Denafrips Erato - Front und Back, schwarz und silber

Denafrips Erato: R2R-DAC für unter 600 Euro soll die Einstiegshürde weiter senken

Den­af­rips schiebt mit dem Den­af­rips Era­to ein neu­es Modell unter­halb des bis­he­ri­gen Ein­stiegs-DACs Enyo ein. Die chi­ne­si­sche Fir­ma baut seit über einem Jahr­zehnt R2R-Wand­ler, wäh­rend der Rest der Bran­che fast aus­schließ­lich auf Del­ta-Sig­ma-Chips von AKM, ESS oder Cir­rus Logic setzt. Damit soll die­ses Kon­zept jetzt auch für unter 600 Euro zugäng­lich wer­den, offi­zi­ell vor­ge­stellt Ende Juni 2026.

Positionierung: R2R für alle, sagt der Hersteller

Bis­lang war Enyo die unters­te Spros­se der Den­af­rips-Lei­ter, mit dem 15th-Update mitt­ler­wei­le bei 662,76 Euro inklu­si­ve Steu­ern und Zoll per DDP-Lie­fe­rung nach Deutsch­land ange­sie­delt. Der Den­af­rips Era­to unter­bie­tet das noch­mal deut­lich und will laut Her­stel­ler die Den­af­rips-Klang­phi­lo­so­phie einem brei­te­ren Publi­kum zugäng­lich machen. Das ist Mar­ke­ting­sprech, klar, aber die grund­sätz­li­che Stoß­rich­tung stimmt: Ein wasch­ech­ter, balan­cier­ter R2R-Wand­ler für deut­lich unter 600 Euro ist tat­säch­lich eine Ansa­ge, weil prä­zi­se Wider­stands­netz­wer­ke in der Fer­ti­gung teu­er sind und genau des­halb R2R tra­di­tio­nell im geho­be­nen Preis­seg­ment sitzt.

Technik: Was im Denafrips Erato steckt

Der Den­af­rips Era­to arbei­tet mit einer ech­ten balan­cier­ten 24-Bit-R2R-Archi­tek­tur plus 6‑Bit-DSD-Stu­fe über 32-stu­fi­ge FIR-Fil­ter. Jeder Kanal bekommt ein eige­nes, unab­hän­gi­ges CPLD zur Ansteue­rung und zwei Sät­ze handse­lek­tier­ter Prä­zi­si­ons­wi­der­stän­de mit 0,005 Pro­zent Tole­ranz, laut Daten­blatt sogar enger tole­riert als beim teu­re­ren Enyo 15th, der mit 0,01 Pro­zent ange­ge­ben wird. Aller­dings arbei­tet der Enyo mit vier Wider­stands­sät­zen pro Kanal, der Den­af­rips Era­to nur mit zwei­en. Tigh­ter tole­riert, aber weni­ger Netz­wer­ke, das ist am Ende ein Tausch, kein rei­ner Fort­schritt. Wer beim Klang wirk­lich Unter­schie­de hören will, kommt um einen A/B‑Vergleich nicht her­um, rei­ne Daten­blatt­lek­tü­re bringt hier wenig.

Digi­tal geht es über zwei Koax‑, zwei opti­sche Ein­gän­ge und USB 2.0 Type B, ein I²S-Ein­gang fehlt dem Den­af­rips Era­to im Gegen­satz zum Enyo 15th kom­plett. FEM­TO-Takt bei 45,1548 und 49,152 MHz sorgt für die bei­den Grund­fa­mi­li­en der Abtast­ra­ten, Signal­ver­ar­bei­tung läuft über FPGA mit adap­ti­vem FIFO-Puf­fer und Reclo­cking vor der eigent­li­chen Wand­ler­stu­fe. Über USB ver­ar­bei­tet das Gerät PCM bis 1536 kHz und DSD bis DSD1024, an Koax und Optisch ist bei PCM 192 kHz und DSD64 per DoP Schluss, ein in die­ser Preis­klas­se völ­lig nor­ma­les Limit.

Ana­log lie­fert das Gerät 2,0 Vrms an Cinch mit 625 Ohm Aus­gangs­im­pe­danz und 4,0 Vrms sym­me­trisch über XLR mit 1250 Ohm, klas­si­sche R2R-Wer­te, die bei der Ver­stärk­erwahl mit­ge­dacht wer­den soll­ten. Umschalt­bar zwi­schen NOS- und OS-Modus, dazu eine Fil­ter­wahl zwi­schen Slow und Sharp. Laut Her­stel­ler liegt der Stör­ab­stand bei min­des­tens 119 dB, die Ver­zer­rung bei maxi­mal 0,003 Pro­zent, Wer­te, die sich mit gän­gi­gen Mit­be­wer­bern in die­ser Preis­klas­se mes­sen kön­nen, unge­prüft bis­lang, ver­steht sich.

