XTZ Cinema Sub 2x12 Edge - Frontansicht ohne Stoffabdeckungen

XTZ Cinema Sub 2x12 Edge im Test: Der Heimkino-Bulli aus Schweden

Sub­woo­fer sind in gewis­ser Wei­se die ehr­lichs­ten Gerä­te der gan­zen HiFi-Welt. Du stellst sie auf, du drückst Play — und ent­we­der bewegt sich was im Raum, oder es tut es nicht. Kein Schön­re­den, kei­ne Abs­trak­ti­on, kein „wenn du dich rein­hörst, wirst du es hören”. Ent­we­der geht die Couch mit, oder sie steht still. Der XTZ Cine­ma Sub 2x12 Edge macht von der ers­ten Sekun­de klar, auf wel­cher Sei­te die­ser Glei­chung er steht

Ich hat­te ihn klei­ner ein­ge­schätzt, ehr­lich gesagt. Fotos lügen. Als der Kar­ton ankam und ich anfing aus­zu­pa­cken, war schnell klar: Das hier ist kein Sub­woo­fer, den man mal eben umräumt. 58,3 Kilo­gramm, tra­pez­för­mi­ges Gehäu­se, Front­plat­te wie eine Tre­sor­ver­schluss­plat­te. Ein Stück Cha­rak­ter aus Holz und Elek­tro­nik, das sofort Respekt ein­flößt — und dann im Betrieb noch mehr.

Dis­clai­mer: Der XTZ Cine­ma Sub 2x12 Edge wur­de mir von XTZ kos­ten­los für die­sen Test zur Ver­fü­gung gestellt. XTZ nimmt kei­ner­lei Ein­fluss auf mein Urteil, mei­nen Test­auf­bau oder die Ergeb­nis­se. Ich ver­su­che hier wie immer, bru­tal ehr­lich und trans­pa­rent zu bleiben.

XTZ Cinema Sub 2x12 Edge – auch als Video:

Den Test gibt’s auch auf You­Tube – mit Hör­ein­drü­cken, Auf­stel­lung und dem direk­ten Ver­gleich zum SVS SB-5000. Wer den Kanal noch nicht kennt: Abo hier – hilft direkt dabei, dass mehr sol­che Reviews mög­lich werden.

XTZ Sound — eine Marke, die man kennen sollte

Wer sich ernst­haft mit Heim­ki­no beschäf­tigt, kennt XTZ. Alle ande­ren: kur­zer Pflicht­ex­kurs, der sich lohnt.

XTZ Sound wur­de 2004 von Olle Eli­as­son im schwe­di­schen Torup gegrün­det. Ein Mann, der seit sei­nem 13. Lebens­jahr nichts ande­res im Kopf hat­te als Elek­tro­nik und Audio, und der irgend­wann beschlos­sen hat, dass guter Klang nicht zwin­gend ein Ver­mö­gen kos­ten muss — wenn man es rich­tig angeht. Die For­mel ist nicht neu, aber sie funk­tio­niert: Ent­wick­lung in Schwe­den, Direkt­ver­trieb ohne Händ­ler­netz, kei­ne auf­ge­bläh­ten Mar­ke­ting­bud­gets. Was an Mar­ge gespart wird, steckt im Pro­dukt. Das glei­che Kon­zept, das Nubert in Deutsch­land oder Are­nd­al in Nor­we­gen erfolg­reich macht.

