fein und sauber herausgearbeitet, während die Breakdowns unbeschreiblich fett klingen. Bei “Don’t reach for me” entfaltet sich der Kontrast zwischen den poppigen Strophen und den brachialen Refrains besonders eindrucksvoll. Die Dynamik des Songs wird vom K7 mühelos gemeistert, und der Übergang zwischen den verschiedenen Passagen gelingt fließend und organisch.

Lorna Shore, insbesondere die Pain Remains Trilogie, bietet reichlich Abwechslung und feingeistige Momente, in denen der Fosi Audio K7 beweisen kann, dass er sowohl knüppelhart als auch butterweich spielen kann. Die orchestralen Passagen kommen mit angemessener Größe und Tiefe, während die brutalen Ausbrüche mit Will Rahns unmenschlichen Vocals den nötigen Druck entwickeln. “To the Hellfire” mit seinen zahlreichen Bassdrops ist ein wahrer Zuckerschleck für die Ohren. Der berühmte Bassdrop wird vom Fosi Audio K7 mit einer Souveränität wiedergegeben, die für ein Gerät dieser Preisklasse bemerkenswert ist. Der Bass reicht tief hinab, ohne je zu dröhnen oder zu vermatschen.

Ja, mehr Musik!

Brand of Sacrifice mit “Purge”, wo wirklich viel parallel passiert, spielt der Fosi Audio K7 souverän und mit ordentlich Druck. Die zahlreichen Ebenen des Songs — von den guttural-tiefen Vocals über die schnellen Gitarrenriffs bis hin zu den elektronischen Elementen — werden klar voneinander getrennt und doch zu einem kohärenten Ganzen zusammengefügt. Besonders Spaß macht es hier, den Bass um 2–3 Stufen anzuheben und sich von den Kopfhörern richtig durchmassieren zu lassen. Der EQ greift dabei präzise und musikalisch, ohne den Klang zu verfärben oder zu verzerren.

Als Kontrast haben wir Radiohead mit “Creep” getestet — eine unglaublich coole Aufnahme mit sanfter Stimme, räumlichem Schlagzeug und feinen Gitarren, die zum Refrain hin ordentlich fett klingen. Thom Yorkes charakteristische Stimme schwebt förmlich über den Instrumenten, während die legendären Gitarren-Explosionen im Refrain mit dem nötigen Crunch und Druck wiedergegeben werden. Der räumliche Eindruck ist beeindruckend, man kann jeden Musiker klar im Stereopanorama verorten und hat das Gefühl, mitten im Geschehen zu sitzen.

Und da Klassik oft als Maßstab für audiophile Menschen gilt, haben wir mit Septicflesh und ihrem “Infernus Sinfonica MMXIX” ein Metal-Album mit Orchester in die Rotation aufgenommen. “Portrait of a Headless Man” mit seinen räumlich präzise platzierten Trompeten klingt beeindruckend ehrlich und direkt. Der Fosi Audio K7 schafft es mühelos, die Komplexität der Orchesterarrangements wiederzugeben und gleichzeitig den brachialen Metal-Aspekt nicht zu vernachlässigen. Die Dynamik des Stücks wird eindrucksvoll transportiert, und die räumliche Abbildung ist für ein Gerät dieser Preisklasse schlichtweg herausragend.

Die Entdeckung 2024 war für uns die EP “The Poetic Edda” von Synestia und Disembodied Tyrant. Besonders der Song “Winter” mit seinem Bassdrop und der einsetzenden Orgel ist ein wahres Klangschmuckstück, das durch den Fosi Audio K7 vollends überzeugt. Die atmosphärischen Elemente werden wunderschön herausgearbeitet, während die brutalen Passagen mit der nötigen Kraft und Präzision wiedergegeben werden. Die Vocals sind klar und präsent, ohne je den Rest des musikalischen Geschehens zu überdecken. Ein audiophiles Highlight, das der K7 mit Bravour meistert.

Upgrade-Potential: Noch Luft nach oben

Natürlich kann man den Fosi Audio K7 noch weiter optimieren. Ein gutes 12V Linear-Netzteil würde die Kluft zwischen dem K7 und höherpreisigen Setups vermutlich etwas verringern. Leider ist unser Testexemplar bis zum Erscheinen dieses Tests noch nicht eingetroffen, aber die Vorteile, die sich aus einer linearen Stromversorgung für den DAC ergeben, dürften spürbar sein. Erfahrungsgemäß profitieren DACs erheblich von einer sauberen, rauscharmen Stromversorgung. Die Unterschiede könnten sich in einem noch ruhigeren Hintergrund, besserer Dynamik und feiner aufgelösten Details bemerkbar machen.

Für den schmalen Geldbeutel finden sich auf AliExpress oder eBay lineare Netzteile zwischen 80–180€, die bereits eine deutliche Verbesserung gegenüber dem mitgelieferten Schaltnetzteil darstellen sollten (UPDATE: wir haben hier eines getestet und für gut befunden). Wer tiefer in die Tasche greifen möchte, kann sich bei Herstellern wie Keces oder Plixir umsehen, die hochwertige lineare Netzteile im Bereich von 300–600€ anbieten. Allerdings stellt sich die Frage, ob es sich wirklich lohnt, einem 200€ DAC ein 500€+ Netzteil hinzuzufügen — in diesem Fall wäre ein DAC-Upgrade vielleicht die sinnvollere Investition. Andererseits kann ein gutes Netzteil auch bei einem späteren DAC-Upgrade weiterverwendet werden, sofern die Spannung kompatibel ist.

Eine weitere Möglichkeit, das Klangpotential des Fosi Audio K7 auszuschöpfen, sind hochwertige Kabel. Während wir keine Freunde von überteuerten Audiokabeln sind, können ein solides USB-Kabel mit guter Abschirmung und hochwertige Verbindungskabel für den analogen Ausgang durchaus zu einer Klangverbesserung beitragen. Hier muss man aber nicht unbedingt tief in die Tasche greifen — es gibt durchaus erschwingliche Optionen, die besser sind als die Standardkabel aus der Schublade.

Zielgruppe: Wer braucht den Fosi Audio K7?

Der Fosi Audio K7 richtet sich eindeutig an Gamer, die vom verwaschenen Sound ihrer Onboard-Soundkarte genervt sind, an Musikliebhaber, die ihren Klang auf das nächste Level heben wollen, und an alle, die mit räumlichem Stereoklang in Spielen mehr anfangen können als mit pseudo-Surround. Er ist der perfekte Einstieg in die Welt des hochwertigeren Audios, ohne gleich ein Vermögen ausgeben zu müssen.

Durch die Möglichkeit, auch aktive Lautsprecher anzuschließen, wird der Fosi Audio K7 zu einer kompakten aber leistungsstarken Audiozentrale, die sich zudem intuitiv bedienen lässt. Der Kopfhörerverstärker ist potent genug, um auch exotischere Headsets zu betreiben, und durch das Upgrade-Potential mit einem linearen Netzteil gibt es noch Luft nach oben. Besonders beeindruckend ist die Vielseitigkeit: Der K7 kann problemlos zwischen verschiedenen Quellen wechseln, bietet Bluetooth für kabelloses Hören und unterstützt sowohl normale als auch symmetrische Kopfhörer.

Für den audiophilen Gamer ist der Fosi Audio K7 ein echter Geheimtipp, da er nicht nur musikalisch überzeugt, sondern auch bei der räumlichen Ortung in Spielen neue Maßstäbe setzt. Die Kombination aus hochwertiger Klangwiedergabe und praktischen Gaming-Features wie dem integrierten Mikrofon-Eingang machen ihn zu einer idealen All-in-One-Lösung für anspruchsvolle Spieler, die nicht auf guten Sound verzichten wollen.

Fazit: Referenz unter 200€

Es dürfte zwischen den Zeilen durchscheinen, dass uns der Fosi Audio K7 wirklich beeindruckt hat. Mit einem Kickstarter-Preis von etwa 170€ und einem erwarteten Verkaufspreis knapp unter 200€ ist er zwar keine Schnäppchen-Investition, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ausgezeichnet. In seiner Preisklasse etabliert sich der K7 als echte Institution im Segment der Desktop-DACs mit Kopfhörerverstärker.

Wir haben uns für diesen Test besonders ins Zeug gelegt und zahlreiche Kombinationen ausprobiert, um ein möglichst umfassendes Bild zu zeichnen. Der Fosi Audio K7 wurde mit verschiedenen Kopfhörern (Beyerdynamic DT 1990 Pro, Audeze LCD‑X, Beyerdynamic DT 900 Pro X), verschiedenen Quellen (Windows-PC, MacBook, Smartphone via Bluetooth) und in verschiedenen Szenarien (Gaming, Musik, Filme, Telekonferenzen) getestet. In allen Disziplinen konnte der K7 überzeugen — ein Allrounder im besten Sinne des Wortes.

Nach all unseren Tests können wir den Fosi Audio K7 mit gutem Gewissen als Referenz im Bereich der Desktop-DACs unter 200€ mit Kopfhörerverstärker empfehlen. Für audiophile Gamer und Musikliebhaber, die nicht gleich ein Vermögen ausgeben wollen, ist der Fosi Audio K7 eine Investition, die sich klanglich definitiv auszahlt. Er bietet eine beeindruckende Kombination aus Klangqualität, Funktionsvielfalt und Verarbeitungsqualität, die in dieser Preisklasse ihresgleichen sucht. Fosi Audio hat mit dem Fosi Audio K7 ein Produkt geschaffen, das die Messlatte für zukünftige Desktop-DACs in dieser Preisklasse deutlich anhebt.

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Eversolo AMP-F2 — der fast perfekte Begleiter https://www.hifigeek.de/eversolo-amp-f2-der-fast-perfekte-begleiter/ https://www.hifigeek.de/eversolo-amp-f2-der-fast-perfekte-begleiter/#respond Tue, 11 Feb 2025 15:57:57 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8204 Dass wir Eversolo lieben, machen wir kein Geheimnis daraus. Natürlich haben wir sofort zugesagt, als wir die Anfrage erhielten, ob wir den Eversolo AMP-F2 unter die Lupe nehmen möchten! Er bildet die perfekte Ergänzung zum DMP-A6 und der DMP-A6 Master Edition.

Eversolo? Kenn ich gar nicht!

Wer Eversolo nicht kennt, sollte sich schnell mit der Marke vertraut machen. Neben WiiM revolutionieren sie gerade den HiFi-Markt mit „günstigen“, aber hervorragenden Produkten im Streaming-Segment. Und seien wir ehrlich: Streaming ist und bleibt die Zukunft! Eversolo bietet hier den DMP-A6, den wir bereits ausführlich getestet haben. Mittlerweile gibt es auch eine V2-Version mit diversen Verbesserungen – ein echter Hingucker im HiFi-Rack.

Alle Eversolo-Modelle im Überblick: → Eversolo Hub-Seite

Design

Das Design des Eversolo AMP-F2 orientiert sich grob an der Designsprache von Eversolo, allerdings nicht zu 100 %. Die Farbgebung zwischen Player und Endstufe unterscheidet sich leicht. Ob dies an unserem Testmuster liegt, können wir nicht beurteilen. Auffälliger ist jedoch die Beleuchtung, die sich in Gelb eher an der DMP-A6 Master Edition als am Standard-Player orientiert. Vielleicht hätte Eversolo hier eine wechselbare Farbe anbieten sollen, um beiden Produkten gerecht zu werden.

Ansonsten entspricht die Designsprache den Playern, sodass jeder, der auf einheitliche Ästhetik im HiFi-Rack Wert legt, definitiv einen Blick auf den AMP-F2 werfen sollte.

Verarbeitung

Königsklasse! Für den Preis von 799 € ist der AMP-F2 unglaublich sauber verarbeitet und fühlt sich hochwertig an. Das präzise gefertigte Chassis weist keinerlei sichtbare Spaltmaße auf, nichts klappert, und es macht keineswegs einen billigen Eindruck. Im Gegenteil: Eversolo hat mit Starke-Sound einen hervorragenden Partner gefunden, sei es für das Platinen-Layout oder die Lautsprecherbuchsen.

Technik-Bashing

Der Eversolo AMP-F2 basiert auf einem Class-D-Verstärkermodul NS600 von Starke Sound und bietet beeindruckende Leistungsreserven. Mit bis zu 2x250W RMS an 4 Ohm (1% THD) und sogar 450W RMS an 2 Ohm im Mono-Betrieb (BTL) ist er in der Lage, selbst anspruchsvolle Lautsprecherkonfigurationen souverän zu versorgen. Diese Leistungsfähigkeit macht ihn zu einem zuverlässigen Partner für anspruchsvolle HiFi-Systeme.

Das NS600-Modul nutzt die PurePath™ Ultra-HD-Technologie in Kombination mit einem fortschrittlichen Rückkopplungsdesign, das eine Fehlerkorrekturfunktion integriert. Dadurch wird eine extrem niedrige Verzerrung über den gesamten Frequenzbereich erreicht, was eine makellose Klanggenauigkeit und eine präzise Wiedergabe selbst feinster Details ermöglicht.

Ein weiteres Highlight ist das großzügig dimensionierte 600-W-Netzteil, das durch hohen Wirkungsgrad, geringe Restwelligkeit und minimale EMI-Emissionen überzeugt. Es sorgt für eine stabile und leistungsstarke Ausgangsleistung, die die Dynamik des gesamten Systems deutlich verbessert.

Der AMP-F2 ist nicht nur leistungsstark, sondern auch energieeffizient. Im Standby-Modus liegt der Stromverbrauch bei weniger als 0,5 W, während er im eingeschalteten Zustand ohne Signal nur 14 W beträgt. Damit erfüllt er die strengen ErP-Normen der Europäischen Union.

Das robuste Aluminiumgehäuse des AMP-F2 dient nicht nur der Ästhetik, sondern schirmt auch effektiv störende Einflüsse auf die Schaltkreise ab. Zudem ist der Verstärker mit einem 5–12 V Trigger-Eingang und ‑Ausgang im 3,5‑mm-Klinkenformat ausgestattet, der eine automatische Ein-/Aus-Schaltung mit anderen kompatiblen Geräten ermöglicht. Dies sorgt für eine nahtlose Integration in Ihr HiFi-System.

Der AMP-F2 ist perfekt auf die anderen Produkte von Eversolo abgestimmt, insbesondere auf die Streamer DMP-A6, DMP-A6 Master Edition und DMP-A8. Mit seinen technischen Daten – darunter ein Frequenzgang von 10Hz-20kHz (-1,2dB), einem Signal-Rausch-Verhältnis von >110 dB (A‑gewichtet) und einem Dämpfungskoeffizienten von 100 – setzt er Maßstäbe in seiner Klasse.

Die hochwertigen Beryllium-Kupferklemmen, eine Sonderanfertigung von Starke Sound, runden das Paket ab und gewährleisten eine zuverlässige Verbindung zu Ihren Lautsprechern. Mit seinen Maßen von 270 mm (B) x 228 mm (T) x 90 mm (H) und einem Gewicht von 3,65 kg ist der Eversolo AMP-F2 kompakt, aber dennoch solide verarbeitet.

Klang

Wer uns häufiger liest, weiß, dass wir nicht zimperlich mit Komponenten umgehen. Auch hier haben wir wieder unsere Qobuz-Referenzplaylist sowie in Kombination mit einer Vorstufe unsere Vinyl-Platten durchgespielt. Dazu haben wir die Acoustic Energy AE 100² und unsere B&W 704er mit dem Eversolo AMP-F2 betrieben. Die Musikauswahl reichte von feinstem Metal – von Soft bis Ultra-Hart – und dabei haben wir die Endstufe schon an ihre Grenzen gebracht.

Aber der Reihe nach: Der Verstärker arbeitet im Normalbetrieb unterhalb von 70 dB völlig souverän. Über Stunden hinweg haben wir das Gerät mit Freude genutzt. Es gab keinerlei Ausfälle, selbst bei basslastigen Songs, und gleichzeitig wurden Mitten und Höhen sauber herausgearbeitet.

Wir lieben punchige Drums und fühlten uns in jeder Sekunde perfekt abgeholt. Doch nicht nur die Drums müssen in den Magen gehen, auch die Becken müssen ein feines Zischen wiedergeben und klar ins Ohr dringen. Dies können wir dem Eversolo AMP-F2 problemlos bescheinigen. Selbst im brachialen Gitarrengewitter schafft er es, dem Gesang die passende Bühne zu bieten und alles räumlich sauber aufzulösen.

Wir geben Technik bei uns gerne etwas mehr Zeit, und unser Eindruck basiert nicht auf einer kurzen Abhörsession. Stattdessen versuchen wir, die Geräte in unseren Alltag zu integrieren, um auch Aspekte zu beleuchten, die bei längerer Nutzung auffallen.

Bisher klingt alles großartig, aber der Eversolo AMP-F2 hat auch seine Schwächen. Diese liegen vor allem in der Pegelfestigkeit bzw. der Auflösung bei höheren Lautstärken. Wir sind keine Hörer, die nur auf maximale Lautstärke aus sind, und so hören wir vielleicht bei maximal 85 dB. Doch hier zeigte sich bei komplexeren Stücken im Vergleich zu anderen Geräten eine leichte Unschärfe. Der Eversolo AMP-F2 schaffte es nicht mehr, alles so klar wiederzugeben, wie wir es erwartet hätten. Vielleicht könnte man auch sagen, dass er sich angestrengt anhörte.

Ist das jetzt schlecht? Eigentlich nicht. Wir bewegen uns hier in einer Preisklasse, die die gehobene Einsteigerklasse darstellt, und wir finden, dass der Eversolo AMP-F2 diese Rolle voll und ganz erfüllt. In den meisten Mietwohnungen würde man ohnehin nicht lange Frieden mit den Nachbarn haben, wenn man häufig und lange über 80 dB hört.

Dennoch ist die Endstufe in unserer Wahrnehmung neutral und lässt sich daher mit einer Vielzahl von Lautsprechern und anderer Technik kombinieren, ohne den Klang negativ zu beeinflussen. Die einzige Beeinflussung, die wir akzeptieren, ist die des Equalizers, den wir selbst zu Gunsten unserer Raumakustik einstellen.

Setup

Was sollen wir hier groß sagen? Eversolo DMP-A6 oder Eversolo DMP-A6 Master Edition anschließen, ein paar Lautsprecher der Wahl dazu, und schon ist das Traumsetup fertig. Anders gesagt: Man sollte schon etwa 2000 € für sein HiFi-Traumsetup aus Eversolo-Komponenten einplanen.

Dafür bekommt man aber auch wirklich viel geboten, und das Setup ist uneingeschränkt zu empfehlen.

Acoustic Energy AE 100²

Wir haben die Acoustic Energy AE 100² beispielsweise an die Kombination aus Eversolo DMP-A6 Master Edition und Eversolo AMP-F2 angeschlossen und bei jeder Gelegenheit eingeschaltet. Sei es als Beschallung beim Frühstück, auf der Geburtstagsparty oder nach der Arbeit zum Entspannen bei direkten Abhörsessions.

Die Kombination erwies sich als harmonisch und vielseitig. Ob als „kleine“ Wohnzimmeranlage oder als schicke Zweitanlage im Büro, Schlafzimmer, Kinderzimmer oder wo auch immer – in Kombination mit den Acoustic Energy AE 100² blieben bis auf etwas mehr Bassdruck kaum Wünsche offen.

Höreindruck

Aber genug um den heißen Brei geredet: Hier läuft viel Metal, Death Metal, Deathcore, Hardcore, Black Metal und ein bisschen Mittelalter-Kram der Frau sowie ein bisschen Querbeet. Was, wo, wie – wie immer in unserem Discogs-Profil oder auf unserer Referenz-Playlist bei Qobuz.

Knocked Loose — Don’t reach for me

Mit der Tür ins Haus und ab in die Fresse! Hier haben wir direkt ein Paradebeispiel für Druck, Tempo und Energie, das wir vom Eversolo AMP-F2 abverlangen. Fette Bässe und Brian Garris‘ Gesang könnten unterschiedlicher nicht sein. Alles ist von treibenden Riffs und marschierenden Drums umrahmt, und wir haben direkt die Brechstange angesetzt.

Aber: Dass wir nicht sofort aufspringen, um den Mosh-Pit zu eröffnen, liegt nicht an uns. Mangels weiterer Menschen im Raum könnte das eher zu Lasten der Elektrik gehen, sollten wir den Violent Dance starten.

„Don’t Reach for Me“ ist straight und direkt in die Fresse, hat aber auch harte Breakdowns, die verarbeitet werden müssen. Hier merkt man bei Lautstärken jenseits der 85 dB dann schon deutlicher, wie das ohnehin schon stressige Klangbild etwas verwaschen wirkt. Dennoch: Hut ab, dass der AMP-F2 so weit mitgeht und unterhalb von 85 dB ein wirklich großartiges Erlebnis bietet.

Synestia, Disembodied Tyrant — Winter

Die Melodic-Deathcore-Entdeckung von 2024! „The Poetic Edda“ von Synestia und Disembodied Tyrant. Während andere feine Klassik auflegen, legen wir noch einmal nach, um den Verstärker weiter an seine Grenzen zu treiben.

Klassische Instrumente gepaart mit härtesten Klängen und ein unglaubliches Tempo beschreiben den Song recht gut. Für die einen eine Grenzerfahrung, für andere, die reinhören, wird schnell klar, warum dieser Song der perfekte Referenz-Song ist.

Beginnend mit einem räumlichen Gewitter wird dem geneigten Klassik-Hörer schnell klar, dass wir es hier mit einer extremen Variante von „Winter, Movement 1, Four Seasons“ von Vivaldi zu tun haben. Hier darf der Verstärker alle seine Fähigkeiten unter Beweis stellen und verschiedenste Instrumente möglichst originalgetreu wiedergeben.

Und das gelingt außerordentlich gut! Der Eversolo AMP-F2 lässt sich bei normalen bis höheren Lautstärken nicht aus der Ruhe bringen und zaubert uns einen weichen Teppich aus Melodie, Druck und Gesang entgegen. Die Breakdowns sind betonhart, und immer wieder können Instrumente wie die Orgel bei 2:30 mit viel Räumlichkeit und Epik begeistern.

Wie wir den AMP-F2 finden?

Wer auf die reduzierte Breite der Eversolo-Komponenten steht, bekommt hier ein echtes Powerhouse. Dass er nicht ganz pegelfest ist, lässt sich schnell verzeihen, da seine Leistung ansonsten eher einer höheren Preisklasse entspricht.

Für 800 € bekommt man hier ein außerordentlich gut verarbeitetes Stück Technik, das ansonsten unerschütterlich scheint. Fein auflösend mit toller Bühnenbildung.

Upgradability

Und die ist gegeben! Man kann nicht nur einen Eversolo AMP-F2 nutzen, sondern auch zwei! Denn auf der Rückseite befindet sich ein Schalter, der die beiden Kanäle zu einem bündelt und so eine Mono-Endstufe aus dem AMP-F2 zaubert. Leider hatten wir keine zwei Exemplare zur Hand, aber sicherlich würde dies das beschriebene Manko der Pegelfestigkeit beheben.

Fazit

Eversolo hat ein Händchen für HiFi und zeigt im Einstiegssegment deutlich, was man für ein Budget von 800 € bieten kann. Vor allem in Kombination mit dem Eversolo DMP-A6 und der Eversolo DMP-A6 Master Edition ist der Eversolo AMP-F2 fast ein Must-Have, sofern man nicht bereits einen Verstärker sein Eigen nennt. Das Ergebnis ist eine Mini-Anlage mit ordentlich Power, die sicherlich über Jahre begeistern wird.

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Ortofon 2M Vergleich: Red, Blue, Silver und Bronze nach einem Jahr Metal-Vinyl https://www.hifigeek.de/ortofon-2m-vergleich/ https://www.hifigeek.de/ortofon-2m-vergleich/#respond Sat, 01 Feb 2025 23:48:07 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8096 Die Reise geht weiter mit Ortofon. Vor knapp einem Jahr hatte ich die Idee, Musik in den eigenen vier Wänden zu entschleunigen und der Vinyl eine Chance zu geben. Ich habe meine Erfahrungen als blutiger Anfänger hier und hier niedergeschrieben, außerdem habe ich mich mit der Low-Budget-Reinigung von Schallplatten beschäftigt. Jetzt kommt der Ortofon 2M Vergleich – und der hat einige überraschende Ergebnisse geliefert. Betrachtet das hier ein wenig als IMHO (in my humble opinion).

Der Weg zur neuen Phono-Vorstufe

Okay! Mit dem EAT Prelude hatte ich schon einen tollen Plattenspieler für den Einstieg, und der Bestands-Denon X4000 hatte sogar einen Phono-Vorverstärker. Aber was tun, wenn man keinen mehr zur Hand hat?

Der Denon steht aktuell in der Ecke, weil uns IOTAVX mit einem tollen Heimkino-Set ausgestattet hat. Das Problem war natürlich sofort, dass das Schallplattenhören auf Eis lag – denn das Prinzip hinter der IOTAVX-Technik ist deren Einfach- und Reduziertheit. Die AVX17-Vorstufe bringt leider keine Phono-Vorstufe mit. Nach ein wenig Recherche hat dann die erste Neuerung Einzug gehalten: Der Graham Slee Audio GramAmp 2 SE wurde als neue Phono-Vorstufe gefunden. YAY!

Ortofon 2M: Die Nadeln im Überblick

Weiterhin hatte ich das Glück – oder auch Pech, aber dazu später mehr –, von Ortofon ein paar Nadeln zugeschickt zu bekommen. Diese habe ich im Wechsel gegeneinander gehört, und ja… der Unterschied ist dezent hörbar! Okay, Ironie geht hier nicht so wirklich, also: Der Unterschied ist teils gravierend! Nicht immer das Ergebnis, das man erwartet, aber Durchtesten lohnt sich.

Zu Gast hatte ich eine Ortofon 2M Blue und Ortofon 2M Bronze inklusive Cartridge. Ab der Bronze-Nadel ist bei der Cartridge-Verkabelung einiges anders, und das Auflagewicht ändert sich auch. Demnach musste ich das Cartridge umschrauben, um die Nadel zu testen.

Tendenziell kann man theoretisch alle Ortofon 2M Nadeln auf jedes Cartridge stecken. So kann man leicht von einer 2M Red zu einer 2M Silver oder 2M Blue wechseln. Ein mega cooles Prinzip. Jedoch nicht bei 2M Bronze, 2M Black oder LVB Black – passformmäßig schon, aber hier unterscheidet sich im Cartridge zumindest die Verkabelung. Beim größeren Cartridge werkelt wohl eine Silber-Verkabelung, und auch die Auflagegewichte reduzieren sich nicht unerheblich.

Durch einen Kollegen, der sich ebenfalls einen Plattenspieler zugelegt hat, konnte ich außerdem auf eine Ortofon 2M Silver zugreifen. Damit war der Ortofon 2M Vergleich komplett: Red, Blue, Silver und Bronze alle auf demselben Setup gehört.

Ortofon 2M Vergleich: Teurer ist nicht unbedingt besser

Gerade bei analoger Musik sind preislich keine Grenzen gesetzt. Aber vieles hängt vom eigenen Equipment und der bevorzugten Musikrichtung ab. Beim Wechsel der verschiedenen Nadeln konnten wir teils starke Unterschiede feststellen. Und hier kommt wahrscheinlich der größte Tipp, den man geben kann: Ausprobieren!

Viele reden immer davon, dass ihnen originalgetreue Wiedergabe wichtig sei, und das ist sicherlich erstrebenswert. Dennoch macht Musik ohne den richtigen Wums untenherum nicht so viel Spaß. Vielleicht ist es dem anderen auch einfach zu viel, und er bevorzugt weniger Druck. Andere möchten ein Erlebnis wie bei einem Live-Konzert.

Fakt ist: Überall schwingt Beeinflussung mit. Das fängt schon bei der Aufnahme und dem entsprechenden Raum an, geht über das Studio, die Technik und Aufzeichnung, bis zur weiteren Verarbeitung und Abmischung. Es endet immer in den eigenen vier Wänden mit der vorhandenen Technik und den räumlichen Gegebenheiten.

Am Ende entscheidet unser Ohr, ob wir die Musik, die aus unseren Lautsprechern kommt, gut finden oder nicht. Und genau das ist auch beim Ortofon 2M Vergleich der Fall. Wir wissen nicht, für welche Kombination aus Nadel, Plattenspieler oder sonstigem Equipment die Platte gemastert wurde. Vielleicht wurde sie auch gar nicht großartig gemastert, sondern nur eine Platte vom digitalen Master gepresst.

Macht euch nicht so viele Gedanken

Die Message ist hier: Denkt nicht so viel über die Ketten nach. Natürlich werdet ihr überall mehr oder weniger Unterschiede hören! Aber fokussiert euch mehr auf das Hören als auf das Nicht-Hören. Hört mehr gute Musik, anstatt stundenlang im Netz zu recherchieren, was es noch Besseres geben könnte. Denn ein Upgrade werdet ihr immer finden. Genau das muss ich mir auch immer wieder in Erinnerung rufen. Nehmt euch jetzt eine Pause, schmeißt eine Platte auf und lest später weiter. Der Text läuft euch nicht weg.

Ortofon 2M Vergleich: Was klingt wie?

Der Unterschied ist wirklich teils gravierend. Für alle, die einen Eindruck haben wollen, was wir hier so auf den Plattenteller legen, dürfen sich gerne unsere Discogs-Library ansehen. Ihr werdet feststellen: nur sehr harte Klänge. Das Ergebnis ist aber für viele vielleicht verblüffend – vor allem für diejenigen, die in Qualitätsstufen denken, die sich allein am Equipment-Preis orientieren.

Ein bisschen komplex ausgedrückt… sagen wir es anders: Immer wieder sehen wir Videos oder lesen Texte, in denen einem erzählt wird, dass man für gleich viel Geld wie für die Lautsprecher auch Technik und Kabel kaufen soll. Da stecken Wahrheiten sowie Voodoo drin. Natürlich macht der Preis am Ende wahrscheinlich einen Unterschied. Aber beim Ortofon 2M Vergleich kann man sagen: Die Ortofon 2M Red klingt bei hartem Metal wesentlich besser als eine Ortofon 2M Blue. Die Blue ist einfach zu weich im Klang, auch wenn sie mehr Details der Platte entlockt. Aber wenn der harsche Druck fehlt, ist der Klangeindruck eben nicht derselbe.

So hat uns zum Beispiel die Ortofon 2M Red immer noch deutlich besser gefallen als die Ortofon 2M Silver. Der erste große Unterschied ist dann aber bei der Ortofon 2M Bronze zu vernehmen. Hier haben Detailtreue und Druck einfach gestimmt. Zumindest in unserem Setup. Deshalb sind wir hier definitiv Fans der Ortofon 2M Bronze.

Music is the Key

Aber am Ende muss man sich auch eingestehen, dass die Musik ausschlaggebend für die Wahl der Nadel sein kann. Und ja: Wir können uns ebenfalls vorstellen, dass Menschen, die mehrere Musikrichtungen hören, auch mehrere Nadel-Systeme ihr Eigen nennen und sie nach Bedarf austauschen.

Musik und HiFi im Allgemeinen sind ein Hobby! Und das Schöne an Hobbys ist, dass sie zum Ausprobieren einladen.

Das Dilemma nach dem Ortofon 2M Vergleich

Wie oben erwähnt, haben wir natürlich testbedingt jetzt ein Dilemma. Wir wissen jetzt, dass unsere rote Nadel für unsere Musik im Vergleich zu den anderen Ortofon-Nadeln super ist. ABER: Wir haben auch die Ortofon 2M Bronze gehört, und die hat uns dann doch eine ganze Ecke besser gefallen. Will heißen: Jetzt will man upgraden! Shit! Aber noch haben wir keine Nadel verschlissen, sodass wir natürlich irgendwie mit uns hadern. Spielt die Nadel so viel besser, dass man jetzt wechseln will? In diesem Fall: Wir haben uns leider in die Nadel verliebt. Sie ist echt geil. Jetzt müssen wir es aber mal durch die Konsumbrille sehen und uns eigentlich bremsen.

Aber das Schöne ist nun mal, dass es ein Hobby ist und wir unsere Prioritäten selbst festlegen können. Wichtiger Tipp: Vielleicht nicht sofort versuchen zu upgraden, sondern erstmal Lücken schließen. Vielleicht doch erstmal einen externen Pre-Amp anschaffen, um dann mehr Möglichkeiten zu haben und den Klang in eine andere Richtung zu lenken.

Neue Platten auf dem Teller

Jetzt habe ich hier von Ortofon Nadeln geredet und gar nicht, was sonst noch so ging. Also ja, hier war noch ein anderer Plattenspieler zu Gast, und mit ihm ein Vorverstärker. Das hat natürlich wieder einmal gezeigt, dass andere Spieler und Equipment gänzlich anders klingen können. Wahrscheinlich ist es genau das, was das Hobby Hi-Fi für viele so interessant macht. Es zeigt aber auch, dass man sich guten Gewissens eine Zweit- oder Dritt-Anlage zulegen kann.

Weiterhin sind hier einige hervorragende Platten eingetrudelt:

Wintersun hat mit dem Release von Time II endlich angefangen, ihre Platten neu aufzulegen. Oder besser gesagt, Nuclear Blast. Jedenfalls war es so möglich, deren selbstbetiteltes Debütalbum wieder als Re-Release zu erwerben. Neben Time I wurden auch The Forest Seasons neu aufgelegt – und so hat man schnell alle vier Langspieler im Regal stehen.

Falling in Reverse, die Band rund um Skandalsänger Ronnie Radke, haben ihren Langspieler Popular Monster rausgebracht. Hier habe ich mich hinreißen lassen, ein Battle zwischen analog vs. digital zu machen. Sehr interessant, und letztlich kann ich mich nicht entscheiden, welche Version mir die liebste ist. Klingt die LP wärmer und hat den analogen Vibe, macht die FLAC untenrum deutlich mehr Druck.

Dann natürlich der Knocked Loose-Brecher You Won’t Go Before You’re Supposed To. Was für ein Abriss! Sehr gewöhnungsbedürftig für die einen und ein geiler Trip für die anderen. Der Song Suffocate mit Poppy wurde für einen Grammy nominiert, und Knocked Loose durfte bei Jimmy Kimmel auftreten. Die Platte ist einfach der Wahnsinn – Moshpit-Gefahr in den eigenen vier Wänden.

Vorbestellungen: Was als nächstes auf den Teller kommt

Und natürlich dürfen auch Vorbestellungen nicht fehlen. Den Anfang macht Feine Sahne Fischfilet mit ihrem neuen Album “Wir kommen in Frieden”. Die limitierte, giftgelbe und handsignierte Vinyl ist vorbestellt. Ob ich sie auspacken werde oder – wie die handsignierte “Alles glänzt — Alles Live” – eingeschweißt lasse, weiß ich noch nicht.

Weiter geht es mit Arch Enemy und “Blood Dynasty”. Die Wahl fiel auf die Limited Red Blood Splatter-Version, explizit als 180g-Pressung ausgezeichnet. Da ich sehr auf Haptik stehe, war die Wahl schnell getroffen. Die ersten Songs durften wir bereits bei der Rising From The North Tour in Hamburg hören.

Härtere Klänge gibt es dann mit Whitechapel! “Hymns in Dissonance” erzählt die Geschichte eines Kultisten, der würdige Menschen sammelt, um seinem Kult beizutreten. Gitarrist Alex Wade versprach das bisher härteste Album der Band. Die limitierte 180g-Vinyl in Scarlet Red with Cloudy Black Splatter dreht hier bald die Runden.

Den krönenden Abschluss macht Behemoth. Auch hier ein Versprechen: weniger indirekte antichristliche Texte, sondern härter und direkter. Der Titel spricht Bände: “The Shit ov God”. Die limitierte und handsignierte Vinyl aus dem offiziellen Behemoth-Webstore ist gesetzt. Nergal ist ein Perfektionist – das muss man einfach ehren.


Weiterlesen – die Vinyl-Serie:

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Acoustic Energy AE 100² — wir haben den kleinen Einsteiger Lautsprecher ausführlich getestet https://www.hifigeek.de/acoustic-energy-ae-100%c2%b2-wir-haben-den-kleinen-einsteiger-lautsprecher-ausfuehrlich-getestet/ https://www.hifigeek.de/acoustic-energy-ae-100%c2%b2-wir-haben-den-kleinen-einsteiger-lautsprecher-ausfuehrlich-getestet/#respond Thu, 30 Jan 2025 21:37:46 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8152 Acoustic Energy war in unserer Wahrnehmung immer ein wenig unter dem Radar. Generell ist HiFi und Heimkino als Hobby ja auch immer von Entdeckungen, Vergessen und Wiederentdeckungen geprägt. Die Acoustic Energy AE 100² sind ein perfektes Beispiel dafür: Ein Regallautsprecher, der gefühlt nicht so geläufig ist, aber wenn er auffällt, immer positiv überzeugt. Zumindest in Reviews räumen die kleinen Briten regelmäßig ab. Da wir selbst noch keinerlei Berührung mit Lautsprechern des britischen Herstellers hatten, haben wir uns die Acoustic Energy AE 100² mal genauer angesehen – und waren überrascht, was diese kompakten Lautsprecher zu bieten haben.

Acoustic Energy kenn ich gar nicht…

Ähm, ja, so oder so ähnlich ging es uns zunächst auch. Zumindest wird von deren Seite nicht so viel Geld in Marketing versenkt, und sie sind einem sicherlich nicht so präsent wie andere Marken. Das spricht im ersten Gedanken schon mal für eine gute Preis-Leistungs-Ratio. Generell gibt es den Hersteller schon seit gut 35 Jahren, und wie die Acoustic Energy AE 100² beweisen, bauen sie selbst im unteren Preissegment optische und akustische Hingucker.

Design

Wir hatten die weiße Version vom Acoustic Energy AE 100² hier zu Gast, durften uns aber tatsächlich die Farbe aussuchen. Da Weiß sehr gut zu unseren anderen Komponenten passt und wir geschmacklich auch zu Weiß neigen, haben wir uns natürlich dafür entschieden. Die Designsprache der Lautsprecher ist modern und ansprechend: weißer Korpus mit tiefschwarzen Hoch- sowie Tiefmitteltönern. Ein geiler Kontrast! Beide Rundungen fließen ineinander – ja, das hat was! Toll sind auch die schicken Blenden, die die Verschraubungen kaschieren. Sehr modern und macht sich immer gut auf HiFi-Boards, Low-Boards oder dergleichen. Interessant sind auch die Gehäusekanten, die mal rechtwinklig, mal gerundet sind. Sie sorgen dafür, dass man den Lautsprecher gerne betrachtet und nicht gleich gelangweilt ist. Eine Stoffblende darf natürlich auch nicht fehlen, obwohl sie die Lautsprecher ein wenig „abtörnen“ kann. Zu erwähnen ist aber: Die Blenden werden magnetisch befestigt! Sehr geil und kommt je nach Marke meist erst in höheren Preisregionen zum Einsatz. Aber es ist einfach klasse, weil die Front dadurch noch aufgeräumter wirkt, ganz ohne Blendenhalter. Die Blenden besitzen zudem abgerundete Ecken.

Verarbeitung

Die Acoustic Energy AE 100² fühlen sich wertig an und haben eine leicht raue Oberfläche. Natürlich sind sie in diesem Preissegment noch nicht lackiert, sondern foliert. Dennoch sieht man ihnen das auf Entfernung nicht direkt an, und sie wirken keinesfalls „billig“. Mit 4,5 kg sind sie auch keine Leichtgewichte und stehen recht solide auf ihren kleinen Gummi-Füßchen, die man nach dem Auspacken unter die Lautsprecher kleben muss. Wer hier weniger Vibrationen auf seinem Möbel wünscht, muss auf jeden Fall noch nachbessern, da hier gefühlt natürlich nichts absorbiert wird.

Unsere Bilder mit den Acoustic Energy AE 100² auf dem Creaktiv HiFi-Rack und dem Plattenspieler in der Mitte sehen zwar toll aus, sollten in der Praxis aber vielleicht nicht nachgestellt werden. Bei höheren Pegeln hatten wir schon einiges an Vibrationen auf dem Rack, was wir dann wahrscheinlich nicht mehr als „unhörbar“ abstempeln wollen – zumindest bei Vinyl. Zwar konnten wir hier auch wunderbar die Funktionalität von HiFi-Basen testen, aber vielleicht nicht direkt, um solche Vibrationen zu kompensieren.

Weiterhin sind auf der Rückseite gute Anschluss-Terminals verbaut sowie ein Bassreflex-Port. Bei einem UVP von 350 €/Paar ist das gebotene Verarbeitungspaket schon wirklich weit vorne.

Klang

Das, worauf eigentlich jeder wartet und lesen möchte. Wissen wir. Sie klingen super. Wirklich. Okay, okay. Wie immer hier der Disclaimer: Wer jetzt schwülstige Ausführungen der Fachpresse erwartet, ist hier falsch. Hier gibt’s kein Honig ums Maul geschmiert oder Begriffe, die man außerhalb der HiFi-Branche noch nie gehört hat. Wir versuchen, den Klang anhand unserer Erwartungen von Musik zu beschreiben.

Beim Acoustic Energy AE 100² handelt es sich um einen Kompakt- bzw. Regal-Lautsprecher. Diese können fantastisch klingen, sind aber, was die Basswiedergabe angeht, natürlich ein wenig im Nachteil. So auch der Acoustic Energy AE 100². Dafür präsentiert er sich im mittleren Bereich und den Höhen stark. Wir hören eigentlich vorwiegend Metal, und deshalb können wir auch wirklich treffende Aussagen zu eben dieser Musik machen. Hier stehen sie im „perfekten“ Stereo-Dreieck mit 3 m Abstand von der Abhörposition und eingewinkelt auf diese. Die Lautsprecher bilden eine tolle Bühne, will heißen: Der Gesang ist klar mittig zu verorten, und Instrumente wie das Schlagzeug werden je nach Aufnahme sehr räumlich dargestellt. High-Hat links, Becken links und rechts, Snare, Bass – alles sehr knackig, und auch die Bass-Drum hat einen gewissen Punch. Jedoch – und das wollen wir nicht ankreiden – fehlt es untenrum schon ein wenig. Hier ist aber auch immer die Frage, was man will und was man braucht.