Technische Daten im Überblick

Kate­go­rieWert
Wand­ler­ar­chi­tek­turPro­prie­tä­res R2R + DSD, true balan­ced 24 Bit R2R + 6 Bit DSD, 32-stu­fi­ge FIR-Filter
Prä­zi­si­ons­wi­der­stän­deHand-matched, 0,005 % Tole­ranz, nied­ri­ger Thermal-Effect
Takt­ge­berFEM­TO-Crys­tal, 45,1548 MHz / 49,152 MHz
Signal­ver­ar­bei­tungFPGA-basiert, adap­ti­ver FIFO-Puf­fer mit Reclocking
Digi­tal­ein­gän­geKoax x2, TOS­Link x2, USB 2.0 Type B
PCM (Koax/Optisch)24 Bit, 44,1–192 kHz
PCM (USB)24 Bit, 44,1–1536 kHz
DSD (Koax/Optisch)DSD64 (DoP)
DSD (USB)DSD64DSD1024
USB-Audio-LösungPro­prie­tär, STM32F446 ARM Cor­tex-M4, lizen­zier­ter The­sy­con-Trei­ber unter Win­dows, trei­ber­los unter Mac/Linux
Ana­log­aus­gang RCA2,0 Vrms, 625 Ω Ausgangsimpedanz
Ana­log­aus­gang XLR4,0 Vrms, 1250 Ω Ausgangsimpedanz
Pegel bei 0 dBFS4,46 Vrms
Sam­pling-ModusNOS / OS umschaltbar
Fil­ter­wahlSlow / Sharp
Fre­quenz­gang20–70 kHz (+1/-3 dB)
THD+N≤ 0,003 % (A)
Stör­ab­stand (S/N)≥ 119 dB (A)
Dyna­mik­um­fang≥ 119 dB
Über­spre­chen (Kanal­tren­nung)≤ ‑87 dB
Strom­ver­sor­gung115 V / 60 Hz oder 230 V / 50 Hz
Leis­tungs­auf­nah­me≤ 20 W
Abmes­sun­gen220 × 255 × 65 mm
Gewicht3,2 kg
Lie­fer­um­fangDAC und Netz­ka­bel, kei­ne Fern­be­die­nung (optio­nal dazubestellbar)
Far­benSchwarz, Sil­ber
Garan­tie12 Mona­te

Besonderheiten: Gehäuse, Fernbedienung und ein kleiner Widerspruch

Das Gehäu­se ist ein CNC-gefräs­tes Uni­bo­dy-Alu­mi­ni­um­teil mit elo­xier­ter Ober­flä­che, deut­lich kom­pak­ter als die grö­ße­ren Model­le der Rei­he, bei 220 mal 255 mal 65 Mil­li­me­tern und 3,2 Kilo­gramm Gewicht. Net­tes Detail am Ran­de: ver­gol­de­te Cinch-Buch­sen, sonst eher den teu­re­ren Gerä­ten vor­be­hal­ten. Eine Infra­rot-Fern­be­die­nung gibt es beim Den­af­rips Era­to als optio­nal dazu­be­stell­ba­re Vari­an­te, die den DDP-End­preis von 530,02 auf 596,30 Euro treibt, ein Auf­preis von gut 66 Euro. Der teu­re­re Enyo 15th wird dage­gen grund­sätz­lich ganz ohne Fern­be­die­nung aus­ge­lie­fert. Kein Seri­en­um­fang beim Den­af­rips Era­to also, aber wenigs­tens als Opti­on ver­füg­bar, wer täg­lich zwi­schen NOS und OS umschal­tet, wird sie zu schät­zen wissen.

Passende Kettenpartner

Wer den Den­af­rips Era­to direkt in ein Kopf­hö­rer-Set­up ein­bin­den will, fin­det bei uns einen pas­sen­den Part­ner im Bur­son Soloist Stel­lar Max, unse­rem getes­te­ten Kopf­hö­rer­ver­stär­ker aus der aktu­el­len Bur­son-Rei­he. Wer statt­des­sen eine Laut­spre­cher­ket­te auf­baut, kann den Den­af­rips Era­to vor den Ever­so­lo DMP-A6 hän­gen und ihn dort als rei­nen Strea­mer bezie­hungs­wei­se Vor­stu­fen-Bau­stein nut­zen, je nach­dem, wor­auf man gera­de Lust hat.

