Das Konzept ist simpel: Spotify bewertet Künstlerprofile nach drei Kriterien und vergibt dann — nach eigener Aussage unter Einbeziehung menschlicher Reviewer — das Badge. Kein automatisierter Prozess, kein einfacher Selbst-Check.
Die drei Kriterien laut Spotify: erstens eine konstante Höreraktivität über einen längeren Zeitraum — einmalige Spikes durch Playlists oder Algorithmus-Zufall reichen nicht. CBC hat konkret nachgefragt: mindestens 10.000 aktive Hörer über drei aufeinanderfolgende Monate. Zweitens müssen Profil und Inhalte den Plattformrichtlinien entsprechen. Drittens braucht es erkennbare Hinweise auf eine reale Künstlerperson — also verknüpfte Social-Media-Accounts, Konzertdaten oder Merch. Spotify nennt das eine “identifizierbare Präsenz on und off-platform”.
Profile, die laut eigener Einschätzung von Spotify primär KI-generierte Musik oder KI-Personas repräsentieren, sind zum Launch nicht verifikationsfähig. Spotify schreibt dazu, der Begriff “Künstlerauthentizität” entwickle sich gerade schnell — man werde den Ansatz kontinuierlich weiterentwickeln. Das klingt nach Absicherung für Grenzfälle, die bereits existieren.
Zum Launch gibt Spotify an, dass über 99 Prozent aller Künstler, nach denen Nutzer aktiv suchen, verifiziert sein werden. Die Mehrheit davon Independents, alle Genres, alle Karrierestufen. Das klingt erstmal nach guter Abdeckung.
Zur Praxis: Die Vergabe läuft fortlaufend. Wer das Badge heute noch nicht hat, bekommt es möglicherweise in den nächsten Wochen. Kein Badge bedeutet also explizit nicht, dass der Künstler nicht echt ist — er wurde nur noch nicht geprüft. Das macht das Verified by Spotify Badge in der aktuellen Rollout-Phase als Vertrauenssignal etwas wacklig.
Und hier wird es interessant: Ich habe nach der Ankündigung sowohl auf dem Desktop als auch in der App gesucht — bei bekannten Künstlern, bei Indie-Acts, quer durch alles. Kein einziges Badge zu sehen. Das liegt daran, dass Spotify den Rollout explizit auf “die kommenden Wochen” terminiert. Die Ankündigung und die tatsächliche Sichtbarkeit liegen also auseinander. Das ist ein kommunikativer Disconnect, aber kein Drama. Abwarten.
Erwähnenswert: Spotify hatte im Januar 2026 bereits das alte blaue “Verified Artist”-Häkchen — das bisher nur bedeutete, dass das Profil via Spotify for Artists beansprucht und aktiv verwaltet wird — in “Registered Artist” umbenannt. Das neue grüne Verified by Spotify Badge ist also eine komplett andere Sache, die jetzt zusätzlich kommt.
KI-Musik bleibt auf der Plattform. Das ist die entscheidende Information. Verified by Spotify ist kein Ausschlussmechanismus, sondern ein positives Kennzeichen für menschliche Künstler. KI-Content läuft weiter, er bekommt nur keinen Vertrauensvorschuss mehr.
Wie groß das Problem ist, zeigt ein Blick auf Mitbewerber: Deezer meldete Mitte April 2026, täglich fast 75.000 KI-generierte Tracks zu empfangen — das entspricht 44 Prozent aller täglichen Uploads. Wie der Anteil bei Spotify aussieht, hat das Unternehmen nicht kommuniziert.
Eine naheliegende Funktion fehlt bisher komplett: Nutzer könnten in Playlists und Empfehlungen auf verifizierte Künstler filtern wollen. Diese Option gibt es nicht. Das Badge informiert, ändert aber nichts am Algorithmus.
Der Vergleich ist interessant. Deezer hat den strukturelleren Weg gewählt: Als KI-generiert erkannte Songs werden automatisch aus algorithmischen Empfehlungen entfernt und nicht in redaktionelle Playlists aufgenommen. Das ist eine direkte Konsequenz, keine Kennzeichnung.
Apple Music hat im März 2026 Labels und Distributoren aufgefordert, in den Metadaten vier Transparenz-Tags zu setzen — für Artwork, Track, Composition und Music Video. Intern soll zusätzlich Technologie entstehen, die erkennt, mit welchem KI-Modell ein Track erstellt wurde. Laut Apple ist mittlerweile über ein Drittel aller Uploads auf der Plattform vollständig KI-generiert.
Bandcamp hat die härteste Linie gezogen: Seit Januar 2026 ist Musik, die vollständig oder überwiegend mit KI erstellt wurde, auf der Plattform schlicht verboten.
Spotify liegt mit Verified by Spotify irgendwo dazwischen — pragmatischer als Bandcamp, weniger einschneidend als Deezer. Das passt zu einer Plattform dieser Größe, die gleichzeitig Distributoren, Labels und Indie-Artists auf sich angewiesen hat.
Das Badge erscheint in den kommenden Wochen schrittweise auf Profilen und neben Künstlernamen in der Suche. Parallel startet Spotify eine Beta für eine neue Profilsektion, die auf allen Künstlerprofilen — unabhängig vom Verifizierungsstatus — Karriere-Meilensteine, Release-Aktivität und Tourpläne zeigen soll. Spotify vergleicht das mit Nährwertangaben auf Lebensmitteln. Ein etwas kurioses Bild, aber die Idee dahinter ist sinnvoll.
Die eigentlich interessante Frage bleibt: Was passiert, wenn sich das Badge durchgesetzt hat und Nutzer aktiv danach filtern wollen? Dann wird der nächste logische Schritt sein, unverifizierte Accounts aus dem Empfehlungsalgorithmus rauszuhalten. Ob Spotify diesen Schritt macht oder beim reinen Kennzeichnungsprinzip bleibt, wird zeigen, wie ernst es dem Unternehmen mit der Sache wirklich ist.
Spotify und schrittweise Rollouts kennen wir — wie das bei Lossless auf dem Eversolo DMP-A6 in der Praxis aussieht, haben wir hier etwas zu geschrieben.

Im Zentrum von Klipsch The Fives II, Sevens II, Nines II steht eine sogenannte AV-Receiver-Architektur. Klipsch beschreibt das als gemeinsame Entwicklung mit Onkyo — einem Hersteller, der seit Jahrzehnten AVR-Elektronik baut und heute ebenfalls zur Gentex-Gruppe gehört. Das erklärt, warum die Feature-Liste der neuen Modelle klingt wie die eines kompakten Heimkino-Receivers: Dolby Atmos mit virtuellen Höhenkanälen, Dirac Live Room Correction, DTS:X beim Flaggschiff, HDMI ARC/eARC. Für ein Paar Aktivlautsprecher ist das ungewöhnlich viel.
Was das für die eigentliche Klangqualität bedeutet, lässt sich aus Pressematerialien allein nicht seriös beurteilen. AV-Receiver-Architektur kann je nach Umsetzung sehr vieles bedeuten. Aber allein die Tatsache, dass Dirac Live mit eingebunden wurde, ist ein klares Signal: Hier geht es nicht nur um Features-Bingo.
Dirac Live ist in der Aktivlautsprecher-Welt noch keine Selbstverständlichkeit. Das schwedische Korrektursystem findet sich sonst vor allem in Mittelklasse-AVRs oder deutlich teureren Komponenten. Es analysiert die Raumakustik und passt die Wiedergabe entsprechend an — sauber implementiert ist das ein echter Mehrwert, besonders in Wohnräumen mit ungünstigen Reflexionen. Den Anfang macht Dirac allerdings erst beim Sevens II. Das Fives II geht ohne los — bei 1.299 Euro ein Punkt, über den man nachdenken darf.
Bei der Bestückung bleibt Klipsch der eigenen DNA treu. Alle drei Modelle setzen auf einen 1‑Zoll-Titanium-LTS-Hochtöner mit Tractrix Horn — das charakteristische Merkmal der Marke, das für hohe Effizienz und eine kontrollierte Abstrahlung sorgt. Die Tieftöner laufen unter dem Label “Jet Cerametallic”: 5,25 Zoll im Fives II, 6,5 Zoll im Sevens II, 8 Zoll im Nines II. Alle Gehäuse arbeiten mit Bassreflexöffnung nach hinten.
Die Frequenzgänge laut Hersteller (±3 dB): 50 Hz bis 25 kHz beim Fives II, 39 Hz beim Sevens II, 31 Hz beim Nines II. Das Nines II kommt damit in Territorium, das Subwoofer für viele Anwendungen optional macht — wobei “31 Hz laut Hersteller” wie immer mit dem üblichen Vorbehalt zu lesen ist. Messen werden wir das selbst.
Statt Wattzahlen nennt Klipsch Max-SPL-Werte: 103 dB beim Fives II, 106 dB beim Sevens II, 107 dB beim Nines II — jeweils gemessen als Stereopaar auf einem Meter. Das ist die klipsch-typische Art, Leistung zu kommunizieren, und passt zum Hornlader-Effizienz-Ansatz. Zum Vergleich: 103 dB SPL aus einem Lautsprecherpaar ist für einen normalen Wohnraum mehr als ausreichend, und bei den hornbasierten Klipsch-Treibern braucht es dafür deutlich weniger Verstärkerleistung als bei konventionellen Direktstrahlern.


Neu ist die einteilige BMC-Schallwand (Bulk Molding Compound). Klipsch verspricht weniger Resonanzen und eine verbesserte Abstrahlcharakteristik durch einen kurvenförmigen Radius. Konstruktiv nachvollziehbar — ob das im Hörtest messbar wirkt, steht auf einem anderen Blatt
Hier lohnt sich ein genauerer Blick, denn die drei Modelle sind nicht gleich ausgestattet.
Das Fives II hat HDMI ARC/eARC mit CEC, RCA Phono, RCA Analog, USB‑C Audio, USB‑A und optisches Digital. Kein separater HDMI-Eingang, kein Koaxial, kein Kalibrierungsmikrofon. Bluetooth 5.4 mit SBC und AAC ist an Bord, ebenso HDMI 2.1 Pass-Through mit 8K, HDR10+, Dolby Vision, VRR, ALLM und HDCP 2.3.
Sevens II und Nines II legen nach: zusätzlicher HDMI-Eingang, koaxialer Digitaleingang und ein dedizierter Kalibrierungsmikrofon-Eingang — letzterer für Dirac Live. Das Kalibrierungsmikrofon liegt bei beiden Modellen bei. Beim Fives II gibt es das nicht, weil Dirac schlicht fehlt.
Streaming läuft bei allen drei über Google Cast, AirPlay 2, Spotify Connect, Tidal Connect und Qobuz Connect. Netzwerk via 2,4/5‑GHz-WLAN (802.11ac, 2×2 MIMO) oder Ethernet. Qobuz ist dabei — gut, weil nicht jeder bei den üblichen Plattformen gelandet ist.
Die kabellose Verbindung zwischen Primär- und Sekundärbox gibt es ab dem Sevens II. Wichtiges Detail aus den Specs: Kabelgebunden läuft die Verbindung mit 96 kHz/24 Bit, kabellos nur mit 48 kHz. Wer Hi-Res ernst nimmt, greift also zum Kabel — oder akzeptiert, dass 48 kHz für die allermeisten Hörszenarien immer noch mehr als ausreichend ist.

Der Aktivlautsprecher-Markt zwischen 1.000 und 2.500 Euro ist inzwischen deutlich voller als noch vor ein paar Jahren, als Klipsch mit der Fives-Generation in die aktive Stereo-Welt eingestiegen ist. Die KEF LSX II bewegt sich preislich in ähnlichen Regionen und liefert ein kompaktes, klanglich überzeugendes Paket — allerdings ohne Dirac und ohne HDMI ARC. Klipsch The Fives II, Sevens II, Nines II setzen andere Prioritäten: Tractrix-Horn-Sound, HDMI-Integration, Dolby Atmos.
In der oberen Preisregion trifft man auf aktive Lautsprecher von Buchardt oder Dynaudio, die klanglich auf einer anderen Philosophie basieren — mehr auf konventionelle Direktstrahler-Abstimmung, weniger auf Effizienz durch Hornlader. Wer den Klipsch-Sound kennt und mag, wird sich hier heimisch fühlen. Wer ihn nicht kennt, sollte vor dem Kauf auf jeden Fall hören.



Alle drei Modelle sind ab sofort bei autorisierten Händlern erhältlich. Farboptionen: Roteiche (weiße Schallwand), Walnuss (schwarze Schallwand), Ebenholz (schwarze Schallwand). Passende Ständer — KS-24 für Sevens und Nines, KS-28 für Fives — gibt es optional dazu. Im Lieferumfang bei allen Modellen: Fernbedienung, 4‑Meter-Lautsprecherkabel und HDMI-Kabel. Sevens II und Nines II liefern zusätzlich das Kalibrierungsmikrofon für Dirac mit.
Klipsch hat mit Klipsch The Fives II Sevens II Nines II einiges auf einmal angepackt: Elektronik neu, Schallwand neu, Feature-Set deutlich ausgebaut. Die Onkyo-Kooperation ist konzeptionell interessant, weil sie echtes AVR-Know-how in ein Aktivlautsprecher-Paar bringt. Ob die Dirac-Limited-Lizenz in der Praxis den Unterschied macht, den man sich erhofft, ob die 31-Hz-Angabe des Nines II der Messung standhält, und ob die neue BMC-Schallwand hörbar was bringt — alles Fragen, die erst am Hörplatz beantwortet werden. Abwarten.
Wer lieber passive Lautsprecher behalten und trotzdem vernetzt hören will, findet mit dem WiiM Amp eine deutlich günstigere Alternative — unser Artikel dazu steht hier.
]]>FiiO will mit dem K17 R2R Pro den Desktop ersetzen — oder besser: zusammenfassen. Die Idee dahinter ist nicht neu, aber immer noch relevant: ein Gerät, das DAC, Kopfhörerverstärker und Streamer vollständig abdeckt, ohne dass man drei Kisten stapeln, drei Netzteile managen und drei Geräte aufeinander abstimmen muss. Zielgruppe sind Leute, die einen ernsthaften Kopfhörer-Arbeitsplatz wollen, aber kein Interesse an Rack-Setups haben.
Was sich gegenüber dem regulären K17 ändert: Der AKM-DAC-Stack (AK4191 + zwei AK4499EX) fliegt raus, rein kommt FiiOs eigenes R2R-Modul. Alles andere — Gehäuse, Android-12-Betriebssystem, Touchscreen, Anschlüsse, Verstärker-Hardware — bleibt laut FiiO identisch. Das ist kein Redesign, das ist ein gezielter Austausch einer zentralen Komponente. Mit entsprechenden Klangkonsequenzen, auf die ich gleich eingehe.
Das Herzstück ist FiiOs proprietäres „5 + 24-Bit R2R PRO”-Widerstandsnetzwerk. Was das bedeutet: Statt eines Delta-Sigma-Chips, der ein digitales Signal durch Rauschen in Einsen und Nullen zerhackt und wieder zusammensetzt, arbeitet ein R2R-Netzwerk mit diskreten Widerständen, die stufenweise den Analogpegel aufbauen. Das klingt aufwendiger — ist es auch. In der Praxis wird R2R-Hardware oft mit einem wärmeren, weniger sterilen Klangbild assoziiert. Ob das hier zutrifft: unklar, bis ein Testgerät auf dem Tisch liegt.
Schaltbar zwischen NOS (Non-Oversampling) und OS (Oversampling). NOS ist für die Puristen, die kein Upsampling wollen und dafür ein leichtes Tiefpassrollen in den höheren Frequenzen in Kauf nehmen. OS gibt’s für alle, die lieber das glattere, erweiterte Bild haben. Beides sinnvoll, beides legitim — hier hat man die Wahl, was gut ist.
Der Verstärkerteil ist ein diskreter Class-AB-Transistorverstärker mit angegebenen 4.000 mW pro Kanal. Laut FiiO ausreichend für alles von empfindlichen IEMs bis hin zu anspruchsvollen Planars. Herstellerangabe — Messbedingungen unbekannt, aber 4 Watt an einem Desktop-DAC/AMP ist keine leere Zahl.
Anschlüsse vorn: 6,35-mm-Klinke, 4,4‑mm-Pentaconn, 4‑Pin-XLR balanced. Hinten: TOSLINK ein/aus, Koaxial ein/aus, USB‑C, USB‑A für lokale Wiedergabe, Chinch-Eingang, 4,4‑mm-Balanced-Eingang, Chinch-Ausgang, XLR-Ausgang für Aktivlautsprecher oder Endstufe. Damit lässt sich das Teil auch als DAC-Vorstufe nutzen — kein reines Kopfhörerteil also.
Netzwerk: Dual-Band-WLAN (2,4 und 5 GHz) plus Gigabit-Ethernet. QPlay-Support für Apple-Geräte ist dabei, weitergehende Streaming-Dienste-Integration hat FiiO noch nicht kommuniziert — das ist eine der offenen Fragen.
Das Netzteil: 35-Watt-Linearnetzteil. Kein Schaltnetzteil. Das ist ein Detail, das in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist und sich direkt auf das Rauschverhalten auswirkt — zumindest in der Theorie. Gut gemachte Schaltnetzteile sind mittlerweile konkurrenzfähig, aber ein Linear-NT ist trotzdem das sauberere Statement.

Dazu: 31-Band parametrischer EQ mit Auto-EQ-Funktion, steuerbar per FiiO-Control-App oder per Browser. Einstellungen werden direkt im Gerät gespeichert. USB-Ground-Loop-Isolator ebenfalls an Bord — praktisch für alle, die ihren Rechner als Quelle nutzen und Brummen kennen.
Das Gehäuse bekommt gegenüber dem Standard-K17 Holzwangen. Schwarz oder Silber. Und die Fernbedienung ist diesmal aus gefrästem Aluminium statt Plastik — ein kleines Detail, das FiiO-Kenner freuen wird.
Der direkte Vergleich: Das R2R-Modul dieses Teils ist dasselbe, das FiiO auch im K13 R2R verbaut — ein reiner Desktop-DAC/AMP ohne Streaming-Funktionalität. Wer also das R2R-Klangbild von FiiO kennt und einen vollständigen Streamer dazu will, ist beim FiiO K17 R2R Pro logisch richtig. Das ist die saubere Positionierung.
Die Kombination aus R2R-DAC und integriertem Netzwerk-Streamer in einem Gehäuse unter 1.000 Euro ist tatsächlich dünn besetzt. Die meisten R2R-Desktop-Lösungen — Denafrips Aries, Holo Cyan, Musician Pegasus — sind reine DACs ohne Verstärker oder Streaming. Den FiiO K17 R2R Pro als vollständige Lösung für den Schreibtisch gibt es so nicht oft.
Der reguläre K17 kostet 999 Euro. FiiO hat angedeutet, dass der K17 R2R Pro darüber liegen soll — konkret noch nicht bestätigt, aber 1.100 bis 1.200 Euro wäre eine realistische Erwartung für den europäischen Markt.
Alternativen in der Preisklasse: Das Topping DX9 Discrete (~1.299 Euro) kommt mit eigenem 1‑Bit-PSRM-DAC und mehr Verstärkerleistung am Ausgang, aber ohne jeden Netzwerkanschluss — reiner DAC/Amp, kein Streamer. Interessant ist auch der Luxsin X9 für rund 1.099 Euro, entwickelt vom Eversolo-Team. Der setzt auf AKM AK4499EX statt R2R-DAC, hat dafür aber eine der ausgefeiltesten DSP-Sektionen im Desktop-Segment: HP-EQ für über 2.500 Kopfhörermodelle, automatische Impedanzmessung, Crossfeed. Wer tiefer in headphone-spezifisches Tuning einsteigen will, ist dort gut aufgehoben — Streaming sucht man allerdings auch hier vergeblich. Wer also explizit einen vollständigen Schreibtisch-Stack mit Netzwerk-Streamer in einer Kiste sucht, hat mit dem FiiO K17 R2R Pro kaum direkte Konkurrenz in dieser Preisklasse.
Preis: noch nicht offiziell. FiiO kommuniziert globale Preise im Juni 2026. Auslieferung: frühestens Juli 2026 laut FiiO. Erste Hör-Gelegenheiten gibt es an der Vienna High End ab dem 4. Juni im Bereich „World of Headphones”.
Der FiiO K17 R2R Pro macht auf dem Papier vieles richtig. R2R-DAC mit NOS/OS-Wahl, solides Linearnetz teil, vernünftige Anschlussvielfalt, 4 Watt Kopfhörerverstärker — das klingt rund. Was noch fehlt: eine klare Aussage zu den unterstützten Streaming-Diensten, und natürlich die Frage, was das R2R-Modul klanglich wirklich bringt gegenüber dem AKM-Stack im Standard-K17.
Die Preisansage im Juni wird entscheidend sein. Wenn FiiO den K17 R2R Pro unter 1.100 Euro hält, ist das ein ernstes Angebot für alle, die einen vollständigen Schreibtisch-Stack in einer Kiste wollen — ohne R2R als Marketingbegriff zu verklären, sondern als valide technische Wahl mit eigenem Klangbild.



Alle feiern den neuen Fosi Audio S3. Zwei Tage getestet, Video raus, Hype. Ich steh hier und frag mich: Hat irgendjemand das Ding mal wirklich benutzt? Ich hab’s getan – über Wochen, im Dauerbetrieb, an drei verschiedenen Setups. Und ich sag euch in diesem Preview, was die anderen euch nicht sagen.
Warum kein vollständiges Review? Weil ich mir mit meinen Testgeräten normalerweise richtig viel Zeit nehme. Die Geräte laufen bei mir den ganzen Tag, über Wochen, im echten Alltag – nicht nur für einen Nachmittag. Und weil die Software schlicht noch nicht fertig ist, wäre ein abschließendes Urteil jetzt schlicht nicht seriös. Ich will euch aber trotzdem mitnehmen: was der S3 schon kann, wo er Probleme hat und warum es sich lohnt, dieses Gerät im Auge zu behalten.
Disclaimer: Ich habe den Fosi Audio S3 vom Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Fosi Audio oder irgendjemand sonst nimmt keinen Einfluss auf mein Preview. Als unabhängiger Blog sind wir an keine geschäftlichen Beziehungen gebunden, die unsere Meinung verfälschen könnten.
Update [01.05.2026]: Fosi hat nachgeliefert – der EQ wurde erweitert und Qobuz ist inzwischen an Bord. Beides teste ich gerade aktiv, erste Eindrücke sind vielversprechend. Wie gut die Umsetzung im Alltag wirklich ist, wird im vollständigen Review eingehend beurteilt.
Der Fosi Audio S3 ist Fosis erster Streamer – und schon das ist eine kleine Ansage. Die Marke kennt ihr vielleicht eher von ihren kompakten, günstigen Verstärkern; der Fosi Audio i5 ist nicht ohne Grund Teil meiner Referenzkette. Jetzt wagen sie sich in eine komplett andere Produktkategorie, und das sieht man dem Gerät auch an: anderer Formfaktor, etwas größer als das typische Fosi-Kistchen, und ein helleres Grau statt dem vertrauten Dunkelgrau.
Preislich bewegt sich der S3 bei einem UVP von 329€ und im Netz bei ~ 279. Und genau dieser Preis macht die Sache interessant.
Manche ordnen den Fosi Audio S3 als direkten Konkurrenten zum WiiM Pro Plus ein. Das stimmt, aber es greift zu kurz. Der WiiM Pro Plus hat weder HDMI-eARC, noch einen symmetrischen XLR-Ausgang, oder einen dedizierten Subwoofer-Out. Der S3 hat das alles – und das für unter 300 Euro. Der nächste WiiM, der mithalten kann, ist der Ultra, der bei rund 400 Euro liegt und dafür ein kleines Display spendiert bekommt. Auf das kann ich ehrlich gesagt verzichten. Die Eversolo-Modelle spielen preislich noch eine Etage drüber. Wer also für 270 bis 300 Euro einen Streamer sucht, der mehr mitbringt als das Übliche, sollte genau hinschauen.
Auf der Rückseite des Fosi Audio S3 findet sich eine für den Preis bemerkenswert vollständige Ausstattung: XLR-Ausgang (symmetrisch) und RCA (asymmetrisch), ein Line-In per Cinch für CD-Player oder Plattenspieler, ein Subwoofer-Ausgang, HDMI mit eARC, Toslink und Bluetooth. Was fehlt, ist ein Koaxial‑S/PDIF-Ausgang – der kann prinzipbedingt mehr übertragen als Toslink, und bei einem Gerät auf diesem Ausstattungsniveau wäre er ein logisches Puzzleteil gewesen. Schade, aber kein Dealbreaker.


Das Thema verdient einen eigenen Absatz, weil es für mich wirklich der Grund ist, warum der Fosi Audio S3 in seinem Preissegment heraussticht. HDMI eARC bedeutet, dass ihr den Streamer direkt in euren Fernseher hängt, den Ton des Fernsehers durchschleift und gleichzeitig euer Streaming-Audio darüber ausgebt – alles über ein einziges Kabel. Für Einsteiger, die guten Klang wollen ohne komplizierte Multi-Geräte-Ketten, ist das ein erheblicher Komfortgewinn.
Der Klang über eARC macht dabei einen sauberen Job: ordentliche Stereowiedergabe, vernünftige Rechts-Links-Ortung, nichts, worüber man sich beschweren müsste. Wer allerdings auf Dolby-Dekodierung hofft: Fosi hat nach aktuellem Stand keine entsprechende Lizenz, was bedeutet, dass ihr über eARC voraussichtlich nur PCM bekommt. Das ist für die meisten Anwendungsfälle völlig ausreichend – man sollte es aber wissen. Was definitiv nicht ausreicht: Die App zeigt euch aktuell weder Format noch Bitrate noch Samplerate an, egal ob ihr über HDMI hört oder streamt. Das ist ein Basis-Feature, das bei jedem Streamer in dieser Klasse selbstverständlich sein sollte.
Vorweg: Das hier sind erste Eindrücke unter realen Bedingungen, kein abschließendes Klangurteil. Ich habe den S3 an drei Setups betrieben – am Burson Soloist Stellar Max über Kopfhörer, sowohl an den Burson Timekeeper GT4 Max als auch an den Nilai-500-Monoblöcken, jeweils in Kombination mit den Arendal 1723 Towern und dem SVS SB-5000.
Das Ergebnis: Der DAC im Fosi Audio S3 spielt solide, detailliert und unangestrengt. Wer die Burson-Kette kennt, weiß, was da klanglich passiert – und der S3 fügt sich ordentlich ein. Einen Tick mehr Feinzeichnung wäre schön, aber für das Geld bewegt er sich auf einem absolut respektablen Niveau.
Die Einschränkung liegt nicht am Klang selbst, sondern daran, was man damit nicht tun kann. Wer Raumprobleme hat – und die hat fast jeder – braucht einen vernünftigen EQ. Fünf Bänder sind besser als keiner, aber in 2026 ist das schlicht zu wenig, um eine Hörumgebung ernsthaft zu korrigieren. An den Nilai-Monoblöcken, die deutlich neutraler und trockener spielen als die Burson-Geräte (Test folgt), hätte ein ordentlicher parametrischer EQ einen echten Unterschied gemacht. Den gibt es aktuell nicht. Das merkt man.
Hinzu kommt: Ich konnte während des Tests ausschließlich über Spotify hören, weil Qobuz noch nicht unterstützt wird. Für ein abschließendes Klangurteil brauche ich Qobuz – HiRes-Streaming ist für mich kein Nice-to-have, sondern Standard.
Zwei Dinge, die ich bei keinem anderen Gerät in meiner Kette hatte und die ich direkt ansprechen muss.
Erstens: ein konstantes, leises Rauschen auf dem linken Kanal. Es skaliert nicht mit der Lautstärke, und als ich die Kanäle getauscht habe, ist das Rauschen mitgewandert – es liegt also klar am Gerät, nicht an Kabeln oder Lautsprechern. Mein Verdacht geht in Richtung eines defekten Op-Amps oder Buffers. Ob das ein Serienproblem ist oder ein Einzelfall, kann ich noch nicht beurteilen. Ich sage es trotzdem, weil ihr das wissen solltet.
Zweitens: gelegentliche Knackgeräusche beim Quellwechsel – sowohl beim Liedwechsel als auch im HDMI-Betrieb. Das kannte ich bisher von keinem anderen Gerät in der Kette. Ob das Ursache in der Software oder der Hardware hat, lässt sich noch nicht endgültig sagen. Fosi muss das fixen.
Und dann gibt es noch das CEC-Problem, das so ein typisches Alltagsding ist, das man nur merkt, wenn man ein Gerät wirklich benutzt. Ich hatte abends ferngesehen, den TV ausgemacht, der S3 ist brav per CEC mitgegangen. Dann, später, wollte ich noch Musik hören und habe Spotify gestartet – woraufhin zunächst der Fernseher wieder anging, bevor der S3 auf die Streaming-Quelle umschaltete. Was passiert: Der Streamer bootet im HDMI-Modus, gibt ein CEC-Wecksignal ans Display, und merkt erst danach, dass er eigentlich Spotify spielen soll. Klingt klein, nervt im Alltag enorm. Und es ist genau der Grund, warum ich Testgeräte nicht zwei Tage auf den Schreibtisch stelle und dann ein Video mache.
Ich sage es direkt: Die App ist dünn. Wirklich dünn – und das ist das zentrale Problem des Fosi Audio S3 in seinem aktuellen Zustand.
Fünf EQ-Bänder sind ein Anfang, aber kein Werkzeug. Wer seinen Raum wirklich einmessen will, braucht mindestens zehn Bänder, besser einen vollwertigen parametrischen EQ. Eine Auto-EQ-Funktion, bei der man einfach das Handy nimmt und den Raum einmisst? Hat WiiM. Hat Eversolo. Fehlt hier komplett. Der Subwoofer-Ausgang ist physisch vorhanden, aber ein einstellbarer Crossover ist in der App nicht zu finden – was bedeutet, dass ihr euren Sub zwar anschließen könnt, aber ohne definierte Trennfrequenz arbeitet. Das mag für manche Setups pragmatisch funktionieren, für eine ernsthafte Einbindung in eine Stereo‑2.1‑Kette reicht es nicht. Getrennte Ausgangsprofile für XLR und RCA? Fehlen. Separate Eingangsprofile? Fehlen. Und in der App sind Platzhalter für Funktionen sichtbar, die noch gar nicht existieren – darunter Display-Einstellungen für ein Display, das der S3 gar nicht hat. Das wirkt unfertig, weil es unfertig ist.
Beim Streaming-Angebot sieht es ähnlich aus: Spotify, Tidal Connect, AirPlay 2, Google Cast, Roon und Spotify Connect sind mit an Bord. Qobuz fehlt – und für mich persönlich ist das kein Schönheitsfehler, sondern ein echter Showstopper für ein abschließendes Urteil. Kein Internetradio, keine dienstübergreifenden Playlists. In seinem aktuellen Zustand ist der Fosi Audio S3 eher ein vielversprechendes Transportmodul als ein vollwertiger Streamer.




Beim Schreiben dieses Fosi Audio S3 Preview hat Fosi auf Instagram eine erste öffentliche Roadmap veröffentlicht. Für April ist Qobuz Connect angekündigt sowie eine Erweiterung des EQ auf zehn Bänder, für Mai ein komplett überarbeitetes UI mit anpassbarem Homescreen. Das ist gut. Es zeigt, dass Fosi zuhört und aktiv entwickelt.
Aber es reicht noch nicht. Crossover für den Subwoofer-Ausgang steht nicht auf der Roadmap. Auto-EQ steht nicht drauf. Parametrischer EQ steht nicht drauf. Signalanzeige steht nicht drauf. Ausgangsprofile stehen nicht drauf. Was Fosi liefert, ist ein erster Schritt – aber die Distanz zum Ziel ist noch beträchtlich. Das warnende Beispiel kennt ihr: Sonos. Versprechen allein bauen kein Vertrauen. WiiM hat mit öffentlichen Changelogs und einer lebendigen Community vorgemacht, wie das richtig geht. Das ist der Standard, an dem sich Fosi messen lassen muss.
Ich komme immer wieder auf denselben Punkt zurück, weil er der entscheidende ist. In Reviews und Kommentaren dreht sich alles um DAC-Chips. Dieser Chip, jener Chip. Wisst ihr was? Ich hab hier einen Fosi-Kopfhörerverstärker stehen, der hat einen hervorragenden DAC eingebaut. Warum soll ich überall DAC-Chips horten?
Es geht ums Ökosystem. WiiM kommt aus dem Netzwerkplayer-Bereich – die konnten von Tag eins Software. Eversolo genauso. Fosi ist bisher eine Hardware-Firma mit starker Engineering-DNA, aber Softwareentwicklung ist ein anderes Handwerk. Es braucht Konzeption, Entwicklung, Testing, Pflege, Community-Management. Das baut man nicht in einem Quartal auf.
Was ich gehört habe: Es soll noch eine S3 Light-Variante geben sowie eine Max- oder Ultra-Version. Für den Light könnte ich mir einen reinen Netzwerktransport ohne eigenen DAC vorstellen – und das wäre tatsächlich eine Marktlücke in diesem Preissegment. Im High-End läuft der Trend zu dedizierten Transporten gerade heiß, Eversolo hat das vorgemacht. Warum nicht auch im Einsteiger- bis Mittelklassebereich?
Der größere Gedanke dahinter: Wenn Fosi ein ernsthaftes Multiroom-Konzept aufbaut und dazu einen eigenen aktiven Lautsprecher bringt – sagen wir im Bereich 150 bis 200 Euro –, dann könnte daraus etwas wirklich Interessantes entstehen. So wie Sonos, aber im Fosi-Preisbereich, mit offenem Ökosystem und dem Feature-Set, das man 2026 erwarten darf. WiiM hat Speaker im Angebot, aber 350 Euro das Stück bedeutet 700 Euro für Stereo – da bekommt man einen WiiM Amp Ultra mit guten Regalboxen und ist deutlich flexibler aufgestellt. Wenn Fosi das Ökosystem-Denken wirklich verinnerlicht und konsequent umsetzt: Das wäre eine Ansage.
Der Fosi Audio S3 ist für seinen Preis hardware-technisch wirklich stark aufgestellt. Symmetrischer XLR-Ausgang, HDMI mit eARC, Subwoofer-Out, Line-In, Bluetooth – das ist eine Kombination, die unter 300 Euro ihresgleichen sucht. Der erste Klangeindruck ist solide, das Potenzial ist spürbar.
Aber der Fosi Audio S3 ist noch nicht fertig. Die Software ist das, was zwischen einem spannenden Gerät und einem empfehlenswerten Streamer steht – und da ist noch eine erhebliche Strecke zu gehen. Hinzu kommen die Hardware-Beobachtungen, die ich gemacht habe und an Fosi weiter gegeben.
Wer heute einen Streamer kaufen will, der aus der Box heraus alles kann, ist bei WiiM oder Eversolo besser bedient. Wer aber bereit ist, mitzuwachsen, und wer das Hardware-Paket für diesen Preis spannend findet – der sollte den S3 im Auge behalten. Ich werde den Fosi Audio S3 weiter im Dauerbetrieb lassen und nach diesem Preview ein vollständiges Review nachliefern, sobald die Software einen Stand erreicht hat, der ein faires Urteil erlaubt.
Die große Frage bleibt: Wie viel Geduld gibt man einem jungen Unternehmen, das in einer neuen Kategorie Fuß fasst? Ich bin gespannt. Und ihr hoffentlich auch.


Der SMSL VMV D3R ist ein Desktop-DAC mit integrierter Vollpreamp-Funktion. Das heißt: direkt an die Endstufe, kein separater Vorverstärker nötig. Zielpublikum sind Leute, die ein aufgeräumtes High-End-Setup wollen und keinen Bock auf unnötige Zwischenstufen haben. Der Formfaktor ist klassisches Komponenten-HiFi: 320 mm breit, 51,5 mm hoch, 3,81 kg auf der Waage. Passt in jedes Regal, macht dort eine ordentliche Figur.
Hier muss man kurz aufpassen, denn die Namensgebung ist etwas tückisch. Der ältere VMV D3 ohne das abschließende R war ein echter R2R-DAC mit vier PCM1704U-J-Chips von Texas Instruments. Der SMSL VMV D3R hingegen ist ein Delta-Sigma-Design — das “R” steht für ROHM, den japanischen Chiphersteller. Wer einen R2R-DAC sucht, schaut hier also an der falschen Adresse.
Was drin steckt: zwei ROHM BD34302EKV, je einer pro Kanal in Dual-Mono-Konfiguration, vollsymmetrisch vom DAC-Ausgang bis zum XLR-Ausgang. SMSL bewirbt den ROHM-Chip als klanglich eigenständige Alternative zu den üblichen Verdächtigen aus dem Hause ESS oder AKM — weicher, natürlicher, weniger analytisch. Das ist freilich Herstelleraussage, die sich erst im Hören beweisen muss. Interessant ist der Ansatz trotzdem, weil ROHM-basierte Designs nach wie vor vergleichsweise selten sind.


Der SMSL VMV D3R läuft mit einem XMOS XU-316 als USB-Prozessor, dem aktuellen Stand der Technik für asynchrones USB-Audio. PCM bis 768 kHz mit 32 Bit, natives DSD512 — die üblichen Papierrekorde, die in der Praxis selten jemand ausreizt, aber vollständig dabeizuhaben schadet nicht.
Was eher ungewöhnlich ist: MQA-Full-Decoding nicht nur über USB, sondern auch über Toslink, Koaxial und AES/EBU. Die meisten DACs dieser Klasse beschränken MQA auf den USB-Eingang. Ob man MQA noch braucht oder will, ist eine andere Diskussion — wer es will, bekommt beim SMSL VMV D3R die komplette Implementierung.
Die angegebenen Messwerte: THD+N von 0,00013 % (entspricht ‑117 dB), SNR und Dynamikumfang jeweils 123 dB über XLR, 122 dB über Cinch. XLR-Ausgangspegel bei 5,2 Vrms, Cinch bei 2,5 Vrms. Starke Papierparameter — unter Herstellerbedingungen gemessen, wie immer.
Das Taktsystem basiert auf einem selbstentwickelten CK-04-Schaltkreis mit integriertem 10-MHz-OCXO bei ±3 ppb Stabilität. Ein temperaturgeregelter Quarzoszillator dieser Güte gehört normalerweise in Studioequipment oder teurere Standalone-Clocks — dass SMSL das hier intern verbaut, ist zumindest auf dem Papier ein echtes Argument. Zusätzlich gibt es einen externen Clock-Eingang, falls jemand lieber seinen eigenen Masterclock einbindet.
Stromversorgung: lineares Netzteil mit zwei Ringkerntransformatoren und adaptiver Spannungsregelung. Analog- und Digitalsektion getrennt — bei einem Gerät dieser Preisklasse auch schlicht erwartet.



Die Eingangsseite des SMSL VMV D3R ist vollständig ausgebaut. Digital rein geht es über USB‑B, USB‑C, Toslink, Koaxial, AES/EBU und I²S — plus Bluetooth 5.4 für den kabellosen Weg. Dazu kommt ein dedizierter Clock-Eingang für externe 10-MHz-Referenzquellen, falls jemand einen separaten Masterclock im Setup hat.
Auf der Ausgangsseite gibt es XLR symmetrisch mit 5,2 Vrms und Cinch mit 2,5 Vrms. Beides gleichzeitig nutzbar, was bei manchen Setups praktisch ist. Der SMSL VMV D3R fungiert dabei als echter Vorverstärker mit analoger Lautstärkeregelung — das Signal läuft also nicht digital bedämpft raus, sondern wird im analogen Pfad geregelt. Kleines aber wichtiges Detail.
Was fehlt: ein Kopfhörerausgang. Wer den DAC auch als Headphone-Stage nutzen will, braucht einen separaten Amp dahinter. Für ein reines Lautsprecher-Setup ist das kein Thema, sollte aber bekannt sein.


Bluetooth 5.4 mit Qualcomm-Chip, LDAC, aptX HD, aptX, AAC, SBC. Für einen DAC in dieser Gewichtsklasse mittlerweile Standard, aber schön dass es da ist. Eingänge: USB‑B, USB‑C, Toslink, Koaxial, AES/EBU, I²S und Bluetooth. Ausgänge: XLR und Cinch. Dazu ein Clock-Eingang für externe 10-MHz-Referenz. Das 3,49-Zoll-Farbdisplay mit Echtglas und eine Fernbedienung sind ebenfalls mit an Bord.
Es gibt außerdem eine “Best Set”-Funktion, die auf Knopfdruck Filterkurve, Oversampling-Strategie und Pegelverhalten automatisch konfiguriert. Was das intern genau tut, bleibt SMSLs Geheimnis. Klingt nach einem gut gemeinten Feature für Leute ohne Lust auf Menüdiving — ob das klanglich relevant ist oder nur nettes Beiwerk, lässt sich ohne Hörtest nicht beurteilen.

Preislich liegt der SMSL VMV D3R bei 1.750 EUR auf Amazon — inklusive Mehrwertsteuer, ohne Zollüberraschungen. Über internationale Grauimport-Händler wie Shenzhenaudio oder HiFi-Express geht es günstiger, aber dann ist Zoll einzurechnen und der Support-Weg länger.
Zum Vergleich: Der Topping D90SE liegt bei rund 700 EUR und bietet solide ESS-Performance mit ähnlichem Anschluss-Portfolio, aber kein OCXO und kein duales Ringkerntrafo-Setup. Der Gustard A26 mit AKM-Chips kostet um die 1.000–1.100 EUR und spielt ebenfalls in der Nähe. Wer Richtung R2R geht, landet bei Denafrips Venus II für ähnliches Geld — andere Philosophie, andere Stärken. Der SMSL VMV D3R positioniert sich als technisch vollausgestattetes Delta-Sigma-Flaggschiff mit einem Chip, der bewusst nicht der Mainstream-Wahl folgt. Das macht ihn interessant für alle, die weder das messoptimierte ESS-Setup noch den R2R-Vintage-Sound suchen, sondern irgendwas dazwischen.
Der SMSL VMV D3R ist seit März 2026 im Handel, unter anderem über Shenzhenaudio, HiFi-Express und Apos Audio. Preis je nach Händler und Region zwischen ca. 1.500 und 1.700 USD, für EU-Kunden bei ausgewählten Händlern inklusive Mehrwertsteuer. Wer direkt aus China bestellt, rechnet Zoll obendrauf. Garantie: ein Jahr, in Europa zwei Jahre je nach Händler.
Auf dem Papier ist der SMSL VMV D3R ein sehr gut ausgestattetes Stück Hardware zum vertretbaren Preis für die Kategorie. Ob der ROHM-Chip klanglich das hält, was SMSL verspricht — diesen etwas wärmeren, entspannteren Charakter gegenüber ESS-Designs — ist die eigentlich interessante Frage. Messparameter sind eine Sache, wie sich das im echten System anfühlt eine andere. Wer parallel schaut: Der Denafrips Venus II und der Gustard A26 gehören in dieselbe Shortlist.
Wer statt eines reinen DACs lieber alles in einem Gerät haben will: In unserem Test des Burson Audio Conductor GT4 Deluxe zeigen wir, was der All-in-One-Ansatz in dieser Preisklasse taugt — und wo die Grenzen des Kompromisses liegen.
]]>Die Ferrum WANDLA GoldenSound Edition Gen 2 nimmt die drei Kernfeatures der GoldenSound Edition – Impact+, Tube Mode und Spatial Enhancement – und baut jedes einzelne davon komplett um. Nicht poliert, nicht verbessert. Neu gebaut. Und dazu bekommt jedes dieser drei Features sein eigenes Ferrum Sweet Spot Tuning – was nichts anderes bedeutet als: mehr Kontrolle, mehr Abstimmungsoptionen, mehr Spielwiese für den eigenen Geschmack.
Ferrum existiert seit 2020, kommt aus dem Umfeld der polnischen Elektronik-Schmiede HEM und hat sich in erstaunlichem Tempo eine EISA-Award-Reihe aufgebaut: HYPSOS für beste HiFi-Zubehör, OOR für besten Kopfhörerverstärker, WANDLA für bestes DAC – alles in Folge. Kein Glücksgriff, sondern ein Muster.
Die Ferrum WANDLA GoldenSound Edition erschien Mitte 2024 als erstes gemeinsames Projekt mit dem bekannten Head-Fi-YouTuber GoldenSound und führte gleichzeitig das Plugin-Konzept ein: Wer einen Standard-WANDLA besitzt, kann ihn per Software-Plugin zur GoldenSound Edition machen. Schlaues Modell, das jetzt mit Gen 2 konsequent weitergeführt wird.
Der DAC selbst – ESS Sabre ES9038PRO, bis 768 kHz / 32 Bit PCM und DSD512, SERCE DSP-Modul, proprietäre Verstärkung und ausgewogene Topologie – bleibt unangetastet. Das ist auch gut so: Da war nichts kaputt. Was Gen 2 liefert, ist ein tiefgreifendes Overhaul der drei GoldenSound-exklusiven Features. Jedes einzelne davon wurde in Granularität und Regeltiefe massiv aufgebohrt.

In der originalen Ferrum WANDLA GoldenSound Edition war Impact+ ein fixer Bass-Shelf plus einem Zusatzpeak – mehr Substanz, mehr Körper im Tiefton. Klar, das hat funktioniert. Gen 2 macht daraus ein vollständiges Werkzeug.
Ab sofort gibt es sieben vordefinierte Profile für den Low-End-Charakter:


Dazu kommt ein stufenloser Intensitätsregler von 10 bis 130 %. Die Verarbeitung läuft in 64-Bit-Präzision. Das ist kein Schieberegler auf einer Kurve – das ist ein ernstes Werkzeug, das je nach Kopfhörer oder Lautsprecher eine ganz eigene Antwort verdient.
Röhrenklang ohne Röhre war schon in der originalen Ferrum WANDLA GoldenSound Edition ein interessantes Konzept: Das zweite Harmonische künstlich addieren, Wärme simulieren, ohne physische Röhre auf dem Tisch stehen zu haben. Gen 2 macht das erheblich ambitionierter.
Jetzt sind fünf echte Röhrentypen als Klangvorlagen abrufbar:



Dazu werden jetzt harmonische Anteile bis zur 7. Harmonischen nachgebildet – nicht nur der 2. Ordnung wie bisher. Das ist näher am echten Röhrenverhalten als die meisten DSP-Simulationen, die auf dem Markt existieren. Regelbar von 10 bis 200 %. Wer also lieber nur einen Hauch 300B-Wärme will, stellt 15 % ein. Wer die volle Simulation braucht, dreht auf.
Das dritte Feature ist das, was Kopfhörer aus dem Kopf holt – oder zumindest versucht es. Klassisches Crossfeed-Prinzip, das linke und rechte Kanäle leicht verzögert und überlagert, um Lautsprecherräumlichkeit zu imitieren.
Gen 2 bringt mit der Transient Compensation (T‑Comp) eine wichtige Neuerung: Dieser Modus verfeinert die Spatial-Enhancement-Algorithmen speziell für hochfrequente Transienten – genau der Bereich, an dem traditionelle Crossfeed-Implementierungen immer leiden. Nadelstiche im Hochton, die durch Crossfeed verschmiert oder in der Position verrutschen, sollen damit deutlich kontrollierter bleiben.
Dazu gibt es jetzt eine unabhängig schaltbare Spatial-Funktion mit separaten Modi für Kopfhörer und Lautsprecher. Kein Entweder-oder mehr, sondern klare Auswahl je nach Setup.



Wer bereits einen Ferrum WANDLA GoldenSound Edition besitzt: Das Firmware-Update auf Gen 2 ist kostenlos. Kein Kaufen, kein Upgrade-Tarif. Einfach runterladen, installieren.
Wer einen Standard-WANDLA besitzt und bisher das GoldenSound-Plugin nicht hatte: Das GoldenSound Edition Gen 2 Converting Plugin wird kurz nach Launch für 595 EUR verfügbar sein – und macht den Standard-WANDLA zur vollen Gen-2-Version.
Der Ferrum WANDLA GoldenSound Edition Gen 2 DAC/Preamp als fertiges Gerät liegt bei 3.295 EUR / USD.
| Spezifikation | Wert |
|---|---|
| DAC-Chip | ESS Sabre ES9038PRO |
| Auflösung | PCM 768 kHz / 32 Bit, DSD512, DoP256 |
| USB‑C Eingang | bis PCM 768 kHz / 32 Bit, DSD512 |
| I2S Eingang | bis PCM 768 kHz / 32 Bit, DSD512 (PS Audio kompatibel) |
| ARC Eingang | bis PCM 192 kHz / 24 Bit (mit CEC) |
| AES | bis PCM 192 kHz / 24 Bit, DoP64 |
| Coaxial S/PDIF | bis PCM 192 kHz / 24 Bit, DoP64 |
| Optisch S/PDIF | bis PCM 96 kHz / 24 Bit* |
| Analogeingang | RCA, 47 kΩ, max. 9,5 VRMS |
| Ausgänge | XLR (balanced), RCA (unbalanced) |
| Ausgangslevel (PRO-Modus) | 8 VRMS (balanced) / 4 VRMS (unbalanced) |
| DAC THD | -121 dB (0,00009 %) |
| DAC THD+N | -118 dB (ungewichtet) |
| Dynamikumfang | 127 dB (analog) / 119 dB (digital), A‑gewichtet |
| Crosstalk | -120 dB @ 1 kHz |
| Frequenzgang | 10 Hz – 200 kHz ±0,1 dB (Analogeingang) |
| Lautstärkeregelung | Analog (mit Bypass) / Digital (nur DAC-Betrieb) |
| Ausgangsimpedanz | 22 Ω (unbalanced) / 44 Ω (balanced) |
| Stromversorgung | 100–240 VAC → 24 VDC / Ferrum Power Link (FPL) |
| Leistungsaufnahme | 10 W Idle / 15 W max. |
| Abmessungen | 217 × 206 × 50 mm |
| Gewicht | 1,8 kg |
| Preis | 3.295 EUR / USD |
*ggf. bis PCM 192 kHz und DoP64 möglich
Was Ferrum hier macht, ist klug: kein neues Gerät für alle, die schon investiert haben, sondern ein Tiefenupdate – und für bestehende GoldenSound-Besitzer komplett kostenlos. Das ist eine Ansage in einem Segment, in dem Hersteller gerne neue SKUs aufmachen, anstatt bestehende Kunden zu belohnen.
Die drei Features sind dabei kein Gimmick-Anhängsel, sondern der eigentliche USP der GoldenSound Edition gegenüber dem Standard-WANDLA. Impact+, Tube Mode und Spatial Enhancement adressieren genau das, was ein technisch überzeugender Referenz-DAC alleine nicht leisten kann: tonale Gestaltung nach persönlichem Geschmack, ohne den Setup-Aufwand externer DSP-Ketten oder physischer Röhren.
Ob das in der Praxis so gut klingt wie es auf dem Papier aussieht – das bleibt dem Hörtest vorbehalten. Den werden wir nachholen. Wir sind gespannt, was der Ferrum WANDLA GoldenSound Edition Gen 2 gegenüber dem Luxsin X9 auf den Tisch legt – zwei sehr unterschiedliche Philosophien, ein ähnliches Ziel.
]]>Disclaimer: Ich habe den SVS SB-5000 R|Evolution kostenlos vom deutschen Vertrieb zur Verfügung gestellt bekommen. Dies beeinflusst jedoch nicht meine Meinung, noch konnte SVS Einfluss auf mein Review nehmen. Wir sind und bleiben unabhängig, denn nur so kann es ehrliche Reviews geben. Wer Marketingfloskeln, blumige Umschreibungen und Weihrauch sucht, sollte sich bei der sogenannten Fachpresse umsehen.
Wenn SVS neue Subwoofer auf den Markt bringt, sperrt man doch gerne die Augen und Ohren auf. SVS scheint gerade seine Modellserien zu verjüngen. Angefangen bei ihren Flagships, dem 16-Ultra, welcher nun mit einem Zoll mehr zum 17-Ultra R|Evolution geworden ist. Als Nächstes aber nicht direkt die 4000er-Serie, sondern SVS zaubert mit der 5000er‑R|Evolution-Serie eine neue 15-Zoll-Linie aus dem Hut.
Vererbt wurden natürlich viele technische Finessen, welche wir hier versuchen, euch näherzubringen und einen Eindruck zu vermitteln, wozu dieser Subwoofer im Stande ist und für wen er sich lohnt.
Gefällt euch mein Content? Dann klickt auf „Abonnieren“ und unterstützt meinen Kanal – so kann ich auch in Zukunft spannende HiFi‑Komponenten für euch testen.
Ein Referenz-Subwoofer ist halt nicht gerade klein. Vor allem nicht, wenn er einen 15-Zoll-Treiber verbaut hat. Geliefert wird natürlich mit Spedition, da der SVS SB-5000 verpackt satte 55 kg auf die Waage bringt. Handling alleine ist natürlich schwierig, aber möglich. Zumindest habe ich nicht nach Hilfe rufen müssen, um den Subwoofer aus seinem massiven Karton zu pellen.
Eigentlich wollte ich fix Fotos davon machen, da es sich aber um ein Vorführmodell handelt, war er nicht mehr so schick verpackt wie werksneu, also habe ich mir das geschenkt.
In seiner geschlossenen Variante ist der Subwoofer durch sein kompaktes Gehäuse wirklich händelbar. Schwer, ja, aber ich habe ihn vermieden, weit zu tragen. Letztlich musste ich ihn nur der Länge nach zwischen dem Quadraspire SVT Performance Rack und den Arendal 1723 Towern bugsieren.
Ja, was ist denn alles beim SVS SB-5000 dabei? Naja, wer jetzt hier fancy Zubehör erwartet, wird nicht fündig! Haha, aber mal ehrlich. Dabei ist ein Netzkabel. Und hier muss man sagen, es ist dicker als die Standardkabel, die sonst bei Elektroprodukten beiliegen.


Also jetzt könnte ich hier einen Roman zum richtigen Platzieren eines Subwoofers schreiben. Der Kurzabriss ist: ausprobieren. Normal sollte man gucken, dass man den SVS SB-5000 zwischen seine Frontspeaker bekommt. Entweder rechts oder links neben einen Lautsprecher. Natürlich sollte man locker mal 30 cm Abstand zur Wand halten. Dennoch kann man ihn auch direkt in eine Raumecke für noch mehr Wucht stellen. Hier wäre es anzuraten, dann den Subwoofer mit dem DSP ordentlich einzurichten.
Problem hier aktuell: Es gibt kein automatisches Einmesssystem seitens SVS. Also wäre hier Handarbeit angesagt. Denn natürlich verfügt der SVS SB-5000 über einen höchst leistungsfähigen parametrischen Equalizer. Alternativ kann man ihn aber auch über andere Hardware einrichten. Im Heimkino der Receiver, ich habe den SVS SB-5000 über den Eversolo eingemessen. Also in der Vorstufe einen High-Pass-Filter für die Arendal 1723 Tower bei 80 Hz eingestellt und im Subwoofer einen Low-Pass-Filter ebenfalls bei 80 Hz und dann stumpf einen FIR-Filter angelegt mit Hilfe des Eversolos und MiniDSP UMIK‑1.
Den Gain habe ich auch direkt noch ein wenig runtergedreht, so auf ‑17 dB. Das Ganze geht natürlich bequem per App.




Auf Fotos wirkt der SB-5000 „nur“ wie ein weiterer schwarzer Würfel, im echten Leben merkt man aber sofort, dass hier ernst gemacht wurde: Das MDF-Gehäuse mit interner Verstrebung ist massiv, die Iso-Füße entkoppeln zuverlässig und die Front wirkt mit montiertem Gitter angenehm unaufdringlich. Die Oberflächenqualität liegt klar auf Premium-Niveau; Kanten, Übergänge und Anschlüsse machen einen sehr sauber verarbeiteten Eindruck.
Im Alltag spielt er erfreulich unauffällig, solange er nichts zu tun hat: kein Lüfter, kein nerviges Brummen vom Netzteil, das Auto-On springt zuverlässig an und der Verstärker wird auch bei längeren Filmsessions zwar warm, aber nie kritisch heiß. Das OLED-Display bzw. die Rückseite verschwindet nach einmaligem Setup ohnehin im Dunkeln – danach steuert man alles bequem per App und hat im Wohnzimmer nur noch eins: einen großen, aber sehr souveränen Bassblock.
Der SVS SB-5000 verfügt natürlich wie alle neueren Subwoofer aus dem Hause SVS über eine doch recht umfangreiche App.
Note: Leider war ich bis zum Release dieses Reviews nicht in der Lage, die automatische Einmessung zu testen, welche wohl schon seit Längerem versprochen wurde, aber laut Aussagen von Entwicklern bei SVS richtig gut werden soll und deshalb noch ein wenig Zeit benötigt.
Die SVS App ist für Apple iOS im App Store und Google Android im Play Store verfügbar.
Mit knapp 30 MB ist sie kein Ballast und der Funktionsumfang ist klasse.
Nach der Installation kann man den Subwoofer per Bluetooth hinzufügen und danach stehen einem alle Funktionen zur Verfügung.
Diese wären: Lautstärkeregelung, Low‑Pass‑Filter (Crossover‑Frequenz), Phase, Polarität, parametrischer EQ, Room‑Gain‑Kompensation, benutzerdefinierte Presets und System‑Einstellungen.

Der Low-Pass-Filter legt die obere Grenzfrequenz fest, typisch zwischen 40 und 200 Hz, ab der der Subwoofer höhere Frequenzen abschneidet. Dadurch blenden Hauptlautsprecher und Sub nahtlos ineinander über, ohne störende Bassüberlappungen oder eine lokalisierbare „Sub-Ortung“. Stelle ihn idealerweise auf 80 Hz für die meisten Heimkinos ein oder passe ihn an die Fähigkeiten deiner Lautsprecher an, um ein homogenes Klangbild zu erzielen.
Die Phasenregelung verschiebt das Subwoofer-Signal zeitlich (0° bis 180° oder nur 0°/180°), damit Schallwellen von Sub und Lautsprechern konstruktiv interferieren. So vermeidest du Auslöschungen im Bassbereich durch unterschiedliche Laufzeiten. Teste sie am besten mit einem Testton genau an der Crossover-Frequenz, indem du zwischen den Positionen wechselst, bis der Bass am kräftigsten klingt. Übernimmt eigentlich auch der Receiver und ist wahrscheinlich in voll analogen Setups interessant.


Die Polarität kehrt einfach die Signalrichtung des Subwoofers um (normal oder invertiert). Sie dient als grobe Korrektur für Phasenprobleme, wenn Wellen kollidieren und der Bass schwach ausfällt. Probiere sie mit einem 40-Hz-Testton aus, passe den Pegel an und wähle die Einstellung mit dem vollen Klang – besonders hilfreich bei ungewöhnlichen Aufstellungen.
Mit dem parametrischen EQ kannst du bis zu sechs Bänder individuell anpassen: Frequenz, Gain und Q‑Faktor korrigieren raumbedingte Peaks oder Dips im Frequenzgang. Verwende ein kalibriertes Mikrofon mit der Messsoftware REW, um Unregelmäßigkeiten zu glätten und einen flachen, neutralen Bass zu erreichen – essenziell für akustisch anspruchsvolle Räume. Übertrage nach der Messung und Anpassung in REW die Werte in die SVS App.


Die Room-Gain-Kompensation gleicht den natürlichen Raumeffekt aus, der Tiefbass unter 40 Hz durch Reflexionen an Wänden und Decke verstärkt. Wähle Modi wie „10 dB Slope“ für typische Wohnzimmer, um Moden zu vermeiden und einen linearen, kontrollierten Bass zu erzeugen, der nicht „brummt“.
Benutzerdefinierte Presets speichern komplette Einstellungssets – bis zu vier Profile für Szenarien wie Film, Musik oder Custom und Default. Wechsle per App-Tap schnell zwischen ihnen, ohne jedes Mal neu justieren zu müssen, und behalte so die perfekte Abstimmung für jeden Einsatzzweck bei.
Der SVS SB-5000 stellt ein technisches Meisterwerk im High-End-Bereich dar – ein geschlossener Subwoofer mit enormer Präzision und Leistungsfähigkeit, der für audiophile Heimkinos und HiFi-Systeme konzipiert ist. Sein 46,3 kg schweres MDF-Gehäuse (465 x 453 x 495 mm) mit internen Verstrebungen und Iso-Elastomer-Füßen sorgt für perfekte Bodenentkopplung, während der Kern aus einem 15-Zoll-High-Excursion-Treiber besteht, der mit 2.000 Watt RMS (über 5.000 Watt Peak) von einem Dual-Monoblock-Class-D-Verstärker angetrieben wird. Der Frequenzgang reicht linear von 17–280 Hz (±3 dB), ideal für druckvollen Subbass ohne Verzerrungen.
Ich habe den SVS SB-5000 in verschiedenen Setups betrieben, um seine vielfältige Verwendung zu testen.
Beginnend mit den Amphion Argon3S, welche ja für sich betrachtet auch ganz gut ohne Subwoofer spielen, trotz dass sie „nur“ Regallautsprecher sind. Naja, große Regallautsprecher…
Hierfür habe ich einen Crossover bei 80 Hz gewählt, so wie man das üblicherweise bei Heimkino-Installationen macht. Ich denke, 60 Hz wären auch noch okay, aber mir ging es in erster Linie darum, die breite Nutzung zu testen, und ich denke, 80 Hz sind da schon der Sweetspot bei den meisten von euch da draußen.
Ich muss nicht sagen, dass die Amphion Argon3S enorm davon profitierten? Wenn man bei den Lautsprechern aufgrund der Größe eh schon Bauklötze staunt, vergeht einem Hören und Sehen, wenn sich der SVS SB-5000 einreiht. Also trotz seines 15-Zoll-Tellers lässt sich hier nicht sagen, dass er nicht flink und agil ist. Im Gegenteil: Der SVS SB-5000 zaubert einen wirklich strammen und definierten Bass-Teppich.
Man merkt spürbar, dass die Power der Amphion Argon3S zunimmt, wenn sie sich nicht mit dem leistungshungrigen Bass herumschlagen müssen. Der SVS SB-5000 spielt alle getesteten Pegel mit Leichtigkeit. Ich habe mich bis 90 dB vorgewagt, muss aber ehrlicherweise sagen, dass es einfach zu viel ist hier in meinem Hörraum. Für mich ist und bleiben 75 dB auf Gesangsniveau völlig ausreichend.
Natürlich musste ich den SVS SB-5000 ein wenig drosseln, damit der Klang der Amphion Argon3S und des Subwoofers ein Level haben und ausgewogen ist. Ich hatte so auch nie das Gefühl, dass es „zu viel des Guten“ ist. Ich denke ganz klar, dass der SVS SB-5000 für meinen akustisch bearbeiteten Raum vielleicht eine Nuance zu viel ist, aber genau das lässt ihn hier mit Leichtigkeit auch höhere Pegel und Bass-Infernos spielen, die den Raum und die Couch erzittern lassen.
Ja, ich weiß, auch Arendal hat tolle Subwoofer und diese sollen Marken wie SVS in nichts nachstehen. Zumindest kann ich von meinem Arendal 1961 1V behaupten, dass er hart zupacken kann. Aber darum soll es gar nicht gehen. Auch nicht, dass man die Arendals locker Full-Band befeuern kann. Ja, sie spielen locker bis in die untersten Frequenzen, aber ich bin halt auch ein Fan von Subwoofern im Setup, da ich finde, dass dadurch die Lautsprecher luftiger spielen.


Crossover wieder bei 80 Hz und den SVS SB-5000 ein wenig anders eingepegelt, ging es ans Hören. Und ja, Mann! Wer mir erzählt, Full-Band ist das Wahre, hat noch keine aktuellen Metal-Produktionen mit Subwoofer-Gewalt gehört. Das bringt mega Freude und schindet Eindruck beim Besuch, der immer kritisch um die Ecke geschlichen kommt und beäugt, was hier schon wieder für abgefahrener Kram steht.
Die Arendal 1723 Tower verführen noch mehr als die Amphion Argon3S dazu, die Kiste laut zu machen, und so haben wir hier auch 100-dB-Phasen aus Spaß gehabt. Muss ich erwähnen, dass der SVS SB-5000 auch hier nur gegrinst hat und unseren Raum in Angst und Schrecken versetzt? Zum Glück hatte ich schon mal eine Vibrations-Runde durch meinen Raum gemacht und Vibrationen bei verschiedenen Frequenzen abgestellt. Dennoch habe ich gemerkt, dass wir hier wieder auf einer neuen Ebene angekommen sind und ich so wieder lästige Vibrationsquellen im Raum suchen müsste.
Der SVS SB-5000 fügt sich auch mit den Arendal 1723 Towern wunderbar in ein homogenes Klangbild zusammen.
Während ich vorher von Musik gesprochen habe, wechsle ich natürlich noch in den Heimkino-Modus. Hier natürlich wieder am AVR eingemessen durfte der SVS SB-5000 seine Stärken ebenfalls bei Filmen zeigen. Sei es klassisch schön von der Disc oder eben im Stream.
Ich sprach ja schon vorher davon, dass der SVS SB-5000 vielleicht ein kleines bisschen überdimensioniert für meinen Hörraum ist. Ich glaube aber fest daran, dass das etwas Gutes ist, denn so kann der Subwoofer ordentlich den Raum anregen, obwohl er geschlossen gebaut ist. Ich empfinde nicht, dass er „untenrum“ zu wenig Substanz hier im Raum entwickelt und ich eine ported Version benötigen würde.
Eventuell spielt ein SVS PB-5000 (ported) noch ein klein wenig tiefer und hat noch mehr Druck, ich denke aber, das könnte dann wirklich ein wenig übers Ziel hinaus sein.
So kann ich sagen, dass der SVS SB-5000 natürlich ebenfalls im Heimkino abliefert. Ich habe mal wieder etliche Filme durch den Player durchgezogen. Immer hat mir der Subwoofer ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Denn ja: Auch der geschlossene SVS SB-5000 entwickelt ordentlich Druck und geht ins Sofa, um noch mal klarzumachen, dass er auch wirklich da ist.
Die Seite heißt nicht ohne Grund HiFiGeek, denn ich denke, ich erfülle alles, was einen Nerd/Geek ausmacht. Demnach ist Ready Player One natürlich genau mein Metier. Ich finde den Film sehr geil, auch wenn ich weiß, dass das Buch noch eine Ecke besser ist.
Die Umsetzung des Films hat uns aber einige referenzträchtige Szenen im Heimkino beschert und so landet die Scheibe regelmäßig im Player, um die Grenzen der Testprobanden auszuloten.
Natürlich geht es unter anderem um das Autorennen zu Beginn: Sportmotoren, ein T‑Rex und viele Effekte, Unfälle und Räumlichkeit. Alles, was es braucht, um den Subwoofer seine Muskeln spielen zu lassen.

Und natürlich: Ich habe es nicht anders gehofft, mich aber innerlich wie ein Kind gefreut – er liefert ab. Mit ein wenig Bass-Anhebung im AV-Receiver (ja, die Dinger sind immer ein wenig konservativ) kommt der doch recht „kleine“ Subwoofer ordentlich in Wallung und schiebt eine Basswelle nach der anderen in den Hörraum.
Und das Beste ist: Er tut dies mit Leichtigkeit.

Ich steh ja auf die Bücher von Frank Herbert und was Denis Villeneuve da mit Dune abgeliefert hat, ist einfach unbeschreiblich gut. Mich hatte nie die alte Verfilmung gecatcht, aber die neue umso mehr. Wer Dune z. B. im IMAX gesehen hat, weiß, was der Film für ein audio-visuelles Erlebnis ist. Und ebenfalls, wie das Kino zum Beben gebracht wird.
Genau das habe ich gesucht. Mein offener Arendal 1961 Subwoofer 1V bekommt das sehr gut hin, die Energie in die Sitzmöbel zu drücken. Beim SVS SB-5000 sprechen wir aber von einem geschlossenen Subwoofer und wer dieses Gefühl und Erlebnis nicht missen möchte, dem kann ich attestieren: Das klappt in meinem Hörraum ebenfalls mit dem SVS SB-5000.
Vorteil ist beim überdimensionierten Subwoofer definitiv, dass er in seiner geschlossenen Bauform doch recht kompakt ist, aber mit dem Extra an Leistung dieselbe benötigte Energie in den Raum bringt, wie es ein offener machen würde. Vielleicht büßt ihr ein wenig an Tiefgang ein (2–3 Hz), aber selbst dies relativiert sich je nach Raum und Leistung des Subwoofers.
Ich lese überall, dass die SVS SoundPath Füße noch einmal einen Unterschied machen, durch die bessere Entkoppelung vom Boden. Ich hatte jetzt bei meinem Testexemplar keine SoundPath-Isolationsfüße, konnte aber auch nicht behaupten, dass ich sie vermisst habe. Dennoch könnte es ein guter Ansatz sein, im Handel vielleicht die Füße zum Kauf des Subwoofers zu erhandeln. Interesse, das A/B zu vergleichen, hätte ich, aber war mir jetzt leider nicht möglich.
Weiterhin kann man sich noch den SoundPath Wireless Audio Adapter holen, wenn man kein Subwoofer-Kabel legen will, kann oder ihn einfach an einer für Kabel ungünstigen Stelle platzieren möchte. Strom bekommt das Modul über den USB-Port am SVS SB-5000, sodass nur der Subwoofer selber ein Stromkabel benötigt. Vielleicht hilft das dem einen oder anderen mit seiner Raumgestaltung.
Mit seinem 15-Zoll-Treiber und 2.000 Watt RMS ist der SVS SB-5000 alles andere als ein Spielzeug, aber er ist auch kein reines „Dedicated-Cinema-Monster“ wie manch portete Konkurrenz. In mittleren Räumen bis grob 20–30 m² geschlossener Fläche fühlt er sich extrem wohl, weil er genug Reserven hat, um auch bei gehobenen Pegeln gelassen zu bleiben, ohne den Raum akustisch zu erschlagen.
In sehr großen oder offenen Wohn-/Ess-Bereichen kann er immer noch kräftig zupacken, aber hier würde ich je nach Hörabstand und Pegelwunsch eher über ein Dual-Setup oder die portierte PB-5000-Variante nachdenken. Für klassische Musik-/Film-Mischbetriebe, wo sowohl Präzision als auch Spaß wichtig sind, ist der SB-5000 die logischere Wahl: Er klingt kontrolliert und schnell genug für anspruchsvolle Musik, liefert im Heimkino aber trotzdem den „Sofa-muss-leben“-Moment, ohne künstlich aufgebläht zu wirken.
Innerhalb der eigenen Familie positioniert sich der SVS SB-5000 klar als kompakter Performance-Block: Er bietet fast den gleichen Tiefgang wie der größere SVS PB-5000, verpackt das Ganze aber in ein geschlossenes, wohnraumfreundlicheres Gehäuse und fokussiert sich stärker auf Präzision und Kontrolle. Wer maximalen Tiefbass-Pegel für riesige Heimkinos sucht, landet beim SVS PB-5000 – wer Musik und Film auf hohem Niveau kombinieren will, ist beim SVS SB-5000 besser aufgehoben.
Gegenüber anderen 15-Zoll-Subwoofern in dieser Leistungsklasse punktet der SB-5000 vor allem mit seinem sehr leistungsfähigen DSP, der App-Steuerung und der insgesamt durchdachten Nutzerführung. Viele Konkurrenzmodelle liefern zwar ähnlich viel Hubraum, bieten aber weniger komfortable Feinanpassungen oder nur rudimentäre EQ-Funktionen. Gerade wenn man den Subwoofer sauber in ein Stereo-Setup oder ein anspruchsvolles Wohnzimmerkino integrieren möchte, wird diese Flexibilität schnell zum echten Argument.
Spannend an der 5000 R|Evolution-Serie ist, dass SVS hinter den Kulissen bereits an einem automatischen Einmesssystem arbeitet, das direkt in die App integriert werden soll. Damit würden Nutzer, die kein REW oder MiniDSP verwenden wollen, trotzdem von einer halbwegs geführten Einmessung profitieren und den Sub schneller an ihren Raum anpassen können.
Zum Zeitpunkt dieses Reviews war das Feature zwar noch nicht verfügbar, der leistungsfähige DSP und die vorhandene App-Infrastruktur machen aber deutlich, dass der SB-5000 hier noch Luft nach oben hat. Wer jetzt kauft, bekommt also nicht nur einen sehr starken Subwoofer im Ist-Zustand, sondern auch eine Plattform, die per Firmware-Update noch zulegen kann.
Das ist das Einzige, was mir wirklich die Tränen in die Augen treibt. Ich habe noch nicht herausfinden können, warum das so ist, aber die SVS Subwoofer sind in Deutschland/Europa eine ganze Ecke teurer als in den Staaten.
Für den SVS SB-5000 bedeutet das, dass er mit einer UVP von 1.999 $ gelistet ist und am Black Friday sogar für 1.699 $ über die Ladentheke gewandert ist. Dies sind realistisch knapp 1.500 €, was diesen Subwoofer zu einem absoluten No-Brainer machen würde.
Bedenken wir, was wir bekommen: 15-Zoll-Treiber, welcher mit 2.000 Watt RMS befeuert wird und sagenumwobene 5.000+ Watt Peak schafft. Eine durchdachte Software zur Steuerung und Einstellung mit hoffentlich baldigem automatischem Einmesssystem.
In der Realität ist der Subwoofer aber mit 2.799 € bei uns gelistet. Ich will hier nicht mutmaßen, warum das so ist, ob SVS dem deutschen Vertrieb einfach keinen Spielraum gibt, Händlermargen großzügiger reserviert werden oder whatever.
Hier tun sich dann doch einige Alternativen auf und trotz der wirklich geilen Leistung des SVS SB-5000 drängt es einen, nach rechts und links zu gucken. Denn andere Mütter haben bekanntlich auch schöne Töchter.
Natürlich wird immer geguckt, dass Preisunterschiede auf den verschiedenen Märkten nicht so super sichtbar sind. Und ich bin mir ganz darüber im Klaren, dass diese Kritik ein wenig weh tut. Aber gerade weil es Alternativen gibt, möchte ich hier ein wenig darauf aufmerksam machen.
Arendal ist in Europa eine sichtbare und hoch qualitative Alternative zu SVS. Die Norweger haben einige Subwoofer im Portfolio. Pauschal würde ich sagen, kann man schon gut den 1723 Subwoofer 2S hier als Vergleich nehmen. Mit 2.500 € wäre er wahrscheinlich ähnlich teuer, mit Händlerrabatt.
Hier spielt auf dem Papier David gegen Goliath: 2.000 W vs. 1.200 W / Peak > 5.000 W vs. 2.800 W.
Aber so einfach wird das Ganze nicht, denn der Arendal kommt mit 2 × 13,8″-Long-Throw-Force-Cancel-Treibern und liefert so eine satte Membranfläche von knapp 18″. Die gegenläufigen Treiber bewirken aber im Gegensatz zum Einzeltreiber-Ansatz, dass das Gehäuse um ein Vielfaches ruhiger ist und somit rock-solid steht.
Als Geheimtipp hätte ich da noch den Proficient FTEQ-12. Er spielt sicherlich in einer höheren Klasse als der SVS SB-5000, aber durch Angebote zwischenzeitlich (Black Friday) ist er dann für 1.749 € verfügbar und dann ein echtes Brett. Wir hatten den Proficient FTEQ-12 schon hier im Test.
Ähnlich wie der Arendal Subwoofer 2S haben wir hier wieder ein Force-Cancel-System und leistungsmäßig wäre er mit 2 × 1.000 W sehr ebenbürtig. Schiebt aber doch noch ein wenig mehr durch das Mehr an bewegter Luft.
Er bietet ein ähnliches Feature-Paket wie der SVS SB-5000 mit DSP, App und Auto-EQ, ist aber generell dann schon ein satter Reference-Subwoofer. Also wenn euch die Kiste wieder für 1.749 € über den Weg läuft: nicht lange überlegen.
12″ sealed Subwoofer Anthra W12 von Monitor Audio, spielt preislich beim SVS SB-5000, ist aber dann die optisch ansprechendere, wohnraumfreundlichere Alternative. Mit rund 900–1.000 W Class D, leistungsfähigem DSP mit umfangreichem PEQ und App/Einbindung. Wahrscheinlich ein wenig „audiophiler“, hält er aber nicht ganz so viel Leistung bereit.
Wer sich wenig mit dem klangtechnischen und Einrichten beschäftigen will, dem sei vielleicht noch Martin Logan Dynamo 1100X ans Herz gelegt. Denn dieser kommt mit Anthem Room Correction (ARC) um die Ecke und bietet somit meisterliche Einmessung im Trade-off zu ein wenig weniger Rohleistung. Für die perfekte Integration ins eigene Setup kann man aber schon auf ein wenig Druck verzichten, wenn es eben „einfach“ geil klingt.
Ist man sehr Price/Value-fokussiert und interessiert – was ich leider irgendwie immer bin – und das Maximum aus jedem Euro herausholen möchte, wird man keine super einfache Wahl haben. Mit den US-Preisen wäre ich hier sofort bei einem absoluten Kauftipp, denn der SVS SB-5000 ist ein hammermäßiger Subwoofer!
Das Feature-Set mit der kombinierten Leistung und Kompaktheit ist einfach genial. Die Software arbeitet zuverlässig und der Subwoofer spielt einfach alles souverän, was man ihm vorwirft. Ich behaupte, so bis 35 m² sollte man keine Probleme haben, ihn als Ported-Ersatz einzusetzen. Darüber hinaus oder bei komplexen Raumaufteilungen muss man das einfach ausprobieren. Ich denke aber, da der Subwoofer ja mehr oder minder über den Fachhandel bezogen werden kann, kann man auch eine kleine Testung in den eigenen vier Wänden organisieren.
Generell kann man aber sagen: Stimmen die Einstellungsmöglichkeiten und Dimensionierung, kann man den Subwoofer in jeden Raum integrieren. Eine automatische Einmessung würde hier die Einstiegshürde natürlich noch einmal deutlich niedriger setzen. Hier natürlich noch mit einem Augenzwinkern in Richtung SVS, die uns bisher diese Funktion noch schuldig geblieben sind. Aber wenn sie dann kommt, ist der SVS SB-5000 ein Traum von einem Subwoofer.
]]>Disclaimer: Die Arendal 1723 Tower THX wurden mir von Arendal für den Test kostenlos zur Verfügung gestellt. Es gibt jedoch keine Einflussnahme auf meine ungeschönte Meinung und Ergebnisse. Arendal hatte keinen Einfluss auf den Testaufbau und steht in sonstiger Hinsicht in keiner Beziehung zu diesem Review.
Gefällt euch mein Content? Dann klickt auf „Abonnieren“ und unterstützt meinen Kanal – so kann ich auch in Zukunft spannende HiFi‑Komponenten für euch testen.
Oh, Arendal. Einigen wird diese norwegische Lautsprecher-Schmiede bereits bekannt sein, für andere wird sie gänzlich neu und spannend sein. Aber machen wir doch erst einmal einen Ausflug in den rauen Norden.
Am liebsten würde ich jetzt schreiben: Hoch im kalten und rauen Skandinavien, wo harsche Winde und eisige Wellen die Landschaft einst formten, wo Winter noch Winter sind und teils Monate kein Sonnenlicht den Tag erhellt. Wo Mythen von Trollen die Runde machen und die Landschaften noch unberührt sind.
Naja, Arendal liegt genau genommen an der Südküste von Norwegen und ist demnach gar nicht so hoch im Norden, wie man meinen mag. Zwar sind die Winter dort sicherlich noch eine andere Hausnummer als bei uns und die Landschaften wirklich schroffer – bis zu malerischen Fjorden und Fjells ist aber noch ein gutes Stück Fahrt nötig. Ich will das auch gar nicht schmälern, da Norwegen in meinen Augen bisher das schönste Land ist, das ich bereisen durfte.
Arendal Sound ist nach der Küstenstadt Arendal benannt und zählt zu den jüngeren HiFi-Marken da draußen. 2015 gegründet, haben sie eine steile Entwicklung hinter sich und können mittlerweile drei ausgewachsene Lautsprecher-Serien vorweisen. Ich glaube behaupten zu können, dass keine im unteren Einsteiger-Segment angesiedelt ist – Arendal Sound macht keine Gefangenen.
Arendal Sound hat sich als Direktvermarkter wie z. B. Teufel, XTZ oder auch Nubert etabliert. Die Vorteile liegen auf der Hand: Direktvermarkter können mit dem Aussparen des länderspezifischen Vertriebs und des Handels ein lukratives Preis-Leistungs-Verhältnis liefern. Leider werden Direktvermarkter ein ums andere Mal gerade auf HiFi-Messen ein wenig belächelt und von Händlern oft mit Argwohn beäugt.
Dies ist aber in meinen Augen eher ein gutes Zeichen! Zwar weiß ich, dass gerade die Boomer-Generation große Stücke auf selbsternanntes „Fachpersonal“ legt und sich liebend gerne von ihnen beraten und weisen lässt. Dennoch bin ich guter Dinge, dass meine Leser ein wenig kritischer sind und sich so auch ganz gut ihre eigene Meinung bilden können.
Arendal Sound produziert wie viele Premium-Marken in Fernost – genauer gesagt in China. Ihr Slogan fasst es treffend zusammen: Conceived in Norway. Born in China. Raised by you. Was negativ klingen mag, ist es keineswegs. Gerade bei hochwertiger Massenfertigung bleiben die Preise kundenfreundlich. Auch wenn die Inflation Arendal nicht verschont: Bei der Markteinführung Ende 2017 kosteten die Arendal 1723 Tower noch 2.700 € – heute ein echtes Schnäppchen!
Wer Arendal Sound noch nicht kennt, für den habe ich jetzt mal kurz eine kleine Übersicht, was man so von dem Direktversender erwarten kann. Arendal Sound gliedert sich in drei Serien: 1961, 1723, 1528. Die Serien sind nach bedeutenden historischen Daten der norwegischen Hafenstadt Arendal benannt.
Die 1961er Serie markiert den Einstieg in die Arendal-Welt. In dieser Serie gibt es alle erdenklichen Lautsprecher-Typen und bei den Standlautsprechern liegen wir bei 1.900 € Paarpreis.
Die 1723er Serie markierte bis Ende 2024 Arendals High-End-Referenz- und Flaggschiff-Serie. Diese unterteilt sich noch einmal in die „normale“ 8‑Zoll-Treiber-Serie und eine etwas kleinere 6,5‑Zoll-Treiber-Serie. Wie bei den 1961ern auch, gibt es hier die volle Bandbreite an verfügbaren Lautsprecher-Typen, und bei den Standlautsprechern liegen wir bei 3.800 € respektive 3.100 € Paarpreis.
Die 1528er Serie markiert seit Ende 2024 Arendals Ultra-High-End-Referenz- und Flaggschiff-Serie. Diese ist als Spitze des Eisbergs zu verstehen und ebenfalls für wirklich große Hörräume gedacht. Wie bei den anderen beiden Serien gibt es eine breite Bandbreite an Lautsprechern. Speziell zu erwähnen ist in meinen Augen z. B. der unglaubliche Center-Lautsprecher: Mit 1,35 m Breite, 29 cm Höhe und einem Gewicht von satten 82 kg versteht Arendal keinen Spaß. Bei den Standlautsprechern liegen wir hier bei einem Paarpreis von 9.900 €.

Die Arendal 1723 Tower THX sind ausgewachsene Lautsprecher, die eventuell schon einen Hörraum größen- und leistungstechnisch sprengen können. Die THX Ultra Zertifizierung ist hier nicht nur als Heimkino-Prädikat zu sehen, sondern spiegelt in erster Linie wider, dass die Lautsprecher für extreme Pegel ohne Verzerrung gemacht wurden. 112 dB unverzerrt, im Peak 124 dB bei Musiksignalen, sind schon mal eine Ansage.
Wer solche irren Lautstärken fahren möchte, muss aber auch das nötige Kleingeld haben, um eine Endstufe mit 500+ Watt/Kanal an die Arendal 1723 Tower zu hängen.
Die Arendal 1723 Tower sind aber auch keine Spargel-Tarzane. Mit 119 cm Höhe und 27,5 cm Breite sowie einem Gewicht von 50,6 kg pro Stück bekommt man hier richtig viel Material für sein Geld. Bei einer Tiefe von knapp 40 cm muss der Hörraum aber auch das gewisse Etwas an Raumtiefe bieten – mit Abstand zur Wand sind schnell 60–70 cm belegt.
Die Arendal 1723 Tower THX kommen natürlich auf einer Europalette per Spedition. Hier sollte man sich eine zweite Person zur Hilfe holen, denn das Handling der Kartons und des Gewichts ist nix für schwache Nerven. Ich habe sie alleine bewegt und aufgestellt und kann sagen: absolute Grenze des Machbaren. Wer hier einmal unachtsam ist, wird dies später bitter bereuen.
Nachdem ich den ersten massiven Karton in meinen Hörraum verfrachtet hatte, ging es ans Unboxing. Die Lautsprecher sind fabelhaft verpackt. Sie ruhen in zwei dicken, ineinander geschachtelten Kartons und sind dann mit äußerst stabilen Schaumstoff-Teilen in Position gehalten. Geschützt werden sie weiterhin durch einen Baumwollsack, welcher sich natürlich empfiehlt, erst nach der Montage der Traversen und Aufstellung zu entfernen.
Ich für meinen Teil habe den jeweiligen Lautsprecher auf die Unterkante des Kartons gehoben und hatte so die Möglichkeit, problemlos die Traversen und Spikes zu installieren. Ich habe mich für die Spikes entschieden, es liegen aber auch Gummifüße bei.
Nach der Installation der Traversen und Spikes am Arendal 1723 Tower habe ich den Hebel des Kartons und des unten aufliegenden Lautsprechers genutzt, um diesen vorsichtig auf meinem Teppich auf die Spikes zu stellen. Hier müsst ihr echt vorsichtig sein und einiges an Muskelkraft aufbringen, wenn ihr dies alleine machen wollt. Es befindet sich keine Abdeckung auf den empfindlichen Treibern! (liegt separat im Karton) Besser zu zweit.
Natürlich habe ich dann direkt den Baumwollsack entfernt, weil ich mir die guten Stücke ansehen wollte. Was soll ich sagen? Ich glaube, das war der erste Moment, in dem ich ein wenig Kribbeln verspürt habe und noch mal in mich ging.




Da standen nun diese massiven Arendal 1723 Tower vor mir – imposant in jeder Hinsicht. Arendal verzichtet, anders als schon fast branchenüblich, auf Gehäuse aus MDF und setzt auf HDF. High-Density-Fiberboard ist um ein Vielfaches dichter und stabiler als MDF und sorgt für noch steifere, resonanzärmere Gehäuse.
Die mir zugesandten Arendal 1723 Tower sind matt weiß lackiert. Die Lackierung ist tadellos. Ich habe die Lautsprecher überall nach Imperfections abgesucht, aber konnte beim besten Willen nichts beanstanden. Saubere Gewinde, einheitliche Lackierung, keine Staub- oder Lufteinschlüsse, keine unliebsamen Kanten. Das Anschlussterminal sitzt satt und sauber in der Rückseite des Lautsprechers. Die Eloxierung der massiven Aluplatte, auf der die rhodinierten Anschlussterminals installiert sind, ist ebenfalls mackenfrei.
Ja, ich weiß, das sieht man nicht unbedingt, aber ich versuche das Haar in der Suppe zu finden. Spoiler: hab ich nicht gefunden.
Die Terminals sind massiv und wurden zur Korrosionsbeständigkeit rhodiniert. Ich habe aus Interesse die Gewinde mal bewegt, nur um zu sehen, wie sauber sie gearbeitet wurden. Generell benutze ich die Lautsprecher mit Bananensteckern. Natürlich sind die Lautsprecher bi-amp- / bi-wiring-fähig. Dennoch: Arendal liefert bei den 1723 Towern jeweils zwei massive, vorinstallierte rhodinierte Kupferbrücken mit. Da ich vorhabe, die Lautsprecher primär erst einmal mit den Burson Audio Timekeeper GT4 Max zu testen, kann das auch so bleiben.
Zum Schutz der empfindlichen Treiber – oder vielleicht für den ein oder anderen aus optischen Gründen – liegt jedem Lautsprecher natürlich noch eine Abdeckung bei. Diese ist (natürlich!) massiv und schwer verarbeitet und hält mit starken Neodym-Magneten optisch unsichtbar an den Lautsprecherfronten. Da bewegt sich nix weg, und wenn man mal dagegenkommt, wird das die Lautsprecher zuverlässig schützen.
An der Rückseite der Arendal 1723 Tower gibt es noch drei 2,6‑Zoll‑Ports. Diese sind ab Werk mit Schaumstoff-Plugs verschlossen, da sich die Lautsprecher „sealed“ und „ported“ betreiben lassen.
Wer die Lautsprecher in ihrer Seitenansicht betrachtet, dem fällt auf, dass die Lautsprecher nicht im 90‑Grad‑Winkel zum Boden einfach gerade nach oben verlaufen, sondern wie ein Parallelogramm nach hinten geneigt sind. Dies hat folgende Vorteile:

Zum Design der Arendal 1723 Tower THX bleibt von meiner Seite her zu sagen, dass ich sie sehr ästhetisch finde. Es sind ausgewachsene, große, massiv dastehende Lautsprecher, die beim Hereinkommen in den Raum das Gefühl vermitteln, dass hier nicht gespaßt wird. Bei kleineren Lautsprechern denkt man immer erst: „Hoppla, hier wird immer erzählt, hier steppt der Bär, aber die Lautsprecher gehen mir gerade bis zur Hüfte …“ oder: „Ach! Das sind also Regallautsprecher, die du hast. Wenn du immer erzählst, dass du viel Musik hörst, habe ich immer an große schwarze Lautsprecher wie auf Konzerten gedacht.“
Wir wissen alle, dass es sich bei den meisten dieser Äußerungen um Unwissenheit handelt, und sobald meist der erste Ton spielt, weiß auch der Besuch, dass es hier wirklich ernsthaft wird. Bei den Arendal 1723 Towern aber kommt einem direkt ein „WOW“ entgegen. Sie sehen nach dem aus, was sie sind. Nicht mehr und nicht weniger.
Für die Boomer- und Holz-Fraktion könnten die Arendal 1723 Tower eine harte Nuss sein. Ich ordne sie klar dem modernen Design zu – kein nobles Möbelstück mit Edelholz, sondern puristisch und funktional. Arendal bietet lediglich Satin Black oder Satin White an, was perfekt in zeitgenössische Wohnräume passt. Ich selbst habe mich auf weiß-matt eingeschossen und finde es zeitlos elegant, doch ich verstehe den Hang zur Wärme und zum Status edler Holzfinishes absolut.




Arendal bietet einen exzellenten Aufstellungs-Guide, der sich wirklich lohnt. Grob variiert die optimale Position je nach Szenario:
Abmessungen
| Spezifikation | Wert |
|---|---|
| Abmessungen (H/B/T ohne Füße) | 115 × 27,5 × 40 cm |
| Mit Füßen (H/B/T) | 119,1 × 37 × 40 cm |
| Gewicht (inkl. Spikes) | 50,6 kg |
| Gehäuse | HDF (High Density Fiberboard), versiegelt/ventiliert (3 × 2,6″ Ports) |
| Finish | Satin Black / Satin White |
Die Arendal 1723 Tower THX sind nach dem Prinzip entstanden: nicht kleckern, sondern klotzen! Wenn man allein die brachiale Optik sieht: Das Gehäuse ist an der Front von oben bis unten mit 8‑Zoll‑Mittel- und Tiefton-Treibern gespickt, die speziell für Arendal gefertigt wurden und es ermöglichen, mit „nur“ 119 cm Höhe auszukommen. Der Hochtöner sitzt ebenfalls in einem 6,5‑Zoll‑Waveguide. Somit ergibt sich eine technisch anmutende Front.
Die Arendal 1723 Tower sind nach dem 2,5‑Wege‑Prinzip gebaut. Sie nutzen eine modifizierte D’Appolito-Anordnung. Klassisch handelt es sich normalerweise um eine MTM-Anordnung (zwei Midbass + zentraler Tweeter). Wegen des 2,5‑Wege‑Systems, das Phasenfehler vermeiden soll, wurde das System aber nicht mit einem separaten Mitteltöner ausgestattet, sondern besitzt homogen custom-designte 8‑Zoll‑Membranen, die Bass und Midrange abbilden können. Die drei unteren fokussieren sich auf den Tiefbass, während der obere mit dem Tweeter zusammen Midbass und Höhen übernimmt.
So ergibt sich ein Crossover bei 120 Hz (Bass-Trennung) und 1.500 Hz (Mid/High).
Die nominale Impedanz der Lautsprecher beträgt 4 Ohm und sie sind mit einer Sensitivität von 92 dB / 2,83 V / 1 m relativ effizient und leicht anzutreiben. Das ist überraschend, da man bei so ausgewachsenen Lautsprechern auch durchaus anderes gewohnt ist.
Die Arendal 1723 Tower sind zwar mit einer typischen „In-Room Bass Response“ von 16 Hz und einem linearen Frequenzverlauf von 37 Hz–20 kHz angegeben, man sollte aber davon ausgehen, dass sie in einem akustisch behandelten Raum vielleicht irgendwo bei ~25–30 Hz nutzbaren Bass produzieren.
Daraus ergeben sich zwei Erkenntnisse: Die Arendal 1723 Tower spielen extrem tief und sind so geeignet für Leute, die gerne ohne Subwoofer auskommen wollen. Hier empfiehlt es sich natürlich, an der Endstufe nicht zu sparen. Mit den angegebenen 112 dB schaffen die Lautsprecher das darüber hinaus auch mit hohen Pegeln.
Des Weiteren lassen sich die Arendal 1723 Tower – wie weiter oben schon erwähnt – sealed und ported betreiben. Das ist insofern interessant, als man sie nicht unbedingt offen betreiben muss, wenn man ohnehin vorhat, einen Subwoofer mit in die Kette zu nehmen, und so ein geschlossenes und damit noch responsiveres Hörvergnügen bekommt. Abgesehen davon, dass man sie so auch näher an die Wand stellen kann, ohne negative Effekte befürchten zu müssen.

| Spezifikation | Wert |
|---|---|
| Design | 2.5‑Wege |
| Treiber | 28 mm Tweeter (mit Waveguide), 4 × 8″ Woofer |
| Frequenzgang (-6 dB, anechoisch) | 37 Hz–20 kHz |
| F3 (anechoisch) | 45 Hz |
| Sensitivität | 92 dB / 2,83 V / 1 m |
| Impedanz | 4 Ohm nominal |
| Crossover-Frequenzen | 120 Hz / 1500 Hz |
| Empfohlene Verstärkerleistung | Bis 500 W RMS @ 4 Ohm |
Okay! Stehen die Arendal 1723 Tower erst einmal an Ort und Stelle und sind ordentlich verkabelt, steht dem ersten Hören nix mehr im Weg. Nach der Pflicht folgt also die Kür – und natürlich kenne ich einige Reviews zu den Lautsprechern, was meine Erwartungen in astronomische Höhen befördert hat.
Platz genommen, Eversolo DMP-A6 und Burson Timekeeper GT4 Max angeschmissen. Natürlich wird wie immer zuallererst meine Qobuz Metal-Referenz-Playlist zu Rate gezogen. Diese ist für alle frei verfügbar und darf gerne zur besseren Nachvollziehbarkeit benutzt werden. Des Weiteren bin auch ich nicht ganz resistent gegenüber der Musik, die oft von Herstellern und Händlern auf Fachmessen herangezogen wird, und habe mal eine kleine Sammlung an Referenz-Musik angelegt. Dennoch finde ich, ist diese mit Vorsicht zu genießen, weil diese Songs tendenziell immer gut klingen, da hier mehr Bass-Quantität vor wirklicher klanglicher Qualität geht. Interessant sind sie dennoch.
Okay! Bass-Port-Plugs raus, dennoch habe ich mir direkt die Mühe gemacht und das neue Einmess-Feature vom Eversolo benutzt. MiniDSP UMIK‑1 (kalibriertes Messmikrofon) ans iPad Air gehängt und den Wizard durchlaufen lassen. FIR-Filter erstellen lassen und Profil auf „linear“ gestellt. Ja, ich weiß, viele lieben eher so ’ne Harman-Curve, aber ich finde linear mit einer leichten Bassanhebung noch ’ne Ecke geiler.
Der Aha-Effekt kam sofort! Ja, die Arendal 1723 Tower sind bewusst ein Hybrid zwischen Musik und Heimkino, aber dass sie so musikalisch mitmachen, hatte ich nicht erwartet. Sie stehen den Amphion Argon3S in der Klarheit und Bühne in nichts nach! Hier findet ihr übrigens den Test zu den Amphion Argon3S. Natürlich haben die Arendal 1723 Tower mehr Body und Tiefe.
Ich musste mich erst ein wenig fangen, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass sie gerade für Musik so ultra gut funktionieren.




Ich bin ebenfalls schuldig, wenn es um Hype-Trains geht, aber ich glaube bzw. weiß, dass es da draußen manchmal das eine Produkt gibt, das ein Unicorn darstellt und selbst Produkte, die ein Vielfaches kosten, in den Schatten stellt.
Natürlich habe ich alles unternommen, um mir irgendwie sicher zu sein: 50 Stunden einlaufen lassen, wie Arendal es empfiehlt, an der Platzierung gefeilt, mit und ohne Einmessung gearbeitet. Ich hatte bereits das Glück, einiges hören zu dürfen, und ich glaube, die Arendal 1723 Tower machen so einiges richtig.
Ich muss meine Euphorie zügeln, um seriös zu bleiben – innerlich bin ich am Durchdrehen. Wer keinen Boutique-Lautsprecher mit überhöhter Neutralität sucht und nicht zwingend 13.000–15.000 € investieren will, findet im Arendal 1723 Tower einen echten Endgegner. Ab dieser Preisklasse werden Frequenzweichen, Gehäuse und Komponenten noch exklusiver – aber die Luft im Portemonnaie merklich dünner.
Genau dies ist für mich die Definition eines Giantkillers. Er spielt in das Zwei- bis Dreifache seines Budgets, und man muss sich gar nicht schlecht fühlen, wenn man die Konkurrenz sieht. Hier haben wir in der Tat einen Lautsprecher, der – wenn man bereit ist, das Geld in die Hand zu nehmen – das Budget bis zum letzten Cent ausreizt. Ich kenne wirklich nicht viele so herausragende Produkte im HiFi-Bereich. Bin aber immer wieder dankbar, dass sich ein Hersteller traut, das Preisgefüge ein wenig aus dem Gleichgewicht zu bringen, um die Preise irgendwie noch am Boden zu halten.
Jetzt kommen mir einige sicherlich mit der Argumentation, dass es sich doch schließlich um Heimkino-Lautsprecher handelt. Schließlich werden sie recht stark als solche beworben und auf ihnen prangt das THX Ultra Zertifikat.
Also: Kann man die Arendal 1723 Tower THX denn wirklich für Musik empfehlen? Hierauf habe ich ein ganz klares Ja! zu entgegnen. Absolut und uneingeschränkt! Ich weiß es nicht genau, aber wenn man einen guten HiFi-Lautsprecher baut, kommt da meist ein guter Heimkino-Lautsprecher bei raus – vor allem, wenn man die paar Feinheiten beachtet, die er als hervorragender Heimkino-Lautsprecher braucht.
Die Arendal 1723 Tower spielen kräftig wie luftig, tief, aber auch klar. Stimmen wirken natürlich und präzise, genauso wie die Bühne und die dazugehörigen Instrumente. Sie sind sehr aufgeräumt und machen all dies, ohne auch nur im Anflug angestrengt zu wirken.
Ich habe viele Stunden des Hörens in den letzten 4 Wochen investiert, um hier wirklich sicher zu sein. Aber ehe ich hier weiter um den heißen Brei rede: Lasst uns ein wenig über Musik sprechen!
Imminence – God Fearing Man

Imminence holt mich immer mehr ab, gerade God Fearing Man, weil der Track eine gewisse Imposanz mitbringt. Der ruhige, fast fragile Gesang, die Geige des Sängers, die sich langsam aufbaut – und dann dieser Breakdown. Ich habe diesen Moment schon oft als Referenz genannt, aber so kraftvoll wie über die Arendal 1723 Tower habe ich ihn in Stereo noch nicht erlebt.
Die Arendal schaffen es, die komplette Grundstimmung, den Spannungsbogen und die Entladung emotional nachvollziehbar und gleichzeitig kontrolliert zu inszenieren. Nichts klebt an den Lautsprechern, die Bühne löst sich sauber vom Gehäuse, und trotzdem steht der Bass mit Autorität im Raum.
Ich will nicht behaupten, dass der Track maximal komplex wäre, aber genau darin liegt der Charme: Man hört sofort, wie gut eine Box Dynamik, Timing und emotionale Dichte kann. Und hier zeigen die Arendal 1723 Tower ganz klar: Studioqualität ist kein Marketing-Floskel.
Knocked Loose — Everything is quiet now
Bei den einen erzeugt Knocked Loose blutende Ohren, ich liebe diese rohe Energie. Die ungeschliffene, ehrliche Musik der Band fasziniert zum Glück nicht nur mich, stellt bei der Wiedergabe aber einige Fallstricke: Immer wieder stoße ich auf HiFi-Komponenten, die genau hier den Sound produzieren, der einem tatsächlich die Ohren blutig schreit.
Druck ist halt nicht die halbe Miete – also müssen sich die Arendal 1723 Tower auch Knocked Loose stellen. Hier bekomme ich genau das, was ich suche: Aus dem scheinbaren Einheitsbrei mit kreischenden Gitarren wird ein differenziertes Klangbild, wie ich es von guten Knocked-Loose-Liveperformances kenne. Dreckig, ja. Roh, ja. Aber absolut genießbar. Nicht für jeden, aber eben für mich – und das zählt.

Lorna Shore – Glenwood

Gehen die Deathcore-Überflieger gerade auf große Europa-Tour und ich zum schon lange ausverkauften Konzert nach Hamburg, können sie auch hier mal wieder eine Erwähnung vertragen.
Dieser Abschnitt geht aber viel mehr raus an eine Person, die diesen Track quasi tot gehört hat, um ihn danach direkt wieder in Dauerschleife laufen zu lassen. Das soll nicht heißen, dass der Song kacke ist, sondern dass er mir regelrecht eingemeißelt wurde – es war nur eine Frage der Zeit, bis er auf meiner Referenzliste landet.
„Glenwood“ ist wie so viele Songs von Lorna Shore ein Brett. Emotional geht es um Reue, Stolz, der im Weg steht, und darum, ob man zu weit weg ist, um Dinge wieder gut zu machen – mit der Botschaft, dass man sich fragen sollte, ob es das wert ist, so lange verletzt und stur zu bleiben.
Brutal schnelle Drums, Will Ramos mit seinem einzigartigen Gesangstalent, flankiert von schiebenden Riffs und dieser typischen choralen/orchestralen Epicness. Ein Wechselspiel zwischen ruhig und drückend – genau das richtige Material, um Feingeist und Antrieb der Arendal 1723 Tower zu demonstrieren. Ich weiß nicht, wie oft der Song hier gelaufen ist; an ihm habe ich jedenfalls die Positionierung (Toe-in) der Lautsprecher optimiert, bis ich die für mich beste Bühne hatte.
Jedenfalls ist dieses Lied nicht ganz unschuldig an meiner Liebe zu diesen Lautsprechern.
Unliebsame Messe-Musik – trotzdem wichtig
Jetzt kommt der Teil, den ich persönlich immer nur in kleinen Dosen ertrage: typische Messe-Musik. Ihr kennt das – Diana Krall, Nils Lofgren, „audiophile“ Aufnahmen mit viel Raum, wenig Komplexität und möglichst spektakulären Effekten.
Ich bin ganz ehrlich: Das ist nicht meine Alltagsmusik. Aber sie ist extrem nützlich, um bestimmte Eigenschaften zu beurteilen – Feinauflösung, Leisehörfähigkeit, Bühnentiefe, Lokalisationsschärfe.
Was sie aber immer gemeinsam haben, ist Bass. Ich glaube ganz fest, eines der Verkaufsargumente ist es, ein Fundament zu präsentieren. Ich will nicht sagen, dass es leicht ist, aber Bass scheint mir oft der Treiber zu sein.
Aber sind wir ehrlich: Bass ist es, was die Arendal 1723 Tower schon fast beiläufig liefern.
Mit den Arendal 1723 Towern passiert hier das, was ich mir von einem echten Allrounder erwarte:
Besonders spannend: Die Arendal klingen nie „HiFi-überanalytisch“, sondern behalten immer eine gewisse Selbstverständlichkeit. Sie zeigen, was auf der Aufnahme passiert, ohne dir permanent „Hör mal, wie detailliert ich bin“ ins Gesicht zu schreien. Genau so soll es sein. Und trotzdem sind sie nicht der weichgewaschene People-Pleaser, der dir alles samtig in die Ohren schmiegt.
So mächtig die Arendal 1723 Tower im Bass sind – und das sind sie zweifellos –, gibt es Szenarien, in denen ein Subwoofer trotzdem Sinn macht. Gerade im Heimkino oder wenn man gerne sehr laut hört, ist Entlastung im Tiefbass nie verkehrt.
In meinem Stereo-Setup laufen die Arendal 1723 Tower aktuell zusammen mit einem SVS SB-5000. Die Kombination zeigt sehr schön, wie flexibel die Arendal abgestimmt sind:
Wer keinen Sub stellen kann oder will, wird mit den Arendal 1723 Towern alleine schon extrem glücklich – gerade in Musik-Setups. Wer aber Heimkino auf Referenzniveau anpeilt, hat hier eine perfekte Basis für ein 2.1‑, 3.1- oder später voll ausgebautes 5.1-/7.1‑System.
Im Mehrkanalbetrieb habe ich die Arendal 1723 Tower mit meinem Arendal 1961 Subwoofer 1V laufen lassen. Auch hier haben sie sich perfekt integrieren lassen und das Kinofeeling hörbar auf ein neues Level gehoben. Aufgrund des nicht seriengleichen Center-Kanals – ich habe hier noch meinen B&W‑Center weiter benutzt – konnte ich jedoch in jeder Sekunde des Films den Unterschied der Lautsprecher ausmachen.
Lasst es euch gesagt sein: Der Center ist der zentrale und wichtigste Kanal im Heimkino. Ein Großteil der Information läuft über ihn, und mit ihm steht und fällt das Heimkino. Nur wer klar definierte Stimmen hat, muss den Lautstärkeregler nicht zwangsläufig auf Angriffsposition drehen.
Ich kann es kaum erwarten, den Arendal 1723 Center zwischen die Arendal 1723 Tower zu stellen und vorne ein wirklich homogenes Bild zu haben.


Für mich aktuell: der Lautsprecher, an dem ich zukünftige Reviews messe.
Ich habe Tage über diese Zeilen nachgedacht. Klar, wir jagen immer besseren, gefälligeren Klang. Die Preisschraube dreht sich unaufhaltsam nach oben – verständlich, wo Ingenieure Herzblut reinlegen, riskante Innovationen wagen und Komponenten verbauen, die alles andere als Allerweltsware sind. Extreme HiFi-Komponenten werden immer teuer sein.
Auch ich könnte Begehrlichkeiten schüren, die Preisspirale in unseren Köpfen immer tiefer treiben. Aber bei den Arendal 1723 Towern würde ich als bodenständige Referenz für Reviews und Videos bleiben. Klar, imposante Kleinwagen-Ketten wirken spektakulärer. Doch Bodenständigkeit heißt nicht, die Messlatte endlos hochzuschrauben, sondern sie genau hier im Hier und Jetzt zu belassen.
Das schließt Höheres nicht aus – es gibt genug darüber! Aber irgendwo braucht’s den Nullpunkt. Eine Erdung, Balance. Denn Reviews mit Hardware, die 0,001% meiner Leser sich leisten können, helfen niemandem. Selbst die Arendal 1723 Tower sind für viele schon Budget-Sprenger.
Meine Messlatte wähle ich nicht leichtfertig, sondern wohlüberlegt. Aber bei Qualität, Sound und gerade bei der Preis-Leistung kann ich mich zurücklehnen: Hier bekommt man für jeden Cent Gegenwert.
Nach meinem Bewertungsschema erhalten die Arendal 1723 Tower den HiFiGeek Award. Wie ich bewerte und was der Award bedeutet, steht hier: https://www.hifigeek.de/bewertungsschema-bei-hifigeek/


Und ja: Irgendwie war’s absehbar, dass Arendal nach der 1528 nochmal nachlegt. Die 1528 ist ein Statement, keine Frage – aber auch eine Box, die dir ziemlich klar sagt, was sie von dir will: Platz, Abstand, saubere Aufstellung. Der ganze Front-Radius und die zeitliche Abstimmung der Treiber sind eben nicht nur Design-Spielerei, sondern ein Konzept, das bei vernünftigen Sitzabständen so richtig aufgeht – und wenn du dann deutlich näher dran sitzt, verlierst du einen Teil von dem, wofür du die Größe überhaupt in Kauf nimmst.
Bei der Arendal 1610 Series bleibt die Idee zwar erhalten, dass 4 Meter so eine Art Zielmarke sind – aber Arendal beschreibt kürzere Abstände als weniger kritisch. Und ganz ehrlich: Das ist genau der Punkt, an dem diese Serie plötzlich nicht mehr „nice to have“, sondern für viele Wohnzimmer schlicht relevant wird.
Rein optisch wird das sofort klar. Der 1610 Tower ist sichtbar kleiner als ein 1528-Turm, wirkt weniger wie ein Möbelstück mit Hochtöner und mehr wie ein Standlautsprecher, der sich in ein normales Setup integrieren lässt. Gleichzeitig ist das Ganze nicht auf „kompakt“ getrimmt, sondern bleibt klar in dieser Arendal-DNA: erwachsen, massiv, keine Spielzeuge.
Auch beim Line-up macht Arendal diesmal keine Wissenschaft draus. Die Arendal 1610 Series besteht aus einem Tower, einer großen Bookshelf, einer Slim-Variante für realistische Wohnräume und einem Center. Keine zehn Modelle, keine halben Experimente – eher: das, was die Serie als System braucht, fertig.
Unterm Strich wirkt das für mich wie eine hochwertigere Wohnraum-Interpretation zwischen 1528 und 1723: mehr High-End-Feeling als „nur Heimkino-Arbeitstier“, aber ohne den Anspruch, dass dein Wohnzimmer ab sofort ein dedizierter Hörraum sein muss. Und genau deshalb lohnt es sich, nicht nur über Techspecs zu reden, sondern auch über das, was am Ende wirklich zählt: Aufstellung im echten Leben.
Ich weiß, Techspecs sind so ein Ding: Die einen überfliegen sie, die anderen bauen daraus direkt ihr ganzes Setup im Kopf. Ich bin irgendwo dazwischen. Mich interessiert weniger, ob da „3‑Wege“ steht, sondern ob das Gesamtkonzept logisch ist – und ob Arendal bei der Arendal 1610 Series wirklich diesen Sweet Spot aus Wohnraumfreundlichkeit und High-End-Anspruch trifft, den sie verspricht.


Fangen wir beim Kern an: Der Arendal 1610 Tower 8 ist ein echter 3‑Wege-Standlautsprecher. Oben sitzt der 28‑mm‑Hochtöner, dazu kommt ein eigener 5‑Zoll‑Mitteltöner und im Bass arbeiten gleich drei 8‑Zöller.
Von den nackten Daten her ist das genau die Art Aufteilung, die ich in dieser Klasse sehen will, weil sie den Mittelton entlastet und Bass nicht „nebenbei“ mitmachen lässt. Dazu kommt, dass Arendal das Gehäuse als Bassreflex auslegt, aber eine optionale sealed Konfiguration anbietet – du bekommst also die Möglichkeit, das Verhalten stärker an Raum und Geschmack anzupassen, statt nur „so ist es halt“ zu bekommen.
Bei den Maßen wird dann auch klar, warum das Ding in viele Wohnräume passt, wo eine 1528 eher zum Möbelprojekt wird: 115.0 × 26.5 × 45.0 cm (H×B×T) ohne Füße, mit Füßen sind es 119.8 × 40.7 × 45.0 cm.
Das Gewicht liegt bei 45.37 kg – also immer noch „Arendal typisch“ stabil und massiv, aber nicht diese absolute Schwerlast-Klasse wie bei den ganz großen Brüdern.
Jetzt die Werte, die die meisten als erstes sehen wollen: Arendal gibt den Frequenzgang bei ‑6 dB (anechoic) mit 28 Hz bis 20 kHz an, die typische In‑Room Bass Response mit 18 Hz, die Frequenzlinearität von 40 Hz bis 11 kHz mit ±2.5 dB, plus die Eckdaten F3 39 Hz, F6 28 Hz und F10 24 Hz.
Impedanz ist 4 Ohm nominal, die Sensitivity liegt bei 89.5 dB (2.83 V/1 m). Das ist nicht „gefährlich“, aber es zeigt dir gnadenlos, ob dein Amp wirklich Kontrolle hat. Wer dazu ein Praxisbeispiel will: Im Test vom Burson Audio Timekeeper GT4 merkt man sehr schnell, was Kontrolle eigentlich heißt.
Beim Übergang arbeitet der Tower mit 380 Hz und 2600 Hz, und Arendal nennt als Verstärkerempfehlung bis zu 800 Watt.
Und falls du beim Lesen gerade denkst „okay, aber wie viel Leistung braucht man denn wirklich?“ – ich hab das mal runtergebrochen in: Wattbedarf von Lautsprechern berechnen.
Kleiner, aber nicht unwichtig: Arendal nennt 50 Stunden Break‑In für optimale Performance, und im Lieferumfang sind Port Plug sowie magnetische Grilles.
Die Arendal 1610 Bookshelf 8 ist ebenfalls ein 3‑Wege-Konzept – und genau das macht sie so interessant, weil viele Bookshelves in der Praxis bei „2‑Way + viel Hub“ landen. Hier hast du wieder den 28‑mm‑Hochtöner, 5‑Zoll‑Mid und einen einzelnen 8‑Zoll‑Woofer.
Auch hier ist das Gehäuse ported, optional sealed, inklusive Port Plug, magnetischem Grill und Rubber Pads.
Die Maße liegen bei 47.7 × 26.5 × 30.0 cm, das Gewicht bei 16.2 kg – das ist eine Bookshelf, die man nicht „irgendwo ins Regal“ stellt, sondern die nach ordentlichen Stands schreit.

Beim Frequenzgang nennt Arendal ‑6 dB (anechoic) 34 Hz bis 20 kHz, typische In‑Room Bass Response 22 Hz, Frequency Linearity (hier interessant detailliert) einmal 40 Hz bis 11 kHz sowie 47 Hz bis 20 kHz jeweils ±2.5 dB, dazu F3 43 Hz, F6 34 Hz, F10 27 Hz.
Sensitivity: 85 dB (2.83 V/1 m) – also spürbar weniger als beim Tower, was in der Praxis bei der Verstärkerwahl und bei Pegelreserven einfach ein Thema ist (nicht dramatisch, aber real).
Crossover-Frequenzen: 330 Hz / 2300 Hz, Amp-Empfehlung bis 400 Watt, Break‑In wieder 50 Stunden.

