Magnetar UDP900 — Review des High-End Flagschiffs

Will man mei­nen, Magnetar hat mit ihrem UDP800 schon die Mess­lat­te bis ins Unend­li­che hoch gesetzt. Da kommt der Magnetar UDP900 um die Ecke.

Was soll man sagen? Direkt nach der Ankün­di­gung die­ses Boli­den haben wir natür­lich umge­hend dafür gesorgt, das Gerät hier in die Tes­tung zu bekom­men. Wie ihr seht, hat das geklappt. Und das Bes­te: wir hat­ten wirk­lich Zeit, uns mit dem Play­er zu beschäf­ti­gen. Häu­fig müs­sen Reviews schnell gehen und man über­sieht, urteilt zu schnell oder kann das Pro­dukt ein­fach nicht genie­ßen. Wir haben den Magnetar gute vier Wochen unter die Lupe genom­men, ihn aus­schließ­lich für alle Sich­tun­gen ver­wen­det und dabei dut­zen­de Fil­me durch­ge­jagt, um wirk­lich sicher zu sein, was wir hier schrei­ben. Den­noch: das hier ist unse­re per­sön­li­che Mei­nung. Kei­ne blu­mi­gen Umschrei­bun­gen für HiFi-Voodoo.

Wer schon mal kurz gegoo­gelt hat: ja, mitt­ler­wei­le gibt es auch einen UDP900 MKII mit noch­mals über­ar­bei­te­tem Audio-Board und zwei ESS9038PRO statt dem bis­he­ri­gen Mix. Den schau­en wir uns sepa­rat an. Die­ser Test hier bezieht sich auf den ori­gi­na­len Magnetar UDP900 — und der ist, Spoi­ler, schon absurd gut.

Unboxing

Der Magnetar UDP900 kommt ähn­lich wie sein klei­ner Bru­der ver­packt: Samt­beu­tel, in Sty­ro­por ein­ge­bet­tet, gut geschützt. Was als Ers­tes auf­fällt, ist das Gewicht. 18,5 kg samt Ver­pa­ckung. Ohne immer noch statt­li­che 15,8 kg. Wer den Magnetar zum ers­ten Mal aus der Kis­te hebt, glaubt sei­nen Armen kurz nicht. Wahn­sinn, wel­che Mate­ri­al­schlacht sich schon beim ers­ten Kon­takt ankündigt.

Zuerst ent­neh­men wir die Fern­be­die­nung und das Kalt­ge­rä­te­an­schluss­ka­bel. Hier geht der Ein­druck etwas zwei­ge­lei­sig: das Kalt­ge­rä­te­ka­bel ist ein gewöhn­li­ches — was in die­sem Preis­seg­ment durch­aus als klei­ner Knick gilt — aber die Fern­be­die­nung ist wie­der ein Bre­cher: 179 Gramm bringt das ver­gleichs­wei­se schma­le Teil auf die Waa­ge. Aber dazu spä­ter mehr.

Verarbeitung

Sagen wir es direkt her­aus: wir ken­nen kei­nen bes­ser ver­ar­bei­te­ten Play­er auf dem Markt. Der Magnetar UDP900 bil­det die abso­lu­te Speerspitze.

Wer ihn in die Hand nimmt, bekommt zwangs­läu­fig den Drang, die Kis­te auf­zu­schrau­ben. Wir wis­sen, dass man sowas nor­ma­ler­wei­se nicht macht, wenn man selbst das Geld dafür aus­ge­ge­ben hat. Da wir der Kis­te aber unter den Rock gucken woll­ten, haben wir uns den Schrau­ber geschnappt und das Geheim­nis gelüftet.