Das Sor­ti­ment ist brei­ter als die meis­ten den­ken. XTZ baut Stand­laut­spre­cher, Kom­pakt­laut­spre­cher, Ver­stär­ker, Sub­woo­fer und sogar eige­ne Raum­akus­tik-Mess­sys­te­me. Bei den Sub­woo­fern reicht die Palet­te von 8‑Zöllern bis zu aus­ge­wach­se­nen Kino-Bro­cken. Die Zug­pfer­de der Mar­ke in die­sem Seg­ment sind der bekann­te SUB 12.17 Edge — seit Jah­ren ein Geheim­tipp im Heim­ki­no-Forum-Umfeld — und der Cine­ma Sub 1x12 als kom­pak­te­rer, im Betrieb agi­le­rer Bru­der. Der XTZ Cine­ma Sub 2x12 Edge hier ist der nächs­te Schritt nach oben. Und dann gibt’s noch den Cine­ma Sub 3x12: drei 12-Zöl­ler, gut 1,14 Meter Höhe, ein Gewicht, das die Fra­ge auf­wirft, ob man wirk­lich einen Kel­ler braucht. Den kauft man, wenn man einen dedi­zier­ten Kino­saal hat. Für alle ande­ren ist der 2x12 das Maximalprogramm.

Erwäh­nens­wert ist auch, was XTZ jen­seits der Sub­woo­fer-Spar­te macht — ins­be­son­de­re die Cine­ma M8-Laut­spre­cher­se­rie. Die M8 Tower sind aus­ge­wach­se­ne Stand­laut­spre­cher mit einem unge­wöhn­li­chen Hoch­tö­ner-Sex­tett: Sechs dicht bei­ein­an­der mon­tier­te Kalot­ten fun­gie­ren gemein­sam als Mit­tel- und Hoch­ton­sek­ti­on — ein kon­struk­ti­ver Kniff, der auf brei­te Abstrahl­cha­rak­te­ris­tik und Ener­gie­ho­mo­ge­ni­tät im Raum abzielt. Dass die­se Boxen dabei bis tief in den Bass­be­reich hin­ein­rei­chen und optisch noch wohn­raum­kom­pa­ti­bel sind, ver­dient Respekt. Wer einen dedi­zier­ten Kino­raum auf­baut, der von Anfang bis Ende aus einer Hand kom­men soll: XTZ hat das Öko­sys­tem dafür.

Eine kur­ze Geschich­te am Ran­de: Der deut­sche XTZ-Ver­trieb hat sich um 2020 auf­ge­löst, was damals in Heim­ki­no-Foren für eini­ge Auf­re­gung gesorgt hat. Kei­ne Insol­venz der Mar­ke selbst, son­dern eine Umstruk­tu­rie­rung. Heu­te bestellt man direkt über xtzsound.eu — mit euro­päi­schem Kun­den­ser­vice, fünf Jah­ren Garan­tie und einer 30-Tage-„Buy & Try”-Rückgabepolitik. Für ein 58-Kilo-Gerät ist das kein Klein­ge­druck­tes, das ist ein ech­tes Kaufargument.

Unboxing & erster Eindruck: Schwerer als gedacht. Besser auch.

Allein hab ich den XTZ Cine­ma Sub 2x12 Edge durch das Haus gewuch­tet — funk­tio­niert, aber ich wür­de es nicht emp­feh­len. Zum Zurück­schi­cken hole ich mir Hil­fe. Das sei als War­nung vor­an­ge­stellt für alle, die glau­ben, 58 Kilo sei­en mal eben durch den Flur geschoben.

Die Ver­pa­ckung ist zweck­mä­ßig und soli­de — kein Pre­mi­um-Unboxing-Erleb­nis wie bei man­chen HiFi-Bou­tique-Mar­ken, aber auch nichts, wor­über man sich Sor­gen machen müss­te. Das Gerät kommt sicher an.