Die Arendal 1610 Slim 8 ist für mich die „Wohnzimmer-Realismus“-Box der Serie. Nicht, weil sie irgendwie „klein“ wäre, sondern weil sie das Formfaktor-Problem löst, das viele bei Bookshelves und Standboxen haben: Tiefe, Optik, Integration.
Technisch geht Arendal hier einen anderen Weg: Die Slim 8 ist sealed – also kein Port, kein „stell mich bitte nicht zu nah an die Wand, sonst wird’s wild“, sondern ein geschlossenes Konzept, das in vielen Wohnräumen schlicht entspannter zu handeln ist.
Aufgebaut ist sie ebenfalls als 3‑Way mit 28‑mm‑Tweeter, 5‑Zoll‑Mid und 8‑Zoll‑Woofer.
Die Maße liegen bei 47.7 × 26.5 × 16.5 cm, Gewicht 13.1 kg.
Arendal gibt den Frequenzgang bei ‑6 dB (anechoic) mit 56 Hz bis 20 kHz an, typische In‑Room Bass Response 38 Hz, Frequency Linearity 70 Hz bis 20 kHz ±2.5 dB, plus F3 68 Hz, F6 56 Hz, F10 45 Hz.
Impedanz: 4 Ohm nominal, Sensitivity: 86.5 dB (2.83 V/1 m).
Crossover: 340 Hz / 2700 Hz, Amp-Empfehlung bis 300 Watt, Break‑In 50 Stunden.
Und ein Detail, das in der Praxis oft über „nutze ich wirklich“ entscheidet: Arendal packt hier direkt eine VESA 100 Wall Mount Lösung mit rein, plus magnetischen Grill und Rubber Pads. Das ist genau diese Art „wir wissen, wie Wohnzimmer funktionieren“-Denke.
Wichtig, weil das bei Arendal gern mal durcheinandergeht: Tower/Bookshelf/Slim sind als Paar gelistet, der Center ist Single.
Wenn du dir das als typische Konfigurationen hinlegst, wird’s sehr schnell greifbar:
Und genau da liegt für mich die Story: Die Arendal 1610 Series ist kein „du musst alles nehmen“-Baukasten, sondern eher ein Set aus sehr klaren Bausteinen. Tower, wenn du richtig Fundament willst. Bookshelf, wenn du kompakter bleiben willst, aber nicht auf die erwachsene Abstimmung verzichten möchtest. Slim, wenn du das Ganze in ein echtes Wohnzimmer integrieren willst – und Center, wenn Heimkino nicht nur „auch mal“ passieren soll.




Jetzt kommt der Teil, den viele überspringen – und sich danach wundern, warum die Einmessung „irgendwie nicht zaubern konnte“. Arendal sagt es im eigenen Aufstellungsguide ziemlich deutlich: Erst Positionierung, dann Auto‑EQ.
Und genau im Wohnzimmer ist das der Knackpunkt. Du hast meist vorne ein TV/Lowboard, irgendwo links einen Durchgang, rechts vielleicht Fenster oder ein Schrank – und das Sofa steht selten da, wo es akustisch perfekt wäre, sondern da, wo es im Alltag Sinn ergibt.
Ich glaube übrigens, dass die Arendal 1610 Series genau in die Zeit passt, wo Streaming bei vielen das Herzstück ist. Ich hab zuletzt den WiiM Ultra im Test gehabt – und solche Geräte sind genau das, was ich bei vielen Wohnzimmer-Setups als Startpunkt sehe.
Wer eher in Richtung „ein Gerät, das alles kann“ denkt: Mein Langzeittest zum Eversolo DMP‑A6 passt da ziemlich gut als Gegenpol.
Arendal beschreibt bei den Arendal 1610 Series Towern explizit, dass die Spikes so gedacht sind, dass du sie von oben über die Outrigger einstellen kannst – ohne Werkzeug und ohne die Box anheben zu müssen.
Das ist im Wohnzimmer schlicht Gold wert, weil du damit eine stabile, definierte Aufstellung hinbekommst. Und es spielt direkt in den nächsten Punkt rein: Arendal betont nämlich, dass du auf der Listening Axis hören solltest, weil es sonst um die Crossover-Regionen unruhig werden kann.
Kurz: erst mechanisch sauber, dann akustisch fein.
Arendal schreibt, dass ihre Arendal 1610 Series Lautsprecher bewusst zum Hörplatz eingewinkelt werden sollen, um Probleme mit den nächsten Begrenzungsflächen zu reduzieren und die Abbildung stabil zu halten, auch wenn du nicht exakt mittig sitzt.
Im Wohnzimmer ist das genau das, was du willst. Weil du selten perfekte Symmetrie hast. Und weil du nicht immer wie ein Zombie in der Mitte des Sofas festgetackert hörst. Toe-In hilft, dass die Mitte sitzt und Stimmen nicht wandern.
Wenn die Ports der Arendal 1610 Series nach unten arbeiten, ist der Reflex‑zu‑Wand‑Stress anders als bei einem klassischen Rear-Port, der dir direkt in die Wand feuert. In der Praxis kann das durchaus helfen, wandnäher zu arbeiten.
Aber Arendal ist im eigenen Guide trotzdem ziemlich eindeutig und empfiehlt als Minimum 20–30 cm zwischen Frontwand und Rückseite des Lautsprechers. Und sie sagen auch dazu, warum: zu nah wird’s „muddy“ im unteren Mittelton, der Oberbass dickt auf, Stimmen wirken congested und undifferenziert.
Für mich heißt das: Ja, du kannst mit der Arendal 1610 Series tendenziell realistischer wandnah arbeiten – aber du solltest es nicht mit „10 cm, passt schon“ verwechseln.
Arendal erklärt im Guide recht ausführlich, dass sie viel Wert auf linearen On- und Off-Axis sowie eine lineare Power Response legen, und dass die kontrollierte Direktivität die Speaker toleranter macht – auch bei weniger idealen Räumen. So auch bei der Arendal 1610 Series.
Trotzdem bleibt Physik Physik: Arendal sagt genauso klar, dass mehr Abstand zu Seitenwänden hilft, weil frühe Reflexionen die Bühne verwischen und die Ortung unpräzise machen können.
Wenn du dazu noch einen einfachen, aber brutalen Wohnraum-Hack willst: Arendal empfiehlt mindestens einen Teppich an den ersten Reflexionspunkten am Boden und erklärt den Spiegel-Trick, um genau diese Punkte zu finden.
Und ja, auch der Hörplatz ist so ein Thema, über das man nicht gern spricht: Arendal nennt als Faustregel ca. 38% der Raumlänge von der Rückwand als sinnvollen Startpunkt, um Rückwand-Einflüsse zu reduzieren und den Bass zu glätten.
Und falls du dich fragst, warum ich so auf Bühne, Attack und Kontur rumreite: Das Thema Transienten ist für mich der heimliche Star bei gutem Sound.
Wenn man sich die Arendal 1610 Series nüchtern anschaut, ist das keine „wir mussten halt was Neues bringen“-Serie. Das wirkt eher wie eine bewusst gesetzte Lücke im Portfolio: High-End-Konstruktion und erwachsene Chassis-Bestückung, aber in Modellen, die nicht automatisch ein eigenes Zimmer verlangen.
Der Arendal 1610 Series Tower bringt die große Geste, ohne völlig aus dem Rahmen zu fallen. Die Bookshelf ist die kompromissarme Alternative für alle, die lieber flexibel bleiben. Die Slim ist die Box für das echte Leben – Wandmontage, wenig Tiefe, Integration. Und preislich ist das Ganze klar als High-End positioniert, aber eben so modular, dass du dir aus der Serie ein Setup bauen kannst, das zu Raum und Nutzung passt – statt umgekehrt.
Wenn Arendal das klanglich so sauber umsetzt, wie es die Techspecs und die ganze Systemlogik vermuten lassen, dann ist die Arendal 1610 Series ziemlich genau das, was viele gesucht haben: Arendal‑Anspruch, weniger Platzsteuer, mehr Alltag.
Wer mehr zu der Arendal 1610 Series lesen möchte kann dies auf der Arendal-Website tuen.
]]>Disclaimer: Der Orchard Audio Valencia wurde mir für diesen Test kostenlos zur Verfügung gestellt . Es gab keine Vorgaben zum Inhalt, keine Bezahlung für diesen Artikel und keine Einflussnahme auf meine Meinung. Alle Eindrücke spiegeln ausschließlich meine persönliche Erfahrung mit dem Gerät in meiner eigenen Kette wider.
Gefällt euch mein Content? Dann klickt auf „Abonnieren“ und unterstützt meinen Kanal – so kann ich auch in Zukunft spannende HiFi‑Komponenten für euch testen.
Orchard Audio ist kein anonymer Brand aus irgendeinem asiatischen OEM‑Katalog, sondern im Kern eine One‑Man‑Show von Leonid „Leo“ Ayzenshtat, der vorher für Namen wie NASA, Lockheed Martin, L3 und Siemens entwickelt hat. Ursprünglich hat er „nur“ eine Anlage für sein eigenes Wohnzimmer gebaut – die kam bei Besuchern so gut an, dass daraus 2017 Orchard Audio entstand. Die Grundidee: High‑End‑Technik und Messwerte auf Referenz‑Niveau, aber in Geräten, die sich normale Menschen noch leisten können und die ohne Marketing‑Ballast auskommen.
Leo beschreibt seine Philosophie gern mit dem da‑Vinci‑Zitat „Simplicity is the ultimate sophistication“ – jedes Teil soll eine Funktion haben, Überflüssiges wird weggelassen, und alles ist auf Mess‑Performance und Störarmut getrimmt. Seine Erfahrung aus der Luft‑ und Raumfahrt prägt das deutlich: effiziente, saubere Schaltungen statt „audiophilem“ Voodoo, dazu viel Augenmerk auf Layout, Rauschabstand und Verzerrungen. Was ihn antreibt, wird in Interviews schnell klar: Er will den „Dollar‑zu‑Performance‑Faktor“ maximieren – sprich, du sollst für dein Geld möglichst viel echte Performance bekommen, ohne dafür fancy Markenaufschläge zu zahlen. Aus dieser Haltung sind erst die GaN‑Endstufen (Starkrimson & Co.) entstanden, die sogar Preise von The Absolute Sound eingesammelt haben, und danach Geräte wie der Orchard Audio Valencia, der diese Denke in die Kopfhörer‑Welt überträgt.
Spannend am Orchard Audio Valencia ist außerdem, dass er nicht im stillen Kämmerlein entstanden ist, sondern als gemeinsames Projekt von Orchard Audio und Z Reviews. Leo hat sehr konkret Feedback von außen aufgenommen – etwa den Wunsch nach brutal viel Leistung, messbar sauberer Performance und einem möglichst puristischen „Headphone Power Amp“ ohne Schnickschnack – und genau das in Schaltung und Konzept übersetzt. Ich finde das grundsätzlich positiv: Gerade kleine Hersteller profitieren davon, wenn nicht nur die eigene Ingenieursblase entscheidet, wie ein Produkt am Ende aussieht, sondern auch Erfahrungen und Wünsche aus der Praxis mit einfließen.
Der Orchard Audio Valencia ist ein vollsymmetrischer, analoger Class‑AB‑Kopfhörerverstärker, der gleichzeitig als kleiner Leistungsamp für sehr wirkungsgradstarke Lautsprecher oder Nahfeld‑Setups herhalten kann. Kernbotschaft: massiv viel Leistung, extrem niedrige Verzerrungen und ein Rauschabstand, der sich eher nach Messlabor als nach HiFi‑Rack anhört. Dabei bleibt der Aufbau bewusst simpel – fester Gain von 14 dB, keine DSP‑Spielereien, keine Filter‑Zirkusnummern, sondern ein klar definierter, breitbandiger Verstärker mit Fokus auf Neutralität.
Die komplette Signalverarbeitung im Orchard Audio Valencia ist vollsymmetrisch ausgeführt – vom Eingang über die Verstärkerstufen bis zum 4‑Pin‑XLR‑Ausgang und den Lautsprecherterminals – mit entsprechend hohem Störabstand und sehr niedriger Ausgangsimpedanz. Leo setzt intern Neotech‑OCC‑Verkabelung zum Kopfhörerausgang ein und verpasst jedem Kanal eine eigene lineare Spannungsregelung, um Kanaltrennung und Ruhe im Hintergrund noch einmal zu pushen.
Orchard Audio ist angenehm offen, was Messwerte angeht, und stellt sehr detaillierte Daten und Messdiagramme zum Orchard Audio Valencia zur Verfügung. Ein Überblick über die wichtigen Eckpunkte:




Die Leistungsangaben sind für einen Kopfhörerverstärker eher in der Kategorie „kleine Endstufe“ angesiedelt:
Das ist mehr als genug für praktisch jeden dynamischen Kopfhörer und einen großen Teil der Magnetostaten – selbst richtig hungrige Planars werden hier an ihre mechanischen Grenzen kommen, lange bevor dem Orchard Audio Valencia die Luft ausgeht.
Orchard Audio spezifiziert den Orchard Audio Valencia für 20 Hz bis 20 kHz mit beeindruckenden Werten:
Kurz gesagt: Der Orchard Audio Valencia spielt messtechnisch in einer Liga, in der Verstärker farblich nicht mehr auffallen sollten – er ist eher Werkzeug als Klangmöbel.
Optisch bleibt der Orchard Audio Valencia eher zurückhaltend: ein kompaktes, recht schlichtes Aluminiumgehäuse mit aufgeräumter Front – kein Luxus‑Bling, aber solide gemacht. Vorn sitzt ein Ein-Aus-Schalter, ein 4‑Pin‑XLR für symmetrische Kopfhörer; der Fokus liegt klar auf Balanced‑Betrieb.
Hinten gibt es symmetrische XLR‑Eingänge sowie Lautsprecherterminals für den Einsatz als kleiner Leistungsverstärker. Dass er an 8 Ω immer noch 7 W RMS liefert, macht ihn z.B. für hochwertige Desktop‑Monitore oder Hörner interessant, aber im Mittelpunkt steht der Orchard Audio Valencia klar als Headamp.




Die Bedienung ist dementsprechend unspektakulär: Einschalten, Quelle anschließen, Lautstärke regeln, fertig. Kein Gain‑Schalter, keine Filter, keine „Spatializer“ oder sonstige Features – Leo vertraut darauf, dass dein DAC und deine Quelle den Rest erledigen und der Verstärker selbst einfach so transparent wie möglich verstärken soll. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch: Wer mit extrem empfindlichen In‑Ears unterwegs ist oder sehr heiße Quellen nutzt, sollte sich bewusst sein, dass die Feindosierung dann primär über das Frontend passiert und nicht über verschiedene Gain‑Stufen am Amp.
Rein von den Zahlen her positioniert sich der Orchard Audio Valencia in der „wire with gain“-Fraktion: extrem niedrige Verzerrungen, sehr niedrige Ausgangsimpedanz, hoher Rauschabstand und breitbandiger Frequenzgang sprechen für einen Verstärker, der sich tonal im Idealfall gar nicht bemerkbar macht. Der Orchard Audio Valencia spielt neutral, kontrolliert und sehr sauber – er legt nichts drauf, nimmt nichts weg und konzentriert sich darauf, die Treiber präzise im Griff zu behalten.
Die enorme Leistungsreserve hilft vor allem bei dynamischen Peaks und bei Kopfhörern, die im Bassbereich richtig Strom verlangen – auch bei niedrigen Impedanzen bleibt genug Headroom, ohne dass der Verstärker hörbar ins Schwitzen kommt. Zusammen mit dem sehr niedrigen Rauschen führt das dazu, dass der Orchard Audio Valencia sowohl mit empfindlichen In‑Ears als auch mit großen Planars eine sehr ruhige, schwarze Bühne bietet, sofern die Lautstärkeregelung vorne dran (am DAC oder Pre-Amp) fein genug arbeiten kann. Stichworte wie „Kontrolle“, „Transparenz“ und „Anstrengungslosigkeit“ kommen einem in den Sinn – also genau das, was man von einem starken, messtechnisch sauberen Headamp erwartet, der nicht versucht, sich mit einem eigenen Klangstempel interessant zu machen. Wenn du Geräte magst, die eher wie ein Werkzeug als wie ein Sounding‑Tool agieren, passt der Orchard Audio Valencia ziemlich gut in dieses Raster.
Natürlich habe ich wieder mit meiner Metal‑Referenz‑Playlist bei Qobuz gearbeitet – plus der üblichen Messemusik, die ich für neue Geräte immer heranziehe. Gleichzeitig lief der Valencia jetzt gut sechs Wochen im ganz normalen Office‑Alltag und war damit im Schnitt locker acht bis zehn Stunden am Tag im Einsatz. Eigentlich würde ich an dieser Stelle gern konkrete Hörbeispiele nennen, aber ich glaube, das wird dem Valencia nicht wirklich gerecht. Er ist eher das Werkzeug, das man sucht, wenn man den Verstärker als Einflussgröße möglichst ausklammern möchte. Der Valencia ist das Gerät, das dich in den Rest deiner Kette hineinhorchen lässt – quasi das Stethoskop für dein Setup.
Ich hatte unter anderem meinen Verum 2 und den Fosi Audio i5 am Valencia hängen. Gerade, wenn man auf Wohlfühllautstärke geht – und damit meine ich nicht flüsterleise, sondern auch mal richtig knacken lassen – merkt man, dass er die Kopfhörer wirklich im Griff hat. Er kontrolliert die Treiber und gibt ihnen genau die Energie, die sie brauchen, um noch dieses letzte Quäntchen Performance aus sich herauszuholen. Schön ist auch, dass der Valencia sauber mit der Quelle skaliert: Machst du irgendwo in der Kette ein Upgrade, legt der Amp einfach mit zu, statt zum Flaschenhals zu werden. Wenn man nicht gerade alle paar Monate aus Prinzip den Verstärker wechseln will, kann der Valencia am Ende sehr gut der letzte Head‑Amp sein, den man kauft.
Spannend am Orchard Audio Valencia ist weniger, dass er „gut“ ist – das sind viele andere Verstärker auch –, sondern wie stringent Leo seine Philosophie durchzieht. Seine Zielsetzung ist es, sehr hohe Mess‑Performance zu erreichen, weil er davon ausgeht, dass sich das unmittelbar in subjektiv „guten“ Ergebnissen niederschlägt. Diese Haltung sieht man bei seinen GaN‑Endstufen genauso wie beim Orchard Audio Valencia: möglichst lineare, rauscharme Verstärkung mit effizientem Aufbau statt „Klangtuning“ über absichtliche Unsauberkeiten.
Dass er aus dem Aerospace‑Bereich kommt, merkt man an Dingen wie der konsequenten symmetrischen Auslegung, der sauberen Versorgung mit getrennten linearen Reglern pro Kanal und dem Fokus auf Störabstand und Effizienz, anstatt etwa auf exotische Bauteile für Marketingzwecke. Gleichzeitig betont er immer wieder, dass seine Geräte bezahlbar bleiben sollen – er verzichtet bewusst auf aufgeblasenes Branding und investiert das Budget lieber in Schaltung und Bauteile. Die Geschichte vom Wohnzimmer‑Projekt zur kleinen Manufaktur spiegelt sich im Orchard Audio Valencia ziemlich gut wider: Das ist kein Lifestyle‑Produkt, sondern ein sehr direkt gedachtes Werkzeug für Leute, die einfach einen stabilen, kräftigen und neutralen Kopfhörerverstärker suchen, ohne sich durch Funktionslisten scrollen zu müssen.
Der Orchard Audio Valencia richtet sich klar an Nutzer, die:
Wenn du gern zwischen mehreren Gains schaltest, Filter ausprobierst oder ein All‑in‑One suchst, bist du hier falsch – der Orchard Audio Valencia ist bewusst fokussiert. Wenn du aber einen „Set and forget“-Headamp willst, der einfach Leistung und Kontrolle liefert, passt er sehr gut in dieses Raster.
Ein Punkt, der mich beim Orchard Audio Valencia nicht ganz loslässt, ist der Preis im Verhältnis zu dem, wie „unspektakulär“ das Gerät von innen wirkt. Öffnet man das Gerät, sieht man für einen rund 2.000‑Dollar‑Amp erst einmal erstaunlich viel Luft – ein relativ klares, aufgeräumtes Layout, dazu natürlich eine Menge OPA1622‑Op‑Amps und ein ordentliches Gehäuse. Rein technisch und messtechnisch liefert der Orchard Audio Valencia absolut ab, keine Frage, trotzdem bleibt bei mir dieses leichte „hm… dafür so viel Geld?“-Gefühl im Hinterkopf. Das trübt den insgesamt sehr positiven Eindruck ein bisschen, gerade wenn man das Gerät eher nüchtern als Werkzeug sieht und weniger als Liebhaber‑Projekt eines kleinen Herstellers. Auf der anderen Seite muss man fairerweise sagen: In so einem Produkt zahlen wir heute nicht nur Bauteile, sondern auch Entwicklungszeit, Kleinserien‑Fertigung und eben die sehr konsequente Ausrichtung auf Mess‑Performance – ob einem das Paket den aufgerufenen Preis wert ist, ist am Ende eine sehr individuelle Entscheidung.
Der Orchard Audio Valencia ist im besten Sinne unaufgeregt: technisch extrem stark, praktisch ausgerichtet und ohne Ballast, der im Alltag mehr ablenkt als hilft. Man merkt dem Gerät an, dass es von einem Entwickler stammt, der aus einer Welt kommt, in der Effizienz, Reliability und messbare Performance wichtiger sind als „Storytelling“ – und genau diese Story macht den Orchard Audio Valencia dann doch wieder interessant.
Mit seiner Kombination aus vollsymmetrischem Aufbau, enormer Leistung bis 17 W an 32 Ω, extrem niedriger Ausgangsimpedanz und SNR‑Werten jenseits der 130 dB reiht er sich in die Riege der Verstärker ein, die eher Studio‑Werkzeug als „HiFi‑Schmuck“ sind. Wer genau danach sucht, findet im Orchard Audio Valencia einen sehr ernstzunehmenden Headamp, der deine Kopfhörer einfach machen lässt, wofür sie gebaut wurden – ohne dass der Verstärker selbst groß Thema wird.


Wir haben mittlerweile auch einen eigenen Youtube-Channel. Hier versuche ich regelmäßig für euch Reviews mit bewegtem Bild bereit zu stellen und mehr mit euch in Kontakt zu treten. Schaut doch einfach mal vorbei und aboniert den Kanal. Danke!
Lange Zeit war die Antwort klar: nein. Wer Spotify auf dem Eversolo DMP‑A6 genutzt hat, bekam über Spotify Connect maximal die bekannte „Sehr hohe Qualität“, also 320 kbps Ogg, und teilweise sogar nur 96 kbps angezeigt. In der Spotify‑App war Lossless für den Eversolo ausgegraut, obwohl der DMP‑A6 technisch alles mitbringt, was man für verlustfreie Wiedergabe braucht. Das Ergebnis: Eversolo‑User mussten sich mit Workarounds behelfen, etwa der nativen Spotify‑App auf dem Gerät selbst, die über den Umweg Android‑Mixer lief und sich eher wie ein Hack anfühlte als wie eine saubere Lösung. Während Tidal und Qobuz den Eversolo DMP‑A6 direkt in Lossless und Hi‑Res füttern konnten, war Spotify Lossless auf dem Eversolo DMP-A6 schlicht nicht offiziell unterstützt.
Mit dem Over‑the‑Air‑Update auf Eversolo OTA V1.5.60 hat sich das geändert: Eversolo selbst kommuniziert, dass Spotify Connect Lossless jetzt auf den Streamern verfügbar ist – explizit auch auf der DMP‑Serie. In den Posts und News zum Update ist von 24‑Bit/44,1 kHz Streaming via Spotify Connect die Rede, also genau dem Qualitätsprofil, das Spotify für Lossless‑Wiedergabe auf kompatiblen Geräten definiert. Aus Sicht eines Eversolo‑Nutzers heißt das: Der Eversolo DMP‑A6 wird jetzt von Spotify als Lossless‑fähiges Ziel erkannt, und die Lossless‑Option in der Spotify‑App lässt sich mit dem DMP‑A6 als Spotify Connect‑Ziel freischalten, statt einfach ausgegraut zu bleiben.
Spannend ist dabei nicht nur, dass Spotify Lossless auf dem Eversolo DMP-A6 grundsätzlich läuft, sondern wie Eversolo den internen Audiopfad aufgebaut hat. Der DMP‑A6 (genauso wie die anderen Eversolo‑Streamer) bringt die sogenannte EOS‑Engine (Eversolo Original Sampling‑Rate Audio Engine) mit. In der offiziellen Anleitung beschreibt Eversolo EOS als eigene Audio‑Engine, die „global raw sampling rate output“ bietet und den Android‑SRC (Sample Rate Converter) umgeht – explizit auch für Drittanbieter‑Apps, als Beispiel wird Apple Music genannt. Vereinfacht gesagt: Wenn EOS aktiviert ist und die Audio‑Einstellung auf „Original Sampling Rate“ steht, wird ein 44,1‑kHz‑Signal als 44,1 kHz an den DAC ausgegeben und nicht auf 48 kHz hochgebogen, wie es der Android‑Mixer normalerweise gerne macht.
Genau hier wird Spotify Connect Lossless auf dem Eversolo interessant. Vor dem Firmware‑Update war das Hauptproblem, dass Spotify den Eversolo DMP‑A6 schlicht nicht als Lossless‑Client freigegeben hatte: Der Dienst stellte über Connect nur komprimierte Streams bereit, sodass EOS gar keine Chance hatte, einen verlustfreien Datenstrom bit‑genau durchzureichen. Jetzt, mit der offiziellen Spotify‑Connect‑Lossless‑Freigabe, sieht die Kette anders aus: Die Spotify‑App auf dem Smartphone oder Tablet wählt Spotify Lossless, verbindet sich per Connect mit dem Eversolo DMP‑A6, und dieser empfängt einen 24‑Bit/44,1‑kHz‑Stream, den EOS mit der Original‑Sampling‑Rate an den DAC‑Pfad übergibt. Aus reiner Signalweg‑Perspektive ist Spotify Lossless auf dem Eversolo DMP-A6 damit in der gleichen Liga wie Tidal und Qobuz, die den DMP‑A6 ebenfalls über ihre eigenen Clients bzw. Connect‑Implementierungen mit Lossless und Hi‑Res füttern.
Die Frage, die viele Audiophile (zu Recht) stellen, ist: Ist das wirklich bit‑perfect oder „nur“ technisch sauber gelöst? Eversolo beschreibt die EOS‑Engine als globalen Bypass des Android‑Mixers und als Weg, die originale Sampling‑Rate direkt an den Ausgang zu geben, und Community‑Berichte nach dem Update bestätigen, dass SSpotify Lossless auf dem Eversolo DMP-A6 mit aktivem EOS bei stabilen 44,1 kHz läuft, ohne Zwangs‑Resampling auf 48 kHz. Gleichzeitig ist dokumentiert, dass Spotify Lossless generell mit 16 oder 24 Bit bei 44,1 kHz arbeitet und intern viel Processing betreibt – angefangen bei Lautstärke‑Normalisierung bis hin zu verschiedenen Optimierungen, die das ursprüngliche Master nicht 1:1 unverändert lassen. Genau das war ja ein Kernpunkt in deinem ersten Artikel: Spotify Lossless ist nicht automatisch identisch mit einer lokal vorliegenden FLAC‑Datei, selbst wenn Bitrate und Sampling‑Rate identisch aussehen.


Überträgt man diese Logik auf Spotify Lossless auf dem Eversolo DMP-A6, kommt man zu einer differenzierten Einschätzung: Der Eversolo DMP‑A6 liefert mit EOS und der neuen Spotify‑Connect‑Lossless‑Implementierung alles, was die Hardware‑ und Systemseite braucht, um einen Stream bit‑genau an den DAC zu geben. Die früheren Limitierungen, warum Spotify Lossless auf dem Eversolo DMP-A6 überhaupt nicht verfügbar war – fehlende Freigabe als Lossless‑Connect‑Gerät, Connect‑Streams mit 320 kbps oder 96 kbps – sind mit dem Firmware‑Update offensichtlich adressiert worden. Ob der resultierende Strom am Ende wirklich zu 100 Prozent bit‑identisch mit dem Masterfile ist, hängt damit weniger am Design des Eversolo DMP‑A6 als an dem, was Spotify im Hintergrund mit den Daten macht – insbesondere beim Thema Normalisierung und möglicher zusätzlicher DSP‑Schritte.
Stand heute gibt es erste positive Berichte aus der Community, dass Spotify Lossless auf dem Eversolo DMP-A6 klanglich auf Augenhöhe mit Tidal und Qobuz ist, wenn man denselben Track in denselben Master‑Versionen vergleicht und EOS korrekt aktiviert hat. Harte Messungen – etwa Loopback‑Aufnahmen und Null‑Tests zwischen einer lokalen FLAC und dem über Spotify Connect Lossless am Eversolo ausgegebenen Signal – sind aber noch dünn dokumentiert und eher vereinzelt. Wer mit dem Eversolo DMP‑A6 ernsthaft auf „bit‑perfect“ Wert legt, sollte sich dieser Unsicherheit bewusst sein: Eversolo hat seine Hausaufgaben gemacht und bietet mit EOS einen sehr sauberen Pfad für Spotify Lossless auf dem Eversolo DMP-A6, aber die letzte Instanz ist und bleibt die Implementierung von Spotify selbst.
]]>Natürlich war es voll, als wir kurz nach 10 Uhr in das Le Méridien in Hamburg einmarschiert sind. Zuerst erblickten wir die Schlange all jener, die ebenfalls auf die Norddeutsche HiFi‑Tage 2026 wollten und entweder schon ein Online‑Ticket hatten oder noch eines an der Tageskasse kaufen mussten. Anfangs ging es eher langsam voran, dann aber immer schneller, sodass wir nach gut zehn Minuten – zumindest meine Begleitung – mit einem Armband versorgt waren.
Ich war akkreditiert und musste daher zu einer anderen Kasse. Dort gab es wiederum eine Schlange, die allerdings „nur“ für die Garderobe war. So kam ich zwar schnell an mein eigenes Armband, musste dann aber doch noch anstehen, um meine Jacke für 4 Euro pro Tag in die Obhut des Garderoben‑Teams zu geben.
Was anfangs nach „ziemlich voll“ aussah, entpuppte sich im Tagesverlauf als angenehm gefüllte, aber nicht überlaufene Messe. Natürlich gab es immer wieder Hotspots in bestimmten Räumen, in denen sich Besuchertrauben bildeten. Meistens haben wir jedoch direkt Sitzplätze bekommen und konnten das tun, wofür wir da waren: Musik hören und einen Eindruck von den vorgestellten Anlagen gewinnen – genau das, was ich in diesem Norddeutsche HiFi-Tage 2026 Rückblick festhalten wollte.
Das Le Méridien in Hamburg ist ein durchaus schönes Hotel, aber auch ziemlich verwinkelt. Wenn ich mir eins gemerkt habe, dann dass ich nicht zu 100 Prozent nachvollziehen konnte, wie und warum wir am Anfang an bestimmten Stellen gelandet sind. Es gibt Treppenhäuser, die zwar in einige, aber nicht in alle Etagen der Veranstaltung geführt haben, und man musste teilweise das Treppenhaus wechseln, um ans eigentliche Ziel zu kommen.
Gefühlt lagen manche Treppenhäuser direkt nebeneinander, was die Orientierung nicht unbedingt leichter gemacht hat. Es gab zwar Hinweisschilder, die jeweils akut geholfen haben, aber ein wirklicher Gesamtüberblick hat sich mir nicht erschlossen. So haben wir anfangs einzelne Räume übersehen, die wir später noch nachgeholt haben – alles halb so wild und in so einem Hotel‑Setup vermutlich schwerer eindeutig zu planen, auch für den Veranstalter.
Gerade deshalb war es mir wichtig, im Norddeutsche HiFi-Tage 2026 Rückblick auch die Orientierung, Wegeführung und das Gefühl „im Hotel unterwegs“ anzusprechen – denn das gehört für mich zum Messe‑Erlebnis dazu.
Die Vorführräume waren typische Hotelzimmer, teilweise aber überraschend geräumig und größer, als man auf den ersten Blick erwartet hätte. Die Ausstattung und Vorbereitung der Räume variierte deutlich je nach Aussteller. Einige haben den Raum akustisch nach bestem Wissen, Gewissen und den realen Möglichkeiten angepasst, andere haben ihn weitgehend so belassen, wie er war.
Es dürfte wenig überraschen, dass die besser angepassten Räume in meinem Norddeutsche HiFi-Tage 2026 Rückblick oft die überzeugenderen Vorführungen geliefert haben. Dort ließen sich Anlagen deutlich entspannter beurteilen, weil weniger der Raum und mehr das Setup selbst im Vordergrund stand.
Die Beleuchtung war meistens „suboptimal“, um es freundlich auszudrücken, sodass meine neue Kamera zeigen durfte, was sie kann. Ich hoffe, ihr mögt die entstandenen Bilder in diesem Norddeutsche HiFi-Tage 2026 Rückblick, denn ich habe – wie es sich für eine Publikumsveranstaltung gehört – konsequent ohne Blitz fotografiert.
Ganz im Kontrast dazu stand ein Teil der anwesenden Fachpresse, die uns zum Beispiel bei Auer Acoustics gefühlt komplett „geblitzdingst“ hat. Zum Einsatz kam ein einfacher Aufsteckblitz – für diesen großen Hörraum und die High‑End‑Anlage völlig überfordert und im Ergebnis mehr störend als hilfreich. Liebe Fachpresse: Wenn ihr lernen möchtet, wie man solche Veranstaltungen auch ohne Blitz vernünftig fotografiert, meldet euch gern. Wenn ich etwas nicht weiß oder kann, mache ich das mit Leidenschaft und Selbststudium wett – das funktioniert offenbar besser als ein überforderter Aufsteckblitz im Hörraum.
Wer hier eine riesige Auflistung aller Marken und Händler erwartet, wird in diesem Rückblick nicht fündig werden. Ja, die großen Namen hatten teilweise den größten Bombast in ihren Räumen und Vorführungen, das gehört irgendwie dazu. Aber das heißt nicht, dass es nicht auch abseits der üblichen Verdächtigen spannende Präsentationen gab.
Wir konnten längst nicht jede einzelne Vorführung mitnehmen – dafür gibt es auf den Norddeutsche HiFi‑Tage 2026 einfach viel zu viele Räume, Setups und Slots. Deshalb konzentriere ich mich hier auf die Stationen, die mir besonders aufgefallen sind: entweder klanglich, konzeptionell oder einfach, weil sie anders waren als der übliche Messe‑Standard.
Auffällig war, dass viele Aussteller nicht nach dem Motto „nur das Neueste und Teuerste“ ausgestellt haben. Statt ausschließlich Flaggschiffe zu zeigen, standen oft auch kleinere oder mittlere Modelle im Fokus. Genau das hebt die Norddeutsche HiFi‑Tage für mich spürbar von einer Messe wie der High End ab, wo sehr viel mehr „Show & Bombast“ im Vordergrund steht.
Ich persönlich mag kleinere Lautsprecher ohnehin, denn in vielen Gesprächen hört man, dass sich Leute an Flaggschiffen orientieren, obwohl sie diese in der Praxis weder stellen noch bezahlen können. Oft sind es am Ende dann doch kleinere Modelle im eigenen Wohnzimmer – und genau dort müssen sie überzeugen. Auf der Messe war schön zu sehen, dass gute klangliche Ergebnisse nicht zwingend an maximale Größe und fünfstellige Preisschilder gebunden sind.
Auer Acoustics hat für mich den Vogel abgeschossen. Sie haben nicht nur eine tolle Präsentation ihres VERSURA V4 abgeliefert und damit einen rund 7 × 12 Meter großen Raum mit ordentlich Druck und sehr guter Kontrolle gefüllt. Sie haben außerdem einen unglaublichen Aufwand betrieben, indem sie den kompletten Raum mit eigenen Akustik‑Wänden und Paneelen in einen akustisch bearbeiteten Hörraum aus einem Guss verwandelt haben. Wer es nicht wusste, konnte leicht den Eindruck gewinnen, das Le Méridien hätte hier einen fest installierten Audio‑Raum – tatsächlich hat Auer Acoustics ihn selbst aufgebaut. Starke Leistung!



Wie immer war auch Audio Reference vertreten und hat wieder drei komplette Setups aufgefahren, die für ordentlich Andrang gesorgt haben – inklusive Online‑Tickets für einzelne Vorführungen. Neben einem kurzen Rundgang über alle drei Setups habe ich mir die Kinovorführung gegeben. Hier war ich nach dem Perfektionismus bei Auer Acoustics allerdings etwas „enttäuscht“: Die Präsentation der neuen Perlisten A‑Serie wirkte eher mittelmäßig. Die Anlage lief mit je einem Prototypen für eine neue AV‑Vorstufe und 7‑Kanal‑Endstufe von Velodyne, war aber offenbar nicht sauber auf den Hörraum eingemessen. Nach einem kurzen Gespräch mit einem Mitarbeiter hat sich dieser Eindruck auch bestätigt. Schade – das volle Potenzial dieser Kombination hätte ich gern erlebt.
Wir hatten insgesamt noch einige richtig starke Vorführungen, sind zwischendurch aber auch im HiFi‑Voodoo gelandet – inklusive leuchtender UFO‑Gadgets. An mehreren Stellen durften wir selbst Musik wählen und haben eiskalt Bands wie In Flames aufgelegt. Mit unseren Metal‑Shirts sind wir dabei mehrfach „gespottet“ worden und so immer wieder in nette Gespräche gekommen.
Natürlich gab es aber auch die bekannten „Dich fasse ich mit der Kneifzange nicht an“-Momente, in denen das Gegenüber gefühlt unnahbar weit weg war. Schade – aber irgendwo verständlich: Die Branche ist noch immer sehr konservativ, und meine Arbeit wird teilweise als reines Blogger‑ oder Influencer‑Ding belächelt. Ich arbeite aber genau daran, das zu ändern und ein paar dieser Fronten aufzubrechen – für eine HiFi‑Zukunft, die auch für neue Generationen zugänglich und einladend ist.
Ich bin ganz ehrlich: Ich hatte mich auf einen eher nervigen Tag eingestellt und bin am Ende bei einem echten Genuss‑Tag gelandet. Nicht komplett – das Abendessen im Restaurant unserer Wahl hat qualitativ nicht mehr an „früher“ bzw. die Vor‑Corona‑Zeit angeknüpft und die Preise waren astronomisch –, aber das ist ein anderes Thema.
Bevor ich zum Fazit komme, haue ich euch unten noch ungefiltert meine restlichen Bilder rein, um meinen Norddeutsche HiFi-Tage 2026 Rückblick noch ein bisschen zu versüßen.
Zum Abschluss dieses Norddeutsche HiFi-Tage 2026 Rückblicks kann ich sagen: Die Messe war deutlich besser, entspannter und praxisnäher, als es manche Berichte aus dem Vorjahr hatten erwarten lassen – und ich freue mich jetzt schon auf die nächste Runde an der Alster.
Wenn dir mein Norddeutsche HiFi-Tage 2026 Rückblick gefallen hat, findest du auf HiFiGeek bald noch mehr Messeberichte und ausführliche Tests zu den gehörten Komponenten.





Diese Nachricht kam gerade in meine Comments zu meinem Review-Video und ich musste schmunzeln. Ich kenne dieses Gefühl zur Genüge. Der Luxsin X9 steht da auf dem Rack, sieht aus wie ein Kunstwerk, macht aus jedem Kopfhörer ein High-End-Erlebnis – und dann kommt dieser Moment am Touchscreen: „Select target frequency response“ mit 11 verschiedenen Optionen für deinen Kopfhörer.
Wer das Review noch nicht gelesen hat: Hier geht es zum Luxsin X9 Review-Artikel.
Gefällt euch mein Content? Dann klickt auf „Abonnieren“ und unterstützt meinen Kanal – so kann ich auch in Zukunft spannende HiFi‑Komponenten für euch testen.
Plötzlich wird aus Begeisterung leichte Panik. Im Luxsin X9 HP‑EQ steht „Harman Over-Ear? HMS 1.3? crinacle EARS 711? oratory1990? Was soll der ganze Kram?“ Der Kopf raucht schneller als ein Death-Metal-Riff bei 0:47. Ich war genau da – erste Woche mit dem X9 = ausschließlich Bypass. Und dann hab ich mich hingesetzt und jedes einzelne Profil durchgetestet.

Ich habe unter anderem im Benutzerhandbuch sowie im Netz recherchiert und durchprobiert.
Der Luxsin X9 hat für den DSP‑Chip (AK7739) Zugriff auf über 2500 echte Messungen von Kopfhörern in der Cloud. Das sind keine Simulationen, sondern Frequenzgänge, die mit professionellen Messrigs wie GRAS 43AG (ähnlich oratory1990 oder AutoEQ) aufgenommen wurden und über den Luxsin X9 HP‑EQ nutzbar.
Wenn du jetzt z.B. deinen Kopfhörer auswählst und dann „Harman Over‑Ear“ klickst, passiert folgendes im Hintergrund:
Ausgabe: ein Frequenzgang, der sehr nah an der Zielkurve liegt – aber dein Kopfhörer bleibt dein Kopfhörer mit seiner Bühne, Dynamik und Transparenz. Direkt von „wie mein Kopfhörer klingt“ zu „wie er klingen soll“.
Hier sind alle 11 Optionen mit ihren Hauptmerkmalen, Messbasis und typischen Einsatzgebieten (nach bestem Wissen und Gewissen):
Gerade Referenzlinie – 0 dB über das gesamte Spektrum, absolute Linearität.
Wann: Zum Vergleich mit Bypass oder als Referenz für eigene PEQ‑Anpassungen. Für Mixing/Mastering‑Checks, wenn du hören willst, wie der Kopfhörer „wirklich“ klingt.
Harman Research 2018 (Over‑Ear) – Bass‑Anhebung ca. +6 dB bei 80 Hz, natürliche Mitten, sanfter Treble‑Rolloff ab 5 kHz. Blindtest‑basiert für breiten Appeal.
Wann: Daily Driver für 90% aller Musik. Pop, Rock, Hip‑Hop, EDM – der Klang, den die meisten Menschen als „natürlich“ empfinden.
Harman mit HMS‑Messstandard 1.3 – präziserer Bass (+5 dB), glattere Höhen, minimale Phasenverzerrungen.
Wann: Längere Listening‑Sessions (Podcasts, Hörbücher, Progressive Metal). Weniger Höhen‑Fatigue, etwas präziser als Standard‑Harman.
crinacle’s EARS‑711‑Rig + Harman 2018 – stärkerer Bass (+8 dB), Peak‑Korrektur um 3–4 kHz, für diese Messgeometrie optimiert.
Wann: Für Bass‑Liebhaber: Death Metal, Hardcore, Hip‑Hop, Trap. Ideal für bass‑schwache Planar‑ oder offene Kopfhörer.
AutoEQ‑Datenbank für In‑Ears – straffer Bass (+4 dB), neutrale Mitten, IEM‑typische Höhenanhebung.
Wann: Komplexe Musik mit vielen Gitarren/Layern: Melodic Death, Progressive Metal, Jazz. Eher enge Bühne, sehr präzise Trennung.
HMS 1.3 Standard + AutoEQ – kontrollierter Bass, präzise Mitten, minimale Resonanzen.
Wann: Deathcore, Dubstep und moderne Produktionen mit viel Low‑End – straffste Kicks, kontrollierte Breakdowns.
Diffuse‑Field‑Simulation (518 dB/oct) – nahezu lineare Kurve, leichte Höhenanhebung, freies Schallfeld nachgeahmt.
Wann: Klassik, Jazz, Akustik. Analytische Genres, bei denen du jedes Detail hören willst. Eher Studio‑Referenz als „Spaß‑Klang“.
LMS‑20G‑Messrig, bassreduziert – Fokus auf Mitten/Höhen, Bass unter 100 Hz deutlich abgesenkt.
Wann: Vokallastige Musik: Singer‑Songwriter, Oper, Post‑Rock. Wenn Stimmen wirklich im Vordergrund stehen sollen.
oratory1990‑Messungen für In‑Ears – sehr präzise Höhen ab 8 kHz, kontrollierter Bass, geringe Verzerrungen.
Wann: Black Metal, Technical Death, alles mit viel Atmosphäre in den Höhen und fein aufgelösten Becken.
oratory1990‑Messungen für Over‑Ears – ausgewogener Bass/Mitten/Höhen, Studio‑Referenz‑Charakter.
Wann: Studio‑Qualität für alle Genres. Neutral, aber nicht steril – wenn du „richtigen“ Klang ohne Schönfärberei suchst.
Harman Research 2013 (frühe Version) – milder Bass‑Boost (+4 dB), weichere Übergänge als 2018.
Wann: Retro‑Klang: 70er/80er Rock, ältere Aufnahmen. Weniger aggressiv und etwas entspannter als die 2018‑Version.
Natürlich muss es nicht dabei bleiben. Du kannst vorhandene Kurven nach deinen Wünschen anpassen oder komplett eigene PEQ‑Einstellungen erstellen. Besonders praktisch, wenn du den Luxsin X9 auch als Vorstufe für deine HiFi‑Anlage nutzt – und ja: Der Pre‑Out übernimmt 1:1 die Luxsin X9 HP‑EQ‑Einstellungen (inkl. PEQ und Crossfeed).
In der App klickst du beim Luxsin X9 HP‑EQ auf den Plus‑Button neben deinem Kopfhörermodell und gibst einen Namen für dein eigenes Profil ein. Wenn du das machst, nachdem du deine Lieblings‑Kurve gewählt hast, wird diese automatisch übernommen. Danach kannst du PEQ, Crossfeed & Co. nach deinem Geschmack feintunen.




Für HiFi‑Anlagen (mit REW und kalibriertem Mikrofon wie dem miniDSP UMIK‑1):



Tipp: Der Luxsin X9 merkt sich beim Switchen zwischen Kopfhörer‑Ausgang und XLR/Cinch die jeweils gewählten Profile – damit hast du auch am Pre‑Out digital perfekt korrigierten Klang bis zum Verstärker.
Crossfeed versucht, den typischen „Kopfklang“ von Kopfhörern zu entschärfen und sie ein Stück weit wie Lautsprecher im Raum klingen zu lassen. Die Idee: Ein wenig vom linken Signal gelangt zeitverzögert und leiser aufs rechte Ohr (und umgekehrt), so wie es bei echten Lautsprechern auch passiert.
Die Basis dahinter heißt bs2b – Bauer Stereo to Binaural. Dahinter steckt ein Algorithmus, der genau diese Übersprech‑ und Laufzeiteffekte nachbildet: Ein gefilterter Anteil des Nachbarkanals wird hinzugemischt, im Hochton etwas abgesenkt, im Timing leicht verschoben. Dadurch verschiebt sich die Bühne weg von „mitten im Kopf“ nach vorne, Stimmen wandern eher in die Mitte des Raums, und langes Hören wirkt weniger anstrengend.

In der Luxsin‑App taucht das als drei bs2b‑Presets auf:
Bei „relax“ setzt der Algorithmus etwas tiefer an und greift kräftiger zu. Stimmen und zentrale Instrumente werden stark in die Mitte gezogen, das Panorama wirkt insgesamt weicher und entspannter. Diese Einstellung bietet sich für lange Hörsessions, Hörbücher oder eher harsche Aufnahmen an, bei denen du möglichst komfortabel und wenig ermüdend hören möchtest.
Das ist die neutrale Grundeinstellung. Die Crossfeed‑Wirkung ist hörbar, aber zurückhaltend: Die Bühne rutscht etwas nach vorne, der Mix wirkt geschlossener, ohne dass sich der Klangcharakter stark verändert. Ideal, wenn du Crossfeed zum ersten Mal ausprobierst oder einfach nur ein bisschen weniger „im Kopf“ hören möchtest.
Hier arbeitet bs2b mit der gleichen Trennfrequenz, aber höherem Pegel – der Effekt ist deutlich stärker. Das hilft vor allem bei älteren oder sehr hart links/rechts gemischten Produktionen, etwa klassischem Rock oder aggressiv gemastertem Metal, wo Gesang, Snare oder Gitarren zu weit außen kleben. Mit „polular“ rücken diese Elemente hörbar in die Mitte, ohne dass die Stereo‑Breite komplett zusammenfällt.
Unterm Strich nimmt dir der Luxsin X9 HP‑EQ und Crossfeed den größten Teil der Kopfhörer‑Bastelei ab – übrig bleibt nur noch die angenehmste Aufgabe: Musik hören.
]]>Ganz ehrlich? Ich verstehe den Reiz von Messen wie die Norddeutsche HiFi-Tage 2026 total: Schwärmen vom nächsten Upgrade, kleine „Gems“ entdecken, die im Online-Dschungel untergehen würden, oder endlich mal Gleichgesinnte treffen, mit denen man stundenlang über Musik, Technik und Setups fachsimpeln kann. Gleichzeitig bleibe ich skeptisch: Hier wird natürlich mit allen Mitteln Marketing betrieben, und manche hochgejubelten Produkte würden mich ohne diesen Rahmen vermutlich nie interessieren.
Stellt euch die Norddeutsche HiFi-Tage 2026 wie eine Modenschau vor: Jeder Hersteller oder Vertrieb mietet einen Raum im Hotel und versucht, aus den Gegebenheiten das Maximum herauszuholen. Teppichboden, dünne Wände, niedrige Decken – alles andere als ein perfekt optimierter Hörraum. Ist so ein Zimmer also ungeeignet für HiFi-Demos, oder gerade spannend, weil man Systeme in halbwegs realistischen Umgebungen erlebt?
Ich persönlich halte nicht allzu viel von klassischen Verkaufsvorführungen, bei denen ich nicht die Fäden in der Hand habe. Es ist nicht mein Raum, nicht meine Technik, und ich habe keine echte Transparenz darüber, was im Hintergrund passiert. Das macht es schwierig, Eindrücke direkt auf das eigene Setup zu übertragen.
Ich bin außerdem kein Freund typischer Verkaufsgespräche. Man weiß nie, wer da gerade vor einem steht und wie tief das Fachwissen wirklich geht. Ich bin mit dem Internet aufgewachsen, informiere mich gerne selbst und liebe es, mich online durch Tests, Foren und Datenblätter zu wühlen. In vielen Gesprächen merke ich ziemlich schnell, dass ich in einigen Bereichen besser im Thema bin als mein Gegenüber. Dann fühlt sich meine Zeit schnell verschwendet an – kein Wunder, dass der Trend immer stärker Richtung Onlinekauf geht.
Trotz aller Skepsis bleibt eine Messe spannend. Ich freue mich darauf, nach Hause zu fahren und das Gefühl zu haben, wirklich etwas dazugelernt zu haben. Vielleicht ergibt sich der ein oder andere interessante Kontakt, vielleicht entdecke ich Konzepte oder Produkte, die ich bisher gar nicht auf dem Schirm hatte. Und vor allem: Es ist einfach ein gutes Gefühl, so viel gebündelte Leidenschaft für Musik und Technik an einem Ort zu erleben.
Die Ausstellerliste für die Norddeutsche HiFi-Tage 2026 ist in den letzten Wochen immer weiter gewachsen, weshalb ich diesen Artikel zunächst zurückgehalten habe. Aber jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, noch einmal auf die Norddeutsche HiFi-Tage 2026 hinzuweisen.
Ich habe die Aussteller grob kategorisiert – seht es mir nach, wenn es nicht immer zu hundert Prozent passt:
Lautsprecher & Akustik
Acapella, AP Elektroakustik, ASCENDO, Auer Acoustics, Avantgarde Acoustic, Audes, beaudioful, Børresen, Canton, CHARIO, Cube Audio, ELAC, Esprit, Fischer & Fischer, GAUDER AKUSTIK, GGNTKT, HIFIMAN, Harzsch, Horns, Kaiser KAWERO, KEF, Lansche Audio, Lyravox, MAGNEPAN, Manger, Marten, MAPU Speakers, Mudra Akustik, MUSICAL FIDELITY, Perlisten Audio, Phonar, PMC, Pylon Audio, QUAD, Qualio Audio, Raidho Acustics, Rogers HiFi, Rowen, Scansonic, Sonox, TRIANGLE, Velodyne Acoustics, Vivid Audio, Voxativ, Wilson Audio, YG Acoustics
Verstärker & Elektronik
A&L, Aavik, Accuphase, AIR TIGHT, ATOLL, AUDREAL, AVM, AYON, Backes & Müller, Benchmark, Boulder Amplifiers, Braun, Bryston, dCS, EINSTEIN AUDIO, EternalArts, Fezz Audio, Grimm Audio, Harman Karbon, Hegel, Horch House, Luxman, Magnetar, Mola Mola, MSB, NuPrime, PS Audio, Riviera Audio Laboratories, RÜBENBURG AUDIO, Soulnote, SPL, Staltmanis LAB, Swiss HD, ThivanLabs, Vitus, VTL, Western Electric, WISSELING HIGH END
Quellgeräte (Plattenspieler, Streamer, CD-Player)
Bauer Audio DPS, C.E.C., HOLBORNE, Innuos, Lampizator, Mozzaik Audio, PLATINE VERDIER, Revox, Symphonic Line, Thales, Thorens, Transrotor, TW-Acoustic, VPI Industries, Axmann Audio, sonoro
Tonabnehmer & Vinyl-Zubehör
KOETSU, Kleeny, Nessie Vinylcare, PHASEMATION, PHONOSOPHIE, Skyanalog, Soundsmith, STUdo, ToneTool
Kabel & Zubehör
Analysis Plus, Ansuz, Audia Flight, Axxess, Cardas Audio, Crystal Cable, Furutech, J.Sikora, LUNA CABLES, Nordost, PADIS, POWERGRIP, Reed, Silberstatic, SUPRA Cable, WBT, WBT-PlasmaProtect
, WireWorld, Zavfino
Kopfhörer
Final, grell, Sennheiser
Möbel, Racks & Raumausstattung
Bassocontinuo, HKLIVING, SYMANN Soundboards, SonicThrone® Audio Sessel, UberLight Flex, Workshop Quadrophonie
Sonstiges & Spezialanbieter
ATE, Audio Note, Audio Offensive, Audio Reference, Audiofels, Audiophil FAST, Axmann Audio, Dimi Vesos, ELECTRIC AUDIO, Esprit, EternalArts, Fenn Music, GGNTKT, HIFI-ZEILE, HOLBORNE, LEN Hifi, Linnenberg, Loutd, nextgen
, Progressive Audio
Am Ende bleibt für mich vor allem eins: Neugier. Ich werde nicht jede Vorführung für bare Münze nehmen und auch nicht nach jedem Raum glauben, das nächste „Must-have“ gefunden zu haben. Aber genau dieses Wechselspiel aus Begeisterung, Skepsis und echtem Interesse macht die Norddeutsche HiFi-Tage 2026 für mich spannend.
Wenn ihr also Zeit und Lust habt, euch ein Wochenende lang durch Lautsprecher, Verstärker, Kopfhörer, Streaming und Vinyl zu hören, schaut im Le Méridien in Hamburg vorbei – Tickets bekommt ihr direkt über die Veranstalterseite, alle Infos zu Zeiten und Preisen findet ihr dort. Ich werde mit meiner Kamera vor Ort sein und meine Eindrücke später hier mit euch teilen.
]]>Vorab ein kurzer Disclaimer: Ich habe den Luxsin X9 vom deutschen Vertrieb audioNEXT kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. audioNEXT oder irgendjemand sonst nimmt keinen Einfluss auf mein Review. Als unabhängiger Blog sind wir an keine geschäftlichen Beziehungen gebunden, die unsere Meinung verfälschen könnten..
Gefällt euch mein Content? Dann klickt auf „Abonnieren“ und unterstützt meinen Kanal – so kann ich auch in Zukunft spannende HiFi‑Komponenten für euch testen.
Wer schon einmal Eversolo-Produkte ausgepackt hat, wird die Qualität kennen. Luxsin stammt ebenfalls aus dem Hause Zidoo. Die 3,7 kg des Luxsin X9 liegen direkt wertig in der Hand. Natürlich wird das Gerät gut gepolstert ausgeliefert, sodass dem massiven Aluminiumgehäuse mit seinen soliden Alu-Planken auf der Reise nichts passiert. Mit 30 x 20 x 6,5 cm ist das Gerät kompakt genug für den Schreibtisch. Auf dem HiFi-Rack wirkt es hingegen angenehm schlank und schmal.
Was liegt in der Box:



Der erste Eindruck ist durchweg premium. Das 4‑Zoll-Farb-Touchscreen mit den virtuellen VU-Metern ist das Eye-Candy – sie sehen täuschend echt aus, sind vollständig animiert, etwa mit sanft-blauem Hintergrund. Luxsin bietet 14 verschiedene grafische Varianten zur Wahl, was eigentlich unnötig wirkt, aber durchaus charmant ist. Die facettierten Ecken des Gehäuses geben dem Luxsin X9 ein modernes Design, das nicht billig wirkt. Alle sichtbaren Seiten sind sauber verarbeitet, sogar die Unterseite. Schrauben siehst du nur an der Rückwand – alles andere wirkt wie aus einem Guss.
Der Luxsin X9 nutzt den AK4499EX DAC-Chip von Asahi Kasei Microdevices – derselbe, der auch im erfolgreichen Eversolo DMP-A8 Streaming-DAC verbaut ist. Das ist ein Vertrauenssignal. Daneben sitzt ein AK4191EQ für die IV-Konvertierung (digital zu analog). Die Signalverarbeitung erfolgt über einen AKM 7739 DSP-Chipsatz, der speziell die Headphone-EQ-Funktion steuert (dazu später mehr).


Die Kopfhörerendstufe ist vollständig symmetrisch aufgebaut und liefert bis zu 6.400 mW an 16 Ω über den 4,4‑mm-Balanced-Ausgang – das ist ordentlich Leistung. Über den 6,35-mm-Single-Ended-Anschluss oder XLR4 ist die Leistung etwas geringer, aber immer noch mehr als ausreichend. Der Verstärker-Chip ist ein TPA6120A2 in Kombination mit einem OPA1612 als Buffer. Das Besondere: Die Ausgangsstufe wurde speziell für den Luxsin X9 entwickelt und nicht einfach von Eversolo übernommen.
Ein Lineartrafo versorgt die analoge Sektion (für hohe Reinheit und guten Rauschabstand), ein Schaltnetzteil die digitale Sektion (für Effizienz). Im Inneren sitzt ein großer, gekapselter Ringkerntrafo – du wirst sein Gewicht beim Transport spüren. Die Ripple-Unterdrückung ist mit 40 nV extrem niedrig. Das bedeutet: Der Rauschgrund des Luxsin X9 ist in der Praxis nahezu nicht existent.


Das Dynamic Negative Feedback System (DNF) nutzt die Kombination aus OPA1612 und TPA6120A2, um harmonische und intermodulative Verzerrungen signifikant zu reduzieren. Das praktische Resultat: Der Klang wirkt sauberer und transparenter, ohne zusätzliche Färbung.
Die R2R-Resistor-Array-Lautstärkeregelung ist ein echtes Highlight. Statt digital zu regeln, nutzt der Luxsin X9 1.024 diskrete Stufen mit Schaltrelais – jeder Schritt ist als leichtes „Click“ beim Drehen hörbar, 0,5‑dB-Schritte sind Standard (wahlweise 1, 2 oder 3 dB). Das verhindert Kanalabweichungen im unteren Lautstärkebereich und verschleißt nicht wie ein klassisches Potentiometer.


Die Impedance-Detection-Technologie misst automatisch die Impedanz deines Kopfhörers (16 Ω, 32 Ω oder 300 Ω), wenn du ihn an den 4,4‑mm- oder 6,35-mm-Anschluss anschließt, und passt das Gain entsprechend an. Das ist praktisch wie die ISO-Einstellung an einer Kamera – es optimiert den nutzbaren Regelbereich für deine spezifischen Kopfhörer. XLR4-Nutzer müssen die passende Einstellung manuell wählen. Eine Einschränkung: Das System misst Impedanz, nicht Empfindlichkeit – mit sehr empfindlichen IEMs oder sehr wenig empfindlichen Kopfhörern kann der Regelweg etwas knapp werden.
In der Praxis bedeutet die Kombination aus Dynamic Negative Feedback und R2R-Lautstärkeregelung: extrem saubere Wiedergabe, perfekte Kanalbalance auch bei sehr niedrigen Pegeln und eine feinfühlige, verschleißfreie Lautstärkeregelung, von der besonders Leisehörer profitieren.
Kopfhörer-Ausgänge (Front):
Alle Buchsen sind hochwertig verarbeitet, die Klinkenbuchsen haben dezent goldfarbene Ringe – ein schöner Farbakzent, der nicht billig wirkt.



Digitale Eingänge (Rückseite):
Analoge Eingänge (Rückseite):
Ausgänge (Rückseite – die Vorverstärker-Funktion):



Smart Features:
App-Steuerung:
Die Luxsin Remote App ist verfügbar für iOS und Android. Es gibt außerdem ein Web-Panel im Browser, wenn der Luxsin X9 über WiFi im Netzwerk hängt. Aktuell ist die Oberfläche nur auf Englisch und Chinesisch verfügbar, laut Hersteller soll Deutsch folgen. Die App ist intuitiv, Tuning-Kurven werden visualisiert und PMEQ-Settings (Parametric EQ) lassen sich einfach anpassen. Luxsin schiebt regelmäßig Firmware-Updates nach – gut für Bugfixes und neue Features, aber man lebt damit auch mit einem Gerät, das softwareseitig in Bewegung bleibt.




Massives Aluminium mit soliden Alu-Planken – kein Kunststoff mit Alu-Blende wie bei manchen Konkurrenten. Das Finish ist gebürstet statt hochglänzend, was Fingerabdrücke deutlich entschärft. Die leicht schräg gestellte Frontplatte mit ihren facettierten Ecken gibt dem Luxsin X9 ein modernes Aussehen, ohne zu aufdringlich zu wirken.
Das 4‑Zoll-Farb-Touchscreen (TFT-LCD) ist das visuelle Highlight. Die virtuellen VU-Meter sehen täuschend echt aus, vollständig animiert mit Schatten und Beleuchtung. Du kannst zwischen 14 verschiedenen grafischen Varianten wählen (Black VU, Classic VU, Neon usw.). Die Lesbarkeit ist auch aus seitlichen Blickwinkeln hervorragend, die Helligkeit ist einstellbar.




Die Bedienelemente (Front)
Der Lautstärke-Regler bietet ein sehr befriedigendes, gerastertes Feedback mit gut hörbaren Relais-Klicks – nicht zu straff, nicht zu leichtgängig. Die Haptik ist klar im Premium-Segment angesiedelt. Das Display zeigt bei Lautstärke-Änderungen eine „R2R“-Dezibel-Anzeige an.
Wärmeentwicklung:
Im Idle-Betrieb liegen an der Oberseite rund 30 °C an – warm genug, dass man im Winter gerne mal die Hand darüber streicht, aber nie unangenehm heiß. Es gibt keinen aktiven Lüfter; die Kühlung erfolgt passiv über das Gehäuse.
Da es sich in erster Linie um einen Desktop-DAC handelt, erfolgt die primäre Bedienung über das Touchscreen. Natürlich lässt sich der Luxsin X9 auch bequem mit der Fernbedienung oder über die App steuern, wobei in der App nicht alle Optionen verfügbar sind.
Das ist das Killer-Feature des Luxsin X9. Luxsin hat eine Datenbank mit rund 2.500 Kopfhörer-Profilen vorinstalliert. Wenn du deinen Kopfhörer anschließt, tippst du seinen Namen ins Menü, wählst eines oder mehrere EQ-Profile, und der Luxsin X9 passt den Frequenzgang automatisch an – per DSP. Das funktioniert ähnlich wie EQ-Ansätze auf Basis gemessener Kopfhörerprofile, wie man sie von Roon oder Harman-Target-Curves kennt. Die Idee dahinter: Jeder Kopfhörer bringt charakteristische Verfärbungen mit. Der Fosi i5 ist dir zu zurückhaltend in den Höhen? Die EQ gleicht das aus. Der Verum 2 ist zu hell? Wird korrigiert. Dein Kopfhörer profitiert merklich von dieser Anpassung – nicht subtil, sondern klar hörbar.

Im Ergebnis wirkt HP‑EQ wie ein fehlendes Bindeglied im Head‑Fi‑Setup: Auf Basis realer Messdaten biegt der Luxsin X9 den Frequenzgang vieler Modelle in Richtung einer ausgewogeneren Zielkurve, sodass bekannte Kopfhörer plötzlich wie „fertig abgestimmte“ Hörer klingen – ohne Messmikrofon, REW oder stundenlange EQ‑Bastelei. Ich konnte fast alle Kopfhörer hier im Haus in der Datenbank finden. Lediglich der Sennheiser HD550 fehlt. Schade – wahrscheinlich hätte ihn dieses Feature noch eine Klasse nach oben befördert.
Es gibt drei verschiedene Crossfeed-Level. Die Funktion arbeitet sehr überzeugend: Sie imitiert eine lautsprecherähnliche Räumlichkeit und reduziert die typische „In-Head-Localization“, also das Gefühl, dass alles „im Kopf klebt“. Ideal für lange Listening-Sessions mit weniger Kopfhörer-Ermüdung. Wichtig: Es klingt nicht hohl oder künstlich wie manche schlechten analogen Crossfeed-Implementierungen.
Im Grundcharakter spielt der Luxsin X9 neutral mit einem leichten Schuss Wärme: Der Bass ist schnell, trocken und kontrolliert, geht tief hinunter, ohne in den Mittelton zu bluten, Stimmen stehen sauber und natürlich im Raum, und der Hochton bringt Glanz und Luft, ohne scharf oder nervös zu werden. Der Hintergrund bleibt dabei „pitch‑black“ – selbst bei niedrigen Pegeln hörst du praktisch kein Rauschen, was in Kombination mit der R2R‑Lautstärkeregelung gerade Leisehörer glücklich macht.
Die Bühne ist standardmäßig eher mittlere Größe mit leicht frontaler Präsentation, dafür sehr klar geschichtet: Vocals und Leads stehen greifbar vorne, Rhythmus‑Sektion und Effekte staffeln sich sauber dahinter. Aktivierst du Crossfeed und die Soundstage‑Erweiterung, lässt sich dieses Bild erstaunlich weit aufziehen, ohne ins Künstliche abzudriften – du bekommst mehr Breite und Luft um Instrumente, ohne dass es nach billigem Hall‑Effekt klingt oder einfach nur der Hochton angehoben wird. Gerade bei längeren Sessions macht das Hörermüdung spürbar geringer, weil die typische „im Kopf festgetackerte“ Bühne einem eher lautsprecherähnlichen Raumgefühl weicht.
Spannend wird es, wenn der X9 seine DSP‑Tricks ausspielt. HP‑EQ fühlt sich in der Praxis an, als würden deine Kopfhörer ein Firmware‑Update für ihren Klang bekommen: Auf Basis realer Messdaten von rund 2.500 Modellen werden Peaks geglättet, Basslöcher aufgefüllt und die Gesamttonalität näher an eine saubere Zielkurve herangezogen. Besonders Kopfhörer mit „berühmten“ Eigenheiten – etwas zu heller Oberton, Badewannen‑Tuning, dünner Bass – profitieren massiv, weil der X9 ihre Stärken betont und die Schwächen beschneidet, ohne den Grundcharakter komplett zu erschlagen. Unterm Strich wirkt HP‑EQ wie das fehlende Bindeglied im Head‑Fi‑Setup: Statt den nächsten Hörer zu kaufen, hebst du mit einem Klick den vorhandenen eine Klasse nach oben.
Leistungsmäßig hat der Luxsin X9 nicht nur für deinen Verum 2 oder Fosi i5 genügend Reserven, sondern auch für große Planare – Berichte mit HIFIMAN‑Kalibern zeigen, dass selbst bei hohen Pegeln kein Eindruck von Kompression oder Weichzeichnung entsteht. Gleichzeitig bleibt er mit sinnvoll gewählter Gain‑Stufe auch an empfindlichen IEMs sehr leise im Rauschteppich, was in dieser Leistungsklasse alles andere als selbstverständlich ist. Dass die Impedance‑Detection den Gain passend vorsortiert, macht die ganze Power im Alltag gut beherrschbar, statt dir nur theoretische Wattzahlen auf dem Papier zu liefern.
Richtig charmant ist der Luxsin X9 dann als Schreibtisch‑Zentrale im 2.1‑ oder 2.2‑Betrieb: Über die beiden Sub‑Ausgänge und die einstellbare Subwoofer‑Weiche lassen sich Aktivmonitore und ein oder zwei Subs sauber ankoppeln – etwas, das man bei Desktop‑DAC/Amps dieser Art fast nie sieht. Damit kannst du tagsüber mit Kopfhörer und HP‑EQ arbeiten und abends mit einem Klick auf Lautsprecher + Sub umschalten, ohne die Klangsignatur komplett zu verlieren: straffe Bässe, aufgeräumter Mittenbereich, kontrollierte Höhen – nur eben mit mehr Luftbewegung im Magenbereich. Für Metal, Spiele und Filme ist das eine Kombination, die schnell süchtig macht, weil sie Studio‑Kontrolle und Spaßfaktor ziemlich elegant unter einen Hut bringt.
Was für ein Technik-Brett. Für einen DAC gibt es hier erstaunlich viel zu entdecken – und genau das lädt zum Spielen und Ausprobieren ein. Gerade die Kombination aus kräftigem Kopfhörerverstärker, DSP-Spielwiese und Subwoofer‑Integration erinnert ein wenig an den Burson Conductor GT4: Der Subwoofer will plötzlich auch mit euren Kopfhörern mitspielen – ein ziemlich irres Erlebnis.
Natürlich durfte auch meine Metal‑Referenz‑Playlist nicht fehlen. Dazu kamen YouTube, Filme, Serien, Spiele – einmal das ganze Alltagspaket. Der Luxsin X9 hat in der Testzeit dauerhaft auf meinem Schreibtisch gestanden und wurde an guten Tagen locker 10 Stunden am Stück genutzt. Bei knapp 300 Stunden Spielzeit kennt man die Kiste langsam ziemlich gut.
Im Alltag bleibt der Luxsin X9 dem beschriebenen Grundcharakter treu: neutral bis leicht warm, straffer, kontrollierter Bass, sauberer Mittelton und eine klare, luftige, aber nicht nervige Höhenwiedergabe. Der Hintergrund bleibt „pitch‑black“, nichts rauscht, nichts zischelt – selbst bei niedrigen Pegeln wirkt alles kontrolliert und aufgeräumt. Erst wenn man DSP, HP‑EQ und Crossfeed dazuschaltet, merkt man, wie viel Potential da noch oben drauf kommt.
Der Verum 2 ist ein großartiger Kopfhörer, gebaut von einem zugegeben etwas kontroversen Hersteller. Wie so oft bei mir handelt es sich um einen offenen Planar – hier mit den optionalen „ventilated Earpads“, um etwas mehr Tiefbass herauszukitzeln. Am Luxsin X9 angestöpselt und das passende Profil im HP‑EQ aktiviert, passiert genau das, was man sich insgeheim wünscht: Aus einem sehr guten Kopfhörer wird ein affengeiler Kopfhörer.
HP‑EQ bügelte beim Verum 2 die typischen Eigenheiten glatt: Der Bass gewinnt an Fundament, ohne aufzuquellen, die Mitten rücken etwas sortierter ins Zentrum und die Höhen verlieren ein Stück Schärfe, behalten aber Luft und Detail. Versteht es nicht falsch – der Verum 2 ist auch „pur“ ein toller Hörer –, aber es fühlt sich an, als bekäme er ein kostenloses Tuning‑Upgrade. Mehr Linearität, weniger Nervigkeit, stimmigere Tonalität. So sollte dieser Kopfhörer eigentlich ab Werk klingen.
Der Fosi Audio i5 ist so ein bisschen der Geheimtipp 2025: für den Preis ein erstaunlich erwachsener Klang, der einige etablierte Hersteller sichtbar nervös gemacht hat. Klar, der Start war holprig, Fosi hat aber schnell nachgebessert und die Kinderkrankheiten überarbeitet. Am Luxsin X9 knüpft der i5 genau da an – nur eben eine Stufe höher.
Mit aktiviertem HP‑EQ bekommt der i5 das, was ihm viele attestieren: ein sehr stimmiges, „großes“ Klangbild für kleines Geld, aber mit weniger Ecken und Kanten. Der Bass wirkt kontrollierter und definierter, Stimmen rücken natürlicher in den Vordergrund, und der Hochton verliert Härte, ohne langweilig zu werden. Unterm Strich hebt der Luxsin X9 den Fosi Audio i5 in eine andere Liga – nicht, weil er ihn verbiegt, sondern weil er seine Stärken betont und die Schwächen wegschneidet.
Im Vergleich zu typischen Mess‑Boliden à la Topping DX9 oder ähnlichen Designs spielt der Luxsin X9 etwas wärmer und entspannter, punktet dafür mit deutlich mehr Features und Flexibilität. Für Besitzer eines Eversolo DMP‑A8 ist er weniger spannend, weil sich DAC‑Teil und viele Funktionen überschneiden – spannend wird er vor allem als dedizierter Head‑Fi‑Hub mit HP‑EQ und Sub‑Integration.
Kleine Schattenseiten gibt es auch: Einen Ethernet‑Port sucht man vergeblich, alles läuft über WLAN oder USB. Die Relais‑Klicks der R2R‑Lautstärkeregelung sind gewollt und haptisch toll, in sehr leisen Umgebungen aber hörbar – Geschmackssache. Und wer statt leicht wärmer, „musikalischer“ Abstimmung lieber maximal analytische, knallharte Neutralität mit messfokussiertem Minimalismus sucht, wird bei Topping & Co. wahrscheinlich glücklicher.
Der Luxsin X9 ist für mich so ein Gerät, das man anfangs wegen der Optik und der Technik-Gimmicks spannend findet – und am Ende wegen der Alltagstauglichkeit und des Klangtunings behält. Er ist kein puristischer „Nur-DAC“, sondern ein vollwertiges Head‑Fi‑Control‑Center: kräftiger Kopfhörerverstärker, sehr guter DAC, flexible Vorstufe mit Sub‑Ausgängen und dazu eine DSP-Werkzeugkiste, die deinen vorhandenen Kopfhörern im besten Fall ein Klang‑Firmware‑Update verpasst.
Wer maximale Analytik, klinische Neutralität und „Messwerte first, Features egal“ sucht, findet bei Burson (Conductor GT4), Topping & Co. wahrscheinlich die spannendere Lösung. Der Luxsin X9 zielt eher auf Hörer, die eine saubere, leicht warme, kontrollierte Abstimmung mögen und Lust haben, mit HP‑EQ, Crossfeed, Parametric‑EQ und 2.1/2.2‑Setup aktiv zu gestalten. In dieser Rolle macht er verdammt viel richtig: genug Power für große Planare, pechschwarzer Hintergrund, sehr gute Verarbeitung, starkes Display, und eine EQ‑/Profil‑Sektion, die aus „guten“ Hörern sehr oft „sehr gute“ Hörer macht.
Perfekt ist er nicht: kein LAN-Port, viele Funktionen hängen am Firmware‑Status, die Relais‑Klicks der R2R‑Lautstärke muss man mögen und der Grundsound im Bypass wirkt etwas „zu brav“. Aber unterm Strich ist der Luxsin X9 aktuell einer der spannendsten All‑in‑One‑DAC/Amps für den Schreibtisch – vor allem, wenn du mehr willst als nur „Signal rein, Signal raus“ und dein Head‑Fi‑Setup wirklich als Spielwiese und Werkzeug gleichzeitig begreifst.




Disclaimer: Burson Audio hat die Burson Audio Timekeeper GT4 kostenlos zur Verfügung gestellt. Jedoch nehmen sie keinerlei Einfluss auf meinen Testaufbau oder mein Urteil. Ich versuche hier immer brutal ehrlich und transparent zu bleiben.
Gefällt euch mein Content? Dann klickt auf „Abonnieren“ und unterstützt meinen Kanal – so kann ich auch in Zukunft spannende HiFi‑Komponenten für euch testen.
Wir haben in den letzten Monaten einiges mit Burson Audio zu tun gehabt. Sie stellen feinste HiFi-Geräte her, welche aktuell zumindest auf dem deutschen Markt nicht so verbreitet sind. Nicht, weil die Geräte schlecht sind, sondern wahrscheinlich eher, weil jeder neue Markt eine weitere Investition erfordert und wenn man dem Überlieferten Glauben schenken kann, sind die Burson-Audio-Jungs und ‑Mädels in erster Linie Macher und haben Bock, an ihren Produkten zu feilen.
Das merkt man auch daran, dass sie in den letzten 12 Monaten ihr Portfolio verjüngt haben durch neue Revisionen ihrer Bestandsprodukte und über ihre Flaggschiff-Modelle noch High-End-Flaggschiffe wie die Voyager-Serie etabliert haben.
Noch traue ich mich nicht in diese Riege vorzuwagen und habe mich bewusst für die Grand-Tourer-Serie entschieden, da diese für den ein oder anderen schon absolutes High-End – feature- sowie klangtechnisch – und sicherlich eine Herausforderung für das Portemonnaie darstellt.
Alle, die sich mit dem Portfolio von Burson Audio schon auskennen, können diesen Abschnitt getrost überspringen. Mir geht es aber der Vollständigkeit halber darum, auch ein wenig die Synergien zwischen den einzelnen Produkten vorzustellen.
Burson Audio selber unterteilt deren Portfolio in Party‑, Stellar‑, Grand-Tourer- und Voyager-Series. Wobei die Stellar-Series gerade frisch den Markt erobert hat, wir berichteten. In der Party-Series gibt es z. B. den Playmate 3, welchen wir ebenfalls schon testen durften, der ein DAC/Head-Amp darstellt und schon High-End-Allüren versprüht. Die Grand-Tourer-Series ist mit der Voyager-Series eine der beiden „ausgewachsenen“ Serien. Denn hier gibt es jeweils Pre-Amps mit Head-Amps (Soloist), Pre-Amp, DAC mit Head-Amp-Kombos (Conductor) und HiFi-Endstufen (Timekeeper).
Theoretisch kann man sich mit Kombinationen aus Soloist oder Conductor und Timekeeper kleine, sehr potente HiFi-Anlagen im hohen vierstelligen Bereich aufbauen. Bekommen tut man dann ein großzügiges Kopfhörer- sowie HiFi-Setup und kann so gleich zwei Leidenschaften frönen: Kopfhörer und Lautsprecher. Abgesehen von Bursons uniquem Design der Geräte offerieren sie noch passende Racks oder Stands, mit welchen man seine Geräte toll in Szene setzen kann. Wer Interesse am Burson Audio Conductor GT4 hat, dem ist natürlich unser Review ans Herz gelegt.
Da wir hier die Burson Audio Timekeeper GT4 in der Max-Variante in die Finger bekommen haben, begrüßten mich vor der Tür auch zwei große Pakete, welche von mir ausgepackt werden wollten.
Ein Paket beherbergt die zwei massiven Fusion-Core-Netzteile und das andere die zwei Burson Audio Timekeeper GT4 selber.




Wer schon andere Geräte von Burson auspacken durfte, weiß, dass deren Verpackungen gut durchdacht sind und somit die wertvolle Fracht super ans Ziel bringen.
Lieferumfang Burson Audio Timekeeper GT4 Max (Paar)
Ich bin ganz ehrlich: Ich habe schon viel Gutes von den Burson Audio Timekeeper GT4 gehört und war natürlich innerlich ganz aufgeregt und konnte es kaum erwarten, die Monoblöcke an die Amphion Argon3S (hier geht es zum Review der Amphion Argon3S) zu hängen. Eigentlich hatte ich noch umfassende Umbauten hier in meinem Hörsetup auf der Liste, durch Verzögerungen hier und da wollte ich einfach nicht mehr warten.



So kam es, dass ich die beiden Netzteile auf meinem Subwoofer „parkte“ und stumpf die beiden Burson Audio Timekeeper GT4 auf einer HiFi-Base mehr schlecht als recht platzierte. Unterm Strich „scheiß egal“, vielleicht nicht fotogen, aber es ging ums Hören.
Ich habe hier einen feinen Satz Ricable-Kabel aus der Dedalus-Reihe und habe mich dazu entschieden, folgende Kette zusammenzubauen:
Eversolo DMP-A6 → Fosi Audio ZP3 → Burson Audio Timekeeper GT4 + Fusion Core → Amphion Argon3S + Arendal 1961 Subwoofer 1V. Beim Subwoofer habe ich mich dennoch für sealed entschieden für mehr Punch und habe quasi den Stopfen eingesteckt und das Klangprofil auf das für geschlossenen Betrieb optimierte gestellt.


Ich will nicht sagen, dass ich schon „blown away“ war, aber was hier passierte, hatte schon etwas. Dennoch dachte ich mir: Zieh durch und kram mal dein MiniDSP UMIK‑1 raus. Gesagt, getan habe ich dann mit dem neuen Einmessfeature des Eversolo DMP-A6 (hier geht es zum Review des Eversolo DMP-A6) und dem iPad Air noch schnell eingemessen und die FIR-Filter anlegen lassen. Die Kurve sah schlüssig aus für meinen akustisch bearbeiteten Raum und der Sound war …
Ich will jetzt in diesem Absatz noch nichts vorwegnehmen, da ich einige Experimente gemacht habe und diese dann gleich direkt gegenüberstellen mag.
Da es sich bei den Burson Audio Timekeeper GT4 um klassische Endstufen handelt, ist deren Anschlussvielfalt jetzt nicht super fancy:
Jeder der zwei Burson Audio Timekeeper GT4 verfügt jeweils über:
Auf der Rückseite befindet sich dann noch ein kleiner Schalter, welcher es erlaubt, die vier Modi der Burson Audio Timekeeper GT4 durchzuschalten.



Die Designsprache von Burson Audio kann man generell als futuristisch bezeichnen. Vom Formfaktor her haben wir hier ca. eine 2/3‑Breite gegenüber Standard-HiFi. Da es sich um Mono-Blöcke handelt, lassen sich die Endstufen z. B. symmetrisch rechts und links auf Möbeln platzieren. Tendenziell könnte man die beiden Mono-Blöcke auch stapeln. Da es sich hier aber um Class‑A/AB-Verstärker mit 100 W Idle-Bias handelt, werden diese ziemlich warm. Also mehr als handwarm. Demnach würde ich nicht dazu raten, die Geräte direkt zu stapeln. Hierfür bietet sich eher das Burson Audio Mothership (HiFi-Rack) an, welches zum einen massiv aus Aluminium besteht und zum anderen Abstand zwischen die Geräte schafft, damit diese ausreichend ventilieren können.
Weiterhin gibt es zu bedenken, dass die beiden Mono-Blöcke aktiv gekühlt sind und rechts sowie links Luftauslässe haben, welche nicht bedeckt werden sollten. Ich hatte sie anfangs, wie eingangs erwähnt, recht nah nebeneinander stehen, und so waren sie doch ein wenig wärmer als aktuell im Quadraspire SVT Rack, welches unter anderem luftdurchlässige Ebenen besitzt. Hierzu aber dann mehr im Artikel zum Quadraspire SVT Rack.
Die Verarbeitung ist Burson-Audio-typisch super. Sie besitzen recht massive Aluminiumgehäuse, welche jetzt keine Bleiklötze sind wie bei anderen Geräten, aber dennoch massiv genug sind, um als High-End durchzugehen. Weiterhin gibt es keine wirklichen Spaltmaße oder scharfen Kanten, die den Eindruck trügen könnten. Das mitgelieferte 4‑Pol-Kabel zur Verbindung der Burson Audio Timekeeper GT4 mit den Burson Audio Fusion Cores scheint custom-made und nicht von der Stange. Toll ist, dass man die Kabel verschraubt und so definitiv eine sichere Verbindung hat.
Designtechnisch gibt es nicht viel auszusetzen, dennoch habe ich zwei Punkte, die ein wenig undurchdacht wirken: Zum einen besitzen die Fusion Cores der Burson Timekeeper GT4 die Form der Voyager-Serie und nicht der Grand-Tourer-Serie. Das liegt wohl daran, dass sich die Fusion Cores der Grand-Tourer-Serie das Gehäuse der Voyager-Serie teilen. Produktionstechnisch macht das natürlich Sinn. Optisch ist es nicht ganz konsistent.
Weiterhin weiß ich nicht, ob es wirklich notwendig ist, dass das 32-V-Kabel auf der Front aus den Fusion Cores kommt und nicht hinten neben dem Kaltgeräteanschluss sitzt. So hat man keinen völlig cleanen Front-Look, sondern immer ein Kabel, welches dann direkt nach hinten geht, um die Burson Audio Timekeeper GT4 mit 32 V Gleichstrom zu versorgen.
Der Burson Audio Timekeeper GT4 ist ein Class-AB-Monoblock-Verstärker, welcher einen sehr hohen Leistungsanspruch hat. Er spielt sicherlich locker schon in der High-End-Riege mit und kann hier das ein oder andere Ausrufezeichen setzen.
Dafür betreibt Burson Audio auch einiges an Aufwand: Die Monoblöcke sind im Class-AB-Design. 30 Watt liefern sie im puren Class-A-Betrieb und darüber hinaus dann im Class-AB-Betrieb. Bei 8 Ohm sind sie in der Lage, lockere 100 Watt und bei 4 Ohm 200 Watt zu liefern. Ich habe im Head-Fi-Forum gelesen, dass Burson dies sehr konservativ auslegt und so ohne Probleme auch stabil 140 Watt mit den Fusion-Core-Netzteilen liefern kann und die erste sichtbare Wellenverformung irgendwo bei 160 Watt angefangen haben soll.
Weiterhin ist Burson Audio eine „ruhige“ Stromversorgung sehr wichtig. Angefangen bei den Burson-Audio-eigenen Silent Power Regulator Modules (SP-Module). Diese sind nämlich austauschbar und filtern extrem effektiv Netzstromrauschen, reduzieren Ripple-Spannung und bieten obendrein noch Überlastschutz. Burson hat hiervon zwei Modelle:




Im Burson Audio Timekeeper GT4 sind standardgemäß SP02-Module verbaut.
Um das ganze Stromthema auf die Spitze zu treiben, hat Burson Audio noch die Burson Fusion Core Netzteile im Angebot.
Der Burson Audio Fusion Core ist ein externes GaN-basiertes Netzteil (24 V oder 32 V), das bis zu 480 W reine Leistung liefert und speziell für Burson-Geräte wie den Timekeeper GT4 Max entwickelt wurde.
Technische Eckdaten
Vorteile und Effekt
GaN-Technologie ermöglicht höhere Effizienz, kühlere Laufleistung und bessere Rauschfilterung als herkömmliche SMPS oder lineare Netzteile – kein 50-Hz-Brummen oder unnötige Erwärmung. Für den Burson Audio Timekeeper GT4 Max sorgt es für stabile Versorgung unter Volllast, mehr Dynamik und „schwärzeren“ Hintergrund.
In Kombination mit den SP-Modulen verspricht Burson Audio batterieähnlichen Klang. Ja, ich weiß, ist ein wenig blöd ausgedrückt. Hardcore-Audiophile preisen Batterien als die Stromquelle, die absolut gar keine „Verunreinigungen“ hat. Burson Audios Ziel war es, annähernd so wenig „Verunreinigungen“ in ihrer Kette zu haben wie eben möglich.
Ich will jetzt nicht sagen, dass es der Hardcore-Gamechanger ist, aber zwischen 08/15-Netzteilen und guten hört man dennoch einen Unterschied. Wieviel einem das nun wieder wert ist, muss ein jeder selbst für sich wissen. Fakt ist: Burson Audio treibt einen unglaublichen Aufwand bei dem Thema und ich denke, die Ergebnisse sprechen für sich.



Interessant wird es beim Stromverbrauch. Der Burson Audio Timekeeper GT4 läuft nämlich mit einem sogenannten Idle-Bias (Ruhestrom). Dieser ist beim Burson Timekeeper GT4 ein hoher Leerlaufstrom im Class-AB-Betrieb, der die Transistoren dauerhaft in ihrem optimalen Arbeitsbereich hält. Deshalb verbrauchen sie 100 Watt im Leerlauf, ohne dass Musik abgespielt wird.
Vorteile des Idle-Bias
Burson Audio setzt im Burson Audio Timekeeper GT4 hochwertige und leistungsfähige EXICON MOSFETs ein. EXICON MOSFETs zeichnen sich durch ihre hohe Peak-Performance aus und erlauben es so, auch schwierigere Lautsprecher gekonnt zu handeln. Darüber hinaus verfügen sie über eine niedrige Verzerrung (0,03% THD), schnelle Transienten und natürlichen Klang. Also besser gesagt, sie haben nicht die viel beschriebene „Transistorhärte“ wie z. B. bei Bipolar-Transistoren.


Bevor es heißt, ich verheimliche euch noch ein Feature, das gebraucht wird. Also, ich verstehe, warum das da ist, aber bisher hatte ich keine großen Probleme … es geht um den Input-Buffer der Burson Audio Timekeeper GT4. Dieser kann optional angeschaltet werden und aktiviert den Signalweg über den verbauten Burson Audio V7 Vivid OpAmp. Dieser erhöht das Eingangssignal um +12 dB (XLR) bzw. +6 dB (RCA). So kann man die Timekeeper auch an weniger potente Quellen direkt anschließen.

Endlich ans Eingemachte! Wer wie ich geglaubt hat, dass die Einleitung zu den Burson Audio Timekeeper GT4 schnell geht, weil es ja „nur“ Endstufen sind, hat sich geirrt. Also, beim Schreiben ist mir aufgefallen, dass es schon so einiges zu den Geräten zu sagen gibt – so aber auch beim Höreindruck. Ich habe die Timekeeper GT4 an drei verschiedenen Paaren Lautsprechern betrieben. Sonst habe ich die Kette nicht angerührt, bzw. natürlich jede Kette dann eingemessen.
Da sich hier und da Lieferungen ein wenig verzögert haben, habe ich immer relativ lange mit einem Paar Lautsprecher verbracht und glaube mit Gewissheit attestieren zu können, dass die Burson Audio Timekeeper GT4 einen leicht warmen, aber dennoch hoch detaillierten Ton liefern. Also der Hintergrund ist „pitch-black“, ich glaube, das kommt von der aufwendigen Stromversorgung. Was gerade die Höhen super transparent macht. Dennoch kann ich eine gewisse Wärme nicht abstreiten. Es ist aber keine Röhrenwärme.
Natürlich habe ich wieder meine Qobuz-Playlist zu Rate gezogen und auch hier sind ein paar Newcomer dabei, welche sich im aktuellen Setup herauskristallisiert haben und zur Referenz aufgestiegen sind. Für alle, die immer auf der Suche sind nach den ganzen Songs, die so auf Messen und so laufen, habe ich mal angefangen, die oft gehörten Songs in einer weiteren Playlist zu konservieren.
Ein großer Teil der Spielzeit lief die Burson Audio Timekeeper GT4 an den Arendal 1723 Towern. Das sind große, THX-zertifizierte Standlautsprecher mit mehreren 8‑Zoll-Treibern und Waveguide-Hochtöner – gebaut für hohe Pegel, brutale Dynamik und gleichzeitig ehrliche Detailwiedergabe. Genau das ist der Punkt, an dem man schnell merkt, ob eine Endstufe wirklich souverän bleibt oder irgendwann komprimiert und dicht macht.




An den Arendal 1723 Towern erzeugen die Burson eine sehr breit gespannte, stabile Bühne. Stimmen stehen sauber in der Mitte, Instrumente sind klar voneinander getrennt, auch wenn der Mix dichter wird. Der Punch im Oberbass kommt schnell und kontrolliert, Kickdrums haben Körper, ohne anzudicken oder zu wummern. Selbst bei Pegeln, bei denen der Nachbar vermutlich schon an die Tür klopfen würde, wirken die GT4 eher entspannt souverän als angestrengt.
Im Tiefton habe ich zusätzlich mit einem SVS SB‑5000 gearbeitet. Der geschlossene 15‑Zöller ist bekannt dafür, extrem tief zu reichen und dabei sehr präzise zu bleiben. Zusammen mit den Arendal 1723 Towern zeigt er recht gnadenlos, ob eine Endstufe den Bassbereich wirklich im Griff hat oder nur „laut“ kann. Die Burson behalten hier die Kontrolle: Der Sub schiebt tief und mit Autorität, aber Konturen und Anschläge bleiben klar stehen, statt in einem Bass-Teppich zu verschwimmen. Gerade bei Doublebass-Gewittern und tief gestimmten Gitarren merkt man, dass hier genug Leistung und Dämpfung vorhanden ist, um die Chassis im Zaum zu halten.
Ich benutze in meinen Reviews fast ausschließlich meine Referenz-Playlist auf Qobuz. Natürlich auch für die Burson Audio Timekeeper GT4. Gerne dürft ihr euch da reinklicken. Schreibt mir auch gerne wenn ihr einen Track habt, den ich unbedingt mit drauf schmeißen soll.
Wirklich ein geiler Song von In Flames und war absolut nicht auf meinem Radar. Erst nachdem ich den Eversolo eingemessen hatte, stach der Song irgendwie hervor. Ich weiß auch gar nicht, warum ich das Album „I, The Mask“ gehört habe. Irgendwie war es eine Fügung und die Gitarren catchten mich direkt. Wirklich schönes Imaging und eine direkt wirkende Bühne. Die Gitarren haben schöne Details wie das Schnarren der Saiten und man hört auch super das Picking. Anders Friedéns Gesang ist ungewohnt soft, aber trotz leichtem Hall inmitten der Bühne verortet. Die Side-Vocals kommen schön räumlich und umschließen einen beim Hören super. Ab 3:30 weichen die Clear-Gitarren dann doch härteren Klängen und Anders Friedén kann sich von seiner metalligeren Seite zeigen. Generell bleibt der Song aber „ruhiger“, dafür einfach audiophiler und perfekt für künftige Reviews.
Die Burson Audio Timekeeper GT4 schaffen es hier, sowohl die feinen Details – Schnarren, Hallfahnen, Background-Vocals – als auch den Punch im Refrain herauszuarbeiten, ohne dass es scharf oder stressig wird. Genau dieses „warm, aber sehr transparent“ beschreibt den Charakter ziemlich gut.
Unglaublicher Song von noch unglaublicherer EP. Wer sie nicht kennt: „The Poetic Edda“ von Synestia/Disembodied Tyrant ist wahrscheinlich eines der herausragendsten Deathcore-Werke der letzten Jahre. Besser einzuordnen als Symphonic-Deathcore mit vielen Details, welche produktionskostenbedingt natürlich zum Großteil aus dem Computer kommen. Dennoch fänd ich es schon mal stark, wenn man versuchen würde, das Werk noch einmal mit „realen“ Stimmen und Instrumenten einzuspielen.
So klingt es natürlich ein wenig hochproduziert und programmiert. Dennoch sind hier viele Aspekte generell von Musik zu hören. Fängt es bei harten Breakdowns an, endet es bei einer Kirchen-Orgel, was einfach mega unique ist. Der Orgelpart macht einfach ultra Laune und schiebt ordentlich nach vorne. Wirklich ungewohnte Kombi, die außerordentlich funktioniert.
Für die Burson Audio Timekeeper GT4 ist das ein dankbares Stück, weil es genau da ansetzt, wo viele Amps ins Chaos abgleiten: dichter Mix, tiefer Bass, Synths, Orgel, Chöre. Die Burson sortieren das alles sehr sauber, halten die Bühne stabil und lassen trotz des Drucks genug Luft, damit man in die Tiefe des Mixes hineinhören kann.
Unterm Strich sind die Burson Audio Timekeeper GT4 für mich Endstufen, die sehr klar zeigen, wo Burson mit der Grand-Tourer-Serie hinwill. Sie sind keine Showeffekt-Amps, die auf den ersten Blick „wow“ schreien, sondern eher Werkzeuge, die Kontrolle, Ruhe und Durchzeichnung nach vorne stellen – und genau damit im Alltag immer mehr überzeugen, je länger man mit ihnen hört. Gerade an den Arendal 1723 Towern mit dem SVS SB‑5000 haben sie sich als extrem souverän erwiesen: egal ob leise, spätabends, oder richtig laut mit komplexen Metal- und Deathcore-Produktionen, die Dinger behalten einfach die Kontrolle.
Die Kombi aus hoher Dauerleistung, hohem Idle-Bias, EXICON-MOSFETs und der aufwendigen Stromversorgung mit SP-Modulen und Fusion Core zahlt direkt auf den Höreindruck ein: schwarzer Hintergrund, saubere Transienten, viel Punch, aber kein künstliches Aufdicken oder Schönfärben. Wenn ihr einen Amp sucht, der eher wie eine Präzisions-Endstufe arbeitet als wie ein Effektgerät, dann sind die GT4 definitiv spannend – vorausgesetzt, der Rest eurer Kette spielt auf einem ähnlich hohen Niveau und euer Raum gibt das her.
Preislich bewegen wir uns hier klar im High-End, aber noch nicht in den ganz absurden Regionen mancher Ultra-High-End-Monoblöcke, die fünfstellige Summen pro Paar aufrufen. Von der technischen Herangehensweise – Monoblock-Design, GaN-basiertes Fusion-Core-Netzteil, Silent-Power-Module, hohe Ströme – und von der Souveränität im Betrieb ragen die Burson Audio Timekeeper GT4 für mich aber durchaus in Bereiche hinein, in denen man sonst deutlich teurere Lösungen findet. In manchen Belangen sind wir hier an der Schwelle zum Ultra-High-End, nur eben ohne das Preisschild eines ganz großen Boutique-Boliden.
Natürlich muss man sich trotzdem fragen, ob das ins eigene Setup passt: Ihr braucht Lautsprecher, die das auch umsetzen können, und ihr müsst mit Wärmeentwicklung und Stromverbrauch leben wollen. Wer aber den Platz hat, passende Schallwandler davor hängen und Wert auf dieses Plus an Trennung, Kontrolle und Headroom legt, bekommt mit den Burson Audio Timekeeper GT4 Max ein Paket, das sehr konsequent zu Ende gedacht ist. Für mich persönlich sind sie im Moment so ein bisschen der Punkt, an dem ich sagen würde: Viel weiter nach oben muss ich bei Endstufen in meinem Setup gerade nicht mehr schauen.
Nach meinem Bewertungsschema erhalten die Burson Audio Timekeeper GT4 Max den HiFiGeek Award. Wie ich bewerte und was der Award bedeutet, steht hier: https://www.hifigeek.de/bewertungsschema-bei-hifigeek/


Aiyima ist seit Jahren bekannt für preisgünstige Verstärker, DACs und Zubehör aus China — die A07-Amplifierreihe hat sich in der Budget-HiFi-Szene ordentlich einen Namen gemacht. Mit dem Aiyima HYFIOO DM100 wagen sie sich in ein neues Segment: dedizierte Streaming-Transporte. Das Teil hat keinen eigenen DAC, keine Endstufe, keine Raumkorrektur. Wer so etwas sucht, ist hier falsch.
Wer aber einen sauberen digitalen Ausgang für den eigenen DAC will — ob über Koaxial, Toslink, HDMI, oder USB — und dabei nicht auf Spotify, Apple Music, Tidal, NAS und Bluetooth verzichten will, dem hat Aiyima einiges anzubieten.
Das Gehäuse des Aiyima HYFIOO DM100 ist Aluminium, 230 × 150 × 80 mm, knapp 1,5 kg. Klein genug um es irgendwo ins Rack zu schieben, ohne dass es stört.
Das Herzstück ist Android 14, tief angepasst, mit 8 GB DDR4 und 64 GB eMMC-Speicher. Das klingt erst mal nach Midrange-Smartphone von 2022 — aber für einen Streamer ist das mehr als ausreichend. Die Navigation läuft über ein 5,5‑Zoll-Touchdisplay mit HDR-Unterstützung, das sich zwischen Hoch- und Querformat umschalten lässt. Dazu gibt’s eine Fernbedienung, falls man das Teil weiter weg stellt.
Konnektivität: WiFi 6 (Dual-Band, 2,4 und 5 GHz, bis 1000 Mbps) und Bluetooth 5.4. Als Bluetooth-Empfänger werden SBC, AAC, aptX, aptX HD, aptX AD und LDAC unterstützt — bis 96 kHz. Als Sender: SBC, aptX, aptX HD, aptX AD und LC3 mit 24bit/48kHz. Das ist für diesen Preisbereich ein vollständiges Codec-Set.
Ausgänge: Koaxial, Toslink, HDMI (bis 24bit/192kHz), zwei USB-A-Ports und ein USB‑C. Streaming-Protokolle: DLNA, AirPlay und NAS. Formate: DSD, FLAC, WAV, AIFF, ALAC, APE, DXD, MQA, CUE-Tracking — das übliche Vollprogramm.
Ein M.2‑SSD-Slot (bis 4 TB) ist ebenfalls an Bord. Wer seine lokale Bibliothek nicht auf einem NAS hat, kann den Aiyima HYFIOO DM100 also auch als selbstständigen Musikserver betreiben. Praktisch.

Was den Aiyima HYFIOO DM100 aus der Masse der chinesischen Budget-Streamer heraushebt, ist das bewusst offene Softwarekonzept. Aiyima erlaubt die Installation beliebiger Drittanbieter-Apps — und das ist tatsächlich ein Unterschied zu manchen Konkurrenten, die ihre Streaming-Plattformen absichtlich einschränken.
Wichtig dabei: Das Gerät läuft ohne Google Mobile Services (GMS). Apps, die GMS voraussetzen, funktionieren nicht. Das ist der bekannte Tradeoff bei Android-Geräten aus China ohne Google-Lizenz. In der Praxis bedeutet das: Spotify, Tidal und Apple Music werden als native Implementierungen mitgeliefert oder lassen sich als APK laden — aber der Google Play Store ist nicht vorhanden. Wer mit APK-Sideloading klarkommt, wird damit kein Problem haben. Wer das nicht will, sollte das vorab einplanen.
Der Bypass der Sample Rate Conversion (SRC) ist laut Hersteller implementiert — also kein erzwungenes Resampling durch den Android-Audiomixer. Das ist die Voraussetzung für echte Bit-perfekte Ausgabe über USB, was wiederum die Grundlage für ordentliches DSD-Streaming ist. In der Praxis kommt es aber auf die jeweilige App und deren Implementierung an. Das lässt sich nur mit dem konkreten Setup testen.
Der relevante Vergleichsrahmen: WiiM Ultra (ca. 330 Euro), Eversolo DMP-A6 (ca. 550 Euro) und der Bluesound Node (ca. 600 Euro).
Der WiiM Ultra ist günstiger, hat aber kein offenes Android-System und keinen M.2‑Slot. Der Eversolo DMP-A6 kommt mit eigenem DAC, kostet ähnlich viel, und ist für Leute gedacht, die kein separates DAC-Setup haben — konzeptionell also ein anderer Ansatz. Der Bluesound Node überzeugt vor allem durch BluOS und seine ausgereifte Multiroom-Integration, bietet aber keine offene App-Plattform.
Der Aiyima HYFIOO DM100 positioniert sich als puristischer Transport mit maximaler Software-Offenheit. Wer ein gutes DAC-Setup hat und trotzdem Streaming-Komfort von Apple Music bis NAS will, ohne an ein proprietäres Ökosystem gebunden zu sein, findet hier einen ernstzunehmenden Kandidaten.
Dass das Teil als Aiyimas erster Streamer noch keine lange Erprobungszeit hinter sich hat, ist ein legitimer Vorbehalt. Firmware-Updates werden entscheiden, wie langlebig die Plattform wirklich ist. Erste Nutzer berichten von solidem Betrieb — aber auch von Kleinigkeiten wie DSD256-Aussetzern oder dem Apple-Music-Crossfade-Problem, das übrigens einfach zu lösen ist: Crossfade in der App deaktivieren. Kein Drama, aber auch kein Selbstläufer.
Der Aiyima HYFIOO DM100 ist direkt über den Aiyima-Webshop erhältlich zum Preis von 530 US-Dollar, inklusive EU-Stecker. Das entspricht zum Zeitpunkt der Vorstellung grob 490 Euro — zuzüglich eventueller Importkosten je nach Versandweg. Ein EU-Händlernetz besteht zum Launch noch nicht.
Der Aiyima HYFIOO DM100 macht genau das, was ein reiner Transport machen soll: digitale Quellen sauber durchreichen, offen bleiben für alles was man draufpacken will, und dabei nicht übermäßig viel kosten. Das offene Android-14-System mit M.2‑Erweiterung ist in diesem Preissegment selten. Die fehlenden GMS sind ein Kompromiss, kein Dealbreaker — solange man weiß, worauf man sich einlässt.
Ob der DM100 langfristig hält, was das Spec-Sheet verspricht, hängt stark an der Software-Pflege. Genau das richtige Gerät für mutige Early Adopter — oder für alle anderen in ein paar Firmware-Updates.

Der X8 ist kein abgespeckter X9. Luxsin positioniert die beiden Geräte explizit nebeneinander, nicht übereinander. Während der X9 auf maximale Hardware-Ausstattung und Systemintegration setzt — mit AKM-Flagship-Chip, Femtosekunden-Taktgeber, R2R-Lautstärkeregelung und Anschlüssen wie HDMI ARC oder Subwoofer-Out — geht der X8 einen anderen Weg: mehr Software, mehr DSP, mehr Tuning-Optionen. Wer viel mit Kopfhörern hört und die Klangsignatur seines Hörers aktiv formen will, ist hier besser aufgehoben als beim X9. Wer eine flexible Vorstufe für ein größeres System braucht, greift zum X9.
Die Zielgruppe des Luxsin X8 ist damit klar: Desktop-Hörer mit einer oder mehreren Kopfhörern, Interesse an headphonespezifischer Klangkorrektur und vielleicht einer gesunden Neugier gegenüber dem, was KI in dieser Kategorie tatsächlich leisten kann.
Der DAC-Part des Luxsin X8 basiert auf acht Cirrus-Logic-CS43198-Chips — vier pro Kanal, in echter Dual-Mono-Parallelarchitektur. Jeder Chip sitzt auf einem eigenen abgeschirmten Trägerboard, thermisch und elektrisch vom Rest getrennt. Auflösung: PCM 768 kHz / 32 Bit und DSD512 nativ. Der SNR liegt laut Hersteller bei über 123 dB.
Die CS43198-Chips kennt man aus einer Reihe von deutlich günstigeren Geräten — ein einzelner Chip steckt in vielen DAC-Dongles unter 100 Euro. Acht davon parallelgeschaltet ist allerdings eine andere Hausnummer. Die parallele Verschaltung drückt Rauschfußpunkt und Klirr, während die Dual-Mono-Trennung Kanaltrennung und Abbildungspräzision verbessert. Das ist keine neue Idee, aber hier konsequent umgesetzt.
Verstärkt wird mit OPA1612-Opamps und TPA6120A2-Hochstromtreibern. Balanced liefert der Luxsin X8 laut Hersteller 4.840 mW pro Kanal an 16 Ohm, THD+N unter 1 Prozent. Das ist nominell mehr als beim X9. Ausgangswiderstand: 1 Ohm. Die Impedanzerkennung läuft über alle drei Kopfhörerausgänge — XLR4, 4,4 mm und 6,35 mm — automatisch und soll vollständig galvanisch vom Signalpfad getrennt sein. Was den Strom angeht: kein Schaltnetzteil für das Audio-Frontend. Ein 25-VA-Trafo versorgt Analog- und Digitalsektion, weitgehend linear gefiltert und geregelt. Für den Standby gibt es ein kleines SMPSU. Solide Grundlage.
Das Herzstück der Digitalverarbeitung ist der hauseigene “Digital Audio Core” — ein Dual-Core-DSP auf Basis der Cadence-Tensilica-HiFi-5-Architektur, kombiniert mit einem ARM-Prozessor, über 500 MHz Takt und eigenem SRAM. Luxsin hat dieses Modul intern entwickelt; es läuft der gesamte EQ- und AI-Stack darauf.


Der Luxsin X8 bringt als erstes Gerät überhaupt einen KI-assistierten parametrischen EQ mit. Bedienung: Texteingabe oder Spracheingabe über die App — “etwas weniger Hochtonschärfe bei meinen HiFiMAN” reicht als Befehl. Das System zieht Informationen über bekannte Kopfhörer-Messungen und Nutzerfeedback aus einer Cloud-Datenbank und generiert daraus PEQ-Parameter.
Das klingt nach Marketing-Gedöns, scheint laut allem was zum Launch bekannt war aber tatsächlich zu funktionieren. Die KI beschränkt sich dabei auf den Frequenzgang — Dynamik, Staging oder ähnliches kann sie nicht beeinflussen. Das ist eine sinnvolle Einschränkung: mehr wäre vermutlich Hokuspokus.
Daneben ist auch das HP-EQ-System des X9 an Bord — Luxsins proprietäre headphonespezifische Klangkorrektur, die den Frequenzgang eines Kopfhörers auf eine Zielkurve wie die Harman-Kurve oder andere Presets angleicht. Die Datenbank umfasst laut Hersteller über 2.500 Kopfhörermodelle, mit OTA-Updates. Was HP-EQ genau macht, welche Zielkurven es gibt und wie man Crossfeed sinnvoll einsetzt, haben wir in unserem Artikel: Luxsin X9 HP‑EQ erklärt: Target Curves, Crossfeed & Tipps für Kopfhörer ausführlich aufgedröselt — wer tiefer einsteigen will, findet dort die Grundlagen.
Zusätzlich: Crossfeed, 10-Band-PEQ mit manueller Bearbeitung, Output-spezifische Profile — jeder Kopfhörerausgang merkt sich eigene Lautstärke, EQ-Kurve und DSP-Einstellungen. Das ist ein nettes Detail für Leute, die mehrere Kopfhörer am gleichen Gerät betreiben.
Bedienung: 4‑Zoll-Touchscreen mit 960×480 Pixeln, um 15 Grad geneigt — gleiche Designsprache wie beim X9. Dazu App (iOS/Android), Web-Interface, optionale Fernbedienung. Bluetooth 5.1 via Qualcomm SXW5125 mit LDAC, aptX HD, aptX LL, AAC und SBC. UAC2-Kompatibilität: treiberfrei unter Windows und macOS, ASIO-Treiber optional.
Eingang: USB‑B, USB‑C, Koaxial, Optisch, IIS (bis zu acht konfigurierbare Varianten), Bluetooth. Ausgang: XLR balanced und RCA für Line-Level, die drei Kopfhörerbuchsen vorne. Einen analogen Line-Eingang gibt es nicht.


