Arendal 1723 Bookshelf S am Hypex Nilai und Eversolo DMP-A6

Arendal 1723 Bookshelf S THX im Test: Klein, geschlossen, und im Verbund ein anderes Tier

Als ich mir nach dem Test der Are­nd­al 1723 Tower THX auch gleich den pas­sen­den Are­nd­al 1723 Cen­ter THX geholt habe, war eigent­lich klar: Wenn schon, denn schon. Also sind bei mir zusätz­lich die Are­nd­al 1723 Books­helf S THX als Sur­round-Lösung ein­ge­zo­gen — die kom­pak­ten, geschlos­se­nen Geschwis­ter der gro­ßen 1723er-Serie. Was dabei raus­kam, ist ein Laut­spre­cher, der als Solist ehr­lich gesagt eine kla­re Gren­ze hat, im Ver­bund mit dem Rest der Serie aber rich­tig aufblüht.

Dis­clai­mer: Die Are­nd­al 1723 Books­helf S THX wur­den mir von Are­nd­al für den Test kos­ten­los zur Ver­fü­gung gestellt. Es gibt jedoch kei­ne Ein­fluss­nah­me auf mei­ne unge­schön­te Mei­nung und Ergeb­nis­se. Are­nd­al hat­te kei­nen Ein­fluss auf den Test­auf­bau und steht in sons­ti­ger Hin­sicht in kei­ner Bezie­hung zu die­sem Review.

Der ehr­li­che Ste­reo-Test, der Ein­satz im Sur­round-Ver­bund, und war­um die Are­nd­al 1723 Books­helf S THX für mich trotz­dem ein kla­rer Award-Favo­rit ist.

Kurz zur Backstory

Bevor ich zu den Hör­ein­drü­cken kom­me, kurz der Kon­text, war­um die­ses Review erst jetzt kommt: Kurz nach­dem die Books­helf S bei mir ein­ge­trof­fen sind, ist mir mein alter AV-Recei­ver kom­plett aus­ge­fal­len — mit­ten im Betrieb, ohne Vor­war­nung. Die aus­führ­li­che Geschich­te dazu gibt’s in einem eige­nen Arti­kel und Video. Für die­ses Review rele­vant ist nur: Aus dem Aus­fall wur­de ein kom­plet­ter Neu­auf­bau mei­ner Ket­te. Statt eines ein­fa­chen Ersatz­ge­räts sitzt jetzt ein Anthem AVM 70 als rei­ner Pro­zes­sor bei mir, kom­bi­niert mit einem, ich nenn’s lie­be­voll „Fran­ken­stein-Ver­stär­ker-Set­up”: Front über den Bur­son Time­kee­per GT4 Max, die Sur­rounds — also auch die Books­helf S — lau­fen über Hypex-Nil­ai-Mono­blö­cke, der Rest ist eher pro­vi­so­risch bestückt.

Die­se kom­plet­te Neu­auf­stel­lung der Ket­te hat den Test­zeit­raum deut­lich in die Län­ge gezo­gen, weil ich mir erst ein sau­be­res Bild von der neu­en Elek­tro­nik machen muss­te, bevor eine fai­re Beur­tei­lung der Laut­spre­cher über­haupt mög­lich war.

Die Arendal 1723 Bookshelf S THX im Detail

Die Are­nd­al 1723 Books­helf S THX läuft bei mir aktu­ell als Sur­round-Kanal in einem 7.2.4‑Setup. Anders als der Cen­ter und die Tower ist sie geschlos­sen (sea­led) auf­ge­baut, nicht por­ted, und setzt auf einen 6,5‑Zoll-Woofer statt der 8‑Zöller der gro­ßen Geschwis­ter — kom­bi­niert mit dem­sel­ben Wave­gui­de-Twee­ter-Prin­zip der rest­li­chen Serie.

Zur Ein­ord­nung: Es gibt in der S‑Serie auch eine hoch­kant auf­ge­stell­te Vari­an­te mit drei Trei­bern für alle, die kei­ne klas­si­schen Towers auf­stel­len wol­len oder kön­nen — legi­ti­me Alter­na­ti­ve, aber für mein Set­up aktu­ell irrele­vant, da ich ja bereits die gro­ßen Towers als Front nutze.

