Eversolo AMP-8 - Frontansicht mit VU-Meter

Eversolo AMP-F8: Der erste “echte” Verstärker von Eversolo

Ever­so­lo war bis­her die Mar­ke fürs gro­ße Gan­ze: Strea­mer, DAC, Vor­stu­fe, Kopf­hö­rer­aus­gang – alles in einer Kis­te, meis­tens mit Touch­screen und meis­tens ziem­lich gut. Mit dem Ever­so­lo AMP-F8 macht Ever­so­lo jetzt einen Schritt, den vie­le in der Sze­ne schon län­ger erwar­tet hat­ten: eine dedi­zier­te End­stu­fe, die nichts ande­res will, als Laut­spre­cher anzu­trei­ben. Kein DAC, kein Strea­ming, kein Dis­play-Gim­mick – nur Class-AB-Power in Reinform.

Vor­ge­stellt wur­de der Ever­so­lo AMP-F8 zusam­men mit einer gan­zen Wel­le an neu­en Ever­so­lo-Pro­duk­ten auf der High End Vien­na 2026 – unter ande­rem dem DMP-A8 Gen 2, der DMP-A8 Mas­ter Edi­ti­on Gen 2, dem Strea­ming-Trans­port T10, dem R2R-DAC DAC-R8, dem GaN-Class-D-Amp AMP-F6, der Strea­ming-Voll­ver­stär­ker-Kom­bi SA200 und der Refe­renz-Clock C10. Ever­so­lo baut hier ganz offen­sicht­lich nicht mehr nur “noch einen Strea­mer”, son­dern ein kom­plet­tes digi­ta­les HiFi-Öko­sys­tem von der Quel­le bis zum Lautsprecherterminal.

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Wofür ist der AMP-F8 gedacht?

Der Ever­so­lo AMP-F8 ist gedacht als natür­li­cher Part­ner des DMP-A8 Gen 2: Der Streamer/DAC über­nimmt Quel­len­ma­nage­ment, Wand­lung und Laut­stär­ke­re­ge­lung, er küm­mert sich aus­schließ­lich um die End­stu­fen-Arbeit. Optik und Form­fak­tor sind ent­spre­chend auf­ein­an­der abge­stimmt, sodass bei­de Gerä­te als Stack ein stim­mi­ges Duo erge­ben. Wer kei­nen Ever­so­lo-Strea­mer besitzt, muss trotz­dem nicht außen vor blei­ben – XLR- und Cinch-Ein­gän­ge machen den Ever­so­lo AMP-F8 kom­pa­ti­bel zu prak­tisch jeder Vor­stu­fe oder jedem AV-Recei­ver mit Pre-out.

Inter­es­sant wird es preis­lich: In den USA posi­tio­niert sich der Ever­so­lo AMP-F8 mit 1.800 US-Dol­lar deut­lich unter dem bis­he­ri­gen AMP-F10 – sat­te 680 Dol­lar güns­ti­ger – soll dabei aber in eini­gen Mess­wer­ten sogar bes­ser daste­hen als das teu­re­re Modell. [PRÜFEN: Deut­sche UVP und Ver­füg­bar­keit bei euro­päi­schen Händlern]

Ever­so­lo selbst denkt das Gan­ze noch eine Num­mer grö­ßer: Offi­zi­ell wird der AMP-F8 auch als Bau­stein für eine noch höher­wer­ti­ge Ket­te bewor­ben – zusam­men mit der DMP-A8 Mas­ter Gen 2 und der Refe­renz-Clock C10 soll sich so ein kom­plet­tes High-End-Sys­tem “leicht gemacht” auf­bau­en las­sen. Wie viel davon Mar­ke­ting-Sprech und wie viel ech­ter Mehr­wert ist, muss sich im Hör­raum zei­gen – nicht auf der Datenblatt-Folie.

Technik

Kern­stück des Ever­so­lo AMP-F8 ist ein 800-Watt-Ring­kern­tra­fo (cus­tom, line­ar), der drei Paar Kern­stück des Ever­so­lo AMP-F8 ist ein 800-Watt-Ring­kern­tra­fo (cus­tom, line­ar), der drei Paar prä­zi­si­ons­ge­fer­tig­te MOS­FETs pro Kanal ver­sorgt. Das Ver­stär­ker­kon­zept ist Class AB mit Class-A-Bias im unte­ren Leis­tungs­be­reich – die ers­ten Watt lau­fen also in rei­ner Class-A-Qua­li­tät, bevor bei höhe­rem Pegel in den AB-Betrieb umge­schal­tet wird. Für die Ruhe im Netz­teil sor­gen zusätz­lich 24 audio­phi­le Fil­ter­kon­den­sa­to­ren sowie eine inte­grier­te DC-Blo­cking-Schal­tung, die Gleich­span­nungs­an­tei­le aus dem Netz vom Ring­kern­tra­fo fern­hält und so mecha­ni­sches Brum­men sowie Stör­ein­flüs­se redu­zie­ren soll.