699 Euro ist für ein vollwertiges Desktop-DAC/Amp-Kombo kein Schnäppchen, aber auch kein Preistreiber. Zum Vergleich: Der FiiO K17 liegt ähnlich auf, bietet ebenfalls DSP-Features und eine breite Anschlussausstattung, aber keine KI-gestützte EQ-Funktionalität. Der Topping DX9 spielt preislich etwas darunter, ohne vergleichbare DSP-Tiefe. Wer zum eigenen X9 (1.099 Euro) schaut — und das haben wir im Luxsin X9 Test getan — der zahlt 400 Euro Aufpreis für AKM-Flaggschiff-DAC, Femto-Clock, R2R-Lautstärkeregelung und deutlich mehr physische Anschlüsse. Dafür entfällt der KI-EQ, zumindest zum Launch.
Der Luxsin X8 macht damit in der Klasse zwischen 600 und 800 Euro ein gut strukturiertes Angebot: ordentliche Hardware, außergewöhnliche DSP-Tiefe, und ein Feature, das es so noch nicht gab. Ob das in der Praxis tatsächlich so funktioniert wie beschrieben, bleibt abzuwarten.
Der Luxsin X8 ist seit Anfang Februar 2026 erhältlich. UVP: 699 Euro inkl. MwSt. Farbe: Schwarz matt. Ein optional erhältliches Sichtfenster-Topcover soll laut Hersteller für einen späteren Zeitpunkt nach dem Launch verfügbar werden.
Der Luxsin X8 ist ein interessantes Stück Hardware — vor allem wegen des KI-EQ, der als Konzept in dieser Kategorie neu ist. Ob er in der Praxis so reibungslos funktioniert wie auf der Produktseite beschrieben, ist eine andere Frage. Was klar ist: technisch ist das Ding gut ausgestattet, die DSP-Tiefe übertrifft die meisten Mitbewerber in dieser Preisklasse, und die acht parallelen CS43198 sind mehr als ein Marketing-Chip-Count.
Die spannendere Frage für Leser, die den X9 kennen: Ist der Luxsin X8 wirklich das zugänglichere Gerät, oder kauft man sich mit dem günstigeren Preis eine andere Klangphilosophie ein? Zum Launch spricht einiges dafür, dass die beiden Geräte tatsächlich verschiedene Nutzertypen ansprechen — und das ist ungewöhnlich genug, um positiv aufzufallen.
Wer eher die technisch möglichst transparente Hardware-Variante sucht, findet in unserem Luxsin X9 Test die ausführliche Einordnung des größeren Bruders.
]]>Hach, ich muss einfach mal ranten. Aber es geht nicht anders. Was macht Spotify da? Will Spotify uns alle an der Nase herumführen?
Erst einmal zur Einordnung: Ich hatte schon einiges im Internet zu dem Thema gelesen und The Headphoneshow hat es auf YouTube ebenfalls bestätigt. Spotify Lossless mag zwar auf dem Papier lossless sein, ist es aber in der Praxis nicht.
Update: Zumindest für Eversolo gibt es jetzt ein Update.
Wir haben mittlerweile auch einen eigenen Youtube-Channel. Hier versuche ich regelmäßig für euch Reviews mit bewegtem Bild bereit zu stellen und mehr mit euch in Kontakt zu treten. Schaut doch einfach mal vorbei und aboniert den Kanal. Danke!
Ich sitze auf dem Sofa, habe neue Amps hier, die ich teste, und denke mir: Ach komm, hörst mal die „Kickass Metal“-Playlist auf Spotify durch, um nach Neuheiten Ausschau zu halten. Also Spotify Connect benutzt – und siehe da: Das gewohnte „Lossless“ steht beim Streamer nicht unten. In meinem Fall der Eversolo DMP‑A6. In den Einstellungen wollte ich Lossless aktivieren, ist aber ausgegraut. Okay, vielleicht gibt es ein Update. In der Tat, Update eingespielt, kein Problem. Dennoch dasselbe Problem. WTF?!
Da hat man einen mittelpreisigen Streamer im Haus, der alles abspielt, was man ihm vorwirft, und das auch noch in richtig guter Qualität – aber Spotify Lossless ist nicht drin?
Also schnell gegoogelt, im Eversolo‑Forum gelandet und festgestellt, dass einige Nutzer genau diese Funktion vermissen. Und wenn man sich weiter einliest, fällt auf: Auch das Schweigen der Entwickler zu diesem Thema wird bemängelt.
Weiter gebuddelt, finde ich immer mehr Informationen zu dem Thema. Man denkt im ersten Moment: Hoppla, warum spielt mein High‑Res‑Streamer kein Spotify Lossless, wenn er doch Tidal, Qobuz und über Umwege auch Apple Music tadellos abspielen kann? Also erklären wir kurz, wie so ein High‑Res‑Streamer typischerweise arbeitet.
Tendenziell hat der Streamer einen Client des jeweiligen Streaming‑Dienstes installiert, der auf die API (also die Schnittstelle des Dienstes) zugreifen kann. Dieser Client kommt meist direkt vom Streaming‑Dienst, weil dort auch der Kopierschutz sichergestellt wird.
Die Clients von Tidal und Qobuz haben eine entscheidende Funktion: Sie können die Musik bei Bedarf direkt an einen DAC senden. Das ist das Teil, das aus einer digitalen Datei ein analoges Audiosignal macht. Der große Vorteil: Die Datei wird genau so wiedergegeben, wie sie über die API abgerufen wurde.
In Profi‑ und Audiophilen‑Kreisen spricht man dann von „bit‑perfekt“. Die Musik wird so abgespielt, wie sie bereitgestellt wurde – im Idealfall so, wie es der Interpret beabsichtigt hat. Also in derselben Bitrate. Wird die Datei ohne zusätzliche Komprimierung oder Veränderung abgespielt, sprechen wir von verlustfrei beziehungsweise lossless.
Genau das tut Spotify nicht. Abgesehen davon, dass Spotify unter Lossless nur 16 Bit/44,1 kHz und 24 Bit/44,1 kHz versteht, kommt selbst diese Datei nicht unverändert beim DAC an.
Fangen wir beim ersten Kritikpunkt an: Spotify scheint Musik, die in CD‑Qualität vorliegt, weitgehend unangetastet zu lassen – also 16 Bit/44,1 kHz. Anders sieht es bei Songs aus, die mit 24 Bit/44,1 kHz laufen. Andere Streaming‑Dienste zeigen, dass viele Tracks in höher aufgelösten Dateien vorliegen (48 kHz, 96 kHz, bis 192 kHz). Spotify nimmt anscheinend alle Tracks und rechnet sie auf 24 Bit/44,1 kHz herunter.
Das muss man nicht einmal überkritisch sehen, denn immerhin gibt es nach Jahren endlich die Möglichkeit, deutlich besser aufgelöste Musik zu hören. Und ja: Der Unterschied kann hörbar sein.
Vergleicht man – wie im erwähnten Video – eine Lossless‑Datei, die man z. B. direkt vom Interpreten oder von Bandcamp (mit unkomprimierten WAV‑Files) bekommen hat, sieht es anders aus. Genau dieses Experiment wurde gemacht und mit den Lossless‑Files von Tidal und Qobuz verglichen. Dort gab es eine nahezu 100‑prozentige Übereinstimmung mit dem Ausgangsmaterial. Bei Spotify lag die Übereinstimmung bei rund 0,01%. Das ist im Grunde eine komplett andere Datei.
Der Vergleich ist natürlich überspitzt, weil ja dieselbe Musik dahintersteckt. Aber bei 0,01% Übereinstimmung bei einer Doktorarbeit würde niemand Plagiatsvorwürfe erheben. Wenn man grob eine KI fragt, heißt es oft: Bis 5% kann man noch bedenkenfrei übernehmen, 5–10% sind prüfbedürftig, darüber wird es kritisch.
Damit ist klar: Das, was vorne angeblich als 16/24 Bit, 44,1 kHz reingeht, kommt hinten nicht wirklich so wieder heraus.
Das Fingerpointing ist schnell gemacht: Spotify erlaubt keinen direkten, bit‑perfekten Kontakt zum DAC, sodass unsere Musik noch eine regelrechte Tortur durch die Abspielgeräte durchläuft. Unter Windows ist das der Audiomixer, unter Android das Pendant dazu. Hier wird das Signal weiterbearbeitet, konvertiert, neu gemischt – am Ende kommt tatsächlich eine andere Datei heraus.
Das ist schade, weil man es ja gut meint: Man macht einen Schritt auf die audiophilen Nutzer zu und reicht ihnen die Hand – aber die ist leider mit Scheiße beschmiert.
Die Frage habe ich mir auch gestellt, eine offizielle Antwort aber nicht gefunden. Meine technische Vermutung: Die Player sind so konzipiert, dass sie Musik am Betriebssystem vorbei direkt an den DAC reichen. Da das mit Spotify faktisch nicht funktioniert, könnte der nötige Mehraufwand enorm sein – oder Nebenwirkungen erzeugen, weil die Geräte für diesen Weg schlicht nicht gebaut wurden. Sie sollen die möglichst akkurate Wiedergabe sicherstellen, nicht Workarounds für proprietäre Streaming‑Wege implementieren.
Ja, die gibt es. Auf einem Eversolo lässt sich etwa die native Spotify‑App nutzen. Dort kann man Lossless aktivieren und per Spotify Connect in Lossless abspielen. Ob das bei HiFi Rose genauso funktioniert, kann ich aktuell nicht sicher sagen, aber möglich wäre es.
Das Problem bleibt: In dieser Konstellation hatte ich immer wieder Probleme, etwa dass sich die Wiedergabe nicht sauber steuern lässt. Es wirkt wie ein Hack und unausgereift.
Die Frage ist berechtigt. Meine Sicht: Ich möchte Musik, Filme etc. immer in der bestmöglichen Form vorliegen haben – ungeachtet der späteren Verarbeitung. Natürlich ist mir klar, dass meine AirPods Pro kein echtes Lossless können. Aber ich möchte sicherstellen, dass die Ausgangssituation möglichst gut ist, um dann hardwarebedingt aus der Original‑Datei zu wandeln.
Vergleichen wir das mit „Stille Post“: Wir kennen das Prinzip – was am Ende ankommt, ist selten das, was am Anfang gesagt wurde. Wenn ich jetzt von einer bereits komprimierten Datei erneut eine Komprimierung über eine Komprimierung jage, ahnt ihr, wohin die Reise geht. Auch wenn der Unterschied nicht so drastisch ist wie bei Stille Post, entstehen Fehlerketten. Die werden sich zwangsläufig bemerkbar machen.
Natürlich bekomme ich mit AirPods nie das Feeling einer völlig unveränderten Datei. Aber ich möchte, dass die veränderte Datei so nah wie möglich am Original liegt.
Man kann sich auch streiten, ob die Komprimierung, die bei mir lokal stattfindet, qualitativ besser oder schlechter ist als die, die Spotify bei niedrigerer Bitrate durchführt. Aber ich bin mir sicher, dass Spotify jedes Byte in seinen Files optimiert, um Traffic zu sparen.
Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen „verarschen“ und der Geschichte von Spotify. Spotify hat Musikstreaming quasi im Alleingang salonfähig gemacht – und das zu Zeiten von GSM‑Netzen und geringen Datenvolumina. Die Telekom hatte schnell Optionen im Portfolio, bei denen Spotify‑Traffic nicht aufs Datenvolumen angerechnet wurde. Gleichzeitig kostet der eigene Traffic beim Hosting Geld und Bandbreite.
Das heißt: Spotify wurde von Anfang an extrem auf Effizienz getrimmt. So auch bei den Musikdateien – jedes Byte zählt. Entsprechend viel Gehirnschmalz steckt in deren System. Dieses nun einfach aufzugeben, nur um „echtes“ Lossless zu integrieren, ist nicht trivial, weil die Plattform ursprünglich nie dafür ausgelegt war.
Jetzt das ganze System umzubauen und viele dieser Optimierungen zu „ent‑optimieren“, ist vermutlich deutlich komplexer, als es von außen aussieht. Tausende kleine Rädchen müssen verstellt werden, damit das System echtes Lossless sinnvoll verarbeiten kann.
Einige Menschen argumentieren mit Frequenzen, die man hört oder nicht hört, Lautstärkeunterschieden usw. Fakt ist: Unser Gehör ist erstaunlich sensibel und nimmt feine Unstimmigkeiten wahr – nerviges Hintergrundrauschen, schrille oder „nervende“ Frequenzen, Verzerrungen. Diese müssen nicht einmal massiv sein. Unser Gehör kann viel – austricksen lässt es sich nur begrenzt.
Natürlich gilt: Wenn Musik nur im Hintergrund dudelt und man nicht aktiv oder analytisch zuhört, fällt vieles weniger auf.
Ich richte mich hier nicht an Menschen, denen es egal ist, wenn Musik „wie aus der Dose“ klingt. Jeder soll so hören, wie er möchte. Es gibt Menschen, die mit einem FM‑Radio völlig zufrieden sind, und andere, die lieber eine CD einlegen oder eine Platte auflegen.
Jeder hat einen gewissen Anspruch an das, was er tut. Der Fußballer möchte in einer höheren Liga spielen, der Musiker Konzerthallen füllen und die Tante, die strickt, will den perfekten Pullover.
Genauso ist es mit Musik in den eigenen vier Wänden. Warum sollte ich zu einer niedriger aufgelösten Quelle greifen, wenn ich Zugang zum „Original“ habe? Ja, am Ende wird das Signal ohnehin noch hier und da zurechtgestutzt – aber lieber von der Originalquelle als von einem schon beschnittenen Ausgangsmaterial.
Es laufen nach der Lossless‑Datei noch so viele kleinere und größere Tools (Software wie Hardware) über das Material, dass man ohnehin davon ausgehen kann, dass das Resultat nicht mehr 1:1 dem Ursprung entspricht.
Und: Wären Lossless‑Dienste wirklich exorbitant teurer, könnte man das als Gegenargument akzeptieren. Sind sie aber nicht.
Ja, jetzt kommt quasi die „Werbung“ für zwei Dienste, die echtes Lossless und darüber hinaus auch High‑Res‑Lossless bieten. Aber mal ehrlich: In einer Welt, in der gefühlt alle gegen alles sind und vielen Selbstbestimmung wichtig ist – unterstützt ruhig Dienste, bei denen ihr als Hörer und als Künstler offensichtlich mehr Wert seid.
Als netter Nebeneffekt bekommen die Künstler dort auch noch mehr Geld. Im Falle von Spotify erhalten sie im Schnitt etwa 0,004 USD pro Stream, wohingegen Tidal rund 0,013 USD und Qobuz etwa 0,018 USD pro Stream zahlen. Anders ausgedrückt: Tidal zahlt etwa 225% und Qobuz rund 387,5% mehr pro Stream als Spotify.
]]>Ich habe den D1 von SMSL zugesandt bekommen im Tausch für meine ehrliche Meinung. Ich habe keinerlei Verbindung zu SMSL, noch hat SMSL Einfluss auf meinen Text. Wie immer: klar, ehrlich und mitten in die Fresse.
Gefällt euch mein Content? Dann klickt auf „Abonnieren“ und unterstützt meinen Kanal – so kann ich auch in Zukunft spannende HiFi‑Komponenten für euch testen.
Der SMSL D1 kommt in einem kleinen, schlichten Karton. Zuerst entdeckt man so etwas wie eine Garantiekarte, eine Kurzanleitung auf Englisch und Chinesisch und ein einigermaßen wertiges USB-Kabel. Der D1 selbst kommt in einer kleinen, milchigen Tüte, wohlbehütet. Der Lieferumfang ist jetzt nicht die Welt, aber sicherlich ausreichend.




Wer mich kennt, weiß: Ich achte auf Details. Der SMSL D1 kommt mit robustem CNC-Alu, fühlt sich erstaunlich wertig an und bleibt so kompakt, dass er auch im kleinsten Setup Platz findet – am Laptop, irgendwo am, um, unter dem Schreibtisch oder irgendwo an der HiFi-Anlage als kleines Gimmick.
USB‑C getrennt für Strom & Daten (wobei der Datenanschluss auch den Strom für den DAC liefern kann), optisch, koaxial – alles Wichtige ist dabei. Ausgänge gibt’s klassisch per RCA-Stereo. Keine unnötigen Spielereien: Plug&Play für Windows und Mac, natürlich sind High-Res-Daten kein Problem.
Bedienung? Intuitiv über Touch-Tasten und eine schlichte LED-Anzeige. Nix weltbewegendes, funktioniert!



Interessant ist der SMSL D1 gerade weil er nicht auf die üblichen Verdächtigen von ESS und Asahi Kasei Microdevices alias AKM setzt. Auch weil SMSL sich dazu entschieden hat einen vergleichsweise hochwertigen DAC-Chip in ein Einsteiger-Gerät zu stecken. Natürlich wurde hier jetzt nicht das ausgeklügelste Schaltungsdesign oder Implementierung an und für sich vorgenommen. Dennoch hängt SMSL mit diesem Ansatz die Messlatte im Einsteigersegment ein erhebliches Stück höher. Wer hier liest und noch nicht ganz zu mit der Materie vertraut ist, dem sei gesagt, dass gerade im höherpreisigen Segment noch die ein oder anderen Kniffe versteckt sind, welche dann erheblich teurere Hardware zur Folge haben.
Getestet habe ich mit dem Lehmann Audio Linear II Kopfhörerverstärker, den Verum 2 Planars und Ricable Dedalus Cinch – alles aus meinem daily driver-Setup. Als Zuspieler kam ein Mac bzw. Eversolo DMP-A6 zum Einsatz, gestreamt über meine Qobuz-Playlist.
Erster Eindruck:
Der SMSL D1 liefert ein überraschend rundes, neutrales Klangbild. Der neue ROHM-Chip positioniert sich tonal zwischen den bekannten ESS- und AKM-Lösungen: Nicht so analytisch-kühl wie ESS, aber auch nicht ganz so warm wie AKM. Erwähnenswert: Die Bühne wirkt gut sortiert und breit, Höhen sind präsent, aber nicht unangenehm scharf. Ich mag es, wenn Becken nicht überbetont werden aber dennoch Crunch in den Ohren haben – das passt!
Bassfundament:
Im Tieftonbereich spielt der D1 satt, mit angenehmem, unaufdringlichem Punch. Wer Kopfhörer oder Boxen mit weniger Tiefgang besitzt, bekommt hier einen Kick. Die Abstimmung ist musikalisch, doch nie schwammig. Bei KoRn – Got the Life zeigt sich, wie federnd der Bass kommen kann. Macht richtig Spaß!
Separation & Bühne:
Die Kanaltrennung ist solide, die Bühne breit aber nicht riesig. Für Garage-Sound á la Nirvana fehlt ein bisschen das kratzige RAW-Feeling welches hochwertigere DACs herausholen – aber wir reden hier von einem Modell unter 100€! Für den Preis: No-Brainer. Die Stimme von Brian Garris (Knocked Loose, Everything is quiet now) kommt klar durch, Details in den Cymbals sind besser als erwartet, alles bleibt angenehm unaufgeregt.
Referenztracks:
Also generell denke ich, ist der SMSL ein super Einsteiger-Gerät. Ein wenig die Soundkarte von nem Mainboard aufwerten und besseren Gaming-Sound und Musik erreichen. Vielleicht hat man auch einen nicht so wertigen DAC in seinem Receiver, verbaut und möchte nur diesen Teil ausgleichen, weil einem die Verstärkerleistung mehr als reicht. Das Handy als Streamer, per USB‑C direkt in den DAC und dann auf kleine Amps á la Fosi V3 Mono oder 3e Audio A7 Amp oder, oder, oder. Ich habe hier schon einige von den kleinen Kraftprotzen vorgestellt.

Weiterhin könnte man sich auch einen kleinen Kopfhörerverstärker zulegen. Hier gibt es auch gute und günstige Geräte von den einschlägingen Marken, die das Einstiegssegment bedienen.
Dennoch habe ich auch gesehen und gerade gehört, dass sich selbst ein Lehmann Linar II an dem kleinen Kasten gut macht. Durch die super neutrale und entspannte Spielweise des Linear II, kann man dem DAC alles entlocken, was er so bereit hält und das ist für den Preis wirklich viel.
Wer für kleines Geld einen DAC sucht, der nicht nur am Desktop sondern auch als Upgrade für HiFi-Anlage oder Zweitsetup taugt, ist hier absolut richtig.
Für unter 100 Euro liefert der SMSL D1 eine musikalisch abgestimmte Performance, viele Anschlussmöglichkeiten und eine Verarbeitung, die auch gehobenen Ansprüchen gerecht wird. Kaufen könnt ihr das kleine Wunderkästchen z.B. bei Amazon oder Aliexpress. Weitere Informationen findet ihr auch auf der Seite des Herstellers.
Natürlich gibt’s in höheren Preisregionen noch schärfere, breitere Klangbilder – aber im Bereich Einsteiger-DAC macht der D1 wenig falsch. Optimal mit Kopfhörerverstärker oder als unkompliziertes Desktop-Upgrade.
Mein Tipp: Wer auf High-End verzichten kann und einfach ehrlich Musik genießen will, findet mit dem SMSL D1 einen treuen Begleiter!




Der Burson Soloist Stellar destilliert Bursons Kopfhörerverstärker‑DNA in ein fokussiertes Gerät: reiner Class‑A Head‑/Preamp ohne integrierten DAC, dafür mit voll diskreter FET‑Topologie, hoher Ausgangsleistung und Desktop‑Formfaktor. Damit ergänzt er den Conductor Stellar (AIO mit DAC ESS9039PRO) sinnvoll und richtet sich an Puristen mit eigenem DAC oder Studio‑Setup.
Mit bis zu 8W an XLR bzw. 4W an SE (1W XLR für IEMs und 0,5W SE) liefert der Soloist Stellar souveräne Reserven für planare Magnetostaten und hochohmige Klassiker; die voll diskrete FET‑Class‑A‑Stufe setzt auf reichlich Ruhestrom für Linearisierung und Dynamik. Onsemi‑Leistungstransistoren und die Max Current Power Supply sorgen für Kontrolle und Antritt, während die Silent Power Module den Rauschboden drücken.
Ein echtes Alleinstellungsmerkmal ist das separate IEM‑Modul auf Basis zweier TPA6120A2, ausgelegt auf ultra‑niedrige Verzerrungen, hohe Slew Rate und breite Bandbreite. Ergebnis: pitch‑black Background, null Hiss und feinste Mikrodynamik – selbst bei hochempfindlichen In‑Ears –, womit der Soloist Stellar neben Full‑Size‑Magnetostaten auch kritische IEM‑Sessions meistert.



Für die Praxis setzt Burson auf eine duale PGA2320 Widerstandsleiter‑Lautstärke mit kanalgetrennter Regelung und maßgeschneiderter Kennlinie für fein dosierbare Pegel trotz hoher Leistung. On top gibt es Hardware‑Crossfeed in drei Stufen und eine unabhängige Channel‑Balance, was sowohl Mixing‑Checks als auch entspanntes Langzeithören unterstützt
Der Burson Soloist Stellar bietet XLR und RCA als Eingänge sowie Pre‑Out zur Steuerung aktiver Lautsprecher oder externer Endstufen. Für Kopfhörer stehen XLR‑4‑Pin, 6,35 mm und 3,5 mm bereit; außerdem ist ein Subwoofer‑Ausgang an Bord für Headphone‑plus‑Sub‑Setups.

Die zweite Generation der Silent Power Module basiert auf LT3045‑Reglern mit extrem niedrigem Rauschen, was insbesondere bei IEM‑Nutzung den Schwarzwert verbessert. Das kühlrippenlastige Gehäuse ist funktionales Thermik‑Design und ermöglicht die hohe Class‑A‑Leistungsabgabe dauerhaft am Schreibtisch.
Der Burson Soloist Stellar erscheint in mehreren Ausführungen: Standard für Upgrader, Deluxe mit V7 Vivid Pro OpAmps, Silent Power 02, Super Charger 5A und Remote, sowie Max inklusive Fusion Core 24V GaN‑Netzteil. Die gelisteten Preise starten bei 1.290 € und reichen je nach Ausstattung bis in den 1.7k € Bereich. (Pre-Order-Deal danach 2250€) Vorbestellung läuft jetzt im Burson Onlineshop, Auslieferung erfolgt ab 01. Dezember 2025.
Mit dem Soloist Stellar erweitert Burson die neue Stellar‑Familie um eine reine Verstärker‑Option, die Puristen‑Setups adressiert und die IEM‑Tauglichkeit zum Serien‑Feature macht. Wer den Conductor Stellar als All‑in‑One im Blick hatte, bekommt hier die gleiche Design‑Sprache und Power – nur ohne DAC mit diversen Eingängen und perfekt für bestehende DAC‑Ketten.

Das Ziel ist klar: eine vollständige Steuerzentrale für ein modernes Stereo-System. Wer auf einen separaten Vorverstärker verzichten will, soll mit dem Eversolo DAC-Z10 direkt in die Endstufe oder Aktivlautsprecher gehen können. Gleichzeitig soll das Teil Kopfhörer-Setups nicht als Afterthought behandeln, sondern als ernstzunehmende Option. Laut Hersteller ist der Anspruch “True Sound” — das klingt nach Marketing, aber hinter der Fassade steckt eine Architektur, die das zumindest technisch untermauert.
Das Herzstück ist eine Dual-Mono-Implementierung mit je einem AK4191- und AK4499-Chipset pro Kanal — insgesamt also vier AKM-Velvet-Sound-Chips. Jeder Kanal bekommt seine eigene Signalkette, seinen eigenen linearen Netztrafo und seine eigene Masseführung. Eversolo nennt das intern “Fully Isolated Architecture” (FIA). Drei getrennte Linearnetzteile versorgen linken Kanal, rechten Kanal und die Systemelektronik separat — das ist kein Marketingbegriff für gemeinsame Masse mit Trennkondensatoren, sondern tatsächlich physisch getrennte Versorgung.

Die Lautstärkeregelung erfolgt nicht digital, sondern über ein duales R2R-Widerstandsnetzwerk — ein Modul pro Kanal. Das verhindert Pegelverluste durch Bit-Truncation bei niedrigen Lautstärken und sorgt für kanalgleiche Phasenreaktion. Die analoge Vorverstärkerstufe unterstützt sowohl XLR- als auch RCA-Eingänge und ‑Ausgänge, mit +10 dB analogem Gain. Das Eversolo DAC-Z10 kann also direkt eine Endstufe treiben — ohne externe Vorstufe.


Das Taktsystem trägt den Markennamen “Precision Core”: Ein OCXO-Quarzoszillator (temperaturkontrolliert, um Frequenzdrift zu eliminieren), ergänzt durch PLL-Jitter-Unterdrückung und FPGA-gestützte Taktrekonstruktion. Eversolo spricht von Femtosekunden-Präzision — das ist eine Werbeaussage, die man nicht einfach nachmessen kann, aber OCXO-basierte Taktgeber sind in dieser Preisklasse tatsächlich selten. Für Systeme mit externem Masterclock gibt es Eingänge für 10 MHz und 25 MHz, wahlweise mit 50-Ω- oder 75-Ω-Abschluss. Das ist ein Feature, das man sonst eher bei Esoteric oder dCS findet.



Die Messwerte laut Hersteller: THD+N von 0,00008 %, Dynamikumfang 130 dB. Beides klingt beeindruckend. Ob das unter realen Betriebsbedingungen und mit allen Eingängen stabil bleibt, ist eine andere Frage.
Der Eversolo DAC-Z10 ist gut bestückt. Auf der Rückseite: USB‑B (bis PCM 768 kHz/32-bit, DSD512), I²S mit acht konfigurierbaren Modi (ebenfalls bis DSD512), AES/EBU, je zwei Koaxial- und Toslink-Eingänge (bis PCM 192 kHz/24-bit, DSD64 DoP), HDMI eARC und Bluetooth 5.0 mit SBC und AAC. Analog rein und raus per XLR und RCA.


Vorn: ein 8,8‑Zoll-Touchscreen. Kein winziges OLED-Fenster, sondern ein richtiges Display, das auch aus Sitzdistanz lesbar ist. VU-Meter, Spektrumanalyzer, Filterauswahl, Eingangswahl — alles direkt am Gerät steuerbar, alternativ per Fernbedienung oder der Eversolo-Control-App für iOS und Android. Der Kopfhörerausgang (6,3 mm, frontseitig) erkennt automatisch die Impedanz des angesteckten Hörers und passt den Gain an. Für niedrige Impedanzen gibt es einen High-Gain-Modus mit bis zu 1 Watt an 16–32 Ohm — das reicht für die meisten planaren Magnetostat-Hörer.




Dual-Mono-DAC-Implementierungen in dieser Preisklasse sind selten. Wer sowas normalerweise kauft, landet eher bei Chord, T+A oder MSB — und zahlt deutlich mehr. Der Eversolo DAC-Z10 kombiniert das mit einer vollwertigen analogen Vorverstärkerstufe und einem ernstzunehmenden Kopfhörerverstärker. Drei Kategorien in einem Gehäuse, die sich nicht gegenseitig kompromittieren sollen. Ob das tatsächlich gelingt, muss ein ausführlicher Test zeigen.
Die R2R-Lautstärkeregelung ist ebenfalls ein Punkt, der das Teil von den meisten DAC/Pre-Kombis im Segment abhebt. Die üblichen Verdächtigen in dieser Klasse — Topping D90 III Sabre, RME ADI‑2 Pro FS — arbeiten mit digitalem oder einfachem analogen Poti. Das R2R-Modul ist hier eine technisch fundierte Entscheidung.
1.980 Euro ist viel Geld für einen DAC. Gemessen an dem, was für diesen Preis geboten wird, ist es allerdings eine andere Geschichte. Der Topping D90SE liegt deutlich darunter, bietet aber keine analogen Eingänge und keinen vollwertigen Vorverstärker. Der RME ADI‑2 Pro FS kostet ähnlich, ist aber klar auf Studio- und Kopfhörereinsatz optimiert, nicht auf ein Wohnzimmer-System. Der Chord Hugo TT 2 liegt preislich ähnlich, hat aber keine analogen Eingänge und ist eine andere Philosophie. Wer einen separaten Vorverstärker einsparen will und trotzdem kein Compromiss-Gerät möchte, hat in dieser Preisklasse sonst kaum Optionen, die technisch vergleichbar ausgestattet sind.
Eversolo ist kein No-Name-Hersteller mehr. Die DMP-A8 und A6 haben dem Unternehmen in der Streamer-Szene einen guten Ruf eingebracht. Der Eversolo DAC-Z10 ist der erste echte Angriff auf das obere Preissegment — und zumindest auf dem Papier gut gerüstet dafür.
Der Eversolo DAC-Z10 kostet 1.980 USD / 1.980 EUR. In Deutschland ist er über ausgewählte HiFi-Händler erhältlich. Zum Lieferumfang gehören Fernbedienung, Netzkabel, USB-Datenkabel, USB-Stick für Firmware-Updates, Trigger-Kabel und Bedienungsanleitung.
Das Konzept überzeugt auf dem Papier. Drei getrennte Netzteile, Dual-Mono-AKM, R2R-Lautstärkeregelung, externer Clockeingang — das ist keine zusammengewürfelte Featureliste, sondern eine kohärente Architekturentscheidung. Was noch fehlt: wie sich das alles in der Praxis verhält. Wie schlägt sich die analoge Vorstufe wirklich gegen dedizierte Vorverstärker in ähnlicher Preisklasse? Wie klingt der Kopfhöreranschluss mit anspruchsvollen planaren Hörern? Und bleibt die Kombination aus Display, App und Audiosektion auf Dauer stabil — Firmware-seitig? Abwarten.
Wer sich eher für die Streaming-Seite des Eversolo-Portfolios interessiert: Unseren Test zum DMP-A6 findet ihr hier.
]]>Apex positioniert sich knapp über der Classic-Linie — also genau dort, wo Classic-Fans sich ein Upgrade gewünscht haben, ohne gleich in eine andere Preisklasse zu wechseln. Laut Hersteller wurden die Netzteile rauschärmer ausgelegt, ESS-Spannungsregler präziser eingesetzt und passive Bauteile — Kondensatoren, Widerstände, Operationsverstärker — konsequent überarbeitet. Das ist keine Marketingerzählung, die sich nicht verifizieren ließe. Es ist genau das, was man von einem seriösen Evolutionsmodell erwarten würde. Ob das hörbar ist, steht auf einem anderen Blatt.
Das Design trägt den Jubiläumsgedanken offen: schwarze Hochglanzfront, weiße VU-Meter, neo-retro Look. Advance Paris nennt das die limitierte 30th Edition — und ja, die Optik ist ein Statement. Wer auf knallige Balkenanzeigen steht, findet hier seinen Verstärker. Wer das zu viel findet, kauft halt woanders.

Der Advance Paris A12 Apex setzt auf die klassische Hybridformel: zwei ECC81/12AT7-Doppeltrioden in der Vorstufe, Transistorendstufe in Class A/B. Das Prinzip ist bewährt und bei Advance Paris seit Jahren gesetzt — die Röhren geben dem Signalweg ihre Charakteristik, die Transistoren liefern die Stromarbeit. 190 Watt RMS pro Kanal an 8 Ohm, 292 Watt an 4 Ohm laut Herstellerangabe. Das sind Nennwerte unter konkreten Messbedingungen — im Alltag mit 4‑Ohm-Lastsenken und dynamischer Musik wird sich zeigen, wie der Amp damit umgeht.
Zwei separate Ringkerntransformatoren im Dual-Mono-Aufbau sollen im Advance Paris A12 Apex genau dafür sorgen: stabile Versorgung auch bei anspruchsvollen Lautsprechern. Das klingt nach einem Netzteil, das nicht einbricht, wenn mal kurz Vollgas gefordert ist. Die High-Bias-Funktion ist interessant: Sie aktiviert auf Knopfdruck eine erhöhte Class-A-Vorspannung. Kein reiner Class-A-Betrieb, aber ein breiteres Fenster mit Class-A-Charakter bei höheren Leistungen. Das kostet Wärme, spart aber den separaten Class-A-Verstärker.
Der DAC im Advance Paris A12 Apex ist ein ESS9039 — das Spitzenmodell der ESS-Reihe, das auch die kleineren Geschwister A8 und A10 Apex klar abgrenzt, die mit dem ESS9018 auskommen. 24 Bit / 192 kHz PCM und DSD128 werden unterstützt. Digital reinkommen kann das Signal über Optisch, Koaxial, USB‑B, AES/EBU und HDMI eARC. Das HDMI eARC ist ein echter Mehrwert: TV anschließen, CEC aktivieren, und der Verstärker reagiert auf Lautstärke und Power direkt über die TV-Fernbedienung. Für Wohnzimmer-HiFi-Setups ohne separate Vorstufe eine praktische Sache.
Analog gibt es acht Eingänge, davon zwei symmetrisch per XLR. Dazu kommt ein hochwertiger MM/MC-Phono-Eingang mit RIAA-Entzerrung. Zwei Subwoofer-Ausgänge, wahlweise in Mono oder Stereo. AMP-IN für die Heimkino-Integration. Zwei Lautsprecherzonen. XLR-Pre-Out. Bluetooth läuft über den optionalen A‑BTC-Dongle, der aptX HD und aptX Adaptive Low Latency unterstützt — und beim A12 Apex auch Audio an Bluetooth-Kopfhörer senden kann. Das Dongle ist Aufpreis, nicht im Lieferumfang.

Gewicht: knapp 18,3 Kilo netto. Das Teil macht sich auf dem Rack bemerkbar.
Technische Eckdaten im Überblick:
Der Advance Paris A12 Classic war schon eine dichte Kiste. Der Apex schraubt gezielt an den richtigen Stellen: besserer DAC-Chip, überarbeitete Netzteilstruktur, HDMI eARC als neue Schnittstelle, neue Bluetooth-Generation. Das ist keine kosmetische Überarbeitung. Ob der Klang-Unterschied in der Praxis deutlich hörbar ist, lässt sich ohne Direktvergleich nicht sagen — aber die technischen Änderungen sind substanziell genug, um nicht als reine Optik-Auffrischung abgetan zu werden.
Mit 3.490 Euro UVP landet der Advance Paris A12 Apex in einem gut besetzten Segment. Der Hegel H120 kommt für rund 3.000 Euro ohne Röhren, ohne MM/MC-Phono, ohne diese Ausstattungsdichte. Der Creek Evolution 100A spielt ebenfalls in dieser Liga, kommt aber ohne integrierten DAC dieser Güte. Der Naim Nait XS 3 ist stark und klanglich überzeugend, bietet aber keine Röhrentopologie und deutlich weniger Konnektivität.
Wer gezielt Röhrenwärme mit Transistorleistung kombiniert haben möchte und dabei nicht auf digitale Eingänge, Phono und HDMI-TV-Anbindung verzichten will, findet bei 3.500 Euro wenige Alternativen mit vergleichbarer Ausstattungstiefe. Der Preis ist für das, was der Advance Paris A12 Apex bietet, nicht unverschämt.
Der Advance Paris A12 Apex ist ab Dezember 2025 im autorisierten Fachhandel erhältlich. UVP: 3.490 Euro. Die limitierte 30th Edition kommt in schwarzer Ausführung mit weißen VU-Metern — Standardversion folgt. Der optionale A‑BTC-Bluetooth-Dongle kostet extra.
Ob das “verbesserte Netzteil” und der ESS9039 in der Praxis klanglich den Aufpreis gegenüber dem Classic rechtfertigen, lässt sich erst nach einem echten Hörvergleich sagen. Advance Paris hat mit dem Classic-A12 bewiesen, dass sie einen Vollverstärker bauen können, der klingt wie er soll. Der Apex dreht dabei an sinnvollen Stellschrauben. Wie weit das trägt, wird sich zeigen.
Wer statt eines Vollverstärkers lieber auf separate Endstufen setzt, findet hier unseren Test zum Burson Timekeeper GT4.

Beim IM4 setzt Fosi auf einen eigens entwickelten, 10 mm großen dynamischen Treiber, der auf einer beryllium-beschichteten Membran und einem ausgeklügelten doppelten Magnetsystem basiert. Durch die offene Gehäusebauweise erwarten uns nicht nur ein luftiger, räumlicher Klang, sondern auch weniger typischer Ohrdruck bei längerem Hören. Die Abstimmung soll ausgewogen sein, mit einem dezenten Bass- und Hochton-Boost, um Details klar herauszuarbeiten – ganz ohne Schärfe oder Sibilanz. Das Gewicht liegt bei federleichten 7 Gramm pro Hörer; alles zusammen inklusive Kabel bringt gerade einmal 38 Gramm auf die Waage. Ein Highlight sind definitiv die beiden mitgelieferten Sound-Nozzles, die ganz einfach zwischen mehr Bass oder klareren Höhen und Mitten wechseln lassen – hier setzt Fosi auf Aluminium und Messing als Material.


Großen Wert legen die Entwickler dieses Mal aber auf das Zubehör. Im Lieferumfang gibt es etliche Ohrpassstücke in unterschiedlichen Ausführungen (Balanced, Bass, Deep Bass) und eine stabile Transporttasche. Dazu wird als kleines Goodie ein USB‑C auf 3,5mm Klinke Adapter gratis beigelegt. Entscheidend ist aber vor allem eines: Das Kabel. Schon auf der High End in München war das Thema omnipräsent, und ich persönlich hatte im Gespräch mit Fosi betont, wie enttäuschend das Kabel des i5 ausfiel. Beim IM4 zeigt Fosi, dass sie Feedback ernst nehmen – das neue, vierfach geflochtene Kabel besteht aus hochreinem, silberbeschichtetem OFC mit 392 Adern, ist deutlich flexibler und robuster, und setzt auf wertige Metallstecker mit Gold-Beschichtung. Genau so muss das im Jahr 2025 aussehen. Schade ist nur, dass Fosi Audio es hier verpasst, auch die 4,4mm Balanced-Bespielung zu ermöglichen.



Preislich punktet der Fosi Audio IM4 vor allem für Kickstarter-Backer: Bereits ab etwa 80 US-Dollar gibt es das Set als Early Bird, dazu kommen zahlreiche Bundle-Optionen inklusive hauseigener Kopfhörerverstärker wie DS1, DS2, DS3, K7 oder ZH3 – je nach Bundle erhält man bis zu 30% Rabatt. Versendet wird global und – für uns hier besonders erfreulich – auch EU-freundlich und mit transparenter Kommunikation seitens Fosi. Die ersten Reviews und Eindrücke aus der Community loben vor allem den deutlichen Fortschritt beim Kabel und das gut durchdachte Zubehörpaket. Zur offiziellen Kickstarter-Kampagne geht es hier.
Mit dem DS3 versteckt sich hier auch ein neues Gerät, welches wohl auch eines der ersten Geräte zu sein scheint, mit der neuen XMOS Beyond Power Technologie. Leider gibt es noch nicht so viele Informationen hierzu aber es lässt sich vermuten, dass es hier um optimierten Stromverbrauch bei gleichbleibender Signalverarbeitung etc. gehen könnte.
Für Gamer integriert der DS3 Fosi Audios eigene AI Spatial Audio‑Technologie und schafft damit eine immersive Klangbühne mit präziser Ortungsgenauigkeit – so hörst du jeden Schritt, jedes feine Detail und sicherst dir im kompetitiven Match den entscheidenden Vorteil.
Fosi DS3 Specs:
Mit dem Fosi Audio IM4 beweist Fosi Audio, dass sie die Kritik der Community nicht nur gehört, sondern konsequent umgesetzt haben. Wer auf der Suche nach einem offenen In-Ear mit modernem Kabel, solider Technik und fair kalkuliertem Kickstarter-Preis ist, sollte unbedingt einen Blick riskieren. Dieses Projekt könnte sich als echter Geheimtipp für 2025 entpuppen – und zeigt einmal mehr, wie schnell eine Marke mit offenem Ohr für ihre Nutzer wachsen kann.
Weitere Informationen und Tests von Fosi Audio Produkten findest du hier.
]]>Im Unterschied zur klassischen Voyager-Serie setzt Burson beim Stellar auf ein gezieltes Desktop-Design: Kleineres Format, keine Eingänge, attraktiver Preis, aber kompromisslos bei Klang und Leistung.

Die aktuellen Preise lauten:
Beachtet, dass hier noch Importkosten anfallen.
Ein echtes Alleinstellungsmerkmal des Stellar ist der neu entwickelte dedizierte IEM-Ausgang, der maximale Stille und höchste Detailauflösung garantiert – selbst mit extrem empfindlichen In-Ears. Burson setzt hier auf eine komplett eigene Ausgangsstufe, die Hiss und Grundrauschen praktisch eliminiert: Dieses Feature findet man sonst meist nur bei spezialisierten High-End-Verstärkern wie dem Questyle CMA Fifteen oder dem Cayin C9, die gleichermaßen für kompromisslose IEM-Tauglichkeit entwickelt wurden und ebenfalls im Preissegment jenseits der 2.000 € angesiedelt sind.
Der Burson Conductor Stellar positioniert sich damit eindeutig in der audiophilen Oberklasse der Desktop-Lösungen und bringt neben dem flexiblen IEM-Modul auch die volle Burson-leistung für große Kopfhörer – verpackt in einem kompakten und wohnraumfreundlichen Design.
Auch die übrigen Komponenten setzen Maßstäbe: ESS9039PRO DAC, diskrete I/V- und LP-Stufen, Onsemi Class-A-Transistoren sowie die extrem rauscharmen Silent Power Module, alles passiv gekühlt im futuristischen Gehäuse.
Technische Features und Pakete:

Erhältlich in drei Varianten (Standard, Deluxe, Max) – alle mit unterschiedlichen OpAmps und Netzteilen. Bis zum 15. November profitieren Frühbesteller vom kostenlosen Upgrade auf die nächsthöhere Version. Die Auslieferung startet in der ersten Dezemberwoche. Hier könnt ihr mal im Burson Shop vorbeischauen.
Weiterhin hatten wir schon zwei tolle Geräte von Burson Audio im Test: Den Conductor GT4 und den Playmate 3.
Fazit:
Mit dem Burson Conductor Stellar eröffnet Burson Audio eine neue, kompakte Gerätekategorie, die High-End-Power und kompromisslose IEM-Tauglichkeit zum Desktop bringt – und so die Voyager-Serie sinnvoll für moderne Hörgewohnheiten ergänzt.




Ja Leute, ich stehe ja auch erst am Anfang. Ich hab zwar so einige Kopfhörer mittlerweile durchgenudelt, aber wer hat schon die Chance, immer mehrere Wochen so ein Teil bis zum Exitus zu hören? Nur mit dem Unterschied zu einigen Fachmenschen da draußen nehme ich mir wirklich die Zeit, einen Deep-Dive zu machen. Liegt auch ein wenig an meiner Natur, mich in einem Thema bis zum Profi hochzuarbeiten, nur um danach das nächste anzufangen. Nennt es meine Superkraft. Ich kann das eigentlich mit allem. Gerade ist es HiFi und ich nehme noch Fahrt auf…
Jedenfalls, ja. Die LCD‑3 sind schon 2011 erschienen, sind aber weiterhin uneingeschränkt erhältlich. Und ich finde es einfach geil, mich an einer Handvoll Kopfhörern entlangzuhangeln und die Unterschiede herauszuarbeiten. Bevor ich jedoch meiner Frau einen Knopf an die Backe labere, schreib ich es lieber für die Nachwelt auf. Das habt ihr jetzt davon.
Ich habe die LCD‑3 vom deutschen Vertrieb zum Testen erhalten. Wie immer, bilde ich mir aber meine eigene Meinung und lasse mich von außen nicht beeinflussen. Weiterhin versuche ich nicht den gängigen HiFi-Genre-Slang zu imitieren und dir knallhart zu sagen wie ich das Produkt finde.
Der Audeze LCD‑3 kommt in einem silbernen Travel Case – mit der Kiste könnt ihr bei euren Bros Eindruck schinden! Darin findet ihr neben dem Kopfhörer selbst: In meinem Fall ein vieradriges Kopfhörerkabel mit 6,35-mm-Anschluss.
Das liegt wohl daran, dass das Muster nicht gerade ein Jahr auf dem Buckel hat, sondern schon was mehr. Dennoch habe ich ein weiteres Kabel erhalten: XLR → 6,35 mm-Klinke → 3,5 mm-Klinke. Ich hab mir sagen lassen, dass es wohl der aktuelle Standard ist.


Natürlich handelt es sich beim Audeze LCD‑3 wieder um einen Magnetostaten. Wie auch sonst… Dennoch unterscheidet er sich natürlich deutlich vom vorgenannten LCD‑X. So hat er eine Impedanz von 110 Ohm bei einem Wirkungsgrad von 101 dB/mW. Weiterhin wird ihm eine maximale Belastbarkeit von 5 Watt RMS attestiert. Ich weiß ja nicht, ob ich so viel da reinjagen würde. Aber selbst der Burson Conductor GT4 ist nicht in der Lage, 5 Watt bei 110 Ohm zu liefern, sodass ich das auch nicht testen konnte.
Der LCD‑3 wird häufig als leicht „dunkel/warm“ wahrgenommen; technisch passt dazu eine milde Senke im oberen Präsenz-/unteren Hochtonbereich (um grob ~6 kHz), die Zischlaute, Streicher-Schärfen und Cymbal-Crunch bewusst etwas bändigt – angenehm langzeittauglich, aber mit weniger Brillanzgefühl ganz oben.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Bauweise | Offener, ohrumschließender, magnetostatischer (planarer) Kopfhörer |
| Treibertyp | Planar-magnetisch (magnetostatischer Flachmembran-Schallwandler) |
| Magnetstruktur | Proprietäre Magnetanordnung, Neodym N50 |
| Größe des Schallwandlers | 106 mm |
| Phasensteuerung | Fazor |
| Frequenzbereich | 10 Hz – 50 kHz |
| Impedanz | 110 Ohm |
| Wirkungsgrad/Empfindlichkeit | 101 dB / 1 mW (Herstellerangabe) |
| Verzerrungen | < 0,1% bei 100 dB |
| Maximale Belastbarkeit | 5 W RMS |
| Maximaler SPL | > 130 dB |
| Gewicht | 550–635 g (je nach Quelle und Ausführung, ohne Kabel) |
| Anschluss | Abnehmbares Kabel, 4‑pol Mini-XLR, Adapter auf 6,3‑mm-Klinke und 3,5‑mm-Klinke |
| Ohrpolster | Premium Lammleder oder Alcantara (vegan erhältlich) |
| Kabellänge | 1,9 m |
| Anpressdruck | ca. 1,5 N |
| Empfohlene Verstärkerleistung | > 250 mW (mind. > 100 mW) |
Also bei Audeze kann ich nur sagen, ist der Tragekomfort bei den unterschiedlichen Modellen gleich. Und das im positiven Sinne. Ich hab die Kiste wieder 400+ Stunden getragen, diesmal eher mehr als weniger, weil ich noch auf den Burson Conductor GT4 gewartet habe. Ich wollte den Kopfhörern halt auch die beste Ausgangslage geben. Aber dazu nachher mehr. Audeze hat in meinen Augen am Aufbau des Kopfhörers, wenn überhaupt, nur minimalste Änderungen vorgenommen, was ich als positiv bewerte, da ich schon den LCD‑X vom Tragekomfort geliebt habe. Schlichter, aber dennoch robuster Aufbau. Tragen den ganzen Tag? Kein Problem. Und da der mir zugesandte Audeze LCD‑3 auch schon ein wenig auf dem Buckel hatte, kann ich auch sagen, dass die Konstruktion auch nichts bisher eingebüßt hat.
Anpressdruck, Ohrpolster, Gewicht. Alles kommt vertraut vor und für meinen Kopf ist alles perfekt. Denkt aber daran, dass die Audezees keine Plastikbomber sind, sondern hochwertig aus Metall. Was ebenfalls heißt, dass sie keine Leichtgewichte sind. So’n Sennheiser Plastikbomber ist halt schon noch ’ne andere Hausnummer. Für den ein oder anderen, könnten sie schwer sein und ich denke jeder sollte das erst einmal ausprobieren. Ich für meinen Teil komme von einem „leichten“ Kopfhörer, empfinde aber mittlerweile die schwereren Kopfhörer als angenehm.




Wollen wir ohne Umschweife mal zum Klang wechseln und damit wie ich den LCD‑3 empfinde. Und was soll ich sagen: Ich habe es lange versucht, aber der LCD‑3 und ich werden keine Freunde. Zwar ist der LCD‑3 sehr gut aufgelöst, aber ganz klar im Hochton sehr zurückhaltend. Ich für meinen Teil weiß seither für mich, dass ich harschere Höhen mag und haben will. Genau das liefert der LCD‑3 nicht. Das soll nicht heißen, dass sie nicht vorhanden sind, sie sind deutlich im Hintergrund. Ich denke der Charme dieses Kopfhörers ist eher auf den Sessel ausgelegt. Aufsetzen, in den Sessel fallen lassen, Augen zu und Musik hören. Wenn daraus mal ein kleineres Nickerchen nach einem harten Arbeitstag wird, schmiegt sich der Sound sanft an ohne einen eben aus jenem zu reißen. Ich will damit nicht sagen, dass der Kopfhörer einschläfernd, sondern eher, dass der Ton wohlig warm und schmiegend ist.
Genau diese „obenrum gebremste“ Gangart ist Fluch und Segen: brutal langzeithörbar ohne Härten, aber mit weniger Biss bei Becken, Streichern und aggressiven Gitarren – wer Glanz und Attacke sucht, wird hier eher zahm bedient.
Ich habe es wie oben geschrieben wirklich lange probiert mit ihm, da ich denke, dass jeder eine faire Chance haben sollte. Als dann der Burson Conductor GT4 hinzugekommen ist und ich diesen exzessiv auch mit anderen Kopfhörern quer gehört habe, habe ich dem LCD‑3 ein wenig mehr abgewinnen können. Dennoch nicht genug um ihn für meinen Teil wirklich zu mögen oder sogar lieben. Das mag jetzt für den ein oder anderen Abschreckend wirken, aber das ist es in der Tat nicht! Denn ich bin in meinem Hörgenuss dahin gekommen zu sagen: wenn irgendwo warmer Sound drauf steht, bin ich vorsichtig und schreie nicht sofort hier.
Hier noch unsere Qobuz Referenz-Playlist, für alle Interessierten.


Brian Garris Gesang ist nicht jedermanns Sache. Das liegt sicherlich auch am Pitch seiner Stimme. Wem diese schon immer ein wenig zu hoch bzw. harsch war, sollte wirklich mal den LCD‑3 aufsetzen. Abgesehen von dem fehlenden Crunch in den Cymbals von den Drums, ist aber auch Brians Stimme weniger eindringlich und aufdringlich. Ich will jetzt nicht sagen besser, denn sobald man sich auf ein Konzert von den Jungs begibt, wie ich schon zwei Mal dieses Jahr (Köln und Hamburg) wird spätestens dort wieder in die Realität zurückgeholt. Dennoch ist gerade Knocked Loose und stellvertretend hier Everything is quiet now stellvertretend für den Unterschied bei einem wesentlich wärmeren Kopfhörer zu einem “neutral” klingenden.
Genau hier spürt man den Treble-Dip am ehesten – die Schärfen werden weggefeilt, Druck und Präsenz rücken von „zischelig“ zu „geschmeidig“.
Geiler Song, welcher dem Audeze LCD‑3 schon schmeichelt. Der Kopfhörer zeigt sich schön räumlich gerade bei den Stimmen, die immer wieder mal links, mal rechts aufpoppen. Das Schlagzeug ist bei Rage Against the Machine klar vordergründig und das eben nicht bei den LCD‑3. Es schmiegt sich mehr in die Musik ein und steht nicht so heraus wie bei neutraleren Kopfhörern. Dennoch verlieren die LCD‑3 keine Details bei der Wiedergabe. Auch den gewissen Punch untenherum haben die Ohrhörer. Der Bass klingt ausgewogen und stramm. Die Bassdrum kickt sauber und trocken in den Gehörgang.
Fundament und Groove sitzen – nur die „Schneide“ der Becken fehlt etwas, wodurch der Track eher rollt statt sägt.
Die Infernus Sinfonica MMXIX von Septicflesh ist ein grandioses Werk. Melodic Death Metal mit orchestraler Begleitung. Und genau darum ging es mir. Ich bin nicht der Klassikhörer, finde aber ein Orchester schon sehr geil. Deshalb ist Infernus Sinfonica für mich eine perfekte Simbiose beider Welten, auch wenn jetzt die Klassikhörer hier die Augen verdrehen mögen. Der LCD‑3 fühlt sich aber bei den Klassikanteilen hörbar wohl. Streicher, Blasinstrumente, hier spielt er seine Stärken aus. Die Cymbals blitzen einfach hier und da mal ein wenig auf, im Vordergrund stehen klar die fetten Gitarren und die eindrucksvolle Untermalung. Die Bläser, die immer wieder aufwallend hinzukommen, klingen mit dem LCD‑3 schön fett und detailliert. Der Chor räumlich und die Streicher können in ruhigeren Passagen überzeugen.
Der wärmere Mittelton macht Chöre und Blech groß und körperhaft – cineastisch statt klinisch; wer funkelnde Obertöne erwartet, bekommt eher Seide als Glas.
Immer wieder Korn in meinen Reviews und so auch hier. Got the Life ist nur stellvertretend für viele sehr geile Songs. Aber Korn mit ihrem ikonischen Sound sind nun mal hervorragend zum Vergleichen geeignet. Beginnend bei dem schnarrenden Bass, welcher vom LCD‑3 druckvoll und freudig wiedergegeben wird. Auch hier rücken die Drums, zumindest bei den Cymbals in den Hintergrund. Habe ich diese bei diesem Song immer als treibend und fein empfunden, fehlt mir hier die Energie. Ebenfalls die ziemlich eindringliche Gitarre während der Strophe welche Jonathan Davis schon fast nervig begleitet. Irgendwie geht mir hier der psychedelische Anteil des Songs ein wenig verloren. Dennoch unterstreicht es wieder meine Empfehlung den Kopfhörer als Wohlfühlkopfkissen zu sehen.
Bass „knurrt“, Mitten „glühen“, Tops „glänzen weniger“ – exakt die Audeze LCD-3-Signatur in drei Worten.
Alles, was mir möglich war, habe ich natürlich durchgespielt, um euch ein wenig eine Idee zu geben, was für eine Kombination denn für euch interessant sein könnte. Ich merke dabei aber, dass ich nix wirklich hier habe, was “warm” klingt. Irgendwie muss ich mir mal was mit Röhre besorgen. Ja ich weiß, das ist jetzt ein wenig Klischee; Aber hey! Ich denke zwar, dass das nicht unbedingt was für mich ist, aber ich fühle mich in meiner Pflicht auch diesen Bereich zu erforschen.
Dennoch habe ich so einiges ausprobiert, kann euch aber jetzt schon sagen: der Kopfhörer ist unproblematisch. Mit keinem der Setups habe ich Probleme gehabt oder war ein Totalausfall. Hier mal eine Übersicht:
Also bei dem Fosi Audio K7 habe ich nur empfunden, dass in Kombination mit dem Linear und Linear II noch ein wenig mehr Leben in der Hütte war. Beim Playmate 3 hat sich das nicht herauskristallisiert. An der Raw-Leistung des K7 kann es eigentlich nicht liegen, da der Kleine symmetrisch knapp 4 Watt bei 32 Ohm drückt, also bei 110 Ohm noch genug Reserven da sein sollten. Ich weiß es nicht. Mir fehlte es hier ein wenig an Spritzigkeit.




Der Burson Audio Conductor GT4 jedoch schießt hier den Vogel ab. Ja der HiFi-Verkäufer würde sich hier jetzt die Hände reiben und euch erzählen, aus wie vielen Gründen meine anderen DACs + Amps nix für den LCD‑3 sind. Allem voran kann man ja einen 2000€+ Kopfhörer sicherlich nicht an eine 200€ DAC-/Amp-Kombo anschließen. Ich zitiere hier immer wieder gerne die Aussagen die immer immer wieder als Verkaufsgespräche / ‑argumente aufschnappe:
Man muss sich bei seinen Budget für HiFi immer vor Augen führen, dass wenn man einen 2000-€ Kopfhörer kauft auch eben mindestens 2000€ für seine weitere Technik und ebenso für die Verkabelung eben jener rechnen muss.
Quelle: frei wiedergegeben von Gesprächen mit HiFi-Händlern
Ich verstehe hier die Intention und den Anspruch und erkenne diesen an. Bin aber bei weitem nicht dieser Meinung. Ich selber finde, dass der Kopfhörer selber Soundtechnisch den größten Posten im Gesamtbild einnimmt. Die weitere Technik kann heute locker günstiger sein und dennoch wahnsinnig mit diesen Kopfhörern performen. Generell gibt es wenig Totalausfälle bei HiFi-Geräten. Dennoch harmonisiert das eine mehr als andere. Und ja: ein 2000€ DAC/Amp kann so einiges besser als einer für 200€. So natürlich auch der Burson Conductor GT4. Kein Wunder, dass Burson und Audeze sich im Ausland auch oft gemeinsam präsentieren. Der Conductor GT4 löst einfach noch besser auf und erlaubt sich nirgendwo kleinere Ausrutscher die einem im direkt analytischen Vergleich gar nicht auffallen würden.
Leistung schadet dem LCD‑3 nicht – 1–4 W Headroom bringen Kontrolle und Ruhe in den Bass, feine Dynamik-Sprünge und insgesamt mehr „Grip“.
Ich würde am liebsten schreiben für Menschen, die Musik ohne Seele lieben. Aber ich kann schon verstehen, dass es Audiophile-Menschen gibt denen harsche Töne ein Dorn im Auge sind. Audeze würde den Kopfhörer gar nicht produzieren wenn sie nicht von eben jener Zielgruppe überzeugt wären.
Ich glaube einfach, dass man mit dem LCD‑3 wirklich alles gut hören kann nur eben weniger neutral, in den Höhen zurückhaltend. Was für mich unspannend ist, wird sicherlich den ein oder anderen Liebhaber finden. Also nehmt meine Review nicht als Nicht-Kaufempfehlung sondern eher als Warnung an alle Neutral-Hörer da draußen wahr.


Dennoch empfinde ich mit dem Preistag von 2000€ die Entscheidung beim Kauf des Audeze LCD‑3 als keine leichte und bitte jeden sich den Kopfhörer ruhig für ein paar Sessions auszuleihen und sich sein eigenes Bild, vielleicht mit seiner eigenen Hardware, oder Wunschhardware, zu machen.
Kleiner Hinweis: Über die Jahre gab es beim LCD‑3 verschiedene Revisionen/Fazor-Iterationen; je nach Baujahr können Exemplarstreuungen im Hochton/Präsenzbereich minimal differieren – Gegenhören lohnt.
Die Verarbeitung und das Gesamtpaket des Audeze LCD‑3 ist wie von Audeze gewohnt spitze. Jedoch nicht der Klang. Was für mich Fluch darstellt, kann für den anderen Segen darstellen. Was mir keine Emotionen entlockt, könnte die fehlende wohlige Wärme sein, die manchen bei meinen vorgestellten Kopfhörern bisher gefehlt hat.
Da für mich eben der Klang im Vordergrund steht, weiß ich: Für mich sind die LCD‑3 nix. Zu warm, die Höhen zu zurückhaltend. (hier noch ein kleiner Spoiler: bei den Audeze MM-500 empfinde selbst ich die Höhen mit der Zeit als “zu krass”)
Dennoch ist der Tragekomfort bei Audeze hervorragend und die Jungs und Mädels wissen schon was sie machen. Ich muss aber auch sagen, dass ich es bei den LCD‑3 drauf angelegt habe. In der Ahnung, dass ich keine warmen Kopfhörer mag, habe ich mir diese zum Ausprobieren herausgesucht um genau dies bestätigt zu wissen.
Wer jetzt das wohlige Sofakissen sucht, mit welchem man im Sessel auch das ein oder andere Nickerchen machen kann ohne aus dem Schlaf oder Gedanken gerissen zu werden, sollte sich den LCD‑3 einfach mal auf die Birne setzen.
Der LCD‑3 ist kein „Wow durch Glanz“, sondern „Wow durch Wohlklang“ – wenn dich Wärme, Körper und Langzeittauglichkeit mehr kicken als Glitzer obenrum, trifft er erstaunlich oft genau ins Schwarze.



Das Original-DX9 lief noch mit dem AK4499EQ von AKM — ein starker Delta-Sigma-Chip, den Topping damals als Jubiläums-Kiste zum 15-jährigen Bestehen rausgebracht hat. Beim Topping DX9 Discrete ist der externe DAC-Chip raus. Stattdessen setzt Topping auf das eigene PSRM-Modul (Precision Stream Reconstruction Matrix): 16 diskrete Elemente pro Kanal, 1‑Bit-Architektur, vollständig selbst entwickelt. Die Technik kennt man bereits von Toppings D900 und dem D90III Discrete — jetzt taucht sie im Kombigerät auf. Die Idee dahinter: keine Abhängigkeit von externen Chiplieferanten, volle Kontrolle über das Schaltungsdesign. Praktisch ist das auch ein Statement in Richtung R‑2R-Lager: Man kann eigene diskrete Wandlerarchitekturen bauen, ohne auf Widerstandsleitern zurückzugreifen.
Der Topping DX9 Discrete erreicht laut Hersteller 131 dB SNR und 131 dB Dynamikumfang bei einem THD+N von unter 0,00006 Prozent. Das sind Werte, die an der Messgrenze moderner Audioanalyser kratzen — klassische Marketing-Aussage, die Topping aber typischerweise durch veröffentlichte Measurements untermauert. Abwarten bis das jemand unabhängig nachgemessen hat, aber Topping hat in dieser Hinsicht keine schlechte Historie.
Die Verstärkersektion übernimmt Toppings NFCA-Topologie (Nested Feedback Composite Amplifier) in einer sechskanaligen Ausführung. SE- und Balanced-Pfad arbeiten vollständig unabhängig voneinander. Die Ausgangsleistung: laut Datenblatt bis zu 10.000 mW pro Kanal an 16 Ohm, 7.080 mW an 32 Ohm. Das ist viel. Auch für planare Kopfhörer wie HiFiMAN Susvara oder Abyss Diana ist das kein Problem — Herstellerangabe, aber realistisch eingeordnet: selbst mit 50 Prozent Abschlag bleibt genug Headroom für fast alles was es gibt.
Das Rauschen liegt laut Topping bei unter 0,5 µVrms am symmetrischen Kopfhörerausgang. Für IEM-Nutzer relevant: das ist sehr leise, empfindliche In-Ears sollten hier kein Grundrauschen wahrnehmen.
Digital läuft alles über XMOS XU316 (USB), AKM AK4118 für S/PDIF-Eingänge und Qualcomm QCC5125 für Bluetooth 5.1. LDAC, aptX HD und aptX Adaptive sind dabei. Unterstützt werden bis zu PCM 768 kHz/32 Bit und DSD512 via USB — via S/PDIF und Bluetooth erwartungsgemäß weniger, PCM 192 kHz bzw. LDAC.
Eingänge: USB, AES/EBU, zwei optische, zwei koaxiale, I²S, Bluetooth. Ausgänge auf der Kopfhörerseite: 6,35-mm-Klinke, 4,4‑mm-Pentaconn, 4‑Pin-XLR. Für die Anlage: XLR und Cinch, jeweils als geregelter Preamp-Ausgang und als fester Line-Out. Ein 12-V-Trigger für die Systemintegration ist auch drin.


Die Lautstärkeregelung läuft über ein Relais-Widerstandsnetzwerk — vollsymmetrisch, soll Kanalungleichgewichte auch bei niedrigen Pegeln verhindern. Das ist bei dieser Geräteklasse Standard, aber gut zu haben.
Neu gegenüber dem Vorgänger: ein 10-Band-Parametric-EQ mit Import-Funktion für Zielkurven und mehreren speicherbaren Profilen. Wer seinen Kopfhörer per Harman-Kurve oder Custom-Zielkurve korrigieren will, muss nicht mehr zu externer Software greifen.
Das Gehäuse: CNC-gefrästes Aluminium, Plexiglas-Sichtfenster oben mit ambientem LED-Leuchten, zwei 2‑Zoll-Farbdisplays vorne mit Aurora-UI (FFT-Spektrum, VU-Meter, Wiedergabeinfos), großer Multifunktionsknopf. Sieht nach mehr aus als es kostet — das war beim Original schon so.
Der direkteste Vergleich läuft gerade auf den Luxsin X9 hinaus. Der kommt aus dem Hause der Zidoo-Gruppe — die Leute, die mit EverSolo die Streaming-DAC-Welt etwas aufgemischt haben — und kostet mit rund 1.199 Euro knapp 100 Euro weniger als der Topping. Luxsin setzt beim X9 auf den AK4499EX von AKM, einen externen Delta-Sigma-Chip der Oberklasse, kombiniert mit einer R2R-Lautstärkeregelung und einer hauseigenen DNF-Verstärkerstufe auf Basis von OPA1612 und TPA6120A2. Die Ausgangsleistung liegt bei 4.000 mW an 32 Ohm — ordentlich, aber klar unter den rund 7.000 mW des Topping. Der X9 hat dafür etwas, was der Topping DX9 Discrete nicht bietet: einen Analogeingang. Wer einen externen DAC oder eine andere analoge Quelle anschließen will, ist beim Luxsin flexibler. Außerdem bringt der X9 ein HP-EQ-System mit, das die Frequenzgangkorrektur hardwareseitig auf Basis einer Datenbank von über 2.500 Kopfhörermodellen vornimmt — direkter in der Umsetzung als ein reiner Software-PEQ.
Was der Topping DX9 Discrete in dieser Preisklasse allein macht: komplett eigene diskrete DAC-Architektur ohne externen Chip, deutlich mehr rohe Verstärkerleistung, und ein symmetrischer Signalpfad der von Anfang bis Ende ohne fremde Wandlerbausteine auskommt. Wer sich für die PSRM-Architektur interessiert, hat schlicht keine Alternative — das baut nur Topping. Dafür bleibt der Topping DX9 Discrete ein geschlossenes Ökosystem: kein Analogeingang, kein Streaming. Das war beim Vorgänger schon so, das ist hier genauso.
Rund 1.299 Euro für ein Kombigerät dieser Klasse ist nicht billig — aber auch kein Mondpreis, wenn man sich anschaut, was der Markt für separate DAC- und Amp-Kombinationen mit vergleichbaren Specs aufruft. Der Luxsin X9 für 1.199 Euro ist der direkteste Gegenspieler: ähnliches Konzept, ähnlicher Preis, andere technische Philosophie. Wer den Analogeingang braucht oder auf das HP-EQ-System des X9 steht, greift dort hin. Wer mehr Verstärkerreserven will und auf externe DAC-Chips grundsätzlich verzichten kann, landet beim Topping.
Darüber hinaus: Das RME ADI‑2 DAC FS kostet ähnlich viel, ist in der Pro-Welt gesetzt und hat einen exzellenten integrierten EQ — bringt aber deutlich weniger Verstärkerleistung mit. Das iFi NEO iDSD 2 hat Streaming-Features, die beiden Chinesen nicht bieten. Chord Hugo 2 ist eine andere Kategorie — tragbar, klanglich als Referenz diskutiert, und teurer.
Der Topping DX9 Discrete richtet sich an Leute, die ein vollständiges Desktop-Setup aus einer Kiste wollen, mit echtem Headroom für die schwierigen Kopfhörer, ordentlicher Bluetooth-Implementierung für den Alltag, und ohne Kompromisse bei den Messwerten. Das Luxsin-Lager spricht eher Nutzer an, die etwas mehr Systemflexibilität und eine ausgefeiltere Kopfhörer-Entzerr-Lösung schätzen.
Die Specs auf dem Papier sind stark. Was bleibt: Wie klingt das PSRM-Modul im direkten Vergleich zum AK4499EQ des Vorgängers im Alltag? Topping selbst spricht von einem “glatteren, analogeren Klangcharakter” — das ist naturgemäß Interpretationssache. Interessant wird auch sein, wie stabil der 10-Band-PEQ in der Praxis arbeitet und ob die Software-Anbindung unter Windows reibungslos funktioniert. Das sind die Punkte, die sich erst im längeren Einsatz zeigen.
Wer ein reines Vorstufenkonzept für externe Quellen sucht, sollte außerdem bedenken: Analog-Eingang gibt es hier keinen. Das DX9 Discrete ist ein geschlossenes Ökosystem — DAC rein, Kopfhörer oder Boxen raus. Klar.


Wir haben den Burson Conductor GT4 schon eine Weile hier zum Test, welchen wir euch nun in aller Ruhe vorstellen wollen.
Burson Audio als Marke an sich habe ich schon mal bei meinem Test des Burson Playmate 3 vorgestellt. Aber hier nochmal ein kleiner Abriss: Burson Audio ist eine HiFi‑Marke aus Down Under. Genauer gesagt Melbourne und wurde vor mehr als 20 Jahren von einer Gruppe Tontechniker gegründet und hat sich in der HiFi‑Szene rund um den Globus einen beachtlichen Ruf erarbeitet.
Auf der diesjährigen High‑End in München habe ich Burson Audio ebenfalls gespottet, aber bisher gibt es leider noch keinen Vertrieb für deren Produkte. Dennoch kann man sie wunderbar in deren eigenen Online‑Store kaufen.
Der Burson Conductor GT4 wurde mir von Burson Audio zur Verfügung gestellt, was bei mir aber nicht heißt, dass ich ihn irgendwie zimperlich behandelt habe, noch dass ich ihn für diesen Test besser bewerte. Ich bin und bleibe Herr meiner Worte und Meinung.
WTF! Okay. Wenn man die Kiste so auf Bildern sieht, denkt man vielleicht, dass sie eine gewisse Größe und Gewicht hat, aber man ist nicht gefasst auf das, was in den schicken Kartons schlummert. Look und Feel der Verpackung ist Premium und die Unboxing‑Experience ebenfalls. Burson Audio versteht es, seine Kunden mit einem befriedigenden Auspackerlebnis zu begrüßen und macht direkt Lust darauf, die Kiste zu hören.
Hat man das Biest erst einmal aus seinem Gefängnis befreit, muss man dem knapp 5 kg schweren Gerät erst einmal gebührend Respekt zollen. Hier bekommt man nicht nur Werbeversprechen, sondern ein ordentliches Stück Hardware. Der Burson Conductor GT4 strahlt sofort High‑End‑Allüren aus und lässt uns aufgeregt nach dem Zubehör schauen, um schnellstmöglich eine Hörprobe zu bekommen.
Wer unser Review zum kleinen Bruder, dem Playmate 3, gelesen hat, der wird das Zubehör zum Teil kennen.
Im Lieferumfang befindet sich:




In der Deluxe‑Edition sind bereits die Premium‑OpAmps vorinstalliert:
Tech‑Specs: You’ve got the power! Für unsere Zahlen‑Nerds
Anschlussvielfalt – Conductor GT4 als audiophile Zentrale
Auch bei den Nutzungsmöglichkeiten des Burson Conductor GT4 gibt es nichts zu bemängeln. Kann dieser doch als DAC mit Headphone‑Amp, Pre‑Amp und DAC‑only arbeiten sowie Signale aus verschiedenen, auch analogen, Quellen annehmen. Hierfür stehen ihm alle gängigen Anschlüsse zur Verfügung:
Digitale Eingänge und Formate
DAC-Spezifikationen
Ein‑ und Ausgänge
Kopfhörer‑Leistungsdaten (balanced / single‑ended)
Systemunterstützung
Versionen


Sonstiges
„Quieter than battery power“ dank 7× SP‑Modulen mit sehr hoher Rauschunterdrückung
Headphone+Subwoofer‑Modus (Subwoofer‑Pre‑Out in Kopfhörer‑Setups)
Effektiv kann also an den Burson Conductor ein Haufen an Geräten angeschlossen werden und somit bietet er sich natürlich für eine Vielzahl an Setups an, welche ich später noch ein wenig beleuchten möchte.
Irrepressible power
Burson Audio meint es nur gut mit uns. So auch bei dem, was beim Burson Conductor GT4 unter der Haube schlummert. Auf XLR liefert das Geschoss feinste Class‑A‑Power und mit 10 Watt beeindruckend viel davon. Single‑Ended sind es satte 5 Watt. Übersetzt heißt das: mehr Power, als du wahrscheinlich je brauchen wirst? Oder besser gesagt: Der Burson Conductor GT4 kann so gut wie jeden Kopfhörer auf dem Planeten mühelos antreiben. Wer sich jetzt fragt, wozu man das braucht, dem sei unser Artikel zum Thema: Wieviel Watt brauche ich eigentlich? ans Herz gelegt.
Entscheidend ist nicht nur die pure Power, die dein Kopfhörer benötigt, sondern ebenfalls genügend Headroom einzukalkulieren. Nur so kannst du sichergehen, dass du einen ungetrübten Hörgenuss hast.
Die 10 Watt am Ausgang haben auch ihren Preis. So genehmigt sich der Kraftprotz im Idle schon satte 100 Watt Strom aus deiner Steckdose. Wer jetzt schon ein wenig Ahnung hat, wird direkt sagen: 100 Watt im Idle produzieren doch einiges an Wärme. Und damit liegt er richtig. Der Burson Conductor GT4 wird, sobald er eingeschaltet wird, sehr warm. Anfassbar, aber dennoch ist er eine kleine Heizung. Für mich als Bildschirmarbeiter eigentlich ein lustiges Gimmick. Sollte ich mal kalte Hände haben, lege ich diese einfach vorsichtig auf das Gerät und habe direkt warme Hände. (Ja, ich weiß, nicht jedermanns Sache, aber ein praktischer Nebennutzen.)
Seine Kraft gibt er über drei Ausgänge aus: je einem 3,5‑mm‑ und 6,35‑mm‑Klinke sowie einem 4‑Pol‑XLR. Ja, auch über alle gleichzeitig, was das Gegenhören teils erheblich vereinfacht. Natürlich nur bei ähnlichen Impedanzen und Sensitivität.
Raw Power meets audiophilen Feingeist
Neben unbändiger Power hat Burson Audio natürlich noch einen leistungsstarken DAC verbaut. Hier werkeln pro Kanal jeweils ein ESS9038Q2M‑Chip für die präzise Audioverarbeitung und ‑wandlung. Das Konzept ist sicherlich vielen von anderen Geräten auf dem Markt bekannt. Burson erreicht mit dem DAC eine Kanaltrennung von 143 dB bei 1 kHz und 136 dB bei 20 kHz, was weit über bzw. unter dem Hörbaren liegen sollte. Die THD+N liegt mit 0,0005% @ 1 kHz, 0 dBFS weit unterhalb dessen, was wir wahrnehmen können.
Im Gesamtkonstrukt ergibt das eine gemessene THD von < 0,0015% und Frequency Response von ± 1 dB bei 0–58 kHz, was dem Conductor GT4 absolute Linearität attestiert.
Von Seiten Audioverarbeitung lässt die Kiste logischerweise nix anbrennen:
Hier sollten die Signalquellen weit über das eigene Gehör hinaus verarbeitet werden. Dennoch beruhigt es den Feingeist, wenn er alle ihm verfügbaren Formate nativ verarbeiten kann. So auch uns.




Headphone+Subwoofer‑Modus – noch viel lernen du musst, junger Padawan
Ich bin ganz ehrlich: Hab ich so noch nicht gesehen und drüber nachgedacht? Ist auch eine eher eigenwillige Kombination, da oft mit Kopfhörern gehört wird, gerade um die Umgebung zu schonen. Sei es Nachbarn, die bessere Hälfte oder doch die schlafenden Kinder. Dennoch sollte sich diese Funktion als echter Spaß im Test entpuppen. Jetzt kein Must‑Have‑Kriterium für andere Wettbewerber, aber einfach ein geiles Gadget, was uns als HiFi‑Geeks natürlich total abholt.
WTF ist, glaube ich, das Erste, was einem durch den Kopf geht, wenn man den Burson Conductor GT4 in die Hand nimmt. Öhm, Hände, denn mit einer Hand wird es gleich unkomfortabel. Denn mit 5 kg ist hier einiges an Material verbaut worden. Was wir dem Playmate 3 seinerzeit schon hoch angerechnet haben, wird hier in Reinkultur gelebt. High‑End bei der Verarbeitung ist hier definitiv gegeben, und jeder, der sich fragt, wie sich ein 3000‑€‑Kopfhörerverstärker mit DAC anfühlt, wird bestätigend nicken, nachdem er ihn in der Hand hält.
Dunkelsilber mit orangen Akzenten. Irgendwie ist aktuell überall Kupfer/Orange in der Mode und Burson anscheinend schon länger auf dem Trip. Sieht aber nicht nur geil aus, sondern die Knöpfe und der Lautstärkeregler bedienen sich satt und stufenlos und geben einem ein tolles analoges Gefühl, auch wenn es sich hier um feinste Digitaltechnik handelt. Das monochrome OLED‑Display ist angenehm dimensioniert und zeigt einem alles Nötige in passender Größe an, sodass die Bedienung über eben jenes sich nativ anfühlt.
Die Anschlussbuchsen sind alle, soweit man das sehen kann, vergoldet und haben in meinem Test mit viel Hin‑und‑Her‑Gestecke keinerlei Schwächen aufweisen können. Im Test habe ich nur hochwertiges Anschlussmaterial von Ricable (Dedalus, mit der wiederum geilen orangen Farbe) und Sommercable (Epilogue) verwendet, um dem High‑End‑Charakter des Burson Conductor GT4 auch gerecht zu werden. Natürlich gibt es hier kein Für und Wider für bestimmte Kabel, sondern meist persönliches Gusto.
Mitgeliefert wird auch hier wieder die komplett aus Metall verarbeitete Fernbedienung, welche wir schon vom Playmate 3 kennen und lieben.
Audiophiler Baukasten
Die Bedienung des Burson Conductor GT4 ist erfreulich intuitiv und gewohnt von Burson. Über die vier Buttons unter dem Display erreicht man alle grundlegenden Menüs. Die Buttons sind aufgeteilt in Eingang, Ausgang, Einstellungen und die vierte Taste erlaubt es, die Displayansicht um 90 Grad zu drehen, falls man den Conductor GT4 hochkant betreiben möchte. Innerhalb der Menüs navigiert man dann mit dem Lautstärkeregler und bestätigt mit einem Druck auf eben jenen.
Schalten und Einstellen kann man dann wie folgt:
Viel einzustellen, aber von den Standards abzuweichen, braucht man nur in seltenen Fällen. Das Auto‑Off habe ich in meinem Fall immer an, da ich oft spontan aufstehe und Dinge erledige und so vergesse, das Gerät auszuschalten.
Wie bringt der Bolide die PS auf die Straße?
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie deprimierend so ein Review ist. Anfangs beim Auspacken muss man direkt Fotos machen, damit auch alles fein für euch dokumentiert ist. Da bietet es sich meist an, direkt auch noch ein paar andere Perspektiven etc. abzulichten. So ist man in Summe schon einige Zeit beschäftigt, ehe man wirklich das Gerät hören kann. Abgesehen von der generellen Rüst‑ und Anschlusszeit. Auch beim Schreiben will man am liebsten lossprudeln, muss aber erstmal die Pflicht hinter sich bringen, ehe wir hier zur Kür kommen.
Genug auf die Folter gespannt.
In meinem Kopf könnt ihr euch jetzt etliche Mindblown‑Memes vorstellen, welche ich jetzt versuche, hier zu verschriftlichen. Ja, ich habe z. B. auf der High‑End andere in die selbe Preiskategorie passende Amps und DAC‑Amp‑Kombos gehört. Das auch mit Kopfhörern, wo ich meine, dass ich deren Klangsignatur kenne und einschätzen kann. Und der Burson Conductor GT4 liefert hier einfach ab. Für mein Hörempfinden klingt er durch die Bank hinweg linear und lässt auf keinste Weise, nicht mal mit superhohen Ansprüchen, etwas anbrennen.
Und das ist das beste zu erwartende Ergebnis! Ich kann beim besten Willen keine klangliche Färbung finden, keine Leistungsschwächen, Verzerrungen oder dergleichen. Der Burson Conductor GT4 spielt so unerbittlich alles, was ihm entgegengeworfen wird, auf allen erdenklichen Kopfhörern.
Dynamic Driver, Planare oder IEMs. Viel oder wenig Leistung bringen ihn in keinster Weise dazu, irgendeine Schwäche zu zeigen. Vielleicht kann man irgendwo noch ein Zipfel mehr herausholen, aber ohne einen erbitterten direkten Test gegeneinander weiß ich es beim besten Willen nicht heraushören. Und selbst dann schätze ich, dass ich mich, wenn, nur von theoretischen Specs blenden lassen würde und im Blindtest mit heruntergelassenen Hosen dastehen würde.
Ich liebe den Burson Playmate 3 und finde ihn für knapp 1000 € ein Wahnsinnsgerät. Gerade für ambitionierte Gamer, welche wirklich mal geilen Sound haben wollen und gleichzeitig auf keinerlei Detail und Kompatibilität verzichten wollen. Er ist mein Go‑To‑Headphone‑Amp‑DAC‑Kombination am PC. Aber was der Conductor GT4 hier abliefert, ist einfach gefühlt Äonen entfernt. Versteht mich nicht falsch: Mit dem Playmate 3 bekommt man ein sehr, sehr geiles Gerät ins Haus. Und die bittere Pille des dreimal so teuren Conductor GT4 muss man erst einmal schlucken.
Abgesehen davon, dass der Track generell sehr geil ist, ist die Abmischung auch wirklich gelungen. Ich habe den Song schon auf vielen Lautsprechern und Kopfhörern gehört und schätze ihn sehr. Er fängt mit feinen cleanen Vocals an, welche vom Conductor GT4 super räumlich dargestellt werden. Die einsetzende Violine kontrastiert dann fein den Gesang und lässt so die Bühne breit aufgehen. Die E‑Gitarren schlagen mit Wucht ins Ohr und machen tierisch Druck und verleihen dem Geschehen unglaublich viel Punch und Immersion. Dramaturgisch anschwellend baut sich der Song immer weiter auf, bis er sich dann in dem im Internet schon fast zum Meme gewordenen Breakdown mit einer wahnsinnigen Wucht entlädt. Ja, hier schwirrt mir immer der Kommentar eines YouTubers durch den Kopf: „Did he just bow his guitar?“. Brutal. Ja, hier werden die E‑Gitarrensaiten mit einem Violinbogen gespielt, und das sieht im Musikvideo nicht nur episch aus, sondern klingt auch einfach nur brutal.
Ich habe bei dem Song mit dem Conductor GT4 so viele Nuancen mit der Zeit heraushören können und nie irgendwie die Lust an dem Song verloren. Nichts, aber auch gar nichts klingt hier konstruiert oder harsch. Gefühlt ist alles am richtigen Fleck.
Also einige Korn‑Alben sind trotz ihres Alters von der Abmischung so Top‑Notch, dass man am liebsten die kompletten Alben in seine Playlist ziehen will. So war es auch Korn, welche meine Frau dazu bewegt haben, in meiner Abwesenheit den auf dem Schreibtisch spielenden Kopfhörer auf den Kopf zu setzen und zu lauschen, was ich hier schon wieder mit meinem Spielzeug treibe. Das Ergebnis konnte durch seine Nüchternheit ihres Ausdrucks nicht besser gelobt werden: „Du, Schatz. Ich hatte gerade deine Kopfhörer auf. Das, was da spielt, will ich auch haben.“
Aber „Got the Life“ hat einfach alles, um einen in seinen Bann zu ziehen. Ein mega grooviges Schlagzeug, Korn‑typisch schnarrender Bass, welcher gefühlt im Schädel gespielt wird, und feine psychedelisch klingende Gitarren direkt ab dem ersten Takt. Der Conductor GT4 spielt hier alles auf, was man sich nur in so einen Song hineindenken kann. Brutal detailliert, super räumlich, locker, leicht mit einer nebensächlichen Schroff‑ und Rotzigkeit.
Eigentlich gar nicht selber auf dem Schirm, habe ich mal Chat‑GPT nach Ideen für weitere audiophile Tracks befragt. Herausgekommen ist Baest. Die Wahl ist echt nice gewesen. Nicht nur gefällt mir der Song, sondern ist er auch wirklich gut produziert. Hier bin ich auch wieder Fan vom Schlagzeug. Die Cymbals klingen mit dem Conductor GT4 superfein und hochauflösend. Ja, vielleicht harsch für manches Ohr, aber ich schätze die Natürlichkeit der Instrumente, wo man sie halt abmachen kann. Und da das Schlagzeug nicht verzerrt wird, klingt es wahrscheinlich am ehrlichsten und vergleichbarsten. Bei dem Song kann man sich hinsetzen und theoretisch räumlich exakt die Drums mitspielen. Find ich mega geil und habe ich Spaß dran.
Machen wir den Abschluss mit Orbit Culture. Hier ist im Gegensatz zu Baest das Schlagzeug zwar ebenfalls räumlich gut auszumachen, aber gefühlt wesentlich weniger fein aufgelöst. Was ich hier am Schlagzeug fokussiere, ist die Double‑Bass. Diese klingt fett, aber ohne bei den schnellen Anschlägen zu matschen. Hier ist natürlich der Kopfhörer ebenfalls ausschlaggebend. Ich kann aber beim Gegenhören mit meinen vorhandenen Testmodellen behaupten, dass der Conductor GT4 hier seine Arbeit zur höchsten Zufriedenheit verrichtet.
Der Song ist einfach geil, weil er modern klingt und einfach die Orbit‑Culture‑typische Brutalität und Energie transportiert. Hier geht viel im Bass‑Bereich, was mir bei anderen DACs immer wieder aufgefallen ist, dass es vermatscht. Der Conductor GT4 prügelt sich hier durch und drückt jeden Punch oder Anriss von Basssaiten in den Gehörgang. Geil.
Will it blend?
Kann ein audiophiles Gerät wie der Burson Conductor GT4 auch Gaming? Und wie! Sicher ist: Es wird nicht die erste Wahl eines Gamers sein, sich sowas anzuschaffen. Bekommt man für die Kiste locker eine GeForce RTX 5090 und den nötigen Strom für eine Weile. Anders aber als eine Grafikkarte wird der Conductor GT4 nicht innerhalb der nächsten zwei Jahre ersetzt werden müssen, sollte man weiterhin auf High‑End‑Niveau zocken wollen. Zwar finden Hersteller immer einen Weg, uns das Geld aus der Tasche zu ziehen, aber mit dem Conductor GT4 hat man für sein Gaming‑Setup so ein Top‑Notch‑Gerät, dass es wahrscheinlich bis zum Verrecken eben jenes kaum einen Sinn macht, es auszutauschen. Jedenfalls werden in der Zeit so einige Kopfhörer und anderes Equipment das Zeitliche segnen.
Sinn oder Unsinn hin oder her, ja, damit zocken ist schon sehr geil. Ich glaube, wenn man einen Gaming‑YouTuber dazu bewegen würde, statt Firlefanz wie Razer und Konsorten an seinen PC so einen Burson Conductor GT4 zu klemmen und den billigen Plastikbomber auf dem Kopf mit was Besserem auszutauschen, könnte da einiges in der Szene gehen. Ja, es gibt Bemühungen, High‑End‑Audio und Gaming zu vereinen, und die Audio‑Branche hat die Szene auf dem Schirm, aber der Zugang fehlt noch. Wegen Budgets zum einen, aber ich denke auch wegen der Boomer‑Denkweise in der HiFi‑Branche.
Zurück bei der Gaming‑Performance des Conductor GT4, kann man sagen: klar! Klingt geil. Also sei es die Soundtracks diverser Spiele und deren Spielsounds. Das Potenzial ist da und muss einfach nur genutzt werden. Ich für meinen Teil mache auch nach einer gewissen Zeit den Soundtrack von Spielen aus, um dann Qobuz anzuschmeißen und selber Musik zu hören. Wenn man jetzt noch im Discord ist und sich unterhält, spielt so ein audiophiles Gerät natürlich mit Sprachverständlichkeit und Layering, also Separierbarkeit des Gehörten, seine Stärken aus. Hier wird viel vermischt, was nicht üblicherweise gemischt wird. Für den einen Chaos, ist es im Gaming teils Alltag. Der Conductor GT4 erlaubt es mir aber, all diese Dinge parallel zu machen, ohne mich übermäßig anzustrengen. Das ist bei einer billigen On‑Board‑Soundkarte etwas völlig anderes.
Ich habe es im Test zum Lehmann Audio Linear schon geschrieben. Mehr Details, bessere Transienten und stabilere allgemeine Performance des Kopfhörerverstärkers führen mich am Ende des Tages wahrhaftig zu einem entspannteren und weniger gestressten Empfinden. Das ist beim Conductor GT4 nicht anders. Dazu zählen im Allgemeinen noch andere Faktoren wie die Kopfhörer selbst und das Stresslevel, aber der Kopfhörerverstärker macht definitiv einen Teil aus.
Ich liebe OpAmp‑Tuning. Ich finde es bemerkenswert, wie man günstige Hardware mit einem Kniff in andere Sphären befördern kann. Aber beim Conductor GT4 muss man sagen: Wenn ich doch schon mit das Beste will, warum will ich später upgraden und nicht sofort zur Deluxe‑Variante mit den besten OpAmps greifen?
Wir bewegen uns hier schon in einem Preisbereich, in welchem ich sagen muss, dass es weniger Menschen gibt, die zu solch einem Gerät greifen. Und wenn, ist der Kauf vermutlich wohlüberlegt. Da will ich nicht nach ein paar Monaten noch die OpAmps upgraden.
Abgesehen davon: Burson Audio hat hin und wieder ziemlich coole Angebote. Mir ist in Erinnerung geblieben, dass, wenn man in einem gewissen Zeitraum in deren Online‑Shop ordert, man das nächstgrößere Upgrade geschenkt bekommt. Was beim Conductor GT4 entweder die OpAmps sind oder der Fusion Core als Netzteil
GaN Power
Alle Welt redet gerade von GaN Power. Sei es bei Netzteilen oder Amps. Und Burson Audio hat natürlich für seine Geräte schon seit längerem High‑End‑GaN‑Netzteile im Angebot. Den Burson Audio Fusion Core. 24 V mit satten 15 Ampere soll es dem Conductor GT4 den letzten entscheidenden Schliff verleihen. Wir waren jetzt nicht in der Lage, das nachzuprüfen. Vielleicht in Zukunft einmal. Was man liest, ist aber, dass hier wirklich der letzte Kritiker verstummen soll. Mit 860 € für den Fusion Core aber auch kein Schnapper. Aber wie schon weiter oben erwähnt, gibt es von Zeit zu Zeit Upgrade‑Wochen bei Burson, wo man das Upgrade zur nächsten Ausbaustufe zwischen Standard, Deluxe und Max geschenkt bekommt. Vielleicht die Gelegenheit, sich direkt die Max‑Variante für den Deluxe‑Preis zu sichern.
Die Frage ist eigentlich schnell und einfach zu beantworten. Denn eigentlich für jeden, der ihn sich leisten kann und will. Simple Antwort auf eine komplexe Recherche für einen selbst. Aber es gibt halt die GOAT in jedem Bereich und ab einem gewissen Preis ist ein Fehlgriff immer unwahrscheinlicher. Der Conductor GT4 ist einfach eben besagte GOAT und hier gibt es keine Downsides oder Kompromisse, die man eingeht.
Durch seine vielfältigen Anschlüsse kann man neben dem PC auch ohne Probleme seinen Eversolo oder WiiM anschließen, den Plattendreher oder Fernseher. Kein Grund, sich Gedanken über einzelnen DAC und Headphone‑Amp zu machen. Der Conductor GT4 ist einfach eine ultimative Headphone‑Zentrale und mit seinen Ausgängen ist er schnell um ’nen Amp für Lautsprecher auf dem Schreibtisch, im Hörraum oder Wohnzimmer erweitert.
Vergleich: Conductor GT4 vs. Playmate 3 vs. Conductor Voyager
| Modell | DAC‑Chip | Ausgangsleistung Kopfhörer | Architektur/Besonderheiten | Varianten | Ein-/Ausgänge (Kernauszug) | Preis/Positionierung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Conductor GT4 | 2× ESS9038Q2M (Dual‑Mono, je Kanal separat versorgt) | Bis 10 W Class‑A balanced, 5 W SE; 100 W Idle‑Bias | 6× Max‑Current Power Modules, 7× Silent Power Module; Head+Sub‑Mode; Roon Tested | Standard (V6/SP01/24V5A), Deluxe (V7/SP02/Super Charger 5A), Max (V7/SP02/Fusion Core) | USB‑C (DSD512/PCM 768 kHz), S/PDIF (Coax/Toslink), BT 5.0 aptX HD/LDAC; Pre/Line/Sub Out; 6,35 mm, 3,5 mm, 4‑Pin‑XLR | Oberes High‑End, unterhalb Voyager |
| Playmate 3 | ESS9039 (Single‑Ended‑Plattform) | Bis ca. 3 W SE (familienbedingt Class‑A Bias) | Kompakt, Silent‑Power‑Module, optional Remote | Standard/Deluxe (V7/SP‑Upgrade/Netzteil‑Upgrade je Paket) | USB, Pre‑Out/DAC‑Out/Kopfhörerausgang; weniger I/O als GT4 | Preis/Leistung stark unter GT4 |
| Conductor Voyager | ESS9039PRO (8‑Kanal) | Bis 10 W Class‑A; 100 W Idle‑Bias | Diskrete I/V‑ und LP‑Stufe; weiterentwickelte Topologie | Flaggschiff‑Paket; Upgrades analog Ökosystem | I/O und Formate ähnlich GT4 auf Flaggschiff‑Niveau | Oberhalb GT4 positioniert |
Ich hatte jetzt die Gelegenheit, so einiges an den Conductor GT4 anzuschließen, und plaudere jetzt ein wenig aus dem Nähkästchen, wie ich das so empfunden habe.
Dass der Eversolo mein Go‑to‑Streamer ist, brauche ich wohl keinem mehr zu erzählen. Ich mag den Look & Feel, die Bedienung und die Qualität der Wiedergabe. Während ich den Artikel gerade schreibe, höre ich mit der Kombo Eversolo DMP‑A6 Master Edition und Burson Conductor GT4, wie viele Stunden zuvor. Einfach ein kleines, sehr gut klingendes Setup. Keiner der beiden schwächelt hier und das Gehäuseformat vom DMP‑A6 passt einigermaßen zum Conductor GT4. Wobei die Farbe Schwarz in meinem Fall oder auch das Silber von Eversolo nicht wirklich zum Burson passen werden. Aber so richtig auf Optik achte ich nicht und auf dem Burson Mothership (Rack) sieht es auf meinem Desk schon sehr geil aus.
Ich habe die beiden mit USB sowie XLR und Cinch verbunden. Bei USB nutzt man den Eversolo lediglich als Player, lässt quasi den Burson Conductor GT4 alleinig seine Arbeit machen. Demnach hat man den natürlichen linearen Klangcharakter eben jenes. Via XLR und Cinch benutzt man die zwei ESS9038Q2M im Eversolo und bekommt deren ebenfalls recht linearen Klangcharakter. Ein wenig wärmer vielleicht. Aber wenn, nur eine Nuance.
Geil ist halt der EQ im Eversolo, und so kann man den Sound noch ein wenig an seine Wünsche und Vorlieben anpassen. Je nach Kopfhörer finde ich das angenehm. Beim Audeze MM‑500 z. B. Ja, ich sehe mich eher auf der neutral abgestimmten Seite von Kopfhörern und habe nix gegen harscher klingende Höhen, der MM‑500 ist damit auch tendenziell geil, bei ihm hört es aber bei mir auf. Nach einer Weile muss ich ihn entschärfen.

Ganz klar: Der WiiM Ultra macht sich prächtig mit dem Conductor GT4. Direkt per USB angeschlossen umgehen wir auch seinen DAC und somit steht die Kombo klangtechnisch nicht schlechter da als mit einem Eversolo. Jedoch ein anderes Bedienkonzept sowie Look & Feel. Das Feature‑Set ist auch noch ein wenig universeller, mit seinem Phono‑Pre‑Amp und HDMI‑ARC. EQ‑mäßig und so ist man hier auch exzellent aufgestellt. So hat man mit dem WiiM Ultra natürlich dann auch eine sehr leistungsfähige Anlage hier am Start.

Im täglichen Gebrauch habe ich den Burson Conductor GT4 natürlich an meinem MacBook hängen. Hier höre ich Musik, habe Telkos, schneide Videos, gucke Screener, nehme Audio auf … was man halt so alles mit seinem MacBook so anstellt. Der Conductor GT4 ist hier natürlich der End‑Game‑DAC. 8–10 h am Tag läuft er auf meinem Desk und ich bin mittlerweile mehr oder minder eins mit ihm.
Was ich oben hatte vergessen zu erwähnen, ist: Der Conductor GT4 wird warm und ist aktiv gekühlt! Jedoch hört man von den Lüftern im Innern nix. Absolut nix. Da ist selbst der Anthem MRX740, der gerade im Wohnzimmer steht, lauter, und ihn würde ich nicht als wirklich richtig hörbar beschreiben.
Hab ich natürlich dran gehabt und den Conductor GT4 als Pre‑Amp fungieren lassen. Hier hatte ich einiges mal wieder dran. Der Transaudio d5pro macht, was von ihm erwartet wird. Er gibt dem Ganzen ein wenig Wärme, ohne dabei irgendwelche Details zu verlieren. Als Lautsprecher kamen hier die Amphion Argon3S zum Einsatz und wer unseren Test gelesen hat, weiß, was für leistungsstarke Lautsprecher das sind. Ja, die Kombo kostet jetzt schon ohne Kabel jenseits der 7000 € und spielt sicherlich in noch höheren Sphären mit. Wenn man hier noch einen Subwoofer in den Mix gibt … andere Baustelle.



Hab ich nicht vergessen und war in der Tat von mir ein mit Spannung herbeigesehntes Setup! Zuallererst sollte man offene Kopfhörer wählen. Klar hat es auch Effekt mit geschlossenen, aber mehr Sinn macht es mit offenen. Und dann Subwoofer anschließen, Ausgang umstellen und grinsen. Das ist schon abgefahren. Hier kann man schon Spaß mit haben. Ist jetzt wirklich nix, wenn man seine Nachbarn nicht behelligen will oder die Kinder wecken, aber hey! Ist schon geil.
Man sollte sich schon näher an den Subwoofer setzen oder ihn näher zu einem holen, damit man ihn nicht bis in die Puppen aufdrehen muss. Gerade das Körpergefühl durch den Bass macht schon was her! Also am liebsten würd ich immer so hören. Aber obwohl ich mir hier viel rausnehmen kann, gibt es Grenzen, welche auch ich beachte.
Ich mache hier jetzt einen schnellen Abriss der Kopfhörer, die ich mit dem Conductor GT4 gehört habe. Dadurch, dass er linear spielt und genug Power hat, war der Klang eines jeden Kopfhörers eben jenes.




Ich möchte hier diese Stelle noch nutzen, um euch noch ein wenig aus dem Burson‑Audio‑Portfolio zu berichten. Denn ich mag die Marke und deren Produkte und finde, sie haben noch ein wenig Aufmerksamkeit verdient. Und eventuell kommt der ein oder andere dann noch auf ein Gerät, was ihm zusagt und zu ihm passt.
Ihr habt das geile orange Rack gesehen, auf welchem der Burson Conductor GT4 thront? Jap! Die Kiste ist auch von Burson Audio und ein affengeiles Teil. Das Burson Audio Mothership. Sieht geil aus, passt farblich zu deren Geräten und ist einfach ein Hingucker. Interne Kabelführung, voll Aluminium und mit zwei oder vier Ebenen. Mega massiv und passt natürlich wie angegossen zu Burson‑Audio‑Produkten.




Ihr braucht den DAC aus dem Conductor GT4 / Voyager nicht und wollt lieber eine komplett analoge Signalverarbeitung, aber den Rest des Pakets? Kein Problem. Die Soloists sind genau das! Headphone‑Amp und Pre‑Amp. Natürlich ebenfalls mit Subwoofer‑Ausgang. Reinste Class‑A‑Verstärkung und beste Burson‑Qualität.
GaN Power! GaN‑Amps sind in aller Munde und auch Burson Audio hat schon seit einiger Zeit zwei Modelle im Angebot. Entweder aus der Grand‑Tourer‑Edition oder Voyager. Nicht nur optisch passen sie zu den jeweiligen Serien, sondern versprechen höchsten Klanggenuss. 200 W bei 4 Ohm, reinste Class‑A‑Verstärkung klingen schon gut. Ich habe auch schon erste Zuschriften bekommen, einen Test zu den Timekeeper GT4 zu verfassen, und werde mal sehen, was sich machen lässt. Also bleibt gespannt.

Nach dem Burson Conductor GT4 kommt noch der Conductor Voyager (wir berichteten). Mit einem Preisunterschied zwischen 800‑1000 € ebenfalls denkbar, direkt nach ganz oben ins Regal zu greifen. Hier werkelt dann ein ESS9039Pro mit 8 Kanälen statt dem Dual‑DAC im GT4. Bei der Schaltung gibt es auch signifikante Unterschiede, zumindest, was die Bilder erahnen lassen.
Fazit ist schon mal, dass das hier ein Monster von einem Review ist. Danke an dieser Stelle noch einmal an Burson Audio, dass sie das so unkompliziert möglich gemacht haben. Danke auch euch Lesern da draußen, die mich kontaktiert haben, sei es wegen dem Burson Audio Mothership, dem Conductor GT4 oder die schon mit der Frage gelöchert haben, was mit den Timekeepern geht und ob ich noch weitere Burson‑Audio‑Produkte vorstellen kann und werde. Ich hatte schon hin und wieder Zuschriften zu anderen Themen, aber zum Thema Burson Audio ist es doch schon fast in Arbeit ausgeartet. Aber nur fast. Und ich mache das gern. Also immer her damit!
Wer sich ganz dem Thema Kopfhörer hingeben will, sollte sich definitiv die Karten legen, wie sein Budget aussieht und ob der Conductor GT4 für ihn in Frage kommt. Für knappe 3000 € bekommt ihr hier ein Beast von einem Kopfhörerverstärker und DAC. Die Leistung und das Gesamtpaket überzeugen mich vollends. In den letzten Monaten hat sich der Conductor GT4 zu meiner Working‑GOAT entwickelt, wenn es darum geht, einen Kopfhörer, Streamer oder Musik zu analysieren oder einfach nur zu genießen. Ich denke, ich komme locker an die 500–600 h Hörzeit mit dem Gerät und konnte nichts, aber auch nichts finden, was mich stört.
Aber ich will auch hier noch einen Hinweis geben. Steck nicht gleich den Kopf in den Sand, wenn dir der Conductor GT4 einfach noch ein paar Klassen zu teuer ist. Guck dir den Playmate 3 an! Er ist ein wirklich tolles Gerät, welches im Einstieg bei 516 € liegt. Hier lohnt sich dann von Zeit zu Zeit die Upgraderei wirklich.
Bleibt zu sagen: Für mich ist der Burson Conductor GT4 gerade Referenz, und das mit vollster Überzeugung. Ich wünsche Burson Audio, dass sie auf dem deutschen Markt ankommen, und freue mich, zumindest einen kleinen Teil dazu beigetragen zu haben. Und jetzt ab mit euch auf deren Seite und traut euch, so ’ne Kiste zu ordern!

Der Begriff Streaming-Bridge oder Streaming-Transport beschreibt im Grunde eine ziemlich nüchterne Aufgabe: Bits aus dem Netzwerk holen, sauber takten, an einen externen DAC weiterreichen. Punkt. Kein Wandler, keine Vorstufe, keine Lautstärkeregelung über Analogausgänge — denn die gibt es schlicht nicht. Wer einen vernünftigen DAC besitzt und auf einen Streaming-DAC à la DMP-A8 verzichten möchte, weil er den Wandler-Teil nicht braucht, ist bei der Kiste richtig. Klassisches Zielklientel: jemand mit einem festen DAC, der das digitale Frontend modernisieren will, ohne den Rest anzufassen.
Eversolo selbst ist eine Marke der chinesischen Zidoo Technology mit Sitz in Shenzhen. Die DMP-Serie hat die Firma in den letzten Jahren bekannt gemacht — A6 (hier geht’s zum Review vom Eversolo DMP-A6), A8 und A10 sind Streaming-DAC-Vorstufen mit dem aus der Eversolo-Welt bekannten Touchscreen-Interface. Der Eversolo T8 ist die erste Gerätevariante ohne integrierten Wandler. Vorgestellt wurde der T8 zusammen mit einem geplanten DAC-Z10 auf der High End in München im Mai. Der DAC-Z10 ist als passender Partner positioniert, kommt aber zeitlich später.
Das Gehäuse ist CNC-gefräst aus Aluminium-Legierung, vorne sitzt ein 6‑Zoll-LCD-Touchscreen plus Funktionstasten. Optisch eine klare Familienähnlichkeit zur restlichen DMP-Serie. Das Display ist laut Hersteller physisch von der Audioschaltung abgeschirmt — ob das wirklich nötig ist oder nur gut klingt, ist eine andere Frage.
Im Inneren werkelt ein Quad-Core-ARM-Prozessor mit 4 GB DDR-RAM und 64 GB eMMC für das Eversolo-eigene Android-Derivat. Für den eigentlichen Audio-Pfad ist ein XMOS-Chip der dritten Generation zuständig. Eversolo gibt einen Femtosekunden-Taktgeber an (AS318-B-Kristalle, 49,1520 MHz Kernfrequenz) — das ist ein gängiges Argument bei dieser Geräteklasse. In der Praxis hängt der Effekt von der Implementierung und vom angeschlossenen DAC ab. Abwarten.
Das Netzteil ist linear, mit einem Ringkerntrafo aus 4N-OFC-Kupfer und Teflon-isolierter Verkabelung. Eversolo gibt eine Restwelligkeit unter 30 µV an (Herstellerangabe). Zwei SSD-Slots erlauben bis zu 2 × 8 TB lokalen Speicher — wer seine Bibliothek lieber lokal hortet als auf einen NAS zu schicken, hat hier Platz für mehrere zehntausend Tracks.
Der Punkt, an dem so eine Bridge steht oder fällt, sind die Digitalausgänge. Der Eversolo T8 liefert hier das, was man in dieser Preisklasse erwartet: USB Audio bis DSD512 nativ und PCM 768 kHz / 32 Bit, I²S über HDMI mit acht wählbaren Pinout-Modi für DAC-Kompatibilität, AES/EBU symmetrisch über XLR, Koaxial bis 24 Bit / 192 kHz und Optisch (Toslink). Alle Ausgänge sind laut Hersteller galvanisch isoliert, also gegen Masse- und Potentialunterschiede entkoppelt.
Auf der Netzwerkseite gibt es Gigabit-RJ-45, Wi-Fi 6 (Dualband 2,4 / 5 GHz) und einen SFP-Glasfaser-Slot. Letzterer ist in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich und für Leute interessant, die die Quelle elektrisch komplett vom Heimnetz trennen wollen. SFP+-Module gehen nicht, das passende SFP-Modul muss separat beschafft werden.


Auf der Software-Seite ist der Eversolo T8 eng mit dem Rest des Eversolo-Ökosystems verzahnt. Roon Ready, TIDAL Connect, Qobuz Connect, Spotify Connect Lossless, AirPlay 2, DLNA/UPnP, JPLAY-zertifiziert, plus Zugriff auf NAS und Cloud-Dienste wie Dropbox und WebDAV. Native Apple-Music-Wiedergabe in voller Auflösung ist ebenfalls möglich — nicht selbstverständlich, weil viele Streamer das System-SRC nicht umgehen.
Spannender ist, was Eversolo zusätzlich draufpackt. Die hauseigene EOS-Engine (Original Sampling Rate Audio Engine) bypassed das System-SRC und gibt die Original-Samplerate aus, was sonst gerne mal verloren geht. Dazu kommt evotune — die hauseigene Raumkorrektur per FIR-Filter, die entweder mit einem optionalen EM-01-Mikrofon oder dem Smartphone-Mic eingemessen wird. Plus ein 10-Band-PEQ mit FIR-Filter-Import und Loudness. Klare Sache: hier wird mehr geliefert als beim klassischen Bit-für-Bit-Transport. Wer das nicht braucht, lässt es aus.
In der Disziplin DAC-loser Streaming-Transport sind die Vergleichsgeräte schnell genannt. Der Lumin U2 liegt bei rund 6.000 Euro, der HiFi Rose RS130 in ähnlichen Regionen. Aurender bietet mit dem N150 und N200 vergleichbare Konzepte zu vergleichbaren bis höheren Preisen, allerdings mit eigenem Conductor-App-Ökosystem statt Roon Ready. Der Auralic Aries G2.2 spielt ebenfalls in dieser Liga.
Mit 1.380 Euro liegt der Eversolo T8 deutlich unter all diesen Geräten. Ob das klanglich auch dem entspricht, was Lumin oder HiFi Rose abliefern, muss ein Test zeigen. Featureseitig fehlt dem T8 jedenfalls nichts, was die teureren Geräte bieten — eher umgekehrt. Im eigenen Eversolo-Programm ordnet sich der T8 zwischen DMP-A6 Master Edition (1.299 Euro) und DMP-A8 (1.980 Euro) ein, ist aber eine andere Geräteklasse: Bridge statt Streaming-DAC. Direkter Vergleich macht da wenig Sinn.
Die unverbindliche Preisempfehlung für den Eversolo T8 liegt bei 1.380 Euro inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. Vertrieb für Deutschland und Österreich läuft exklusiv über die audioNEXT GmbH (audiodomain.de). Auslieferung an den Fachhandel ab Mitte/Ende September 2025.
Der Eversolo T8 ist keine Sensation, weil er das Bridge-Konzept neu erfindet — das Konzept gibt es seit Jahren. Er ist eher ein Statement: das, was Lumin und HiFi Rose seit Jahren machen, gibt es jetzt zu einem Bruchteil des Preises mit einer Featureliste, die kaum Lücken lässt. Ob die Hardware das auch klanglich einlöst, ist die eigentlich interessante Frage. Femto-Clock und galvanische Isolation sind nett auf dem Datenblatt, der Unterschied passiert aber zwischen Bridge, DAC und Restkette.
Wer eher einen kompletten Streaming-DAC sucht statt einer reinen Bridge, findet hier unseren Test zum Eversolo DMP-A8.


Über 3e Audio ist vermutlich noch nicht jeder gestolpert — die sind noch relativ neu am Markt, aber keineswegs Newbies im Amplification-Game. Die bauen schon seit Jahren Boards für andere Hersteller und jetzt bringen sie ihre eigenen fertigen Amps raus. Und was soll ich sagen: Sie wissen definitiv, was sie tun.
Okay, fancy Verpackung gibt’s hier nicht — aber ehrlich, wen juckt’s? Der A7 kommt gut geschützt an und das ist alles was zählt. Was sofort ins Auge sticht: Das Ding ist verdammt schwer für seine Größe. Fühlt sich an als ob da innen Blei versteckt wäre. Das ist schon mal ein gutes Zeichen — billiger Kram wiegt meist nix.
Das Design ist klassisch minimalistisch — schwarzer Alu-Block mit einem ordentlichen Drehregler in der Mitte. Nicht spektakulär, aber funktional und solide verarbeitet. Die Clipping-LEDs sind ein nettes Detail, auch wenn mir die Farbwahl etwas seltsam vorkommt — grün für Clipping ist nicht gerade intuitiv, aber mei.




Hier wird’s interessant! Der A7 basiert auf dem TI TPA3255 Chip mit Post Filter Feedback (PFFB) — das ist schon mal die richtige Liga. Was aber richtig geil ist: Die OpAmps sind von außen zugänglich! Kein nerviges Aufschrauben des Gehäuses nötig.
Stock sind OPA1656 OpAmps verbaut — das ist schon deutlich besser als die Standard NE5532, die man bei vielen Budget-Amps findet. Aber hier kommt der Clou: Mit einem simplen Keyboard-Switch-Puller kann man die Dinger easy austauschen. Habe ich natürlich gemacht.
Getestet habe ich mit Burson V7 Vivids und Sparkos SS3602 — und holy shit, was für ein Unterschied! Die Stock-OpAmps sind schon gut, aber mit den Upgrades geht der A7 auf ein anderes Level. Mehr dazu gleich beim ausführlichen Sound-Check.




Mit dem 48V/10A Netzteil (ja, das Ding ist ein Monster) liefert der A7 ordentlich Dampf: 250W in 4Ω und 140W in 8Ω bei 1% THD. Das reicht locker für die meisten Lautsprecher und selbst meine Amphion Argon 3S bekommen genug Futter.
Die Kühlung ist komplett passiv, aber das Gehäuse wird auch bei längeren Sessions nicht zu heiß. Da haben die Ingenieure gute Arbeit geleistet — kein Lüftergeräusch, das einen beim Musikhören nervt.




Damit keiner rummeckert wegen Kabel-Voodoo, habe ich durchgehend Ricable DEDALUS verwendet: DEDALUS SPEAKER MKII für die Lautsprecher, DEDALUS XLR und DEDALUS SIGNAL für die Verbindungen. Zuspieler waren der Eversolo DMP-A6 Master Edition und ein WiiM Ultra.
Als Musik kam meine Qobuz Referenz-Playlist zum Einsatz — keine Jazz-Esoterik, sondern Tracks die ich in- und auswendig kenne.
Ihr merkt schon, ich hatte mächtig Bock auf den 3e Audio A7 — und lasst euch jetzt auch schon die Frage auf der Zunge zergehen, ob ich nach dem ganzen Aufbau nicht maßlos enttäuscht wurde. Spoiler: Wurde ich nicht!
Natürlich habe ich den A7 zuerst mit Stock-OpAmps getestet und dann schrittweise die Upgrades eingebaut. Hier sind meine detaillierten Eindrücke zu den wichtigsten Tracks:
Schon beim ersten Track wird klar: Diese Kombo ist nicht für leise Töne gemacht. Die düsteren, orchestralen Einwürfe und die tiefen, dröhnenden Bässe werden vom A7 mit beeindruckender Präzision und Kontrolle wiedergegeben. Stock-OpAmps: Schon verdammt ordentlich! Kein Dröhnen, kein Matsch — sondern ein strammes, konturiertes Bassfundament. Mit Burson V7 Vivids: Hier wird’s interessant! Die Bühne wird breiter und tiefer, mehr “Leben” in der Musik. Mit Sparkos SS3602: Das war der Game-Changer! Die tiefen Growls behalten ihre Kontrolle, aber die Detailauflösung geht durch die Decke.
Bei Knocked Loose wird es richtig dreckig. Die aggressiven Breakdowns und hektischen Gitarrenriffs werden klar voneinander getrennt, die Stimme bleibt trotz aller Verzerrung verständlich und präsent. Der A7 schafft es, die raue Energie zu transportieren ohne dass der Sound matschig oder undurchsichtig wird. Mit den Sparkos SS3602 kommen sogar die feinsten Details der Gitarrenverzerrung durch — brutal präzise!
Die Lorna Shore-Trilogie ist ein echter Härtetest: komplexe Arrangements, rasante Blastbeats, orchestrales Getöse und düstere Growls. Der 3e Audio A7 meistert das mit Bravour. Die Dynamik bleibt auch bei den längeren, epischen Passagen erhalten, und die Details gehen nicht im Geschehen unter. Besonders beeindruckend: Der Amp schafft es, die emotionalen Höhen und Tiefen der Musik zu transportieren — von den sanften, orchestralen Momenten bis zum puren Chaos.
To the Hellfire ist ein weiterer Beweis für die Kontrolle des A7: Die tiefen Growls und die rasenden Doublebass-Läufe werden mit einer Präzision wiedergegeben, die man von Verstärkern der 300€-Klasse selten hört. Mit den OpAmp-Upgrades wirkt der Track noch räumlicher und die einzelnen Instrumente stehen perfekt im Raum.
Brand of Sacrifice ist bekannt für ihre extremen Bässe und komplexen Arrangements. Der A7 zeigt hier, dass er auch mit modernem Deathcore klarkommt. Die Bässe sind druckvoll, aber nie matschig, und die Details in den Gitarren und im Gesang bleiben erhalten. Purge zeigt besonders gut, wie der Amp mit schnellen Wechseln zwischen tiefen Bässen und hohen Screams umgeht — alles bleibt kontrolliert und differenziert.
Bombtrack ist ein Klassiker, der jedes System auf Herz und Nieren prüft. Der A7 lässt die Gitarren richtig knallen, ohne dass der Bass überhand nimmt. Zack Morellos charakteristischer Gitarrensound bleibt klar und präsent, und die Stimme von Zack de la Rocha sitzt genau da, wo sie hingehört: direkt vorne. Die Dynamik des Tracks kommt voll zur Geltung — von den leisen Momenten bis zum vollen Ausbruch.
Zeal & Ardor mischt Black Metal mit Gospel-Elementen — ein echter Genremix. Der A7 schafft es, die düsteren Gitarren und die gospeligen Chöre gleichermaßen überzeugend wiederzugeben. Firewake zeigt besonders gut, wie der Amp mit komplexen Arrangements und ungewöhnlichen Klangfarben umgeht. Die verschiedenen Layers bleiben klar getrennt, ohne dass der Gesamtsound auseinanderfällt.
SOAD ist immer ein guter Test für die Mittenwiedergabe. Serj Tankians markante Stimme wird vom A7 kristallklar wiedergegeben, während die komplexen Gitarrenarrangements ihre Konturen behalten. Der charakteristische SOAD-Sound mit seinen schnellen Wechseln und verrückten Arrangements kommt perfekt rüber.
Punk-Rock klingt auf dem 3e Audio A7 richtig geil. Die Gitarren sind präsent, die Vocals stehen im Vordergrund, und der Bass gibt den nötigen Drive. Wolves zeigt die Fähigkeit des Amps, auch bei dichteren Produktionen die Klarheit zu bewahren. Wer gerne mitsingt, wird hier voll auf seine Kosten kommen.
Sleep Token bringt eine andere Seite des A7 zum Vorschein. Die atmosphärischen Passagen und die dynamischen Wechsel zwischen ruhigen und harten Parts werden perfekt umgesetzt. Der Amp zeigt hier seine Vielseitigkeit — nicht nur für brutale Metal-Attacken, sondern auch für subtilere, emotionale Momente.
Live-Aufnahmen sind immer ein guter Test für die räumliche Abbildung. Anubis von Septicflesh kommt mit seinen orchestralen Elementen und der Live-Atmosphäre perfekt rüber. Man hat wirklich das Gefühl, im Konzert zu stehen. Die Dynamik zwischen den ruhigen orchestralen Momenten und den brutalen Metal-Parts wird vom A7 perfekt eingefangen.
Auch Grunge funktioniert hervorragend. Kurts raue Stimme und die charakteristische Gitarre kommen authentisch rüber. Der 3e Audio A7 zeigt hier, dass er nicht nur für moderne Metal-Produktionen taugt, sondern auch klassische Alternative-Sounds überzeugend wiedergibt.
Selbst bei längeren Hörsessionen mit komplexen Arrangements bleibt die Höhenwiedergabe entspannt und natürlich. Die Extension bis in die obersten Frequenzbereiche ist mehr als nur eine Zahl auf dem Datenblatt — sie sorgt für Luftigkeit und Räumlichkeit, die der Musik Leben einhaucht.
Da der Fosi V3 Mono in ähnlichen Kreisen unterwegs ist, hab ich direkt verglichen. Der 3e Audio ist in jeder Hinsicht überlegen:
Klar, der Fosi ist günstiger, aber der Aufpreis für den A7 lohnt sich definitiv. Hier merkt man, dass man nicht nur einen Verstärker kauft, sondern ein durchdachtes System.
Das ist wirklich das Killer-Feature des 3e Audio A7: Die OpAmps sind von unten zugänglich! Einfach mit einem Keyboard-Switch-Puller rausziehen und die neuen reinstecken. Dauert keine 30 Sekunden und macht aus einem guten Amp einen richtig geilen.
Die Sparkos SS3602 passen perfekt rein, genau wie die Burson V7 Vivids. Damit kann man den Sound genau an seinen Geschmack anpassen — mehr Wärme, mehr Analytik, mehr Punch, whatever. Das ist Customizing auf höchstem Niveau!
Stock → Burson V7 Vivid: Mehr Räumlichkeit, bessere Auflösung, etwas wärmer
Stock → Sparkos SS3602: Kristallklare Details, unfassbare Präzision, analytischer Sound
Budget-King: WiiM Ultra + 3e Audio A7 + günstige Regallautsprecher = Anlage unter 1000€ die richtig gut klingt
Audiophile-Setup: Eversolo DMP-A6 Master Edition + A7 mit OpAmp-Upgrade + hochwertige Standboxen = Ende Gelände
Desktop-Killer: Direktanschluss vom Computer + A7 + Nahfeld-Monitore = Studio-Sound am Arbeitsplatz
Ehrlich gesagt nicht viel. Das externe Netzteil ist zwar groß, aber bei der Leistung okay. Die LED-Farben sind gewöhnungsbedürftig. Der Preis ist für das Gebotene mehr als fair. Ansonsten: Meckern auf hohem Niveau — so gut ist das Teil!
Ich hatte hier natürlich auch einige Lautsprecher-Kandidaten am Start, mit welchen ich rumgespielt habe: Amphion Argon 3S (meine Referenz), verschiedene Regallautsprecher und einige Standboxen. Musik wurde ausschließlich mit Qobuz gestreamt über meine Referenz-Playlist.
Als Zuspieler kamen hauptsächlich der Eversolo DMP-A6 Master Edition und das WiiM Ultra zum Einsatz. Beide harmonieren perfekt mit dem A7, wobei der Eversolo noch eine Schippe mehr Details liefert.
Was 3e Audio hier abliefert ist schon beeindruckend. Für 300€ bekommt man einen Amp der in Stock-Form schon richtig gut klingt und mit OpAmp-Upgrades in Sphären vordringt, wo normalerweise deutlich teurere Geräte spielen.
Das Upgrade-Potenzial macht den A7 zu einem echten Long-Term-Investment. Heute mit Stock-OpAmps anfangen, später upgraden und nochmal ein deutlich besseres Klangerlebnis bekommen — das ist genial!
Zu kaufen gibt es den A7 unter anderem bei Aliexpress direkt vom Hersteller.




