Wer aktuell einen Eversolo DMP-A8 im Regal stehen hat, stellt sich nach der HIGH END Vienna 2026 zwangsläufig eine Frage: Eversolo DMP-A8 Gen 2 vs. Gen 1, muss das jetzt sein? Die Antwort ist differenzierter, als es die Marketing-Folien nahelegen. Der DMP-A8 Gen 2 ist kein neues Gerät mit neuer Identität, sondern eine gezielte Überarbeitung an den Stellen, die beim Vorgänger tatsächlich in die Jahre gekommen waren – Netzwerk, Rechenleistung, Display. Der DAC-Kern bleibt dagegen bewusst, wo er war.
Alle Specs im Detail, inklusive vollständiger Herstellerangaben zur Master Edition, haben wir in unserem Eversolo DMP-A8 Gen 2 Spec-Check zusammengetragen. Hier geht es ausschließlich um die Gegenüberstellung: Was ist neu, was bleibt, und für wen rechnet sich der Umstieg?
Die Ausgangslage: Was der Gen-1-DMP-A8 war
Der ursprüngliche Eversolo DMP-A8 hat sich als Streamer, DAC und Vorstufe in einem Gehäuse für rund 1.980 US-Dollar etabliert – Android-Unterbau, 6″-Touchdisplay, AK4191EQ/AK4499EX-Wandlerpaar, SSD-Erweiterung bis 4 TB. Für viele Nutzer bis heute ein völlig ausreichendes Gerät, was die reine Klangwiedergabe angeht. Die Schwächen lagen woanders: begrenzte Netzwerkoptionen, ein spürbar in die Jahre gekommener Android-Unterbau bei der Bedienung, und eine Bibliotheksverwaltung, die bei großen Sammlungen an ihre Grenzen stieß.
Direkter Vergleich: Eversolo DMP-A8 Gen 2 vs. Gen 1 vs. Master Edition Gen 2
| Merkmal | DMP-A8 (Gen 1) | DMP-A8 Gen 2 (vorläufig)¹ | DMP-A8 Master Edition Gen 2 (offiziell)² |
|---|---|---|---|
| Display | 6″ Full-HD-Touch | 8,6″ Touch | 8,6″ Touch |
| Netzteil | Getrennte Stromversorgungsschaltkreise (linear + Schaltnetzteil) | k. A. (Herstellerangabe zur Standard-Version steht noch aus) | Dual-Power-Architektur, getrennte lineare (Analog) und digitale Sektion |
| DAC-Chipsatz | AK4191EQ + AK4499EX | AK4191EQ + AK4499EXEQ | AK4191EQ + AK4499EXEQ |
| THD+N | 0,00009 % | k. A. | 0,000075 % (XLR) |
| SNR/Dynamikumfang | 128 dB | k. A. | >129 dB (XLR) |
| Netzwerk | LAN/WLAN | LAN, Wi-Fi 6, SFP-Fiber | LAN (RJ-45, 1 Gbit), Wi-Fi 6, SFP-Fiber, Bluetooth 5.4 |
| Interner Speicher (SSD) | bis 4 TB | bis 8 TB | bis 8 TB (M.2 NVMe PCIe 3.0, 2280) |
| Hauptprozessor | Android-Basis, k. A. Kerne | Octa-Core, 8 GB RAM | Octa-Core, 8 GB DDR5-RAM, 64 GB eMMC |
| Bibliotheksverwaltung | Android-Dateimanager-Basis | Herstellerangabe: ~200.000 Titel in ca. 2 Std. indexierbar | identisch zu Standard-Gen‑2 |
| CD-Laufwerk | nein | nein | ja (Top-Loader, eigenentwickelt) |
| Taktgeber | Dual-Femto-Clock | Standard | OCXO + PLL + 10-MHz-Eingang |
| Subwoofer-Ausgang | nein | ja (dediziert) | ja (dediziert) |
| Gehäuse (B×T×H) | ca. 388 × 265 × ~85 mm | 380 × 265 × 88 mm¹ | 388 × 265 × 98,5 mm (bestätigt) |
| Gewicht | k. A. | k. A. | 6 kg netto / 8,45 kg brutto |
| Betriebssystem | Android-basiert | Eversolo-eigenes System | Eversolo-eigenes System |
| Preis (Marktstart) | ca. 1.980 US-Dollar | noch nicht kommuniziert | noch nicht kommuniziert |
¹ Werte für die Standard-Version Gen 2 stammen aus dem Presse-Blog zur HIGH END Vienna, da eversolo.com bislang keine eigene Produktseite für diese Variante führt. Vor Kaufentscheidung gegenchecken, sobald die offizielle Seite live geht. ² Werte für die Master Edition sind direkt von der offiziellen Eversolo-Produktseite übernommen.
Eversolo DMP-A8 Gen 2 vs. Gen 1 — Was sich wirklich ändert – und was nicht
Bleibt architektonisch gleich: Der DAC-Kern. AK4191EQ als digitaler Prozessor, AK4499EX(EQ) als Wandlerchip – dieselbe Grundarchitektur wie bei Gen 1, nur in der aktuellen EQ-Revision. Wer den Gen-1-DMP-A8 primär wegen seines Klangcharakters gekauft hat, wird bei Gen 2 keinen fundamental anderen DAC vorfinden. Auch das Prinzip der vollsymmetrischen Vorstufe mit R‑2R-Lautstärkeregelung ist identisch geblieben.

