SPL Phonitor xe mit Eversolo DMP-A6 auf HiFi-Rack

SPL Phonitor xe im Test: Wenn das Mastering-Studio ins Wohnzimmer zieht

Ein Kopf­hö­rer­ver­stär­ker, der in Rot kommt, moto­ri­sier­te Laut­stär­ke­re­ge­lung hat und nach Mas­te­ring-Stu­dio riecht – mit­ten auf dem HiFi-Rack. Das ist der SPL Pho­ni­tor xe. Nicht der neu­es­te sei­ner Art, nicht der güns­tigs­te, und mit einem Funk­ti­ons­um­fang, der viel­leicht nicht für jeden gleich rele­vant ist. Aber ein Gerät, das einen Ruf hat, den es sich über Jah­re ehr­lich erar­bei­tet hat.

War­um ich ihn trotz­dem reviewe, obwohl er inzwi­schen ein paar Jah­re auf dem Buckel hat? Weil er hier im Set­up stand, weil er eini­ge Din­ge kann, die kein ande­res Gerät in die­ser Preis­klas­se so macht – und weil ehr­li­che Ein­ord­nun­gen auch für älte­re Gerä­te ihren Wert haben.

Dis­clai­mer: Den SPL Pho­ni­tor xe habe ich vom deut­schen Ver­trieb kos­ten­los zur Ver­fü­gung gestellt bekom­men. Es gibt kei­ne Ein­fluss­nah­me auf mei­nen Test­auf­bau oder mein Urteil. Als unab­hän­gi­ger Blog sind wir an kei­ne kom­mer­zi­el­len Bezie­hun­gen gebun­den, die unse­re Mei­nung ver­fäl­schen könnten.

Lieber schauen als lesen?

Wer lie­ber schaut als liest – hier ist das pas­sen­de Video zum Review. Alle Hör­ein­drü­cke, der direk­te Amp-Ver­gleich und mein Fazit noch­mal in Bewegt­bild. Wer bei­des will: das Video für den schnel­len Über­blick, der Arti­kel für alle Details, Specs und die FAQ.

SPL – Sound Performance Lab, Niederkrüchten

SPL steht für Sound Per­for­mance Lab und kommt nicht aus Fern­ost, nicht aus Skan­di­na­vi­en, son­dern aus Nie­der­krüch­ten am Nie­der­rhein. Seit 1983 baut SPL Audio­ge­rä­te: Mas­te­ring-Con­so­les, Kom­pres­so­ren, Tran­si­ent-Desi­gner – Pro­fi-Aus­rüs­tung, die in ech­ten Ton­stu­di­os steht und gear­bei­tet hat. Die Pro­fes­sio­nal-Fide­li­ty-Serie, zu der der SPL Pho­ni­tor xe gehört, ist der Ver­such, die­se Stu­dio-DNA in Heim­ge­rä­te zu über­set­zen. Ohne Life­style-Blen­de­rei, ohne Chip-Wett­be­werb. Ein­fach Handwerk.

SPL pro­du­ziert in Eigen­re­gie in Deutsch­land. Das merkt man – nicht als Mar­ke­ting-Phra­se, son­dern sobald man das Gerät anfasst.

Die Pho­ni­tor-Pro­dukt­fa­mi­lie umfasst meh­re­re Model­le, die sich im Wesent­li­chen in Funk­ti­ons­um­fang und Anschlüs­sen unterscheiden:

  • Pho­ni­tor se – Ein­stieg in die Pro­fes­sio­nal-Fide­li­ty-Welt, sin­gle-ended only, ver­ein­fach­te Matrix
  • Pho­ni­tor x – Vor­ver­stär­ker + Kopf­hö­rer­ver­stär­ker, XLR-Out für End­stu­fen, vol­le Matrix
  • Pho­ni­tor xe – Rei­ner Kopf­hö­rer­ver­stär­ker, vol­le Matrix, optio­na­ler DAC768v2, kein Preamp-Ausgang

Der SPL Pho­ni­tor xe ist also das Flagg­schiff für alle, die aus­schließ­lich Kopf­hö­rer hören und dafür kei­nen Mil­li­me­ter Kom­pro­miss ein­ge­hen wollen.