Innenarchitektur: Drei Kammern, zwei Netzteile

Was einen drin­nen erwar­tet, ist beein­dru­ckend auf­ge­räumt — und das bei einem Gerät die­ser Kom­ple­xi­tät. Das Gehäu­se ist intern durch zwei mas­si­ve Stahl­wän­de in drei sepa­ra­te Kam­mern unterteilt:

  • Lin­ke Kam­mer: Dop­pel­tes Netz­teil. Ein 60-Watt-Linear­netz­teil mit Ring­kern­tra­fo ver­sorgt aus­schließ­lich die Ana­log­sek­ti­on. Ein sepa­ra­tes Schalt­netz­teil (eben­falls 60 Watt) küm­mert sich um das Digi­tal­board. Das ist kei­ne Mar­ke­ting-Maß­nah­me — getrenn­te Span­nungs­ver­sor­gung für Ana­log und Digi­tal ist der rich­ti­ge Ansatz, um Ein­kopp­lun­gen aus der Digi­tal­sek­tio­nen in die Ana­log­sek­ti­on gar nicht erst ent­ste­hen zu lassen.
  • Mitt­le­re Kam­mer: Das Sony-Lauf­werk (ent­kop­pelt und gefe­dert gela­gert) sowie das 7.1‑Kanal-Analogboard.
  • Rech­te Kam­mer: Das eigen­stän­di­ge 2‑Ka­nal-Audio­board mit dem ESS9038PRO als Herzstück.

Was als Ers­tes auf­fällt, ist die enorm dicke Front­plat­te — gan­ze 15 mm, aus einem Stück Alu­mi­ni­um gefräst. Sie hat ledig­lich zwei Aus­spa­run­gen: eine für das Lauf­werk, eine für das Dis­play mit sei­ner Glas­schei­be. Das Gehäu­se wird innen oben mit zwei mehr als soli­den Stre­ben von der Front zur Rück­sei­te ver­steift. Dar­un­ter fin­det sich das auf­ge­räum­te Innen­le­ben. Die Netz­tei­le und das Lauf­werk haben noch­mals sepa­ra­te Sub­ge­häu­se, und unter dem Lauf­werks­ge­häu­se kommt ein wei­te­res über dem Ring­kern­tra­fo zum Vor­schein. Magnetar betreibt hier einen immensen Mate­ri­al­auf­wand für Schir­mung und Dämp­fung auf meh­re­ren Ebenen.

Wirft man einen Blick auf die Ein­ge­wei­de, fal­len direkt die vie­len Kon­den­sa­to­ren auf — fast aus­schließ­lich ELNA-Elek­tro­lyt­kon­den­sa­to­ren. Wer mal kurz nach­schlägt und sieht, dass einer der dicken Bre­cher in der Ana­log­sek­ti­on um die 4€ das Stück kos­tet, ver­steht schnell: das sind uto­pi­sche Bau­tei­le für die meis­ten Elek­tronik­ge­rä­te. Das Lauf­werk selbst ist gefe­dert ent­kop­pelt gela­gert. Bei einem Gehäu­se die­ser Stei­fig­keit und Mas­se ist das Vibra­ti­ons­ver­hal­ten natur­ge­mäß maxi­mal trä­ge — und was dann doch noch anklingt, absor­bie­ren die hoch­wer­ti­gen Gerätefüße.

Guts-Porn inco­ming. Wer nie genug davon bekommt, scrollt ein­fach durch die Fotos.

Die DAC-Architektur — hier steckt das eigentliche Geld

Das ist ein Kapi­tel, das in vie­len Reviews zu kurz kommt. Dabei ist es einer der Haupt­grün­de, war­um der Magnetar UDP900 in einer kom­plett ande­ren Liga spielt als prak­tisch alles ande­re auf dem Markt.

