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Volumio Primo V3: Dritte Generation des Streaming-DACs aus Florenz

Volu­mio hat mit dem Volu­mio Pri­mo V3 die drit­te Gene­ra­ti­on sei­nes Strea­ming-DACs vor­ge­stellt — dem Gerät, mit dem die Flo­ren­ti­ner über­haupt erst ins Hard­ware-Geschäft ein­ge­stie­gen sind. Neu­er DAC-Chip, linea­res Netz­teil, acht umschalt­ba­re Fil­ter, NOS-Modus, das vol­le Pro­gramm für 849 Euro. Klingt nach einer Men­ge Holz für den Preis. Die Fra­ge ist, wie viel davon tat­säch­lich neu ist und wie viel ein­fach aus dem eige­nen Regal recy­celt wurde.

Volu­mio ist in ers­ter Linie eine Soft­ware­fir­ma. Volu­mio­OS läuft seit 2013 und wird auch an Dritt­her­stel­ler lizen­ziert, unter ande­rem an Pro-Ject für deren Stream Box. Der ers­te Pri­mo war 2019 Volu­mi­os eige­ner Ein­stieg ins Hard­ware-Geschäft: ein kom­pak­ter Strea­mer mit ESS-DAC für rund 479 Euro. Dar­auf folg­te 2024 der Pri­mo 2 mit über­ar­bei­te­ter Ana­log­stu­fe, und im Novem­ber 2025 kam mit dem Pri­mo Plus eine deut­lich teu­re­re Par­al­lel­li­nie mit Dual-Mono-DAC für 1.199 Euro. Der Volu­mio Pri­mo V3 ist jetzt die Ablö­sung der ursprüng­li­chen, güns­ti­ge­ren Pri­mo-Linie — nicht der Nach­fol­ger des Pri­mo Plus, auch wenn bei­de Namen ver­wir­rend nah bei­ein­an­der liegen.

Konzept: Der bezahlbare Wiedereinstieg in die eigene Range

Mit dem Pri­mo Plus hat Volu­mio Ende letz­ten Jah­res gezeigt, was das eige­ne Engi­nee­ring-Team kann, wenn der Preis zweit­ran­gig ist. Der Volu­mio Pri­mo V3 ist die Ant­wort auf die Fra­ge, was davon auch für unter 900 Euro mach­bar ist. Volu­mio selbst ver­kauft das in der Pres­se­mit­tei­lung als “kom­plet­te Neu­erfin­dung”, CEO Michel­an­ge­lo Gua­ri­se spricht von einer neu­en Engineering-Plattform.

Schaut man sich die Daten­blät­ter von Volu­mio Pri­mo V3 und Pri­mo Plus neben­ein­an­der an, rela­ti­viert sich das schnell: Bei­de lau­fen auf dem exakt glei­chen Quad-Core-Cor­tex-A72-SoC mit 1,5 GHz, bei­de haben 2 GB DDR4-RAM, bei­de nut­zen den ES9039Q2M von ESS. Der Unter­schied liegt vor allem dar­in, dass der Pri­mo Plus den Wand­ler dop­pelt ver­baut, in ech­ter Dual-Mono-Aus­le­gung mit getrenn­ten Signal­pfa­den für links und rechts, wäh­rend der V3 mit einem ein­zel­nen Chip aus­kommt. Das ist kein Bein­bruch, aber “kom­plet­te Neu­erfin­dung” ist hier vor allem Mar­ke­ting-Voka­bu­lar für “auf­ge­wer­te­te Ver­si­on der güns­ti­ge­ren Linie”.

Ziel­grup­pe: Wer bis­her mit einer rei­nen App-Lösung oder einem güns­ti­gen Strea­ming-Don­gle unter­wegs war und den Schritt zu einem dedi­zier­ten Strea­ming-DAC mit Vor­stu­fen­funk­ti­on machen will, ohne gleich vier­stel­lig zu investieren.