Was dann auf dem Boden steht, macht einen sofor­ti­gen Ein­druck: Das ist kom­pro­miss­los. Das tra­pez­för­mi­ge Gehäu­se — von vor­ne nach hin­ten deut­lich brei­ter wer­dend — ist kei­ne Design­ma­rot­te, son­dern Akus­tik-Engi­nee­ring. Die Form redu­ziert par­al­le­le Innen­wän­de, die ste­hen­de Wel­len begüns­ti­gen wür­den, und macht das Gehäu­se in sich stei­fer. XTZ hat für den XTZ Cine­ma Sub 2x12 Edge das Kabi­nett­de­sign des Cine­ma Sub 3x12 über­nom­men: dicke MDF-Plat­ten, mas­si­ve Ver­stei­fungs­stre­ben innen, mehr­la­gi­ge Bedämp­fung. Klopft man drauf, klingt es ent­spre­chend — tot. Das Gehäu­se hat den Cha­rak­ter eines Tre­sors, und das ist genau das, was man bei einem 58-Kilo-Sub­woo­fer erwartet.

Die Ober­flä­che ist matt­schwar­ze Anti-Refle­xi­ons-Lackie­rung in acht Schich­ten, sau­ber poliert. Kei­ne Fin­ger­ab­drü­cke, kei­ne stö­ren­den Refle­xio­nen im abge­dun­kel­ten Kino­raum. Die Sei­ten­pa­nele tra­gen eine Next­el-Beschich­tung, die optisch noch­mals eine ande­re Qua­li­täts­an­mu­tung hat als ein­fa­che Matt­la­ckie­rung. Ver­ar­bei­tungs­tech­nisch gibt es rein gar nichts zu bean­stan­den — das ist ers­te Güte.

Sechs Gum­mi­fü­ße ver­tei­len das Gewicht auf mehr Auf­stands­flä­che als die bei Sub­woo­fern übli­chen vier Punk­te. Kein Hexen­werk, aber bei knapp 60 Kilo der rich­ti­ge Ansatz. Die Stoff­ab­de­ckung sitzt magne­tisch — unsicht­bar, kein Gesu­che nach Ste­ckern, kein Geram­mel. Ein Detail, das erstaun­lich vie­le Her­stel­ler in die­ser Preis­klas­se immer noch nicht seri­en­mä­ßig hin­be­kom­men. SVS, ich schaue in eure Richtung.

Konstruktion & Technik: Zwei Teller, ein Port, viel Konzept

Herz des XTZ Cine­ma Sub 2x12 Edge sind zwei 12-Zoll-Chas­sis, ver­ti­kal über­ein­an­der im Gehäu­se ange­ord­net. Kei­ne gegen­über­lie­gen­de Force-Can­cel­ling-Anord­nung wie bei ande­ren dop­pel 12-Zöl­lern — das hier ist ein ande­rer Ansatz: zwei gleich­ar­tig arbei­ten­de Trei­ber, die gemein­sam Mem­bran­flä­che auf­bau­en, die ein ein­zel­ner 12-Zöl­ler schlicht nicht errei­chen kann. Und bei Sub­woo­fern ist Mem­bran­flä­che, phy­si­ka­lisch betrach­tet, bares Kapital.

Die Chas­sis stam­men aus der haus­ei­ge­nen Cine­ma-Serie und sind aus­ge­wach­se­ne Lang­hub­trei­ber. Die Mem­bran besteht aus einem spe­zi­ell ent­wi­ckel­ten Lang­fa­ser-Zell­stoff-Gemisch — leicht genug für schnel­le Tran­si­en­ten, steif genug, um bei hohem Hub nicht zu ver­for­men. Dazu kommt ein FEA-opti­mier­tes Magnet­feld mit fokus­sier­tem „T”-Pol-Aufbau, ein Alu­mi­ni­um-Kurz­schluss­ring zur Reduk­ti­on von Induk­ti­vi­täts­mo­du­la­ti­on und eine eigens ent­wi­ckel­te NBR-Gum­mi­si­cke für maxi­ma­len linea­ren Hub ohne mecha­ni­sche Brem­se. Das ist kein Chas­sis von der Stange.

Der Port feu­ert nach vor­ne. Das klingt wie eine Selbst­ver­ständ­lich­keit, ist es aber nicht — und es macht im All­tag einen ech­ten Unter­schied. Kein erzwun­ge­ner Min­dest­ab­stand zur Rück­wand, kein Kom­pro­miss bei der Plat­zie­rung. Wer den Sub nah an der Wand auf­stel­len muss, kann das tun. Wer Platz hat, nutzt ihn.

