Degritter Mark II im Test: Wenn Plattenputzen aufhört, Arbeit zu sein

Vinyl und ich — das ist eine noch jun­ge Geschich­te. Wer mei­ne bis­he­ri­gen Arti­kel dazu gele­sen hat, weiß: ich bin Digi­tal Nati­ve durch und durch. Strea­ming ist mein All­tag, Qobuz mein Stan­dard. Kein Knis­tern, kein Geknarz­ter, kein Gebas­tel. Ein­fach auf Play drü­cken und gut ist. Vinyl ist für mich trotz­dem reiz­voll — aber genau die­se Rei­bungs­lo­sig­keit des Digi­ta­len ver­mis­se ich, sobald eine Plat­te nicht so klingt, wie sie soll. Und das pas­siert öfter, als man denkt.

Das Pro­blem: Neue Plat­ten sind erschre­ckend oft dre­ckig. Direkt aus der Folie. Pro­duk­ti­ons­rück­stän­de, Trenn­mit­tel aus der Pres­se, Papier­flu­sen aus dem Innens­lee­ve — und dazu die­se typi­sche, star­ke sta­ti­sche Auf­la­dung, die alles anzieht, was in der Umge­bung so rum­fliegt. Koh­le­fa­ser­bürs­te? Hilft nur bedingt, wenn das Zeug buch­stäb­lich an der Plat­te klebt. Manu­el­le Rei­ni­gungs­lö­sun­gen? Okay für leich­ten Staub, aber kein ech­ter Gamechanger.

Ich habe bereits den VEVOR 6L Ultra­schall Schall­plat­ten Rei­ni­gungs­ge­rät im Test gehabt — ein güns­ti­ger Ein­stieg in die Ultra­schall­rei­ni­gung, aber mit deut­li­chen Kom­pro­mis­sen beim Hand­ling: vier Plat­ten gleich­zei­tig ein­span­nen, fürch­ter­li­cher Lärm, Was­ser fil­tern und zurück­lei­ten, Trock­nungs­stän­der extra. Irgend­wann habe ich den VEVOR schlicht nicht mehr raus­ge­holt, weil der Auf­wand jede Moti­va­ti­on killt.

Zeit für eine ande­re Lösung. Der Degrit­ter Mark II stand schon län­ger auf dem Radar — und jetzt steht er auf mei­nem Tisch.

Dis­clai­mer: Der Degrit­ter Mark II wur­de mir von Degrit­ter kos­ten­los für die­sen Test zur Ver­fü­gung gestellt, inklu­si­ve Rei­ni­gungs­flu­id und Maschi­nen­rei­ni­ger. Degrit­ter hat kei­nen Ein­fluss auf mei­nen Test­auf­bau, mein Urteil oder den Inhalt die­ses Reviews. Mei­ne Mei­nung bleibt die mei­ne — unge­schönt, wie immer.

Degritter Mark II im Video-Review

Wer lie­ber schaut als liest — oder bei­des will: Das kom­plet­te Review gibt es auch als Video auf dem HiFi­Ge­ek You­Tube-Kanal. Alle Hör­ein­drü­cke, der Sta­tik-Test live, und war­um ich das Gerät am liebs­ten behal­ten hätte.

Degritter — Ultraschall aus Estland

Degrit­ter kommt aus Est­land, einem Land, das man nicht unbe­dingt als HiFi-Hoch­burg auf dem Schirm hat. 2017 star­te­te das Unter­neh­men als Indiego­go-Pro­jekt mit einer simp­len, aber damals muti­gen Idee: eine voll­au­to­ma­ti­sche Ultra­schall-Plat­ten­wasch­ma­schi­ne bau­en, die wirk­lich für den Heim­ge­brauch taugt. Kein DIY-Ultra­schall-Tank aus dem Zahn­tech­nik-Bedarf, kein Bas­tel­pro­jekt — son­dern ein durch­dach­tes Gerät von Anfang bis Ende.

Die Reso­nanz war enorm. Aus dem Crowd­fun­ding-Pro­jekt wur­de ein ech­tes Unter­neh­men, aus dem Mark I ein Mark II. Heu­te ist der Degrit­ter so etwas wie der Refe­renz­punkt in der Klas­se der auto­ma­ti­schen Ultra­schall-Plat­ten­wasch­ma­schi­nen — zitiert von The Abso­lu­te Sound als „Pro­duct of the Year”, von TONEAu­dio mit einem Pro­duct of the Year Award aus­ge­zeich­net. Für ein Gerät aus Est­land, das als Kick­star­ter-Idee begann, ist das kei­ne schlech­te Karriere.

Unboxing & Lieferumfang

Die Ver­pa­ckung ist tadel­los — gut gepols­tert, kein Spiel­raum für Trans­port­schä­den. Das Gerät selbst ist kom­pak­ter als man erwar­tet: 37 × 28 × 21 cm, 9 kg. Wer einen sper­ri­gen Klotz erwar­tet, wird posi­tiv überrascht.

Im Lie­fer­um­fang:

  • Degrit­ter Mark II Ultraschall-Plattenwaschmaschine
  • Abnehm­ba­rer Was­ser­tank mit Deckel
  • 100 ml Rei­ni­gungs­flu­id (Record Clea­ning Fluid)
  • Maschi­nen­rei­ni­ger (Machi­ne Care Fluid)
  • 10 Ersatz­fil­ter (Open-Cell-Schaum)
  • Pipet­te zur dosier­ten Zuga­be des Reinigungsmittels
  • Was­ser­stands­mess­strei­fen
  • Netz­ka­bel
  • 2 Jah­re Herstellergarantie

Beim Test­ge­rät dabei: der optio­na­le zwei­te Was­ser­tank (~100 €) für den Klar­spül­gang — dazu gleich mehr.

Was sofort auf­fällt: kei­ne Trock­nungs­stän­der, kei­ne exter­ne Pum­pe, kein Schlauch­ge­wirr. Das Gerät ist ein abge­schlos­se­nes Sys­tem. Plat­te rein, Knopf drü­cken, fertig.

Design & Verarbeitung des Degritter Mark II

Der Degrit­ter Mark II ist seit Okto­ber 2024 in der über­ar­bei­te­ten Ver­si­on mit pul­ver­be­schich­te­tem Gehäu­se erhält­lich — Schwarz oder Dun­kel­sil­ber. Die Pul­ver­be­schich­tung löst das Pro­blem der Vor­gän­ger-Ver­si­on, bei der die elo­xier­te Ober­flä­che emp­find­lich auf Fin­ger­ab­drü­cke und Was­ser­fle­cken reagier­te. Das neue Finish ist deut­lich all­tags­taug­li­cher: kei­ne Was­ser­rän­der, kei­ne Fett­fle­cken, kratzresistenter.

Die Ver­ar­bei­tung ist auf einem Niveau, das man für die­sen Preis erwar­ten darf — und das Gerät hält, was es ver­spricht. Kei­ne Spalt­ma­ße, kei­ne wackeln­den Tei­le, kei­ne Bil­lig-Kunst­stoff-Optik. Die Touch-Tas­ten haben ein prä­zi­ses, ange­neh­mes Feed­back. Das klei­ne Dis­play zeigt Pro­gramm­wahl, Lauf­zeit und Zyklus­fort­schritt klar und les­bar an.