Technik: ES9039Q2M, NOS-Modus und acht Filter im Detail

Der ES9039Q2M ist aktu­ell einer der gän­gigs­ten Mit­tel­klas­se-Wand­ler von ESS, gebaut auf der HyperStream-IV-Archi­tek­tur, die auch im deut­lich teu­re­ren Flagg­schiff ES9039PRO steckt — nur eben mit weni­ger Kanä­len und etwas redu­zier­ten Mess­wer­ten. Der glei­che Chip tak­tet unter ande­rem auch im WiiM Amp Ultra. Volu­mio nutzt ihn hier als Sin­gle-Chip-Lösung, intern ange­ge­ben mit bis zu PCM 384 kHz/32 Bit, über den USB-Host-Aus­gang an einen exter­nen DAC bis PCM 1536 kHz/32 Bit und DSD1024. Das sind Zah­len, die kein aktu­el­les Strea­ming-Abo oder loka­les File tat­säch­lich aus­reizt — Tidal und Qobuz lie­fern maxi­mal 24 Bit/192 kHz, DSD-Files in drei­stel­li­ger Sam­ple-Rate sind eine Nische für Leu­te mit eige­ner Rip­ping-Samm­lung. Bedeu­tet nicht, dass die Zahl nutz­los ist, aber Reser­ve statt Notwendigkeit.

Prak­tisch rele­van­ter sind die acht wähl­ba­ren DAC-Fil­ter: line­ar­pha­sig-schnell, line­ar­pha­sig-lang­sam, mini­mal­pha­sig-schnell, mini­mal­pha­sig-lang­sam, mini­mal­pha­sig als Werks­ein­stel­lung, line­ar­pha­sig-schnell apo­di­zing, line­ar­pha­sig-schnell mit nied­ri­gem Ripp­le, und mini­mal­pha­sig-lang­sam mit nied­ri­ger Disper­si­on. Kurz über­setzt: Line­ar­pha­si­ge Fil­ter hal­ten die Pha­sen­la­ge über den Fre­quenz­gang kon­stant, nei­gen aber zu Pre-Rin­ging vor Tran­si­en­ten. Mini­mal­pha­si­ge Fil­ter ver­mei­den das Pre-Rin­ging, ver­schie­ben dafür die Pha­se fre­quenz­ab­hän­gig. Wel­ches Fil­ter “rich­tig” klingt, ist Geschmacks­sa­che und hängt stark von Laut­spre­chern und Raum ab — das ist auch der Grund, war­um Her­stel­ler wie Den­af­rips oder Holo Audio das glei­che Fea­ture seit Jah­ren anbie­ten. Neu ist die Idee also nicht, aber schön, dass sie jetzt auch in der güns­ti­ge­ren Pri­mo-Linie ankommt.

Der NOS-Modus (Non-Overs­am­pling) deak­ti­viert die digi­ta­le Fil­te­rung kom­plett und lässt das Signal roh durch den Wand­ler lau­fen. Klingt für man­che Ohren orga­ni­scher, offe­ner im Hoch­ton, hat aber tech­nisch bedingt einen höhe­ren Rausch­an­teil ober­halb des Hör­be­reichs — was in der Pra­xis meis­tens irrele­vant ist, aber Mess­wert­fe­ti­schis­ten auf­regt. Auch das ist längst kein Allein­stel­lungs­merk­mal mehr, SMSL und Top­ping bie­ten NOS-Schal­ter mitt­ler­wei­le auch in ihren Ein­stiegs­ge­rä­ten an.

Das linea­re Netz­teil ersetzt ver­mut­lich ein geschal­te­tes Netz­teil aus der Vor­gän­ger­ge­ne­ra­ti­on — Volu­mio spe­zi­fi­ziert das in der Pres­se­mit­tei­lung nicht genau­er, ver­spricht aber ein nied­ri­ge­res Grund­rau­schen und damit bes­se­ren SNR. Ohne Mes­sun­gen ist das erst­mal eine Her­stel­ler­be­haup­tung, auch wenn linea­re Netz­tei­le in die­ser Preis­klas­se grund­sätz­lich eine sinn­vol­le Inves­ti­ti­on sind.

