WiiM Ultra mit 3,5-Zoll-Touchscreen, Vorgänger des WiiM Ultra X, in meinem Setup auf einem Burson-Gerät
Der Vorgänger WiiM Ultra mit 3,5-Zoll-Display. Der Ultra X bekommt 5 Zoll.

WiiM Ultra X: Doppel-DAC, eARC und Atmos für 549 Euro?

Offi­zi­ell hat WiiM den Nach­fol­ger des Ultra noch nicht vor­ge­stellt, aber der Kar­ton steht schon her­um. Der WiiM Ultra X tauch­te als Pro­to­typ auf der Paris Audio Video Show auf, mit zwei ES9039Q2M, HDMI eARC und Dol­by-Atmos-Deco­ding, für vor­läu­fig 549 Euro. Alles hier ist Stand Vor­se­rie, bestä­tigt hat WiiM davon noch nichts. Klingt trotz­dem ziem­lich geil.

Woher die Infos stammen

Ja, das ist ein Arti­kel über ein Gerät, das es offi­zi­ell noch gar nicht gibt. Gezeigt wur­de der WiiM Ultra X als Pro­to­typ in Paris, und genau so steht der Name auf dem Kar­ton. Name, Preis und die tech­ni­schen Daten stam­men aus Unter­la­gen des fran­zö­si­schen Ver­triebs. Dort läuft die Kis­te auch als WiiM Ulti­ma­te. Ich blei­be beim Karton.

Bis WiiM selbst ein Daten­blatt ver­öf­fent­licht, sind alle Wer­te in die­sem Arti­kel vor­läu­fig. Erwar­tet wird die offi­zi­el­le Vor­stel­lung zur CES im Janu­ar 2027. Sobald es mehr gibt, aktua­li­sie­re ich den Artikel.

WiiM und die Ultra-Reihe

WiiM gehört zu Link­play, einem Her­stel­ler, der Strea­ming-Modu­le auch für ande­re Mar­ken baut. Unter eige­nem Namen kamen erst Mini, Pro und Pro Plus, dann der Ultra, dazu Ver­stär­ker wie der Amp und der Amp Ultra, der Sub Pro und der Laut­spre­cher WiiM Sound. Alles, was bei mir im Test war, fin­det ihr auf mei­ner WiiM-The­men­sei­te.

Der Ultra ist der direk­te Vor­gän­ger. In mei­nem Test zum WiiM Ultra bekam er 9,2 Punk­te, bei Preis/Leistung die vol­le 10, und ich habe ihn ein nahe­zu per­fek­tes Pro­dukt genannt. Zum Start kos­te­te er 399 Euro. Dass WiiM jetzt eine Stu­fe dar­über nach­legt, zeigt halt wie­der, wie stark die Mar­ke inzwi­schen auf­ge­stellt ist. Find ich nice.

Konzept: Streamer, DAC und TV-Zentrale in einer Kiste

Der WiiM Ultra X bleibt im Kern, was der Ultra ist: Strea­mer mit Touch­screen, DAC, Vor­stu­fe und Anschluss­zen­tra­le fürs Wohn­zim­mer. Neu sind zwei Rol­len. Ers­tens TV-Zen­tra­le mit eARC und Mehr­ka­nal-Deco­ding. Zwei­tens USB-DAC für den Rech­ner über USB‑C. Damit wäre das Ding gleich­zei­tig Strea­mer, Desk­top-DAC und Sound­bar-Ersatz an der Stereoanlage.

Dazu kom­men die Bau­stei­ne, die WiiM schon beim Ultra und den Ver­stär­kern gezeigt hat, nur eine Num­mer grö­ßer: Room­Fit+ als Raum­kor­rek­tur mit KI-Unter­stüt­zung, Bass­Fit für die Abstim­mung von Laut­spre­chern und Sub­woo­fer (Lauf­zeit, Pha­se, Trenn­fre­quenz) und Sur­round­Fit, mit dem sich meh­re­re WiiM-Gerä­te zu einem Sys­tem bis 5.1 kop­peln lassen.