Für die Ein­gangs­stu­fe setzt Ever­so­lo auf eine sym­me­tri­sche Dual-Dif­fe­ren­ti­al-Archi­tek­tur mit prä­zi­ser Gegen­kopp­lung, die spe­zi­ell bei sehr lei­sen Signa­len Gleich­takt­stö­run­gen und exter­ne Ein­streu­un­gen unter­drü­cken soll. Der Gedan­ke dahin­ter: Gera­de bei gerin­gen Pegeln – lei­se Pas­sa­gen, fei­ne Details, Aus­klin­gen von Becken oder Raum­hall – ist ein sau­be­res Ein­gangs­si­gnal ent­schei­dend dafür, dass am Ende auch wirk­lich nur die Musik und nicht das Grund­rau­schen der Schal­tung ver­stärkt wird.

Leistung

  • Ste­reo-Betrieb: 180 W RMS pro Kanal an 8 Ω, 280 W RMS pro Kanal an 4 Ω
  • Bridged-Mono-Betrieb: bis zu 500 W RMS an 8 Ω pro Gerät

Der Bridge-Modus ist über klar beschrif­te­te Ter­mi­nals auf der Rück­sei­te umschalt­bar. Damit lässt er sich ent­we­der klas­sisch als Ste­reo-End­stu­fe für ein Laut­spre­cher­paar ein­set­zen, oder – mit einem zwei­ten Gerät – zu einem Mono­block-Paar für rich­tig for­dern­de Stand­laut­spre­cher auf­rüs­ten. Ein sau­be­rer Upgrade-Pfad, ohne dass die Erst­an­schaf­fung obso­let wird.

Zum Ver­gleich: Mei­ne Are­nd­al 1723 Tower THX als Refe­renz­laut­spre­cher wol­len laut Her­stel­ler bis zu 500 W RMS an 4 Ω sehen, um wirk­lich aus sich her­aus­zu­ge­hen – im Bridge-Modus wäre ein Ever­so­lo-AMP-F8-Pär­chen also nicht weit von dem ent­fernt, was so ein Giant­kil­ler theo­re­tisch ver­langt (auch wenn die Are­nd­al-Emp­feh­lung auf 4 statt 8 Ω zielt, das ist also nicht 1:1 ver­gleich­bar). Wer selbst durch­rech­nen will, wie viel Ver­stär­kerleis­tung die eige­nen Laut­spre­cher rea­lis­tisch brau­chen, fin­det in unse­rem Watt­be­darf-Rech­ner-Arti­kel die For­mel dazu.

Messwerte (Herstellerangaben)

Spe­zi­fi­ka­ti­onWert
Ver­stär­ker­kon­zeptClass AB (Class-A-Bias im unte­ren Leistungsbereich)
Netz­teil800 W Ring­kern­tra­fo, linear
Leis­tung (Ste­reo)180 W RMS @ 8 Ω / 280 W RMS @ 4 Ω pro Kanal
Leis­tung (Bridged Mono)500 W RMS @ 8 Ω
THD+N0,003 % @ 1 kHz
Signal-Rausch-Abstand≥ 115 dB (A‑gewichtet)
Dämp­fungs­fak­tor> 400 @ 8 Ω, 1 kHz
Fre­quenz­gang10 Hz – 30 kHz (±0,5 dB @ 1 W/8 Ω)
Über­spre­chen (Cross­talk)≤ −95 dB @ 180 W/8 Ω, 1 kHz
Netz­span­nung100–120 V/60 Hz oder 220–240 V/50 Hz
Max. Leis­tungs­auf­nah­me1.200 W
Abmes­sun­gen (B × T × H)265 × 388 × 119 mm
Net­to­ge­wicht / Bruttogewicht15,9 kg / 18,6 kg

Anschlüsse

Bewusst redu­ziert, wie es sich für eine rein­ras­si­ge End­stu­fe gehört:

  • 1 × XLR (sym­me­trisch), Ein­gangs­im­pe­danz 10 kΩ
  • 1 × Cinch/RCA (unsym­me­trisch), Ein­gangs­im­pe­danz 10 kΩ
  • Gain umschalt­bar: XLR 5,2 V/23 dB oder 2,6 V/29 dB, RCA 2,65 V/23 dB oder 1,3 V/29 dB
  • 12-V-Trig­ger-In/Out für auto­ma­ti­sier­tes Ein-/Aus­schal­ten im Verbund
  • Ver­gol­de­te Laut­spre­cher­ter­mi­nals, IEC-Kaltgerätebuchse

Damit lässt sich das Gerät an die Pegel unter­schied­lichs­ter Vor­stu­fen anpas­sen, statt nur mit einer star­ren Ver­stär­kung zu arbei­ten – prak­tisch, wenn man von einer eher lei­sen Quel­le kommt oder eben nicht.