Was war das bitte für eine Hammer-Meldung, als Fosi Audio im April dieses Jahres den Fosi Audio i5 angekündigt hat! Wir waren sofort Feuer und Flamme – und das zu Recht. Denn endlich kommt vom innovativen Newcomer aus China der allererste Kopfhörer, und man hatte sofort das Gefühl, dass da jemand gerade die komplette Hifi-Industrie ordentlich aufmischt. Fosi Audio verteilt wieder leichte Schläge in Richtung etablierter Player, die sich vermutlich schon warm anziehen müssen, wenn sie auf Preis-Leistungs-Wunder wie den Fosi Audio i5 schauen.
Warum? Weil die Produkte von Fosi tatsächlich Erwartungen an typisches Preis/Leistungs-Denken vieler Hersteller hinterfragen. Diese Marke hat einfach gecheckt, dass Technik auch jung, modern und zugänglich wirken muss, um für Nicht-Boomer interessant zu sein. Nicht mehr höher, teurer, weiter, sondern solide, erschwingliche Qualität, die für alle Spaß macht. Amen.
Auf der High End 2025 in München hatten wir dann schon das Glück, den Fosi Audio i5 erstmals selbst hören zu können – auch, wenn es nur ein paar intensive Minuten waren. Fosi hatte ein kleines, aber feines Setup aufgebaut, natürlich bereits mit dem geupdateten (mehr dazu gleich) Fosi Audio i5 und dem Mamoritai Euphony Kopfhörerverstärker.
Eins vorweg: eine Messeumgebung ist alles – nur nicht perfekt zum Probehören. Daher haben wir es auch direkt gelassen, eine finale Bewertung abzugeben. Stattdessen hieß es: geduldig auf unser Testmuster warten. Dennoch, der erste Eindruck war nicht zu ignorieren! Ich hatte an diesen Tagen sicher ein Dutzend verschiedene Hörer auf dem Kopf – aber der Fosi Audio i5 hat direkt aus der Masse herausgestochen.
Sehr cool auch die Gespräche mit den Fosi-Leuten. Sie waren richtig offen und haben mir nicht nur den „Bassleak-Fix“ erläutert, sondern direkt signalisiert, dass Feedback willkommen ist – und zwar nicht irgendwann auf dem Sankt-Nimmerleinstag, sondern am liebsten heute! Da ließ ich’s mir natürlich nicht nehmen und hab sofort meinen Senf dazu gegeben.
Mein größtes Anliegen: das Kabel. Denn klar, das beigelegte unbalanced Kabel sah schon wertig aus – nur leider war es steif wie ein Billardstock. Zuhause auf dem Sofa ist das vielleicht okay, aber ich sitze am Tag bestimmt acht bis zehn Stunden am Rechner. Da will ich Bewegungsfreiheit, Flexibilität! Ich hab’ Fosi auf der Messe direkt empfohlen, eine geflochtene, weichere Variante ins Sortiment zu nehmen. Man konnte am Nachbarstand live erleben, wie angenehm sowas im Alltag ist. Die Fosi-Crew war sofort dabei: Fotos gemacht, alles dokumentiert, und sie wollten das Feedback gleich ans Produktteam weiterleiten. Ich schätze diesen Geist von offener, lösungsorientierter Kommunikation sehr – davon könnten sich manche „Großen“ etwas abschneiden.
Schneller Zeitsprung: Zwei Wochen nach der Messe kam endlich unser eigenes Fosi Audio i5-Testgerät an und ich war ehrlich gespannt, ob der reale Eindruck meinen Messe-Flash bestätigen kann. Schon die Verpackung spricht Bände. Typisch Fosi? Im Gegenteil! Hier wirkt alles nochmal eine Schippe hochwertiger als bei den Amps, die ich von ihnen kenne. Der Kopfhörer liegt – fein eingebettet in Schaumstoff – in einem stabilen, magnetisch schließenden Karton. Dazu gibt’s zwei Kabel, ordentlich verpackt in Samtsäckchen, einen Adapter von 3,5 auf 6,35 mm sowie eine präzise bebilderte Anleitung, die alles andere als billig daherkommt.
Kein Schmuckkoffer wie bei manchem Luxus-Hörer aus den USA, aber insgesamt trifft Fosi hier genau den Sweet Spot zwischen Wertigkeit, Understatement und dem, was sie mit dem Kopfhörer erreichen wollen.
Der Moment, wenn man den Kopfhörer das erste Mal in die Hand nimmt, ist ein „Aha“-Erlebnis. Haptik und Fertigungsqualität sind top! Der Fosi Audio i5 gehört deutlich zu den schwereren Modiellen dieser Preisklasse, aber in dem geplanten Budget erwarte ich keine Leichtbauwunder. Die Ohrmuscheln stechen sofort ins Auge – richtig groß, fast schon „over-ear plus“, größer jedenfalls als Hifiman oder Verum 2. Die Verarbeitungsqualität ist makellos: Nichts knarzt, keine Spalten, keine Nachlässigkeiten. Für mein Empfinden fühlt sich der Fosi Audio i5 damit teilweise solider an als mancher teurere Hifiman, der immer wieder mal deutliche Schwächen zeigt.
Das Holzdekor? Geschmackssache. Mir reicht Schwarz, aber bei Over-Ears heißt Holz halt oft: „Schau her, ich bin edel“. Also passt schon.
Eigentlich wollte ich mir mit dem Tragetest noch mehr Zeit lassen. Aber wie das so ist: Der Fosi Audio i5 hat mich angesprungen und am Ende habe ich ihn über Tage hinweg quasi durchgehört. Verglichen mit Audeze oder Hifiman baut der Fosi Audio i5 wohl den spürbarsten Anpressdruck auf – das ist bei dick gepolsterten Over-Ears wie diesen aber keine Überraschung, die dicken (über drei Zentimeter!) Pads federn genug, damit’s nie unangenehm drückt.
Die Pads selbst bestehen aus weichem Leder, fein perforiert, und sind an der Kontaktfläche zum Kopf mit geschmeidigem Stoff überzogen. Memory-Foam, darum vielleicht noch einen Tick fester, aber auch nach Stunden trägt sich das echt angenehm.


Allerdings: Besonders luftdurchlässig sind die Ohrpolster nicht. Ich schwitze sowieso schnell, aber gerade bei sommerlichen Temperaturen entsteht unter den Muscheln eine Wärme, die man merkt. Wie immer gilt: Kein Grund zur Panik – ich hatte das bei anderen Hörern teils noch ausgeprägter. Für kleinere Ohren gibt‘s zudem noch genug Raum, meine eigenen Ohren “schweben” komplett ohne Kontakt im Hörer – auch mit Tunnel-Piercings. Für kleine Köpfe könnten die Fosi Audio i5 etwas voluminös wirken, für große Ohren sind sie fast ideal.
Das Kopfband aus perforiertem Leder fühlt sich butterweich an, legt sich sanft auf den Schädel und lässt sich stufenlos sowie sogar einhändig einstellen. Es hält die gewählte Größe tapfer, da gibt es aktuell keinen Grund zu meckern, ob es auf Dauer ausleiert, bleibt noch zu sehen.

Die Anschlussbuchsen sitzen klassisch unten an den Muscheln. Die Muscheln selbst sind leicht nach vorne geneigt montiert, so dass das Kabel nicht direkt an der Schulter scheuert, aber trotzdem sauber nach unten läuft. Ich persönlich mag die Audeze-ähnliche Oldschool-Anordnung etwas lieber, da bleibt garantiert nichts hängen – beim Fosi Audio i5 bleibt es situationsabhängig, wie schnell sich das Kabel beim Kopfdrehen bemerkbar macht.
In Summe: Der Tragekomfort ist im Alltag wirklich top – und die kleine Kritik spielt im Kontext des Preises keine große Rolle.
Ehrlich gesagt: Ich hab den Fosi Audio i5 wirklich im Dauereinsatz gehabt. Ein paar Stunden am Stück und dann noch länger – kein Problem. Der höhere Anpressdruck fällt nach ein paar Tagen kaum noch auf, von unangenehmem Drücken kann keine Rede sein.
Was aber bleibt, ist die Wärmeentwicklung rund ums Ohr. Die Polster sind nicht die luftigsten und halten die Ohren etwas wärmer als andere Planare. Das hat bei mir dazu geführt, dass ich meine Ohren häufiger reinigen muss – typisches „Hörer-Problem“: Je länger du Planar-Over-Ears draufhast, desto öfter schmutzen die Ohren ab. Wer In-Ear-Plugs benutzt, merkt es noch schneller. Zwischendurch lüfte ich meine Ohren gern mal, indem ich einfach die Muscheln kurz anhebe – dieser Reflex ist auch nach zwei Wochen noch da.
Bitte versteht das nicht als meckern, ich bin Power-User und teile Erfahrungen, um alle Aspekte offen zu beschreiben.
Ein paar Worte zum „Bassleak-Fiasko“ der ersten Generation: Anfangs waren die Ohrmuscheln nicht ganz luftdicht mit den Ohrpolstern verbunden, was bei einigen Testern zu spürbarem Bassverlust führte. Viele fanden das bei dem Preis verschmerzbar, Fosi selbst war das aber zu wenig: Es kam rasch eine neue Dichtungsvariante, die das Problem ziemlich sauber beseitigt hat. Mehr dazu kannst du sonst im separaten Artikel nachlesen.
Das Beeindruckende ist aber wirklich, wie rasant Fosi auf Feedback reagiert und auch konstruktive Kritik direkt aufnimmt – das macht richtig Lust auf das, was da künftig noch kommt.
Ihr merkt schon, ich hatte mächtig Bock auf den Fosi Audio i5 – und vermutlich lasst ihr euch jetzt auch schon die Frage auf der Zunge zergehen, ob ich nach dem ganzen Aufbau nicht maßlos enttäuscht wurde. Spoiler: Wurde ich nicht!
Natürlich habe ich den Fosi Audio i5 zuerst an meine Referenz-Playlist auf Qobuz angeschlossen und direkt auch den Vergleich mit verschiedenen Amps gesucht. Genutzt habe ich für meine Hörtests:
Weitere Setups gab es dann noch am Rande (die erzähle ich nach den Song-Impressionen ausführlicher). Hier erstmal ein paar exemplarische Tracks und mein Eindruck am i5:
Orbit Culture – Death above life
Orbit Culture ist mir erstmals durch das Album “Nija” aufgefallen (besonders „North Star of Nija“, das gefühlt ewig in der Kickass-Metal-Playlist von Spotify lief). Die Band spielt fetten Melodic Death Metal, druckvolle Riffs und ist live ein absolutes Brett. „Death above life“ legt mit einem choralartigen Intro los, sanfte Streicher schaffen Atmosphäre – der Fosi Audio i5 präsentiert das alles räumlich, super detailliert, richtig schön aufgeräumt. Die E‑Gitarre kommt sofort klar und bassig, leitet einen der typischen groovigen Riffs ein, die Orbit Culture ausmachen. Bass? Druckvoll! Schlagzeug? Im Hintergrund, aber angenehm ortbar. Cymbals sind präsent, klingen aber nie nervtötend. Der gutturale Gesang von Karlsson drückt und wird abwechselnd von einer cleanen Line begleitet – für meinen Geschmack ist das eine Linear‑Abstimmung, wie sie im Lehrbuch steht. Die Basswiedergabe ist dynamisch, aber nicht übertrieben fett – die Feinzeichnung stimmt, auch wenn der Song keine absolute Detail-Orgie ist.
Knocked Loose – Everything is Quiet Now
Brutal, hart und direkt auf die Zwölf – hier gibt das Schlagzeug schon am Anfang richtig Gas. Die Bassdrum ist bei Knocked Loose nie ultratief, klopft aber eindrucksvoll durch. Brian Garris Stimme? Liebe oder Hass, aber perfekt für diese Band. Im i5 wirkt sie übrigens weniger spitz als in vielen anderen Hörern – was für mich deutlich für die tolle Abstimmung spricht. Der Song ist zwar „bassig“, aber zurückhaltender als Orbit Culture; ab 1:50 wird’s audiophil, fette Riffs treffen auf feinstgezeichnete Cymbals, Gitarren wunderbar differenziert. Bei 2:50 ein akustischer Break, der super fein herauszuhören ist – sehr authentisch, sehr musikalisch.
Radiohead – Creep
Bekannt für seine Höhen und Klarheit, aber auch berüchtigt, weil viele Wiedergabesysteme hier gerne schmerzen. Der Fosi Audio i5 überzeugt mich gerade im Refrain: Die Höhen sind präsent, aber nie stechend. Cymbals sehr weit vorne, Linearität bleibt das Stichwort – Fans wärmer abgestimmter Kopfhörer könnten sich eher gestört fühlen, ich aber liebe diesen „Realismus“, solange er nicht unnatürlich wirkt.
Imminence – God Fearing Man
Hier sollte man sich weniger vor Gott als vielmehr vor dem Breakdown fürchten, in dem die E‑Gitarre mit einem Violinbogen gespielt wird. Imminence sind eine Metalcore-Band, in der Frontmann Eddie Berg die Geige immer wieder ins Spiel bringt – eine einmalige Note, wie ich finde. Der Song startet mit Synths, der Gesang ist fein aufgelöst und im Raum platziert. Bei 00:40 setzt die Violine zusammen mit fettem Bass ein und der Fosi Audio i5 läuft zu Höchstform auf. Kein EQ, einfach nur die werkseitige Abstimmung vom Burson Conductor GT4 Deluxe und dessen V7 Vivid OpAmps. Schon ab 2:19 geht’s richtig zur Sache – der Bass drückt, die Riffs treiben dich fast aus dem Sitz. Und dann, der legendäre Breakdown bei 4:22: Die Geige „zerschneidet“ die Gitarre, episch! Auch hier bleibt alles kontrolliert und ausgewogen – ein Song wie geschaffen für Planar-Hörer wie den Fosi Audio i5.
Jetzt aber! Ich habe es bisher vor lauter Begeisterung nur am Rande erwähnt: Planarer Magnetostat, was heißt das eigentlich? Hier sitzt keine „normale“ Lautsprechermembran, sondern ein ultradünner, gerade mal 2 µm starker „Film“, auf Spannung gehalten von beidseitig angeordneten Magnetarrays (insgesamt 44 N50-Magnete, je 22 pro Seite!). Durch diese spezielle Konstruktion sind Planare bekannt für präzise, extrem schnelle Treiberbewegungen.



Der Frequenzgang reicht von 10 Hz bis 50 kHz – also locker weit über das hinaus, was menschliche Ohren überhaupt noch erfassen können. Die Impedanz liegt bei 28 Ohm, wodurch der i5 nicht übermäßig anspruchsvoll am Verstärker ist. Dennoch gilt: Magnetostaten profitieren von mehr Dampf. Viele Soundkarten oder Mainboard-Ausgänge können ihn betreiben, aber richtig aufblühen tut der i5 mit höherwertigen DAC/Amps. Die Empfindlichkeit ist mit 98 dB/mW @ 1 kHz angegeben, Maximalpegel > 120 dB SPL, Verzerrungen liegen unter 1 % bei 100 dB. Kabelseitig gibt’s 3,5 mm (unsymmetrisch), 4,4 mm balanced und einen 6,35-mm-Adapter; abnehmbar ist das Kabel natürlich auch.
Hier nochmal tabellarisch alle Eckdaten:
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Typ | Over-Ear, Open-Back, kabelgebunden |
| Treiber | Planar-Magnetostatisch, 97 mm, 2 µm dünner Film |
| Magneten | 44x N50 Neodym pro Hörer, 22 pro Seite |
| Frequenzbereich | 10 Hz – 50 kHz |
| Impedanz | 28 Ohm |
| Empfindlichkeit | 98 dB/mW @ 1 kHz |
| Maximalpegel | >120 dB SPL |
| THD | <1 % bei 100 dB SPL |
| Empf. Leistung | 250–500 mW |
| Mindestleistung | >100 mW |
| Anschlüsse | 3,5 mm Klinke, 4,4 mm balanced, Adapter 6,35 mm |
| Kabel | 1,5 m, abnehmbar |
| Material | Aluminium, Walnussholz, Memory-Metall-Bügel |
| Ohrpolster | Perforiertes Kunstleder, atmungsaktives Gewebe |
| Gewicht | 550 g |
Machen wir uns nichts vor: Der Fosi Audio i5 ist ein Kopfhörer für drinnen. Die offene Bauform sorgt dafür, dass dein Umfeld praktisch alles mithört – im Büro wollen das die wenigsten. Für Heimkino, Schreibtisch oder Gaming ist der i5 dagegen wie gemacht.
Haushalt? Wer nicht dauernd wo gegen läuft, klar, geht – aber das dicke Kabel ist halt wenig für Bewegungsfreiheit. Bluetooth-Adapter? Müsste ich mal testen, hab aber gerade keinen passenden.
Ehrlich? Gerade zum günstigen Kickstarter-Preis ist das für mich ein direkter Tipp für Einsteiger, die richtig guten Planar-Sound kennenlernen wollen. Günstiger kriegt man selten so viel Planar-Technik aufs Ohr. Und auch fortgeschrittene Hifi-Cracks werden erstaunt sein, was für das Geld heute geht.
Einzige Einschränkung: Wer butterweichen, warmen Sound mag, muss vielleicht mit dem EQ ein wenig nachhelfen. Der i5 ist sehr linear abgestimmt, manchmal fast „neutral“ – was in manchen Genres und bei ermüdeten Ohren zu hart wirken kann (aber das ist ein Problem vieler Planarer).
Kann man mit den Dingern zocken? Ich sag nur: und wie! Der Fosi Audio i5 holt alles aus deinem Game raus: Soundstage, Ortung und Detailtreue sind erstklassig. Du hörst Schritte, Granaten und feine Zwischentöne – das können viele Gaming-Headsets nur träumen. Dazu bleibt er auch bei langen Sessions angenehm, zumindest in Sachen Klang und Tragekomfort.
Studio-Monitore gelten unter Gamern deshalb als Geheimtipp – linear, ehrlich, unaufgeregt. Genau da setzt der i5 an.
Gerade für Einsteiger immer spannend: Mit welchem Setup funktioniert so ein Kopfhörer optimal? Ich habe sehr viel ausprobiert und kann sagen: Der Fosi Audio i5 ist vergleichsweise unkompliziert, was die Ausgangsleistung betrifft. Viele Gaming-Mainboards bringen schon genug Output mit, manche Audiopanels ebenso. Wer aber das Maximum rausholen will, sollte einen dedizierten DAC/Amp nutzen.
Von Fosi selbst gibt’s passende Geräte wie den Fosi Audio K7 (DAC/Amp-Kombi) oder den Fosi Audio ZD3 (DAC, dann mit zusätzlichem Amp). Der Fosi GR70 ist ebenfalls spannend, wer aber gleich auf High-End gehen möchte, springt preislich schnell in Regionen, wo auch Modelle wie der Burson Playmate 3 (in der Basisversion) interessant werden.
Andere bekannte HiFi-Marken wie Topping, SMSL und diverse große Namen bieten natürlich Alternativen – habe ich selbst noch nicht getestet.
Wichtig ist: Wer den i5 über mehrere Stunden täglich nutzt, sollte das Investment wie bei einem guten Bürostuhl betrachten – es zahlt sich aus! Und ja, hochpreisige Amps wie der Lehmann Audio Linear machen natürlich einen Unterschied: Sie geben dir die Freiheit, auch andere Kopfhörer nach Belieben zu betreiben; bei entsprechender Laufzeit rechnet sich die Investition langfristig.
Kurzum: In Sachen Sound und Vielseitigkeit ist der Fosi Audio i5 ein Volltreffer, der für sehr viele User und Budgets passt.
Der Fosi Audio i5 erweist sich als überraschend ausgereifter und durchdachter Kopfhörer-Neuling, der mit seinem offenen, planar-magnetostatischen Konzept, solidem Klang und ehrlicher Verarbeitungsqualität für Aufsehen sorgt. Klanglich richtet er sich dank ausgewogener, linearer Signatur nicht nur an Metal- und Gaming-Fans, sondern auch an Liebhaber von Präzision und Detailreichtum in jeder Musikrichtung. Kleinere Kritikpunkte wie das ursprünglich steife Kabel oder die Wärmeentwicklung unter den Ohrmuscheln werden durch schnelle Produktupdates, viel Offenheit im Umgang mit Nutzerfeedback und die insgesamt gelungene Balance aus Tragekomfort, Technik und Design wettgemacht. Für den aufgerufenen Preis liefert der i5 ein Gesamterlebnis, das weit über das Erwartbare hinausgeht und echten Einstieg ins Planar-High-End ermöglicht.
Wen ich jetzt heiß gemacht habe mit den Fosi Audio i5 für den hat mir Fosi noch zwei Links gegeben. Dies sind ausdrücklich keine Affiliate-Links! Wer noch zum Kickstarter-Preis zuschlagen will kann dies per Secret-Reward in der Basis-Variante (408$) oder in der Kit-Variante (449$) tun.


Die Testmuster vom Lehmann Audio Linear und Lehmann Audio Linear II wurden uns freundlicherweise vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Aber keine Sorge: Das beeinflusst unsere Meinung null. Hier gibt’s wie immer die ungefilterte Wahrheit.
Wohl verpackt kamen die Lehmann Audio Linear hier an. Beim Lieferumfang ist bei einem Kopfhörerverstärker natürlich schnell Schluss: Kaltgerätekabel dabei, ein Cinch-Kabel muss man sich selbst besorgen – dann kann’s losgehen.
Verarbeitung? Absolut next level! Die 3mm dicke Aluminium-Frontplatte, das massive Gehäuse, der fette Ringkerntrafo im Inneren – alles fühlt sich nach High-End an. Der Lautstärkeregler läuft satt mit genau dem richtigen Widerstand, das Rad gleitet smooth durch die Finger. Die Kopfhörerbuchsen sind hochwertig, die kleine LED an der Front dezent und nicht zu grell.
Was mir direkt aufgefallen ist: Der Lehmann Audio Linear ist echt lang und braucht ordentlich Platz auf dem Schreibtisch. Unter meinem Balolo steht er jetzt, ragt aber hinten ziemlich raus. Zwei Kopfhörerausgänge gibt’s, beide werden gleichzeitig befeuert. Mit zwei DIP-Schaltern auf der Unterseite kann man die Ausgangslautstärke anpassen – praktisch für hungrige Kopfhörer, bei mir aber erstmal nicht nötig.
Hinten gibt’s zwei Cinch-Paare mit vergoldeten Kontakten – ein Paar als Eingang, eins als Ausgang, z.B. für aktive Monitore. Dazu noch der Ein/Aus-Schalter und der Stromanschluss.
Einziger echter Minuspunkt: Der Netzschalter ist hinten! Mega unpraktisch am Schreibtisch, ich muss immer zwischen Balolo und Monitor rumfummeln, um das Teil anzumachen. Ein Schalter vorne wäre ein Traum. Vielleicht hilft hier eine smarte Steckdose, denn nach vier Wochen nervt das echt.




Hm… sehr gute Frage, die ich mir eigentlich nie gestellt habe, weil ja fast alles auf dem Schreibtisch schon einen Verstärker verbaut hat. Soundkarten, Audio-Interfaces, alles all-in-one. Aber gerade die Mikro-Interfaces sind für Kopfhörer oft nicht optimal, da lohnt sich ein separater DAC und Amp.
Viele DACs übernehmen zwar die Verstärkerrolle, sind aber meist auf normale Gaming-Headsets ausgelegt. Und mal ehrlich: Viele Gamer wissen gar nicht, was ihnen klanglich entgeht – oder sparen halt am falschen Ende. Die Branche hat sich aber entwickelt, Billigmarken wie Speedlink sind quasi weg vom Fenster.
Im Grunde ist es wie bei der Anlage im Wohnzimmer: Entweder All-in-One oder getrennte Komponenten. Ein guter DAC ist nicht automatisch ein guter Amp. Gerade mit hochwertigen Kopfhörern trennt sich die Spreu vom Weizen. Mein Fosi K7 klingt für 180 € schon richtig stark, aber mit dem Lehmann Audio Linear geht’s nochmal auf ein anderes Level.
HiFi-Regel: Komponenten sollten preislich zusammenpassen. Aber manchmal gibt’s eben auch Einhörner – wie den K7. Kombiniert mit einem 900 € Verstärker und evtl. einem besseren Netzteil (nochmal 100–120 €) landet man bei 300 €, hat aber ein Set, das richtig performt.



Ich geb’s zu: Der K7 hatte mich schon vorher abgeholt. Sein AKM 4493SEQ ist schon sehr cool. Ein wenig Wärme, aber dennoch super Details. Lehmann Audio Linear dran geklemmt, Kopfhörer umgestöpselt, wow. Ich sag jetzt nicht, dass der Lehmann was am Klang macht – das tut er mit absoluter Sicherheit nicht. Er macht eher, dass es potenter klingt? Kann man das so sagen? Harmonischer, weil er halt gefühlt keine Versorgungsschwäche aufweist.
Das ist dieser berühmte Unterschied, wenn ein Verstärker nicht in die Knie geht und die Musik einfach mehr lebt. Ich habe das schon mal beschrieben beim Test von Verstärkern gegenüber Receivern. Diese gehen halt teilweise kurzzeitig in die “Knie” und der letzte Punch fehlt. Ziemlich genau das empfinde ich hier auch. Der Lehmann gibt der Musik noch mal mehr Energie. Nix, was ich vermissen würde, wenn ich es nicht erst gegengehört hätte, aber jetzt, wo ich es kenne, will ich’s nicht mehr missen.
Generell nennt man dies Transienten – und während ich diesen Text hier schreibe, merke ich immer wieder, dass ich auch hierüber aufklären muss. Deswegen gibt’s bei uns auch eine Erklärung zu Transienten.
Von Vorteil kann es schon sein, wenn man den DAC auf Line-Out stellen kann, dann hat man die Referenz-Ausgangsleistung anliegen. Das ging jetzt beim K7 nicht, aber ich habe ihn quasi auf ca. 2/3 Lautstärke gestellt und dann die Lautstärke über den Lehmann Audio Linear geregelt.
Was mir ab dann aufgefallen ist: Ich hatte richtig Spaß am Hören. Hat aber auch dazu geführt, dass ich die Musik streckenweise aufgedreht habe. Im Wohnzimmer ist das einfach, ich hab mal mein Handy mit Dezibelmesser zwischen Ohr und Kopfhörermuschel geschoben und gemessen. Ob das jetzt den wirklichen Schalldruckpegel anzeigt, weiß ich nicht. Vielleicht hat ja wer ne Idee, wie man das mal gescheit messen kann?
Für genau diesen Fall hat aber Norbert noch einen Hinweis verschriftlicht in seinem Techletter. Hier weist er nochmal auf die Lautstärken und Dauer hin, die man hören sollte, ohne dauerhafte Gehörschäden.
Fosi bewirbt den Fosi ZD3 als seinen Flagship DAC, welcher aber mit 189 € immer noch moderat im Preis ausfällt. Hier werkelt jetzt kein AKM-Chip, sondern ein Sabre ES9039Q2M – also tendenziell der Zweikanal-Flaggschiff-DAC im mobilen Sektor. Der ZD3 ist zwar noch Vorstufe, hat aber schon keinen Kopfhörerverstärker mehr an Board. Dafür kann man an ihm noch rumtunen mit OpAmps, was ich auch ausgiebig getan habe. Ergebnisse folgen im ausführlichen Test. Aber aktuell warte ich noch auf OpAmps, demnach dauert es noch ein wenig, bis ich final bin.
Bis darauf, dass ich mich irgendwie auf der Sabre-Seite der Macht fühle, weil ich dann doch das Analytische vom Sabre mehr schätze und der DAC als solcher nochmal besser als der K7 performt, konnte ich hier lediglich ausmachen, dass mir die Kombo richtig gut gefällt. Platztechnisch ist der ZD3 auf dem Schreibtisch angenehm, optisch sieht er auch ansprechend aus.
Ein ganz anderes Level betritt man natürlich dann mit dem Burson Audio Playmate 3, welcher auch erst kürzlich erschienen ist. Aber ich bin nunmal Spielkind und Burson ist die Wiege der Audiospielerei, haben sie doch diskrete OpAmps in den Markt gebracht und bieten wie Fosi Audio ebenfalls die Möglichkeit, eben jene auszutauschen.
Beim DAC-Chip handelt es sich wieder um den ES9039Q2M, welcher hier natürlich nochmal anders implementiert wurde. Hier gibt es noch spezifische Einstellungsmöglichkeiten, die den Klang anpassen lassen.
Hätte ich jetzt keinen Lehmann Audio Linear hier, würde mir erstmal wahrscheinlich der Kopfhörerverstärker im Playmate 3 reichen. Hier müssen wir aber auch hinzunehmen, dass es sich schon um die Deluxe-Version handelt, welche mit fast 1100 € zu Buche schlägt.
Hier ist mit dem Lehmann Audio Linear dennoch noch was rausholbar, wobei der Lehmann Audio Linear II hier das i‑Tüpfelchen setzt. Aber dazu wollte ich einen eigenen Artikel schreiben. Hier kann man dann definitiv sagen, dass die Transientenwiedergabe noch ein Quäntchen zulegt. Ich weiß jetzt nicht, wie das viele Leute abmachen in ihrer Musik, aber ich mache das an gut aufgenommener Musik ab. Hier hatte ich zum Beispiel ganz gerne Korn gehört. Die meisten Alben stehen hier mit 192 kHz zur Verfügung, auch wenn ich ab einer bestimmten kHz-Zahl nicht mehr wirklich einen Unterschied abmachen kann, ist das die mir höchst verfügbare. Hier gibt es manche Aufnahmen, die ganz deutliche Anrisse von Gitarren- und Basssaiten haben, was mir vorher verwehrt war zu hören, aber die Musik jetzt mehr wie Musik klingen lassen. Good God, Reclaim my place, no place to hide wären da so Titel.
Schwer zu beschreiben, aber jeder kennt den Unterschied des Klangs, abgesehen von der Lautstärke, eines Konzerts. Auch hier hört man direkte Einflüsse der Instrumentenbedienung, also das leise Schleifen der Finger über die Metallsaiten oder auch das Anschlagen, bzw. den Zeitpunkt, wo der Drumstick das Becken hölzern trifft. Hier bilde ich mir ganz hart ein, dass ich das nicht oder nicht so intensiv hatte. Mehr zu Transienten habe ich dann gleich mal hier geschrieben.


Ich glaub, ich hab noch nie so direkt meinen Plattendreher abgehört. Also tendenziell war halt nur der Plattendreher, der Graham Slee Gram Amp 2 SE und der Lehmann Audio Linear in meiner Audiokette. Dadurch, dass der Lehmann Audio Linear über eine Lautstärkeregelung verfügt, klappt das hervorragend.
Was soll ich sagen? Definitiv mal noch eine andere Welt. Man ist einfach noch eine Runde näher an allem dran. Der Graham Slee macht seine Sache wirklich gut, auch wenn ich irgendwann noch mal die Möglichkeit haben möchte, mich hier auszuprobieren. Beim Lehmann ist man aber in der Tat schon so ziemlich angekommen. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass man mit so einem Gerät noch viel mehr will. Braucht vielleicht, wenn da doch noch was richtig Leistungshungriges genutzt werden soll, aber sag niemals nie.
Ich hätte sicherlich ohne Norbert Lehmann auch nicht einen Kopfhörerverstärker im Haus gehabt und diesen erst recht nicht an mein Plattensetup gehangen.
Auch an einem WiiM Ultra macht sich der Lehmann Audio Linear hervorragend. So bekommt man ein schönes, minimalistisches High-End-Setup dahingestellt. Die hervorragende Bedienbarkeit des WiiM Ultra mit einem leistungsstarken Kopfhörer-Amp hebt die Kiste zumindest für eben jene auf ein anderes Level. Definitiv nicht für Einsteiger, aber für Aufsteiger sicherlich eine tolle Option.
Kommen wir zu meinem unangefochtenen Lieblingsstreamer, dem Eversolo DMP-A6 und DMP-A6 Master Edition. Der WiiM ist wirklich geil, als Ultra mit seinem Display und der Bedienung… wirkt er aber dennoch ein wenig ipsig und eher wie ’ne Dose, ist der Eversolo einfach ein ausgewachsenes, aber dennoch junges Stück HiFi. Den Lehmann Audio Linear angeschlossen, rockt diese Kombo in meinen Augen schon ziemlich. Ich habe Stunden verbracht, mit dieser Kombo zu hören. Das große Display, welches mir immer das Cover zum aktuellen Song anzeigt, durch den Kopfhörer jetzt in der Nähe. Vertieft in die Musik versunken und immer mal einen Blick auf das Display. Handy beiseite und mit der Touch-Steuerung hier ein wenig den Alltag verschwinden lassen.
Klanglich über aller Zweifel erhaben. Der Lehmann Audio Linear tut das, was Norbert Lehmann verspricht: Linear spielen und das wirklich zur Entspannung.
Ich weiß nicht, was es ist, aber ich glaube, es liegt nicht nur am “besseren”, “entspannteren” Ton, sondern auch an vielerlei anderer Faktoren. Sich einen Kopfhörerverstärker wie den Lehmann Audio Linear zuzulegen, bedeutet halt zum einen das Commitment auf den Kopfhörer an und für sich. Man gibt hier 1000 € für ein feines Stück Technik aus, welches allen angeschlossenen Kopfhörern schon mal auf dem Papier die Leistung zuteilwerden lässt, die sie benötigen. Weiterhin geht man davon aus, dass der Lehmann Audio Linear in keinster Weise meinen Ton verfärbt, sondern die einzigen klangbestimmenden Faktoren die Musik selber und der DAC + ggf. Equalizer sind. Was heißt, dass ich mir meine Musik so anpassen kann, wie ich sie vielleicht gerne höre – wärmer, analytischer – und nicht noch weitere Komponenten habe, welche ich in diese Einstellung einberechnen muss.
Mit dem Commitment weiß ich innerlich auch: Hier handelt es sich um ein absolutes Referenzgerät. Vielleicht ist es eine innere Ruhe, die entsteht, weil ich nicht versuche, zwangsläufig den Fehler an eben jener Stelle zu suchen, wenn ich im Klang etwas entdecke, das mir nicht gefällt oder schlimmstenfalls sich nicht natürlich anhört.
Jedenfalls hat mich das Commitment dazu bewegt, noch mal mehr Musik zu hören, weil ich neugierig war, wie, was, jetzt eventuell anders als vorher klingt. Andere Kopfhörer an dem Lehmann Audio Linear zu hören, welche ich vielleicht beim ersten Mal so gut fand und ihnen noch eine zweite Chance zu geben.



Ganz klar: Enthusiasten. Wenn du deine Musik und deinen Musikgenuss weiter nach vorne bringen möchtest. Klingt vielleicht dein DAC schon nach dem, was du dir so vorstellst, kannst du sicherlich mit dem Lehmann Audio Linear hier und da noch ein Quäntchen herausholen. Weiterhin gibt er dir Freiheit bei deiner zukünftigen Kopfhörerwahl. Dennoch wäre es natürlich nicht mein erstes Upgrade. Vorziehen würde ich immer OpAmps und das Netzteil, da dies natürlich einen ganz entscheidenden Einfluss auf den Klang hat.
Ganz ehrlich würde ich den Lehmann Audio Linear (bzw. hier den Linear II) nicht mehr missen wollen. Letztlich entscheidet bei mir nur das Budget. Gerne hätte ich einen Lehmann Audio Linear II hier im Repertoire, alleine für zukünftige Tests von Geräten, da ich jetzt einmal in den Kaninchenbau gefallen bin. Aber da alles hier auf dem Blog dennoch Geld kostet und durch meine Entscheidung, den Blog gar nicht zu monetarisieren, alles vom Hobby-Budget abgeht, muss jede Ausgabe wohl überlegt sein. So sehr es mich und die Qualität nach vorne bringen würde, gibt es einfach auch andere Ausgaben hier, die man nicht sieht. Oft müssen Zölle bezahlt werden für Lieferungen und geschenkt bekommt man nunmal auch nix.
Also: Wer sich ein geiles Desktop-Setup zusammenbauen will, sollte definitiv mit einem Kopfhörerverstärker rechnen. Beim Lehmann Audio Linear macht man absolut nix falsch und bekommt “deutsche Wertarbeit und Engineering”. Vielleicht auch sowas wie Zukunftssicherheit – vom Linear zum Linear II bietet Lehmann Audio auch ein Upgrade an.
Analog-Setup direkt am Phono-Pre-Amp? Ebenfalls geil. Vielleicht in einer Mietsituation, oder einfach um die bessere Hälfte nicht zu nerven. Oder einfach, weil man beides genießt. Mal mit den Lautsprechern und mal mit den Kopfhörern. War vor diesem Test mir nicht so präsent, kann ich aber voll und ganz nachvollziehen.
Direkt an einen Streamer? Geile Sache. Durch die direktere Nähe der Kopfhörer zum Ohr merkt man aber schon Nuancen-Unterschiede bei den Streamern. Wo ein WiiM Ultra wirklich geil an einer Anlage ist, kann ein Eversolo noch ’ne deutliche Ecke besser klingen auf dem Kopfhörer.
Hier gibt’s kein Haar in der Suppe, sondern nur unbändige Power, ohne nur ein Quäntchen den Klang zu verfälschen. Wer einen Kopfhörerverstärker sucht, der einfach das macht, was man erwartet, ohne irgendwelche OpAmp-Spielereien, ist hier an seinem erstrebenswerten Ziel angekommen. Feinste Class-A-Verstärkung, solide Bauweise und mit Liebe engineered.




Ich hatte hier natürlich auch einige Kopfhörerkandidaten am Start, mit welchen ich rumgespielt habe: Diese waren Audezee LCD‑X, LCD‑3, Sennheiser HD 550, Verum 2, Fosi Audio i5, Beyerdynamic DT1990 Pro. IEM’s habe ich die Juzear Defiant, 7Hz Timeless II und Shanling ME600 mit dem Lehmann Audio Linear betrieben. Musik wurde fast ausschließlich mit Qobuz gestreamt. Eine Referenzplaylist findet sich hier.
]]>Wir haben mittlerweile auch einen eigenen Youtube-Channel. Hier versuche ich regelmäßig für euch Reviews mit bewegtem Bild bereit zu stellen und mehr mit euch in Kontakt zu treten. Schaut doch einfach mal vorbei und aboniert den Kanal. Danke!
Das Auspacken des WiiM Ultra ist schon ein kleines Erlebnis für sich. Die schlichte, aber hochwertige Verpackung verspricht bereits, was drin ist: Premium-Qualität zu einem fairen Preis. Der erste Eindruck beim Herausnehmen ist durchweg positiv — das Aluminiumgehäuse fühlt sich deutlich wertiger an als die Plastikgehäuse der günstigeren WiiM-Modelle. Mit seinen 205 x 205 x 73 mm und 1,3 kg wirkt das Gerät kompakt, aber keineswegs billig.
Im Lieferumfang finden sich neben dem WiiM Ultra selbst ein Netzkabel, HDMI- , Cinch- und Tos-Link-Kabel. Ein Phono-Ground-Adapter für Plattenspieler, sowie eine Fernbedienung mit Sprachsteuerung. WiiM hat hier wirklich mitgedacht — alles was man für den sofortigen Start braucht, ist dabei.
Das absolute Highlight ist aber definitiv das 3,5‑Zoll-Farbtouchscreen-Display mit Glasabdeckung. Es fühlt sich hochwertig an und reagiert butterweich auf Berührungen. Beim ersten Einschalten begrüßt einen ein farbenfroher Setup-Wizard, der selbst Audio-Noobs durch die Ersteinrichtung führt.
Audio-DAC: ESS Sabre ES9038 Q2M (32-bit/384kHz)
Kopfhörerverstärker: Texas Instruments TPA6120A2
ADC: TI Burr-Brown PCM1861 (110 dB SNR)
Line-Ausgang: Maximum 2,1V RMS, SNR 121 dB (A‑gewichtet), THD+N 0,00018% (-115 dB)
Konnektivität: Wi-Fi 6E (2,4/5/6 GHz), Bluetooth 5.3 mit BLE, Ethernet 10/100 Mbps
Display: 3,5″ Farb-Touchscreen mit Glasabdeckung
Abmessungen: 205 x 205 x 73 mm
Gewicht: 1,3 kg
Audio-Eingänge:
Audio-Ausgänge:
Zusätzliche Features:


Die Einrichtung über die WiiM Home App ist ein Kinderspiel. Nach dem Download der App wird der WiiM Ultra sofort erkannt und die Firmware automatisch aktualisiert. Die App selbst ist intuitiv gestaltet und bietet Zugang zu allen wichtigen Einstellungen. Besonders cool: Man kann für jeden Eingang separate EQ-Einstellungen vornehmen.
Das Touchscreen-Display zeigt nicht nur Albumcover und Wiedergabesteuerung, sondern auch VU-Meter und diverses Feedback zur aktuellen Wiedergabe. In der Standby-Zeit kann man sogar ein individuelles Wallpaper einstellen oder Uhrzeit und Datum anzeigen lassen.




Für unseren ausführlichen Klangtest haben wir den WiiM Ultra durch verschiedenste Setups gejagt. Die Referenz-Playlist mit ihrer Mischung aus extremem Metal, Progressive Rock und klassischen Tracks bot die perfekte Basis, um die Grenzen des Geräts auszuloten.
Am Lehmann Audio Linear zeigte der WiiM Ultra sofort seine Klasse. “Blow Your Trumpets Gabriel” von Behemoth kam mit beeindruckender Dynamik und kristallklarer Separation der einzelnen Instrumente rüber. Der ESS Sabre DAC zeigt hier seine Stärken: ultra-niedrige Verzerrungen und ein Signal-Rausch-Verhältnis von über 120 dB sorgen für einen schwarzen Hintergrund, vor dem sich selbst leiseste Details abheben.
Die Kombination mit den Burson-Geräten (Playmate 3 Test) offenbarte die analytischen Qualitäten des WiiM Ultra. “Pain Remains III: In a Sea of Fire” von Lorna Shore mit seinen über 9 Minuten komplexer Arrangements wurde mühelos gemeistert. Die Bühnenabbildung ist präzise, wenn auch nicht ganz so dreidimensional wie bei deutlich teureren Streamern.


Hier zeigte sich die Vielseitigkeit des WiiM Ultra. Selbst mit Budget-Verstärkern wie dem Fosi V3 Mono (hier im Test) liefert er saubere, detailreiche Signale. “Bombtrack” von Rage Against The Machine kam mit ordentlich Punch und Dynamik rüber, ohne dass die Stimme von Zack de la Rocha in der komplexen Instrumentierung unterging.
Der integrierte Kopfhörerverstärker TPA6120A2 macht seine Sache überraschend gut. Mit den Audeze LCD‑X (hier im Test) konnte “Honeycomb” von Deafheaven seine volle emotionale Wucht entfalten. Die 11 Minuten epischer Post-Metal wurden niemals langweilig, der WiiM Ultra hielt die Spannung über die gesamte Spielzeit aufrecht. Auch die anspruchsvollen LCD‑3 wurden problemlos angetrieben, wenngleich ein dedizierter Kopfhörerverstärker nochmal eine Schippe drauflegen würde.
An den B&W zeigte der WiiM Ultra seine neutralen Qualitäten. “Granite” von Sleep Token kam mit der typischen Wärme der B&W‑Hochtöner rüber, ohne dass der WiiM Ultra eigene Klangfärbungen hinzufügte. Die Amphion Argon 3S profitieren von der sauberen Signalaufbereitung des WiiM Ultra — “Creep” von Radiohead klang so melancholisch und detailreich wie selten zuvor.
Ein echtes Alleinstellungsmerkmal des WiiM Ultra ist der HDMI ARC-Eingang. Angeschlossen an den TV wird aus jeder Stereo-Anlage eine kleine Heimkino-Zentrale. Filme und Serien profitieren von der deutlich besseren Klangqualität gegenüber TV-Lautsprechern. Dolby Digital 5.1 wird problemlos verarbeitet und über die Stereo-Ausgänge intelligent heruntergemischt. Für Puristen mag das Frevel sein, aber der Convenience-Faktor ist einfach unschlagbar.
Der integrierte Phono-Preamp ist eine nette Zugabe für Vinyl-Enthusiasten. Am EAT Prelude Plattenspieler getestet, liefert er für den Einstieg mehr als brauchbaren Sound. Sowohl MM- als auch MC-Tonabnehmer werden unterstützt, wobei die Einstellungen bequem über die App vorgenommen werden können. Für ambitionierte Vinyl-Hörer wird ein externer Phono-Preamp weiterhin die bessere Wahl sein, aber für Gelegenheits-Hörer ist die integrierte Lösung völlig ausreichend.
Der WiiM Ultra unterstützt praktisch jeden relevanten Streaming-Standard: Spotify Connect, TIDAL Connect, Qobuz Connect, Google Chromecast Audio, Alexa Built-in, DLNA und Roon Ready. Einzig AirPlay fehlt. Für Apple-User ein Wermutstropfen, aber verschmerzbar angesichts der anderen Features.
Die Multiroom-Fähigkeiten sind beeindruckend. Mit anderen WiiM-Geräten lassen sich mühelos synchronisierte Zonen einrichten. Die Room Correction via Smartphone-Mikrofon funktioniert überraschend gut und kann durchaus hörbare Verbesserungen bringen.
Hier haben wir unsere Terrassen-Lautsprecher B&W AM1 an den Fosi Audio V3 Monos eingemessen mit wirklich hervorragendem Ergebnis. Gerade bei so schwierigen Bedinungen (Outdoor) war das gehörte Ergebnis beeindruckend und macht Party-Laune.
Der Pro Plus bleibt der Preis-Leistungs-König für unter 250 Euro (hier im Test). Wer nur streamen will und auf Phono-Eingang, HDMI ARC und Touchscreen verzichten kann, ist mit dem Pro Plus bestens bedient. Der Ultra bietet aber deutlich mehr Flexibilität und Zukunftssicherheit.
Der Eversolo DMP-A6 (hier im Test) kostet etwa doppelt so viel wie der WiiM Ultra, bietet dafür aber ein deutlich größeres 6‑Zoll-Display und Android-basierte Software. Das Display ist echter Mehrwert für die Navigation großer Musiksammlungen. Klanglich liegt der Eversolo schon ein wenig vorn und hat den Vorteil lokaler Speichermöglichkeiten via M.2 SSD.
Im direkten Vergleich ist das Display des WiiM Ultra eher Spielzeug — schön anzusehen, aber der praktische Nutzen beschränkt sich auf grundlegende Informationen und Bedienung. Für ernsthafte Navigation bleibt das Smartphone die bessere Wahl.
Allgemein ist der Eversolo schon eine ganze Klasse besser in allen Belangen, spiegelt sich wie oben erwähnt aber auch im Preis wider.
Mit dem WiiM Ultra setzt WiiM neue Maßstäbe in der Streaming-Welt. Sonos muss sich warm anziehen — die Chinesen bieten deutlich mehr Features zu einem Bruchteil des Preises. Die offene Plattform des Ultra mit Unterstützung für praktisch alle Standards kontrastiert scharf mit Sonos’ geschlossenem Ökosystem.
Erschwert kommt hinzu, dass Sonos seine Software seit mehr als einem Jahr nicht mehr im Griff hat. Wer einmal auf WiiM gewechselt ist, weiß wieder wie zackig zu ein System reagieren kann. Hier gibt es bisher keine Zicken.
WiiM hat bereits weitere Produkte angekündigt und arbeitet kontinuierlich an Software-Updates. Die Roon-Zertifizierung steht kurz bevor. Mit dieser Updatepolitik kauft man nicht nur Hardware, sondern ein sich ständig verbesserndes System.
Der WiiM Ultra ist ein kleines Meisterwerk der Audio-Technik. Für 399 Euro bekommt man ein Gerät, das vor wenigen Jahren mehrere Tausend Euro gekostet hätte. Die Kombination aus exzellentem DAC, vielseitigen Anschlüssen, Touchscreen und durchdachter Software ist in dieser Preisklasse konkurrenzlos.
Klanglich spielt der WiiM Ultra in der Liga deutlich teurerer Geräte mit. Er ist neutral und detailreich, ohne langweilig zu werden. Besonders für Einsteiger in die HiFi-Welt ist er der perfekte erste Schritt — er macht jede Anlage zukunftssicher und bietet Raum zum Wachsen.
Der einzige echte Kritikpunkt ist das fehlende AirPlay. Ansonsten hat WiiM ein nahezu perfektes Produkt abgeliefert, das die Streaming-Landschaft nachhaltig verändern wird.



Beim Auspacken der Amphion Argon3S fällt sofort die hochwertige Verarbeitung auf. Die weißen Lautsprecher strahlen diese typisch skandinavische Eleganz aus – clean, minimalistisch und trotzdem warm. Mit Abmessungen von 380 x 190 x 305 mm sind sie sicherlich nicht kompakt genug für den Schreibtisch, aber dennoch imposant genug, um im Wohnzimmer zu protzen. Das Gewicht von 10 Kilogramm pro Lautsprecher verrät schon beim ersten Anheben: Hier wurde nicht gespart.
Die markante Frontseite wird vom charakteristischen Waveguide des Hochtöners dominiert – einer hornähnlichen Vertiefung, die nicht nur optisch auffällt, sondern auch klanglich entscheidend ist. Das matte Finish unserer weißen Testexemplare zieht keine Fingerabdrücke an und wirkt selbst nach wochenlangem Gebrauch wie neu. Die optional erhältlichen farbigen Gitter (standardmäßig schwarz) bieten Individualisierungsmöglichkeiten, falls der skandinavische Purismus zu nüchtern erscheint.
Amphion ist längst nicht nur in audiophilen Wohnzimmern ein Geheimtipp, sondern hat sich auch in der internationalen Musikproduktion einen festen Platz erarbeitet – insbesondere im Metal-Genre. Zwei der einflussreichsten Produzenten der modernen Metalszene, Jens Bogren und Will Putney, setzen bei ihrer Arbeit auf Amphion-Lautsprecher.
Jens Bogren, Betreiber der renommierten Fascination Street Studios in Schweden, hat mit seinem charakteristischen Sound die Entwicklung des modernen Heavy Metal maßgeblich geprägt. Bands wie Opeth, Dimmu Borgir, Sepultura, Arch Enemy oder Kreator reisen gezielt zu ihm, um von seiner Expertise zu profitieren. Seine Produktionen stehen für Präzision, Transparenz und Durchsetzungskraft – Eigenschaften, die auch auf die eingesetzten Amphion-Lautsprecher zurückzuführen sind.
Auch Will Putney, einer der gefragtesten Metal-Produzenten der USA und Grammy-Gewinner, vertraut bei seinen Produktionen auf Amphion. Als Produzent von Bands wie Fit for an Autopsy, Knocked Loose, Thy Art Is Murder oder Body Count schätzt er besonders die exzellente Ortbarkeit und die Klarheit im Bass- und Mittenbereich, die ihm die Arbeit im Studio deutlich erleichtern. Putney betont, dass Amphion-Lautsprecher ihm helfen, selbst feinste Details im Mix präzise herauszuarbeiten und so den charakteristischen, druckvollen Metal-Sound zu formen.
Dass sowohl Bogren als auch Putney Amphion als Werkzeug ihrer Wahl nutzen, spricht für die außergewöhnliche Qualität und Neutralität dieser Lautsprecher – und unterstreicht, dass audiophile Präzision und kompromisslose Studio-Performance hier Hand in Hand gehen.
Das Herzstück der Amphion Argon3S ist ein hochwertiges 2‑Wege-System, das auf feinste skandinavische Ingenieurskunst setzt. Der 25-mm-Titan-Kalotten-Hochtöner sitzt in einem präzise berechneten Waveguide, der nicht nur für eine optimale Ankopplung an den 17-cm-SEAS-Aluminium-Tieftöner sorgt, sondern auch das Abstrahlverhalten gezielt kontrolliert. Die Übernahmefrequenz liegt bei niedrigen 1.600 Hz – ein Wert, der zusammen mit dem Waveguide für besonders natürliche, verzerrungsarme und breit abstrahlende Mitten und Höhen sorgt.
Statt eines klassischen Bassreflexrohrs kommt ein passiver SEAS-Radiator auf der Rückseite zum Einsatz. Diese Lösung ermöglicht einen schnellen, präzisen Bass und sorgt für eine außergewöhnliche Klarheit im Mitteltonbereich – ein Versprechen, das die Amphion Argon3S im Hörtest eindrucksvoll einlösen. Der Frequenzgang reicht von 38 Hz bis 25.000 Hz bei einer Toleranz von ‑6 dB und liefert damit beeindruckende Werte für einen Kompaktlautsprecher.
Mit 8 Ohm Impedanz und 87 dB Wirkungsgrad sind die Amphion Argon3S zudem vielseitig einsetzbar – von Röhrenverstärkern bis hin zu modernen Transistoren. Amphion empfiehlt eine Verstärkerleistung zwischen 50 und 150 Watt, was die Lautsprecher für unterschiedlichste Setups prädestiniert.




Wer meine Referenz-Playlist kennt, weiß: Hier geht’s nicht nur um feine Töne, sondern vor allem um Druck, Dissonanz und echte Klanghärte. Die Amphion Argon3S mussten sich also an Tracks wie Behemoth – Blow Your Trumpets Gabriel, Lorna Shore – Pain Remains I‑III und Brand of Sacrifice – Between Death and Dreams beweisen – und haben das mit Bravour gemeistert.
Schon beim ersten Track wird klar: Diese Lautsprecher sind nicht für leise Töne gemacht. Die düsteren, orchestralen Einwürfe und die tiefen, dröhnenden Bässe werden von den Amphion Argon3S mit beeindruckender Präzision und Kontrolle wiedergegeben. Kein Dröhnen, kein Matsch – sondern ein strammes, konturiertes Bassfundament, das selbst bei den tiefsten Growls noch die Kontrolle behält. Die Lautsprecher verschwinden akustisch und schaffen eine Klangbühne, auf der jedes Detail Platz hat, ohne sich zu überlagern.
Bei Knocked Loose wird es richtig dreckig. Die aggressiven Breakdowns und hektischen Gitarrenriffs werden klar voneinander getrennt, die Stimme bleibt trotz aller Verzerrung verständlich und präsent. Besonders Everything is Quiet Now zeigt, wie gut die Amphion Argon3S mit schnellen Wechseln und komplexen Arrangements umgehen: Jeder Kick, jeder Scream sitzt, ohne dass der Sound matschig oder undurchsichtig wird.
Die Lorna Shore-Trilogie ist ein echter Härtetest: komplexe Arrangements, rasante Blastbeats, orchestrales Getöse und düstere Growls. Die Amphion Argon3S meistern das mit Bravour. Die Dynamik bleibt auch bei den längeren, epischen Passagen erhalten, und die Details gehen nicht im Geschehen unter. Besonders beeindruckend: Die Lautsprecher schaffen es, die emotionalen Höhen und Tiefen der Musik zu transportieren – von den sanften, orchestralen Momenten bis zum puren Chaos. To the Hellfire ist ein weiterer Beweis für die Kontrolle: Die tiefen Growls und die rasenden Doublebass-Läufe werden mit einer Präzision wiedergegeben, die man von Kompakten selten hört.
Brand of Sacrifice ist bekannt für ihre extremen Bässe und komplexen Arrangements. Die Amphion Argon3S zeigen hier, dass sie auch mit modernem Deathcore klarkommen. Die Bässe sind druckvoll, aber nie matschig, und die Details in den Gitarren und im Gesang bleiben erhalten. Besonders Purge zeigt, wie gut die Lautsprecher mit schnellen Wechseln zwischen tiefen Bässen und hohen Screams umgehen.
Bombtrack ist ein Klassiker, der jedes System auf Herz und Nieren prüft. Die Amphion Argon3S lassen die Gitarren richtig knallen, ohne dass der Bass überhand nimmt. Zack Morellos Gitarrensound bleibt klar und präsent, und die Stimme von Zack de la Rocha sitzt genau da, wo sie hingehört: direkt vorne.
Zeal & Ardor mischt Black Metal mit Gospel-Elementen – ein echter Genremix. Die Amphion Argon3S schaffen es, die düsteren Gitarren und die gospeligen Chöre gleichermaßen überzeugend wiederzugeben. Besonders Firewake zeigt, wie gut die Lautsprecher mit komplexen Arrangements und ungewöhnlichen Klangfarben umgehen.
Selbst bei längeren Hörsessionen mit komplexen Arrangements bleibt die Höhenwiedergabe entspannt und natürlich. Die Extension bis 25 kHz ist mehr als nur eine Zahl auf dem Datenblatt – sie sorgt für Luftigkeit und Räumlichkeit, die der Musik Leben einhaucht.
Die räumliche Darstellung der Amphion Argon3S ist schlichtweg spektakulär. Das Konzept der Punktschallquelle geht voll auf – die Lautsprecher verschwinden akustisch und hinterlassen eine dreidimensionale Klangbühne von beeindruckender Präzision. Bei Aufnahmen von Yello oder Jean-Michel Jarre fühlt man sich mitten ins Geschehen versetzt, wobei jedes Element seinen klar definierten Platz im Raum einnimmt.
In unserem Testsystem harmonierte die Amphion Argon3S perfekt mit verschiedenen Quellen. Der Eversolo DMP-A6 Master Edition als Quelle, gekoppelt mit dem IOTAVX AVX17 als Vorstufe und dem AVXP1 als Endstufe, bildete eine ausgewogene Kette. Auch das WiiM Ultra zeigte sich als würdiger Partner für weniger kritische Hörsessions. Hier hatten wir sowohl den AMP-F2 im Einsatz, als auch am Transaudio D5Pro.
Die Aufstellung erwies sich als unkompliziert. Dank des kontrollierten Abstrahlverhaltens verzeihen die Argon3S auch weniger optimale Raumakustik. Ein Abstand von 15 cm zur Rückwand ist dank des passiven Radiators problemlos möglich. Für optimale Ergebnisse sollte der Hochtöner auf Ohrhöhe ausgerichtet werden.
Im direkten Vergleich mit anderen Kompaktlautsprechern der 3000-Euro-Klasse zeigen die Amphion Argon3S ihre Stärken. Die Transparenz übertrifft viele Konkurrenten, während die Bassperformance dank des passiven Radiators in einer anderen Liga spielt. Die Finnen überzeugen durch ihre natürliche, unverfälschte Wiedergabe ohne jegliche Aufdringlichkeit.
Während wir noch von den Amphion Argon3S schwärmen, hat Amphion bereits die nächste Generation angekündigt. Die neue Argon X‑Serie mit den Modellen Argon3X, Argon3LX und Argon7LX bringt einen neu entwickelten Hochtöner und eine überarbeitete Frequenzweiche. Diese Upgrades versprechen noch mehr Detailauflösung und eine noch präzisere Klangbühne. Die neuen Modelle sollen ab Q3 2025 verfügbar sein und starten beim Amphion Argon3X bei 3.750 Euro.
Für das beste Klangerlebnis empfehlen wir:
Die Amphion Argon3S sind mehr als nur Lautsprecher – sie sind eine Offenbarung für jeden, der authentische Musikwiedergabe schätzt. Die Kombination aus hervorragender Verarbeitung, durchdachter Technik und überragendem Klang rechtfertigt jeden Euro des Kaufpreises. Besonders beeindruckend ist, wie die kompakten Finnen dank des passiven Radiators an die Bassperformance von Standlautsprechern heranreichen, ohne dabei die Präzision in den Mitten und Höhen zu opfern.
Wer auf der Suche nach natürlicher, unverfälschter Musikwiedergabe ist und dabei nicht auf beeindruckende Bassfundamente verzichten möchte, wird an den Amphion Argon3S seine Freude haben. Sie sind die perfekte Wahl für Musikliebhaber, die Studioqualität im heimischen Wohnzimmer erleben möchten.



Bei den ersten Testmustern des Fosi Audio i5, die an Reviewer gingen, wurde ein Problem im Tiefbassbereich festgestellt. Die mit Klettverschluss befestigten Ohrpolster verursachten eine unzureichende Abdichtung, was zu einem Klangverlust im Subbassbereicht unter 80 Hz führte. Für einen Kopfhörer, der mit einem beeindruckenden Frequenzgang von 10 Hz bis 50 kHz beworben wird, war dieser Mangel an Tiefbass ein ernstes Problem, das viele potenzielle Käufer abschrecken könnte.
Die ursprüngliche Abstimmung des Fosi Audio i5 war laut Fosi Audio bewusst so gestaltet, um Hörmüdigkeit bei längeren Sessions zu vermeiden. Doch nach zahlreichen Rückmeldungen von Testern und der Community wurde klar: Der fehlende Tiefbass war ein No-Go für viele Audiophile.
In einem bemerkenswerten Beispiel für schnelles Handeln hat Fosi Audio innerhalb von nur zehn Tagen verschiedene Lösungsansätze getestet und schließlich eine einfache, aber höchst effektive Lösung gefunden. Das Unternehmen hat einen speziellen Schaumstoffring entwickelt, der um den Treiber herum angebracht wird und die Abdichtung zwischen Ohrpolster und Gehäuse deutlich verbessert.
Der Effekt dieser kleinen Änderung ist beeindruckend: Der Subbassverlust wurde praktisch eliminiert, was zu einer deutlich lineareren Frequenzantwort im Bassbereich führt. Messungen zeigen eine signifikante Verstärkung im Bereich unter 100 Hz, wodurch der Tiefbass nun viel präsenter und kraftvoller wirkt.
Das Beste daran: Alle Kickstarter-Unterstützer und zukünftigen Käufer werden die verbesserte Version mit dem Dichtungsring erhalten. Fosi Audio plant, diesen Fix in allen Produktionseinheiten zu implementieren, sodass niemand auf das verbesserte Klangerlebnis verzichten muss.

Nach Berichten von Reviewern, die bereits Zugang zur verbesserten Version haben, ist der Unterschied deutlich hörbar. Der Bass ist nun wesentlich präsenter und reicht tiefer hinab, was besonders bei elektronischer Musik und modernen Produktionen einen spürbaren Unterschied macht.
Die Verbesserung im Tiefbassbereich führt zu einem volleren, runderen Klangbild, allerdings mit einer Einschränkung: Die Modifikation hat auch Auswirkungen auf den Mittenbereich. Das bereits in der Vorproduktionsversion vorhandene leichte “Sägezahnmuster” in den Mitten wurde durch den Fix verstärkt. Dies führt dazu, dass manche Vokale bei genauem Hinhören nicht ganz so natürlich klingen wie bei höherpreisigen Kopfhörern.
Diese Unebenheit im Mittenbereich ist jedoch kein gravierendes Problem – sie ist nicht harsch oder störend, sondern fällt nur auf, wenn man gezielt darauf achtet. Die meisten Hörer werden bei normalem Musikgenuss kaum einen Unterschied bemerken. Insgesamt tendiert der Klang durch den verbesserten Bass nun etwas mehr in Richtung Wärme als zur Neutralität.
Trotz dieser kleinen Einschränkung im Mittenbereich kann der Fosi Audio i5 nun mit deutlich teureren Planar-Magnetischen Kopfhörern mithalten, was das Preis-Leistungs-Verhältnis noch attraktiver macht.
Für alle, die bisher gezögert haben: Die Kickstarter-Kampagne befindet sich in der Endphase, aber es besteht noch die Möglichkeit, über einen Late Pledge einzusteigen. Mit einem Preis von etwa 350 Euro (je nach gewähltem Paket) bietet der Fosi Audio i5 ein außergewöhnliches Preis-Leistungs-Verhältnis für einen Planar-Magnetischen Kopfhörer dieser Qualität.
Zum Vergleich: Ähnliche Modelle von etablierten Herstellern kosten oft das Doppelte oder mehr. Der Fosi Audio i5 positioniert sich damit als ernstzunehmende Alternative zu Modellen wie dem HIFIMAN Sundara oder dem Monolith M1070.
Abgesehen von der nun verbesserten Bassperformance bietet der Fosi Audio i5 eine Reihe beeindruckender Eigenschaften:
Mit einem Gewicht von 550g bewegt sich der Fosi Audio i5 im durchschnittlichen Bereich für Planar-Magnetische Kopfhörer. Die Impedanz von 28 Ohm und die Empfindlichkeit von 98dB/mW machen ihn zu einem relativ leicht anzutreibenden Planar, der auch mit moderaten Verstärkern gut harmoniert.
Fosi Audio hat mit dem Fosi Audio i5 nicht nur seinen ersten Kopfhörer auf den Markt gebracht, sondern gleich einen Volltreffer gelandet. Die schnelle Reaktion auf das Feedback der Community und die Implementierung des Bass-Fixes zeigen, dass das Unternehmen es ernst meint mit seinem Einstieg in den Kopfhörermarkt.
Für alle, die schon immer einen hochwertigen Planar-Magnetischen Kopfhörer besitzen wollten, aber vor den oft horrenden Preisen zurückschreckten, bietet der Fosi Audio i5 eine fantastische Gelegenheit. Mit dem verbesserten Bass-Fix ist er nun ein noch überzeugenderes Gesamtpaket, das audiophilen Klang zu einem erschwinglichen Preis bietet, auch wenn die Mitten nicht ganz perfekt sind.
Wer zuschlagen möchte, sollte nicht zu lange zögern – die Kickstarter-Kampagne läuft nur noch kurze Zeit, und ob der Fosi Audio i5 später zum gleichen günstigen Preis erhältlich sein wird, ist ungewiss.
Update: Jetzt hier zum Test
Wir warten derzeit noch auf unser eigenes Demo-Exemplar des Fosi Audio i5 mit dem neuen Bass-Fix. Sobald wir den Kopfhörer in den Händen halten, werden wir natürlich einen ausführlichen Test durchführen und euch alle Details zu Klangqualität, Tragekomfort und Verarbeitung liefern. Bleibt also dran für unseren umfassenden Hardcore-Test in den kommenden Wochen!
Holy Shit – Fosi Audio beweist mit dem Fosi Audio i5, dass audiophiler Klang nicht teuer sein muss. Mit dem Bass-Fix haben sie einen bereits vielversprechenden Kopfhörer noch besser gemacht. Für alle, die auf der Suche nach einem Einstieg in die Welt der Planar-Magnetischen Kopfhörer sind, ist der Fosi Audio i5 definitiv einen Blick wert.
]]>Vorgestellt wurde das Ding auf der High End 2025 in München. Seitdem ist klar: der Play ist das erschwinglichste Produkt im Portfolio und gezielt für Einsteiger und Zweitanlagen-Leute gemacht. Ob das aufgeht, schauen wir uns an.
Das Konzept ist simpel und ehrlich: Lautsprecher ranstecken, Netzwerk verbinden, fertig. Kein separater DAC, kein externer Phono-Pre, keine Receiver-Wühlkiste aus dem Keller. Der Eversolo Play soll die komplette Kette ersetzen — und das für einen Preis, bei dem andere Hersteller noch nicht mal den Verstärker alleine hinbekommen. Zielgruppe sind Streaming-Einsteiger, Leute mit wenig Platz und alle, die endlich einen sauberen Desk-Setup wollen, ohne sich durch fünf Einzelkomponenten zu kämpfen.
Für 100 Euro Aufpreis gibt’s die CD Edition — gleiche Hardware, aber mit einem seitlich ausfahrenden Hitachi-LG-Laufwerk inklusive CD-Ripper-Funktion. Das ist die seltsamste und gleichzeitig sympathischste Idee dabei.
Herzstück ist der AKM AK4493SEQ — ein 32-Bit-DAC-Chip mit Eversolo-Angaben von ≥109 dB SNR (A‑gewichtet) und einem THD von 0,0037 %. Das sind Zahlen, über die man bei dieser Preisklasse nicht meckern kann. AKM nennt das intern „Velvetsound”, was nach Marketing klingt, aber konkret für einen niedrigen Klirrfaktor und gute Jitter-Unterdrückung steht.
Die Endstufe arbeitet im Class-D-Betrieb und liefert laut Hersteller 60 Watt pro Kanal an 8 Ohm, 110 Watt an 4 Ohm. Eversolo empfiehlt Lautsprecher mit 85–88 dB Wirkungsgrad und 4–8 Ohm — konkret also eher Kompaktboxen im 200–600-Euro-Bereich, keine schwierigen Lastfälle. Große Standboxen mit niedrigem Wirkungsgrad: lieber nicht. Das Teil ist für Regallautsprecher gebaut, und das sollte man auch respektieren.
Die Formatunterstützung ist vollständig: PCM bis 32/768 kHz, DSD bis DSD512, FLAC, WAV, APE, AIFF — alles dabei. Netzwerkseitig gibt’s Roon Ready, Tidal Connect, Qobuz Connect, Spotify Connect, AirPlay und DLNA/UPnP. Dazu Dual-Band-WLAN und Bluetooth 5.3 mit SBC und AAC. LDAC fehlt — für manche ein Punkt, für die meisten in diesem Kontext irrelevant.
Die Phonostufe unterstützt MM und MC. MC läuft fest auf 74 dB Verstärkung und 0,5 mV Eingangsempfindlichkeit — keine Anpassungsmöglichkeit. Für günstigere MCs aus dem Standard-Segment reicht das, für alles Exotische wird’s eng.
Intern stecken 4 GB RAM und 32 GB Speicher. Externe Laufwerke gehen per USB 3.0. Ein M.2‑Slot wie bei den DMP-Modellen ist nicht verbaut.
Das 5,5‑Zoll-LCD-Touchscreen auf der Vorderseite ist reaktionsschnell und übersichtlich. Der Eversolo Control App gibt es für iOS und Android.

Verglichen mit dem direktesten Konkurrenten, dem WiiM Amp Ultra (529 Euro), hat der Eversolo Play drei klare Vorteile: eine eingebaute Phonostufe (MM und MC), ein optionales CD-Laufwerk und einen dediziert parametrischen EQ pro Eingang. Dazu kommt eine eingebaute Raumkorrektur — nutzbar mit dem Smartphone-Mikrofon oder einem externen Messmikrofon wie dem miniDSP UMIK‑1. Das ist für ein Gerät dieser Preisklasse ziemlich viel.
Gegenüber dem Technics SA-C600 (ca. 1.000 Euro) kostet der Play deutlich weniger, hat aber einen ähnlichen Ansatz: CD, Streaming, Verstärker in einer Box. Beim Technics hat man mehr Vertrauen in die Langlebigkeit der mechanischen Bauteile — das Laufwerk im Play ist schlank und simpel gehalten, was auf Dauer eine offene Frage bleibt.
Eversolo hat hier außerdem seinen eigenen Audio-Stack am Start: Die EOS-Engine umgeht das Android-interne Resampling komplett und sorgt für Bit-Perfect-Ausgabe. Das ist nicht selbstverständlich bei Android-basierten Streamern.
Was fehlt: eine Fernbedienung liegt nicht bei. Die gibt’s optional, was im Jahr 2025 etwas schäbig wirkt — auch wenn die meisten das Ding sowieso über die App oder den Touchscreen steuern.
699 Euro für einen Streaming-Vollverstärker mit DAC, Phonostufe, Raumkorrektur und 5,5‑Zoll-Display ist objektiv ein guter Deal. Das ist nicht günstig im Sinne von „wegwerfen”, das ist günstig im Sinne von: dieser Preis macht die Entscheidung leicht. Wer eine kompakte Zweitanlage will, wer in eine erste Hi-Fi-Kette einsteigen will oder wer das Rack endlich auf ein Teil reduzieren möchte — der Eversolo Play ist ein offensichtlicher Kandidat.
Wer allerdings schon ein ernsthaftes Setup hat und über eine Ergänzung nachdenkt, ist hier falsch. Der Play ersetzt eine Kette, er ergänzt keine. Die Endstufe reicht für die angedachten Spielpartner, aber sie kann nicht mit spezialisierten Komponenten mithalten — und das ist auch nicht der Anspruch
Beide Varianten sind seit Sommer 2025 im deutschen Fachhandel und online erhältlich. Gehäuse: CNC-gefrästes Aluminium, 230 × 75 × 230 mm, ca. 2,9 kg.
Der Eversolo Play ist kein Gerät, das man kleinreden muss. Die Kombination aus Funktionsumfang, Verarbeitung und Preis ist in dieser Klasse schwer zu kontern. Die offene Frage bleibt wie immer bei solchen All-in-One-Lösungen: Wie hält das CD-Laufwerk nach drei Jahren durch? Und wie gut klingt die Phonostufe wirklich, wenn man sie ernsthaft beansprucht?
]]>Disclaimer: Die 7hz Timeless II wurden uns von Linsoul kostenlos zur Verfügung gestellt — wie immer gibt’s hier die ungeschönte Wahrheit, kein Honig ums Maul geschmiert. horror-news.com bleibt unabhängig, wir haben keine Affiliate-Links oder sonstigen krummen Deals. Trotzdem vielen Dank an Linsoul für das Vertrauen!
Beim Auspacken der 7Hz Timeless II kommt sofort Premium-Feeling auf. Die schwarze Box mit holografischen Akzenten macht schon vor dem Öffnen Lust auf mehr. Innen präsentiert sich alles ordentlich arrangiert: Die IEMs selbst ruhen in einer runden Metalldose mit Carbon-Finish, darunter finden sich die verschiedenen Nozzles (Aufsätze) auf einer separaten Metallplatte und eine Schachtel mit dem restlichen Zubehör.
Der Lieferumfang ist für den Preis wirklich beeindruckend und bietet besonders Einsteigern reichlich Spielraum zum Experimentieren:
Besonders die vier unterschiedlichen, austauschbaren Nozzles (Gold/Silber jeweils in klassischer und gewölbter Form) sind ein echtes Highlight und ermöglichen eine individuelle Klanganpassung – ein Feature, das man in dieser Preisklasse selten findet.




Die 7Hz Timeless II behalten die charakteristische runde, flache Form ihres Vorgängers bei, bekommen aber ein stylisches Update mit einem texturierten Carbon-Finish, das ihnen einen modernen, technischen Look verleiht. Mit nur 5g pro Ohrhörer sind sie angenehm leicht, was auch längere Hörsessions ermöglicht.
Das mitgelieferte Kabel ist ein echtes Highlight – ein 4‑adriges, ultra-reines 7N Single-Crystal-Kupferkabel mit abnehmbaren 0,78mm 2‑Pin-Anschlüssen. Im Vergleich zum Vorgänger, der MMCX-Anschlüsse verwendete, ist dies definitiv ein Upgrade in Sachen Haltbarkeit. Die Verarbeitung des Kabels übertrifft alle Erwartungen für diese Preisklasse und macht die 7Hz Timeless II auch optisch zu einem Premium-Produkt.
Der einzige Kritikpunkt: Das Metall-Case mag zwar edel aussehen, kann aber leider die IEMs verkratzen, wenn man nicht aufpasst. Hier hätte eine weichere Innenauskleidung geholfen.



Für alle Audio-Neulinge: Die 7Hz Timeless II nutzen eine spezielle Treiber-Technologie namens “Planar Magnetic”. Anders als bei herkömmlichen dynamischen Treibern, wo eine Membran wie ein Kolben vor und zurück bewegt wird, besteht ein Planar-Treiber aus einer ultraflachen Membran mit elektrischen Leitern, die zwischen Magneten platziert ist. Wenn Strom durch die Leiter fließt, reagiert die gesamte Membran gleichmäßig auf das Magnetfeld. Das Ergebnis? Schnellere Reaktionszeiten, weniger Verzerrungen und ein präziserer Klang.
Die 7Hz Timeless II gehen dabei noch einen Schritt weiter und verwenden eine 14,5mm große Planarmembran mit beidseitiger Silberlegierungs-Beschichtung – angeblich die erste ihrer Art in einem IEM. Diese wird von einem doppelseitigen N52-Magnetarray angetrieben, was für eine noch höhere Ansprechempfindlichkeit sorgen soll. Das Ganze steckt in einem 7‑schichtigen akustischen Gehäuse mit doppelter Rückbelüftung.
Nach dem Auspacken ging’s direkt in den Härtetest mit unserer Qobuz Referenz-Playlist voller Metal-Brutalität. Von Behemoths atmosphärischem “Blow Your Trumpets Gabriel” über Lorna Shores epische “Pain Remains”-Trilogie bis hin zu Knocked Looses technischem Hardcore und Radioheads sanfterem “Creep” – die 7Hz Timeless II mussten durch alle Klangwelten hindurch.
Der Bass der 7Hz Timeless II ist ein echtes Highlight – er ist tief, präzise und hat genau die richtige Menge an Punch, ohne je matschig zu werden. Bei Tracks wie “To the Hellfire” von Lorna Shore kommt die Mischung aus brutalen Breakdowns und schnellen Double-Bass-Passagen mit beeindruckender Kontrolle und Dynamik rüber. Die Planar-Technologie zeigt hier ihre Stärken mit einer schnellen Ansprache und exzellenter Kontrolle. Die leichte Anhebung im Sub-Bass sorgt für die nötige Wucht, während der Midbass für den rhythmischen Punch sorgt, der besonders bei Bands wie Rage Against The Machine perfekt zur Geltung kommt.
Die Mitten der 7Hz Timeless II sind klar, detailliert und natürlich, ohne dabei zu analytisch zu werden. Vocals – egal ob die gequälten Schreie von Will Ramos bei Lorna Shore oder die melancholischen Passagen von Thom Yorke bei Radiohead – werden mit beeindruckender Textur und Präsenz dargestellt. Bei komplexeren Arrangements wie Zeal & Ardors “Death to the Holy” bleiben alle Instrumente klar separiert und identifizierbar. Je nach verwendetem Nozzle kann man den Charakter der Mitten noch etwas anpassen – mit dem Silver Flower Nozzle erhalten Vocals mehr Gewicht und Wärme.
Die Höhen sind detailliert und luftig, aber niemals scharf oder anstrengend. Selbst bei längeren Sessions mit Deafheavens intensivem “Honeycomb” bleiben die Höhen angenehm und ermüden nicht. Die Becken bei System of a Downs “Old School Hollywood” kommen klar und natürlich rüber, ohne den Rest des Mixes zu überstrahlen.
Für einen In-Ear bieten die 7Hz Timeless II eine beeindruckend weite Bühne, die sich besonders bei orchestralen Stücken wie Septicfleshs “Anubis (Live)” vom Infernus Sinfonica-Album zeigt. Die Platzierung der Instrumente ist präzise, und selbst in den dichtesten Passagen von Cattle Decapitations “Bring Back the Plague” bleibt alles nachvollziehbar und getrennt.
Ein Alleinstellungsmerkmal der 7Hz Timeless II sind die austauschbaren Nozzles, die tatsächlich hörbaren Einfluss auf den Klang haben:
Ich habe mich meist zwischen Gold Flower für modernere Metal-Produktionen und Silver Flower für Klassiker wie Nirvana oder Radiohead entschieden. Diese Vielseitigkeit macht die Timeless II zu einem echten Allrounder.




Die 7Hz Timeless II sind mit einer Impedanz von 15,2 Ohm und einer Empfindlichkeit von 108 dB/V vergleichsweise leicht anzutreiben, profitieren aber dennoch von besseren Quellen. Ich habe sie mit einer Reihe von Geräten getestet:
Generell lässt sich sagen, dass die 7Hz Timeless II mit einem 4,4mm Balanced-Ausgang deutlich besser klingen als mit einem Standard‑3,5mm-Anschluss. Die Dynamik verbessert sich spürbar, und der Bass wirkt noch kontrollierter.
Als Upgrade zum ursprünglichen 7Hz Timeless bieten die 7Hz Timeless II einige spürbare Verbesserungen:
Ein klares Upgrade also, vor allem für alle, die vom etwas spitzeren Hochtonbereich des Originals nicht ganz überzeugt waren.
Die 7Hz Timeless II sind ein beeindruckendes Gesamtpaket zum fairen Preis. Für rund 220€ bekommt man hier nicht nur erstklassigen Sound mit der Möglichkeit zur individuellen Anpassung, sondern auch eine hochwertige Verarbeitung und einen üppigen Lieferumfang.
Das Spannendste an den 7Hz Timeless II ist ihre Vielseitigkeit – dank der verschiedenen Nozzles können sie sowohl analytisch-detailliert als auch warm und entspannt klingen. Dadurch eignen sie sich hervorragend für verschiedene Musikgenres, von brutalstem Metal bis hin zu ruhigerem Rock oder elektronischer Musik.
Die einzigen Kritikpunkte sind das Metall-Case, das die IEMs verkratzen kann, und die für manche Ohren vielleicht nicht optimale Passform der flachen Gehäuse. Aber angesichts der gebotenen Klangqualität und Ausstattung sind das Kleinigkeiten.
Für alle, die den Einstieg in die Welt der audiophilen In-Ears suchen oder von einfacheren Modellen upgraden wollen, sind die 7Hz Timeless II eine absolute Empfehlung. Sie zeigen eindrucksvoll, was Planar-Technologie leisten kann, ohne dafür ein Vermögen zu verlangen.



Ob ihr jetzt Metal, Hardcore, Deathcore, Post-Rock oder einfach nur gute Musik hört – hier ist für jeden was dabei. Also, schnappt euch ein Bier (oder ein Mate), lehnt euch zurück und lasst euch von meinem ausführlichen Test mitreißen
Disclaimer: Die Juzear Defiant wurden uns von Hifigo kostenlos zur Verfügung gestellt — wie immer gibt’s hier die ungeschönte Wahrheit, kein Honig ums Maul geschmiert. horror-news.com bleibt unabhängig, wir haben keine Affiliate-Links oder sonstigen krummen Deals. Trotzdem vielen Dank an Hifigo für das Vertrauen!



Stellt euch vor: Ihr bestellt ein Paar In-Ears für 99 Dollar und bekommt ein Paket, das sich anfühlt, als hättet ihr mindestens das Doppelte bezahlt. Die Verpackung ist schlicht, aber hochwertig – kein billiger Plastikschrott, sondern solide Kartons und ein schickes Lederetui (mehr dazu später).
Drinnen findet ihr:
Das ganze Paket macht direkt einen richtig guten Eindruck. Wer hier einsteigt, bekommt alles, was man für den Einstieg braucht – und noch ein bisschen mehr. Ausprobieren lohnt sich hier!




Damit ihr auch wisst, womit ihr es zu tun habt, hier die wichtigsten Specs:
Das klingt jetzt vielleicht erstmal nach viel Technik-Kauderwelsch, aber im Grunde heißt das:
Hier steckt richtig viel Know-how drin, und das merkt man auch beim Hören.
Der Defiant ist ein Hybrid-In-Ear-Monitor, bei dem ein 10-mm-Dynamic-Driver (mit moderner Carbon-PU-Membran und Neodym-Magnet) für den Bassbereich zuständig ist, während drei speziell entwickelte Balanced-Armature-Treiber die Mitten und Höhen abdecken. Der Dynamic Driver sorgt für das, was Metal- und Rockfans lieben: kräftigen, tiefen Bass, der nicht matscht, sondern kontrolliert und schnell bleibt. Gerade bei Doublebass-Attacken oder tiefen Gitarrenriffs bleibt alles sauber und differenziert.
Die Mitten profitieren von den BA-Treibern: Stimmen und Gitarren werden klar und präsent wiedergegeben, ohne dass sie sich gegenseitig überlagern. Das ist besonders bei komplexen Arrangements – wie bei Lorna Shore oder Zeal & Ardor – ein echter Vorteil. Die Höhen sind smooth, nie scharf oder sibilant, aber trotzdem detailreich genug, um Becken, Synths und feine Nuancen sauber abzubilden.
Ein weiteres Highlight ist die dreifach abgestimmte Frequenzweiche mit vollständig gedämpften Akustikkanälen. Sie sorgt dafür, dass die Übergänge zwischen den Treibern nahtlos und natürlich wirken – man hat nie das Gefühl, dass einzelne Frequenzbereiche herausstechen oder verloren gehen.
Die Bühne des Defiant ist breit und tief genug, um auch größere Live-Aufnahmen oder dichte Studioproduktionen überzeugend darzustellen. Die Platzierung der Instrumente ist präzise, aber nie künstlich auseinandergezogen. Gerade bei Metal-Tracks, die oft sehr dicht gemischt sind, bleibt die Musik immer nachvollziehbar und verliert nie an Drive oder Energie
Ich habe die Juzear Defiant mit verschiedenen Quellen getestet:
Fosi K7, Burson Playmate 3, Burson Conductor GT4, Lehmann Audio Linear II, Shanling M5 Ultra und ddhifi TC44Pro. Hier ist für jeden Preisbereich und Anwendungsfall was dabei. Natürlich performen sie an günstigerer Hardware ebenso wie an teurer. Der Unterschied ist nicht immer Greifbar, weil hier und da natürlich die Grenzen der Ohrknöpfe erreicht werden. Direkt an jeglichen Kopfhöreranschlüssen, von Handy, Tablet oder Laptop lassen sie sich natürlich ebenfalls mit Leichtigkeit betreiben. Sie fühlen sich aber auch mit Lossless-Tracks wohl und so haben wir sie natütlich mit unserer Qobuz-Referenzplaylist getestet – weil nur die härtesten Tracks zählen!
Behemoth – Blow Your Trumpets Gabriel
Schon beim ersten Track merkt man: Der Bass ist präsent, aber nicht übertrieben. Die Doublebass-Drums klingen knackig, der Subbass wummert angenehm, ohne dass alles matschig wird. Perfekt für Metalheads, die Wert auf klare Konturen legen.
Lorna Shore – To the Hellfire
Hier zeigt sich, wie gut die Defiant mit komplexen Arrangements umgehen. Die Breakdowns klingen brutal, aber nie überladen. Jedes Instrument hat seinen Platz – kein Chaos, sondern kontrollierte Aggression.
Zeal & Ardor – Death to the Holy
Die Vocals stehen im Vordergrund, ohne dass die Gitarren oder der Bass untergehen. Die Mitten sind leicht warm angelegt, was den Sound sehr musikalisch macht. Auch bei längeren Sessions bleibt der Sound angenehm – keine Müdigkeit, keine Reizüberflutung.
Rise Against – Paper Wings
Punkrock klingt auf den Defiant richtig geil. Die Gitarren sind präsent, die Vocals stehen im Vordergrund, und der Bass gibt den nötigen Drive. Wer gerne mitsingt, wird hier voll auf seine Kosten kommen.
Arch Enemy – Sunset over the Empire
Die Höhen sind detailreich, aber nicht zu spitz. Die Cymbals klingen klar, ohne dass es in den Ohren wehtut. Auch bei längeren Sessions bleibt der Sound angenehm – kein Fiepen, kein Piepen, einfach nur geiler Metal-Sound.
Deafheaven – Honeycomb
Shoegaze und Post-Rock klingen auf den Defiant ebenfalls super. Die vielen Layers und Texturen kommen gut zur Geltung, ohne dass der Sound unübersichtlich wird.
Wie schon erwähnt: Hier bekommt ihr wirklich alles, was man für den Einstieg braucht.
Das Kabel ist ein echtes Highlight – viel hochwertiger, als man es für den Preis erwarten würde. Es liegt gut in der Hand, verheddert sich nicht und macht direkt einen hochwertigen Eindruck.
Das Lederetui ist robust und sieht klasse aus. Perfekt, um die In-Ears sicher zu transportieren.
Die Ohrstöpsel gibt’s in verschiedenen Größen, sodass wirklich jeder den perfekten Sitz findet.
Das Reinigungswerkzeug ist ein nettes Extra – wer seine In-Ears pflegt, hat länger was davon.




Das Gehäuse besteht aus medizinischem, hautfreundlichem Resin, das per DLP-3D-Druck gefertigt wird. Die Faceplates sind CNC-gefräst und mit Nickel-Akzenten versehen – je nach Version in Rainbow oder dem auffälligen Jade Green. Jedes Exemplar ist ein Unikat, da die Musterung immer leicht variiert. Die Passform ist ergonomisch und eignet sich auch für längere Hörsessions – egal ob auf Reisen, im Flieger oder auf der Messe.
Ein echter Hingucker und klanglicher Pluspunkt im Defiant-Paket ist das mitgelieferte Juzear Flare-Kabel. Anders als die üblichen Standardstrippen, die man sonst in dieser Preisklasse bekommt, ist das Flare ein echtes Upgrade-Kabel – und das merkt man sofort, wenn man es in die Hand nimmt.
Das Kabel setzt auf ein Dual-Material-Design: Es kombiniert hochreines Single-Crystal-Kupfer mit silberbeschichtetem Kupfer (SCC). Das klingt erstmal nach Marketing, bringt aber tatsächlich hörbare Vorteile: Das Kupfer sorgt für eine warme, natürliche Grundabstimmung, während die Silberbeschichtung die Höhen klarer und detailreicher macht. Gerade bei den Defiant, die ohnehin schon ausgewogen abgestimmt sind, kommt dadurch noch ein Hauch mehr Klarheit und Luftigkeit ins Klangbild, ohne dass es jemals zu scharf wird.
Praktisch ist auch die modulare Anschlusslösung: Ihr könnt das Kabel blitzschnell zwischen 3,5mm (Single-Ended) und 4,4mm (Balanced) wechseln. Damit seid ihr für alle gängigen Player, DACs und Amps gerüstet – egal ob ihr unterwegs mit dem Smartphone hört oder zuhause mit dem großen Verstärker.
Das Flare ist handgeflochten in einer viersträngigen Doppelhelix-Bauweise. Das sieht nicht nur edel aus, sondern reduziert auch Mikrofonie (also das nervige Kabelgeräusch, wenn das Kabel an der Kleidung reibt) auf ein Minimum. Im Alltag ist das Kabel angenehm flexibel, verheddert sich kaum und fühlt sich einfach wertig an – ein echtes Statement in dieser Preisklasse.
Kurz gesagt: Das Flare-Kabel ist nicht nur ein stylisches Accessoire, sondern holt klanglich das Maximum aus den Defiant heraus. Wer Lust auf noch mehr Soundtuning hat, kann das Kabel übrigens auch einzeln kaufen – ein echtes Upgrade, das auch bei anderen IEMs eine gute Figur macht.
Ich habe die Defiant bei jeder Gelegenheit getragen: am Flughafen, im Flugzeug, auf der High End in München. Die passive Isolation ist wirklich gut – auch ohne aktives Noise-Cancelling kann man sich in lauten Umgebungen auf die Musik konzentrieren. Die ergonomische Form sorgt dafür, dass die In-Ears auch nach Stunden nicht drücken oder unangenehm werden. Das robuste Lederetui ist der perfekte Begleiter für unterwegs: rein, zu, fertig – und die IEMs sind sicher verstaut.
Auch wenn ich die Juzear Defiant vor allem mit Metal und Hardcore getestet habe – sie funktionieren auch mit anderen Genres super.
Ob Rock, Punk, Post-Rock, Shoegaze oder sogar Pop – die Defiant machen alles mit.
Wer gerne verschiedene Musikrichtungen hört, wird hier voll auf seine Kosten kommen.
Die Juzear Defiant sind ein absoluter Geheimtipp für alle, die hochwertigen Sound ohne viel Geld ausgeben wollen.
Ob Metal, Hardcore, Rock oder Pop – hier bekommt ihr für 99 Dollar ein Paket, das in Sachen Sound, Ausstattung und Verarbeitung viele teurere In-Ears alt aussehen lässt.
Wer auf der Suche nach einem guten Einstieg in die Welt der hochwertigen In-Ears ist, sollte die Defiant unbedingt ausprobieren.
Ich bin begeistert – und ihr?




Disclaimer: Die TWS450 wurden uns von Hifiman kostenlos zur Verfügung gestellt — wie immer gibt’s hier die ungeschönte Wahrheit, kein Honig ums Maul geschmiert. horror-news.com bleibt unabhängig, wir haben keine Affiliate-Links oder sonstigen krummen Deals. Trotzdem vielen Dank an Hifiman für das Vertrauen!
Das Unboxing der TWS450 ist ziemlich straightforward – keine Spielereien, kein fancy Marketing-Gedöns. Hifiman packt die Sachen in eine schlichte, aber hochwertige Verpackung. Beim Öffnen der Box springt einem sofort das kompakte Ladecase ins Auge – ein kleiner, matter Kieselstein, der problemlos in jede Hosentasche passt. Das Design ist clean und auf den Punkt gebracht, ohne unnötigen Schnickschnack.
Lieferumfang im Detail:
Die Earbuds selbst sind winzig und wiegen gerade mal 3,5 Gramm pro Stück. Das ist schon beeindruckend leicht – man vergisst fast, dass man sie trägt. Die Verarbeitung wirkt für den Preis absolut solide, auch wenn man natürlich keine Premium-Materialien erwarten darf.




Hier die nackten Zahlen der TWS450, die uns beim Test zur Verfügung standen:
Bluetooth & Konnektivität:
Audio-Hardware:
Akku & Ladezeiten:
Design & Komfort:
Features:
Jetzt zum wichtigsten Teil – dem Sound. Wir haben die TWS450 sowohl am MacBook Pro M4 Max als auch am iPhone 14 getestet und unsere brutale Qobuz Referenz-Playlist durchgejagt. Von Behemoth über Lorna Shore bis hin zu Knocked Loose – die kleinen Hifiman-Buds mussten sich gegen echte Audio-Brutalität behaupten.
Der erste Eindruck: Die V‑förmige Signatur ist sofort spürbar. Die Bässe kommen ordentlich rüber, ohne dabei matschig zu werden. Bei Behemoths “Blow Your Trumpets Gabriel” drücken die Sub-Bässe schön durch, auch wenn sie nicht ganz die Tiefe erreichen, die man von größeren Treibern kennt. Aber hey, für 40 Euro ist das mehr als in Ordnung.
Bei den Höhen zeigen die TWS450 ihre Hifiman-DNA. Die Detailwiedergabe in den Höhen ist für diese Preisklasse wirklich beeindruckend. Bei Lorna Shores epischen “Pain Remains”-Tracks kommen die orchestralen Elemente und die Gitarren-Leads schön zur Geltung, ohne dass es schrill wird. Die Separation ist überraschend gut – man kann die einzelnen Instrumente tatsächlich auseinanderhalten.
Die Mitten sind allerdings das schwächste Glied. Hier merkt man den V‑shaped Tuning-Ansatz deutlich. Vocals können manchmal etwas zurückgesetzt wirken, besonders bei dichten Mixes wie System Of A Downs “Old School Hollywood”. Aber ehrlich gesagt, für Musik wie unsere Metal-Playlist passt das eigentlich ganz gut – die Aggression kommt trotzdem rüber.
Soundstage und Imaging: Hier haben uns die TWS450 wirklich überrascht. Die Bühne ist für True Wireless Earbuds erstaunlich weit und luftig. Bei Septicflesh’ Live-Aufnahmen bekommt man tatsächlich ein Gefühl für den Konzertsaal. Das Imaging ist zwar nicht pin-point genau, aber für den Preis absolut respektabel.
Die 3,5 Gramm pro Earbud machen sich deutlich bemerkbar – im positiven Sinne. Man vergisst schnell, dass man die Dinger überhaupt trägt. Das stemless Design sorgt dafür, dass sie nicht aus den Ohren ragen wie bei manch anderen TWS-Modellen. Die passive Geräuschisolierung funktioniert ordentlich, auch wenn es natürlich kein ANC ist.
Bei längeren Sessions (wir haben sie mal 4 Stunden am Stück getestet) bleiben sie bequem sitzen. Die IPX4-Zertifizierung bedeutet, dass Schweiß und Regen kein Problem darstellen – perfect für das nächste Festival oder die Joggingrunde.



Bluetooth 5.3 sorgt für eine stabile Verbindung. Beim Wechsel zwischen MacBook und iPhone gab es keine Probleme, auch wenn das nicht ganz so flüssig läuft wie bei Apple AirPods (aber das war auch nicht zu erwarten). Die Latenz ist niedrig genug für Videos und Gaming.
Die Touch-Controls funktionieren gut, brauchen aber etwas Eingewöhnung. Doppeltes Tippen für Play/Pause, langes Drücken für Track-Wechsel – das kennt man. Ein kleiner Wermutstropfen: Es gibt keine App für EQ-Einstellungen. Was ihr hört, ist das, was Hifiman abgestimmt hat.
ENC für Telefonate: Die Environmental Noise Cancellation funktioniert erstaunlich gut. Telefonate sind auch in lauter Umgebung klar verständlich. Die AI-Algorithmen filtern Hintergrundgeräusche effektiv raus und lassen die Stimme durchkommen.
Für 40 Euro spielen die TWS450 in einer Liga mit Namen wie Soundcore Liberty, QCY oder diversen No-Name-Produkten. Was sie unterscheidet, ist definitiv der Hifiman-Sound. Während viele Billig-TWS einfach nur bassig sind, haben die TWS450 tatsächlich eine kohärente Klangphilosophie.
Verglichen mit deutlich teureren Modellen wie AirPods Pro oder Sony WF-1000XM4 fehlen natürlich Features wie ANC oder Multipoint-Verbindung. Aber rein vom Sound her können sie durchaus mithalten – zumindest wenn man die V‑förmige Signatur mag.
5 Stunden pro Ladung plus 15 weitere durch das Case ergeben 20 Stunden Gesamtlaufzeit. Das ist für TWS-Standards völlig okay. Im Praxistest haben wir tatsächlich knapp über 5 Stunden rausgeholt bei moderater Lautstärke. Das Case ist kompakt genug, um es immer dabei zu haben, und lädt die Buds etwa 3 Mal komplett auf.
Die Ladezeiten sind fair: 1,5 Stunden für die Earbuds, 2 Stunden für das Case. USB‑C ist natürlich Standard und ein Pluspunkt.
Die Hifiman TWS450 sind definitiv kein Standard-Budget-Kram. Für 40 Euro bekommt man hier tatsächlich ein Stück Hifiman-DNA in True Wireless Form. Klar, es gibt Schwächen – die zurückhaltenden Mitten, das Fehlen einer App, kein ANC. Aber für Metalheads und alle, die gerne V‑shaped Sound mögen, sind diese kleinen Biester ein echter Geheimtipp.
Besonders beeindruckend: Die Detailwiedergabe und die Soundstage. Für TWS in dieser Preisklasse ist das wirklich ungewöhnlich gut. Dazu kommt der überragende Tragekomfort und die solide Verarbeitung.
Wem würden wir sie empfehlen? Allen, die einen ersten Einstieg in audiophilere TWS suchen, ohne direkt 200+ Euro hinzublättern. Metalheads werden die Aggression in den Bässen und Höhen lieben. Für Podcast-Hörer oder Fans von vokalintensiver Musik gibt es bessere Alternativen.



Disclaimer: Der HE-R9 wurde uns von Hifiman kostenlos zur Verfügung gestellt — wie immer gibt’s hier die ungeschönte Wahrheit, kein Honig ums Maul geschmiert. horror-news.com bleibt unabhängig, wir haben keine Affiliate-Links oder sonstigen krummen Deals. Trotzdem vielen Dank an Hifiman für das Vertrauen!
Der HE-R9 kommt mit beeindruckenden Papier-Specs daher, die auf den ersten Blick durchaus vielversprechend aussehen:
Treiber: 50mm dynamischer Treiber mit Topology-Diaphragma
Frequenzgang: 15 Hz — 35 kHz
Impedanz: 32Ω (manche Quellen sprechen von 60Ω)
Empfindlichkeit: 100 dB/mW
Gewicht: 328g (ohne Kabel)
Bauweise: Geschlossen, Over-Ear
Anschluss: Dual 3,5mm TRS zu den Kopfhörern, 3,5mm TRS mit 6,35mm Adapter
Besonderheit: Kompatibel mit HiFiMAN Bluemini R2R Modul für wireless Betrieb
Garantie: Ein Jahr Standard plus drei zusätzliche Monate bei Produktregistrierung
Die technischen Daten versprechen einiges: Der weite Frequenzgang bis 35 kHz soll für kristallklare Höhen sorgen, während die niedrige Impedanz von 32Ω den Kopfhörer auch an schwächeren Quellen wie Smartphones betreibbar macht. Die Topology-Diaphragma-Technologie mit Nanopartikeln soll für natürlichen Klang und hohe Detailtreue sorgen.



Das Unboxing-Erlebnis des HE-R9 ist typisch HiFiMAN: funktional, aber ohne großen Schnickschnack. Die schlichte Kartonverpackung öffnet sich und gibt den Blick auf die in Schaumstoff gebetteten Kopfhörer frei. Der erste Eindruck? Die rotbraunen, fast metallisch glänzenden Ohrmuscheln fallen sofort ins Auge und erinnern stark an den legendären Fostex TH-900 – zumindest farblich.
Was fehlt? Eine Tasche oder ein Case wäre bei diesem Preissegment wünschenswert gewesen, besonders da der Kopfhörer auch wireless betrieben werden kann. Für den aktuellen Straßenpreis von rund 100–150 Euro geht der Lieferumfang aber in Ordnung.
Beim Design scheiden sich die Geister. Die großen, rotbraunen Ohrmuscheln aus Kunststoff sind definitiv ein Hingucker – ob im positiven oder negativen Sinne, bleibt Geschmackssache. Die Form erinnert stark an den legendären Sony MDR-R10, dem dieser Kopfhörer Tribut zollen soll. Allerdings wirkt das Plastik etwas billig und dünn, besonders im Vergleich zu den teureren HE-R10-Modellen mit ihren Holz-Ohrmuscheln.
Der Kopfbügel folgt HiFiMANs bewährtem Design mit Memory-Foam-Polsterung und Kunstleder-Bezug. Das geringe Gewicht von nur 328g macht sich positiv bemerkbar – der Kopfhörer sitzt wie eine Feder auf dem Kopf. Allerdings ist die Anpresskraft eher schwach, was bei manchen Köpfen zu Sitzproblemen führen kann. Die abnehmbaren Velours-Ohrpolster sind angenehm und bieten ausreichend Platz für große Ohren.




Hier wird’s interessant – und kontrovers. Der HE-R9 ist definitiv kein neutraler Monitor-Kopfhörer, sondern ein Bass-Monster mit eigenwilliger Abstimmung. Bei unserem ausgiebigen Test mit der Qobuz-Referenz-Playlist, die von Behemoths “Blow Your Trumpets Gabriel” über Lorna Shores epische “Pain Remains”-Trilogie bis hin zu Radioheads “Creep” reicht, zeigten sich sowohl die Stärken als auch die Schwächen dieses polarisierenden Kopfhörers.
Der Bass ist das dominante Element des HE-R9 – und das ist sowohl Fluch als auch Segen. Mit einem Anstieg von etwa 9 dB im Bereich von 50–60 Hz gegenüber den Mitten liefert der Kopfhörer ordentlich Wumms. Bei Tracks wie “To the Hellfire” von Lorna Shore kommt die Macht der tiefen Frequenzen voll zur Geltung, allerdings auf Kosten der Präzision. Der Bass ist eher “boomy” als kontrolliert und tendiert dazu, in die Mitten hineinzubluten.
Für elektronische Musik ist diese Abstimmung problematisch, bei Rock und Metal kann sie durchaus funktionieren. “Bombtrack” von Rage Against The Machine profitiert von der Bass-Betonung, während filigranere Passagen in “Honeycomb” von Deafheaven in der Bass-Dominanz untergehen.
Die Mitten leiden unter der Bass-Dominanz und wirken maskiert. Besonders problematisch ist ein Einbruch um 400 Hz, der zu einer unnatürlichen Klangfarbe führt. Vocals von Manuel Gagneux in “Firewake” oder “Death to the Holy” wirken zurückhaltend und verlieren an Präsenz. Die oberen Mitten zeigen eine rezessive Charakteristik, was zu einem insgesamt warmen, aber auch dumpfen Klangeindruck führt.
Die Höhen des HE-R9 sind ein zweischneidiges Schwert. Während die Topology-Diaphragma-Technologie theoretisch für saubere Höhen bis 35 kHz sorgen soll, zeigt sich in der Praxis ein eher hartes, teilweise metallisches Höhenspektrum. Bei “Creep” werden die Cymbal-Crashes zu scharf, weibliche Stimmen bekommen einen metallischen Beigeschmack. Die Detailauflösung ist okay, aber die Präsentation zu aggressiv für längeres entspanntes Hören.
Trotz der großen Ohrmuscheln bleibt die Soundstage überraschend intim und kompakt. Das Imaging wirkt eher wie “zwei Boxen am Kopf” mit einem schmalen Mittenbereich. Bei komplexen Arrangements wie “Portrait of a Headless Man” von Septicflesh fehlt es an räumlicher Tiefe und Instrumententrennung.
Für den umfangreichen Test kamen verschiedene Quellen zum Einsatz:
Fosi K7 (Test): Der günstige Amp bringt den HE-R9 problemlos auf Zimmerlautstärke, kann aber die Schwächen nicht kaschieren. Die Bass-Dominanz bleibt bestehen, die Mitten wirken weiterhin maskiert.
Burson Playmate 3 (Test): Mit dem hochwertigen Burson-DAC/Amp zeigt sich eine leichte Verbesserung in der Kontrolle, besonders im Bass. Die Gesamtcharakteristik bleibt aber unverändert.
Burson Conductor GT4: Auch der Flaggschiff-Amp von Burson kann die grundlegenden Abstimmungsprobleme nicht lösen. Zwar wird der Bass etwas kontrollierter, aber die unausgewogene Signatur bleibt.
Lehmann Audio Linear II: Tja, er heißt nicht ohnehin Linear und gibt brutal wieder was ihm entgegengebracht wird. Leider ist das dem Kopfhörer nicht zuträglich und so kann auch ein hochgelobter Kopfhörerverstärker nichts am Allgemeinbild ändern.
Shanling M5 Ultra (Test): Am DAP zeigt sich die einfache Ansteuerbarkeit des HE-R9. Bereits moderate Lautstärken reichen aus, die Klangprobleme bleiben aber bestehen, bzw. werden durch die basslastigere Abstimmung des M5 Ultra nur noch verstärkt.
ddhifi TC44Pro: Der USB-C-Dongle liefert ausreichend Power, kann aber ebenfalls keine Wunder bewirken.



Ein interessantes Feature ist die Kompatibilität mit HiFiMANs Bluemini R2R Modul. Dieses verwandelt den kabelgebundenen Kopfhörer in ein wireless System mit LDAC, aptX-HD und anderen High-Res-Codecs. Allerdings gibt es Berichte über Rauschprobleme und fehlende iOS-Kompatibilität. Für zusätzliche 150–200 Euro eine nette Option, aber kein Game-Changer.
Hier liegt wohl der Schlüssel zum Verständnis des HE-R9. Zum ursprünglichen Preis von 599 USD war dieser Kopfhörer schlichtweg eine Frechheit – die Abstimmung rechtfertigt diesen Preis in keiner Weise. Bei den aktuellen Straßenpreisen von 100–150 Euro sieht die Sache anders aus. Für Bass-Heads, die auf Quantität statt Qualität stehen, kann der HE-R9 durchaus interessant sein.
Der HiFiMAN HE-R9 ist ein polarisierender Kopfhörer, der eine sehr spezifische Zielgruppe anspricht. Die extreme Bass-Betonung macht ihn für Neutralitäts-Liebhaber ungeeignet, kann aber für bestimmte Genres und Geschmäcker durchaus reizvoll sein. Die Verarbeitung ist solide, wenn auch nicht überragend, das Design Geschmackssache.
Warum HiFiMAN ausgerechnet diesen Kopfhörer als ersten unserer Kooperation schickt, bleibt rätselhaft. Vielleicht wollen sie testen, ob wir ehrlich sind – oder uns direkt vergraulen. Fest steht: Der HE-R9 ist kein schlechter Kopfhörer, aber definitiv ein sehr spezieller. Zum aktuellen Preis kann man ihm seine Eigenarten eher verzeihen als zum ursprünglichen UVP.



Der Conductor Voyager positioniert sich als Bursons ultimative All-in-One-Lösung und kombiniert DAC, Class‑A Kopfhörerverstärker und Vorverstärker in einem Gerät. Das Herzstück bildet der ESS9039PRO DAC – der fortschrittlichste Chip von ESS Technology, der mit atemberaubender Auflösung, dynamischem Kontrast und ultra-niedrigen Verzerrungen aufwartet.
Aber wie wir von Burson gewohnt sind, geht es nicht nur um den DAC-Chip selbst. Die vollständig diskrete I/V- und LP-Stufe wurde speziell für den ESS9039PRO entwickelt und arbeitet mit der bewährten Dual-Mono-Architektur und Burson V7 Opamps. Das Ergebnis? Ein lebensechtes, immersives Klangerlebnis, das digitale Signale in pure Emotionen verwandelt.
Im Herzstück des Voyager tickt der ESS9039PRO DAC – ESS Technologies krönende Schöpfung. Dieser Chip zerhackt digitale Signale nicht, er verwandelt sie in adrenalinfreie Klangorgien. Mit 143 dB Kanaltrennung und 0,0005% THD ist das so, als würde man Queen live in der Schädeldecke spüren.



Hier geht’s zur Sache: 10 Watt pro Kanal bei 100W Idle-Bias – das ist kein Verstärker, das ist ein Schwergewicht in der K.O.-Runde. Vier Onsemi MJE15032-Transistoren pro Kanal (Made in USA!) jagen selbst hungrige Planar-Magneten in die Knie. Ob du nun 16-Ohm-IEMs oder 300-Ohm-Sennheiser rockst – hier gibt’s 5,2W bis 1W ohne Kompromisse. Und ja, das Gehäuse wiegt stolze 7 kg – damit kannst du im Notfall auch Einbrecher vertreiben.
Der Head+Sub-Modus ist das Audio-Äquivalent zu einem Haunted House: Offene Kopfhörer + Subwoofer = Kino im Schädel. Egal ob Slayer-Riffs oder Horror-Soundtracks – hier spürst du jeden Basslauf bis in die Zehennägel. Dieses Feature hatten wir schon beim Conductor GT4 im Visier, aber der Voyager zieht nach.
Was uns besonders freut: Der Voyager unterstützt natives DSD512 und 32-bit/768kHz PCM über den USB‑C XMOS-Eingang. Bluetooth 5.0 mit LDAC, aptX HD und AAC bis zu 24-bit/96kHz ist ebenfalls an Bord – perfekt für alle, die auch mal kabellos hören möchten.
Und für die Gamer: Low-Latency-Modus, der Explosionen schneller als dein Adrenalin ins Ohr jagt.