Unboxing & Lieferumfang

Schlicht ver­packt. Ein Kar­ton, ein Auf­kle­ber mit der genau­en Kon­fi­gu­ra­ti­on – Far­be und ob DAC-Modul ent­hal­ten. Drin­nen: Netz­ka­bel, Bedie­nungs­an­lei­tung mit aus­führ­li­cher Erklä­rung der Pho­ni­tor Matrix, Garan­tie­kar­te. Kein Schnick­schnack, kei­ne Insze­nie­rung. Das Gerät selbst ist gut geschützt und kommt ohne Schä­den an – das Wichtigste.

Design, Verarbeitung & Aufstellung

5,1 kg, 278 × 100 × 300 mm, Alu­mi­ni­um, Rot. Das ist der ers­te Ein­druck. Und er ist gut.

Das Gehäu­se ist soli­de wie ein Werk­zeug, das für den Ein­satz in Ton­stu­di­os kon­zi­piert wur­de – weil es genau das ist. Kei­ne Spalt­ma­ße, kei­ne schar­fen Kan­ten, sau­be­re Anschluss­po­si­tio­nen. Alle Schal­ter ras­ten sau­ber und defi­niert ein. Der gro­ße Laut­stär­ke­reg­ler – 45 mm, aus dem Vol­len gefräst, auf einem Alps RK27 „Big Blue” Poten­tio­me­ter – hat das, was Ken­ner ger­ne „Löf­fel in Honig”-Feeling nen­nen. Wider­stand, der sich gleich­mä­ßig und but­ter­weich anfühlt. Man dreht und dreht und hört auf zu denken.

Auf der Front sit­zen zwei ana­lo­ge VU-Meter, drei­fach umschalt­bar in der Emp­find­lich­keit. Ja, das ist ein Gim­mick. Ja, man schaut trotz­dem stän­dig hin. Ich sage das nicht als Kri­tik – bei einem Gerät die­ser Klas­se darf ein biss­chen Thea­ter auf der Front sein. Und es sieht schlicht gut aus. Das rote Mar­kier-LED am Laut­stär­ke­reg­ler hilft auch in gedimm­ter Umge­bung bei der Orientierung.

Drei Farb­op­tio­nen ste­hen zur Wahl: Sil­ber, Schwarz, Rot. Schwarz ist das Stan­dard­bü­ro­ge­rät. Rot ist die Ansa­ge. Ich mag Rot.

Das Design ist dabei schwer ein­zu­ord­nen – retro-futu­ris­tisch trifft es viel­leicht am bes­ten. Der SPL Pho­ni­tor xe gehört nicht nur in irgend­wel­che Alt­her­ren-HiFi-Zim­mer, son­dern macht auch auf einem moder­nen Schreib­tisch eine gute Figur. Er sieht ein­fach cool aus. Und er unter­streicht halt auch ein biss­chen die Pro­fes­sio­na­li­tät des­sen, was man da vor sich hat.

Eine Sache, die nicht sofort auf­fällt, aber im All­tag Freu­de macht: Der Laut­stär­ke­reg­ler ist moto­ri­siert und IR-fern­be­dien­bar – mit jeder belie­bi­gen Infra­rot-Fern­be­die­nung. Hin­ter einem der VU-Meter befin­det ein klei­ner IR-Emp­fän­ger. Ein­mal anler­nen via Knopf auf der Rück­sei­te, zwei Tas­ten einer belie­bi­gen Fern­be­die­nung zuwei­sen – fer­tig. Ich habe das mit der Fern­be­die­nung des Bur­son Con­duc­tor GT4 gemacht. Seit­dem rege­le ich den SPL Pho­ni­tor xe vom Hör­platz aus, ohne auf­zu­ste­hen. Das klingt banal. Im All­tag ist es einer die­ser Momen­te, bei denen man sich fragt, war­um das nicht jedes Gerät kann.

