Der XGIMI TITAN Noir Max ist ab heute auf Kickstarter bestellbar — und das ist bei einem Hersteller dieser Größenordnung schon für sich genommen ungewöhnlich. XGIMI, 2013 in China gegründet und nach eigenen Angaben seit drei Jahren die meistverkaufte Beamer-Marke weltweit, schickt mit dem TITAN Noir Max ein Flaggschiff ins Rennen, das in einem Preissegment landet, das bislang von Sony und JVC dominiert wurde. Das Ding debütierte auf der CES 2026, heute geht die Bestellung los.
Was XGIMI damit sagen will
Die Positionierung ist eindeutig: Der XGIMI TITAN Noir Max richtet sich an Heimkino-Enthusiasten, die echten nativen Kontrast wollen und nicht bereit sind, dafür 7.000 Euro für einen JVC NZ7 hinzublättern. Das ist keine neue Idee, aber XGIMI hat sich dabei etwas Konkretes ausgedacht, statt einfach die Lumen-Zahl hochzudrehen. Der Name ist Programm — “Noir” steht für Schwarz, und zwar wörtlich gemeint. Das Versprechen lautet: kein digital gedimmtes Pseudo-Schwarz, sondern physikalisch kontrollierte Lichttrennung.
Technik: Was wirklich im XGIMI TITAN Noir Max steckt
Kernelement ist das Dual Intelligent Iris System, das XGIMI als Weltneuheit bewirbt — und das beim XGIMI TITAN Noir Max ist exklusiv ist, die günstigeren Serienmodelle bekommen nur eine einzelne Iris. Zwei mechanische Iris-Module arbeiten zusammen, analysieren laufend das Bild und regeln den Lichtdurchlass physikalisch in fünf Stufen. Kein digitales Dimming, keine Nachbearbeitung. Das Ergebnis soll 10.000:1 nativer Kontrast sein. Zur Einordnung: Viele Projektoren in diesem Preisbereich werben mit “dynamischen” Kontrastwerten im sechsstelligen Bereich — das sind Laborwerte unter Idealbedingungen. Ein nativer Kontrastwert ist eine andere Aussage, weil er ohne Tricks gemessen wird.
Die Lichtquelle ist ein RGB Triple Laser mit 50 Laserchips, der auf 7.000 ISO Lumen kommt — Herstellerangabe, aber ISO-Lumen sind zumindest ein standardisiertes Maß, keine Marketing-Lumens. Dazu kommen ΔE < 0,8 Farbgenauigkeit und 110 % BT.2020-Abdeckung, was auf dem Papier sehr ordentlich ist.
Der DLP-Chip ist ein 0,47-Zoll-SST-DMD von Texas Instruments — die neue SST-Architektur soll höhere Leistungsaufnahme tolerieren und thermisch stabiler sein, was bei Dauerbetrieb relevant wird. Prozessor ist der MediaTek MT9681 mit 4 GB RAM und 64 GB Speicher, Betriebssystem Google TV. Connectivity: HDMI, USB, Optischer Ausgang, LAN — vollständig, nichts Überraschendes.

Für Gamer: bis zu 240 Hz bei 1080p, 1 ms Input Lag. In 4K sind es 60 Hz. Kein Drama für PS5 und Switch 2, wer aber auf 4K/120Hz-Gaming besteht, wird enttäuscht sein. Das gilt allerdings für praktisch jeden Projektor in dieser Klasse.
Das Wurfverhältnis liegt zwischen 0,98:1 und 2,0:1 mit 2x optischem Zoom — das ist kein Short-Throw. Für eine 100-Zoll-Leinwand braucht man ungefähr 2,5 bis 5 Meter Abstand. Lens-Shift: ±130 % vertikal, ±50 % horizontal. Das ist für einen DLP-Projektor sehr viel Spielraum und macht die Installation deutlich flexibler als bei vielen Konkurrenten. Fünf speicherbare Linsenpositionen erlauben schnellen Wechsel zwischen 16:9 und 2,35:1 CinemaScope — praktisch, wenn man regelmäßig zwischen Serien und Kinofilmen wechselt.
Audio kommt von Dual-12W-Harman-Kardon-Lautsprechern. Brauchbar für gelegentlichen Betrieb, aber mit einer externen Soundanlage wird man das Teil sowieso betreiben wollen.
Was den XGIMI TITAN Noir Max ist von der Konkurrenz unterscheidet
Das duale Iris-System ist das technische Alleinstellungsmerkmal gegenüber allem, was aktuell unter 5.000 Euro zu haben ist. Wer sich den AWOL Vision Aetherion anschaut, der in ähnlichen Gewässern schwimmt, zahlt mehr und bekommt keinen mechanischen Dual-Iris. Dangbei hat zuletzt mit günstigeren Hochkontrastlösungen auf sich aufmerksam gemacht — aber unter 2.000 Euro landet man dann auch bei anderen Kompromissen in der Optik.

Die direkte Referenz aus dem eigenen Haus ist der XGIMI Horizon 20 Max: 5.700 ISO Lumen, einfache automatische Iris, solide für normale Wohnzimmer-Heimkinos. Der XGIMI TITAN Noir Max ist die ernsthafte Stufe darüber — mehr Laserchips, mehr Lumen, doppelte Iris, bessere Optik laut Hersteller (15-elementiges A‑Grade-Optiksystem). Für ein dediziertes Heimkino ist das der relevantere Vergleich.
Dolby Vision, IMAX Enhanced, HDR10+ und Filmmaker Mode sind mit an Bord. Das Anti-RBE-Feature soll den typischen Regenbogeneffekt von DLP-Projektoren bei schnellen Bildinhalten reduzieren — ein bekannter Kritikpunkt der Technologie, den XGIMI hier aktiv adressiert.
Preis & Verfügbarkeit
Die Kickstarter-Kampagne läuft bis 9. Juni 2026, Versandstart ist der 16. Juni 2026. Die Kampagne läuft in USD, für EU-Käufer gilt: Der Preis von 2.999 Dollar für den XGIMI TITAN Noir Max soll laut XGIMI Versand, Zoll und eine 2‑Jahres-Garantie für EU-Länder einschließen — Mehrwertsteuer kommt im Post-Campaign-Survey separat. Je nach Wechselkurs und MwSt.-Satz landet man in Deutschland ungefähr bei 2.500 bis 2.700 Euro netto. Das ist teuer — aber teuer gemessen an was? JVC NZ7 liegt bei knapp 7.000 Euro, Sony VPL-XW5000 bei über 4.000 Euro. Für nativen Hochkontrast in dieser Liga ist das kein unverschämter Preis, wenn die Versprechen halten.


Die drei Modelle in der Übersicht:
- TITAN Noir: 4.800 Lumen, 7.000:1 nativ, 30 Laserchips — Kickstarter ab 2.499 Dollar (UVP 3.999 Dollar)
- TITAN Noir Pro: 6.000 Lumen, 8.000:1 nativ, 40 Laserchips — Kickstarter ab 2.699 Dollar (UVP 4.999 Dollar)
- TITAN Noir Max: 7.000 Lumen, 10.000:1 nativ, 50 Laserchips, dualer Iris — Kickstarter ab 2.999 Dollar (UVP 5.999 Dollar)
Alle drei teilen Chassis, Optik, Wurfverhältnis und Gaming-Specs. Der Unterschied liegt ausschließlich in Laserchipanzahl, Helligkeit und Kontrastdecke.
Und jetzt?
Ob der XGIMI TITAN Noir Max die Versprechen im Praxisbetrieb hält, wird sich ab Juni zeigen, wenn die ersten Geräte ausgeliefert werden. Das Dual-Iris-System klingt überzeugend auf dem Papier — die offene Frage ist, wie die XGIMI-Software die Hardware ausspielt. Software-Feintuning war bei XGIMI historisch nicht immer die Paradedisziplin. Das Kickstarter-Risiko ist bei diesem Hersteller überschaubar — 7 Millionen verkaufte Geräte sprechen für eine funktionierende Lieferkette. Aber das ersetzt keinen Praxistest. Klare Sache: Dran bleiben.
Passender Spielkamerad für das heimische Setup? Der XGIMI TITAN Noir Max landet gedanklich direkt neben dem Anthem AVM 70 — warum der bei uns demnächst einzieht, steht hier.
Update, 6. Mai 2026
Kurzes Zwischenfazit zur laufenden Kampagne: Der XGIMI TITAN Noir Max hat zusammen mit der TITAN Noir Serie die 10-Millionen-Dollar-Marke auf Kickstarter geknackt — bei über 3.000 Backern weltweit und noch gut einem Monat Laufzeit bis zum 9. Juni. Für eine Kampagne, die in USD abgewickelt wird und im vierstelligen Eurobereich startet, ist das kein schlechtes Lebenszeichen. Das erste Stretch Goal ist damit bereits freigeschaltet: Alle Backer bekommen zwei Paar XGIMI Active Shutter 3D Glasses dazu, mit automatischer DLP-Link-Synchronisierung. Kein Game Changer, aber ein nettes Extra. Die Versandankündigung bleibt beim 16. Juni — ob XGIMI diesen Termin hält, wird der erste echte Praxistest der Kampagne sein.