Kopfhörer: 6,35 mm | 3,5 mm (mit Mikro!) unsymetrisch | 4‑Pin-XLR symetrisch
Digital: USB‑C (DSD512/768kHz PCM), Bluetooth 5.0 (LDAC/aptX HD)
Analog: 2x XLR + 2x RCA rein, 1x XLR + 1x RCA raus
Sieben Silent-Power-Module drücken das Rauschen auf 0,8nVrms – 200x leiser als bei Billiggeräten. Optional gibt’s das 480W GaN Fusion Core-Netzteil, das mit 1 MHz Taktfrequenz arbeitet. Das ist so, als würde man einen Ferrari-Motor in ein Einhorn einbauen.
Burson macht es Früh-Entscheidern schmackhaft: Wer die Standard-Version für $3.799 bestellt, bekommt automatisch die Deluxe-Version ($4.399). Bei der Deluxe-Bestellung gibt’s das Upgrade zur Max-Version ($4.999) gratis dazu. Die Vorbestellungen laufen bis zum 15. Juni, der Versand startet Mitte Juni 2025.
Der Burson Soloist Voyager ist für viele Kopfhörer-Fans der absolute Traum, wenn es um Verstärker geht. Aber jetzt stellt sich die Frage: Kommt da was Neues? Die Bilder vom Burson Conductor Voyager lassen schon mal aufhorchen: Die Silent Power 02 Module sehen anders aus als beim Soloist. Außerdem werkeln im Conductor Voyager nur noch vier OpAmps – beim Soloist waren’s noch sieben. Schaut euch mal die neue Fernbedienung an! Und weil Burson schon die kleineren Serien auf Vordermann gebracht hat, ist die Sache eigentlich klar: Mit dem Release des Conductor Voyager dürfte auch ein Upgrade des Soloist Voyager nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Nach den durchweg positiven Erfahrungen mit dem Playmate 3, den wir bereits ausführlich getestet haben, und dem anstehenden Test des Conductor GT4, sind unsere Erwartungen an den Burson Conductor Voyager entsprechend hoch. Die technischen Daten lesen sich jedenfalls vielversprechend, und Bursons Ruf für musikalische, warme Klangsignatur spricht für sich.
Wer auf der Suche nach einer Premium-All-in-One-Lösung ist und bereit ist, entsprechend zu investieren, sollte sich den Voyager definitiv näher ansehen. Wir stehen schon Schlange fürs Testgerät – bleibt dran, sonst verpasst ihr, wie der Voyager unsere Gehörgänge kolonisiert!
Pre-Order: bursonaudio.com/shop/conductor-voyager




WiiM selbst ist kein klassisches HiFi-Unternehmen — die Marke gehört zu LinkPlay Technology, einem chinesischen Modul-Hersteller, dessen Streaming-Technologie in Dutzenden von Geräten anderer Hersteller steckt. Man kann sich also vorstellen, dass die Software-Basis sitzt. Seit dem ersten WiiM Amp hat die Marke gezeigt, dass sie preislich unbequem sein kann — und der Amp Ultra treibt das Konzept noch ein Stück weiter.
Wer die WiiM-Linie kennt, erkennt das Prinzip sofort. Der Amp Pro war der leistungsstärkere Streaming-Verstärker im Portfolio, der WiiM Ultra der hochwertige Standalone-Streamer mit Touchscreen und ESS-DAC. Der Amp Ultra ist schlicht beides in einer Kiste — aber neu entwickelt, nicht einfach zusammengeklebt.
Das Gehäuse des WiiM Amp Ultra ist ein Unibody-Aluminiumchassis, aus einem Stück gefräst, optisch irgendwo zwischen Mac Mini und Mac Studio. WiiM sagt nichts dazu, aber es ist weitgehend bekannt, dass die Produktion im selben Foxconn-Werk in Zhengzhou läuft, in dem auch Apple-Hardware produziert wird. Das erklärt die Verarbeitungsqualität — und auch den mitgelieferten Voice Remote 2, der dem Apple Siri Remote so ähnlich ist, dass man zweimal hinschauen muss.
Zwei Farben: Space Gray und Silver. Maße: 200 × 211 × 76 mm. Passt auf jeden Schreibtisch, passt in jedes Regal.
Herzstück des WiiM Amp Ultra ist der ESS ES9039Q2M SABRE DAC — ein 32-Bit-Wandler, der bis 384 kHz PCM und DSD512 verarbeitet. Für ein All-in-One-Teil in diesem Preisbereich ist das kein Billigchip, sondern ein Baustein, den man sonst eher in separat verkauften DACs für mehr Geld findet.
Die Verstärkersektion des WiiM Amp Ultra arbeitet mit zwei TI TPA3255 Class-D-Chips (Dual Mono, also je ein Chip pro Kanal) und sechs TI OPA1612 Op-Amps. Die Ausgangsleistung gibt WiiM mit 100 Watt pro Kanal an 8 Ohm an, 200 Watt an 4 Ohm. Wichtig: Das sind Herstellerangaben. In unabhängigen Benchtests wurden die 100 Watt an 8 Ohm bestätigt — allerdings zeigten sich bei Burst-Tests Einschränkungen, die auf einen weichen Limiter oder eine begrenzte Netzteil-Headroom hindeuten. Für den normalen Alltagsbetrieb spielt das kaum eine Rolle, für Leute die ihre Endstufe hart ausfahren wollen, ist es einen Gedanken wert.
WiiM bewirbt die PFFB-Technologie — Post Filter Feedback — als besonderen Differenziator. Die Idee: Eine Rückkopplungsschleife nach dem Ausgangsfilter korrigiert das Signal in Echtzeit und macht die Verstärkercharakteristik unabhängiger von der angeschlossenen Lautsprecherlast. THD+N gibt WiiM mit ≤0,005 % bei ‑106 dB (A‑gewichtet) an, SNR mit 120 dB bei 5 Watt. Das sind ordentliche Zahlen, und erste Messungen deuten darauf hin, dass WiiM hier nicht zu hoch pokert.
Konnektivität beim WiiM Amp Ultra : HDMI ARC (mit Dolby Digital Decoding), optischer Eingang, RCA-Stereoeingang, USB‑A, LAN. Dazu ein dedizierter Subwoofer-Ausgang. Drahtlos: Wi-Fi 6E mit Dual-Antennen, Bluetooth 5.3 mit LE Audio und LDAC. Die Lautsprecherterminals sind als Bananenbuchsen ausgeführt — Kabelschuhe und blankes Kabel gehen mit mitgelieferten Adaptern.

Software-seitig bietet der WiiM Amp Ultra : Roon Ready, Google Cast, Alexa Cast, Spotify Connect, TIDAL Connect, DLNA. Streaming-Dienste über die WiiM Home App: Spotify, Tidal, Qobuz, Amazon Music, Deezer, Apple Music und mehr. Kein AirPlay — das ist eine bewusste Entscheidung von WiiM, die sich durch die gesamte Produktlinie zieht. Wer fest im Apple-Ökosystem steckt, muss mit Chromecast oder der App leben.
Der offensichtlichste Vergleich ist der Eversolo PLAY — ebenfalls ein chinesischer Streaming-Vollverstärker im Mac-Mini-Format, ebenfalls mit TI TPA3255, ebenfalls mit ESS-DAC. Der PLAY hat einen größeren 5,5″-Bildschirm, der Amp Ultra kommt mit 3,5 Zoll, dafür mit PFFB und laut Spec mehr Ausgangsleistung. Beide Teile kosten ähnlich viel. Welches besser klingt, ist erst nach einem direkten Vergleich seriös zu beantworten.
Zum Bluesound Powernode Edge (ca. 599 Euro) ist der Abstand deutlicher — der Edge kommt mit einem Single-Chip-Class‑D und ohne Touchscreen, liefert aber AirPlay 2 und das ausgereifte BluOS-Ecosystem mit. Der klassische Powernode (ca. 900 Euro) liegt preislich klar darüber.
Verglichen mit dem Marantz Model M1 (ebenfalls ca. 700–800 Euro) spielt der Amp Ultra in ähnlichen Gewässern, bringt aber deutlich mehr Streaming-Flexibilität mit — Roon Ready allein ist für viele ein K.O.-Kriterium.
Sonos Amp (ca. 750 Euro) ist in der Klasse auch ein relevanter Name, aber der hat keinen eigenen DAC im klassischen Sinne, und das Sonos-Ecosystem ist zunehmend ein Thema für sich.
Der WiiM Amp Ultra kostet 599 Euro in Deutschland und ist seit August 2025 im Handel erhältlich — in Space Gray und Silver. Im Lieferumfang ist der WiiM Voice Remote 2 enthalten, also kein separater Kauf nötig.
599 Euro für das, was hier drin steckt, ist nicht günstig im absoluten Sinne. Aber es ist günstig gemessen an dem, was man bekommt: ESS SABRE DAC der aktuellen Generation, Roon Ready, HDMI ARC, Wi-Fi 6E, Dual-Mono-Endstufe, Touchscreen, Unibody-Alu. Das gleiche Feature-Set in klassischen Separate-Komponenten zusammenzustellen, würde das Doppelte oder mehr kosten.
WiiM macht mit dem WiiM Amp Ultra das, was sie schon mit dem ersten Amp gemacht haben — ein Gerät bauen, das preislich unangenehm ist für alle, die mehr kosten. Ob das auf Höhepunkt klingt, ob die 100 Watt tatsächlich ausreichend Hub für anspruchsvollere Lautsprecher haben, und wie sich RoomFit in der Praxis schlägt — das sind die Fragen, die nur ein echter Hörtest beantworten kann.
Wer damit liebäugelt, einen separaten Streamer und Verstärker durch eine einzige kompakte Kiste zu ersetzen und dabei kein Vermögen ausgeben will: Der Amp Ultra ist momentan eine der glaubwürdigsten Optionen in diesem Bereich. Abwarten oder kaufen — das hängt davon ab, ob AirPlay fehlen darf und ob man dem PFFB-Versprechen vertraut.

Burson Audio dürfte für viele deutsche Audio-Enthusiasten noch ein unbeschriebenes Blatt sein – aber nicht mehr lange! Auf der High End in München habe ich die Produkte kürzlich entdeckt und nach einem kurzen Schwätzchen erfahren, dass diese audiophilen Schätze aus Australien bald einen deutschen Vertrieb bekommen könnten.
Für OpAmp-Nerds ist Burson allerdings längst ein Begriff. Neben Sparkos stellen die Australier wohl die besten diskreten Operationsverstärker (OpAmps) der Welt her. Und genau diese kleinen Wunderwerke haben einen massiven Einfluss auf den Klang von DACs, Verstärkern und Vorstufen.
Kurzer Technik-Exkurs: OpAmps (Operationsverstärker) stecken in praktisch jedem Verstärker und DAC. Sie sind dafür verantwortlich, die winzigen Signale aus dem Digital-Analog-Wandler auf ein hörbares Niveau zu verstärken. Da sie direkt nach der Wandlung im Signalweg liegen, prägen sie maßgeblich den Klangcharakter eines Geräts.
Was Burson besonders macht: Anders als die meisten Hersteller, die auf billige Massenware-ICs setzen, baut Burson seit über 20 Jahren diskrete OpAmps. “Diskret” bedeutet, dass statt eines einzelnen integrierten Schaltkreises individuelle Komponenten wie Transistoren, Widerstände und Kondensatoren verwendet werden – handverlesen und optimal aufeinander abgestimmt. Das Ergebnis? Ein dramatisch besserer Klang und die Möglichkeit, deinen Sound nach Belieben zu tunen.
Der Burson Audio Playmate 3 kam in exzellenter Verpackung an, die bereits erahnen lässt, dass hier kein Mainstream-Produkt wartet. Im Karton findet sich:
In der Deluxe-Edition sind bereits die Premium-OpAmps vorinstalliert:
Statt des Standard-Netzteils lag in unserem Testgerät bereits der Burson Super Charger PSU 3A 24V/3A bei – ein Upgrade, das sich definitiv hören lässt.





Für alle Zahlenfreaks hier die wichtigsten Spezifikationen des Burson Audio Playmate 3:
Die Leistungsabgabe ist beeindruckend und zeigt, warum der Burson Audio Playmate 3 praktisch jeden Kopfhörer problemlos antreiben kann:
| Impedanz (Kopfhörer) | Leistung | Signal-Rausch-Verhältnis | Kanaltrennung |
|---|---|---|---|
| 16 Ohm | 3,5W | 96dB | 99% |
| 32 Ohm | 2,5W | 97dB | 99% |
| 100 Ohm | 600mW | 98dB | 99% |
| 150 Ohm | 400mW | 96dB | 99% |
| 300 Ohm | 150mW | 95dB | 99,5% |
Anschlussseitig bietet der Burson Audio Playmate 3 Toslink und USB‑C als Eingänge, was ihn perfekt für den Desktop-Einsatz macht. Kompatibel ist er mit Windows XP, 7, 8, 10, Mac OSX sowie iOS und Android (via OTG).
Holy Shit – wenn man den Burson Audio Playmate 3 in den Händen hält, begreift man sofort, wofür die knapp 3kg Gewicht stehen: Unerbittliche Qualität! Das komplett aus massivem Aluminium gefräste Gehäuse schreit förmlich “High-End”. Auch alle Knöpfe und Drehregler sind aus Aluminium gefertigt.
Die dunkle silberne Farbgebung mit orangen Akzenten sieht verdammt edel aus und passt perfekt zu praktisch jedem Setup. Das Display ist hell, informativ und zeigt genau das, was man wissen muss. Der Lautstärkeregler dreht sich butterweich und präzise – keine billigen Raster-Stufen, sondern echte analoge Kontrolle.





An der Front befinden sich zwei Kopfhörerausgänge (2,5mm und 6,3mm, beide unsymmetrisch), der Netzschalter, das Display sowie der Lautstärkeregler mit Menü-Knopf und dem IR-Empfänger für die Fernbedienung.
Die Rückseite beherbergt den USB-C- und Toslink-Eingang sowie einen Pre-Out, der wahlweise als echter Pre-Amp oder als reiner Line-Out konfiguriert werden kann.
Die ebenfalls komplett aus Metall gefertigte Fernbedienung liegt schwer und wertig in der Hand – auch hier kein billiges Plastikspielzeug. Einziger kleiner Kritikpunkt: Die Metallknöpfe klappern ein wenig bei der Bedienung. Klar, das ist Meckern auf hohem Niveau, aber der Vollständigkeit halber sei es erwähnt.
Die Bedienung des Burson Audio Playmate 3 ist erfreulich unkompliziert. Über den rechten Button gelangt man ins Menü, durch das man mit dem Lautstärkeregler scrollt. Zur Auswahl einer Option drückt man einfach den Regler – intuitiver geht’s kaum.
Im Menü lassen sich folgende Einstellungen vornehmen:
Besonders cool: Im Gegensatz zu vielen anderen High-End-Geräten, die mit kryptischen Einstellungen und mieser UI glänzen, ist hier alles logisch aufgebaut und selbsterklärend.



Der Burson Audio Playmate 3 Deluxe liefert einen Sound, der mich mehrfach dazu gebracht hat, einfach ungläubig vor dem Gerät zu sitzen. Für rund 1000€ bekommt man hier ein All-in-One-Paket, das mühelos mit deutlich teureren Einzelkomponenten mithalten kann.
Besonders bemerkenswert ist der integrierte Kopfhörerverstärker, der sich perfekt in das Gesamtbild einfügt. Zum Vergleich haben wir teurere externe Kopfhörerverstärker im DAC-only-Betrieb angeschlossen und mussten festhalten: Der Burson als Komplettpaket liefert eine verdammt beeindruckende Performance.
Die Klangcharakteristik der Deluxe-Version mit den V7 Vivid OpAmps ist eher analytisch, aber niemals kalt oder leblos. Der Sound ist detailliert, präzise und kraftvoll – genau das, was man von einem High-End-Gerät dieser Preisklasse erwartet.
Da wir bei hifigeek.de natürlich primär auf die harte Gangart stehen, haben wir den Burson mit einer Reihe anspruchsvoller Tracks gefoltert (Referenzplaylist auf Qobuz):
Bei diesem orchestralen Death-Metal-Monster mit Streichern, Bläsern, Gitarren, Publikum und Chor trennt sich bei unseren Tests immer die Spreu vom Weizen. Der Burson Audio Playmate 3 schafft hier etwas Beeindruckendes: eine breite, tiefe Bühnenabbildung, bei der die Band druckvoll im Vordergrund steht, perfekt vom Orchester flankiert wird, während der Chor das Ganze mit epischer Größe überzieht.
Besonders die Trompeten – mein persönliches Highlight bei jedem Audio-Test – klingen druckvoll und lebendig, was zeigt, dass der Burson Audio Playmate 3 auch bei schnellen Transienten absolut nichts zu verbergen hat.
Geradliniger, aber nicht weniger anspruchsvoll ist dieser modernen Metal-Klassiker. Die satt abgemischten Drums kommen mit ordentlichem Druck, die hämmernd einsetzenden Gitarrenriffs offenbaren die volle Leistungsfähigkeit des Burson Audio Playmate 3. Jedes Detail ist präzise dargestellt, der Sound ist kraftvoll und dynamisch, genau wie diese Musik sein muss.
Will Ramos’ Stimmakrobatik ist eine Herausforderung für jedes Audio-Setup. Die Pain Remains Trilogie beginnt mit feinem Regen und einer hallunterlegten Melodie, bevor es mit Will Ramos’ extremen Gesangskünsten richtig zur Sache geht.
Hier zeigt sich, dass selbst der Burson irgendwann an seine Grenzen stoßen kann: Bei maximaler Komplexität mit schneller Double-Bass-Drum, drückenden Gitarrenriffs und Ramos’ vielschichtigen Gesangsstilen wird der Klang manchmal etwas weniger klar. Dies ist jedoch kein Knockout-Kriterium – kaum ein DAC/Amp-Kombination in dieser Preisklasse kommt hier besser durch.
Beeindruckend ist, wie der Burson Audio Playmate 3 die ruhigeren Passagen mit ihrer emotionalen Tiefe wiedergibt – hier entstehen echte Gänsehautmomente, die den Hörer tief ins musikalische Geschehen ziehen.
Mit 1000€ ist der Burson Audio Audio Playmate 3 definitiv im High-End-Gaming-Bereich angesiedelt – aber er ist jeden verdammten Cent wert, wenn ihr euer Gaming-Erlebnis auf ein neues Level heben wollt.
Die räumliche Abbildung ist so präzise, dass die Ortung von Gegnern in Shootern im Vergleich zu Onboard-Soundkarten deutlich leichter fällt. Selbst feinste Geräusche sind klar hörbar und perfekt lokalisierbar. In Kombination mit einem hochwertigen Kopfhörer verschafft euch das einen echten Vorteil.
Auf der diesjährigen High End in München gab es nicht umsonst einen eigenen Gaming-Bereich – Audio und Gaming gehören zusammen, und der Burson Audio Playmate 3 könnte hier zum Geheimtipp für anspruchsvolle Streamer und Pro-Gamer werden.
Das wahre Highlight des Burson Audio Playmate 3 ist die Möglichkeit, durch den Austausch der OpAmps den Klangcharakter nach eigenen Vorlieben anzupassen. Wir haben verschiedene Kombinationen getestet:



Diese sind unsere klaren Favoriten für die meisten Kopfhörer. Solange der Kopfhörer nicht bereits zu harsch in den Höhen ist, liefern die Burson Audio V7 Vivids einen knackigen, punchigen Bass und detaillierte Höhen mit exzellentem Wiedergabedetail. Die räumliche Abbildung ist fantastisch, und der Klang hat genau die richtige Mischung aus Analytik und Musikalität.
Die Sparkos SS3602 und SS3601 machen den Klang etwas weniger warm, erreichen aber nicht ganz die Detailtiefe der Vivids. Dennoch handelt es sich um hervorragende OpAmps, die in manchen Systemen durchaus die bessere Wahl sein könnten.
Für Kopfhörer mit spitzeren Höhen sind die V7 Standard OpAmps eine ausgezeichnete Option. Sie machen den Burson Audio Playmate 3 zu einem deutlich weicher klingenden Gerät, was bei manchen Aufnahmen oder Kopfhörern genau das Richtige sein kann.
Die im Basis-Modell verbauten OpAmps sind bereits gut abgestimmt und tendieren in Richtung der V7 Vivid. Allerdings fehlt es hier an Detailzeichnung und etwas Druck im Bass. Für den Einstieg sind sie dennoch absolut respektabel und geben Zeit zum Sparen auf ein späteres Upgrade.









Der Burson Audio Playmate 3 ist eindeutig für den Schreibtisch konzipiert. Seine Eingangsoptionen (USB‑C und Toslink) machen ihn zum perfekten Partner für PC und Konsole. Am wohlsten fühlt er sich per USB‑C an einem Computer, wobei er per Toslink natürlich auch hervorragend an eine Spielkonsole passt (dann allerdings ohne Mikrofon-Funktion).
Für alle, die viel mit Kopfhörern arbeiten oder hören und einen erstklassigen DAC mit exzellentem Kopfhörerverstärker suchen, ist der Burson Audio Playmate 3 ein fantastisches Gesamtpaket. Statt mehrere Geräte auf dem ohnehin oft überfüllten Schreibtisch zu stapeln, bekommt man hier alles in einem extrem hochwertigen Gerät.
Besonders hervorzuheben ist, dass man sich keine Gedanken über die Paarung zwischen DAC und Verstärker machen muss – Burson hat diese Hausaufgaben bereits erledigt und eine perfekt abgestimmte Kombination geschaffen.
Der Burson Audio Playmate 3 harmoniert hervorragend mit aktiven Studiomonitoren. Einfach im Menü auf Pre-Out umschalten, und schon kann man seine Lautsprecher perfekt ansteuern – ideal für Zeiten, in denen man keine Kopfhörer tragen möchte.
Was die Kopfhörer betrifft, konnten wir keine negativen Paarungen feststellen. Audeze (LCD‑X, Hifiman, verschiedene Beyerdynamic-Modelle und auch IEMs funktionieren wunderbar mit dem Burson. Selbst mit günstigeren Kopfhörern kann man sicher sein, dass der Burson Audio Playmate 3 das Maximum aus ihnen herausholt.
Wir sind besonders gespannt auf den Test mit dem kommenden Fosi Audio i5, den wir bereits auf der High End in München erleben durften und der sich am Burson Audio Playmate 3 als perfekter Partner entpuppen könnte.
Wer sich für die Standard-Version des Burson Audio Playmate 3 entscheidet, hat zahlreiche Möglichkeiten für spätere Upgrades:
Ich kenne kein anderes Audio-Gerät, das so wandlungsfähig und upgradefähig ist – perfekt für experimentierfreudige Audiophile, die ihren Sound immer weiter perfektionieren möchten.





Der Burson Audio Playmate 3 Deluxe ist ein audiophiles Kraftpaket, das praktisch alle Wünsche erfüllt, die man an einen Desktop-DAC mit Kopfhörerverstärker haben kann. Seine Performance überzeugt auf ganzer Linie, die Upgrade-Möglichkeiten sind begeisternd, und der Sound ist schlichtweg atemberaubend.
Für Audiophile, Gamer und Musikproduzenten, die einen felsenfesten Begleiter auf dem Schreibtisch suchen, ist der Burson Audio Playmate 3 eine klare Empfehlung. Ja, er ist nicht billig – aber er bietet einen Gegenwert, der weit über seiner Preisklasse liegt, und dank der Upgrade-Möglichkeiten ist er eine langfristige Investition in großartigen Sound.

Beim Auspacken des Douk Audio K5 wirst du sofort bemerken, was hier los ist: Trotz der kompakten Maße von gerade mal 95×92×50mm und einem Fliegengewicht von 228g fühlt sich das Teil solide an. Das mattschwarze Metallgehäuse schreit förmlich “Audiophile aufgepasst!” und wirkt deutlich hochwertiger als der Preis vermuten lässt.
Was mir sofort ins Auge sticht: Die drei Drehregler auf der Oberseite – ein Lautstärkeregler, der gleichzeitig als Ein-/Ausschalter dient, sowie separate Regler für Bass und Höhen. Sie laufen butterweich und vermitteln ein taktiles Feedback, das man sonst nur von deutlich teureren Geräten kennt. Die Status-LEDs auf der linken Seite informieren dich auf einen Blick über den Betriebszustand und das gerade abgespielte Dateiformat – ein schönes Detail für alle, die gerne wissen, was gerade passiert.
Die Rückseite des K5 offenbart die wahre Vielseitigkeit dieses kleinen Wunderwerks. Du findest hier:
Die Frontplatte beherbergt:

Besonders die beiden Kopfhöreranschlüsse sind ein praktisches Feature – kein ständiges Umstecken oder Adaptersuchen mehr. Der Gain-Schalter ist ebenfalls Gold wert, wenn du zwischen verschiedenen Kopfhörern wechselst. Insgesamt ein durchdachtes Layout, das keine Wünsche offen lässt.
Der Douk Audio K5 ist alles andere als ein Blender. Unter der Haube werkelt eine beeindruckende technische Ausstattung:
Herzstück des Douk Audio K5 ist der ES9038Q2M DAC-Chip von ESS Technology – ein Name, der audiophilen Ohren ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Dieser Chip ist bekannt für seine ausgezeichnete Detailauflösung und sein sauberes Klangbild, das selbst in deutlich teureren Geräten zum Einsatz kommt. Unterstützt wird er vom SA9312 DSP/USB-Interface, das für fehlerfreie Signalverarbeitung sorgt und eine beeindruckende Formatunterstützung mitbringt.

Für die Kopfhörerverstärkung setzt Douk Audio auf die Kombination aus dem Operationsverstärker OPA1678 und dem SGM8262 Verstärkerchip. Diese Paarung liefert beachtliche Leistungsdaten:
Diese Power reicht locker aus, um selbst anspruchsvolle Kopfhörer mit Impedanzen zwischen 16 und 600 Ohm adäquat zu befeuern. Die Rauscharmut von unter 3µV sorgt dafür, dass selbst bei empfindlichen In-Ears kein störendes Grundrauschen zu hören ist.
Der Douk Audio K5 lässt bei der Formatunterstützung kaum Wünsche offen:
Das bedeutet: Egal ob High-Resolution FLAC-Dateien, MQA-Streams oder native DSD-Aufnahmen – der Douk Audio K5 gibt sich erst zufrieden, wenn du wirklich alles aus deiner Musik herausholst.
Genug der technischen Spezifikationen – was zählt, ist der Sound. Und hier glänzt der kleine Douk Audio K5 mit einer Leistung, die seinen Preis Lügen straft.
Beim ersten Hören auf den Audeze LCD‑X (die ich bereits ausführlich getestet habe) offenbart der K5 eine erstaunlich saubere und detailreiche Wiedergabe. Der Klang ist straff, fokussiert und dynamisch, ohne dabei analytisch oder steril zu wirken. Besonders auffällig ist die kontrollierte Basswiedergabe – präzise, ohne jemals matschig oder überbetont zu klingen.
Das Klangbild lässt sich als leicht hell beschreiben – nicht grell oder anstrengend, aber mit einem Fokus auf Details und Klarheit. Das liegt nicht zuletzt am ESS9038Q2M DAC-Chip, der für seine saubere und transparente Signalwandlung bekannt ist.
Wer Metal hört, will keine halben Sachen. Deshalb habe ich den Douk Audio K5 ausschließlich mit Tracks aus meiner Qobuz-Referenzplaylist durch die Mangel gedreht – von modernen Metal-Neuheiten bis zu Klassikern, alles in Hi-Res-Qualität und mit ordentlich Wumms.
Schon beim ersten Track wird klar: Der Douk Audio K5 liebt Metal. Die Gitarrenwände kommen messerscharf, ohne im Hochton zu nerven. Doublebass-Drums knallen trocken und präzise, der Bass bleibt jederzeit kontrolliert – kein Matsch, kein Dröhnen, sondern punktgenaue Attacke. Gerade bei schnellen Tempi und komplexen Arrangements (Stichwort: Lorna Shore Spiritbox oder Septicflesh) bleibt der Sound auch bei hohen Lautstärken stabil und verzerrungsfrei. Die Dynamik ist beeindruckend: Breakdowns knallen, Soli schneiden sich durchs Klangbild, ohne dass irgendwas untergeht.
Metal lebt von Details – und davon liefert der K5 reichlich. Feinheiten wie Ghosts cleane Gitarren oder die vielschichtigen Synths bei Bloodywood werden klar herausgearbeitet. Die Bühne bleibt auch bei dichtem Mix erstaunlich aufgeräumt: Vocals stehen präsent im Raum, Gitarren und Drums lassen sich sauber orten. Selbst bei Bands mit mehreren Gitarristen (z.B. Killswitch Engage oder Volbeat) bleibt alles differenziert und nachvollziehbar.
Ein besonderes Feature des Douk Audio K5 sind die Bass- und Höhenregler auf der Oberseite. Anders als bei vielen günstigen Geräten arbeitet dieser EQ bemerkenswert subtil und musikalisch. Statt die Musik zu verzerren oder zu vermurksen, erlauben die Regler eine feine Abstimmung:
Dadurch kannst du den Klang an deine Kopfhörer und deinen persönlichen Geschmack anpassen, ohne dass der Sound unnatürlich oder übertrieben wirkt. Besonders praktisch: Der Bypass-Schalter, mit dem du den EQ komplett umgehen kannst, wenn du das reine, unverfälschte Signal möchtest.

Ich habe den Douk Audio K5 mit verschiedenen Kopfhörern getestet, von niederohmigen In-Ears bis hin zu anspruchsvollen planaren Magnetostaten:
Natürlich kann der Douk Audio K5 nicht mit High-End-DACs für 500€ oder mehr mithalten – aber er kommt erstaunlich nah. Die Unterschiede liegen weniger in der grundsätzlichen Klangqualität als vielmehr in den letzten 10–15% audiophiler Perfektion: Die absolute Raumabbildung, die letzte Nuance der Detailauflösung und die ultimative Kontrolle im Bassbereich. Für 90% der Hörer und 95% der Musik wird der K5 absolut ausreichend sein.
Der Douk Audio K5 ist ein wahres Multitalent. In meinen Tests habe ich ihn in verschiedenen Szenarien eingesetzt:
An meinem PC-Arbeitsplatz hat sich der Douk Audio K5 als idealer Begleiter erwiesen. Per USB angeschlossen, liefert er einen deutlichen Klangupgrade gegenüber dem integrierten Mainboard-Sound. Die beiden Kopfhöreranschlüsse ermöglichen schnelles Wechseln zwischen meinen Arbeitskopfhörern und dem Gaming-Headset.
Dank der RCA-Ausgänge konnte ich den K5 problemlos in meine Stereo-Kette integrieren. Die Klangqualität der Wandlung ist tadellos, und die Tone-Controls bieten eine willkommene Möglichkeit zur Feinabstimmung, ohne auf einen separaten Equalizer zurückgreifen zu müssen.
Mit einem USB-C-auf-USB-C-Kabel verwandelt der K5 jedes Smartphone in eine mobile Hi-Fi-Station. Bei Android-Geräten funktioniert das plug-and-play, bei Apple-Geräten wird ein zusätzlicher Adapter benötigt. Die Klangverbesserung gegenüber dem integrierten DAC des Smartphones ist sofort erkennbar – detailreicher, dynamischer und mit deutlich mehr Kontrolle in allen Frequenzbereichen.
Für alle, die es genau wissen wollen, hier die wichtigsten technischen Daten des Douk Audio K5:
Der Douk Audio K5 ist ein echter Geheimtipp – ein Mini-DAC/Amp, der weit über seine Preisklasse hinaus performt. Er kombiniert hervorragende Technik, durchdachte Features und einen Klang, der audiophile Herzen höher schlagen lässt, in einem kompakten, erschwinglichen Paket.
Was mich am meisten überrascht hat: Die Vielseitigkeit dieses kleinen Kraftpakets. Egal ob als Desktop-DAC, als Upgrade für dein Smartphone oder als Teil eines größeren Audio-Setups – der Douk Audio K5 liefert durchweg eine Performance, die seinen Preis mehrfach rechtfertigt.
Natürlich hat auch er seine Grenzen. Er wird keinen High-End-DAC/Amp für 500€ oder mehr ersetzen, und absolutistische Audiophilen werden sicher die eine oder andere Nuance vermissen. Aber für alle, die nach einem bezahlbaren Einstieg in die Welt des hochwertigen Audios suchen oder einen vielseitigen Zweit-DAC/Amp für verschiedene Einsatzzwecke benötigen, ist der Douk Audio K5 eine absolut empfehlenswerte Wahl.
In einer Welt, in der High-End-Audio oft unzugänglich teuer ist, ist der Douk Audio K5 ein erfrischender Beweis dafür, dass großartiger Klang nicht immer ein großes Budget erfordert. Ein echter Audio-Underdog, der die High-End-Liga zum Schwitzen bringt.
]]>Der Aiyima A80 ist ein kompakter Class‑D Vollverstärker mit integriertem DAC, der optisch beeindruckt und klanglich solide abliefert – aber kann er mehr als nur gut aussehen? Ein Testbericht über Halo-Effekte, versteckte Potenziale und die Frage, ob man einem Budget-Verstärker eine Persönlichkeitstransplantation verpassen kann.
Kennt ihr den Halo-Effekt? Das ist dieses fiese psychologische Phänomen, bei dem wir automatisch annehmen, dass attraktive Menschen auch schlauer, talentierter und kompetenter sind. Klingt unfair, ist aber Realität – und bei Audio-Gear funktioniert’s genauso. Zeig mir zwei technisch identische Verstärker, wobei einer aussieht wie ein High-End-Gerät und der andere wie ein 90er-Jahre-Relikt, und ich sage dir, welcher “besser klingt”. Zumindest vorübergehend, denn unser Gehör lässt sich leicht täuschen.
Als der Aiyima A80 bei mir ankam, war mein erster Gedanke: “Wow, der macht optisch echt was her!” Ein schickes Display, eine cleane Front, ein massiver Drehregler – da kriegen Gadget-Liebhaber feuchte Augen. Aber Moment mal, wir sind hier nicht auf Instagram – bei Audio-Equipment zählt am Ende der Sound. Oder etwa doch nicht? Lasst mich euch durch diesen Test führen, denn beim Aiyima A80 ist nicht alles so eindeutig, wie es scheint.
Wir haben mittlerweile auch einen eigenen Youtube-Channel. Hier versuche ich regelmäßig für euch Reviews mit bewegtem Bild bereit zu stellen und mehr mit euch in Kontakt zu treten. Schaut doch einfach mal vorbei und aboniert den Kanal. Danke!
Der Aiyima A80 ist ein Class-D-Verstärker für rund 200 Euro und bietet für diesen Preis eine beeindruckende Feature-Liste. Mit einer maximalen Ausgangsleistung von 300 Watt pro Kanal an 4 Ohm (realistisch sind es eher 200 Watt kontinuierlich) bringt er ordentlich Power mit. Im Inneren werkelt der TPA3255-Verstärkerchip – der gleiche, der auch im Vorgänger Aiyima A70 verbaut war. Auch die PFFB-Technologie (Post-Filter Feedback Loop) und die NE5532-Operationsverstärker kennen wir bereits vom A70.
Was den Aiyima A80 vom Vorgänger unterscheidet, ist vor allem der integrierte ES9038Q2M DAC-Chip, der hochauflösende Audiodaten verarbeiten kann – bis zu 32-Bit/384 kHz über USB und sogar DSD512. An Anschlüssen mangelt es nicht: USB‑C, optisch, koaxial, symmetrische und unsymmetrische Analogeingänge sowie ein Subwoofer-Ausgang. Dazu kommt Bluetooth 5.1 mit aptX HD (leider kein LDAC) – praktisch für alle, die auch mal schnell vom Smartphone Musik streamen wollen.
Das Gerät hat eine THD (Klirrfaktor) von nur 0,006% und ein Signal-Rausch-Verhältnis von 109 dB – auf dem Papier beeindruckende Werte für diese Preisklasse. Für die volle Power sollte man allerdings das separat erhältliche 48V-Netzteil dazukaufen, das etwa 20 Euro extra kostet. Mit dem normalen Netzteil funktioniert der Aiyima A80 zwar auch, kann aber nicht sein volles Potenzial entfalten.
Optisch macht der Aiyima A80 einiges her. Das kompakte Aluminiumgehäuse (etwa so groß wie zwei dicke Taschenbücher nebeneinander) wirkt hochwertig und solide verarbeitet. Die Front wird vom großen Farbdisplay dominiert, das je nach Einstellung ein oder zwei VU-Meter oder einen Spektrumanalysator anzeigen kann – ein echter Hingucker auf dem Schreibtisch. Der große Metall-Drehregler fühlt sich wertig an und lässt sich präzise bedienen.
Die Rückseite bietet alle wichtigen Anschlüsse, gut beschriftet und logisch angeordnet. Auch die mitgelieferte Fernbedienung ist funktional, wenn auch nicht gerade ein Beispiel für Premium-Design. Insgesamt wirkt der A80 deutlich wertiger, als sein Preis vermuten lässt – hier haben die Ingenieure ganze Arbeit geleistet.
Besonders cool sind die Visualisierungsoptionen: Ob klassische VU-Meter oder Spektrumanalysator – das Display macht immer eine gute Figur und lässt sich in der Helligkeit anpassen. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich mehr auf die tanzenden Anzeigen starre als auf meine Lautsprecher. Guilty pleasure für jeden Technik-Nerd!




Die Bedienung des Aiyima A80 erfolgt hauptsächlich über den zentralen Drehregler: Drehen ändert die Lautstärke, kurzes Drücken öffnet das Menü, weiteres Drehen wechselt zwischen den Optionen, erneutes Drücken bestätigt die Auswahl. Einfacher geht’s kaum, und nach wenigen Minuten hat man den Dreh raus (Wortspiel beabsichtigt).
Im Menü finden sich alle wichtigen Einstellungen: Eingangswahl, Display-Optionen sowie Bass- und Höhenregler. Letztere sind besonders praktisch, um den Klang an den eigenen Geschmack oder an schwierige Raumakustik anzupassen. Die elektronische Lautstärkeregelung arbeitet präzise und ohne hörbare Stufen – selbst bei niedrigen Pegeln.
Eine clevere Funktion ist der Auto-Standby-Modus: Erkennt der Aiyima A80 einige Zeit kein Signal, schaltet er sich in den Energiesparmodus und wacht automatisch wieder auf, sobald Musik anliegt. Alternativ kann man auch den 12V-Trigger nutzen, um den Verstärker zusammen mit anderen Komponenten zu steuern. Smart gelöst!
Jetzt zum Entscheidenden: Wie klingt der Aiyima A80? Nach ausgiebigem Hören mit verschiedenen Musikstilen und Lautsprechern würde ich den Klang als warm, ausgewogen und angenehm beschreiben, aber nicht als herausragend. Der Aiyima A80 liefert einen soliden, kräftigen Sound mit straffen Bässen, klaren Mitten und seidigen Höhen. Für seine Preisklasse macht er vieles richtig, ohne dabei in irgendeinem Bereich zu glänzen.
Im direkten Vergleich zum Vorgänger Aiyima A70 fällt auf, dass der A80 weicher und weniger detailreich klingt. Beim Hören von Portrait of a Headless Man (Live) waren die Streicher durch den A80 weniger texturreich, die Bühnenabbildung etwas diffuser und weniger fokussiert. Als der Song an Intensität zunahm, konnte der Aiyima A80 nicht die gleiche Energie und Attacke liefern wie der Aiyima A70 – der dramatische Effekt ging teilweise verloren.
Bei etwas aggressiverer Musik zeigen sich die Unterschiede ebenfalls: “Everything is quiet now” klang über den Aiyima A70 knackiger und klarer. Allerdings kann diese Charakteristik des Aiyima A70 bei hellen Aufnahmen oder längeren Hörsessions auch ermüdend wirken. Der sanftere Charakter des Aiyima A80 ist in solchen Situationen von Vorteil – er klingt nie aggressiv oder aufdringlich.
Die Leistungsreserven des Aiyima A80 sind für normale Wohnzimmer oder Desktopsetups mehr als ausreichend. Selbst anspruchsvollere Lautsprecher wie meine B&W‑Standboxen trieb er zu ordentlichen Pegeln, ohne zu verzerren oder dünn zu klingen. Die Class-D-Architektur sorgt zudem für minimale Wärmeentwicklung – praktisch bei beengten Platzverhältnissen.
Hier wird’s spannend: Anders als bei Menschen kann man dem A80 tatsächlich eine “Persönlichkeitstransplantation” verpassen. Die verbauten NE5532-Operationsverstärker sind solide Standardkost, aber weit entfernt vom Optimum. Mit etwas Schraubergeschick lassen sie sich austauschen – mit teils dramatischen Klangverbesserungen.
Der Eingriff ist überraschend einfach: Vier Schrauben an der Rückseite und zwei an der Unterseite lösen, dann die Platine vorsichtig herausziehen (Achtung beim Flachbandkabel zum Display!). Auf der Platine findet man ein Paar NE5532-Op-Amps, die für die Signalverarbeitung zuständig sind.
In Tests mit hochwertigen Burson Audio V7 Vivid Op-Amps (ca. 169 Dollar) verbesserte sich der Klang signifikant: größere Bühne, präzisere Abbildung, klarere Trennung der Instrumente und insgesamt höhere Auflösung. Plötzlich spielte der Aiyima A80 in einer ganz anderen Liga! Genauso ergeht es ihm, wenn man Sparkos Dual Op Amps SS3602 einbaut. Wer vor der Investition zurückschreckt (immerhin fast so teuer wie der Verstärker selbst), kann auch günstigere Alternativen wie OPA828 oder OPA627 probieren, die ebenfalls deutliche Verbesserungen bringen sollten.
Beim Einbau größerer diskreter Op-Amps ist etwas Vorsicht geboten: Sie können gegen benachbarte Kondensatoren drücken und den Gehäusedeckel berühren. Mit etwas Fingerspitzengefühl funktioniert es aber problemlos, und der leichte Kontakt zum Gehäuse unterstützt sogar die Kühlung. Leider konnten wir unsere Sparkos Super Dual SS2590 nicht einbauen, da der Platz einfach nicht ausreicht. Wir ordern demnächst mal Dip 8 Verlängerungen. Mal sehen.




Im Vergleich zu anderen Geräten in dieser Preisklasse positioniert sich der Aiyima A80 als vielseitige Komplettlösung mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Kombination aus kraftvollem Verstärker, hochwertigem DAC und zahlreichen Anschlussmöglichkeiten findet man selten für unter 250 Euro.
Der direkte Vorgänger Aiyima A70 klingt detaillierter und dynamischer, bietet aber weniger Features und kein modernes Display. Geräte wie der Fosi Audio V3 Mono könnten klanglich überlegen sein, sind aber nicht so vielseitig ausgestattet. Der WiiM Amp wäre ein interessanter Vergleichskandidat mit ähnlichem Funktionsumfang.
Was den Aiyima A80 auszeichnet, ist die Kombination aus attraktivem Design, einfacher Bedienbarkeit und solider Klangqualität – plus dem Potenzial für Upgrades. Für Desktop-Setups oder kleinere Wohnzimmer, wo Platz begrenzt ist, bietet er eine kompakte All-in-One-Lösung ohne den typischen “Mini-Anlagen-Sound”.




Nach ausgiebigem Testen bin ich zum Schluss gekommen: Der Aiyima A80 ist ein beeindruckendes Gesamtpaket, das vor allem durch seine Vielseitigkeit und sein Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt. Er ist nicht der klangliche Überflieger seiner Preisklasse, bietet aber eine solide Basis mit Tuning-Potenzial.
Besonders empfehlenswert ist er für:
Weniger geeignet ist er für:
Der Aiyima A80 beweist, dass der Halo-Effekt nicht alles ist: Er sieht fantastisch aus und klingt gut, aber nicht so gut, wie sein Aussehen vermuten ließe. Dafür bietet er ein enormes Upgrade-Potenzial durch den Op-Amp-Tausch – sozusagen ein audiophiles Tuning für Budget-Hörer.
Für rund 200 Euro (plus eventuell 20 Euro für das stärkere Netzteil) bekommt man einen äußerst vielseitigen Verstärker, der in praktisch jedes Setup passt und leicht mitwachsen kann. Die vergleichsweise einfache Möglichkeit, den Klang durch Op-Amp-Tausch zu verbessern, macht den A80 zu einer zukunftssicheren Investition, die lange Freude bereiten kann.
Wenn man bedenkt, wie wenige Kompromisse man bei diesem Preis eingehen muss, ist der Aiyima A80 ein echter Geheimtipp für preisbewusste Audiophile und ein würdiger Neuzugang in der wachsenden Welt erschwinglicher High-Performance-Audio-Geräte
]]>Die HiFi-Szene hat ein demografisches Problem. Wenn ich an typische HiFi-Enthusiasten denke, sehe ich überwiegend ältere Herrschaften vor hochpreisigen Lautsprechern, die über feinste Nuancen fachsimpeln und jedem Kabel eine eigene Seele zusprechen. Ein überzeichnetes Bild? Vielleicht, aber die Branche tut sich nachweislich schwer mit dem Nachwuchs.
Das Problem ist offensichtlich: Die Einstiegshürde ist enorm hoch. “High End? Das bekommst du als Einsteiger so um die 6000€” — zumindest ist das die Botschaft, die auch die High End Society sendet. Welcher junger Mensch kann oder will diesen Preis zahlen? Dabei hat doch jeder audiophile Veteran einmal klein angefangen, vielleicht mit einer Schneider-Anlage für 1000 DM, die damals als absolute Sensation galt.
Die Audiobranche braucht mehr Marken wie Fosi Audio, die erschwingliche Produkte mit beeindruckender Leistung anbieten. Es geht nicht darum, die Qualität oder den Wert von High-End-Produkten in Frage zu stellen, sondern Einstiegshürden abzubauen und jungen Menschen den Zugang zu diesem faszinierenden Hobby zu erleichtern. Denn einmal infiziert mit dem HiFi-Virus folgt oft ein Upgrade nach dem anderen.
Mit 500 Ausstellern, 1000 Marken und einer Ausstellungsfläche von 30.000 Quadratmetern verspricht die diesjährige High End ein wahres Audiofestival zu werden. Die norwegische Sängerin Anette Askvik repräsentiert als Markenbotschafterin das Motto “Passion for Music” und verkörpert damit perfekt die Philosophie der Messe.
Audio Reference setzt zum Abschied einen besonderen Akzent: Der Hamburger Vertrieb präsentiert im Atrium 3.1, Raum C112 die angeblich teuerste HiFi-Anlage der Welt mit einem Gesamtwert von etwa 3 Millionen Euro. Für die exklusiven Vorführungen in einem eigens eingerichteten “Konzertsaal” mit optimierter Raumakustik von Vicoustic sind Tickets erforderlich — und die sind heiß begehrt.
Diese Mega-Anlage umfasst unter anderem:
Ein weiteres Highlight wird die 3D-Remaster-Aufnahme von Anette Askviks “Liberty” sein, die über eine Lautsprecher-Konfiguration von Kii Audio in einer Immersive-Audio-Installation präsentiert wird. Allerdings sind alle Vorführungen bereits ausverkauft.
Parallel zur High End München findet die “World of Headphones” statt, die sich vermutlich etwas zugänglicher für jüngere Besucher gestalten wird. Hier dreht sich alles um Kopfhörer, DACs und mobiles Hören — Bereiche, in denen der Einstieg oft kostengünstiger ist.
Als kleine Blogger können wir natürlich keine vollständige Messe-Dokumentation stemmen. Wir werden aber versuchen, so viele Eindrücke wie möglich zu sammeln und ein paar Highlights herauszuarbeiten. Die große Kamera bleibt zuhause, daher entstehen die meisten Fotos mit dem Smartphone.
Besonders gespannt sind wir darauf, ob sich unsere Vorurteile über die Branche bestätigen oder ob wir positiv überrascht werden. Wir gehen jedenfalls offen und neugierig an die Sache heran.
Wer die letzte Münchener Ausgabe der High End München selbst erleben möchte, hat am Samstag (17. Mai) und Sonntag (18. Mai) die Gelegenheit dazu. Der Eintritt kostet 10€ pro Tag. Donnerstag und Freitag sind ausschließlich Fachbesuchern vorbehalten.
Es gibt sogar organisierte Busfahrten zur Messe, wie beispielsweise die von FONO.DE am Samstag, 17. Mai 2025, die interessierten Besuchern die Anreise erleichtern.
Diese letzte Ausgabe in München ist eine einmalige Gelegenheit, die Welt der High-End-Audiogeräte kennenzulernen, bevor die Messe im nächsten Jahr nach Wien umzieht. Ob audiophiler Veteran oder neugieriger Neuling — die High End 2025 verspricht ein audiovisuelles Erlebnis der Extraklasse zu werden.
Die High End München 2025 markiert nicht nur das Ende einer Ära, sondern hoffentlich auch einen Wendepunkt für die Branche. Die Herausforderung besteht darin, die Balance zwischen kompromissloser audiophiler Qualität und der Notwendigkeit, neue Zielgruppen zu erschließen, zu finden. Vielleicht gelingt es der Messe in Wien ab 2026, genau diesen Spagat zu meistern und die nächste Generation von HiFi-Enthusiasten zu begeistern.

Was viele befürchtet hatten, ist nun eingetreten – aber mit einem überraschend positiven Twist! Nachdem Masimo zuletzt kaum noch wusste, was es mit seinen Audio-Perlen anfangen sollte, hat Samsung jetzt die Reißleine gezogen und den gesamten Laden übernommen. Und das zum Schnäppchenpreis von gerade mal 350 Millionen Dollar – in bar, versteht sich!
Das ist besonders bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass Masimo vor gerade mal drei Jahren sagenhafte 1,025 Milliarden Dollar für Sound United hingeblättert hatte. Ein Verlustgeschäft epischen Ausmaßes für das Medizintechnikunternehmen, das offensichtlich festgestellt hat, dass HiFi-Equipment und Gesundheitstechnik nicht unbedingt eine Traumehe bilden!
Mit diesem Deal erweitert Samsung/Harman sein ohnehin schon beeindruckendes Audio-Portfolio um absolute Kultmarken:
Diese Marken gesellen sich nun zu einem bereits beeindruckenden Lineup:
VERRÜCKT! Samsung besitzt jetzt gefühlt die Hälfte aller relevanten HiFi-Marken auf dem Planeten!
Die ganze Geschichte hat fast schon Soap-Opera-Qualitäten: Anfang 2017 kaufte Sound United die Marken Denon, Marantz und Co. Ende 2020 kam dann noch Bowers & Wilkins dazu. Doch dann der Hammer: Medizintechnik-Riese Masimo schnappt sich 2022 den ganzen Laden für über eine Milliarde Dollar – ein Move, bei dem die gesamte Branche nur ungläubig mit den Augen rollen konnte.
Und dann ging’s bergab. Im dritten Quartal 2024 wies Masimo für seinen Audio-Zweig einen Nettoverlust von 12,9 Millionen Dollar aus. In den ersten neun Monaten 2024 lag der Gesamtverlust bei erschütternden 31,3 Millionen Dollar. Im November 2024 machten dann Gerüchte die Runde, dass Masimo seine Audio-Sparte komplett einstampfen könnte.
Die Sanierung hatte bereits begonnen: Sämtliche Aktivitäten wurden in Eindhoven (Niederlande) konzentriert, Büros in Frankreich, Finnland, der Schweiz und Deutschland wurden geschlossen. Mit Roland Krüger verließ sogar der Manager der Produktlinie Electronics rund um Denon, Marantz und Classé Audio das sinkende Schiff.
Die große Frage für uns Klangfanatiker: Was passiert jetzt mit unseren geliebten Marken? Werden Denon-Receiver bald mit Samsung-Logos verziert? Kommt der nächste Bowers & Wilkins Kopfhörer mit Galaxy-Branding?
Dave Rogers, Präsident der Lifestyle-Sparte von Harman, gibt sich erwartungsgemäß optimistisch: Diese Übernahme sei “ein strategischer Schritt zur Erweiterung des Kerngeschäfts” und werde “mehr Auswahlmöglichkeiten für Konsumenten” bieten. Das klingt erstmal gut – aber was heißt das konkret?
Was wir definitiv NICHT erwarten sollten: Eine Einstellung der Premium-Marken. Samsung hat mit Harman bewiesen, dass sie hochwertige Audiomarken schätzen und ihr eigenes Ding machen lassen können. Niemand will schließlich eine Milliarde Dollar für Marken ausgeben, um sie dann zu beerdigen!
Als ich vor Monaten über das mögliche Aus von Denon, Marantz und Bowers & Wilkins schrieb, war die Stimmung düster. Jetzt atme ich auf – und ihr solltet das auch tun! Samsung/Harman ist vielleicht der beste realistische Käufer, den man sich wünschen konnte.
Warum? Weil Harman seit der Samsung-Übernahme 2017 bewiesen hat, dass sie Audio ernst nehmen. JBL hat seitdem einige der besten Produkte seiner Geschichte auf den Markt gebracht. Mark Levinson produziert weiterhin exquisite High-End-Verstärker. Und die Übernahme von Roon hat gezeigt, dass sie auch Software-seitig in die Audiozukunft investieren wollen.
Der Consumer-Audio-Markt wächst von 60,8 Milliarden Dollar in diesem Jahr auf voraussichtlich 70 Milliarden Dollar im Jahr 2029. Samsung wäre dumm, dieses Potential nicht auszuschöpfen – und dumm sind die Koreaner definitiv nicht!
Der Kaufpreis liegt bei 350 Millionen US-Dollar in bar, mit kleineren möglichen Anpassungen. Die Transaktion soll bis Ende 2025 abgeschlossen sein, vorausgesetzt, alle behördlichen Genehmigungen werden erteilt. Quentin Koffey, stellvertretender Vorsitzender des Masimo-Vorstands, erklärte, dass das Finden des “richtigen Zuhauses für dieses Geschäft von Tag eins an eine erklärte Priorität des neuen Vorstands war”.
Für Masimo bedeutet der Verkauf eine Rückbesinnung auf das Kerngeschäft im Gesundheitsbereich, während Harman sein Portfolio im Audiobereich massiv erweitert. Die Übernahme ist Teil einer größeren Strategie von Samsung, seine globale Führungsposition im Consumer-Audio-Markt zu stärken.
Für uns Verbraucher bleibt abzuwarten, ob Harman die klassischen HiFi-Sounds der Sound United-Marken beibehält oder neue Akzente setzt. Mit dieser Übernahme entsteht jedenfalls eine der stärksten Markenallianzen im HiFi-Segment überhaupt.
]]>Transienten sind kurze, energiereiche Klangereignisse, die am Anfang eines Tons auftreten – quasi der “Knall” bevor der eigentliche Ton kommt. Stell dir vor, du schlägst eine Trommel an: Der erste kurze, knackige “Bäng” ist der Transient, während der nachfolgende dumpfere Ausklang das sogenannte “Sustain” ist. Diese Knackser dauern nur wenige Millisekunden, sind aber für unser Gehör extrem wichtig.

Transienten findest du überall in der Musik:
Transienten sind wie die Gewürze in deinem Lieblingsessen – ohne sie würde alles fade schmecken. Sie sorgen für:
Gute Lautsprecher oder Kopfhörer erkennst du daran, wie präzise sie Transienten wiedergeben können. Wenn die Becken richtig “zischen”, der Bass schön “kickt” und die Gitarre knackig “twangt”, dann ist die Transientenwiedergabe gelungen. Sind diese feinen Impulse verschliffen oder verzerrt, geht viel von der Dynamik und Lebendigkeit der Musik verloren.
Beim nächsten Musikhören achte mal bewusst auf diese kurzen, knackigen Anteile der Klänge – die Transienten. Sie sind die kleinen Helden, die dafür sorgen, dass deine Lieblingsmusik nicht nur harmonisch klingt, sondern auch lebendig und energiegeladen. Und wenn du mal nach neuen Kopfhörern oder Lautsprechern Ausschau hältst, ist die Frage “Wie gut werden Transienten wiedergegeben?” ein super Kriterium für deine Entscheidung.
]]>Kopfhörer begleiten mich schon seit meiner Kindheit. Wie viele Kinder der 90er startete ich mit einem klassischen Walkman und den obligatorischen, dünnen Bügelkopfhörern, die damals zum Standard-Equipment gehörten. Meine akustische Welt bestand hauptsächlich aus Kassetten mit Radioaufnahmen und geschenkten Hörspielen — der absolute Luxus für einen Musikfan im Taschenformat!1
Mit dem Siegeszug der CD kam der Quantensprung in Form eines Panasonic SL‑S 320, den mir meine Eltern zu Weihnachten schenkten. Die mitgelieferten Earbuds mit der Kabelfernbedienung waren für damalige Verhältnisse der absolute Hit. Diesen CD-Player habe ich überallhin mitgeschleppt — und erstaunlicherweise überlebten die Kopfhörer dabei länger als erwartet.
Dann kam die MiniDisc-Ära — und was für ein Game-Changer das war! Nach endlosem Betteln bei meinen Eltern wurde ich stolzer Besitzer eines Sharp MD-MS701H Mini Disk Recorders. Das Ding war einfach sexy! Man konnte seine eigene Musik “aufnehmen” — meist von ausgeliehenen CDs — und das in einer Qualität, die deutlich besser war als die der Kassetten. Ich habe eine Disk nach der anderen befüllt und das Teil wie einen Schatz überallhin getragen. Natürlich hatte das Aluminium-Gehäuse seine Schwachstellen — irgendwann verbog sich der Diskeinschub, was man dann händisch zurückbiegen musste. Auch das Display der Kabelfernbedienung zeigte mit der Zeit Verschleißerscheinungen.
Mit dem Skateboarden begann mein Player dann zu leiden. Gleichzeitig hielten MP3s Einzug in mein Leben, und dank Zugriff auf einen Brenner grub ich meinen Discman wieder aus. Dieser musste jedoch bald einem der ersten rudimentären MP3-Player weichen — mit sagenhaften 128MB Speicher (ja, Megabyte, kein Tippfehler!). Zum Glück hatte ich inzwischen einen gut bezahlten Nebenjob, sodass ich mir einen iriver SlimX iMP-550 leisten konnte. Mein Skate-Bag war entsprechend ausgestattet: ein praktischer CD-Halter, in dem die Silberlinge ohne Hülle ihren Platz fanden. Die Scheiben sahen nach einer Weile zwar aus, als hätten sie den dritten Weltkrieg überlebt, aber so war das damals eben.
In dieser Zeit ging ich durch zahllose Ear-Buds. Die günstigen zerbrachen schnell, aber selbst die teuren fielen entweder beim Skaten runter und landeten unter den Rollen, oder die extrem dünnen Stiele brachen aus heiterem Himmel. Es war wie ein Fluch – kaum hatte man gute Kopfhörer, zerstörte sie der Audio-Gott persönlich.
Trotz aller technischen Herausforderungen war Musik für mich allgegenwärtig. Ich kaufte CD um CD und schleppte sie überall mit hin. Heute sehen sie entsprechend mitgenommen aus — authentische Kampfspuren eines intensiven Musiklebens.
Der nächste Meilenstein war ein iPod Classic mit 80GB — ein absolutes Traumgerät! Mit einer Teufel Dockingstation zu Hause und einem JBL Portable-Speaker beim Skaten war ich komplett ausgestattet. Der iPod diente mir sogar als Wecker im Studium, bis die Dockingstation irgendwann den Geist aufgab. Zwischenzeitlich leisteten meine Koss Plugs treue Dienste, wechselten dann aber zum iPhone, das ich seit dem 3G-Modell etwa alle zwei Jahre aktualisiert habe.
Parallel zum mobilen Musikgenuss war PC-Gaming ein großes Thema, und auch hier wurden etliche “billige” Kopfhörer durchgenudelt, bis irgendwann Speedlink Medusas in meinem Setup landeten. Mein digitales Musikleben wanderte von iTunes zu Spotify, sobald der Dienst in Deutschland verfügbar wurde. Mit dem praktischen Telekom-Deal, bei dem der Spotify-Traffic nicht auf das monatliche Volumen angerechnet wurde, explodierte mein Musikkonsum förmlich. Plötzlich war jeder Tag ein Festival – nur eben ohne die schlammverkrusteten Schuhe und überteuerten Getränke.
Zunächst blieb ich den kabelgebundenen Over-Ears treu, wechselte dann aber zu Bose QC25 und später QC35. Die QC25 haben irgendwann kapituliert, während die QC35 noch immer auf dem Schreibtisch meiner Frau ihren Dienst tun – ein Beweis dafür, dass Qualität sich durchsetzt, selbst wenn der audiophile Snob in mir mittlerweile die Nase rümpft.
Bei der konzentrierten Arbeit am Bildschirm entdeckte ich die unglaubliche Kraft der Musik als Fokushelfer. Sie ließ mich in einen Tunnel eintauchen, in dem alles um mich herum verschwand. Ich wurde eins mit der Musik, meinen Gedanken und der Arbeit. Zeit und Raum lösten sich auf, während ich eine Lösung nach der anderen entwickelte. Diese Flow-Zustände sind für mich mittlerweile essenziell – sie machen den Unterschied zwischen einem produktiven Tag und einem, an dem ich mich wie ein Hamster im Rad fühle.
Mit jedem Arbeitgeberwechsel nahm die Zahl der Meetings zu, was sich immer weiter zuspitzte und mich zunehmend einengte. Die Meetings fühlten sich an wie im Aquarium — geschlossene Kopfhörer mit Noise-Cancelling, schlecht belüftet, heiße Ohren und Schweiß. Ich lief schier Amok unter diesen Klanghauben, sodass eine Alternative her musste. Die Vorstellung, täglich acht Stunden mit diesen Ohrensaunen zu verbringen, war so verlockend wie eine Wurzelbehandlung ohne Betäubung.
Nach intensiver Recherche und Überlegungen zum Budget entschied ich mich für die Beyerdynamic DT1990 Pro — ein offener Kopfhörer, der meinen Musikgenuss auf ein neues Level heben sollte. Es war Liebe auf den ersten Klang!
Die DT 1990 Pro sind seit sechs Jahren meine treuen Begleiter, und ich trage sie nach wie vor mit Begeisterung. Meetings sind mit ihnen ein völlig neues Erlebnis: Ich höre meine eigene Stimme beim Sprechen, was die Kommunikation unglaublich angenehm macht. Sie werden zwar warm am Kopf, aber verglichen mit den Bose-Kopfhörern ist das ein Kinderspiel. Klanglich bewegen wir uns hier in einem ganz anderen Universum – das wäre, als würde man einen Trabant mit einem Porsche vergleichen.
Natürlich musste dann auch ein passender DAC her. Mit dem ifi Hip Dac fand ich einen teilweise mobilen Begleiter. Ehrlich gesagt habe ich ihn dann doch selten unterwegs genutzt, was die Anschaffung aus dieser Perspektive vielleicht nicht optimal erscheinen lässt. Klanglich war es jedoch ein Volltreffer, und das zählte am Ende.
Für jemanden, der mehrere tausend Stunden pro Jahr mit Kopfhörern verbringt, hatte ich bis dahin erstaunlich wenig experimentiert. Nicht aus Abneigung — mir fehlte einfach der zündende Funke. Womöglich war ich auch unbewusst besorgt, dass ein tieferer Einstieg in die Audiophilie mein Bankkonto in ähnlicher Weise ruinieren würde wie meine Plattensammlung. Spoiler: Diese Befürchtung war absolut berechtigt.
Im letzten Sommer packte mich kurzzeitig das Verlangen, etwas Neues auszuprobieren. Ich besorgte einen Hifiman Arya Stealth, über den ich im Netz viel Gutes gelesen hatte. Ich wollte ihn testen und darüber schreiben, was ich leider schuldig geblieben bin. Klanglich war der Kopfhörer beeindruckend, aber der Tragekomfort ließ zu wünschen übrig. Die ovalen Ohrmuscheln drückten auf meine Kieferknochen und störten beim Sprechen in Meetings – ein eigenartiges Gefühl, das mich letztlich wieder zum Bewährten zurückkehren ließ. Es war, als würde ich versuchen, mit einem Ferrari einkaufen zu fahren – beeindruckend, aber unpraktisch.
Dann kam ein schicksalhaftes Telefonat mit Norbert Lehmann. Eigentlich rief ich an, um seine Gerätefüße zu testen, und plötzlich standen zwei Lehmann Audio Kopfhörerverstärker bei mir. Klingt wie ein erfolgreiches Verkaufsgespräch, war es aber nicht! Norbert fragte irgendwann nach meinem Beruf, und ich erzählte, dass ich den ganzen Tag mit Kopfhörern vor dem Bildschirm sitze, Musik höre oder in Meetings bin.
Sofort war er Feuer und Flamme und berichtete von seinen Linear und Linear II Kopfhörerverstärkern. Wie er blindlings einen Test gewann, ohne selbst davon zu wissen, oder sich Studios bei ihm meldeten, weil seine Linear-Serie hervorragende Arbeit leistet. Wie Sennheiser diese Verstärker zur Präsentation neuer Kopfhörer nutzt. Norbert gab mir umfangreiches Material zu seinen Verstärkern mit, aus dem ich seitenweise zitieren könnte. Diese Geschichten sind aber aus seinem Mund wahrscheinlich noch viel spannender – der Mann spricht über Audio-Equipment mit der gleichen Leidenschaft, mit der andere über ihre Fußballmannschaft reden.
Da er selbst auf HiFi-Veranstaltungen ausstellt, wird er dort sicherlich das ein oder andere über seine Geräte erzählen — vielleicht sogar die Geschichte, die ich hier gerade zusammenschreibe.
Aufhänger meines Interesses war Norberts Aussage, dass viele seiner Profi-Kunden berichten, sie seien nach einem Arbeitstag viel entspannter oder könnten längere Mix-Sessions absolvieren, seitdem sie Lehmann Audio’s Linear Kopfhörerverstärker nutzen.
Also ran an den Speck! Ich habe den Linear etwa zwei Wochen intensiv genutzt, was in meinem Fall etwa 120 Stunden entspricht. Wer mich kennt, weiß, dass ich mich in neue Themen mit Haut und Haaren stürze, bis ins kleinste Detail eintauche und alles ausprobiere, was in Reichweite ist. Wenn ich ein Thema anfasse, dann richtig – Halbgares gibt’s nicht.
Gesagt, getan: Weitere DACs mussten her! Mein ifi HipDac war ein Anfang, aber nicht genug. Schnell gesellten sich der Fosi Audio K7 und ZD3 dazu – beide absolute Preis-Leistungs-Kracher, wie wir bereits in unserem K7-Test festgestellt haben. Außerdem hatte ich bereits den Shanling M5 Ultra, der ebenfalls hervorragend als DAC funktioniert. Zum krönenden Abschluss experimentierte ich mit einem Burson Audio Playmate 3 Deluxe und verschiedenen OpAmps. Der Vorteil: Einige dieser Geräte haben eigene Verstärkung, wodurch ich sie direkt gegen den Linear testen konnte.
Selbstverständlich schleppte ich den Linear (und später den Linear II) auch ins Wohnzimmer, schloss ihn an den Plattenspieler an und testete ihn mit dem WiiM Ultra und dem Eversolo DMP-A6 Master Edition. Ein wahrhaft umfangreiches Zuspieler-Setup! Meine Frau beäugte das wachsende Equipment-Arsenal zunächst mit Skepsis, ließ sich aber schnell von den klanglichen Unterschieden überzeugen – ein klassischer “Aha”-Moment, der jeden Audiophilen mit Stolz erfüllt.
Bei den Kopfhörern startete ich mit meinen bewährten DT 1990 Pro und rüstete später auf einen Audeze LCD‑X auf. Ich überlegte, noch weitere Kopfhörer hinzuzuziehen, aber irgendwann sprengt das alle Grenzen. Nach mittlerweile über 400 Stunden mit dem Audeze denke ich, ein gutes Gefühl dafür entwickelt zu haben, was wie, wo und wann am besten funktioniert.


Mein Schreibtisch glich zeitweise einem Schlachtfeld mit Kabelsalat, das selbst hartgesottene IT-Systemadministratoren zum Weinen gebracht hätte. Nach und nach verbannte ich jedoch Geräte, die ich ausgiebig getestet hatte, und sitze nun beim Schreiben nur noch mit dem Burson Audio Playmate 3 Deluxe, dem Audeze LCD‑X und dem Lehmann Linear II hier. Wahrscheinlich, weil ich diese Schätze bald wieder abgeben muss und den Klang noch ein wenig zelebrieren möchte – wie ein letztes opulentes Mahl vor einer Diät.
Als Verbindungskabel nutze ich die Sommer Cable Epilogue. Hier muss ich mir wirklich ein zweites Paar zulegen, denn das ständige Umstöpseln nervt gewaltig – besonders weil die Stecker so verdammt stramm sitzen. Ein Kabelwechsel fühlt sich jedes Mal an, als würde man einen eingeklemmten Zahn ziehen.
Ich denke, ich bleibe an diesem Thema dran. Das Schöne ist, dass ich diese Tests relativ einfach während der Arbeit durchführen kann und quasi ständig daran arbeiten kann – einer der wenigen Vorteile, wenn man den ganzen Tag vor dem Rechner sitzt.
Aktuell liegt hier noch der Douk Audio K5, den ich gelegentlich höre. Ich bin der Meinung, dass man nicht nur hochpreisige DACs testen sollte, sondern sich breit aufstellen muss. Es gibt immer wieder Perlen, die aus der Masse herausstechen, und ich möchte auch gerne Produkte empfehlen, die nicht unbedingt eine Niere und Leber kosten. Schließlich sollte guter Sound nicht ausschließlich denjenigen vorbehalten sein, die einen Kleinwagen dafür opfern können.
Es liegt mir am Herzen, auch jüngeren Menschen den Weg zu gutem HiFi zu zeigen. Ich denke, dass diese trotz Spotify und Co. durchaus bereit sind, sich dem Thema zu öffnen – nur eben auf ihre eigene Art und Weise. Denn letztendlich geht es nicht darum, wer das teuerste Equipment hat, sondern wer die tiefste Verbindung zur Musik aufbauen kann – und manchmal ist der Weg dorthin eben ein besserer Kopfhörer oder ein feiner Verstärker.
Derzeit warten wir noch auf den Fosi Audio i5 (wir berichteten), für den gerade die Kickstarter-Kampagne gestartet ist. Außerdem sind wir mit Hifiman im Gespräch, und auch hier wird in Zukunft etwas kommen. Mit Audeze wird es nach der HIGH END 2025 in die nächste Runde gehen – ich bin bereits jetzt gespannt wie ein Flitzebogen, was die nächste Qualitätsstufe zu bieten hat.
Unsere Bestrebungen unterstreichen wir mit unserer Akkreditierung für die HIGH END 2025, an der wir als Presse-Partner teilnehmen werden. Mal sehen, was wir dort alles erleben! Ich werde sicherlich mit brennenden Ohren zurückkehren – aber mit einem breiten Grinsen im Gesicht.
Man darf also gespannt sein, und ich hoffe, mit meinen Interessen auch eure zu treffen, um dann interessante Beiträge zu schreiben. Denn eines ist klar: Die Reise in die audiophile Welt ist ein Marathon, kein Sprint – und wir haben gerade erst begonnen, warm zu laufen.
]]>Wir alle kennen diese Situation: Du stehst im Elektromarkt und der Verkäufer schwafelt etwas von “1000 Watt Leistung” und “ultimative Power”, während du verzweifelt versuchst zu verstehen, ob deine Lieblingsalben von Slipknot oder Ghost damit wirklich besser klingen werden. Oder du scrollst durch Amazon, um einen Kopfhörerverstärker zu finden und bist von Begriffen wie “Impedanz”, “Sensitivität” und “mW” komplett erschlagen. Zeit, diesem Leistungs-Chaos ein Ende zu setzen und herauszufinden, welchen Wattbedarf von Kopfhörern und Lautsprechern du wirklich hast.
Statt dich von Marketing-Zahlen blenden zu lassen, lernst du hier, wie du den Wattbedarf von Kopfhörern und Lautsprechern realistisch einschätzt und auf deine Setup-Praxis überträgst.
Bevor wir in die Untiefen der Verstärkerleistung eintauchen, lass uns eines klarstellen: Mehr Watt bedeutet nicht automatisch besseren Klang. Das ist wie bei einem Auto – nur weil es 300 PS hat, fährt es nicht zwangsläufig komfortabler als ein 150 PS-Modell.
Watt ist einfach die physikalische Einheit für Leistung, benannt nach dem schottischen Ingenieur James Watt (der sich vermutlich nie hätte träumen lassen, dass sein Name einmal auf jeder HiFi-Anlage prangen würde). Bei Audioverstärkern gibt die Wattzahl an, wie viel elektrische Leistung der Verstärker in deine Kopfhörer oder Lautsprecher pumpen kann.
Der wichtigste Unterschied, den du kennen solltest: Kopfhörer brauchen nur einen Bruchteil der Leistung, die Lautsprecher verschlingen.
Hier zeige ich dir, wie du den Wattbedarf von deinen Kopfhörern berechnest.
Für Kopfhörer reden wir meist nicht mal von Watt, sondern von Milliwatt (mW) – also tausendstel Watt. Warum? Weil die kleinen Treiber direkt an deinen Ohren sitzen und nicht erst einen ganzen Raum beschallen müssen. Ein typischer Kopfhörer kann mit nur 1 mW bereits einen Schalldruckpegel von 85–100 dB erreichen – das ist ungefähr so laut wie ein Motorrad aus nächster Nähe!
Doch hier wird’s interessant: Je nach Modell kann der Leistungsbedarf für den gleichen Lautstärkepegel um bis zu Faktor 500 variieren. Ein hochsensibler In-Ear mit 100 dB/mW Wirkungsgrad braucht für deine Lieblings-Metalband praktisch nichts, während ein störrischer audiophiler Planarkopfhörer mit 85 dB/mW dein Smartphone-Ausgang zum Schwitzen bringt.
Im nächsten Abschnitt zeige ich dir konkret, wie du den Wattbedarf von Lautsprechern berechnen kannst – inklusive Beispielrechnung für dein Wohnzimmer.
Bei Lautsprechern wird’s dann richtig hungrig. Hier reden wir tatsächlich von Watt, nicht Milliwatt. Ein durchschnittlicher Standlautsprecher braucht deutlich mehr Saft, um den gleichen Schalldruck zu erzeugen – schließlich muss der Sound den ganzen Raum füllen.
Aber auch hier gilt: Die Zahl allein sagt fast nichts. Ein effizienter Lautsprecher mit 92 dB/W Wirkungsgrad kann mit 35 Watt schon deine Nachbarn wahnsinnig machen, während ein ineffizienter 85 dB/W‑Lautsprecher mit derselben Leistung eher müde vor sich hin tönt.
Jetzt wird’s schmutzig: Viele Hersteller werben mit astronomischen Wattzahlen, die in der Praxis so relevant sind wie ein Regenschirm in der Wüste. “1000 Watt PMPO!” schreit die Verpackung, während das Gerät in Wirklichkeit vielleicht 50 Watt RMS liefert.
PMPO (Peak Music Power Output) ist ein reiner Marketing-Begriff ohne standardisierte Messmethode. Wenn du wirklich wissen willst, was dein Verstärker kann, schau nach dem RMS-Wert (Root Mean Square). Das ist die kontinuierliche Leistung, die der Verstärker über längere Zeit liefern kann, ohne in Flammen aufzugehen.
Viel wichtiger als die reine Wattzahl sind zwei andere Faktoren, die kaum jemand beachtet:
Diese Zahl (in dB/mW oder dB/W) sagt dir, wie effizient dein Kopfhörer oder Lautsprecher elektrische Leistung in Schall umwandelt. Je höher, desto lauter wird’s bei gleicher Leistung. Bei einer Steigerung von nur 3 dB brauchst du bereits die halbe Leistung für die gleiche Lautstärke. Mind. Blown.
Die in Ohm (Ω) gemessene Impedanz bestimmt, wie “schwer” es für deinen Verstärker ist, Strom in den Kopfhörer oder Lautsprecher zu drücken. Bei Kopfhörern kann sie von 15 Ω bis 600 Ω reichen, bei Lautsprechern meist zwischen 4 Ω und 8 Ω.
Ein 32-Ohm-Kopfhörer lässt sich problemlos von deinem Smartphone antreiben, während ein 300-Ohm-Modell einen speziellen Kopfhörerverstärker benötigt, der genug Spannung liefern kann.
Hier wird’s für den Audiophilen richtig gruselig: Ein zu schwacher Verstärker, der über seine Grenzen gepusht wird, erzeugt “Clipping” – die Signalspitzen werden abgeschnitten, was zu einem harschen, verzerrten Klang führt. Auf Dauer können diese verzerrten Signale deine Kopfhörer oder Lautsprecher beschädigen – ganz zu schweigen von deinen Ohren.
Genau wie in einem guten Horrorfilm ist es nicht der Mangel an Kraft, der tötet, sondern der verzweifelte Versuch, mehr zu geben, als man hat.
Jetzt wird’s praktisch. So berechnest du, was du wirklich brauchst:
Bedeutet: Du brauchst einen Kopfhörerverstärker, der mindestens 100 mW bei der Impedanz deines Kopfhörers liefern kann.
Die Rechnung ist ähnlich, aber denk zusätzlich an den Abstand zum Lautsprecher. Pro Verdoppelung der Entfernung verlierst du 6 dB Schalldruck. Sitzt du 4 Meter von deinen Boxen entfernt, brauchst du bereits 12 dB mehr Leistung als bei 1 Meter Entfernung!
Stell dir vor, du willst dein Wohnzimmer in eine Knocked-Loose-Live-Kulisse verwandeln. Deine Boxen haben einen Wirkungsgrad von 88 dB/W/m (steht im Handbuch) – nicht die effizientesten, aber solide. Du willst 100 dB Schalldruck an deinem Sessel, der 4 Meter von den Boxen entfernt steht. So rechnest du deinen Verstärkerbedarf aus:
Ein 400-Watt-Verstärker bei 8 Ohm ist dein Ticket zum Mosh-Pit – aber check vorher die Impedanzkurve deiner Boxen! Manche Modelle sacken auf 4 Ohm ab, dann verdoppelt sich der Strombedarf.
Ein kurzer Shoutout an die neue Generation von Class-D-Verstärkern. Diese digitalen Kraftwerke arbeiten viel effizienter als herkömmliche Verstärker und können mit nominell weniger Watt oft größere Lautstärken erzeugen als ihre klassischen Pendants. Perfekt für Metalheads, die höllische Bässe ohne Hitzeproblemen wollen.
Während Class-D-Verstärker mit ihrer Effizienz punkten, bleibt Class‑A die Referenz für Puristen. Diese Analog-Veteranen arbeiten mit konstantem Ruhestrom – selbst wenn kein Signal anliegt. Das mag wie Energieverschwendung klingen (Wirkungsgrad nur 20–30%), garantiert aber eine nahezu verzerrungsfreie Verstärkung selbst der feinsten Nuancen.
Der Sound? Ein samtiger Teppich aus Details, der selbst bei komplexen Metal-Arrangements jede Gitarrenschicht und Doppelfußmaschine isoliert. Die Wärmeentwicklung könnte allerdings einen Kamin ersetzen – wer Class‑A wählt, investiert in Klangqualität und Heizkostenzuschuss gleichermaßen. Für Audiophile, die jedes Detail von Ghosts Orgelwerken oder Slipknots Rhythmuswandern hören wollen, lohnt der Aufwand. Für den mobilen Gebrauch oder Energiebewusste bleibt’s eher ein Nischenphänomen.
Am Ende läuft alles auf diese Kernpunkte hinaus:
Ob du nun deine Ghost-Alben über Kopfhörer oder Black Sabbath über fette Standlautsprecher hörst – mit dem richtigen Verstärker wird dein Musikerlebnis definitiv intensiver. Und denk dran: Zu viel Leistung kann deinen Ohren mehr Angst einjagen als jeder Horrorfilm. Also höre verantwortungsvoll!

Der IOTAVX AVX 17 wurde uns kostenlos vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Klingt nach Beeinflussung? Keine Sorge – wie immer bleiben wir kompromisslos ehrlich und neutral. Bei uns gibt’s keine PR-Floskeln, sondern die nackte Wahrheit – egal ob ein Produkt glänzt oder spektakulär versagt.
IOTAVX verfolgt mit der IOTAVX AVX 17 einen völlig anderen Ansatz als Mainstream-Hersteller wie Denon und Marantz oder High-End-Marken wie StormAudio und Trinnov. Statt Kunden mit automatischen Einmesssystemen und komplexen Raumkorrekturen zu beeindrucken, konzentrieren sie sich auf erstklassige Hardware und geben euch mächtige manuelle Werkzeuge an die Hand.
Die Philosophie dahinter ist simpel: Hochentwickelte Algorithmen wie Audyssey, Dirac Live oder Trinnovs proprietäre Lösungen verschlingen Entwicklungsbudgets – und diese Kosten landen zwangsläufig bei uns als Endkunden. IOTAVX hat stattdessen entschieden, das Budget in exzellente Hardware zu stecken und bei der Software auf das Wesentliche zu reduzieren, ohne auf wichtige Codecs wie Dolby Atmos und DTS:X zu verzichten.
Ihr bekommt zwar kein vollautomatisches Audio-Wunderwerk, dafür aber leistungsstarke manuelle Werkzeuge für Audio-Enthusiasten. Etwas Bastelarbeit ist also gefragt – aber für Audiophile und Heimkino-Fans, die wissen wollen, was in ihrem Setup wirklich steckt, ist genau das ein Grund zum Feiern!





Zum Lieferumfang gibt’s nicht viel zu sagen: Netzkabel, Fernbedienung, Einmessmikro, 4x Trigger-Kabel, das Gerät selbst und eine Anleitung – mehr braucht’s auch nicht. Das eigentliche Highlight ist die innere Ausstattung: Die IOTAVX AVX 17 bietet satte 17 Kanäle, aufgeteilt in 13.4, womit Setups bis zu 7.4.6 möglich sind. Alle wichtigen Formate wie Dolby Atmos und DTS:X werden unterstützt – hier gibt’s keine Kompromisse.


Die Anschlussvielfalt ist beeindruckend:
Die zwei HDMI-Ausgänge sind besonders praktisch, wenn ihr beispielsweise TV und Beamer parallel betreiben wollt. Der erste HDMI-Ausgang unterstützt zudem ARC, um den Sound vom TV zurück an die AV-Vorstufe zu leiten.





Die Verarbeitungsqualität der IOTAVX AVX 17 ist absolut high-end. Das massive Metallgehäuse, die hochwertigen Anschlüsse und das informative Frontdisplay schreien förmlich “Ich bin ein audiophiles Kraftpaket!” Hier gibt’s nichts zu meckern – IOTAVX unterstreicht ihren Anspruch, kompromisslose Qualität zu liefern.
Die Software hingegen ist… sagen wir mal… funktional statt sexy. Hier gibt’s keine hochglanzpolierte Benutzeroberfläche, sondern eine zweckmäßige, teils pixelige Darstellung. Ehrlich gesagt: Wer braucht Schnickschnack, wenn die Funktionalität stimmt?
Das integrierte Einmesssystem erkennt die Abstände der Lautsprecher zur Hörposition erstaunlich präzise und erleichtert die Grundeinrichtung enorm. Die rudimentären DSP-Filter sind für den Anfang durchaus brauchbar – das wahre Highlight ist jedoch der extrem flexible parametrische EQ:
Was fehlt? Auf moderne Komfortfunktionen wie Streaming, Netzwerkanschluss, WLAN und Multiroom müsst ihr verzichten. Die IOTAVX AVX 17 unterstützt allerdings eine zweite Zone für Musik in einem anderen Raum. Der interne DAC verarbeitet Signale bis 192kbit – völlig ausreichend für Filmgenuss und Musik. Ein Phono-Vorverstärker ist ebenfalls nicht an Bord, also plant entsprechend, wenn ihr Vinyl hören wollt.
Die Ersteinrichtung geht erstaunlich flott von der Hand. Mit dem automatischen Einmesssystem erzielt man bereits akzeptable Ergebnisse – perfekt für einen ersten Höreindruck. Schon nach dieser grundlegenden Einrichtung kann man direkt mit dem Hören beginnen und bekommt einen soliden Eindruck vom Potenzial des Systems.
Nach den ersten Filmen haben wir allerdings die Lautstärken einzelner Kanäle manuell angepasst. Die Atmos-Kanäle waren für unseren Geschmack etwas zu zurückhaltend, weshalb wir sie um 1,5dB angehoben haben – genau diese Flexibilität macht die IOTAVX AVX 17 so interessant.
Wer das volle Potenzial der IOTAVX AVX 17 ausschöpfen will, sollte sich mit der Software Room EQ Wizard (REW) vertraut machen und ein kalibriertes Messmikrofon besorgen. Wir haben ein miniDSP UMIK1 verwendet, die Kalibrierungsdaten in REW importiert und dann jeden Kanal einzeln vermessen.
Zugegeben: Bei so vielen Kanälen ist das ein ordentliches Stück Arbeit – ähnlich wie wenn ihr eure erste Platte auf Vinyl hört und realisiert, dass ihr jetzt ein ganzes Kaninchenloch an audiophilen Möglichkeiten entdeckt habt. Nach den Messungen haben wir die Parameter berechnet – REW macht das zum Glück recht einfach – und dann manuell über die Fernbedienung in die IOTAVX AVX 17 eingegeben.
Klingt mühsam? Ist es auch! Aber das Ergebnis ist absolut beeindruckend. Wir haben natürlich auch ein paar Feinheiten nach unserem persönlichen Geschmack angepasst, besonders im Bassbereich – mehr Druck für die brutalen Breakdowns bei unseren Metal-Sessions. Genau diese Möglichkeit, selbst Hand anzulegen und zu experimentieren, macht unglaublich viel Spaß!
Die Software ist nicht gerade ein Augenschmaus, aber die Einstellmöglichkeiten sind umfangreich. Nach der Ersteinrichtung hat man im Alltag jedoch weitgehend seine Ruhe und kann den IOTAVX AVX 17 problemlos nutzen.
Die alltägliche Bedienung ist erfreulich unkompliziert. Dank CEC lässt sich die Vorstufe in den meisten Fällen bequem über den Fernseher steuern – hier gab es in unseren Tests keinerlei Probleme. Die Funktionen sind intuitiv erreichbar, und nach einer kurzen Eingewöhnungszeit greift man blind zur richtigen Taste.
Kommen wir zum Entscheidenden: Wie klingt dieses Beast? Die AVX 17 spielt erfreulich neutral und ausgewogen, ohne einen bestimmten “Einschlag” wie ihn beispielsweise Denon-Geräte haben. Sie offenbart die Aufnahme in ihrer reinsten Form, ohne eigene Färbung hinzuzufügen.
Gerade im Bassbereich kann sie dank der flexiblen EQ-Einstellungen direkt zupacken – wir haben hier ordentlich an den Reglern gedreht, um zu sehen, was möglich ist, und waren absolut begeistert. Bass-Drops, wie sie bei modernem Metal zum Standard gehören, kommen mit einer Präzision und Kraft, die man sonst nur von deutlich teureren Systemen kennt.
Wie bereits erwähnt, empfanden wir die werkseitige Einpeglung der Atmos-Lautsprecher als etwas zu zurückhaltend und haben hier nachgeholfen. Leider kann man nicht einzelne Kanäle isoliert testen, wie es bei manchen Konkurrenzprodukten möglich ist – das wäre für analytisches Hören hilfreich, ist für den Normalanwender aber kein Dealbreaker.
Die IOTAVX AVX 17 erzeugt eine beeindruckend homogene Surround-Atmosphäre mit hervorragender räumlicher Abbildung. Die Kanaltrennung ist präzise, ohne ungewollte Überblendungen. Was mir besonders gefällt: Die Vorstufe spielt ungeschönt und offenbart dadurch auch Schwächen in der Abmischung – ein Zeichen für ihre natürliche Wiedergabe.
Bei der 3D-Sound-Wiedergabe überzeugt die IOTAVX AVX 17 durch Präzision und Homogenität. Die Deckenlautsprecher werden exakt angesteuert und in ein stimmiges Gesamtbild integriert. Das einzige “Problem”: Die meisten Film-Tonspuren schöpfen die Möglichkeiten der Hardware noch nicht voll aus. Hier sind eher die Filmstudios gefordert, bessere Atmos-Mischungen zu liefern.
Wir haben unseren Plattenspieler mit einer Graham Slee GramAmp 2 SE Phono-Vorstufe an die IOTAVX AVX 17 angeschlossen. Natürlich wandelt die Vorstufe das analoge Signal zunächst in ein digitales um – anders wären DSP und Lautstärkeregelung nicht möglich. Dennoch ist der Klangunterschied zur komplett analogen Kette erstaunlich gering.
Der große Vorteil: Unsere auf den Raum optimierten EQs gleichen vorhandene akustische Schwächen perfekt aus. Hier zeigt sich wieder die Stärke des IOTAVX-Ansatzes: Lieber eine exzellente Hardware-Basis mit manuellen Anpassungsmöglichkeiten als Automatik-Features, die am Ende nicht das Optimum herausholen.
Da die IOTAVX AVX 17 selbst keine Streaming-Funktionen bietet, haben wir diverse externe Streamer und DACs angeschlossen (WiiM, Eversolo, Burson, Shanling etc.). Auch hier bestätigt sich die neutrale Arbeitsweise der Vorstufe: Obwohl sie intern die Signale digital wandelt, setzt sie keine eigene klangliche Note drauf. Die charakteristischen Unterschiede zwischen den verschiedenen Quellgeräten bleiben erhalten.
Natürlich haben wir auch mit der IOTAVX AVX 17 gezockt – sowohl am PC als auch an diversen Konsolen. Die Performance ist durchweg überzeugend, mit einem kleinen Wermutstropfen: Aufgrund des HDMI 2.0b Standards sind keine 120Hz-Signale möglich. Wenn euch das wichtig ist, solltet ihr die entsprechenden Quellgeräte direkt an den Fernseher anschließen und den Ton via ARC zur IOTAVX AVX 17 leiten.
Die IOTAVX AVX 17 ist definitiv ein eigensinniges Produkt, das sich mehr an Enthusiasten als an Einsteiger richtet. Dennoch könnte sie ein idealer Einstieg in die High-End-Welt sein – wie das erste Death-Metal-Album, das euch die Tür zu einer völlig neuen Klangwelt öffnet. Anfangs vielleicht einschüchternd, aber mit wachsender Erfahrung immer faszinierender.
Im Vergleich zur Konkurrenz steht die IOTAVX AVX 17 hervorragend da:
Erst deutlich teurere Geräte von StormAudio oder Trinnov bieten ähnliche PEQ-Funktionen plus zusätzliche Features wie Bass-Management oder Active-Room-Treatment – allerdings zum 3- bis 5‑fachen Preis. Hier ist IOTAVX wie ein aufstrebendes Underground-Label, das die großen Plattenkonzerne in Sachen Preis-Leistung alt aussehen lässt.

Mit dem gesparten Budget könnt ihr locker in einen hochwertigen externen Streamer investieren. Empfehlenswert sind der WiiM Pro Plus oder WiiM Ultra für den kleineren Geldbeutel, oder der Eversolo DMP-A6 (Master Edition) als anspruchsvollere Lösung. Wir haben alle diese Geräte bereits mit der IOTAVX AVX 17 getestet – sie harmonieren hervorragend!
Ehrlich gesagt: aktuell braucht kein Mensch 8K. Die meisten Hersteller nehmen ihre 8K-Geräte bereits wieder aus dem Sortiment, weil der Markt schlicht nicht da ist. Selbst 4K hat es noch nicht überall geschafft, und im Heimbereich wird 8K entweder noch Jahre brauchen oder sich gar nicht durchsetzen.
Bei typischen Betrachtungsabständen und Bildschirmgrößen im Heimkino ist der Unterschied zwischen 4K und 8K kaum wahrnehmbar – ähnlich wie der Unterschied zwischen einem gut gemasterten MP3 und einer High-Res-Datei auf einem Durchschnitts-System. (Denkt dran der AVX 17 ist nicht durchschnitt und hier bekommt ihr die Unterschiede direkt auf dem Präsentierteller)
Auch im Gaming-Bereich kämpfen aktuelle Grafikkarten noch damit, stabile Frameraten bei 4K mit allen Details und Raytracing zu liefern. Selbst Sony hat das 8K-Logo von der PlayStation 5 entfernt, da sie nicht an die kurzfristige Marktrelevanz glauben.
Die IOTAVX AVX 17 ist ein Gerät mit klarem Fokus: kompromisslose Klangqualität ohne überflüssigen Schnickschnack. Sie richtet sich an Audio-Enthusiasten, die bereit sind, sich mit der Materie auseinanderzusetzen und das letzte Quäntchen Performance aus ihrem Heimkino-Setup herauszukitzeln – vergleichbar mit dem Unterschied zwischen einem normalen Fan und einem echten Metalhead, der jede Note seines Lieblingsalbums kennt.
Mit ihrer erstklassigen Verarbeitung, den umfangreichen Anschlussmöglichkeiten und dem neutralen, detailreichen Klangbild überzeugt die IOTAVX AVX 17 auf ganzer Linie. Besonders beeindruckend ist der flexible parametrische EQ, der eine präzise Anpassung an den eigenen Raum und Geschmack ermöglicht.
Die Vorstufe ist kein Plug-and-Play-Gerät für Einsteiger, sondern eine audiophile Sandbox für Tüftler und Klangperfektionisten. Wer bereit ist, Zeit und Mühe in die Einrichtung zu investieren, wird mit einem Klangerlebnis belohnt, das deutlich teurere Geräte in den Schatten stellt.
Im Zusammenspiel mit den passenden IOTAVX AVXP1 Endstufen entsteht ein Heimkino-Setup, das in Sachen Preis-Leistung seinesgleichen sucht. Für Metal-Fans, Horrorfans und Filmliebhaber, die Wert auf ungefärbte, kraftvolle Wiedergabe legen, ist das IOTAVX-System eine echte Offenbarung – wie der erste Besuch auf einem Konzert in der ersten Reihe, wenn die Basswellen direkt durch den Körper gehen.
* Die Wertung bezieht sich immer auf die jeweilige Preisklasse.
]]>Lasst mich ehrlich sein: Wie viele von euch sitze ich gefühlt endlos vor dem Bildschirm. Mindestens 40 Stunden pro Woche im Job, dazu kommt Bloggen, Screener schauen, Zocken und was man sonst noch so treibt. Schnell summiert sich das auf locker 60+ Stunden wöchentlich – und fast immer mit Kopfhörern auf den Ohren. Da ist der Wunsch nach dem perfekten Sound-Erlebnis keine Spinnerei, sondern pure Notwendigkeit für die mentale Gesundheit!
Wichtig vorab: Den Audeze LCD‑X habe ich vom deutschen Vertrieb kostenlos zum Testen bekommen. Das beeinflusst meine Meinung jedoch in keiner Weise – hier bekommt ihr nichts als die 100% unabhängige Wahrheit.
In meinem fünfwöchigen Test (mit über 300 Stunden Tragedauer!) habe ich den Kopfhörer durch die audiophile Hölle geschickt und mit verschiedenen Setups kombiniert:
Der Vorteil: Bei mehreren Geräten konnte ich die integrierten Kopfhörerverstärker gegen die separaten Lehmann-Amps benchmarken. Perfekt für einen kompromisslosen Test!



Der Audeze LCD‑X kommt in einem schwarzen Travel Case – einem veritablen Koffer, mit dem ihr definitiv bei euren Audio-Buddies angeben könnt! Darin findet ihr neben dem Kopfhörer selbst:
Während viele Hersteller bei den Kabeln sparen, liefert Audeze hier wirklich solide Qualität. Das Kabel ist nicht das flexibelste, aber definitiv besser als viele Konkurrenten. Einziger Wermutstropfen: Die symmetrische Verbindung wird nur bis zum XLR-Stecker geführt. Ein 4,4mm symmetrischer Adapter wäre eine sinnvolle Ergänzung gewesen.
Der Travel Case ist ein schickes Extra für unterwegs – gerade für Audio-Profis nützlich, auch wenn ich persönlich im Home-Setup darauf verzichten könnte.


Beim Audeze LCD‑X handelt es sich um einen Magnetostaten in offener Bauweise. Anders als bei klassischen Kopfhörern besteht der “Lautsprecher” aus einer hauchdünnen Folie (Membran), auf die leitfähiges Material aufgedampft wurde. Diese ultradünne Membran schwingt zwischen Dauermagneten und erzeugt so den Sound.
Die technischen Daten im Überblick:
Während Magnetostaten tendenziell nicht so tief spielen können wie konventionelle Treiber, glänzen sie mit extremen Höhen. Und keine Sorge: Mit 612g ist der Audeze LCD‑X zwar kein Leichtgewicht, aber noch lange kein Nackenbrecher – wer Studio-Kopfhörer gewohnt ist, wird keine Probleme haben.



Erfahrungsgemäß sind offene Kopfhörer für lange Arbeitssitzungen unschlagbar, und der Audeze LCD‑X macht hier keine Ausnahme. Das spartanisch wirkende Kopfband entpuppt sich im täglichen Gebrauch als durchdacht konstruiert:



Nach fast 10 Jahren mit Noise-Cancelling-Kopfhörern, die mich oft schwitzen ließen und ein klaustrophobisches “Aquarium-Gefühl” erzeugten, fühle ich mich mit dem offenen Design wie dem Audeze LCD‑X befreit. Gerade für Telkos ist das genial – ich höre meine eigene Stimme natürlich und neige weder zum Schreien noch zum Nuscheln.
Die runden Ohrmuscheln (meine Ohren passen komplett hinein) sind für mich perfekter als die ovale Form mancher Konkurrenten wie Hifiman. Bei letzteren hatte ich das Problem, dass sie mit dem unteren Ende auf meinem Kiefer auflagen und das Sprechen in Telefonkonferenzen unangenehm machten. Beim Audeze LCD‑X hingegen stören weder die nach vorn gerichteten Kabelanschlüsse noch beeinträchtigen sie die Bewegungsfreiheit – ideal, wenn man zwischen zwei 28-Zoll-Monitoren hin und her schaut.
Selbst mit Kapuzenpulli gibt’s keine Kabelprobleme – wichtig für alle, die wie ich im Home Office zwischen Arbeits- und Chill-Modus wechseln!
Klar, theoretisch könnte man den Shanling M5 Ultra (Review) in die Hosentasche stecken und mit dem Audeze LCD‑X durch die Wohnung laufen. Funktioniert erstaunlich gut, aber ehrlich: Der Kopfhörer ist dafür einfach zu klobig. Das ist definitiv kein Gadget für unterwegs, sondern eine Workstation-Lösung.

Typisch für Magnetostaten: Der Audeze LCD‑X liefert keinen ultra-ausgeprägten Bass, sondern einen eher natürlichen, zurückhaltenden Tiefton. Mit DSP lässt sich das zwar anpassen, aber nach längerem Hören merkt man: Der ausgewogene Bass hat auch Vorteile.
Double-Bass-Salven und Bass-Drops in Breakdowns kommen knackig und präzise – nur ohne den letzten Rest physischen Druck, den Bassheads vielleicht vermissen könnten. Für Metal- und Rock-Fans: Der Bass ist genau richtig, um dem Druck standzuhalten, ohne zu überwältigen.
Hier spielt der Audeze LCD‑X seine absolute Stärke aus! Die Auflösung ist phänomenal und arbeitet selbst kleinste Details von Instrumenten heraus. E‑Gitarren und E‑Bass schieben energisch nach vorne, Drums werden plastisch dargestellt. Gesang und Sprache klingen hervorragend verständlich – perfekt für alle, die zwischen Musik und Telekonferenzen wechseln müssen.
Die Mittendarstellung ist so transparent, dass ihr selbst in dichtem Mix-Gewusel jedes Instrument klar orten könnt – ein Traum für analytisches Hören!
Die Höhen des Audeze LCD‑X sind knackig präsent, aber nicht nervig aufdringlich – genau richtig für lange Sessions. Als Studio-Kopfhörer konzipiert, bleibt er hier eher ausgewogen. Dennoch macht es unglaublichen Spaß, Becken präzise zu orten und sich von der Musik komplett umhüllen zu lassen.
Der Kopfhörer ist extrem räumlich, alles lässt sich perfekt orten. Bei aggressiver Musik wie Cattle Decapitation’s “Bring Back the Plague” ist es ein Fest zu hören, welches Klang-Meisterwerk die Band geschaffen hat. Die tiefen Growls und fiesen höheren Vocals umhüllen einen perfekt.
Die Bühne ist zwar mittelmäßig breit, holt euch aber von der Tiefe her mitten ins Geschehen – weniger FOH-Position, eher Moshpit-Feeling. Für mich als Metal-Fan absolut perfekt. Ihr steht nicht distanziert am Rand, sondern mitten im Geschehen!
Hier glänzt der Audeze LCD‑X am hellsten. Jede Feinheit wird sauber herausgearbeitet, was auch bedeutet: Ihr hört auch Fehler in Abmischungen. Nehmt Amon Amarth’s “Valkyries Ride” – ihr hört nicht nur die brutal treibende Bass-Drum, sondern auch das Pedal des Schlagzeugers. Für mich macht genau das die Musik authentisch. Es ist wie bei einem Live-Konzert: raw und ungefiltert.
Das Impulsverhalten und die Transientendarstellung sind erstklassig – ein Kopfhörer, den ich definitiv neben meinem Beyerdynamic DT 1990 Pro behalten würde.


Jetzt werde ich euch mal die ungeschminkte Wahrheit sagen: Wenn ihr euch ein Kopfhörer-Setup aufbauen wollt, fangt mit dem Kopfhörer an. Nach all meinen Tests bin ich überzeugt, dass er den größten Einfluss hat.
Die wichtigsten Faktoren:
Und das Beste: Selbst an einem günstigen DAC mit Kopfhörerverstärker klingt der LCD‑X bereits beeindruckend. Ja, zwischen meinem ersten und letzten Setup höre ich deutliche Unterschiede – aber selbst mit einfachem Equipment macht der Kopfhörer Spaß!
Der Upgrade-Pfad ist klar:
Lohnen sich die 1200€? Wenn ihr täglich stundenlang mit Kopfhörern arbeitet: definitiv. Bei der Bauweise und der Materialqualität werdet ihr viele Jahre Freude daran haben. Rechnet selbst nach, wie viele Stunden ihr das Teil tragen werdet und wie schnell ihr bei billigeren Alternativen ständig Ersatz kaufen müsst.
Mit dem Audeze LCD‑X bekommt ihr keinen Kopfhörer, von dem ihr schnell “satt” werdet. Er ist ein Arbeitsgerät – aber eines, mit dem ihr auch gemütlich auf dem Sofa chillen und eure Lieblingsalben neu entdecken könnt.
Wer den Audeze LCD‑X optimal ausreizen will, sollte in einen neutralen, potenten Verstärker investieren. Gerade günstige Amps, die bereits im oberen Leistungsbereich arbeiten, können den Klang signifikant verschlechtern.
Ein guter Verstärker macht den Weg frei, um später auch am DAC zu schrauben. Hier kommt viel Klangpotential her – aber nur mit guter Verstärkung und Kopfhörern holt ihr das Maximum aus eurem DAC.
Meine Erfahrung mit dem Upgrade-Pfad:

Wer sofort das Maximum will: Kombiniert den Burson Audio Playmate 3 Deluxe mit dem Audeze LCD‑X. Beeindruckender Klang garantiert, mit reichlich Leistungsreserven durch die Class-A-Verstärkung. Die Werks-OpAmps sind bereits erstklassig, aber wer experimentierfreudig ist, kann hier noch weitere Klangcharakteristiken erschließen.
Der Audeze Audeze LCD‑X überzeugt im Gesamtpaket auf ganzer Linie. Hervorragender Tragekomfort auch über lange Strecken, analytische Präzision und beeindruckende Transparenz machen ihn zum Traumpartner für alle, die täglich viele Stunden Audio-Content konsumieren.
Mit hochwertiger Zuspieler-Hardware wird er zum absoluten Traum – ein Kopfhörer, der ganz klar Referenzqualitäten mitbringt und den ich am liebsten gar nicht mehr zurückgeben würde!
Für Metal-Fans, Gamer mit audiophilen Ansprüchen und alle, die lange Arbeitssessions mit makellosem Sound überstehen wollen, ist der Audeze LCD‑X einen ernsthaften Blick wert. Ja, er ist eine Investition – aber eine, die sich für echte Intensiv-Nutzer jeden Tag aufs Neue bezahlt macht.
]]>Wir haben mittlerweile auch einen eigenen Youtube-Channel. Hier versuche ich regelmäßig für euch Reviews mit bewegtem Bild bereit zu stellen und mehr mit euch in Kontakt zu treten. Schaut doch einfach mal vorbei und aboniert den Kanal. Danke!
Bevor wir in die Vollen gehen: Ja, wir haben den P4 von Fosi Audio zum Testen bekommen. Aber keine Sorge – wir sind nicht käuflich und sagen dir genau, was Sache ist. Du bekommst hier keine Marketing-Floskeln, sondern die ungefilterte Wahrheit von Leuten, die selbst schon einige Fosi-Geräte im Einsatz haben und wissen, wovon sie reden.
Für unseren Test haben wir ein ziemlich irres Setup zusammengestellt: Als Quellen dienten der Eversolo DMP-A6, der DMP-A6 Master Edition, der WiiM Ultra und ein EAT Prelude Plattenspieler mit Graham Slee Gram Amp 2 SE Phono-Vorverstärker. Als Endstufen mussten der Fosi Audio V3 Mono, der Eversolo AMP-F2, IOTAVX AVXP1 und der Transaudio D5pro ran. Für den Sound sorgten die B&W 704 und Amphion Argon 3S Lautsprecher. Für den Kopfhörertest standen die Lehmann Audio Linear und Linear II bereit, zusammen mit dem Audeze LCD‑X und Beyerdynamic DT 1990 Pro. Kurz: Wir haben alles aufgefahren, was die Bude hergibt!

Der Fosi Audio P4 kommt im typischen Fosi-Design: Schwarzes Aluminiumgehäuse, kompakt und schlicht – definitiv kein Eye-Catcher, aber auch kein hässlicher Kasten, der sich im Rack verstecken muss. Vorne gibt’s einen großen kupferfarbenen Lautstärkeregler, einen Ein/Aus-Schalter und eine kleine blaue LED. Kein Schnickschnack, aber alles, was man braucht.
Die Verarbeitung? Für 120 Tacken erstaunlich gut! Das Teil fühlt sich nicht wie ein billiger China-Import an, sondern wie richtiges Audio-Equipment. Der Lautstärkeregler dreht sich mit sattem Widerstand – keine wackelige Plastikangelegenheit. Klar, gegen einen 500€-Preamp verliert er im Luxus-Faktor, aber hey – wir reden hier von einem 120€-Gerät!
Auf der Rückseite erwarten dich mehrere Cinch-Eingänge und ein Cinch-Ausgang. Alles sauber verarbeitet und fest montiert – hier wackelt nichts und fühlt sich wie Spielzeug an.


Unter der Haube arbeitet eine clevere Schaltung, die für einen neutralen, ausgewogenen Klang sorgt. Der Fosi Audio P4 wird von einem externen 12V-Schaltnetzteil versorgt – und hier liegt auch gleich unser erster Upgrade-Tipp: Tausch das mitgelieferte Netzteil gegen ein lineares (z.B. dieses) aus, und der kleine Preamp macht einen Quantensprung nach vorne!
Die technischen Daten lesen sich schon auf dem Papier ziemlich impressive: Frequenzgang von 10Hz bis 100kHz, Signal-Rausch-Verhältnis von über 110dB und Verzerrungen unter 0,01%. Für ein Budget-Gerät sind das Werte, die selbst manchen High-End-Konkurrenten ins Schwitzen bringen.
Der Fosi Audio P4 bietet mehrere vergoldete Cinch-Eingänge für deine Quellgeräte und einen Cinch-Ausgang für die Endstufe. Klingt simpel? Ist es auch – aber manchmal ist weniger mehr. Unsere Empfehlung: Investiere in ordentliche Kabel wie die Sommer Cable Epilogue, und du holst nochmal deutlich mehr aus dem kleinen Kistchen raus.
Ein Subwoofer-Ausgang fehlt zwar, aber mit einem Y‑Adapter lässt sich das Problem easy lösen. Für den durchschnittlichen Stereohörer ist alles an Bord, was man braucht – ohne unnötigen Schnickschnack, der nur verwirrt.
Hier wird’s spannend! Der kleine Fosi Audio P4 überrascht mit einer Klangqualität, die man für diesen Preis niemals erwarten würde. Der Sound ist neutral, transparent und lässt die Charakteristik deiner angeschlossenen Geräte unverfälscht durch.
Beim Check von Whitechapel’s “Hymns in Dissonance” – unsere aktuelle Vinyl-Lieblingsscheibe (hier gehts zum Review) – beweist der P4, dass er auch brutalen Deathcore mühelos verarbeiten kann. Die Doublebass-Angriffe knallen mit sattem Druck, ohne je matschig zu werden, während die Gitarren mit gnadenloser Präzision schneiden. Phil Bozemans Growls klingen, als würde er direkt neben dir stehen und dir ins Ohr brüllen – genau so soll’s sein!
Bei unseren Vergleichstests mit den unterschiedlichen Lautsprechern zeigt sich, dass der Fosi Audio P4 die jeweiligen Charakteristika wunderbar durchlässt: Die B&W 704 spielen mit ihrer typischen Detailverliebtheit und dem leicht warmen B&W‑Sound, während die Amphion Argon 3S ihre überlegene Klarheit und Authentizität zeigen – nicht umsonst werden Amphion-Speaker von Produzenten wie Jens Bogren und Will Putney genutzt.
Der Fosi Audio P4 begrenzt die Qualität deines Setups nicht – er lässt die Stärken (und leider auch Schwächen) deiner anderen Komponenten unverfälscht durchscheinen. Für einen Vorverstärker dieser Preisklasse ist das alles andere als selbstverständlich.
Wie bereits angedeutet: Das Standardnetzteil ist der limitierende Faktor des P4. Mit einem linearen Netzteil gewinnt der Klang spürbar an Ruhe, Präzision und räumlicher Tiefe. Das Grundrauschen verschwindet fast komplett, und plötzlich kommen Details durch, die vorher im Rauschen untergegangen sind.
Für 50–80€ bekommst du bereits ein lineares Netzteil, das eine heftige Verbesserung bringt. Wer mehr investieren will, findet Optionen zwischen 100–200€, die das Klangpotenzial des P4 komplett freisetzen. Bei einem Basispreis von 120€ ist so ein Upgrade absolut sinnvoll – es bringt den kleinen Preamp auf ein Level, das deutlich teurere Geräte ins Schwitzen bringt. Wir hatten gerade eines um die 100€ im Test.
Im Vergleich zu Vorverstärkern aus der 300–500€-Liga fehlt dem Fosi Audio P4 etwas die letzte Feinzeichnung und die absolute Präzision bei der räumlichen Abbildung. Auch die Kontrolle über den tiefsten Bass und die Auflösung im Hochtonbereich können mit den teureren Alternativen nicht ganz mithalten.
Aber – und das ist ein großes ABER – der P4 schlägt sich in diesen Vergleichen erstaunlich gut! Mit dem Upgrade auf ein lineares Netzteil schrumpft der Abstand nochmal deutlich. Die Unterschiede sind eher gradueller Natur und fallen je nach Musik und Setup mehr oder weniger stark ins Gewicht.
Hier eine Faustregel: Wenn du zwischen einem 300€-Vorverstärker ohne Upgrades und einem Fosi Audio P4 mit 150€-Netzteil wählen müsstest – nimm den Fosi Audio P4 mit Upgrade. Du bekommst mehr fürs Geld und ein flexibleres Setup, das du später immer noch weiter ausbauen kannst.
Der Fosi Audio P4 ist die perfekte Wahl für:
Nach unserem intensiven Test können wir den Fosi Audio P4 mit gutem Gewissen empfehlen. Für 120€ bekommst du einen soliden, gut verarbeiteten Vorverstärker mit überraschend guter Klangqualität und jeder Menge Upgrade-Potenzial.
Die Neutralität und Transparenz des Fosi Audio P4 lässt die Charakteristika deiner anderen Geräte unverfälscht durch, und auch bei anspruchsvollen Tracks bleibt er souverän und kontrolliert. Mit hochwertigen Kabeln und einem linearen Netzteil kann der P4 sogar deutlich teurere Vorverstärker in Bedrängnis bringen.
Besonders cool: Der Fosi Audio P4 harmoniert sowohl mit einfacheren Lautsprechern wie den B&W 704 als auch mit anspruchsvolleren wie den Amphion Argon 3S und bringt deren jeweilige Stärken voll zur Geltung.
Für Einsteiger in die High-End-Audio-Welt oder für Audiophile mit begrenztem Budget ist der Fosi Audio P4 der perfekte Startpunkt. Er bietet soliden Klang ab Werk und lässt sich durch gezielte Upgrades immer weiter verbessern. Falsch machen kannst du mit dieser Investition definitiv nichts!
]]>Transparenzhinweis: Das in diesem Test vorgestellte Netzteil wurde mir kostenlos vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf meine ehrliche Bewertung des Produkts.
Wir haben mittlerweile auch einen eigenen Youtube-Channel. Hier versuche ich regelmäßig für euch Reviews mit bewegtem Bild bereit zu stellen und mehr mit euch in Kontakt zu treten. Schaut doch einfach mal vorbei und aboniert den Kanal. Danke!
Bevor wir zum eigentlichen Testprodukt kommen, lohnt sich ein kurzer Exkurs in die Welt der Stromversorgungen. Die meisten Audiogeräte werden standardmäßig mit kostengünstigen Schaltnetzteilen ausgeliefert, die zwar effizient und kompakt sind, aber oft erhebliche klangliche Nachteile mit sich bringen.
Schaltnetzteile (SMPS – Switched Mode Power Supply) arbeiten mit hohen Schaltfrequenzen und wandeln die Netzspannung durch schnelles Ein- und Ausschalten in die gewünschte Gleichspannung um. Dies erzeugt unvermeidlich hochfrequente Störungen und eine gewisse Restwelligkeit, die sich negativ auf die Klangqualität auswirken können.
Linear Netzteile hingegen funktionieren nach einem deutlich simpleren Prinzip: Die Netzspannung wird durch einen Transformator heruntergesetzt, gleichgerichtet und gefiltert. Ohne hochfrequente Schaltvorgänge liefern sie eine deutlich sauberere, rauschärmere Gleichspannung. Der Nachteil: Sie sind größer, schwerer und in der Herstellung teurer. Doch für audiophile Anwendungen sind diese Nachteile oft ein kleiner Preis für den klanglichen Gewinn.



Ein entscheidender technischer Parameter ist dabei die Restwelligkeit – also die verbleibende Wechselspannungskomponente auf der erzeugten Gleichspannung. Bei einfachen Steckernetzteilen kann diese bei erschreckenden 0,7V (Peak-to-Peak) liegen, während hochwertige lineare Netzteile Werte von unter 0,01V erreichen. In der Praxis resultiert dies in einem ruhigeren, detaillierteren Klangbild mit präziserer Bühnenabbildung und weniger Verzerrungen.
Bei linear Netzteilen spielt der verbaute Transformator eine zentrale Rolle für die Qualität der erzeugten Spannung. Das hier getestete Linear Netzteil setzt auf einen R‑Core Transformator – eine Technologie, die besonders in der audiophilen Szene geschätzt wird.

R‑Core Transformatoren (manchmal auch als “R‑Kern” bezeichnet) erkennt man an ihrem charakteristischen ovalen Kern, bei dem die Wicklungen nebeneinander liegen. Im Vergleich zu den ebenfalls beliebten Ringkerntrafos bieten sie einige spezifische Vorteile:
Ein R‑Core Trafo arbeitet hocheffizient und produziert ein extrem geringes magnetisches Streufeld. Das reduziert die Einstreuung in empfindliche Audioschaltungen und sorgt für eine sehr geringe Brummneigung. Nicht ohne Grund setzen Premium-Hersteller wie Sony, Cary Audio und Panasonic bei ihren High-End-Modellen auf diese Technologie.
Ringkern-Transformatoren gelten im Vergleich dazu als etwas “spritziger” im Klangcharakter, während R‑Core Trafos eine “innere Ruhe” ins Klangbild bringen. Ein weiterer technischer Vorteil: Die Kapazität zwischen Primär- und Sekundärwicklung liegt bei R‑Core Trafos meist bei nur 60–100 pF, was die Übertragung von Netzstörungen reduziert.
Traditionelle EI-Kern-Transformatoren, wie sie in günstigeren Geräten verbaut werden, schneiden im Vergleich klanglich meist deutlich schlechter ab.
Das Linear Netzteil kommt in einer schlichten Verpackung, die alle wesentlichen Informationen enthält. Im Lieferumfang befindet sich neben dem eigentlichen Netzteil auch ein 12V-Anschlusskabel für die Verbindung mit den zu versorgenden Audiogeräten. Was fehlt, ist ein Kaltgerätestecker zum Anschluss ans Stromnetz – hier muss man entweder ein vorhandenes Kabel verwenden oder eines separat erwerben.
Das Gehäuse selbst macht einen äußerst soliden Eindruck mit seiner vollständigen Metallkonstruktion, die effektiv zur Abschirmung beiträgt. Die Verarbeitung ist makellos und vermittelt das Gefühl eines Premium-Produkts. Mit seinem rechteckigen Design und den abgerundeten Kanten fügt es sich optisch gut in die meisten HiFi-Umgebungen ein.
Ein Blick ins Innere offenbart hochwertige Komponenten: Elna- und Nichicon-Kondensatoren, die für ihre Langlebigkeit und klangliche Neutralität bekannt sind, sorgen für eine stabile Stromversorgung. Diese Auswahl unterstreicht, dass es sich hier nicht um ein Massenprodukt, sondern um eine durchdachte audiophile Lösung handelt.