Anschlüsse & Konnektivität

Kopfhörer-Ausgänge

Einer der prak­tischs­ten Aspek­te des SPL Pho­ni­tor xe: Kopf­hö­rer­aus­gän­ge sowohl vor­ne als auch hin­ten – jeweils eine 6,35-mm-Klinke und ein 4‑pol XLR (sym­me­trisch). Umge­schal­tet wird per Schal­ter auf der Front (F/R). Wer sei­nen Lieb­lings­kopf­hö­rer dau­er­haft hin­ten ange­schlos­sen lässt, hat vor­ne freie Bahn. Oder man nutzt es für schnel­len Kopf­hö­rer-Ver­gleich ohne Umste­cken. Durchdacht.

Was fehlt: 4,4‑mm-Pentaconn. Das ist 2019 noch kein Stan­dard gewe­sen, heu­te schmerz­li­cher. Wer moder­ne aus­ge­wach­se­ne Kopf­hö­rer mit 4,4‑mm-Kabel hat, braucht einen Adapter.

Analoge Eingänge

  • XLR sym­me­trisch
  • RCA / Cinch unsymmetrisch

Digitale Eingänge (mit optionalem DAC768v2)

  • USB (asyn­chron, bis 32 Bit / 768 kHz PCM, DSD256)
  • Coax S/PDIF (bis 192 kHz)
  • Tos­link (optisch, bis 96 kHz)
  • AES/EBU

Damit las­sen sich bis zu sechs Ste­reo-Quel­len gleich­zei­tig anschlie­ßen, umge­schal­tet per Source-Dreh­schal­ter auf der Front. Kein Blue­tooth, kein Strea­ming – SPL baut Werk­zeu­ge, kei­ne Multimediaboxen.

Pra­xis-Tipp: Wer den SPL Pho­ni­tor xe mit einem Ever­so­lo DMP-A6 oder ähn­li­chem Strea­mer kom­bi­niert, soll­te Coax S/PDIF gegen­über Tos­link bevor­zu­gen – Coax ermög­licht höhe­re Auf­lö­sun­gen und ist die sau­be­re­re Ver­bin­dung. Im Test lief der SPL Pho­ni­tor xe via USB‑C am Mac­Book Pro M4 Max pro­blem­los und klag­los – asyn­chro­nes USB-Audio funk­tio­niert hier tadel­los, kein Trei­ber nötig.

DIP-Schalter (Geräteunterseite)

Zwei DIP-Schal­ter, die man ken­nen muss:

  • Schal­ter 1: Kopf­hö­rer-Gain +22 dB – für schwer anzu­trei­ben­de Kopfhörer
  • Schal­ter 2: RCA-Ein­gang zwi­schen −10 dBV (HiFi-Pegel) und 0 dBu (Stu­dio-Pegel)

Der Haken: Die­se Schal­ter sit­zen auf der Gerä­te­un­ter­sei­te hin­ter einer klei­nen Öff­nung. Wer regel­mä­ßig zwi­schen sehr emp­find­li­chen IEMs und hoch­oh­mi­gen Pla­na­ren wech­selt, muss das Gerät anhe­ben. Das ist die ein­zi­ge wirk­lich umständ­li­che Stel­le am SPL Pho­ni­tor xe – und sie fällt auf, weil sonst alles so durch­dacht ist.

Technik: VOLTAiR und der DAC768v2

VOLTAiR-Technologie (120V)

Das ist das tech­ni­sche Herz­stück aller Pro­fes­sio­nal-Fide­li­ty-Gerä­te von SPL – und das, was den SPL Pho­ni­tor xe von der übli­chen IC-Kon­kur­renz unter­schei­det. Stan­dard- Ope­ra­ti­ons­ver­stär­ker arbei­ten mit ±12–15 V. SPL ent­wi­ckelt eige­ne SUPRA-OpAmps, die mit ±60 V (120 V Gesamt­span­nung) betrie­ben wer­den – vier­mal mehr als üblich.

Was das in der Pra­xis bedeu­tet: mehr Head­room. SPL gibt eine Ein­gangs­to­le­ranz von bis zu +32,5 dBu an. Signal­spit­zen, die nor­ma­len Schal­tun­gen Stress berei­ten, ver­ar­bei­tet der SPL Pho­ni­tor xe ohne zu zucken. Das Resul­tat ist das, was alle Reviews über­ein­stim­mend beschrei­ben – und was ich aus mei­ner Ses­si­on bestä­ti­gen kann: ein ent­spann­tes, natür­li­ches Klang­bild ohne die typi­sche Anspan­nung, die man bei güns­ti­ge­ren IC-Lösun­gen kennt. Nicht wär­mer, nicht wei­cher – ein­fach ruhiger.