Ein­zi­ger klei­ner Kri­tik­punkt in der Pra­xis: Das Tank-Hand­ling. Um den Was­ser­tank zu ent­neh­men oder zu wech­seln, muss der Deckel des Geräts abge­nom­men wer­den — dann zieht man den Tank am inte­grier­ten Griff­chen her­aus. Das ras­tet gut ein und wirkt soli­de. Aber: Ein vol­ler Tank ver­liert beim Her­aus­neh­men zuver­läs­sig ein, zwei, drei Trop­fen. Auf einem Echt­holz­tisch oder einer emp­find­li­chen Ober­flä­che ein The­ma. Mei­ne Lösung: immer ein Geschirr­tuch unter­le­gen, Tank drauf­stel­len, Gerät tro­cken hal­ten. Kein Dealb­rea­k­er, aber ein Hin­weis für alle, die das Gerät auf edlem Mobi­li­ar betrei­ben wollen.

Auf der High End Wien hat­te ich die Gele­gen­heit, ein Demons­tra­ti­ons­mo­dell des Degrit­ter von innen zu sehen — kein ech­tes Pro­dukt­in­nen­le­ben, son­dern ein didak­tisch auf­ge­bau­tes Aus­stel­lungs­stück, das zeigt, was im Gerät pas­siert. Der Auf­bau macht deut­lich, wie viel Engi­nee­ring in einem kom­pak­ten Gehäu­se steckt.

Technik des Degritter Mark II: Warum 120 kHz, und was ist Ultraschall überhaupt?

Kurz für alle, die das The­ma noch nicht ken­nen: Ultra­schall-Plat­ten­rei­ni­gung nutzt das Prin­zip der Kavi­ta­ti­on. Im Was­ser­tank wer­den durch hoch­fre­quen­te Schall­wel­len win­zi­ge Mikro­bläs­chen erzeugt, die im nächs­ten Moment unter enor­mem Druck implo­die­ren. Die­se Implo­sio­nen erzeu­gen mikro­sko­pisch klei­ne Strö­mun­gen, die Schmutz, Fett, Trenn­mit­tel und Par­ti­kel buch­stäb­lich aus den Ril­len der Plat­te her­aus­rei­ßen — ohne phy­si­schen Kon­takt, ohne Bürs­te, ohne Reibung.

Ent­schei­dend ist dabei die Fre­quenz. Güns­ti­ge DIY-Ultra­schall­ge­rä­te oder Zahn­arzt-Rei­ni­ger arbei­ten mit 35–40 kHz — das ist effek­tiv für gro­be Ver­schmut­zun­gen, aber die Kavi­ta­ti­ons­bla­sen sind dabei grö­ßer und die Ener­gie weni­ger gleich­mä­ßig ver­teilt. Der Degrit­ter Mark II arbei­tet mit 120–125 kHz im Fre­quenz-Sweep — die Bläs­chen sind fei­ner, die Ener­gie gleich­mä­ßi­ger ver­teilt, und die Rei­ni­gungs­wir­kung dringt tie­fer in die engen Ril­len der Plat­te vor, ohne das Mate­ri­al anzu­grei­fen. Das ist auch der Fre­quenz­be­reich, der in der Halb­lei­ter­pro­duk­ti­on für die Rei­ni­gung emp­find­lichs­ter Bau­tei­le ein­ge­setzt wird.

Der Mark II bringt zusätz­lich den Power Dri­ve 2.0 mit Pul­se Mode: Die Ultra­schall-Trans­du­cer schal­ten dabei in schnel­ler Fol­ge ein und aus — statt Dau­er­be­trieb gibt es kur­ze, hoch­in­ten­si­ve Pul­se. Das erzeugt im Was­ser eine nie­der­fre­quen­te akus­ti­sche „Loch­wel­le”, die grö­ße­re Ver­schmut­zun­gen effi­zi­en­ter löst, wäh­rend der durch­schnitt­li­che Strom­ver­brauch sinkt. Die Durch­schnitts­leis­tung liegt bei 240 W — laut Her­stel­ler die höchs­te Leis­tung pro Liter Was­ser unter allen Ultra­schall-Plat­ten­rei­ni­gern auf dem Markt.

Vier Ultra­schall-Trans­du­cer sit­zen beid­sei­tig im Tank und bestrah­len die Plat­te gleich­mä­ßig von bei­den Sei­ten — bei­de Sei­ten der LP wer­den also simul­tan gerei­nigt, ohne dass man die Plat­te wen­den muss.

Aktive Filterung

Wäh­rend des Wasch­zy­klus zir­ku­liert das Was­ser aktiv durch einen aus­tausch­ba­ren Fil­ter aus Open-Cell-Schaum. Gelös­ter Schmutz lan­det also nicht ein­fach wie­der auf der Plat­te — er wird kon­ti­nu­ier­lich aus dem Was­ser her­aus­ge­fil­tert. Das ist ein wesent­li­cher Unter­schied zu ein­fa­che­ren Ultra­schall-Set­ups, bei denen der gelös­te Dreck im Was­ser schwimmt und sich poten­zi­ell neu abset­zen kann.

Temperaturkontrolle

Zu hohe Was­ser­tem­pe­ra­tu­ren kön­nen Vinyl schä­di­gen — Degrit­ter Mark II über­wacht die Tem­pe­ra­tur aktiv und löst bei Bedarf Kühl­zy­klen aus. Das ist kein Gim­mick, son­dern rele­van­tes Engi­nee­ring, beson­ders bei län­ge­ren Waschsessions.

Technische Spezifikationen

Spe­zi­fi­ka­ti­onWert
Ultra­schall-Fre­quenz120–125 kHz (Sweep)
Ultra­schall-Trans­du­cer4 (beid­sei­tig)
Durch­schnitts­leis­tung240 W
Rei­ni­gungs­mo­dusStan­dard + Pul­se Mode
Tank­ka­pa­zi­tät1,4 Liter
Rei­ni­gungs­zeit pro LP5–10 Min. (ein­stell­bar)
Trock­nungs­zeitEin­stell­bar (Lüf­ter­ge­schwin­dig­keit und Dauer)
Laut­stär­ke50–70 dB
Abmes­sun­gen37 × 28 × 21 cm
Gewicht9 kg
Span­nung100–240 V AC (auto­ma­tisch)
FinishPul­ver­be­schich­tet Schwarz / Dunkelsilber

Der optionale zweite Tank — Pflicht oder Nice-to-have?

Kur­ze Ant­wort: Pflicht. Län­ge­re Ant­wort folgt.

Der Degrit­ter Mark II arbei­tet im Stan­dard­be­trieb mit einem Tank: Was­ser mit ein paar Trop­fen Rei­ni­gungs­flu­id, Plat­te rein, waschen, trock­nen, fer­tig. Das funk­tio­niert her­vor­ra­gend. Wer aber auf Num­mer sicher gehen will — und bei dem Anschaf­fungs­preis die­ses Geräts soll­te man das wol­len — der greift zum optio­na­len zwei­ten Tank (~100 €).

Der zwei­te Tank kommt mit destil­lier­tem Was­ser ohne jeg­li­ches Rei­ni­gungs­flu­id. Stellt man im Menü ein, dass ein zwei­ter Tank vor­han­den ist, ergänzt der Degrit­ter Mark II nach dem Wasch­gang auto­ma­tisch einen Klar­spül­gang — die Plat­te wird noch­mal mit purem destil­lier­tem Was­ser nach­ge­spült, bevor der Trock­nungs­gang star­tet. Kein Rück­stand, kein Ten­sid, kei­ne Frage.