Spe­zi­fi­ka­ti­onWert
Design2‑Wege
Abmes­sun­gen (H/B/T)38,5 × 24,5 × 32 cm
Gewichtca. 14,5 kg
Gehäu­seHDF, sea­led
Twee­ter28 mm (1,1″) mit Waveguide
Woo­fer1 × 6,5″
Fre­quenz­gang (-6 dB)65 Hz – 20 kHz
F3 (anecho­isch)ca. 80 Hz
In-Room Bass Respon­se (Are­nd­al-Anga­be, mit Raumgewinn)ca. 41 Hz
Sen­si­ti­vi­ty84 dB / 1 W / 1 m
Impe­danz4 Ohm nominal
Preis1.600 € (Paar), Testmuster

Ein Wort zu den Bass-Wer­ten, bevor Miss­ver­ständ­nis­se ent­ste­hen: Die Are­nd­al 1723 Books­helf S THX wird von Are­nd­al nir­gends als Voll­be­reichs- oder Bass-Kano­ne ver­kauft. Mit einem anechoi­schen F3 von rund 80 Hz ist von vorn­her­ein klar, wofür die­ser Laut­spre­cher gedacht ist: prä­zi­se, schnel­le Mit­ten und Höhen, wäh­rend der Tief­bass an einen Sub­woo­fer abge­ge­ben wird. Das ist kei­ne Schwä­che, son­dern exakt das Kon­zept, für das die geschlos­se­ne Bau­wei­se steht. Wer das im Daten­blatt nach­liest, wird von der Are­nd­al 1723 Books­helf S THX in die­ser Hin­sicht nicht ent­täuscht, weil nie etwas ande­res ver­spro­chen wurde.

Ein technischer Blick: Warum „geschlossen” hier kein Nachteil per se ist

Die Are­nd­al 1723 Books­helf S THX ist bewusst als sea­led-Kon­struk­ti­on aus­ge­legt, wäh­rend Cen­ter und Tower der Serie por­ted betrie­ben wer­den kön­nen. Das ist kei­ne Spar­maß­nah­me, son­dern ein bewuss­tes Design­prin­zip mit einer lan­gen Tra­di­ti­on in der Laut­spre­cher­ent­wick­lung: Geschlos­se­ne Kon­struk­tio­nen mit nied­ri­ger Sen­si­ti­vi­ty — hier 84 dB/1W/1m — und nied­ri­ger Impe­danz fol­gen einem Ansatz, den man aus klas­si­schen BBC-Moni­to­ren wie dem legen­dä­ren LS 3/5A kennt. Das Prin­zip dahin­ter: kon­trol­lier­ter, prä­zi­ser Bass­ab­fall statt auf­ge­bläh­ter Beto­nung im Tief­ton, dafür ein sau­be­rer, gut vor­her­sag­ba­rer Amplitudenverlauf.

Die Kehr­sei­te die­ser Bau­wei­se: Eine sea­led-Box mit ver­gleichs­wei­se nied­ri­ger Sen­si­ti­vi­ty und nied­ri­ger Impe­danz braucht ordent­lich Ver­stär­kerleis­tung, um ihr vol­les Poten­zi­al zu ent­fal­ten. Das deckt sich exakt mit mei­ner eige­nen Erfah­rung — je mehr sau­be­ren Strom die Are­nd­al 1723 Books­helf S THX bekommt, des­to sou­ve­rä­ner spielt sie auf. Das ist kei­ne Schwä­che, son­dern eine bewuss­te Design­ent­schei­dung, die den Laut­spre­cher in Kom­bi­na­ti­on mit poten­ter Elek­tro­nik zur ech­ten Emp­feh­lung macht.

