LAiV Harmony DAC 2 angekündigt: Diskreter R2R-DAC bekommt Class-A-Ausgangsstufe, 10-MHz-Clock-Eingang und neues Display

Der Harm­o­ny DAC war für LAiV so etwas wie der Tür­öff­ner: ein voll balan­cier­ter, dis­kret auf­ge­bau­ter R2R-Lad­der-DAC, der bei Review­ern wie Darko.Audio und Twit­te­ring Machi­nes für einen erdi­gen, orga­ni­schen Klang gelobt wur­de – ganz ohne Chip-DAC im Signal­weg. Jetzt kommt der Nach­fol­ger, und LAiV macht direkt klar, wor­um es hier nicht geht: Der LAiV Harm­o­ny DAC 2 ist kein Neu­an­fang, son­dern die­sel­be Rich­tung, nur kon­se­quen­ter zu Ende gedacht.

Vor­be­stel­lun­gen star­ten am 7. August 2026, aus­ge­lie­fert wird ab September/Oktober 2026 – die ers­te Char­ge ist laut LAiV wegen der aktu­el­len Bau­teil-Lage (Stich­wort: KI-Boom frisst Kapa­zi­tä­ten) sehr limitiert.

Da LAiV bei uns bis­her noch gar nicht vor­kam, kurz ein paar Wor­te zur Mar­ke, bevor’s tech­nisch wird.

Wer ist LAiV?

LAiV – aus­ge­spro­chen wie das eng­li­sche “live” – wur­de 2023 in Sin­ga­pur gegrün­det, von Weng Fai Hoh, einem Inge­nieur mit Back­ground in der Indus­trie­au­to­ma­ti­on und vor­he­ri­ger Sta­ti­on bei Sound­a­wa­re. Sein Team hat er sich gezielt aus Leu­ten mit Sony‑, Panasonic‑, Harman/Kardon‑, JVC‑, Onkyo‑, Philips‑, Yama­ha- und Teac-Ver­gan­gen­heit zusam­men­ge­stellt – macht in Sum­me über 50 Jah­re gesam­mel­te HiFi-Erfahrung.

Der Anspruch dahin­ter: nichts ein­kau­fen, nichts rebad­gen. Schal­tungs­de­sign, Gehäu­se­fer­ti­gung, Firm­ware und UI kom­men kom­plett aus dem eige­nen Haus, und man sieht es den Gerä­ten auch an – redu­ziert, klar kon­tu­riert, mit einem spür­ba­ren Indus­tri­al-Design-Ein­schlag statt Chrom-und-Holz-Pathos. R2R-Tech­nik ist bei uns übri­gens kein Neu­land – im Lux­sin X9 sorgt eine R2R-Wider­stands­lei­ter zumin­dest bei der Laut­stär­ke­re­ge­lung für spür­bar sau­be­re­re Kanal­gleich­heit; LAiV geht mit dem Harm­o­ny DAC 2 aber den kon­se­quen­te­ren Schritt und wan­delt das kom­plet­te Signal über eine R2R-Lad­der. Ers­te Refe­ren­zen gab’s auch schon: Der Harm­o­ny GaNM und der Harm­o­ny µDAC schaff­ten es bei­de in Ste­reo­phi­les “Class A Recom­men­ded Com­pon­ents” 2026 – für eine noch rela­tiv jun­ge Mar­ke kei­ne Kleinigkeit.

Das Port­fo­lio glie­dert sich aktu­ell in zwei Linien:

Harm­o­ny – die R2R-DAC-Schie­ne und das Herz­stück der Mar­ke. Neben dem gro­ßen Harm­o­ny DAC (jetzt in Ver­si­on 2) gehö­ren dazu der kom­pak­te Harm­o­ny µDAC, der Kopf­hö­rer­ver­stär­ker Harm­o­ny HP2A, der Harm­o­ny LExt sowie eine µDDC und der GaN-Ver­stär­ker GaNM.

Cre­scen­do – die noch jün­ge­re Linie mit Vor­ver­stär­ker/­D­AC/­Kopf­hö­rer­ver­stär­ker-Kom­bi Cre­scen­do VERSE, der End­stu­fe Cre­scen­do CHORUS und dem linea­ren Netz­teil Cre­scen­do BEAT.