Der Haken: Das Gerät erkennt nicht auto­ma­tisch, was in wel­chem Tank ist — es weiß nur, dass ein zwei­ter Tank ein­ge­setzt wur­de und wann er gewech­selt wer­den soll. Der Klar­spül­gang erfor­dert einen manu­el­len Tank­wech­sel mid-cycle: Das Gerät hält inne, man nimmt den Wash­tank her­aus, setzt den Rin­se-Tank ein, bestä­tigt — und der Zyklus läuft wei­ter. Danach setzt das Gerät sich wie­der auf den Aus­gangs­zu­stand zurück, damit die nächs­te Plat­te direkt star­ten kann.

Prak­ti­scher Tipp aus eige­ner Erfah­rung: Tanks beschrif­ten. Ein simp­ler Label­dru­cker reicht — „Wash” und „Rin­se”, oder „Spü­li­was­ser” und „Kla­res Was­ser”. Wer das nicht macht, ver­wech­selt die Tanks irgend­wann. Das Gerät hilft dabei nicht.

Ja, der mid-cycle Ein­griff ist mini­mal ner­vig. Aber wer 2.800–2.900 € für eine Plat­ten­wasch­ma­schi­ne aus­gibt und dann an 100 € für den zwei­ten Tank spart, rech­net falsch. Ein­fach in den Gesamt­preis ein­rech­nen und das Gerät gedank­lich als „Degrit­ter Com­ple­te” kaufen.

Bedienung & Praxis: Der Degritter Mark II im Alltag

Die Bedie­nung ist das stärks­te Argu­ment für den Degrit­ter Mark II — und das mei­ne ich ohne Iro­nie. Es gibt schlicht nichts zu erklären.

Was­ser ein­fül­len (destil­lier­tes oder demi­ne­ra­li­sier­tes Was­ser, Lei­tungs­was­ser ist kei­ne Opti­on — Kalk­fle­cken), 4 Trop­fen Rei­ni­gungs­flu­id über die mit­ge­lie­fer­te Pipet­te dazu­ge­ben, Deckel drauf, Plat­te ein­set­zen, Start­tas­te drü­cken. Fer­tig. Der Degrit­ter Mark II über­nimmt ab die­sem Punkt alles: waschen, spü­len (wenn zwei­ter Tank vor­han­den), trock­nen. Kei­ne Bürs­te, kein manu­el­les Ein­grei­fen, kein Timing.

Die Rei­ni­gungs­zeit lässt sich ein­stel­len — von einem kur­zen bis zu einem lan­gen Pro­gramm. Mei­ne Pra­xis: ich fah­re stumpf auf Maxi­mum. Wer den Auf­wand scheut, sein Was­ser zu wech­seln, soll­te auch beim Waschen nicht spa­ren. Macht im All­tag wahr­schein­lich nicht den Rie­sen­un­ter­schied, aber ist mei­ne Phi­lo­so­phie: lie­ber gründ­lich als schnell.

Laut­stär­ke: Der Ultra­schall-Wasch­gang ist nahe­zu laut­los — ein lei­ses, gleich­mä­ßi­ges Sum­men, das in einem nor­ma­len Raum kaum auf­fällt. Wer gleich­zei­tig Musik hören will, soll­te aller­dings eine gewis­se Laut­stär­ke auf dem Ver­stär­ker haben; bei nied­ri­gem Pegel im sel­ben Raum hört man das Gerät. Der Trock­nungs­lüf­ter ist deut­lich wahr­nehm­ba­rer — kein Dra­ma, aber spür­bar lau­ter als der Wasch­gang. Im Neben­zim­mer stört er nicht. Das lau­tes­te Event der gesam­ten Ses­si­on ist am Ende das Piep-Signal, das den abge­schlos­se­nen Zyklus signalisiert.

Zum Ver­gleich: Mein alter VEVOR klang beim Leer­lauf so, als wür­de jemand neben­an in einem Metall­be­häl­ter rüh­ren. Air­pods rein war damals kei­ne Über­trei­bung. Der Degrit­ter Mark II ist in einer ande­ren Welt.

Was­ser­wech­sel: Das Was­ser soll­te nach etwa 50 Plat­ten gewech­selt wer­den . Ich las­se es prag­ma­tisch auch mal eine Woche ste­hen, wenn noch Plat­ten in der War­te­schlan­ge sind — dann lie­ber ein­mal mehr wech­seln als zu früh weg­schüt­ten. Der Ver­brauch an Rei­ni­gungs­flu­id ist übri­gens lächer­lich gering: die Pipet­te dosiert 4 Trop­fen pro Tank­fül­lung. Eine Fla­sche hält gefühlt ewig.

Fil­ter­wech­sel: Laut Her­stel­ler nach ca. 100 Wasch­gän­gen. Der Fil­ter ist ein­fach zugäng­lich und in Sekun­den getauscht. 10 Ersatz­fil­ter lie­gen im Lie­fer­um­fang bei — das reicht eine Weile.

Reinigungsergebnis: Was der Degritter Mark II wirklich kann

Warum überhaupt Vinyl? Eine ehrliche Antwort

Ich bin Infor­ma­ti­ker. Digi­tal Nati­ve durch und durch. Den gan­zen Tag am Rech­ner, Kopf­hö­rer auf, Musik läuft — meis­tens als Grund­rau­schen, als Beglei­tung, als Hin­ter­grund. Spo­ti­fy ent­deckt neue Bands, das Auto­mix­tape schlägt was vor, man hört rein, findet’s gut, wei­ter. Viel Musik geht rein, viel geht raus. Das ist der Alltag.

Frü­her gab’s dafür den Plat­ten­la­den. Einen Typen hin­ter der The­ke, der ähn­li­chen Geschmack hat­te wie du, einen Geheim­tipp-Stän­der in der Ecke, eine Plat­te die man sich spon­tan rein­le­gen ließ und dach­te: boah, die nehm ich mit. Die­ses Gefühl gibt’s kaum noch. Heut­zu­ta­ge macht das ein Algo­rith­mus — und ehr­lich gesagt nicht mal schlecht, aber es ist halt nicht dasselbe.

Vinyl ist für mich die Gegen­be­we­gung zum eige­nen All­tag. Nicht aus Nost­al­gie — ich bin zu spät gebo­ren für ech­te Plat­ten­la­den-Roman­tik — son­dern weil ich gemerkt habe, dass Musik als Dau­er­be­schal­lung irgend­wann auf­hört, wirk­lich zu wir­ken. Ich woll­te einen Moment, in dem Musik bewusst pas­siert. So wie man sich ein Glas Whis­ky ein­schenkt, sich hin­setzt und sagt: jetzt. In die­ser Zeit gehört mir das hier.

Das Ritu­al ist sim­pel: eine Plat­te aus der Samm­lung raus­su­chen — auch wenn die noch über­schau­bar ist — auf­le­gen, eine gan­ze Sei­te am Stück hören. Kein Skip­pen, kein Han­dy, kein Zoom-Call neben­bei. Ein­fach die Musik auf sich ein­wir­ken las­sen, so wie der Künst­ler sie sich vor­ge­stellt hat. Plötz­lich hört man Nuan­cen, die man im Strea­ming-Durch­lauf nie wahr­ge­nom­men hat: ein Gitar­ren­riff das sich erst beim drit­ten Hören wirk­lich öff­net, ein Drum­fill das einen Break­down ankün­digt, ein stil­ler Moment im Song der einen uner­war­tet trifft. Ich höre ger­ne auf Instru­men­te — Schlag­zeug beson­ders, weil ich es frü­her selbst gespielt habe. Ich ver­su­che raus­zu­hö­ren, ob das klingt wie ich mir vor­stel­le, wie es live klin­gen wür­de. Neu­tra­li­tät ist mir dabei wich­tig: ich will die Musik so hören, wie sie auf­ge­nom­men wur­de — nicht wie eine Kom­po­nen­te der Anla­ge sie färbt oder zurechtbiegt.