Gepaart mit einem Subwoofer gleicht man dieses Manko schnell wieder aus und hat immer noch den reduzierten Look von Kompakt-Lautsprechern – eben mit dem gewissen Etwas. Wir haben unseren Arendal 1961 1V mitlaufen lassen zum Test und hatten direkt eine sehr potente Anlage hier stehen.

Die Mitten sind sehr ausgewogen, und wir fanden Gitarren-Sounds sehr crisp und fast schon analytisch in der Wiedergabe. Will heißen, dass die Acoustic Energy AE 100² schon in Richtung Studio-Monitor tendieren. Jedoch verzeihen sie auch ein paar Fehler in der Produktion, sodass, wenn eine Platte doch nicht ganz so gut abgemischt ist, sie nicht gleich bei Discogs zum Verkauf landet. Die Höhen sind wirklich ordentlich, und manchem könnten sie zu spitz sein. Wir stehen aber auch auf präsentere Höhen, also haben sie unseren Geschmack schon sehr getroffen. Gerade bei Live-Konzerten ist dies meist ebenso der Fall, also gehen wir schon davon aus, dass dies dann auch das gewünschte tonale Verhalten darstellt.

Letztlich muss man aber auch mal die Kirche im Dorf lassen: Jede etwas bessere HiFi-Hardware besitzt heutzutage einigermaßen bis hervorragende Equalizer, die den Sound an unsere Hörwünsche anpassen. Vielleicht waren die Dinger in der Vergangenheit verrufen, aber letztlich müssen wir doch auch immer an die baulichen und akustischen Gegebenheiten denken. Unser Wohnzimmer, Kellerzimmer, Hörzimmer oder was auch immer uns zur Verfügung steht, ist nicht perfekt. Selbst wenn man, wie wir, versucht, das Zimmer akustisch mit verschiedenen Maßnahmen anzupassen, wird man irgendwo kleinere Anpassungen machen wollen oder müssen. Das ist okay, und solange am Ende ein für uns guter Klang dabei herausspringt, ist es doch genau das, was wir wollen.

Soll heißen: Solange die Lautsprecher nicht völlig bei der Wiedergabe irgendwo versagen und einfach nicht performen, kann alles mit Equalizern so weit angepasst werden, dass die groben Schnitzer ausgebessert werden und gleichzeitig vielleicht unser Geschmack für etwas erhöhten Bass oder weniger Höhen bedient wird.

Setup

Aber vielleicht erstmal noch etwas zum Test-Setup. Wir haben versucht, die Lautsprecher mit einigen Setups zu testen. Angefangen haben wir mit den Fosi Audio Mono V3 in Verbindung mit dem WiiM Pro Plus und dem Eversolo DMP-A6. Jeweils symmetrisch per XLR und unsymmetrisch per RCA/Cinch. Weiterhin haben wir unseren Transaudio D5Pro an die kleinen Lautsprecher gehängt, natürlich die IOTAVX AVX17 mit AVXP‑7, und zu guter Letzt noch den Eversolo AMP-F2. Weitere Zuspieler waren hier noch der EAT Prelude mit verschiedenen Cartridges sowie der Sony X800M2 für Filme. Als Kabel werkeln hier natürlich allseits bekannte Cinch Sommer Cable EpilogueXLR Sommer Cable Epilogue als Zuspielerkabel, und die Lautsprecher wurden mit unseren DIY-Lautsprecherkabeln auf Basis vom Sommer Cable Dual Blue Kabel versorgt.

Fosi Audio Mono V3

Abgesehen davon, dass die Fosi Audio Mono V3 hier tolle Counterparts für ein kleines Budget sind, lieferten die Acoustic Energy AE 100² schon sauber ab. Allgemein bewiesen sie nach einer kleinen Einspieldauer dann Pegelfestigkeit bei unserem Abhörpegel von rund 80–85 dB. Ja, ja, wir wissen, dass manch andere hier höhere Abhörpegel fahren, aber bei 80–85 dB sind längere Sessions für die Ohren safe. Und sind wir mal ehrlich: In einem Mietshaus sind die 85 dB schon grenzwertig – oder die Nachbarn taub. Wir haben die Lautsprecher hier natürlich mit feinstem Metal bespielt. Gleichzeitig haben wir die Lautsprecher für unsere Einschätzung der Fosi Audio Mono V3 benutzt, damit wir auch kleinere Lautsprecher gegen unsere Standlautsprecher testen können. Generell kann man sagen, dass das Set harmonisch zusammenspielt und eine tolle kleine Einstiegsanlage darstellt.

Natürlich haben wir auch ein wenig mit Equalizern rumgespielt und konnten für uns festhalten, dass wir im Bassbereich eine leichte Anhebung um 1–2 dB gemacht haben, eben weil unser Raum durch die akustischen Anpassungen ein wenig mehr Energie benötigt.

Transaudio D5Pro

Eine tolle Kombination für die Acoustic Energy AE 100² ist hier der Transaudio D5Pro. Sein Klangcharakter mit ein wenig Röhren-Vibes und analogen Zuspielern ist halt schon was Feines. Wie oben erwähnt, sind die Lautsprecher nicht total analytisch, weshalb sie auch bei Vinyl wirklich herausragend performen. Natürlich geht immer mehr, aber hier sind wir wieder bei Preis-Leistung, und dabei überzeugen die Lautsprecher vollends. Der Transaudio D5Pro ist natürlich sehr potent, spielt dadurch aber sehr entspannt an den Regallautsprechern, und auch höhere Pegel kommen mit Wucht ohne hörbare Verzerrungen daher. Mit digitalen Playern macht sich das Gespann ebenso hervorragend, und auch hier kann man sagen, dass die Lautsprecher wirklich crisp klingen.

Eversolo AMP-F2

Wir hatten die Gelegenheit, ebenfalls einen Eversolo AMP-F2 hier auszuprobieren, und abgesehen von Dingen, die uns am Eversolo AMP-F2 aufgefallen sind und die dann im Test von ebenjenem zur Sprache kommen, hat uns die Kombination mit einer Einschränkung ebenfalls gut gefallen. Als Mini-Anlage – vom Formfaktor und nicht von der Leistung betrachtet – ist so ein Eversolo DMP-A6 mit Eversolo AMP-F2 und den Acoustic Energy AE 100² schon wirklich eine feine Sache für den Alltag. Lediglich sind wir der Meinung, beim Eversolo AMP-F2 auf höheren Lautstärken ein wenig Verzerrung wahrzunehmen. Wir haben das Setup mit dem Eversolo DMP-A6 und anderen Verstärkern gegentestet, und selbst beim Bildtest ist das leider ein wenig aufgefallen.

Wer jetzt nicht mega laut hört, den wird das nicht jucken, und dann ist diese Kombination mehr als empfehlenswert – auch wenn sie dann schon ein wenig kostspieliger ist.

IOTAVX AVX17 mit IOTAVX AVXP1

Heimkino! Ja, natürlich soll es auch darum gehen, denn die Jungs und Mädels von Acoustic Energy bieten neben den kleinen Acoustic Energy AE 100² natürlich auch Center, Standlautsprecher, Subwoofer und On-Wall-Lautsprecher an. Also perfekt für den Einstieg ins eigene Heimkino. Also verbannt eure Soundbars, denn je nachdem holt ihr euch mit den Acoustic Energy AE 100² ein saftiges Ton-Upgrade ins Haus. Wir haben etliche Filme mit der IOTAVX AVX17 und IOTAVX AVXP1 Kombo in Stereo geguckt, und können den Acoustic Energy AE 100² auch hier tolle Details und Räumlichkeit zusprechen. Natürlich hatten wir hier bisher nicht die Möglichkeit, ein vollständiges Surround-Setup zu testen, aber was nicht ist, kann ja bekanntermaßen noch werden.

Höreindruck

Nach viel Hör-Theorie vielleicht noch ein wenig Praxis. Hier geht viel Metal: Death Metal, Deathcore, Hardcore, Black Metal und ansonsten ein bisschen Mittelalter-Krams der Frau und natürlich ein wenig Querbeet. Wer einen kleinen Abriss sucht, kann gerne ins Discogs-Profil einen Blick werfen. Hier sieht man, was so an Vinyl durch den Plattendreher gezogen wurde. Wer digital und lossless unterwegs ist, darf sich gerne bei uns die Referenz-Playlist auf Qobuz zu Gemüte führen und einen Eindruck erlangen, was wir so alles von den Acoustic Energy AE 100² abverlangt haben, bis wir zu diesen Aussagen gekommen sind.

Knocked Loose — Suffocate (feat. Poppy)

Ja, Leute… haben Knocked Loose schon in der Vergangenheit bei Jimmy Kimmels Show die Zuschauer-Ohren bluten lassen, wollen wir natürlich den Song, welcher ebenfalls für den diesjährigen Grammy nominiert ist, direkt voranstellen. Natürlich ist Knocked Loose gewöhnungsbedürftig, aber zweifelsohne mega erfolgreich. Gerne verlinke ich hier den Jimmy Kimmel Live-Auftritt, welcher ja bekanntlich auch im Nachhinein für sehr erzürnte Reaktionen gesorgt hat. Bitte nicht wundern, die zwei Tonaussetzer am Ende sind amerikanische Zensur von Schimpfwörtern. In voller Pracht dann entweder von unserer Platte oder eben bei Streamern.

Suffocate fängt mit schweren Gitarrenriffs an, die druckvoll von den Acoustic Energy AE 100² wiedergegeben werden. Bryan Garris’ Gesang ist ein wenig eigensinnig und gepaart mit Poppy erreicht er ein ganz anderes Level. Genau dies vermögen die Acoustic Energy AE 100² ordentlich zu transportieren. Es kommt direkt Galle in uns hoch, und wir wollen am liebsten den nächsten Moshpit im Wohnzimmer starten. Geil! Gepaart mit den salvenartigen Drums kommt gute Stimmung auf. Da stört es kaum, dass wir hier und da die Grenzen der Lautsprecher erreichen. Natürlich schlägt uns die Bass-Drum nur sanft in die Magengrube, und der letzte Druck fehlt hier und da. Aber wir betrachten hier Lautsprecher unter 400 €, und was die hier abliefern, ist schon nicht schlecht!

Behemoth — Blow Your Trumpets Gabriel

Schwermütiger Black Metal und gleichzeitig ein Meisterwerk der Zunft darf natürlich in unserem Test nicht fehlen. Für viele schon Mainstream, wird es sicherlich hier den ein oder anderen Leser geben, der spätestens jetzt das Zeitliche segnet. Behemoth sind eine Wucht, und mit Blow Your Trumpets Gabriel liefern sie ein Meisterwerk ab. Das Album The Satanist sei jedem ans Herz gelegt. Vor allem für diejenigen, die nicht so viel Erfahrung mit Black Metal haben.

Schwermütig setzen die Gitarren den Song in Bewegung. Glaubwürdig und fett spielen die Acoustic Energy AE 100² auf. Mit dem Einsatz von Nergals kehligem, gurgelndem Gesang setzt sich das Dickschiff in Bewegung. Fein detailliert spielen sie jeden klagenden Ton des Gesangs. Auch bei den zunächst dezent einspielenden Drums haben sie keinerlei Probleme. Schön herauszuhören sind die feinen Höhen der Hi-Hat. Ab 02:30 wird der Song dann ordentlich schnell. Wir können bescheinigen, dass die Lautsprecher bei den Mitten und Höhen ordentlich mithalten. Von Verzerrung ist hier keine Rede. Die räumlichen Drums, besonders im zweiten Teil des Songs, werden gefühlt sehr akurat wiedergegeben. Bei 04:02 wird es noch einmal sehr beckenlastig, was direkt ins Gehirn drischt.

Also? Wie sind die kleinen Dinger?

Leute, für 350 € kann man echt nicht viel falsch machen. Wir haben versucht, die Acoustic Energy AE 100² in unseren Alltag zu integrieren. Das heißt, abseits unserer Test-Sessions haben wir sie immer dann genutzt, wenn wir Lust auf gestreamte Musik hatten. Und das geht gut! Gerade bei günstigeren Anlagen oder Soundbars hat man oft das Gefühl, dass man sich „satt“ gehört hat und nach etwas „Besserem“ strebt. Das können wir von den AE 100² nicht behaupten. Hier haben sie irgendwie als „Zweit-Anlage“ fungiert, für mal eben den täglichen Quicky. Wir können uns gut vorstellen, dass die Lautsprecher in viele Wohnzimmer passen und den Beginn zu einem tollen Hobby bilden könnten.

Jedenfalls tun sie genau das Richtige, indem sie Musik wieder die Ehre geben, Musik zu sein, und diese mit anständiger Qualität wiedergeben. Wer nach mehr als Blechdosen-Klang strebt, weg von seinen AirPods, Soundbars oder leerem TV-Klang, sollte mal einen Blick auf die Acoustic Energy AE 100² werfen.

Jedenfalls bieten sie extrem viel für das Geld. Dennoch sollten sie mit Vorsicht genossen werden. Nicht, dass sie süchtig machen!

Upgradability

Ist definitiv gegeben! Acoustic Energy bietet, wie eingangs erwähnt, noch weitere Lautsprecher aus der Serie an. Standlautsprecher, Center, Subwoofer und On-Wall-Lautsprecher bieten etliche Kombinationsmöglichkeiten. Sei es ein Stereo-Setup oder ein 3.0er Setup. Das können wir auf jeden Fall empfehlen und würden es immer einer Soundbar vorziehen. Aber auch ausgewachsene Kombinationen mit 5.1 oder 7.1 sind denkbar.

Ideen für Anlagen-Kombinationen

Als Einstieg einfach an einen WiiM Amp oder WiiM Amp Pro hängen! HDMI mit ARC ist auch vorhanden und könnte eine wirklich tolle Freundschaft werden. Ein AV-Receiver ist auch denkbar! Ein kleiner Denon, um schon gleich auf den Center zu sparen.

Fazit

Wir hatten Spaß und geben die Lautsprecher nur schweren Herzens wieder ab. Aber alles geht einmal vorbei, und so auch eine tolle Testphase mit wirklich interessanten Lautsprechern. Uns haben sie wirklich gefallen, und wir hoffen, dass wir noch weiter in das Acoustic Energy-Universum eintauchen können. Gerne würden wir etwas Höhenluft bzw. Druck in größeren Modellserien schnuppern. Denn Acoustic Energy kann auch High-End, haben wir uns sagen lassen! Wir haben jedenfalls Blut geleckt und hoffen, hier den ein oder anderen ebenfalls motiviert zu haben, es uns gleichzutun.

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Eversolo DMP-A6 Master Edition vs DMP-A6 — Wahnsinn! https://www.hifigeek.de/eversolo-dmp-a6-vs-dmp-a6-master-edition-wahnsinn/ https://www.hifigeek.de/eversolo-dmp-a6-vs-dmp-a6-master-edition-wahnsinn/#respond Fri, 20 Dec 2024 20:39:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8230 Leute, Leute… wie leitet man einen Text über den Eversolo DMP-A6 ein, der wohl als Klangwunder gilt? Vor allem, wenn man ihn mit der DMP-A6 Master Edition vergleicht? Perlen vor die Säue!

Ja, wir lieben Eversolo! Und dann werfen sie auch noch zwei fast identische Streamer in den Ring, zwischen denen man wählen muss.

Alle Eversolo-Modelle im Überblick: → Eversolo Hub-Seite

Für wen ist was?

Fangen wir langsam an. Eversolos Streamer sind nicht ohne Grund in aller Munde. Sie klingen einfach genial! Wem die Sound-Qualität von Spotify und Co. nicht ausreicht, wird schnell den Blick in Richtung High-Res-Audio richten – und hier kommen die Eversolos ins Spiel. Sie haben es geschafft, mit einem vergleichsweise „kleinen“ Preis die Qualität der Wiedergabe, zum Beispiel bei Qobuz, unglaublich zu steigern. Wer hochauflösende Musik hören möchte, kommt eigentlich nicht um einen guten Streamer herum. Mit dem DMP-A6 hat man schon fast den Volks-Streamer gefunden.

Was ist anders?

Das Besondere an der Master Edition des Streamers verbirgt sich im Inneren des gelungenen Gehäuses. Hier hat Eversolo bei einigen Bauteilen noch eine Schippe draufgelegt, um dem DMP-A6 noch mehr Performance zu entlocken. Ein Highlight sind die verbesserten Operationsverstärker, oft auch OpAmps genannt, die an verschiedenen Stellen in der Schaltung zum Einsatz kommen. In der Master Edition kommen nun OPA1612 von Texas Instruments zum Einsatz, die im Vergleich zur Standard Edition mehr als dreimal niedrigere Rauschwerte bieten. Gleichzeitig ist der effektive Arbeitsbereich, also die Bandbreite der Bauteile, deutlich erweitert.

Auch bei der Signaltaktung legt die Master Edition nochmal nach. Zwar setzte die Standard-Variante bereits auf zwei unterschiedliche Oszillatoren, doch hier verwendet Eversolo nun hochpräzise Clocks von Accusilicon. Deren Genauigkeit liegt im Femtosekundenbereich und sorgt für noch weniger Jitter – und damit für eine präzisere und klarere Wiedergabe.

Was macht das in der Praxis?

Das war erst einmal gar nicht so einfach zu fassen. Würde die Fachpresse hier mit blumigen Worten den Player umjubeln, sehen wir das ein wenig nüchterner. Erstmal: Die Master Edition klingt nicht anders. Zumindest war das definitiv unser Ersteindruck. Wir haben beide Player mit denselben Kabeln an dieselbe Hardware angeschlossen und brauchten nur die Eingangskanäle per Fernbedienung wechseln. Und nein… da ist erstmal nichts.

Pam, pam, pam, pam. Goldohren werden uns hier jetzt alles Mögliche herunterbeten können, aber es ist fraglich, ob das jeder so hört oder ob das Geld, das teils bei der Fachpresse für Testberichte fließt, sich in der Meinung widerspiegelt.

Es gab aber Unterschiede! Laufzeitunterschiede. Wir haben den Versuch öfter wiederholt, um nicht auf einen Fehlerteufel unsererseits hereinzufallen. Beide Player haben unsere Referenz-Playlist im Loop parallel abgespielt. Hier haben wir die Player ohne Laufzeitverzögerung gestartet. Nach einer gewissen Zeit hat sich aber eine unterschiedliche Laufzeit zwischen den Playern eingestellt. Diese war nicht dramatisch groß, zeigt aber, dass die in der Master Edition verwendeten Oszillatoren von Accusilicon definitiv präziser arbeiten. Ob nun jemand genau diesen minimalen Laufzeitunterschied tonal hören kann? Wahrscheinlich nicht.

Okay, okay

Dann haben wir mit der Zeit doch etwas gehört. Eventuell sind wir irgendwie abnormal, aber bei Zimmerlautstärke können wir wirklich nichts feststellen. Geben wir hingegen ordentlich Gas und drehen den Lautstärkeregler in Richtung 85 dB, dann wird es ziemlich abhängig von der Musik. Die besseren OpAmps scheinen hier doch das Zünglein an der Waage zu sein und dem Player hier und da im Sound positiv zuzuspielen. Ist der klangliche Unterschied aber jetzt im Bereich von knapp 450 €?

Die Frage darf man uns eigentlich nicht stellen… denn 450 € können in einem Setup fernab vom Streamer noch deutlich mehr bewegen, um den Klang generell zu verbessern! Akustik-Elemente, bessere Lautsprecher (hier hört man den Preis am ehesten), ein Subwoofer als Ergänzung… all sowas verbessert sicherlich den Klang mehr als der Unterschied zwischen DMP-A6 und DMP-A6 Master Edition.

Für wen ist denn die Master Edition?

Mit einem Preis von 1300 € ist die Master Edition des DMP-A6 nicht mehr der Schnapper, den wir dem DMP-A6 attestieren. Hat man jedoch generell eine Anlage im Mittelklasse-Bereich, irgendwo bei 2000 € aufwärts, und möchte nicht direkt zum DMP-A8 greifen, ist die Master Edition wahrscheinlich die beste Wahl.

Und nun?

Wir erleben jetzt ein Dilemma. Sind wir gleichermaßen vom DMP-A6 und der DMP-A6 Master Edition begeistert, hören wir jetzt, gerade durch die längere Testzeit, den Unterschied. Und immer wieder piekst es uns, dass wir doch statt dem DMP-A6 zur Master Edition hätten greifen sollen. Aber ohne sie im direkten Vergleich zu hören, wäre uns der Unterschied wahrscheinlich gar nicht aufgefallen.

Hier verhält es sich aber immer gleich: Man sollte sich nicht zu sehr auf Geschriebenes von der Fachpresse verlassen, sondern darauf achten, dass man sich die Wunschgeräte ins Haus holt und vielleicht wirklich eine Gegenüberstellung seiner Wunschkomponenten macht. Wäre unser Testzeitraum nur wenige Tage gewesen, hätten wir bis auf den Laufzeitunterschied durch den Femto-Clock-Oszillator nicht wirklich viel feststellen können.

Was tun?

Wenn uns jetzt nicht irgendwie eine Ultra-Option ins Haus segelt, bleiben wir natürlich bei unserem DMP-A6, den wir ja dann nicht mehr gegenhören können. HiFi ist und bleibt ein Hobby, das sich jeder selbst definiert und auf der Suche nach etwas Besonderem ist. Genau das macht dieses Hobby so schön!

Musik zu genießen, zu erforschen und zu erleben – und dies nach Möglichkeit in ihrer ursprünglichen Form. HiFi ist auch nicht tot, sondern wird von der heutigen Jugend einfach anders gelebt. Und Streaming ist ein Teil davon! Mit dem Eversolo DMP-A6 und der DMP-A6 Master Edition hat man hier die perfekte Einstiegsdroge.

Fazit

Schaut in euch selbst und überlegt euch eure Budget-Grenzen. Tun euch die 450 € extra in der Tasche weh, und habt ihr noch etliche Verbesserungen an eurem Setup im Kopf? Nehmt die 450 € und verbessert euer Setup! Solltet ihr wirklich mit eurem Raum und Gewissen im Reinen sein, dann greift zur Master Edition.

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Fosi Audio V3 Mono — klein aber oho https://www.hifigeek.de/fosi-audio-v3-mono-klein-aber-oho/ https://www.hifigeek.de/fosi-audio-v3-mono-klein-aber-oho/#respond Fri, 25 Oct 2024 12:18:17 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8062 Über Fosi Audio ist sicherlich jeder schon in irgendeiner Art gestolpert. Stellen sie echt günstige Amps und Hifi-Gadgets her und sind sie auf Amazon omnipräsent. Der neue Fosi Audio V3 Mono hat unser Intreresse sofort geweckt, als dass wir nicht umhin konnten und uns direkt mal zwei ins Haus geholt haben.

Abgrenzung

Die Fosi Audio V3 Mono waren zuerst auf Kickstarter verfügbar und konnten dort vorbestellt werden. Wir sind kurz nach der Kampagne auf diese tollen Amps aufmerksam geworden und haben vor kurzem welche kostenlos von Fosi Audio zur Verfügung gestellt bekommen. Dies soll aber nicht unseren Eindruck und Meinung von diesen Geräten beeinflussen, da wir selber ein großes Interesse daran zu haben die Dinger auf Herz und Nieren zu testen. Hier versuchen wir es auch mehr oder minder frei von esoterischen Beschreibungen, welche dann doch eher bei der “echten” Fachpresse zu suchen sind.

Unboxing

Unspektakulär, aber zweckmäßig. Wer auf den Preis der Fosi Audio V3 Mono schaut, wird wohl keine Apple-Artige Verpackung erwarten. Gabs auch nicht. Diese war dennoch zweckmäßig und unsere zwei Amps sind ohne irgendwelche Blessuren angekommen. Mit dabei hatten wir jeweils ein 48V/5A Netzteil und natürlich eine Anleitung.

Design und Verarbeitung

Hier kann man nur sagen: für den Preis kann man auch andere Qualitäten bekommen, aber die Fosi Audio Produkte sind definitiv erhaben. So klein wie sie sind, sind sie dennoch wirklich toll verarbeitet. Voll-Aluminium Gehäuse, inkl Front- und Rückseite. Als Design-Element wurde ein oranges Lochgitterblech auf beiden Seiten eingefügt. Frischt den schwarzen Kasten definitiv auf und sieht schick aus. Und sonst gibt es eigentlich nix zu meckern. Keine scharfen Grate oder dergleichen, Lackierung ist auch Fehlerfrei und satt schwarz. Lediglich an der Art der Switches könnten Frauen sich ein wenig aufreiben, weil die Kippschalter vielleicht ein wenig filigran sind und an den Fingern pieksen? (spreche da aus Erfahrung)

Einrichtung

Unser Setup ist altbewährt mit unseren Cinch Sommer Cable Epilogue, XLR Sommer Cable Epilogue Kabeln von der Quelle zu den Fosi Audio V3 Mono und dann die Lautsprecher mit unseren DIY Lautsprecherkabeln auf Basis vom Sommer Cable Dual Blue Kabel versorgt. Natürlich hat jeder der kleinen Verstärker noch ein 48V/5A Netzteil bekommen und schon konnten wir hier einige Kombinationen testen.

Bedienung

Zu bedienen gibt es nicht wirklich viel. Die Fosi Audio V3 Mono’s haben zwei Kippschalter. Einer um zwischen RCA/Cinch und XLR umzuschalten und der Andere um die kleine Endstufe Ein/Aus und in den Automatikmodus zu schalten. Wir haben uns entschlossen die Fosi’s auf Auto zu stellen und können verifizieren, dass dieser Modus super arbeitet. Nach einer gewissen Zeit hört man die Endstufen mit einem befriedigenden Klacken in den “Standby” gehen. Sobald es wieder Eingangs-Ton gibt gehen sie ebenso spontan wieder an. Coole Sache, wenn man zu faul ist die Endstufen händisch zu bedienen und mangels Trigger Input eine super Lösung.

Technik-Bashing

Wo sollen wir anfangen? Der Fosi Audio V3 Mono ist mit einer Vielzahl an hochwertigen Komponenten ausgestattet. Beginnend mit einem Soft-Start über WIMA Folien-Kondensatoren, ELNA Kondensatoren, NICHICON Filter Kondensatoren (63V/2200µF), Sumida Audio Spulen bis hin zu wechselbaren TI NE5532 Op-Amps. Der Amplifier-Chip TPA3255 ist ebenfalls von Texas Instrument. Der Eingang ist wechselbar zwischen Cinch/RCA und symetrischen (balanced) XLR. Beim Cinch/RCA kann noch prakktischerweise zwischen einem 25dB und 31dB Gain gewählt werden. Im Auto-Modus wechseln die kleinen Endstufen nach 10 Minuten in den Standby Modus bei keinem anliegenden Audiosignal für geringeren Stromverbrauch.

Die Fosi Audio V3 Mono’s können jeweils mit 32V/5A oder 48V/5A betrieben werden. Hier erreichen sie bei 4Ω einen Max Output von 130W bei 32VV/5A, respektive 300W bei 48V/5A. Bei 8Ω und 48V liegen sie dann bei beachtlichen 150W.

Das Gehäuse ist komplett aus Aluminiummm, verfügt über ein Heatsink am Chassis und eine komplett passive Kühlung.

Höreindruck

Wir haben mit den beiden Fosi Audio V3 Mono’s jeweils mit unseren B&W Standboxen und den Acoustic Energy AE 100² Regallautsprecher angefeuert. Als Zuspieler hatten wir Eversolo DMP-A6, Eversolo DMP-A6 Master Edition, unsere Kombination aus EAT Prelude und Graham Slee Audio GramAmp 2 SE, sowie unserer Vorstufe IOTAVX AVX17 und als mobile Variante dem Shanling M5 Ultra. Hierzu muss man noch sagen, trotz der austauschbaren Op-Amps, haben wir nur dir Werkskonfiguration gehört mangels Austausch Op-Amps.

In Flames — Meet Your Maker

Hart gekickt von der Double-Headliner Tour 2024 Rising from the North von Arch Enemy und In Flames, mussten wir mal als erstes eine feine Vinyl auflegen und hier hat sich das aktuelle In Flames Album Foregone angeboten. Meet Your Maker, welches stark durch die schon sehr basslastig abgemische Bass-Drum im Intro dominiert wird, ist ein eher langsamerer und melodischerer Song von In Flames, aber dafür gespickt mit teils cleanem Gesang. Die Bass-Drum bringt unsere Test Fosi Audio V3 Mono’s sicherlich ein wenig ins Schwitzen, diese lassen es sich aber keineswegs anmerken.

Präzise drücken sie Schlag auf Schlag auf unsere Standlautsprecher und geben sich unermütlich Präzise. Das gesamte Klangbild kommt homogen mit recht breiter Bühne daher. Anders Fridén positioniert sich hier klar frontal und sein Gesang ist immer klar, schon fast analytisch gut zu hören. Um ihn herum reihen sich die Gitaristen und der Bassists. Die Drums über allem erhaben verteilen ihren Klang schön breit und räumlich. Hier kann man bisher sagen: die Fosi’s arbeiten wirklich auf sehr hohem Niveau.

Arch Enemy — Sunset over the Empire

Da Arch Enemy im direkten Vergleich bei der Rising from the North Tour nicht ganz so stark waren, haben wir Alissa White-Gluz nicht den Vortritt gelassen, sondern haben uns dennoch passend die Vinyl vom letzten Langspieler Deceivers als zweites auf den Plattentellen geworfen. Generell muss man sagen, dass mit persönlich die Platte im vergleich zu anderen Neuerscheinungen als Vinyl vom Klang nicht ganz so überzeugen kann. Wobei hier zu sagen ist, dass es mit dem Wechsel mit dem Phono-Pre-Amp wesentlich besser geworden ist und hier in unserem Nadelvergleich von Ortofon auch noch mal was an der Qualitätsschraube des Albums gedreht wurde.

Laber Rabarbar, auch Frauenstimmen können die Fosi Audio V3 Mono’s. In diesem Song zwar nur mit Alissas gegrowle aber die Stimme ist klar und definiert, weiterhin im chorous die Einspieler der Männerstimmen kommen sehr räumlich und hooken uns schon ziemlich zum mitgehen. bei 2:03 die Passage lässt unsere Nackenmuskeln unweigerlich unseren Kopf zum Headbangen mitgehen. Muss so oder? Die Gitarrensolos sind sehr präzise und gerade die Becken von den Drums stehen sehr klar und räumlich heraus.

Falling in Reverse — Watch The World Burn

Führt im Metal gerade ein Weg an Falling in Reverse vorbei? Wir sagen nein. Lange schon die Vinyl von Popular Monster erwartet und natürlich hier für unseren Test zu Rate gezogen. Und fuck… ein geiles Album, eine geile Vinyl die nur noch durch die Lossless Versionen ganz leicht im Tiefbass getoppt werden kann. So haben wir das Album mehrfach mit allen erdenklichen Versionen gehört und natürlich sticht Watch The World Burn hier weit heraus. Sind zwar auch andere wirklich starke Songs auf er Platte, wie Ronald, Zombified oder Voices In My Head, mussten wir uns einen Favoriten raussuchen.

Und yes… die kleinen Fosi Audio V3 Mono’s bekommen bei den Hip Hop Einlagen die tiefen Bässe kontinuierlich rausgedrückt ohne zu übersteuern und bekommen dabei die Stimmen schön räumlich und klar rausgedrückt. Ab 01:50 nimmt der Song dann fahrt auf und die Vocals hooken uns tierisch. Hier hat man schon Bock auf den ersten Pit wobei hier dann ab 02:30 dann die Wut nur so aus Ronnie Radke rausbricht und wir hier am liebsten die Fäuste fliegen lassen würden. Leider offenbaren sämtliche Quellen hier die mehr oder minder schlechte Qualität der Samples gerade bei dem geklirre durch zerbrechendes Glas. Schlimmer ist es nur bei Ronald, aber hierzu können die Fosi’s natürlich wenig. Durch und durch machen die ihren Job super.

Nirvana — Rape Me

Um hier ein wenig Vergleichbarkeit mit unseren anderen Reviews zu bekommen haben wir natürlich auch wieder was altbekanntes mit hinein genommen. Nirvana’s Rape Me klingt einfach so unverschämt gut in Lossless, dass wir uns hier natürlich auch die Vinyl noch mal rangezogen haben in Form des Best-Of Albums von Nirvana.

Hier offenbaren sich dann ein wenig die Unterschiede zu teureren Konsorten, denn zwar spielen die Fosi Audio V3 Mono’s hier immer noch hervorragend, aber können im direkten Vergleich zu anderen Endstufen wir unserer Transaudio D5Pro nicht ganz mithalten. Zwar bekommt man ein wirlich gutes Bild von der Studio Situation und dem Garage Sound von Nirvana, aber hier ist uns das Ganze zu analytisch und flach. Auch vermissen wir eine gewisse Wärme. Was uns im Einzeltest nicht wirklich stört, ist im Direktvergleich natürlich ausschlaggebend. Der warme analoge Flair geht ein wenig verloren und schiebt die Musik ein wenig ins kältere digitale.

Wie ist denn nun der Sound?

Brachial gut mit Abzügen in der B‑Note. Aber lassen wir mal die Kirche im Dorf. Für knappe 330€ bekommt man hier zwei Mono-Verstärker mit brachialer Leistung und das in einem wirklich kleinem Gehäuse. Die kleinen Kraftpakete spielen größtenteils mit Leichtigkeit alle ihnen vorgeworfenen Songs und wirklich nur bei sehr hohen Pegeln geht ihnen ein wenig einer durch. Anders als beim Transaudio D5Pro spielen die kleinen Kerlchen aber eher analytisch und mit kälterem Charakter. Vielleicht eher was für den rein digitalen als für den Analog-Fan.

Ideen für Anlagen-Kombinationen

Hier gibt es eigentlich Zahlreiche. Wahrscheinlich ist die Grundidee eine wirklich gut klingende Budget-Anlage mit den Fosi Audio V3 Mono’s zu basteln. Hier kann im Prinzip direkt mit einem kleinen WiiM (WiiM Mini) und passiven Lautsprechern wie den Acoustic Energy AE 100² Regallautsprecher losgelegt werden. Im Endeffekt hat man danach eine wirklich gut klingende Anlage weit unter 1000€.

Upgradability

Upgrades kann es dann Richtung Streamer oder Lautsprecher auch geben ohne, dass Grund bestehen würde die Fosi’s auszutauschen. Selbst der Fosi Audio V3 Mono können ja noch mit anderen Op-Amps ausgestattet werden und so weiter an seine eigenen klanglichen Vorstellungen angepasst werden. Natürlich macht WiiM Pro Plus oder Eversolo DMP-A6 durch ihre Displays wesentlich mehr her. Wir haben in letzter Zeit sogar festgestellt, dass zwar displaylose Geräte völlig ausreichend wären, aber gerade wenn die Visualisierung auf den Displays ansprechend aussieht, es alle Leute die hier Probe gehört haben, magisch hingezogen hat um dann doch noch ein Bild des Alben-Covers oder dergleichen zu erhaschen.

Fazit

Was Fosi Audio hier wieder aus dem Hut gezaubert hat, rüttelt locker an preisintensiveren Produkten höhere Preiskategorien und lässt die Herzen von Budget-Jägern höher schlagen. Zwar wirbt Fosi Audio auf ihrer Seite auch mit 5.0 Setups, aber hier kommt man dann wieder in Sphären wo man weniger von Budget reden kann. Die Fosi Audio V3 Mono’s punkten genau da wo man es erwartet: Kraftpakete für den kleinen Geldbeutel oder eben Side-Projects, wie der Gartenbeschallung, Zweit‑, Dritt-Anlage, Anlage für das Kind, die Oma oder wie auch immer.

Überall dort wo man dennoch keine Brüllwürfel haben möchte, sondern ordentlicher Sound rauskommen soll. Vielleicht aber auch, oder gerade in Smart-Homes, welche zentral Musik im Haus verteilen und sonst nur sündhaft teure Verstärker von gängigen Installations-Marken verbaut würden.

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Transaudio D5Pro — Nachbau von legendärer Endstufe im Test https://www.hifigeek.de/transaudio-d5pro-nachbau-von-legendaerer-endstufe-im-test/ https://www.hifigeek.de/transaudio-d5pro-nachbau-von-legendaerer-endstufe-im-test/#respond Sun, 11 Aug 2024 14:13:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=8020 Ich hoffe ich setzte mich jetzt nicht in die Nässeln mit meiner Neugierde. Aber der Transaudio D5Pro hat mich heiß gemacht. Da das Patent vom Original abgelaufen ist und ich mir bei leibe niemals das Original leisten könnte, hoffe ich das es hier kein böses Blut gibt.

Aber warum geht es eigentlich?

Na um den Nachbau des legendären darTZeel NHB-108. Dieser ist mittlerweile schon als Model Two erhältlich und unter Patent von darTZeel. Der Nachbau von Transaudio versucht aber gar nicht erst das Design des darTZeels zu kopieren, sondern kommt in einem schlichten Gehäuse daher. Aber es zählen natürlich die inneren Werte und hier wurde versucht auf Komponenten mit den selben Eigenschaften zu setzen wie im Original und die Schaltung exakt nachzubauen.

Abgrenzung

Wir haben den Transaudio D5Pro kostenlos vom Hersteller zur Verfügung gestellt bekommen. Mehr oder minder kostenlos, da wir natürlich Einfuhrumsatzsteuer für das Gerät bezahlen mussten. Dennoch beeinflusst dieser Umstand unsere Einschätzung zu dem Gerät nicht. Wir versuchen hier neutral an jede Bewertung heran zu gehen und nehmen uns Zeit um einen Eindruck des Geräts und Eigenschaften zu bekomen. Es wird versucht den Eindruck möglichst verständlich wieder zu geben ohne blumige und aussagelose Sprache der Fachpresse.

Reviews in Bild und Ton

Wir haben mittlerweile auch einen eigenen Youtube-Channel. Hier versuche ich regelmäßig für euch Reviews mit bewegtem Bild bereit zu stellen und mehr mit euch in Kontakt zu treten. Schaut doch einfach mal vorbei und aboniert den Kanal. Danke!

Unboxing

Geliefert wird der Transaudio D5Pro in einem Karton, mit Syroporplatten ausschraffiert, hervorragend in Luftpolsterfolie verpackt und mit Eckenschutz. Das Gerät hat so die lange Reise ohne irgendwelche Blessuren überstanden. Hier kann man dem Hersteller nur auf die Schulter klopfen, das kennt man aus Fernost auch anders.

Lieferumfang

Hier sind wir schnell durch, da ausser dem Gerät dem Paket nichts beiliegt. Dies ist aber in der Artikelbescheibung beim Kauf transparent angegeben. Woran das liegt ist uns schleierhaft, aber macht das Verpacken und den Versand für verschiedene Länder sicherlich einfacher.

Design und Verarbeitung

Der Transaudio D5Pro ist sagen wir mal schlicht. Also bis auf das eingravierte Transaudio-Logo, die zwei LEDs und dem Netzschalter hat er an der Front nunmal nix zu bieten. Also wer was unauffälliges sucht: in schwarz ist er schwarz wie die Nacht, dass mir die Fotos schon schwer gefallen sind. Das Markanteste an dem Gerät sind wohl mit abstand die Kühlrippen an den Seiten. Sorry, aber hier gibt es wörtlich nix zu sehen.

Die Verarbeitung ist sagen wir mal zweckmäßig gut. Es wurde Wert auf dicke Aluminium Bleche gelegt und das ist hervorragend. Es ist alles sauber verarbeitet und es gibt keine scharfen Kanten. An manchen Stellen ist die schwarze Eloxierung nicht 100%ig und da sieht man in der Größe eines Sandkorns vielleicht die silberne Platte durchblitzen. Stört aber im Regelfall nicht, weil ich ihn nicht den ganzen Tag betrachten muss.

Einrichtung

Als Cinch-Kabel haben wir unser bewährtes Cinch Sommer Cable Epilogue angeschlossen und die Lautsprecher mit unseren DIY Lautsprecherkabeln auf Basis von Sommer Cable Dual Blue Kabel versorgt. Da wir nur ein High-End Kaltgeräte-Kabel haben und dieses an unserem Eversolo (hier im Test) hängt, haben wir den Transaudio D5Pro nur mit einem “normalen” Kaltgerätekabel ausgestattet. Als Zuspieler haben wir zum einen den Eversolo DMP-A6 verwendet oder den IOTAVX AVX17 als Vorstufe mit dem EAT Prelude Plattenspieler an einem Graham Slee — Graham Amp 2 SE.

Als Lautsprecher haben wir hier die Bowers & Wilkins 704 S2 und Acoustic Energy AE 100² in Betrieb gehabt.

Erster Start und Bedienung

Da, einschalten, einen moment warten, bis sich die Kondensatoren vollgesaugt haben und schon leuchten die beiden Front-LEDs und signalisieren die Bereitschaft des Geräts. Da man weiter nichts machen kann, sei hier auch alles zu den Themen gesagt.