An der Front befindet sich ein digitales Display, das die aktuelle Ausgangsspannung anzeigt – ein nützliches Feature zur Überwachung, allerdings mit einem kleinen Wermutstropfen: Die blaue LED-Anzeige ist ausgesprochen hell und kann in dunkleren Umgebungen regelrecht blenden. Hier wäre eine Dimmfunktion wünschenswert gewesen.

Mit seiner Ausgangsleistung von 12V bei bis zu 3A (also 36W) bietet das Netzteil ausreichend Reserven für die meisten DACs, Vorverstärker und kleinere Vollverstärker. Die Stromkapazität von 3A ist dabei großzügig bemessen – viele vergleichbare Modelle wie der Keces P3 oder Sbooster bleiben bei 3A oder darunter.
Im praktischen Betrieb zeigt sich eine angenehme Eigenschaft: Das Linear Netzteil wird selbst nach stundenlangem Dauereinsatz nur mäßig warm. Im Gegensatz zu manch anderen linearen Netzteilen, die regelrecht Hitze entwickeln können, bleibt hier die Betriebstemperatur in einem sehr moderaten Bereich. Dies spricht für ein effizientes Design und hochwertigen Komponenten mit ausreichender Dimensionierung.
Ein weiteres technisches Highlight ist das geringe Rauschen: Die speziell für audiophile Anwendungen optimierte Filterung sorgt für eine besonders saubere Gleichspannung mit minimaler Restwelligkeit, was sich direkt in verbesserter Klangqualität niederschlägt.
Für den praktischen Test habe ich das Linear Netzteil an drei verschiedenen Fosi Audio Geräten ausprobiert, die alle mit 12V betrieben werden. Die Referenzplaylist mit Tracks wie Lorna Shore (Pain Remains I: Dancing Like Flames), Knocked Loose (Deep in the Willow) und Brand of Sacrifice (Purge) diente als klangliche Basis.
Der ZD3 ist Fosi Audios Flaggschiff-DAC und Vorverstärker mit umfangreicher Ausstattung. Mit seinen XLR- und RCA-Ausgängen, digitalen Eingängen (USB, optisch, koaxial, HDMI ARC) und Bluetooth-Konnektivität bietet er zahlreiche Anschlussmöglichkeiten.

Im Betrieb mit dem linear Netzteil anstelle des mitgelieferten Schaltnetzteils zeigten sich sofort hörbare Verbesserungen. Bei Lorna Shore’s Pain Remains I: Dancing Like Flames trat die komplexe Gitarrenarbeit deutlicher hervor, während der Deathcore-Gesang von Will Ramos an Präsenz und Dichte gewann. Besonders auffällig: Die Blast Beats wirkten präziser und die orchestrale Untermalung entfaltete eine neue Tiefe – ein Effekt, der sich konsistent bei allen getesteten Tracks zeigte.
Der K7 als kompakter Desktop-DAC für Audiophile und Gaming-Enthusiasten profitierte ähnlich stark vom Upgrade der Stromversorgung. Bei Knocked Loose’s Deep in the Willow konnte ich eine verbesserte Trennung der Instrumente und ein klareres Herausarbeiten der Breakdowns wahrnehmen. Die räumliche Abbildung gewann an Präzision, und selbst in dichten, dynamischen Passagen blieb der Klang aufgeräumter und kontrollierter.
Der P4 ist ein analoger Vorverstärker mit drei RCA-Eingängen, der sich ideal für die Steuerung mehrerer Quellen eignet. Im Test zeigte sich, dass die saubere Stromversorgung besonders bei der Feinabstimmung des Klangbilds entscheidend ist. Bei Zeal & Ardor’s Death to the Holy reduzierte sich das Grundrauschen spürbar, was die aggressiven Gitarrenriffs und Gospel-Elemente klarer voneinander trennte. Die Tone-Control-Bypass-Funktion des P4 ermöglichte zudem eine unverfälschte Wiedergabe, die von der stabilen Spannung profitierte.
Über alle drei Testgeräte hinweg ließen sich einige konsistente klangliche Verbesserungen durch den Einsatz des linearen Netzteils feststellen:
Mit einem Preis von etwa 100 Euro positioniert sich das getestete linear Netzteil im mittleren Segment. Vergleichbare Modelle von Premiumherstellern wie Keces (P3) oder Sbooster können leicht das Zwei- bis Dreifache kosten, bieten aber nicht zwangsläufig bessere technische Spezifikationen.
Nach ausgiebigen Tests mit drei unterschiedlichen Fosi Audio Komponenten kann ich das 12V 3A Linear Netzteil mit R‑Core Transformator uneingeschränkt empfehlen. Es repräsentiert eines der sinnvollsten Upgrades im Preis-Leistungs-Verhältnis, die man für ein bestehendes HiFi-Setup vornehmen kann. Wen das linear Netzteil interessiert, kann es sich bei AliExpress ordern.










Fosi Audio hat bei den neuen Fosi Audio i5 Kopfhörern keine Kompromisse gemacht. Im Herzen der offenen Over-Ear-Konstruktion arbeitet ein gewaltiger 97mm großer Planar-Treiber mit einer ultradünnen Membran von nur 2 Mikrometern Dicke. Diese wurde mittels Sputtering-Technologie veredelt, wodurch eine gleichmäßigere und reaktionsschnellere Membran entstehen soll. In Kombination mit 44 leistungsstarken N50 Neodym-Magneten verspricht Fosi Audio ein Klangerlebnis mit hoher Auflösung und minimaler Verzerrung.
Besonders bemerkenswert: Der Frequenzgang reicht von tiefen 10Hz bis zu ultrahohen 50kHz, was weit über den hörbaren Bereich hinausgeht und für eine beeindruckende Detailwiedergabe sorgen dürfte. Wie wir bereits bei anderen Fosi Audio Produkten erleben durften, zielt das Unternehmen darauf ab, maximale Klangqualität zu einem erstaunlich günstigen Preis anzubieten.
Die i5 wurden nicht nur klanglich, sondern auch ergonomisch optimiert. Der Kopfhörer verfügt über eine doppelachsige Aufhängung der Ohrmuscheln, die sowohl vertikale als auch horizontale Rotation ermöglicht und sich so unterschiedlichen Kopfformen anpasst.
Der Kopfbügel besteht aus hochwertigem Memory-Metall, das seine Form beibehält und gleichzeitig flexibel und leicht ist. Die stufenlose Silikon-Verstellung sorgt für präzise Anpassungsmöglichkeiten mit einem angenehm gedämpften Gefühl.
Die Ohrpolster bestehen aus perforiertem Leder und atmungsaktivem Stoff, was für Kühlung sorgt und einem Hitzestau vorbeugt. Der integrierte Memory-Schaum passt sich perfekt an und verspricht Komfort auch bei längeren Hörsessions. Mit 550g Gewicht bewegen sich die i5 im durchschnittlichen Bereich für planare Kopfhörer.


Die Fosi Audio i5 erregten bereits beim CanJam NYC 2025 großes Aufsehen, wo Fosi Audio sie neben dem K7 DAC Amp und dem GR70 Röhren-Kopfhörerverstärker vorstellte. Laut Berichten erhielten alle Produkte viel Lob von Besuchern, und besonders die i5 Planar-Magnetischen Kopfhörer zogen die Aufmerksamkeit der Audiophilen-Gemeinschaft auf sich.
Für alle, die sich frühzeitig die Fosi Audio i5 sichern möchten, bietet Fosi Audio ein attraktives Vorbestellungs-Programm. Auf der offiziellen Webseite kann man für 9,99 USD eine Gift Card erwerben, die später für jeden Einkauf auf der Webseite einlösbar ist. Wer anschließend die Kickstarter-Kampagne (Start: 20. April) unterstützt, erhält einen zusätzlichen Rabatt von 5%.
Darüber hinaus winken folgende physische Bonus-Artikel, die nach Ende der Kampagne verschickt werden:
Fosi Audio hat sich mit Produkten wie dem K7 DAC/Amp, dem V3 Mono-Verstärker und dem SK01 bereits einen Namen für exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis gemacht. Mit dem Fosi Audio i5 wagt sich das Unternehmen nun in den anspruchsvollen Markt der planaren Kopfhörer und scheint dabei alle Register zu ziehen.
Die beeindruckenden technischen Daten, das durchdachte Design und der zu erwartende günstige Preis machen den i5 zu einem potenziellen Game-Changer für Budget-Audiophile.
Wer also schon immer in die Welt der planaren Kopfhörer einsteigen wollte, aber vor den oft horrenden Preisen zurückschreckte, sollte die Kickstarter-Kampagne ab 20. April im Auge behalten. Audiophiler Klang muss nicht teuer sein — Fosi Audio beweist es einmal mehr.
]]>Die Verpackung des Shanling ME600 macht sofort klar: Hier wurde an nichts gespart. Die stabile Box vermittelt ein hochwertiges Gefühl, bevor man überhaupt den eigentlichen Schatz darin entdeckt. Nach dem Öffnen blickt man auf die perfekt im Schaumstoff eingebetteten In-Ears und das Zubehör.





Apropos Zubehör: Shanling übertreibt es fast mit der Großzügigkeit. Ihr bekommt eine massive Auswahl an Ohrstöpseln – vier komplette Sets plus zwei Varianten aus Schaumstoff. Dazu kommen drei austauschbare Klangdüsen (klar, schwarz und rot), die tatsächlich hörbare Unterschiede im Sound bewirken. Es gibt einen kleinen Reinigungspinsel und natürlich ein hochwertiges Kabel mit modularem Design, das sowohl 3,5mm- als auch 4,4mm-Anschlüsse unterstützt.



Die mitgelieferte Transportbox ist ein echter Hingucker: Grünes Leder mit einem eleganten braunen Streifen. Nicht wasserdicht oder besonders robust (unsere halbiert sich schon in der Mitte), aber definitiv stilvoll genug, um damit anzugeben. Die Box bietet ausreichend Platz für die In-Ears samt Kabel und vielleicht sogar einen kleinen Dongle.




Wenn es ein Wort gibt, das die Fertigungsqualität des Shanling ME600 perfekt beschreibt, dann ist es “massiv”. Diese Dinger sind wie kleine Metallpanzer konstruiert. Die Metallschalen fühlen sich unglaublich stabil an, und das Frontdesign mit seinen eingravierten Rillen ist nicht nur optisch beeindruckend, sondern auch haptisch spürbar.
Die Form ist zwar nicht klein, aber trotzdem erstaunlich komfortabel. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sitzen die Shanling ME600 perfekt im Ohr und lassen sich auch für längere Hörsessions problemlos tragen. Die Düsenlänge ist etwas länger als durchschnittlich, was für besseren Halt sorgt und die Verwendung verschiedener Ohrstöpsel erleichtert.
Einziger kleiner Kritikpunkt: Die Gummidichtungen an den austauschbaren Düsen rutschen manchmal, wenn man die Ohrstöpsel wechselt. Ein kleines Ärgernis, aber definitiv kein Deal-Breaker angesichts der ansonsten hervorragenden Fertigungsqualität.
Das mitgelieferte Kabel ist eine Wucht – gut verarbeitet, kaum anfällig für Kabelsalat und mit geformten Ohrbügeln, die perfekt sitzen. Die MMCX-Anschlüsse sind solide und passen optisch perfekt zum Design der In-Ears. Tatsächlich ist das Kabel so gut, dass ich nicht einmal daran gedacht habe, es auszutauschen – und das will bei einem Audiophilen Nerd schon etwas heißen!


Unter der Haube verbirgt sich ein wahres Kraftpaket: Zwei 6mm Bio-Composite-Membran-Treiber für den Bass, kombiniert mit drei Balanced-Armature-Treibern für Mitten und Höhen. Die Impedanz liegt bei 16 Ohm, die Empfindlichkeit bei 100 dB – auf dem Papier also Shanling ME600 Werte, aber in der Praxis zeigt sich schnell, dass diese kleinen Monster richtig Dampf machen können.
Besonders beeindruckend ist der interne Aufbau: Shanling verwendet ein 3D-gedrucktes Gehäuse, das die Treiber optimal positioniert und zwei Helmholtz-Resonatoren integriert, die für die Klangabstimmung sorgen. Hinzu kommt ein röhrenloses Design, bei dem der Klang direkt aus den Treibern kommt, ohne durch zusätzliche Kanäle geleitet zu werden – das sorgt für eine besonders natürliche und kohärente Wiedergabe.
Die austauschbaren Klangdüsen sind keine Marketing-Gimmicks, sondern verändern die Klangcharakteristik spürbar, vor allem in den Höhen. Die mittlere Abstimmung (schwarze Düse) bietet die ausgewogenste Präsentation, während die rote Düse die Höhen etwas zurücknimmt – perfekt für empfindliche Hörer. Die klare Düse hingegen verstärkt die Präsenz im oberen Frequenzbereich und eignet sich für Detailhörer.
Lassen wir es gleich raus: Der Shanling ME600 ist ein unentschuldigter Bass-Liebhaber. Er macht keinen Hehl daraus, dass er im Tieftonbereich ordentlich zulangen kann, vor allem im Mid-Bass-Bereich. Man könnte meinen, dass zwei kleine 6mm-Treiber nicht genug Power haben könnten, aber das Gegenteil ist der Fall: Die Kombination aus Bio-Composite-Material und dem cleveren akustischen Design sorgt für einen erstaunlich kräftigen, aber dennoch kontrollierten Bass.
Der Subbass rollt zwar etwas ab, aber das fällt kaum auf, weil der Mid-Bass so präsent und befriedigend ist. Es ist, als hätte man zwei 15-Zoll-Woofer in einem Bassreflexgehäuse statt 8‑Zöller in einer geschlossenen Box – mächtig, aber trotzdem kontrolliert.
Die Mitten sind trotz der Bass-Betonung erstaunlich klar und natürlich. Bei vielen bassbetonten In-Ears leiden die Mitten unter dem “Bass-Bleed”-Effekt, aber der Shanling ME600 hält die Frequenzbereiche sauber getrennt. Vocals, sowohl männliche als auch weibliche, kommen wunderbar zur Geltung. Sie klingen voll, natürlich und organisch – selbst bei Songs mit heftigem Bassfundament.
In den Höhen zeigt der Shanling ME600 – zumindest mit den mittleren (schwarzen) Düsen – eine angenehm glatte, aber dennoch detailreiche Wiedergabe. Keine Spur von BA-Timbre oder Sibilanz, die oft bei In-Ears mit Balanced-Armature-Treibern im Höhenbereich auftreten. Die Höhen verleihen dem Klang Luft und Leben, ohne je unangenehm oder ermüdend zu werden.
Die Bühne des Shanling ME600 ist ein echtes Highlight. Es ist schwer in Worte zu fassen, aber diese In-Ears schaffen es irgendwie, eine unglaublich immersive räumliche Darstellung zu erzeugen. Man hört nicht nur, wo die Instrumente positioniert sind, sondern fühlt sich regelrecht mitten im Geschehen.
Diese räumliche Qualität ist vermutlich ein Ergebnis der geschickten Treiberplatzierung, des röhrenlosen Designs und des BA-Treibers in der Düse. Wie auch immer Shanling es geschafft hat – es funktioniert hervorragend und hebt den Shanling ME600 von vielen Konkurrenten ab.
Der Shanling ME600 ist ein wahrer Allrounder, aber es gibt Genres, bei denen er regelrecht aufblüht. Bei Metal ist er schlichtweg phänomenal.
Ob Whitechapel, Lorna Shore oder Brand of Sacrifice – der Shanling ME600 liefert die perfekte Mischung aus druckvollem Bass, klaren Mitten für Vocals und genügend Höhen, um die Details nicht zu verschlucken. “Pain Remains” von Lorna Shore klingt, als würde man vor den großen Stacks bei einem Live-Konzert stehen – autoritativ und mächtig.
Bei ruhigeren, vokallastigen Tracks macht der Shanling ME600 immer noch einen guten Job, auch wenn man merkt, dass er sich hier etwas zurückhält – als würde er nur darauf warten, wieder bei basslastigerer Musik zeigen zu dürfen, was in ihm steckt.
Der Shanling Shanling ME600 ist die perfekte Wahl für:
Weniger geeignet ist er für:
Nach intensivem Testen kann ich nur zu einem Schluss kommen: Der Shanling ME600 ist ein audiophiles Kraftpaket, das genau weiß, was es sein will – und das verdammt gut umsetzt. Es ist ein In-Ear mit Charakter, der sich nicht entschuldigt für seinen kraftvollen Bass und seine warme Abstimmung.
Für 270 Euro (oder weniger, wenn man zum richtigen Zeitpunkt zuschlägt) bekommt man hier ein komplettes Paket: hervorragende Fertigungsqualität, erstklassiges Zubehör, verschiedene Klangoptionen und vor allem einen Sound, der bei den richtigen Genres absolut süchtig machen kann.
Der Shanling ME600 ist ein würdiger Nachfolger für jeden, der einen hochwertigen, basslastigen In-Ear sucht, der trotzdem ausgewogen genug für den täglichen Gebrauch ist. Wenn du Deathcore, Metalcore oder andere Bass-intensive Genres hörst, solltest du dir den Shanling ME600 unbedingt anhören – deine Ohren werden es dir danken.
Der Shanling ME600 hat definitiv einen permanenten Platz in meiner Sammlung verdient.


Die erste Disziplin meistert der Shanling M5 Ultra mit Bravour: Mit seinem aggressiveren, kantigeren Look markiert er einen spannenden Designwechsel für Shanling. Das komplett aus Aluminium gefertigte Gehäuse liegt mit seinen Abmessungen von 120 x 75 x 19,5 mm und einem Gewicht von 247 Gramm angenehm schwer und wertig in der Hand — wie ein kleiner, aber massiver Brick, der sich hochwertig anfühlt, ohne klobig zu wirken.
Was mich besonders geflasht hat: Der Design-Stil erinnert stark an den legendären Astell&Kern AK240, vor allem mit dem optionalen schwaren Ledercase. Für alle, die sich mit Audio-Gear auskennen: Der AK240 ist einer der stylischsten DAPs aller Zeiten, und diese Ähnlichkeit ist definitiv ein Kompliment!
Die Anschlüsse befinden sich oben am Gerät, während die Wiedergabetasten und das charakteristische Lautstärkerad an der rechten Seite platziert sind — ein klassisches DAP-Layout, das Funktionalität und Ästhetik perfekt verbindet. Das Lautstärkerad gibt dem Player einen authentischen Shanling-Touch, auch wenn es leider etwas wackelt, was bezüglich der Langlebigkeit ein kleines Fragezeichen aufwirft.
Das optionale Ledercase für 29 Euro ist zwar ein Extra-Investment, aber definitiv sein Geld wert — es passt perfekt zum Design des Players und wertet ihn optisch noch einmal deutlich auf. Schade nur, dass es nicht im Lieferumfang enthalten ist — bei einem 540-Euro-Player hätte man das durchaus erwarten können.






Im Herzen des Shanling M5 Ultra steckt ein echtes audiophiles Powerhouse: Der Player nutzt den Flaggschiff-DAC AK4499EX von AKM zusammen mit dem AK4191 Modulator1. Wichtig zu wissen: Es handelt sich tatsächlich um den AK4499EX und NICHT um den AK4493SE, wie manchmal fälschlicherweise berichtet wird! Die Schaltungsdesign basiert laut Shanling auf ihrem Flaggschiff M9 Plus.
Für die Verstärkung sorgt ein symmetrischer TPA6120A2-Verstärker, der beeindruckende 1,1 Watt an 32 Ohm liefert. Diese Kombination führt zu hervorragenden technischen Daten: einen Rauschabstand von 121 dB und eine Kanaltrennung von 75 dB. Der Player unterstützt hochauflösende Audioformate bis zu 32bit/768kHz PCM und natives DSD512 — praktisch alles, was das audiophile Herz begehrt.
Mit einem THD+N‑Wert (Gesamtklirrfaktor plus Rauschen) von nur 0,0009% liefert der M5 Ultra eine extrem saubere Signalverarbeitung. Die Ausgangsimpedanz von 4 Ohm ist niedrig genug, um auch mit impedanzkritischen In-Ear-Monitoren problemlos zusammenzuarbeiten — wichtig für alle, die mit empfindlichen IEMs unterwegs sind!
Der 6000 mAh Akku liefert je nach Nutzung 8–10 Stunden Wiedergabezeit. In meinen Tests kam ich bei moderater Lautstärke sogar auf etwas mehr — definitiv genug für längere Reisen oder Arbeitstage.
Für den Kopfhörer stehen eine 3,5mm unsymetrische Klinke und 4,4mm symetrischer Pentacon zur Verfügung. Und somit lässt sich per Adapter Kabel auf Cinch oder XLR auch auf Endstufen direkt oder via Vorstufe, Musik auf der heimischen Anlage abspielen.





Im Gegensatz zu vielen modernen DAPs setzt der Shanling M5 Ultra NICHT auf Android, sondern auf ein eigenes, Linux-basiertes Betriebssystem namens MTouch, das auf der Ingenic X2000-Plattform läuft. Diese Entscheidung für ein spezialisiertes, schlankes OS zielt klar auf Nutzer ab, die kompromisslose Klangqualität ohne die Komplexität eines vollwertigen Android-Systems suchen.
Die Benutzeroberfläche ist recht angenehm und nutzerfreundlich, erfordert aber eine gewisse Eingewöhnungszeit. Ein kleiner Kritikpunkt ist das Fehlen einer dedizierten Zurück-Taste wie bei Android-Geräten — man muss immer das Symbol oben links antippen, was manchmal etwas umständlich ist. Auch das Scrollverhalten, insbesondere in langen Listen wie der Ordneransicht, wirkt nicht ganz flüssig — nichts Weltbewegendes, aber definitiv verbesserungswürdig.
Der 4,7‑Zoll-HD-Touchscreen (1280 x 720 Pixel) ist hell und reaktionsschnell1. Das Navigieren durch die Menüs ist dank großer, leicht antippbarer Icons im Hauptmenü unkompliziert. Die Statusleiste kann nach unten gezogen werden, um auf verschiedene Funktionen wie WLAN, Bluetooth, Gain-Schalter, Einstellungen, PO/LO und Soundeinstellungen zuzugreifen.
In den Audioeinstellungen bietet der Player Channel-Balance, Gain-Einstellungen, maximale und Standard-Lautstärkeeinstellungen, Gapless-Wiedergabe, Ordner-Überspringen und verschiedene Wiedergabemodi wie Shuffle. Außerdem gibt es DAC-Filteroptionen und einen manuellen EQ mit Presets für Soundanpassungen — alles, was das audiophile Herz begehrt.
Wichtig zu wissen: Der Shanling M5 Ultra unterstützt nur Tidal als Streaming-Dienst, und selbst das ohne Offline-Streaming-Möglichkeit. Für viele könnte das ein Dealbreaker sein, aber es unterstreicht den puristischen Ansatz des Players, der sich klar auf lokale Musikwiedergabe konzentriert.

















Obwohl der Shanling M5 Ultra einen puristischen Ansatz verfolgt, bietet er zeitgemäße Verbindungsmöglichkeiten. Der Player unterstützt Bluetooth 5.2 mit hochauflösenden Codecs wie LDAC und aptX HD2. Die WLAN-Konnektivität (2,4/5 GHz) ermöglicht die Nutzung von DLNA und AirPlay zum Streamen von einem NAS oder anderen Geräten im Netzwerk.
In meinen Tests mit dem Smartphone lief die Bluetooth-Verbindung reibungslos, ohne Verbindungsprobleme oder Verzögerungen. Ich konnte sogar Qobuz-Tracks online von meinem Handy streamen, was tadellos funktionierte. Auch mit Roon arbeitet der Player wohl zusammen — mangels Roon konnte ich das aber leider nicht testen.
Ein cooles Feature ist Shanlings “SyncLink”-Funktion, mit der man den DAP vom Smartphone aus steuern kann. Dafür benötigt man die App “Eddict Player” — nach der Installation öffnet man die SyncLink- und Bluetooth-Funktionen auf dem DAP und verbindet das Smartphone via BT. Danach kann man die Wiedergabe und die Lautstärke vom Handy aus steuern — der M5 Ultra verwandelt sich so in eine drahtlose Audioquelle. So habe ich den M5 benutzt, um unseren Garten zu beschallen und konnte ihn bequem aus der Tasche mit dem Handy steuern.
Der vielseitige USB-C-Anschluss ermöglicht nicht nur das Laden, sondern auch den Einsatz als USB-DAC für Computer oder Smartphones — praktisch für alle, die den hochwertigen Klang des M5 Ultra auch am Schreibtisch genießen möchten.
Der Shanling M5 Ultra liefert klassischen Shanling-Hausklang: musikalisch, warm und organisch, was zu einem natürlichen Hörerlebnis führt. Diese leicht eingängige Präsentation macht ihn zu einer vielseitigen Wahl für ein breites Spektrum an Hörern. Mit seinem tiefen schwarzen Hintergrund, dem lebendigen Mittenbereich und kontrollierten Höhen ist er ideal für Audiophile, die einen entspannenden, aber detailreichen Audio-Player suchen.
Der M5 Ultra zeichnet sich durch einen warmen und vollmundigen Midbass aus. Diese Wärme setzt den Ton für die gesamte Klangsignatur und bereichert den Mittenbereich mit einem üppigen, organischen Gefühl, ohne den Hörer mit übermäßigem Subbass zu überwältigen.
Ich finde den Bass insgesamt sehr genießbar, aber er könnte noch etwas verfeinert werden. Ein präziseres Abklingen und eine straffere Kontrolle würden seine technische Finesse verbessern.
Als ich einige Tracks von Knocked Loose (ja, ich stehe auf brutalen Metal!) durch den Player jagte, war ich beeindruckt, wie gut er die komplexen Bass-Gitarren-Linien reproduzierte, auch wenn bei den tiefsten Breakdown-Passagen etwas mehr Subbass-Präsenz wünschenswert gewesen wäre.
Der Shanling M5 Ultra glänzt im Mittenbereich und bietet einen Klang, der sowohl klar als auch warm ist. Instrumente und Gesang werden mit außergewöhnlicher Natürlichkeit und Engagement wiedergegeben. Dieser Aspekt des M5 Ultra ist besonders beeindruckend, mit seinem detaillierten und transparenten Klang, der bemerkenswerte Instrumentenklangfarbe und tonale Genauigkeit zeigt.
Die Mittenwiedergabe zeichnet sich durch ihre verfeinerten Details aus, wobei jede Note mit Präzision und Klarheit geliefert wird. Dies ermöglicht eine nuancierte und ausdrucksstarke Darstellung sowohl von Instrumenten als auch von Gesang.
Während der Shanling M5 Ultra in der Mittenklarheit und ‑fülle brilliert, neigt seine Präsentation allerdings dazu, etwas direkt und fokussiert zu sein, was zu einer weniger geräumigen und expansiven Klangbühne führen kann.
Die Höhen des Shanling M5 Ultra sind glatt und entspannt und bieten eine ausgewogene Mischung aus Helligkeit und Klarheit, ohne in scharfes oder hartes Territorium abzudriften. Dies macht ihn ideal für längeres Hören und trägt zur insgesamt musikalischen und leicht genießbaren Klangsignatur des M5 Ultra bei.
Im Gegensatz zu früheren Shanling-Modellen führt der Shanling M5 Ultra wohl ein etwas schärferes Höhenprofil ein, das Definition und Details verbessert. Selbst mit dieser zusätzlichen Schärfe vermeidet er erfolgreich Ermüdung oder Zischen und sorgt für ein komfortables und angenehmes Hörerlebnis.
Obwohl die Höhen etwas mehr Ausdehnung vertragen könnten, ist ihre Artikulation robust und macht damit jeden Mangel an Ausdehnung wett. Der Shanling M5 Ultra überzeugt mit klaren, detaillierten Höhen, mit guter Auflösung und Definition. Er harmoniert auch gut mit sehr hellen Kopfhörern und schafft ein harmonisches Klangprofil.
Bei meinen Tests war ich positiv überrascht, wie gut der Player mit komplexen Gitarrenpassagen und Becken-Crashes umgehen konnte — keine Härte oder Zischen, selbst bei hoher Lautstärke.



Der Shanling M5 Ultra beeindruckt mit seiner Fähigkeit, einen pechschwarzen Hintergrund zu schaffen, was die Klangabtrennung und Artikulation erheblich verbessert. Dies führt zu einer klaren, gut definierten Wiedergabe musikalischer Elemente. Obwohl die Klangbühne nicht so expansiv ist wie bei einigen Konkurrenten, bietet sie dennoch ein zufriedenstellendes 3D-Imaging, auch wenn es noch Potenzial für weitere Verbesserungen gibt.
Was den Shanling M5 Ultra wirklich auszeichnet, ist seine natürliche Klangwiedergabe. Anstatt Bass- oder Höhenfrequenzen zu übertreiben, bietet er ein glattes und authentisches Audioerlebnis, das die Musikalität bereichert. Dieser natürliche Charakter, kombiniert mit solider Auflösung, schafft ein ausgewogenes und ansprechendes Klangprofil.
Der Shanling M5 Ultra profitiert auch von einem sauberen, rauschfreien Hintergrund, der selbst die subtilsten Details in Aufnahmen zum Vorschein bringt. Mit seiner ausgezeichneten Instrumententrennung, natürlichen Klangqualität und makellosen Hintergrund hebt sich der Shanling M5 Ultra in seiner Kategorie ab. Allerdings gibt es noch Raum für Verbesserungen in Bezug auf die Layering-Performance.
Obwohl der Shanling M5 Ultra nicht ganz an das Layering und die Basstiefe von Flaggschiff-Modellen heranreicht, bleibt er ein beeindruckender Konkurrent. Er liefert ausgezeichnete Auflösung, Trennung, Detail und tonale Genauigkeit und bietet einen erheblichen Wert für seinen Preis.
Der Shanling M5 Ultra glänzt in Bezug auf Ausgangsleistung und Vielseitigkeit. Er handhabt eine breite Palette von Kopfhörern, einschließlich Planar-Modellen, mit beeindruckender Effizienz. Mit drei verfügbaren Gain-Einstellungen unterstützt der Shanling M5 Ultra effektiv sowohl IEMs als auch Vollformat-Kopfhörer. Für optimale Leistung kann die Paarung mit hellen Kopfhörern helfen, seinen natürlich warmen und musikalischen Klang auszugleichen.
Ich habe den Player mit verschiedenen Kopfhörern getestet — von meinen Beyerdynamic DT 1990 Pro, über den in der Testung befindlichen Audeze LCD‑X bis hin zum Shanling ME600 IEM — und er hat mit allen hervorragend harmoniert. Besonders beeindruckt hat mich, wie gut er selbst mit anspruchsvollen Planar-Kopfhörern zurechtkam, die normalerweise einen kräftigen Desktop-Amp benötigen.



Auch kann man über einen Ersatz von einem Streamer nachdenken. Für Liebhaber von Offline-Musik an seiner Anlage eignet sich der Shanling M5 Ultra hervorragend. Durch seine Möglichkeit ihn per Handy-App fern zu steuern steht er definitiv gut dar.
So könnte man sich eine Minimal Anlage aus Aktiv-Lautsprechern und dem M5 Ultra zusammenstellen. Man kann so einen tollen Player nicht nur mobil sondern auch in den heimischen vier Wänden einsetzen. Wir haben den Player in der Tat mit den Fosi Audio V3 Mono’s gekoppelt und so unseren Garten mit den B&W AM1 beschallt. Dies hat sich als hervorragende Kombo herausgestellt.
Studio-Kopfhörer und ‑Monitore sind in der Gamer-Szene schon länger angkommen. Meist werden sie dann von einem Audio-Interface, welches vorhanden ist für Mikrofone, betrieben. Dies ist gar keine schlechte Idee! Aber: in unseren bisherigen Tests, konnten diese nicht mit hochwertigeren DACs konkurieren. Sind sie optimal für Sprache, stellen aber nicht unbedingt die Räumlichkeit bei Spielen dar.
Der Shanling M5 Ultra schlägt sich hier auch wieder ausgezeichnet. Treibt er nicht nur Kophörer mit Leichtigkeit an, stellt er auch bei Gaming den Sound super da. Gerade durch die mittenlastigere Abstimmung hat er mehr Punch bei Spielen.
Seine Mitbewerber von On-Board Sound-Chips lässt er ebenfalls mit Leichtigkeit liegen. Zwar haben Hersteller erkannt, dass sie diesen mehr Aufmerksamkeit zu teil kommen lassen müssen, aber hier hat die Audio-Branche immer noch weit die Nase vorn.
Leute. Ja, Spotify und Streamen ist generell geil und einfach. Mache ich auch. Eben die Airpods ins Ohr und los geht’s. Aber: Genuss muss auch sein und wer Musik genießen möchte, kann sich auch mal Zeit für diese nehmen. Ich kenne noch Walkman, Diskman und MP3 Player. Und schleppe jetzt wieder einen DAP mit mir rum, wenn ich entspannt Musik hören möchte. Der Shanling M5 Ultra ist handlich und bedient sich wie ein Handy. Ist aber schwerer und wertiger in der Hand.
Die Soundqualität ist immens besser, als es das iPhone ohne Anbauteile zu spielen vermag und das auch ohne geschultes Ohr. Konzerte und Festivals sprießen überall, eben weil gute Musik geschätzt wird. Wer am nähsten an so ein Erlebnis kommen möchte, sollte ich einfach unverbindlich mal Lossless Musik auf einem DAP geben.



Der Shanling M5 Ultra verkörpert den klassischen kompakten Shanling-DAP mit seiner Klangperformance, die sich auf lokale Musikwiedergabe konzentriert. Diese Entscheidung verbessert die Hintergrundschwärze und verlängert die Akkulaufzeit, schränkt jedoch die Funktionalität und Navigationsoptionen ein. Wobei man hier eigentlich kaum Grund hat zu meckern, bei dem Angebot an Funktionen.
Der Shanling M5 Ultra beeindruckt mit seiner Ästhetik und Verarbeitungsqualität und bietet ein modernes Design und eine robuste Konstruktion. Seine Klangperformance ist bemerkenswert in Bezug auf Klarheit, Auflösung und Musikalität, was ihn zu einem starken Performer mit solider Verstärkung macht.
Der Shanling M5 Ultra ist definitiv ein Player für Puristen und audiophile Enthusiasten, die sich auf lokale Musikwiedergabe in höchster Qualität konzentrieren möchten. Mit seinem 540-Euro-Preisschild ist er eine Investition, die sich für diejenigen lohnt, die die warme, musikalische Klangcharakteristik von Shanling schätzen und einen vielseitigen, gut gebauten Player suchen, der mit fast allen Kopfhörern hervorragend harmoniert.
Falls euch dieser Test gefallen hat, schaut euch auch meine anderen Reviews zu audiophilen Produkten an — von Vinyl-Reviews für Metalheads bis hin zu Desktop-DACs für Gaming-Enthusiasten. Abgehört haben wir den DAP mit vielerlei Musik. Dennoch kommen wir immer wieder auf unsere Referenz-Playlist bei Qobuz zurück.
]]>Gleich vorweg: Wir haben den K7 kostenlos von Fosi Audio zum Testen bekommen. Aber keine Sorge — das bedeutet nicht, dass wir hier PR-Texte abspulen. Wir urteilen völlig unabhängig und nehmen im Gegensatz zur klassischen Fachpresse kein Geld für unsere Reviews. Wer also einen echten, ungefilterten Test lesen will und keine weichgespülten Marketing-Floskeln, ist hier genau richtig. Bei uns bekommt ihr die ungefärbte Wahrheit — versprochen!
Die erste Disziplin meistert der K7 mit typischer Fosi-Qualität: Das vollständig aus Aluminium gefertigte Gehäuse liegt angenehm schwer und wertig in der Hand. Auf der Unterseite finden sich vier Gummifüße mit dezenter Fosi Audio Gravierung, die für stabilen Stand sorgen. Die Oberseite wird von zwei digitalen Reglern und fünf Metallknöpfen dominiert, die um ein kleines aber gut ablesbares beleuchtetes Display angeordnet sind. Ein echter Hingucker auf jedem Schreibtisch, die schlichte schwarze Farbgebung passt zu jedem Setup.
Die Anschlussvielfalt ist beeindruckend: An der Front befinden sich zwei 3,5mm Klinkenbuchsen (Mikrofon-Eingang und Kopfhörer-Ausgang) sowie eine 4,4mm Balanced-Buchse für anspruchsvollere Setups. Die Rückseite bietet neben dem 12V-Eingang einen USB-C-Port, Coax- und optischen Eingang, eine Fassung für die schraubbare Bluetooth-Antenne sowie einen Zweikanal-Cinch-Ausgang. Alle Ein- und Ausgänge sind hart vergoldet — ein Premium-Touch, der die Langlebigkeit erhöht und auch optisch einiges hermacht. Die Verarbeitung ist makellos — keine ungleichmäßigen Spaltmaße, keine wackeligen Knöpfe, alles sitzt perfekt.

Im Herzen des Fosi Audio K7 arbeitet ein AKM4493SEQ DAC-Chip, der folgende Sampling-Raten unterstützt:
Die Kopfhörer-Impedanzspanne ist mit 16–300Ω großzügig dimensioniert, was bedeutet, dass der K7 mit praktisch jedem Kopfhörer zurechtkommt — vom mobilen In-Ear bis zum anspruchsvollen Studio-Kopfhörer. Der firmware-updatefähige DAC ist intern komplett balanced aufgebaut und liefert eine beeindruckend niedrige Verzerrung von nur 0,0002%. Zusätzliche Sicherheit bieten Überspannungs‑, Überlast- und Überhitzungsschutz — während unseres Tests wurde der K7 zwar warm, aber nie bedenklich heiß. Selbst nach mehreren Stunden im Dauerbetrieb blieb die Temperatur im grünen Bereich.
Im Balanced-Betrieb erreicht der Fosi Audio K7 einen Signal-Rausch-Abstand und Dynamikumfang von 121dB. Die maximale Ausgangsleistung liegt bei beeindruckenden L+R≥2100mW+2100mW — genug Power, um selbst anspruchsvolle Kopfhörer mühelos anzutreiben. Im Single-Ended-Betrieb bleiben immer noch respektable SNR 122dB und ein Dynamikumfang von 121dB erhalten, während sich die maximale Ausgangsleistung auf L+R≥600mW+600mW (32Ω/THD+N<1%) reduziert. Beeindruckende Werte, die selbst bei deutlich teureren DACs nicht selbstverständlich sind.

Via Bluetooth 5.0 unterstützt der Fosi Audio K7 die Codecs SBC, AAC, aptX, aptX HD und aptX LL, womit auch kabellose Verbindungen in nahezu verlustfreier Qualität möglich sind. Die mitgelieferte Antenne sorgt dabei für exzellente Reichweite und stabile Verbindung — in unserem Test konnten wir selbst durch mehrere Wände hindurch noch eine stabile Bluetooth-Verbindung halten.
Die Einrichtung des Fosi Audio K7 ist erfreulich unkompliziert. In unserem Test funktionierte er problemlos an Mac und Windows-PC, ohne dass spezielle Treiber installiert werden mussten. Plug & Play im besten Sinne — einfach anschließen, einschalten und loslegen. Ein großer Pluspunkt: Dank der vielseitigen Anschlüsse lässt sich der K7 auch mit Spielkonsolen wie PlayStation und Xbox verbinden. Allerdings benötigt er stets seine separate 12V-Stromversorgung und kann nicht ausschließlich über USB‑C betrieben werden, was angesichts der Leistungsdaten aber völlig nachvollziehbar ist.
Wir haben den Fosi Audio K7 nicht nur direkt mit Kopfhörern getestet, sondern auch als Quelle für separate Kopfhörerverstärker und Endstufen für Schreibtisch-Lautsprecher genutzt. Diese Flexibilität macht ihn zum echten Multitalent im Audio-Setup. Besonders gut hat uns gefallen, dass man über den Cinch-Ausgang auch aktive Lautsprecher oder eine separate Verstärker-Lautsprecher-Kombination anschließen kann.
Die Bedienung des Fosi Audio K7 ist erfreulich intuitiv und durchdacht. Nach dem Einschalten kann zwischen den Modi UAC‑1 und UAC‑2 gewählt werden. Für alle, die mit diesen Abkürzungen nichts anfangen können: UAC‑1 verarbeitet PCM-Signale bis 24bit/96kHz und erlaubt die parallele Nutzung des Mikrofon-Eingangs. In diesem Modus lässt sich das Mikrofon per Druck auf den rechten Drehregler stummschalten, und durch Betätigen des Tone/Mic-Buttons kann die Mikrofon-Verstärkung (0–10) eingestellt werden — ideal für Gaming-Sessions oder Video-Calls.
Im UAC-2-Modus steht Bitstreaming mit 384kHz-32bit/DSD256 zur Verfügung, allerdings ohne Mikrofon-Funktionalität. Die Eingänge (USB, Bluetooth, Coax, Optical) werden über die Input-Taste gewechselt, während der Output-Button zwischen Kopfhörer- und Cinch-Ausgang umschaltet und bei Bedarf alle EQ-Einstellungen per Bypass-Funktion deaktiviert. Der eingebaute EQ erlaubt Anpassungen bei Bass (-12 bis +12) und Höhen (-6 bis +6) — perfekt, um den Sound nach persönlichem Geschmack zu tunen oder unterschiedliche Musikgenres optimal zur Geltung zu bringen.
Die Lautstärkeregelung reagiert feinfühlig und präzise, wobei die Abstufungen bei niedrigen Lautstärken etwas gröber ausfallen. Bei mittlerer und hoher Lautstärke hingegen kann man sehr präzise regeln. Wirklich praktisch ist auch die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Eingängen zu wechseln, ohne jedes Mal Kabel umstecken zu müssen — ein Feature, das im Alltag viel Komfort bietet.


Da Fosi Audio den Fosi Audio K7 explizit als Gaming-DAC bewirbt, haben wir seine Fähigkeiten in diesem Bereich besonders intensiv getestet — oder besser gesagt, testen lassen. Da ich selbst aktuell kaum zum Zocken komme, habe ich den K7 an zwei Gaming-affine Kollegen weitergereicht, die ihn im täglichen Spielbetrieb auf die Probe stellen konnten. Beide sind erfahrene Gamer mit gehobenen Ansprüchen an den Sound — perfekte Testpersonen also.
Der erste Test mit Hunt: Showdown offenbarte sofort die Stärken des Fosi Audio K7. Nach einem Vergleich mit dem bisherigen Setup aus Focusrite Audio Interface und Beyerdynamic DT 1990 Pro war die Reaktion eindeutig: Ein lautes “Oha!” quittierte die deutlich bessere Ortbarkeit von Gegnern und Bewegungen mit dem Fosi Audio K7. War beim Focusrite zwar ein Gegner grundsätzlich ortbar, konnten mit dem K7 auch Entfernung und präzise Richtung sofort bestimmt werden — ein entscheidender Vorteil in taktischen Spielen, der buchstäblich über Leben und Tod entscheiden kann.
Darüber hinaus reproduzierte der Fosi Audio K7 Sounds wesentlich detaillierter und lieferte spürbar mehr Druck bei Explosionen und anderen Ereignissen. Schritte waren präziser zu orten, Schüsse klangen definierter, und selbst kleine akustische Details wie das Rascheln im Gebüsch oder das Knarren von Holzdielen wurden klarer wahrgenommen. Der Sound war insgesamt klarer und nach längerer Nutzung auch angenehmer, was vor allem bei stundenlangen Gaming-Sessions ein wichtiger Faktor ist. Beim anschließenden Musiktest mit Bloodywood zeigte sich ein ähnliches Bild: Mehr Details, bessere Nuancierung und ein breiteres Klangbild. Die zusätzliche Möglichkeit, den Sound per EQ anzupassen, war das Tüpfelchen auf dem i. Am Ende des Abends war die entscheidende Frage: “Was kostet der K7 und wo kann ich ihn kaufen?” Long story short: Er hat ihn gekauft — ein deutlicheres Qualitätsurteil gibt es wohl kaum.
Der zweite Test mit einem Kollegen, der bisher ein Beyerdynamic DT900 Pro X an einem Beyerdynamic Fox Mikrofon betrieb, verlief ähnlich überzeugend. Der Fosi Audio K7 setzte sich klar gegen das Fox und sogar gegen sogenannte High-End-Onboard-Soundkarten durch. Eine Runde Diablo 4 bestätigte den positiven Eindruck, der sich bereits beim Musikhören abgezeichnet hatte. Die Atmosphäre des Spiels kam deutlich besser zur Geltung, die Klangeffekte wirkten präsenter und räumlicher, und die Musikuntermalung entfaltete mehr Tiefe und Dramatik. Auch hier war die Konsequenz unmittelbar: Der Fosi Audio K7 wurde direkt bestellt — ein weiterer Beweis für die überzeugende Performance des kleinen Kraftpakets.
Nach den Erfahrungen aus dritter Hand war es Zeit für den Alltagstest. Als jemand, der täglich 8+ Stunden am Rechner sitzt und zwischen Telkos, Qobuz und Spotify hin und her springt, kenne ich meinen Sound ziemlich genau. Normalerweise nutze ich einen iFi Hip Dac, der zwar sehr gut ist, aber eher für mobile Einsätze konzipiert wurde und irgendwann durch etwas Stationäres ersetzt werden sollte. Da kam der Fosi Audio K7 gerade recht.
Nach vier Wochen intensiver Nutzung am MacBook Pro M4 Max kann ich berichten: Keine Ausfälle, keine Probleme, keine Aussetzer — der Fosi Audio K7 läuft wie ein Uhrwerk. Er wurde stets zuverlässig erkannt und schaltete problemlos zwischen verschiedenen Sample-Rates um. Die meiste Zeit lief er im UAC-2-Modus, da für mein Mikrofon ohnehin ein analoger XLR-Anschluss mit 48V-Phantomspeisung notwendig ist. Die Lautstärkeregelung mit dem linken Drehregler funktioniert hervorragend, auch wenn die Abstufungen erst bei höheren Lautstärken feiner werden. Für den täglichen Gebrauch ist das aber völlig ausreichend.
Der eingebaute EQ erwies sich als nützliches Werkzeug zur Feinanpassung, sei es für Musik, YouTube-Videos, Instagram-Feeds oder Screener. Besonders bei schlecht abgemischten YouTube-Clips konnte ich mit einem leichten Bass-Boost und etwas mehr Höhen die Sprachverständlichkeit deutlich verbessern. Nach zwei Wochen kam dann noch ein Upgrade: Der Beyerdynamic DT 1990 Pro wurde durch einen Audeze LCD‑X ersetzt, der mit noch mehr Details, Räumlichkeit und Power aufwartet. Auch hier zeigte sich der Fosi Audio K7 von seiner besten Seite und trieb den anspruchsvollen Kopfhörer souverän und mit Elan an. Die Kombination aus Fosi Audio K7 und Audeze LCD‑X entpuppte sich als echter Traumpartner für lange Hörsessions.
Besonders beeindruckend war die Flexibilität im Alltag: Morgens ein Telefonat über den Kopfhörer, mittags etwas Musik über die Schreibtischlautsprecher, abends dann wieder intensive Hörsessions mit dem Kopfhörer — all das ohne Kabel umstecken zu müssen. Auch die Bluetooth-Funktionalität erwies sich als praktisch, wenn mal schnell ein Track vom Smartphone abgespielt werden sollte. Der Fosi Audio K7 schaltete dabei blitzschnell um und lieferte auch über Bluetooth eine respektable Klangqualität.



Um zu sehen, wo die Grenzen des Fosi Audio K7 liegen, haben wir ihn mit deutlich teureren Setups verglichen. Zunächst wurde der integrierte Kopfhörerverstärker gegen externe Lehmann Audio Linear und Linear II Verstärker getauscht — mit 1000€ bzw. 1500€ wahrlich Premium-Geräte der Referenzklasse. Diese Kombination sollte zeigen, ob der K7 als reiner DAC mit einer hochwertigen Verstärkerstufe mithalten kann.
Natürlich kann der Fosi Audio K7 den Lehmann-Verstärkern nicht das Wasser reichen, aber er schlägt sich im Vergleich bemerkenswert gut! Der Sound mit dem Lehmann Audio Linear klingt zwar deutlich entspannter, detaillierter und reiner, was vor allem der linearen Stromversorgung, ausgeklügelter Schaltung und High-End-Bauteilen zu verdanken ist. Aber gerade dieser Vergleich zeigt, dass man mit dem Fosi Audio K7 ein ausgezeichnetes Stück Hardware zum Bruchteil des Preises erwirbt. Der Qualitätsunterschied ist zwar hörbar, aber der Fosi Audio K7 spielt halt in einer Liga ganz anderen Liga.
Auch der Vergleich mit dem Fosi Audio ZD3, der preislich in derselben Kategorie liegt, aber einen ES9039Q2M DAC-Chip verbaut hat und ohne Kopfhörerverstärker auskommt, zeigte interessante Unterschiede: Der K7 spielt weicher und wärmer, während der ZD3 definierter und technischer klingt — ähnlich dem Unterschied zwischen Vinyl und Digital, allerdings ohne den direkten Basspunch einzubüßen. Diese klangliche Abstimmung macht den K7 besonders angenehm für längere Hörsessions, während der ZD3 mit seiner analytischeren Gangart besonders bei akustischer Musik punkten kann. Welches Gerät man bevorzugt, ist letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks und des Einsatzzwecks.
Ein weiterer Vergleich mit einer audiophilen Soundkarte zeigte, dass der externe Fosi Audio K7 in allen Belangen überlegen ist: Mehr Details, bessere räumliche Abbildung, sauberere Höhen und ein kontrollierter, kräftiger Bass. Die Soundkarte wirkte im direkten Vergleich etwas angestrengt und weniger souverän, besonders bei komplexen Musikpassagen oder bei hoher Lautstärke. Der K7 hingegen behielt stets seine Contenance und lieferte einen stabilen, ausgewogenen Klang — egal, was man ihm vorsetzte.
Die klanglichen Qualitäten des Fosi Audio K7 haben wir mit verschiedensten Musikstücken unserer Qobuz-Referenz-Playlist auf die Probe gestellt. Weiterhin wurde die digitale Version von Hyms in Dissonance von Whitechapel für unseren Vinyl-Test abgehört.
Knocked Loose kommt exakt so in-your-face, wie man es erwartet. Brian Garris’ Kreischgesang wird authentisch und eindringlich wiedergegeben, ohne dass die fetten Riffs den Gesang oder die filigranen Becken und Hi-Hats vermatschen. Die Gitarren haben genau den richtigen Schärfegrad, ohne unangenehm zu werden, und der Bass liefert den notwendigen Punch, der bei diesem Genre so wichtig ist. Besonders bei “God Knows” kommen die schnellen Doublebass-Passagen präzise und druckvoll, ohne zu verwaschen.
Poppys Stimme wird fein und sauber herausgearbeitet, während die Breakdowns unbeschreiblich fett klingen. Bei “Don’t reach for me” entfaltet sich der Kontrast zwischen den poppigen Strophen und den brachialen Refrains besonders eindrucksvoll. Die Dynamik des Songs wird vom K7 mühelos gemeistert, und der Übergang zwischen den verschiedenen Passagen gelingt fließend und organisch.
Lorna Shore, insbesondere die Pain Remains Trilogie, bietet reichlich Abwechslung und feingeistige Momente, in denen der Fosi Audio K7 beweisen kann, dass er sowohl knüppelhart als auch butterweich spielen kann. Die orchestralen Passagen kommen mit angemessener Größe und Tiefe, während die brutalen Ausbrüche mit Will Rahns unmenschlichen Vocals den nötigen Druck entwickeln. “To the Hellfire” mit seinen zahlreichen Bassdrops ist ein wahrer Zuckerschleck für die Ohren. Der berühmte Bassdrop wird vom Fosi Audio K7 mit einer Souveränität wiedergegeben, die für ein Gerät dieser Preisklasse bemerkenswert ist. Der Bass reicht tief hinab, ohne je zu dröhnen oder zu vermatschen.
Brand of Sacrifice mit “Purge”, wo wirklich viel parallel passiert, spielt der Fosi Audio K7 souverän und mit ordentlich Druck. Die zahlreichen Ebenen des Songs — von den guttural-tiefen Vocals über die schnellen Gitarrenriffs bis hin zu den elektronischen Elementen — werden klar voneinander getrennt und doch zu einem kohärenten Ganzen zusammengefügt. Besonders Spaß macht es hier, den Bass um 2–3 Stufen anzuheben und sich von den Kopfhörern richtig durchmassieren zu lassen. Der EQ greift dabei präzise und musikalisch, ohne den Klang zu verfärben oder zu verzerren.
Als Kontrast haben wir Radiohead mit “Creep” getestet — eine unglaublich coole Aufnahme mit sanfter Stimme, räumlichem Schlagzeug und feinen Gitarren, die zum Refrain hin ordentlich fett klingen. Thom Yorkes charakteristische Stimme schwebt förmlich über den Instrumenten, während die legendären Gitarren-Explosionen im Refrain mit dem nötigen Crunch und Druck wiedergegeben werden. Der räumliche Eindruck ist beeindruckend, man kann jeden Musiker klar im Stereopanorama verorten und hat das Gefühl, mitten im Geschehen zu sitzen.
Und da Klassik oft als Maßstab für audiophile Menschen gilt, haben wir mit Septicflesh und ihrem “Infernus Sinfonica MMXIX” ein Metal-Album mit Orchester in die Rotation aufgenommen. “Portrait of a Headless Man” mit seinen räumlich präzise platzierten Trompeten klingt beeindruckend ehrlich und direkt. Der Fosi Audio K7 schafft es mühelos, die Komplexität der Orchesterarrangements wiederzugeben und gleichzeitig den brachialen Metal-Aspekt nicht zu vernachlässigen. Die Dynamik des Stücks wird eindrucksvoll transportiert, und die räumliche Abbildung ist für ein Gerät dieser Preisklasse schlichtweg herausragend.
Die Entdeckung 2024 war für uns die EP “The Poetic Edda” von Synestia und Disembodied Tyrant. Besonders der Song “Winter” mit seinem Bassdrop und der einsetzenden Orgel ist ein wahres Klangschmuckstück, das durch den Fosi Audio K7 vollends überzeugt. Die atmosphärischen Elemente werden wunderschön herausgearbeitet, während die brutalen Passagen mit der nötigen Kraft und Präzision wiedergegeben werden. Die Vocals sind klar und präsent, ohne je den Rest des musikalischen Geschehens zu überdecken. Ein audiophiles Highlight, das der K7 mit Bravour meistert.
Natürlich kann man den Fosi Audio K7 noch weiter optimieren. Ein gutes 12V Linear-Netzteil würde die Kluft zwischen dem K7 und höherpreisigen Setups vermutlich etwas verringern. Leider ist unser Testexemplar bis zum Erscheinen dieses Tests noch nicht eingetroffen, aber die Vorteile, die sich aus einer linearen Stromversorgung für den DAC ergeben, dürften spürbar sein. Erfahrungsgemäß profitieren DACs erheblich von einer sauberen, rauscharmen Stromversorgung. Die Unterschiede könnten sich in einem noch ruhigeren Hintergrund, besserer Dynamik und feiner aufgelösten Details bemerkbar machen.
Für den schmalen Geldbeutel finden sich auf AliExpress oder eBay lineare Netzteile zwischen 80–180€, die bereits eine deutliche Verbesserung gegenüber dem mitgelieferten Schaltnetzteil darstellen sollten (UPDATE: wir haben hier eines getestet und für gut befunden). Wer tiefer in die Tasche greifen möchte, kann sich bei Herstellern wie Keces oder Plixir umsehen, die hochwertige lineare Netzteile im Bereich von 300–600€ anbieten. Allerdings stellt sich die Frage, ob es sich wirklich lohnt, einem 200€ DAC ein 500€+ Netzteil hinzuzufügen — in diesem Fall wäre ein DAC-Upgrade vielleicht die sinnvollere Investition. Andererseits kann ein gutes Netzteil auch bei einem späteren DAC-Upgrade weiterverwendet werden, sofern die Spannung kompatibel ist.
Eine weitere Möglichkeit, das Klangpotential des Fosi Audio K7 auszuschöpfen, sind hochwertige Kabel. Während wir keine Freunde von überteuerten Audiokabeln sind, können ein solides USB-Kabel mit guter Abschirmung und hochwertige Verbindungskabel für den analogen Ausgang durchaus zu einer Klangverbesserung beitragen. Hier muss man aber nicht unbedingt tief in die Tasche greifen — es gibt durchaus erschwingliche Optionen, die besser sind als die Standardkabel aus der Schublade.
Der Fosi Audio K7 richtet sich eindeutig an Gamer, die vom verwaschenen Sound ihrer Onboard-Soundkarte genervt sind, an Musikliebhaber, die ihren Klang auf das nächste Level heben wollen, und an alle, die mit räumlichem Stereoklang in Spielen mehr anfangen können als mit pseudo-Surround. Er ist der perfekte Einstieg in die Welt des hochwertigeren Audios, ohne gleich ein Vermögen ausgeben zu müssen.
Durch die Möglichkeit, auch aktive Lautsprecher anzuschließen, wird der Fosi Audio K7 zu einer kompakten aber leistungsstarken Audiozentrale, die sich zudem intuitiv bedienen lässt. Der Kopfhörerverstärker ist potent genug, um auch exotischere Headsets zu betreiben, und durch das Upgrade-Potential mit einem linearen Netzteil gibt es noch Luft nach oben. Besonders beeindruckend ist die Vielseitigkeit: Der K7 kann problemlos zwischen verschiedenen Quellen wechseln, bietet Bluetooth für kabelloses Hören und unterstützt sowohl normale als auch symmetrische Kopfhörer.
Für den audiophilen Gamer ist der Fosi Audio K7 ein echter Geheimtipp, da er nicht nur musikalisch überzeugt, sondern auch bei der räumlichen Ortung in Spielen neue Maßstäbe setzt. Die Kombination aus hochwertiger Klangwiedergabe und praktischen Gaming-Features wie dem integrierten Mikrofon-Eingang machen ihn zu einer idealen All-in-One-Lösung für anspruchsvolle Spieler, die nicht auf guten Sound verzichten wollen.
Es dürfte zwischen den Zeilen durchscheinen, dass uns der Fosi Audio K7 wirklich beeindruckt hat. Mit einem Kickstarter-Preis von etwa 170€ und einem erwarteten Verkaufspreis knapp unter 200€ ist er zwar keine Schnäppchen-Investition, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ausgezeichnet. In seiner Preisklasse etabliert sich der K7 als echte Institution im Segment der Desktop-DACs mit Kopfhörerverstärker.
Wir haben uns für diesen Test besonders ins Zeug gelegt und zahlreiche Kombinationen ausprobiert, um ein möglichst umfassendes Bild zu zeichnen. Der Fosi Audio K7 wurde mit verschiedenen Kopfhörern (Beyerdynamic DT 1990 Pro, Audeze LCD‑X, Beyerdynamic DT 900 Pro X), verschiedenen Quellen (Windows-PC, MacBook, Smartphone via Bluetooth) und in verschiedenen Szenarien (Gaming, Musik, Filme, Telekonferenzen) getestet. In allen Disziplinen konnte der K7 überzeugen — ein Allrounder im besten Sinne des Wortes.
Nach all unseren Tests können wir den Fosi Audio K7 mit gutem Gewissen als Referenz im Bereich der Desktop-DACs unter 200€ mit Kopfhörerverstärker empfehlen. Für audiophile Gamer und Musikliebhaber, die nicht gleich ein Vermögen ausgeben wollen, ist der Fosi Audio K7 eine Investition, die sich klanglich definitiv auszahlt. Er bietet eine beeindruckende Kombination aus Klangqualität, Funktionsvielfalt und Verarbeitungsqualität, die in dieser Preisklasse ihresgleichen sucht. Fosi Audio hat mit dem Fosi Audio K7 ein Produkt geschaffen, das die Messlatte für zukünftige Desktop-DACs in dieser Preisklasse deutlich anhebt.

Die Vorfreude wurde heute auf eine echte Geduldsprobe gestellt. Der DHL-Bote hat sich Zeit gelassen – scheinbar ist kurz vor dem Wochenende die Pakethölle los. Aber eines muss man EMP lassen: Verpacken können sie! Plattenkarton in stabilem Außenkarton, sorgfältig mit Papier ausgepolstert. Da braucht man keine Angst um die schwarzen Scheiben haben.
Nach dem Befreiungsakt aus dem Karton hält man die noch eingeschweißte Platte von Whitechapel Hymns in Dissonance endlich in Händen. Der reflexartige Griff zum Handy, um den Barcode bei Discogs einzuscannen, endet allerdings in einer Sackgasse. Kein Eintrag? Das Problem schiebe ich erstmal auf die To-Do-Liste für später – jetzt wird erstmal die Verpackung inspiziert!
Was direkt ins Auge sticht, ist leider etwas enttäuschend: Die Limitierungsinfo unserer “scarlet red with cloudy black splatter”-Edition von Whitechapel Hymns in Dissonance (begrenzt auf 200 Stück, wir haben Nummer 113) klebt als simpler Aufkleber auf der Folie. Für Sammler ist das echt suboptimal – wohin mit dem Ding nach dem Auspacken? Bei Filmeditionen wird das deutlich eleganter gelöst. Ein vorgedrucktes Feld auf der Gatefold-Rückseite mit Platz für Nummer und Limitierung wäre eine deutlich sammlergerechtere Lösung gewesen.



Als eigentlicher Digital-Nerd habe ich trotzdem gute Gründe, warum ich mich für diese Old-School-Version entschieden habe: Es gibt einfach nichts Geileres, als ein fettes Album-Artwork in über 30×30 cm in den Händen zu halten! CDs waren okay, aber Vinyl ist einfach das ultimative Format für Albumkunst.
Und dann die Entschleunigung: Die massive Scheibe von Whitechapel Hymns in Dissonance vorsichtig aus der Hülle ziehen, auf den Plattenteller legen, das Gewicht drauf, einmal mit der Bürste drüber und dann den perfekten Needle-Drop setzen. Danach einfach 20 Minuten ins Sofa sinken und die pure Musik genießen. Ja, man muss aufstehen und die Platte nach der Hälfte umdrehen – aber genau das macht das Ritual so besonders. (Wer mehr zu den Beweggründen zum Vinylgenuss erfahren will, kann sich mal hier oder hier reinklicken)
Dieses feine, unverwechselbare Rauschen der Nadel auf frischem Vinyl, bevor die ersten brutalen Klänge von “Prisoner 666” die Lautsprecher zum Beben bringen – unbezahlbar!
Sobald die Folie von Whitechapel Hymns in Dissonance ab ist, hört die Kritik auch schon wieder auf. Das Gatefold ist vorbildlich verarbeitet, mit der Platte sicher in der Mitte statt in einem der Schenkel. Die Vinyl selbst steckt in einem gepolsterten Inner-Sleeve mit Metal Blade-Druck. Und dann passiert etwas fast Magisches: Beim Herausnehmen ist die Platte nicht statisch aufgeladen! Wer schon mal mit elektrostatisch aufgeladenen Scheiben gekämpft hat, weiß wie besonders das ist – kein Staubmagnet, keine Papierflusen!
Das Gatefold von Whitechapel Hymns in Dissonance selbst enthält einen zweiseitigen Druck, dazu gibt’s einen Einleger mit allen Songtexten und einem Cover in CD-Booklet-Größe. Auf der Rückseite des Covers findet sich sogar ein Bandcamp-Code für den digitalen Download. Kein separates Booklet, aber trotzdem besser ausgestattet als 90% der Vinyl-Releases, die ich in letzter Zeit in den Händen hatte. Wer jetzt schon Bock hat sich die Scheibe zuzulegen kann auf der Whitechapel-Page mal reinklicken. Hier gibt es einige Editionen.




Die 180g-Scheibe selbst ist ein echter Hingucker in Scharlachrot mit schwarzen Splatter-Effekten und liegt schwer und wertig auf dem Plattenteller. Zeit, die Nadel abzusenken und in die Hölle einzutauchen…
Alles klar, Leute – packt eure melodischen Erwartungen ein und werft sie in den nächsten Müllcontainer, denn WHITECHAPEL sind mit Whitechapel Hymns in Dissonance zurück im Brutalo-Business! Nach einer melodischen Odyssee mit Alben wie “The Valley” und “Kin” haben die Deathcore-Veteranen mit ihrem neunten Album “Hymns In Dissonance” die Samthandschuhe ausgezogen und ersetzen sie durch blutverschmierte Schlagringe.
Wer hätte das gedacht? Eine Band, die sich jahrelang in Richtung zugänglicherer Soundlandschaften bewegt hat, macht eine komplette 180-Grad-Wende und serviert uns einen Hassklumpen, der härter ist als das, womit sie ihre Karriere überhaupt begonnen haben. Whitechapel Hymns in Dissonance ist wie ein Dampfhammer auf Speed – unnachgiebig, zerstörerisch und verdammt befriedigend für jeden, der sich nach dem ursprünglichen WHITECHAPEL-Chaos gesehnt hat.
Statt autobiografischer Selbsterkundung bekommen wir diesmal eine dystopische Geschichte über eine menschenverachtende Sekte und ihre perversen Rituale rund um die sieben Todsünden. Perfekter Stoff für Phil Bozeman, um seine abgrundtiefe Stimmenpracht wieder voll auszufahren! Seine Growls klingen, als würde er Glasscherben frühstücken – eine willkommene Rückkehr zu seinen vokalen Wurzeln.
Die ersten Takte von “Prisoner 666” sind wie ein Schlag in die Magengrube nach einem All-you-can-eat-Buffet – unerwartet brutal und absolut verheerend. Das Schlagzeug hämmert mit einer Intensität, die selbst hartgesottene Moshpit-Krieger zum Schwitzen bringt, während die Gitarren Riffs ausspucken, die klingen, als würden Kettensägen miteinander kämpfen.
“Hate Cult Ritual” fegt dann wie ein Tornado durch deine Gehörgänge – mit Blast-Beats, die schneller sind als deine letzte Beziehung vorbei war, nur um dann in groovige Passagen zu münden, bei denen selbst der verstockteste Metalgegner seinen Kopf nicht stillhalten kann. “Bedlam” wiederum ist ein monströser Brecher, der sich wie ein tollwütiges Urzeittier durch deine Playlist frisst.
Doch glaub bloß nicht, dass Whitechapel Hymns in Dissonance nur stumpfes Geprügel ist! Die wahre Kunst dieses Albums offenbart sich erst nach mehreren Durchgängen. Der Titeltrack ist ein faszinierendes Biest, das zwischen Death Metal, Grindcore und überraschend punkigen Elementen changiert. Wenn mittendrin die Geschwindigkeit rausgenommen wird, erlebst du einen dieser seltenen Metal-Momente, in denen eine ganze Menschenmenge synchron ihre Nacken verrenkt.
Was WHITECHAPEL hier wirklich auszeichnet: Die Band beweist, dass man ein brutal abgefahrenes Album machen kann, ohne die musikalische Entwicklung der letzten Jahre komplett zu verleugnen. In Tracks wie “Mammoth God” und “Nothing Is Coming For Any Of Us” blitzen immer wieder melodische Elemente durch die Brutalität, die zeigen: Diese Jungs haben nicht vergessen, sondern bewusst entschieden, wieder auf die Zerstörungstaste zu drücken.
“The Abysmal Gospel” klingt, als hätte man SLAYER, CANNIBAL CORPSE und einen sehr wütenden Bären in einen Mixer geworfen – und das Ergebnis ist verdammt beeindruckend. Die unerwarteten Gitarrenläufe zwischen all dem Chaos sind wie ein kurzer Blick ins Paradies, während du durch die Hölle rennst.
Whitechapel Hymns in Dissonance ist ein Beweis dafür, dass echte Deathcore-Alchemisten ihr Handwerk nicht verlernen. WHITECHAPEL haben hier ein Album erschaffen, das deine Nachbarn dazu bringen wird, gleichzeitig die Polizei und einen Exorzisten zu rufen.
Und nach 40 Minuten Dauerfeuer sehnt sich selbst der hartgesottenste Mosher vielleicht nach einer kurzen Atempause. Aber ist das nicht genau, was wir von einem richtig üblen Deathcore-Album erwarten?
Für alle, die bei “Kin” und “The Valley” nostalgisch an die alten Zeiten dachten: Eure Gebete wurden erhört – nur viel blutiger, als ihr es euch je erträumt hättet. WHITECHAPEL sind zurück im Deathcore-Game, und sie sind hungriger denn je.
Metal Blade LPs sind bisher selten durch unsere Hände gewandert, aber nach dieser Erfahrung mit Whitechapel Hymns in Dissonance können wir dem Label nur ein dickes Lob aussprechen: Diese Pressung ist verdammt exzellent! Mit dem Ortofon 2M Bronze-Tonabnehmer (hier haben wir noch mehr zum Thema) fräst sich die Scheibe wie eine Kettensäge durch den Schädel – und das meine ich im allerbesten Sinne.
Der Mix ist wirklich beeindruckend gelungen: Das Schlagzeug kommt mit ordentlichem Punch, perfekt ortbar im Stereobild, während die Becken kristallklar und ohne Verzerrungen glänzen. Bozemans Stimme ist und bleibt eine Institution der Brutalität, die selbst auf Vinyl pure Gänsehaut erzeugt.
Technisch erlaubt sich die Platte absolut keine Schwächen. Der Sound schiebt von Song zu Song unerbittlich vorwärts und hämmert dir die eindringlichen Riffs förmlich in die Gehörgänge. Hier regiert purer, unverfälschter Hass in Vinylform – genau wie es sein sollte!
Im direkten Vergleich zur 24bit/48kHz Lossless-Version von Qobuz scheint die Vinylpressung von Whitechapel Hymns in Dissonance tatsächlich die Nase vorn zu haben. Allerdings müssen wir fairerweise einräumen, dass wir bisher nur Anlage (Vinyl) gegen Kopfhörer (Digital) verglichen haben. In den nächsten Tagen werden wir nochmal nachhören, ob sich unser erster Eindruck bestätigt, wenn wir den Streamer an derselben Anlage testen.




Wer Eversolo nicht kennt, sollte sich schnell mit der Marke vertraut machen. Neben WiiM revolutionieren sie gerade den HiFi-Markt mit „günstigen“, aber hervorragenden Produkten im Streaming-Segment. Und seien wir ehrlich: Streaming ist und bleibt die Zukunft! Eversolo bietet hier den DMP-A6, den wir bereits ausführlich getestet haben. Mittlerweile gibt es auch eine V2-Version mit diversen Verbesserungen – ein echter Hingucker im HiFi-Rack.
Das Design des Eversolo AMP-F2 orientiert sich grob an der Designsprache von Eversolo, allerdings nicht zu 100 %. Die Farbgebung zwischen Player und Endstufe unterscheidet sich leicht. Ob dies an unserem Testmuster liegt, können wir nicht beurteilen. Auffälliger ist jedoch die Beleuchtung, die sich in Gelb eher an der DMP-A6 Master Edition als am Standard-Player orientiert. Vielleicht hätte Eversolo hier eine wechselbare Farbe anbieten sollen, um beiden Produkten gerecht zu werden.
Ansonsten entspricht die Designsprache den Playern, sodass jeder, der auf einheitliche Ästhetik im HiFi-Rack Wert legt, definitiv einen Blick auf den AMP-F2 werfen sollte.


Königsklasse! Für den Preis von 799 € ist der AMP-F2 unglaublich sauber verarbeitet und fühlt sich hochwertig an. Das präzise gefertigte Chassis weist keinerlei sichtbare Spaltmaße auf, nichts klappert, und es macht keineswegs einen billigen Eindruck. Im Gegenteil: Eversolo hat mit Starke-Sound einen hervorragenden Partner gefunden, sei es für das Platinen-Layout oder die Lautsprecherbuchsen.
Der Eversolo AMP-F2 basiert auf einem Class-D-Verstärkermodul NS600 von Starke Sound und bietet beeindruckende Leistungsreserven. Mit bis zu 2x250W RMS an 4 Ohm (1% THD) und sogar 450W RMS an 2 Ohm im Mono-Betrieb (BTL) ist er in der Lage, selbst anspruchsvolle Lautsprecherkonfigurationen souverän zu versorgen. Diese Leistungsfähigkeit macht ihn zu einem zuverlässigen Partner für anspruchsvolle HiFi-Systeme.
Das NS600-Modul nutzt die PurePath
Ultra-HD-Technologie in Kombination mit einem fortschrittlichen Rückkopplungsdesign, das eine Fehlerkorrekturfunktion integriert. Dadurch wird eine extrem niedrige Verzerrung über den gesamten Frequenzbereich erreicht, was eine makellose Klanggenauigkeit und eine präzise Wiedergabe selbst feinster Details ermöglicht.
Ein weiteres Highlight ist das großzügig dimensionierte 600-W-Netzteil, das durch hohen Wirkungsgrad, geringe Restwelligkeit und minimale EMI-Emissionen überzeugt. Es sorgt für eine stabile und leistungsstarke Ausgangsleistung, die die Dynamik des gesamten Systems deutlich verbessert.
Der AMP-F2 ist nicht nur leistungsstark, sondern auch energieeffizient. Im Standby-Modus liegt der Stromverbrauch bei weniger als 0,5 W, während er im eingeschalteten Zustand ohne Signal nur 14 W beträgt. Damit erfüllt er die strengen ErP-Normen der Europäischen Union.
Das robuste Aluminiumgehäuse des AMP-F2 dient nicht nur der Ästhetik, sondern schirmt auch effektiv störende Einflüsse auf die Schaltkreise ab. Zudem ist der Verstärker mit einem 5–12 V Trigger-Eingang und ‑Ausgang im 3,5‑mm-Klinkenformat ausgestattet, der eine automatische Ein-/Aus-Schaltung mit anderen kompatiblen Geräten ermöglicht. Dies sorgt für eine nahtlose Integration in Ihr HiFi-System.
Der AMP-F2 ist perfekt auf die anderen Produkte von Eversolo abgestimmt, insbesondere auf die Streamer DMP-A6, DMP-A6 Master Edition und DMP-A8. Mit seinen technischen Daten – darunter ein Frequenzgang von 10Hz-20kHz (-1,2dB), einem Signal-Rausch-Verhältnis von >110 dB (A‑gewichtet) und einem Dämpfungskoeffizienten von 100 – setzt er Maßstäbe in seiner Klasse.
Die hochwertigen Beryllium-Kupferklemmen, eine Sonderanfertigung von Starke Sound, runden das Paket ab und gewährleisten eine zuverlässige Verbindung zu Ihren Lautsprechern. Mit seinen Maßen von 270 mm (B) x 228 mm (T) x 90 mm (H) und einem Gewicht von 3,65 kg ist der Eversolo AMP-F2 kompakt, aber dennoch solide verarbeitet.




Wer uns häufiger liest, weiß, dass wir nicht zimperlich mit Komponenten umgehen. Auch hier haben wir wieder unsere Qobuz-Referenzplaylist sowie in Kombination mit einer Vorstufe unsere Vinyl-Platten durchgespielt. Dazu haben wir die Acoustic Energy AE 100² und unsere B&W 704er mit dem Eversolo AMP-F2 betrieben. Die Musikauswahl reichte von feinstem Metal – von Soft bis Ultra-Hart – und dabei haben wir die Endstufe schon an ihre Grenzen gebracht.
Aber der Reihe nach: Der Verstärker arbeitet im Normalbetrieb unterhalb von 70 dB völlig souverän. Über Stunden hinweg haben wir das Gerät mit Freude genutzt. Es gab keinerlei Ausfälle, selbst bei basslastigen Songs, und gleichzeitig wurden Mitten und Höhen sauber herausgearbeitet.
Wir lieben punchige Drums und fühlten uns in jeder Sekunde perfekt abgeholt. Doch nicht nur die Drums müssen in den Magen gehen, auch die Becken müssen ein feines Zischen wiedergeben und klar ins Ohr dringen. Dies können wir dem Eversolo AMP-F2 problemlos bescheinigen. Selbst im brachialen Gitarrengewitter schafft er es, dem Gesang die passende Bühne zu bieten und alles räumlich sauber aufzulösen.
Wir geben Technik bei uns gerne etwas mehr Zeit, und unser Eindruck basiert nicht auf einer kurzen Abhörsession. Stattdessen versuchen wir, die Geräte in unseren Alltag zu integrieren, um auch Aspekte zu beleuchten, die bei längerer Nutzung auffallen.
Bisher klingt alles großartig, aber der Eversolo AMP-F2 hat auch seine Schwächen. Diese liegen vor allem in der Pegelfestigkeit bzw. der Auflösung bei höheren Lautstärken. Wir sind keine Hörer, die nur auf maximale Lautstärke aus sind, und so hören wir vielleicht bei maximal 85 dB. Doch hier zeigte sich bei komplexeren Stücken im Vergleich zu anderen Geräten eine leichte Unschärfe. Der Eversolo AMP-F2 schaffte es nicht mehr, alles so klar wiederzugeben, wie wir es erwartet hätten. Vielleicht könnte man auch sagen, dass er sich angestrengt anhörte.
Ist das jetzt schlecht? Eigentlich nicht. Wir bewegen uns hier in einer Preisklasse, die die gehobene Einsteigerklasse darstellt, und wir finden, dass der Eversolo AMP-F2 diese Rolle voll und ganz erfüllt. In den meisten Mietwohnungen würde man ohnehin nicht lange Frieden mit den Nachbarn haben, wenn man häufig und lange über 80 dB hört.
Dennoch ist die Endstufe in unserer Wahrnehmung neutral und lässt sich daher mit einer Vielzahl von Lautsprechern und anderer Technik kombinieren, ohne den Klang negativ zu beeinflussen. Die einzige Beeinflussung, die wir akzeptieren, ist die des Equalizers, den wir selbst zu Gunsten unserer Raumakustik einstellen.
Was sollen wir hier groß sagen? Eversolo DMP-A6 oder Eversolo DMP-A6 Master Edition anschließen, ein paar Lautsprecher der Wahl dazu, und schon ist das Traumsetup fertig. Anders gesagt: Man sollte schon etwa 2000 € für sein HiFi-Traumsetup aus Eversolo-Komponenten einplanen.
Dafür bekommt man aber auch wirklich viel geboten, und das Setup ist uneingeschränkt zu empfehlen.
Wir haben die Acoustic Energy AE 100² beispielsweise an die Kombination aus Eversolo DMP-A6 Master Edition und Eversolo AMP-F2 angeschlossen und bei jeder Gelegenheit eingeschaltet. Sei es als Beschallung beim Frühstück, auf der Geburtstagsparty oder nach der Arbeit zum Entspannen bei direkten Abhörsessions.
Die Kombination erwies sich als harmonisch und vielseitig. Ob als „kleine“ Wohnzimmeranlage oder als schicke Zweitanlage im Büro, Schlafzimmer, Kinderzimmer oder wo auch immer – in Kombination mit den Acoustic Energy AE 100² blieben bis auf etwas mehr Bassdruck kaum Wünsche offen.
Aber genug um den heißen Brei geredet: Hier läuft viel Metal, Death Metal, Deathcore, Hardcore, Black Metal und ein bisschen Mittelalter-Kram der Frau sowie ein bisschen Querbeet. Was, wo, wie – wie immer in unserem Discogs-Profil oder auf unserer Referenz-Playlist bei Qobuz.
Mit der Tür ins Haus und ab in die Fresse! Hier haben wir direkt ein Paradebeispiel für Druck, Tempo und Energie, das wir vom Eversolo AMP-F2 abverlangen. Fette Bässe und Brian Garris‘ Gesang könnten unterschiedlicher nicht sein. Alles ist von treibenden Riffs und marschierenden Drums umrahmt, und wir haben direkt die Brechstange angesetzt.
Aber: Dass wir nicht sofort aufspringen, um den Mosh-Pit zu eröffnen, liegt nicht an uns. Mangels weiterer Menschen im Raum könnte das eher zu Lasten der Elektrik gehen, sollten wir den Violent Dance starten.
„Don’t Reach for Me“ ist straight und direkt in die Fresse, hat aber auch harte Breakdowns, die verarbeitet werden müssen. Hier merkt man bei Lautstärken jenseits der 85 dB dann schon deutlicher, wie das ohnehin schon stressige Klangbild etwas verwaschen wirkt. Dennoch: Hut ab, dass der AMP-F2 so weit mitgeht und unterhalb von 85 dB ein wirklich großartiges Erlebnis bietet.
Die Melodic-Deathcore-Entdeckung von 2024! „The Poetic Edda“ von Synestia und Disembodied Tyrant. Während andere feine Klassik auflegen, legen wir noch einmal nach, um den Verstärker weiter an seine Grenzen zu treiben.
Klassische Instrumente gepaart mit härtesten Klängen und ein unglaubliches Tempo beschreiben den Song recht gut. Für die einen eine Grenzerfahrung, für andere, die reinhören, wird schnell klar, warum dieser Song der perfekte Referenz-Song ist.
Beginnend mit einem räumlichen Gewitter wird dem geneigten Klassik-Hörer schnell klar, dass wir es hier mit einer extremen Variante von „Winter, Movement 1, Four Seasons“ von Vivaldi zu tun haben. Hier darf der Verstärker alle seine Fähigkeiten unter Beweis stellen und verschiedenste Instrumente möglichst originalgetreu wiedergeben.
Und das gelingt außerordentlich gut! Der Eversolo AMP-F2 lässt sich bei normalen bis höheren Lautstärken nicht aus der Ruhe bringen und zaubert uns einen weichen Teppich aus Melodie, Druck und Gesang entgegen. Die Breakdowns sind betonhart, und immer wieder können Instrumente wie die Orgel bei 2:30 mit viel Räumlichkeit und Epik begeistern.
Wer auf die reduzierte Breite der Eversolo-Komponenten steht, bekommt hier ein echtes Powerhouse. Dass er nicht ganz pegelfest ist, lässt sich schnell verzeihen, da seine Leistung ansonsten eher einer höheren Preisklasse entspricht.
Für 800 € bekommt man hier ein außerordentlich gut verarbeitetes Stück Technik, das ansonsten unerschütterlich scheint. Fein auflösend mit toller Bühnenbildung.
Und die ist gegeben! Man kann nicht nur einen Eversolo AMP-F2 nutzen, sondern auch zwei! Denn auf der Rückseite befindet sich ein Schalter, der die beiden Kanäle zu einem bündelt und so eine Mono-Endstufe aus dem AMP-F2 zaubert. Leider hatten wir keine zwei Exemplare zur Hand, aber sicherlich würde dies das beschriebene Manko der Pegelfestigkeit beheben.
Eversolo hat ein Händchen für HiFi und zeigt im Einstiegssegment deutlich, was man für ein Budget von 800 € bieten kann. Vor allem in Kombination mit dem Eversolo DMP-A6 und der Eversolo DMP-A6 Master Edition ist der Eversolo AMP-F2 fast ein Must-Have, sofern man nicht bereits einen Verstärker sein Eigen nennt. Das Ergebnis ist eine Mini-Anlage mit ordentlich Power, die sicherlich über Jahre begeistern wird.












Okay! Mit dem EAT Prelude hatte ich schon einen tollen Plattenspieler für den Einstieg, und der Bestands-Denon X4000 hatte sogar einen Phono-Vorverstärker. Aber was tun, wenn man keinen mehr zur Hand hat?
Der Denon steht aktuell in der Ecke, weil uns IOTAVX mit einem tollen Heimkino-Set ausgestattet hat. Das Problem war natürlich sofort, dass das Schallplattenhören auf Eis lag – denn das Prinzip hinter der IOTAVX-Technik ist deren Einfach- und Reduziertheit. Die AVX17-Vorstufe bringt leider keine Phono-Vorstufe mit. Nach ein wenig Recherche hat dann die erste Neuerung Einzug gehalten: Der Graham Slee Audio GramAmp 2 SE wurde als neue Phono-Vorstufe gefunden. YAY!
Weiterhin hatte ich das Glück – oder auch Pech, aber dazu später mehr –, von Ortofon ein paar Nadeln zugeschickt zu bekommen. Diese habe ich im Wechsel gegeneinander gehört, und ja… der Unterschied ist dezent hörbar! Okay, Ironie geht hier nicht so wirklich, also: Der Unterschied ist teils gravierend! Nicht immer das Ergebnis, das man erwartet, aber Durchtesten lohnt sich.
Zu Gast hatte ich eine Ortofon 2M Blue und Ortofon 2M Bronze inklusive Cartridge. Ab der Bronze-Nadel ist bei der Cartridge-Verkabelung einiges anders, und das Auflagewicht ändert sich auch. Demnach musste ich das Cartridge umschrauben, um die Nadel zu testen.
Tendenziell kann man theoretisch alle Ortofon 2M Nadeln auf jedes Cartridge stecken. So kann man leicht von einer 2M Red zu einer 2M Silver oder 2M Blue wechseln. Ein mega cooles Prinzip. Jedoch nicht bei 2M Bronze, 2M Black oder LVB Black – passformmäßig schon, aber hier unterscheidet sich im Cartridge zumindest die Verkabelung. Beim größeren Cartridge werkelt wohl eine Silber-Verkabelung, und auch die Auflagegewichte reduzieren sich nicht unerheblich.
Durch einen Kollegen, der sich ebenfalls einen Plattenspieler zugelegt hat, konnte ich außerdem auf eine Ortofon 2M Silver zugreifen. Damit war der Ortofon 2M Vergleich komplett: Red, Blue, Silver und Bronze alle auf demselben Setup gehört.


Gerade bei analoger Musik sind preislich keine Grenzen gesetzt. Aber vieles hängt vom eigenen Equipment und der bevorzugten Musikrichtung ab. Beim Wechsel der verschiedenen Nadeln konnten wir teils starke Unterschiede feststellen. Und hier kommt wahrscheinlich der größte Tipp, den man geben kann: Ausprobieren!
Viele reden immer davon, dass ihnen originalgetreue Wiedergabe wichtig sei, und das ist sicherlich erstrebenswert. Dennoch macht Musik ohne den richtigen Wums untenherum nicht so viel Spaß. Vielleicht ist es dem anderen auch einfach zu viel, und er bevorzugt weniger Druck. Andere möchten ein Erlebnis wie bei einem Live-Konzert.
Fakt ist: Überall schwingt Beeinflussung mit. Das fängt schon bei der Aufnahme und dem entsprechenden Raum an, geht über das Studio, die Technik und Aufzeichnung, bis zur weiteren Verarbeitung und Abmischung. Es endet immer in den eigenen vier Wänden mit der vorhandenen Technik und den räumlichen Gegebenheiten.
Am Ende entscheidet unser Ohr, ob wir die Musik, die aus unseren Lautsprechern kommt, gut finden oder nicht. Und genau das ist auch beim Ortofon 2M Vergleich der Fall. Wir wissen nicht, für welche Kombination aus Nadel, Plattenspieler oder sonstigem Equipment die Platte gemastert wurde. Vielleicht wurde sie auch gar nicht großartig gemastert, sondern nur eine Platte vom digitalen Master gepresst.
Die Message ist hier: Denkt nicht so viel über die Ketten nach. Natürlich werdet ihr überall mehr oder weniger Unterschiede hören! Aber fokussiert euch mehr auf das Hören als auf das Nicht-Hören. Hört mehr gute Musik, anstatt stundenlang im Netz zu recherchieren, was es noch Besseres geben könnte. Denn ein Upgrade werdet ihr immer finden. Genau das muss ich mir auch immer wieder in Erinnerung rufen. Nehmt euch jetzt eine Pause, schmeißt eine Platte auf und lest später weiter. Der Text läuft euch nicht weg.


Der Unterschied ist wirklich teils gravierend. Für alle, die einen Eindruck haben wollen, was wir hier so auf den Plattenteller legen, dürfen sich gerne unsere Discogs-Library ansehen. Ihr werdet feststellen: nur sehr harte Klänge. Das Ergebnis ist aber für viele vielleicht verblüffend – vor allem für diejenigen, die in Qualitätsstufen denken, die sich allein am Equipment-Preis orientieren.
Ein bisschen komplex ausgedrückt… sagen wir es anders: Immer wieder sehen wir Videos oder lesen Texte, in denen einem erzählt wird, dass man für gleich viel Geld wie für die Lautsprecher auch Technik und Kabel kaufen soll. Da stecken Wahrheiten sowie Voodoo drin. Natürlich macht der Preis am Ende wahrscheinlich einen Unterschied. Aber beim Ortofon 2M Vergleich kann man sagen: Die Ortofon 2M Red klingt bei hartem Metal wesentlich besser als eine Ortofon 2M Blue. Die Blue ist einfach zu weich im Klang, auch wenn sie mehr Details der Platte entlockt. Aber wenn der harsche Druck fehlt, ist der Klangeindruck eben nicht derselbe.
So hat uns zum Beispiel die Ortofon 2M Red immer noch deutlich besser gefallen als die Ortofon 2M Silver. Der erste große Unterschied ist dann aber bei der Ortofon 2M Bronze zu vernehmen. Hier haben Detailtreue und Druck einfach gestimmt. Zumindest in unserem Setup. Deshalb sind wir hier definitiv Fans der Ortofon 2M Bronze.



Aber am Ende muss man sich auch eingestehen, dass die Musik ausschlaggebend für die Wahl der Nadel sein kann. Und ja: Wir können uns ebenfalls vorstellen, dass Menschen, die mehrere Musikrichtungen hören, auch mehrere Nadel-Systeme ihr Eigen nennen und sie nach Bedarf austauschen.
Musik und HiFi im Allgemeinen sind ein Hobby! Und das Schöne an Hobbys ist, dass sie zum Ausprobieren einladen.
Wie oben erwähnt, haben wir natürlich testbedingt jetzt ein Dilemma. Wir wissen jetzt, dass unsere rote Nadel für unsere Musik im Vergleich zu den anderen Ortofon-Nadeln super ist. ABER: Wir haben auch die Ortofon 2M Bronze gehört, und die hat uns dann doch eine ganze Ecke besser gefallen. Will heißen: Jetzt will man upgraden! Shit! Aber noch haben wir keine Nadel verschlissen, sodass wir natürlich irgendwie mit uns hadern. Spielt die Nadel so viel besser, dass man jetzt wechseln will? In diesem Fall: Wir haben uns leider in die Nadel verliebt. Sie ist echt geil. Jetzt müssen wir es aber mal durch die Konsumbrille sehen und uns eigentlich bremsen.
Aber das Schöne ist nun mal, dass es ein Hobby ist und wir unsere Prioritäten selbst festlegen können. Wichtiger Tipp: Vielleicht nicht sofort versuchen zu upgraden, sondern erstmal Lücken schließen. Vielleicht doch erstmal einen externen Pre-Amp anschaffen, um dann mehr Möglichkeiten zu haben und den Klang in eine andere Richtung zu lenken.


Jetzt habe ich hier von Ortofon Nadeln geredet und gar nicht, was sonst noch so ging. Also ja, hier war noch ein anderer Plattenspieler zu Gast, und mit ihm ein Vorverstärker. Das hat natürlich wieder einmal gezeigt, dass andere Spieler und Equipment gänzlich anders klingen können. Wahrscheinlich ist es genau das, was das Hobby Hi-Fi für viele so interessant macht. Es zeigt aber auch, dass man sich guten Gewissens eine Zweit- oder Dritt-Anlage zulegen kann.
Weiterhin sind hier einige hervorragende Platten eingetrudelt:
Wintersun hat mit dem Release von Time II endlich angefangen, ihre Platten neu aufzulegen. Oder besser gesagt, Nuclear Blast. Jedenfalls war es so möglich, deren selbstbetiteltes Debütalbum wieder als Re-Release zu erwerben. Neben Time I wurden auch The Forest Seasons neu aufgelegt – und so hat man schnell alle vier Langspieler im Regal stehen.
Falling in Reverse, die Band rund um Skandalsänger Ronnie Radke, haben ihren Langspieler Popular Monster rausgebracht. Hier habe ich mich hinreißen lassen, ein Battle zwischen analog vs. digital zu machen. Sehr interessant, und letztlich kann ich mich nicht entscheiden, welche Version mir die liebste ist. Klingt die LP wärmer und hat den analogen Vibe, macht die FLAC untenrum deutlich mehr Druck.
Dann natürlich der Knocked Loose-Brecher You Won’t Go Before You’re Supposed To. Was für ein Abriss! Sehr gewöhnungsbedürftig für die einen und ein geiler Trip für die anderen. Der Song Suffocate mit Poppy wurde für einen Grammy nominiert, und Knocked Loose durfte bei Jimmy Kimmel auftreten. Die Platte ist einfach der Wahnsinn – Moshpit-Gefahr in den eigenen vier Wänden.

Und natürlich dürfen auch Vorbestellungen nicht fehlen. Den Anfang macht Feine Sahne Fischfilet mit ihrem neuen Album “Wir kommen in Frieden”. Die limitierte, giftgelbe und handsignierte Vinyl ist vorbestellt. Ob ich sie auspacken werde oder – wie die handsignierte “Alles glänzt — Alles Live” – eingeschweißt lasse, weiß ich noch nicht.
Weiter geht es mit Arch Enemy und “Blood Dynasty”. Die Wahl fiel auf die Limited Red Blood Splatter-Version, explizit als 180g-Pressung ausgezeichnet. Da ich sehr auf Haptik stehe, war die Wahl schnell getroffen. Die ersten Songs durften wir bereits bei der Rising From The North Tour in Hamburg hören.
Härtere Klänge gibt es dann mit Whitechapel! “Hymns in Dissonance” erzählt die Geschichte eines Kultisten, der würdige Menschen sammelt, um seinem Kult beizutreten. Gitarrist Alex Wade versprach das bisher härteste Album der Band. Die limitierte 180g-Vinyl in Scarlet Red with Cloudy Black Splatter dreht hier bald die Runden.
Den krönenden Abschluss macht Behemoth. Auch hier ein Versprechen: weniger indirekte antichristliche Texte, sondern härter und direkter. Der Titel spricht Bände: “The Shit ov God”. Die limitierte und handsignierte Vinyl aus dem offiziellen Behemoth-Webstore ist gesetzt. Nergal ist ein Perfektionist – das muss man einfach ehren.
Weiterlesen – die Vinyl-Serie:
Ähm, ja, so oder so ähnlich ging es uns zunächst auch. Zumindest wird von deren Seite nicht so viel Geld in Marketing versenkt, und sie sind einem sicherlich nicht so präsent wie andere Marken. Das spricht im ersten Gedanken schon mal für eine gute Preis-Leistungs-Ratio. Generell gibt es den Hersteller schon seit gut 35 Jahren, und wie die Acoustic Energy AE 100² beweisen, bauen sie selbst im unteren Preissegment optische und akustische Hingucker.
Wir hatten die weiße Version vom Acoustic Energy AE 100² hier zu Gast, durften uns aber tatsächlich die Farbe aussuchen. Da Weiß sehr gut zu unseren anderen Komponenten passt und wir geschmacklich auch zu Weiß neigen, haben wir uns natürlich dafür entschieden. Die Designsprache der Lautsprecher ist modern und ansprechend: weißer Korpus mit tiefschwarzen Hoch- sowie Tiefmitteltönern. Ein geiler Kontrast! Beide Rundungen fließen ineinander – ja, das hat was! Toll sind auch die schicken Blenden, die die Verschraubungen kaschieren. Sehr modern und macht sich immer gut auf HiFi-Boards, Low-Boards oder dergleichen. Interessant sind auch die Gehäusekanten, die mal rechtwinklig, mal gerundet sind. Sie sorgen dafür, dass man den Lautsprecher gerne betrachtet und nicht gleich gelangweilt ist. Eine Stoffblende darf natürlich auch nicht fehlen, obwohl sie die Lautsprecher ein wenig „abtörnen“ kann. Zu erwähnen ist aber: Die Blenden werden magnetisch befestigt! Sehr geil und kommt je nach Marke meist erst in höheren Preisregionen zum Einsatz. Aber es ist einfach klasse, weil die Front dadurch noch aufgeräumter wirkt, ganz ohne Blendenhalter. Die Blenden besitzen zudem abgerundete Ecken.




Die Acoustic Energy AE 100² fühlen sich wertig an und haben eine leicht raue Oberfläche. Natürlich sind sie in diesem Preissegment noch nicht lackiert, sondern foliert. Dennoch sieht man ihnen das auf Entfernung nicht direkt an, und sie wirken keinesfalls „billig“. Mit 4,5 kg sind sie auch keine Leichtgewichte und stehen recht solide auf ihren kleinen Gummi-Füßchen, die man nach dem Auspacken unter die Lautsprecher kleben muss. Wer hier weniger Vibrationen auf seinem Möbel wünscht, muss auf jeden Fall noch nachbessern, da hier gefühlt natürlich nichts absorbiert wird.
Unsere Bilder mit den Acoustic Energy AE 100² auf dem Creaktiv HiFi-Rack und dem Plattenspieler in der Mitte sehen zwar toll aus, sollten in der Praxis aber vielleicht nicht nachgestellt werden. Bei höheren Pegeln hatten wir schon einiges an Vibrationen auf dem Rack, was wir dann wahrscheinlich nicht mehr als „unhörbar“ abstempeln wollen – zumindest bei Vinyl. Zwar konnten wir hier auch wunderbar die Funktionalität von HiFi-Basen testen, aber vielleicht nicht direkt, um solche Vibrationen zu kompensieren.
Weiterhin sind auf der Rückseite gute Anschluss-Terminals verbaut sowie ein Bassreflex-Port. Bei einem UVP von 350 €/Paar ist das gebotene Verarbeitungspaket schon wirklich weit vorne.
Das, worauf eigentlich jeder wartet und lesen möchte. Wissen wir. Sie klingen super. Wirklich. Okay, okay. Wie immer hier der Disclaimer: Wer jetzt schwülstige Ausführungen der Fachpresse erwartet, ist hier falsch. Hier gibt’s kein Honig ums Maul geschmiert oder Begriffe, die man außerhalb der HiFi-Branche noch nie gehört hat. Wir versuchen, den Klang anhand unserer Erwartungen von Musik zu beschreiben.
Beim Acoustic Energy AE 100² handelt es sich um einen Kompakt- bzw. Regal-Lautsprecher. Diese können fantastisch klingen, sind aber, was die Basswiedergabe angeht, natürlich ein wenig im Nachteil. So auch der Acoustic Energy AE 100². Dafür präsentiert er sich im mittleren Bereich und den Höhen stark. Wir hören eigentlich vorwiegend Metal, und deshalb können wir auch wirklich treffende Aussagen zu eben dieser Musik machen. Hier stehen sie im „perfekten“ Stereo-Dreieck mit 3 m Abstand von der Abhörposition und eingewinkelt auf diese. Die Lautsprecher bilden eine tolle Bühne, will heißen: Der Gesang ist klar mittig zu verorten, und Instrumente wie das Schlagzeug werden je nach Aufnahme sehr räumlich dargestellt. High-Hat links, Becken links und rechts, Snare, Bass – alles sehr knackig, und auch die Bass-Drum hat einen gewissen Punch. Jedoch – und das wollen wir nicht ankreiden – fehlt es untenrum schon ein wenig. Hier ist aber auch immer die Frage, was man will und was man braucht.
Gepaart mit einem Subwoofer gleicht man dieses Manko schnell wieder aus und hat immer noch den reduzierten Look von Kompakt-Lautsprechern – eben mit dem gewissen Etwas. Wir haben unseren Arendal 1961 1V mitlaufen lassen zum Test und hatten direkt eine sehr potente Anlage hier stehen.
Die Mitten sind sehr ausgewogen, und wir fanden Gitarren-Sounds sehr crisp und fast schon analytisch in der Wiedergabe. Will heißen, dass die Acoustic Energy AE 100² schon in Richtung Studio-Monitor tendieren. Jedoch verzeihen sie auch ein paar Fehler in der Produktion, sodass, wenn eine Platte doch nicht ganz so gut abgemischt ist, sie nicht gleich bei Discogs zum Verkauf landet. Die Höhen sind wirklich ordentlich, und manchem könnten sie zu spitz sein. Wir stehen aber auch auf präsentere Höhen, also haben sie unseren Geschmack schon sehr getroffen. Gerade bei Live-Konzerten ist dies meist ebenso der Fall, also gehen wir schon davon aus, dass dies dann auch das gewünschte tonale Verhalten darstellt.
Letztlich muss man aber auch mal die Kirche im Dorf lassen: Jede etwas bessere HiFi-Hardware besitzt heutzutage einigermaßen bis hervorragende Equalizer, die den Sound an unsere Hörwünsche anpassen. Vielleicht waren die Dinger in der Vergangenheit verrufen, aber letztlich müssen wir doch auch immer an die baulichen und akustischen Gegebenheiten denken. Unser Wohnzimmer, Kellerzimmer, Hörzimmer oder was auch immer uns zur Verfügung steht, ist nicht perfekt. Selbst wenn man, wie wir, versucht, das Zimmer akustisch mit verschiedenen Maßnahmen anzupassen, wird man irgendwo kleinere Anpassungen machen wollen oder müssen. Das ist okay, und solange am Ende ein für uns guter Klang dabei herausspringt, ist es doch genau das, was wir wollen.
Soll heißen: Solange die Lautsprecher nicht völlig bei der Wiedergabe irgendwo versagen und einfach nicht performen, kann alles mit Equalizern so weit angepasst werden, dass die groben Schnitzer ausgebessert werden und gleichzeitig vielleicht unser Geschmack für etwas erhöhten Bass oder weniger Höhen bedient wird.
Aber vielleicht erstmal noch etwas zum Test-Setup. Wir haben versucht, die Lautsprecher mit einigen Setups zu testen. Angefangen haben wir mit den Fosi Audio Mono V3 in Verbindung mit dem WiiM Pro Plus und dem Eversolo DMP-A6. Jeweils symmetrisch per XLR und unsymmetrisch per RCA/Cinch. Weiterhin haben wir unseren Transaudio D5Pro an die kleinen Lautsprecher gehängt, natürlich die IOTAVX AVX17 mit AVXP‑7, und zu guter Letzt noch den Eversolo AMP-F2. Weitere Zuspieler waren hier noch der EAT Prelude mit verschiedenen Cartridges sowie der Sony X800M2 für Filme. Als Kabel werkeln hier natürlich allseits bekannte Cinch Sommer Cable Epilogue, XLR Sommer Cable Epilogue als Zuspielerkabel, und die Lautsprecher wurden mit unseren DIY-Lautsprecherkabeln auf Basis vom Sommer Cable Dual Blue Kabel versorgt.
Abgesehen davon, dass die Fosi Audio Mono V3 hier tolle Counterparts für ein kleines Budget sind, lieferten die Acoustic Energy AE 100² schon sauber ab. Allgemein bewiesen sie nach einer kleinen Einspieldauer dann Pegelfestigkeit bei unserem Abhörpegel von rund 80–85 dB. Ja, ja, wir wissen, dass manch andere hier höhere Abhörpegel fahren, aber bei 80–85 dB sind längere Sessions für die Ohren safe. Und sind wir mal ehrlich: In einem Mietshaus sind die 85 dB schon grenzwertig – oder die Nachbarn taub. Wir haben die Lautsprecher hier natürlich mit feinstem Metal bespielt. Gleichzeitig haben wir die Lautsprecher für unsere Einschätzung der Fosi Audio Mono V3 benutzt, damit wir auch kleinere Lautsprecher gegen unsere Standlautsprecher testen können. Generell kann man sagen, dass das Set harmonisch zusammenspielt und eine tolle kleine Einstiegsanlage darstellt.
Natürlich haben wir auch ein wenig mit Equalizern rumgespielt und konnten für uns festhalten, dass wir im Bassbereich eine leichte Anhebung um 1–2 dB gemacht haben, eben weil unser Raum durch die akustischen Anpassungen ein wenig mehr Energie benötigt.




Eine tolle Kombination für die Acoustic Energy AE 100² ist hier der Transaudio D5Pro. Sein Klangcharakter mit ein wenig Röhren-Vibes und analogen Zuspielern ist halt schon was Feines. Wie oben erwähnt, sind die Lautsprecher nicht total analytisch, weshalb sie auch bei Vinyl wirklich herausragend performen. Natürlich geht immer mehr, aber hier sind wir wieder bei Preis-Leistung, und dabei überzeugen die Lautsprecher vollends. Der Transaudio D5Pro ist natürlich sehr potent, spielt dadurch aber sehr entspannt an den Regallautsprechern, und auch höhere Pegel kommen mit Wucht ohne hörbare Verzerrungen daher. Mit digitalen Playern macht sich das Gespann ebenso hervorragend, und auch hier kann man sagen, dass die Lautsprecher wirklich crisp klingen.
Wir hatten die Gelegenheit, ebenfalls einen Eversolo AMP-F2 hier auszuprobieren, und abgesehen von Dingen, die uns am Eversolo AMP-F2 aufgefallen sind und die dann im Test von ebenjenem zur Sprache kommen, hat uns die Kombination mit einer Einschränkung ebenfalls gut gefallen. Als Mini-Anlage – vom Formfaktor und nicht von der Leistung betrachtet – ist so ein Eversolo DMP-A6 mit Eversolo AMP-F2 und den Acoustic Energy AE 100² schon wirklich eine feine Sache für den Alltag. Lediglich sind wir der Meinung, beim Eversolo AMP-F2 auf höheren Lautstärken ein wenig Verzerrung wahrzunehmen. Wir haben das Setup mit dem Eversolo DMP-A6 und anderen Verstärkern gegentestet, und selbst beim Bildtest ist das leider ein wenig aufgefallen.
Wer jetzt nicht mega laut hört, den wird das nicht jucken, und dann ist diese Kombination mehr als empfehlenswert – auch wenn sie dann schon ein wenig kostspieliger ist.
Heimkino! Ja, natürlich soll es auch darum gehen, denn die Jungs und Mädels von Acoustic Energy bieten neben den kleinen Acoustic Energy AE 100² natürlich auch Center, Standlautsprecher, Subwoofer und On-Wall-Lautsprecher an. Also perfekt für den Einstieg ins eigene Heimkino. Also verbannt eure Soundbars, denn je nachdem holt ihr euch mit den Acoustic Energy AE 100² ein saftiges Ton-Upgrade ins Haus. Wir haben etliche Filme mit der IOTAVX AVX17 und IOTAVX AVXP1 Kombo in Stereo geguckt, und können den Acoustic Energy AE 100² auch hier tolle Details und Räumlichkeit zusprechen. Natürlich hatten wir hier bisher nicht die Möglichkeit, ein vollständiges Surround-Setup zu testen, aber was nicht ist, kann ja bekanntermaßen noch werden.
Nach viel Hör-Theorie vielleicht noch ein wenig Praxis. Hier geht viel Metal: Death Metal, Deathcore, Hardcore, Black Metal und ansonsten ein bisschen Mittelalter-Krams der Frau und natürlich ein wenig Querbeet. Wer einen kleinen Abriss sucht, kann gerne ins Discogs-Profil einen Blick werfen. Hier sieht man, was so an Vinyl durch den Plattendreher gezogen wurde. Wer digital und lossless unterwegs ist, darf sich gerne bei uns die Referenz-Playlist auf Qobuz zu Gemüte führen und einen Eindruck erlangen, was wir so alles von den Acoustic Energy AE 100² abverlangt haben, bis wir zu diesen Aussagen gekommen sind.
Ja, Leute… haben Knocked Loose schon in der Vergangenheit bei Jimmy Kimmels Show die Zuschauer-Ohren bluten lassen, wollen wir natürlich den Song, welcher ebenfalls für den diesjährigen Grammy nominiert ist, direkt voranstellen. Natürlich ist Knocked Loose gewöhnungsbedürftig, aber zweifelsohne mega erfolgreich. Gerne verlinke ich hier den Jimmy Kimmel Live-Auftritt, welcher ja bekanntlich auch im Nachhinein für sehr erzürnte Reaktionen gesorgt hat. Bitte nicht wundern, die zwei Tonaussetzer am Ende sind amerikanische Zensur von Schimpfwörtern. In voller Pracht dann entweder von unserer Platte oder eben bei Streamern.
Suffocate fängt mit schweren Gitarrenriffs an, die druckvoll von den Acoustic Energy AE 100² wiedergegeben werden. Bryan Garris’ Gesang ist ein wenig eigensinnig und gepaart mit Poppy erreicht er ein ganz anderes Level. Genau dies vermögen die Acoustic Energy AE 100² ordentlich zu transportieren. Es kommt direkt Galle in uns hoch, und wir wollen am liebsten den nächsten Moshpit im Wohnzimmer starten. Geil! Gepaart mit den salvenartigen Drums kommt gute Stimmung auf. Da stört es kaum, dass wir hier und da die Grenzen der Lautsprecher erreichen. Natürlich schlägt uns die Bass-Drum nur sanft in die Magengrube, und der letzte Druck fehlt hier und da. Aber wir betrachten hier Lautsprecher unter 400 €, und was die hier abliefern, ist schon nicht schlecht!
Schwermütiger Black Metal und gleichzeitig ein Meisterwerk der Zunft darf natürlich in unserem Test nicht fehlen. Für viele schon Mainstream, wird es sicherlich hier den ein oder anderen Leser geben, der spätestens jetzt das Zeitliche segnet. Behemoth sind eine Wucht, und mit Blow Your Trumpets Gabriel liefern sie ein Meisterwerk ab. Das Album The Satanist sei jedem ans Herz gelegt. Vor allem für diejenigen, die nicht so viel Erfahrung mit Black Metal haben.
Schwermütig setzen die Gitarren den Song in Bewegung. Glaubwürdig und fett spielen die Acoustic Energy AE 100² auf. Mit dem Einsatz von Nergals kehligem, gurgelndem Gesang setzt sich das Dickschiff in Bewegung. Fein detailliert spielen sie jeden klagenden Ton des Gesangs. Auch bei den zunächst dezent einspielenden Drums haben sie keinerlei Probleme. Schön herauszuhören sind die feinen Höhen der Hi-Hat. Ab 02:30 wird der Song dann ordentlich schnell. Wir können bescheinigen, dass die Lautsprecher bei den Mitten und Höhen ordentlich mithalten. Von Verzerrung ist hier keine Rede. Die räumlichen Drums, besonders im zweiten Teil des Songs, werden gefühlt sehr akurat wiedergegeben. Bei 04:02 wird es noch einmal sehr beckenlastig, was direkt ins Gehirn drischt.
Leute, für 350 € kann man echt nicht viel falsch machen. Wir haben versucht, die Acoustic Energy AE 100² in unseren Alltag zu integrieren. Das heißt, abseits unserer Test-Sessions haben wir sie immer dann genutzt, wenn wir Lust auf gestreamte Musik hatten. Und das geht gut! Gerade bei günstigeren Anlagen oder Soundbars hat man oft das Gefühl, dass man sich „satt“ gehört hat und nach etwas „Besserem“ strebt. Das können wir von den AE 100² nicht behaupten. Hier haben sie irgendwie als „Zweit-Anlage“ fungiert, für mal eben den täglichen Quicky. Wir können uns gut vorstellen, dass die Lautsprecher in viele Wohnzimmer passen und den Beginn zu einem tollen Hobby bilden könnten.
Jedenfalls tun sie genau das Richtige, indem sie Musik wieder die Ehre geben, Musik zu sein, und diese mit anständiger Qualität wiedergeben. Wer nach mehr als Blechdosen-Klang strebt, weg von seinen AirPods, Soundbars oder leerem TV-Klang, sollte mal einen Blick auf die Acoustic Energy AE 100² werfen.
Jedenfalls bieten sie extrem viel für das Geld. Dennoch sollten sie mit Vorsicht genossen werden. Nicht, dass sie süchtig machen!
Ist definitiv gegeben! Acoustic Energy bietet, wie eingangs erwähnt, noch weitere Lautsprecher aus der Serie an. Standlautsprecher, Center, Subwoofer und On-Wall-Lautsprecher bieten etliche Kombinationsmöglichkeiten. Sei es ein Stereo-Setup oder ein 3.0er Setup. Das können wir auf jeden Fall empfehlen und würden es immer einer Soundbar vorziehen. Aber auch ausgewachsene Kombinationen mit 5.1 oder 7.1 sind denkbar.
Als Einstieg einfach an einen WiiM Amp oder WiiM Amp Pro hängen! HDMI mit ARC ist auch vorhanden und könnte eine wirklich tolle Freundschaft werden. Ein AV-Receiver ist auch denkbar! Ein kleiner Denon, um schon gleich auf den Center zu sparen.
Wir hatten Spaß und geben die Lautsprecher nur schweren Herzens wieder ab. Aber alles geht einmal vorbei, und so auch eine tolle Testphase mit wirklich interessanten Lautsprechern. Uns haben sie wirklich gefallen, und wir hoffen, dass wir noch weiter in das Acoustic Energy-Universum eintauchen können. Gerne würden wir etwas Höhenluft bzw. Druck in größeren Modellserien schnuppern. Denn Acoustic Energy kann auch High-End, haben wir uns sagen lassen! Wir haben jedenfalls Blut geleckt und hoffen, hier den ein oder anderen ebenfalls motiviert zu haben, es uns gleichzutun.

Ja, wir lieben Eversolo! Und dann werfen sie auch noch zwei fast identische Streamer in den Ring, zwischen denen man wählen muss.