Das ist der Kon­text, in dem der Degrit­ter Mark II für mich Sinn macht. Wenn Vinyl ein bewuss­tes Erleb­nis sein soll, dann darf die Plat­te nicht mit Knis­tern und Gerum­pel anfan­gen. Das zer­stört den Moment. Und genau das hat der Degrit­ter Mark II aus mei­nen Ses­si­ons rausgenommen.

Das Gefühl beim Auflegen

Es klingt viel­leicht klein, aber es ist es nicht: Wenn ich eine Plat­te aus dem Slee­ve zie­he und sie klebt dar­an fest, weiß ich sofort — die ist sta­tisch auf­ge­la­den. Und das bedeu­tet: sie zieht gera­de aktiv Staub aus der Luft an. Jeden Moment, den sie in mei­ner Hand liegt. Das ist kein ange­neh­mes Gefühl, wenn man gleich Musik genie­ßen will. Man hat die­sen klei­nen Monk auf der Schul­ter, der die gan­ze Zeit flüs­tert: gleich rumfällt’s wie­der. Da ist noch was drauf. Hör mal, da knistert’s schon.

Nach dem Degrit­ter Mark II ist die­ser Monk weg.

Die Plat­te kommt aus dem Slee­ve, nichts klebt, kei­ne Flu­sen, kei­ne Auf­la­dung. Man legt sie auf, Nadel drauf — und es kann ein­fach los­ge­hen. Kein Vor­be­halt, kein inne­res Abwä­gen ob das jetzt nor­mal klingt oder ob da noch was sitzt. Ein­fach Musik.

Plat­te auf­le­gen ist für mich medi­ta­tiv. Augen zu, Sofa, Musik. Voll­stän­dig da sein in dem Moment. Knis­tern und Gerum­pel rei­ßen mich aus genau die­sem Zustand raus — nicht dra­ma­tisch, aber spür­bar. Es zieht mich raus aus der Musik, zurück in den Kopf, zurück ins Ana­ly­sie­ren. Das nervt. Das will ich nicht.

Der Degrit­ter Mark II nimmt die­sen Stress weg. Nicht weil er Vinyl zu einer ande­ren Tech­no­lo­gie macht — son­dern weil er das Medi­um so gut behan­delt, dass man auf­hört, dar­über nach­zu­den­ken. Und genau das ist der Punkt: wenn man nicht mehr über die Plat­te nach­den­ken muss, kann man anfan­gen, die Musik zu hören.

Der Statik-Test

Ich mache bei neu­en Plat­ten regel­mä­ßig einen simp­len Sta­tik-Test: Plat­te im Slee­ve hal­ten, kip­pen, los­las­sen. Wenn sie von allei­ne her­aus­rutscht, ist sie weit­ge­hend ent­la­den — gut. Wenn sie regel­recht fest­klebt und man sie her­aus­zie­hen muss, ist sie sta­tisch auf­ge­la­den. Teils massiv.

Die meis­ten mei­ner Plat­ten kle­ben. Neue Pres­sun­gen, direkt aus der Folie, oft so auf­ge­la­den, dass die Innen­hül­le wie ange­klebt wirkt. Das ist kei­ne Über­ra­schung: beim Press­vor­gang wird Vinyl enorm sta­tisch auf­ge­la­den, und raue Papier-Innen­hül­len fun­gie­ren als per­fek­ter Staub­ma­gnet — die Auf­la­dung zieht alles ran, was irgend­wie lose in der Nähe ist. Flu­sen, Staub, Par­ti­kel. Man bekommt eine frisch gepress­te Plat­te aus der Folie und fragt sich, wie das in so kur­zer Zeit so dre­ckig wer­den konn­te. Das ist die Ant­wort: Physik.

Eine Koh­le­fa­ser­bürs­te hilft in die­sem Zustand kaum. Sie kann ober­fläch­li­chen Staub abtra­gen, aber was elek­tro­sta­tisch an der Ril­le fest­klebt, geht damit nicht weg — im Gegen­teil, manch­mal ver­teilt man es nur. Das ist der Punkt, an dem man ent­we­der mit Was­ser ran muss oder resi­gniert auf Play drückt und hofft, dass es nicht zu schlimm klingt.

Der Degrit­ter Mark II löst die­ses Pro­blem voll­stän­dig — und das auf eine Art, die man beim ers­ten Mal nicht ganz glaubt, bis man es selbst sieht.

Die Ava­tar-Plat­te „Don’t Go in the Forest” war eine der kleb­rigs­ten Kan­di­da­tin­nen im Test. Vor­her: Slee­ve kip­pen, Plat­te bleibt stur drin, muss her­aus­ge­zo­gen wer­den — klas­sisch maxi­mal auf­ge­la­den. Plat­te in den Degrit­ter Mark II, nor­ma­ler Wasch­zy­klus, Plat­te raus. Slee­ve kip­pen — und die Plat­te schoss aus dem Slee­ve, als wäre sie abge­sto­ßen wor­den. Nicht lang­sam her­aus­ge­rutscht. Geschos­sen. Fast durch den Raum. Ich hab reflex­ar­tig zuge­grif­fen und die Plat­te erwischt — das Han­dy war in dem Moment lei­der nicht in der ande­ren Hand, sonst hät­te es das auf Video gege­ben. Die Anti­sta­tik-Wir­kung des Degrit­ter Mark II ist kein theo­re­ti­sches Fea­ture auf dem Daten­blatt. Man sieht es, man fühlt es, und ein­mal erlebt, will man nie wie­der eine unge­wa­sche­ne Plat­te auflegen.

Die Orbit Culture Geschichte

In mei­nem VEVOR-Test hat­te ich die Orbit Cul­tu­re Dop­pel-LP „Des­cent” als Pro­blem­kind beschrie­ben — so stark ver­schmutzt aus der Folie, dass ich mich zunächst nicht getraut hat­te, sie über­haupt abzu­spie­len. Irgend­wo aus den USA impor­tiert, rau­es Papier-Innens­lee­ve, maxi­ma­le Auf­la­dung — das Ergeb­nis war eine Plat­te, die aus­sah als hät­te sie Mona­te in einer Werk­statt gele­gen, obwohl sie neu war. Der VEVOR hat­te sie optisch halb­wegs geret­tet, aber im Hör­test blieb Knis­tern prä­sent — an der Ein­lauf­ril­le, in ruhi­gen Pas­sa­gen, immer wie­der. Ein kla­res Zei­chen, dass tief­sit­zen­de Rück­stän­de in den Ril­len ver­blie­ben waren, die der VEVOR mit sei­nen 40 kHz nicht voll­stän­dig erreicht hat.

Der Degrit­ter Mark II hat die­se Plat­te in einem Durch­gang so gerei­nigt, wie sie klin­gen soll. Das per­sis­ten­te Knis­tern, das nach dem VEVOR noch da war, ist weg. Kom­plett. Das ist kein sub­jek­ti­ves Gefühl — das ist ein direk­ter A/B‑Vergleich über zwei Gerä­te hin­weg, mit der­sel­ben Plat­te, dem­sel­ben Set­up, dem­sel­ben Ohr. 120 kHz statt 40 kHz, Pul­se Mode, akti­ve Fil­te­rung — das ist kein Mar­ke­ting-Text. Das klingt anders.