DAC768v2 – Das optionale DAC-Modul

Das nach­rüst­ba­re DAC-Modul ist kein Nach­rüst-Kom­pro­miss, son­dern von SPL als voll­wer­ti­ger Refe­renz-Wand­ler ent­wi­ckelt. Drei Kom­po­nen­ten machen es aus:

AKM AK4493 SEQ Vel­vet Sound: Bewähr­ter Pre­mi­um-Chip von Asahi Kasei. Es gibt inzwi­schen neue­re AKM-Flagg­schif­fe – der AK4499EX im Ever­so­lo DMP-A8 zum Bei­spiel. Der AK4493 SEQ ist aber kein schlech­ter Chip, son­dern ein gut imple­men­tier­ter. Und Chip-Jahr­gang und Klang sind zwei Paar Schuhe.

Spar­tan 7 FPGA: Pro­gram­mier­ba­re Logik für die Digi­tal­ver­ar­bei­tung. Mehr Fle­xi­bi­li­tät in der Umset­zung als star­re IC-Lösungen.

SLP120 – Super Low-Pass-Fil­ter mit VOL­TA­iR: Jeder DAC-Chip braucht nach der Digi­tal-Ana­log-Wand­lung einen Rekon­struk­ti­ons­fil­ter. Was SPL hier anders macht: Die­ser Fil­ter ist nicht mit Stan­dard-ICs gebaut, son­dern in VOL­TA­iR-Tech­no­lo­gie rea­li­siert. Der SLP120 soll damit den­sel­ben Head­room wie der Rest der Signal­ket­te bie­ten – und nicht zum Fla­schen­hals werden.

Technische Daten

Spe­zi­fi­ka­ti­onWert
Ver­stär­ker
Inter­ne Betriebs­span­nung (VOL­TA­iR)±60 V DC (120 V Audio Rail)
Max. Ein­gangs­pe­gel+32,5 dBu
Fre­quenz­gang10 Hz – 300 kHz (−3 dB)
Klirr­fak­tor (THD)0,00082 % @ 0 dBu, 1 kHz
Über­spre­chen−90 dB @ 1 kHz
Dyna­mik­um­fang (sym­me­trisch)130,5 dB
Dyna­mik­um­fang (Sin­gle-Ended)135,5 dB
Aus­gangs­im­pe­danz (XLR balanced)0,36 Ohm
Aus­gangs­im­pe­danz (6,35 mm)0,18 Ohm
Dämp­fungs­fak­tor180 @ 40 Ohm
Aus­gangs­leis­tung (unba­lan­ced)
2 × bei 600 Ohm1 W
2 × bei 300 Ohm2 W
2 × bei 120 Ohm3,7 W
2 × bei 47 Ohm2,9 W
2 × bei 32 Ohm2,7 W
Aus­gangs­leis­tung (balan­ced)
2 × bei 600 Ohm4,4 W
2 × bei 300 Ohm9 W
2 × bei 150 Ohm7,4 W
2 × bei 47 Ohm6,2 W
DAC768v2 (optio­nal)
DAC-ChipAKM AK4493 SEQ Vel­vet Sound
FPGAXilinx Spar­tan 7
PCM (USB)bis 32 Bit / 768 kHz
PCM (Coax / AES)bis 192 kHz
PCM (Tos­link)bis 96 kHz
DSDbis DSD256 (DoP)
All­ge­mein
Netz­span­nung230 V AC / 50 Hz (schalt­bar auf 115 V)
Leis­tungs­auf­nah­memax. 40 VA
Stand­by-Ver­brauch0,7 W
Abmes­sun­gen (B × H × T, inkl. Füße)278 × 100 × 330 mm
Gewicht5,1 kg
Far­benSchwarz / Sil­ber / Rot
Her­stel­lungMade in Ger­ma­ny (Nie­der­krüch­ten, NRW)

Die Phonitor Matrix

Das ist das Allein­stel­lungs­merk­mal. Das, wor­über man reden muss.