Der Harm­o­ny DAC – also der vor dem hier ange­kün­dig­ten DAC 2 – hat sich in ein­schlä­gi­gen Krei­sen (u. a. bei Darko.Audio und Twit­te­ring Machi­nes) bereits einen Ruf als eigen­stän­dig klin­gen­der, erdi­ger R2R-Wand­ler erar­bei­tet. Der DAC 2 ist also kein Erst­lings­werk, son­dern die Wei­ter­ent­wick­lung eines Geräts, das schon vor­her wuss­te, wo es hinwill.

Was sich beim LAiV Harmony DAC 2 ändert

Die R2R-Lad­der-Archi­tek­tur selbst – dis­kret, prä­zi­si­ons­ge­matcht, voll balan­ciert – bleibt unan­ge­tas­tet. Das ist der Teil, der beim Ori­gi­nal schon funk­tio­niert hat, und den LAiV zurecht nicht anfasst. Drum­her­um hat sich aber eini­ges getan:

Dis­kre­te Class-A-Aus­gangs­stu­fe für XLR und RCA gleich­zei­tig. Beim ers­ten Harm­o­ny DAC muss­te man sich zwi­schen XLR und RCA ent­schei­den. Der DAC 2 treibt jetzt bei­de Aus­gän­ge par­al­lel über eine neu ent­wi­ckel­te, dis­kre­te Class-A-Puf­fer­stu­fe mit nied­ri­ger Aus­gangs­im­pe­danz – man kann also z. B. den Voll­ver­stär­ker über XLR und ein Zweit­sys­tem über RCA gleich­zei­tig füt­tern, ohne dass sich die Las­t­im­pe­dan­zen gegen­sei­tig in die Sup­pe spucken.

Direk­ter 10-MHz-Mas­ter­clock-Ein­gang. Wer eine exter­ne Refe­renz­clock im Rack hat, kann sie jetzt direkt per BNC (50 Ohm) ein­spei­sen – ohne Umweg über eine DDC und I2S. Beim Vor­gän­ger ging das nur über eine DDC.

Drei PCM-Modi statt zwei. Neben NOS und dem haus­ei­ge­nen OS-Modus gibt’s jetzt zusätz­lich eine dedi­zier­te Hard­ware-SRC-Stu­fe, die PCM bis 705,6/768 kHz wan­delt. DSD bleibt kon­se­quent NOS: Es wird direkt in Mul­ti-Bit gewan­delt, damit die R2R-Lei­ter über­haupt etwas damit anfan­gen kann – kein Overs­am­pling, kei­ne Sam­ple-Rate-Con­ver­si­on obendrauf.

Vol­le digi­ta­le Iso­la­ti­on zwi­schen Ein- und Aus­gang. Soll Ground Loops, USB-Bus-Rau­schen und sons­ti­ge Stör­ein­flüs­se von der Quel­le kon­se­quent aus­sper­ren, bevor sie über­haupt in Rich­tung Wand­ler­stu­fe kommen.

Neu­es Dis­play. Das 16-stu­fi­ge Grau­stu­fen-OLED des Ori­gi­nals weicht einem 960 × 400 Farb-LCD mit über­ar­bei­te­ter Gra­fik – aus der Distanz bes­ser ablesbar.

All­tags­kram, der trotz­dem zählt: 12-V-Trig­ger (in und out) für auto­ma­ti­sches Ein-/Aus­schal­ten mit dem Rest der Ket­te, Firm­ware-Updates jetzt per USB‑C statt SD-Karte.