Im direk­ten Ver­gleich zu den grö­ße­ren Geschwis­tern der Serie — den Towern und dem Cen­ter, die bei­de über eine grö­ße­re Mem­bran­flä­che ver­fü­gen und teil­wei­se por­ted betrie­ben wer­den kön­nen — hat die Are­nd­al 1723 Books­helf S THX natur­ge­mäß nicht die­sel­be Tief­bass-Reich­wei­te. Das ist aber kei­ne Kri­tik am Kon­zept, son­dern schlicht Phy­sik, und vor allem: kein ver­steck­tes Man­ko. Mit einem F3 von rund 80 Hz posi­tio­niert sich die Books­helf S klar als Laut­spre­cher, der für den Ein­satz mit Sub­woo­fer kon­zi­piert ist — genau wie prak­tisch jede kom­pak­te Regal­box in die­ser Preis­klas­se. Wer das weiß und ent­spre­chend plant, bekommt hier kei­nen Kom­pro­miss, son­dern einen Laut­spre­cher, der das, wofür er gebaut wur­de, exzel­lent macht.

Unboxing & Design

Die Are­nd­al 1723 Books­helf S THX kommt, wie bei Are­nd­al gewohnt, sau­ber und sta­bil ver­packt: dop­pel­ter Kar­ton, Form­schaum­tei­le, ein Baum­woll­sack zum Schutz der Lack­ober­flä­che wäh­rend der Montage.

Lie­fer­um­fang (Paar):

  • 2 × Are­nd­al 1723 Books­helf S THX
  • Bedie­nungs­an­lei­tung / Pro­duct Handbook
  • Gum­mi­fü­ße bzw. Wand­hal­te­rungs­op­tio­nen je nach Konfiguration

Design und Ver­ar­bei­tung ent­spre­chen dem gewohnt hohen Niveau der Serie: mas­si­ves Alu­mi­ni­um an den Ter­mi­nals, sau­be­re Lackie­rung, magne­tisch befes­tig­te Stoff­ab­de­ckun­gen. Kein Kunst­stoff-Anmu­tungs­pro­blem, wie man es in die­ser Preis­klas­se bei man­chen Kom­pakt­laut­spre­chern findet.

Wandmontage: Praktisch mitgedacht

Ein Detail, das mir erst beim genaue­ren Hin­se­hen auf­ge­fal­len ist: Die Are­nd­al 1723 Books­helf S THX ist kon­struk­tiv für die Wand­mon­ta­ge vor­be­rei­tet. Auf der Rück­sei­te gibt es eine Aus­spa­rung mit einer Boh­rung für eine Schrau­be, über die sich der Laut­spre­cher bün­dig an der Wand auf­hän­gen lässt. Zusätz­lich gibt es unten eine Wölbung/Aussparung, durch die sich das Anschluss­ka­bel sau­ber füh­ren lässt, ohne dass es sicht­bar absteht. Für Sur­round-Posi­tio­nen, wo man häu­fig mit beeng­ten Platz­ver­hält­nis­sen an Sei­ten­wän­den zu kämp­fen hat, ist das ein ech­ter Plus­punkt gegen­über Lösun­gen, die nur auf Stän­dern oder Regal­bö­den funk­tio­nie­ren. dass es sicht­bar absteht. Für Sur­round-Posi­tio­nen, wo man häu­fig mit beeng­ten Platz­ver­hält­nis­sen an Sei­ten­wän­den zu kämp­fen hat, ist das ein ech­ter Plus­punkt gegen­über Lösun­gen, die nur auf Stän­dern oder Regal­bö­den funktionieren.

Aufstellung: Stereo-Test vs. Surround-Einsatz

Test­ket­te (Ste­reo-Test): Ever­so­lo DMP-A6 als Quelle/Vorstufe → Hypex-Nil­ai-Mono­blö­cke, ange­bun­den über WBC Ulti­ma­te 7AWG Car­bon Laut­spre­cher­ka­bel und Rica­ble Deda­lus XLR-Ver­bin­dungs­ka­bel.