Das Grund­pro­blem beim Kopf­hör­er­hö­ren: Musik wird für Laut­spre­cher pro­du­ziert. Am Laut­spre­cher hört das lin­ke Ohr nicht nur den lin­ken Kanal, son­dern auch – leicht ver­zö­gert und pegel­re­du­ziert – den rech­ten. Die­ser natür­li­che Cross­feed fehlt beim Kopf­hö­rer kom­plett. Das Ergeb­nis: Die Büh­ne sitzt im Kopf, alles wirkt hyper­breit und unna­tür­lich. Das Gehirn kom­pen­siert das – und ermüdet.

Die Pho­ni­tor Matrix kor­ri­giert das ana­log, mit zwei Parametern:

Cross­feed (6 Stu­fen, Min bis Max): Steu­ert, wie viel Kreu­zungs­si­gnal vom ande­ren Kanal ein­ge­mischt wird. Ver­gleich­bar mit unter­schied­li­chen Raum­grö­ßen und ‑cha­rak­te­ren.

Ang­le (4 Stu­fen: 22° / 30° / 40° / 55°): Simu­liert den Öff­nungs­win­kel des gedach­ten Laut­spre­cher­paars. 22° = enges Near­field-Set­up, 55° = brei­te Abhörposition.

Dazu kommt der Mode-Schal­ter: Ste­reo, Mono, und Late­ra­li­ty. Letz­te­res akti­viert eine fein­stu­fi­ge Kanal­ba­lan­ce-Kor­rek­tur – nütz­lich bei leich­ten Hör­asym­me­trien oder unaus­ge­wo­ge­nen Signalen.

Ein ehr­li­cher Hin­weis, den ich nicht ver­schwei­ge: Die Matrix ist kei­ne Wun­der­kis­te. Cross­feed redu­ziert die Büh­nen­brei­te spür­bar – das ist beab­sich­tigt, nicht ein Feh­ler. Das Ziel ist kor­rek­te­re Loka­li­sie­rung, nicht maxi­ma­le Brei­te. Ich per­sön­lich tren­ne Kopf­hö­rer und Laut­spre­cher bewusst als unter­schied­li­che Erleb­nis­se – und höre den SPL Pho­ni­tor xe über­wie­gend ohne Matrix.

Ich erken­ne aber voll­stän­dig an, dass es Hörer gibt, für die die Matrix das ent­schei­den­de Fea­ture ist: Wer abends mit Kopf­hö­rern hört, weil die Wän­de dünn sind oder die Nach­barn kei­ne Are­nd­al-Tower-Ses­si­ons mögen, und sich dabei trotz­dem ein räum­li­ches Laut­spre­cher-Erleb­nis wünscht – für den ist das kein Gim­mick, son­dern ech­tes Werk­zeug. Wer also genau die­ses Fea­ture sucht, soll­te den SPL Pho­ni­tor xe auf jeden Fall auf sei­ner Short­list haben und irgend­wo mal ausprobieren.

Klang & Höreindrücke

Test­ket­te: Mac­Book Pro M4 Max (Qobuz) via USB‑C / Ever­so­lo DMP-A6 via Coax S/PDIFSPL Pho­ni­tor xe (DAC768v2 aktiv) → Kopf­hö­rer via 4‑pol XLR balan­ced
Kopf­hö­rer: Hifi­man Sun­dara, Ver­um 2, OMNE Audio Hen­de­ka, Aude­ze LCD‑X
Ver­gleichs­ver­stär­ker: Bur­son Soloist Stel­lar Max

Hin­weis: Ein direk­ter A/B‑Vergleich mit dem Bur­son Con­duc­tor GT4 Delu­xe war geplant, fiel aber aus – der GT4 hat aktu­ell einen Defekt, das Ersatz­teil ist unter­wegs. Der Ver­gleich beschränkt sich daher auf SPL Pho­ni­tor xe vs. Soloist Stel­lar Max.

Ich habe bewusst alle Kopf­hö­rer über den 4‑pol-XLR-Aus­gang betrie­ben – das ist der Weg, wie man einem Gerät die­ser Klas­se gerecht wird. Sin­gle-Ended ist hier nicht die Ant­wort auf die Frage.