Die Endstufe: ICEpower SA‑1

Ange­trie­ben wird das Gan­ze von der ICE­power-End­stu­fe SA‑1 — 1.000 Watt RMS, 1.045 Watt Peak. ICE­power ist eine Ver­stär­ker­platt­form aus dem Hau­se Bang & Oluf­sen, die in Sub­woo­fern, Stu­dio­an­la­gen und Beschal­lungs­tech­nik ein­ge­setzt wird, weil sie einen Vor­teil bie­tet, den man nicht weg­dis­ku­tie­ren kann: hohe Effi­zi­enz bei nied­ri­gem Klirr­fak­tor und exzel­len­ter Impuls­ant­wort. Kein ther­mi­sches Limit bei hohen Las­ten wie bei Class-AB, kein schlech­tes Clip­ping-Ver­hal­ten wie bei bil­li­gen Class-D-Lösun­gen. Der Signal-Rausch­ab­stand liegt bei 117 dB — das ist kei­ne Datenblatt-Dekoration.

Im SA‑1 steckt außer­dem ein Dual-Core-DSP-Pro­zes­sor mit 56-Bit-Auf­lö­sung für Echt­zeit-Trei­ber­kor­rek­tur und Signal­for­mung. Das ist nicht der typi­sche „wir haben auch einen EQ”-DSP — das ist akti­ve Chas­sis-Kon­trol­le in Echt­zeit. Das mess­ba­re Ergeb­nis: 122 dB SPL in der Frei­feld­mes­sung nach CEA-2010‑A bei 2 Metern Abstand; an der Schall­wand bis 128,5 dB Peak. Bei sol­chen Zah­len hält man kurz inne.

Einstellmöglichkeiten

Smart-Fea­tures? Kei­ne. App? Kei­ne. Das Rück­pa­nel ist ana­log durch und durch — und das ist hier voll­kom­men rich­tig. Wer einen Heim­ki­no-Sub die­ser Klas­se betreibt, inte­griert ihn über AV-Recei­ver und Ein­mes­sung, nicht über Blue­tooth-Ver­bin­dung zum Smartphone.

Was da ist, reicht für eine sehr sorg­fäl­ti­ge Integration:

  • Ein­gän­ge: 2× Cinch (RCA), 1× XLR sym­me­trisch, 1× XLR-Pass­th­rough für die Ver­ket­tung eines zwei­ten Subs
  • Cross­over: varia­bel 30–170 Hz, plus Bypass
  • Pha­se: stu­fen­los 0–180°
  • Gain: stufenlos
  • Para­me­tri­scher EQ: 30–120 Hz, ±9 dB
  • EQ-Pre­sets: REF (maxi­ma­le Tief­bas­ser­stre­ckung), EQ1 (Punch-Beto­nung für klei­ne­re Räu­me), EQ2 (Kom­pro­miss)
  • Low-Pass-Fil­ter: zuschaltbar
  • Port-Stop­fen: bei­lie­gend für Sea­led-Betrieb, eige­ne EQ-Pre­sets vorhanden

Der PEQ läuft über Dreh­po­tis. Wer prä­zi­se Raum­kor­rek­tur machen will, braucht ein biss­chen Geduld und idea­ler­wei­se ein Mess­mi­kro­fon sowie REW oder den XTZ Room Ana­ly­zer II Pro. Mit etwas Zeit lässt sich aber auch ohne auto­ma­ti­sche Ein­mes­sung eini­ges rausholen.