Was mich dabei am meis­ten beein­druckt: Der Degrit­ter Mark II rei­nigt nicht nur die Plat­ten­ober­flä­che, son­dern dringt tief genug in die Ril­len vor, um Rück­stän­de zu lösen, die mecha­ni­schen Metho­den schlicht nicht zugäng­lich sind. Eine Bürs­te kann die Ril­le nicht rei­ni­gen — sie kann nur über sie drü­ber­fah­ren. Ultra­schall mit 120 kHz kann es.

Heaven Shall Burn — von okay-ish zu so-wie-es-sein-soll

Eine wei­te­re Plat­te mit Vor­ge­schich­te: eine Hea­ven Shall Burn-LP, die mich von Anfang an nicht glück­lich gemacht hat­te. Ich hat­te alles ver­sucht: Knos­ti Dis­co-Anti­stat auf­ge­sprüht und abge­nom­men, tro­cken abge­spielt, irgend­wann in einer Com­mu­ni­ty gele­sen, dass nas­ses Abspie­len bei hart­nä­cki­gen Fäl­len hel­fen soll — und ja, tat­säch­lich funk­tio­niert das kurz­fris­tig, weil Was­ser als Dämp­fungs­mit­tel wirkt. Emp­feh­len wür­de ich das trotz­dem nicht, schon allein wegen des Risi­kos für Nadel und Platte.

Das Ergeb­nis all die­ser Maß­nah­men: okay. Bes­ser als vor­her, aber nie wirk­lich zufrie­den­stel­lend. Die Plat­te klang, als wür­de sie immer leicht durch einen Fil­ter lau­fen — nicht dra­ma­tisch, aber spürbar.

Nach dem Degrit­ter Mark II: ein­fach gut. So wie eine Plat­te klin­gen soll, wenn man sie auf­legt. Kei­ne Hin­ter­ge­dan­ken, kein „ist das jetzt nor­mal für Vinyl oder ist da noch was”, kein Nach­bes­sern. Ein­fach Musik.

Ich bin hier bewusst vor­sich­tig mit über­trie­be­nen Audio­phi­len-For­mu­lie­run­gen — ich bin Digi­tal Nati­ve, Strea­ming ist mein Stan­dard, und „flaw­less” ist für mich Qobuz. Vinyl wird das nie voll­stän­dig errei­chen, das ist das Medi­um, das ist Phy­sik, und das ist auch okay so. Aber mit einer sau­ber gerei­nig­ten Plat­te, die der Degrit­ter Mark II auf die­ses Niveau gebracht hat, kom­men die bei­den Wel­ten erschre­ckend nah anein­an­der. Freun­de, die beim Hören dabei waren, waren durch die Bank begeis­tert — „so wür­de ich mir Plat­te hören vor­stel­len” war der Tenor. Mehr braucht es eigent­lich nicht.

Musik ist nicht zum Alleinhören da

Vinyl hat bei mir noch eine ande­re Dimen­si­on bekom­men, die ich so nicht erwar­tet hat­te: es ist ein sozia­les Erlebnis.

Ich fah­re jedes Jahr mit einer fes­ten Trup­pe zum Sum­mer­bree­ze — Metal, Bier, Freun­de, drei Tage Kon­zer­te. Musik tei­len ist bei uns kein Neben­pro­dukt, son­dern der Kern. Geschmä­cker ver­glei­chen, Bands emp­feh­len, gemein­sam auf Kon­zer­te fah­ren. Das pas­siert bei uns auch zu Hau­se, und seit ich Vinyl höre, hat das noch­mal eine neue Qua­li­tät bekommen.

Ein Kol­le­ge hat noch kei­nen Plat­ten­spie­ler — aber hat trotz­dem schon ange­fan­gen, Plat­ten zu kau­fen, weil er weiß dass bestimm­te Pres­sun­gen irgend­wann weg sind. Er hat mir sei­ne neu­en Plat­ten zum Waschen mit­ge­bracht. Wir haben sie zusam­men durch den Degrit­ter Mark II gezo­gen, vor­her und nach­her ver­gli­chen, und danach direkt auf­ge­legt. Der Unter­schied — werks­neu aus der Folie ver­sus frisch gewa­schen — war für ihn sofort hör­bar und sicht­bar. Man braucht kein geschul­tes Ohr dafür. Man sieht es an der Plat­te, man hört es beim Auflegen.

Die Orbit Cul­tu­re-Plat­te haben wir zusam­men auf dem Sofa gehört. Er kann­te die Band kaum — und saß da, hör­te rein, und sag­te irgend­wann ein­fach: „Alter, ich muss mir die­se Plat­te sofort kau­fen.” Nicht weil ich ihm das erzählt habe. Son­dern weil das Album ihn gecatcht hat, weil der Klang gestimmt hat, weil der Moment gestimmt hat. So funk­tio­niert Musik, wenn sie gut prä­sen­tiert wird.

Ein ande­rer Kol­le­ge hat selbst einen Plat­ten­spie­ler und eine mit­tel­gro­ße Samm­lung — teils eige­ne Käu­fe, teils Erb­stü­cke vom Vater. Er kennt das The­ma Plat­ten­rei­ni­gung aus eige­ner Erfah­rung, weiß wie ner­vig es sein kann. Er hat sich den Degrit­ter Mark II ange­schaut, das Ergeb­nis gese­hen, und gesagt: wenn er mehr Zeit hät­te, wäre das sofort seins. Kein Zögern, kein Abwä­gen. Ein­fach: ja, das ist die Lösung.

Genau so ent­ste­hen bei uns auch Kon­zert­kar­ten. Man sitzt zusam­men, hört ein Album, und irgend­wann macht jemand den Lap­top auf: „Die spie­len in vier Mona­ten in der Nähe, wol­len wir das nicht mit­neh­men?” Was auf Plat­te zusam­men gehört wur­de, wol­len wir dann live erle­ben. Der Weg von der frisch gewa­sche­nen LP zur Kon­zert­kar­te ist bei uns erschre­ckend kurz.

Lorna Shore, Knocked Loose und der Traum-Workflow

Mitt­ler­wei­le sind eine Men­ge Plat­ten durch den Degrit­ter Mark II gelau­fen. Lor­na Shore „I Feel the Ever­b­lack Fes­te­ring Within Me”, Kno­cked Loo­se „You Won’t Go Befo­re You’­re Sup­po­sed To”, die neue Orbit Cul­tu­re — alle werks­neu, alle mit dem glei­chen Ergeb­nis: tadel­los. Kein Nach­wa­schen, kein Grü­beln, kein „ist das jetzt nor­mal oder ist da noch was”.

Was dabei auf­fällt: Vinyl ist Vinyl. Es gibt immer kleins­te Uneben­hei­ten, Pres­sungs­ar­te­fak­te, das Medi­um hat sei­ne phy­si­ka­li­schen Gren­zen — und das ist auch okay so. Wer Vinyl hört, hört bewusst ana­log. Was der Degrit­ter Mark II aber eli­mi­niert, ist alles, was nicht das Medi­um selbst ist: Staub, Trenn­mit­tel, Pro­duk­ti­ons­rück­stän­de, sta­ti­sche Auf­la­dung. Was übrig bleibt, ist die Plat­te in ihrem best­mög­li­chen Zustand. Und das macht einen hör­ba­ren Unterschied.

Ich höre Alben übri­gens in Gän­ze — kein Skip­pen, kein Shuf­flen, kein Sin­gle-Hop­ping. Das ist für mich einer der Kern­punk­te von Vinyl. Man merkt bei man­chen Bands sofort, ob ein Album ein ech­tes Kon­zept hat oder nur die Sum­me sei­ner Sin­gles ist. Bei Orbit Cul­tu­re, Lor­na Shore, Kno­cked Loo­se merkt man das Hand­werk hin­ter der Track­list. Das genießt man anders, wenn die Plat­te sau­ber ist und man nicht nach jedem zwei­ten Track kurz über­legt, ob das Knis­tern jetzt die Auf­nah­me war oder die Platte.