Sleep Token – „Granite”

Ein Track, der vom SPL Pho­ni­tor xe sofort for­dert: ruhi­ge Stro­phen mit fei­nen Details, dann ein Kli­max bei 2:30 der kei­ne Gna­de kennt.

Hifi­man Sun­dara: Der Sun­dara macht am SPL Pho­ni­tor xe das, was er halt so macht – er ver­sucht es wirk­lich. Der Bass ist tro­cken, die Räum­lich­keit für sei­nen Preis­punkt über­ra­schend gut, und die fei­nen Becken-Tex­tu­ren löst er anstän­dig auf. Aber Wär­me sucht man ver­ge­bens, und wenn bei 2:39 die Flut kommt, fehlt ein­fach der Druck. Gefühlt fünf­zig Pro­zent des­sen, was in dem Track steckt. Für zwei­hun­dert Euro trotz­dem respek­ta­bel – aber wer Gra­ni­te so hört, wie es gemeint ist, braucht mehr Kopfhörer.

Ver­um 2: Und da ist er. Sofor­ti­ger Qua­li­täts­sprung in allen Belan­gen. Der Bass brummt schön defi­niert vor sich hin, ohne auf­zu­quel­len. Die Räum­lich­keit ist meh­re­re Klas­sen bes­ser – Mat­ties Gesang lan­det direkt auf dem Ohr, fast phy­sisch prä­sent. Die­ses lei­se „Tick tick tick” der Hi-Hat in der Stro­phe, das beim Sun­dara kaum hör­bar war, steht jetzt klar und räum­lich ver­ort­bar im Raum. Bei 2:39 dann – ande­re Welt. Der SPL Pho­ni­tor xe zeigt hier, was er kann: er schön­färbt nichts, er schiebt nichts nach vor­ne, was nicht da ist. Er bil­det ab. Und die Ver­um 2 ist dank­bar dafür.

OMNE Audio Hen­de­ka: Wär­mer. Deut­lich wär­mer. Die Bass­drum drückt mehr, sat­ter und tro­cke­ner als beim Pla­nar – da ist was Phy­si­sches dran, was ein Pla­nar halt nicht kann. Die Becken tre­ten zurück, die Stim­men sind ange­neh­mer aber auch weni­ger direkt. Ein leich­tes Zischen in den Höhen bei hohen Pegeln fällt auf. Der Gesamt­cha­rak­ter geht klar Rich­tung Live-Sound – Instru­men­te leicht gegen­über der Stim­me her­vor­ge­ho­ben. Ob das am Hen­de­ka selbst liegt oder an sei­nem Tuning-Pro­fil: das ist sei­ne Hand­schrift, der SPL Pho­ni­tor xe zeigt sie unge­fil­tert. Wer ent­spann­ter hören will, ist hier richtig.

Aude­ze LCD‑X: Lau­ter als die ande­ren – die Sen­si­ti­vi­ty macht sich bemerk­bar. Aber dann: die Pro­duk­ti­on liegt offen. Man hört, dass der Reverb künst­lich ist. Man hört das Schnar­ren der Sai­ten. Man hört den Raum, in dem auf­ge­nom­men wur­de. Der LCD‑X legt die Mischung aus­ein­an­der wie ein Skal­pell, und der SPL Pho­ni­tor xe lie­fert dazu das pas­sen­de Licht. Höhen schär­fer als bei allen ande­ren, Gesang am prä­sen­tes­ten, Auf­lö­sung noch­mal eine Run­de bes­ser. Das Klang­bild wirkt einen Tick anstren­gen­der als beim OMNE – aber wenn man wis­sen will, was wirk­lich in einem Track steckt, ist das die Kombination.

Knocked Loose – „Everything Is Quiet Now”

Bryan Gar­ris. Break­down. Fin­ger über Sai­ten. Alles was man braucht, um einen Kopf­hö­rer­ver­stär­ker in die Knie zu zwingen.