Ein fai­rer Hin­weis zu die­sem Test: Sowohl die Hypex Nil­ai als auch der Ever­so­lo DMP-A6 spie­len extrem neu­tral — ich hat­te im Ste­reo-Test kein EQing aktiv, kei­ne Loud­ness-Kur­ve, kei­ne Ton­an­he­bung irgend­ei­ner Art. Das heißt, mit ein biss­chen geziel­tem EQing im Mit­tel­ton­be­reich lie­ße sich hier ver­mut­lich noch etwas mehr Kick und Punch raus­ho­len, als ich es in die­sem völ­lig unge­schön­ten Set­up gehört habe. Was sich dadurch aber nicht ändert: Ech­ter Tief­bass bleibt trotz­dem außer­halb des­sen, was die Books­helf S leis­ten kann und soll — das ist eine Fra­ge der Gehäu­se­grö­ße und des Trei­ber­durch­mes­sers, kein EQ der Welt zau­bert einem 6,5‑Zöller in einer sea­led-Box zusätz­li­che Okta­ven nach unten. Aber der Punkt ist mir wich­tig: Wer die Books­helf S an einer bereits leicht wär­mer oder bass­las­ti­ger abge­stimm­ten Ket­te betreibt, wird im Mit­tel­ton­be­reich ver­mut­lich sub­jek­tiv mehr Fül­le wahr­neh­men, als es mein neu­tra­ler Test­auf­bau her­ge­ge­ben hat.

Klei­ner ehr­li­cher Fakt vor­weg: Ich habe die Are­nd­al 1723 Books­helf S THX ver­suchs­wei­se auch mal als rei­nes Ste­reo-Paar betrie­ben. Für mei­nen Hör­raum und mei­nen Geschmack hät­te ich mir dabei einen Sub­woo­fer dazu­ge­wünscht — was ange­sichts eines F3 von rund 80 Hz aber auch nie­man­den über­ra­schen soll­te. Das ist kein Kri­tik­punkt, son­dern folgt exakt aus dem, was ich oben zur sea­led-Bau­wei­se und dem Design­kon­zept geschrie­ben habe: Die Books­helf S will als Voll­be­reichs­laut­spre­cher im Ste­reo-Betrieb gar nicht miss­ver­stan­den wer­den, sie ist für den Ein­satz mit Sub­woo­fer-Unter­stüt­zung kon­zi­piert — sei es im Ste­reo-Set­up oder, wie bei mir, im Mehr­ka­nal-Ver­bund mit ohne­hin vor­han­de­nem Subwoofer-Kanal.

Als Sur­round-Laut­spre­cher im Mehr­ka­nal-Ver­bund mit Sub­woo­fer-Unter­stüt­zung spielt das The­ma ohne­hin kei­ne Rol­le mehr — und genau hier zeigt die Are­nd­al 1723 Books­helf S THX ihre eigent­li­che Stär­ke. Ein wich­ti­ger Punkt zur Ein­ord­nung: In mei­nem Set­up läuft die Books­helf S zum über­wie­gen­den Teil als Sur­round-Kanal, und in die­ser Rol­le muss sie in Sachen Tief­bass ohne­hin nicht per­for­men — dafür ist der Sub­woo­fer zustän­dig, nicht der Sur­round-Laut­spre­cher. Ich inter­pre­tie­re das Kon­zept der Books­helf S gene­rell so, dass sie von Are­nd­al von vorn­her­ein für den Betrieb mit Sub­woo­fer-Unter­stüt­zung gedacht ist, ganz gleich ob im Ste­reo- oder im Mehr­ka­nal-Set­up. Und genau das schrei­en einem die Mess­wer­te förm­lich ent­ge­gen: Mit einem F3 von rund 80 Hz wäre es schlicht unehr­lich, hier einen eigen­stän­di­gen Tief­bass-Anspruch zu unter­stel­len, den das Modell nie hatte.

Die Arendal 1723 Bookshelf S THX im Surround-Einsatz

m eigent­li­chen Ein­satz­zweck — als Side-Sur­round im Ver­bund mit Cen­ter und Towern — zeigt sich die Books­helf S von einer ganz ande­ren, über­zeu­gen­de­ren Sei­te als im rei­nen Ste­reo-Test. Zusam­men mit Cen­ter und Stand­laut­spre­chern ergibt sich ein sehr homo­ge­nes Klang­bild: fre­quenz­mä­ßig auf Augen­hö­he, man fühlt sich regel­recht umhüllt vom Klanggeschehen.

Grund­sätz­lich bin ich bei Sur­round-Kanä­len eigent­lich immer der Mei­nung, dass ein Hybrid-Set­up aus ver­schie­de­nen Laut­spre­cher­mar­ken nicht das Ende der Welt ist — das habe ich selbst jah­re­lang so betrie­ben. Aber nach­dem ich jetzt direkt ver­glei­chen konn­te, muss ich sagen: Es ist doch ein spür­ba­rer Unter­schied. Die Klang­cha­rak­te­ris­tik der Books­helf S spielt ein­fach naht­lo­ser mit Cen­ter und Towern zusam­men, als es mein vor­he­ri­ges Hybrid-Set­up je konnte.

Natür­lich spielt hier auch die Tech­nik mit rein — wie der Anthem AVM 70 die ein­zel­nen Kanä­le deco­diert und ansteu­ert, hat defi­ni­tiv Ein­fluss. Aber die grund­sätz­li­che klang­li­che Ver­wandt­schaft inner­halb der 1723-Serie ist ein­deu­tig hörbar.

Höreindrücke: Hans Zimmer Live in Prague

Bei der Hans Zim­mer Live in Pra­gue 4K Blu-ray, die aktu­ell mei­ne wich­tigs­te Musik-Refe­renz ist (die Geschich­te dazu, wie ich zu die­ser Disc kam, erzäh­le ich aus­führ­lich im Review des Are­nd­al 1723 Cen­ter THX), zeigt sich ein fei­ner, aber wich­ti­ger Punkt: Bei Musik-Con­tent, wo Instru­men­te gezielt nach hin­ten und seit­lich auf die Sur­round­ka­nä­le gemischt wer­den, hört man eine leich­te klang­li­che Inho­mo­ge­ni­tät gegen­über Cen­ter und Towern. Das liegt aller­dings nicht an der Are­nd­al 1723 Books­helf S THX selbst, son­dern an mei­nen aktu­el­len Back-Sur­rounds, die (noch) nicht aus der­sel­ben Serie stam­men. Das ist kein Bein­bruch — kein „Stein im Schuh”, den man die gan­ze Zeit spürt —, aber wer genau hin­hört, merkt den Unter­schied zu den homo­ge­nen Side-Sur­rounds. Bei Action­fil­men oder gene­rell im hek­ti­sche­ren Film­ge­sche­hen fällt das prak­tisch nicht auf.

Ein Punkt zur Optik

Das Auge hört bekannt­lich mit, und die Are­nd­al-Laut­spre­cher sind alle­samt mäch­tig groß, auch die ver­gleichs­wei­se kom­pak­te Books­helf S wirkt neben den Towern und dem Cen­ter wie aus einem Guss. Opti­sche Homo­ge­ni­tät im Raum — glei­che Form­spra­che, glei­ches Finish über alle Kanä­le — sieht ein­fach eine Run­de bes­ser aus, als wenn dort unter­schied­li­che Gehäu­se­for­men und Mar­ken nebeneinanderstehen.

Priorisierung: Side- vor Back-Surrounds

Ein Punkt zur Prio­ri­sie­rung, falls jemand vor der Fra­ge steht, wo man zuerst nach­rüs­ten soll­te: Mir per­sön­lich sind die Side-Sur­rounds wich­ti­ger als die Back-Sur­rounds. Der Grund: Moder­ne Film­mi­schun­gen packen zuneh­mend kom­ple­xe Inhal­te auf die seit­li­chen Sur­round­ka­nä­le — Stim­men, räum­li­che Musik­an­tei­le, nicht nur rei­ne Effek­te. Die Back-Kanä­le über­neh­men bei den meis­ten Mischun­gen, die ich ken­ne, nach wie vor eher die Rol­le des rei­nen Effekt-Zulie­fe­rers. Wer also mit begrenz­tem Bud­get auf­rüs­ten will, wür­de ich emp­feh­len, zuerst die Side-Sur­rounds anzu­ge­hen — genau die Rol­le, die die Books­helf S bei mir aktu­ell übernimmt.

Wettbewerbseinordnung: Arendal 1723 Bookshelf S THX

Die Are­nd­al 1723 Books­helf S THX bewegt sich preis­lich und kon­zep­tio­nell in einem Markt­seg­ment, in dem es durch­aus nam­haf­te Kon­kur­renz gibt — kom­pak­te, geschlos­se­ne Regal­laut­spre­cher im obe­ren Preis­seg­ment sind kein Nischen­pro­dukt. Ich hab kei­ne direk­ten A/B‑Vergleiche mit ande­ren Mar­ken gemacht, des­we­gen will ich hier auch kei­ne Kon­kur­renz­mo­del­le nament­lich in den Ring wer­fen, die ich selbst nicht neben der Books­helf S gehört habe — das wäre unseriös.