Die neue Orbit Cul­tu­re habe ich werks­neu aus­ge­packt und direkt in den Degrit­ter Mark II gewor­fen — und erst danach zum ers­ten Mal gehört. Das war ein ande­res Erleb­nis als vor­her. Vor­her war der Work­flow: aus­pa­cken, Bürs­te, hof­fen. Manch­mal gut, manch­mal ent­täu­schend, manch­mal ein­fach gerum­pelt. Jetzt: aus­pa­cken, Degrit­ter Mark II, Plat­te raus, auf­le­gen, genie­ßen. Fertig.

Auch das The­ma Auf­la­ge­ge­wicht hat in die­sem Kon­text noch­mal eine neue Rol­le gespielt. Ich hat­te zwi­schen­durch mit mei­ner Orto­fon 2M Bron­ze expe­ri­men­tiert und den Anpress­druck etwas erhöht — irgend­wo gele­sen, dass die Bron­ze mehr ver­trägt. Was ich dabei gemerkt habe: mehr Druck macht die Nadel emp­find­li­cher gegen­über Kleinst­ver­schmut­zun­gen. Das Schlei­fen der Nadel in der Ril­le wird hör­ba­rer, Gerum­pel nimmt zu. Nach dem Zurück­dre­hen auf einen nied­ri­ge­ren Wert war das sofort bes­ser — weni­ger Geräu­sche, kei­ne ver­miss­ten Details. Sau­be­re Plat­te plus rich­ti­ger Anpress­druck: das ist das Gesamt­pa­ket. Der Degrit­ter Mark II lie­fert die eine Hälf­te davon zuverlässig.

Neue Platten: Nicht alle sind gleich

Ein wich­ti­ger Hin­weis an die­ser Stel­le: Nicht jede neue Pres­sung ist ein Pro­blem­fall. Es gibt Her­stel­ler und Labels, deren Plat­ten direkt ab Werk ein­wand­frei sind — kein Knis­tern, kaum Sta­tik, sofort auf den Tel­ler und genie­ßen. Lei­der gibt es noch kei­nen kla­ren roten Faden, wor­an man das im Vor­aus erkennt. Der Degrit­ter Mark II nimmt die­se Unsi­cher­heit kom­plett raus: egal ob die Plat­te gut oder schlecht gepresst ist, nach dem Durch­gang weiß man, was man hat.Durchgang weiß man, was man hat.

Alternativen & Einordnung

Der Markt für Plat­ten­wasch­ma­schi­nen ist grö­ßer als man denkt — und die Preis­trep­pe ist steil.

Manu­el­le Rei­ni­gung (0–30 €): Koh­le­fa­ser­bürs­te, Sprüh­rei­ni­ger, Mit­lauf­be­sen. Funk­tio­niert für leich­ten Staub und als Pre-Ses­si­on-Rou­ti­ne. Bei sta­tisch auf­ge­la­de­nen Plat­ten oder tief­sit­zen­den Ver­schmut­zun­gen kommt man damit nicht weit.

VEVOR 6L Ultra­schall (~160 €): Güns­ti­ger Ein­stieg in Ultra­schall. Mein Review dazu ist hier ver­linkt. Ultra­schall­rei­ni­gung funk­tio­niert prin­zi­pi­ell, aber das Hand­ling mit vier Plat­ten gleich­zei­tig, der Lärm, das Fil­ter­rück­füh­ren und der feh­len­de inte­grier­te Trock­ner machen es zur Gele­gen­heits­lö­sung. Bei mir steht er seit­dem unbenutzt.

Okki Nok­ki ONE (~550 €): Klas­si­ker aus den Nie­der­lan­den, seit über 30 Jah­ren am Markt, jetzt unter der Füh­rung von Grün­der-Toch­ter San­ne Bezem wie­der voll­stän­dig in den Nie­der­lan­den pro­du­ziert. Vaku­um-Prin­zip mit Zie­gen­haar-Bürs­te und Absaug­arm — manu­ell, aber durch­dacht. Bürs­te auf­brin­gen, Plat­te rotie­ren las­sen, Vaku­um­arm absau­gen. Der Absaug­me­cha­nis­mus hat dabei einen Vor­teil, den der Degrit­ter Mark II nicht bie­tet: gelös­te Par­ti­kel wer­den aktiv von der Plat­te abge­saugt statt nur im Was­ser ver­teilt. Für Gele­gen­heits­nut­zer mit über­schau­ba­rer Samm­lung eine soli­de, deut­lich güns­ti­ge­re Alter­na­ti­ve. Wer täg­lich oder regel­mä­ßig wäscht, wird den manu­el­len Auf­wand aber irgend­wann ner­vig finden.

Hum­min­gu­ru (~400 €): Wei­te­rer Ultra­schall-Mit­be­wer­ber im güns­ti­ge­ren Seg­ment, eben­falls mit Sin­gle-LP-Work­flow. Gutes Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis, aber ohne akti­ve Fil­te­rung und ohne inte­grier­te Trocknung.

Degrit­ter Mark II (~2.890 €): Das hier. Voll­au­to­ma­tisch, akti­ve Fil­te­rung, inte­grier­te Trock­nung, 120 kHz Ultra­schall, Pul­se Mode. Kein Kon­kur­renz­pro­dukt in die­ser Klas­se bie­tet die­ses Gesamt­pa­ket in die­ser Kompaktheit.

Klang­hei­mat, Cle­ar­au­dio, Hannl (ab ~2.000 € auf­wärts bis ~5.000 €): Bürs­ten-basier­te High-End-Maschi­nen, teils mit beid­sei­ti­ger Rei­ni­gung, teils voll­au­to­ma­tisch. Ande­re Phi­lo­so­phie — Bürs­te statt Ultra­schall — mit eige­nen Vor- und Nachteilen.

Läden mit Wasch­ser­vice: In eini­gen HiFi-Fach­ge­schäf­ten kann man gegen einen klei­nen Obo­lus Plat­ten waschen las­sen. Für Gele­gen­heits­nut­zer mit klei­ner Samm­lung nicht die schlech­tes­te Idee.

Für wen lohnt sich der Degritter Mark II?

Gro­ße oder wert­vol­le Samm­lun­gen: Je mehr Plat­ten, des­to mehr zahlt sich der Kom­fort aus. Und wer Herz­blut in sei­ne Samm­lung gesteckt hat — sel­te­ne Pres­sun­gen, Erst­auf­la­gen, gesuch­te Gate­folds — der will kein Risi­ko mit Bürs­ten­ab­rieb oder Dritt­mit­teln ein­ge­hen. Ultra­schall ist kon­takt­lo­se Rei­ni­gung. Außer dem Was­ser berührt nichts die Plattenoberfläche.

Men­schen mit wenig Zeit oder wenig Lust: Der Degrit­ter Mark II funk­tio­niert so, dass man ihn benutzt. Der VEVOR funk­tio­nier­te so, dass man Aus­re­den fin­det. Das ist kein Witz, das ist Praxisrealität.

Ein­stei­ger, die Vinyl als Genuss begrei­fen: Vinyl ist für mich kein Ritu­al, kein Hob­by-im-Hob­by, kei­ne Bas­tel­stun­de. Ich will eine Plat­te hören, kei­ne Plat­te pfle­gen. Der Degrit­ter Mark II fügt sich in die­sen Anspruch ein wie kaum ein ande­res Gerät.