Technik: Zwei ES9039Q2M statt einem ES9038Q2M

Im Ultra arbei­tet ein ESS ES9038Q2M. Der Ultra X bekommt zwei ES9039Q2M, die neue­re Chip-Gene­ra­ti­on von ESS. Den ES9039Q2M ken­ne ich aus dem Fosi ZD3 in mei­nem Set­up, zwei davon in einem Strea­mer für 549 Euro sind eine Ansage.

Die vor­läu­fi­gen Wer­te, ohne Mess­be­din­gung: 129 dB Rausch­ab­stand und −125 dB THD+N. Der Ultra kommt im Hand­buch auf 121 dB, A‑gewichtet am Line-Out, und −116 dB. Auf dem Papier sind das acht Dezi­bel mehr Abstand zum Rau­schen und neun Dezi­bel weni­ger Ver­zer­rung. Also: Bei­de Gerä­te lie­gen schon da, wo Ver­zer­run­gen im Wohn­zim­mer kei­ne Rol­le mehr spie­len. Was am Ende raus­kommt, ent­schei­den Ana­log­stu­fe und Netz­teil mehr als die Zahl auf dem Chip. Das Netz­teil ist übri­gens überarbeitet.

Was eARC im Alltag bringt

ARC ist der Rück­ka­nal vom Fern­se­her zur Anla­ge über HDMI. Beim Ultra reicht der für Ste­reo-PCM und Dol­by Digi­tal, DTS geht nicht. eARC hat deut­lich mehr Band­brei­te und trans­por­tiert auch ver­lust­freie Mehr­ka­nal-For­ma­te wie Dol­by TrueHD und Atmos. Heißt im All­tag: Der Ton von Apple TV, Kon­so­le oder Blu-ray-Play­er kann über den Fern­se­her an den WiiM gehen, ohne vor­her auf Dol­by Digi­tal ein­ge­dampft zu wer­den. Deco­die­ren kann der Ultra X Dol­by Atmos, Dol­by TrueHD, Dol­by Digi­tal und DTS.

USB‑C, Phono, Kopfhörer

Beim Ultra liest der USB-Port nur Spei­cher und gibt an exter­ne DACs aus, Audio vom Rech­ner nimmt er nicht an. Beim Ultra X steht USB‑C mit USB Audio Class 2.0 im Daten­blatt-Ent­wurf, damit wäre er ein exter­ner DAC für Mac oder PC. Für den Schreib­tisch ist das ein ech­tes Argument.

An Bord sind außer­dem ein MM-Pho­no-Ein­gang, Cinch ana­log, optisch und koaxi­al digi­tal, ein eige­ner Sub­woo­fer-Aus­gang und Ether­net. Kopf­hö­rer hän­gen am WiiM Ultra X an 4,4 mm Pen­t­a­conn, ein Adap­ter auf 3,5 mm liegt bei. Ich höre eh sym­me­trisch, das gefällt mir.

Das Dis­play wächst von 3,5 auf 5 Zoll, die Ober­sei­te ist aus Alu­mi­ni­um statt Kunst­stoff. Funk: Wi-Fi 6E und Blue­tooth 5.4. Der Ultra hat Wi-Fi 6 mit Update auf 6E und Blue­tooth 5.3.

WiiM Ultra X gegen WiiM Ultra in Zahlen

Wer­te des Ultra aus dem Hand­buch, Wer­te des WiiM Ultra X vor­läu­fig aus den Unter­la­gen des Vertriebs.