ESS9038PRO — und nicht das, was viele meinen

Vie­le Her­stel­ler wer­ben heut­zu­ta­ge mit “ESS9038”. Was dabei ger­ne unter den Tisch fällt: es gibt zwei fun­da­men­tal unter­schied­li­che Chips. Den ES9038Q2M — ein Zwei-Kanal-Chip mit 128 dB Dyna­mik­um­fang und –120 dB THD — und den ES9038PRO. Der PRO ist ein 8‑Ka­nal-DAC mit 132 dB Dyna­mik­um­fang und –122 dB THD. Wenn vier Kanä­le im Dual-Dif­fe­ren­ti­al-Modus für die Ste­reo­aus­ga­be zusam­men­ge­führt wer­den, kommt man auf beein­dru­cken­de 137 dB Dyna­mik­um­fang. Das ist ein enor­mer Unter­schied — und Magnetar ver­baut den ech­ten PRO, nicht den klei­nen Bruder.

Für das Ste­reo­b­oard gilt laut Datenblatt:

  • Signal-Rausch-Abstand: ≥120 dB (RCA), ≥130 dB (XLR balanced)
  • Dyna­mik­um­fang: ≥120 dB (RCA), ≥130 dB (XLR)
  • Kanal­auf­lö­sung: ≥110 dB (RCA), ≥140 dB (XLR)
  • Klirr­fak­tor + Rau­schen: ≤0,0005%

Für den Mehr­ka­nal-Teil (7.1 via RCA) kommt ein ESS9028PRO zum Ein­satz — eben­falls kei­ne Low-End-Lösung, son­dern die Pro­fi-Linie von ESS, hier aus­schließ­lich für den Mehr­ka­nal-Aus­gang reser­viert. Zwei dedi­zier­te DAC-Pro­zes­so­ren, jeder für sei­nen Job opti­miert. Das nennt sich Ingenieurskunst.

TCXO-Taktung und sieben Digitalfilter

Magnetar hat außer­dem einen 100 MHz TCXO (Tem­pe­ra­tu­re Com­pen­sa­ted Crys­tal Oscil­la­tor) ver­baut, der dem ESS9038PRO einen beson­ders sta­bi­len Takt lie­fert. Jit­ter-Reduk­ti­on nicht nur auf Chip-Ebe­ne, son­dern schon bei der Takt­quel­le. Das 2‑Ka­nal-Audio­board sitzt auf einer 6‑lagigen PCB, mit voll­stän­dig sepa­ra­ter Ver­ka­be­lung pro Kanal.

Was vie­le gar nicht wis­sen: der Magnetar UDP900 bie­tet sie­ben Digi­tal­fil­ter-Modi, die über die Fern­be­die­nung aus­wähl­bar sind und die Klang­cha­rak­te­ris­tik der Ste­reo­aus­ga­ben hör­bar beein­flus­sen. Im Hand­buch wird das — glück­li­cher­wei­se — nicht mal erwähnt. Muss man also irgend­wann selbst drauf­kom­men. Typisch Magnetar.

USB-DAC und XMOS

Das 2‑Ka­nal-Board hat außer­dem einen XMOS-USB-Recei­ver an Bord. Das bedeu­tet: der UDP900 ist auch als exter­ner USB-DAC nutz­bar. PC, Strea­mer, was auch immer — rein in den USB-B-Ein­gang auf der Rück­sei­te, raus kommt es an den XLR-Aus­gän­gen. Line­ar PCM bis 768 kHz / 32 Bit und DSD1024 wer­den unter­stützt. Das macht den Play­er auch ohne eine ein­zi­ge Disc zu einer voll­wer­ti­gen Quel­le für die Stereoanlage.

Anschluss

Für alle High-Ender da drau­ßen: fast alle Buch­sen ver­gol­det. Natür­lich ver­fügt der Magnetar UDP900 über zwei HDMI-Aus­gän­ge — einen für Bild und Ton, einen dedi­zier­ten Audio­aus­gang. Let­zerer ist der rich­ti­ge Weg, wenn das Bild nicht durch den Recei­ver geschlif­fen wer­den soll oder der Recei­ver irgend­ei­nen Stan­dard nicht beherrscht.