Die Aus­gangs­stu­fe lässt sich in acht Stu­fen regeln, XLR balan­ciert von 1,0 bis 6,3 Vrms, RCA unba­lan­ciert von 0,5 bis 3,15 Vrms. Prak­tisch bedeu­tet das: Der Volu­mio Pri­mo V3 lässt sich direkt an eine End­stu­fe oder akti­ve Boxen anschlie­ßen, ohne dass man Pegel­pro­ble­me oder einen zusätz­li­chen Vor­ver­stär­ker braucht. Die Aus­gangs­im­pe­danz gibt Volu­mio mit rund 140 Ohm an — unauf­fäl­lig, soll­te mit den meis­ten End­stu­fen­ein­gän­gen pro­blem­los harmonieren.

An Ein- und Aus­gän­gen gibt es Ether­net und WLAN ac (2,4 und 5 GHz), Blue­tooth 5.0, zwei USB-A-Host-Ports (einer davon mit höhe­rer Leis­tung für SSDs/HDDs, nutz­bar auch als digi­ta­ler Aus­gang an einen exter­nen DAC), einen Micro-SD-Steck­platz zur loka­len Spei­cher­er­wei­te­rung, HDMI-Aus­gang zur Bild­schirm­spie­ge­lung der Bedien­ober­flä­che (kein Audio-HDMI, wich­tig für die Erwar­tungs­hal­tung) sowie einen 12-Volt-Trig­ger-Aus­gang über 3,5‑mm-Klinke zum auto­ma­ti­schen Ein- und Aus­schal­ten kom­pa­ti­bler Gerä­te. Letz­te­res ist ein Detail, das man sonst eher in höhe­ren Preis­klas­sen fin­det, und prak­tisch, wenn man meh­re­re Kom­po­nen­ten syn­chron hoch­fah­ren will.

Software und Streaming-Ökosystem

Über Volu­mio­OS lau­fen Tidal, Qobuz, High­Res­Au­dio, Tun­eIn und Spo­ti­fy, dazu Tidal Con­nect und Qobuz Con­nect. Roon wird in der Pres­se­mit­tei­lung als eine der unter­stütz­ten “Lieb­lings-Apps” genannt — ob der Volu­mio Pri­mo V3 offi­zi­ell Roon-Rea­dy-zer­ti­fi­ziert ist, wie es bei frü­he­ren Volu­mio-Pro­duk­ten der Fall war, geht aus der Mit­tei­lung selbst nicht ein­deu­tig her­vor. Bevor das jemand als Kauf­ar­gu­ment nutzt: lie­ber vor Bestel­lung noch mal auf der Volu­mio-Sei­te gegenchecken.

Marktvergleich: Zwischen WiiM, Eversolo und der eigenen Plus-Linie

Preis­lich sitzt der Volu­mio Pri­mo V3 mit 849 Euro zwi­schen rei­nen Strea­ming-Amps wie dem WiiM Amp und dedi­zier­ten Strea­ming-DACs der obe­ren Mit­tel­klas­se wie dem Ever­so­lo DMP-A6, der für knapp 869 Euro star­tet und zusätz­lich HDMI ARC mit­bringt. Gegen­über der eige­nen Plus-Ver­si­on, die für 1.199 Euro den dop­pel­ten DAC-Chip und mehr digi­ta­le Ein­gän­ge (USB‑C, Koax, Tos­link zusätz­lich zu USB‑A) bie­tet, ist der V3 die kon­se­quent abge­speck­te, aber tech­nisch eng ver­wand­te Alter­na­ti­ve für rund 350 Euro weni­ger. Wer schon eine digi­ta­le Quel­le mit S/PDIF- oder Tos­link-Aus­gang im Rack hat, ver­liert beim V3 gegen­über dem Plus etwas an Anschluss­viel­falt — die Pres­se­mit­tei­lung lis­tet für den V3 kei­ne Koax- oder Tos­link-Ein­gän­ge, nur die übli­chen Netz­werk- und USB-Wege.

Gegen­über dem WiiM Ultra, der mit rund 500 Euro deut­lich güns­ti­ger star­tet und eben­falls auf einen ESS-Wand­ler setzt, bie­tet der Volu­mio Pri­mo V3 vor allem die acht Fil­ter, den NOS-Modus und das linea­re Netz­teil als Dif­fe­ren­zie­rung — WiiM setzt stär­ker auf App-Öko­sys­tem und Mul­ti­room, Volu­mio auf klas­si­sche High-Fide­li­ty-Bedien­phi­lo­so­phie mit mehr manu­el­len Stell­schrau­ben. Bei­de Ansät­ze haben ihre Fans, kei­ner ist grund­sätz­lich “bes­ser”.