Markteinordnung: Wo der Erato steht

Preis­lich lan­det der Den­af­rips Era­to in einer Zone, in der bis­lang prak­tisch aus­schließ­lich Del­ta-Sig­ma-DACs zu Hau­se waren, mit deut­lich mehr Digi­tal­funk­tio­nen wie Blue­tooth oder Dis­plays, dafür eben ohne die R2R-Klang­si­gna­tur. Der Den­af­rips Era­to bie­tet nichts von alle­dem, kein Strea­ming, kein Schnick­schnack, dafür wasch­ech­te Wider­stands­lei­ter-Tech­nik zum Ein­stiegs­preis. Wer bereit ist, für einen ande­ren tech­ni­schen Ansatz und mehr Aus­stat­tung spür­bar mehr zu inves­tie­ren, fin­det in unse­rem Lux­sin X9 Test einen rein­ras­si­gen Del­ta-Sig­ma-DAC mit AKM-Chip für rund 999 Euro, preis­lich also eine gan­ze Liga über dem Den­af­rips Era­to. Inner­halb der eige­nen Modell­fa­mi­lie drängt sich der Ver­gleich zum Enyo 15th auf, der für rund 133 Euro mehr, jeweils DDP und ohne Fern­be­die­nung gerech­net, vier statt zwei Wider­stands­sät­ze pro Kanal und einen zusätz­li­chen I²S-Ein­gang bie­tet. Ob die­ser Auf­preis klang­lich gerecht­fer­tigt ist, muss ein Hör­ver­gleich zei­gen, nicht das Datenblatt.

Preis und Verfügbarkeit

Der Den­af­rips Era­to kos­tet inklu­si­ve Steu­ern und Zoll per DDP-Lie­fe­rung nach Deutsch­land 530,02 Euro in der Grund­aus­stat­tung ohne Fern­be­die­nung, mit der optio­na­len Infra­rot-Fern­be­die­nung sind es 596,30 Euro, jeweils ver­sand­kos­ten­frei direkt ab Werk bestellt. Ein Preis über den deut­schen Fach­han­del exis­tiert bis­lang nicht. Wich­tig dabei: Bestellt wird aus­schließ­lich über denafrips.com, die Domain denafrips.eu gehört laut einer aktu­el­len Stel­lung­nah­me des Her­stel­lers nicht zu Den­af­rips und ist kei­ne offi­zi­el­le euro­päi­sche Nie­der­las­sung, auch nicht auto­ri­sier­te Ange­bo­te auf Ali­Ex­press und ande­ren Dritt­platt­for­men fal­len unter die­se War­nung. Wer dort kauft, ris­kiert Garan­tie und Sup­port. Zur Garan­tie gibt Den­af­rips 12 Mona­te ab Kauf­da­tum an. Erhält­lich in Schwarz und Silber.

Ob der Den­af­rips Era­to tat­säch­lich der ein­fachs­te Weg zu ech­tem R2R-Klang ist oder ob die Abstri­che gegen­über dem Enyo doch zu spü­ren sind, muss sich im Hör­ver­gleich zei­gen. Bleibt span­nend, wie der Markt auf die­sen Vor­stoß nach unten reagiert.

Häufige Fragen zum Denafrips Erato

Ist der Denafrips Erato ein echter R2R-DAC oder nur Marketing?

Ja, echt. Der Den­af­rips Era­to arbei­tet mit einer dis­kre­ten, balan­cier­ten Wider­stands­lei­ter-Archi­tek­tur und zwei Prä­zi­si­ons­wi­der­stands­netz­wer­ken pro Kanal, kei­ne Del­ta-Sig­ma-Chip­lö­sung mit R2R-Anstrich.

Braucht der Denafrips Erato einen Vorverstärker?

Nein, er lie­fert direkt Line-Pegel über RCA und XLR und lässt sich ohne zusätz­li­che Vor­stu­fe an End­stu­fen oder Aktiv­laut­spre­cher anschlie­ßen, sofern die­se über eine Laut­stär­ke­re­ge­lung verfügen.

Was unterscheidet den Denafrips Erato vom Enyo 15th?

Vor allem zwei statt vier Wider­stands­sät­ze pro Kanal, ein feh­len­der I²S-Ein­gang und ein nied­ri­ge­rer Preis. Die Fern­be­die­nung ist beim Den­af­rips Era­to immer­hin optio­nal dazu­be­stell­bar, beim Enyo 15th gibt es sie gar nicht.

Unterstützt der Denafrips Denafrips Erato natives DSD?

Ja, über USB bis DSD1024. An Koax- und opti­schen Ein­gän­gen ist bei DSD64 per DoP Schluss.

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