Fangen wir langsam an. Eversolos Streamer sind nicht ohne Grund in aller Munde. Sie klingen einfach genial! Wem die Sound-Qualität von Spotify und Co. nicht ausreicht, wird schnell den Blick in Richtung High-Res-Audio richten – und hier kommen die Eversolos ins Spiel. Sie haben es geschafft, mit einem vergleichsweise „kleinen“ Preis die Qualität der Wiedergabe, zum Beispiel bei Qobuz, unglaublich zu steigern. Wer hochauflösende Musik hören möchte, kommt eigentlich nicht um einen guten Streamer herum. Mit dem DMP-A6 hat man schon fast den Volks-Streamer gefunden.
Das Besondere an der Master Edition des Streamers verbirgt sich im Inneren des gelungenen Gehäuses. Hier hat Eversolo bei einigen Bauteilen noch eine Schippe draufgelegt, um dem DMP-A6 noch mehr Performance zu entlocken. Ein Highlight sind die verbesserten Operationsverstärker, oft auch OpAmps genannt, die an verschiedenen Stellen in der Schaltung zum Einsatz kommen. In der Master Edition kommen nun OPA1612 von Texas Instruments zum Einsatz, die im Vergleich zur Standard Edition mehr als dreimal niedrigere Rauschwerte bieten. Gleichzeitig ist der effektive Arbeitsbereich, also die Bandbreite der Bauteile, deutlich erweitert.
Auch bei der Signaltaktung legt die Master Edition nochmal nach. Zwar setzte die Standard-Variante bereits auf zwei unterschiedliche Oszillatoren, doch hier verwendet Eversolo nun hochpräzise Clocks von Accusilicon. Deren Genauigkeit liegt im Femtosekundenbereich und sorgt für noch weniger Jitter – und damit für eine präzisere und klarere Wiedergabe.
Das war erst einmal gar nicht so einfach zu fassen. Würde die Fachpresse hier mit blumigen Worten den Player umjubeln, sehen wir das ein wenig nüchterner. Erstmal: Die Master Edition klingt nicht anders. Zumindest war das definitiv unser Ersteindruck. Wir haben beide Player mit denselben Kabeln an dieselbe Hardware angeschlossen und brauchten nur die Eingangskanäle per Fernbedienung wechseln. Und nein… da ist erstmal nichts.
Pam, pam, pam, pam. Goldohren werden uns hier jetzt alles Mögliche herunterbeten können, aber es ist fraglich, ob das jeder so hört oder ob das Geld, das teils bei der Fachpresse für Testberichte fließt, sich in der Meinung widerspiegelt.
Es gab aber Unterschiede! Laufzeitunterschiede. Wir haben den Versuch öfter wiederholt, um nicht auf einen Fehlerteufel unsererseits hereinzufallen. Beide Player haben unsere Referenz-Playlist im Loop parallel abgespielt. Hier haben wir die Player ohne Laufzeitverzögerung gestartet. Nach einer gewissen Zeit hat sich aber eine unterschiedliche Laufzeit zwischen den Playern eingestellt. Diese war nicht dramatisch groß, zeigt aber, dass die in der Master Edition verwendeten Oszillatoren von Accusilicon definitiv präziser arbeiten. Ob nun jemand genau diesen minimalen Laufzeitunterschied tonal hören kann? Wahrscheinlich nicht.
Dann haben wir mit der Zeit doch etwas gehört. Eventuell sind wir irgendwie abnormal, aber bei Zimmerlautstärke können wir wirklich nichts feststellen. Geben wir hingegen ordentlich Gas und drehen den Lautstärkeregler in Richtung 85 dB, dann wird es ziemlich abhängig von der Musik. Die besseren OpAmps scheinen hier doch das Zünglein an der Waage zu sein und dem Player hier und da im Sound positiv zuzuspielen. Ist der klangliche Unterschied aber jetzt im Bereich von knapp 450 €?
Die Frage darf man uns eigentlich nicht stellen… denn 450 € können in einem Setup fernab vom Streamer noch deutlich mehr bewegen, um den Klang generell zu verbessern! Akustik-Elemente, bessere Lautsprecher (hier hört man den Preis am ehesten), ein Subwoofer als Ergänzung… all sowas verbessert sicherlich den Klang mehr als der Unterschied zwischen DMP-A6 und DMP-A6 Master Edition.
Mit einem Preis von 1300 € ist die Master Edition des DMP-A6 nicht mehr der Schnapper, den wir dem DMP-A6 attestieren. Hat man jedoch generell eine Anlage im Mittelklasse-Bereich, irgendwo bei 2000 € aufwärts, und möchte nicht direkt zum DMP-A8 greifen, ist die Master Edition wahrscheinlich die beste Wahl.
Wir erleben jetzt ein Dilemma. Sind wir gleichermaßen vom DMP-A6 und der DMP-A6 Master Edition begeistert, hören wir jetzt, gerade durch die längere Testzeit, den Unterschied. Und immer wieder piekst es uns, dass wir doch statt dem DMP-A6 zur Master Edition hätten greifen sollen. Aber ohne sie im direkten Vergleich zu hören, wäre uns der Unterschied wahrscheinlich gar nicht aufgefallen.
Hier verhält es sich aber immer gleich: Man sollte sich nicht zu sehr auf Geschriebenes von der Fachpresse verlassen, sondern darauf achten, dass man sich die Wunschgeräte ins Haus holt und vielleicht wirklich eine Gegenüberstellung seiner Wunschkomponenten macht. Wäre unser Testzeitraum nur wenige Tage gewesen, hätten wir bis auf den Laufzeitunterschied durch den Femto-Clock-Oszillator nicht wirklich viel feststellen können.
Wenn uns jetzt nicht irgendwie eine Ultra-Option ins Haus segelt, bleiben wir natürlich bei unserem DMP-A6, den wir ja dann nicht mehr gegenhören können. HiFi ist und bleibt ein Hobby, das sich jeder selbst definiert und auf der Suche nach etwas Besonderem ist. Genau das macht dieses Hobby so schön!
Musik zu genießen, zu erforschen und zu erleben – und dies nach Möglichkeit in ihrer ursprünglichen Form. HiFi ist auch nicht tot, sondern wird von der heutigen Jugend einfach anders gelebt. Und Streaming ist ein Teil davon! Mit dem Eversolo DMP-A6 und der DMP-A6 Master Edition hat man hier die perfekte Einstiegsdroge.
Schaut in euch selbst und überlegt euch eure Budget-Grenzen. Tun euch die 450 € extra in der Tasche weh, und habt ihr noch etliche Verbesserungen an eurem Setup im Kopf? Nehmt die 450 € und verbessert euer Setup! Solltet ihr wirklich mit eurem Raum und Gewissen im Reinen sein, dann greift zur Master Edition.




Wie immer: Keine Werbung, keine Kohle ist geflossen, sondern uns wurde dieses Schmuckstück aus freien Zügen vom deutschen Vertrieb (Audiolust) kostenlos zur Verfügung gestellt. Lange zur Verfügung gestellt. Irgendwie scheint es, als wollen wir die Kiste nimmer los werden… vielleicht ist das auch der Grund warum wir uns so lange Zeit gelassen haben? Vielleicht sollten wir doch Werbung schalten, um uns regelmäßig mit geilem HiFi und Heimkino-Scheiß einzudecken? Nagh! Wir schreiben hier ungeschönt und ohne HiFi-Sprech unsere Meinung und so bleibt das.
Wir fassen es hier noch einmal kurz zusammen: Proficient und Speakercraft basieren komplett auf der Technologie von Sunfire. Das heißt im Grunde, neuer Name, also Power. Oder so in etwa.
Zu allererst, hier klingelt kein Postbote sondern es kommt eine Spedition, denn den 46kg schweren Subwoofer will dann doch kein Postbote mehr heben. Karton aber erstmal ins richtige Zimmer verfrachtet und geöffnet gibt sich ein ähnliches Bild wir schon beim kleineren Modell dem FRS-12 und FDS-12. Schön in einer weißen Stofftasche eingepackt, wartet der Kleine darauf aus dem Karton gehoben zu werden. Alternativ kann man auch den Karton umkippen. Befreit von seinem Stofftäschchen glänzt der Subwoofer in seinem Klavierlackfinish vor uns und lechzt danach angeschlossen zu werden.
Alleine oder besser mit zwei Personen sollte man jetzt schnell die Kiste an seinen Bestimmungsort befördern, wie wir es getan haben. Mal eben ein Stromkabel dran und das breitliegende RCA-Kabel und schwupps können wir ihn auch schon mit Hilfe des Schalters auf der Rückseite zum Leben erwecken. In der Realität geht es ziemlich schnell und letzlich liegen die Feinheiten nachher im Detail der App.
Großer schwarzer Kasten. So oder so ähnlich wird es wohl die Frau umschreiben, wenn man sie fragen würde. Aber: zum Glück ist der Proficient FTEQ-12 für das was drinnen schlummert von seinen Maßen doch recht “schlank”. Mit 488 mm x 460 mm x 450 mm (B x H x T) ist er nicht nur fast ein Würfel, sondern auch recht unauffällig. Das Design zwar typisch Subwoofer, aber durch seine zwei Treiber rechts und links kann man ihn auch ohne Abdeckung jener gut auf beiden Seiten vom Wohnzimmer/Heimkino, Hifi-Anlage oder Whatever präsentieren. Die geschlossene Bauform macht die Positionierung auch einfacher, wobei viele so oder so auch wandnah bevorzugen.
Rumsdibums! Wollen wir mal auflisten was den Proficient FTEQ-12 so besonders macht. Zwei Verstärker mit je 1000 Watt treiben die zwei 12″ Woofer mit Kevlar-Membranen an. Damit sollte klar sein, dass die Kiste nix für die Wohnung imm Mehrfamilienhaus ist oder die Nachbarn auf Massagen stehen. Ergo haben wir hier satte 2000 Watt Leistung welche sich feinfühlig durch einen integrierten DSP in die richtige Richtung zügeln lassen. Vorteil am Doppeltreiber-Design ist ebenfalls, dass der Subwoofer ruhig auf seinem Platz steht, egal welches Inferno er gerade entzündet. Jedenfalls ist die Kiste uns nicht davongelaufen, als wir ihn ordentlich befeuert haben.
Die Einmessung geht wenn man es möchte leicht von der Hand. Proficient stellt eine App zur Verfügung mit welcher sich der Subwoofer ganz nach Lust und Laune anpassen lässt. Für den Schnellstart wollen wir zuerst die automatische Einmessung benutzen. Hierzu den Auto EQ gewählt, auf den Wunschplatz gesetzt und den Start-Button gedrückt. Hierzu gibt es in der App noch ein paar kleinere Hinweise, wie z.B. das Handy auf der Sitzposition in Kopfhöhe zu halten, damit die Einmessung, das beste Ergebnis erzielen kann. Nach ein paar druckvollen Testtönen ist es auch schon geschehen und der Subwoofer eingemessen.
Die App bietet aber noch weitere Features allem voran drei Presets (Normal, Music und Movie) und einen Night Mode um den Subwoofer an die jeweilige Begebenheit ein wenig anzupassen. Mehr Druck unten rum bei Filmen oder mehr Punch bei der Musik? Oder doch lieber die Familie schlafen lassen und ein wenig den spielfreudigen Kammeraden zügeln?
Weiter lässt sich der Crossover in der App inkl. Flankensteilheit anpassen. Praktisch wenn man nicht so die Möglichkeiten eines AVR hat, z.B. in einem analogen Stereo-Setup. Natürlich kann man ebenfalls die Phase anpassen und den Delay in Metern.
Abgerundet wird das mit demm 4 bandigen manuellen Equalizer. Hier kann man wenn man es sich zutraut, seinem Setup den letzten Schliff geben.
Das mit Abstand beste Feature ist aber unteranderem der Auio Sweep. Hier kann man auf hoher Lautstärke mal manuell alle Frequenzen durchgehen und so seinen Raum “debuggen”. Wir haben zu Anfang auf manchen Frequenzen noch so das ein oder andere Möbelstück gefunden, welches zum Mitschwingen tendiert hat. Mega.
Zuguterletzt kann man noch seine Einstellungen exportieren und importieren, damit einem diese niemals verloren gehen.
Hat er Druck gesagt? Ja! Er hat Druck gesagt! Davon hat der Zauberkasten einiges in Reserve. Aber von Vorne. Wir haben hier einen akustisch angepassen Raum, welcher aus einer Wohn-/Esszimmer-Kombination besteht. Akustisch angepasst in dem Sinne, dass wir Absorber und Diffusoren verbaut haben. Halt so ne moderne Akustikpaneelwand. Aber richtig. Nicht direkt an die Wand geschraubt sondern bis zu 40cm Steinwolle dahinter. Porös, weniger porös… ein anderes Mal gehen wir darauf ein. Was Fakt ist, ist dass wir hier einiges an Energie aus dem Raum nehmen um unangenehme Raummoden zu minimieren. Anders gesagt: der Subwoofer braucht bei manchen Frequenzen extra viel Power um aus dem Quark zu kommen. Zumindest für das Gehör und die Messung.
Aber bei dem Proficient FTEQ-12 handelt es sich um ein wirklich potentes Exemplar eines Subwoofers und so können wir richtig Spaß haben mit der Kiste. Er bekommt mit Leichtigkeit den kompletten Raum angeregt ohne zu verzerren oder zu clippen. Clipping haben wir im allgemeinen gar nicht festgestellt. Dennoch haben wir den Subwoofer ordenlich Futter gegeben. Jetzt alle Filme aufzuzählen die er durchlaufen hat wäre ein wenig viel, aber sagen wir mal so: jeden Blockbuster der letzten 12 Monate und darüber hinaus ein Repertoire an Filmen im hohen zwei stelligen Bereich.
Er versteht es im Sub-Bassbereich ordentlich Bewegung in das Sitzmöbel zu zaubern, aber auch im mittleren Bassbereich ordentlich agil punsh zu haben. Von Müdigkeit keine Spur, auch nicht bei Filmen wie Dune 2, Godzilla vs Kong oder Mad Max Fury Road, um hier doch einige zu nennen, die wir auch bei hohem Pegel haben durchrauschen lassen. Hoher Pegel ist nun wieder relativ. Wir pegeln die Sprache grob mit dem Handy bei 75–80dB ein und alles was dann an Dynamikumfang vom Film kommt wird mitgenommen. Hier ergeben sich dann Spitzen bei 95dB. Ja… im Kino ist das noch lauter… ja… aber oft schon unangenehm. Hier gibt es auch keine Umgebungsgeräusche die einen stören.
Direkt, punchy, Abrissbirne, in die Fresse. Für die, die ne HiFi branchenübliche Umschreibung suchen. Natürlich ist er ebenfalls trocken im Abgang und im Keller ist er auch potent. Bei einem Frequenzgang (+/- 3dB) von 17–200 Hz ist er für das Heimkino gut aufgestellt.
Na was soll man bei einem geschlossenen Subwoofer schon sagen? Hier geht viel Metal. Death Metal, Deathcore, Hardcore, Black Metal und ansonsten nen bissl Mittelalter-Krams der Frau und natürlich ein wenig Querbeet. Wer einen kleinen Abriss sucht, kann gerne ins Discogs-Profil einen Blick werfen. Hier sieht man was so an Vinyl durch den Plattendreher gezogen wurde. Wer digital und lossless unterwegs ist darf sich gerne bei uns die Referenz-Playlist auf Qobuz zu Gemüte führen und einen Eindruck erlangen was wir so alles dem Subwoofer abverlangt haben, bis wir zu diesen Aussagen gekommen sind.
Hm. Also ob es nun Regal-Lautsprecher, denen ihr abgrundtiefe Bässe hinzufügen wollt, oder doch die mannshohen Standlautsprecher… der Proficient FTEQ-12 wird durch seine Features wie dem DSP eigentlich allen Gegebenheiten gerecht. Aber sicherlich bei der Preiskategorie sollte man schon hoch hinaus wollen.
Zwei sind immer besser als Einer oder? Aber mal Hand auf’s Herz. Einer ist geil, aber der Zweite regt halt den Raum gleichmäßiger an. Macht euch weniger Gedanken hierzu. Überlegt euch lieber was ihr als erstes mit dem Teil anstellen wollt.
Ein Upgrade gibt es aber wirklich. Den Proficient Wireless Subwoofer Kit. Quasi kabellose Tonübertragung. Also braucht ihr dem Subwoofer nur noch Strom geben und könnt ihn ansonsten frei im Raum aufstellen. Ihr müsst euch dann keine Sorgen mehr machen, wie ihr ein Cinch- oder XLR-Kabel zu dem Teil bekommt, ohne dass euch der Saugroboter oder Frau an die Gurgel springt.
Kommen wir zu dem heftigen Hifi-Geschwurbel: Trocken, punchy, in your face und mächtig dicke Eier. Mensch Leute… das Ding ist einfach ultra. Warum lässt man sich sonst mit ner Rezension so lange Zeit? Damit man den Subwoofer nicht sofort wieder zurückschicken muss! 1749€ kostet die Kiste zum Black Friday.. damit ist er wohl gerade der Günstigste seiner Art. Ja sicherlich sehr gehoben im Preis, aber es ist nunmal ein Hobby.
Schweren Herzens beende ich jetzt hier den Artikel und werde nachdem ich alles aufpoliert und mit Bildern versehen habe, auf den Veröffentlichen-Button drücken. Wohlwissend, dass dies der Anfang vom Ende einer wirklich tollen Freundschaft war. Es war mir eine Ehre. Eine Ära geht zu Ende und wir sind bereit uns von diesem Subwoofer-Ungetüm zu trennen. Denn lange wird es nicht dauern bis Audiolust mitbekommt, dass wir unser Werk nun vollendet haben und den armen Speditions-Fahrer beauftragen die 46kg entgegen zu nehmen.









Sowohl als auch: Die Marken, welche schon lange nicht mehr eigenständig waren, hatten in der Vergangenheit immer mal ihre Probleme. 2017 übernahm das Unternehmen Sound United Denon und Marantz von der D+M Gruppe sowie 2020 dann ebenfalls Bowers & Wilkins.
2022 dann der nächste Schlag mit der Übernahme von Sound United durch die Masimo Corporation. Eine eher ungewöhnliche Übernahme, da es sich bei der Masimo Corporation um ein Unternehmen aus der Medizintechnik handelt.
Grund zu den Aufgabespekulationen gibt der Finanzbericht der letzten drei Monate mit einem Verlust von 12,9 Millionen und von 31,3 Millionen US-Dollar seit Jahresbeginn 2024. Desweiteren wurden Büros in Frankreich, Finnland, der Schweiz und auch Deutschland geschlossen oder stehen vor der Schließung. Der letzte Stoß zu der Vermutung kommt durch die Angabe von Masimo Corporations Aussage bezüglich des Finanzberichts und dass sie breit wären im Notfall die Sparte aufzugeben.
Betrachtet man den Markt ein wenig objektiver, kann man schon erahnen, dass hier mit harten Bandagen gekämpft wird. Nehmen wir mal die Heimkino-Sparte, so kämpfen die Marken hier an vielen Fronten. Mit ihren Einsteiger AV-Receivern sind sie lange Jahre sowas wie die Volks-Receiver gewesen. Aber in der Branche zeichnet sich eine Spezialisierung ab. Marken wie Stormaudio oder Trinnov positionieren sich am oberen Ende des Marktes mit eigenen, teils bahnbrechenden Technologien und Upgradefähigkeiten. Hier hat der Hersteller immer wieder mit seinen Flagschiffen Alternativen geboten, konnte aber mit der Inovation der Premium-Marken nie mithalten. Sicherlich ein Grund warum der Konzern sich mitlerweile Dirac-Live geöffnet hat.
Am unteren Ende stehen nicht nur andere Marken sondern Soundbars, smarte Lautsprecher oder andere Devices wie der WiiM Ultra. Hier ist der Einstieg so einfach wie nie. Durch den Streaming Durchbruch und dem Bulimie-Konsum geht ein drastischer Verlust an Qualität einher. Quantität steht an erster Stelle für die großen Streamer und wer ein richtiges Heimkino sein eigen nennt, wird keineswegs zufrieden sein mit dem Kompressions-Gematsche.
Aber die Hifi-Branche an sich tut sich schwer damit die Jugend anzusprechen. Superlative jagt Superlative und man möchte die nächste Unicorn-Technik für viel Geld verkaufen, anstatt ausgeklügelt die Jugend einzufangen und erschwingliche Produkte für bessere Soundqualität zu verkaufen. Streaming ist nicht nur böse. Darüber hinaus sind auch jüngere Menschen qualitätsbewusst. Vinyl ist nicht ohne Grund weiter im Kommen.
Aber solange man “von oben herab” angesehen wird, wenn man in einen alt eingesessenen HiFi-Laden geht und eben nicht zu den 10.000€ Lautsprechern greift, wird sich das Bild der angestaubten HiFi-Anlage auch nicht bessern.
Warten wir ab wie die Geschichte ummmm Denon, Marantz und Bowers & Wilkins ausgeht. Vielleicht doch noch mit einem Happy-End?
]]>Die Fosi Audio V3 Mono waren zuerst auf Kickstarter verfügbar und konnten dort vorbestellt werden. Wir sind kurz nach der Kampagne auf diese tollen Amps aufmerksam geworden und haben vor kurzem welche kostenlos von Fosi Audio zur Verfügung gestellt bekommen. Dies soll aber nicht unseren Eindruck und Meinung von diesen Geräten beeinflussen, da wir selber ein großes Interesse daran zu haben die Dinger auf Herz und Nieren zu testen. Hier versuchen wir es auch mehr oder minder frei von esoterischen Beschreibungen, welche dann doch eher bei der “echten” Fachpresse zu suchen sind.
Unspektakulär, aber zweckmäßig. Wer auf den Preis der Fosi Audio V3 Mono schaut, wird wohl keine Apple-Artige Verpackung erwarten. Gabs auch nicht. Diese war dennoch zweckmäßig und unsere zwei Amps sind ohne irgendwelche Blessuren angekommen. Mit dabei hatten wir jeweils ein 48V/5A Netzteil und natürlich eine Anleitung.
Hier kann man nur sagen: für den Preis kann man auch andere Qualitäten bekommen, aber die Fosi Audio Produkte sind definitiv erhaben. So klein wie sie sind, sind sie dennoch wirklich toll verarbeitet. Voll-Aluminium Gehäuse, inkl Front- und Rückseite. Als Design-Element wurde ein oranges Lochgitterblech auf beiden Seiten eingefügt. Frischt den schwarzen Kasten definitiv auf und sieht schick aus. Und sonst gibt es eigentlich nix zu meckern. Keine scharfen Grate oder dergleichen, Lackierung ist auch Fehlerfrei und satt schwarz. Lediglich an der Art der Switches könnten Frauen sich ein wenig aufreiben, weil die Kippschalter vielleicht ein wenig filigran sind und an den Fingern pieksen? (spreche da aus Erfahrung)



Unser Setup ist altbewährt mit unseren Cinch Sommer Cable Epilogue, XLR Sommer Cable Epilogue Kabeln von der Quelle zu den Fosi Audio V3 Mono und dann die Lautsprecher mit unseren DIY Lautsprecherkabeln auf Basis vom Sommer Cable Dual Blue Kabel versorgt. Natürlich hat jeder der kleinen Verstärker noch ein 48V/5A Netzteil bekommen und schon konnten wir hier einige Kombinationen testen.


Zu bedienen gibt es nicht wirklich viel. Die Fosi Audio V3 Mono’s haben zwei Kippschalter. Einer um zwischen RCA/Cinch und XLR umzuschalten und der Andere um die kleine Endstufe Ein/Aus und in den Automatikmodus zu schalten. Wir haben uns entschlossen die Fosi’s auf Auto zu stellen und können verifizieren, dass dieser Modus super arbeitet. Nach einer gewissen Zeit hört man die Endstufen mit einem befriedigenden Klacken in den “Standby” gehen. Sobald es wieder Eingangs-Ton gibt gehen sie ebenso spontan wieder an. Coole Sache, wenn man zu faul ist die Endstufen händisch zu bedienen und mangels Trigger Input eine super Lösung.
Wo sollen wir anfangen? Der Fosi Audio V3 Mono ist mit einer Vielzahl an hochwertigen Komponenten ausgestattet. Beginnend mit einem Soft-Start über WIMA Folien-Kondensatoren, ELNA Kondensatoren, NICHICON Filter Kondensatoren (63V/2200µF), Sumida Audio Spulen bis hin zu wechselbaren TI NE5532 Op-Amps. Der Amplifier-Chip TPA3255 ist ebenfalls von Texas Instrument. Der Eingang ist wechselbar zwischen Cinch/RCA und symetrischen (balanced) XLR. Beim Cinch/RCA kann noch prakktischerweise zwischen einem 25dB und 31dB Gain gewählt werden. Im Auto-Modus wechseln die kleinen Endstufen nach 10 Minuten in den Standby Modus bei keinem anliegenden Audiosignal für geringeren Stromverbrauch.




Die Fosi Audio V3 Mono’s können jeweils mit 32V/5A oder 48V/5A betrieben werden. Hier erreichen sie bei 4Ω einen Max Output von 130W bei 32VV/5A, respektive 300W bei 48V/5A. Bei 8Ω und 48V liegen sie dann bei beachtlichen 150W.
Das Gehäuse ist komplett aus Aluminiummm, verfügt über ein Heatsink am Chassis und eine komplett passive Kühlung.
Wir haben mit den beiden Fosi Audio V3 Mono’s jeweils mit unseren B&W Standboxen und den Acoustic Energy AE 100² Regallautsprecher angefeuert. Als Zuspieler hatten wir Eversolo DMP-A6, Eversolo DMP-A6 Master Edition, unsere Kombination aus EAT Prelude und Graham Slee Audio GramAmp 2 SE, sowie unserer Vorstufe IOTAVX AVX17 und als mobile Variante dem Shanling M5 Ultra. Hierzu muss man noch sagen, trotz der austauschbaren Op-Amps, haben wir nur dir Werkskonfiguration gehört mangels Austausch Op-Amps.
Hart gekickt von der Double-Headliner Tour 2024 Rising from the North von Arch Enemy und In Flames, mussten wir mal als erstes eine feine Vinyl auflegen und hier hat sich das aktuelle In Flames Album Foregone angeboten. Meet Your Maker, welches stark durch die schon sehr basslastig abgemische Bass-Drum im Intro dominiert wird, ist ein eher langsamerer und melodischerer Song von In Flames, aber dafür gespickt mit teils cleanem Gesang. Die Bass-Drum bringt unsere Test Fosi Audio V3 Mono’s sicherlich ein wenig ins Schwitzen, diese lassen es sich aber keineswegs anmerken.
Präzise drücken sie Schlag auf Schlag auf unsere Standlautsprecher und geben sich unermütlich Präzise. Das gesamte Klangbild kommt homogen mit recht breiter Bühne daher. Anders Fridén positioniert sich hier klar frontal und sein Gesang ist immer klar, schon fast analytisch gut zu hören. Um ihn herum reihen sich die Gitaristen und der Bassists. Die Drums über allem erhaben verteilen ihren Klang schön breit und räumlich. Hier kann man bisher sagen: die Fosi’s arbeiten wirklich auf sehr hohem Niveau.
Da Arch Enemy im direkten Vergleich bei der Rising from the North Tour nicht ganz so stark waren, haben wir Alissa White-Gluz nicht den Vortritt gelassen, sondern haben uns dennoch passend die Vinyl vom letzten Langspieler Deceivers als zweites auf den Plattentellen geworfen. Generell muss man sagen, dass mit persönlich die Platte im vergleich zu anderen Neuerscheinungen als Vinyl vom Klang nicht ganz so überzeugen kann. Wobei hier zu sagen ist, dass es mit dem Wechsel mit dem Phono-Pre-Amp wesentlich besser geworden ist und hier in unserem Nadelvergleich von Ortofon auch noch mal was an der Qualitätsschraube des Albums gedreht wurde.
Laber Rabarbar, auch Frauenstimmen können die Fosi Audio V3 Mono’s. In diesem Song zwar nur mit Alissas gegrowle aber die Stimme ist klar und definiert, weiterhin im chorous die Einspieler der Männerstimmen kommen sehr räumlich und hooken uns schon ziemlich zum mitgehen. bei 2:03 die Passage lässt unsere Nackenmuskeln unweigerlich unseren Kopf zum Headbangen mitgehen. Muss so oder? Die Gitarrensolos sind sehr präzise und gerade die Becken von den Drums stehen sehr klar und räumlich heraus.
Führt im Metal gerade ein Weg an Falling in Reverse vorbei? Wir sagen nein. Lange schon die Vinyl von Popular Monster erwartet und natürlich hier für unseren Test zu Rate gezogen. Und fuck… ein geiles Album, eine geile Vinyl die nur noch durch die Lossless Versionen ganz leicht im Tiefbass getoppt werden kann. So haben wir das Album mehrfach mit allen erdenklichen Versionen gehört und natürlich sticht Watch The World Burn hier weit heraus. Sind zwar auch andere wirklich starke Songs auf er Platte, wie Ronald, Zombified oder Voices In My Head, mussten wir uns einen Favoriten raussuchen.
Und yes… die kleinen Fosi Audio V3 Mono’s bekommen bei den Hip Hop Einlagen die tiefen Bässe kontinuierlich rausgedrückt ohne zu übersteuern und bekommen dabei die Stimmen schön räumlich und klar rausgedrückt. Ab 01:50 nimmt der Song dann fahrt auf und die Vocals hooken uns tierisch. Hier hat man schon Bock auf den ersten Pit wobei hier dann ab 02:30 dann die Wut nur so aus Ronnie Radke rausbricht und wir hier am liebsten die Fäuste fliegen lassen würden. Leider offenbaren sämtliche Quellen hier die mehr oder minder schlechte Qualität der Samples gerade bei dem geklirre durch zerbrechendes Glas. Schlimmer ist es nur bei Ronald, aber hierzu können die Fosi’s natürlich wenig. Durch und durch machen die ihren Job super.
Um hier ein wenig Vergleichbarkeit mit unseren anderen Reviews zu bekommen haben wir natürlich auch wieder was altbekanntes mit hinein genommen. Nirvana’s Rape Me klingt einfach so unverschämt gut in Lossless, dass wir uns hier natürlich auch die Vinyl noch mal rangezogen haben in Form des Best-Of Albums von Nirvana.
Hier offenbaren sich dann ein wenig die Unterschiede zu teureren Konsorten, denn zwar spielen die Fosi Audio V3 Mono’s hier immer noch hervorragend, aber können im direkten Vergleich zu anderen Endstufen wir unserer Transaudio D5Pro nicht ganz mithalten. Zwar bekommt man ein wirlich gutes Bild von der Studio Situation und dem Garage Sound von Nirvana, aber hier ist uns das Ganze zu analytisch und flach. Auch vermissen wir eine gewisse Wärme. Was uns im Einzeltest nicht wirklich stört, ist im Direktvergleich natürlich ausschlaggebend. Der warme analoge Flair geht ein wenig verloren und schiebt die Musik ein wenig ins kältere digitale.
Brachial gut mit Abzügen in der B‑Note. Aber lassen wir mal die Kirche im Dorf. Für knappe 330€ bekommt man hier zwei Mono-Verstärker mit brachialer Leistung und das in einem wirklich kleinem Gehäuse. Die kleinen Kraftpakete spielen größtenteils mit Leichtigkeit alle ihnen vorgeworfenen Songs und wirklich nur bei sehr hohen Pegeln geht ihnen ein wenig einer durch. Anders als beim Transaudio D5Pro spielen die kleinen Kerlchen aber eher analytisch und mit kälterem Charakter. Vielleicht eher was für den rein digitalen als für den Analog-Fan.
Hier gibt es eigentlich Zahlreiche. Wahrscheinlich ist die Grundidee eine wirklich gut klingende Budget-Anlage mit den Fosi Audio V3 Mono’s zu basteln. Hier kann im Prinzip direkt mit einem kleinen WiiM (WiiM Mini) und passiven Lautsprechern wie den Acoustic Energy AE 100² Regallautsprecher losgelegt werden. Im Endeffekt hat man danach eine wirklich gut klingende Anlage weit unter 1000€.




Upgrades kann es dann Richtung Streamer oder Lautsprecher auch geben ohne, dass Grund bestehen würde die Fosi’s auszutauschen. Selbst der Fosi Audio V3 Mono können ja noch mit anderen Op-Amps ausgestattet werden und so weiter an seine eigenen klanglichen Vorstellungen angepasst werden. Natürlich macht WiiM Pro Plus oder Eversolo DMP-A6 durch ihre Displays wesentlich mehr her. Wir haben in letzter Zeit sogar festgestellt, dass zwar displaylose Geräte völlig ausreichend wären, aber gerade wenn die Visualisierung auf den Displays ansprechend aussieht, es alle Leute die hier Probe gehört haben, magisch hingezogen hat um dann doch noch ein Bild des Alben-Covers oder dergleichen zu erhaschen.
Was Fosi Audio hier wieder aus dem Hut gezaubert hat, rüttelt locker an preisintensiveren Produkten höhere Preiskategorien und lässt die Herzen von Budget-Jägern höher schlagen. Zwar wirbt Fosi Audio auf ihrer Seite auch mit 5.0 Setups, aber hier kommt man dann wieder in Sphären wo man weniger von Budget reden kann. Die Fosi Audio V3 Mono’s punkten genau da wo man es erwartet: Kraftpakete für den kleinen Geldbeutel oder eben Side-Projects, wie der Gartenbeschallung, Zweit‑, Dritt-Anlage, Anlage für das Kind, die Oma oder wie auch immer.
Überall dort wo man dennoch keine Brüllwürfel haben möchte, sondern ordentlicher Sound rauskommen soll. Vielleicht aber auch, oder gerade in Smart-Homes, welche zentral Musik im Haus verteilen und sonst nur sündhaft teure Verstärker von gängigen Installations-Marken verbaut würden.
]]>Aber warum geht es eigentlich?
Na um den Nachbau des legendären darTZeel NHB-108. Dieser ist mittlerweile schon als Model Two erhältlich und unter Patent von darTZeel. Der Nachbau von Transaudio versucht aber gar nicht erst das Design des darTZeels zu kopieren, sondern kommt in einem schlichten Gehäuse daher. Aber es zählen natürlich die inneren Werte und hier wurde versucht auf Komponenten mit den selben Eigenschaften zu setzen wie im Original und die Schaltung exakt nachzubauen.
Wir haben den Transaudio D5Pro kostenlos vom Hersteller zur Verfügung gestellt bekommen. Mehr oder minder kostenlos, da wir natürlich Einfuhrumsatzsteuer für das Gerät bezahlen mussten. Dennoch beeinflusst dieser Umstand unsere Einschätzung zu dem Gerät nicht. Wir versuchen hier neutral an jede Bewertung heran zu gehen und nehmen uns Zeit um einen Eindruck des Geräts und Eigenschaften zu bekomen. Es wird versucht den Eindruck möglichst verständlich wieder zu geben ohne blumige und aussagelose Sprache der Fachpresse.
Wir haben mittlerweile auch einen eigenen Youtube-Channel. Hier versuche ich regelmäßig für euch Reviews mit bewegtem Bild bereit zu stellen und mehr mit euch in Kontakt zu treten. Schaut doch einfach mal vorbei und aboniert den Kanal. Danke!
Geliefert wird der Transaudio D5Pro in einem Karton, mit Syroporplatten ausschraffiert, hervorragend in Luftpolsterfolie verpackt und mit Eckenschutz. Das Gerät hat so die lange Reise ohne irgendwelche Blessuren überstanden. Hier kann man dem Hersteller nur auf die Schulter klopfen, das kennt man aus Fernost auch anders.



Hier sind wir schnell durch, da ausser dem Gerät dem Paket nichts beiliegt. Dies ist aber in der Artikelbescheibung beim Kauf transparent angegeben. Woran das liegt ist uns schleierhaft, aber macht das Verpacken und den Versand für verschiedene Länder sicherlich einfacher.
Der Transaudio D5Pro ist sagen wir mal schlicht. Also bis auf das eingravierte Transaudio-Logo, die zwei LEDs und dem Netzschalter hat er an der Front nunmal nix zu bieten. Also wer was unauffälliges sucht: in schwarz ist er schwarz wie die Nacht, dass mir die Fotos schon schwer gefallen sind. Das Markanteste an dem Gerät sind wohl mit abstand die Kühlrippen an den Seiten. Sorry, aber hier gibt es wörtlich nix zu sehen.
Die Verarbeitung ist sagen wir mal zweckmäßig gut. Es wurde Wert auf dicke Aluminium Bleche gelegt und das ist hervorragend. Es ist alles sauber verarbeitet und es gibt keine scharfen Kanten. An manchen Stellen ist die schwarze Eloxierung nicht 100%ig und da sieht man in der Größe eines Sandkorns vielleicht die silberne Platte durchblitzen. Stört aber im Regelfall nicht, weil ich ihn nicht den ganzen Tag betrachten muss.
Als Cinch-Kabel haben wir unser bewährtes Cinch Sommer Cable Epilogue angeschlossen und die Lautsprecher mit unseren DIY Lautsprecherkabeln auf Basis von Sommer Cable Dual Blue Kabel versorgt. Da wir nur ein High-End Kaltgeräte-Kabel haben und dieses an unserem Eversolo (hier im Test) hängt, haben wir den Transaudio D5Pro nur mit einem “normalen” Kaltgerätekabel ausgestattet. Als Zuspieler haben wir zum einen den Eversolo DMP-A6 verwendet oder den IOTAVX AVX17 als Vorstufe mit dem EAT Prelude Plattenspieler an einem Graham Slee — Graham Amp 2 SE.




Als Lautsprecher haben wir hier die Bowers & Wilkins 704 S2 und Acoustic Energy AE 100² in Betrieb gehabt.



Da, einschalten, einen moment warten, bis sich die Kondensatoren vollgesaugt haben und schon leuchten die beiden Front-LEDs und signalisieren die Bereitschaft des Geräts. Da man weiter nichts machen kann, sei hier auch alles zu den Themen gesagt.
Das gute Stück bringt satte 17,4kg auf die Waage. Dafür verantwortlich ist neben dem Gehäuse, das massive Ringkerntraffo, welches mit einer Leistung von 800Watt angegeben ist. Der Transaudio D5Pro stellt eine Leistung von 150w an 8 Ohm zur Verfügung und damit genug auch potentere Lautsprecher ordentlich in Wallung zu bringen. Als Puffer stehen ihm 120.000 µF zur Verfügung und damit einiges an Reserven bei harten Einsätzen. Die Stereo-Endstufe ist intern als doppel Mono-Enstufe aufgebaut und teilen sich nur die Stromversorgung. Das heißt jedem Kanal stehen 60.000 µF, aufgeteilt in jeweils sechs hochwertige 10.000 µF Elna for Music ELKOs, zur Verfügung. Weiterhin wurden Wima MKS 4 Folienkonsensatoren für die weitere Filterung verbaut.




Alle kleineren Kondensatoren auf den Platinen sind von Nichicon. Man kann also nicht meckern über die gewählen Komponenten. Die Verkabelung ist auch sehr hochwertig ausgeführt. Hier fallen zum einen die Teflon ummantelten Kabel von der Kaltegerätesteckerdose zum ersten Schaltboard auf, aber auch die 4mm² Lautsprecherkabel, welche laut Angaben auf dem Kabel, auch in korrekter Signalflussrichtung montiert wurden.



Hier wackelt weiterhin nix rum im Gehäuse, sondern die Kabelführung ist sauber vorgenommen worden. Der Transaudio D5Pro vermittelt bis hierher einen hochwertigen Eindruck und das weit über seinen Preis hinaus.
Die 8mm Front und Seiten-Platten, 3mm Deckel‑, Rück- und Boden-Platte sowie 31mm Kühlrippen alles aus Aluminium sprechen eine weitere Sprache.
Aber auch bei den Funktionen gibt es noch Besonderheiten. Der Transaudio D5Pro wurde mit Lautsprecherschutzschaltungen und einer Soft-Start Funktion versehen. Hier werkeln hochwertige Omron G2r-1‑e Relais je Kanal einmal am Spannungseingang und in den jeweiligen Verstärkerblöcken.




Wir haben den Transaudio D5Pro auf verschiedene weise angeschlossen gehabt und Musik damit abgehört. Zum einen voll digital mit dem WiiM Pro Plus und dem Eversolo DMP-A6. Hier haben wir unsere allseits bekannte Qobuz-Referenz-Playlist herangezogen. Zum Anderen haben wir den Transaudio D5Pro ebenfalls an unserem EAT Prelude mit Graham Slee — Graham Amp 2 SE voll analog betrieben. Hier haben wir einige referenzfähige Platten bei uns stehen. Wer einen Blick werfen mag kann das in meinem Discogs-Profil machen.
Vielleicht erst einmal was zum generellen Sound des Transaudio D5Pro. Die Kiste klingt verdammt gut und ist mit Abstand der beste Verstärker den wir bisher hier zu Ohren bekommen haben. Was in sofern erstaunlich ist, weil er so günstig ist, aber hochwertig produziert. Generell kann man dem Verstärker attestieren, dass er sehr in Richtung Röhren-Sound tendert, obwohl es sich bei ihm um einen Transistor-Verstärker handelt. Zeigt aber auch das die von Hervé Delétraz’ erfundene Schaltung hier einfach meisterliche Arbeit war.
Dauerbrenner bei uns. Schon beim Test vom Eversolo DMP-A6 oder WiiM Pro Plus herangezogen, geht es direkt mit Knocked Loose los. Hochwertig produziert haben die Songs echt einiges. Und damit beginnt Everythin is Quiet Now, extrem schnell und komplex. Die Räumlichkeit des Schlagzeugs mit dessen punchigen Bass-Drum spielt suverän und druckvoll auf. Dazu den fetten Gitarren-Riffs verlangen direkt vom Amp einiges an Leistung, lassen ihn aber zu keiner Zeit wirklich schwitzen. Auch bei höheren Lautstärken schafft er es dann den Kontrast zu schaffen zu Brian Garris Schrei-Gesang, welcher vergleichsweise hoch ist.
Bei 0:29 kommt der erste Breakdown, mit anschließender groovigerer Passage. Hier ist viel Raum zu hören und die Bühne klingt wirklich breit. Auch die kurzen Musikkaussetzer locken weder Rauschen, noch beim aprupten Fortsetzen der Musik starke Pegelsteigerungen hervor. Hier hört man das die Kondensatoren das tuen was sie sollen. 1:40 nächster Breakdown mit lang nachklingenden Gitarren und fett einspielenden Riffs und ultra präsentem Schlagzeug, löst bombastisch auf und lässt einen spätestens jetzt vom Sofa/Sessel/Whatever auf springen und den heimischen Moshpit eröffen. (EVERYTHING IS QUIET NOW!) Wo auf Konzerten alles kurz und klein geschlagen wird, muss man sich Zuhause dann doch ein wenig im Zaum halten.
Gospel und Black Metal at it’s Best erwartet uns jetzt bei Zeal & Ardor. Auch wieder hervorragend produziert, perfekt zum Abhören von unserem Transaudio D5pro. Dieser spielt sauber, verzerrungsfrei die ersten Passagen, in welchen er sich sicherlich noch nicht all zu viel anstrengen muss, aber eine harmonische Sauberkeit beweißt. Sauberer Gesang mit immer mehr einsetzenden Instrumenten: E‑Gitarre, anschwellendes Schlagzeug. Headbang-Gefahr dann ab 0:38. Hier schiebt dann der Zeal & Ardor Sound durchs Wohnzimmer! Spätestens bei 01:06 drückt der Song dann so richtig und lässt die Lautsprecher losballern. Kein Anzeichen von Müdigkeit oder Verzerren beim Transaudio D5Pro. Dieser hämmert und hämmert unaufhörlich uns die Riffs und Manuel Gagneux verzerrte Stimme ins Trommelfell. Keine Schwächen und keine Knade!
Technisch moderner Deatchcore… das ist Brand of Sacrifice. Mit ihren vielen musikalischen Ebenen, bilden sie einen komplexen Klangteppich. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen… spätestens bei tiefsten Bass-Drops, welche den Verstärkern alles abverlangen. Nach einem technisch klingenden kleinen Intro ballert der Song direkt los. Tiefbass, schnelle Gitarren und noch schnellere Drums. Regelrechte Maschinengewehrsalven transportiert der Transaudio D5Pro hier uns entgegen. Immer noch kein Zeichen von Müdigkeit. Wenn hier was an die Grenzen kommt, können es höchstens die Lautsprecher sein. Der Verstärker lutscht den Song so weg.
Immer Detail verliebt zeigt er sich unbeeindruckt und spielt uns Brand of Sacrifice druckvoll auf. Das schreit nach mehr Klarheit und reduzierterem Sound im nächsten Song.
Und dieser ist nach einigen Hörsessions: In Flames mit I, the Mask. Der Song hat eine schöne Räumlichkeit und beweißt klarheit bei den Höhen und eine punchige Bass-Drum. Und das haben wir hier ab der ersten Sekunde. Mitreißend kann man sagen. Das Schlagzeug ist akustisch eines der Babies von der Person, die den Song abgemischt hat. Ganz klar. Definiert, nicht zu wuchtig, aber super knackig kickt und die Bass-Drum in die untere Magengrube. Man kann das Gefühl bekommen man hört den Spaß gerade Live über eine große PA. Den Song feiern sicherlich große Lautsprecher die in der Lage sind wirklich zuzupacken. Beim Transaudio D5Pro machen wir uns auch nicht wirklich sorgen, dass er diese bespielen kann.
Jedenfalls erlaubt er sich keine Fehler und bombt und I, the Mask auf unsere Referenzliste.
Wollen wir noch dem Sleep Token Hype fröhnen und hier ein wenig allgemein kompatiblere Musik einstreuen. Was nicht heißen soll, dass wir das weniger gut finden. Granite beginnt sehr ruhig und hier kann der Transaudio D5Pro eine schöne räumliche Bühne bilden. Vessels Gesang ist hier präsent und mit immer weiter steigender Intensität des Songs ab 1:11 und dann ab 2:32 drückt der Song durch das sehr präsente Schlagzeug und die Gitarren schon ordentlich. Die Bass-Drum ist auch hier punchy und die Becken lösen schön fein auf. Der E‑Bass darf schön fett wummern, wobei wir hier auch den Transaudio nicht aus seinen Reserven locken können.
Ganz klar für Einsteiger, die mit wenig Geld nach Möglichkeit sofort ganz oben einsteigen wollen. Der Transaudio D5Pro bietet unglaublich viel für sein Geld. Hier wird es schwer jemandem was anderes in dieser Qualität zu empfehlen. Aber auch ganz klar für die Zweit-Anlage oder ein Upgrade eines einfacheren Geräts. Vielleicht eine rein analoge Kombination? Die Möglichkeiten sind vielfältig.
Geht man immer nach der High-End Gemeinschaft, ist der Einstieg in diese Welt ab 5000€ möglich. Zielgruppe sind hier Baby-Boomer und Generation X. Wir denken da anders, denn wer im Alter schon Hobbies hat, wird sich nicht Hifi als weiteres teures Hobby ans Bein binden und klanglich kann man auch mit kleinem Budget ordentlich was rausholen. Wir versuchen hier mal Ideen in den Raum zu werfen, wie das aussehen könnte. Viele beschriebene Komponente sind natürlich mit Komponente X ersetzbar und vielleicht trifft was anderes eher den Geschmack. Letztlich geht es hier um Ideen-Findung und wir hoffen das kommt gut an.
Mehr oder Minder halt weil es sich hier bei dem Transaudio D5Pro schon um einen dedizierten Verstärker handelt. Wahrscheinlich ist wenn man “günstig” einsteigen will eine Stereo-Vorstufe mit Endstufe günstiger. Aber eben nicht so variabel. Vor allem weil man nicht immer eine wirkliche Vorstufe benötigt. Im Falle eines WiiM Pro Plus und dem Eversolo DMP-A6 funktionieren diese, solange man in deren Universum bleibt, für sich genommen als Vorstufe hervorragend. Auf dem Zettel haben sollte man auch vielleicht den WiiM Ultra, welcher in den nächsten Tagen verfügbar wird. Mit einem Preis von 399€, Display und im Inneren arbeitenden ES9038 Q2M Flagship-DAC. Für alle die auf Displays verzichten können, sollten sich somit den WiiM Pro Plus ansehen. Wer ausschlieslich Musik hören mag, aber auf die ästetik mit dem Display steht, der ist beim Eversolo ganz weit vorne dabei.
Wer aber ein Allround Gerät sucht, wird von WiiM Ultra begeistert sein. Denn dieser hat hier und da noch tolle Features, welche ihm definitv die Allround-Krone aufsetzen werden. HDMI mit ARC, Phono-Pre-Amp und einen Headphone Amplifier um nur kurz das Gerät anzureißen. Wir warten quasi täglich auf die Ankunft unserers Musters und dann wird hier ebenfalls ein umfangreicher Test erscheinen.
Aber ob WiiM oder Eversolo, gepaart mit dem Transaudio D5Pro hat man wahnsinnige Reserven zur Verfügung. Regallautsprecher? Kein Problem. Hier im Test haben wir Acoustic Energy AE 100² im Betrieb gehabt. Mit ihren knapp 350€ und einem Komplettsystempreis dann bei um die 1000€ mit einem WiiM Pro Plus, 1150€ mit dem WiiM Ultra oder knapp über 1500€ mit dem Eversolo hat man meine solide Grundlage zum Musik genießen geschaffen. Natürlich kann man hier auch einen Blick Richtung anderer üblicher Verdächtigen werfen: Dali, Elac, Canton,… die Palette ist riesig. Wichtig ist nur: stellt euch das Zeug Zuhause hin und hört es euch in euren vier Wänden an! Jeder gute Händler gibt euch die Möglichkeit genau das zu tun. Denn nur so erfahrt ihr ob euch eure Zusammenstellung in euren vier Wänden so klingt, wie ihr euch das vorstellt.
Standlautsprecher? Klar. Hier sind wir sicherlich dann schon irgendwo bei 2000€ für ein komplettes System mit Player und Amp. Viel hilft viel? Jo! Also Standlautsprecher sind schon erstrebenswert, wenn es um Musik Genuss gehen soll. Aber eben halt kein Muss. Auch ein Subwoofer kann die Regallautsprecher auf ein anderes Level heben.
Neben größeren Lautsprechern wenn es bisher nur Regallautsprecher sind und/oder einem Subwoofer gibt es noch einiges was man sich ansehen kann um die nächsten Schritte im Hifi/Heimkino-Bereich zu wagen. Subwoofer sind übrigens gerade wenn man mit der Anlage auch Filme gucken möchte extrem hilfrech. Wen das mehr interessiert hatten wir zum Thema und Horror mal einen kleinen Abriss gemacht.
Natürlich kann man zu aller erst eine echte Stereo/Surround-Vorstufe hinzufügen und schafft sich so die Möglichkeit z.B. mehrere Quellen durchzuschalten. Neben Stereo-Sound kann man so eventuell eine 3.0 oder 3.1 Kombination schaffen und profitiert dann von dem dedizierten Front-Kanal für die Sprache in Filmen. Lange Zeit hat uns genau dies auch gereicht, aber war ein Segen für die Sprachverständlichkeit. Hier einfach einen kleinen Verstärker für den Center hinzugefügt, kann es schon losgehen. Hierfür wäre z.B. ein Fosi Audio V3 Mono denkenswert. Wenig Geld, aber hervorragend arbeitende Mono-Endstufe.
Weiterhin lässt sich dann mit einer Vorstufe oder dem WiiM Ultra ebenfalls ein Ausflug ins Analoge, gepaart mit einem Plattendreher, realisieren.
Bleiben wir dabei. Hoffentlich kommen die Anregungen gut an. Wir versuchen hier immer weiter zu gehen und weitere Ideen im Laufe unserer nächsten Tests zu zeigen.
Der Transaudio D5pro ist der Wahnsinn. Schon immer gab es Nachbauten dieser legendären Endstufe, aber erst das Ablaufen des Patents ermöglicht es der breiten Masse Zugriff auf diese hervorragende Schaltung zu haben. Schwer vorstellbar, dass es aktuell irgendwas um die 500€ gibt, was diesem Amp irgendwas entgegen setzen kann. Zu beziehen ist as Gerät über Ali-Express, vom dem Shop wo wir das Testmuster bereitgestellt bekommen haben. Macht es natürlich schwierig mit Garantie. Aber am Ende lässt sich das Gerät sicherlich zu 100% reparieren.
Röhren-Feeling in einem Transistor-Verstärker? Jop! Leistung? Jop! Preis-Leistung? Unschlagbar. Wird man lange Spaß an dem Gerät haben? Mit absoluter Sicherheit. Kann ich damit auch schon geneigte High-Ender hervorlocken? Klar. Die klanglichen Eigenschaften des Geräts sind unverkennbar.
Wir jedenfalls werden das Gerät für unsere rein analogen Tests immer gerne heranziehen. Mit einem Streamer hat man auch sofort eine wunderbare Anlage. Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Und jetzt: weniger lesen mehr hören!
]]>Streaming-Dienste komprimieren. Immer. Selbst die besten 4K-HDR-Streams bewegen sich in Bitraten-Regionen, bei denen eine gut gemasterte UHD-Blu-Ray noch lange nicht schwitzt. Wer eine hochwertige Bildverarbeitungskette und eine sauber aufgestellte Audiosektion sein Eigen nennt, wird den Unterschied hören und sehen – ob er will oder nicht. Hinzu kommt das Thema Bibliothek: Nicht jeder Film ist auf jedem Dienst verfügbar, Lizenzen laufen aus, Qualitätsstufen ändern sich ohne Vorwarnung. Die Disc liegt im Regal und spielt. Immer. Disc bleibt die Referenz.
Nachdem Oppo die Produktion seiner legendären Blu-Ray Player eingestellt hat, klaffte eine riesige Wunde in den Heimkino-Herzen. Kein anderer Hersteller hatte bis dahin dieses Niveau an Bildverarbeitung, Audiosektion und Verarbeitungsqualität vereint. Der Markt wartete – und wartete. Günstige Alternativen gab es, echte Alternativen nicht. Wer einmal mit einem Oppo UDP-203 oder UDP-205 gearbeitet hatte, wusste genau, was fehlte: ein Player, der nicht nur Discs abspielt, sondern das Heimkino als Gesamtsystem versteht.
Seit 2022 schuf Magnetar mit dem UDP800 (hier im Test) Abhilfe – und lieferte ein Tier von einem Player. Vollwertige analoge Audiosektion mit symmetrischen XLR-Ausgängen, sorgfältige Bildverarbeitung, butterweicher Disc-Transport und ein Gehäuse, das keine Fragen zur Wertigkeit offen lässt: Der UDP800 war kein billiger Oppo-Klon, sondern eine eigenständige Ansage an den Markt. Features, die andere Player schlicht nicht boten – und das zu einem Preis, der angesichts der Verarbeitung fast unverschämt fair war.
2023 toppte Magnetar sich selbst mit dem UDP900 (hier im Test) und schuf das ultimative Blu-Ray Flagschiff – nochmals verfeinert in Mechanik, Netzteil und Ausgangsstufen. Wer beide Player gehört und gesehen hat, versteht, warum die komplette HiFi-Szene aufgesehen hat. Das ist kein Marketing-Versprechen, das ist Realität.
Dabei ist bemerkenswert, wie konsequent Magnetar das Thema Audiosektion ernst nimmt. Während viele Blu-Ray Player die analogen Ausgänge als Pflichtprogramm behandeln, hat Magnetar hier echte Ingenieursarbeit reingesteckt: getrennte Netzteile, hochwertige DAC-Bestückung und symmetrische Ausgänge, die auch an ernsthafter HiFi-Elektronik eine Figur machen. Das unterscheidet einen Magnetar von einem reinen Bild-Player – und erklärt, warum die Geräte in HiFi- und Heimkino-Kreisen gleichermaßen Anklang finden.
Jetzt gibt es Neuigkeiten auf der Vertriebsseite. Der bisherige Europavertrieb wird eingestellt und durch einen dedizierten DACH-Vertrieb ersetzt – mit dem klaren Ziel, Support und Verfügbarkeit für Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz deutlich zu verbessern. Thor Acoustic & Design GmbH und Audio Reference übernehmen künftig diese Rolle, wobei der Vertrieb selbst bei Audio Reference in Hamburg angesiedelt sein wird.
Audio Reference ist in der deutschen HiFi-Szene kein unbeschriebenes Blatt – das Hamburger Unternehmen vertreibt bereits namhafte Marken und bringt entsprechende Infrastruktur, Fachwissen und Marktnähe mit. Für Endkunden bedeutet das konkret: kürzere Wege bei Garantiefragen, ein deutschsprachiger Ansprechpartner und eine deutlich stabilere Verfügbarkeit der Player hierzulande. Wer in der Vergangenheit auf lange Lieferzeiten oder umständliche Kommunikation mit dem europäischen Vertrieb gestoßen ist, dürfte diesen Schritt begrüßen.
Mit diesem Schritt unterstreicht Magnetar, dass physikalische Medien für Enthusiasten kein Auslaufmodell sind – und dass die Marke langfristig auf den europäischen Markt setzt. Wer bis dato dachte, das sei halt ein China-Player der Oppo nacheifert und irgendwann wieder verschwindet, wird jetzt eines Besseren belehrt. Strukturen stärken, Vertrieb professionalisieren, Marktnähe aufbauen – das ist kein Zufall, das ist Strategie. Wer auf einen UDP900 wartet oder über einen Einstieg nachdenkt: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, bei Audio Reference vorstellig zu werden.




*Update*: Wer auch gespannt ist, wie sich der Eversolo DMP-A6 gegen den Eversolo DMP-A6 Master Edition schlägt, muss bei uns wieder reinklicken. Aktuell haben wir beide nebeneinander stehen und versuchen jede noch so kleine Nuance herauszukitzeln. Hier nun der Test: Eversolo DMP-A6 Master Edition
Weiterhin passt zu den Eversolos natürlich auch der Eversolo AMP-F2, welchen wir natürlich ebenfalls zum Test gebeten haben.
Natürlich war uns bewusst, dass man die beiden Streamer im Grunde nicht vergleichen kann. Das sagt alleine das Preistag von gut 850€ beim Eversolo DMP-A6 aus. Ist der WiiM Pro Plus doch am Prime Day für sage und schreibe 199€ zu haben gewesen.
Nein, wir wollten den Eversolo wegen seinem Look und seinen Features. Und von denen hat er jede Menge.
Wir haben uns den Eversolo DMP-A6 vom deutschen Vertrieb besorgt und lassen uns von diesem in unserer Wertung nicht beeinflussen. Wir nehmen ebenfalls kein Geld für unsere Tests, sodass wir die Freiheit genießen frei über das Produkt zu schreiben, ohne uns Monitär abhänging zu machen. Wer lieber auf blumige Reviews ohne klare Aussagen steht, darf sich gerne bei der Fachpresse umsehen.
Wir haben mittlerweile auch einen eigenen Youtube-Channel. Hier versuche ich regelmäßig für euch Reviews mit bewegtem Bild bereit zu stellen und mehr mit euch in Kontakt zu treten. Schaut doch einfach mal vorbei und aboniert den Kanal. Danke!
Gut verpackt, erreichte uns der Eversolo DMP-A6 und nachdem wir, schwarze Box, in der Box, in der Box öffneten, wurden wir zuerst vom Quick Start Guide begrüßt. Unter dem einrahmenden Schaumstoff verbarg sich dann der, in einem Polyesterbeutel verpackten, Streamer. Den Beutel, welcher ebenfalls das Eversolo Logo trägt entnommen und oberhalb noch die im Lieferumfang enthaltenen Zubehörteile, war es dann auch schon unboxed!








Der Lieferumfang ist sperrlich aber angemessen. Neben dem Eversolo DMP-A6 selbst und dem Beutel als Verpackung, gibt es noch ein Kaltgerätestecker, einen kleinen Kreuzschlitzschraubendreher und ein USB‑A zu USB‑B Kabel. Weder Cinch oder ein Toslink-Kabel ist enthalten, war aber auch nicht wirklich von uns erwartet worden. Wobei hier der WiiM beides mitbringt. Ob das nun mehr “Müll” ist oder eben nicht, muss man für sich selbst entscheiden.
Eine Fernbedienung wird beim Eversolo nicht mitgeliefert, ist aber als Zubehör erhältlich.



Der Eversolo besticht natürlich durch sein Design. Mit seinem riesigen Display und beleuchteten Volume-Knob sieht er einfach schick aus. Die von Eversolo gestaltete Oberfläche der Software ist modern und schlicht zugleich. Der Streamer eignet sich definitiv als Eye-Catcher auf einem schicken Möbel. Um sich noch weiter zu verwöhnen hat er verschiedene VU-Meter und Designs zum Anpassen an den persönlichen Geschmack.
Die Verarbeitung des Eversolo ist Fehlerfrei. Das Gerät besteht vollständig aus Aluminium und ist für seine Größe recht schwer. Massiver Gehäusedeckel, ordentliche Gerätefüße und vergoldete Anschlüsse lassen eigentlich keine Wünsche offen.

Neuer Streamer, altes Spiel: Auch für den Eversolo DMP-A6 gibt es natürlich eine App. Diese schnell aus dem App Store gezogen ist man hier schon mal ready. Den Streamer haben wir über verschiedene Arten angeschlossen, aber gängig ist sicherlich, per Cinch oder XLR an seinen Vorverstärker. Wer jedoch einen externen DAC benutzen möchte, muss das dann per USB, Coax oder Toslink tuen. Schnell noch ein Netzwerk-Kabel angeschlossen kann es losgehen. Wir haben den Streamer mit unserem High-End Kaltgeräte-Stecker an den Strom angeschlossen und je nach Setup mit dem Cinch Sommer Cable Epilogue oder XLR Sommer Cable Epilogue an unsere Vorstufe und Endstufen. Die Lautsprecher haben wir mit DIY Lautsprecherkabeln auf Basis von Sommer Cable Dual Blue Kabel versorgt.
Eine Besonderheit hat der Eversolo DMP-A6 natürlich noch: An der Unterseite hat er eine kleine Klappe, welche sich mit dem beigelegten Kreuzschlitzschraubendreher öffnen lässt. In diese passt dann eine handelsübliche M.2 SSD, auf welcher man seine Musiksammlung ablegen kann. Hierzu natürlich später mehr. Wer das direkt zu Beginn möchte, kann das natürlich direkt vor dem Anschließen erledigen.
Da wir ein Netzwerkkabel verwenden begrüßt einen beim ersten Start direkt ein Update! Woohoo. Update gemacht, App an den Start gebracht, kann es eigentlich auch sofort losgehen. Für die WLAN Leute, muss man seine WLAN Daten mit Hilfe des Displays des Eversolo DMP-A6 eingeben. Danach sollte der Player sich die Update-Pause gönnen und dann kann man endlich loslegen.






Wir haben es gerade schon erwähnt, aber was den Eversolo DMP-A6 zum einen vom WiiM abgrenzt, ist dessen 6 Zoll Display. Und dieses ist nicht nur zum Anzeigen von Informationen da, sondern da es sich um ein Touchscreen handelt, kann man den Player hierüber komfortabel bedienen. Zusätzlich lässt sich bis auf einige Kleinigkeiten der Player auch über die Handy-App bedienen. Ausnahmen sind hier z.B. die Netzwerkeinstellungen, welche nur am Gerät selber getätigt werden können.
Die Bedienung an und für sich geht einfach und intuitiv von der Hand. Aufgrund der vielen Features, sind einige Funktionen nur sehr verschachtelt zu erreichen. Zum Glück gibt es aber die Option Short-Cuts auf dem Home-Screen des Eversolo DMP-A6 zu setzen, mit welchen man dann zum Beispiel zu seinem Streaming-Dienst der Wahl kommt.
Generell muss man sagen, dass der 6 Zoll Touch-Bildschirm eine klasse Art und Weise der Bedienung ermöglicht. Das System reagiert immer flink und auch ein Boot vom ausgeschalteten Zustand geht innerhalb von 30 Sekunden.
Bei dem Betriebssystem vom Eversolo DMP-A6 handelt es sich um ein extrem modifiziertes Android 11. Wer jetzt die Optik oder andere Dinge an Android nicht mag: keine Angst! Bis auf die Eingabe-Tastatur erinnert sogut wie nichts an ein normales Android. Hier hat Eversolo viel Hand angelegt und ein in unseren Augen rundes Software-Erlebnis gebaut. Die iOS App funktioniert tadellos und bedient sich flink, als dass auch schnellen Sessions nichts im Wege steht. Abstürze oder Ähnliches sind uns in unserem Test nicht untergekommen. Die Software macht einen wirklich ausgereiften Eindruck und kann locker gegen der altbekannten von Sonos gegenhalten. Gerade mit der V2 von Sonos erst recht. Gegen den WiiM gibt es sicherlich kleinst Abzüge in der Endnote, weil uns hier die aufgeräumte Oberfläche dann doch eine Nuance besser gefällt.






Aber auch die inneren Werte zählen und hier ist der Eversolo DMP-A6 stark aufgestellt. Mit einem ARM Cortex-A55 Quad Core, welcher zwar schon ein paar Tage auf dem Buckel hat, den Eversolo aber niemals langsam wirken lassen. Unterstützt wird er von 4 GB Ram und 32 GB eMMC Speicher stehen für Apps zur Verfügung.






Der Eversolo DMP-A6 verwendet gleich zwei SABRE ES9038Q2M DAC-Chipsätze von ESS und bietet dadruch einen voll symetrischen Aufbau. Hier haben wir wirklich High-End Allüren, welche schon weit oben mitspielen. Die Arbeit übernimmt dann ein XMOS XU316.
Dank den beiden SABRE ES9038Q2M’s unterstützt der Eversolo DMP-A6 DSD512 Native, PCM768KHz@32Bit, MQA Volldecodierung. (Ja wir wissen, dass sich MQA auf dem absteigenden Ast befindet)
Der Eversolo hat eine Dual-Clock-Verarbeitung mit geringem Jitter und dadurch höherer Genauigkeit. Vollständig symmetrische Schaltung, symmetrischer XLR- und unsymmetrischer RCA-HiFi-Vorausgang. 2x DOH-Chips, unterstützt HDMI DSD Native und D2P Mehrkanal-Ausgang.
Ab Werk hat der Eversolo schon ein rauscharmes, hochwertiges Netzteil, das eine reine Stromquelle für Audioschaltungen bietet.
Hatten wir gesagt dass es sich beim Grundsystem um ein Android handelt? Eversolo hat ebenfalls seine eigene EOS-Audio-Engine entwickelt, die die SRC-Beschränkungen von Android global umgeht und so die direkte Ausgabe von Drittanbieter-Apps unterstützt. (Apple Music Hi-Res Direct Output)
Die verbauten Komponenten zergehen auf der Zunge wie Butter: WIMA-Kondensatoren aus Deutschland, NICHICON-Kondensatoren für den Audiobereich, Murata-Chipkondensatoren, Omron-Relais auf Japan und TI-Audio-Operationsverstärker (Op-Amps)
Als kleinen Leckerbissen verfügt der Eversolo DMP-A6 noch über einen M.2 NVME 3.0 Slot im Format 2280, welcher SSD’s mit bis zu 4TB aufnimmt.
Der Eversolo DMP-A6 verfügt über alle gängingen und nicht gängigen Streaming-Dienste. Als kleiner Leckerbissen ist er auch als so einziger (von dem wir wissen) in der Lage auch nativ Apple Music auf dem Gerät bereit zu stellen. Hier hat Eversolo ganze Arbeit geleistet und Apple Music vollständig selbst implementiert. Einfach einloggen und loshören.
Unterstützte Streaming-Dienste sind bisher: Tidal, HIGHRESAUDIO, SoundCloud, Calm Radio, Apple Music, Classical, Presto Music, Spotify, Audials Play, Amazon Music, Deezer, KKBOX, Napster, TuneIn Radio, Qobuz, Radio Paradise, BBC Sounds, RadioDroid, Open Radio.
Weiterhin ist der Player in der Lage Music von weiteren Netzwerk- und Internet-Quellen abzuspielen. OpenDrive, Dropbox, Emby, Jellyfin und Plex. Im Netzwerk greift er per UPnP und WebDAV auf Inhalte, z.B. auf ein NAS zu.
Tidal Connect, Roon Ready, Spotify Connect, Airplay2 und Squeeze Connect dürfen auch nicht fehlen. Lediglich auf Chromecast scheint man bisher verzichten zu müssen.

Natürlich verfügt der Eversolo DMP-A6 auch über Equalizer. Und was für eine fette Implementation Eversolo seinen Kunden da an die Hand gibt! Abgesehen davon dass man einen 10 bandigen wahlweise parametrischen oder grafischen Equalizer zur Hand bekommt, kann man mehre Konfigurationen für diesen ablegen. Wem das noch nicht reicht, kann den Equalizer auch unabhänging pro Kanal einstellen. Wem auch das nicht reicht: Der Equalizer kann ebenfalls pro Ausgang eingestellt werden und bietet damit ein höchstmaß an Feintuning-Möglichkeit, wo ein jeder mit Glücklich werden sollte.





Stumpf: keine. Eversolo verzichtet auf die Integration von Alexa und Co.
Angeschlossen haben wir den Eversolo DMP-A6 über mehrere Setups im Laufe der Zeit und dies soll den persönlichen Höreindruck schildern. Hierzu haben wir uns eine Qobuz-Referenz-Playlist Playlist angelegt, die wir etliche Male abgehört haben.
Wir haben es schon in unser WiiM Pro Plus Review erwähnt: Knocked Loose hat erstaunlich audiophile Alben. Bryan Garris gekeife mit den slayerisken Riffs und den eindringlichen Drums eignen sich für das Abhören und bewerten von der Sound-Qualität ganz hervorragend. Zu Beginn erwarten uns abgrundtiefe Riffs, welche schön aus dem Keller heraus zupacken und ordentlich nach vorne schieben. Der Eversolo DMP-A6 drückt hier noch ein bisschen mehr, als wir das schon vom WiiM gewohnt waren. Gerade das Wechselspiel aus tiefen, fetten Riffs und Bryan’s Gesang, stellt der Eversolo DMP-A6 wirklich sehr plastisch und differenziert dar. Die dargestellte Bühne ist breit und tief. Bryan spuckt uns direkt frontal mit seinem Gesang ins Gesicht, die Gitarren und Bass werden sehr räumlich dargestellt und über allem erhaben sind die Drums die wie eine Gewehrsalve teilweise in den Raum transportiert werden. Die Bassdrum drückt dank Subwoofer ordentlich und erweckt den eindruck, dass sie gerade direkt vor einem steht. Hier merkt man den Klassenunterschied zum WiiM doch schon recht deutlich, gerade weil wir die Gelegenheit hatten beide Player gleichzeitig zu testen. Nicht falsch verstehen! Aber wer wirklich noch mehr Details, Druck und Präzision sucht, bekommt beim Eversolo DMP-A6 noch eine ganze Schippe mehr geboten.
Das Album In Utero von Nirvana ist in der Lossless Variante einfach eine Wucht! Rape Me haben wir aufgrund des Aufbaus des Songs gewählt, da hier besonders stark der Raum in dem die Aufnahme gemacht wurde, heraushörbar ist. Das ist in unseren Augen was ganz besonderes und lässt uns eine Vorstellung bekommen wie das Lied ursprünglich in den Ohren von Kurt Cubain, Dave Grohl und Co. geklungen haben muss. Der Eversolo DMP-A6 spielt hier sehr feinfühlich zunächst die erste Passagen des Lieds und verwöhnt unser Ohr mit einer wirklich guten Abbildung des Aufnahmeraums. Hier lässt der Streamer uns schon gerade zu analytisch den Raum erkunden und die verschiedenen Instrumente verorten. Ganz großes Tennis muss man sagen.
Mit Zeal & Ardors Firewake haben wir einen weiteren Hochkaräter in unserer Referenz-Playlist. Mit eine Misch aus Gospel und Black Metal haben wir hier Gegensätze und gleichzeitig eine komplexe Vereinigung total verschiedener Stile. Die Drums in dem Song sind sehr eindringlich und gepaart mit den wirklich fetten Riffs, flankieren sie hier zarteren Gospel-Artigen Gesag und verzehrten Schrei-/Guteral-Passagen. Wer Zeal & Ardor schon mal live gesehen hat, weiß dass Sänger Manuel Gagneux hierfür teils verzerrer bei seiner Stimme verwendet. Der Eversolo DMP-A6 arbeitet hier alle Nuancen sauber heraus. Die Snare-Drum beo 0:29 hämmert sauber ins Trommelfell und die Riffs schieben ordentlich tiefenbetont vorwärts. Bei all dem Geballer, kann der Eversolo DMP-A6 dennoch eine homogene Bühne zeichnen und bettet alles sauber ins Klangbild ein. Gerade so um 2:20 herum geht die Bass-Drum Salve los und die Stand-Toms bekommen hier ordentlich Bühne. Hier zeigt der Streamer wieder keinerlei Schwächen, sodass er auch bei Firewake zu überzeugen weiß.
Brand of Sacrifice machen immer Spaß! Haben sie doch recht komplex designte Songs mit vielen Einspielern und Bass-Drops. So auch bei Between Death and Dreams. Klar Elektro lastig geht es im Intro des Songs los mit feinem Chor gesag und wummernden Bass. Hier bei der Eversolo DMP-A6 eine abgrundtiefe Stage und hüllt unseren ganzen Raum in tiefsten Bass. Mit einsetzen der Gitarren und weiteren Tiefbass-Effekten bricht Kyle Anderson hinterm Mikro los und wirft fiesen guteralen Gesang in den Raum, welcher kraftvoller nicht dargestellt werden kann. Immer unterbrochen durch wummernde Bässe gepaar mit Chorgesängen. Die schnelle Bass-Drum immer sauber und zwingend präsent zur Stelle ist das komplette Drumset räumlich perfekt zu verorten. Da es sich um eine wirklich sehr digitale Produktion handelt, ist das Song design zugegeben sehr technisch und komplex, was und der Eversolo DMP-A6 aber anscheinend mit Leichtigkeit entgegnet. Nie haben wir den Eindruck, dass hier was verloren geht oder fehlt dargestellt wird. Der Breakdown bei 2:20 ist eine Wonne und macht voll aufgedreht tierisch Bock auf mehr und hämmert auch den letzten Staub von den Boxen.
Seien es die erwähnten Songs oder unsere schier unendlichen test gehörten Songs verschiedenster Bands und Genre, der Eversolo DMP-A6 macht eine gute Figur bei allem. Im direkten Vergleich zum WiiM glänzt er mit einigem an mehr Auflösung und Details. Auch in Sachen Druck ist er gefühlt noch einige Ecken stärker. Wir haben die Streamer immer ohne jegliche Equalizer in unserem akustisch bearbeiteten Wohnzimmer-Heimkino gehört, in welchem wir zum großteil auf Equalizer-Anpassungen verzichten können.
Ein Killer-Feature des Eversolo DMP-A6 ist sein M.2 Slot. Hier kann man nämlich eine bis zu 4TB große SSD im M.2 Format verbauen und so seine Musiksammlung auf dem Streamer lokal ablegen. Damit bildet der Streamer eine Alternative zu z.B. einem Roon-Server oder NAS.





Leider kann er nicht als Roon-Server fungieren und uns so die Roon-Features zur Verfügung stellen, aber die von Eversolo bereitgestelle Oberfläche für die eigenen Dateien ist schon klasse. Man hat die Möglichkeit via SMB oder per Browser den Player mit seiner Musik zu bestücken. Der Player sortiert dann nach Wunsch die eigene Musik nach Album, Song oder Interpret oder aber man legt sich eigene Playlists an. Der Player erkennt alle gängigen Formate und spielt dank schnellem Prozessor und SSD die Files eigentlich ohne Wartezeit ab.



Um der SSD-Funtionalität noch ein i‑Tüpfelchen aufzusetzen, ist der Eversolo DMP-A6 ebenfalls in der Lage CDs zu rippen und diese auf den internen Speicher abzulegen. Hierfür muss an dem Streamer ein CD/DVD-Rom Laufwerk per USB an den Streamer angeschlossen werden und dann kann es auch schon losgehen. Mangels USB-Laufwerk haben wir die Funktion nicht getestet, denken aber das sie für den ein oder anderen interessant sein könnte.
Dem muss sich wohl ein jeder Ultra Hi-Res Player in Zukunft stellen. Und ja, es ist nicht unbedingt so, dass der WiiM nicht reichen würde. Der Eversolo DMP-A6 zeichnet besser und drückt mehr. Aber bei einem Aufpreis von fast 500€ ist das sicherlich nicht das Argument um zum Eversolo DMP-A6 zu greifen. Diese finden sich schlicht ganz woanders. Selbst die Software, welche zwar unterschiedlich und beim Eversolo DMP-A6 ein wenig verschachtelter ist, macht hier nicht den Braten fett.
Der Eversolo DMP-A6 glänzt einfach mit einem wirklich brillianten Display, mit welchem er sich ausgezeichnet steuern lässt und Stimmungsmäßig die Albencover oder VU-Meter anzeigt. Er hat einen M.2 Slot um die eigene Musiksammlung zu beherbergen. Das ist wenn man nicht gerade ein NAS nutzen möchte oder schon über sowas wie einen Roon-Server verfügt, wirklich das Killer-Feature. 2 TB für 120€ reingeschmissen, nimmt er tausende Lossless-Alben auf und so hat man eine wirklich reichhaltige Offline-Bibliothek zur Verfügung, um sich ein wenig unabhängiger von Streaming-Diensten zu machen. Weiterhin der symetrische Aufbau des Audio-Bereichs lässt ihn einfach noch in einer anderen Klasse spielen.
Wer einen Budget Player nur zum Streamen sucht, wird zu 100% mit dem WiiM glücklich. Wer einen Streamer sucht, der noch kein Vermögen kostet, seine eigene Musik-Sammlung beherbergen will oder aber seine CD-Sammlung rippen, sowie gerne auch Albencover zu Gesicht bekommt ohne gleich sein Handy zu zücken, der muss sich den Eversolo auf die Short-List setzen.
Hier gibt es sicherlich verschiedenste Szenarien, aber eines ist sicherlich wie in unserem Falle, dass man relativ “dumme” Technik Zuhause hat und dieser Streaming-Funktionalitäten aufrüsten möchte. Der Eversolo DMP-A6 bietet mit seinen Anschlussmöglichkeiten nahezu alles um wunschlos glücklich zu werden. Der Sound des DAC wird einem lange Freude bereiten und die meisten Ansprüche im Einsteigersegment befriedigen.
Wenn es nicht der WiiM Amp sein soll, sondern man einfach im Regal zu einer Klasse besser greifen möchte und Ideen sucht wie eine Einsteiger- oder Aufsteiger-Anlage mit dem Eversolo DMP-A6 aussehen könnte, haben wir und ein wenig Gedanken gemacht.
Eine gehobene Einsteiger-Kombination ist sicherlich Eversolo DMP-A6 + Fosi Audio V3 Mono + Acoustic Energy AE 100² Regallautsprecher. Fosi Audio ist als Budget-Marke bekannt und bringt mit ihren V3 Mono gerade interessante und wirklich leistungsstarke digital Mono-Endstufen auf den Markt. Dadurch, dass der Eversolo DMP-A6 sich perfekt als Vorstufe nutzen lässt, können die Fosi Audio V3 Mono direkt per XLR an diesen angeschlossen werden. Einzelne Monoblock-Endstufen sieht man normalerweise schon eher im Ultra High-End Bereich und kann hier für “kleines Geld” von den Vorteilen durch separate Netzteile pro Kanal und damit keine Interferenzen, sowie Verhinderung von Cross-Talk. Darüber hinaus, kann man in Zukunft über Erweiterungen mit weiteren V3 Monos als 3.0 System oder 5.0/5.1 System nachdenken. Klingt gerade ein wenig crazy, aber die Möglichkeiten zur Aufrüstung sind gegeben. Mit den Acoustic Energy AE 100², zu welchen wir in nächster Zeit auch was schreiben werden, holt man sich klanglich hervorragende kleinere Lautsprecher ins Haus um bei wenig Platz und/oder kleinerem Budget, High-End Sound genießen zu können. Darüber hinaus sind die Lautsprecher super verarbeitet und die 300er Serie von Acoustic Energy bietet genug Potenzial für Upgrades und Ausbauten.



Zweite Idee wäre es neben den üblichen Verdächtigen einen Blick nach China zu wagen und sich sowas wie den Transaudio D5-Pro ins Haus zu holen. Hier bekommt man dann einen Nachbau von einem tollen Stück Hifi-Geschichte (dem darTZeel NHB-108) und definitv im High-End Segment mitspielenden Stereo-Verstärker für um die 700€. Hierzu werden wir die Tage auch noch was schreiben, denn wir haben sogar einen hier im Test. In Kombination mit dem Eversolo DMP-A6 und den Acoustic Energy haben wir hier ein tolles Hifi-Paket, welches aber schon so langsam an der 2000€-Genze kratzt. Dennoch sind genug Leistungsreserven für etwaige Aufrüstung Richtung Standlautsprecher vorhanden und das Ganze im Class-AB Design mit symetirschen Aufbau.


Erweiterungen sind natürlich immer in den Vorschlägen bedacht. Die Fosi-Audio V3 Mono’s kann man in beliebiger Stückzahl einfach erweitern, um sich z.B. mit einer geeigneten Vorstufe ein Surround-Setup zusammen zu basteln. Generell eine Vorstufe ist auch keine schlechte Idee, um sein Setup vielleicht noch mit einem Plattendreher zu erweitern.

Geneigte High-Ender greifen sicherlich früher oder später noch zu anderen DAC’s, um hier noch mehr Details und Auflösung aus den abgespielten Dateien heraus zu holen.
Wir haben uns verliebt. Wer beim WiiM noch was vermisst, wird dies sicherlich beim Eversolo DMP-A6 finden. Das große Display weiß zu begeistern und trägt zur meditativen Stimmung beim Musik hören bei. Hier kann man sich zu seiner Musik das Alben-Cover, VU-Meter oder andere Dinge anzeigen lassen. Weiterhin kann man auf ein Handy als Bedienung verzichten. Die als Zubehör erhältliche Fernbedienung macht dann sicherlich für den ein oder anderen Sinn.
Die Audioverarbeitung ist spitzenklasse und sicherlich außergewöhnlich in dem Preissegment unter 1000€. Die Anschlussmöglichkeiten sind vielfältig und einzig ARC könnte man beim HDMI-Anschluss vermissen. Wir wollen den Player ungern wieder gehen lassen. Gerade für Einsteiger in das Hifi-Hobby ist dieser Streamer das Tor Richtung High-End.

Wir haben den WiiM Pro Plus vom deutschen Vertrieb für 4 Wochen kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Dies beeinflusst unsere Wertungen in keinster weise. Wir nehmen kein Geld für Tests/Reviews da wir unabhänging bleiben wollen und geschönte Tests nicht unterstützen. Wer schöne Umschreibungen und HiFi-Voodoo sucht, muss sich bei der einschlägigen Fachpresse umsehen.
Wir haben mittlerweile auch einen eigenen Youtube-Channel. Hier versuche ich regelmäßig für euch Reviews mit bewegtem Bild bereit zu stellen und mehr mit euch in Kontakt zu treten. Schaut doch einfach mal vorbei und aboniert den Kanal. Danke!
Die Luft wird dünn, wenn man sich die WiiM Produkte ansieht. Das Portfolio fängt bei knapp über 100€ mit dem WiiM Mini an und endet die Tage beim 400€ teuren WiiM Ultra. Was WiiM da für ein Ökosystem bietet sucht, findet man normal nur bei den ganz Großen allem voran: Sonos. Nur funktionierend. Seitenhieb. Ihr versteht schon.
Unser WiiM Pro Plus hatte wohl schon die ein oder andere Rezension hinter sich, weshalb der Lieferumfang nicht mehr vollständig war. Gelierfert wird der WiiM mit Fernbedienung, Cinch- und Toslink-Kabel, USB auf USB‑C Kabel sowie einem USB-Steckernetzteil und der Anleitung. Die Verpackung ist edel und zweckmäßig.




Wir haben den Kasten natürlich direkt rüber geschleppt in unsere HiFi-Ecke und angeschlossen. USB‑C Stecker in den WiiM Pro Plus, Cinch-Kabel und fertig! Beim Cinch-Kabel haben wir uns mit einem Aperion Audio-Kabel beholfen. Jedoch haben wir während des Tests das Cinch-Kabel noch auf ein Sommer Cable Epilogue umgestellt.
Nachdem das kleine Kästchen Strom hatte erwachte die kleine weiße Lampe an der Front zum Leben und wir haben uns schon mal die WiiM App auf’s Handy gezogen. App gestartet, per Bluetooth verbunden und die WLAN-Daten übergeben. Das ging schnell und einfach. Danach folgte der obligatorische Update-Screen. Witzergerweise schon eine Dreiviertelstunde später, kam schon das nächste Update. Schnell noch Spotify und Qobuz eingerichtet und fertig.


Das da so schnell zwei Updates hintereinander kamen, hat mich natürlich stutzig gemacht. Gleich mal die Google-Maschine angeschmissen und siehe da. WiiM ist sogar kommunikativ! Gibt es doch eine öffentliche Roadmap der WiiM Entwicklung, auf den so weit ich das verstanden habe, die Kunden sogar Einfluss nehmen können. Als Software-Entwickler geht einem ja dabei schon das Herz auf! Direkt nen Stein im Brett und schielend mal wieder Richtung: Sonos. Ich will und werde hier jetzt nicht über Sonos “ab ranten”, aber hier scheint einiges besser zu laufen als beim Platzhirsch.
Dennoch kann WiiM die Herkunft und Idee nicht verleugnen und so bedient sich die App schon sehr wie die von Sonos. Was per se nix schlechtes ist. Mit aber auch hier einem kleinen aber feinen Unterschied. Die App läuft verdammt flüssig. Mangels mehrerer WiiM’s ist es jetzt schwer nachzuvollziehen ob beim Gruppieren die App und Software genau so zackig ist wie sie den Anschein macht, aber generell kann man sagen, dass die Software wirklich schon ausgereift ist und super läuft.
Der WiiM Pro Plus streamt Ultra-High-Res Audioinhalte mit bis zu 768 kHz/32 Bit. Was schon beeindruckend ist. Zum Vergleich: eine CD liegt bei 44,1kHz/16Bit. Der WiiM kann das gestreamte jetzt wahlweise digital an einen externen DAC weiter geben über den digital optischen S/PDIF oder den digital koaxial S/PDIF dann auch bis zu 768 kHz/32 Bit. Aber der WiiM ist auch in der Lage den Stream eigenständig analog zu wandeln. Hierzu steht ihm ein AKM 4493SEQ D/A Chip zur Verfügung. Hierbei handelt es sich schon um einen wirklich soliden DAC, welcher mit einem Rauschabstand von 120db und einer Verzerrung von 0,00032 % (-110 dB) mehr als solide aufgestellt ist. Dennoch kommt es bei einem DAC nicht nur auf die Güteklasse an, sondern viel mehr auf die Umsetzung des Gesamtsystems. Ausgegben wir das ganze per RCA bzw. Cinch.

Natürlich kann man nicht nur Musik mit diesem kleinen Zauberkasten ausgeben, sondern kann man auch Musik in das Multi-Room System hinein bekommen. Hierzu gibt es einen analog RCA/Cinch Eingang mit 2 Vrms und maximal 192 kHz/24 Bit sowie einem Rauschabstand von 106 dB. Weiterhin noch einen digital optisch S/PDIF ebenfalls mit bis zu 192 kHz/24 Bit. Heißt: wer z.B. seinen Plattendreher mit Vorverstärker ebenfalls in mehreren Räumen genießen möchte kann das Analog-Signal vom WiiM Pro Plus wandeln lassen und über eine Gruppe in mehreren Räumen ausgeben.
Welche Dienste kann der WiiM Pro Plus? Alle! Aber falls es doch nicht alle sind, liste ich sie extra für euch auf. Spotify, Amazon Music, Deezer, Tunein, Tidal, Qobuz, SoundCloud, Pandora, iHeartRadio, vTuner, Napster, Sound machine und noch weitere. Sollte alles was man so hat bei sein oder? Zumindest die Großen sind sowieso unterstützt und wenn man sich wie oben schon erwähnt die Roadmap ansieht, kann man zur Not davon ausgehen das wenn irgendwas nicht unterstützt ist, das nachgereicht wird.
Darüber hinaus macht er sich natürlich auch im heimischen Netzwerk nützlich und stellt AirPlay 2, Chromecast Audio, Spotify Connect, TIDAL Connect, Amazon Music Casting und Qplay 2.0 zur Verfügung. DLNA Playback und Roon Ready runden das Paket ab. Mit Roon spielt er dann schon bei den ganz Großen mit. Wer Roon nicht kennt: Roon ist eine Multi-Room Software, welche widerum ähnlich wie Sonos oder eben WiiM ist. Der Unterschied besteht darin, dass Roon sehr akurat arbeitet und so z.B. die Streaming und Wiedergabefähigkeiten des jeweiligen Endgerätes kennt und live an das jeweile Gerät anpasst. Weiterhin kann man mit Roon seine eigene lokale Musik-Sammlung verwalten und Roon hat einen wirklich imposanten Algorithmus, welcher einem Playlists und Songs vorschlägt. Ähnlich wie Spotify und andere auch, nur eben besser. Der Clou ist aber, dass Roon bei einem lokal im Netzwerk läuft und deshalb einen Roon-Server benötigt. Dafür ist man quasi Cloud-frei wenn man jetzt Streaming-Dienste ausschließt. Roon ist meist in wirklich High-End Geräten zu finden. Guckt es euch mal bei Interesse an. Ist nicht ganz unspannend, aber teuer.


Als wenn das alles nicht schon genug ist, hat der WiiM natürlich auch einen Equalizer an Board. Hier hat man die Auswahl zwischen 24 voreingestellten Equalizern, dem 10-Band-Grafik-EQ und dem parametrischen EQ. So kann der WiiM natürlich auch als Vorstufe benutzt werden und direkt an eine Endstufe angeschlossen werden. Hier z.B. an den gerade gehypten Fosi Audio V3 Mono. Mit zwei Monoblöcken hat man eine unwahrscheinlich gute Kanal-Trennung und der Fosi Audio V3 Mono kommt mit ordentlich Leistung um die Ecke.


Ähnlich wie Sonos verfügt der WiiM Pro Plus ebenfalls über eine automatische Raumeinmessung, welche wir aber aufgrund unseres akustisch angepassten Raumes nicht ausprobiert haben.

Natürlich darf auch ein Sprachassistent nicht fehlen. WiiM hat hierfür Alexa in das System integriert, was einem natürlich dann die Möglichkeit gibt den WiiM Pro Plus in Routinen einzubinden oder aber Routinen zu starten. Hierfür ist die im Lieferumgang enthaltene Fernbedienung mit einem Mikrofon ausgestattet und nimmt wenn eingerichtet Sprachbefehle entgegen. Wenn eingerichtet, heißt natürlich auch, dass man gänzlich auf die Funktion ebenfalls verzichten kann, wenn nichtt gewünscht.


Endlich… labert der nur um den heißen Brei…
Jetzt ist es richtig, dass wir das noch nicht so oft gemacht haben und gerade dabei sind sowas wie eine Referenz-Song-Playlist zusammen zu stellen. Natürlich nicht irgendeine… wäre auch zu schön. Sondern wie gewohnt geht es dort sehr hart zur Sache. Wer auch Ohrenbluten haben will, darf sich die Songs gerne auf der heimischen Anlage geben. Hier geht’s jedenfalls zu unserer Qobuz-Referenz-Playlist.
Klassiker. Aber wahrlich audiophil im Rockbereich. Hat der Track auch nach über 30 Jahren nix an seiner Intensität verloren. Der Bass am Anfang des Lieds kommt griffig und das Zupfen der Saiten wirkt präsent. Mit einsetzen des Schlagzeugs schiebt die Bassdrum ordentlich und lässt den Subwoofer und die Tieftöner der Stands ordentlich mit pumpen. Das Schlagzeug wird schön räumlich auf die Lautsprecher verteilt und die Becken sind fein aufgelöst und ortbar. Zack de la Rocha platziert sich brav mittig und die E‑Gitarren schieben den Song nach vorne. Alles in allem klingt nichts aus dem Tritt sondern ist eine Wonne anzuhören. Vorallem, weil man bedenken muss, dass hier ein 250€ Streamer vor einem steht. Klasse! Beim Fill ab Minute 3 kann man wieder schön die Räumlichkeit nachvollziehen.
Soundtechnisch komplexer und moderner kommt Brand of Sacrifice mit Purge um die Ecke. Saubere Synthesizer mit viel Druck, dominieren am Anfang und werden sehr kraftvoll im WiiM abgebildet. Hier schiebt auch gleich der Subwoofer ordentlich nach vorne. Kyle Andersons Vocals sind einfach eine Macht und die weiß der kleine WiiM Pro Plus genauso zu beherschen wie die ansteigende Komplexität durch chorale Einspieler im Hintergrund. Die räumliche Abbildung schmeißt und direkt ins Gemetzel und läßt uns fein säuberlich die einzelnen Instrumente verorten. Unterbrochen wird dieses Gewitter durch mehrere Synthesizer Einlagen, welche stets Tiefbass in den Hörraum pumpen. Hier packt der WiiM den Subwoofer ordentlich bei den Eiern und bewegt ordenlich Luft. Der Breakdown ab 3:08 mit seinen intensiven Effekten und letztlich Kyle Andersons Gesang ab 3:30 lassen schon fast Gänsehaut aufkommen.
Knocked Loose hat erstaunlich audiophile Alben. Die Aufnahmen glänzen mit wirklich klasse Klarheit und dem nötigen Druck. Deep in the Willow beginnt mit wirklich tiefen und eindringlichen Riffs, welche direkt in die Couch drücken. Das Tuning der Gitarren ist generell tiefer und fetter, was im direkten Kontrast zum doch eher kreischenden Gesang von Frontmann Bryan Garris steht. Hier bekommen wir direkt beide Welten geboten und der WiiM Pro Plus weiß auch hier super beide Disziplinen gleichzeitig zu meistern. Neben den wirklich fetten und raumfüllenden Riffs, wird alles von dem wirklich gut verortbaren und abgemischen Schlagzeug flankert. Becken links, Crush rechts, satte und trockene Bassdrum. Immer wieder gibt es ab 1:55 eingespielte Bassdrops, welche druckvoll tief in den Keller reichen.
Natürlich darf das Goldkehlchen des Extreme-Metal Will Ramos nicht fehlen. Und Pain Remains stellt in seiner Gesamtheit halt ein emotionales Feuerwerk sondergleichen dar. Wer die Songs nicht kennt, gleich mal Lyrics auf und fleißig mitlesen während des hörens. Denn was hier brachial klingt entpupt sich als eines der emotionalsten Lieder die uns bekannt sind. Gänsehautmomente garantiert! Beginnt die Trilogie mit feinem Regen, welcher gut dargestellt wird und weicht einer feinen Melodie mit viel Hall unterlegt. Bis ab 1:20 so langsam härtere Klänge angeschlagen werden. Ab dem moment als Will Ramos mehr als talentierter Gesang eintritt wird der Song nicht nur schnell, sondern auch hoch komplex. Die Stimmkapriolen von Will sind nicht nur eine Wucht, auch wechseln sich keifende, gurgelde und tief growlende Gesänge perfekt ab. Über all dem schweben noch Streicher und das was hier wiedergegeben werden muss, ist schon eine kleine Bachlor-Arbei für den WiiM Pro Plus. Hier merkt man das er zwischenzeitlich ins straucheln kommt mit dem permanenten Druck der schnellen Double-Bass-Drum und den drückenden Gitarren-Riffs. Sobald es Verschaufspausen von Will gibt und die Musik entsprechend kurzzeitig einen kleinen Break einlegt, merkt man sofort, wieviel Zerrfreier es wird. Keineswegs so das man sagen muss das macht den WiiM zu einem schlechten Streamer. Hier geht einfach sehr viel ab und man wird gerade ab 4:50 belohnt mit einem wirklich geilen Gesangspart mit noch ergreifenderem Text und anschließender Wucht, dass es einen hinten aus dem Sofa haut.
Weiter geht es mit einem fetten Bass-Drop bei 0:13 und wirklich starker Stimmeinlagen von Will, untermalt mit einem choralen Gesang und hämmernder Double-Bass. Hier kann man gefühlt fast in Wills Rachen gucken und verspürt ein leichtes Gurgeln um Hals. Der WiiM Pro Plus präsentiert hier Wills guteralen Gesang feinst aufgelöst und räumlich. Ab 01:16 gibt es wieder mächtig Tiefbass gepaart mit feinen räumlichen Becken. Danach merkt man das hier bei ansteigender Komplexität des Songs der WiiM wieder ein wenig strauchelt und Klarheit fehlt. Ab 3:50 das Gitarrensolo meistert er um so besser, trotz hämmernder Double-Bass und viel Hall. Ab 4:50 spitzt sich nochmal alles zu und hier vermischt sich alles an Stimme, Drums, Chor, Gitarren, dass es sehr zum Overkill wird.
Nach der Brechstange zu Ende von Pain Remains II darf man erstmal wieder eine Minute durchatmen, ehe es ins Finale der Pain Remains Trilogie geht. Viel Streicher und Chor aus der Büchse welche sich sehr harmonisch anhören bis Will das Feuer wieder entfacht und noch mal alles gibt. 02:07 geht es dann in eine klasse Gesangspassage, welche noch mal tief blicken lässt und sich so feucht sapschig anhört, dass man schon zum Taschentuch greifen will. 04:15 noch mal ein Highligt mit Wills Gesagt präsent auf der Bühne und drückender Bass-Drum, ehe es bei 05:10 dann im wirklich eindrucksvollen Breakdown mündet, dass einem ein Schauer kalt den Rücken runter läuft.
Wer akustisch mal einen Blick in so ein Tonstudio aus den 90ern machen möchte, muss sich nur mal das Album In Utero von Nirvana auf einer guten Anlage anhören. Symbolisch haben wir hier Rape Me rausgesucht, aber die anderen Songs verkörpern das alle. Und der WiiM Pro Plus ist hier ein super Partner. Rape Me gestartet und schon hört man den Raum in dem die Aufnahme gemacht wurde. Kurt Cobains Stimme in einem relativ kleinen Raum, wenig akusisch bearbeitet, mit ein wenig Hall. Aber auch alle anderen Instrumente, allem vorran das Schlagzeug ist ganz klar in diesem Raum zu verorten. So entdeckt man Musik der Jugend noch einmal neu und ehrlich gesagt macht es Spaß die Musik bis ins kleinste Detail zu betrachten.
Bedient wird der WiiM Pro Plus eigentlich ausschließlich initial mit dem Smartphone oder Tablet. Die Fernbedienung funktioniert gut um sich zu detoxen während einer Hörsession, aber letztlich ist der WiiM Pro Plus ein Streamer ohne Display. Dies impliziert nunmal die Bedienung mit einem Smart-Device. Die Fernbedienung ist eine tolle Beigabe, wird bei leibe von mir aber selten benutzt, da eh schnell das Handy zur Hand ist.




Generell kann man sagen, das die Menüs sturkturiert und durchdacht sind. Man kann meist schnell an sein Ziel navigieren und hat viele kleine Shortcuts, wie z.B. die Ausgangs-Wahl im Screen der aktuell gespielten Musik. Überall finden sich kleine Optionen, welche einem das Leben leichter machen. Hier ist entdecken angesagt.
Die dürfen wir auch nicht vergessen. Diese sind wieder sehr durchdacht gewählt:
Audio-Eingänge
1 x analog RCA/Cinch
2 Vrms
192 kHz/24 Bit
Rauschabstand 106 dB
1 x digital optisch S/PDIF
bis zu 192 kHz/24 Bit
Audio-Ausgänge
1 x analog RCA/Cinch
1 x digital optisch S/PDIF
1 x digital koaxial S/PDIF
bis zu 768 kHz/32 Bit
Sonstige
USB‑C, 5V, 1.5A oder mehr
Trigger out
LAN

Naja, hier gibt es denkbar einige Anwendungsfälle. Zuerst natürlich für die Leute, die zwar eine Hifi-Anlage haben, aber diese eben nicht mehr Up-to-date ist, was Streaming angeht. Oder aber einfach kein High-Res Streaming unterstützt. Mit dem WiiM Pro Plus bekommt man ein tolles Upgrade für eine solche Anlage.
Oder wie in unserem Falle: Wir testen gerade den IOTAVX AVX17, welcher gänzlich ohne Smarte-Funktionen und Streaming daher kommt. Mit dem WiiM Pro Plus haben wir hier einen tollen Zuspieler, welcher viel freude beim Musikhören bereitet.
Was viele Hersteller noch nicht auf dem Zettel haben: Generation Y und Z. Der “normale” Hifi-Enthusiast scheint immer noch der Baby-Boomer oder Generation X zu sein. Aber auch Generation Y und Z entdecken die Musik und Hifi für sich. Hier bedarf es “günstigere” Einstiege in das Hobby und der WiiM ist genau das! Auch die jüngeren Generationen können sich für Musik begeistern und entdecken z.B. gerade die Schallplatte wieder für sich. Ein Streamer als Ergänzung ist da nicht verkehrt.
Vielleicht auch dem angehenden Hifi-Fan mit seiner ersten Anlage. Kleines Setup wie: schicke potente Regallautsprecher, ein solider Stereo-Verstärker / oder wie oben erwähnt zwei kleine Monoblöcke und der WiiM Pro Plus reichen da schon aus. Jeder High-Ender würde uns sicherlich jetzt mit Eiern bewerfen, aber aus der Kombo sollte toller Klang kommen. Hier reden wir von einem Investment von unter 1000€ komplett. Hat aber im Gegensatz zur Komplettlösung viele Vorteile. Generell wäre es auch möglich statt zum Stereo-Verstärker, zu Aktiv-Lautsprecher zu greifen. Hier leidet gegebenenfalls aber die Erweiterbarkeit aufgrund von Mangel an Anschlüssen.
Wem der WiiM Pro Plus ein wenig zu schlicht ist, oder wer einfach mehr etwas für’s Auge haben will, dem sei z.B. der WiiM Ultra ans Herz gelegt. Dieser verfügt über einen kleinen Touchscreen, auf welchem die Albencover und diverse andere Sachen angezeigt werden können. Er ist alles in allem wesentlich hochwertiger verarbeitet und erinnert in seinem Aussehen ein wenig an einen Apple-TV.
Wem die Kästchen aber alle ein wenig zu klein und fancy sind, der sollte sich auch mal die Eversolos ansehen. Wir hatten den Eversolo DMP-A6 hier im Test und die sind dann schon eine ganze Ecke hochwertiger und audiophiler als der WiiM Pro Plus.
Der WiiM Pro Plus stellt ein wirklich tolles Gesamtpaket im gehobenen Einsteigerbereich dar. Er bietet tolle Möglichkeiten zum Einbinden in bestehende Systeme, aber regt auch zu Ideen an, wie Micro-Systeme bestehend aus wenigen Komponenten. Seine Bedienung ist intuitiv und zügig. So machen wir uns keine Sorgen, dass wer vor Hürden gestellt wird, die er nicht überwinden kann. Der Anschlussumfang ist in dieser Preisklasse wirklich hervorragend. Im Hörtest überzeugt er und hat nur leichte Probleme bei der sauberen Ausarbeitung aller Details in komplexen Liedern. Wenn man nicht mehrere Geräte zum parallel gegenhören hat, fällt einem das wahrscheinlich gar nicht auf.
Wer sich auf den WiiM Pro Plus einlässt bekommt ein tolles Stück Hifi, welches einem erlaubt in die Welt des High-Res-Audio Streaming einzutauchen und an welchem man lange viel Spaß haben wird. Wer andere Szenarien erwägt sollte sich mal im WiiM Produktkatalog umsehen. Hier gibt es tolle andere Geräte, welche ebenfalls Alternativen sein können. Der WiiM Ultra der hier von uns getestet wurde wäre das nächst logische Upgrade.
Was zu sagen bleibt ist: Sonos und Konsorten sind nicht alleine auf dem Markt und sollten aufpassen, dass ihnen die Kleinen nicht den Rang ablaufen.



Die Firma Sommer Cable war so nett uns ihr Sommer Cable Dual Blue kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Weiterhin haben wir ebenfalls von der Firma Viborg die rhodierten Bananas zur Verfügung gestellt bekommen. Die Sleeves haben wir aus Erfahrung mit Custom Keyboards und deren Coiled USB‑C Cables schon gekannt. Einerseits hatten wir noch Reste und haben weiterhin den Blackest Black Sleeve mit Schrumpfschläuchen auf eigene Kosten geordert.
Wir sind ein werbefreier Blog und wollen diese Unabhängigkeit gerne weiter behalten. Ohne Einnahmen sind wir dennoch auf selektierte Partnerschaften angewiesen. So auch mit Summer Cable und Viborg. Dies sind, wenn wir die Produkte hier präsentieren, Produkte welche wir eigenständig recherchiert, getestet und für gut befunden haben. Weiterhin lassen wir uns nicht in unserer Meinung und deren Äußerung von unseren Partnern beeinflussen. Wer Hifi-Voodoo sucht, ist hier falsch und muss sich diesbezüglich bei der Fachpresse umsehen, welche ihr Geld damit verdienen.
Jap. Mal wieder Hifi-Voodoo vs. Realität. Bei Lautsprecherkabeln ist das natürlich jetzt teilweise richtig, was gepredigt wird und manches halt mal wieder gar nicht. Lautsprecherkabel… zu aller erst: Wer Hifi oder Heimkino als sein Hobby betreibt wird früher oder später immer über das Thema Kabel stolpern. Eine wichtige Grundregel ist schon mal: nein… ein Klingeldraht tut’s nicht wirklich… Und ja: kabellos geht, mit Kabel ist halt doch geiler. Aber Kabel gibt es zum Glück in allen Farben und Formen, sodass man sie zur Not an der Fußleiste entlang legen kann, ohne das die Frau immer drauf gucken muss. Dennoch kann man für Kabel leicht mal mehrere tausend Euro ausgeben. Hier bewegen wir uns dann in dem Bereich zwischen Voodoo und Realität.
Fakt ist: Lautsprecherkabel werden von anderen Kabeln beeinflusst. Zum Beispiel wenn ein Lautsprecherkabel parallel mit einem Stromkabel verlegt ist. Hier kommt es natürlich dann immer auf die Länge an, wo die Kabel dicht beisammen liegen und und und. Guckt man mal hinter seinen AV-Receiver sieht man viele Strippen sich kreuzen. Das muss nicht heißen, dass die kurzen Kreuzungen etc. schon Einfluss nehmen müssen. Dennoch besteht die Möglichkeit.
Die Lösung ist am Ende immer die selbe, wie auch bei Netzkabeln: gescheiter Querschnitt und keinen Klingeldraht. 2,5mm sind sicherlich ausreichend. Wer auf Nummer sicher gehen will, immer zu 4mm Kabeln greifen. Weiterhin machen geschirmte Kabel Sinn, um es Einflüssen von außen so schwer wie möglich zu machen. Ob es nun einfache geschirmte Kabel sind oder irgend welche cross link super speed Superconductor mit Lufthülle als Dielektrikum oder was weiß ich was. Hier lassen sich die Hersteller immer gerne neuen Marketing-Sprech mit Physik-Einschlag einfallen.
Was sicherlich richtig ist, dass ein Lautsprecherkabel schnell mal einige hundert Euro kosten kann. Nehmen wir unser Sommer Cable Dual Blue als Beispiel: mit 39€/m ist es sicherlich schon ein sehr teures Kabel. Addiert man jetzt noch gescheite Bananas 6–10€/Stück ist man bei einem 2m Kabel schnell bei 120€ Material. Wird das Kabel jetzt handgefertigt in Deutschland und will man seinem Arbeitnehmer nicht gerade Mindeslohn zahlen, werden schon sicherlich für die 30–60 Minuten die man an dem Kabel verbringt 40–80€ Lohn plus Nebenkosten/Wasserkopf anfallen. Zuzüglich Materialkosten wie Schrumpfschläuche, Testeinrichtungen, Werkzeug etc. pp. ist das Kabel sicherlich dann irgendwo bei 220€ in der Produktion. Danach muss Marketing für das Kabel gemacht werden, wo sicherlich das meiste Geld reinfließt und wenn man die Dinger nicht gerade direkt vertreibt, kommt noch ein Vertrieb dazu der Gewinn an dem Kabel machen möchte und zuletzt natürlich der Händler. Diese wollen für ihre Beratungsdienstleistung schließlich auch bezahlt werden, in Form von Marge an den Kabeln. Wer jetzt hier mal ein wenig rechnet, wird feststellen, dass das Kabel je nach dem, jetzt schon an der 1000 Euro-Grenze kratzen kann.
Natürlich sind wir dann mit dem Einsatz unserer eigenen Arbeitskraft in unserer Freizeit, wenn wir denn diese Zeit investieren wollen, wesentlich günstiger. Und genau hierzu wollen wir hier eine Anleitung bieten, um vielleicht zu inspirieren, das einfach mal selber auszuprobieren.
Wer sich nicht in der Lage fühlt das Beschriebene selber zu machen, kann sich auf dem Markt umsehen und wird sicherlich wen finden, der ihm dann für die nötigen Euronen ein Kabel nach eigenem Geschmack baut, oder eben im Fachhandel sich beraten lassen.
Ob die Kabel am Ende aber nun besser oder schlechter sind als gekaufte, muss jeder für sich selbst entscheiden. Richtig ist sicherlich, dass gekaufte Kabel von Profis gefertigt werden und Fehler hier nahezu ausgeschlossen sind.
Los geht’s! Was wird gebraucht? In unserem Falle bauen wir zwei Kabel. Dafür haben wir das Sommer Cable Dual Blue, 8x Viborg VB401R und MDPC‑X Cable Sleeves in Big und XTC. Hier kann man sich selber mit den Farben austoben. Für weitere Kabel die wir uns machen wollen, haben wir auch schon tief in die Farbkiste gegriffen und sind gespannt wie sie aussehen werden. Die XTC Größe passt nachher perfekt auf die entmantelten beiden Adern, Big dann auf das rohe Kabel. Weiterhin benötigt man noch Schrumpfschläuche. Wer jetzt nicht die riesen Ambitionen hat das öfter zu machen, kann einfach welche bei MDPC‑X mit ordern oder sich dann in einem Laden seiner Wahl welche zulegen. Wir haben uns für Transparent Heat-Shrink 4:1 MEDIUM entschieden um am Ende die Bananas fein einzupacken aber

dennoch weiterhin die schicken Bananas sehen zu können. Um den Sleeve am Kabel zu fixieren und den Übergang zum entmantelten Teil zu machen, haben wir Anthracite Heat-Shrink 3:1 BIG benutzt. Weiterhin hatten wir noch Schrumpfschläuche in den Größen 12mm/4mm (3:1) und 6mm/2mm (3:1) in schwarz hier.
Ein scharfes Cutter-Messer mit frischer Klinge ist Pflicht, Isolierband, Kabelbinder, Heißlufttföhn und Seitenschneider ebenfalls. Besser wäre sicherlich eine Kabelschere. Diese haben wir aber in der Tat auch nicht. Nützlich und empfohlen von Sommer Cable wäre noch ein Jokari Abisolierer. Mehr dazu später.
Los geht’s: Tendenziell ist das ganz einfach. Zu allererst sollten wir abmessen wie lang denn unser Kabel sein muss. Das kann man mit einer Schnur machen, vielleicht hat man auch schon ein altes Kabel als Referenz, oder aber man bemüht den Zollstock. Ob man hier Reserven lässt muss jeder für sich selbst entscheiden, aber zu viel Kabel nervt ebenfalls. Versprochen. Nachdem man sein Kabel dann auf die Wunschlänge abgelängt hat, muss man das Kabel abisolieren um an die zwei Adern im Inneren zu kommen.
Lasst euch von meinen Fotos nicht iritieren, denn ich habe “nur” 10cm als abisolierte Länge genommen. Macht lieber 15–20cm. Das macht es alles angenehmer. Ich habe mir einfach auf beiden Seiten als Markierung einen Strich auf den blauen Schlauch des Dual Blue gemacht.
Am einfachsten ist es wahrscheinlich erst das Kabel zu sleeven. Schieb dazu den Sleeve (big) über das Kabel bis so ca. 2–3cm hinter deine Markierung. Danach umwickel den Sleeve bei der Markierung Mittig mit Isolierband. Damit wird verhindert, dass sich der Sleeve nach dem Schneiden zu weit auf ribbelt und ausfranst. Danach schneidest du mit dem Cutter-Messer bei besagten 15–20cm je nach deinem Gusto, vorsichtig durch das Isolierband und trennst den Sleeve durch. Hierbei ist es nich schlimm wenn man schon in den blauen Schlausch schneidet, aber als Trainig mit dem Messer vielleicht gut, zu versuchen das zu verhindern. Nachdem die eine Seite nun “beschnitten ist, kann man jetzt den Sleeve auf der geschnittenen Seite auch direkt mit einem Kabelbinder stramm fixieren und verhindert das Verrutschen. Danach streichen wir den Sleeve von dem Kabelbinder weg und straffen ihn in Richtung anderer Markierung. Die kann man je nach Sleee übrigens besser sehen wenn man mit der Handylampe drauf leuchtet, bzw. kann man dann durch den Sleeve gucken. Im Zweifel noch mal nachmessen. Kurz vor der Markierung (5cm) jetzt wieder mit einem Kabelbinder den gestrafften Sleeve fixieren und mittig auf der Markierung wieder Isolieband nehmen um den Sleeve beim Schneiden vor dem Ausfransen zu bewahren. Nachdem der Sleeve geschnitten und entfernt wurde, gehts mit Entmanteln weiter.


Das ist am Anfang relativ einfach und wird dann näher zu den beiden Adern schwieriger. Zunächst direkt an der Sleeve Schnittkannte den blauen Mantel rundherum bis zu dem Metallgeflecht welchem man durch den Mantel sehen kann schneiden. Dieser darf beschädigt werden, weil wir ihn eh entfernen. Ich empfand es als einfacher aber erst den blauen Mantel abzuziehen und dann das Metallgeflecht durchzuschneiden. Denn nach dem Metallgeflecht sind wir schon gefährlich nahe an unserem Ader-Paar, das wir nicht beschädigen wollen. Beim Metallgeflecht kann man ruhig ein wenig Zug aufbauen und sieht dann besser wo man noch was hat stehen lassen, bzw. nicht durchgeschnitten. Nach dem Metallschirm haben wir einen metallernen papierartigen Schirm vor uns, den man einfach abwickeln und an unserer Schnittkannte abschneiden kann. Danach kommt eine Art dünner weißer Stoff. Mit diesem Verfahren wir wie mit dem papierartigen Schirm.
Nun haben wir die Kabelinnereien vor uns. Viele Plastikschnüre und zwei blinde Dummy Adern. Die Adern schneiden wir einfach mit dem Seitenschneider ab, die Plastikschnüre mit dem Cutter-Messer. Danach sollte das wie auf den Bildern aussehen. Damit wäre die Trimmarbeit schnell abgeschlossen. Ich bin gut damit gefahren das selbe jetzt erst einmal für das andere Kabelende zu machen und dann fortzufahren.




Über die Kabeladern kommen jetzt die XTC Sleeves bis zu unserer Schnittkante. Oben habe ich die Sleeves einfach am Ende der Ader abgeschnitten. Das direkt mit beiden Kabeln machen. Dann so ca. 3–4 cm 6mm/2mm Schrumpfschläuche bis zu unserer Schnittkannte pro Ader aufschieben und mit dem Heißluftföhn fixieren. Danach noch einmal in selber Länge den 12mm/4mm’er Schupfschlauch über beide Adern bis zu der Schnittkannte aufschieben und fixieren. Zu guter letzt jetzt ca. 10cm von dem BIG (24mm/8mm) Schrumpfschlauch ca. 6 cm über das Kabel mit dem großen Sleee schieben, sodass 4cm wieder genau die gerade fixierten 4cm Schläuche überdeckt und fixieren. Damit kann man dann auf der Seite den Kabelbinder entfernen. Das selbe dann für die andere Kabelseite wiederholen.
Nun sollte man noch die tiefe der Bananas messen. Ich habe mir das sehr einfach gemacht, in dem ich die Madenschauben aus den Bananas entfernt habe mit dem beigelegten Inbusschlüssel und eben jenen genommen habe und in den Banana gesteckt. Dann habe ich die Tiefe am Inbusschlüssel mit einem Stift markiert. Die Musterlänge habe ich dann an die Aderenden gehalten und dann wieder Mittig Isolierband um die Ader mit dem Sleeve gemacht. Danach mit dem Cutter-Messer wieder das Isolierband inklusive Sleeve abgeschnitten um dann vor dem finalen und vorsichtigsten Schnitt zu stehen.



Die beiden Adern unseres High-End Lautsprecherkabel sind extrem hochwertig und genau dass was euren Sound überträgt. Hier solltet ihr euch die nötige Zeit nehmen den Mantel zu entfernen. Hinzu kommt, dass dieser Mantel nicht mit einfach Manteln die man so regelmäßig vor sich hat, zu vergleichen ist. Dieser hier besteht aus geschäumten Polypropylen besteht und damit extrem widerstandsfähig ist. Hier habe ich mir auch erstmal meine Zähne dran ausgebissen. Sommer Cable sagt: Nimm nen Jokari Entmantler und schneide vorsichtig drehend den Mantel durch und ziehe ihn nach oben ab. Das habe ich mit meinem Entmantler nicht geschafft und immer Angst gehabt die feinen Litzen zu durchtrennen. Von ebenjenen gibt es 504! an der Zahl und damit sind die wirklich, wirklich sehr empfindlich. Ich habe mit dem Cutter-Messer den Mantel vorsichtig angeschnitten und dann an der Schnittkannte leicht gebogen. So sieht man den weiß aufgeschäumten Polypropylen und kann mit vorsichtigem Druck diesen bis zu den Litzen durchschneiden. Danach habe ich es egal wie nicht geschafft den Mantel nach oben abzuziehen. Ich gehe davon aus, dass durch das aufschäumen Litzen in dem Schaum festgebacken sind. Letzenendes habe ich den Mantel noch mal längs aufgeschnittten und dann aufgebogen und abgezogen.