Samm­ler, die kör­per­lich ein­ge­schränkt sind: Älte­re Nut­zer, Men­schen mit ein­ge­schränk­ter Fein­mo­to­rik oder Seh­kraft — der voll­au­to­ma­ti­sche Ablauf macht die Plat­ten­rei­ni­gung zugäng­lich, ohne dass man alles genau im Blick haben oder mit meh­re­ren Plat­ten gleich­zei­tig han­tie­ren muss.

Nicht ide­al für: Gele­gen­heits­hö­rer mit zehn Plat­ten und über­schau­ba­rem Bud­get. Wer zwei Mal im Jahr eine Plat­te hört, ist mit der Koh­le­fa­ser­bürs­te und einem Okki Nok­ki beim Händ­ler um die Ecke gut bedient.

Pre-Session-Wash: Der Workflow, der alles ändert

Das ist viel­leicht der uner­war­tets­te Erkennt­nis­ge­winn aus die­sem Test. Der Degrit­ter Mark II ist nicht nur ein Gerät für die gro­ße Ein­mal-Rei­ni­gung einer Samm­lung — er ist nied­rig­schwel­lig genug, um ihn vor jeder Hör­ses­si­on kurz anzuwerfen.

Frü­her: Plat­te aus dem Slee­ve, Koh­le­fa­ser­bürs­te drü­ber, Mit­lauf­be­sen auf­set­zen, auf­le­gen. Manch­mal. Oft auch nicht, weil die Bürs­te irgend­wo liegt und die Moti­va­ti­on weg ist.

Jetzt: Plat­te rein, Start drü­cken, 5–7 Minu­ten, Plat­te raus, auf den Tel­ler. Fer­tig. Der Auf­wand ist so mini­mal, dass man es ein­fach macht — weil why not?

Wer mag, nutzt den kur­zen Wasch­gang ohne Klar­spül­gang für die schnel­le Pre-Ses­si­on-Rou­ti­ne. Wer gründ­lich sein will, nimmt den lan­gen Durch­gang mit zwei­tem Tank. Bei­des ist mit dem Degrit­ter Mark II ohne Nach­den­ken mög­lich. Mit dem Okki Nok­ki ist das eine ech­te Arbeit. Mit dem VEVOR denkt man gar nicht erst daran.

Betriebskosten: Was kostet der Degritter Mark II wirklich im Alltag?

Das ist eine Fra­ge, die im Ange­sicht des Anschaf­fungs­prei­ses ger­ne ver­ges­sen wird. Die Ant­wort: fast nichts.

  • Rei­ni­gungs­flu­id: 4 Trop­fen pro Tank­fül­lung. Eine 100-ml-Fla­sche reicht für Mona­te bis Jah­re, je nach Nutzungsintensität.
  • Destil­lier­tes Was­ser: Güns­ti­ger Kanis­ter aus dem Super­markt oder Baumarkt.
  • Ersatz­fil­ter: 10 Stück im Lie­fer­um­fang, danach weni­ge Euro pro Packung.
  • Strom: Nied­rig — der Trock­nungs­lüf­ter ist das strom­hung­rigs­te Ele­ment, und der läuft nur weni­ge Minu­ten pro Zyklus.

Emp­feh­lung: Ori­gi­nal-Rei­ni­gungs­flu­id von Degrit­ter ver­wen­den. Nicht aus Mar­ken­treue, son­dern weil man damit genau weiß, was man in den Tank gibt — und die Dosie­rung auf die Ober­flä­chen­span­nung des Was­sers abge­stimmt ist. Zu viel Ten­sid senkt die Ober­flä­chen­span­nung so weit, dass das Was­ser über das Label lau­fen kann. Das Gerät ist so kali­briert, dass mit den emp­foh­le­nen 4 Trop­fen das Was­ser zuver­läs­sig in der Label-Zone bleibt. Wer mit Dritt­mit­teln expe­ri­men­tiert, expe­ri­men­tiert auf eige­nes Risiko.

Fazit

Ich habe beim Vinyl-Ein­stieg gelernt, dass das Medi­um mehr Pfle­ge braucht als ich zunächst dach­te. Mei­ne ers­te Lösung, der VEVOR, hat funk­tio­niert — aber das Hand­ling hat mich so genervt, dass ich ihn irgend­wann ein­fach nicht mehr raus­ge­holt habe. Bürst­chen und Sprüh­flüs­sig­keit haben das Bes­te ver­sucht, aber eben nur das Bes­te versucht.

Der Degrit­ter Mark II ist eine ande­re Kate­go­rie. Nicht weil er teu­rer ist — son­dern weil er das Pro­blem wirk­lich löst, ohne neu­es zu schaf­fen. Plat­te rein, Knopf drü­cken, Plat­te raus, auf den Tel­ler. Das ist die Zusammenfassung.

Vinyl ist für mich Genuss, kein Hob­by-im-Hob­by. Ich will kei­ne Rei­ni­gungs­rou­ti­ne, ich will Musik hören. Der Degrit­ter Mark II hat mei­nen Work­flow so ver­än­dert, dass ich Plat­ten jetzt vor jeder Ses­si­on kurz durch­lau­fen las­se — weil der Auf­wand fak­tisch null ist. Das war mit dem VEVOR undenk­bar, mit der Bürs­te wishful thinking.

Ist der Preis hoch? Ja. Für eine Ein­zel­per­son mit klei­ner Samm­lung mög­li­cher­wei­se schwer zu recht­fer­ti­gen — hier lohnt sich der Blick auf Sha­ring-Model­le (HiFi-Stamm­tisch, Kol­le­gen­kreis, Läden mit Wasch­ser­vice) oder güns­ti­ge­re Alter­na­ti­ven wie den Okki Nok­ki. Für den ernst­haf­ten Samm­ler, den Vinyl-Enthu­si­as­ten oder den Men­schen, der ein­fach das bes­te Ergeb­nis mit dem gerings­ten Auf­wand will, gibt es aktu­ell kei­ne über­zeu­gen­de­re Wahl in die­ser Geräteklasse.

Ich bin ehr­lich: ich wer­de den Degrit­ter Mark II nicht kau­fen. Nicht weil er es nicht wert wäre — son­dern weil die Rela­ti­on nicht stimmt. Mein Blog deckt ein brei­tes Spek­trum ab, mein Vinyl-Set­up ist noch jung, und irgend­wo muss man auch eine Linie zie­hen, was man sich als Hob­by-Bud­get leis­tet. Das ist kei­ne Kri­tik am Gerät, das ist schlicht Realität.

Aber wenn ich Geld kei­ne Rol­le spie­len las­se? Sofort. Kei­ne Sekun­de Zögern.

Mein Traum-Work­flow wäre die­ser: Nach Hau­se kom­men, Degrit­ter Mark II anwer­fen, Plat­te rein, durch­lau­fen las­sen. Wäh­rend­des­sen Sofa, Buch, kurz ent­span­nen. Plat­te raus, auf­le­gen, genie­ßen. Wenn’s eine Dop­pel-LP ist, gleich die zwei­te Sei­te hin­ter­her. Kein Ritu­al, kei­ne Bas­te­lei, kei­ne Kom­pro­mis­se. Ein­fach Musik — so wie sie klin­gen soll.

Das ist der Degrit­ter Mark II in einem Satz: Er macht aus Plat­ten­rei­ni­gung kei­ne Arbeit. Und das ist mehr wert, als es klingt.