Ansons­ten das zu erwar­ten­de Set: 1‑G­bit-LAN, USB 3.0 für exter­ne Spei­cher (bis zu 16 TB), koaxia­ler und opti­scher Digi­tal­aus­gang, 7.1‑Kanal-Analogsektion (direkt an End­stu­fen!), sym­me­tri­sche XLR- und Cinch-Ste­reo­aus­gän­ge sowie der erwähn­te USB-B-DAC-Ein­gang. RS-232-Steu­er­ein­gang für Cus­tom-Instal­la­ti­ons-Sze­na­ri­en run­det das ab. Kein WLAN — wer das braucht, löst das mit einem Netz­werk-Switch am LAN-Port.

Mul­ti­re­gi­on ist eben­falls an Bord, erfor­dert aber ein paar Tas­ten­drü­cke auf der Fern­be­die­nung. Kein Hexen­werk, aber auch kein Out-of-the-Box-Fea­ture. Dafür dann welt­weit nutzbar.

Erstbetrieb

Wahr­schein­lich waren wir nicht die Ers­ten, die den Magnetar UDP900 in den Hän­den hat­ten — denn er lief bereits mit der aktu­ells­ten Firm­ware, ohne dass wir Hand anle­gen muss­ten. Die Menüs begrüß­ten uns in Eng­lisch, was wir so ließen.

Was direkt auf­fiel: beim Ein­le­gen der ers­ten Disc kam kein ver­lust­frei­er Ton. Klas­si­ker. Kurz ins Menü, dem Play­er mit­ge­teilt, dass er Bit­stream lie­fern darf — und seit­dem läuft alles. Die Menüs sind durch­weg auf­ge­räumt, man fin­det sich intui­tiv zurecht. Nichts über­la­den, nichts vergraben.

Ladezeiten

Hier macht der Magnetar UDP900 genau­so wie sein klei­ner Bru­der kei­ne Gefan­ge­nen. Lade geschlos­sen, Play­er legt direkt los. Die Lade­zei­ten sind wirk­lich gering — ein direk­ter Ver­gleich mit dem Sony X800m2 macht das sofort schmerz­haft deut­lich. Wer viel ver­gleicht, Pas­sa­gen her­aus­sucht und Kapi­tel springt, wird das extrem zu schät­zen wis­sen. Das ist kein Luxus­pro­blem: in der Pra­xis des ech­ten Schau­ens und Tes­tens macht das einen spür­ba­ren Unter­schied in der Lebensqualität.

HDR und Dolby Vision — automatisch, wie es sein sollte

Hat­ten wir schon beim UDP800 geschrie­ben: Sony hat es echt nicht drauf. Beim Sony X800m2 muss man umständ­lich prü­fen, ob ein Film Dol­by Visi­on lie­fert, und es dann vor dem Start expli­zit ein- und aus­schal­ten. Der Magnetar UDP900 erkennt es auto­ma­tisch. Man könn­te von Hexen­werk reden, aber ande­re Her­stel­ler bie­ten das auch. Magnetar macht es trotz­dem bes­ser als der güns­ti­ge­re Marktführer.

Unter­stützt wer­den HDR10, HDR10+ und Dol­by Visi­on — also der voll­stän­di­ge aktu­el­le Stan­dard. Eine HDR-zu-SDR-Kon­ver­tie­rung ist eben­falls an Bord, für Set­ups ohne HDR-fähi­ges Display.

Bild

Alle Tests mit dem kali­brier­ten LG C1 OLED, dem Rui­pro Glas­fa­ser-HDMI-Kabel sowie dem Rui­pro UHS-zer­ti­fi­zier­ten Kup­fer-HDMI und dem Denon X4000 als AVR.

Wir haben bewusst auf Ups­ca­ling ver­zich­tet — wir wol­len das Quell­ma­te­ri­al beur­tei­len, kei­ne Player-Algorithmen.