Haben wir das blanke Kupfer vor uns gibt es jetzt mehrere Möglichkeiten. Entweder eine hochwertige vergoldete oder rhodierte Aderendhülse auf die feinen Litzen pressen oder wie ich die Litzen nackig, in den Bananenstecker stecken und mit den Madenschrauben fixieren. Danach habe ich noch einen ca. 2–3 cm Schrumpfschlauch hinter dem Bananenstecker an der Ader fixiert, ehe ich für die Adermarkierung die weißen und roten Schrumpfschläuche die den Bananas bei lagen abgeschnitten haben und fixiertt. Den transparenten Schumpfschlauch dann zu guter letzt bis zum Ende der Banana spitze abmessen und fixieren. So haben die Bananas mehr grip und wenn sie aneinander kommen lösen sie nicht gleich nen Kurzschluss aus.

Damit ist ratz fatz die ein oder andere Stunde rum und für mich war es dann tierisch entspannend.
Also: Ich bitte um Nachmachen und Verbesserungen! Ich hoffe ihr hattet ebenfalls Spaß und werdet am Ende mit einem tollen hochwertigen Kabel belohnt. Das Material ist natürlich variierbar. Wer Silberlitzen verwenden will oder sich wilde andere Konstruktionen ausdenken, dem sei der Artikel einfach nur eine Anregung. Denkt dran: High-End Netzkabel haben wir auch schon gebaut
Bei der ganzen Geschichte kann man natürlich super Musik hören um noch weiter abzuschalten und zu entspannen. Vielleicht schmeißt sich auch der ein oder andere auch einen Film ein, den er neben her gucken mag. Jeder so wie er es braucht. Eigentlich ist das Gelingen aber garantiert, wenn man nicht schnell, schnell macht.
Danke an die beiden Sponsoren für das tolle Material. Die gebauten Kabel kommen jetzt an unseren Front rechts und links zum Einsatz. Weitere Kabel folgen.
]]>Warum nun ein Netzkabel? Naja, weil sich die Gelegenheit einfach ergeben hat. Ursprünglich habe ich erstmal Bananen-Stecker gesucht. Ernüchtert von unseren hier in unserem Raum, wollte ich mir mal “hochwertige” Pendants ansehen. Schnell bin ich auf den Hersteller Viborg gekommen, welcher zwar eine gewisse Verbreitung hat, aber nicht zu den Platzhirschen gehört. Nach einem netten Gespräch und ein wenig Wartezeit hielt ich nicht nur Bananenstecker sondern auch ein Netzkabel in den Händen.
Meine Anleitung wurde durch Viborg mit dem Netzkabel unterstützt. Was ich da raus mache, wie sehr ich den Hersteller hier präsentiere oder auch nicht, obliegt mir ganz alleine. Ich schreibe hier meine eigene Meinung und tue einen Teufel mich steuern zu lassen. Wer blumige Worte und Umschreibungen zu gewissen Eigenschaften von High-End Equipment sucht, ist hier leider falsch, und sollte sich bei der einschlägigen Fachpresse umsehen. Ich bin mit meinem Content nicht auf Hersteller, Vertriebe oder sonstigem angewiesen und werde von ihnen bezahlt. Dieser Blog ist pures Hobby und eigenfinanziert, weder durch Werbung noch sonst was. (mal abgesehen von Affiliate, das ich vor langer Zeit mal ausprobiert habe. Wird es so nicht mehr geben. Erstmal.)
Sehrwohl gehe ich Partnerschaften ein um an Material zum Schreiben zu kommen. Diese Produkte bekommen von mir die Bühne geboten, müssen aber auch dann meiner Kritik standhalten. Meist sind dies Leihgaben und ich gebe diese wieder zurück. Im Falle des Kabels, welches ich jetzt und hier konfektioniere, denke ich mal das Viborg das nicht zurück möchte.
Ich denke auch das muss ich hier deutlich schreiben. Ich stehe nicht auf HiFi-Voodoo oder ‑Esoterik. Ich versuche hier immer alles korrekt wiederzugeben. Falls ich mich mal vertuen sollte: einfach Bescheid geben. Zum Thema Netzkabel mal ein wenig Drumherum. Unser Stromnetz führt auf dem Papier 230 Volt Wechselstrom bei 50Hz. Das obliegt tagesabhängingen Schwankungen, was aber in der Regel den meisten elektrischen Verbrauchern nichts anhaben kann. Der PC läuft einfach weiter, das Licht leutet ebenfalls und das Handy wird durchgehend geladen. Wo aber Strom fließt, genauergesagt sich Elektronen bewegen entsteht auch ein Magnetfeld. Dieses ist in der Lage induktiv Ströme in andere Kabel zu übertragen. Ein wenig so wie das kabellose Laden beim Handy. Mit dem Unterschied das es beim induktiven Laden gewollt ist und deshalb ein vielfaches Verstärkt wurde.
Die induzierten Ströme bei Hifi-Anlagen durch Netzkabel sind äußerst gering, als dass die meisten mit normalen “Beipack-Kabeln” bisher kaum bzw. keine Probleme haben. Desweiteren sind die Strecken an denen sich die Kabel einen Weg mit einem anderen Kabel teilen, im Hifi-Bereich gering. D.h. das dort Spannung induziert wird ist zwar möglich, aber wird gering ausfallen.
Wie bereits gesagt: mit geringer induzierter Spannung meine ich wirklich gering. Aber! Da gerade im analogen Hifi-Bereich viel mit Verstärkung von Signalen passiert und hier Lautstärke-Verstärkungen von bis zu 60 Dezibel vom Tonabnehmer zur Endstufe und dann dort widerum die Lautstärke auf das Hör-Niveau angehoben wird, sind geringe induzierte Spannungen, je nach Stärke hörbar. Oder beeinflussen eventuell auch den Klang. Bei Netzspannung könnte das dann in einem 50Hz Brummen enden.
Ablöse können da auf jedenfall geschirmte Kabel bringen, da diese generell resistenter gegen induzierte Spannungen sind. Bei Cinch-Kabeln eigentlich ein Must-Have, bei Netzkabeln nicht gewöhnlich, aber genau das wollte ich hier ausprobieren.
Wir fummeln hier an Netzkabeln mit 230 Volt rum. Das impliziert immer, dass man Respekt davor hat und ordentlich arbeitet. Wer sich solche Arbeiten nicht zutraut, sollte sie auch besser lassen. Vom Prinzip ist dies kein Hexenwerk, aber bitte nehmt das Thema ernst. Danke.
Genug gelabert. Lasst mal so nen Kabel bauen. Gebastelt wird hier von Viborg das VP1501. Als Stecker verarbeiten wir die von uns schnell dazu beschafften VE503R und VF503R ebenfalls von Viborg. Hierbei handelt es sich um ein 16 Leiter, einzeladrig verdrillten Kabelaufbau. Das bedeutet, wir haben hier jeweils 6x 0.5813mm² (19.5AWG) pro Leiter was einen Gesamtquerschnitt von 3.6mm² bringt, jeweils für Außenleiter (L) und Neutralleiter (N). Beim Schutzleiter (PE) sind es dann 4x 0.5813mm² (19.5AWG), was dann 2.3mm² ergibt. Wie man schön in diesem Bild sieht sind die Schutzleiter noch einmal mit einer Ummantelung ausgestattet.

Weiterhin besitzt das Kabel eine 100% geflochtene Kupferschirmung und ein Polyester/Baumwoll Sleeve. Bei der Leiterummantelung handelt es sich um Teflon und beim Kupfer um die Reinheitsklasse 4N (99,998%).
Zuerst solle man sich ein wenig Werkzeug bereit legen. Cuttermesser, Kreuzschlitzschraubendreher, Isolierband, Seitenschneider, Magnetschale wenn vorhanden, Kabelentmantler und Kabelbinder. Im Nachhinein hat sich noch herausgestellt, dass ein Schrumpfschlauch auch praktisch ist.
Zu allererst sollte man die Stecker auseinander schrauben, um ein wenig Gefühl für die zu verabeitenden Stecker zu bekommen. Was gleich auffällt ist, dass die Stecker extrem hochwertig verarbeitet sind. Nach dem auseinanderschrauben stellt man fest, dass der Netzstecker noch weiter zerlegt werden muss, um an die zweite Madenschraube im Gehäuse zu kommen. Das alles sollte dich nicht vor allzugroße Herrausforderungen stellen. Durch die gute Verarbeitung geht das alles leicht von der Hand. Bei der Klemme in dem Hinterteil des Steckers habe ich den kleinsen Adapter entfernt, da das Kabel mit 16mm schon einiges an Dicke hat. Jetzt schnell noch das hintere Gehäuse vom Netzstecker auf das Kabelende schieben und man ist ready 2 go!

















Jetzt wird es ein wenig kniffliger. Zu aller erst habe ich den Stofffmantel, welcher freundlicherweise an einer Seite schon mit Isolierband fixiert war, frisch gespannt. Kurz vor dem Ende dann straff nen Kabelbinder (ca. 8cm) dran. Da wir den Mantel bei ca. 4,5cm entfernen und verhindern wollen, dass und der Sleeve verfranst, fixieren wir diesen mit Isolierband. Danach mit dem Cutter-Messer, hier empfiehlt sich eine frische Klinge, zuerst den Sleeve und danach den ersten Mantel bis zum Kupfergeflecht entfernen. Hier wirklich aufpassen dass man sich den Kupferschirm nicht ausversehen entfernt.
Den Kupferschirm habe ich anschließend ein wenig entflochten und auf eine Seite des Kabels gebracht, zusammen gedreht und so erstmal aus dem Weg. Danach wieder vorsichtig mit dem Cutter-Messer den darunter liegenden Mantel entfernen und die roten sowie schwarzen Leiter kommen zum Vorschein. Diese sortiert vorsichtig zur Seite biegen und den letzten Mantel um die gelben Leiter entfernen.







Jetzt kommt wohl der knifflige Teil. Die Leiter nun vorsichtig entmanteln. Hier habe ich den Kabelentmantler benutzt und jeweils ca. 2,5cm des Leiters entmantelt. Vorher hatte ich an den Netzsteckerbauteilen getestet wie weit das Kabel ca. hinein geht wenn man beide Madenschrauben gelöst hat.

Danach habe ich die Schirmung mit einem Schrumpfschlauch versehen und ebenfalls ca. 2,5 cm frei gelassen. Denke das ist mehr oder minder optional. Idee war einfach, falls ich doch irgendwie die Isolierung eines anderen Leiters angeritzt habe und dieser kommt an den Schirm, dass ich dort keine Last/Kurzschluss bekomme. Nun habe ich zuerst die Kabel durch die transparente Abdeckung geschoben.

Danach die Steckerteile auf die Litzen und in den transparenten Teil des Steckers geführt. Die Madenschraube, die sich nachher in dem Stecker verbindet festgezogen und vordernen Steckerteil aufgesteckt. Die langen Schrauben wieder so rein gedreht, dass die Teile eine Einheit bilden und danach die hinteren Madenschrauben angezogen. Vorsichtig am Kabel gezogen um die Festigkeit der Adern und Leitungen im Stecker zu überprüfen. Danach Hinterteil des Steckers aufschieben, von Vorne die Schrauben befestigen und danach das Kabel leicht von hinten in den Stecker drücken. Seitliche Schrauben der Zugentlastung festziehen und eine Seite ist fertig!






Auf der anderen Seite gehen wir gleich vor, Rückteil des Steckergehäuses auf das Kabel schieben, ggf Sleeve spannen und mit Kabelbinder fixieren. Isolationsband nehmen ca. 4,5 cm vom Kabelende und abisolieren. Sleeve, Mantel und WICHTIG: Schirmung ebenfalls vorsichtig enfernen. Die Schirmung legen wir nur auf einer Seite auf die Stecker auf und ich habe mich hier für die Dosenseite und nicht Geräteseite entschieden. Leiter wieder ca. 2,5mm abisolieren und in den vorderen Teil des Steckers einführen. Ich habe mich hier bewusst gegen Aderendhülsen oder Kabelschuhe entschieden und die Leiter gleichmäßig rechts und links von der Fixierschraube verteilt. Rückteil des Steckers wie beim Ersten auf den Vorderteil schrauben, Zugentlastung anziehen und fertig ist das wunderschöne Kabel.




Nachdem das Kabel fertig vor mir lag und der Abschnitt entsorgt wurde, habe ich zur Sicherheit noch mein Multimeter herausgeholt. Hier haben ich den Widerstand der jeweiligen Adern zueinander gemessen um festzustellen ob zufälligerweise irgend etwas schief gelaufen ist und danach habe ich noch den Widerstand der durchgehenden Leitung getestet um zu validieren dass dieser Null beträgt und damit alles korrekt angeschlossen wurde. Die Funktionsüberprüfung habe ich ebenfalls mit eingestecktem Kabel und Multimeter durchgeführt, ohne Verbraucher.
Tja, wie soll man das anders machen als das Kabel an einen Verbraucher zu schließen? Hier habe ich unsere Eversolo benutzt, da man hier das Kabel wahrhaftig sehen kann und das gleich eine Ecke edler aussieht. Aber überzeugt euch da gerne selbst! Wenn mich jetzt jemand fragt ob ich einen Unterschied höre? Hm. Sollte ich? Vielleicht habe ich Glück das das Equipment hier gut angeschlossen ist und es keinen Unterschied macht? Vielleicht ist das Gear hier auch einfach nicht Hochwertig genug um wirklich den Unterschied aufzuzeigen.



Wir haben den Subwoofer vom Vertrieb von Proficient freundlicherweise kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen. Wir haben den Subwoofer auch nicht nur 1–2 Wochen getestet, sondern haben diesen wahrhaftig knapp 6 Monate hier vor Ort gehabt und Quer gehört mit größeren Modellen des Herstellers und unserem eigenen Subwoofer. Hierdurch wollten wir zum einen sicherstellen, dass der Subwoofer ordentlich eingespielt wurde (ja er war Werksneu) und wir genug Zeit haben ihn in unsere gewohnten Routinen einzubauen.
Zunächst einmal zur Einordnung: Proficient und Speakercraft sind generell baugleich. Proficient eher für den Fachhandel, Speakercraft für den Onlinehandel. Warum sich das in zwei Firmennamen unterteilt, können wir leider nicht so genau erklären. Was wir aber wissen ist: hinter diesen Namen verbirgt sich eine altbekannte Technologie. Und zwar sind es die direkten Nachfolger von Sunfire. Sunfire war mal neben SVS und Velodyne eine der bekanntesten Marken für Subwoofer. Also: Neuer Name, Sunfire im Inneren.
Um allen noch einen kleinen Überblick zu geben: Proficient selber hat 3 Modell-Reihen. Die Einsteigerserie Proficient FDS mit den Modellen FDS‑8, FDS-10, FDS-12 und FDS-15. Die Spitzen- bis High-End-Klasseserie Proficient FRS mit den Modellen FRS‑8, FRS-10 und FRS-12 sowie die Refenzserie Proficient FTEQ mit dem FTEQ-12. Hier sollte dann schon fast für jeden Raum und Geldbeutel was zu finden sein.
Sagen wir mal unspektakulär. Aber was erwartet man bei einem Subwoofer? Großer schwarzer Kasten, hier sogar in einem, sagen wir mal weißen Beutel, eingepackt. Mitgeliefert wird noch ein Stromkabel und eine Anleitung. Jetzt nicht fancy, aber was will man schon mehr?
Der Proficient FDS-12 von Proficient liest sich auf dem Papier schon eindrucksvoll. 12 Zoll tripple Subwoofer. Wobei hier ein Teller aktiv angesteuert wird und die beiden seitlich gelegenen Teller passiv mitschwingen und so die Membranfläche erhöhen. Mit 600 Watt peak angetrieben signalisiert dies aber schon, dass der Raum nicht zu groß sein sollte und nicht zu viel Dämpfung besitzen. Die seitlichen Membrane sind fest mit einer Stoffabdeckung versehen und beim vorderen Membran kann man die Stoffabdeckung entfernen. Der Subwoofer ist mit einer schwarz matten robusten, sowie pflegeleichten Folie überzogen.
Bei den Anschlüssen gibt es nix zu mäkeln und der Subwoofer verfügt über einen LFE-In oder aber Stereo Cinch-In. Weiterhin besitzt der Subwoofer eine Halterung für den optional erhältlichen Wireless Receiver und passendem USB Anschluss zur Energieversorgung eben jenem.
Einstelltechnisch ist das Nötigste an Bord: Lautstärkeregler, Crossover und Phasenschalter. Zusätzlich noch ein Schalter welcher den Subwoofer dauerhaft einschaltet, in den Auto-Mode versetzt oder ausschaltet.


Die Verabeitung des Subwoofers ist klassentechnisch hervorragend. Für eine obere Einsteigerklasse in welchem er sich schätzungsweise bewegt hat er eine super Verarbeitung. Das Gehäuse weißt keinerlei Spaltmaße auf, die Folierung ist blasenfrei und das Gewicht lässt erahnen, dass hier schon ein wenig Material verbaut ist. Die Technikbauteile machen alle einen wertigen Eindruck und unterstreichen den anspruch der oberen Einsteigerklasse. Die Regler sei es für Lautstärke oder Crossover haben eine gute Haptik und geben gutes Feedback bei bedienen.
Der Anschluss vom Netzstecker und Cinch-Kabel sollte jedem leicht von der Hand gehen. Danach ist der Subwoofer tendenziell schon mal einsatzbereit. Jedoch ist das nur die halbe Miete und hier sollte zumindest der Lautsträrkeregler auf 50% gestellt werden und die Anlage neu eingemessen, falls man über eine eben solche Funktion verfügt. Hier berichtigt dann der Receiver die Phase, Abstand und Lautstärke in Bezug auf die anderen Lautsprecher des Systems.
Dennoch wird man leider oft mit einfach einen Suboofer in den Raum stellen nicht glücklich. Raummoden, Auslöschungen, etc. sind nahezu immer vorhanden und so muss man schon in die Trickkiste greifen um seinem Subwoofer tollen Klang zu entlocken. Bei der Anschaffung eines Subwoofers in der Preisklasse um die 1000€ sollte man schon einen DSP mit einrechnen. Sprich einen MiniDSP oder Anti-Mode oder aber DSP-Fähigkeiten in seinem AVR/Vorstufe haben, um seinen Raum bestmöglich auszugleichen. Die Dinger wirken wirklich Wunder.
Frisch eingemessen und dem Raum angepasst macht das kleine Teilchen schon mal was es soll. Klein ist natürlich nicht unbedingt das Kredo, denn mit 400x400x400mm ist er jetzt nicht “mini”. Vom Frequenzgang ist der Subwoofer mit 24–160HZ ordentlich und ausreichend für ein kleines Wohnzimmer-Heimkino, aber eher weniger was für die dedizierte Heimkino-Höhle. Die 600 Watt Peak sind hier einfach beschränkend und schätzungsweise bis 16qm machen die ordenlich Druck, alles was größer ist, verliert er schon an Bedeutung. Die geschlossene Bauweise trägt natürlich dazu bei, das er weniger Druck an den Raum abgiebt, dafür aber schön flink spielt und so auch bei Musik Freude bereitet.
Unser Hörraum, welcher eine Mischung aus Wohnzimmer und akustisch sehr bearbeiteten Wohnzimmer-Heimkino ist, verlangt dem Kleinen schon ein wenig was ab. Das Zimmer besteht aus einer Wohn-/Esszimmer-Kombination wobei das Wohnzimmer ca. 23qm und das Esszimmer ca. 11qm messen. Hier darf der Subwoofer schon ein wenig pumpen um bei Filmen wie Dune, Dune 2, Godzilla vs. Kong, Blade Runner 2049, Godzilla II King of Monsters, John Wick 2, 3, 4, Mad Max, Nope oder Ready Player One zu bestehen.
Wir fahren hier immer einen angenehmen Sprachpegel von ca. 75–80db je nach Film und haben den Subwoofer ca. 10db für ein wenig Spaß angehoben. Heißt im Umkehrschluss, dass der Subwoofer schon seine 90–100db in den Raum transportieren sollte und hiermit haben wir schon, durch die Raumgröße und Dämmung, den Subwoofer an seine Grenzen getrieben. Quittiert hat er uns das mit stellenweise unsauberem Bass und gefühlter schwankender Pegelfestigkeit.
Nicht falsch verstehen. Er ist schlichtweg nicht für unseren Anwendungsfall gemacht. Dennoch schlägt er sich sehr gut für Leute die einen kleineren Raum haben, vielleicht geringere Pegel fahren durch Mietsituation oder einfach nur einen Partner zu seinen Fronts suchen zum entspannten Musik hören.
Generell bleibt zu sagen, dass er sehr harmonisch spielt und sicherlich leicht in so einige Hifi-Systeme zu integrieren ist. Wir haben ihn durch viel harten Metal mit schnellen Bass-Drums getrieben, aber auch orchestralen Untermalungen bei z.B. Septicflesh’s Infernus Sinfonica MMXIX. Natürlich haben wir ebenfalls ein wenig Mainstream Musik laufen lassen. Auch hier ist uns kein Ausreißer aufgefallen, welcher unseren Eindruck trüben würde.
Hier noch die Tech-Specs für unsere Puristen:
Ganz klar für Räume so bis zu 16qm, wenn man ordentlich Druck will. Weiterhin ist dies ein Einsteiger-Sub ohne viel Schnick und Schnack. Geboten bekommt man dann ordentliche Luftbewegung durch die drei 12 Zoll Membrane und die 600 Watt Peak sollten auch ausreichen. Dennoch muss man sich einen DSP auf die Wunschliste setzten, um in seinen eigenen vier Wänden glücklich zu werden. Wer hier Fragen hat, immer raus damit, schreiben wir gerne auch mal was zu.
Der Proficient FDS-12 ist ein grund solider Einsteiger Subwoofer, aber im gehobeneren Preissegment. Hier tummeln sich ganz klar viele Konkurenten und effektiv wird man sicherlich den ein oder anderen Kandidaten finden, der hier oder dort etwas besser oder anders macht. Nichtsdestotrotz bekommt man mit dem Proficient FDS-12 ein Power House für kleinere Räume. Mit seiner 3x 12 Zoll Membranfläche hat er genug Fläche um nachhaltig Druck zu erzeugen. Ihn würde aber sicherlich eine potentere Endstufe ebenfalls gut stehen und ihn auf’s nächste Level heben. Mit seinem Frequenzgang runter bis 28 Hz spielt er tief genug für das kleine Heimkino und kann so auf jedenfall bei jedem der gerade einen Subwoofer in dem Preissegment um die 1000€ sucht, auf die Short-List aufgenommen werden.














Natürlich haben wir die Endstufe kostenlos ausgeliehen bekommen, was unseren Test aber nicht beeinflussen soll. Weiterhin verzichten wir hier auf jeglichen Hifi-Voodoo und werden nicht für diesen Test, wie etwa die Fachpresse bezahlt. Wer gerne blumige Umschreibungen von teils schier unmöglichen Dingen lesen möchte, kann sich gerne bei der Fachpresse umsehen. Bei uns bekommt ihr direkt auf die Ohren, oder eher Augen, wie wir das gute Stück einstufen.
Die IOTAVX Geräte schwirren schon eine ganze Weile in Hifi-Gefilden herum und werden immer als Geheimtipp, eierlegende Wollmilchsau oder sonstigem umschrieben. Und ja, schaut man sich den Preis-Tag für die 7‑Kanal-Endstufe AVXP1 an und in die technischen Daten, merkt man: da scheint es viel für’s Geld zu geben. Aber auch mit anderen Produkten wildert IOTAVX in High-Endigen Gewässern und umgarnt den Kunden mit heißen Preisen. Beginnend mit der 17-Kanal-Vorstufe AVX17 für sagenumwobene 1800€. Wer sich ein wenig mit Heimkino-Anlagen auskennt merkt: 17 Kanäle und gerade mal 1800€? Richtig gelesen. IOTAVX hat sich Einfachheit auf die Fahne geschrieben. So wird auf “Schnick-Schnack” wie Smarte-Funktionen, Streaming oder dergleichen verzichtet und stattdessen in hochwertigere Technik investiert.
Das und laut Aussagen von Hifi-Pilot, dem deutschen Vertrieb, eine straffe Preiskalkulation, machen die Geräte so attraktiv. Wir waren schon länger angetan von den Geräten und neugierig was man für sein Geld geboten bekommt.
Teil unseres Testes sollte sein: Macht es Sinn sich eine Endstufe zu seinem AV-Receiver zu stellen und so mehr aus seinem Setup zu holen? Betrachtet man technische Specs von diversen Geräten im Einsteiger- und Mittelklasse-Segment sieht man oft blumige Zahlen in Sachen Leistung. Hier wird z.B. mit 200 Watt pro Kanal geworben. Für viele im ersten Moment ein Hingucker. Gerade wenn man etwas größere Lautsprecher sein eigen nennt. Genau darauf soll unser Versuch auch aus sein: Wir haben hier Bowers & Wilkins Lautsprecher, welche bekannterweise immer ein wenig mehr Leistung vertragen, als andere Lautsprecher in ihrem Preissegment. AV-Receiver sind im unteren Preissegment meist mit Class‑D Verstärkern ausgestattet, welche voll digital arbeiten und aufgrund ihrer kompakten Bauart, geringen Leistungsaufnahme und günstiger Komponenten gerne verbaut werden.
Was meist erst durch lesen der Produktspezikationen aber herauskommt ist, dass die versprochenen 200Watt pro Kanal lediglich bei 6Ohm Impendanz mit einem angeschlossenen Lautsprecher erreicht werden. Im 2 Kanal Betrieb sind es nur noch 165 Watt und bei 8 Ohm nur noch 125 Watt. Wie es aber beim Multichannel-Betrieb bei z.B. 7 angeschlossenen Lautsprechern aussieht, ist meist nicht mehr ersichtlich. Solch ein Receiver ist mit 600 Watt Spitzenleistung angegeben und hier sind natürlich alle Funktionen rund um die Verstärker inbegriffen. So z.B. der Betrieb des Geräts, Prozessoren, DSP’s etc. welche ebenfalls sicherlich nicht unwesentlich im Verbrauch sind. Das Ergebnis ist, dass im Surround-Betrieb der Receiver sicherlich nicht seine versprochenen 600 Watt auf die Straße bekommt, ebenfalls seine versprochene Leistung kaum halten kann und wer nicht gerade in einer Mietswohnung wohnt und gerne mal ein wenig lauter hört, ggf. schnell merkt wie das Gerät an seine Grenzen stößt.
Was ist “ein wenig lauter hören”? Wir halten es folgendermaßen. Im Kino ist es gang und gebe, dass ein Film bei der Sprache bei ca. 85 Dezibel eingepegelt wird. Hier spricht man von Referenz-Lautstärke. So können hier bei sehr dynamischen Filmtonspuren Schalldruckpegel von jenseits der 100 Dezibel für kurze Zeit erreicht werden. Das klingt alles bombastisch, ist uns aber teils schon zu laut, weshalb sich 75 Dezibel als solide in unserem Test-Kino herausgestellt hat. Einfach in ruhigen Passagen mal das Handy mit passender App gezückt und in einem Dialog schnell eingepegelt. Ja, für jeden Film kann da was individuelles herauskommen, da jeder Film unterschiedlich gemastert wurde. Leider.
Was man nicht unbedingt ohne direkten Vergleich merkt, ist wie die Leistung gerade bei komplexen Szenen einbricht. Die Dynamik leidet, wenn alle Lautsprecher durch Ereignisse in Filmen stark befeuert werden. Der Receiver stößt an seine Leistungsgrenze und fängt zum einen an leicht zu verzerren und anderen den Dynamic-Peak flach zu bügeln. Nicht mal mit Absicht, wie man es von Einstellungen in Receivern kennt um die Nachbarn nicht zu stören, sondern einfach technisch bedingt.
So waren wir natürlich neugierig, wie sich der AV-Receiver mit nachgeschalteter IOTAVX AVXP1 verhalten und gerade der Sound sich entwickeln würde.
Aber zu aller erst muss das gute Stück, welches die 30kg-Grenze knackt, an seinen Ort bewegt und angeschlossen werden. Da wir hier den Pre-Out eines Denon-Receivers genutzt haben, wurde der AVXP1 mit Cinch-Kabeln angeschlossen. Hierzu muss man auf der Rückseite des Geräts den Eingang per Kippschalter auf Cinch stellen. Weiterhin kann der Verstärker auch balanced mit XLR angeschlossen werden. Zeigt auch hier wieder das Augenzwinkern Richtung High-End-Segment, da solche Anschlüsse meist nur bei Hochpreisigen Geräten vorhanden sind. Nachdem auch die Lautsprecher am AVXP1 angeschlossen wurden, muss je nach AV-Receiver diesem noch mitgeteilt werden, dass dieser jetzt als Vorstufe agiert. In unserem Falle konnte man das nicht.
Empfehlenswert ist natürlich das bei gelegte Trigger-Kabel am Trigger-Ausgang (wenn vorhanden) des AV-Receivers anzuschließen, damit die Endstufe sich mit dem Receiver ein und ausschaltet, statt dies manuell tuen zu müssen.
Nach dem ersten Anschalten denkt man sicherlich an einen AHA-Effekt oder großes OOHH Staunen. Da macht sich eher Ernüchterung breit, denn einen direkten Unterschied, hat man erst einmal nicht. Wobei, doch: der AVXP1 verfügt im Inneren über 6 große Kondensatoren, welche sich nach dem Einschalten, hörbar aufladen. Als Technik-Freak nichts verwunderliches, vielleicht als Laie ein wenig irritierend, dass die Endstufe nicht lautlos an geht. Nach wenigen Sekunden ist es aber dann auch schon still und die Kondensatoren stellen eine Pufferung von schlappen 90.000µF zur Verfügung. Sowas wird, z.B. gebraucht, wenn wir den Verstärker bei Peaks über seine Leistung von 1300 Watt beanspruchen und gewährleistet Pegelfestigkeit.
Wer ein wenig was mit Car-Hifi zu tun hat, weiß dass man sowas auch im Bassbereich einsetzt um die Autobatterie nicht unnötig zu belasten oder von der Lichtmaschine Phasenweise viel Strom zieht und sie so zu Grunde richtet. Im Gegensatz zum AV-Receiver hat der AVXP1 aber keine Class‑D Verstärker sondern Class‑A, welche tendenziell mehr Strom verbrauchen, aber klangtechnisch zu dem Besten zählen, wass man bekommen kann. Gepaart mit eben jener Kondensatorleistung von 90.000µF, kann man sich in den meisten Fällen sicher sein, dass einem die Leistung nicht wegbricht.
Die Headline ist schon ein Reißer in sich, “Klang”, aber generell sollte man darüber reden. Die Endstufe klingt nicht. Soll/darf sie auch nicht. Sie soll lediglich das Gelieferte so neutral wie möglich, rausch- und verzerrungsfrei verstärken. Und das tut sie im Test. Wir konnten keine Klangunterschiede bei unseren vielen Sessions heraushören. Was man aber sehr wohl tuen muss, ist seinen AV-Receiver nach dem Anschließen des Verstärkers neu einmessen, damit er ggf. Änderungen an Verstärker-Lautstärken rückgängig machen oder anpassen kann.
Was wir aber feststellen konnten ist, dass wir je nach Film schon merkbar mehr Dynamik haben. So haben wir etliche Filme in unserem Testzeitraum durch unseren Player gejagt und hier merkt man gerade bei Warner Bros. Filmen oder anderen Filmen mit tollen Tonspuren, dass hier einiges mehr geht. Ganz zum Leidwesen unserer Ohren. Naja… eigentlich ist es ja genau das was wir suchen. Wenn irgendwo die Post abgeht, dann darf hier schon der Decepticon durchs Zimmer laufen, der Jet das Triebwerk voll in die Fresse blasen oder der Soundtrack die ganze Bude zum Beben bringen.
Was man ebenfalls ein wenig feststellt, dass man hier noch einmal seine Subwoofer-Einstellung überdenken und verfeinern darf. Hat er eventuell zuvor zu hart zugepackt, weil der Sound von AV-Receiver eingebrochen ist, wurde ihm wahrscheinlich ebenfalls der Maulkorb verordnet.
Zur Einordnung. Mit AVR und Sound einbrechen reden wir nicht, vom 80 zu 60db. Das wäre schon sehr extrem und da sollte man sich schon arge Gedanken machen. Wir reden eher davon das wir die Sprache bei 75db einpegeln, bei einer Schießerei gute 82db haben, aber im Showdown wo die Schlacht tobt nicht über diese 82db kommen oder sogar ein wenig weniger haben. Das Gleiche aber mit AVXP1 z.B. sich bei 88–90db bewegt. Er somit Pegelfest im Sattel sitzt.
Wer also selber meint, diese “Einbrüche” bei sich zu hören, könnte darüber nachdenken sich eine Endstufe wie die AVXP1 zuzulegen.
Die 30kg der AVXP1 kommen nicht irgendwoher. IOTAVX spendiert der 7‑Kanal-Endstufe ein solides Stahlgehäuse, ein wahrlich großes und damit schweres 1300 Watt Ringkerntraffo und allen sieben Endstufen ordentliche passive Kühler. Den Materialeinsatz kann man hier nur hervorheben. Durch diesen fühlt sich die Endstufe gleich sehr wertig an. Alle Cinch- und Lautsprecher-Anschlüsse sind vergoldet und die Terminals schlichtweg hochwertig für die Preisklasse. Wahrscheinlich kann man lange suchen bis man hier Vergleichbares findet.
Schraubt man den Kasten auf, kann man sich selber davon überzeugen oder schaut sich unsere Bilder an, welche wir für euch gemacht haben und kann sich noch einmal ob unserer Worte versichern. Wer jetzt mit Vergleichen zu hochpreisigen Endstufen im High-End Segment kommt, wird dort sicherlich noch besser verarbeitete und tollere Komponenten finden, dennoch ist das mit aktuell 1300€ angesiedelte Gerät, durchaus spektakulär ausgestattet und verarbeitet.









Im Betrieb spielt die AVXP1 wie erwartet souverän. Wir haben durchweg messbar mehr Dynamik-Umfang in den Filmen. Abwärmetechnisch können wir uns nicht beschweren. Der Materialeinsatz zahlt sich hier wieder einmal aus. Unser Testgerät steht in der untersten Ebene unseres Creaktiv Trend 2 und demnach zu allen Seiten luftig. Im Betrieb ist die Endstufe natürlich nahezu lautlos. Wer jetzt aber in der stillen Kammer sitzt, kann vielleicht ein wenig das Trafo oder die Kondensatoren hören, dies aber eigentlich nur wenn man wirklich nah dran ist. Unsere Sitzposition ist zum einen erhöht zum Standort und ca. 3 Meter entfernt. Hier vernehmen wir keine Geräusche.
Beim Verbraucht vielleicht für den ein oder anderen entwas verwunderlich messen wir natürlich auch bei “keinem” oder leisen Ton den Verbraucht gemäß eingestellter Lautstärke. Also hat man bei ruhigen Passagen durchaus einen Verbrauch, der der Lautstärke angemessen ist. Zur Messung haben wir einen Shelly Plus Plus S an das Gerät gehängt und haben zwar die Endstufe nie an ihr 1300 Watt Limit getrieben, konnten aber bei unserer definierten Screening-Lautstärke bei 75db Sprache, einen Durchschnittsverbrauch gemittelt pro Stunde von irgendwo bei 130–170Wh ermitteln.
Bei allem Gelaber vorher stellt sich vielleicht dennoch noch jemanden die Frage, für wen die IOTAVX AVXP1 was ist. Nun ja. Sicherlich nicht für das klitze kleine Wohnzimmer-Heimkino mit süßen Satelliten-Lautsprechern. Wer aber eine solide Anlage z.B. mit Standlautsprechern sein eigen nennt und es darüber hinaus mal hin und wieder ein wenig krachen lassen möchte und die Nachbarn ggf. mitspielen, könnte die Endstufe schon ins Auge fassen. Mit einem Preis von knapp 1300€ bewegt sie sich sicherlich nicht im totalen Einstiegssegment, aber sollte immer noch erschwinglich genug sein, dass man sagen kann, dass dieses Upgrade zu einem der günstigeren im Hifi-Bereich gehört.
Vielleicht möchte man auch generell weg von einem AV-Receiver hin zu einer Vor-/Endstufen Kombination. Dann bekommt man hier sicherlich ein wirklich tollen Baustein zu seinem Ziel. Gerade wenn wir mal ein wenig gegen die AV-Receiver hier schießen und reißerisch sagen: bei den heutigen Preisen der Geräte und einem wirklich ambitionierten Setup von 7.x.4 könnte auch das Set aus 2x der AVXP1 und 1x dem AVVX17 als Vor-/Endstufen Kombination für knapp unter 4000€ interessant sein. Mit 11 benötigten Endstufen und 14 welche man erhält, kann man locker noch seine Stereo Speaker im Bi-Amping betreiben und so beim Musikgenuss noch mal so richtig einheizen. Gleichzeitig hat man mit der 17 Kanal Vorstufe einiges an Spielraum für Experimente. Natürlich nicht ganz ohne einen Tradeoff einzugehen. Für den Spielraum büßt man zwar jegliche Smarten und Streaming-Funktionen ein oder Funktionen wie DSP-Magic um den Klang von Konzerthallen zu imitieren (wer benutzt sowas?!), bekommt aber eine hochwertige Surround und Musik Kombo mit tollen D/A Wandlern, DAC’s und Chips, sowie konfigurierbare parametrische EQ‘s.
Klingt auf dem Papier schon geil? Wir versuchen eben jene Kombo aus zwei AVXP1 und einer AVVX17 hier auf unserem Blog in Zukunft präsentieren zu können, denn sie lässt uns das Wasser im Mund zusammen laufen. Wir sind dran, versprochen und werden definitiv kein Blatt vor den Mund nehmen.
IOTAVX’s AVXP1 7‑Kanal-Endstufe ist schon ein kleiner Leckerbissen. Immer vorausgesetzt wir haben das nötige Setup, um von den Vorzügen einer potenten Endstufe gebrauch zu machen. Sie spielt nicht auf, sondern so wie man es erwartet klangneutral. Hat immer die nötigen Reserven wenn es drauf ankommt und begeistert mit einer tollen Verarbeitung. Für den Preis von knapp 1300€ wird man so schnell nicht viel vergleichbares finden und ist mit dem 30kg Klotz mehr als gut bedient. Für alle die ebenfalls der Meinung sind, der AV-Receiver ist er der Anfang, ist die Endstufe sicherlich das nächste Level. Wir sind jedenfalls begeistert: You can have it back when you pry it from my cold, dead fingers… und überlegen sie vielleicht in Zukunft in unserem Referenz-Setup einzusetzten.

Effektiv, wollten wir ihn testen. Und um ganz vorne anzufangen, hole ich noch weiter aus bis zum Ende letzten Jahres, wo ich selber das Thema Vinyl ausprobieren wollte. Mitte Dezember hatte ich schon mal in Vinyl — Ein Experiment vom blutigen Anfänger geschrieben was mich antreibt, warum ich darüber schreibe und was ich mit alldem bezwecke. Kurz: ich hab Bock auf analoge Musik und entsprechenderweise Vinyl, bin aber nach der Hochzeit des Mediums geboren und wollte quasi damit selber erleben, wie es sich damit lebt. Ein paar Wochen später habe ich in Vinyl — from zero to hero oder so meine Probleme und Fortschritte mit dem Medium beschrieben und bin weiterhin zu dem Schluss gekommen, dass man nicht einfach ne Platte auf den Teller werfen kann, sondern da ein wenig mehr zu gehört.
Wir haben mittlerweile auch einen eigenen Youtube-Channel. Hier versuche ich regelmäßig für euch Reviews mit bewegtem Bild bereit zu stellen und mehr mit euch in Kontakt zu treten. Schaut doch einfach mal vorbei und aboniert den Kanal. Danke!
Womit wir den Bogen zum Vevor Ultraschall Schallplatten Reinigungsgerät gespannt haben. ^^ Wie immer in einem Hobby, als welches ich ebenfall Vinyl einordnen würde, gibt es eine Vielzahl an “Zubehör”, Equipment und Spielereien für’s Auge oder eben Gewissen. Hier gibt es ebenfalls für jeden Geldbeutel etwas. So auch Reinigungsgeräte.
Zur inhaltlichen Einordnung: Nein, ich habe vorher kein Reinigungs einer anderen Marke benutzt oder wirklich in der Realität gesehen. Dieser Test spiegelt keinen Vergleich zu Geräten anderer Hersteller wider sondern nur meiner persönlichen Erfahrungen im Umgang und Ergebnis in der Benutzung.
Weiterhin habe ich das Gerät freundlicherweise von Vevor zum “rumspielen” zur Verfügung gestellt bekommen. Dies soll aber in keinsterweise meine Meinung oder Aussagen beeinflussen, da ich selber finde, dass es da draußen genug “gesteuerte” Tests, Reviews, Rezensionen, Produkt-Placements, Influencer-Gedöns oder sonst was gibt. Dennoch habe ich wie so Influencer einen Link zu dem Produkt bekommen, mit welchem wohl die Performance meines Geschwafels getrackt wird, den ihr gerne klicken dürft um euch das Gerät direkt anzusehen. Was fehlt noch? Klar! Ein Discount-Code! Den hab ich natürlich auch für euch. Mit dem Code VVMH5%OFF bekommt ihr 5% auf alle Einkäufe im Vevor Store! Hier könnt ihr euch das Gerät ansehen.
Geliefert wird das Vevor Reinigungsgerät mit allerlei praktischem Zubehör. Neben dem ca. 6L fassenden Ultraschallgerät befindet sich ebenfalls der Motor mit Achse und Abstandshaltern aus milchigem Plexiglas, einem Schlauch, Sieb, sowie Netzteil, Kaltgerätestecker und ebenfalls eines Schallplatten Trockenständer und Anleitung, im Karton.
Witzigerweise hatte ich es schon auf so einen Schallplatten Trockenständer abgesehen, aber bei Preisen von 16€-30€ bei Amazon war ich ein wenig abgeschreckt. Praktisch, dass dieser direkt bei dem Reinigungsgerät dabei war.

Also ich denke nicht das ich hier jetzt viel dazu erklären muss, wie der Krempel zusammengebaut wird. Ich denke das ist wirklich selbsterklärend und bedurfte weniger als 5 Minuten Arbeit. Weiterhin hatte ich überlegt womit ich das Gerät denn befülle. Hier habe ich erst zu einer eingen Mischung aus Isopropanol, destilliertem Wasser und einem Tropfen Spüli tendiert. Dennoch bin ich dann doch umgeschwenkt und habe mir doch noch Knosti’s Disco-Antistat Ultraclean besorgt, damit es nicht irgendwie heißt, ich hatte eine minderwertige Reinigungsflüssigkeit. ;) Unterstellt mir sicher keiner, aber ich wollte definitiv auf Nummer sicher gehen beim Test und nicht wegen Sparmaßnahmen irgendwie mein Ergebnis verfälschen.
Also: Knosti Disco-Antistat Ultraclean angemischt mit destilliertem Wasser und das Gerät befüllt. Idee war ebenfalls den Rest nach dem Reinigen durch einen Filter fließen zu lassen um den Staub und Partikel abzufiltern und die Flüssigkeit wiederzuverwenden. Ergo habe ich noch den Ablassschlauch montiert. Weiterhin noch schnell den Motor auf den Rand des Beckens geklemmt, alles angeschlossen, Gerät befüllt und dann die Achse vom Motor zum befüllen mit Schallplatten abmontiert.
Gut nach den Vorbereitungen hatte ich hier jetzt schon mal ein fertiges Setup stehen. Ich selber besitze jetzt nicht ultra viele Schallplatten (30? vielleicht?), aber dachte mir: reinigen wir alle, dann haben wir einiges probiert. Es sei aber zu erwähnen, dass die Platten alle eigentlich neu sind. Eigentlich, aus dem Grunde, dass ich immer wieder mal Platten aus der Folie auspacke und erschrocken bin wie stark diese doch verschmutzt sind. Weiterhin ist es so das nahezu alle Platten stark statisch aufgeladen sind. Nun hab ich natürlich weder einen EMF Tester (so nen Ding mit dem man messen kann wie stark etwas aufgeladen ist), noch so ne coole Zerostat Anti-Static Gun oder Equivalent. Alles Dinge mit denen ich mich noch nicht befasst habe, aber wenn die Hülle quasi eins ist mit der Platte, kann man stark davon ausgehen, dass die Platte statisch aufgeladen ist.
Lange geschwafelt und denn einfach mal die Maschine bestückt. 4 Platten passen auf die Achse, welche alle mit Abstandshaltern in Größe des Labels auseinander gehalten werden. Weiterhin fungiert der Abstandshalter als Schutz des Labels vor der Flüssigkeit. Ganz praktisch und kann ich bestätigen, dass keine meiner knapp 30 Platten irgendwie am Label nass wurde.

Bevor ich natürlich eine meiner kostbaren Stücke einfach so in so nen Gerät rein tunke, hab ich das Ultraschall Reinigungsgerät natürlich erstmal leer laufen lassen. Fazit: kein schönes Geräusch. Grausam. Und dazu auch noch laut. Ergo, Airpods raus und währenddessen Musik hören. Ist eh viel entspannter, wenn man sich schon mal ein wenig warm hören kann. Zur Verteidigung: mit Platten im Gerät ist das Geräusch um ein vielfaches Leiser und erträglicher. Dennoch ist ein Gehörschutz oder Kopfhörer die angenehmere Alternative.
Gesagt getan! Platten mit der Achse an dem Motor befestigt und dem Motor Saft gegeben. Schon haben sich die vier guten Stücke langsam aber stetig durch das durch Ultraschall zuckende Wasser bewegt. Ist schon sehr befriedigend dabei zuzusehen.
Nachdem ich die Platten habe einige Zeit, keine Ahnung so 2–3 Minuten habe rotieren lassen wurden sie erlöst und mit einem weichen Tuch vorsichtig abgewischt und auf den wirklich genialen Trockenständer gestellt, um komplett zu trocknen. Beim Abwischen wollte ich schon mal ein Großteil der verbleibenden Flüssigkeit los werden, damit mir diese nicht über die Labels läuft oder so. Weiterhin erhoffe ich mir daraus, vielleicht noch verbleibenden Staub mit aufzunehmen. Ob mir das so gelungen ist, ist schwer zu sagen. Ob der Weg der Richtige ist ebenfalls. Was ich aber sagen kann ist, dass die Platten nach der Reinigung sichtbar besser aussagen.
Ebenfalls kann man sagen, dass die Platten nach der Reinigung nicht mehr statisch aufgeladen waren. Dies merkte man direkt beim ins Sleeve stecken.
Natürlich hatte ich auch so die ein oder andere “Testplatte” dabei, welche mir Kopfschmerzen seit der ersten Sekunde bereitet haben. Hier ist z.B. meine wunderschöne LP von Orbit Culture mit dem Album Descent zu erwähnen. Eine Doppel-LP, welche ich irgendwo in den Staaten beim Revolver Magazine bestellt habe. Aus der Folie entnommen war die Platte dermaßen verdreckt, primär mit Staubpartikeln. Ich nehme an das es das Sleeve in Kombination mit der aufgeladenen Platte nach dem Pressen war. Das Sleeve hat innen eine doch recht raue Struktur, ähnlich Altpaper und deshalb denke ich das durch die Aufladung und dem rauen Sleeve die Platte wie ein Staubmagnet alles von diesem Sleeve an sich gerissen hat. Ich hatte mich bis dato gar nicht getraut die Platte abzuspielen, bis ich sie nicht gereinigt habe. Auch diese Platte habe ich der oben beschriebenen Reinigung unterzogen und das Ergebnis war optisch schon mal tadellos.
Aber Optik ist nunmal nicht alles, sondern das Ohr entscheidet ebenfalls über die Qualität einer Reinigung. Also habe ich nach meiner Reinigungs-Orgie, welche sicherlich all-in 4h verschlungen hat eben jene Orbit Culture Platte auf meinen schönen Plattendreher geworfen. Natürlich ebenfalls mit Kohlefaserbürste noch einmal abgenommen und dann durchgestartet. Das Ergebnis war okay, aber es stellte sich heraus, dass weniger optisch sichbar, in den Rillen noch Schmutzpartikel zurückgeblieben zu sein scheinen. Jedenfalls habe ich beginnend deutliches Knistern schon von Beginn an der Einlaufrille und weiterhin in ruhigen Passagen vernommen. Leider. Andere Platten, welche anscheinend nicht so “dreckig” waren, sind hingegen jetzt Staubfrei und Antistatisch. Hier kann ich sagen, dass das Gerät sehr gut gereinigt hat. Der Hörtest bestätigte hier den optischen Zustand.
Natürlich haben sich während des Reinigungsprozesses immer mehr “Schwebkörper” im Wasser abgesetzt, welche erfreulicherweise direkt am Boden des Ultraschall-Geräts verblieben sind und somit mich nicht gezwungen haben, hin und wieder das Wasser mit der Reinigungsflüssigkeit zu reinigen. Dennoch muss man sagen, ist so einiges in dem Gerät hängen beblieben. Ich habe euch extra mal meine “Ausbeute” einmal im Gerät und einmal in meinem Filter (ist nen 125 Micron Filter aus dem 3D Druck) fotografiert, damit man mal sehen kann was von so nahezu nigel nagel neuen Platten so runter kommt.


Nachdem alle Platten sauber waren, an das reinigen eben jenen Geräts. Durch den praktischen Hahn an der Unterseite mit dem Schlauch war es aber gänzlich einfach. Ich habe quasi alles wieder zurück in meinen Kanister, in welchem ich das destillierte Wasser gekauft habe, laufen lassen. Wie oben erwähnt natürlich gefiltert, damit die Flüssigkeit für meine nächste Waschung ready2go ist. Das war wirklich ein Kinderspiel. Danach schnell ausgewischt das Gerät, sieht es gleich wie neu aus. Damit halten sich die Nacharbeiten wahrlich in Grenzen.
Natürlich spielen wie bei jedem Hobby, Kosten/Nutzen eine Rolle und hier kann man sagen, dass das Gerät aktuell mit 161,99€ zu buche schlägt. Damit befindet es sich nach meinen Recherchen noch weit im Einstiegsbereich bei Reinigungsgeräten für Schallplatten, aber eben nicht ganz am Anfang wie z.B. das komplett manuelle Reinigungsgerät von Spincare oder Knosti welche sich zwischen 50€ und 100€ bewegen.
Wenn wir jetzt bedenken, dass wir hier automatisch drehende Platten bekommen und eine Ultraschallreinigung geht es bei der Konkurenz bei knapp 500€ los. Das macht den Vevor schon attraktiv! Dazwischen starten nur noch Plattenwäscher wie der VC-E2 von Pro-Ject welcher sich zwar eigenständig dreht, dennoch aber dann manuell mit einer Bürste zur Reinigung funktioniert, aber dann am Ende eine praktische Absaugung hat. Nach oben sind lange keine Grenzen gesetzt und ich konnte mit dem Clearaudio double matrix professional SONIC zumindest das obere Ende bei knapp 5000€ finden. Hier bekommt man aber natürlich auch das volle Programm geboten. Vom manuellen “Knöpfe drücken” um Reinigungsmittel von der Maschine auftragen zu lassen oder die Drehrichtung zu ändern bis Automatik-Programm welches inklusive Absaugung alles eigenständig erledigt. Und das Double im Namen ist ebenfalls Programm, da das Gerät dies auch noch beidseitig gleichzeitig vollführt.
Halten wir fest, dass wir mit dem Vevor ein wirklich attraktives Produkt testen konnten, was für das ohnehin teure Hobby doch recht erschwinglich ist.
Kommen wir zu einem Fazit. Brauch man eine Waschanlage für seine Schallplatten? Schwer zu sagen, aber ich denke es vereinfacht einiges. Natürlich kann ich versuchen mit Bürstchen und Mittelchen A, B, C irgendwie meine Platten sauber zu bekommen. Ultraschall ist da schon eine ganz andere Hausnummer. Er ist anscheinend nicht nur bei der Zahnreinigung effektiv, sondern ich habe ohne physische Einwirkung, wie zum Beispiel eben mit einer Bürste, meine Plattensammlung optisch, belegbar (siehe Fotos) von Staub und Partikeln befreien können. Das die Reinigung jetzt bis tief in die Rillen vordringt und auch eben jene gründlich reinigt, kann ich so jetzt nicht 100%tig belegen. Ich werde bald die nächste Waschung aufgrund von Neuanschaffungen vollziehen und hier natürlich noch einmal meine oben erwähnt Orbit Culture Platte mit reinigen um zu sehen ob ich sie diesmal sauberer bekomme.
Was jedenfalls mit dem Gerät nicht geht, ist die Platten noch während der Waschung mit einer Bürste parallel zu reinigen. Jedenfalls würde das nur bei zwei Platten mit jeweils einer Seite funktionieren. Bei der Trocknung sind natürlich Profi-Reinigungsgeräte klar überlegen. Saugen sie doch die verbleibende Flüssigkeit mit einem eingebauten Staubsauger ab. Ob dies schon hilft die Rillen sauberer zu bekommen, interessiert mich, aber ist hier nicht relevant.
Alles in allem kann ich sagen, sind meine Platten sauber geworden oder jedenfalls sauberer als ich dies mit der Hand mal eben bekommen würde. Natürlich haben wir Luft nach oben und das spiegelt sich natürlich dann aber auch im Preis wider.
Ich kann ganz klar sagen: gebt der Kiste eine Chance! Vevor bietet in seinem eigenen Online-Shop auch eine 30 Tage Rückgabegarantie und somit genug Zeit das Ding wirklich mal zu testen. Falls ihr euch wirklich für das Vevor Ultraschall Reinigungsgerät entscheinden solltet, habe ich von den Vivor Jungs noch einen 5% Rabatt-Code (VVMH5%OFF) bekommen, den ihr gerne auf alle Produkte im Shop nutzen könnt.






Meine ersten Vinyl Erfahrungen sind jetzt ein paar Wochen alt und ich hab einiges dazugelernt. Zum Beispiel: warum verwenden manche Hersteller noch so mistige Papp-Sleeves um die Platten zu verpacken und auszuliefern? Die Platten mögen offensichtlich genau eben solche rauhen Papp-Dinger gar nicht und neigen direkt dazu, ganz feine Kratzerchen zu bekommen, wenn man sie aus dem Sleeve zieht. Ätzend. Vielleicht machen diese haarfeinen Kratzer nix, aber frustrierend ist es trotzdem.
Auch habe ich gelernt: egal was man mit den Platten macht – wenn sie neu sind, sind sie teilweise schon mit Flusen verseucht. Da kannste anscheinend erstmal nix machen. Ich so ne Platte mit meinem bei YouTube gelernten “Platten-Affen-Griff”, Daumen an die Kante, Mittelfinger irgendwie ans Label/Plattenloch gefummelt, rausgepopelt und was muss ich entdecken? Flusen natürlich. Ätzend. Aber ich bin ja mit so ner coolen Kohlefaserbürste bewaffnet.
Auch wieder so ne Sache für sich übrigens – wie bürstet man jetzt eigentlich richtig? Plattenteller angeworfen, Bürste angesetzt und die Drehung den Rest machen lassen. Festgestellt: wenn man zu fest drückt, gibt das auch so feine Kratzer auf der Platte. Argh! Aber manche Flusen sind nunmal hartnäckig und Fettgriffeln haben immer noch nix an der Platte zu suchen. Okay, gelernt: sanft bürsten. Wird nicht immer perfekt, aber vielleicht ist fast perfekt ja perfekt – logisch oder? Jedenfalls wird das Geknister weniger. Immerhin.
Hatte ich nicht auch erwähnt, dass ich so nen Flusen an der Nadel hatte? Die Stylusbürste hab ich natürlich auch ausprobiert. Klappt und musste ich bisher irgendwie nur einmal anwenden. Passt also. Wer seine Platte sauber hält, hat damit weniger Probleme.
Wer das Kratzer-Problem grundsätzlich lösen will: Die originalen Papp-Innenhüllen durch antistatische Polyethylen-Innenhüllen ersetzen – zum Beispiel von MoFi oder schlicht günstige PE-Hüllen. Ein kleines Upgrade mit großer Wirkung, gerade wenn man Wert auf den Zustand seiner Sammlung legt. Vinyl Erfahrungen sammeln heißt eben auch, solche kleinen Stellschrauben zu entdecken.
Also erstmal muss ich sagen, dass ich ein wenig shoppen war. Hab mir Gedanken gemacht, was so die Alben sind, die ich mit am meisten per Stream gehört habe. Spotify Wrapped sei Dank, dass just der Jahresrückblick 2023 rausgekommen ist und ich wieder erinnert wurde, dass ich 193.000 Minuten gestreamt habe. Also ein Junkie zu sein scheine. Jedenfalls hab ich dem Shoppingrausch gefröhnt und mir ein paar Platten zugelegt. Logischerweise nur geilen Scheiß, mit welchem ich sicherlich jeden High-End’er und Platten-Narr jagen könnte.
Aber so bin ich nunmal! Unkonventionell. Hat da so nen geilen Plattenspieler stehen und schruppt da nur üblen Metal drauf! Ja mann!
Los ging es mit… Trommelwirbel… Lorna Shore natürlich. Direkt mal Deathcore zum Einstieg. Im Speziellen das fulminante erste Album mit Neuzugang Will Ramos: Pain Remains.
Boom! Holt mich ab der ersten Sekunde ab. Der Klang ist definitiv nicht mehr mit Streaming vergleichbar. Gefühlt sehr fein aufgelöst und das Stimme-zu-Instrumente-Verhältnis passt. Gute Auflösung mach ich im Speziellen immer an sowas fest: wie gut sind die Drums und Becken zu hören? Gerade bei den Becken muss es definiert sein. Im Streaming ist es oft der Fall, dass Becken eher zu so ner verwaschenen Klitsch-Klatsch-Masse verschmilzen – ein Brei aus Crashbecken. Auf Platte hört man jeden Anschlag fein heraus und kann erahnen, wie der Drummer hier abgeht. Auch die Bassdrum muss einen gewissen Punch haben. Trocken und definiert. Wird es nie so wie Live, aber es muss dahin tendieren.
Bei der Stimme: Ja, ich weiß, die Vocals von Will sind für viele alles andere als klar. Aber selbst hier hört man himmelweite Unterschiede. Kein Schnauben und Schnaufen durch zu empfindliche Mikros, aber gerade bei S‑Lauten in den Höhen: scharf und deutlich. Generell ist Wills unglaubliches Gesangstalent um einiges deutlicher – in den Passagen á la Gollum, in den tiefen Growls, in den hohen Squeals. Es fühlt sich alles direkter an. Der eine mag von „belegt” reden wenn er Streaming umschreibt, oder von Vorhang. Kann man so sehen, aber ich bin vorsichtig mit solchen Umschreibungen – ich will hier nicht in die Voodoo-Ecke.
Noch so nen Ding. Angebot gesehen und direkt mal für nen 10er eingesteckt. Auf den Teller geworfen und: geil. Die Qualität der Aufnahmen überzeugt. Was total auffällt: Die Aufnahmen auf der Best Of Platte wurden aus den drei Alben der Band zusammengestellt – und man hört die Unterschiede der Produktion zwischen den drei Alben komplett raus. Ob ich die eine oder andere Produktion besser finde, mag ich gar nicht beurteilen. Generell klingen sie alle authentisch, und das ist glaube ich was es ausmacht.
Ich bin der Meinung, den Aufnahmeraum förmlich zu hören. Wo und wie die einzelnen Instrumente im Raum platziert sind. Super cool. Vielleicht für den geneigten Streamer etwas ungewohnt, weil es ein wenig roh anmutet – aber für den mit Musiker-Genen natürlicher. Kommt einem das Gestreamte doch ein wenig weichgespült vor. Allen voran das Schlagzeug: trockene Bassdrum, satte definierbare Becken. Beim Gesang super klar und hier hört man wirklich den Raum. Ein wenig Hall, ein wenig dumpf, dennoch perfekt und passend. In ruhigeren Gitarrenpassagen das gleiche Bild. Durch und durch stark.
Ich habe mir die Vinyl ja wieder auf den Zettel geholt, um Musik zu genießen. Genau das habe ich in den letzten Wochen getan. Weniger als gewollt aufgrund von Feiertagen, Familie und Drumherum – aber dennoch versucht, sie als persönliche Auszeit zu nehmen. Einfach mal Zeit nehmen für Musik, detoxen von digitalen Medien. Nicht das Handy als Begleitung zur Hand haben, sondern einfach die Augen schließen und die Musik in den Vordergrund stellen. Klappte mal mehr und mal weniger – ist halt so wie immer bei guten Vorsätzen.
Der Reinigungsgroove hat sich mittlerweile sofort eingestellt. Platte mit dem Affen-Griff aus dem Sleeve, auf den Plattenteller, Kohlefaserbürste vorsichtig drüber und genießen. Klappt bisher gut und macht wahrhaftig einen heiden Spaß. Diese Vinyl Erfahrungen sammeln macht süchtig – mit Freude und Spannung wird jetzt Richtung der nächsten Platten geguckt, die auf dem Weg sind.
Es geht weiter – und ich habe noch so einiges zum Thema zu berichten.
Weiterlesen – die Vinyl-Serie:
Ich bin 85er Baujahr und mit MC und CD groß geworden. Die Plattenspieler wurden in meiner Kindheit gerade entsorgt oder auf den Dachboden verbannt. Vinyl kannte ich nur vom Hörensagen. Streaming war schon immer mein Ding – seit Tag eins dabei, und ich liebe es bis heute. Trotzdem hat mich der Wind irgendwann in eine Richtung getrieben, die ich nicht erwartet hatte.
Den Stream anwerfen kann ein jeder. 192.000 Minuten Spotify im Jahr 2023 – ich lebe Musik, wirklich. Auf Konzerten, auf Festivals, zuhause im Hintergrund. Aber irgendwie genießt man die Musik eigentlich nur auf Konzerten. Dort, wo man hingeht der Musik wegen. Wo man sich Zeit nimmt, hinsteht und zuhört.
In der IT wird von Work-Life-Balance geredet. Ich wollte eine Stream-Genuss-Balance. Ich konsumiere Musik wie ein Bulimieprogramm – schnell rein, schnell weiter. Das wollte ich aufbrechen.
Die Antwort: Vinyl. Einfach mal eine Platte auf einen drehenden Teller werfen, eine Nadel draufsetzen und ein analoges Signal abgreifen. Den heiligen Gral der HiFi-Freaks. Das Medium, das eine physische Handlung verlangt, bevor Musik spielt. Als Vinyl Anfänger ohne Vorwissen ist das natürlich erst mal Neuland.
Wer Extreme Metal hört, weiß außerdem: Da geht es zur Sache. Tod, Krieg, Horror, gesellschaftliche Missstände – detaillierte Texte über Mord und Kannibalismus sind bei Bands wie Cattle Decapitation programmatisch. Das passt zu einem Medium, das man aktiv bedienen muss. Analog eben.
Ich bin der Letzte, der sich auf eine Yogamatte setzt und “Ohm” macht. Aber ich kenne das Bedürfnis nach Entschleunigung. Bei Filmen ist es das Ritual, eine Disk in den Player zu werfen – mein persönlicher Katalog aus Blu-Rays, das Aussuchen, das physische Handeln. So wie früher in der Videothek, wo man Stunden verbracht hat, Filme auszuwählen.
Genau das wollte ich für Musik. Nicht mal eben Shuffle drücken, sondern: Album aussuchen, Platte rausholen, Seite A, Seite B. Aktiv konsumieren. Nicht Beschallung, sondern Genuss.
Die Idee reifte ein paar Wochen in meinem Kopf. Dann habe ich die Blogposition genutzt und von EAT einen Plattenspieler zum Testen bekommen. Ein großes Dankeschön dafür – mehr dazu im Review, das noch folgt. So konnte ich das Vinyl Anfänger-Experiment mal wirklich angehen: Was ist Vinyl? Wie geht das? Wie klingt das? Was ist der Hype?
Idee war nicht, die größte Vinylsammlung der Welt aufzubauen, sondern gezielt die Alben zu suchen, die mich begleitet haben oder gerade begleiten.
Die Liste war schnell klar:
Das wird der Einstieg. Rom wurde nicht an einem Tag erbaut.
Plattenspieler kam Dienstag an, natürlich sofort aufgebaut. Der EAT Prelude ist ein interessantes Konzept: Motor und Zarge sind zwei physisch getrennte Teile. Der Motor steht separat auf dem Rack (shoutout an das Creaktiv HiFi-Rack), dann kommt die Zarge mit Motoraussparung drüber, der Aluteller rein, Tonarm justieren. Tonabnehmer war bereits montiert und eingestellt – es fehlt nur das Einpendeln des Gegengewichts, das die Anleitung gut beschreibt.
Tada. Man hat einen Plattenspieler.




Als erstes drauf: The Offspring – Americana LP. Die hatte ich bei Amazon im Angebot gesehen und als Testkandidat mitgenommen. Uiui, Klangeindruck? Wirklich gut! Also mit Streaming hat das nix zu tun. Aber halt analoger und anfälliger – mal leicht am HiFi-Rack gewackelt und schon springt die Musik. Ja, der eingefleischte Vinyl-Fan weiß: macht man nicht. Ist mir trotzdem passiert. Crazy. Da es sich beim EAT Prelude außerdem nicht um einen Vollautomaten handelt, bin ich direkt nach der ersten Seite aufgesprungen und hab die Nadel vor dem Ende der LP bewahrt. Glaub die mag das nicht, am innersten Ende zu landen – muss ich noch mal nachlesen.
Platte umgedreht und dann… WHAT?! Wo kommen denn die ganzen Flusen her?
Ich weiß natürlich, dass Fettgriffeln an der Platte nichts zu suchen haben – aber wie greift man das Ding überhaupt an? Okay, Kiste trotzdem angeschmissen. Festgestellt: die Flusen kommen wohl vom Filzaufleger auf dem Plattenteller, oder von den schicken, viel zu kleinen Handschuhen, die beim Plattenspieler dabei waren, damit man den Klavierlack nicht in den ersten Sekunden beschmiert. Und da ist dann das Knistern, das man bekommt, wenn Flusen auf der Platte sind. Super. Google angeschmissen, gelernt: Kohlefaserbürste. Bestellt.
Nächste Platte: Anchors & Hearts aufgelegt – die hatte ich letzte Woche auf dem Konzert einfach just for fun mitgenommen. Flussenfrei! YAY! Geiler Sound, wirklich. Scheint Spaß zu machen. Aber irgendwas ist noch komisch – zwischendurch wird die Musik dumpf. Blick Richtung Nadel, Problem erkannt: Flusen an der Nadel. Hmpf. Amazon, Nadelbürste bestellt, Lieferung abwarten.
Hey Vinyl – Probleme, die ich aus meiner Streaming-Karriere überhaupt nicht kenne. Leere Akkus vielleicht, ne mistige Internetanbindung. Aber Flusen als Feind? Als Vinyl Anfänger Neuland. Okay. Abenteuer Vinyl beginnt. Jetzt heißt es warten auf weitere Scheiben und Bürsten. War ja schon mal ein Ritt. Und wird sicherlich noch spannender.
Weiterlesen – die Vinyl-Serie:




WiiM ist eine hundertprozentige Tochter von Linkplay Technology – einem chinesischen Unternehmen, das seit Jahren Streaming-Module entwickelt, die in Produkten anderer Hersteller stecken. Silent Angel, Audio Pro, diverse B‑Brands: alle auf Linkplay-Basis. WiiM ist quasi der direkte Kanal, der aus dem OEM-Lieferanten einen eigenständigen Konsumeranbieter macht. Das erklärt, warum die Software so ausgereift wirkt – die haben halt schon etwas Erfahrung damit.
Das erste Produkt mit integrierter Endstufe ist der WiiM Amp. Zielgruppe laut Hersteller: alle, die vorhandene Passivlautsprecher nutzen wollen, ohne ein separates Gerät-Rack aufzubauen. Also der klassische Einstieg in vernetztes HiFi – aber ohne die übliche Kompromissware.
Die Endstufe arbeitet mit einem Texas Instruments TPA3255, einem Class-D-Chip, der im DIY-Bereich einen guten Ruf hat. WiiM gibt 60 Watt pro Kanal an 8 Ohm und 120 Watt pro Kanal an 4 Ohm an – Herstellerangaben, wie immer. In der Praxis sollte das für die allermeisten Regalboxen und kompakte Standlautsprecher mehr als ausreichen. Nur wer sehr niederohmige oder schwierig zu treibende Lautsprecher hat, sollte das im Hinterkopf behalten.
Als DAC steckt ein ESS ES9018K2M (Sabre) drin. Nicht der neueste Chip aus dem ESS-Regal, aber solide implementiert. Laut WiiM liegt die THD+N bei 0,002 Prozent (entspricht ‑93 dB) und der SNR bei 98 dB bei 5 Watt. Das sind keine schlechten Werte für diese Preisklasse – aber keine audiophilen Traumzahlen, das sei ehrlich gesagt.
Eingangsseitig gibt es RCA analog, einen optischen Digitaleingang und HDMI ARC. Letzteres ist praktisch für alle, die den Fernseher direkt einbinden wollen. Subwoofer-Ausgang ist ebenfalls mit an Bord. Hi-Res bis 24 Bit/192 kHz wird laut Hersteller über alle Eingänge unterstützt. Zum Abspielen lokaler Dateien gibt es einen USB-Port – der WiiM Amp kann dann als Medienserver für andere WiiM-Geräte im Netzwerk fungieren.
Netzwerkseitig: Wi-Fi, Ethernet und Bluetooth 5.0 mit BLE. Bluetooth kann sowohl empfangen als auch senden – wer also einen Bluetooth-Kopfhörer ansteuern will, ist hier fein raus.

Was dieses Teil von einem generischen Class-D-Amp unterscheidet, ist der Funktionsumfang auf der Streaming-Seite. AirPlay 2, Google Chromecast, Spotify Connect, TIDAL Connect, Amazon Music, Qobuz, Deezer, DLNA – alles drin. Alexa, Google Assistant und Siri werden ebenfalls unterstützt. Die beiliegende WiiM Voice Remote verbindet sich per Bluetooth LE, funktioniert also auch ohne Sichtlinie durch Schranktüren hindurch.
Die WiiM Home App ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt. Multiroom-Synchronisation mit anderen WiiM-Geräten, aber auch mit AirPlay-2-Lautsprechern, Amazon Echo oder Google Home-Geräten. EQ-seitig bietet der WiiM Amp 24 Preset-EQs, einen 10-Band-Grafik-EQ und einen 4‑Band-parametrischen EQ – und das für jede Eingangsquelle separat einstellbar.
Roon Ready war zum Zeitpunkt des Launches noch nicht zertifiziert, ist aber laut WiiM in Arbeit. Bis dahin läuft Roon über Chromecast, was keine perfekte Lösung ist, aber funktioniert.
Eins noch zur AirPlay-Funktion, weil das regelmäßig Fragen aufwirft: Der WiiM Amp empfängt AirPlay-Streams, kann aber nicht als AirPlay-Sender fungieren. Wer also AirPlay an andere Lautsprecher weiterleiten will, schaut hier in die Röhre.
Mal schauen, was der Markt sonst so bietet. Der Sonos Amp landet bei über 500 Euro – ohne RCA-Eingang, mit proprietärem Ökosystem und deutlich weniger Flexibilität bei Streaming-Protokollen. Der Bluesound Powernode fängt bei knapp 900 Euro an und ist klanglich und qualitativ nochmal eine andere Nummer, aber eben auch mehr als doppelt so teuer. Cambridge Audio EVO, Naim Mu-so – alles deutlich teurer, meist auch Feature-reicher, aber nicht immer in einem sinnvollen Verhältnis zum Preis.
Was für 349 Euro sonst auf den Tisch kommt, ist meist entweder ein nackter Verstärker ohne Streaming-Fähigkeiten oder ein AV-Receiver mit viel Gewicht, vielen Eingängen und mäßigem DAC. Der WiiM Amp macht da einen anderen Vorschlag: kompakt, vernetzt, kein Unnötigkram.
Das Gehäuse ist Aluminium, das Finish sauber. Optisch erinnert der Kasten an einen Mac Mini – und das ist explizit kein Nachteil. Space Gray oder Silber, beides unauffällig genug für jedes Wohnzimmer.
Der WiiM Amp kostet 349 Euro und ist seit Dezember 2023 in Deutschland erhältlich – unter anderem über Amazon sowie ausgewählte Fachhändler. Farben: Space Gray und Silber. Im Lieferumfang ist die WiiM Voice Remote enthalten, dazu HDMI-Kabel und RCA-Kabel.
349 Euro für einen Streaming-Vollverstärker mit diesem Protokoll-Umfang ist kein schlechter Deal. Ob die DAC-Implementierung und der Amp-Teil wirklich halten, was die Specs versprechen, muss sich im Alltag zeigen – Papier ist geduldig. Was schon jetzt klar ist: Das Ökosystem funktioniert. Linkplay hat genug Erfahrung mit Streaming-Integration, und die WiiM-App gilt als eine der besseren in dieser Preisklasse.
Wer nach einem Einstieg ins vernetzte HiFi sucht, ohne gleich 900 Euro für einen Bluesound Powernode hinzulegen, hat mit dem WiiM Amp eine ernsthafte Option auf dem Tisch. Und wer sowieso schon WiiM Mini oder Pro Plus im Einsatz hat, dem bietet er eine naheliegende Ergänzung.


Was soll man sagen? Direkt nach der Ankündigung dieses Boliden haben wir natürlich umgehend dafür gesorgt, das Gerät hier in die Testung zu bekommen. Wie ihr seht, hat das geklappt. Und das Beste: wir hatten wirklich Zeit, uns mit dem Player zu beschäftigen. Häufig müssen Reviews schnell gehen und man übersieht, urteilt zu schnell oder kann das Produkt einfach nicht genießen. Wir haben den Magnetar gute vier Wochen unter die Lupe genommen, ihn ausschließlich für alle Sichtungen verwendet und dabei dutzende Filme durchgejagt, um wirklich sicher zu sein, was wir hier schreiben. Dennoch: das hier ist unsere persönliche Meinung. Keine blumigen Umschreibungen für HiFi-Voodoo.
Wer schon mal kurz gegoogelt hat: ja, mittlerweile gibt es auch einen UDP900 MKII mit nochmals überarbeitetem Audio-Board und zwei ESS9038PRO statt dem bisherigen Mix. Den schauen wir uns separat an. Dieser Test hier bezieht sich auf den originalen Magnetar UDP900 — und der ist, Spoiler, schon absurd gut.
Der Magnetar UDP900 kommt ähnlich wie sein kleiner Bruder verpackt: Samtbeutel, in Styropor eingebettet, gut geschützt. Was als Erstes auffällt, ist das Gewicht. 18,5 kg samt Verpackung. Ohne immer noch stattliche 15,8 kg. Wer den Magnetar zum ersten Mal aus der Kiste hebt, glaubt seinen Armen kurz nicht. Wahnsinn, welche Materialschlacht sich schon beim ersten Kontakt ankündigt.



Zuerst entnehmen wir die Fernbedienung und das Kaltgeräteanschlusskabel. Hier geht der Eindruck etwas zweigeleisig: das Kaltgerätekabel ist ein gewöhnliches — was in diesem Preissegment durchaus als kleiner Knick gilt — aber die Fernbedienung ist wieder ein Brecher: 179 Gramm bringt das vergleichsweise schmale Teil auf die Waage. Aber dazu später mehr.
Sagen wir es direkt heraus: wir kennen keinen besser verarbeiteten Player auf dem Markt. Der Magnetar UDP900 bildet die absolute Speerspitze.
Wer ihn in die Hand nimmt, bekommt zwangsläufig den Drang, die Kiste aufzuschrauben. Wir wissen, dass man sowas normalerweise nicht macht, wenn man selbst das Geld dafür ausgegeben hat. Da wir der Kiste aber unter den Rock gucken wollten, haben wir uns den Schrauber geschnappt und das Geheimnis gelüftet.

Was einen drinnen erwartet, ist beeindruckend aufgeräumt — und das bei einem Gerät dieser Komplexität. Das Gehäuse ist intern durch zwei massive Stahlwände in drei separate Kammern unterteilt:
Was als Erstes auffällt, ist die enorm dicke Frontplatte — ganze 15 mm, aus einem Stück Aluminium gefräst. Sie hat lediglich zwei Aussparungen: eine für das Laufwerk, eine für das Display mit seiner Glasscheibe. Das Gehäuse wird innen oben mit zwei mehr als soliden Streben von der Front zur Rückseite versteift. Darunter findet sich das aufgeräumte Innenleben. Die Netzteile und das Laufwerk haben nochmals separate Subgehäuse, und unter dem Laufwerksgehäuse kommt ein weiteres über dem Ringkerntrafo zum Vorschein. Magnetar betreibt hier einen immensen Materialaufwand für Schirmung und Dämpfung auf mehreren Ebenen.
Wirft man einen Blick auf die Eingeweide, fallen direkt die vielen Kondensatoren auf — fast ausschließlich ELNA-Elektrolytkondensatoren. Wer mal kurz nachschlägt und sieht, dass einer der dicken Brecher in der Analogsektion um die 4€ das Stück kostet, versteht schnell: das sind utopische Bauteile für die meisten Elektronikgeräte. Das Laufwerk selbst ist gefedert entkoppelt gelagert. Bei einem Gehäuse dieser Steifigkeit und Masse ist das Vibrationsverhalten naturgemäß maximal träge — und was dann doch noch anklingt, absorbieren die hochwertigen Gerätefüße.
Guts-Porn incoming. Wer nie genug davon bekommt, scrollt einfach durch die Fotos.




Das ist ein Kapitel, das in vielen Reviews zu kurz kommt. Dabei ist es einer der Hauptgründe, warum der Magnetar UDP900 in einer komplett anderen Liga spielt als praktisch alles andere auf dem Markt.
Viele Hersteller werben heutzutage mit “ESS9038”. Was dabei gerne unter den Tisch fällt: es gibt zwei fundamental unterschiedliche Chips. Den ES9038Q2M — ein Zwei-Kanal-Chip mit 128 dB Dynamikumfang und –120 dB THD — und den ES9038PRO. Der PRO ist ein 8‑Kanal-DAC mit 132 dB Dynamikumfang und –122 dB THD. Wenn vier Kanäle im Dual-Differential-Modus für die Stereoausgabe zusammengeführt werden, kommt man auf beeindruckende 137 dB Dynamikumfang. Das ist ein enormer Unterschied — und Magnetar verbaut den echten PRO, nicht den kleinen Bruder.
Für das Stereoboard gilt laut Datenblatt:
Für den Mehrkanal-Teil (7.1 via RCA) kommt ein ESS9028PRO zum Einsatz — ebenfalls keine Low-End-Lösung, sondern die Profi-Linie von ESS, hier ausschließlich für den Mehrkanal-Ausgang reserviert. Zwei dedizierte DAC-Prozessoren, jeder für seinen Job optimiert. Das nennt sich Ingenieurskunst.
Magnetar hat außerdem einen 100 MHz TCXO (Temperature Compensated Crystal Oscillator) verbaut, der dem ESS9038PRO einen besonders stabilen Takt liefert. Jitter-Reduktion nicht nur auf Chip-Ebene, sondern schon bei der Taktquelle. Das 2‑Kanal-Audioboard sitzt auf einer 6‑lagigen PCB, mit vollständig separater Verkabelung pro Kanal.
Was viele gar nicht wissen: der Magnetar UDP900 bietet sieben Digitalfilter-Modi, die über die Fernbedienung auswählbar sind und die Klangcharakteristik der Stereoausgaben hörbar beeinflussen. Im Handbuch wird das — glücklicherweise — nicht mal erwähnt. Muss man also irgendwann selbst draufkommen. Typisch Magnetar.
Das 2‑Kanal-Board hat außerdem einen XMOS-USB-Receiver an Bord. Das bedeutet: der UDP900 ist auch als externer USB-DAC nutzbar. PC, Streamer, was auch immer — rein in den USB-B-Eingang auf der Rückseite, raus kommt es an den XLR-Ausgängen. Linear PCM bis 768 kHz / 32 Bit und DSD1024 werden unterstützt. Das macht den Player auch ohne eine einzige Disc zu einer vollwertigen Quelle für die Stereoanlage.
Für alle High-Ender da draußen: fast alle Buchsen vergoldet. Natürlich verfügt der Magnetar UDP900 über zwei HDMI-Ausgänge — einen für Bild und Ton, einen dedizierten Audioausgang. Letzerer ist der richtige Weg, wenn das Bild nicht durch den Receiver geschliffen werden soll oder der Receiver irgendeinen Standard nicht beherrscht.
Ansonsten das zu erwartende Set: 1‑Gbit-LAN, USB 3.0 für externe Speicher (bis zu 16 TB), koaxialer und optischer Digitalausgang, 7.1‑Kanal-Analogsektion (direkt an Endstufen!), symmetrische XLR- und Cinch-Stereoausgänge sowie der erwähnte USB-B-DAC-Eingang. RS-232-Steuereingang für Custom-Installations-Szenarien rundet das ab. Kein WLAN — wer das braucht, löst das mit einem Netzwerk-Switch am LAN-Port.
Multiregion ist ebenfalls an Bord, erfordert aber ein paar Tastendrücke auf der Fernbedienung. Kein Hexenwerk, aber auch kein Out-of-the-Box-Feature. Dafür dann weltweit nutzbar.

Wahrscheinlich waren wir nicht die Ersten, die den Magnetar UDP900 in den Händen hatten — denn er lief bereits mit der aktuellsten Firmware, ohne dass wir Hand anlegen mussten. Die Menüs begrüßten uns in Englisch, was wir so ließen.
Was direkt auffiel: beim Einlegen der ersten Disc kam kein verlustfreier Ton. Klassiker. Kurz ins Menü, dem Player mitgeteilt, dass er Bitstream liefern darf — und seitdem läuft alles. Die Menüs sind durchweg aufgeräumt, man findet sich intuitiv zurecht. Nichts überladen, nichts vergraben.




Hier macht der Magnetar UDP900 genauso wie sein kleiner Bruder keine Gefangenen. Lade geschlossen, Player legt direkt los. Die Ladezeiten sind wirklich gering — ein direkter Vergleich mit dem Sony X800m2 macht das sofort schmerzhaft deutlich. Wer viel vergleicht, Passagen heraussucht und Kapitel springt, wird das extrem zu schätzen wissen. Das ist kein Luxusproblem: in der Praxis des echten Schauens und Testens macht das einen spürbaren Unterschied in der Lebensqualität.
Hatten wir schon beim UDP800 geschrieben: Sony hat es echt nicht drauf. Beim Sony X800m2 muss man umständlich prüfen, ob ein Film Dolby Vision liefert, und es dann vor dem Start explizit ein- und ausschalten. Der Magnetar UDP900 erkennt es automatisch. Man könnte von Hexenwerk reden, aber andere Hersteller bieten das auch. Magnetar macht es trotzdem besser als der günstigere Marktführer.
Unterstützt werden HDR10, HDR10+ und Dolby Vision — also der vollständige aktuelle Standard. Eine HDR-zu-SDR-Konvertierung ist ebenfalls an Bord, für Setups ohne HDR-fähiges Display.
Alle Tests mit dem kalibrierten LG C1 OLED, dem Ruipro Glasfaser-HDMI-Kabel sowie dem Ruipro UHS-zertifizierten Kupfer-HDMI und dem Denon X4000 als AVR.
Wir haben bewusst auf Upscaling verzichtet — wir wollen das Quellmaterial beurteilen, keine Player-Algorithmen.
Das Bild ist, wie zu erwarten, überragend. Einen signifikanten Unterschied zu unserem Referenzplayer konnten wir bei statischer Bildbeurteilung nicht festmachen — was auch kein Wunder ist, da das Bildsignal digital weitergeleitet wird und ein gut implementiertes System hier keinen sichtbaren Unterschied machen sollte. Sehr wohl aber beim Spulen oder Kapitelspringen: der Player spult bis 16x flüssig wie Butter, Kapitel springt er ohne großes Ausholen an. Standbilder sind gestochen scharf, sofern ein scharfes Bild getroffen wurde — selbstverständlich.
Wir haben uns Bitstream liefern lassen und diesen über den AVR verarbeitet. Das macht der Player souverän, ohne Ruckler oder Aussetzer. Nach dem Spulen und Kapitelspringen ist der Ton sofort wieder da — keine Verzögerungen, kein Aussetzen.
Wo der Magnetar UDP900 aber gegenüber einem normalen Player richtig aufzeigt: bei der Analogsektion. Wer einen AV-Prozessor oder einen Vorverstärker mit guten analogen Eingängen hat, sollte das mindestens einmal ausprobieren. Das Argument dabei: der DAC des UDP900 — gerade die XLR-Stereoausgänge — übertrifft den DAC der meisten AV-Receiver schlicht. Musik über die XLR-Ausgänge direkt an einen Vollverstärker oder Vorverstärker zu schicken, ist kein Nischen-Use-Case. Für SACD, CD und DVD-Audio ist das der richtige Weg.
Gleiches gilt für den USB-DAC-Eingang: einen Streamer mit eher schwachem internen DAC an den UDP900 hängen und dessen XLR-Ausgänge nutzen? Vollkommen valider Ansatz. Digital Trends hat den UDP900 genau so betrieben und beschreibt ihn als besten Disc-Player seit dem Oppo UDP-205 — mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass er auch als reines DAC-Frontend richtig Spaß macht.
Der Magnetar UDP900 spielt jede vorgeworfene Disc souverän und zunächst hörbar ab. Bei uns steht er ca. 2,5 m hinter dem Referenzplatz in der rechten Ecke — zu Beginn des Abspielens ist er deutlich hörbar, wird aber nach kurzer Betriebsdauer merklich leiser. In ruhigen Passagen ist er immer noch wahrnehmbar.
Hier vollbringt der Magnetar UDP900 trotz des immensen Materialeinsatzes keine Wunder. Wer sich solch einen Player zulegt, wird ihn allerdings vermutlich so aufstellen, dass er in einem separaten Raum, hinter einer schalldämmenden Glasscheibe oder schlicht in ausreichend Abstand steht. Schiebt dann der Sound von John Wick, Godzilla oder Dune durch den Raum, ist dieses Geräusch eh passé.
Muss unbedingt erwähnt werden, weil es unter dem Radar läuft. Der Player verfügt über unfassbar viele Einstellungsmöglichkeiten für Untertitel: Sprache, Größe, Farbe, Schriftart, Position. Für alle, die viel mit Untertitel schauen — also zum Beispiel bei Filmen, die nur im O‑Ton (Koreanisch, Mandarin, Französisch) vorliegen — ist das ein echter Qualitätsgewinn. Praktisch: wer ohne Maskierung auf einer Leinwand schaut, kann den Untertitel in den schwarzen Bereich unter oder oberhalb des Bildes legen. Kein überlagertes Bild mehr. Gleiches funktioniert natürlich auch am TV. Einziger Vorbehalt: je nach Untertitellänge kann es am unteren Bildschirmrand zu Abschneidungen kommen.
Das Prunkstück hat eine Erwähnung verdient. 179 Gramm, dünne Aluminiumummantelung, wertiges Handling, Hintergrundbeleuchtung — alles da.
Das größte Manko am gesamten Player findet sich hier: die Beleuchtung ist nicht wirklich nützlich, wenn man nicht alle Piktogramme auswendig kennt. Die Beschriftung über den Tasten ist im Dunkeln nicht lesbar — man greift zwangsläufig zur Raumbeleuchtung oder ans Handy. Meckern auf sehr, sehr hohem Niveau. Druckpunkt und Ansprechverhalten sind hervorragend.
Was viele nicht wissen: über die Fernbedienung lassen sich sieben verschiedene Digitalfilter für die Stereoausgabe aufrufen. Diese sind im Handbuch nicht erwähnt. Man stolpert irgendwann drüber. Für alle, die ihre Stereoausgabe feinjustieren wollen: da ist noch Spielraum.



Der Magnetar UDP900 ist ein echtes Multi-Talent: 4K UHD BD, BD, BD‑R, BD-RE, DVD‑R/RW, DVD+R/RW, DVD-Video, DVD-Audio, SACD (Stereo und Mehrkanal), CD, CD‑R/RW — um die relevantesten zu nennen. Gerade SACD und DVD-Audio sind heute kaum noch von anderen Playern nativ unterstützt. Wer eine entsprechende Sammlung hat, ist hier goldrichtig.
Via USB 3.0 lassen sich Festplatten bis 16 TB betreiben. Netzwerk-Playback via DLNA, SMB und NFS für Bilder, Musik und Video — mit Formaten wie MKV, AVI, MP4, WAV, FLAC, APE, DSD und vielen mehr. High-Res-Audiodateien werden bis 768 kHz / 32 Bit und DSD1024 unterstützt. Das ist kein Feature für den Durchschnitt — das ist ein Statement.
Wie eingangs erwähnt: vier Wochen, mehr als 50 Discs, viel Kapitelhopping und Spulen. Der Player hat dabei nie gezuckt.
Ganz klar für Enthusiasten. Menschen, die High-End vollends ausleben wollen und immer nach dem i‑Tüpfelchen suchen. Wer zuhause sitzt und denkt, es muss doch noch etwas Besseres geben, findet im UDP900 seinen Endgegner.
Aber es gibt eine zweite Zielgruppe, die oft übersehen wird: audiophile SACD- und DVD-Audio-Enthusiasten. Wer eine substanzielle Sammlung dieser Formate hat und sie auf höchstem Niveau abspielen will — am liebsten direkt via XLR an einen guten Vollverstärker —, hat heute kaum eine Alternative auf diesem Level. Seit dem Ende von Oppo hat der UDP900 diesen Platz konsequent eingenommen.
Für den Einsteiger gibt es sicherlich genug Optimierungen am eigenen Setup, bevor man zu solch einem Boliden greift. Aber wer irgendwann zugreift, wird begeistert sein.


Stand 2026 gibt es mittlerweile auch den UDP900 MKII. Der Unterschied: im MKII wurden beide DAC-Boards komplett überarbeitet — jetzt sind es zwei ESS9038PRO (statt eines 9038PRO + eines 9028PRO), TMDS-Retiming am HDMI-Audioausgang, eine verbesserte USB‑3.0‑Isolation und verbessertes Kupfer-Innenleben. Das ist keine kosmetische Änderung, sondern eine echte Revision der Audiosektionen. Roon-Ready-Zertifizierung wurde ebenfalls ergänzt. Wer heute neu kauft, wird zum MKII greifen. Wer bereits einen UDP900 der ersten Generation besitzt: es gibt keinen Grund, unruhig zu werden. Die Grundplattform ist identisch stark.
Was sollen wir hier schreiben? Haben wir nicht schon den UDP800 als Zenit der 4K-Ultra-HD-Blu-Ray-Player bezeichnet? Der Magnetar UDP900 deklassiert seinen kleinen Bruder und schwingt sich gekonnt an ihm vorbei in den Olymp der High-End-Player.
Der Magnetar UDP900 ist nicht einfach ein teurer Blu-Ray-Player. Er ist gleichzeitig ein audiophiler DAC mit Referenzklasse-Messungen, ein SACD/DVD-Audio-Spieler ohne Kompromisse, ein USB-DAC-Frontend für andere Quellen, ein Netzwerkplayer mit breiter Format-Unterstützung und ein Blu-Ray-Transport mit einer Verarbeitungsqualität, die in der Unterhaltungselektronik ihresgleichen sucht. Für knapp 3.000 € bekommt man nicht nur einen Disc-Player — man bekommt die Quintessenz von dem, was physische Medien 2023 geben konnten.
Kostet er ein kleines Vermögen? Ja. Rechtfertigt er es? Vollständig. Mehr ist nie genug — und der UDP900 hat das wortwörtlich als Konstruktionsprinzip verstanden.
]]>Eversolo ist ein Ableger von Zidoo, einem chinesischen Hersteller aus Shenzhen, der seit Jahren Mediaplayer baut. Das erklärt auch, warum diese Geräte in Sachen UI und App-Erfahrung oft angenehm überraschen – da steckt Media-Player-DNA drin, die man bei klassischen HiFi-Herstellern so nicht bekommt.
Die Positionierung ist klar: Der Eversolo DMP-A8 soll das Herzstück einer modernen Stereoanlage sein. Nicht nur Quellgerät, sondern gleich die komplette Schaltzentrale. Wer bisher einen separaten Streamer, einen DAC und eine Vorstufe betrieben hat, kann das theoretisch auf eine Box reduzieren. Das ist der Pitch.
Ob das in der Praxis wirklich die richtige Entscheidung ist, hängt natürlich von der Restkette ab. Aber der Gedanke ist nachvollziehbar, und das Konzept ist nicht neu – der Unterschied hier ist, dass die einzelnen Komponenten tatsächlich nicht nach Kompromiss klingen sollen.
Das Herzstück des Eversolo DMP-A8 ist das AKM-Duo AK4191EQ plus AK4499EX. AKM nennt das “Velvet Sound” und trennt dabei digitale Vorverarbeitung (AK4191EQ) und eigentliche D/A‑Wandlung (AK4499EX) auf zwei Chips auf – laut Hersteller zugunsten von Rauschverhalten und Klangreinheit. Das AK4499EX ist AKMs aktuelles Flaggschiff-DAC-Chip. Was das in der Praxis bedeutet: Die Chips sind gut, aber Chips sind nur ein Teil der Geschichte. Implementierung zählt genauso.
Eversolo hat das offenbar ernst genommen. Die analoge Sektion wird über ein linear geregeltes Netzteil mit Ringkerntransformator versorgt, die digitale Sektion über ein separates Schaltnetzteil. Dual-Netzteil also – und nicht nur als Marketingbegriff, sondern mit wirklich getrennten Versorgungszweigen. Das ist bei Geräten in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich.
Dazu kommen zwei Accusilicon Femtosekunden-Taktgeber (45,1584 MHz und 49,152 MHz), die für die Sampleraten-Familien 44,1 kHz und 48 kHz zuständig sind. Jitter-Minimierung als konkretes Designziel, nicht nur als Sticker auf der Verpackung. Als Op-Amps kommen OPA1612 zum Einsatz, bekannt für niedrige Verzerrungswerte (laut Hersteller THD+N: ‑120 dB, SNR: 128 dB). Die Lautstärkeregelung erfolgt über ein R2R-Widerstandsnetzwerk mit Omron-Relais – also keine digitale Absenkung, sondern echte analoge Pegelregelung in 0,5- oder 1‑dB-Schritten. Das Klicken der Relais beim Drehen ist physisch hörbar und für manche ein Feature, für andere Gewöhnung.
Für die digitale Aufbereitung sitzt ein XMOS XU316 (3. Generation, 16 Kerne) an Bord, der die USB-Audio-Schnittstelle managed und bis zu PCM 768 kHz / 32 Bit sowie DSD512 verarbeitet. Kondensatoren von WIMA, Nichicon und Murata, Relais von Omron – wer Bauteilelisten mag, findet hier einiges, das für ein Gerät unter 2.000 Euro ungewöhnlich ist.
Das Gehäuse besteht aus CNC-gefrästem Flugzeugunaluminium, misst 388 x 248 x 90 mm und bringt rund 5 Kilogramm auf die Waage. Auf der Front sitzt ein 6‑Zoll-LCD-Touchdisplay in hoher Auflösung mit VU-Metern, Spektraldarstellung und Albumcover. Das Display ist dasselbe wie beim A6 – was kein Nachteil ist, denn es war schon dort eines der besten seiner Art.




Der springende Punkt beim Eversolo DMP-A8 gegenüber anderen Streamern in diesem Bereich ist die vollsymmetrische analoge Vorstufe. Es gibt RCA- und XLR-Analogeingänge – für Plattenspieler (mit externer Phonostufe), CD-Transport oder sonstige Quellen. Plus HDMI ARC-Eingang, womit auch der Fernseher über den A8 klanglich besser versorgt werden kann als über seine eigenen Ausgänge. Und ein HDMI I2S-Ausgang, um den internen DAC zu umgehen und den A8 als reinen Streamer-Transport vor einen externen Wandler zu schalten.
Das ist ein Vollsortiment. Der WiiM Ultra (~349 Euro) kann vieles davon im Kleinen, aber keine vollsymmetrische Vorverstärkung und kein Dual-Netzteil. Der Auralic Aries G1.1 (~1.900 Euro) ist als reiner Streamer-Transport gebaut, ohne internen DAC. Der Lumin U2 Mini liegt ähnlich preislich, ist aber ebenfalls ohne DAC. Ein Lumin T3 (~2.500 Euro) kommt dem A8-Konzept näher, kostet aber mehr.
Die EOS Audio Engine – Eversolos eigens entwickelte Android-Schicht – löst außerdem ein chronisches Android-Problem: Normalerweise mischt Android alle Audioquellen durch seinen eigenen SRC-Mixer, was Resampling bedeutet. EOS umgeht das und ermöglicht bit-perfekte Ausgabe direkt aus Drittanbieter-Apps. Apple Music Hi-Res, Spotify, was auch immer – kommt an, wie es soll. Das ist relevant, weil viele Streamer auf Android-Basis das offiziell nicht können, auch wenn sie es manchmal behaupten.
Roon Ready ist das Ding natürlich auch. Dazu Tidal Connect, Spotify Connect, DLNA, AirPlay 2 und das übliche Protokoll-Sortiment. Eine Steuerapps für iOS und Android gibt es ebenfalls, die laut Nutzerfeedback tatsächlich benutzbar ist – was nicht immer selbstverständlich ist in dieser Kategorie.
Ein M.2‑NVMe-SSD-Slot (bis 4 TB, SSD nicht inklusive) erlaubt lokale Musikbibliothek im Gerät. Neat.
1.980 Euro ist für ein All-in-One-Gerät dieser Kategorie kein schlechter Preis. Wer das aufdröselt: Ein ordentlicher Netzwerk-Streamer allein (Auralic, Primare, Lumin) kostet ab 1.000 Euro aufwärts. Ein anständiger DAC mit AKM-Flaggschiff-Chip nochmal 500 bis 1.000 Euro. Eine vollsymmetrische Vorstufe dann nochmal. Wer das einzeln kaufen will, landet schnell bei 4.000 Euro und mehr – und hat dann drei Geräte auf dem Rack.
Der Eversolo DMP-A8 macht das in einer Kiste. Das ist die Aussage. Ob das klanglich auf dem Niveau von drei wirklich guten Einzelgeräten landet, ist eine andere Frage – und die hängt von der Restkette ab. Als Streamingzentrale für eine hochwertige Anlage ohne separaten DAC oder Vorstufe ist das Preis-Leistungs-Verhältnis aber nachvollziehbar interessant.
Der Eversolo DMP-A8 ist in Schwarz erhältlich und kostet in Deutschland 1.980 Euro UVP. Erhältlich unter anderem bei Projekt Akustik, HiFiSound, Nubert und weiteren Fachhändlern sowie über eversolo.de direkt. Optional gibt es Konfigurationen mit vorinstallierter M.2‑SSD (2 TB oder 4 TB) zu entsprechendem Aufpreis. Bluetooth-Fernbedienung liegt beim Lieferumfang bei.
Die Frage, die bleibt: Wer noch eine wirklich gute separate Vorstufe besitzt, braucht den DMP-A8 in seiner Vollstrecke nicht zwingend – da reicht ein dedizierter Streamer/DAC wie der DMP-A6 ME. Wer hingegen aufräumen, vereinfachen oder eine neue Anlage aufbauen will: Der Eversolo DMP-A8 ist eine der wenigen Kisten unter 2.000 Euro, bei der man nicht das Gefühl hat, dass irgendwo gespart wurde, wo es wehtut. Das ist schon ein Ding.
]]>Update: Mittlerweile gibt es auch den Magnetar UDP900, der in allen Belangen noch einmal ein Statement setzt. Den haben wir ebenfalls ausführlich getestet. Wer also nach dem absoluten Endgegner sucht, der liest dort weiter. Wer einen hervorragenden Universal-Player für einen gesünderen Preis sucht, ist hier richtig.
Update: Mittlerweile gibt es schon den Magnetar UDP800 MKII und Magnetar UDP900 MKII.
Das ist die eigentliche Ausgangsfrage für jeden, der sich mit dem Magnetar UDP800 beschäftigt. Als Oppo 2018 die Produktion seiner UDP-Linie einstellte, hinterließ das eine Lücke, die bis heute schmerzt. Wer einen universellen Disc-Player auf ernsthaftem Niveau wollte — also einer, der neben 4K UHD Blu-ray auch SACD und DVD-Audio spielt und ordentliche Analogausgänge mitbringt — der hatte plötzlich kaum Optionen.

Der direkte Vergleich in der Preisklasse: der Reavon UBR-X200 kostet ähnlich viel, der Panasonic DP-UB9000 liegt rund ein Drittel günstiger. Wer ausschließlich Filme schaut und keine SACD-Sammlung hat, ist mit dem Panasonic gut bedient. Wer aber die volle Format-Bandbreite will und Wert auf Verarbeitung legt — für den ist der Magnetar der richtige Kandidat.
Nach dem Öffnen des Kartons: zuerst ein Pappeinleger mit Abbildung und Bezeichnung des Players. Darunter eine Styropor-Abdeckung, hinter der der Player im Samtbeutel wartet. Beim Herausheben wird sofort klar: hier ist jemand ziemlich ausladend mit Material umgegangen. Der Magnetar UDP800 bringt ordentliche 9 kg auf die Waage — für einen Disc-Player ist das eine Ansage.



Unter dem Player findet sich die Anleitung (mehrsprachig), die Fernbedienung — die ebenfalls schwer in der Hand liegt und dadurch einen hochwertigen Eindruck macht — und ein Kaltgerätekabel. HDMI-Kabel liegt keines bei. Das ist einerseits schade, andererseits pragmatisch: die meisten Käufer in dieser Preisklasse haben entweder schon ein gutes Kabel oder wollen ein bestimmtes verwenden. Kein unnötiger Elektroschrott.


Die Front des Players: gebürstetes Metall in seidigem Glanz, aufgeräumt, kein Plastik. Elegantes Zwei-Ton-Design in Schwarz und Anthrazit. Erster Eindruck: das hier ist kein normaler Player.




Der Magnetar UDP800 ist innen genauso konsequent gebaut wie außen. Das Gehäuse besteht aus Stahlblech, die Frontplatte aus Aluminium. Zusätzlich gibt es eine massive Stahlplatte als Gehäuseboden. Laufwerk und Netzteil haben jeweils eigene Metallabdeckungen — ein Detail, das beim Reavon UBR-X200 in dieser Form nicht zu finden ist. Damit ist die Abschirmung empfindlicher Sektionen hier konsequenter gelöst.
Angetrieben wird das Ganze von einem Mediatek MT8581 Quad-Core-Prozessor — dem etablierten Chip im Segment der Hochpreisplayer. Das erklärt die flotten Ladezeiten und die reaktionsschnellen Menüs.
Für die analogen Stereoausgänge kommen zwei Burr-Brown PCM-1795 DACs (32 Bit, 192 kHz) zum Einsatz. Das ist kein Billigchip — Burr-Brown ist eine respektierte Texas-Instruments-Linie mit langer Geschichte in audiophilen Geräten. Der Reavon UBR-X200 verbaut übrigens denselben Chip, ergänzt durch einen weiteren Burr-Brown DAC für den Mehrkanal-Ausgang (den der UDP800 nicht hat).
Wer es genau wissen will: Messungen des analog stereo outputs (HomeTheaterHiFi.com) ergaben eine Frequenzgangkurve, die bei 24-bit/192-kHz bis ca. 60 kHz flach bleibt, dann beginnt sie langsam abzurollen. Der SNR liegt bei ca. 110 dB. Das ist gut — aber nicht auf dem Niveau des Oppo BDP-105D (ESS9038PRO), der sich über 90 kHz flach hält. Kurz: für SACD und CD-Playback mit XLR-Ausgang bekommt man hier deutlich mehr als ein Standard-AVR-DAC liefert, aber wer audiophile Extremwerte sucht, schaut besser zum UDP900.
Die analoge Stereoausgabe deckt XLR-balanced und Cinch-RCA ab — für die meisten Setups in dieser Preisklasse vollkommen ausreichend. Was fehlt, und was manchen bei diesem Preis auffallen wird: eine 7.1‑Kanal-Analog-Ausgabe gibt es beim UDP800 nicht. Das ist eine der deutlichsten Grenzen gegenüber dem UDP900 und dem Reavon UBR-X200, der 7.1 RCA hat.
Hier keine offenen Wünsche für den typischen Heimkino-Aufbau: zwei HDMI-Ausgänge (einer davon Audio Only für Receiver ohne 4K-Unterstützung), Netzwerk mit 1 Gbit, diverse Digital-Ausgänge (koaxial und optisch), USB 3.0 für externe Speichermedien, sowie die erwähnte Stereo-Analogsektion mit XLR und Cinch.
Alle Buchsen vergoldet — passt zum Anspruch des Players. Kein WLAN; wer das braucht, löst das über den LAN-Anschluss mit einem entsprechenden Adapter oder Switch.
Die Benutzeroberfläche begrüßte uns auf Französisch — klassischer Importeur-Klassiker. Sprache umgestellt, dann direkt ein Software-Update angeboten, installiert — und danach war die Sprache wieder Französisch. Das ist kein Drama, aber auch kein feiner Ersteindruck. Nach dem zweiten Umstellen blieb es dann bei Deutsch.
Ansonsten: das Menü ist aufgeräumt, man findet sich schnell zurecht. Viele Einstellungen müssen nicht angefasst werden — der zweite HDMI-Ausgang war direkt aktiv, ohne dass wir irgendetwas aktivieren mussten. Das ist, wie es sein soll.
Einer der ersten Punkte, der sofort auffällt: die Ladezeiten sind erheblich kürzer als beim Sony X800m2. Von der eingelegten Disc bis zum Abspielen der ersten Einblender vergehen nur wenige Sekunden. Im Alltag, besonders wenn man häufig Discs wechselt oder Passagen vergleicht, ist das ein echter Qualitätsgewinn — kein Luxusproblem.
Beim Netzwerk-Playback (Filme vom NAS via DLNA/SMB) ist der Magnetar UDP800 ausreichend schnell — kann aber nicht ganz mit dem Streaming-Tempo eines Fire TV oder NVIDIA Shield TV mithalten. Das liegt vermutlich an der verwendeten Software-Plattform, nicht an der Hardware. Wer ausschließlich Disc-Playback nutzt: kein Thema. Wer primär Netzwerk-Dateien abspielt, sollte das im Hinterkopf behalten.
Endlich. Als Sony-X800m2-Nutzer war das das erste Mal, dass Dolby Vision automatisch erkannt wird. Kein mühseliges Nachschauen, ob ein Film DV liefert, kein manuelles Umschalten vor dem Start. Der Magnetar erkennt es und spielt den Film so ab, wie er auf der Disc liegt.
Unterstützt werden HDR10, HDR10+ und Dolby Vision — also der aktuelle Vollsatz. Im HDR10-Betrieb gibt es zusätzliche kleine Feineinstellungsmöglichkeiten, die wir im Rahmen unserer “vanilla”-Testphilosophie unberührt gelassen haben.
Getestet am kalibrierten LG C1 OLED mit Ruipro Glasfaser-HDMI-Kabel. Wie immer: kein Upscaling, wir wollen das Quellmaterial beurteilen.
Signifikante Bildunterschiede gegenüber unserem Referenzplayer: keine. Das ist auch keine Überraschung — das Bildsignal wird digital weitergegeben und ein gut implementiertes System macht hier sichtbar keinen Unterschied. Was sich aber sehr wohl unterscheidet: Vor- und Rücklauf. Der Magnetar UDP800 verarbeitet die gelesenen Daten merklich schneller als günstigere Player, was sich in flüssigerer und präziserer Darstellung beim Spulen zeigt. Das Gesamtpaket wirkt runder und homogener.
Für den klassischen Heimkino-Einsatz: Bitstream an den AVR, kein Problem. Krachend, druckvoll, ohne Aussetzer oder Ruckler.
Was den Magnetar UDP800 aber wirklich auszeichnet, ist der Tonspur-Wechsel. Das klingt nach einem Detail, ist aber im Alltag ein echter Game-Changer. Der Player liest deutlich mehr Informationen von der Disc aus und zeigt direkt in der Tonspur-Übersicht an, was verlustfrei und was komprimiert ist — ohne dass man sich durch verschachtelte Untermenüs kämpfen muss. Auch der Wechsel selbst ist schneller als bei Budget-Playern.
Für die analogen Ausgänge gilt: XLR liefert mehr als RCA, und beides liefert mehr als der DAC eines durchschnittlichen AV-Receivers. Wer CDs und SACDs direkt über XLR an einen Vollverstärker schickt, bekommt hier durchaus audiophilen Mehrwert. Wer an absolute Maßstäbe in Sachen Klirrfaktor denkt: da ist der UDP900 mit seinem ESS9038PRO das richtige Gerät.
Kein Plastik, keine wackeligen Taster, keine quietschenden Scharniere. Der Magnetar UDP800 ist das best verarbeitete Gerät, das bis dahin durch unsere Hände gegangen ist. Alle Anschlüsse hochwertig, das Gehäuse in jeder Richtung solide. Die Fernbedienung liegt schwer in der Hand, hat ordentliche Druckpunkte und eine Hintergrundbeleuchtung — das große Manko der Beschriftung im Dunkeln teilt sie allerdings mit ihrem großen Bruder UDP900.
Was einige sicherlich reizen wird: ein, zwei Modifikatoren werden den Kaltgeräte-Anschluss upgraden, und wer ganz tief in die Kiste guckt, findet sicher auch noch den einen oder anderen Kondensator, den man gegen ein audiophiles Topmodell austauschen könnte. Das ist aber Hobby für Leute mit sehr viel Zeit.
Ehrliche Einschätzung: beim Sony X800m2 geht einem das Laufwerksgeräusch auf den Senkel, besonders in ruhigen Filmpassagen. Wir hatten gehofft, dass die massivere Bauweise des Magnetar hier mehr bringt. Das tut sie — aber weniger als erwartet. Der Magnetar UDP800 ist im Endeffekt ähnlich laut, liest die Disc aber schneller aus und wird dann schneller ruhiger. In ruhigen Momenten eines Films ist es noch wahrnehmbar.
Wer seinen Player in einer Ecke oder in einem geschlossenen Rack stehen hat: kein Problem. Wenn die Gewehrsalven bei John Wick losgehen, ist das Thema ohnehin erledigt.
Der Magnetar UDP800 spielt: 4K UHD BD, BD, DVD-Video, DVD-Audio, SACD (Stereo), CD, CD‑R/RW, DVD±R/RW. Via USB lassen sich Festplatten bis 16 TB anschließen. Netzwerk-Playback via DLNA, SMB und NFS für Dateiformate wie MKV, AVI, MP4, WAV, FLAC, APE, DSD.
Wichtig in der Einordnung: Der Magnetar spielt beide analogen Stereoformate (SACD + DVD-Audio), der Reavon UBR-X200 bietet kein DVD-Audio. Dafür hat der Reavon 7.1 Kanal RCA analog — was der Magnetar nicht hat. Das ist ein echter Unterschied, je nachdem was man damit vorhat.
Multiregion für Blu-ray und DVD ist an Bord, erfordert aber wie beim UDP900 einige Tastendrücke auf der Fernbedienung.
Nahezu täglich im Einsatz über zwei Wochen. Aktuelle Blockbuster, abgestandenes Material, restaurierte Fassungen. Mehrere Testpersonen, viele Diskussionen — alles eingeflossen.
Die kurze Antwort: in der Tiefe der Analogsektion und in der Ausstattung.
Der Magnetar UDP800 hat eine gute Stereo-Analogsektion (Burr-Brown PCM-1795, XLR + Cinch), aber keine 7.1‑Kanal-Analogausgabe. Der UDP900 hat zwei separate DAC-Chips (ESS9038PRO für Stereo, ESS9028PRO für 7.1), getrennte Netzteile für Analog und Digital, einen TCXO-Takt, einen USB-DAC-Eingang und messbar bessere Analogwerte — insbesondere via XLR mit 130+ dB Dynamikumfang. Das Gehäuse des UDP900 ist nochmals massiver (15,8 kg vs. 9 kg) und mit einer 15 mm gefrästen Alu-Frontplatte ausgestattet.
Für reine Heimkino-Nutzung via HDMI: der Magnetar UDP800 reicht vollkommen. Wer die Analogsektion ernsthaft nutzen will — für SACD, CD, als DAC-Frontend — da ist der Mehrpreis des UDP900 gerechtfertigt.
Für uns war der Magnetar UDP800 bei Erscheinen der aktuelle Zenit der 4K Ultra-HD Blu-ray-Player — und das ist er in seiner Klasse auch heute noch. Ein durch und durch solides Premium-Gefühl schwingt bei jeder Bedienung mit. Was besonders heraussticht: die schnellen Ladezeiten, die flüssigen Vor- und Rückläufe, der komfortable Tonspur-Wechsel und die automatische Dolby Vision-Erkennung. Das sind alles Dinge, die man schnell als selbstverständlich nimmt — bis man mal wieder einen günstigen Player in der Hand hält.
Die Verarbeitung ist tadellos, die Formatunterstützung umfassend, der Preis nachvollziehbar. Wer sich den UDP800 ins Rack stellt, kann sicher sein, ein tolles Stück Technik sein Eigen zu nennen — und weiß gleichzeitig, dass sein großer Bruder UDP900 in dieselbe Richtung zeigt, nur mit mehr von allem.
Wer schon eine SACD-Sammlung hat, gelegentlich über die XLR-Ausgänge an eine Stereoanlage geht und einen verlässlichen, bestens verarbeiteten Universal-Player sucht: hier ist die Antwort.
]]>Versprochen wird neben Referenz-Bild, alle Kontrast erweiternde Techniken die so auf dem Markt vertreten sind. Dolby Vision, HDR10, HDR10+, alle gängigen Audioformate wie Dolby Atmos und DTS:X. Natürlich befindet sich ebenfalls ein Upscaler auf 4K für Blu-Rays und DVD im Repertoire.
Für die Fans von Lossless Musik unterstützt der Player neben DSD64/128 natürlich auch PCM Formate in AIFF, ALAC, APE, FLAC und WAV (192kHz/24-bit). Weiterhin ist der Player netzwerkfähig und spricht hier mit DLNA und SMP Protokollen. Eine Festplatte mit bis zu 16TB Kapazität wird ebenfalls unterstützt.
Beim Netzteil gibt es ein von den Magnetar Ingenieuren entwickelten 60W high-power low noise Transformator welcher noch einmal geschirmt in einem eigenen Gehäuse unter dem Deckel platziert ist. Das Herz des Systems bildet mal wieder der Mediatek MT8581, welcher schon in den Reavon Modellen verwendet wurde.
Allgemein sieht das Gerät sehr vielversprechend aus, ist aber mit einem Preis von 1599€ nicht gerade ein Schnäppchen. Bestellt werden kann das Ganze im Shop von Magnetar-Audio und das sogar versandkostenfrei.