Lieferumfang

Laut offi­zi­el­ler Pack­lis­te kommt im Kar­ton: Netz­ka­bel, Trig­ger-Kabel und Bedie­nungs­an­lei­tung. Sprich: XLR- oder Cinch-Kabel für die Ver­bin­dung zur Vor­stu­fe müs­sen extra her – bei einer rein­ras­si­gen End­stu­fe in die­ser Preis­klas­se aber auch nichts Ungewöhnliches.

Design & Verarbeitung

Das Gehäu­se ist ein CNC-gefräs­tes Uni­bo­dy-Alu­mi­ni­um­ge­häu­se mit sand­ge­strahl­ter Elo­xie­rung – dick genug, um sowohl Reso­nan­zen zu bedämp­fen als auch als Kühl­kör­per zu fun­gie­ren. Gekühlt wird pas­siv per natür­li­cher Kon­vek­ti­on, ein Lüf­ter ist nicht ver­baut. Vor­ne sit­zen zwei beleuch­te­te ana­lo­ge VU-Meter, die in Echt­zeit mit der Musik mit­schla­gen – kein Fake-Blin­ken nach Sche­ma F, son­dern eine direk­te, unmit­tel­ba­re Pegel­an­zei­ge. Zumin­dest optisch bringt das ordent­lich Retro-Charme mit und setzt zum eher nüch­ter­nen rest­li­chen Design einen schö­nen Kontrapunkt.

Was kostet der Eversolo AMP-F8?

In den USA ruft Ever­so­lo 1.800 US-Dol­lar auf – damit liegt der AMP-F8 sogar unter dem bis­he­ri­gen AMP-F10.

Braucht man zwingend einen Eversolo-Streamer, um den AMP-F8 zu nutzen?

Nein. Der AMP-F8 ist zwar optisch und kon­zep­tio­nell auf den DMP-A8 Gen 2 abge­stimmt, lässt sich über XLR- oder Cinch-Ein­gang aber an prak­tisch jede Vor­stu­fe oder jeden AV-Recei­ver mit Pre-out anschließen.

Was bringt der Bridge-Modus konkret?

Im Bridge-Modus schal­tet der AMP-F8 sei­ne bei­den Kanä­le zu einem Mono­block zusam­men und lie­fert dann bis zu 500 W an 8 Ω statt 180 W pro Kanal im nor­ma­len Ste­reo-Betrieb. Prak­tisch heißt das: ein Gerät reicht für ein ent­spann­tes Ste­reo-Set­up, zwei Gerä­te erge­ben ein Mono­block-Paar für rich­tig for­dern­de Standlautsprecher.

Ist der Eversolo AMP-F8 ein Class-D-Amp?

Nein, das ist der par­al­lel vor­ge­stell­te AMP-F6 mit GaN-basier­ter Class-D-Tech­nik. Der AMP-F8 selbst arbei­tet klas­sisch ana­log in Class AB mit Class-A-Bias im unte­ren Leistungsbereich.

Einordnung

Mit dem Ever­so­lo AMP-F8 ver­lässt Ever­so­lo end­gül­tig das gewohn­te “Alles-in-einem”-Terrain, das wir schon vom Ever­so­lo AMP-F2 kann­ten, und tritt als rei­ner End­stu­fen-Her­stel­ler an – eine ech­te Ansa­ge an eta­blier­te Class-AB-End­stu­fen in der Preis­klas­se. Auf dem Papier liest sich das Daten­blatt jeden­falls sehr soli­de: poten­te Netz­teil­aus­le­gung, nied­ri­ge Ver­zer­rungs­wer­te, hoher Dämp­fungs­fak­tor und mit dem Bridge-Modus ein durch­dach­ter Aufrüstpfad.

Ob sich das auch im Hör­raum bestä­tigt, ist natür­lich eine ande­re Geschichte.

Die­ser Arti­kel basiert auf den vom Her­stel­ler ver­öf­fent­lich­ten Anga­ben und Pres­se­ma­te­ri­al. Ein Test­ge­rät lag zum Zeit­punkt der Ver­öf­fent­li­chung noch nicht vor.

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