Merk­malWiiM UltraWiiM Ultra X (vor­läu­fig)
DAC1× ES9038Q2M2× ES9039Q2M
Rausch­ab­stand121 dB (A‑gewichtet, Line-Out)129 dB
THD+N−116 dB−125 dB
Dis­play3,5 Zoll Touchscreen5 Zoll Touchscreen
HDMIARC (Ste­reo-PCM, Dol­by Digital)eARC (Dol­by Atmos, TrueHD, Dol­by Digi­tal, DTS)
USB-Audio vom RechnerneinUSB‑C, UAC 2.0
Pho­noMM und MCMM (MC: kei­ne Angabe)
Kopf­hö­rerKopf­hö­rer­aus­gang4,4 mm Pen­t­a­conn, Adap­ter auf 3,5 mm
Sub­woo­fer-Aus­gangjaja
WLANWi-Fi 6 (Update auf 6E)Wi-Fi 6E
Blue­tooth5.35.4
Preis399 Euro (Start)549 Euro

Atmos: Wo kommen die Höhen her?

Der Ultra X selbst ist ein Ste­reo-Gerät mit Sub­woo­fer-Aus­gang. Höhen kann er allein also nicht abbil­den, an zwei Laut­spre­chern wird aus Atmos ein Down­mix. Inter­es­sant wird es im WiiM-Kos­mos: Die WiiM Bar hat zwei nach oben strah­len­de Trei­ber, läuft als 3.0.2 und lässt sich mit ande­ren WiiM-Gerä­ten auf 5.1.2 erwei­tern. In den Unter­la­gen zum Ultra X steht Sur­round­Fit mit bis zu 5.1. Ultra X plus Bar wäre damit der nahe­lie­gen­de Weg zu ech­ten Höhen­ka­nä­len, und genau das ist die Fra­ge, die WiiM zur offi­zi­el­len Vor­stel­lung beant­wor­ten muss. Mein Heim­ki­no mit dem Anthem AVM 70 als Herz bekommt hier so oder so kei­ne Kon­kur­renz, das ist auch nicht der Job die­ser Kiste.

Für die meis­ten ist der eigent­li­che Gewinn eARC selbst: Fern­se­her an die Ste­reo­an­la­ge, vol­ler Ton, kein Dol­by-Digi­tal-Fla­schen­hals mehr. Für ein Wohn­zim­mer mit zwei guten Laut­spre­chern und viel­leicht einem Sub zählt das mehr als jedes Atmos-Logo.

Und dann ist da noch Air­Play. Beim Ultra fehlt es dau­er­haft, WiiM hat das als Hard­ware-Gren­ze bestä­tigt, und das war im Test mein größ­ter Haken. Ob der Ultra X das ändert, ist offen, und für vie­le Apple-Haus­hal­te wäre genau das der eigent­li­che Kaufgrund.

Reicht das für meinen DMP-A6?

Der Ever­so­lo DMP-A6 ist mei­ne Haupt­quel­le: zwei ES9038Q2M, XMOS XU316, 6 Zoll Touch­screen, sym­me­tri­sche Aus­gän­ge. In mei­nem Lang­zeit­test zum Ever­so­lo DMP-A6 hat er mich kom­plett abge­holt, den M.2‑Slot für eine SSD fand ich ein Kil­ler-Fea­ture. Im Ultra-Test war mein Urteil klar: Der Ever­so­lo ist eine gan­ze Klas­se bes­ser in allen Belan­gen, kos­tet aber auch rund das Doppelte.

Und jetzt? Auf dem Papier holt der WiiM Ultra X genau da auf, wo der Abstand am größ­ten war. Dop­pel­ter DAC in der neue­ren Chip-Gene­ra­ti­on, ein Dis­play, das nicht mehr nach Spiel­zeug aus­sieht, Metall statt Plas­tik oben­drauf. Und er bringt etwas mit, das mir am DMP-A6 fehlt: Der Ever­so­lo hat am HDMI kein ARC, eARC schon gar nicht. Aus­ge­rech­net beim Fern­se­her wäre der WiiM also vorne.

Preis­lich: Den DMP-A6 Gen 2 lis­tet Ever­so­lo im eige­nen Shop aktu­ell mit 859 US-Dol­lar, zu mei­nem Test lag der DMP-A6 bei gut 850 Euro. Der Ultra X käme mit 549 Euro rund 300 Euro günstiger.