Technik-Bashing

Das gute Stück bringt satte 17,4kg auf die Waage. Dafür verantwortlich ist neben dem Gehäuse, das massive Ringkerntraffo, welches mit einer Leistung von 800Watt angegeben ist. Der Transaudio D5Pro stellt eine Leistung von 150w an 8 Ohm zur Verfügung und damit genug auch potentere Lautsprecher ordentlich in Wallung zu bringen. Als Puffer stehen ihm 120.000 µF zur Verfügung und damit einiges an Reserven bei harten Einsätzen. Die Stereo-Endstufe ist intern als doppel Mono-Enstufe aufgebaut und teilen sich nur die Stromversorgung. Das heißt jedem Kanal stehen 60.000 µF, aufgeteilt in jeweils sechs hochwertige 10.000 µF Elna for Music ELKOs, zur Verfügung. Weiterhin wurden Wima MKS 4 Folienkonsensatoren für die weitere Filterung verbaut.

Alle kleineren Kondensatoren auf den Platinen sind von Nichicon. Man kann also nicht meckern über die gewählen Komponenten. Die Verkabelung ist auch sehr hochwertig ausgeführt. Hier fallen zum einen die Teflon ummantelten Kabel von der Kaltegerätesteckerdose zum ersten Schaltboard auf, aber auch die 4mm² Lautsprecherkabel, welche laut Angaben auf dem Kabel, auch in korrekter Signalflussrichtung montiert wurden.

Hier wackelt weiterhin nix rum im Gehäuse, sondern die Kabelführung ist sauber vorgenommen worden. Der Transaudio D5Pro vermittelt bis hierher einen hochwertigen Eindruck und das weit über seinen Preis hinaus.

Die 8mm Front und Seiten-Platten, 3mm Deckel‑, Rück- und Boden-Platte sowie 31mm Kühlrippen alles aus Aluminium sprechen eine weitere Sprache.

Aber auch bei den Funktionen gibt es noch Besonderheiten. Der Transaudio D5Pro wurde mit Lautsprecherschutzschaltungen und einer Soft-Start Funktion versehen. Hier werkeln hochwertige Omron G2r-1‑e Relais je Kanal einmal am Spannungseingang und in den jeweiligen Verstärkerblöcken.

Höreindruck

Wir haben den Transaudio D5Pro auf verschiedene weise angeschlossen gehabt und Musik damit abgehört. Zum einen voll digital mit dem WiiM Pro Plus und dem Eversolo DMP-A6. Hier haben wir unsere allseits bekannte Qobuz-Referenz-Playlist herangezogen. Zum Anderen haben wir den Transaudio D5Pro ebenfalls an unserem EAT Prelude mit Graham Slee — Graham Amp 2 SE voll analog betrieben. Hier haben wir einige referenzfähige Platten bei uns stehen. Wer einen Blick werfen mag kann das in meinem Discogs-Profil machen.

Vielleicht erst einmal was zum generellen Sound des Transaudio D5Pro. Die Kiste klingt verdammt gut und ist mit Abstand der beste Verstärker den wir bisher hier zu Ohren bekommen haben. Was in sofern erstaunlich ist, weil er so günstig ist, aber hochwertig produziert. Generell kann man dem Verstärker attestieren, dass er sehr in Richtung Röhren-Sound tendert, obwohl es sich bei ihm um einen Transistor-Verstärker handelt. Zeigt aber auch das die von Hervé Delétraz’ erfundene Schaltung hier einfach meisterliche Arbeit war.

Knocked Loose — Everything is Quiet Now

Dauerbrenner bei uns. Schon beim Test vom Eversolo DMP-A6 oder WiiM Pro Plus herangezogen, geht es direkt mit Knocked Loose los. Hochwertig produziert haben die Songs echt einiges. Und damit beginnt Everythin is Quiet Now, extrem schnell und komplex. Die Räumlichkeit des Schlagzeugs mit dessen punchigen Bass-Drum spielt suverän und druckvoll auf. Dazu den fetten Gitarren-Riffs verlangen direkt vom Amp einiges an Leistung, lassen ihn aber zu keiner Zeit wirklich schwitzen. Auch bei höheren Lautstärken schafft er es dann den Kontrast zu schaffen zu Brian Garris Schrei-Gesang, welcher vergleichsweise hoch ist.

Bei 0:29 kommt der erste Breakdown, mit anschließender groovigerer Passage. Hier ist viel Raum zu hören und die Bühne klingt wirklich breit. Auch die kurzen Musikkaussetzer locken weder Rauschen, noch beim aprupten Fortsetzen der Musik starke Pegelsteigerungen hervor. Hier hört man das die Kondensatoren das tuen was sie sollen. 1:40 nächster Breakdown mit lang nachklingenden Gitarren und fett einspielenden Riffs und ultra präsentem Schlagzeug, löst bombastisch auf und lässt einen spätestens jetzt vom Sofa/Sessel/Whatever auf springen und den heimischen Moshpit eröffen. (EVERYTHING IS QUIET NOW!) Wo auf Konzerten alles kurz und klein geschlagen wird, muss man sich Zuhause dann doch ein wenig im Zaum halten.

Zeal & Ardor — Firewake

Gospel und Black Metal at it’s Best erwartet uns jetzt bei Zeal & Ardor. Auch wieder hervorragend produziert, perfekt zum Abhören von unserem Transaudio D5pro. Dieser spielt sauber, verzerrungsfrei die ersten Passagen, in welchen er sich sicherlich noch nicht all zu viel anstrengen muss, aber eine harmonische Sauberkeit beweißt. Sauberer Gesang mit immer mehr einsetzenden Instrumenten: E‑Gitarre, anschwellendes Schlagzeug. Headbang-Gefahr dann ab 0:38. Hier schiebt dann der Zeal & Ardor Sound durchs Wohnzimmer! Spätestens bei 01:06 drückt der Song dann so richtig und lässt die Lautsprecher losballern. Kein Anzeichen von Müdigkeit oder Verzerren beim Transaudio D5Pro. Dieser hämmert und hämmert unaufhörlich uns die Riffs und Manuel Gagneux verzerrte Stimme ins Trommelfell. Keine Schwächen und keine Knade!

Brand of Sacrifice — Purge

Technisch moderner Deatchcore… das ist Brand of Sacrifice. Mit ihren vielen musikalischen Ebenen, bilden sie einen komplexen Klangteppich. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen… spätestens bei tiefsten Bass-Drops, welche den Verstärkern alles abverlangen. Nach einem technisch klingenden kleinen Intro ballert der Song direkt los. Tiefbass, schnelle Gitarren und noch schnellere Drums. Regelrechte Maschinengewehrsalven transportiert der Transaudio D5Pro hier uns entgegen. Immer noch kein Zeichen von Müdigkeit. Wenn hier was an die Grenzen kommt, können es höchstens die Lautsprecher sein. Der Verstärker lutscht den Song so weg.

Immer Detail verliebt zeigt er sich unbeeindruckt und spielt uns Brand of Sacrifice druckvoll auf. Das schreit nach mehr Klarheit und reduzierterem Sound im nächsten Song.

In Flames — I, the Mask

Und dieser ist nach einigen Hörsessions: In Flames mit I, the Mask. Der Song hat eine schöne Räumlichkeit und beweißt klarheit bei den Höhen und eine punchige Bass-Drum. Und das haben wir hier ab der ersten Sekunde. Mitreißend kann man sagen. Das Schlagzeug ist akustisch eines der Babies von der Person, die den Song abgemischt hat. Ganz klar. Definiert, nicht zu wuchtig, aber super knackig kickt und die Bass-Drum in die untere Magengrube. Man kann das Gefühl bekommen man hört den Spaß gerade Live über eine große PA. Den Song feiern sicherlich große Lautsprecher die in der Lage sind wirklich zuzupacken. Beim Transaudio D5Pro machen wir uns auch nicht wirklich sorgen, dass er diese bespielen kann.

Jedenfalls erlaubt er sich keine Fehler und bombt und I, the Mask auf unsere Referenzliste.

Sleep Token — Granite

Wollen wir noch dem Sleep Token Hype fröhnen und hier ein wenig allgemein kompatiblere Musik einstreuen. Was nicht heißen soll, dass wir das weniger gut finden. Granite beginnt sehr ruhig und hier kann der Transaudio D5Pro eine schöne räumliche Bühne bilden. Vessels Gesang ist hier präsent und mit immer weiter steigender Intensität des Songs ab 1:11 und dann ab 2:32 drückt der Song durch das sehr präsente Schlagzeug und die Gitarren schon ordentlich. Die Bass-Drum ist auch hier punchy und die Becken lösen schön fein auf. Der E‑Bass darf schön fett wummern, wobei wir hier auch den Transaudio nicht aus seinen Reserven locken können.

Für wen ist der Transaudio D5Pro was?

Ganz klar für Einsteiger, die mit wenig Geld nach Möglichkeit sofort ganz oben einsteigen wollen. Der Transaudio D5Pro bietet unglaublich viel für sein Geld. Hier wird es schwer jemandem was anderes in dieser Qualität zu empfehlen. Aber auch ganz klar für die Zweit-Anlage oder ein Upgrade eines einfacheren Geräts. Vielleicht eine rein analoge Kombination? Die Möglichkeiten sind vielfältig.

Ideen für Anlagen-Kombinationen

Geht man immer nach der High-End Gemeinschaft, ist der Einstieg in diese Welt ab 5000€ möglich. Zielgruppe sind hier Baby-Boomer und Generation X. Wir denken da anders, denn wer im Alter schon Hobbies hat, wird sich nicht Hifi als weiteres teures Hobby ans Bein binden und klanglich kann man auch mit kleinem Budget ordentlich was rausholen. Wir versuchen hier mal Ideen in den Raum zu werfen, wie das aussehen könnte. Viele beschriebene Komponente sind natürlich mit Komponente X ersetzbar und vielleicht trifft was anderes eher den Geschmack. Letztlich geht es hier um Ideen-Findung und wir hoffen das kommt gut an.

Mehr oder minder Einsteiger

Mehr oder Minder halt weil es sich hier bei dem Transaudio D5Pro schon um einen dedizierten Verstärker handelt. Wahrscheinlich ist wenn man “günstig” einsteigen will eine Stereo-Vorstufe mit Endstufe günstiger. Aber eben nicht so variabel. Vor allem weil man nicht immer eine wirkliche Vorstufe benötigt. Im Falle eines WiiM Pro Plus und dem Eversolo DMP-A6 funktionieren diese, solange man in deren Universum bleibt, für sich genommen als Vorstufe hervorragend. Auf dem Zettel haben sollte man auch vielleicht den WiiM Ultra, welcher in den nächsten Tagen verfügbar wird. Mit einem Preis von 399€, Display und im Inneren arbeitenden ES9038 Q2M Flagship-DAC. Für alle die auf Displays verzichten können, sollten sich somit den WiiM Pro Plus ansehen. Wer ausschlieslich Musik hören mag, aber auf die ästetik mit dem Display steht, der ist beim Eversolo ganz weit vorne dabei.

Allround

Wer aber ein Allround Gerät sucht, wird von WiiM Ultra begeistert sein. Denn dieser hat hier und da noch tolle Features, welche ihm definitv die Allround-Krone aufsetzen werden. HDMI mit ARC, Phono-Pre-Amp und einen Headphone Amplifier um nur kurz das Gerät anzureißen. Wir warten quasi täglich auf die Ankunft unserers Musters und dann wird hier ebenfalls ein umfangreicher Test erscheinen.

Lautsprecher

Aber ob WiiM oder Eversolo, gepaart mit dem Transaudio D5Pro hat man wahnsinnige Reserven zur Verfügung. Regallautsprecher? Kein Problem. Hier im Test haben wir Acoustic Energy AE 100² im Betrieb gehabt. Mit ihren knapp 350€ und einem Komplettsystempreis dann bei um die 1000€ mit einem WiiM Pro Plus, 1150€ mit dem WiiM Ultra oder knapp über 1500€ mit dem Eversolo hat man meine solide Grundlage zum Musik genießen geschaffen. Natürlich kann man hier auch einen Blick Richtung anderer üblicher Verdächtigen werfen: Dali, Elac, Canton,… die Palette ist riesig. Wichtig ist nur: stellt euch das Zeug Zuhause hin und hört es euch in euren vier Wänden an! Jeder gute Händler gibt euch die Möglichkeit genau das zu tun. Denn nur so erfahrt ihr ob euch eure Zusammenstellung in euren vier Wänden so klingt, wie ihr euch das vorstellt.

Standlautsprecher? Klar. Hier sind wir sicherlich dann schon irgendwo bei 2000€ für ein komplettes System mit Player und Amp. Viel hilft viel? Jo! Also Standlautsprecher sind schon erstrebenswert, wenn es um Musik Genuss gehen soll. Aber eben halt kein Muss. Auch ein Subwoofer kann die Regallautsprecher auf ein anderes Level heben.

Denkbare Upgrades

Neben größeren Lautsprechern wenn es bisher nur Regallautsprecher sind und/oder einem Subwoofer gibt es noch einiges was man sich ansehen kann um die nächsten Schritte im Hifi/Heimkino-Bereich zu wagen. Subwoofer sind übrigens gerade wenn man mit der Anlage auch Filme gucken möchte extrem hilfrech. Wen das mehr interessiert hatten wir zum Thema und Horror mal einen kleinen Abriss gemacht.

Natürlich kann man zu aller erst eine echte Stereo/Surround-Vorstufe hinzufügen und schafft sich so die Möglichkeit z.B. mehrere Quellen durchzuschalten. Neben Stereo-Sound kann man so eventuell eine 3.0 oder 3.1 Kombination schaffen und profitiert dann von dem dedizierten Front-Kanal für die Sprache in Filmen. Lange Zeit hat uns genau dies auch gereicht, aber war ein Segen für die Sprachverständlichkeit. Hier einfach einen kleinen Verstärker für den Center hinzugefügt, kann es schon losgehen. Hierfür wäre z.B. ein Fosi Audio V3 Mono denkenswert. Wenig Geld, aber hervorragend arbeitende Mono-Endstufe.

Weiterhin lässt sich dann mit einer Vorstufe oder dem WiiM Ultra ebenfalls ein Ausflug ins Analoge, gepaart mit einem Plattendreher, realisieren.

Bleiben wir dabei. Hoffentlich kommen die Anregungen gut an. Wir versuchen hier immer weiter zu gehen und weitere Ideen im Laufe unserer nächsten Tests zu zeigen.

Fazit

Der Transaudio D5pro ist der Wahnsinn. Schon immer gab es Nachbauten dieser legendären Endstufe, aber erst das Ablaufen des Patents ermöglicht es der breiten Masse Zugriff auf diese hervorragende Schaltung zu haben. Schwer vorstellbar, dass es aktuell irgendwas um die 500€ gibt, was diesem Amp irgendwas entgegen setzen kann. Zu beziehen ist as Gerät über Ali-Express, vom dem Shop wo wir das Testmuster bereitgestellt bekommen haben. Macht es natürlich schwierig mit Garantie. Aber am Ende lässt sich das Gerät sicherlich zu 100% reparieren.

Röhren-Feeling in einem Transistor-Verstärker? Jop! Leistung? Jop! Preis-Leistung? Unschlagbar. Wird man lange Spaß an dem Gerät haben? Mit absoluter Sicherheit. Kann ich damit auch schon geneigte High-Ender hervorlocken? Klar. Die klanglichen Eigenschaften des Geräts sind unverkennbar.

Wir jedenfalls werden das Gerät für unsere rein analogen Tests immer gerne heranziehen. Mit einem Streamer hat man auch sofort eine wunderbare Anlage. Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Und jetzt: weniger lesen mehr hören!

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Eversolo DMP-A6 — der Hype-Streamer im Langzeittest https://www.hifigeek.de/eversolo-dmp-a6-der-hype-streamer-im-langzeittest/ https://www.hifigeek.de/eversolo-dmp-a6-der-hype-streamer-im-langzeittest/#respond Wed, 24 Jul 2024 20:06:26 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=7922 Wenn man sich mit Streamern beschäftigt, kommt man wohl nicht am Eversolo DMP-A6 vorbei. Wir natürlich auch nicht und haben ihn parallel mit dem WiiM Pro Plus zum Test gebeten.

*Update*: Wer auch gespannt ist, wie sich der Eversolo DMP-A6 gegen den Eversolo DMP-A6 Master Edition schlägt, muss bei uns wieder reinklicken. Aktuell haben wir beide nebeneinander stehen und versuchen jede noch so kleine Nuance herauszukitzeln. Hier nun der Test: Eversolo DMP-A6 Master Edition

Alle Eversolo-Modelle im Überblick: → Eversolo Hub-Seite

Weiterhin passt zu den Eversolos natürlich auch der Eversolo AMP-F2, welchen wir natürlich ebenfalls zum Test gebeten haben.

Natürlich war uns bewusst, dass man die beiden Streamer im Grunde nicht vergleichen kann. Das sagt alleine das Preistag von gut 850€ beim Eversolo DMP-A6 aus. Ist der WiiM Pro Plus doch am Prime Day für sage und schreibe 199€ zu haben gewesen.

Nein, wir wollten den Eversolo wegen seinem Look und seinen Features. Und von denen hat er jede Menge.

Abgrenzung

Wir haben uns den Eversolo DMP-A6 vom deutschen Vertrieb besorgt und lassen uns von diesem in unserer Wertung nicht beeinflussen. Wir nehmen ebenfalls kein Geld für unsere Tests, sodass wir die Freiheit genießen frei über das Produkt zu schreiben, ohne uns Monitär abhänging zu machen. Wer lieber auf blumige Reviews ohne klare Aussagen steht, darf sich gerne bei der Fachpresse umsehen.

Reviews in Bild und Ton

Wir haben mittlerweile auch einen eigenen Youtube-Channel. Hier versuche ich regelmäßig für euch Reviews mit bewegtem Bild bereit zu stellen und mehr mit euch in Kontakt zu treten. Schaut doch einfach mal vorbei und aboniert den Kanal. Danke!

Unboxing

Gut verpackt, erreichte uns der Eversolo DMP-A6 und nachdem wir, schwarze Box, in der Box, in der Box öffneten, wurden wir zuerst vom Quick Start Guide begrüßt. Unter dem einrahmenden Schaumstoff verbarg sich dann der, in einem Polyesterbeutel verpackten, Streamer. Den Beutel, welcher ebenfalls das Eversolo Logo trägt entnommen und oberhalb noch die im Lieferumfang enthaltenen Zubehörteile, war es dann auch schon unboxed!

Lieferumfang

Der Lieferumfang ist sperrlich aber angemessen. Neben dem Eversolo DMP-A6 selbst und dem Beutel als Verpackung, gibt es noch ein Kaltgerätestecker, einen kleinen Kreuzschlitzschraubendreher und ein USB‑A zu USB‑B Kabel. Weder Cinch oder ein Toslink-Kabel ist enthalten, war aber auch nicht wirklich von uns erwartet worden. Wobei hier der WiiM beides mitbringt. Ob das nun mehr “Müll” ist oder eben nicht, muss man für sich selbst entscheiden.

Eine Fernbedienung wird beim Eversolo nicht mitgeliefert, ist aber als Zubehör erhältlich.

Design und Verarbeitung

Der Eversolo besticht natürlich durch sein Design. Mit seinem riesigen Display und beleuchteten Volume-Knob sieht er einfach schick aus. Die von Eversolo gestaltete Oberfläche der Software ist modern und schlicht zugleich. Der Streamer eignet sich definitiv als Eye-Catcher auf einem schicken Möbel. Um sich noch weiter zu verwöhnen hat er verschiedene VU-Meter und Designs zum Anpassen an den persönlichen Geschmack.

Die Verarbeitung des Eversolo ist Fehlerfrei. Das Gerät besteht vollständig aus Aluminium und ist für seine Größe recht schwer. Massiver Gehäusedeckel, ordentliche Gerätefüße und vergoldete Anschlüsse lassen eigentlich keine Wünsche offen.

Einrichtung

Neuer Streamer, altes Spiel: Auch für den Eversolo DMP-A6 gibt es natürlich eine App. Diese schnell aus dem App Store gezogen ist man hier schon mal ready. Den Streamer haben wir über verschiedene Arten angeschlossen, aber gängig ist sicherlich, per Cinch oder XLR an seinen Vorverstärker. Wer jedoch einen externen DAC benutzen möchte, muss das dann per USB, Coax oder Toslink tuen. Schnell noch ein Netzwerk-Kabel angeschlossen kann es losgehen. Wir haben den Streamer mit unserem High-End Kaltgeräte-Stecker an den Strom angeschlossen und je nach Setup mit dem Cinch Sommer Cable Epilogue oder XLR Sommer Cable Epilogue an unsere Vorstufe und Endstufen. Die Lautsprecher haben wir mit DIY Lautsprecherkabeln auf Basis von Sommer Cable Dual Blue Kabel versorgt.

M.2 SSD

Eine Besonderheit hat der Eversolo DMP-A6 natürlich noch: An der Unterseite hat er eine kleine Klappe, welche sich mit dem beigelegten Kreuzschlitzschraubendreher öffnen lässt. In diese passt dann eine handelsübliche M.2 SSD, auf welcher man seine Musiksammlung ablegen kann. Hierzu natürlich später mehr. Wer das direkt zu Beginn möchte, kann das natürlich direkt vor dem Anschließen erledigen.

Erster Start

Da wir ein Netzwerkkabel verwenden begrüßt einen beim ersten Start direkt ein Update! Woohoo. Update gemacht, App an den Start gebracht, kann es eigentlich auch sofort losgehen. Für die WLAN Leute, muss man seine WLAN Daten mit Hilfe des Displays des Eversolo DMP-A6 eingeben. Danach sollte der Player sich die Update-Pause gönnen und dann kann man endlich loslegen.

Bedienung

Wir haben es gerade schon erwähnt, aber was den Eversolo DMP-A6 zum einen vom WiiM abgrenzt, ist dessen 6 Zoll Display. Und dieses ist nicht nur zum Anzeigen von Informationen da, sondern da es sich um ein Touchscreen handelt, kann man den Player hierüber komfortabel bedienen. Zusätzlich lässt sich bis auf einige Kleinigkeiten der Player auch über die Handy-App bedienen. Ausnahmen sind hier z.B. die Netzwerkeinstellungen, welche nur am Gerät selber getätigt werden können.

Die Bedienung an und für sich geht einfach und intuitiv von der Hand. Aufgrund der vielen Features, sind einige Funktionen nur sehr verschachtelt zu erreichen. Zum Glück gibt es aber die Option Short-Cuts auf dem Home-Screen des Eversolo DMP-A6 zu setzen, mit welchen man dann zum Beispiel zu seinem Streaming-Dienst der Wahl kommt.

Generell muss man sagen, dass der 6 Zoll Touch-Bildschirm eine klasse Art und Weise der Bedienung ermöglicht. Das System reagiert immer flink und auch ein Boot vom ausgeschalteten Zustand geht innerhalb von 30 Sekunden.

Eversolo Software

Bei dem Betriebssystem vom Eversolo DMP-A6 handelt es sich um ein extrem modifiziertes Android 11. Wer jetzt die Optik oder andere Dinge an Android nicht mag: keine Angst! Bis auf die Eingabe-Tastatur erinnert sogut wie nichts an ein normales Android. Hier hat Eversolo viel Hand angelegt und ein in unseren Augen rundes Software-Erlebnis gebaut. Die iOS App funktioniert tadellos und bedient sich flink, als dass auch schnellen Sessions nichts im Wege steht. Abstürze oder Ähnliches sind uns in unserem Test nicht untergekommen. Die Software macht einen wirklich ausgereiften Eindruck und kann locker gegen der altbekannten von Sonos gegenhalten. Gerade mit der V2 von Sonos erst recht. Gegen den WiiM gibt es sicherlich kleinst Abzüge in der Endnote, weil uns hier die aufgeräumte Oberfläche dann doch eine Nuance besser gefällt.

Technik-Bashing

Aber auch die inneren Werte zählen und hier ist der Eversolo DMP-A6 stark aufgestellt. Mit einem ARM Cortex-A55 Quad Core, welcher zwar schon ein paar Tage auf dem Buckel hat, den Eversolo aber niemals langsam wirken lassen. Unterstützt wird er von 4 GB Ram und 32 GB eMMC Speicher stehen für Apps zur Verfügung.

Der Eversolo DMP-A6 verwendet gleich zwei SABRE ES9038Q2M DAC-Chipsätze von ESS und bietet dadruch einen voll symetrischen Aufbau. Hier haben wir wirklich High-End Allüren, welche schon weit oben mitspielen. Die Arbeit übernimmt dann ein XMOS XU316.

Dank den beiden SABRE ES9038Q2M’s unterstützt der Eversolo DMP-A6 DSD512 Native, PCM768KHz@32Bit, MQA Volldecodierung. (Ja wir wissen, dass sich MQA auf dem absteigenden Ast befindet)

Der Eversolo hat eine Dual-Clock-Verarbeitung mit geringem Jitter und dadurch höherer Genauigkeit. Vollständig symmetrische Schaltung, symmetrischer XLR- und unsymmetrischer RCA-HiFi-Vorausgang. 2x DOH-Chips, unterstützt HDMI DSD Native und D2P Mehrkanal-Ausgang.

Ab Werk hat der Eversolo schon ein rauscharmes, hochwertiges Netzteil, das eine reine Stromquelle für Audioschaltungen bietet.

Hatten wir gesagt dass es sich beim Grundsystem um ein Android handelt? Eversolo hat ebenfalls seine eigene EOS-Audio-Engine entwickelt, die die SRC-Beschränkungen von Android global umgeht und so die direkte Ausgabe von Drittanbieter-Apps unterstützt. (Apple Music Hi-Res Direct Output)

Die verbauten Komponenten zergehen auf der Zunge wie Butter: WIMA-Kondensatoren aus Deutschland, NICHICON-Kondensatoren für den Audiobereich, Murata-Chipkondensatoren, Omron-Relais auf Japan und TI-Audio-Operationsverstärker (Op-Amps)

Als kleinen Leckerbissen verfügt der Eversolo DMP-A6 noch über einen M.2 NVME 3.0 Slot im Format 2280, welcher SSD’s mit bis zu 4TB aufnimmt.

Streaming

Der Eversolo DMP-A6 verfügt über alle gängingen und nicht gängigen Streaming-Dienste. Als kleiner Leckerbissen ist er auch als so einziger (von dem wir wissen) in der Lage auch nativ Apple Music auf dem Gerät bereit zu stellen. Hier hat Eversolo ganze Arbeit geleistet und Apple Music vollständig selbst implementiert. Einfach einloggen und loshören.

Unterstützte Streaming-Dienste sind bisher: Tidal, HIGHRESAUDIO, SoundCloud, Calm Radio, Apple Music, Classical, Presto Music, Spotify, Audials Play, Amazon Music, Deezer, KKBOX, Napster, TuneIn Radio, Qobuz, Radio Paradise, BBC Sounds, RadioDroid, Open Radio.

Weiterhin ist der Player in der Lage Music von weiteren Netzwerk- und Internet-Quellen abzuspielen. OpenDrive, Dropbox, Emby, Jellyfin und Plex. Im Netzwerk greift er per UPnP und WebDAV auf Inhalte, z.B. auf ein NAS zu.

Tidal Connect, Roon Ready, Spotify Connect, Airplay2 und Squeeze Connect dürfen auch nicht fehlen. Lediglich auf Chromecast scheint man bisher verzichten zu müssen.

Screenshot

Equalizer

Natürlich verfügt der Eversolo DMP-A6 auch über Equalizer. Und was für eine fette Implementation Eversolo seinen Kunden da an die Hand gibt! Abgesehen davon dass man einen 10 bandigen wahlweise parametrischen oder grafischen Equalizer zur Hand bekommt, kann man mehre Konfigurationen für diesen ablegen. Wem das noch nicht reicht, kann den Equalizer auch unabhänging pro Kanal einstellen. Wem auch das nicht reicht: Der Equalizer kann ebenfalls pro Ausgang eingestellt werden und bietet damit ein höchstmaß an Feintuning-Möglichkeit, wo ein jeder mit Glücklich werden sollte.

Smart-Assistenten

Stumpf: keine. Eversolo verzichtet auf die Integration von Alexa und Co.

Höreindruck

Angeschlossen haben wir den Eversolo DMP-A6 über mehrere Setups im Laufe der Zeit und dies soll den persönlichen Höreindruck schildern. Hierzu haben wir uns eine Qobuz-Referenz-Playlist Playlist angelegt, die wir etliche Male abgehört haben.

Knocked Loose — Deep in the Willow

Wir haben es schon in unser WiiM Pro Plus Review erwähnt: Knocked Loose hat erstaunlich audiophile Alben. Bryan Garris gekeife mit den slayerisken Riffs und den eindringlichen Drums eignen sich für das Abhören und bewerten von der Sound-Qualität ganz hervorragend. Zu Beginn erwarten uns abgrundtiefe Riffs, welche schön aus dem Keller heraus zupacken und ordentlich nach vorne schieben. Der Eversolo DMP-A6 drückt hier noch ein bisschen mehr, als wir das schon vom WiiM gewohnt waren. Gerade das Wechselspiel aus tiefen, fetten Riffs und Bryan’s Gesang, stellt der Eversolo DMP-A6 wirklich sehr plastisch und differenziert dar. Die dargestellte Bühne ist breit und tief. Bryan spuckt uns direkt frontal mit seinem Gesang ins Gesicht, die Gitarren und Bass werden sehr räumlich dargestellt und über allem erhaben sind die Drums die wie eine Gewehrsalve teilweise in den Raum transportiert werden. Die Bassdrum drückt dank Subwoofer ordentlich und erweckt den eindruck, dass sie gerade direkt vor einem steht. Hier merkt man den Klassenunterschied zum WiiM doch schon recht deutlich, gerade weil wir die Gelegenheit hatten beide Player gleichzeitig zu testen. Nicht falsch verstehen! Aber wer wirklich noch mehr Details, Druck und Präzision sucht, bekommt beim Eversolo DMP-A6 noch eine ganze Schippe mehr geboten.

Nirvana — Rape Me

Das Album In Utero von Nirvana ist in der Lossless Variante einfach eine Wucht! Rape Me haben wir aufgrund des Aufbaus des Songs gewählt, da hier besonders stark der Raum in dem die Aufnahme gemacht wurde, heraushörbar ist. Das ist in unseren Augen was ganz besonderes und lässt uns eine Vorstellung bekommen wie das Lied ursprünglich in den Ohren von Kurt Cubain, Dave Grohl und Co. geklungen haben muss. Der Eversolo DMP-A6 spielt hier sehr feinfühlich zunächst die erste Passagen des Lieds und verwöhnt unser Ohr mit einer wirklich guten Abbildung des Aufnahmeraums. Hier lässt der Streamer uns schon gerade zu analytisch den Raum erkunden und die verschiedenen Instrumente verorten. Ganz großes Tennis muss man sagen.

Zeal & Ardor — Firewake

Mit Zeal & Ardors Firewake haben wir einen weiteren Hochkaräter in unserer Referenz-Playlist. Mit eine Misch aus Gospel und Black Metal haben wir hier Gegensätze und gleichzeitig eine komplexe Vereinigung total verschiedener Stile. Die Drums in dem Song sind sehr eindringlich und gepaart mit den wirklich fetten Riffs, flankieren sie hier zarteren Gospel-Artigen Gesag und verzehrten Schrei-/Guteral-Passagen. Wer Zeal & Ardor schon mal live gesehen hat, weiß dass Sänger Manuel Gagneux hierfür teils verzerrer bei seiner Stimme verwendet. Der Eversolo DMP-A6 arbeitet hier alle Nuancen sauber heraus. Die Snare-Drum beo 0:29 hämmert sauber ins Trommelfell und die Riffs schieben ordentlich tiefenbetont vorwärts. Bei all dem Geballer, kann der Eversolo DMP-A6 dennoch eine homogene Bühne zeichnen und bettet alles sauber ins Klangbild ein. Gerade so um 2:20 herum geht die Bass-Drum Salve los und die Stand-Toms bekommen hier ordentlich Bühne. Hier zeigt der Streamer wieder keinerlei Schwächen, sodass er auch bei Firewake zu überzeugen weiß.

Brand of Sacrifice — Between Death and Dreams

Brand of Sacrifice machen immer Spaß! Haben sie doch recht komplex designte Songs mit vielen Einspielern und Bass-Drops. So auch bei Between Death and Dreams. Klar Elektro lastig geht es im Intro des Songs los mit feinem Chor gesag und wummernden Bass. Hier bei der Eversolo DMP-A6 eine abgrundtiefe Stage und hüllt unseren ganzen Raum in tiefsten Bass. Mit einsetzen der Gitarren und weiteren Tiefbass-Effekten bricht Kyle Anderson hinterm Mikro los und wirft fiesen guteralen Gesang in den Raum, welcher kraftvoller nicht dargestellt werden kann. Immer unterbrochen durch wummernde Bässe gepaar mit Chorgesängen. Die schnelle Bass-Drum immer sauber und zwingend präsent zur Stelle ist das komplette Drumset räumlich perfekt zu verorten. Da es sich um eine wirklich sehr digitale Produktion handelt, ist das Song design zugegeben sehr technisch und komplex, was und der Eversolo DMP-A6 aber anscheinend mit Leichtigkeit entgegnet. Nie haben wir den Eindruck, dass hier was verloren geht oder fehlt dargestellt wird. Der Breakdown bei 2:20 ist eine Wonne und macht voll aufgedreht tierisch Bock auf mehr und hämmert auch den letzten Staub von den Boxen.

Der Sound zusammengefasst

Seien es die erwähnten Songs oder unsere schier unendlichen test gehörten Songs verschiedenster Bands und Genre, der Eversolo DMP-A6 macht eine gute Figur bei allem. Im direkten Vergleich zum WiiM glänzt er mit einigem an mehr Auflösung und Details. Auch in Sachen Druck ist er gefühlt noch einige Ecken stärker. Wir haben die Streamer immer ohne jegliche Equalizer in unserem akustisch bearbeiteten Wohnzimmer-Heimkino gehört, in welchem wir zum großteil auf Equalizer-Anpassungen verzichten können.

Musik-Bibliothek und M.2 SSD

Ein Killer-Feature des Eversolo DMP-A6 ist sein M.2 Slot. Hier kann man nämlich eine bis zu 4TB große SSD im M.2 Format verbauen und so seine Musiksammlung auf dem Streamer lokal ablegen. Damit bildet der Streamer eine Alternative zu z.B. einem Roon-Server oder NAS.

Leider kann er nicht als Roon-Server fungieren und uns so die Roon-Features zur Verfügung stellen, aber die von Eversolo bereitgestelle Oberfläche für die eigenen Dateien ist schon klasse. Man hat die Möglichkeit via SMB oder per Browser den Player mit seiner Musik zu bestücken. Der Player sortiert dann nach Wunsch die eigene Musik nach Album, Song oder Interpret oder aber man legt sich eigene Playlists an. Der Player erkennt alle gängigen Formate und spielt dank schnellem Prozessor und SSD die Files eigentlich ohne Wartezeit ab.

CD-Ripping

Um der SSD-Funtionalität noch ein i‑Tüpfelchen aufzusetzen, ist der Eversolo DMP-A6 ebenfalls in der Lage CDs zu rippen und diese auf den internen Speicher abzulegen. Hierfür muss an dem Streamer ein CD/DVD-Rom Laufwerk per USB an den Streamer angeschlossen werden und dann kann es auch schon losgehen. Mangels USB-Laufwerk haben wir die Funktion nicht getestet, denken aber das sie für den ein oder anderen interessant sein könnte.

Vergleich zum WiiM

Dem muss sich wohl ein jeder Ultra Hi-Res Player in Zukunft stellen. Und ja, es ist nicht unbedingt so, dass der WiiM nicht reichen würde. Der Eversolo DMP-A6 zeichnet besser und drückt mehr. Aber bei einem Aufpreis von fast 500€ ist das sicherlich nicht das Argument um zum Eversolo DMP-A6 zu greifen. Diese finden sich schlicht ganz woanders. Selbst die Software, welche zwar unterschiedlich und beim Eversolo DMP-A6 ein wenig verschachtelter ist, macht hier nicht den Braten fett.

Der Eversolo DMP-A6 glänzt einfach mit einem wirklich brillianten Display, mit welchem er sich ausgezeichnet steuern lässt und Stimmungsmäßig die Albencover oder VU-Meter anzeigt. Er hat einen M.2 Slot um die eigene Musiksammlung zu beherbergen. Das ist wenn man nicht gerade ein NAS nutzen möchte oder schon über sowas wie einen Roon-Server verfügt, wirklich das Killer-Feature. 2 TB für 120€ reingeschmissen, nimmt er tausende Lossless-Alben auf und so hat man eine wirklich reichhaltige Offline-Bibliothek zur Verfügung, um sich ein wenig unabhängiger von Streaming-Diensten zu machen. Weiterhin der symetrische Aufbau des Audio-Bereichs lässt ihn einfach noch in einer anderen Klasse spielen.

Wer einen Budget Player nur zum Streamen sucht, wird zu 100% mit dem WiiM glücklich. Wer einen Streamer sucht, der noch kein Vermögen kostet, seine eigene Musik-Sammlung beherbergen will oder aber seine CD-Sammlung rippen, sowie gerne auch Albencover zu Gesicht bekommt ohne gleich sein Handy zu zücken, der muss sich den Eversolo auf die Short-List setzen.

Für wen ist der Eversolo DMP-A6?

Hier gibt es sicherlich verschiedenste Szenarien, aber eines ist sicherlich wie in unserem Falle, dass man relativ “dumme” Technik Zuhause hat und dieser Streaming-Funktionalitäten aufrüsten möchte. Der Eversolo DMP-A6 bietet mit seinen Anschlussmöglichkeiten nahezu alles um wunschlos glücklich zu werden. Der Sound des DAC wird einem lange Freude bereiten und die meisten Ansprüche im Einsteigersegment befriedigen.

Ideen für Einsteiger- und Aufsteiger-Anlagen

Wenn es nicht der WiiM Amp sein soll, sondern man einfach im Regal zu einer Klasse besser greifen möchte und Ideen sucht wie eine Einsteiger- oder Aufsteiger-Anlage mit dem Eversolo DMP-A6 aussehen könnte, haben wir und ein wenig Gedanken gemacht.

Gehobene Einsteiger Kombination

Eine gehobene Einsteiger-Kombination ist sicherlich Eversolo DMP-A6 + Fosi Audio V3 Mono + Acoustic Energy AE 100² Regallautsprecher. Fosi Audio ist als Budget-Marke bekannt und bringt mit ihren V3 Mono gerade interessante und wirklich leistungsstarke digital Mono-Endstufen auf den Markt. Dadurch, dass der Eversolo DMP-A6 sich perfekt als Vorstufe nutzen lässt, können die Fosi Audio V3 Mono direkt per XLR an diesen angeschlossen werden. Einzelne Monoblock-Endstufen sieht man normalerweise schon eher im Ultra High-End Bereich und kann hier für “kleines Geld” von den Vorteilen durch separate Netzteile pro Kanal und damit keine Interferenzen, sowie Verhinderung von Cross-Talk. Darüber hinaus, kann man in Zukunft über Erweiterungen mit weiteren V3 Monos als 3.0 System oder 5.0/5.1 System nachdenken. Klingt gerade ein wenig crazy, aber die Möglichkeiten zur Aufrüstung sind gegeben. Mit den Acoustic Energy AE 100², zu welchen wir in nächster Zeit auch was schreiben werden, holt man sich klanglich hervorragende kleinere Lautsprecher ins Haus um bei wenig Platz und/oder kleinerem Budget, High-End Sound genießen zu können. Darüber hinaus sind die Lautsprecher super verarbeitet und die 300er Serie von Acoustic Energy bietet genug Potenzial für Upgrades und Ausbauten.

Gehobene Kombination

Zweite Idee wäre es neben den üblichen Verdächtigen einen Blick nach China zu wagen und sich sowas wie den Transaudio D5-Pro ins Haus zu holen. Hier bekommt man dann einen Nachbau von einem tollen Stück Hifi-Geschichte (dem darTZeel NHB-108) und definitv im High-End Segment mitspielenden Stereo-Verstärker für um die 700€. Hierzu werden wir die Tage auch noch was schreiben, denn wir haben sogar einen hier im Test. In Kombination mit dem Eversolo DMP-A6 und den Acoustic Energy haben wir hier ein tolles Hifi-Paket, welches aber schon so langsam an der 2000€-Genze kratzt. Dennoch sind genug Leistungsreserven für etwaige Aufrüstung Richtung Standlautsprecher vorhanden und das Ganze im Class-AB Design mit symetirschen Aufbau.

Erweiterungen

Erweiterungen sind natürlich immer in den Vorschlägen bedacht. Die Fosi-Audio V3 Mono’s kann man in beliebiger Stückzahl einfach erweitern, um sich z.B. mit einer geeigneten Vorstufe ein Surround-Setup zusammen zu basteln. Generell eine Vorstufe ist auch keine schlechte Idee, um sein Setup vielleicht noch mit einem Plattendreher zu erweitern.

Geneigte High-Ender greifen sicherlich früher oder später noch zu anderen DAC’s, um hier noch mehr Details und Auflösung aus den abgespielten Dateien heraus zu holen.

Fazit

Wir haben uns verliebt. Wer beim WiiM noch was vermisst, wird dies sicherlich beim Eversolo DMP-A6 finden. Das große Display weiß zu begeistern und trägt zur meditativen Stimmung beim Musik hören bei. Hier kann man sich zu seiner Musik das Alben-Cover, VU-Meter oder andere Dinge anzeigen lassen. Weiterhin kann man auf ein Handy als Bedienung verzichten. Die als Zubehör erhältliche Fernbedienung macht dann sicherlich für den ein oder anderen Sinn.

Die Audioverarbeitung ist spitzenklasse und sicherlich außergewöhnlich in dem Preissegment unter 1000€. Die Anschlussmöglichkeiten sind vielfältig und einzig ARC könnte man beim HDMI-Anschluss vermissen. Wir wollen den Player ungern wieder gehen lassen. Gerade für Einsteiger in das Hifi-Hobby ist dieser Streamer das Tor Richtung High-End.