Was ich aber aus eige­nem Hören sagen kann: Die Books­helf S ist kein Kom­pro­miss-Laut­spre­cher, der nur wegen der Seri­en­zu­ge­hö­rig­keit über­zeugt, son­dern hält für sich genom­men tech­nisch und klang­lich, was ich in die­ser Preis­klas­se erwar­ten wür­de. Ihre Gren­zen lie­gen dort, wo die Phy­sik jeder kom­pak­ten, geschlos­se­nen Box Gren­zen setzt — nicht in der grund­sätz­li­chen Qua­li­tät der Umsetzung.

Preis-Leistung und Direktvertrieb der Arendal 1723 Bookshelf S THX

Für 1.600 € im Paar bewegt sich die Are­nd­al 1723 Books­helf S THX in einem Preis­seg­ment, das für rei­ne „ich will nur Surround-Lautsprecher”-Käufer erst mal hap­pig wirkt. Aber im Ver­gleich zu ande­ren Her­stel­lern bekommt man auch hier viel gebo­ten — sowohl tech­nisch als auch in der Ver­ar­bei­tungs­qua­li­tät. Das struk­tu­rel­le Preis-Leis­tungs-Argu­ment, das für den Direkt­ver­trieb gene­rell spricht, gilt hier genau­so wie bei den grö­ße­ren Geschwis­tern der Serie: ohne den Umweg über Han­del und Dis­tri­bu­ti­on bleibt am Ende mehr Gerät fürs Geld übrig.

Wer mehr Bass im kompakten Format sucht: die Alternative innerhalb der Serie

Ein Hin­weis für alle, die sich nach der Lek­tü­re den­ken „ich hät­te aber ger­ne mehr Tief­gang in einem kom­pak­ten Are­nd­al-Laut­spre­cher”: Die Are­nd­al 1723 Books­helf S THX ist dafür schlicht nicht das rich­ti­ge Modell — aber Are­nd­al hat inner­halb der eige­nen Serie genau dafür eine Lösung. Die 1723 Moni­tor S THX — im Grun­de ein lie­gen­der Cen­ter, hoch­kant auf­ge­stellt — deckt anecho­isch 50 Hz bis 20 kHz ab und kommt auf eine typi­sche In-Room-Bass-Respon­se von rund 22 Hz. Wer noch mehr will, fin­det das beim gro­ßen Modell, der 1723 Moni­tor THX: 35 Hz bis 20 kHz anecho­isch, In-Room-Respon­se bei rund 20 Hz.

Das ord­net die Books­helf S noch kla­rer ein: Sie ist inner­halb der eige­nen Pro­dukt­fa­mi­lie bewusst das Modell mit dem kleins­ten Foot­print und dem am stärks­ten aufs Mit­tel-Hoch­ton-Seg­ment fokus­sier­ten Kon­zept — nicht, weil Are­nd­al es nicht bes­ser könn­te, son­dern weil es für die­se Nische genau die rich­ti­ge Werk­zeug­wahl ist. Wer statt­des­sen einen kom­pak­ten Laut­spre­cher mit spür­bar mehr Bass­fun­da­ment sucht, lan­det inner­halb der­sel­ben Serie bei der Moni­tor S oder der Moni­tor THX.

Die günstige Tür in die 1723-Serie: Arendal 1723 Bookshelf S THX als Front-Lösung

Ein Aspekt, der bei der gan­zen Dis­kus­si­on um Tief­gang und Sub­woo­fer-Abhän­gig­keit leicht unter­geht: Die Are­nd­al 1723 Books­helf S THX ist inner­halb der 1723-Fami­lie mit Abstand das güns­tigs­te Modell — und das macht sie zu einer ech­ten Opti­on, nicht nur als Sur­round-Bau­stein, son­dern auch als preis­güns­ti­ger Ein­stieg fürs Front-Setup.

ModellPreis (Paar)
1723 Books­helf S THX1.600 €
1723 Moni­tor S THX2.100 €
1723 Moni­tor THX2.500 €
1723 Tower S THX3.100 €
1723 Tower THX3.800 €

Wer als Front-Lösung auf die Books­helf S statt auf die Tower setzt und statt­des­sen mit einem poten­ten Sub­woo­fer kom­bi­niert, spart gegen­über den gro­ßen Towern ordent­lich Geld — bei den klei­ne­ren Towern über 1.500 €, bei den gro­ßen sogar über 2.200 €. Für alle, die wenig Musik hören, kei­nen Platz für Stand­laut­spre­cher haben (im Heim­ki­no-Kon­text oft der Fall) oder schlicht kein Stand­laut­spre­cher-Paar brau­chen, ist das eine abso­lut legi­ti­me, bud­get­freund­li­che­re Rou­te in die 1723-Serie. Schlecht klin­gen tut die Are­nd­al 1723 Books­helf S THX dabei nicht — sie ist ein­fach kom­plett neu­tral abge­stimmt und braucht von unten die Unter­stüt­zung eines Sub­woo­fers, um das Gesamt­bild zu ver­voll­stän­di­gen. Genau des­halb wäre es unfair, sie für die­se feh­len­de Tief­bass-Eigen­leis­tung abzu­stra­fen: Das Kon­zept war nie, ohne Sub­woo­fer zu funk­tio­nie­ren, son­dern güns­ti­ger und kom­pak­ter in das­sel­be Klang­kon­zept der gesam­ten Serie einzusteigen.

Fazit

Die Are­nd­al 1723 Books­helf S THX ist kein Voll­be­reichs­laut­spre­cher, und sie behaup­tet auch nir­gends, einer zu sein — mit einem F3 von rund 80 Hz ist von Anfang an klar, wofür sie gebaut ist: prä­zi­se, schnel­le, tonal ehr­li­che Wie­der­ga­be im Mit­tel-Hoch­ton-Bereich, wäh­rend der Sub­woo­fer den Tief­bass über­nimmt. Wer das ver­steht und ent­spre­chend plant, bekommt hier kei­nen Kom­pro­miss, son­dern einen Laut­spre­cher, der sein Kon­zept kon­se­quent und auf sehr hohem Niveau umsetzt.

Als Sur­round-Bau­stein in einem homo­ge­nen Mehr­ka­nal-Set­up zeigt sie genau das: Hier spielt sie ihre kom­plet­te Stär­ke aus, ohne dass die natur­ge­mäß begrenz­te Tief­bass-Reich­wei­te über­haupt zum The­ma wird. Wer bereits Are­nd­al-Fron­ten besitzt oder plant, wel­che anzu­schaf­fen, und nach einer Sur­round-Lösung sucht, die klang­lich wirk­lich mit­zieht statt nur mit­zu­lau­fen, macht mit der Books­helf S nichts falsch — vor­aus­ge­setzt, man ver­sorgt sie mit aus­rei­chend Ver­stär­kerleis­tung und einem Sub­woo­fer, wie es das Kon­zept vorsieht.

Und wie oben beschrie­ben: Sie ist nicht nur als Sur­round-Lösung eine Emp­feh­lung, son­dern auch als güns­tigs­ter Ein­stieg in die 1723-Klang­welt fürs Front-Set­up, kom­bi­niert mit einem poten­ten Sub­woo­fer. Für mich sind das kla­re Award-Favo­ri­ten — und es wäre schlicht unfair, sie für etwas abzu­stra­fen, das sie nie sein wollten.

Als Teil eines homo­ge­nen Sys­tems ist die Books­helf S für mich klar mehr als die Sum­me ihrer Ein­zel­tei­le — und für sich genom­men ein tech­nisch exzel­lent umge­setz­ter Laut­spre­cher, der genau das lie­fert, was er verspricht.

Häufige Fragen zur Arendal 1723 Bookshelf S THX

Braucht die Arendal 1723 Bookshelf S THX zwingend einen Subwoofer?