Was sich auf dem Papier nicht abbil­den lässt: Soft­ware, Ana­log­stu­fe, Netz­teil, Lang­zeit­pfle­ge. Beim DMP-A6 ist genau die­ses Gesamt­pa­ket der Grund, war­um er bei mir steht. Ob zwei ES9039Q2M im WiiM am Ende so zeich­nen und so drü­cken wie der Ever­so­lo, kann man ohne Hör­pro­be schlicht nicht sagen.

Preis und Verfügbarkeit

Stand 27.10.2026, alle Anga­ben zum Ultra X vorläufig:

  • WiiM Ultra X: 549 Euro (Unter­la­gen des fran­zö­si­schen Ver­triebs, von WiiM nicht bestätigt)
  • WiiM Ultra: 399 Euro zum Start
  • Ever­so­lo DMP-A6 Gen 2: 859 US-Dol­lar im Eversolo-Shop

Erwar­tet wird die offi­zi­el­le Vor­stel­lung zur CES im Janu­ar 2027, der Markt­start im Früh­jahr 2027.

Fazit: Auf dem Papier ganz nah am DMP-A6, dazu eARC

Span­nend ist der WiiM Ultra X für alle, die Ste­reo­an­la­ge und Fern­se­her an einer Kis­te zusam­men­füh­ren wol­len, für den Schreib­tisch mit USB-DAC-Bedarf und für alle, denen der Ultra beim Dis­play und beim DAC eine Spur zu sehr nach Ein­stieg war. Nichts ist er fürs ech­te Atmos-Heim­ki­no mit Höhen­laut­spre­chern, da gehört ein AV-Recei­ver oder eine AV-Vor­stu­fe hin.

Wer einen DMP-A6 hat und kei­nen Fern­se­her dar­an betreibt, hat Stand heu­te kei­nen Grund zu wech­seln. Wer neu kauft, soll­te die offi­zi­el­le Vor­stel­lung abwar­ten. Ich wür­de die Kis­te jeden­falls sehr gern neben mei­nen DMP-A6 stellen.

Wer jetzt schon kau­fen will, fin­det in mei­nem Test zum WiiM Ultra den Vor­gän­ger, den ich ein nahe­zu per­fek­tes Pro­dukt genannt habe.

FAQ zum WiiM Ultra X

Was kostet der WiiM Ultra X?

Vor­läu­fig 549 Euro. Der Preis stammt aus Unter­la­gen des fran­zö­si­schen Ver­triebs, WiiM hat ihn noch nicht bestätigt.

Welche DACs stecken im WiiM Ultra X?

Zwei ESS ES9039Q2M. Der Ultra arbei­tet mit einem ES9038Q2M.

Was ist neu gegenüber dem WiiM Ultra?

HDMI eARC statt ARC, Deco­ding für Dol­by Atmos, TrueHD und DTS, USB‑C als Audio-Ein­gang vom Rech­ner, 5 statt 3,5 Zoll Dis­play, 4,4 mm Pen­t­a­conn für Kopf­hö­rer, Wi-Fi 6E und Blue­tooth 5.4.

Kann der WiiM Ultra X echtes Dolby Atmos?

Er deco­diert Atmos, ist selbst aber ein Ste­reo-Gerät mit Sub­woo­fer-Aus­gang. Höhen­ka­nä­le gibt es bei WiiM über die WiiM Bar (3.0.2, erwei­ter­bar auf 5.1.2). Für den Ultra X steht Sur­round­Fit bis­her mit bis zu 5.1 in den Unterlagen.

Lässt sich der WiiM Ultra X als USB-DAC am Rechner nutzen?

Ja, über USB‑C mit USB Audio Class 2.0, damit läuft er an Mac und PC. Der Ultra kann das nicht.

Wann kommt der WiiM Ultra X

Erwar­tet wird die Vor­stel­lung zur CES im Janu­ar 2027 und der Markt­start im Früh­jahr 2027.

Infor­ma­ti­ons­stand: 27.10.2026, Pro­to­typ und Vor­ab-Unter­la­gen. Update folgt nach der offi­zi­el­len Vorstellung.

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