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https://www.hifigeek.de/eversolo-dmp-a6-der-hype-streamer-im-langzeittest/feed/ 0 7922
WiiM Pro Plus im Test — ein Streamer sie zu knechten https://www.hifigeek.de/wiim-pro-plus-im-test-ein-streamer-sie-zu-knechten/ https://www.hifigeek.de/wiim-pro-plus-im-test-ein-streamer-sie-zu-knechten/#respond Mon, 08 Jul 2024 10:44:58 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=7836 WiiM Pro oder WiiM Pro Plus? Der WiiM Pro ist das günstigere Einstiegsmodell — der Pro Plus ist der Nachfolger mit einem deutlich besseren DAC (AKM AK4493SEQ statt Texas Instruments PCM5121), messbarer besserem Rauschabstand und einer mitgelieferten Fernbedienung. Wer analog einspeist, profitiert zusätzlich vom hochwertigeren ADC im Pro Plus. Dieser Test zeigt, ob der Aufpreis sich lohnt.

Du willst wissen welches WiiM-Gerät zu dir passt? → Zur WiiM Übersicht

Eines schon mal vorweg

Der WiiM Pro Plus kostet 189€. Dafür bekommt man einen AKM4493SEQ-DAC, Roon Ready, AirPlay 2, parametrischen EQ und ein Multiroom-Ökosystem, das tatsächlich funktioniert. Für den Preis eines mittelmäßigen Sonos-Lautsprechers — und ohne App, die einem die alten Geräte wegpatcht. Sonos? Vergesst es.tcht.

Abgrenzung

Wir haben den WiiM Pro Plus vom deutschen Vertrieb für 4 Wochen kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Das beeinflusst unsere Wertung in keiner Weise. Wir nehmen kein Geld für Tests und Reviews, weil wir unabhängig bleiben wollen und geschönte Lobhudelei nicht unterstützen. Wer warme Umschreibungen und HiFi-Voodoo sucht, findet das bei der einschlägigen Fachpresse. Hier gibt es Messungen, Meinungen und Metal.

Auch auf YouTube

Den WiiM Pro Plus gibt es auch als Videotest auf @HiFiGeek-1337 — schaut vorbei und abonniert den Kanal.

WiiM Pro vs. WiiM Pro Plus: Was hat sich geändert?

Der WiiM Pro und der WiiM Pro Plus teilen dieselbe Software, dieselbe App und denselben Funktionsumfang. Der Unterschied liegt im Inneren: Der Pro Plus hat einen deutlich besseren DAC — AKM AK4493SEQ statt Texas Instruments PCM5121 — was sich in messbarem besserem Rauschabstand (121 dB vs. 106 dB SNR) und klanglich hörbarer Präzision niederschlägt. Wer analoge Quellen einspeist, profitiert zusätzlich: Der Pro Plus digitalisiert mit 192 kHz/24 Bit, der Pro nur mit 48 kHz/16 Bit. Außerdem liegt beim Pro Plus eine Fernbedienung mit Sprachsteuerung bei, die beim Pro fehlt.

AirPlay 2, Chromecast, Spotify Connect, TIDAL, Qobuz — alles identisch bei beiden.

Fazit: Wer den Pro besitzt, muss nicht zwingend wechseln. Wer neu kauft, greift zum Pro Plus — der Aufpreis ist überschaubar, der Unterschied messbar.

Ein Streamer sie zu knechten

Die Luft wird dünn, wenn man sich das WiiM-Portfolio ansieht. Es fängt bei knapp über 100€ mit dem WiiM Mini an und endet beim 400€ teuren WiiM Ultra. Was WiiM da als Ökosystem aufgebaut hat, findet man normalerweise nur bei den ganz Großen — allen voran Sonos. Nur eben funktionierend. Ihr versteht schon.

Das ist keine Kleinigkeit. WiiM hat in wenigen Jahren ein vollständiges Streaming-Ökosystem aus dem Boden gestampft: Streamer, Streaming-Amps, Wireless-Speaker, Subwoofer — und seit der HIGH END Vienna 2026, auf der wir selbst akkreditiert vor Ort waren, auch die erste eigene Soundbar. Der WiiM Bar kommt mit Dolby Atmos, DTS:X, HDMI eARC und 5.1.2‑Erweiterbarkeit — für 479 Dollar. Direkt gegen den Sonos Arc positioniert. Wer das noch nicht auf dem Radar hatte: WiiM baut gerade ein komplettes HiFi-Ökosystem auf, das in puncto Features mit Platzhirschen mithalten kann, die das Dreifache kosten. Und sie hören dabei auf ihre Community.

Unboxing

Unser Testgerät hatte bereits einige Rezensionen hinter sich — im Pressekreislauf völlig normal, klingt trotzdem tadellos. Geliefert wird der WiiM Pro Plus mit Fernbedienung, Cinch- und Toslink-Kabel, USB-auf-USB-C-Kabel, USB-Steckernetzteil und Anleitung. Die Verpackung ist edel und zweckmäßig — kein Plastikwust, kein aufgeblasenes Unboxing-Theater. Gut so.

Einrichtung

Wir haben das Gerät direkt in die HiFi-Ecke geschleppt und angeschlossen. USB‑C rein, Cinch-Kabel ran, fertig. Gestartet haben wir mit einem Aperion-Audio-Kabel, im Laufe des Tests dann auf ein Sommer Cable Epilogue umgestellt.

Sobald der WiiM Strom hatte, erwachte die kleine weiße LED an der Front zum Leben. WiiM-App auf dem Handy, per Bluetooth verbunden, WLAN-Daten übergeben — das dauerte keine zwei Minuten. Danach folgte der obligatorische Update-Screen. Was mich stutzig machte: keine Dreiviertelstunde später kam schon das nächste Update.

Also kurz gegoogelt. Und dann war ich positiv überrascht: WiiM pflegt eine öffentliche Entwicklungs-Roadmap, auf der Kunden aktiv Einfluss nehmen können. Als jemand der beruflich Software entwickelt geht einem dabei das Herz auf. Und wer jetzt Richtung Sonos schielt: die kommunizieren ihre Roadmap nicht. WiiM lässt Kunden daran mitarbeiten. Das ist kein Detail — das ist eine Philosophie.

Schnell noch Spotify und Qobuz eingerichtet und der erste Song lief. Die App bedient sich vertraut für alle, die Sonos kennen — strukturell ähnlich, aber mit einem entscheidenden Unterschied: sie läuft flüssig. Kein Ruckeln, kein Laden, kein Rätseln. Mangels mehrerer WiiM-Geräte konnten wir das Gruppenverhalten nicht ausgiebig testen, aber der Gesamteindruck ist klar: hier hat jemand Software gebaut, der Software ernst nimmt.

WiiM Pro Plus Software

Das da so schnell zwei Updates hintereinander kamen, hat mich natürlich stutzig gemacht. Gleich mal die Google-Maschine angeschmissen und siehe da. WiiM ist sogar kommunikativ! Gibt es doch eine öffentliche Roadmap der WiiM Entwicklung, auf den so weit ich das verstanden habe, die Kunden sogar Einfluss nehmen können. Als Software-Entwickler geht einem ja dabei schon das Herz auf! Direkt nen Stein im Brett und schielend mal wieder Richtung: Sonos. Ich will und werde hier jetzt nicht über Sonos “ab ranten”, aber hier scheint einiges besser zu laufen als beim Platzhirsch.

Dennoch kann WiiM die Herkunft und Idee nicht verleugnen und so bedient sich die App schon sehr wie die von Sonos. Was per se nix schlechtes ist. Mit aber auch hier einem kleinen aber feinen Unterschied. Die App läuft verdammt flüssig. Mangels mehrerer WiiM’s ist es jetzt schwer nachzuvollziehen ob beim Gruppieren die App und Software genau so zackig ist wie sie den Anschein macht, aber generell kann man sagen, dass die Software wirklich schon ausgereift ist und super läuft.

Technik-Bashing

Der WiiM Pro Plus streamt Ultra-High-Res-Audioinhalte mit bis zu 768 kHz/32 Bit. Zum Vergleich: eine CD liegt bei 44,1 kHz/16 Bit. Das gestreamte Signal kann der WiiM wahlweise digital weitergeben — über optischen oder koaxialen S/PDIF, ebenfalls bis zu 768 kHz/32 Bit — oder eigenständig analog wandeln.

Für die analoge Wandlung steht ein AKM4493SEQ zur Verfügung. Das ist kein No-Name-Chip aus der Grabbelkiste, sondern ein ernstzunehmender D/A‑Wandler mit einem Rauschabstand von 120 dB und einer Verzerrung von 0,00032% (-110 dB). Was auf dem Datenblatt gut aussieht, muss im Gesamtsystem auch gut klingen — wie das in der Praxis aussieht, klären wir im Hörtest.

Nicht vergessen: Der WiiM ist keine Einbahnstraße. Musik kommt nicht nur raus, sie kommt auch rein. Ein analoger RCA-Eingang mit 2 Vrms und bis zu 192 kHz/24 Bit sowie ein optischer S/PDIF-Eingang erlauben es, externe Quellen ins Multiroom-System einzubinden. Wer seinen Plattendreher mit Phono-Vorverstärker also auch im Schlafzimmer hören will — kein Problem. Der WiiM wandelt das Analogsignal und schickt es durch die Gruppe. Schön gedacht.

Streaming

Welche Dienste unterstützt der WiiM Pro Plus? Kurze Antwort: alle relevanten. Lange Antwort: Spotify, Amazon Music, Deezer, TuneIn, Tidal, Qobuz, SoundCloud, Pandora, iHeartRadio, vTuner, Napster, SoundMachine und weitere. Wer jetzt seinen Lieblingsdienst vermisst: ein Blick auf die öffentliche Roadmap lohnt sich — WiiM liefert aktiv nach.

Im Netzwerk macht der WiiM Pro Plus ebenfalls keine halben Sachen: AirPlay 2, Chromecast Audio, Spotify Connect, TIDAL Connect, Amazon Music Casting und Qplay 2.0 sind an Bord. DLNA-Playback rundet das ab. Und dann ist da noch Roon Ready.

Roon ist für viele ein Fremdwort — zu Unrecht. Vereinfacht gesagt ist Roon eine lokale Multiroom-Software, die die Wiedergabefähigkeiten jedes angeschlossenen Geräts kennt und die Ausgabe live daran anpasst. Dazu kommt eine beeindruckende Musikbibliothek-Verwaltung und ein Empfehlungsalgorithmus, der Spotify alt aussehen lässt. Der Haken: Roon läuft lokal und braucht einen eigenen Server. Wer das einmal eingerichtet hat, will nicht zurück. Und Roon Ready findet man normalerweise in Geräten, die das Fünffache kosten. Beim WiiM Pro Plus ist es einfach dabei.

Equalizer

Als wäre das alles nicht genug, bringt der WiiM Pro Plus einen vollwertigen Equalizer mit. Zur Wahl stehen 24 Presets, ein 10-Band-Grafik-EQ und ein parametrischer EQ. Letzterer ist der entscheidende Punkt: damit wird der WiiM Pro Plus zur vollwertigen digitalen Vorstufe, die direkt an eine Endstufe angeschlossen werden kann.

Ein naheliegendes Beispiel wäre der aktuell vielbesprochene Fosi Audio V3 Mono. Zwei davon als Monoblöcke betrieben, mit dem WiiM als Vorstufe — das ergibt eine Kanaltrennung, die sich viele teurere Vollverstärker nicht leisten können. Und das Gesamtinvestment bleibt im dreistelligen Bereich. Jeder High-Ender darf jetzt gerne mit Eiern werfen.

Automatische Raumeinmessung

Ähnlich wie Sonos verfügt der WiiM Pro Plus über eine automatische Raumeinmessung. Da unser Hörraum akustisch behandelt ist und wir bereits mit Messmikrofon und REW gearbeitet haben, haben wir die Funktion nicht genutzt. Für alle, die keine eigene Raumakustik-Infrastruktur haben, ist das aber ein echter Mehrwert — gerade im Vergleich zu Streamern ohne diese Funktion.

Alexa und Sprachfernbedienung

Natürlich darf der Sprachassistent nicht fehlen. WiiM hat Alexa integriert, was den WiiM Pro Plus in bestehende Smart-Home-Routinen einbindet. Die mitgelieferte Fernbedienung ist mit einem Mikrofon ausgestattet und nimmt Sprachbefehle entgegen — wenn man das möchte. Wer Alexa nicht will, lässt es einfach. Kein Zwang, keine versteckten Abhängigkeiten. Auch das ein Unterschied zu manch anderem Ökosystem.

Höreindruck

Jetzt zum eigentlichen Grund, warum ihr hier seid!

Unsere Referenz-Playlist ist keine Playlist für schwache Nerven. Kein Jazz, kein Ambient, keine akustische Gitarre. Wer hier testet, testet mit Material, das Dynamik, Tiefbass, Räumlichkeit und Auflösung gleichzeitig fordert. Wer mithören will: die Qobuz-Referenz-Playlist findet ihr im Artikel verlinkt.

Rage against the Machine — Bombtrack

Ein Klassiker — aber audiophil im besten Sinne. Hat der Track nach über 30 Jahren nichts an seiner Intensität verloren. Der Bass zu Beginn kommt griffig und präsent, das Zupfen der Saiten direkt und körperlich. Mit dem Einsetzen des Schlagzeugs schiebt die Bassdrum ordentlich und bringt Subwoofer und Tieftöner zum Pumpen. Das Schlagzeug verteilt sich räumlich über die Lautsprecher, die Becken sind fein aufgelöst und ortbar. Zack de la Rocha positioniert sich sauber in der Mitte, die E‑Gitarren schieben den Song nach vorne. Alles sitzt. Nichts klingt aus dem Tritt. Und man muss dabei im Kopf behalten: hier steht ein 189€-Streamer vor einem. Beim Fill ab Minute 3 lässt sich die Räumlichkeit noch einmal besonders schön nachvollziehen.

Brand of Sacrifice — Purge

Soundtechnisch komplexer und moderner. Saubere Synthesizer mit viel Druck dominieren den Anfang und werden kraftvoll abgebildet — der Subwoofer schiebt sofort nach vorne. Kyle Andersons Vocals sind schlicht eine Macht, und der WiiM Pro Plus weiß sie genauso zu beherrschen wie die ansteigende Komplexität durch chorale Einspieler im Hintergrund. Die räumliche Abbildung schmeißt einen direkt ins Gemetzel — einzelne Instrumente lassen sich sauber verorten. Die Synthesizer-Einlagen pumpen verlässlich Tiefbass in den Raum, der WiiM hält den Subwoofer ordentlich im Griff. Der Breakdown ab 3:08 mit seinen intensiven Effekten und Kyle Andersons Gesang ab 3:30 hinterlässt Gänsehaut. Kein Scherz.

Knocked Loose — Deep in the Willow

Knocked Loose haben erstaunlich audiophile Alben. Die Aufnahmen glänzen mit echter Klarheit und dem nötigen Druck. Deep in the Willow beginnt mit tiefen, eindringlichen Riffs, die direkt in die Couch drücken. Das tiefe Gitarren-Tuning steht im direkten Kontrast zum kreischenden Gesang von Bryan Garris — und der WiiM meistert beide Disziplinen gleichzeitig souverän. Neben den raumfüllenden Riffs flankiert ein präzise verortbares, sauber abgemischtes Schlagzeug den Song: Becken links, Crash rechts, trockene und satte Bassdrum. Ab 1:55 wiederholen sich Bassdrops, die druckvoll tief in den Keller reichen. Der WiiM liefert das ohne zu zögern.

Lorna Shore — Pain Remains I

Will Ramos darf natürlich nicht fehlen. Pain Remains ist in seiner Gesamtheit ein emotionales Feuerwerk — wer die Songs nicht kennt: Lyrics aufmachen und mitlesen. Was brachial klingt, entpuppt sich als eines der bewegendsten Stücke, die wir kennen. Gänsehaut garantiert.

Die Trilogie beginnt mit feinem Regen, gut dargestellt, und weicht einer feinen Melodie mit viel Hall — bis ab 1:20 härtere Klänge angeschlagen werden. Ab dem Moment als Will Ramos einsetzt wird der Song nicht nur schnell, sondern hochkomplex. Keifende, gurgelnde und tief growlende Gesänge wechseln sich ab, darüber schweben Streicher, darunter hämmert eine Double-Bass-Drum mit drückenden Gitarren-Riffs. Was hier gleichzeitig wiedergegeben werden muss, ist eine kleine Bachelor-Arbeit für jeden Streamer.

Hier zeigt der WiiM seine physikalische Preisklassen-Grenze: bei maximaler Komplexität verliert die Auflösung minimal an Kontur. Kein Makel — das ist Physik. Ein DAC für das Dreifache würde das sauberer trennen. Für 189€ ist es bemerkenswert nah dran. Und sobald Will eine kurze Atempause lässt, ist sofort hörbar, wie viel verzerrungsfreier es wird. Ab 4:50 gibt es die Belohnung: ein ergreifender Gesangspart mit Text, der einen aus dem Sofa haut.

Lorna Shore — Pain Remains II

Weiter geht es mit einem fetten Bass-Drop bei 0:13, starken Stimmeinlagen von Will, choralem Gesang und hämmernder Double-Bass. Man kann gefühlt fast in Wills Rachen blicken. Der WiiM präsentiert seinen gutturalen Gesang fein aufgelöst und räumlich. Ab 1:16 gibt es wieder mächtigen Tiefbass gepaart mit feinen, räumlichen Becken. Bei ansteigender Komplexität strauchelt der WiiM wieder leicht — das bleibt konsistent. Das Gitarrensolo ab 3:50 meistert er dafür umso besser, trotz hämmernder Double-Bass und viel Hall. Ab 4:50 spitzt sich alles zu: Stimme, Drums, Chor, Gitarren — totaler Overkill. Und der WiiM bleibt dabei.

Lorna Shore — Pain Remains III

Nach der Brechstange am Ende von Pain Remains II eine Minute durchatmen. Dann das Finale. Viel Streicher und Chor, harmonisch und weitläufig, bis Will das Feuer wieder entfacht. Ab 2:07 eine Gesangspassage, die tief blicken lässt — feucht, sapschig, roh. Ab 4:15 Wills Gesang präsent und direkt, darunter drückende Bassdrum. Bei 5:10 mündet es in einen Breakdown, der einen Schauer kalt den Rücken runterjagte. Der WiiM transportiert das vollständig. Mehr kann man bei diesem Preis nicht verlangen.

Nirvana — Rape Me

Wer mal akustisch einen Blick in ein Tonstudio der 90er werfen will, hört sich In Utero auf einer guten Anlage an. Rape Me als Stellvertreter: Kurt Cobains Stimme in einem kleinen, wenig bearbeiteten Raum, mit minimalem Hall. Alle Instrumente, allen voran das Schlagzeug, sind klar in diesem Raum zu verorten. Der WiiM Pro Plus macht daraus ein Erlebnis — man entdeckt Musik der Jugend noch einmal neu. Das ist es, wofür gutes HiFi da ist.

Bedienung

Bedient wird der WiiM Pro Plus primär per Smartphone oder Tablet. Die mitgelieferte Fernbedienung ist eine solide Beigabe für entspannte Hörsessions — wer aber ohnehin das Handy in Reichweite hat, wird sie selten brauchen. Kein Display bedeutet zwangsläufig Smart-Device-Steuerung, und das funktioniert hier ausgesprochen gut.

Die Menüs sind strukturiert und durchdacht. Navigation geht schnell, kleine Shortcuts — wie die Ausgangsauswahl direkt im Now-Playing-Screen — erleichtern den Alltag spürbar. Die App belohnt Entdeckungsfreude: wer sich durchklickt, findet immer wieder nützliche Optionen, die man nicht erwartet hätte. Das ist gutes UX-Design.

Anschlüsse

Vollständig und durchdacht gewählt:

Audio-Eingänge

1 x analog RCA/Cinch
2 Vrms
192 kHz/24 Bit
Rauschabstand 106 dB

1 x digital optisch S/PDIF
bis zu 192 kHz/24 Bit

Audio-Ausgänge

1 x analog RCA/Cinch
1 x digital optisch S/PDIF
1 x digital koaxial S/PDIF
bis zu 768 kHz/32 Bit

Sonstige

USB‑C, 5V, 1.5A oder mehr
Trigger out
LAN

Der Trigger-Out ist dabei mehr als ein Randdetail: er erlaubt es, angeschlossene Verstärker automatisch ein- und auszuschalten wenn der WiiM aktiv wird. Kleines Feature, großer Komfort im Alltag.

Für wen ist der WiiM Pro Plus?

HiFi war lange die Domäne von Rentnern mit zu viel Geld und zu viel Zeit. Der WiiM Pro Plus ist der Einstieg für alle anderen.

Konkret: Wer eine bestehende HiFi-Anlage hat, die beim Thema Streaming nicht mitspielt oder kein High-Res unterstützt, bekommt hier ein unkompliziertes, hochwertiges Upgrade. Wer von Grund auf neu aufbaut, findet im WiiM Pro Plus einen Zuspieler, der wächst — egal ob mit Aktivlautsprechern, einem Stereo-Vollverstärker oder zwei kleinen Monoblöcken.

Wir hatten ihn parallel zum IOTAVX AVX17 im Einsatz — einem Verstärker ganz ohne Streaming-Funktionen. Der WiiM hat diese Lücke mühelos geschlossen und aus der Kombi ein echtes Vergnügen gemacht.

Und dann ist da noch die Generation Y und Z, die gerade HiFi für sich entdeckt. Vinyl erlebt eine Renaissance, Streaming ist selbstverständlich, und die Bereitschaft für guten Klang ist da — nur nicht das Budget für audiophile Exzesse. Der WiiM Pro Plus ist genau der richtige Einstieg: kein Kompromiss, sondern ein ehrliches Gerät, das einfach funktioniert.

Logische Alternativen und Upgrades

Wem der WiiM Pro Plus optisch zu schlicht ist oder wer mehr fürs Auge haben will: der WiiM Ultra bietet einen kleinen Touchscreen mit Albumcover-Anzeige, ist hochwertiger verarbeitet und erinnert in der Haptik ein wenig an einen Apple TV der Audioklasse.

Wer die Kästchen-Form grundsätzlich hinter sich lassen will, sollte sich die Eversolo-Reihe ansehen. Wir hatten den Eversolo DMP-A6 im Test — das ist eine andere Gerätekategorie, eine andere Preisklasse, und klanglich eine spürbare Stufe weiter. Wer also weiß, dass er in zwei Jahren mehr will, kann direkt dort einsteigen.

Fazit

Der WiiM Pro Plus ist kein Kompromissgerät. Er ist ein durchdachtes, funktionierendes Stück HiFi, das zeigt, was möglich ist wenn ein Hersteller Software ernst nimmt, Hardware nicht verschwendet und einen fairen Preis aufruft.

Der AKM4493SEQ-DAC liefert. Roon Ready ist kein Marketing-Versprechen. Der parametrische EQ macht ihn zur vollwertigen Vorstufe. Das Ökosystem funktioniert. Und die öffentliche Roadmap zeigt, dass WiiM nicht plant, morgen zu verschwinden.

Im Hörtest überzeugt er auf ganzer Linie — mit dem ehrlichen Hinweis, dass er bei extremer Komplexität an seine physikalischen Grenzen stößt. Das ist keine Kritik, das ist Physik. Und wer nicht A/B‑vergleicht, wird es ohnehin nicht bemerken.

9.6 von 10 Punkten. Der Punkt Abzug ist der einzige Hinweis darauf, dass hier noch Luft nach oben existiert — und der kostet deutlich mehr als 189€.

189€. Roon Ready. AKM4493SEQ. Parametrischer EQ. Funktionierendes Multiroom. Wer danach noch Sonos kauft, hat entweder nicht zugehört — oder zu viel Geld.

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https://www.hifigeek.de/wiim-pro-plus-im-test-ein-streamer-sie-zu-knechten/feed/ 0 7836
Proficient FDS-12 — wir haben uns die “Einsteiger-Serie” genauer angesehen und langzeit getestet https://www.hifigeek.de/proficient-fds-12-wir-haben-uns-die-einsteiger-serie-genauer-angesehen-und-langzeit-getestet/ https://www.hifigeek.de/proficient-fds-12-wir-haben-uns-die-einsteiger-serie-genauer-angesehen-und-langzeit-getestet/#respond Tue, 25 Jun 2024 16:28:01 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=7668 Bei Subwoofern geht uns ein Herz auf. Nicht weil der Proficient FDS-12 jetzt eine Revolution ist, sondern weil für gute Horror-Atmosphäre definitiv Bass von nöten ist. Warum und weshalb wollen wir jetzt nicht wirklich in diesem Artikel klären (aber hier), sondern euch ein Werkzeug an die Hand geben, damit eure Horror-Filme Zuhause euch noch mehr unter die Haut gehen.

Abgrenzung

Wir haben den Subwoofer vom Vertrieb von Proficient freundlicherweise kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen. Wir haben den Subwoofer auch nicht nur 1–2 Wochen getestet, sondern haben diesen wahrhaftig knapp 6 Monate hier vor Ort gehabt und Quer gehört mit größeren Modellen des Herstellers und unserem eigenen Subwoofer. Hierdurch wollten wir zum einen sicherstellen, dass der Subwoofer ordentlich eingespielt wurde (ja er war Werksneu) und wir genug Zeit haben ihn in unsere gewohnten Routinen einzubauen.

Sunfire im Inneren

Zunächst einmal zur Einordnung: Proficient und Speakercraft sind generell baugleich. Proficient eher für den Fachhandel, Speakercraft für den Onlinehandel. Warum sich das in zwei Firmennamen unterteilt, können wir leider nicht so genau erklären. Was wir aber wissen ist: hinter diesen Namen verbirgt sich eine altbekannte Technologie. Und zwar sind es die direkten Nachfolger von Sunfire. Sunfire war mal neben SVS und Velodyne eine der bekanntesten Marken für Subwoofer. Also: Neuer Name, Sunfire im Inneren.

Proficient Serien und Modelle

Um allen noch einen kleinen Überblick zu geben: Proficient selber hat 3 Modell-Reihen. Die Einsteigerserie Proficient FDS mit den Modellen FDS‑8, FDS-10, FDS-12 und FDS-15. Die Spitzen- bis High-End-Klasseserie Proficient FRS mit den Modellen FRS‑8, FRS-10 und FRS-12 sowie die Refenzserie Proficient FTEQ mit dem FTEQ-12. Hier sollte dann schon fast für jeden Raum und Geldbeutel was zu finden sein.

Unboxing

Sagen wir mal unspektakulär. Aber was erwartet man bei einem Subwoofer? Großer schwarzer Kasten, hier sogar in einem, sagen wir mal weißen Beutel, eingepackt. Mitgeliefert wird noch ein Stromkabel und eine Anleitung. Jetzt nicht fancy, aber was will man schon mehr?

Ausstattung und Optik

Der Proficient FDS-12 von Proficient liest sich auf dem Papier schon eindrucksvoll. 12 Zoll tripple Subwoofer. Wobei hier ein Teller aktiv angesteuert wird und die beiden seitlich gelegenen Teller passiv mitschwingen und so die Membranfläche erhöhen. Mit 600 Watt peak angetrieben signalisiert dies aber schon, dass der Raum nicht zu groß sein sollte und nicht zu viel Dämpfung besitzen. Die seitlichen Membrane sind fest mit einer Stoffabdeckung versehen und beim vorderen Membran kann man die Stoffabdeckung entfernen. Der Subwoofer ist mit einer schwarz matten robusten, sowie pflegeleichten Folie überzogen.

Bei den Anschlüssen gibt es nix zu mäkeln und der Subwoofer verfügt über einen LFE-In oder aber Stereo Cinch-In. Weiterhin besitzt der Subwoofer eine Halterung für den optional erhältlichen Wireless Receiver und passendem USB Anschluss zur Energieversorgung eben jenem.

Einstelltechnisch ist das Nötigste an Bord: Lautstärkeregler, Crossover und Phasenschalter. Zusätzlich noch ein Schalter welcher den Subwoofer dauerhaft einschaltet, in den Auto-Mode versetzt oder ausschaltet.

Verarbeitung

Die Verabeitung des Subwoofers ist klassentechnisch hervorragend. Für eine obere Einsteigerklasse in welchem er sich schätzungsweise bewegt hat er eine super Verarbeitung. Das Gehäuse weißt keinerlei Spaltmaße auf, die Folierung ist blasenfrei und das Gewicht lässt erahnen, dass hier schon ein wenig Material verbaut ist. Die Technikbauteile machen alle einen wertigen Eindruck und unterstreichen den anspruch der oberen Einsteigerklasse. Die Regler sei es für Lautstärke oder Crossover haben eine gute Haptik und geben gutes Feedback bei bedienen.

Anschluss und Praxis

Der Anschluss vom Netzstecker und Cinch-Kabel sollte jedem leicht von der Hand gehen. Danach ist der Subwoofer tendenziell schon mal einsatzbereit. Jedoch ist das nur die halbe Miete und hier sollte zumindest der Lautsträrkeregler auf 50% gestellt werden und die Anlage neu eingemessen, falls man über eine eben solche Funktion verfügt. Hier berichtigt dann der Receiver die Phase, Abstand und Lautstärke in Bezug auf die anderen Lautsprecher des Systems.

Dennoch wird man leider oft mit einfach einen Suboofer in den Raum stellen nicht glücklich. Raummoden, Auslöschungen, etc. sind nahezu immer vorhanden und so muss man schon in die Trickkiste greifen um seinem Subwoofer tollen Klang zu entlocken. Bei der Anschaffung eines Subwoofers in der Preisklasse um die 1000€ sollte man schon einen DSP mit einrechnen. Sprich einen MiniDSP oder Anti-Mode oder aber DSP-Fähigkeiten in seinem AVR/Vorstufe haben, um seinen Raum bestmöglich auszugleichen. Die Dinger wirken wirklich Wunder.

Leistung und Gegrummel

Frisch eingemessen und dem Raum angepasst macht das kleine Teilchen schon mal was es soll. Klein ist natürlich nicht unbedingt das Kredo, denn mit 400x400x400mm ist er jetzt nicht “mini”. Vom Frequenzgang ist der Subwoofer mit 24–160HZ ordentlich und ausreichend für ein kleines Wohnzimmer-Heimkino, aber eher weniger was für die dedizierte Heimkino-Höhle. Die 600 Watt Peak sind hier einfach beschränkend und schätzungsweise bis 16qm machen die ordenlich Druck, alles was größer ist, verliert er schon an Bedeutung. Die geschlossene Bauweise trägt natürlich dazu bei, das er weniger Druck an den Raum abgiebt, dafür aber schön flink spielt und so auch bei Musik Freude bereitet.

Höreindurck

Unser Hörraum, welcher eine Mischung aus Wohnzimmer und akustisch sehr bearbeiteten Wohnzimmer-Heimkino ist, verlangt dem Kleinen schon ein wenig was ab. Das Zimmer besteht aus einer Wohn-/Esszimmer-Kombination wobei das Wohnzimmer ca. 23qm und das Esszimmer ca. 11qm messen. Hier darf der Subwoofer schon ein wenig pumpen um bei Filmen wie Dune, Dune 2, Godzilla vs. Kong, Blade Runner 2049, Godzilla II King of Monsters, John Wick 2, 3, 4, Mad Max, Nope oder Ready Player One zu bestehen.

Wir fahren hier immer einen angenehmen Sprachpegel von ca. 75–80db je nach Film und haben den Subwoofer ca. 10db für ein wenig Spaß angehoben. Heißt im Umkehrschluss, dass der Subwoofer schon seine 90–100db in den Raum transportieren sollte und hiermit haben wir schon, durch die Raumgröße und Dämmung, den Subwoofer an seine Grenzen getrieben. Quittiert hat er uns das mit stellenweise unsauberem Bass und gefühlter schwankender Pegelfestigkeit.

Nicht falsch verstehen. Er ist schlichtweg nicht für unseren Anwendungsfall gemacht. Dennoch schlägt er sich sehr gut für Leute die einen kleineren Raum haben, vielleicht geringere Pegel fahren durch Mietsituation oder einfach nur einen Partner zu seinen Fronts suchen zum entspannten Musik hören.

Generell bleibt zu sagen, dass er sehr harmonisch spielt und sicherlich leicht in so einige Hifi-Systeme zu integrieren ist. Wir haben ihn durch viel harten Metal mit schnellen Bass-Drums getrieben, aber auch orchestralen Untermalungen bei z.B. Septicflesh’s Infernus Sinfonica MMXIX. Natürlich haben wir ebenfalls ein wenig Mainstream Musik laufen lassen. Auch hier ist uns kein Ausreißer aufgefallen, welcher unseren Eindruck trüben würde.

Spezifikationen

Hier noch die Tech-Specs für unsere Puristen:

  • Tieftöner: 12″ Polypropylen-Membran mit hoher Auslenkung
  • Passive Tieftöner: Dual 12″-Polypropylenmembran mit hoher Auslenkung.
  • Frequenzgang (+/- 3dB): 24–160HZ
  • Verstärkerleistung (Peak): 600 Watt
  • Übergangsfrequenz: 50–160Hz
  • Abmessungen (L x B x H) mm / Zoll: 375 x 393 x 394 / 14,75 x 15,46 x 15,5
  • Spannung: 100~240V wählbar

Für wen ist der FDS-12 denn nu?

Ganz klar für Räume so bis zu 16qm, wenn man ordentlich Druck will. Weiterhin ist dies ein Einsteiger-Sub ohne viel Schnick und Schnack. Geboten bekommt man dann ordentliche Luftbewegung durch die drei 12 Zoll Membrane und die 600 Watt Peak sollten auch ausreichen. Dennoch muss man sich einen DSP auf die Wunschliste setzten, um in seinen eigenen vier Wänden glücklich zu werden. Wer hier Fragen hat, immer raus damit, schreiben wir gerne auch mal was zu.

Fazit

Der Proficient FDS-12 ist ein grund solider Einsteiger Subwoofer, aber im gehobeneren Preissegment. Hier tummeln sich ganz klar viele Konkurenten und effektiv wird man sicherlich den ein oder anderen Kandidaten finden, der hier oder dort etwas besser oder anders macht. Nichtsdestotrotz bekommt man mit dem Proficient FDS-12 ein Power House für kleinere Räume. Mit seiner 3x 12 Zoll Membranfläche hat er genug Fläche um nachhaltig Druck zu erzeugen. Ihn würde aber sicherlich eine potentere Endstufe ebenfalls gut stehen und ihn auf’s nächste Level heben. Mit seinem Frequenzgang runter bis 28 Hz spielt er tief genug für das kleine Heimkino und kann so auf jedenfall bei jedem der gerade einen Subwoofer in dem Preissegment um die 1000€ sucht, auf die Short-List aufgenommen werden.

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IOTAVX AVXP1 — Wir haben die massive Endstufe auf Herz und Nieren getestet https://www.hifigeek.de/iotavx-avxp1-wir-haben-die-massive-endstufe-auf-herz-und-nieren-getestet/ https://www.hifigeek.de/iotavx-avxp1-wir-haben-die-massive-endstufe-auf-herz-und-nieren-getestet/#respond Tue, 21 May 2024 21:23:15 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=7653 Wir haben uns wohl die Mehrkanal-Endstufe auf dem Markt angesehen: IOTAVX AVXP1. Viele von ihnen werkeln sicherlich schon in so manchem Heimkinos und auch wir haben uns die Finger geleckt, das Teilchen mal in die Finger zu bekommen.

Abgrenzung

Natürlich haben wir die Endstufe kostenlos ausgeliehen bekommen, was unseren Test aber nicht beeinflussen soll. Weiterhin verzichten wir hier auf jeglichen Hifi-Voodoo und werden nicht für diesen Test, wie etwa die Fachpresse bezahlt. Wer gerne blumige Umschreibungen von teils schier unmöglichen Dingen lesen möchte, kann sich gerne bei der Fachpresse umsehen. Bei uns bekommt ihr direkt auf die Ohren, oder eher Augen, wie wir das gute Stück einstufen.

Hintergrund

Die IOTAVX Geräte schwirren schon eine ganze Weile in Hifi-Gefilden herum und werden immer als Geheimtipp, eierlegende Wollmilchsau oder sonstigem umschrieben. Und ja, schaut man sich den Preis-Tag für die 7‑Kanal-Endstufe AVXP1 an und in die technischen Daten, merkt man: da scheint es viel für’s Geld zu geben. Aber auch mit anderen Produkten wildert IOTAVX in High-Endigen Gewässern und umgarnt den Kunden mit heißen Preisen. Beginnend mit der 17-Kanal-Vorstufe AVX17 für sagenumwobene 1800€. Wer sich ein wenig mit Heimkino-Anlagen auskennt merkt: 17 Kanäle und gerade mal 1800€? Richtig gelesen. IOTAVX hat sich Einfachheit auf die Fahne geschrieben. So wird auf “Schnick-Schnack” wie Smarte-Funktionen, Streaming oder dergleichen verzichtet und stattdessen in hochwertigere Technik investiert.

Das und laut Aussagen von Hifi-Pilot, dem deutschen Vertrieb, eine straffe Preiskalkulation, machen die Geräte so attraktiv. Wir waren schon länger angetan von den Geräten und neugierig was man für sein Geld geboten bekommt.

AV-Receiver Upgrade?

Teil unseres Testes sollte sein: Macht es Sinn sich eine Endstufe zu seinem AV-Receiver zu stellen und so mehr aus seinem Setup zu holen? Betrachtet man technische Specs von diversen Geräten im Einsteiger- und Mittelklasse-Segment sieht man oft blumige Zahlen in Sachen Leistung. Hier wird z.B. mit 200 Watt pro Kanal geworben. Für viele im ersten Moment ein Hingucker. Gerade wenn man etwas größere Lautsprecher sein eigen nennt. Genau darauf soll unser Versuch auch aus sein: Wir haben hier Bowers & Wilkins Lautsprecher, welche bekannterweise immer ein wenig mehr Leistung vertragen, als andere Lautsprecher in ihrem Preissegment. AV-Receiver sind im unteren Preissegment meist mit Class‑D Verstärkern ausgestattet, welche voll digital arbeiten und aufgrund ihrer kompakten Bauart, geringen Leistungsaufnahme und günstiger Komponenten gerne verbaut werden.

Was meist erst durch lesen der Produktspezikationen aber herauskommt ist, dass die versprochenen 200Watt pro Kanal lediglich bei 6Ohm Impendanz mit einem angeschlossenen Lautsprecher erreicht werden. Im 2 Kanal Betrieb sind es nur noch 165 Watt und bei 8 Ohm nur noch 125 Watt. Wie es aber beim Multichannel-Betrieb bei z.B. 7 angeschlossenen Lautsprechern aussieht, ist meist nicht mehr ersichtlich. Solch ein Receiver ist mit 600 Watt Spitzenleistung angegeben und hier sind natürlich alle Funktionen rund um die Verstärker inbegriffen. So z.B. der Betrieb des Geräts, Prozessoren, DSP’s etc. welche ebenfalls sicherlich nicht unwesentlich im Verbrauch sind. Das Ergebnis ist, dass im Surround-Betrieb der Receiver sicherlich nicht seine versprochenen 600 Watt auf die Straße bekommt, ebenfalls seine versprochene Leistung kaum halten kann und wer nicht gerade in einer Mietswohnung wohnt und gerne mal ein wenig lauter hört, ggf. schnell merkt wie das Gerät an seine Grenzen stößt.

Referenz-Lautstärke

Was ist “ein wenig lauter hören”? Wir halten es folgendermaßen. Im Kino ist es gang und gebe, dass ein Film bei der Sprache bei ca. 85 Dezibel eingepegelt wird. Hier spricht man von Referenz-Lautstärke. So können hier bei sehr dynamischen Filmtonspuren Schalldruckpegel von jenseits der 100 Dezibel für kurze Zeit erreicht werden. Das klingt alles bombastisch, ist uns aber teils schon zu laut, weshalb sich 75 Dezibel als solide in unserem Test-Kino herausgestellt hat. Einfach in ruhigen Passagen mal das Handy mit passender App gezückt und in einem Dialog schnell eingepegelt. Ja, für jeden Film kann da was individuelles herauskommen, da jeder Film unterschiedlich gemastert wurde. Leider.

Was man nicht unbedingt ohne direkten Vergleich merkt, ist wie die Leistung gerade bei komplexen Szenen einbricht. Die Dynamik leidet, wenn alle Lautsprecher durch Ereignisse in Filmen stark befeuert werden. Der Receiver stößt an seine Leistungsgrenze und fängt zum einen an leicht zu verzerren und anderen den Dynamic-Peak flach zu bügeln. Nicht mal mit Absicht, wie man es von Einstellungen in Receivern kennt um die Nachbarn nicht zu stören, sondern einfach technisch bedingt.

Zur Vorstufe degradiert

So waren wir natürlich neugierig, wie sich der AV-Receiver mit nachgeschalteter IOTAVX AVXP1 verhalten und gerade der Sound sich entwickeln würde.

Aber zu aller erst muss das gute Stück, welches die 30kg-Grenze knackt, an seinen Ort bewegt und angeschlossen werden. Da wir hier den Pre-Out eines Denon-Receivers genutzt haben, wurde der AVXP1 mit Cinch-Kabeln angeschlossen. Hierzu muss man auf der Rückseite des Geräts den Eingang per Kippschalter auf Cinch stellen. Weiterhin kann der Verstärker auch balanced mit XLR angeschlossen werden. Zeigt auch hier wieder das Augenzwinkern Richtung High-End-Segment, da solche Anschlüsse meist nur bei Hochpreisigen Geräten vorhanden sind. Nachdem auch die Lautsprecher am AVXP1 angeschlossen wurden, muss je nach AV-Receiver diesem noch mitgeteilt werden, dass dieser jetzt als Vorstufe agiert. In unserem Falle konnte man das nicht.