Für den vol­len Fre­quenz­um­fang: ja. Mit einem F3 von rund 80 Hz ist die Books­helf S von Haus aus als Laut­spre­cher für den Ein­satz mit Sub­woo­fer kon­zi­piert — das ist kei­ne Schwä­che, son­dern das Kon­zept, genau wie bei den meis­ten Kom­pakt­laut­spre­chern in die­ser Klasse.

Kann man die Arendal 1723 Bookshelf S THX an der Wand montieren?

Ja, sie ist kon­struk­tiv dafür vor­be­rei­tet — auf der Rück­sei­te gibt es eine Boh­rung für eine Schraub­mon­ta­ge sowie eine Aus­spa­rung zur sau­be­ren Kabel­füh­rung, sodass sie bün­dig an der Wand hän­gen kann.

Sind Center und Bookshelf S THX für reinen Musikgenuss geeignet?

Die Books­helf S habe ich im Ste­reo-Betrieb getes­tet — mit Sub­woo­fer-Unter­stüt­zung macht sie dort rich­tig Spaß. Als Sur­round-Laut­spre­cher im Heim­ki­no-Kon­text spielt sie ihre Stär­ken aber am deut­lichs­ten aus.

Welche Verstärkerleistung braucht die Arendal 1723 Bookshelf S THX?

Wegen der nied­ri­gen Sen­si­ti­vi­ty (84 dB) und der nied­ri­gen Impe­danz (4 Ohm) pro­fi­tiert sie deut­lich von poten­ter Ver­stär­kung. Mit schwa­cher Elek­tro­nik bleibt sie unter ihren Möglichkeiten.

Gibt es eine Arendal-Alternative mit mehr Bass im kompakten Format?

Ja. Wer inner­halb der 1723-Serie mehr Tief­gang bei ähn­lich kom­pak­tem Foot­print sucht, soll­te sich die 1723 Moni­tor S THX anse­hen (50 Hz–20 kHz anecho­isch, ca. 22 Hz In-Room-Respon­se) oder die grö­ße­re 1723 Moni­tor THX (35 Hz–20 kHz anecho­isch, ca. 20 Hz In-Room-Respon­se). Die Books­helf S ist bewusst das Modell mit dem kleins­ten Foot­print und Fokus auf Mittel-Hochton.

HiFiGeek Award
Klang / Bildqualität
9.4
Leis­tung & Kon­trol­le / Dyna­mik & Reserven
9.3
Ver­ar­bei­tung & Design
9.3
Aus­stat­tung & Praxisnutzen
9.2
Mess­wer­te & tech­ni­sche Umsetzung
9.4
Preis/Leistung
9.5
Pros
Im Sur­round-Ver­bund mit Cen­ter und Towern extrem homo­ge­nes, umhül­len­des Klangbild.
Glei­che Wave­gui­de-Twee­ter-Tech­no­lo­gie wie die rest­li­che 1723-Serie sorgt für klang­li­che Familienähnlichkeit.
Soli­de, wer­ti­ge Ver­ar­bei­tung trotz kom­pak­te­rer Bau­form — kein Abstrich gegen­über den gro­ßen Geschwistern.
Kon­struk­tiv gut vor­be­rei­te­te Wand­mon­ta­ge mit sau­be­rer Kabel­füh­rung — prak­tisch für beeng­te Surround-Positionen.
Hält tech­nisch und klang­lich mit, was in die­ser Preis­klas­se zu erwar­ten ist — kein Kom­pro­miss-Laut­spre­cher, der nur wegen der Seri­en­zu­ge­hö­rig­keit überzeugt.
Kon­se­quent umge­setz­tes Kon­zept: Kein Kom­pro­miss-Voll­be­reichs­laut­spre­cher, son­dern ein Laut­spre­cher, der das, wofür er gebaut wur­de, exzel­lent macht.
Cons
Sea­led-Kon­zept und nied­ri­ge Sen­si­ti­vi­ty ver­lan­gen nach poten­ter Ver­stär­kung, um ihr vol­les Poten­zi­al zu entfalten.
Wie bei nahe­zu jeder kom­pak­ten Regal­box in die­ser Klas­se: Für den vol­len Fre­quenz­um­fang braucht sie einen Sub­woo­fer — kein indi­vi­du­el­les Man­ko, son­dern Kategorie-Standard.
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