Das Bild ist, wie zu erwar­ten, über­ra­gend. Einen signi­fi­kan­ten Unter­schied zu unse­rem Refe­renz­play­er konn­ten wir bei sta­ti­scher Bild­be­ur­tei­lung nicht fest­ma­chen — was auch kein Wun­der ist, da das Bild­si­gnal digi­tal wei­ter­ge­lei­tet wird und ein gut imple­men­tier­tes Sys­tem hier kei­nen sicht­ba­ren Unter­schied machen soll­te. Sehr wohl aber beim Spu­len oder Kapi­tel­sprin­gen: der Play­er spult bis 16x flüs­sig wie But­ter, Kapi­tel springt er ohne gro­ßes Aus­ho­len an. Stand­bil­der sind gesto­chen scharf, sofern ein schar­fes Bild getrof­fen wur­de — selbstverständlich.

Ton

Wir haben uns Bit­stream lie­fern las­sen und die­sen über den AVR ver­ar­bei­tet. Das macht der Play­er sou­ve­rän, ohne Ruck­ler oder Aus­set­zer. Nach dem Spu­len und Kapi­tel­sprin­gen ist der Ton sofort wie­der da — kei­ne Ver­zö­ge­run­gen, kein Aussetzen.

Wo der Magnetar UDP900 aber gegen­über einem nor­ma­len Play­er rich­tig auf­zeigt: bei der Ana­log­sek­ti­on. Wer einen AV-Pro­zes­sor oder einen Vor­ver­stär­ker mit guten ana­lo­gen Ein­gän­gen hat, soll­te das min­des­tens ein­mal aus­pro­bie­ren. Das Argu­ment dabei: der DAC des UDP900 — gera­de die XLR-Ste­reo­aus­gän­ge — über­trifft den DAC der meis­ten AV-Recei­ver schlicht. Musik über die XLR-Aus­gän­ge direkt an einen Voll­ver­stär­ker oder Vor­ver­stär­ker zu schi­cken, ist kein Nischen-Use-Case. Für SACD, CD und DVD-Audio ist das der rich­ti­ge Weg.

Glei­ches gilt für den USB-DAC-Ein­gang: einen Strea­mer mit eher schwa­chem inter­nen DAC an den UDP900 hän­gen und des­sen XLR-Aus­gän­ge nut­zen? Voll­kom­men vali­der Ansatz. Digi­tal Trends hat den UDP900 genau so betrie­ben und beschreibt ihn als bes­ten Disc-Play­er seit dem Oppo UDP-205 — mit dem aus­drück­li­chen Hin­weis, dass er auch als rei­nes DAC-Front­end rich­tig Spaß macht.

Betriebsgeräusch

Der Magnetar UDP900 spielt jede vor­ge­wor­fe­ne Disc sou­ve­rän und zunächst hör­bar ab. Bei uns steht er ca. 2,5 m hin­ter dem Refe­renz­platz in der rech­ten Ecke — zu Beginn des Abspie­lens ist er deut­lich hör­bar, wird aber nach kur­zer Betriebs­dau­er merk­lich lei­ser. In ruhi­gen Pas­sa­gen ist er immer noch wahrnehmbar.

Hier voll­bringt der Magnetar UDP900 trotz des immensen Mate­ri­al­ein­sat­zes kei­ne Wun­der. Wer sich solch einen Play­er zulegt, wird ihn aller­dings ver­mut­lich so auf­stel­len, dass er in einem sepa­ra­ten Raum, hin­ter einer schall­däm­men­den Glas­schei­be oder schlicht in aus­rei­chend Abstand steht. Schiebt dann der Sound von John Wick, God­zil­la oder Dune durch den Raum, ist die­ses Geräusch eh passé.