Der Degrit­ter Mark II bleibt auf mei­nem Tisch, solan­ge ich das Test­ge­rät habe. Am liebs­ten wür­de ich flüs­tern: mein Schaaatz. Aber in Wahr­heit muss er sehr bald wie­der auf Rei­sen gehen — und er wird ver­misst wer­den, wenn er weg ist.

FAQ — Häufige Fragen zum Degritter Mark II

Wie viel kostet der Degritter Mark II?

Der Degrit­ter Mark II kos­tet in Deutsch­land aktu­ell rund 2.890 € beim auto­ri­sier­ten deut­schen Ver­trieb Live Act Audio. Der optio­na­le zwei­te Tank für die Klar­spü­lung kos­tet zusätz­lich ca. 100 €.

Welches Wasser sollte man im Degritter Mark II verwenden?

Aus­schließ­lich destil­lier­tes oder demi­ne­ra­li­sier­tes Was­ser — kein Lei­tungs­was­ser. Kalk hin­ter­lässt Rück­stän­de auf der Plat­te und im Gerät. Destil­lier­tes Was­ser gibt es güns­tig im Super­markt oder Baumarkt.

Wie oft muss man das Wasser im Degritter Mark II wechseln?

Degrit­ter emp­fiehlt einen Was­ser­wech­sel nach ca. 50 Wasch­gän­gen. Wer das Gerät regel­mä­ßig benutzt und das Was­ser nicht zu lan­ge ste­hen lässt, kommt damit gut hin.

Wie oft muss der Filter gewechselt werden?

Der Open-Cell-Schaum-Fil­ter soll­te nach ca. 100 Wasch­gän­gen gewech­selt wer­den. Im Lie­fer­um­fang sind 10 Ersatz­fil­ter ent­hal­ten — das reicht eine Weile.

Brauche ich Reinigungsfluid oder reicht destilliertes Wasser allein?

Destil­lier­tes Was­ser allein rei­nigt bereits bes­ser als vie­le manu­el­le Metho­den — aber mit Rei­ni­gungs­flu­id ist das Ergeb­nis deut­lich bes­ser. Der Degrit­ter Mark II ist auf die eige­ne Rei­ni­gungs­flüs­sig­keit abge­stimmt: 4 Trop­fen pro Tank­fül­lung, mehr nicht. Zu viel Ten­sid senkt die Ober­flä­chen­span­nung des Was­sers so weit, dass es über das Label lau­fen kann.

Kann der Degritter Mark II auch Singles und Maxis reinigen?

Ja — als Zube­hör sind Adap­ter für 7‑Inch-Sin­gles und 10-Inch-Maxis erhält­lich. Der Degrit­ter Mark II rei­nigt damit 7″, 10″ und 12″-Platten.

Ist der Degritter Mark II laut?

Im Ultra­schall-Wasch­gang ist er nahe­zu laut­los — ein lei­ses, gleich­mä­ßi­ges Sum­men. Der Trock­nungs­lüf­ter danach ist deut­lich wahr­nehm­ba­rer, aber all­tags­taug­lich. Im Neben­zim­mer stört er nicht.

Was ist der Unterschied zwischen Degritter Mark I und Mark II?

Der Mark II bringt den Power Dri­ve 2.0 mit Pul­se Mode für effek­ti­ve­re Rei­ni­gung, eine über­ar­bei­te­te Benut­zer­ober­flä­che, ver­bes­ser­tes Was­ser­ma­nage­ment und seit Okto­ber 2024 ein pul­ver­be­schich­te­tes Gehäu­se das unemp­find­li­cher gegen­über Fin­ger­ab­drü­cken und Was­ser­fle­cken ist. Außer­dem erkennt der Mark II auto­ma­tisch die Netz­span­nung (120 V / 230 V) ohne manu­el­len Schalter.

Lohnt sich der zweite Tank?

Ja — unbe­dingt. Wer 2.890 € für den Degrit­ter Mark II aus­gibt und dann an den 100 € für den zwei­ten Tank spart, rech­net falsch. Der zwei­te Tank ermög­licht einen Klar­spül­gang mit purem destil­lier­tem Was­ser nach dem Wasch­gang — null Rück­stän­de, null Ten­sid auf der Platte.

Kann der Degritter Mark II auch gebrauchte oder stark verschmutzte Platten reinigen?

Ja — und das ist einer sei­ner größ­ten Stär­ken. Die 120-kHz-Ultra­schall­rei­ni­gung dringt tief in die Ril­len vor und löst Ver­schmut­zun­gen, die mecha­ni­sche Metho­den wie Bürs­ten oder Vaku­um-Wäscher nicht voll­stän­dig errei­chen. Bei extrem stark ver­schmutz­ten Plat­ten kann ein zwei­ter Durch­gang sinn­voll sein.

Entlädt der Degritter Mark II statische Aufladung?

Ja — voll­stän­dig. Plat­ten kom­men nach dem Wasch­gang kom­plett sta­tik­frei aus dem Gerät. Der Trock­nungs­vor­gang erzeugt dabei kei­ne neue sta­ti­sche Auf­la­dung, was bei eini­gen ande­ren Metho­den ein Pro­blem sein kann.

Rei­ni­gungs­er­geb­nis
9.5
Leis­tung & Kontrolle
9.4
Ver­ar­bei­tung & Design
9.2
Aus­stat­tung & Praxisnutzen
9.4
Mess­wer­te & tech­ni­sche Umsetzung
9.5
Preis/Leistung
9.2
Pros
Voll­au­to­ma­ti­sche Rei­ni­gung inkl. Trock­nung — Plat­te rein, Knopf drü­cken, fer­tig. Kein manu­el­les Ein­grei­fen nötig.
Her­vor­ra­gen­des Rei­ni­gungs­er­geb­nis: Selbst hart­nä­cki­ge Ver­schmut­zun­gen (Trenn­mit­tel, Papier­flu­sen, tief­sit­zen­der Schmutz in den Ril­len) wer­den zuver­läs­sig entfernt.
Anti­sta­tik-Effekt mess­bar und direkt spür­bar — Plat­ten kom­men voll­stän­dig ent­la­den aus dem Gerät.
Ultral­ei­se im Wasch­gang — kein Ver­gleich zu güns­ti­ge­ren Ultraschall-Alternativen.
Akti­ve Fil­te­rung wäh­rend des Wasch­zy­klus ver­hin­dert Rückverunreinigung.
Kom­pak­te Abmes­sun­gen für das, was das Gerät leis­tet — wohnzimmertauglich.
Her­vor­ra­gen­de Ver­ar­bei­tung mit pul­ver­be­schich­te­tem Gehäu­se (ab Okt. 2024) — pfle­ge­leicht und robust.
Optio­na­ler zwei­ter Tank für Klar­spül­gang — sau­bers­tes mög­li­ches Ergeb­nis ohne Rückstände.
Nied­ri­ge lau­fen­de Betriebskosten.
Cons
Preis: ~2.890 € ist kein Impuls­kauf. Zuzüg­lich ~100 € für den zwei­ten Tank — den man kau­fen sollte.
Tank-Hand­ling: Beim Her­aus­neh­men fal­len zuver­läs­sig ein, zwei Trop­fen. Unter­la­ge empfohlen.
Kein auto­ma­ti­scher Tank-Indi­ka­tor: Das Gerät erkennt nicht, was in wel­chem Tank ist — Beschrif­tung der Tanks ist Pflicht.
Kei­ne Geräusch­frei­heit im Trock­nungs­gang: Der Lüf­ter ist hör­bar, wenn auch alltagstauglich.
Was­ser­wech­sel mid-cycle beim Klar­spül­gang erfor­dert kur­zen manu­el­len Eingriff.
9.4
DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner