Eversolo T10 Front seitlich von Rechts
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Eversolo T10: Der neue Referenz-Streaming-Transport aus China

Ever­so­lo kennt man mitt­ler­wei­le. Die Mar­ke, die aus der Zidoo-Fami­lie her­aus ent­stan­den ist, hat sich in weni­gen Jah­ren vom Geheim­tipp für preis­be­wuss­te Strea­mer-Käu­fer zu einem ernst­zu­neh­men­den Namen im Seg­ment der dedi­zier­ten Strea­ming-Trans­ports ent­wi­ckelt. Der Ever­so­lo T8 hat das bewie­sen. Jetzt kommt der Ever­so­lo T10 — und der will mehr sein als ein T8 mit fri­scher Firmware.

Vor­ge­stellt wur­de das Teil auf der HIGH END Vien­na 2026 Anfang Juni. Preis: 2.180 Euro. Das ist deut­lich mehr als der Ever­so­lo T8, und der war selbst schon kein Schnäpp­chen. Was man dafür bekommt, lohnt sich anzuschauen.

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Kein DAC, kein Amp — nur Transport

Wer das hier liest und noch nicht mit dem Kon­zept ver­traut ist: Ein Strea­ming Trans­port ist kein Alles-in-einem-Gerät. Der Ever­so­lo T10 kon­ver­tiert nichts, ver­stärkt nichts, und gibt kei­nen Ton aus, den man direkt an Laut­spre­chern hören könn­te. Sei­ne Auf­ga­be ist es, ein digi­ta­les Signal so sau­ber, sta­bil und prä­zi­se wie mög­lich an einen exter­nen DAC zu lie­fern. Das ist für Sys­te­me gedacht, in denen der DAC bereits fest­steht — und man der Digi­tal­ket­te vor ihm nicht mehr ver­trau­en mag.

Das klingt nischig, ist es in einem gewis­sen Preis­seg­ment aber nicht. Wer ernst­haft über einen Auren­der N200, einen Innu­os Pul­se oder einen Lumin U2 Mini nach­denkt, bewegt sich genau in die­ser Gedan­ken­welt. Ever­so­lo spielt jetzt in die­ser Liga mit.

Strom, Takt, Isolierung — die technische Basis

Das Herz­stück des Ever­so­lo T10 ist ein haus­ei­ge­nes O‑förmiges Ring­kern­trans­for­ma­tor-Netz­teil mit geschlos­se­nem Magnet­kreis. Ever­so­lo gibt den Noi­se Flo­or die­ses Linear­netz­teils mit unter 35 μV an — ein Wert, der sich sehen las­sen kann, auch wenn man Her­stel­ler­an­ga­ben die­ser Art grund­sätz­lich mit einer gewis­sen Gelas­sen­heit begeg­nen soll­te, bis ein unab­hän­gi­ges Mess­ge­rät das bestätigt.

Wich­ti­ger für das, was im Digi­tal­si­gnal ankommt, ist die Takt­sta­bi­li­tät. Der Ever­so­lo T10 nutzt einen OCXO-Quarz­os­zil­la­tor mit PLL-Sys­tem, das Fre­quenz­drift durch Tem­pe­ra­tur­schwan­kun­gen mini­mie­ren soll — das ist eine ande­re Qua­li­täts­klas­se als die ein­fa­chen Takt­ge­ber in den güns­ti­gen Strea­mern. Ever­so­lo behaup­tet, das füh­re zu prä­zi­se­rem Ima­ging und natür­li­che­rer Stimm­wie­der­ga­be. Das ist typi­sches Mar­ke­ting­deutsch, aber das Prin­zip dahin­ter ist tech­nisch soli­de und verständlich.

Dazu kommt ein exter­ner 10-MHz-Mas­ter­clock-Ein­gang mit Unter­stüt­zung für 50-Ω- und 75-Ω-Abschluss­wi­der­stän­de — für Leu­te, die ohne­hin über eine exter­ne Refe­renz­takt­quel­le nach­den­ken oder Ever­so­los ange­kün­dig­ten C10-Clock mit­be­stel­len wol­len. Das ist ein ech­ter Mehr­wert gegen­über dem Ever­so­lo T8, der die­se Funk­ti­on nicht hatte.

Iso­la­ti­on ist das drit­te gro­ße The­ma. USB-Audio- und Koaxi­al­aus­gän­ge sind laut Her­stel­ler mit hoch­prä­zi­sen Iso­la­ti­ons­stu­fen aus­ge­stat­tet. Ob das im Hör­test und bei der Mes­sung einen mess­ba­ren Unter­schied macht, bleibt abzuwarten.

Ausgänge und Konnektivität

Digi­ta­le Aus­gän­ge: I²S über HDMI (mit acht wähl­ba­ren Aus­gangs­mo­di für ver­schie­de­ne DAC-Archi­tek­tu­ren), iso­lier­tes USB‑A, AES/EBU, Koaxi­al und TOSLINK. I²S und USB unter­stüt­zen bis zu DSD512 und 32 Bit/768 kHz PCM. Die ande­ren drei kom­men auf maxi­mal 24 Bit/192 kHz und DSD64 via DoP.

Netz­werk: 2,5‑GbE statt des GbE des Ever­so­lo T8, dazu Wi-Fi 6 und ein SFP-Glas­fa­ser­port. Letz­te­rer ist für alle inter­es­sant, die Netz­werk­tren­nung kon­se­quent umset­zen wol­len — gal­va­ni­sche Ent­kopp­lung vom rest­li­chen Heim­netz über Licht­wel­len­lei­ter ist eine sau­be­re Lösung, die man sonst nur bei teu­re­ren Trans­ports findet.

Pro­zes­sor­sei­tig arbei­tet ein 64-Bit-Octa-Core mit 8 GB RAM — das Dop­pel­te des T8. Außer­dem: 64 GB eMMC inter­nen Spei­cher, zwei USB‑3.0‑Anschlüsse und zwei M.2‑NVMe-SSD-Slots, die zusam­men bis zu 16 TB Erwei­te­rungs­spei­cher erlau­ben. SSDs sind nicht im Lie­fer­um­fang. Das macht den T10 auch als loka­les Musik­ser­ver-Zen­trum nutz­bar, ohne dass eine exter­ne NAS nötig wäre.

Dis­play: 8,6 Zoll Touch­screen. Grö­ßer als beim Ever­so­lo T8, mit über­ar­bei­te­tem UI-Lay­out. VU-Meter, Spek­trum-Visua­li­zer und offen­bar auch Umge­bung­s­ani­ma­tio­nen wie Lager­feu­er-Sze­nen. Ob man das nutzt, ist Geschmacks­sa­che — es ist jeden­falls da.

Software und Streaming-Ökosystem

Unter­stütz­te Diens­te: TIDAL, Qobuz, Apple Music, Ama­zon Music, Deezer, Spo­ti­fy Con­nect Los­sless, TIDAL Con­nect, Qobuz Con­nect sowie DLNA. Roon Rea­dy ist eben­falls an Bord.

Die neue Biblio­theks­ver­wal­tung soll rund 200.000 Titel in etwa zwei Stun­den scan­nen kön­nen, mit platt­form­über­grei­fen­der Play­list-Erstel­lung, glo­ba­ler Suche und Kom­plett­shuff­le. Das klingt nach einem Fea­ture für loka­le Samm­lun­gen, die ins Rie­si­ge gewach­sen sind — und für die eine exter­ne NAS allei­ne nicht mehr reicht.

Dazu kommt Evo­Tu­ne Pro — Ever­so­los Raum­kor­rek­tur-Sys­tem. Es soll auto­ma­tisch akus­ti­sche Kom­pen­sa­ti­ons­pro­fi­le für unter­schied­li­che Räu­me gene­rie­ren, wobei ein exter­nes Mess­mi­kro­fon benö­tigt wird. Das ist für einen rei­nen Trans­port unge­wöhn­lich und poten­zi­ell nütz­lich. Wie gut die Imple­men­tie­rung in der Pra­xis funk­tio­niert — Fil­ter­kur­ven, Mess­ge­nau­ig­keit, Inte­gra­ti­ons­gren­zen — ist offen. Anga­ben dazu hat Ever­so­lo bis­her nicht gemacht. Abwarten.

Neu ist außer­dem PCM-Upsam­pling bis zum 16-fachen Fak­tor. Eine Funk­ti­on, die die Com­mu­ni­ty beim Ever­so­lo T8 ver­misst und laut gefor­dert hat. Dass sie jetzt kommt, ist kein Zufall.

Wo steht der Eversolo T10 preislich und konzeptionell?

2.180 Euro. Das ist ein ande­res Gespräch als beim Ever­so­lo T8, der deut­lich güns­ti­ger ange­sie­delt war. In die­ser Preis­klas­se trifft der Ever­so­lo T10 auf Kon­kur­renz, die sich sehen las­sen kann: Der Innu­os Pul­se kos­tet ähn­lich, bringt eben­falls kein ein­ge­bau­tes DAC und setzt auf die bekann­te Innu­os-Soft­ware mit Roon-Inte­gra­ti­on. Der Auren­der N200 liegt mit rund 2.800 Euro etwas höher, gilt aber als Refe­renz im Seg­ment für Sound und App-Qua­li­tät. Lumin U2 Mini und Aura­lic Aries G1.1 spie­len eben­falls in ver­gleich­ba­ren Preisregionen.

Was den Ever­so­lo T10 von die­sen Gerä­ten unter­schei­det: der exter­ne Mas­ter­clock-Input, der SFP-Port, die M.2‑Slots für loka­len Mas­sen­spei­cher — und das Dis­play. Das ist eine Kom­bi­na­ti­on, die in die­ser Preis­klas­se so nicht zu fin­den ist. Ob das aus­reicht, um die eta­blier­ten Namen zu ver­drän­gen, hängt letzt­end­lich davon ab, was das Ding klang­lich abliefert.

Die Com­mu­ni­ty dis­ku­tiert bereits inten­siv: Ein Teil der Ever­so­lo T8-Besit­zer sieht im Ever­so­lo T10 im Wesent­li­chen ein T8 mit ver­bes­ser­tem Clo­cking zu deut­lich höhe­rem Preis, kein Upsam­pling trotz Nach­fra­ge — das Upsam­pling wur­de dann als Firm­ware-Update nach­ge­lie­fert. Die Kri­tik ist nach­voll­zieh­bar, greift aber nicht voll­stän­dig. OCXO-Oszil­la­tor, exter­ner Clock­ein­gang, 2,5 GbE, SFP und die ver­dop­pel­te RAM-Bestü­ckung sind kei­ne Firm­ware-Fea­tures. Wer die­se Funk­tio­nen braucht, für den ist der Auf­preis begründ­bar. Wer zufrie­de­ner T8-Nut­zer ist, kann ent­spannt bleiben.

Preis und Verfügbarkeit

Der Ever­so­lo T10 kos­tet 2.180 Euro (UVP). Ein offi­zi­el­les Ver­füg­bar­keits­da­tum hat Ever­so­lo zum Zeit­punkt der Vor­stel­lung noch nicht kom­mu­ni­ziert, der Launch wird für “nächs­te Zeit” ange­kün­digt. In Deutsch­land läuft der Ver­trieb über audio­NEXT GmbH

Wer ein Gesamt­pa­ket sucht, dem sei auch ein Blick auf den Ever­so­lo DAC-Z10 gegönnt — Ever­so­lo posi­tio­niert T10 und Z10 als auf­ein­an­der abge­stimm­tes Stack, sowohl optisch als auch technisch.

Einordnung

Der T10 ist ein tech­nisch ambi­tio­nier­tes Stück Hard­ware aus einem Her­stel­ler, dem man die schnel­le Ent­wick­lung in den letz­ten Jah­ren nicht abspre­chen kann. Ob 2.180 Euro gerecht­fer­tigt sind, wird der Hör­test zei­gen — und ob Evo­Tu­ne Pro, Upsam­pling und die gan­zen Clock-Geschich­ten unter ech­ten Bedin­gun­gen so funk­tio­nie­ren, wie Ever­so­lo das in der Pres­se­mit­tei­lung beschreibt. Die Basis stimmt. Dran bleiben.

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