Untertitel

Muss unbe­dingt erwähnt wer­den, weil es unter dem Radar läuft. Der Play­er ver­fügt über unfass­bar vie­le Ein­stel­lungs­mög­lich­kei­ten für Unter­ti­tel: Spra­che, Grö­ße, Far­be, Schrift­art, Posi­ti­on. Für alle, die viel mit Unter­ti­tel schau­en — also zum Bei­spiel bei Fil­men, die nur im O‑Ton (Korea­nisch, Man­da­rin, Fran­zö­sisch) vor­lie­gen — ist das ein ech­ter Qua­li­täts­ge­winn. Prak­tisch: wer ohne Mas­kie­rung auf einer Lein­wand schaut, kann den Unter­ti­tel in den schwar­zen Bereich unter oder ober­halb des Bil­des legen. Kein über­la­ger­tes Bild mehr. Glei­ches funk­tio­niert natür­lich auch am TV. Ein­zi­ger Vor­be­halt: je nach Unter­ti­tel­län­ge kann es am unte­ren Bild­schirm­rand zu Abschnei­dun­gen kommen.

Fernbedienung

Das Prunk­stück hat eine Erwäh­nung ver­dient. 179 Gramm, dün­ne Alu­mi­ni­um­um­man­te­lung, wer­ti­ges Hand­ling, Hin­ter­grund­be­leuch­tung — alles da.

Das größ­te Man­ko am gesam­ten Play­er fin­det sich hier: die Beleuch­tung ist nicht wirk­lich nütz­lich, wenn man nicht alle Pik­to­gram­me aus­wen­dig kennt. Die Beschrif­tung über den Tas­ten ist im Dun­keln nicht les­bar — man greift zwangs­läu­fig zur Raum­be­leuch­tung oder ans Han­dy. Meckern auf sehr, sehr hohem Niveau. Druck­punkt und Ansprech­ver­hal­ten sind hervorragend.

Was vie­le nicht wis­sen: über die Fern­be­die­nung las­sen sich sie­ben ver­schie­de­ne Digi­tal­fil­ter für die Ste­reo­aus­ga­be auf­ru­fen. Die­se sind im Hand­buch nicht erwähnt. Man stol­pert irgend­wann drü­ber. Für alle, die ihre Ste­reo­aus­ga­be fein­jus­tie­ren wol­len: da ist noch Spielraum.

Formate und Medien-Playback

Der Magnetar UDP900 ist ein ech­tes Mul­ti-Talent: 4K UHD BD, BD, BD‑R, BD-RE, DVD‑R/RW, DVD+R/RW, DVD-Video, DVD-Audio, SACD (Ste­reo und Mehr­ka­nal), CD, CD‑R/RW — um die rele­van­tes­ten zu nen­nen. Gera­de SACD und DVD-Audio sind heu­te kaum noch von ande­ren Play­ern nativ unter­stützt. Wer eine ent­spre­chen­de Samm­lung hat, ist hier goldrichtig.

Via USB 3.0 las­sen sich Fest­plat­ten bis 16 TB betrei­ben. Netz­werk-Play­back via DLNA, SMB und NFS für Bil­der, Musik und Video — mit For­ma­ten wie MKV, AVI, MP4, WAV, FLAC, APE, DSD und vie­len mehr. High-Res-Audio­da­tei­en wer­den bis 768 kHz / 32 Bit und DSD1024 unter­stützt. Das ist kein Fea­ture für den Durch­schnitt — das ist ein Statement.

Testumfang

Wie ein­gangs erwähnt: vier Wochen, mehr als 50 Discs, viel Kapi­tel­hop­ping und Spu­len. Der Play­er hat dabei nie gezuckt.

Für wen ist der Magnetar UDP900?

Ganz klar für Enthu­si­as­ten. Men­schen, die High-End voll­ends aus­le­ben wol­len und immer nach dem i‑Tüpfelchen suchen. Wer zuhau­se sitzt und denkt, es muss doch noch etwas Bes­se­res geben, fin­det im UDP900 sei­nen Endgegner.