Technische Daten des XTZ Cinema Sub 2x12 Edge

Spe­zi­fi­ka­ti­onWert
Kon­struk­ti­onAktiv-Sub­woo­fer (Por­ted)
Chas­sis2 × 300 mm (12″) High-Speed Ultra-Long-Stroke
End­stu­feICE­power SA‑1, Class‑D
Leis­tung1.000 W RMS / 1.045 W Peak
SNR117 dB
Fre­quenz­gang19–180 Hz (±3 dB)
Max. SPL (CEA-2010‑A, 1 m)128,5 dB Peak
Max. SPL (CEA-2010‑A, 2 m)122,5 dB Peak / 119,5 dB RMS
Cross­over30–170 Hz varia­bel, Bypass
Pha­se0–180° stu­fen­los
EQ3 Pre­sets (REF / EQ1 / EQ2) + PEQ 30–120 Hz, ±9 dB
Ein­gän­geRCA, XLR, XLR-Passthrough
Gewicht58,3 kg
Garan­tie5 Jah­re
Rück­ga­be30 Tage, kos­ten­lo­ser Rückversand
Preis (UVP)2.200 €
Preis (aktu­ell)1.800 €

Aufstellung im Test-Setup

Getes­tet im Heim­ki­no-Set­up in einem Raum von ca. 4,2 × 5 m, mit Akus­tik­be­hand­lung an der Front­sei­te. Der XTZ Cine­ma Sub 2x12 Edge stand zen­triert zwi­schen den Are­nd­al 1723 Tower THX als Front­laut­spre­cher. Das sieht kon­se­quent aus — die Are­nd­als sind kei­ne klei­nen Laut­spre­cher, aber neben dem 2x12 wir­ken sie fast zier­lich. Wer einen Sub­woo­fer die­ser Klas­se kauft, hat den WAF ver­mut­lich schon vor­her geklärt.

EQ-Pre­set: REF. Port offen. Dank des front­feu­ern­den Ports war die Wand­nä­he kein Pro­blem — der XTZ Cine­ma Sub 2x12 Edge stand dort, wo er ste­hen sollte.

Klang — Film: Das ist, warum man ihn kauft

Hier lebt der XTZ Cine­ma Sub 2x12 Edge. Das ist kei­ne Aus­sa­ge über Schwä­chen, das ist eine über Stär­ken. Was er im Kino­kon­text macht, ist das, wofür er ent­wi­ckelt wur­de — und er macht es mit einer Kon­se­quenz, die man im Preis­seg­ment unter 2.500 Euro nicht über­all findet.

The Batman (2022)

Wer Matt Ree­ves’ Film kennt, weiß, was auf einen zukommt. Die ers­te Bat­mo­bi­le-Ver­fol­gungs­se­quenz durch das ver­reg­ne­te Got­ham — nas­se Stra­ßen, Rei­fen­quiet­schen, Moto­ren­lärm, Explo­sio­nen und dar­un­ter Micha­el Giac­chi­nos Score, der in Fre­quenz­be­rei­che geht, die in nor­ma­len Set­ups schlicht ver­schluckt wer­den. Der XTZ Cine­ma Sub 2x12 Edge holt das alles raus. Nicht dif­fus, nicht dumpf, nicht ein Bass-Tep­pich, unter dem alles ver­sinkt — son­dern struk­tu­riert, mit Druck, der phy­sisch spür­bar wird. Der Raum geht mit. Das Sofa geht mit. Genau das ist Kinoton.

Was dabei auf­fällt: Der XTZ Cine­ma Sub 2x12 Edge dröhnt nicht. Das ist nicht selbst­ver­ständ­lich bei einem so gro­ßen Sub­woo­fer in einem ver­gleichs­wei­se klei­nen Raum. Die Kom­bi­na­ti­on aus gut abge­stimm­ten EQ-Pre­sets, front­feu­ern­dem Port und akti­ver DSP-Kon­trol­le hält den Bass in Form, auch wenn es tief und laut wird.

Dune (2021 / 2024)

Denis Ville­neu­ves Epos gehört zu den Fil­men, bei denen man im Kino denkt: Das will ich zuhau­se noch­mal so hören. Hans Zim­mer­manns Score ist von Haus aus auf Sub­fre­quen­zen aus­ge­legt — brum­men­de Orni­thop­ter, das Erwa­chen des Sand­wurms, atmo­sphä­ri­sche Tief­tö­ne, die in nor­ma­len Set­ups irgend­wo unter dem Rau­schen ver­schwin­den. Mit dem XTZ Cine­ma Sub 2x12 Edge kom­men sie an. Voll­stän­dig, phy­sisch erfahr­bar, mit der Ener­gie, die der Regis­seur im Kino haben woll­te. Das ist der Punkt, an dem man ver­steht, war­um man­che Men­schen dedi­zier­te Heim­ki­no­sä­le bauen.

Die Dyna­mik­re­ser­ven des XTZ Cine­ma Sub 2x12 Edge wer­den in mei­nem Raum zu kei­nem Zeit­punkt aus­ge­reizt — und das ist das eigent­li­che Kom­pli­ment. Er klingt bei kei­ner Laut­stär­ke ange­strengt. Man merkt, dass da noch Luft nach oben ist. Das ist das Zei­chen einer gut dimen­sio­nier­ten End­stu­fe in einem Gehäu­se, das weiß, was es tut.

Einschätzung für den Kinobetrieb

Wer pri­mär Heim­ki­no macht und dabei ernst­haft Bass will — nicht „es klingt gut”, son­dern „der Raum arbei­tet mit” — lan­det mit dem XTZ Cine­ma Sub 2x12 Edge in einer Liga, die man für 1.800 Euro nor­ma­ler­wei­se nicht betritt. Zwei davon in einem dedi­zier­ten Kino­saal: Das ist dann kei­ne Spaß­ma­schi­ne mehr. Das ist Artillerie.

Klang — Musik: Ehrlichkeit first

Das ist nicht sein Metier — und das ist voll­kom­men okay, weil er das auch gar nicht sein will.

Ich habe Musik gehört: Metal-Play­list (mei­ne Refe­renz), ein biss­chen Qobuz, gele­gent­lich Spo­ti­fy als Neben­be­schal­lung. Er macht Musik. Bei Titeln mit aus­schwei­fen­dem Tief­bass — Doom, lang­sa­me Riffs, Tech­no (aus der Mes­se­mu­sik-Play­list), atmo­sphä­ri­sche Pas­sa­gen — klingt es gut. Da liegt kein nen­nens­wer­ter Unter­schied zu einem dedi­zier­ten Musik-Sub.

Wo der XTZ Cine­ma Sub 2x12 Edge gegen­über dem SVS SB-5000 zurück­fällt, ist bei schnel­len Kick­drums und prä­zi­sen Bass­läu­fen — dem, was Enthu­si­as­ten als „Timing” bezeich­nen. Der SB-5000 ist in die­sem Bereich tro­cke­ner, kon­tu­rier­ter, kon­trol­lier­ba­rer. Der XTZ Cine­ma Sub 2x12 Edge klingt im direk­ten Ver­gleich bei schnel­len Pas­sa­gen einen Tick schwam­mi­ger. Nicht falsch, nicht stö­rend beim All­tags­hö­ren — aber weni­ger prä­zi­se, und im direk­ten A/B‑Vergleich spür­bar. Das ist dem offe­nen Design geschul­det: Ein Por­ted-Sub opti­miert auf Tief­gang und Pegel, nicht auf maxi­ma­le Tran­si­en­ten­schär­fe. Das ist kei­ne Kri­tik, das ist Physik.

XTZ legt dem Sub­woo­fer eben­falls einen Stop­fen zum ver­schlie­ßen des Bass­re­flex­ka­nals bei. Die­sen ange­wen­det und den EQ auf der Rück­sei­te ange­passt, spielt er freu­di­ger, aber kommt natür­lich nicht an ein voll geschlos­se­nes Modell heran.

Für alle, bei denen Kino first ist und Musik auch mal läuft: völ­lig akzep­ta­bel. Für alle, bei denen es genau anders­her­um ist: lie­ber sealed.

SVS SB-5000 im Direktvergleich

Weil er im Set­up steht, ein kur­zes Wort dazu. Der SB-5000 ist ein aus­ge­zeich­ne­ter Sub­woo­fer — sea­led, tro­cken, prä­zi­se, schnell. Für Musik die sou­ve­rä­ne­re Wahl.

Im Kino­for­mat dreht sich das Bild. Der XTZ geht tie­fer, baut mehr Druck auf, das offe­ne Design pro­du­ziert im unte­ren Fre­quenz­be­reich mehr phy­sisch spür­ba­res Volu­men. Beim Sand­wurm in Dune, beim Bat­mo­bi­le-Motor, bei allem, was im unte­ren Kel­ler wohnt — gibt der XTZ Cine­ma Sub 2x12 Edge mehr. Nicht dra­ma­tisch anders auf den ers­ten Durch­gang, aber spür­bar, wenn man’s weiß und hört.

Bei­de Gerä­te haben ihre Daseins­be­rech­ti­gung — sie opti­mie­ren für unter­schied­li­che Prio­ri­tä­ten. Musik zuerst: SB-5000. Kino zuerst: XTZ Cine­ma Sub 2x12 Edge.

Einordnung & Konkurrenz

Der XTZ Cine­ma Sub 2x12 Edge tritt bei 2.200 Euro (aktu­ell im Sale für 1.800 Euro) in einem Preis­feld an, das ech­te Alter­na­ti­ven kennt — aber kei­ne, die das glei­che Paket in die­ser Kon­fi­gu­ra­ti­on anbietet.

Are­nd­al 1723 2S (ca. 2.600 Euro) ist die inter­es­san­tes­te Alter­na­ti­ve auf dem Papier. Kom­pak­ter, ele­gan­ter, mit inte­grier­tem DSP. Das klingt nach einem Vor­teil — ist es aber nur bedingt. Wer sei­nen Sub­woo­fer sowie­so per AV-Recei­ver oder exter­nem Mess­sys­tem ein­misst, braucht den inter­nen DSP kaum. Und mit 800 Euro Auf­preis und gerin­ge­rer Mem­bran­flä­che stellt sich die Fra­ge nach dem Mehr­wert. Die Are­nd­al-Subs habe ich nicht direkt gehört — kein Klan­gur­teil mei­ner­seits. Rein auf Papier und Preis­ebe­ne: Der XTZ ist für Kino-Prio­ri­tät das bes­se­re Angebot.

SVS PB-4000 (über 2.000 Euro) ist eine soli­de Opti­on im Por­ted-Seg­ment mit App-Steue­rung und SVS-typisch gutem Sup­port-Öko­sys­tem. Aber auch nur ein 12-Zöl­ler — der 2x12 hat bei der Mem­bran­flä­che klar die Oberhand.

Fazit Ein­ord­nung: In die­sem Preis­fens­ter ist die Kom­bi­na­ti­on aus Mem­bran­flä­che, Leis­tung, Ver­ar­bei­tung und dem 30-Tage-Rück­ga­be­recht schwer zu schlagen.

Fazit

Der XTZ Cine­ma Sub 2x12 Edge macht kei­ne hal­ben Sachen. Er ist groß, schwer, optisch kom­pro­miss­los — und er ist sehr gut dar­in, genau das zu tun, wofür er gebaut wurde.

Für Heim­ki­no in der Preis­klas­se bis 2.200 Euro — und aktu­ell sogar für 1.800 Euro — steht er prak­tisch allein. Zwei 12-Zoll-Cine­ma-Chas­sis, 1.000 Watt RMS, front­feu­ern­der Port, Dual-Core-DSP in der End­stu­fe, 117 dB SNR, 8‑Schicht-Lackie­rung, fünf Jah­re Garan­tie, 30-Tage-Rück­ga­be. Wer das mit rea­len Alter­na­ti­ven in die­sem Preis­fens­ter ver­gleicht, kommt schnell zu dem Schluss: Das ist ein fai­rer Deal. Eigent­lich ein sehr fairer.

XTZ ist eine Mar­ke, die im deut­schen Markt weni­ger Auf­merk­sam­keit bekommt als sie ver­dient. Kein Ver­trieb mehr vor Ort, kei­ne Prä­senz im Fach­han­del — das kos­tet Sicht­bar­keit. Wer aber weiß, dass man direkt in Schwe­den bestellt und dafür ein Pro­dukt bekommt, das sich gegen Mit­be­wer­ber zum zwei- bis drei­fa­chen Preis behaup­tet, ist gut bera­ten, sie auf dem Zet­tel zu haben. Das gilt für die Subs — und nach allem, was die Cine­ma M8-Serie leis­tet, auch für den Rest des Portfolios.

Musik kann er. Film ist sein Leben.

Und wer beim Lesen bereits aus­ge­rech­net hat, ob zwei davon ins Bud­get pas­sen: Ich ver­ste­he das vollständig.

Klang / Bildqualität
9.2
Leis­tung & Kon­trol­le / Dyna­mik & Reserven
9.7
Ver­ar­bei­tung & Design
9.2
Aus­stat­tung & Praxisnutzen
8.8
Mess­wer­te & tech­ni­sche Umsetzung
9.3
Preis/Leistung
9.8
Leser­wer­tung0 Bewer­tun­gen
0
Pros
Enor­mes Kino-Poten­ti­al: zwei 12-Zoll-Cine­ma-Chas­sis mit 1.000 W RMS und 1.045 W Peak — Tief­gang, Pegel und Druck auf einem Niveau, das die meis­ten Mit­be­wer­ber unter 2.500 Euro klar übersteigt.
Front­feu­ern­der Port erlaubt wand­na­he Auf­stel­lung ohne Kompromisse.
Tadel­lo­se Ver­ar­bei­tungs­qua­li­tät: tra­pez­för­mi­ges Gehäu­se im Cine­ma-3x12-Kabi­nett-Design, 8‑Schicht-Anti-Refle­xi­ons­la­ckie­rung, Next­el-Sei­ten­pa­nele, magne­ti­sche Stoffabdeckung.
Dual-Core-DSP (56-Bit) in der SA-1-End­stu­fe plus drei EQ-Pre­sets und PEQ für sorg­fäl­ti­ge manu­el­le Integration.
XLR-Ein­gang und XLR-Pass­th­rough für sym­me­tri­schen Betrieb oder Ver­ket­tung eines zwei­ten Subs.
5 Jah­re Garan­tie, 30 Tage Buy & Try mit kos­ten­lo­sem Rück­ver­sand — das Risi­ko beim Kauf geht gegen null.
Cons
Musik ist nicht sein Metier: bei schnel­len Kick­drums einen Tick schwam­mi­ger als ein sea­led Sub — für rei­ne Musik­hö­rer die fal­sche Wahl.
58,3 Kilo­gramm und Gehäu­se­grö­ße machen Auf­stel­lung und Trans­port zur Gemeinschaftsaufgabe.
Kei­ne Smart-Fea­tures, kei­ne App — wer auf DSP-Kom­fort via Smart­phone besteht, löst das extern.
Kein deut­scher Ver­trieb mehr: Direkt­be­stel­lung über xtzsound.eu not­wen­dig. (Für Man­che ein Nach­teil, ich sehe dies als Vorteil)
Optisch ein Boll­werk — kein Wohn­zim­mer-Sub­woo­fer, son­dern ein Kino­ge­rät, das weiß, was es ist.
9.3
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