Ändert sich spürbar: Die drei Schwachstellen des Vorgängers sind gezielt adressiert. Das Netzwerk bekommt mit Wi-Fi 6 und einem dedizierten SFP-Glasfaser-Port zwei Optionen, die es bei Gen 1 schlicht nicht gab. Der neue Octa-Core-Prozessor mit deutlich mehr Arbeitsspeicher soll laut Hersteller eine 200.000-Titel-Bibliothek in rund zwei Stunden strukturieren – ein Bereich, in dem der Android-Unterbau von Gen 1 spürbar ins Schwitzen kam. Und der SSD-Slot verdoppelt seine maximale Kapazität auf 8 TB.
Nur bei der Master Edition: Ein eigenes Feld, das es bei Gen 1 überhaupt nicht gab – die Kombination aus eingebautem CD-Laufwerk und einer OCXO-Taktarchitektur mit externem 10-MHz-Eingang. Das ist keine Weiterentwicklung eines vorhandenen Features, sondern eine komplett neue Geräteklasse innerhalb der DMP-A8-Reihe.


Für wen lohnt sich das Upgrade?
Eher nicht upgraden, wenn dein Gen-1-DMP-A8 über klassisches LAN läuft, deine Musikbibliothek überschaubar bleibt und du mit der aktuellen Bedienung zufrieden bist. Der Klangkern ändert sich nicht grundlegend – du zahlst hier in erster Linie für Infrastruktur, die du möglicherweise gar nicht ausreizt.
Eher upgraden, wenn eine der folgenden Situationen zutrifft:
- Dein Netzwerk-Setup würde von Wi-Fi 6 oder einer galvanisch getrennten Glasfaserverbindung tatsächlich profitieren
- Deine lokale Musikbibliothek ist groß genug, dass Scan- und Indexierzeiten beim Gen-1-Gerät bereits nerven
- Du planst, mehr als 4 TB lokal vorzuhalten
- Du hast eine CD-Sammlung, die du endlich in eine Komponente integrieren willst, statt einen separaten Player zu betreiben (→ Master Edition)
- Du besitzt bereits eine externe Referenzclock oder planst eine Anschaffung (→ Master Edition)
Wer unklar ist, ob die Master Edition den Aufpreis wert ist, kennt das Muster bereits aus unserem Eversolo T8 vs. T10 Vergleich: Die Zusatzfeatures entfalten ihren Wert nur im ausgebauten System. Ohne externe Clock bleibt der OCXO-Vorteil der Master Edition vorhanden, aber deutlich weniger spürbar.
Preisliche Einordnung
Eversolo hat für keine der beiden Gen-2-Versionen einen Preis kommuniziert. Der Gen-1-DMP-A8 startete bei rund 1.980 US-Dollar. Sollte sich Gen 2 in ähnlichen Regionen bewegen, ist das Upgrade für bestehende Besitzer eine echte Investitionsentscheidung und keine Nebensächlichkeit – umso mehr Grund, die eigene Nutzung ehrlich gegen die obige Liste zu prüfen, statt reflexhaft zu wechseln, sobald Gen 2 verfügbar ist.
FAQ: Eversolo DMP-A8 Gen 2 vs. Gen 1
Klingt der Eversolo DMP-A8 Gen 2 besser als Gen 1?
Die DAC-Grundarchitektur (AK4191EQ + AK4499EX/EQ) ist bei beiden Generationen im Kern identisch. Nennenswerte klangliche Unterschiede sind daher eher über die Master Edition (OCXO-Takt, verbesserte galvanische Trennung) zu erwarten als über die Standard-Version.
Muss ich meinen DMP-A8 (Gen 1) jetzt ersetzen?
Nein, notwendig ist das nicht. Der DAC-Kern ändert sich nicht grundlegend. Sinnvoll ist ein Wechsel vor allem, wenn Netzwerk-Anbindung, Bibliotheksgröße oder CD-Integration bei dir tatsächlich limitierende Faktoren sind.
Ist die SFP-Glasfaser-Anbindung beim Eversolo DMP-A8 Gen 2 ein Muss?
Nein, aber ein Plus für alle, die bereits ein Netzwerk mit galvanischer Trennung oder Glasfaser betreiben. Ohne entsprechendes Setup bleibt der Vorteil ungenutzt – ähnlich wie beim externen Clock-Eingang der Master Edition.
Was kostet der Umstieg von Eversolo DMP-A8 Gen 1 auf Gen 2?
Das lässt sich aktuell nicht beziffern, da Eversolo noch keine Preise für beide Gen-2-Versionen veröffentlicht hat. Der Gen-1-DMP-A8 startete bei etwa 1.980 US-Dollar.
Gibt es ein Trade-in-Programm von Gen 1 auf Eversolo DMP-A8 Gen 2?
Dazu hat Eversolo bislang keine Angaben gemacht. Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald es Informationen gibt.
Dieser Artikel wird aktualisiert, sobald Eversolo Preise und ein offizielles Produktdatenblatt für die Standard-Version DMP-A8 Gen 2 veröffentlicht.