Empfehlenswert ist natürlich das bei gelegte Trigger-Kabel am Trigger-Ausgang (wenn vorhanden) des AV-Receivers anzuschließen, damit die Endstufe sich mit dem Receiver ein und ausschaltet, statt dies manuell tuen zu müssen.

Erwartungen

Nach dem ersten Anschalten denkt man sicherlich an einen AHA-Effekt oder großes OOHH Staunen. Da macht sich eher Ernüchterung breit, denn einen direkten Unterschied, hat man erst einmal nicht. Wobei, doch: der AVXP1 verfügt im Inneren über 6 große Kondensatoren, welche sich nach dem Einschalten, hörbar aufladen. Als Technik-Freak nichts verwunderliches, vielleicht als Laie ein wenig irritierend, dass die Endstufe nicht lautlos an geht. Nach wenigen Sekunden ist es aber dann auch schon still und die Kondensatoren stellen eine Pufferung von schlappen  90.000µF zur Verfügung. Sowas wird, z.B. gebraucht, wenn wir den Verstärker bei Peaks über seine Leistung von 1300 Watt beanspruchen und gewährleistet Pegelfestigkeit.

Wer ein wenig was mit Car-Hifi zu tun hat, weiß dass man sowas auch im Bassbereich einsetzt um die Autobatterie nicht unnötig zu belasten oder von der Lichtmaschine Phasenweise viel Strom zieht und sie so zu Grunde richtet. Im Gegensatz zum AV-Receiver hat der AVXP1 aber keine Class‑D Verstärker sondern Class‑A, welche tendenziell mehr Strom verbrauchen, aber klangtechnisch zu dem Besten zählen, wass man bekommen kann. Gepaart mit eben jener Kondensatorleistung von 90.000µF, kann man sich in den meisten Fällen sicher sein, dass einem die Leistung nicht wegbricht.

Klang

Die Headline ist schon ein Reißer in sich, “Klang”, aber generell sollte man darüber reden. Die Endstufe klingt nicht. Soll/darf sie auch nicht. Sie soll lediglich das Gelieferte so neutral wie möglich, rausch- und verzerrungsfrei verstärken. Und das tut sie im Test. Wir konnten keine Klangunterschiede bei unseren vielen Sessions heraushören. Was man aber sehr wohl tuen muss, ist seinen AV-Receiver nach dem Anschließen des Verstärkers neu einmessen, damit er ggf. Änderungen an Verstärker-Lautstärken rückgängig machen oder anpassen kann.

Was wir aber feststellen konnten ist, dass wir je nach Film schon merkbar mehr Dynamik haben. So haben wir etliche Filme in unserem Testzeitraum durch unseren Player gejagt und hier merkt man gerade bei Warner Bros. Filmen oder anderen Filmen mit tollen Tonspuren, dass hier einiges mehr geht. Ganz zum Leidwesen unserer Ohren. Naja… eigentlich ist es ja genau das was wir suchen. Wenn irgendwo die Post abgeht, dann darf hier schon der Decepticon durchs Zimmer laufen, der Jet das Triebwerk voll in die Fresse blasen oder der Soundtrack die ganze Bude zum Beben bringen.

Was man ebenfalls ein wenig feststellt, dass man hier noch einmal seine Subwoofer-Einstellung überdenken und verfeinern darf. Hat er eventuell zuvor zu hart zugepackt, weil der Sound von AV-Receiver eingebrochen ist, wurde ihm wahrscheinlich ebenfalls der Maulkorb verordnet.

Zur Einordnung. Mit AVR und Sound einbrechen reden wir nicht, vom 80 zu 60db. Das wäre schon sehr extrem und da sollte man sich schon arge Gedanken machen. Wir reden eher davon das wir die Sprache bei 75db einpegeln, bei einer Schießerei gute 82db haben, aber im Showdown wo die Schlacht tobt nicht über diese 82db kommen oder sogar ein wenig weniger haben. Das Gleiche aber mit AVXP1 z.B. sich bei 88–90db bewegt. Er somit Pegelfest im Sattel sitzt.

Wer also selber meint, diese “Einbrüche” bei sich zu hören, könnte darüber nachdenken sich eine Endstufe wie die AVXP1 zuzulegen.

Verarbeitung

Die 30kg der AVXP1 kommen nicht irgendwoher. IOTAVX spendiert der 7‑Kanal-Endstufe ein solides Stahlgehäuse, ein wahrlich großes und damit schweres 1300 Watt Ringkerntraffo und allen sieben Endstufen ordentliche passive Kühler. Den Materialeinsatz kann man hier nur hervorheben. Durch diesen fühlt sich die Endstufe gleich sehr wertig an. Alle Cinch- und Lautsprecher-Anschlüsse sind vergoldet und die Terminals schlichtweg hochwertig für die Preisklasse. Wahrscheinlich kann man lange suchen bis man hier Vergleichbares findet.

Schraubt man den Kasten auf, kann man sich selber davon überzeugen oder schaut sich unsere Bilder an, welche wir für euch gemacht haben und kann sich noch einmal ob unserer Worte versichern. Wer jetzt mit Vergleichen zu hochpreisigen Endstufen im High-End Segment kommt, wird dort sicherlich noch besser verarbeitete und tollere Komponenten finden, dennoch ist das mit aktuell 1300€ angesiedelte Gerät, durchaus spektakulär ausgestattet und verarbeitet.

Betrieb

Im Betrieb spielt die AVXP1 wie erwartet souverän. Wir haben durchweg messbar mehr Dynamik-Umfang in den Filmen. Abwärmetechnisch können wir uns nicht beschweren. Der Materialeinsatz zahlt sich hier wieder einmal aus. Unser Testgerät steht in der untersten Ebene unseres Creaktiv Trend 2 und demnach zu allen Seiten luftig. Im Betrieb ist die Endstufe natürlich nahezu lautlos. Wer jetzt aber in der stillen Kammer sitzt, kann vielleicht ein wenig das Trafo oder die Kondensatoren hören, dies aber eigentlich nur wenn man wirklich nah dran ist. Unsere Sitzposition ist zum einen erhöht zum Standort und ca. 3 Meter entfernt. Hier vernehmen wir keine Geräusche.

Beim Verbraucht vielleicht für den ein oder anderen entwas verwunderlich messen wir natürlich auch bei “keinem” oder leisen Ton den Verbraucht gemäß eingestellter Lautstärke. Also hat man bei ruhigen Passagen durchaus einen Verbrauch, der der Lautstärke angemessen ist. Zur Messung haben wir einen Shelly Plus Plus S an das Gerät gehängt und haben zwar die Endstufe nie an ihr 1300 Watt Limit getrieben, konnten aber bei unserer definierten Screening-Lautstärke bei 75db Sprache, einen Durchschnittsverbrauch gemittelt pro Stunde von irgendwo bei 130–170Wh ermitteln.

Für wen ist denn nun die Endstufe was?

Bei allem Gelaber vorher stellt sich vielleicht dennoch noch jemanden die Frage, für wen die IOTAVX AVXP1 was ist. Nun ja. Sicherlich nicht für das klitze kleine Wohnzimmer-Heimkino mit süßen Satelliten-Lautsprechern. Wer aber eine solide Anlage z.B. mit Standlautsprechern sein eigen nennt und es darüber hinaus mal hin und wieder ein wenig krachen lassen möchte und die Nachbarn ggf. mitspielen, könnte die Endstufe schon ins Auge fassen. Mit einem Preis von knapp 1300€ bewegt sie sich sicherlich nicht im totalen Einstiegssegment, aber sollte immer noch erschwinglich genug sein, dass man sagen kann, dass dieses Upgrade zu einem der günstigeren im Hifi-Bereich gehört.

Vielleicht möchte man auch generell weg von einem AV-Receiver hin zu einer Vor-/Endstufen Kombination. Dann bekommt man hier sicherlich ein wirklich tollen Baustein zu seinem Ziel. Gerade wenn wir mal ein wenig gegen die AV-Receiver hier schießen und reißerisch sagen: bei den heutigen Preisen der Geräte und einem wirklich ambitionierten Setup von 7.x.4 könnte auch das Set aus 2x der AVXP1 und 1x dem AVVX17 als Vor-/Endstufen Kombination für knapp unter 4000€ interessant sein. Mit 11 benötigten Endstufen und 14 welche man erhält, kann man locker noch seine Stereo Speaker im Bi-Amping betreiben und so beim Musikgenuss noch mal so richtig einheizen. Gleichzeitig hat man mit der 17 Kanal Vorstufe einiges an Spielraum für Experimente. Natürlich nicht ganz ohne einen Tradeoff einzugehen. Für den Spielraum büßt man zwar jegliche Smarten und Streaming-Funktionen ein oder Funktionen wie DSP-Magic um den Klang von Konzerthallen zu imitieren (wer benutzt sowas?!), bekommt aber eine hochwertige Surround und Musik Kombo mit tollen D/A Wandlern, DAC’s und Chips, sowie konfigurierbare parametrische EQ‘s.

Klingt auf dem Papier schon geil? Wir versuchen eben jene Kombo aus zwei AVXP1 und einer AVVX17 hier auf unserem Blog in Zukunft präsentieren zu können, denn sie lässt uns das Wasser im Mund zusammen laufen. Wir sind dran, versprochen und werden definitiv kein Blatt vor den Mund nehmen.

Fazit

IOTAVX’s AVXP1 7‑Kanal-Endstufe ist schon ein kleiner Leckerbissen. Immer vorausgesetzt wir haben das nötige Setup, um von den Vorzügen einer potenten Endstufe gebrauch zu machen. Sie spielt nicht auf, sondern so wie man es erwartet klangneutral. Hat immer die nötigen Reserven wenn es drauf ankommt und begeistert mit einer tollen Verarbeitung. Für den Preis von knapp 1300€ wird man so schnell nicht viel vergleichbares finden und ist mit dem 30kg Klotz mehr als gut bedient. Für alle die ebenfalls der Meinung sind, der AV-Receiver ist er der Anfang, ist die Endstufe sicherlich das nächste Level. Wir sind jedenfalls begeistert: You can have it back when you pry it from my cold, dead fingers… und überlegen sie vielleicht in Zukunft in unserem Referenz-Setup einzusetzten.

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Vevor Ultraschall Schallplatten Reinigungsgerät im Test. https://www.hifigeek.de/ultraschall-reinigungsgeraet-fuer-schallplatten-von-vevor-im-test/ https://www.hifigeek.de/ultraschall-reinigungsgeraet-fuer-schallplatten-von-vevor-im-test/#respond Wed, 15 May 2024 22:05:09 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=7620 Oder wie er auf der Vevor Website auch sperrig heißt: VEVOR 6L Digitaler Ultraschall Schallplatten Reinigungsgerät Edelstahl.

Effektiv, wollten wir ihn testen. Und um ganz vorne anzufangen, hole ich noch weiter aus bis zum Ende letzten Jahres, wo ich selber das Thema Vinyl ausprobieren wollte. Mitte Dezember hatte ich schon mal in Vinyl — Ein Experiment vom blutigen Anfänger geschrieben was mich antreibt, warum ich darüber schreibe und was ich mit alldem bezwecke. Kurz: ich hab Bock auf analoge Musik und entsprechenderweise Vinyl, bin aber nach der Hochzeit des Mediums geboren und wollte quasi damit selber erleben, wie es sich damit lebt. Ein paar Wochen später habe ich in Vinyl — from zero to hero oder so meine Probleme und Fortschritte mit dem Medium beschrieben und bin weiterhin zu dem Schluss gekommen, dass man nicht einfach ne Platte auf den Teller werfen kann, sondern da ein wenig mehr zu gehört.

Reviews in Bild und Ton

Wir haben mittlerweile auch einen eigenen Youtube-Channel. Hier versuche ich regelmäßig für euch Reviews mit bewegtem Bild bereit zu stellen und mehr mit euch in Kontakt zu treten. Schaut doch einfach mal vorbei und aboniert den Kanal. Danke!

Das Vevor Ultraschall Schallplatten Reinigungsgerät

Womit wir den Bogen zum Vevor Ultraschall Schallplatten Reinigungsgerät gespannt haben. ^^ Wie immer in einem Hobby, als welches ich ebenfall Vinyl einordnen würde, gibt es eine Vielzahl an “Zubehör”, Equipment und Spielereien für’s Auge oder eben Gewissen. Hier gibt es ebenfalls für jeden Geldbeutel etwas. So auch Reinigungsgeräte.

Zur inhaltlichen Einordnung: Nein, ich habe vorher kein Reinigungs einer anderen Marke benutzt oder wirklich in der Realität gesehen. Dieser Test spiegelt keinen Vergleich zu Geräten anderer Hersteller wider sondern nur meiner persönlichen Erfahrungen im Umgang und Ergebnis in der Benutzung.

Weiterhin habe ich das Gerät freundlicherweise von Vevor zum “rumspielen” zur Verfügung gestellt bekommen. Dies soll aber in keinsterweise meine Meinung oder Aussagen beeinflussen, da ich selber finde, dass es da draußen genug “gesteuerte” Tests, Reviews, Rezensionen, Produkt-Placements, Influencer-Gedöns oder sonst was gibt. Dennoch habe ich wie so Influencer einen Link zu dem Produkt bekommen, mit welchem wohl die Performance meines Geschwafels getrackt wird, den ihr gerne klicken dürft um euch das Gerät direkt anzusehen. Was fehlt noch? Klar! Ein Discount-Code! Den hab ich natürlich auch für euch. Mit dem Code VVMH5%OFF bekommt ihr 5% auf alle Einkäufe im Vevor Store! Hier könnt ihr euch das Gerät ansehen.

Lieferumfang

Geliefert wird das Vevor Reinigungsgerät mit allerlei praktischem Zubehör. Neben dem ca. 6L fassenden Ultraschallgerät befindet sich ebenfalls der Motor mit Achse und Abstandshaltern aus milchigem Plexiglas, einem Schlauch, Sieb, sowie Netzteil, Kaltgerätestecker und ebenfalls eines Schallplatten Trockenständer und Anleitung, im Karton.

Witzigerweise hatte ich es schon auf so einen Schallplatten Trockenständer abgesehen, aber bei Preisen von 16€-30€ bei Amazon war ich ein wenig abgeschreckt. Praktisch, dass dieser direkt bei dem Reinigungsgerät dabei war.

Vorbereitungen

Also ich denke nicht das ich hier jetzt viel dazu erklären muss, wie der Krempel zusammengebaut wird. Ich denke das ist wirklich selbsterklärend und bedurfte weniger als 5 Minuten Arbeit. Weiterhin hatte ich überlegt womit ich das Gerät denn befülle. Hier habe ich erst zu einer eingen Mischung aus Isopropanol, destilliertem Wasser und einem Tropfen Spüli tendiert. Dennoch bin ich dann doch umgeschwenkt und habe mir doch noch Knosti’s Disco-Antistat Ultraclean besorgt, damit es nicht irgendwie heißt, ich hatte eine minderwertige Reinigungsflüssigkeit. ;) Unterstellt mir sicher keiner, aber ich wollte definitiv auf Nummer sicher gehen beim Test und nicht wegen Sparmaßnahmen irgendwie mein Ergebnis verfälschen.

Also: Knosti Disco-Antistat Ultraclean angemischt mit destilliertem Wasser und das Gerät befüllt. Idee war ebenfalls den Rest nach dem Reinigen durch einen Filter fließen zu lassen um den Staub und Partikel abzufiltern und die Flüssigkeit wiederzuverwenden. Ergo habe ich noch den Ablassschlauch montiert. Weiterhin noch schnell den Motor auf den Rand des Beckens geklemmt, alles angeschlossen, Gerät befüllt und dann die Achse vom Motor zum befüllen mit Schallplatten abmontiert.

Reinigung

Gut nach den Vorbereitungen hatte ich hier jetzt schon mal ein fertiges Setup stehen. Ich selber besitze jetzt nicht ultra viele Schallplatten (30? vielleicht?), aber dachte mir: reinigen wir alle, dann haben wir einiges probiert. Es sei aber zu erwähnen, dass die Platten alle eigentlich neu sind. Eigentlich, aus dem Grunde, dass ich immer wieder mal Platten aus der Folie auspacke und erschrocken bin wie stark diese doch verschmutzt sind. Weiterhin ist es so das nahezu alle Platten stark statisch aufgeladen sind. Nun hab ich natürlich weder einen EMF Tester (so nen Ding mit dem man messen kann wie stark etwas aufgeladen ist), noch so ne coole Zerostat Anti-Static Gun oder Equivalent. Alles Dinge mit denen ich mich noch nicht befasst habe, aber wenn die Hülle quasi eins ist mit der Platte, kann man stark davon ausgehen, dass die Platte statisch aufgeladen ist.

Lange geschwafelt und denn einfach mal die Maschine bestückt. 4 Platten passen auf die Achse, welche alle mit Abstandshaltern in Größe des Labels auseinander gehalten werden. Weiterhin fungiert der Abstandshalter als Schutz des Labels vor der Flüssigkeit. Ganz praktisch und kann ich bestätigen, dass keine meiner knapp 30 Platten irgendwie am Label nass wurde.

Bevor ich natürlich eine meiner kostbaren Stücke einfach so in so nen Gerät rein tunke, hab ich das Ultraschall Reinigungsgerät natürlich erstmal leer laufen lassen. Fazit: kein schönes Geräusch. Grausam. Und dazu auch noch laut. Ergo, Airpods raus und währenddessen Musik hören. Ist eh viel entspannter, wenn man sich schon mal ein wenig warm hören kann. Zur Verteidigung: mit Platten im Gerät ist das Geräusch um ein vielfaches Leiser und erträglicher. Dennoch ist ein Gehörschutz oder Kopfhörer die angenehmere Alternative.

Gesagt getan! Platten mit der Achse an dem Motor befestigt und dem Motor Saft gegeben. Schon haben sich die vier guten Stücke langsam aber stetig durch das durch Ultraschall zuckende Wasser bewegt. Ist schon sehr befriedigend dabei zuzusehen.

Nachdem ich die Platten habe einige Zeit, keine Ahnung so 2–3 Minuten habe rotieren lassen wurden sie erlöst und mit einem weichen Tuch vorsichtig abgewischt und auf den wirklich genialen Trockenständer gestellt, um komplett zu trocknen. Beim Abwischen wollte ich schon mal ein Großteil der verbleibenden Flüssigkeit los werden, damit mir diese nicht über die Labels läuft oder so. Weiterhin erhoffe ich mir daraus, vielleicht noch verbleibenden Staub mit aufzunehmen. Ob mir das so gelungen ist, ist schwer zu sagen. Ob der Weg der Richtige ist ebenfalls. Was ich aber sagen kann ist, dass die Platten nach der Reinigung sichtbar besser aussagen.

Ebenfalls kann man sagen, dass die Platten nach der Reinigung nicht mehr statisch aufgeladen waren. Dies merkte man direkt beim ins Sleeve stecken.

Natürlich hatte ich auch so die ein oder andere “Testplatte” dabei, welche mir Kopfschmerzen seit der ersten Sekunde bereitet haben. Hier ist z.B. meine wunderschöne LP von Orbit Culture mit dem Album Descent zu erwähnen. Eine Doppel-LP, welche ich irgendwo in den Staaten beim Revolver Magazine bestellt habe. Aus der Folie entnommen war die Platte dermaßen verdreckt, primär mit Staubpartikeln. Ich nehme an das es das Sleeve in Kombination mit der aufgeladenen Platte nach dem Pressen war. Das Sleeve hat innen eine doch recht raue Struktur, ähnlich Altpaper und deshalb denke ich das durch die Aufladung und dem rauen Sleeve die Platte wie ein Staubmagnet alles von diesem Sleeve an sich gerissen hat. Ich hatte mich bis dato gar nicht getraut die Platte abzuspielen, bis ich sie nicht gereinigt habe. Auch diese Platte habe ich der oben beschriebenen Reinigung unterzogen und das Ergebnis war optisch schon mal tadellos.

Hörergebnisse

Aber Optik ist nunmal nicht alles, sondern das Ohr entscheidet ebenfalls über die Qualität einer Reinigung. Also habe ich nach meiner Reinigungs-Orgie, welche sicherlich all-in 4h verschlungen hat eben jene Orbit Culture Platte auf meinen schönen Plattendreher geworfen. Natürlich ebenfalls mit Kohlefaserbürste noch einmal abgenommen und dann durchgestartet. Das Ergebnis war okay, aber es stellte sich heraus, dass weniger optisch sichbar, in den Rillen noch Schmutzpartikel zurückgeblieben zu sein scheinen. Jedenfalls habe ich beginnend deutliches Knistern schon von Beginn an der Einlaufrille und weiterhin in ruhigen Passagen vernommen. Leider. Andere Platten, welche anscheinend nicht so “dreckig” waren, sind hingegen jetzt Staubfrei und Antistatisch. Hier kann ich sagen, dass das Gerät sehr gut gereinigt hat. Der Hörtest bestätigte hier den optischen Zustand.

Reinigungsergebnisse

Natürlich haben sich während des Reinigungsprozesses immer mehr “Schwebkörper” im Wasser abgesetzt, welche erfreulicherweise direkt am Boden des Ultraschall-Geräts verblieben sind und somit mich nicht gezwungen haben, hin und wieder das Wasser mit der Reinigungsflüssigkeit zu reinigen. Dennoch muss man sagen, ist so einiges in dem Gerät hängen beblieben. Ich habe euch extra mal meine “Ausbeute” einmal im Gerät und einmal in meinem Filter (ist nen 125 Micron Filter aus dem 3D Druck) fotografiert, damit man mal sehen kann was von so nahezu nigel nagel neuen Platten so runter kommt.

Reinigung des Reinigungsgeräts

Nachdem alle Platten sauber waren, an das reinigen eben jenen Geräts. Durch den praktischen Hahn an der Unterseite mit dem Schlauch war es aber gänzlich einfach. Ich habe quasi alles wieder zurück in meinen Kanister, in welchem ich das destillierte Wasser gekauft habe, laufen lassen. Wie oben erwähnt natürlich gefiltert, damit die Flüssigkeit für meine nächste Waschung ready2go ist. Das war wirklich ein Kinderspiel. Danach schnell ausgewischt das Gerät, sieht es gleich wie neu aus. Damit halten sich die Nacharbeiten wahrlich in Grenzen.

Kosten und Vergleich

Natürlich spielen wie bei jedem Hobby, Kosten/Nutzen eine Rolle und hier kann man sagen, dass das Gerät aktuell mit 161,99€ zu buche schlägt. Damit befindet es sich nach meinen Recherchen noch weit im Einstiegsbereich bei Reinigungsgeräten für Schallplatten, aber eben nicht ganz am Anfang wie z.B. das komplett manuelle Reinigungsgerät von Spincare oder Knosti welche sich zwischen 50€ und 100€ bewegen.

Wenn wir jetzt bedenken, dass wir hier automatisch drehende Platten bekommen und eine Ultraschallreinigung geht es bei der Konkurenz bei knapp 500€ los. Das macht den Vevor schon attraktiv! Dazwischen starten nur noch Plattenwäscher wie der VC-E2 von Pro-Ject welcher sich zwar eigenständig dreht, dennoch aber dann manuell mit einer Bürste zur Reinigung funktioniert, aber dann am Ende eine praktische Absaugung hat. Nach oben sind lange keine Grenzen gesetzt und ich konnte mit dem Clearaudio double matrix professional SONIC zumindest das obere Ende bei knapp 5000€ finden. Hier bekommt man aber natürlich auch das volle Programm geboten. Vom manuellen “Knöpfe drücken” um Reinigungsmittel von der Maschine auftragen zu lassen oder die Drehrichtung zu ändern bis Automatik-Programm welches inklusive Absaugung alles eigenständig erledigt. Und das Double im Namen ist ebenfalls Programm, da das Gerät dies auch noch beidseitig gleichzeitig vollführt.

Halten wir fest, dass wir mit dem Vevor ein wirklich attraktives Produkt testen konnten, was für das ohnehin teure Hobby doch recht erschwinglich ist.

Fazit

Kommen wir zu einem Fazit. Brauch man eine Waschanlage für seine Schallplatten? Schwer zu sagen, aber ich denke es vereinfacht einiges. Natürlich kann ich versuchen mit Bürstchen und Mittelchen A, B, C irgendwie meine Platten sauber zu bekommen. Ultraschall ist da schon eine ganz andere Hausnummer. Er ist anscheinend nicht nur bei der Zahnreinigung effektiv, sondern ich habe ohne physische Einwirkung, wie zum Beispiel eben mit einer Bürste, meine Plattensammlung optisch, belegbar (siehe Fotos) von Staub und Partikeln befreien können. Das die Reinigung jetzt bis tief in die Rillen vordringt und auch eben jene gründlich reinigt, kann ich so jetzt nicht 100%tig belegen. Ich werde bald die nächste Waschung aufgrund von Neuanschaffungen vollziehen und hier natürlich noch einmal meine oben erwähnt Orbit Culture Platte mit reinigen um zu sehen ob ich sie diesmal sauberer bekomme.

Was jedenfalls mit dem Gerät nicht geht, ist die Platten noch während der Waschung mit einer Bürste parallel zu reinigen. Jedenfalls würde das nur bei zwei Platten mit jeweils einer Seite funktionieren. Bei der Trocknung sind natürlich Profi-Reinigungsgeräte klar überlegen. Saugen sie doch die verbleibende Flüssigkeit mit einem eingebauten Staubsauger ab. Ob dies schon hilft die Rillen sauberer zu bekommen, interessiert mich, aber ist hier nicht relevant.

Alles in allem kann ich sagen, sind meine Platten sauber geworden oder jedenfalls sauberer als ich dies mit der Hand mal eben bekommen würde. Natürlich haben wir Luft nach oben und das spiegelt sich natürlich dann aber auch im Preis wider.

Ich kann ganz klar sagen: gebt der Kiste eine Chance! Vevor bietet in seinem eigenen Online-Shop auch eine 30 Tage Rückgabegarantie und somit genug Zeit das Ding wirklich mal zu testen. Falls ihr euch wirklich für das Vevor Ultraschall Reinigungsgerät entscheinden solltet, habe ich von den Vivor Jungs noch einen 5% Rabatt-Code (VVMH5%OFF) bekommen, den ihr gerne auf alle Produkte im Shop nutzen könnt.

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Magnetar UDP900 — Review des High-End Flagschiffs https://www.hifigeek.de/magnetar-udp900-review-des-high-end-flagschiffs/ https://www.hifigeek.de/magnetar-udp900-review-des-high-end-flagschiffs/#respond Wed, 06 Dec 2023 20:32:04 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=7439 Will man meinen, Magnetar hat mit ihrem UDP800 schon die Messlatte bis ins Unendliche hoch gesetzt. Da kommt der Magnetar UDP900 um die Ecke.

Was soll man sagen? Direkt nach der Ankündigung dieses Boliden haben wir natürlich umgehend dafür gesorgt, das Gerät hier in die Testung zu bekommen. Wie ihr seht, hat das geklappt. Und das Beste: wir hatten wirklich Zeit, uns mit dem Player zu beschäftigen. Häufig müssen Reviews schnell gehen und man übersieht, urteilt zu schnell oder kann das Produkt einfach nicht genießen. Wir haben den Magnetar gute vier Wochen unter die Lupe genommen, ihn ausschließlich für alle Sichtungen verwendet und dabei dutzende Filme durchgejagt, um wirklich sicher zu sein, was wir hier schreiben. Dennoch: das hier ist unsere persönliche Meinung. Keine blumigen Umschreibungen für HiFi-Voodoo.

Wer schon mal kurz gegoogelt hat: ja, mittlerweile gibt es auch einen UDP900 MKII mit nochmals überarbeitetem Audio-Board und zwei ESS9038PRO statt dem bisherigen Mix. Den schauen wir uns separat an. Dieser Test hier bezieht sich auf den originalen Magnetar UDP900 — und der ist, Spoiler, schon absurd gut.

Unboxing

Der Magnetar UDP900 kommt ähnlich wie sein kleiner Bruder verpackt: Samtbeutel, in Styropor eingebettet, gut geschützt. Was als Erstes auffällt, ist das Gewicht. 18,5 kg samt Verpackung. Ohne immer noch stattliche 15,8 kg. Wer den Magnetar zum ersten Mal aus der Kiste hebt, glaubt seinen Armen kurz nicht. Wahnsinn, welche Materialschlacht sich schon beim ersten Kontakt ankündigt.

Zuerst entnehmen wir die Fernbedienung und das Kaltgeräteanschlusskabel. Hier geht der Eindruck etwas zweigeleisig: das Kaltgerätekabel ist ein gewöhnliches — was in diesem Preissegment durchaus als kleiner Knick gilt — aber die Fernbedienung ist wieder ein Brecher: 179 Gramm bringt das vergleichsweise schmale Teil auf die Waage. Aber dazu später mehr.

Verarbeitung

Sagen wir es direkt heraus: wir kennen keinen besser verarbeiteten Player auf dem Markt. Der Magnetar UDP900 bildet die absolute Speerspitze.

Wer ihn in die Hand nimmt, bekommt zwangsläufig den Drang, die Kiste aufzuschrauben. Wir wissen, dass man sowas normalerweise nicht macht, wenn man selbst das Geld dafür ausgegeben hat. Da wir der Kiste aber unter den Rock gucken wollten, haben wir uns den Schrauber geschnappt und das Geheimnis gelüftet.

Innenarchitektur: Drei Kammern, zwei Netzteile

Was einen drinnen erwartet, ist beeindruckend aufgeräumt — und das bei einem Gerät dieser Komplexität. Das Gehäuse ist intern durch zwei massive Stahlwände in drei separate Kammern unterteilt:

  • Linke Kammer: Doppeltes Netzteil. Ein 60-Watt-Linearnetzteil mit Ringkerntrafo versorgt ausschließlich die Analogsektion. Ein separates Schaltnetzteil (ebenfalls 60 Watt) kümmert sich um das Digitalboard. Das ist keine Marketing-Maßnahme — getrennte Spannungsversorgung für Analog und Digital ist der richtige Ansatz, um Einkopplungen aus der Digitalsektionen in die Analogsektion gar nicht erst entstehen zu lassen.
  • Mittlere Kammer: Das Sony-Laufwerk (entkoppelt und gefedert gelagert) sowie das 7.1‑Kanal-Analogboard.
  • Rechte Kammer: Das eigenständige 2‑Kanal-Audioboard mit dem ESS9038PRO als Herzstück.

Was als Erstes auffällt, ist die enorm dicke Frontplatte — ganze 15 mm, aus einem Stück Aluminium gefräst. Sie hat lediglich zwei Aussparungen: eine für das Laufwerk, eine für das Display mit seiner Glasscheibe. Das Gehäuse wird innen oben mit zwei mehr als soliden Streben von der Front zur Rückseite versteift. Darunter findet sich das aufgeräumte Innenleben. Die Netzteile und das Laufwerk haben nochmals separate Subgehäuse, und unter dem Laufwerksgehäuse kommt ein weiteres über dem Ringkerntrafo zum Vorschein. Magnetar betreibt hier einen immensen Materialaufwand für Schirmung und Dämpfung auf mehreren Ebenen.

Wirft man einen Blick auf die Eingeweide, fallen direkt die vielen Kondensatoren auf — fast ausschließlich ELNA-Elektrolytkondensatoren. Wer mal kurz nachschlägt und sieht, dass einer der dicken Brecher in der Analogsektion um die 4€ das Stück kostet, versteht schnell: das sind utopische Bauteile für die meisten Elektronikgeräte. Das Laufwerk selbst ist gefedert entkoppelt gelagert. Bei einem Gehäuse dieser Steifigkeit und Masse ist das Vibrationsverhalten naturgemäß maximal träge — und was dann doch noch anklingt, absorbieren die hochwertigen Gerätefüße.

Guts-Porn incoming. Wer nie genug davon bekommt, scrollt einfach durch die Fotos.

Die DAC-Architektur — hier steckt das eigentliche Geld

Das ist ein Kapitel, das in vielen Reviews zu kurz kommt. Dabei ist es einer der Hauptgründe, warum der Magnetar UDP900 in einer komplett anderen Liga spielt als praktisch alles andere auf dem Markt.

ESS9038PRO — und nicht das, was viele meinen

Viele Hersteller werben heutzutage mit “ESS9038”. Was dabei gerne unter den Tisch fällt: es gibt zwei fundamental unterschiedliche Chips. Den ES9038Q2M — ein Zwei-Kanal-Chip mit 128 dB Dynamikumfang und –120 dB THD — und den ES9038PRO. Der PRO ist ein 8‑Kanal-DAC mit 132 dB Dynamikumfang und –122 dB THD. Wenn vier Kanäle im Dual-Differential-Modus für die Stereoausgabe zusammengeführt werden, kommt man auf beeindruckende 137 dB Dynamikumfang. Das ist ein enormer Unterschied — und Magnetar verbaut den echten PRO, nicht den kleinen Bruder.

Für das Stereoboard gilt laut Datenblatt:

  • Signal-Rausch-Abstand: ≥120 dB (RCA), ≥130 dB (XLR balanced)
  • Dynamikumfang: ≥120 dB (RCA), ≥130 dB (XLR)
  • Kanalauflösung: ≥110 dB (RCA), ≥140 dB (XLR)
  • Klirrfaktor + Rauschen: ≤0,0005%

Für den Mehrkanal-Teil (7.1 via RCA) kommt ein ESS9028PRO zum Einsatz — ebenfalls keine Low-End-Lösung, sondern die Profi-Linie von ESS, hier ausschließlich für den Mehrkanal-Ausgang reserviert. Zwei dedizierte DAC-Prozessoren, jeder für seinen Job optimiert. Das nennt sich Ingenieurskunst.

TCXO-Taktung und sieben Digitalfilter

Magnetar hat außerdem einen 100 MHz TCXO (Temperature Compensated Crystal Oscillator) verbaut, der dem ESS9038PRO einen besonders stabilen Takt liefert. Jitter-Reduktion nicht nur auf Chip-Ebene, sondern schon bei der Taktquelle. Das 2‑Kanal-Audioboard sitzt auf einer 6‑lagigen PCB, mit vollständig separater Verkabelung pro Kanal.

Was viele gar nicht wissen: der Magnetar UDP900 bietet sieben Digitalfilter-Modi, die über die Fernbedienung auswählbar sind und die Klangcharakteristik der Stereoausgaben hörbar beeinflussen. Im Handbuch wird das — glücklicherweise — nicht mal erwähnt. Muss man also irgendwann selbst draufkommen. Typisch Magnetar.

USB-DAC und XMOS

Das 2‑Kanal-Board hat außerdem einen XMOS-USB-Receiver an Bord. Das bedeutet: der UDP900 ist auch als externer USB-DAC nutzbar. PC, Streamer, was auch immer — rein in den USB-B-Eingang auf der Rückseite, raus kommt es an den XLR-Ausgängen. Linear PCM bis 768 kHz / 32 Bit und DSD1024 werden unterstützt. Das macht den Player auch ohne eine einzige Disc zu einer vollwertigen Quelle für die Stereoanlage.

Anschluss

Für alle High-Ender da draußen: fast alle Buchsen vergoldet. Natürlich verfügt der Magnetar UDP900 über zwei HDMI-Ausgänge — einen für Bild und Ton, einen dedizierten Audioausgang. Letzerer ist der richtige Weg, wenn das Bild nicht durch den Receiver geschliffen werden soll oder der Receiver irgendeinen Standard nicht beherrscht.

Ansonsten das zu erwartende Set: 1‑Gbit-LAN, USB 3.0 für externe Speicher (bis zu 16 TB), koaxialer und optischer Digitalausgang, 7.1‑Kanal-Analogsektion (direkt an Endstufen!), symmetrische XLR- und Cinch-Stereoausgänge sowie der erwähnte USB-B-DAC-Eingang. RS-232-Steuereingang für Custom-Installations-Szenarien rundet das ab. Kein WLAN — wer das braucht, löst das mit einem Netzwerk-Switch am LAN-Port.

Multiregion ist ebenfalls an Bord, erfordert aber ein paar Tastendrücke auf der Fernbedienung. Kein Hexenwerk, aber auch kein Out-of-the-Box-Feature. Dafür dann weltweit nutzbar.

Erstbetrieb

Wahrscheinlich waren wir nicht die Ersten, die den Magnetar UDP900 in den Händen hatten — denn er lief bereits mit der aktuellsten Firmware, ohne dass wir Hand anlegen mussten. Die Menüs begrüßten uns in Englisch, was wir so ließen.

Was direkt auffiel: beim Einlegen der ersten Disc kam kein verlustfreier Ton. Klassiker. Kurz ins Menü, dem Player mitgeteilt, dass er Bitstream liefern darf — und seitdem läuft alles. Die Menüs sind durchweg aufgeräumt, man findet sich intuitiv zurecht. Nichts überladen, nichts vergraben.

Ladezeiten

Hier macht der Magnetar UDP900 genauso wie sein kleiner Bruder keine Gefangenen. Lade geschlossen, Player legt direkt los. Die Ladezeiten sind wirklich gering — ein direkter Vergleich mit dem Sony X800m2 macht das sofort schmerzhaft deutlich. Wer viel vergleicht, Passagen heraussucht und Kapitel springt, wird das extrem zu schätzen wissen. Das ist kein Luxusproblem: in der Praxis des echten Schauens und Testens macht das einen spürbaren Unterschied in der Lebensqualität.

HDR und Dolby Vision — automatisch, wie es sein sollte

Hatten wir schon beim UDP800 geschrieben: Sony hat es echt nicht drauf. Beim Sony X800m2 muss man umständlich prüfen, ob ein Film Dolby Vision liefert, und es dann vor dem Start explizit ein- und ausschalten. Der Magnetar UDP900 erkennt es automatisch. Man könnte von Hexenwerk reden, aber andere Hersteller bieten das auch. Magnetar macht es trotzdem besser als der günstigere Marktführer.

Unterstützt werden HDR10, HDR10+ und Dolby Vision — also der vollständige aktuelle Standard. Eine HDR-zu-SDR-Konvertierung ist ebenfalls an Bord, für Setups ohne HDR-fähiges Display.

Bild

Alle Tests mit dem kalibrierten LG C1 OLED, dem Ruipro Glasfaser-HDMI-Kabel sowie dem Ruipro UHS-zertifizierten Kupfer-HDMI und dem Denon X4000 als AVR.

Wir haben bewusst auf Upscaling verzichtet — wir wollen das Quellmaterial beurteilen, keine Player-Algorithmen.

Das Bild ist, wie zu erwarten, überragend. Einen signifikanten Unterschied zu unserem Referenzplayer konnten wir bei statischer Bildbeurteilung nicht festmachen — was auch kein Wunder ist, da das Bildsignal digital weitergeleitet wird und ein gut implementiertes System hier keinen sichtbaren Unterschied machen sollte. Sehr wohl aber beim Spulen oder Kapitelspringen: der Player spult bis 16x flüssig wie Butter, Kapitel springt er ohne großes Ausholen an. Standbilder sind gestochen scharf, sofern ein scharfes Bild getroffen wurde — selbstverständlich.

Ton

Wir haben uns Bitstream liefern lassen und diesen über den AVR verarbeitet. Das macht der Player souverän, ohne Ruckler oder Aussetzer. Nach dem Spulen und Kapitelspringen ist der Ton sofort wieder da — keine Verzögerungen, kein Aussetzen.

Wo der Magnetar UDP900 aber gegenüber einem normalen Player richtig aufzeigt: bei der Analogsektion. Wer einen AV-Prozessor oder einen Vorverstärker mit guten analogen Eingängen hat, sollte das mindestens einmal ausprobieren. Das Argument dabei: der DAC des UDP900 — gerade die XLR-Stereoausgänge — übertrifft den DAC der meisten AV-Receiver schlicht. Musik über die XLR-Ausgänge direkt an einen Vollverstärker oder Vorverstärker zu schicken, ist kein Nischen-Use-Case. Für SACD, CD und DVD-Audio ist das der richtige Weg.

Gleiches gilt für den USB-DAC-Eingang: einen Streamer mit eher schwachem internen DAC an den UDP900 hängen und dessen XLR-Ausgänge nutzen? Vollkommen valider Ansatz. Digital Trends hat den UDP900 genau so betrieben und beschreibt ihn als besten Disc-Player seit dem Oppo UDP-205 — mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass er auch als reines DAC-Frontend richtig Spaß macht.

Betriebsgeräusch

Der Magnetar UDP900 spielt jede vorgeworfene Disc souverän und zunächst hörbar ab. Bei uns steht er ca. 2,5 m hinter dem Referenzplatz in der rechten Ecke — zu Beginn des Abspielens ist er deutlich hörbar, wird aber nach kurzer Betriebsdauer merklich leiser. In ruhigen Passagen ist er immer noch wahrnehmbar.

Hier vollbringt der Magnetar UDP900 trotz des immensen Materialeinsatzes keine Wunder. Wer sich solch einen Player zulegt, wird ihn allerdings vermutlich so aufstellen, dass er in einem separaten Raum, hinter einer schalldämmenden Glasscheibe oder schlicht in ausreichend Abstand steht. Schiebt dann der Sound von John Wick, Godzilla oder Dune durch den Raum, ist dieses Geräusch eh passé.

Untertitel

Muss unbedingt erwähnt werden, weil es unter dem Radar läuft. Der Player verfügt über unfassbar viele Einstellungsmöglichkeiten für Untertitel: Sprache, Größe, Farbe, Schriftart, Position. Für alle, die viel mit Untertitel schauen — also zum Beispiel bei Filmen, die nur im O‑Ton (Koreanisch, Mandarin, Französisch) vorliegen — ist das ein echter Qualitätsgewinn. Praktisch: wer ohne Maskierung auf einer Leinwand schaut, kann den Untertitel in den schwarzen Bereich unter oder oberhalb des Bildes legen. Kein überlagertes Bild mehr. Gleiches funktioniert natürlich auch am TV. Einziger Vorbehalt: je nach Untertitellänge kann es am unteren Bildschirmrand zu Abschneidungen kommen.