Preis und Verfügbarkeit

Der Volu­mio Pri­mo V3 kos­tet 849 Euro, 1.049 US-Dol­lar bezie­hungs­wei­se 769 bri­ti­sche Pfund und ist ab sofort über den Volu­mio-eige­nen Shop bestellbar.

849 Euro (Deutschland/EU)
1.049 US-Dol­lar
769 bri­ti­sche Pfund

Fazit

Was in der Pres­se­mit­tei­lung fehlt, ist alles, was tat­säch­lich zählt: wie sich der Sin­gle-Chip-ES9039­Q2M gegen den alten ES9038Q2M im Blind­test schlägt, ob die acht Fil­ter im All­tag hör­ba­re Unter­schie­de machen oder nur Fea­ture-Lis­te sind, und wie belast­bar das linea­re Netz­teil unter Last tat­säch­lich ist. Ein Test­ge­rät liegt bis­lang nicht vor. Bis dahin bleibt der Volu­mio Pri­mo V3 auf dem Papier eine soli­de, aber wenig über­ra­schen­de Auf­fri­schung der eige­nen Ein­stiegs­li­nie — tech­nisch näher am Pri­mo Plus als die Mar­ke­ting­spra­che glau­ben machen will. Wer aktu­ell zwi­schen WiiM Ultra, Ever­so­lo DMP-A6 und Volu­mio Pri­mo V3 schwankt, fin­det hier unse­re Tests dazu: Test zum WiiM Ultra und Test zum Ever­so­lo DMP-A6.

Häufige Fragen zum Volumio Primo V3

Was kostet der Volumio Primo V3?

Der Volu­mio Pri­mo V3 kos­tet 849 Euro in der EU, 1.049 US-Dol­lar in den USA und 769 bri­ti­sche Pfund in Groß­bri­tan­ni­en. Bestell­bar ist er direkt über den Volumio-Shop.

Was ist der Unterschied zwischen Volumio Primo V3 und Primo Plus?

Der Pri­mo Plus ver­baut den ES9039­Q2M-DAC-Chip zwei­mal in ech­ter Dual-Mono-Kon­fi­gu­ra­ti­on und bie­tet zusätz­li­che digi­ta­le Ein­gän­ge wie USB‑C, Koax und Tos­link. Der Volu­mio Pri­mo V3 kommt mit einem ein­zel­nen ES9039Q2M aus und beschränkt sich auf Netz­werk- und USB-Ein­gän­ge, kos­tet dafür aber rund 350 Euro weniger.

Welchen DAC-Chip nutzt der Volumio Primo V3?

Ver­baut ist der ESS Sab­re ES9039Q2M, ein Mit­tel­klas­se-Wand­ler auf HyperStream-IV-Basis, der unter ande­rem auch im WiiM Amp Ultra zum Ein­satz kommt.

Was bringt der NOS-Modus beim Volumio Primo V3?

Der NOS-Modus (Non-Overs­am­pling) schal­tet die digi­ta­le Fil­te­rung des Wand­lers ab und lässt das Signal roh durch den DAC lau­fen. Das kann sub­jek­tiv offe­ner klin­gen, erhöht aber tech­nisch den Rausch­an­teil ober­halb des Hörbereichs.

Unterstützt der Volumio Primo V3 Roon?

Laut Pres­se­mit­tei­lung läuft Roon über Roon-Con­nect-Anbin­dung. Ob eine offi­zi­el­le Roon-Rea­dy-Zer­ti­fi­zie­rung für den Pri­mo V3 vor­liegt, ist aus der Mit­tei­lung nicht ein­deu­tig ersicht­lich und soll­te vor dem Kauf auf der Volu­mio-Sei­te gegen­ge­checkt werden

Ist der Volumio Primo V3 bereits verfügbar?

Ja, der Volu­mio Pri­mo V3 ist seit der Ankün­di­gung am 8. Juli 2026 direkt über den Volu­mio-Shop bestellbar.

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