Technische Daten

Spe­zi­fi­ka­ti­onWert
Archi­tek­turVoll balan­cier­ter, dis­kre­ter, prä­zi­si­ons­ge­match­ter R2R-Ladder
Digi­tal-Engi­ne / ClockIntel-Cyclo­ne-FPGA, CCHD-957-Femto-Clock
PCM-ModiNOS / haus­ei­ge­ner OS-Modus / Hard­ware-SRC (bis 705,6/768 kHz)
DSDNOS, direk­te Mul­ti-Bit-Wand­lung für die Ladder
Aus­gangs­stu­feDis­kre­te Class-A-Puf­fer­stu­fe, nied­ri­ge Ausgangsimpedanz
Aus­gangs­span­nun­g/-impe­danzXLR 4,15 Vrms / < 50 Ω, RCA 2,08 Vrms / < 25 Ω
THD+N / SNR0,0035 % / > 125 dB
Dyna­mik­um­fang / Übersprechen> 110 dB / < −120 dB
Fre­quenz­gang20 Hz – 20 kHz ±0,25 dB
Digi­ta­le EingängeUSB, optisch, koaxi­al, I2S, 10-MHz-Masterclock-Eingang
Max. Sam­ple Rate (USB/I2S)PCM 768 kHz, DSD256
Max. Sam­ple Rate (optisch/koax)PCM 192 kHz, DSD64 (DoP)
10-MHz-Clock-Ein­gangBNC, 50 Ω, 0,5–3,3 V
Trig­ger12 V, in und out
Dis­play960 × 400 Farb-LCD
Firm­ware-UpdateUSB‑C
Abmes­sun­gen255 × 250 × 50 mm (75 mm mit Spikes)
Leis­tungs­auf­nah­me14,7 W Betrieb / 2,5 W Standby
Garan­tie24 Mona­te
Preis3.994 US-Dol­lar

Lieferumfang

Will­kom­mens­kar­te mit Echt­heits­zer­ti­fi­kat, LAiV Harm­o­ny DAC 2, drei Spike-Füße samt Aus­rich­tungs­kar­te, Fern­be­die­nung Harm­o­ny RCX (CR2032-Bat­te­rie nicht ent­hal­ten), Netz­ka­bel und Reinigungstuch.

Bestandskunden nicht vergessen

Wer bereits einen Harm­o­ny DAC besitzt, muss nicht kom­plett neu kau­fen: LAiV kün­digt ein Upgrade-Kit an, das die wich­tigs­ten Neue­run­gen des LAiV Harm­o­ny DAC 2 offen­bar nach­rüst­bar macht. Details und Preis dazu ste­hen noch aus – Inter­es­sen­ten kön­nen sich aber schon jetzt auf der LAiV-Sei­te vor­mer­ken las­sen, um als Ers­te infor­miert zu werden.

Was ist der Unterschied zwischen Harmony DAC und LAiV Harmony DAC 2?

Die dis­kre­te, balan­cier­te R2R-Lad­der-Archi­tek­tur bleibt iden­tisch – das ist bewusst so, das war schon beim Ori­gi­nal der Kern. Neu sind die dis­kre­te Class-A-Aus­gangs­stu­fe für gleich­zei­ti­gen XLR/R­CA-Betrieb, der direk­te 10-MHz-Clock-Ein­gang ohne DDC-Umweg, der zusätz­li­che Hard­ware-SRC-Modus, die vol­le digi­ta­le Ein-/Aus­gangs-Iso­la­ti­on, das neue Farb­dis­play, 12-V-Trig­ger sowie Firm­ware-Updates per USB‑C statt SD-Karte.

Kann ich XLR und RCA gleichzeitig nutzen?

Ja, und das ist tat­säch­lich einer der grö­ße­ren prak­ti­schen Sprün­ge gegen­über dem Ori­gi­nal: Dort muss­te man sich für einen der bei­den Aus­gän­ge ent­schei­den, jetzt treibt die neue dis­kre­te Class-A-Puf­fer­stu­fe bei­de Aus­gän­ge par­al­lel bei nied­ri­ger Aus­gangs­im­pe­danz. Prak­tisch, wenn du z. B. Voll­ver­stär­ker und Zweit­sys­tem gleich­zei­tig anbin­den willst.

Wird DSD oversampled?

Nein. DSD läuft kon­se­quent NOS und wird direkt in Mul­ti-Bit gewan­delt, damit die R2R-Lei­ter das Signal über­haupt ver­ar­bei­ten kann – das ist der ein­zi­ge Zwi­schen­schritt, den die Phy­sik hier ver­langt. Kein zusätz­li­ches Overs­am­pling, kei­ne Sample-Rate-Conversion.

Brauche ich eine DDC für die externe Masterclock?