Fernbedienung

Das Prunkstück hat eine Erwähnung verdient. 179 Gramm, dünne Aluminiumummantelung, wertiges Handling, Hintergrundbeleuchtung — alles da.

Das größte Manko am gesamten Player findet sich hier: die Beleuchtung ist nicht wirklich nützlich, wenn man nicht alle Piktogramme auswendig kennt. Die Beschriftung über den Tasten ist im Dunkeln nicht lesbar — man greift zwangsläufig zur Raumbeleuchtung oder ans Handy. Meckern auf sehr, sehr hohem Niveau. Druckpunkt und Ansprechverhalten sind hervorragend.

Was viele nicht wissen: über die Fernbedienung lassen sich sieben verschiedene Digitalfilter für die Stereoausgabe aufrufen. Diese sind im Handbuch nicht erwähnt. Man stolpert irgendwann drüber. Für alle, die ihre Stereoausgabe feinjustieren wollen: da ist noch Spielraum.

Formate und Medien-Playback

Der Magnetar UDP900 ist ein echtes Multi-Talent: 4K UHD BD, BD, BD‑R, BD-RE, DVD‑R/RW, DVD+R/RW, DVD-Video, DVD-Audio, SACD (Stereo und Mehrkanal), CD, CD‑R/RW — um die relevantesten zu nennen. Gerade SACD und DVD-Audio sind heute kaum noch von anderen Playern nativ unterstützt. Wer eine entsprechende Sammlung hat, ist hier goldrichtig.

Via USB 3.0 lassen sich Festplatten bis 16 TB betreiben. Netzwerk-Playback via DLNA, SMB und NFS für Bilder, Musik und Video — mit Formaten wie MKV, AVI, MP4, WAV, FLAC, APE, DSD und vielen mehr. High-Res-Audiodateien werden bis 768 kHz / 32 Bit und DSD1024 unterstützt. Das ist kein Feature für den Durchschnitt — das ist ein Statement.

Testumfang

Wie eingangs erwähnt: vier Wochen, mehr als 50 Discs, viel Kapitelhopping und Spulen. Der Player hat dabei nie gezuckt.

Für wen ist der Magnetar UDP900?

Ganz klar für Enthusiasten. Menschen, die High-End vollends ausleben wollen und immer nach dem i‑Tüpfelchen suchen. Wer zuhause sitzt und denkt, es muss doch noch etwas Besseres geben, findet im UDP900 seinen Endgegner.

Aber es gibt eine zweite Zielgruppe, die oft übersehen wird: audiophile SACD- und DVD-Audio-Enthusiasten. Wer eine substanzielle Sammlung dieser Formate hat und sie auf höchstem Niveau abspielen will — am liebsten direkt via XLR an einen guten Vollverstärker —, hat heute kaum eine Alternative auf diesem Level. Seit dem Ende von Oppo hat der UDP900 diesen Platz konsequent eingenommen.

Für den Einsteiger gibt es sicherlich genug Optimierungen am eigenen Setup, bevor man zu solch einem Boliden greift. Aber wer irgendwann zugreift, wird begeistert sein.

Kurze Einordnung: Magnetar UDP900 vs. UDP900 MKII

Stand 2026 gibt es mittlerweile auch den UDP900 MKII. Der Unterschied: im MKII wurden beide DAC-Boards komplett überarbeitet — jetzt sind es zwei ESS9038PRO (statt eines 9038PRO + eines 9028PRO), TMDS-Retiming am HDMI-Audioausgang, eine verbesserte USB‑3.0‑Isolation und verbessertes Kupfer-Innenleben. Das ist keine kosmetische Änderung, sondern eine echte Revision der Audiosektionen. Roon-Ready-Zertifizierung wurde ebenfalls ergänzt. Wer heute neu kauft, wird zum MKII greifen. Wer bereits einen UDP900 der ersten Generation besitzt: es gibt keinen Grund, unruhig zu werden. Die Grundplattform ist identisch stark.

Fazit

Was sollen wir hier schreiben? Haben wir nicht schon den UDP800 als Zenit der 4K-Ultra-HD-Blu-Ray-Player bezeichnet? Der Magnetar UDP900 deklas­siert seinen kleinen Bruder und schwingt sich gekonnt an ihm vorbei in den Olymp der High-End-Player.

Der Magnetar UDP900 ist nicht einfach ein teurer Blu-Ray-Player. Er ist gleichzeitig ein audiophiler DAC mit Referenzklasse-Messungen, ein SACD/DVD-Audio-Spieler ohne Kompromisse, ein USB-DAC-Frontend für andere Quellen, ein Netzwerkplayer mit breiter Format-Unterstützung und ein Blu-Ray-Transport mit einer Verarbeitungsqualität, die in der Unterhaltungselektronik ihresgleichen sucht. Für knapp 3.000 € bekommt man nicht nur einen Disc-Player — man bekommt die Quintessenz von dem, was physische Medien 2023 geben konnten.

Kostet er ein kleines Vermögen? Ja. Rechtfertigt er es? Vollständig. Mehr ist nie genug — und der UDP900 hat das wortwörtlich als Konstruktionsprinzip verstanden.

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https://www.hifigeek.de/magnetar-udp900-review-des-high-end-flagschiffs/feed/ 0 7439
Ant-Man and the Wasp: Quantumania — der wohl stärkste MCU Film seit Phase 3 im 4K Review https://www.hifigeek.de/ant-man-and-the-wasp-quantumania-der-wohl-staerkste-mcu-film-seit-phase-3-im-4k-review/ https://www.hifigeek.de/ant-man-and-the-wasp-quantumania-der-wohl-staerkste-mcu-film-seit-phase-3-im-4k-review/#respond Wed, 21 Jun 2023 10:01:53 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=7083 Seit Ende der 3. Phase des MCU ist die Luft raus. Das sehen nicht nur wir so, sondern man merkt es ebenfalls an den Besucherzahlen der Filme im Kino. Hier gibt es natürlich mit Spider-Man: No Way Home natürlich noch eine Ausnahme.

Gab es doch Origin-Filme à la Black Widow oder Chang Chi, sowie unübersichtliche Filme wie The Eternals, will sich das MCU nicht wirklich aktuell zusammenfügen. Lichtblicke wie die Serien Wandavision und die äußerst starke erste Staffel von Loki mal ausgenommen. Aber irgendwie fehlt die große Bedrohnung, der Glue zwischen all dem. Die 4. Phase haben wir mit Spannung und dem ersten Hint auf neues Tempo und neue Helden verfolgt. Geblieben sind okayische Filme welche aber alle samt austauschbar sind. Leider.

Mit Ant-Man and the Wasp: Quantumania soll sich das ändern. Und das tut es in der Tat. Dennoch hat der Film seine Schwächen. Der Charm den der Charakter Scott Lang ausstrahlt, weicht im Filmverlauf z.B. Slapstick-Einlagen anderer Protagonisten. M.O.D.O.K ist sicherlich ein interessanter und super überdrehter Charakter. Und irgendwie will er nicht so richtig in den Film passen.

Ja… die Quantenebene erinnert an eine andere Saga aus dem Portfolio von Disney. Und zwar sieht sie gehörig nach Star Wars aus. Spätestens als Michelle Pfeiffer aka Janet van Dyne ihre Kaputze im Jedi-Stil aufzieht, um auf dem Schmugglermarkt unterzutauchen. Klar, das Marvel Universum ist vielfältig und sicherlich nicht ohne Inspiration von Star Wars. Aber so deutlich?

Aber Ant-Man and the Wasp: Quantumania hat auch seine Stärken. Allem vorran sein Antagonist: Kang. In unseren Augen verkörpert Jonathan Davis Kang ultra gut. Wir nehmen ihm sein Leid mit der Welt und den Universen ab. Auch wenn er das gundauf Böse ist, wissen wir jetzt schon, dass es eine Menge Spaß machen wird Kang als Gegenspieler zu haben. Auch wenn wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht viel über den Charakter wissen, hat er Eindruck hinterlassen. Wahrscheinlich jetzt schon mehr als Thanos zu Anfang. Hier hoffen wir, dass gerade mit dem Umstand, dass es viele Kangs im Multiversum gibt schon auf die verschiedenen Ausgeburten und können es kaum erwarten, dass er wieder auf der großen Leinwand für Chaos sorgt.

Bild

Natürlich ist Ant-Man and the Wasp voll digital entstanden und demnach ist das Bild der UHD Blu-Ray Lupenrein. Wer den digitalen Look mag, wird hier das Bild lieben. Zumal Disney hier ein natives 4K-DI verwendet und so das Beste aus dem Medium holen kann. In Sachen HDR gibt es auf der Scheibe, Disney-Typisch wieder statisches HDR10. Das dynamische Dolby Vision bleibt den Streaming-Kunden von Disney+ vorbehalten. Natürlich ist das Bild allgemein im HDR Modus ein wenig dunkler abgemischt als die Blu-Ray, wobei natürlich die komplette Farbgebung um längen besser ist, sowie natürlich viele Spitzlichter und Effekte richtig knallig wirken lassen. Weiterhin bleibt zu sagen, dass die Disk ebenfalls nicht mit IMAX Enhanced daher kommt und so die Szenen nicht OpenMatte gezeigt werden. Hier gibt es ja Lover und Hater. Bei einem OLED ist uns das ziemlich egal, wobei wir das beim Einsatz von Beamern mit dem wechselnden Seitenverhältnis schon als nervig empfinden.

Ton

Wahrscheinlich wie immer der größte Kritikpunkt an Disney und speziell MCU Veröffentlichungen. Dass wir keinen deutschen verlustfreien Ton bekommen, sind wir gewohnt. Zumindest gibt es im deutschen dennoch Dolby Digital Plus 7.1 und somit zwei Kanäle mehr als bei Disney+. Im Englischen bekommt man natürlich Dolby Atmos mit verlustfreiem Dolby True HD Core in 7.1 geboten. Was leider auch hier wieder nix hilft, denn die Abmischung ist Disney-Typisch wieder locker um 4–5db leiser als Vergleichsfilme. Schlimmer ist leider auch noch, dass einfach generell der Druck fehlt. Weder im Stream, noch auf der Disk in deutsch oder englisch will unser Subwoofer so richtig warm werden, oder sich ein wenig austoben. Viel zu wenig Material bieten hier die Tonspuren. Das ist schlicht schade, da im Kino meist der Sound zumindest zufriedenstellend ist. Natürlich sind die Surround-Effekte und die generelle Abmischung auf höchstem Niveu, aber die i‑Tüpfelchen vermissen wir doch ganz deutlich.

Fazit

Kang ist da und bleibt und so bleibt jetzt die Hoffnung auf ein mehr rundgeschliffenes MCU in Phase 5. Zumindest wäre es jetzt an der Zeit um nicht noch mehr Zeit und Fans zu verschwenden. Warten wir ab, was mit Guardians of the Galaxy gemacht wird.

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https://www.hifigeek.de/ant-man-and-the-wasp-quantumania-der-wohl-staerkste-mcu-film-seit-phase-3-im-4k-review/feed/ 0 7083
Magnetar UDP800 — Review des 4K High-End Players https://www.hifigeek.de/magnetar-udp800-review/ https://www.hifigeek.de/magnetar-udp800-review/#respond Thu, 02 Feb 2023 23:46:32 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=6966 Vor einigen Wochen haben wir schon über den Magnetar UDP800 berichtet. Natürlich wollten wir ihn direkt in die Hände bekommen, und wenige Tage später stand er hier zum Test. Knapp über zwei Wochen hatten wir Zeit, ihn ausgiebig zu testen — mit wechselnden Testpersonen, unterschiedlichem Material und einem Referenzplayer zum Vergleich, der langsam aber sicher seinen Platz räumen musste.

Update: Mittlerweile gibt es auch den Magnetar UDP900, der in allen Belangen noch einmal ein Statement setzt. Den haben wir ebenfalls ausführlich getestet. Wer also nach dem absoluten Endgegner sucht, der liest dort weiter. Wer einen hervorragenden Universal-Player für einen gesünderen Preis sucht, ist hier richtig.

Update: Mittlerweile gibt es schon den Magnetar UDP800 MKII und Magnetar UDP900 MKII.

Einordnung: Wer füllt die Oppo-Lücke?

Das ist die eigentliche Ausgangsfrage für jeden, der sich mit dem Magnetar UDP800 beschäftigt. Als Oppo 2018 die Produktion seiner UDP-Linie einstellte, hinterließ das eine Lücke, die bis heute schmerzt. Wer einen universellen Disc-Player auf ernsthaftem Niveau wollte — also einer, der neben 4K UHD Blu-ray auch SACD und DVD-Audio spielt und ordentliche Analogausgänge mitbringt — der hatte plötzlich kaum Optionen.

Pioneer versuchte es mit dem UDP-LX800 (mittlerweile ebenfalls eingestellt). Reavon aus Frankreich kam mit dem UBR-X200. Und dann betrat Magnetar die Bühne — ein chinesischer Hersteller, der über denselben europäischen Distributeur vertrieben wird wie Reavon und Zappiti (Archisoft). Das erklärt auch, warum Magnetar UDP800 und Reavon UBR-X200 in manchen Bereichen recht ähnlich sind. Aber dazu gleich mehr.

Der direkte Vergleich in der Preisklasse: der Reavon UBR-X200 kostet ähnlich viel, der Panasonic DP-UB9000 liegt rund ein Drittel günstiger. Wer ausschließlich Filme schaut und keine SACD-Sammlung hat, ist mit dem Panasonic gut bedient. Wer aber die volle Format-Bandbreite will und Wert auf Verarbeitung legt — für den ist der Magnetar der richtige Kandidat.

Unboxing

Nach dem Öffnen des Kartons: zuerst ein Pappeinleger mit Abbildung und Bezeichnung des Players. Darunter eine Styropor-Abdeckung, hinter der der Player im Samtbeutel wartet. Beim Herausheben wird sofort klar: hier ist jemand ziemlich ausladend mit Material umgegangen. Der Magnetar UDP800 bringt ordentliche 9 kg auf die Waage — für einen Disc-Player ist das eine Ansage.

Unter dem Player findet sich die Anleitung (mehrsprachig), die Fernbedienung — die ebenfalls schwer in der Hand liegt und dadurch einen hochwertigen Eindruck macht — und ein Kaltgerätekabel. HDMI-Kabel liegt keines bei. Das ist einerseits schade, andererseits pragmatisch: die meisten Käufer in dieser Preisklasse haben entweder schon ein gutes Kabel oder wollen ein bestimmtes verwenden. Kein unnötiger Elektroschrott.

Die Front des Players: gebürstetes Metall in seidigem Glanz, aufgeräumt, kein Plastik. Elegantes Zwei-Ton-Design in Schwarz und Anthrazit. Erster Eindruck: das hier ist kein normaler Player.

Was steckt drin — Innenleben und Verarbeitung

Der Magnetar UDP800 ist innen genauso konsequent gebaut wie außen. Das Gehäuse besteht aus Stahlblech, die Frontplatte aus Aluminium. Zusätzlich gibt es eine massive Stahlplatte als Gehäuseboden. Laufwerk und Netzteil haben jeweils eigene Metallabdeckungen — ein Detail, das beim Reavon UBR-X200 in dieser Form nicht zu finden ist. Damit ist die Abschirmung empfindlicher Sektionen hier konsequenter gelöst.

Angetrieben wird das Ganze von einem Mediatek MT8581 Quad-Core-Prozessor — dem etablierten Chip im Segment der Hochpreisplayer. Das erklärt die flotten Ladezeiten und die reaktionsschnellen Menüs.

DAC: Burr-Brown PCM-1795 — solide, aber ehrlich einordnen

Für die analogen Stereoausgänge kommen zwei Burr-Brown PCM-1795 DACs (32 Bit, 192 kHz) zum Einsatz. Das ist kein Billigchip — Burr-Brown ist eine respektierte Texas-Instruments-Linie mit langer Geschichte in audiophilen Geräten. Der Reavon UBR-X200 verbaut übrigens denselben Chip, ergänzt durch einen weiteren Burr-Brown DAC für den Mehrkanal-Ausgang (den der UDP800 nicht hat).

Wer es genau wissen will: Messungen des analog stereo outputs (HomeTheaterHiFi.com) ergaben eine Frequenzgangkurve, die bei 24-bit/192-kHz bis ca. 60 kHz flach bleibt, dann beginnt sie langsam abzurollen. Der SNR liegt bei ca. 110 dB. Das ist gut — aber nicht auf dem Niveau des Oppo BDP-105D (ESS9038PRO), der sich über 90 kHz flach hält. Kurz: für SACD und CD-Playback mit XLR-Ausgang bekommt man hier deutlich mehr als ein Standard-AVR-DAC liefert, aber wer audiophile Extremwerte sucht, schaut besser zum UDP900.

Die analoge Stereoausgabe deckt XLR-balanced und Cinch-RCA ab — für die meisten Setups in dieser Preisklasse vollkommen ausreichend. Was fehlt, und was manchen bei diesem Preis auffallen wird: eine 7.1‑Kanal-Analog-Ausgabe gibt es beim UDP800 nicht. Das ist eine der deutlichsten Grenzen gegenüber dem UDP900 und dem Reavon UBR-X200, der 7.1 RCA hat.

Anschluss

Hier keine offenen Wünsche für den typischen Heimkino-Aufbau: zwei HDMI-Ausgänge (einer davon Audio Only für Receiver ohne 4K-Unterstützung), Netzwerk mit 1 Gbit, diverse Digital-Ausgänge (koaxial und optisch), USB 3.0 für externe Speichermedien, sowie die erwähnte Stereo-Analogsektion mit XLR und Cinch.

Alle Buchsen vergoldet — passt zum Anspruch des Players. Kein WLAN; wer das braucht, löst das über den LAN-Anschluss mit einem entsprechenden Adapter oder Switch.

Erstbetrieb

Die Benutzeroberfläche begrüßte uns auf Französisch — klassischer Importeur-Klassiker. Sprache umgestellt, dann direkt ein Software-Update angeboten, installiert — und danach war die Sprache wieder Französisch. Das ist kein Drama, aber auch kein feiner Ersteindruck. Nach dem zweiten Umstellen blieb es dann bei Deutsch.

Ansonsten: das Menü ist aufgeräumt, man findet sich schnell zurecht. Viele Einstellungen müssen nicht angefasst werden — der zweite HDMI-Ausgang war direkt aktiv, ohne dass wir irgendetwas aktivieren mussten. Das ist, wie es sein soll.

Ladezeiten

Einer der ersten Punkte, der sofort auffällt: die Ladezeiten sind erheblich kürzer als beim Sony X800m2. Von der eingelegten Disc bis zum Abspielen der ersten Einblender vergehen nur wenige Sekunden. Im Alltag, besonders wenn man häufig Discs wechselt oder Passagen vergleicht, ist das ein echter Qualitätsgewinn — kein Luxusproblem.

Beim Netzwerk-Playback (Filme vom NAS via DLNA/SMB) ist der Magnetar UDP800 ausreichend schnell — kann aber nicht ganz mit dem Streaming-Tempo eines Fire TV oder NVIDIA Shield TV mithalten. Das liegt vermutlich an der verwendeten Software-Plattform, nicht an der Hardware. Wer ausschließlich Disc-Playback nutzt: kein Thema. Wer primär Netzwerk-Dateien abspielt, sollte das im Hinterkopf behalten.

HDR und Dolby Vision — automatisch, wie es sein sollte

Endlich. Als Sony-X800m2-Nutzer war das das erste Mal, dass Dolby Vision automatisch erkannt wird. Kein mühseliges Nachschauen, ob ein Film DV liefert, kein manuelles Umschalten vor dem Start. Der Magnetar erkennt es und spielt den Film so ab, wie er auf der Disc liegt.

Unterstützt werden HDR10, HDR10+ und Dolby Vision — also der aktuelle Vollsatz. Im HDR10-Betrieb gibt es zusätzliche kleine Feineinstellungsmöglichkeiten, die wir im Rahmen unserer “vanilla”-Testphilosophie unberührt gelassen haben.

Bild

Getestet am kalibrierten LG C1 OLED mit Ruipro Glasfaser-HDMI-Kabel. Wie immer: kein Upscaling, wir wollen das Quellmaterial beurteilen.

Signifikante Bildunterschiede gegenüber unserem Referenzplayer: keine. Das ist auch keine Überraschung — das Bildsignal wird digital weitergegeben und ein gut implementiertes System macht hier sichtbar keinen Unterschied. Was sich aber sehr wohl unterscheidet: Vor- und Rücklauf. Der Magnetar UDP800 verarbeitet die gelesenen Daten merklich schneller als günstigere Player, was sich in flüssigerer und präziserer Darstellung beim Spulen zeigt. Das Gesamtpaket wirkt runder und homogener.

Ton

Für den klassischen Heimkino-Einsatz: Bitstream an den AVR, kein Problem. Krachend, druckvoll, ohne Aussetzer oder Ruckler.

Was den Magnetar UDP800 aber wirklich auszeichnet, ist der Tonspur-Wechsel. Das klingt nach einem Detail, ist aber im Alltag ein echter Game-Changer. Der Player liest deutlich mehr Informationen von der Disc aus und zeigt direkt in der Tonspur-Übersicht an, was verlustfrei und was komprimiert ist — ohne dass man sich durch verschachtelte Untermenüs kämpfen muss. Auch der Wechsel selbst ist schneller als bei Budget-Playern.

Für die analogen Ausgänge gilt: XLR liefert mehr als RCA, und beides liefert mehr als der DAC eines durchschnittlichen AV-Receivers. Wer CDs und SACDs direkt über XLR an einen Vollverstärker schickt, bekommt hier durchaus audiophilen Mehrwert. Wer an absolute Maßstäbe in Sachen Klirrfaktor denkt: da ist der UDP900 mit seinem ESS9038PRO das richtige Gerät.

Verarbeitung

Kein Plastik, keine wackeligen Taster, keine quietschenden Scharniere. Der Magnetar UDP800 ist das best verarbeitete Gerät, das bis dahin durch unsere Hände gegangen ist. Alle Anschlüsse hochwertig, das Gehäuse in jeder Richtung solide. Die Fernbedienung liegt schwer in der Hand, hat ordentliche Druckpunkte und eine Hintergrundbeleuchtung — das große Manko der Beschriftung im Dunkeln teilt sie allerdings mit ihrem großen Bruder UDP900.

Was einige sicherlich reizen wird: ein, zwei Modifikatoren werden den Kaltgeräte-Anschluss upgraden, und wer ganz tief in die Kiste guckt, findet sicher auch noch den einen oder anderen Kondensator, den man gegen ein audiophiles Topmodell austauschen könnte. Das ist aber Hobby für Leute mit sehr viel Zeit.

Betriebsgeräusch

Ehrliche Einschätzung: beim Sony X800m2 geht einem das Laufwerksgeräusch auf den Senkel, besonders in ruhigen Filmpassagen. Wir hatten gehofft, dass die massivere Bauweise des Magnetar hier mehr bringt. Das tut sie — aber weniger als erwartet. Der Magnetar UDP800 ist im Endeffekt ähnlich laut, liest die Disc aber schneller aus und wird dann schneller ruhiger. In ruhigen Momenten eines Films ist es noch wahrnehmbar.

Wer seinen Player in einer Ecke oder in einem geschlossenen Rack stehen hat: kein Problem. Wenn die Gewehrsalven bei John Wick losgehen, ist das Thema ohnehin erledigt.

Formate und Medien-Playback

Der Magnetar UDP800 spielt: 4K UHD BD, BD, DVD-Video, DVD-Audio, SACD (Stereo), CD, CD‑R/RW, DVD±R/RW. Via USB lassen sich Festplatten bis 16 TB anschließen. Netzwerk-Playback via DLNA, SMB und NFS für Dateiformate wie MKV, AVI, MP4, WAV, FLAC, APE, DSD.

Wichtig in der Einordnung: Der Magnetar spielt beide analogen Stereoformate (SACD + DVD-Audio), der Reavon UBR-X200 bietet kein DVD-Audio. Dafür hat der Reavon 7.1 Kanal RCA analog — was der Magnetar nicht hat. Das ist ein echter Unterschied, je nachdem was man damit vorhat.

Multiregion für Blu-ray und DVD ist an Bord, erfordert aber wie beim UDP900 einige Tastendrücke auf der Fernbedienung.

Testumfang

Nahezu täglich im Einsatz über zwei Wochen. Aktuelle Blockbuster, abgestandenes Material, restaurierte Fassungen. Mehrere Testpersonen, viele Diskussionen — alles eingeflossen.

Magnetar UDP800 vs. UDP900 — wo liegt der Unterschied?

Die kurze Antwort: in der Tiefe der Analogsektion und in der Ausstattung.

Der Magnetar UDP800 hat eine gute Stereo-Analogsektion (Burr-Brown PCM-1795, XLR + Cinch), aber keine 7.1‑Kanal-Analogausgabe. Der UDP900 hat zwei separate DAC-Chips (ESS9038PRO für Stereo, ESS9028PRO für 7.1), getrennte Netzteile für Analog und Digital, einen TCXO-Takt, einen USB-DAC-Eingang und messbar bessere Analogwerte — insbesondere via XLR mit 130+ dB Dynamikumfang. Das Gehäuse des UDP900 ist nochmals massiver (15,8 kg vs. 9 kg) und mit einer 15 mm gefrästen Alu-Frontplatte ausgestattet.

Für reine Heimkino-Nutzung via HDMI: der Magnetar UDP800 reicht vollkommen. Wer die Analogsektion ernsthaft nutzen will — für SACD, CD, als DAC-Frontend — da ist der Mehrpreis des UDP900 gerechtfertigt.

Fazit

Für uns war der Magnetar UDP800 bei Erscheinen der aktuelle Zenit der 4K Ultra-HD Blu-ray-Player — und das ist er in seiner Klasse auch heute noch. Ein durch und durch solides Premium-Gefühl schwingt bei jeder Bedienung mit. Was besonders heraussticht: die schnellen Ladezeiten, die flüssigen Vor- und Rückläufe, der komfortable Tonspur-Wechsel und die automatische Dolby Vision-Erkennung. Das sind alles Dinge, die man schnell als selbstverständlich nimmt — bis man mal wieder einen günstigen Player in der Hand hält.

Die Verarbeitung ist tadellos, die Formatunterstützung umfassend, der Preis nachvollziehbar. Wer sich den UDP800 ins Rack stellt, kann sicher sein, ein tolles Stück Technik sein Eigen zu nennen — und weiß gleichzeitig, dass sein großer Bruder UDP900 in dieselbe Richtung zeigt, nur mit mehr von allem.

Wer schon eine SACD-Sammlung hat, gelegentlich über die XLR-Ausgänge an eine Stereoanlage geht und einen verlässlichen, bestens verarbeiteten Universal-Player sucht: hier ist die Antwort.

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https://www.hifigeek.de/magnetar-udp800-review/feed/ 0 6966
LG DSP11RA 7.1.4 Soundbar Review — LG’s Flagschiff im Mega-Test https://www.hifigeek.de/lg-dsp11ra-7-1-4-soundbar-review-lgs-flagschiff-im-mega-test/ https://www.hifigeek.de/lg-dsp11ra-7-1-4-soundbar-review-lgs-flagschiff-im-mega-test/#respond Fri, 07 Jan 2022 11:26:58 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=5732 Anfang Dezember erreichte uns ein quasi mannhohes Paket, welches uns freundlicherweise von LG zur Verfügung gestellt wurde. Im Paket war die von uns schon erwartete LG DSP11RA 7.1.4 Soundbar. Wir hatten die Möglichkeit LG’s Flagschiff 6 Wochen auf Herz und Nieren zu testen.

Unboxing

Wie schon erwähnt: Mannshoch (154,6 x 48,3 x 28,4 cm) und knappe 30kg schwer, war das Paket erstmal alleine zwar zu händeln, aber schon ein kleiner Kraftakt. Reingeschliffen, ging es schon ans Auspacken. Im Lieferumfang befindet sich neben der Soundbar selber, ein kabelloser Subwoofer und zwei kabellose Surround-Lautsprecher. Alles bestens verpackt. Des weiteren gehören noch Wandhalterungen für die Soundbar und die Surround-Lautsprecher, ein HDMI-Kabel, Fernbedienung, 2 AA-Batterien und diverse Anleitungen dazu.

Überblick

Die Soundbar selber passt perfekt unter einen 65″ Fernseher, da sie die selbe Breite hat. Jedoch kann kein Fernseher auf sie gestellt werden. Hier bietet es sich an den Fernseher an die Wand zu hängen und die Soundbar wahlweise auf ein Lowboard (wie in unserem Test) zu stellen oder mit der mitgelieferten Halterung an der Wand unterhalb des Fernsehers zu befestigen. Der Subwoofer ist recht klein und unscheinbar. Die Surround-Lautsprecher ein wenig größer als man es von einer Sonos One gewohnt ist.

Optik und Verarbeitung

Das erste was beim Auspacken auffällt ist das Gewicht. Hier hat LG schon einiges an Material in diesem Set verarbeitet. Die Soundbar mit ihren 7,2kg ist kein Leichtgewicht. Sie fühlt sich nicht nur wertig an, sondern ist hervorragend verarbeitet. Keine optischen Spaltmaße oder dergleichen. Die Oberfläche hat eine gebürstete Oberfläche welche tief schwarz ist. Dennoch neigt die Oberfläche zu Reflektionen. Das Frongitter welches sich bis um die Seiten biegt ist aus Metall ebenfalls schwarz lackiert. Auf der Oberseite stechen sonst noch die Atmos-Speaker ins Auge, welche in die Oberfläche natlos eingelassen und ebenfalls mit einem Metallgitter verdeckt sind.

Der Subwoofer kommt mit 7,8kg zwar nicht als Bolide daher, aber passt optisch perfekt zur Soundbar. Die Oberseite in gewohnter gebürsteter Oberfläche, die Seiten wiederum mit schwarzem Stoff bespannt.

Die Surronds wiegen immer noch 5,2kg das Stück, sind an den Seiten schwarz mit gebürsteter Oberfläche und das Frongitter biegt sich auf die Oberseite, wo sich jeweils ein Atmos-Speaker befindet.

Hier bleiben keine Wünsche offen und wir sind begeistert von der Cleanheit und edlen Anmutung der Soundbar.

Die Soundbar verfügt an der Front über ein kleines Display in welchem der aktuelle Kanal angezeigt wird, sowie die Lautstärke oder aber Infos zum Finetuning des Sounds. Das Display verbirgt sich hinter dem Metallgitter und ist auch aus der Ferne gut lesbar. Jedoch ist es sehr hell und wir haben keine Einstellung gefunden in welcher es sich abschalten oder dimmen lässt, was schade ist denn zwischenzeitlich in dunklen Szenen stört die Helligkeit doch ein wenig.

Anschluss

Nachdem wir die Boxen in unserem Test-Kino verteilt hatten, ging es an den Anschluss. Zwar sind die Lautsprecher alle “kabellos”, dennoch ist das nur die halbe Wahrheit. Natürlich braucht jeder Lautsprecher sowie die Soundbar und der Subwoofer jeweils ein Stromkabel. Hier haben wir selber schon mal festgestellt, dass wie hier improvisieren müssen. Zwar haben wir ordentlich Lautsprecher-Kabel in den Wänden verlegt, aber nicht an den passenden Stellen Steckdosen. Mit Verlängerungskabeln haben wir die hinteren beiden Lautsprecher dann angeschlossen und uns der Soundbar gewidmet.

Die Soundbar verfügt über vielfältige Anschlüsse: 2 HDMI-In (HDMI 2.1), 1 HDMI-out (HDMI 2.1, eArc), ein Toslink und eine USB-Schnittstelle. Also haben wir unseren LG OLED65C1 (hier im Test) per HDMI (eArc) mit der Soundbar verbunden. Was wir ein wenig schade finden, ist der fehlende Ethernet-Anschluss. Warum erzählen wir später.

Mit Wlan (2,4+5Ghz) und Bluetooth 5.0 verfügt das Set über alle relevanten Anschlüsse, welche man heut zu Tage braucht.

Da die Soundbar für die 2021er Fernseh-Flagschiffe von LG konzipiert ist, lässt sich die Soundbar nahtlos über den Fernseher mit dessen Fernbedieung steuern. Einziges Manko ist wohl die Position der Anschlüsse: wo der Fernseher alle Anschlüsse frontal gesehen auf der linken Seite hat, sind die Anschlüsse der Soundbar eher auf der rechten Seite. Hier benötigt man unnötig längere Wege.

Des weitern muss man gucken wie nah die Soundbar an der Wand angebracht wird mit den beiliegenden Haltern und auf den Biegeradius der anzuschließenden Kabel achten. Wir haben hier ein RUIPRO 8K HDMI 2.1 (hier im Test) Glasfaserkabel verwendet. Da das Glasfaserkabel knickempfindlich ist, sollte man vorher mal ausprobieren wie man die Kabel am Ende verlegen möchte.

Einrichtung

Zur Einrichtung gibt es eine iOS- sowie Andriod-App. Hier im Test können wir nur von der iOS-App sprechen, da wir kein Andriod zur Verfügung hatten.

LG Sound Bar heißt die App und kann aus dem Apple App Store bezogen werden. Nach der Installation führt einen die App einfach und elegant durch die nötigen Schritte um die Soundbar mit dem hauseigenen Wlan zu verbinden.

Leider haben hier unsere Probleme mit dem Testgerät angefangen. Geliefert haben wir die Soundbar mit folgender Firmware bekommen:

Die Firmware war nach Recherche die zur dieser Zeit noch aktuelle.

Leider waren wir auch nach stundenlangem Probieren, Soundbar einschalten, auf Wifi schalten, App pairing starten, Wlan auswählen und verbinden, nicht in der Lage die Soundbar in unser Wlan zu bekommen. Hier fehlte uns schlussendlich der Ethernet-Port um das Problem zu umgehen. Wir haben es mir diversen iPhones ohne Erfolg versucht.

Update

Wenn man eine Soundbar 6 Wochen zum Testen hat, so wie wir, hatten wir zum Ende der Test-Zeit noch einmal die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und die Soundbar noch einmal komplett resettet. Dennoch waren uns erste Verbindungsversuche nicht möglich.

Da wir hier ein Unifi-Netzwerk mit Controller haben, konnten wir aber wie auch schon beim ersten Mal nachvollziehen, dass die Soundbar dennoch im Wlan war. Lediglich für die App nicht erreichbar.

Nachdem wir angefangen haben unsere Messungen mit REW durchzuführen, ist uns bei der letzten Messung soundtechnisch eine Störung aufgefallen. Anscheinend hat die Soundbar im Hintergrund dennoch das Internet erreicht und sich ein Firmware-Update gezogen.

Unerwartet, aber damit auch der Gamechanger

Perfekt! Alles noch einmal auf Null (ihr glaubt nicht wie oft wir das gemacht haben). Und siehe da: es klappt auf Anhieb. Die Soundbar wird auch direkt als Airplay Lautsprecher erkannt, sowie von Google Home. Genial.

Ende gut alles gut. Zumindest bei der Einrichtung. ;)

Endlich können wir die Soundbar auch einmessen, bzw. sich automatisch einmessen lassen. (Dies haben wir zuvor mit einem kleinen Trick ebenfalls hinbekommen, nativ fühlt sich aber wesentlich besser an)

Technik-Bashing

Machen wir mal ein wenig Technik-Bashing: 770W Gesamt Leistung hat das System. 40 Watt je Kanal, 50 Watt je Höhen-Kanal und 220 Watt der Subwoofer. Der Center, Rechter- und Linker Kanal bestehen jeweils aus einem Höchtöner und einem Woofer genannten Mitteltöner. Bei den anderen Kanälen kommen verschiedene Hoch/Mittel-Töner zum Einsatz.

Insgesamt befinden sich 10 Speaker in der Soundbar selber und weitere 4 in den Surrounds. Plus der Subwoofer, macht Gesamt 15 Lautsprecher. Das ist schon sehr beachtlich.

Auch mit HDR10 und Dolby Vision Pass-Through kann die Soundbar alle relevanten konstraststeigernden Standards. Ja HDR10+ von Samsung gibt es noch, welches aber selten zum Einsatz kommt oder parallel meist auch in Dolby Vision verfügbar ist. Und in diesem Falle Dolby Vision meist auch noch besser aussieht.

Höreindruck

Wer die Soundbar 4 Wochen testen kann, hat genug Zeit einiges an Blockbuster durchzujagen. Genau so und nicht anders haben wir das gemacht. Weiterhin hatten wir immer wieder Freunde zu Gast, welche sich ebenfalls ein Höreindruck machen wollten. Wir haben natürlich seither unsere Reviews auf dem Blog ebenfalls mit der Soundbar durchgeführt.

Hier ersteinmal unsere Liste der Filme, welche wir in den Player geworfen haben (keine Garantie auf Vollständigkeit):

  • Dune (2021) (UHD)
  • Keine Zeit zu sterben (UHD)
  • The Dark Knight Trilogie (UHD)
  • Scream (UHD)
  • Drive (UHD)
  • Kong: Skull Island (UHD)
  • Godzilla (Blu-Ray)
  • Godzilla 2 (UHD)
  • Ready Player One (UHD)
  • Alita: Battle Angel (UHD)
  • Elysium (UHD)
  • Forever Purge (UHD)
  • Don’t Breathe 2 (Blu-Ray)
  • The Witcher Season 2 (Netflix)
  • Hawkeye (Disney+)
  • Das Buch von Boba Fett (Disney+)
  • Nobody (UHD)
  • Venom: Let there be carnage (Blu-Ray)
  • Halloween (2017) (UHD)
  • Tennet (UHD)
  • A Quiet Place (UHD)
  • A Quiet Place 2 (UHD)
  • Blade Runner 2049 (UHD)

Wir glauben, es kann keiner behaupten, dass wir die Soundbar nicht ausgiebig getestet haben. ;) Mit dabei Dolby Digital Plus Tonspuren beim Streaming, sowie Atmos mit DD+ Core. DTS-HD, DTS:X sowie Dolby TrueHD und Dolby Atmos Filme.

Aufstellung

Hier gibt es nicht viele Infos, wie LG sich das wirklich vorgestellt hat. Nach ein wenig Recherche und den ersten Höreindrücken, haben wir die Surrounds auf unsere vorhandenen Surrounds (Standlautsprecher) gestellt und somit die perfekte Höhe (Ohrhöhe) und Winkel (ca. 100 Grad) für unseren Test erreicht. Dabei stellte sich natürlich heraus, dass wir mit dem angepriesenen 7 unteren Kanälen eher ein Front links, rechts, Front-Wide links, rechts und Surround links, rechts haben und keine Surround-Backs wie man es von einer dedizierten 7.1 Anlage kennt.

Das erklärt natürlich, warum es von anderen Herstellern 9.2.4 Anlagen (z.B. von Nakamichi) gibt.

2D Ebene

Wollen wir erst über die 2D Ebene (7.1) reden. Hier hatten wir einiges Material dabei… Hier ging es uns natürlich um die Räumlichkeit der jeweiligen Filme und Szenen. Als erstes muss wohl erwähnt werden, dass jede Soundbar einen Kompromiss darstellt. Soundbars sind Einsatzbedingt nicht die Voluminösesten Lautsprecher, müssen sie doch flach genug sein um vor einen Fernseher zu passen. Mit 6,3cm ist die LG DSP11RA Soundbar schon wirklich flach. Das macht sich leider auch an dem Volumen der Stimmen und des Dargebotenen bemerkbar. Gerade im AI Sound Modus sind zwar die Stimmen und Effekte etwas angehoben, aber leider auch ein wenig hohl. Der Standard Modus (man mag es kaum glauben) klingt dort um längen besser. Letztlich war dies auch unser bevorzugter Modus.

Da wir nicht gerade den einfachsten Raum haben was die Beschallung angeht, hatte die Soundbar gut zu ackern bei uns. Dennoch hat sie das mit Bravur gemeistert. Die Räumlichkeit ist wunderbar, der Bass auch bei 90 Dezibel Schalldruck am Hörplatz voluminös und recht präzise. Wir haben Raumbedingt den Subwoofer um zwei Stufen gedrosselt, da er sonst in unserem Raum zu dick aufträgt.

Wir haben uns Christopher Nolan’s Dark Knight Trilogie in der 4K Fassung mit deutschen HD Sound zur Brust genommen und die Lautsprecher sanft einmassiert. Naja, sanft vielleicht noch beim ersten Teil, denn ab dem Zweiten hatte der Subwoofer gut zu ackern. Kapitel 14, 20 und 30 schieben schon echt und liefern uns brachialen Sound. Hier gab es nix zu meckern.

Um bei Nolan zu bleiben haben wir uns Tennet als nächstes vorgenommen. Vielleicht kann man sagen Tennet ist einer der “lautesten” Filme der letzten Jahre? Was hier an Sounddynamik erzeigt wird war schon im Kino beeindruckend und ist es auch im Heimkino. Von der ersten Minute an peitscht uns der Score um die Ohren. Kräftige Detonationen sowie feine Streicher. Der Score von Tennet ist nicht nur außergewöhnlich da je nach Situation vorwärts oder rückwärts abgespielt. Hier hat uns die Soundbar ebenfalls überzeugt.

3D Ebene

Wir waren schon sehr von der Performance in der 2D Ebene begeistert, also wurde es Zeit dickere Geschütze aufzufahren. Natürlich ist jeder getestete Film gerade was 3D Sound angeht ein anderer Schnack, aber wir hatten viel Variation. Dennoch muss man anmerken, dass Bauartbedingt der Atmos-Ton mit Up-Firing-Lautsprechern immer sehr diffus ist. Also geziehlte Atmos-Effekte sind zwar Ortbar, klingen aber bei weitem nicht so spektakulär, wie bei einem dedizierten System mit von oben nach unten strahlenden Deckenlautsprechern.