Aber es gibt eine zwei­te Ziel­grup­pe, die oft über­se­hen wird: audio­phi­le SACD- und DVD-Audio-Enthu­si­as­ten. Wer eine sub­stan­zi­el­le Samm­lung die­ser For­ma­te hat und sie auf höchs­tem Niveau abspie­len will — am liebs­ten direkt via XLR an einen guten Voll­ver­stär­ker —, hat heu­te kaum eine Alter­na­ti­ve auf die­sem Level. Seit dem Ende von Oppo hat der UDP900 die­sen Platz kon­se­quent eingenommen.

Für den Ein­stei­ger gibt es sicher­lich genug Opti­mie­run­gen am eige­nen Set­up, bevor man zu solch einem Boli­den greift. Aber wer irgend­wann zugreift, wird begeis­tert sein.

Kurze Einordnung: Magnetar UDP900 vs. UDP900 MKII

Stand 2026 gibt es mitt­ler­wei­le auch den UDP900 MKII. Der Unter­schied: im MKII wur­den bei­de DAC-Boards kom­plett über­ar­bei­tet — jetzt sind es zwei ESS9038PRO (statt eines 9038PRO + eines 9028PRO), TMDS-Retiming am HDMI-Audio­aus­gang, eine ver­bes­ser­te USB‑3.0‑Isolation und ver­bes­ser­tes Kup­fer-Innen­le­ben. Das ist kei­ne kos­me­ti­sche Ände­rung, son­dern eine ech­te Revi­si­on der Audio­sek­tio­nen. Roon-Rea­dy-Zer­ti­fi­zie­rung wur­de eben­falls ergänzt. Wer heu­te neu kauft, wird zum MKII grei­fen. Wer bereits einen UDP900 der ers­ten Gene­ra­ti­on besitzt: es gibt kei­nen Grund, unru­hig zu wer­den. Die Grund­platt­form ist iden­tisch stark.

Fazit

Was sol­len wir hier schrei­ben? Haben wir nicht schon den UDP800 als Zenit der 4K-Ultra-HD-Blu-Ray-Play­er bezeich­net? Der Magnetar UDP900 deklas­siert sei­nen klei­nen Bru­der und schwingt sich gekonnt an ihm vor­bei in den Olymp der High-End-Player.

Der Magnetar UDP900 ist nicht ein­fach ein teu­rer Blu-Ray-Play­er. Er ist gleich­zei­tig ein audio­phi­ler DAC mit Refe­renz­klas­se-Mes­sun­gen, ein SACD/DVD-Audio-Spie­ler ohne Kom­pro­mis­se, ein USB-DAC-Front­end für ande­re Quel­len, ein Netz­werk­play­er mit brei­ter For­mat-Unter­stüt­zung und ein Blu-Ray-Trans­port mit einer Ver­ar­bei­tungs­qua­li­tät, die in der Unter­hal­tungs­elek­tro­nik ihres­glei­chen sucht. Für knapp 3.000 € bekommt man nicht nur einen Disc-Play­er — man bekommt die Quint­essenz von dem, was phy­si­sche Medi­en 2023 geben konnten.

Kos­tet er ein klei­nes Ver­mö­gen? Ja. Recht­fer­tigt er es? Voll­stän­dig. Mehr ist nie genug — und der UDP900 hat das wort­wört­lich als Kon­struk­ti­ons­prin­zip verstanden.

Magnetar UDP900 schräge Frontansicht auf Creaktiv Hifi-Rack
Magnetar UPD900
Fazit
Das ist der Play­er auf den Enthu­si­as­ten gewar­tet haben und nach dem Mot­to leben: “mehr ist nie genug” — ein­fach geil!
Bild
10
Ton
10
Bedie­nung
10
Funk­ti­ons­um­fang
10
Ver­ar­bei­tung
10
10
deca­yed sho­cker points
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