Nein, das ist genau der Punkt, den LAiV neu gelöst hat. Der 10-MHz-Ein­gang (BNC, 50 Ω) nimmt die Clock direkt ent­ge­gen, ohne Umweg über eine exter­ne DDC und I2S wie beim ers­ten Harm­o­ny DAC.

Kann ich meinen bestehenden Harmony DAC upgraden?

LAiV kün­digt ein Upgrade-Kit an, Details zu Umfang und Preis ste­hen aber noch aus. Wer Bestands­kun­de ist, kann sich auf der LAiV-Sei­te für Infos vor­mer­ken lassen.

Warum ist die Verfügbarkeit limitiert?

LAiV begrün­det das offen mit der aktu­el­len Bau­teil-Lage – gestie­ge­ne Nach­fra­ge aus dem KI-Boom nach PCB-Kom­po­nen­ten treibt Prei­se und Lie­fer­zei­ten. Die ers­te Char­ge vom LAiV Harm­o­ny DAC 2 und den Upgrade-Boards ist ent­spre­chend klein bemessen.

Was ist ein R2R-Ladder-DAC, und warum setzen Hersteller wie LAiV darauf?

Statt wie die meis­ten aktu­el­len DACs auf einen fer­ti­gen Del­ta-Sig­ma-Wand­ler­chip zu set­zen, baut ein R2R-Lad­der-DAC die Ana­log­wand­lung aus einem Netz­werk ein­zeln prä­zi­si­ons­ge­match­ter Wider­stän­de auf – dis­kret, ganz ohne fer­ti­gen Kon­ver­ter-Chip. Das Prin­zip hat­ten wir zuletzt beim FiiO K17 R2R Pro im Detail, dort aller­dings als nach­träg­lich getausch­tes Modul statt als Ur-Archi­tek­tur wie beim LAiV. Befür­wor­ter schät­zen den dadurch oft orga­ni­sche­ren, weni­ger “digi­tal” wir­ken­den Klang­cha­rak­ter. Der Auf­wand ist ent­spre­chend höher: mehr Bau­tei­le, mehr Fer­ti­gungs­prä­zi­si­on, mehr Kali­brie­rung nötig. Ob das “bes­ser” klingt als ein gutes Del­ta-Sig­ma-Design, ist am Ende Geschmacks­sa­che und hängt stark von der Umset­zung ab – das eine Ver­fah­ren macht aus einem schlecht design­ten DAC noch kei­nen guten.

Welches LAiV-DAC passt zu mir?

Dazu kön­nen wir aktu­ell noch kei­ne belast­ba­re Ein­ord­nung lie­fern, da wir bis­lang kei­nes der LAiV-Gerä­te selbst gehört haben – auch den LAiV Harm­o­ny DAC 2 nicht.

Einordnung

Ob sich die dis­kre­te Class-A-Aus­gangs­stu­fe, der direk­te Clock-Ein­gang und die neue SRC-Opti­on beim LAiV Harm­o­ny DAC 2 auch klang­lich in einen ech­ten Sprung gegen­über dem Ori­gi­nal über­set­zen, lässt sich natur­ge­mäß erst sagen, wenn das Gerät tat­säch­lich hier steht und gegen die bekann­ten Refe­ren­zen antre­ten muss. Auf dem Papier klingt die Marsch­rich­tung aber sinn­voll: LAiV rührt nicht an der R2R-Lad­der, die dem Ori­gi­nal sei­nen Cha­rak­ter gege­ben hat, son­dern poliert genau die Stel­len, an denen Review­er beim ers­ten Harm­o­ny DAC geme­ckert haben – fixe Aus­gangs­wahl, feh­len­de exter­ne Clock-Opti­on, spär­li­ches Display.

Bei einer ers­ten Char­ge, die laut Her­stel­ler “very limi­t­ed” ist, wür­de ich mich als Inter­es­sent aber nicht zu lan­ge mit der Ent­schei­dung Zeit las­sen. Wer sich gene­rell für die aktu­el­le R2R-Renais­sance im DAC-Seg­ment inter­es­siert – auch eta­blier­te Strea­ming-Mar­ken wie Ever­so­lo set­zen inzwi­schen auf eige­ne R2R-Wand­ler – dem dürf­te der Harm­o­ny DAC 2 ohne­hin schon auf­ge­fal­len sein.

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