Weiterhin zu erwähnen sei, dass die Soundverbesserer der Soundbar deaktiviert werden wenn man die Soundbar mit Dolby Atmos und DTS:X Ton bespielt. Was wohl in unseren Augen auch eine gute Idee darstellt.

Blade Runner 2049 im englischen Original in Dolby Atmos, knallt von der ersten Sekunde an. Die Soundkulisse erweitert sich Kuppelförmig und gibt deutlich mehr Raum. Bauartbedingt sind natürlich direkte Höheneffekte wie die Landung von K’s Gefährt (3’35) sehr diffus. Dennoch bleibt der Effekt ortbar.

Anders z.B. bei A Quiet Place, wo der Wasserfall (37’42) schön von Oben ins Heimkino fällt, fehlt es ab 46’01 an Ortbarkeit. Wo man bei dedizierten Systemen die Monster deutlich oben verfolgen kann, ist hier nur ein diffuser Klangteppich.

Dune welcher, wenig dedizierte Höheneffekte hat, klingt durch die 4 Up-Firing-Lautsprecher großartig. Sehr räumlich gibt sich der Score immer wieder und macht uns wirklich Spaß.

Ebenfalls Kong: Skull Island wo Kong die Hubschrauber auseinander nimmt. Hier breitet sich eine wunderbare Klangbühne um und über uns aus. Direkte Effekte gehen aber auch hier unter.

Subwoofer

Der Größte Subwoofer ist der beim LG DSP11RA Beigefügte nicht. Dafür klingt er schon sehr Voluminös.

Gemessen mit MiniDSP UMIK‑1 und Room EQ Wizard (REW Copyright © John Mulcahy 2021 All Rights Reserved) an unserem Referenzhörplatz.

Bei einem Referenzpegel von 75 Dezibel sehen wir, dass der Sub ab ca. 28 Hz ordentlich anfängt zu pumpen. So bedient der Subwoofer noch den oberen Bereich des Spaß-Frequenzbereichs (10–40 Hz wo man im besten Falle ordentlich was im Magen spürt). Dennoch hat der Subwoofer in unserem 35qm Zimmer ordentlich zu tun. Wir haben den Subwoofer direkt neben dem Lowboard stehen mit einem ca. 10 cm Abstand zur Wand. In Filmen wir Tennet, Dune, Blade Runner 2049 oder Kong hat er ordentlich zu kämpfen, um unseren Raum mit druckvollen Bässen zu versorgen. Sicherlich hat er in einem kleineren Raum leichteres Spiel. Dennoch muss man sagen, klappt auch dies und die meisten Heimkino-Einsteiger werden begeistert sein, welchen Druck er entfalten kann. Leider muss man aber auch sagen, dass er schon ein wenig verzerrt. Er klingt nicht so knackig wie ein externer Bolide von SVS, Velodyne, Arendal oder ähnlichem. Muss er aber auch nicht, da solche Subwoofer teilweise schon so viel kosten wie LG’s Soundbar-Set.

Kalibriert vs. unkalibirert

Natürlich haben wir uns es nicht nehmen lassen alle Kanäle mal auf Herz und Nieren zu prüfen und haben mit REW Nachgemessen. Wir wollten wissen was die AI Kalibierung messtechnisch an unserem Referenzhörplatz ausmacht.

Gerade weil wir nach der Kalibrierung keinerlei anderen Höreindruck hatten, haben wir unser MiniDSP UMIK‑1 rausgeholt und mit REW mal nachgemessen. Wie oben in der Galerie zu sehen unterscheiden sich kalibriert vs. unkalibriert nur maginal.

Ob das jetzt für unseren Raum spricht, wagen wir noch zu bezweifeln. Denn hier sehen wir persönlich aktuell noch am meisten Spielraum für einen viel besseren Klang bei unserem Filmgenuss.

Aber vielleicht ist es dennoch stark Raum abhängig. Dies sollte jeder für sich selber überprüfen. Im Standard-Modus klingt die Soundbar hervorragend.

Musik

Wer den Blog hier verfolgt, weiß das wir ebenfalls über Musik härterer Gangart schreiben und so haben wir es uns nicht nehmen lassen, die Soundbar mit diversen Formaten, Streaming und Wireless Abspielarten zu testen.

Die Soundbar lässt sich sicherlich als guter Stereoanlagen-Ersatz einsetzen. Natürlich hat man gerade beim Metal hier Kompromisse einzugehen. Generell ist die Musik klar, die Stimmen definiert und gut verständlich. Dank des Subwoofers, machen auch harte Breakdowns spaß. Dennoch fehlt es hier und da an Druck und Raum für fette Gitarren oder dem Drumset. Hier merkt man deutlich die Grenzen des Subwoofers, welcher hier schon ein wenig anfängt zu flattern.

Elektronische Musik ist hier natürlich weniger wählerisch und klingt hier perfekt. Satte Bässe und gute Höhen.

Pegelfestigkeit

Ja, ja wir wissen das viele in Mietswohnungen wohnen und deshalb eher auf Funktionen schielen, welche die Dynamik aus den Filmen nimmt um die Nachbarn nicht zu verärgern. Aber mal angenommen, ihr wollt so richtig auf die Kacke hauen… dann haben wir die Soundbar bis nahe zu 100 Dezibel bei uns im Test hoch gedreht und können euch sagen: der Subwoofer kommt schon ins schwitzen und klingt verwaschener. Aber generell können wir eh empfehlen den Sub ein wenig zu drosseln damit nicht alles nach Bass klingt. Wir haben ihn um zwei Lautstärke-Punkte herunter gedreht und waren dann auch bei hohem Pegel zufrieden mit seiner Leistung.

Smart-Funktionen

Welches Gerät hat heut zu tage keine Smart-Funktionen? So auch die LG DSP11RA. Sie kommt mit Unterstützung von digitalen Sprachassistenten von Amazon (Amazon Alexa) und Google (Google Assistant). Des weiteren beherrscht sie Apples Airplay2 und lässt sich somit auch zum Musik-Streamen nutzen. Natürlich darf hier auch Chromecast sowie Spotify Streaming nicht fehlen. Weiterhin durch Bluetooth kann man schier jedes Handy oder ähnliches Abspielgerät mit der Soundbar pairen und so ebenfalls als Stereoanlagen-Ersatz benutzen.

Wir haben alle Funktionen eingerichtet und stundenlang ausprobiert. Hier konnten wir keine Mängel feststellen und somit kann man, wenn man diese Funktionen plant zu nutzen, diese uneingeschränkt empfehlen.

Bedienung

Die Bedingung ist LG-Typisch: Die mitgelieferte Fernbedienung erinnert an die der 2021er OLED Serie, wobei sie kleiner ist. Mit ihr kann man die wichtigsten Funktionen bedienen. Wer einen LG Fernseher besitzt kann die Fernbedienung aber getrost im Karton lassen, da die Soundbar ebenfalls natlos mit den LG eigenen Fernbedienungen von Fernsehern bedienbar ist. Ebenfalls lässt sich die Soundbar per CEC steuern und so sollten auch Fernseher anderer Hersteller in der Lage sein einige Funktionen zu steuern. Hier haben wir kein Testobjekt zur Hand gehabt um dies zu probieren.

Einstellmöglichkeiten

Hier treffen wir auf den Punkt im Test, welcher uns ein wenig enttäuscht hat. Die wirklichen Einstellmöglichkeiten seitens des Tons sind wirklich spartanisch. Natürlich besteht die Möglichkeit die Bässe und Höhen anzupassen. Des weiteren kann man gewisse Gruppen der Lautsprecher lauter respektive leiser machen. Hierzu zählen, Center, Front R+L, Back R+L sowie Atmos Front R+L und Atmos Back R+L. Leider gibt es keine Unterscheidung von rechtem und linken Kanal bei der Lautstärkeanpassung.

Desweiteren fehlten uns Anpassungsmöglichkeiten zu den Frequenzen oder dergleichen. Hier muss man den Sound den man bekommen mögen oder sich nach einem anderen Gerät umsehen. Die Möglichkeiten eines dedizierten Systems sind hier erheblich umfangreicher.

Für wen ist die Soundbar geeignet?

Die Soundbar ist ganz klar im oberen Segment was Qualität, Funktionsumfang und Preis angeht. Mit einem Listenpreis von 1499€ und einem Straßenpreis von ca. 1250€ ist sie kein günstiger Vertreter aber sicherlich eine der Besten. Wer minimalen Aufwand bei der Installation und Einrichtung für sein Heimkino sucht, ist bei der LG DSP11RA goldrichtig. Ebenfalls Leute die eine optisch unauffällige Surround-Kulisse suchen sollten sich die Soundbar mal näher ansehen.

Wer jedoch nach Absolution sucht was den Sound angeht, sollte sich eher Gedanken über eine dedizierte Anlage mit “großen” Lautsprechern machen. Hier sind je nach Lautsprecher die Stimmen wesentlich voller und der Bass wesentlich definierter. Gar nicht zu sprechen über die Anpassungsmöglichkeiten. Denn hier bietet die Soundbar nur ein Minimum desses was AV-Receiver dieser Tage zu bieten haben.

Habe ich mit der Soundbar Ton wie im Kino?

Sehrwohl. In unserem Testraum konnten wir schon sagen, dass die Soundbar je nach Kino schon einen besseren Ton ausgeben kann. Leider sind dieser Tage viele Kinos technisch nicht auf der Höhe oder die Kinobetreiber einfach taub (und blind). In Verbindung mit einem großen Fernseher oder gar Leinwand lässt sich sicherlich teils besserer Ton Zuhause erziehlen.

Fazit

Mit der DSP11RA hat LG eine hervorragende Soundbar im Programm, welche sich in nahezu jedes Wohnzimmer integrieren lässt, vorrausgesetzt man hat Steckdosen an geeigneten Stellen. Die Surround- sowie 3D-Kulisse sind überzeugend und hüllen uns immer glaubwürdig ein. Weiterhin ist die Soundbar sehr pegelstark und so ebenfalls für größere Räume geeignet. Lediglich der Subwoofer kommt später an seine Grenzen. Hier wird der geneigte Bass-Junkie leider nicht glücklich werden. Was nicht heißen soll, dass der Subwoofer zu schwach ist. Auch er bringt das Interieur zum wackeln und sicherlich die Nachbarn auf die Palme sollte man es in einer Mietwohnung übertreiben. Lediglich die wenigen Feintuningmöglichkeiten sind ein wenig schade. Hier wäre per App mehr drin gewesen.

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LG OLED C1 — wir haben den Fernseher auf Horror-Tauglichkeit getestet https://www.hifigeek.de/lg-oled-c1-wir-haben-den-fernseher-auf-horror-tauglichkeit-getestet/ https://www.hifigeek.de/lg-oled-c1-wir-haben-den-fernseher-auf-horror-tauglichkeit-getestet/#comments Tue, 09 Nov 2021 07:30:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=5206 Wer kennt das Dilemma nicht? Fernseher kaputt, man will “upgraden” oder sonstige Gründe bringen einen dazu auf die Suche nach was Neuem zu gehen. Hierbei gibt es viele viele Marketingbegriffe, aber auch wundersame Features welche uns zum Kauf bewegen soll.

Wir sind hier im Horror-Genre unterwegs und das stellt, ebenfalls wie beim Ton, ein wenig Ansprüche an das Anzeigegerät. Horrorfilme spielen im Dunkeln. Deshalb sollte der Fernseher einen guten Schwarzwert haben, sowie Kontrast um auch in dunklen Szenen jedes Detail zum Vorschein zu bringen. Das war in der Vergangenheit nicht so einfach.

Schwarzwert & Kontrast

Jeder kennt das Phänomen: dunkle Szene aber das Schwarz ist nicht wirklich schwarz, sondern durch die Bildschirmhelligkeit erscheint es gräulich und leutet. Am einfachsten kann man das sehen, wenn der Film im Cinescope ist und sich oben und unten schwarze Balken befinden. Aber auch bei düsteren Filmen merkt man dies sehr stark.

Das hat Bauartbedingt mit dem Aufbau eines Fernsehers zu tun. Bis vor einigen Jahren regierten die Edge-Light-Geräte den Markt. Hier wird das Pannel, welches letztlich das Bild darstellt, von hinten mit in den jeweiligen vier Ecken des Geräts platzierten Leuchtmitteln (LED) beleuchtet. Dies ist kostengünstig in der Herstellung, aber leider auch vom Bild eher suboptimal.

Mit dem erscheinen der OLED änderte sich dies. Hier gibt es kein Pannel mehr, welches von hinten beleuchtet werden muss, sondern die einzelnen Bildpunkte leuchten selber. Dies hat natürlich den entscheidenen Vorteil, das Bereiche des Bildes die absolut schwarz sind gar nicht beleuchtet werden. Damit steigt der Kontrastbereich beim einem OLED ins Unendliche. Deshalb steht auch oft bei den Geräten “Unendlich:1”.

Des weiteren kommt gerade in jüngerer Zeit das sogenannte Local-Dimming auf. Hier haben wir keine Beleuchtung aus den Ecken, sondern das Panel des Fernsehers wird von hinten beleuchtet. Hierzu wird die Fläche des Panels in Bereiche unterteilt, sogenannte Zonen. Deshalb auch Zoned-Local-Dimming genannt hat den Vorteil, dass jetzt dunkle Bereiche weniger bis gar nicht beleuchtet werden und damit das Kontrastverältnis und der Schwarzwert ein deutliches Plus bekommen. Jedoch Obacht: Hier gibt es Geräte mit mehr oder weniger Zonen. Wir müssen euch nicht sagen, dass mehr Zonen natürlich zu einem besseren Ergebnis führen.

Dennoch muss man hier klar auf einen OLED schauen, da dieser durch seine selbstleuchtenden Pixel bei 4K quasi nahezu 8,3 Millionen Zonen aufweist. Dies ist schon beachtlich.

LG OLED C1

Um jetzt auf den LG OLED C1 sprechen zu kommen. Wir haben uns für dieses Gerät aufgrund mehrerer Aspekte entschieden. Natürlich haben Marken wie Panasonic und Sony im Raum gestanden, welche ebenfalls wirklich gute Modelle herstellen. Aber an einigen Ecken hat doch der LG überwogen und wir wollen gleich mal Licht ins Dunkel bringen.

Vielleicht weiß es nicht jeder aber in der Regel werden alle OLED Bildschirme namhafter Hersteller von LG gefertigt. Das hat natürlich die Folge, dass im Kern in den meisten Geräten verschiedener Hersteller dennoch die selben Panel arbeiten. Letztlich entscheidet man sich bei der Markenwahl eher wegen dem “Drumherum”. Prozessor, Signalverarbeiteung, generelle Verarbeitung und Design, hier gibt es vielfältige Gründe zu Gerät A oder B zu greifen.

Was wollten wir erreichen?

Wir wollten Filme so gucken wie es zumeist der Regisseur sich vorgestellt hat. Wir schauen natürlich am liebsten Horrorfilme, hätten gerne HDR und Dolby Vision, sowie muss der Fernseher über gute Einstellungsmöglichkeiten verfügen. Hier hatten wir ein besonderes Augenmerk auf das Thema Kalibrierung. Wir wollten einen Fernseher, welchen wir selber in der Lage sind zu kalibireren. Hier sticht der LG heraus, da er nicht nur über die Software Calman relativ einfach kalibiriert werden kann, sondern ebenfalls einen sogenannten Patterngenerator zur Verfügung stellt.

Um das Thema DIY Kalibrierung kümmern wir uns sehr bald noch mal gesondert, aber um hier einen kurzen Abriss zu geben: Man braucht zur Kalibrierung eigentlich nicht wirklich viel. Ein Colorimeter, einen Patterngenerator, sowie eine Software (Calman) wird benötigt und ein wenig Zeit. Da Patterngenerator aber je nach Qualitätsstufe schon die 1000€ in der Anschaffung übersteigen und/oder ein DIY Generator, gebaut aus einem Raspberry-Pi, zwar Bit-Perfekte Patterns erzeugt, man aber den Fernseher noch irgendwie in den HDR und Dolby Vision Modus bringen muss und auch hier wieder Helferlein benötigt, war dies ein nicht zu verachtender Punkt.

Wie ihr merkt hatten wir weniger Smart-Funktionen, Bildverbesserer oder Ähnliches im Fokus unserer Entscheidung. Bildverbesserer sind für uns Dinge aus der Hölle. Filme werden einfach zumeist mit 24 Bildern die Sekunde gedreht und demnach braucht es für die Wiedergabe keine 1000Hz oder dergleichen. Natürlich sieht das Bild dann nach “weniger” Ruckeln aus oder Unschärfen werden eliminiert, aber dies geht immer auf Kosten des Dargebotenen. Jeder kennt Soaps aus dem Fernseh und der Look ist einfach unsexy.

Smart-Funktionen sind ein nettes Gimmik aber viele von euch, so wie wir selber auch, haben Abspielgeräte Zuhause wie z.B. Amazon FireTV-Sticks, Nvidia Shield oder einen Apple TV. Braucht es dann noch wirklich Smart-Funktionen? Weniger. Dennoch wird es den ein oder anderen geben die dies natürlich als Kaufargument sehen.

Smart-Funktionen

Die wollen wir hier natürlich nicht liegen lassen, denn der LG OLED C1 hat davon eine Menge. Mit seinem Hauseigenen WebOS ausgestattet bietet er aber alle gängigen Streaming-Anbieter, von Disney+, über Netflix, Amazon Prime Video und AppleTV und und. Ihr seht, die Kiste ist ein Multitalent und die Apps werden regelmäßig mit Updates versorgt und laufen, bisheriger Benutzung von uns nach, auch tadellos. Ladezeiten der Apps, Qualität des Streamings etc… bisher haben wir keinen Unterschied zu oben genannten externen Playern ausmachen können. Wer also darauf angewiesen ist wird hier abgeholt.

Unboxing

Der Fernseher wird stehend geliefert und ausgepackt. Nach entfernen der Packbänder lässt sich der Karton nach oben hin abnehmen und der Fernseher steht fest in seiner Styroporhalterung. Obacht ist lediglich beim anbringen an die Wand oder generell heben geboten, da der Fernseher bis auf seiner Technick-Beule auf der Rückseite verdammt dünn ist. Verdammt dünn, damit meinen wir vielleicht ca. 0,5cm. Und das Panel ist spürbar biegbar, was die Handhabung mit zwei Personen wirklich voraussetzt. Der Fernseher ist vorne sowie hinten mit einer Schutzfolie versehen sodass er auch ohne lästige Fingerabdrücke an seinen Bestimmungsort geschafft werden kann.

Lieferumfang

Der Fernseher wird neben dem Hauptgerät mit einem abnehmbaren unmontierten Ständer und einer Fernbedienung geliefert.

Fernbedienung

Die mitgelieferte Fernbedienung ist ebenfalls in vielen Hobby-Kinos oder Wohnzimmern nicht immer nötig, da dort oft auch eine Logitech Harmony (welche schmerzlicherweise nicht mehr hergestellt werden) zum Einsatz kommt. Dennoch muss sich die beigefügte Fernbedienung nicht verstecken. Ein wirklich zu erwähnendes Feature wäre hier die “Bewegungssteuerung”. Die Fernbedienung hat einen Bewegungssensor eingebaut mit welchem man einen Mauszeiger auf dem Bildschirm durch Bewegungen mit der Fernbedienung steuern kann. Dies funktioniert hervorragend und bringt unglaublichen Komfort bei “Tastatureingaben” oder aber der Auswahl von Filmen welche zumeist ja als Kacheln in den jeweiligen Apps angezeigt werden und somit nicht mühselig per Eingabekreuz ausgewählt werden müssen. Natürlich besitzt sie Schnelltasten für die direkt Auswahl gängiger Streaming-Dienste. Nur die Roku-TV Taste ist ein wenig… naja… wir haben keinen Nutzen dafür.

Ständer

Wir haben den Fernseher an einer Wandhalterung montiert und können hierzu leider nicht viel sagen. Dennoch der Vollständigkeithalber wollten wir dies nicht unerwähnt lassen. Der Ständer selber macht einen wertigen Eindruck und bringt wirklich einiges an Gewicht mit. Bei uns wurde er kurzerhand verpackt auf den Dachboden verbannt. Vielleicht kommt er ja irgendwann noch einmal zum Einsatz.

Wandanbringung

Dies ist natürlich ohne weiteres über die vorhandenen Verschraubungspunkte auf der Rückseite möglich und funktioniert hier ebenfalls tadellos.

Ton

Wir haben den Fernseher selber in der Tat auch gehört. Zumindest bei der Einrichtung welche aber auch nach kurzer Zeit abgeschlossen war. Wir müssen nicht erwähnen, dass wir nie in Erwägung gezogen haben uns den Ton über das Gerät ausgeben zu lassen. Bei einem so dünnen Fernseher… was will man für einen Ton erwarten? Das was wir gehört haben, klang okay, aber natürlich fehlt es an allen Ecken und Enden beim Sound. Höhen, Tiefen, wir könnten unendlich weiter machen. Aber das soll hier auch wirklich kein Fokus sein.

©LG Electronics Deutschland GmbH

Bild

Ersteindruck? Wow! Okay… Schwarzwerte sind beeindruckend wenn man von Edge-Lightning kommt. Der daraus ergebene Kontrast ebenfalls. Wir benutzen den Fernseher zum Screening für unsere Reviews und bei so manchen Filmen waren wir schwer beendruckt, als das Bild schwarz ist, demnach nicht Leuchtet aber weiterhin Sound zu hören ist, wir aber gänzlich im Dunkeln sitzen. Das ist schon interessant. Weiterhin sind natürlich Cinescope Streifen kein Ärgernis mehr. Würde der Fernseher nicht vor einer bei uns weißen Wand hängen, könnten wir nicht sagen ob der Fernseher nicht im Cinescope Format ist. Der Balkenfrust ist komplett Geschichte. Aber auch die dunkleren Bereiche sind um ein vielfaches besser zu sehen. Hier kommen Details zum Vorschein, welche einem ohne OLED verborgen bleiben. Generell macht es unglaublichen Spaß Horrorfilme darauf zu schauen. Aber auch die Farbwiedergabe ist Wahnsinn. Die Farben poppen gerade nur so raus und haben eine enorme Strahlkraft, gerade wenn dunklere Bereiche daneben sind.

War vor einigen Jahren noch 3D das Maß der Dinge ist es (leider) im Heimkino mittlerweile ziemlich Tod. Aber HDR in Form von HDR10 und Dolby Vision hat Einzug gehalten und gibt uns noch größere Kontrast-Ranges. Und das ist einfach genial. Nach etlichen Stunden des Testens waren wir zur Pressevorführung von The Eternals im Cinemaxx und naja… wir waren vom Bild des Kinosaals schwer enttäuscht. So dunkel, weniger poppige Leuchteffekte. Da haben die Kinos jetzt ganz schön was aufzuholen. Was man sich durch einen OLED für eine Bildverbesserung ins Haus holt ist schon sehr viele Sprünge nach Vorne.

Helligkeit

Beim Thema Helligkeit gibt es natürlich wieder Diskussionsbedarf. OLED ist nicht die hellste Technologie auf dem Markt. Ein QLED von Samsung in der aktuellen 2021er Ausführung kommt an gute 1600Nits, wobei unser LG OLED C1 nach Messung auf ca. 949 Nits kommt. Das heißt für den Endanwender das das Bild zwar heller ist als es früher der Fall war, aber dennoch bei Tageslicht nicht so brilliert wie im abgedunkelten Raum. Aber: vertut euch nicht, die 949 Nits sind verdammt hell. Wenn ihr einen Horrorfilm schaut und in der Dunkelheit jemand eine Taschenlampe ins Bild hält, werdet ihr schon die Augen zusammenkneifen, weil durch den Kontrast und Schwarzwert das Licht um so heftiger ist. Gerade weil der Raum nicht durch Restlicht der dunklen Bereiche erhellt ist sondern wirklich dunkel bleibt. Wer aber bei Tageslicht oder Sonnenschein viel gucken möchte, sollte sich vielleicht die neuen QLEDs mit 1500+ Local-Dimming-Zones zu gemüte führen.

Letztlich wird die Helligkeit bei den meisten Menschen nicht wirklich zum kritischen Faktor wenn er die Vorteile eines OLED genießen möchte.

Kalibrierung

Ich nehme jetzt hier schon ein wenig zu dem Thema vorweg, über welches wir aber noch mehr schreiben werden und das ist die Kalibrierung. Dies geht mit dem LG wirklich leicht von der Hand, wenn man die passende Hard- und Software hat.

Die Ergebnisse lassen sich wirklich sehen! Wir haben den Fernseher erst ettliche Stunden im Werkszustand benutzt. Hierzu haben wir den Kino-Modus benutzt und dort sämtliche Bildverbesserer deaktiviert. Dies muss bei dem Fernseher für jede Quelle wiederholt werden oder aber mit der Option “auf alle Quellen ausführen” übertragen werden. Die Voreinstellungen von LG sind für’s Erste gut, aber wir können sagen das unser Fernseher einen sichtbaren Blaustich hatte. Messtechnisch haben wir dies ebenfalls feststellen können. Mit Hilfe vom Calibrite Colorchecker Display Plus (hier der Test) und Calman haben wir den Fernseher aber hervorragend kalibieren können. Hier gibt es ja auch diverse Anbieter, welche einem das auch auf Auftrag machen, was aber auch seinen Preis hat. 250€+ werden hierfür zumeist fällig. Ob dies am Ende “besser” ist, wollen und werden wir nicht zu urteilen. Letztlich ist es auch selber machbar mit einem, zumindest Messtechnisch gesehen und optisch im Vergleich, hervorragenden Ergebnis.

Zu diesem Thema wollen wir euch bald auch die Software Calman vorstellen und auch ein Tutorial bereit stellen wie es auch euch gelingen kann.

Eindrücke

Also wir sind schwer begeistert von unserem Bild und haben etliche Zuspielgeräte ausprobiert. (Leider noch keinen PC oder Konsole mit 120 FPS) Generell integriert sich das Gerät hervorragend in die vorhandene Hardware. eARC, CEC etc. arbeiten zuverlässig und wir haben bisher keine Fehler feststellen können. Allgemein suchen wir noch das Haar in der Suppe, aber wahrscheinlich werden wir das nicht finden. HDR und Dolby Vision bieten einfach einen unglaublichen Zugewinn an Bild. Dolby Vision deshalb, weil viele Streaming-Anbieter

OLED und Einbrenneffekt

Weiterhin wollen wir hier natürlich auch Transparenz und nicht verschweigen, dass es bei allem was OLED an Vorteilen hat auch, Nachteile hat. Das ist ein Einbrennen der OLEDs selber. Dies war zu Beginn der OLED-Technologie ein Problem, welches zwar heute noch Bestand hat, aber durch intelligente Technik abgeschwächt wird. Fakt ist: OLEDs brennen ein. Immer. Dies ist nicht zu beheben und wird irgendwann dazu führen, das die Gesammthelligkeit nachlässt. Damit dies aber nicht Bereichsweise passiert und wir keine homogene Helligkeit des mehr haben, wurde von LG einiges gegen getan. Der Fernseher analysiert beim gucken, welche Bereiche wie “gefordert” wurden und brennt die anderen Bereiche bei Zeiten selbstständig ein. Dies passiert im abgeschalteten Zustand ohne das dies Sichtbar ist. Damit wird der Fernsehr über die Zeit allgemein “dunkler”. Wenn wir den aktuellen Trend in der Technik etc. sehen sollte dies aber nicht in einem Benutzungszyklus eines Otto-Normal-Benutzers liegen. Natürlich: wenn jemand den Fernseher 24/7 laufen hat, soll er sich dies mal zu Gemüte führen. Hier gibt es im Netz massig Analysen zum Thema, wir haben uns da die Vorteile der OLEDs überwiegen natürlich dafür entschieden.

Fazit

Wow… Wall-of-text kommt zum Ende. Okay… wir hoffen wir haben alle kritischen und wichtigen Punkte beleuchtet. Das Fazit ist natürlich eines auf dem es bei dieser Premium-Technik hinausläuft: Als Horrorfan gewinnt man mit so einem LG OLED C1 natürlich alles. Schwarzwert, Kontrast, Farbe, … Horrorfilme machen einfach mehr Spaß! Es gibt nix zu mäkeln an dem Gerät und wir sind nach unseren Recherchen und Tests nicht Enttäuscht und wurden sogar sehr vom Bild noch mal überrascht, wie gut es doch wahrhaftig in den eigenen 4‑Wänden aussieht. Wer gerade wirklich sich mit dem Thema befasst und auf der Suche ist, soll sich auf jedenfall mal die Kiste ansehen. Bei uns dient sie nun mehr als Referenz-Gerät, aufgrund dessen wir unsere Rezensionen verfassen.

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https://www.hifigeek.de/lg-oled-c1-wir-haben-den-fernseher-auf-horror-tauglichkeit-getestet/feed/ 1 5206
Colorchecker Display Plus Review — wir haben uns ans Kalibieren gemacht https://www.hifigeek.de/colorchecker-display-plus-review-wir-haben-uns-ans-kalibieren-gemacht/ https://www.hifigeek.de/colorchecker-display-plus-review-wir-haben-uns-ans-kalibieren-gemacht/#comments Mon, 08 Nov 2021 16:30:00 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=5108 Dies ist der erste Post von Mehreren, welche sich um das Thema kalibrieren von Monitoren und Fernsehern dreht. Zuerst benötigt man ein Colorimeter, welches hier das Colorchecker Display Plus ist, welches wir freundlicherweise von der Firma Calibrite zur Verfügung gestellt bekommen haben. Wir gehen dennoch völlig unvoreingenommen an den Test, da wir ein perfektes Ergebnis wünschen.

Warum kalibieren?

Okay… warum wollen wir unsere Anzeigegeräte kalibieren? Na das ist relativ leicht erklärt. Wenn wir uns einen Monitor oder Fernseher einer X‑beliebigen Marke kaufen, kommt dieser meist mit voreingestellten Farbprofilen daher. Sei es welche für’s Gaming, Kino, HDR oder Dolby Vision. Das Problem an den voreingestellten Profilen ist, dass sie im Entwicklungsprozess des Gerätes beim Hersteller erstellt werden. Sobald die Produkte in Serie gehen, kann es aber zu Abweichungen im Produktionsprozesses kommen. Andere Panels die verbaut werden, oder einfacher kleinere Bauteile, die zwar auf dem Papier equivalent sind, aber dennoch eine Auswirkung auf das Bild selber haben.

Genau durch so etwas entstehen Abweichungen, welche wir mal mehr oder weniger mit eigenen Augen sehen können. Das macht sich zum Beispiel mit einem Farbstich in weißtönen bemerkbar oder aber auch an nicht vollständigen Schwarz. Weiterhin können Farben nicht genau angezeigt werden und so ist ein helles Rot zu übersättigt und wir sehen es schon als dunkles Rot. Hier kann man sich einiges an Varianten vorstellen und ich denke ein Jeder wird so etwas schon wahrgenommen haben.

Ziel der Kalibrierung

Wenn wir ein Anzeigegerät kalibieren, haben wir danach die “Gewissheit”, das die angezeigten Farben das darstellen, was an den Monitor ursprünglich aus der Quelle (PC, Blu-Ray-Player etc.) gesendet wurde. Gewissheit nur in so fern, wie man seinem Colorimeter vertraut. Denn letztlich kann die Kalibrierung nur so gut sein, wie das Colorimeter genau im Abscannen der Test-Patterns beim Kalibrieren ist. Natürlich spielen hier dennoch weitere Komponente rein, wie Qualität und Genauigkeit des Pattern-Generators, aber hier wollen wir ein anderes Mal drauf eingehen. Letztlich wollen wir Filme sehen, wie sie es der Regisseur beabsichtigt hat. Und da am Set natürlich High-End-Hardware steht, verwenden die Produktionen kalibrierte Systeme. Diese werden alle nach einem Standard kalibriert (Rec.709, Rec.2020 bei HDR). Also ist es unser Ziel, unser Anzeigegerät so genau wie nur möglich auf diesen Standard zu kalibrieren.

Colorchecker Display Plus

Ein solches Colorimeter, ist das von uns getestete Calibrite Colorchecker Display Plus. Vielleicht manchen auch bekannt als x‑rite, hat das Kind nun einen neuen Namen.

Der Lieferumfang gibt sich spartanisch: Das Gerät selber, eine Kurzanleitung, ein Hinweiß auf die Downloadpage von Calibrite und ein USB -> USB‑C Adapter.

Auf der Downloadpage bekommt man das CCProfiler-Tool von Calibrite, welches man zur Kalibierung von Monitoren am Computer nutzen kann. Wir wollen hier jetzt kein Urteil darüber fällen ob es ein gutes Tool ist oder nicht, dennoch haben wir unsere zwei LG Monitore mit dem Tool zum ersten Funktionstest eingemessen.

CCProfiler

Der CCProfiler kann von der Calibrite Downloadpage kostenlos heruntergeladen werden und ist für Windows sowie Mac verfügbar. Wir haben nur die Mac-Variante benutzt… Systembedingt. ;) Wir haben hier einen LG 27UK850‑W 4K-Monitor stehen, welchen wir als erstes mit 709 eingemessen haben. Danach haben wir unseren LG LG 27UP850‑W ebenfalls nach Rec.709 eingemessen und die Monitore optisch verglichen. Hierzu haben wir uns Testbilder besorgt, um zu sehen wie der Unterschied ausfällt.

Optisch gibt es nichts zu meckern. Die Bildschirme sehen nach der Kalibrierung gleich aus. Ein wenig müssen sich unsere Augen daran gewöhnen, dass ein vorher vorhandener Farbstich weg ist, aber das Ergebnis überzeugt. Jeder der mehrere Montiore betreibt, weiß wie ätzend das ist die Monitore aufeinander abzugleichen. Dies war mit dem CCProfiler in gut 10 Minuten erledigt.

Die Handhabung des Tools war einfach und selbsterklärend, sodass man sagen kann: ja kann jeder einfach machen. Sofern man dann dem Ergebnis natürlich vertraut. Hier gibt es sicherlich Diskussionsbedarf zu allerlei Störfaktoren, welche natürlich mit “besserem” Equipment besser abgedeckt wären. Aber, wir wollen gucken ob ein jeder Zuhause in der Lage ist mit einem Calibrite Colorchecker Display Plus seinen Augen was gutes zu tun und hier kann man sagen: Klappt.

LG Calibration Studio

Okay… den ersten Test haben wir hinter uns und nun wollen wir mal sehen wie gut unsere Hardware sich mit Drittanbieter-Software schlägt. Bei unseren beiden Monitoren handelt es sich wie oben erwähnt um Modelle von LG und hier muss man LG einfach mal ein wenig hervorheben, LG hat kleine Helferchen für ihre Geräte und versorgt damit auch Otto-normal-Verbraucher mit Tools.

Weiterhin nur als kleiner Exkurs hat LG in ihren OLED und QNED Modellen schon seit Jahren einen Patterngenerator eingebaut, was es für DIY-Kalibratoren wir uns natürlich leichter macht als mit anderen Produkten. Hierzu wollen wir aber in einem anderen Beitrag eingehen und fahren hier fort.

Die Verwendung des Calibrite Colorchecker Display Plus in Verbindung mit dem LG Calibration Studio ist kinderleicht. LG führt super durch die Menüs und in Verbindung mit unseren per USB‑C angeschlossenen Monitoren stellt LG alles im Monitor selber ein. Der Colorchecker arbeitet wie schon zuvor mit dem CCProfiler hervorragend zusammen. Die Kalibrierung mit dem LG Calibration Studio dauert aber hier keine 10 Minuten für beide Bildschirme, sondern gute 30 Minuten pro Bildschirm. Auch hiernach können wir keinen Unterschied von Helligkeit und Farben bei den beiden Monitoren mehr feststellen und das Arbeiten an ihnen erscheint homogen.

Bedienung

Die Bedienung des Calibrite Colorchecker Display Plus beschränkt sich auf ein paar wenige Handgriffe. Das Gerät selber verfügt über eine Diffuserklappe welche wir zum Kalibieren abklappen müssen. Dies wird in den beiden oben erwähnten Programmen auch jedesmal gezeigt und das Colorimeter verfügt entweder über einen Sensor der die Position abfragt oder macht es anhand von Helligkeitsmessungen ab. Generell weiß das Colorimeter ob es auf oder zugeklappt ist. Im nicht verwendeten Zustand sollte es jedoch zugeklappt sein um die Linse welche sich darunter verbirgt vor Staub oder schlimmstenfalls Kratzern zu bewahren.

An dem Kabel des Colorimeters befindet sich zudem noch ein Gegengewicht, welches in seiner Position verstellbar ist um das Colorimeter perfekt auf den zu messenden Punkt zu justieren. Dabei wird das Kabel einfach über den Rand des zu messenden Geräts gehangen und auf dem in den Tools angezeigten Bereich justiert. Hierbei sollte man nach Möglichkeit den Monitor nach Möglichkeit ein wenig nach hinten kippen, damit das Colorimeter plan auf dem Bildschirm aufliegt und kein seitliches Licht hineinlässt und/oder die Messungen durch verloren gegangendes Licht des Bildschirms verfälscht wird.

Bei einem großen Fernseher welcher auf einem eigenen Standfüß steht könnte sich das als schwieriger erweisen und so muss man überlegen ob man in dem Falle nicht das Colorimeter auf ein Stativ schraubt. Hierfür ist auf der Rückseite ein Gewinde verbaut, da man mit dem Calibrite Colorchecker Display Plus nicht nur Monitore sondern auch Beamer einmessen kann, was wir mangels Beamer nicht gemacht haben.

Bei uns hat das Colorimeter überigens ohne jegliche Treiberinstallationen oder sonstigem funktioniert.

Und weiter?

Natürlich ist dies erst der Anfang. Wir haben uns ebenfalls daran gemacht unseren Referenzmonitor, hier ein LG OLED 65 C1 für unsere Rezensionen einzumessen. Hierzu haben wir das Colorimeter mit Calman zusammen benutzt. Dies wollen wir aber gesondert behandeln, da dies ein wenig mehr Aufwand ist, welches hier auch nicht in den Test gehört. Generell kann man aber schon schreiben: ja klappt. Auch Calman arbeitet ohne Probleme mit dem Calibrite Colorchecker Display Plus zusammen und das Ergebnis ist mehr als nur gut.

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Test — RUIPRO 8K HDMI 2.1 48Gpbs Kabel https://www.hifigeek.de/test-ruipro-8k-hdmi-2-1-48gpbs-kabel/ Sat, 02 Oct 2021 13:46:54 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=4653 Kabel, Kabel, Kabel… nicht’s geht ohne aber es gibt den einen oder anderen Unterschied. Als wir uns entschlossen unser Haus zu renovieren und ein Heimkino zu bauen sind Kabel natürlich ein essenzielles Bauteil.

Vorwort

  • Zukunftsfähig müssen sie sein
  • in der gewünschten Länge das Signal übertragen
  • aktuelle Standards erfüllen
  • erschwinglich müssen sie sein
  • gute Qualität aufweisen

Das sind die denke ich für viele die gewünschten Anforderungen. Da draußen auf dem Markt tummeln sich viele Kabel. Geschirmte, extra ummantelte, vergoldete, Silberlitzen, und und und. Das haben wir ebenfalls gemerkt.

Wir wollten die Technik nicht sehen und so haben wir sie auf die Rückseite des Raumes geplant. Das heißt natürlich bei einem Fernseher ein Kabel was quer durch den Raum verlegt werden muss und demnach auch eine gewisse länge plus Reserven aufzuweisen hat. 15m sind es bei uns geworden und wir haben und lange umgesehen. 15m bei HDMI sind für klassisches Kupfer meist zu viel.

Als alter IT-Hase ist die Lösung sonnenklar: Glasfaser muss her!

Um ein wenig vom Vodoo bei HDMI-Kabeln aufzuräumen: HDMI ist ein digitaler Übertragungsweg. Demnach übertragen werden letztlich Einsen und Nullen. Wenn dabei Fehler auftreten gibt es sicherlich die ein oder andere Fehlerkorrektur im HDMI Standard oder schlichtweg das Kabel funktioniert nicht/hat aussetzer. Natürlich kann dieses digitale Signal auch gestört werden weshalb bei Kupferkabeln eine Schirmung Sinn macht. Dies kann z.B. auftreten durch elektromagnetische Strahlung von Stromkabeln an welchen die HDMI Kabel parallel verlegt werden über längere Strecken. Dies sollte man aber generell schon beim Verlegen beachten.

Vergoldete Anschlüsse in allen Ehren, macht natürlich den übertragenen Strom leichter passierbar und sicherlich auf dem Papier auch eine längere Übertragung möglich. Ist aber nicht unbedingt notwendig denn wie oben erwähnt: das Signal ist digital, Einsen und Nullen, An oder Aus. Wer jetzt einem solchen Kabel Klangeigenschaften nachsagt… hm… weiß ich nicht.

Jedenfalls haben wir und ein 15m Glasfaser HDMI 2.1 48Gbps Kabel bei Amazon geordert und verbaut. (ja nicht sofort getestet da die komplette Anlage noch eingemottet war) Das Ergebnis war: angeschlossen und… Tonaussetzer. Jetzt muss man natürlich sagen, ein Glasfaser HDMI Kabel funktioniert nur in eine Richtung. Dies ist mit Source und Display eigentlich gut markiert und so haben wir es eingehalten.

Unser Aufbau war folgender FireTV 4k -> Fernseher -> HDMI (ARC) -> Receiver. Soweit so gut. Die Tonaussetzer passierten dann folgendermaßen. Beim lauter sowie leiser machen ist dies nicht einfach flüssig passiert sondern der Ton war mit jedem Knopfdruck für eine Sekunde weg. Begleitet mit dem obligatorischen Schaltgeräusch eines AV-Receivers weil er ein Signalverlust hatte und danach das Signal zurück gekehrt ist. Ich kann nur sagen: super nerviges verhalten. Aber, das war leider noch nicht alles. Leider gab es immer wieder Tonaussetzer alle 30–60 Sekunden. Zuerst habe ich das auf den Fernseher zurückgeführt und ihm schlechte ARC Fähigkeiten zugesprochen. Aber nachdem ich alle Technik testweise nach vorne gebaut hatte und “Standard-Kabel” verwendet habe konnte ich das Einzig und allein auf das Kabel zurückführen.

Fazit: Kabel ist nicht gleich Kabel. Und auch Glasfaser HDMI 2.1 bla bla, ihr wisst schon Kabel sind nicht gleich der Heilsbringer. Günstig sind diese bei weitem nicht. 15m schlugen mit knapp 200€ zu buche. Händler kontaktiert, Verhalten dokumentiert, beschrieben und Geld zurück bekommen. Klasse! Lobenswert an dieser Stelle, dennoch ein Kabel weniger und demnach keine Verbindung.

Weiter auf die Suche gemacht nach einen neuen “gescheiten” Kabel. Man muss ja sagen, mittlerweile finden sich schon längere Kabel in den Angeboten gängiger Hifi-Shops… zu der Zeit kaum für HDMI 2.1 in der Länge.

RUIPRO HDMI Fibre Optic Cable 2.1 48Gbps

Nach weiteren Recherchen bin ich dann auf das oben genannte RUIPRO Kabel gestoßen. “Diesmal machste das Richtig” habe ich mir gesagt und einfach stumpf als Blogger den Hersteller angeschrieben und gefragt ob er denn wirklich sicher ist, dass seine Kabel die Vorgaben erfüllen und demnach auch wie versprochen funktionieren.

Siehe da: Netter Kontakt, hat alles bestätigt, auf seine Lifetime Warranty verwiesen und gleich Kabel besorgt.

RUIPRO 8K HDMI Fibre Optic Cable HDMI 2.1 48Gbps 8K@60Hz 4K@120Hz Dynamic HDR/eARC/HDCP 2.2

Wir haben uns direkt 15m, für den Beamer weitere 6m und ein weiteres 1m Kabel besorgt und natürlich gleich gespannt ausgepackt und angeschlossen. Siehe da! Alle Probleme waren passé.

Zum Kabel selber:

Es erfüllt natürlich ersteinmal alle aktuellen Standards: HDMI 2.1 mit 48Gbps Übertragungsgeschwindigkeit. Weiterhin besteht es aus Glasfaser und kann so auch größere Strecken überbrücken. Es unterstützt ebenfalls 8K@60Hz 4K@120Hz, HDR, eARC, HDCP2.2, Dolby Atmos, Dolby Vision, DTS:X, Auro3D… ich könnte die Liste immer weiterführen. Der Kenner weiß, letztlich zählt die Übertragungsgeschwindigkeit und das diese konstant ist.

Glasfaser hat übrigens noch einen weiteren Vorteil: das Kabel ist nicht anfällig für elektromagnetische Strahlung! Denn Glasfaserkabel übertragen ihre Daten per Lichtwellen (deswegen auch Lichtwellenleiter genannt). Diese sind nicht von Strahlung jeglicher Art beeinflussbar. Was natürlich nicht für die Stecker selber gilt, da das Signal dort natürlich jeweils zu Licht und dann wieder zu Strom gewandelt wird. Längenverluste bei Glasfaser sind in den heimischen vier Wänden dann natürlich zu vernachlässigen.

Die Haptik des Kabels ist hervorragend, wobei es natürlich durch die Farbe nicht das hübscheste ist. Letztlich sind die Kabel bei uns unter Putz und wir sehen diese nicht, weshalb uns die Optik egal ist. Aber auf die Maße kommt es an! Wir hatten natürlich schon die Wände etc. verputzt und so mussten wir in vorhandene Leerrohre das Kabel nachträglich hinzuziehen.

Zumal wer ein wenig Ahnung hat weiß, dass Glasfaser noch einen entscheidenen Nachteil hat: den Biegeradius. Zum Glück hatte ich beim Verlegen der Leerrohre auf genau eben jene geachtet, sodass sich das Kabel ohne Zwischenfälle verlegen ließ.

Wir haben das Kabel mittlerweile mit verschiedenen Quellen bespielt und konnten keine Probleme feststellen. Wie eingangs erwähnt, An oder Aus. ;)

Xbox, Nvidia Shield, Sony X800, Denon AVR, zu LG OLED alles kein Problem!

Die Verpackung der Kabel ist jetzt nicht das hochwertigste, aber dafür will man auch kein Geld ausgeben. Der Lieferumfang ist sicherlich größer als der ein oder andere bei einem Kabel erwartet hat:

  • Das Kabel selber
  • Steckerschutzkappen
  • 3x Kabelbinder (Klett mit Druck)
  • 5V extra Stomadapter
  • Anleitung

Ja richtig gelesen… 5V Stromadapter. Wie weiter oben schon erwähnt wird hier Strom zu Licht und wieder zurück gewandelt. Dies passiert jeweils in den Steckern. Es kann natürlich sein, dass das angeschlossene Gerät auf einer Seite nicht genügend, oder durchgänging Strom liefert. Dies lässt sich mit dem beigefügten Adapter beheben.

Die Kabelbinder sind natürlich nützlich für das Kabelmanagement und nice 2 have.

Zuletzt bleibt immer der Preis. Wir haben euch oben eine handvoll Affiliate Links bereit gestellt wo ihr das Kabel kaufen könnt. Wäre lieb wenn ihr uns dort unterstützen würdet.

Beim Preis spielt sich der Preisvorteil erst ab längeren längen aus. Wo 1m Kabel noch bei üppigen 95€ liegt und 15m dann bei 170€ sieht man schon die Tendenz. Zu haben ist das Kabel bis zu einer Länge von 30m und kostet dann schmale 199€. Das wird bei der Konkurenz eng welche hier meist schon das doppelte aufruft.

Denkt immer daran! Einsen und Nullen. Solange das Signal ankommt wird es vermutlich nie viel Abweichung und Verlust geben! Bei Analogverbindungen jedoch schon und da sollte man schon eher auf seine Kabelwahl achten.

Abschluss

Zur Einordnung, wir haben die Kabel seit März 2021 fast täglich im Einsatz, sodass dies keine kurze Momentaufnahme ist, sondern eher schon als Langzeittest angesehen werden kann. Die Kabel haben wir freundlicherweise von RUIPRO zur Verfügung gestellt bekommen, was hier nicht in die Wertung eingeflossen ist, da wir etwas funktionierendes haben wollten und bekommen haben. Die Kabel sind wirklich sehr gut und funktionieren tadellos. Also gebt euch einen Ruck und probiert diese aus!

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World War Z 3D — Extended Action Cut https://www.hifigeek.de/world-war-z-3d-extended-action-cut/ Sat, 16 Nov 2013 16:30:34 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=658 Als erstes Vorweg: Nein, es handelt sich auch wenn die Blu-Ray und Verpackung es suggeriert nicht um den Extended Action Cut in 3D. Das ist schlichtweg Irreführend auf dem Cover. Enthalten ist die KINOFASSUNG in 3D und der Extended Action Cut in 2D.

Kritik

Den Film kann man in einem Wort beschreiben “atemberaubend”. World War Z ist kein typischer Zombiefilm a lá Dawn of the Dead. Wenn man ihn mit irgendeinem Film vergleichen müsste, würde er am ehesten an I am Legend erinnern.

Der Film ist die perfekte Mischung zwischen Katastrophen Film und Action Film mit Zombies angereichert. Also für jeden etwas dabei. Wenn man ihn nicht in Verbindung mit dem Buch bringt, ist der Film selber ist sehr gut gelungen. Er fängt sehr zügig an, der Background wird in weit weniger als 5 Minuten erklärt und geht dann gleich in die Vollen. Die Zombies sind übrigens eine Mischung aus Zombie, Speedy Gonzales (erinnert etwas an 28 Days later) und haben teilweise etwas von den Jackass-Protagonisten. Auch der Prozess der “Verwandlung” von Mensch zu Zombie ist in weniger als 15 Sekunden abgeschlossen. Daher ist das Setting sehr schnell erklärt. Ein Zombie in einer Großstadt bedeutet eine Großstadt voller Zombies.

Technisch ist der Film, wie bei einer solch teuren Produktion zu erwarten auf höchstem Niveu. Es gibt keine langweiligen Stellen die Story relevant sind. Um das Ganze zusammen zu fassen: “Der Film beginnt. Einleitung. Spannung. Ende.”

Die schauspielerische Leistung ist durchweg gut. Das Ende, welches wir hier nicht spoilern wollen, ist mal eines der kreativeren im Zombie-Subgenre. Es arbeitet zwar auf die Lösung hin, ist aber sicherlich für den einen oder anderen nicht sofort ersichtlich und deshalb doppelt spannend.

Wer eher leichte Kost, viel viel viel Action und weniger einen Horrorfilm bevorzugt, ist bei World War Z sicherlich bestens aufgehoben. Wer dahingehend den Harten-Shocker sucht oder die Verfilmung des gleichnamigen Buches ist hier leider fehl am Platze.

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Stitched #1 — Garth Ennis neuer Splatter-Comic https://www.hifigeek.de/stitched-1-garth-ennis-neuer-splatter-comic/ Fri, 15 Nov 2013 12:49:04 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=624 Vielen wird Garth Ennis ein Begriff sein. Mit Crossed lieferte er die Antwort auf The Walking Dead, nur dass diese noch grausamer, hoffnungsloser und definitv grenzwertiger ausfiel. Nun hat er auf Basis seines Kurzfilms (Stitched, Trailer findet ihr weiter unten) einen Comic in bester Garth Ennis Manier abgeliefert.

Story

In den Bergen Afghanistans kämpfen sich nach einem Hubschrauberabsturz drei amerikanische Soldaten und Soldatinnen ohne Essen, Wasser und Medikamente durch die unwirtlichen Berge. Doch sie treffen nicht nur auf Taliban, die diese Region kontrollieren, sondern auch auf eine Schar von zerlumpten Untoten, gegen die Kugeln nichts ausrichten …

Kritik

Neben den realen Gräueltaten die ein Krieg mit sich bringt, würzt Garth Ennis seine Story noch mit Untoten. Klingt im ersten Moment nach den typischen Zombies, sind es aber nicht. Keine Seuche, keine skrupellose Organisation, die die Untoten auf den Plan bringt, sondern Okkultismus. Schwarz gekleidete Männer bringen die sogenannten Stitches mit bizarren Ritualen in unsere Welt zurück. Zu allem Überfluss können sie diese mit einfachen Mitteln kontrollieren und setzen sie gezielt gegen die Hauptprotagonisten ein.

Hierbei entsteht für Splatter-Fans ein regelrechtes Feuerwerk: Herausgerissene Herzen, viele Gedärme, zertrümmerte Gesichter und viel Action. Leider stellt sich der Horror noch nicht ganz ein, viele einhergehende umgebungsbedingte Probleme kommen zu kurz. (Wasser- bzw. Nahrungsknappheit etc.) Auch die Steifheit der Charaktere läßt den Leser bei deren Tod leider zu oft unberührt.

Dennoch ist der Comic für Splatter-Fans oder die die es mal werden wollen, schon einer der härteren Sorte und sollte nicht übersehen, bzw. sollte begutachtet werden. Vielleicht kommt die Serie mit dem erscheinen des zweiten Bandes besser in Fahrt und wir können über den holprigen Einstand hinweg sehen.

Das Comic selber ist in bester Panini Manier ein hervorragendes Produkt. Druck ist klasse und an der Übersetzung gibt es auch nix zu rütteln.

Trailer

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Cottage Country https://www.hifigeek.de/cottage-country/ Fri, 15 Nov 2013 11:52:52 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=595 Das es nicht nur ernste Horrorfilme gibt, wissen wir nicht erst seit Tucker&Dale vs. Evil. Aber dieser war herausragend erfrischend und lustig. Nun stand Taylor Labine wieder für eine Horror-Komödie vor der Kamera und wir haben uns Cottage Country für euch angesehen.

Trailer, Bilder und Story findet ihr in unserer Ankündigung.

Der unterwürfige Büroangestellte Todd (Taylor Labine) möchte seiner angebeteten Cammie (Malin Ackermann) in der familieneigenen Hütte am See einen Heiratsantrag machen. Vorbereitet auf den großen Moment ist alles und so fahren die Beiden gen Idyll am See. Dort angekommen werden die Beiden recht schnell von Todds unverschämten Bruder Sal und seiner durchgedrehten Freundin Masha gestört. Ergebnis ist ein gefährdeter Heiratsantrag und ein bevorstehender Rausschmiss der ungebetenen Gäste. Dieser endet zu allem Überfluss in einem Brüderkonflikt welcher durch den Tod von Sal beigelegt wird. Danach heißt es: Wie viele Leichen werden den Weg pflastern bis der Heiratsantrag gemacht wird?

Kritik

Was sich im ersten Moment spaßig anhört, ist es auch erstmal. Leider wird aus der Horror-Komödie im Verlauf des Film eher ein Film über die resultierenden Schuldgefühle sowie die Besessenheit eines Beziehungsideals welches es angesichts der “Spontan-Morde” zu wahren gilt. Natürlich gewinnt der Film hier ziemlich an Ernsthaftigkeit und passt leider nicht zu einer Horror-Komödie. Erst viel zu spät bekommt der Film wieder die Kurve, sodass man streckenweise einfach nix zu lachen hat, sondern sich eher Gedanken dazu macht, wie psychopatisch man sein muss, um angesichts des Verlaufs der Story an dem Plan des Heiratsantrags fest zu halten.

Wer sich auf diesen Streifen freut, wollen wir hier nicht den Tag vermiesen. Sehenswert ist der Film alle Male, da er sicherlich kein billiger Schund ist. Effekte sind super und die Charaktere glaubwürdig gespielt. Lediglich hinkt die Story einfach, was einen schlichtweg enttäuscht.

Aber wenn man sich diesen Film dann zulegt, bekommt man wie von Capelight gewohnt noch folgende Extras geboten:

  • Behind the Scenes
  • Kinotrailer

Zur Blu-Ray

Die uns vorliegende Blu-Ray hat wie erwartet ein Wendecover ohne FSK-Flatschen, der Film ist tontechnisch in DTS-HD MA 7.1 in Deutsch sowie DTS-HD MA 5.1 in Englisch auf der Scheibe, was man nicht immer sieht und das Bild ist gestochen scharf ohne irgendwelche Schwächen.

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So war das Weekend of Horrors 2013 https://www.hifigeek.de/so-war-das-weekend-of-horrors-2013/ Mon, 11 Nov 2013 13:18:33 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=418 So, europas größte Horror-Convention ist vorbei und wir waren vor Ort, um für alle die nicht vorbei schauen konnten zu berichten. Anbei haben wir einen Haufen Bilder mit Stars und Impressionen.

Wie immer gab es auf dem Event, welches seit diesem Jahr in der Turbinenhalle Oberhausen anzutreffen ist, wieder viel zu sehen. Angefangen von den vorab angekündigten Stars, wobei leider Malcolm McDowell kurzfristig wegen Dreharbeiten absagen mußte, über Filmscreenings von morgens bis Abends, Startalks wo Fans nach Herzenslust die Stars ausquetschen durften, Konzerten, massig Händlern mit Uncut-Filmen, Figuren, Masken, Requisiten, Nachbauten und und und…

Das Highlight war unteranderem die Verleihung der Goldenen Schallplatte an Jason Dark für seine John Sinclair Hörspiele live auf der Bühne des Weekend of Horrors.

Aber bevor wir hier seitenlang alles kleinlich erzählen schaut euch doch einfach unsere Bilder an, denn die sagen sicherlich mehr als 1000 Worte!

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[Review] S‑VHS aka V/H/S2 https://www.hifigeek.de/review-s-vhs-aka-vhs2/ Thu, 07 Nov 2013 12:20:11 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=370 Found-Footage Filme sind schon seit längerem in. So erschien letztes Jahr die Antologie V/H/S welche mit ihren kurz Episoden verschiedener Stil-Richtungen die Fans zu überzeugen wußte.

Dieses Jahr kehrt V/H/S zurück mit einer neuen Antologie verschiedener Regisseure und trägt den Namen S‑VHS. Zusammengehalten wird das Ganze von einer Rahmenhandlung von Simon Barret, dem Regisseur des ersten Teils. Dabei geht es um zwei Ermittler welche in einem vermeintlich leerstehenden Haus verschiedene Tapes finden und diese nacheinander abspielen. Letztlich dient es dazu die thematisch unabhängigen Episoden in dem Film unterzubringen und kann auch getrost vernachlässigt werden.

Phase I Clinical Trials

In der ersten Episode von Adam Wingard welcher auch für den am 07.11.2013 startenden “You’re next” verantwortlich ist, welcher schon das Fantasy Filmfest Publikum als Closing-Film überzeugen konnte, lässt sich der Regisseur in der Hauptrolle einer Versuchsperson eine Miniaturkamera ins Auge implantieren. Aus dieser Sicht zeigt die Episode die unheimlichen Vorkommnisse welche in seinem Haus vor sich gehen. Näher kann man wohl nicht im Geschehen sein! Generell sind es mehr konventionelle Schockmomente die aber perspektivisch bedingt auch sitzen. Ein super Einstand für die Antologie.

A Ride In The Park

Völlig anders geht es in der zweiten Episode von Gregg Hale und Eduardo Sánchez („Blair Witch Project“) zu. Ein Mountainbiker, welcher eigentlich seine Abfahrt mit einer Helmkamera dokumentieren möchte wird hier von einer Untoten attackiert und mutiert selber in ein Zombie. Weiterhin mit dem Helm auf dem Kopf beginnt ein blutiger, rasanter Trip aus der Sicht eines Zombies welcher schon zur härteren Sorte gehört und zugleich durch die Perspektive um so origineller ausfällt und einem den ein oder anderen Schmunzler entlockt.

Safe Haven

Ganz anders geht es in der Episode von Timo Tjahjanto („Macabre“) und Gareth Evans („The Raid“) zu. Hier geht es richtig zur Sache: Mit einem Besuch einer Filmcrew bei einer sektenähnlichen Erziehungseinrichtung, welche grausame Erziehungsrituale vollzieht. Nichts für schwache Nerven wird hier geboten und schnürt einem beim Zusehen die Kehle zu. Bitter bös und mit drastischen Bildern, dokumentiert, aber dennoch keine sinnlose Schlachtplatte.

Slumber Party Alien Abduction

Aufatmen ist bei der letzten Episode von Jason Eisener  (“Hobo with a Shotgun“) angesagt. Hier feiern Kids eine wilde ausgelassene Party in welcher geraucht, mit Wasserbomben beworfen und anderen mit der Kamera beim Sex zugesehen wird. Bis ein paar Aliens eintreffen die keine Lust auf das bunte treiben haben. Weniger blutig, dafür schrill und chaotisch was teils auch an den verschiednen Kameraperspektiven liegen mag. Wo wir z.B. eine aus Sicht eines Hundes haben, welcher eine Kamera umgeschnallt bekommt. Schauriger Abschluss der Antologie.

Fazit

Durch die höhere Qualität gegenüber dem Vorgänger, sollten Fans des ersten Teils und Found-Footage Fans, definitv einen Blick werfen. Wer einen kreativen, abwechslungsreichen Film sucht, hat hier ein gutes Werk gefunden und kann ihn sich bedenkenlos ansehen.

Zensurhinweise

Erscheinen wird der Film wie so oft in 2 Versionen. Wer die Möglichkeit hat, sollte einen Bogen um die FSK 18 Fassung machen, da diese leider zugunsten einer Freigabe geschnitten werden musste. Wie stark diese Schnitte ausfallen können wir leider noch nicht sagen.

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Review — I spit on your grave 2 https://www.hifigeek.de/review-i-spit-on-your-grave-2/ Wed, 06 Nov 2013 12:30:18 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=358 Mit Spannung warten viele auf den lang ersehnten zweiten Teil des gelungenen Remakes von 2010, welcher hier zu Lande nur geschnitten erscheinen wird, wobei das Release vertagt wurde, da der Film selbst geschnitten keine Freigabe erhalten hat. Aber das muss man zum Glück nicht hinnehmen, da Illusions UNLTD films die Uncut-Fassung die Tage über das deutsche Ausland releasen wird.

Wir durften den Film vorab betrachten und wollen euch nun einen kleinen Einblick geben.

Aufmachung

Die Blu-Ray erscheint wie auch schon der Vorgänger in einem hübschen Pappschuber, in welchem sich ein Amaray versteckt. Die Aufmachung ist schick und Sammler sollten mit dieser Aufmachung zufrieden sein.

Auf der Blu-Ray selber befindet sich ohne Schnick-Schnack der Film, sowie Deleted Scenes und der Trailer. Ein wenig mager, aber wer weiß was bei dieser Direct-to-DVD Produktion überhaupt an Extras produziert wurde.

Zum Film

Die hübsche Kellnerin Katie versucht sich in New York nebenher als Fotomodel. Als sie eines Tages an einen dubiosen Fotografen und sein Team gerät, befällt sie ein ungutes Gefühl und sie bricht die Foto-Session ab. Doch ihre schlimmsten Ängste bewahrheiten sich, als einer der Männer in ihre Wohnung einbricht. Katie wird brutal vergewaltigt und von der skrupellosen Bande nach Bulgarien verschleppt. Für das junge Model beginnt hier ein wahrgewordener schrecklicher Alptraum. Eingesperrt in einen dunklen Keller wird sie als Sexsklavin gehalten und brutal missbraucht. Nach einer qualvollen Zeit gelingt es Katie endlich zu fliehen und sie begibt sich auf einen erbarmungslosen Rachefeldzug gegen ihre Peiniger…

Ja es klingt mehr nach einem Remake des Remakes und so kann man den Film vielleicht auch eher sehen. Aber dennoch hat er den Charakter eines Nachfolgers, da natürlich die Schrauben hier und dort ein wenig angezogen wurden und so natürlich ein fieser, düsterer, teils menschenverachtender Streifen entstanden ist, der wohl eher was für Genre-Fans ist, als für den allgemein Horror-Fan.

Steven R. Monroe hat wieder auf dem Regiestuhl Platz genommen und nach dem ersten Teil verspricht das schonmal dass wir hier keinen 08/15 Horror erwarten dürfen.

Jemma Dallender welche die Rolle der, über schier unendliche Minuten leidenden, Katie spielt leistet hier super Arbeit. Sie verkörpert ihre Rolle glaubwürdig und fesselt den Zuschauer. Was ihr im Film angetan wird, ist wie nicht anders zu erwarten eine Qual für den Zuschauer und durch die super Verkörperung dessen um so glaubwürdiger. Alles in Allem nichts zu beanstanden und dies verspricht schonmal Rape&Revenge-Kost vom Feinsten. Die weiteren, eher unbekannten Schauspieler, fügen sich nahtlos in den Film ein, sodass alles in allem eine sehr gute schauspielerische Leistung enstand, was man nicht von jeder Direct-to-DVD Produktion behaupten kann.

Filmisch wertig kommt der Streifen daher und steht qualitativ dem Vorgänger aus dem Jahre 2010 in nicht’s nach. Aber natürlich wird an der Gewalt- und Folterschraube noch einiges gedreht, sodass vielleicht auch der Hartgesottenste bedient wird. Für viele Andere dürfte es schon eine Schippe zu viel des Guten sein.

Positiv hervorzuheben ist, dass diesmal der Übergang vom Rape- zum Revenge-Teil des Film aus Seiten des Opfers gezeigt wird. Dies gibt nochmals Platz die Emotionen der Hauptprotagonistin zu intensivieren, aber wirkt an sich stimmiger als beim Vorgänger.

Auch die schmutzige Atmosphäre es Vorgängers wurde auf Grund der Szenerie (Bulgarien, Kellerverlies, etc) nochmals verstärkt, was gefühlt gut zu dem Grundtenor des zweiten Teils passt.

Fazit

Wir werden hier nicht das letzte Mal von diesem Film hören. Aufgrund der Thematik und der gesteigerten Intensität und Gewalt des Films, liegt es nahe dass auch “I Spit on your Grave 2” eine nicht so erfreuliche Zukunft in deutschen Landen blüht.

Aber dennoch kann man hartgesottenen, sowie Genre-Fans den Streifen nur ans Herz legen. Vielleicht nicht ganz so stark wie das Remake aber dennoch einer der wenigen “guten” Fortsetzungen eines erfolgreichen Erstlings. Alle anderen sollten sich vielleicht zwei Mal überlegen ob sie sich diesen Streifen ansehen.

Alles in allem ein fieser kleiner Streifen, welcher auf Grund der düsteren Atmosphäre zu überzeugen weiß und sicherlich eines der Highlights des Horror-Jahres 2013 der härteren Gangart ist.

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[REVIEW] Beyond Two Souls https://www.hifigeek.de/review-beyond-two-souls/ Tue, 22 Oct 2013 14:51:42 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=150 Emotional erschütternd, grandios umgesetzt und Spiele wieder ein wenig fühlbarer gemacht.

So oder so ähnlich läßt sich der Eindruck den Beyond Two Souls hinterläßt beschreiben.

Die Macher von Heavy Rain haben hier ein Meisterwerk abgeliefert, welches Gefühle jenseits von Angst und Stress auslöst.

Wir begleiten das Leben der jungen Jodie durch ihre komplette Jugend. Es wird in verschiedene Abschnitte gesprungen wie einem Partyabend, Jodie als einsame Tramperin oder aber in Militärmissionen. Das Ganze wird interessanter durch Jodies übernatürliche Fähigkeit. Sie wird seit Geburt von einem Geist begleitet, welchen sie Aiden nennt. Dieser kann durch Wände gehen, Scheiben zerschlagen, Kehlen würgen oder Jodie Visionen aus der Vergangenheit eines Ortes zeigen.

Natürlich spielen nicht nur sonderbare Phänomene eine Rolle sondern viel mehr das jugendlich Sein und das Erwachsenwerden.

Um nicht hier gleich zu Spoilern, wollen wir nicht viel mehr verraten, da die Entdeckung des Ganzen und die dabei entstehenden Emotionen dem Spiel ihre Tiefe verleihen.

Wir finden jeder sollte mal einen Blick auf das Spiel riskieren, da es sich bei Beyond Two Souls nicht um den Einheitsbrei der Spiele-Industrie handelt.

Grafisch ist das Spiel auf höchstem Niveu und warscheinlich das Maximum dessen was in der Playstation 3 schlummerte. Die Mimiken der Charaktere wirken echt, vielleicht sogar Kinoreif und transportieren die Emotionen glaubhaft.

Die Steuerung ist einfach gehalten, aber dennoch hat man gefühlt immer die Kontrolle über Jodie und Aiden. Wobei wir bei Aiden angelangt wären… Aiden zu spielen ist ein heiden Spaß. Es macht sogar soviel Spaß, dass man mit Aiden schnell (gewollt?) über die Stränge schlägt und ein wenig mehr Angst verbreitet als nötig ist. Jedoch sind wir hier ja beim Thema Horror und deshalb passt dieses Spiel genau hier hinein.

Es ist schwer zu beschreiben was Beyond Two Souls wirklich ist ohne es gespielt zu haben. Aber wir können euch versichern, dass wir keine Minute bereut haben.

Vielleicht macht sich jeder, der das Spiel noch nicht gespielt hat, sein eigenes Bild.

Wir können es jedenfalls uneingeschränkt empfehlen, hoffen ihr teilt unsere Meinung und euch gefällt das Spiel!

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[REVIEW] Darkman — Blu-Ray https://www.hifigeek.de/review-darkman-blu-ray-bereits-im-handel/ Tue, 22 Oct 2013 13:53:15 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=138 Die ungeschnittene Veröffentlichung von Darkman auf Blu-Ray ist schon ein paar Tage her, aber nichts desto trotz haben wir den Film noch mal genauer unter die Lupe genommen.

Vielen sollte Darkman bekannt sein, schließlich hat kein geringerer als Sam Raimi (The Evil Dead, Army of Darkness, Spider-Man 1–3) Regie geführt! Des weiteren ist neben Action- Star Liam Neeson („96 Hours“) und Oscar®-Preisträgerin Frances McDormand („Fargo“) unter anderem auch „Evil Dead“-Legende Bruce Campbell zu sehen.

Mit Darkman dem Comic-Meisterwerk ohne tatsächliche Vorlage, hat Sam Raimi seine eigene düstere Version eines Superhelden geschaffen.

Interessant an dieser Stelle war natürlich für uns der HD-Transfer des 1992 entstandenen Films. Mit freundlicher Unterstützung von Koch Media haben wir nachträglich ein Exemplar der Blu-Ray erhalten und können sagen: Verdammt geiles Bild.

Wir durften viele Filme mit nachträglichem HD-Transfer begutachten, aber Darkman ist wirklich einer der Besten! Hier stimmt einfach alles. Schärfe, Detailgrad und kein störendes Rauschen oder Artefakte.

Die deutsche Tonspur kommt in Dolby Digital 2.0 leider nicht wirklich aufgewertet daher, dafür aber von der Qualität super. Die englische Tonspur ist in sattem DTS-HD Master Audio 5.1 abgemischt und klingt blendend!

Das Cover der Blu-Ray ist schick, aber leider kein Wendecover, welches den FSK-Flatschen verschwinden lassen würde.

Als Extras enthält die Blu-Ray den deutschen und englischen Kinotrailer und eine Bildergalerie mit Fotos vom Set und seltenem Werbematerial.

Als Fazit kann man sagen: Kaufen! Wer den Film in seiner Sammlung haben will und/oder seine bisherige Version aufwerten will ist hier super bedient.

Für alle die noch nichts über den Film gehört haben hier mehr zur Story:

Forscher Peyton Westlake entwickelt synthetische Haut, um damit Verbrennungsopfern zu helfen. Seine Arbeit steht kurz vor dem Durchbruch – doch dann wird Peyton brutal überfallen und mit Säure entstellt. Danach will er nur noch eines: Rache! Versteckt hinter Masken, die er aus synthetischer Haut herstellt, bleiben ihm jedes Mal genau 100 Minuten, um sich als „Darkman“ auf einen düsteren Rachefeldzug zu begeben, bevor sich die Masken selbst zersetzen. Zeit genug für den Anti-Superhelden, seinen Peinigern ein grausames Ende zu bereiten.

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[REVIEW] SHARKNADO — ab 08.11.2013 auf DVD, Blu-Ray und Blu-Ray 3D https://www.hifigeek.de/review-sharknado/ https://www.hifigeek.de/review-sharknado/#comments Tue, 22 Oct 2013 12:41:41 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=127 “Herr lass Haie regnen” FOCUS.DE

Einer DER Internet-Hypes dieses Jahr wird wohl unbestritten Sharknado sein! Der Trailer http://goo.gl/WJwta9 suggeriert auf Anhieb, dass man die Story nicht für voll nehmen kann und es sich bei diesem Film eher um leichte Kost handelt. Dennoch war der Hype groß, als der Film am 23. July 2013 im US-Free-TV auf Sy-Fy ausgestrahlt wurde. Twitter-Nutzer machten mit Spot und Ironie während der Ausstrahlung mit 5000 Tweets pro Minute den Hashtag #sharknado zum Toptrend!

Zum Beispiel Will Wheaton twitterte aus Scherz: “Ihr Idioten! Ihr blöden Idioten! Wir hätten die globale Erwärmung ernst nehmen sollen, nun haben wir einen Sharknado!”

Natürlich ist dieser Trend nicht spurlos an uns vorbei gegangen und so haben wir uns direkt an Best Entertainment gewandt, um diesen Film für euch zu begutachten! Zusätzlich werden wir die Tage einige Exemplare dieser Trash-Granate NOCH VOR RELEASE hier VERLOSEN und zählen auf euch eine neue Welle um Sharnado auszulösen!

Mit Bier und nicht allzu großen Erwartungen machten wir uns ran und naja, was soll man sagen? Wer auf Trash steht und sich mit Bier und Kollegen berieseln lassen will, ist hier super bedient! Trash Pur!

Die Story klingt schon abgefahren: Tornados die über Los Angeles herziehen und zum Übel der Betroffenen noch mit blutrünstigen Haien bestückt sind, welche ihre Opfer zerfleischen…

Halt stop… erstmal einen Gang zurückschalten!

Surfer und Barbesitzer Fin (Ian Ziering) ahnt eine Katastrophe beim heraufziehenden Sturm. Er macht sich mit seinen Freunden Baz und Nova auf die halsbrecherische Suche nach seiner von ihm getrennt lebenden Frau April (Tara Reid) und der gemeinsamen Tochter Claudia.

Das es nicht ganz so einfach werden würde, ahnt man schon und so nimmt die Geschichte ihren blutigen Lauf! Und das in aller Asylum-Manier trashig! Die Effekte schwanken zwischen schlecht und mäßig wobei es schon streckenweise Blutig zugeht, aber die Dialoge können den ein oder anderen (gewollten oder nicht gewollten) Lacher auslösen. Hier werden sicherlich die ein oder anderen Zitate hängenbleiben. Das es sich bei Sharknado um eine Low-Budget Produktion handelt merkt man ihm an. Aber genau das macht den Scham dieses Films aus!

Die schauspielerische Leistung ist natürlich mäßig, aber im Gesamtkontext des Films geht es in Ordnung. Leider ist auch Tara Reid nicht gerade der Überflieger des Casts.

Mit seinen 82 Minuten ist der Film recht straff, sodass manch sinnlos Dialoge nicht zäh werden, sondern eher bespaßen und  zumindest keine Langeweile aufkommt.

Fazit:

Sharknado läd ab 08.11.2013 alle Trashfans zu einem abgedrehten Film-Spaß ein und enttäuscht nicht wenn man nicht zu viel erwartet! Einzig die sehr beschränkten Kamerasicht nervt ein wenig, wenn es hektisch wird. Leute die absolut nicht auf Trash stehen sollten einen Bogen um den Film machen.

Und das Beste ist: Eine Fortsetzung ist auch schon geplant.

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[REVIEW] The Purge — Die Säuberung https://www.hifigeek.de/the-purge-die-saeuberung/ Fri, 11 Oct 2013 10:58:26 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=14 ab 17.11.2013 auf DVD & Blu-Ray
Trailer: http://goo.gl/aZzWuD

Der Preis für den Sieg über Arbeitslosigkeit, Kriminalität und innere Unzufriedenheit im Amerika der nahen Zukunft sind 12 Stunden Generalamnestie im Jahr. Am sogenannten Purge-Day sind für 12 Stunden nämlich Verbrechen jeder Art, Mord eingeschlossen, erlaubt. Wer es sich leisten kann, verbringt diese Zeit in seinen gepanzerten vier Wänden. Der Rest ist vogelfrei und den Launen der wildernden Mitmenschen ausgeliefert.
Polizei und Notrufe gibt es in der Zeit nicht.
James Sadin (gespielt von Ethan Hawke) kann seiner Familie ein solches Heim jedoch bieten und rüstet in der gesamten Nachbarschaft Häuser mit Sicherheitssystemen aus. Während der diesjährigen Purgenacht allerdings, gelangt durch seinen Sohn Charly (Max Burkholder) ein fremder in die Familienfestung und ist nur der Anfang einer Kette von Ereignissen, die das Leben der Familie für immer verändern.

Handwerklich haben die Macher von “Sinister” wieder einen sehr Ordentlichen Film geliefert, der von einer so perfiden Idee getragen wird, dass er mehr als genug Material zum Nachdenken und Diskutieren mit sich bringt. Mehr als einmal ertappt man sich dabei darüber zu sinnieren, was man in den 12 Stunden Narrenfreiheit alles anstellen würde oder wie man seine Familie in jener Nacht schützen könnte.
Sowohl Protagonist Ethan Hawke, als auch sein Gegenspieler Tony Oller überzeugen während der gesamten Spieldauer. Bei dem Rest der Besetzung steigt das schauspielerische Niveau hingegen nicht über das Mittelmaß. Leider werden auch viele gute Ideen im Film nicht konsequent fortgeführt. Es fallen Konflikte einfach unter den Tisch, oder kommen erst dann wieder auf, wenn die Situation längst wieder entschärft oder nicht selten schon zu durchschaubar ist. Vom anfänglichen Psycho-Thriller bleibt im letzten Drittel nicht mehr viel übrig. Dennoch können sich freunde der Action letztendlich über gut choreografierte Scharmützel freuen.

The Purge ist mehr etwas für Thriller‑, als für Horrorfans, dafür aber solide Unterhaltung und allemal sehenswert. Das Potential hinter der Idee mit dem Säuberungswahn wird jedoch nicht voll ausgeschöpft und somit wird die Erwartung an eine Thriller-Revolution nicht erfüllt.

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[REVIEW] THE SEASONING HOUSE https://www.hifigeek.de/the-seasoning-house/ https://www.hifigeek.de/the-seasoning-house/#respond Fri, 27 Sep 2013 11:00:07 +0000 https://www.hifigeek.de/?p=18 Ab heute ist ja wie angekündigt THE SEASONING HOUSE im Verkauf und wir durften ihn vorab mit freundlicher Unterstützung von capelight pictures schon begutachten.

THE SEASONING HOUSE ist das Regiedebüt von Paul Hyett, welcher schon für diverse Genre-Vertreter wie “The Descent” oder aber “Eden Lake” als Make-Up-Artist tätig war.

Sein Erstligswerk braucht sich vor anderen Genre-Vertretern nicht verstecken und stellt einen soliden Einstand als Regisseur dar. Sehr atmosphärisch inszeniert, mit einem Hauch von Härte lässt er diesen Film auf den Zuschauer los.

Die Handlung ist schnell erklärt:

Ein abgelegenes, verlassenes Heim für Frauen, im Balkan-Krieg. Hier herrscht der blanke Horror. Hier werden Mädchen zum Sex mit Soldaten gezwungen und zwar durch den skrupellosen Zuhälter Viktor. Da Viktor aber wenig Lust hat sich um sein “Inventar”, wie die Mädchen abfällig betitelt werden, zu kümmern hält er sich die taubstumme Angel (Rosie Day) als eine Art Haushälterin. Ihre Aufgabe ist es die Mädchen unter Drogen zu setzen und für die Kundschaft vorzubereiten.

Angel war auch nur eines von vielen Mädchen dessen Eltern ermordet und in das Haus verschleppt wurden. Jedoch findet Viktor gefallen an ihr und macht sie zu seiner persönlichen Sklavin. Doch an jenem Tag, als Angel die Mädchen “vorbereiten” muss, lernt sie eines kennen, dass die Gebärdensprache kann und sich mit ihr unterhält. Betroffen von den Vergehen an dem Mädchen sinnt sie auf Rache! Rache an den Soldaten und Rache an Viktor…

Das Erstlingswerk kommt mit Wucht, wie ein Schlag in die “Fresse”, daher. Es weckt immer stärkeres Mitleid für die Betroffenen und arbeitet sich langsam und unaufhaltsam weiter. Durch die drastische Inszenierung und die klaustrophobische Atmosphäre ist dieser Film alles andere als angenehm zu gucken und für die zarteren Gemüter eher eine Qual. Gespickt mit einigen ultraharten Szenen schockiert dieser Film bis zum Schluss.

Alles in Allem ein sehr gelungener Film der leider auf der Zielgeraden etwas vorhersehbar wird. Für die Gorehounds unter uns gibt es sicherlich die ein oder anderen Highlights, jedoch ist es eher im Gesamtkonzept als gut Dosiert anzusehen. ABER: Die Atmosphäre ist einsame Spitze die Paul Hyett geschaffen hat. Gerade im Bezug auf die taubstumme Angel.

Rosie Day spielt ihre Rolle wirklich glaubhaft und steckt immer wieder zum mitfiebern an. Wie sie sich durch enge Schächte zwängt und in Wänden versteckt. Bilder aus ihrer Sicht sind direkt Atmosphärisch abgehoben durch: Stille… und damit wird der Blick in die verzweifelten und von Angst geprägten Gesichter der Mädchen zur psychischen Qual für den Zuschauer.

Definitiv sollte man hier kein Popcorn-Kino erwarten denn die Bilder wirken noch lange nach! Zartbesaitete sollten vielleicht auch ein Bogen um diesen Film machen… aber alles in Allem ein klasse Regiedebüt von Paul Hyett das auf mehr von ihm hoffen lässt.

Nun ein wenig noch zur Blu-Ray:

Die Ausstattung der Blu-Ray ist ganz ordentlich. Neben Making of und Kinotrailer, gibt es noch einen fetten Audiokommentar mit Regisseur Paul Hyett, Produzent Michael Riley und den Darstellern Rosie Day, Kevin Howarth und Sean Pertwee.

Der Ton kommt in DTS-HD MA 7.1 in deutsch und DTS-HD MA 5.1 in Englisch daher. Klingen tut das alles verdammt gut, wir konnten keine klanglichen Makel ausmachen und die Synchro ist definitiv eine der Besseren.

Das Bild zeigt sich gestochen scharf. Gerade durch die vielen dunklen Passagen kann man sagen, dass das Bild immer klar und dynamisch ist und man so nie den Überblick verliert.

Unsere Blu-Ray kam in einem schwarzen Amaray daher, mit Wendecover aber dem selben Artwork wie auch auf der Collectors Edition, wobei diese sich bei Sammlern sicherlich besser machen wird da die Mediabooks von capelight pictures immer sehr hochwertig daher kommen!

Unsere Empfehlung: Kaufen! Man kann eigentlich nix falsch machen bei diesem Film!

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