Hifi­man Sun­dara: Der Anfang die­ses Tracks – das kom­ple­xe Gewirr aus Gitar­ren, Drums und Noi­se – kommt beim Sun­dara als Matsch. Nicht kata­stro­phal, aber hör­bar unkon­trol­liert. Bryan Gar­ris tritt zu weit zurück. Das Fin­ger-Quiet­schen über die Sai­ten am Ende? Da. Aber so lei­se und so weit weg, dass es fast nichts aus­macht. Der Sun­dara macht weni­ger aus dem Lied als es ist.

Ver­um 2: Bam. Da ist er wie­der. Sofort mehr Bass-Prä­senz, sofort mehr Räum­lich­keit. Kick links, Becken rechts – klar ver­ort­bar, macht Splash wie es soll. Der Cho­rus reißt einen von den Socken – phy­sisch, direkt, kei­ne Kom­pro­mis­se. Und am Ende, wenn die E‑Gitarren auf­hö­ren und nur noch das Ver­stär­ker-Rau­schen bleibt, wenn der Fin­ger über die Sai­te fährt und die­ses rohe, dre­cki­ge Quiet­schen ent­steht: Gän­se­haut. Klingt wie live. Unauf­po­liert. Genau rich­tig. Das ist der Moment, für den man sol­che Ket­ten baut.

OMNE Audio Hen­de­ka: Dunk­ler. Bryan Gar­ris tritt zurück – nicht dra­ma­tisch, aber spür­bar. Die Becken sind weich und weit hin­ten. Dafür bal­lert die Bass­drum mehr als bei der Ver­um 2, das Gong-Gefühl ist sofort da. Das Fin­ger-Quiet­schen? Super hoch auf­ge­löst, aber räum­lich wei­ter weg. Der Gesamt­sound ist wohl­wol­len­der, bekömm­li­cher – Ses­sel-abge­stimmt trifft es eigent­lich ganz gut. Für Dau­er­hö­ren ange­neh­mer, für Metal-Ana­ly­se weni­ger geeignet.

Aude­ze LCD‑X: Ein­dring­lichs­ter Bryan Gar­ris der Run­de. Kein Par­don, kein Zurück­tre­ten – er ist vor­ne und bleibt da. Die Auf­lö­sung ist noch­mal bes­ser als bei der Ver­um 2, das Drum­her­um des Mixes öff­net sich wei­ter. Die Dre­ckig­keit des Ver­stär­ker-Rau­schens am Ende ist on top getrie­ben, maxi­mal hör­bar. Bass zurück­hal­ten­der als beim OMNE oder der Ver­um 2 – aber wer den LCD‑X wegen Bass kauft, hat ihn falsch ein­ge­ord­net. Das ist ein Ana­ly­se-Werk­zeug, kein Bauchkitzler.

Sleep Token – „The Summoning” / Orbit Culture – „Inside the Waves”

Zwei wei­te­re Tracks, pri­mär für den Amp-Ver­gleich genutzt.

Bei „The Sum­mo­ning” fällt auf: Der SPL Pho­ni­tor xe ist eine klei­ne Ecke dump­fer als der Soloist Stel­lar Max. Die Becken ste­hen einen Tick wei­ter hin­ten, sind nicht ganz so bright. Im All­tags­hö­ren wür­de das nie­man­dem auf­fal­len – im direk­ten A/B ist es hörbar.

Bei Orbit Cul­tu­re „Insi­de the Waves” bestä­tigt sich das Bild. Die Stim­men am Anfang sind auf dem Stel­lar Max kla­rer, die Höhen deut­lich kla­rer, das Gesamt­bild homo­ge­ner. Das ist kei­ne dra­ma­ti­sche Aus­sa­ge – es ist ein Hauch. Aber er ist da.

Amp-Vergleich: SPL Phonitor xe vs. Burson Soloist Stellar Max

Glei­ches Mate­ri­al, glei­che Kopf­hö­rer, direk­tes Umschalten.

Das Ergeb­nis ist ein­deu­tig aber nicht bru­tal: Der Soloist Stel­lar Max ist eine klei­ne Ecke kla­rer, mini­mal neu­tra­ler, und holt einen Hauch mehr Detail raus. Ver­um 2, OMNE Audio Hen­de­ka, LCD‑X – das­sel­be Bild über­all, auf jedem Track. Der Stel­lar gewinnt, aber nicht mit gro­ßem Abstand.

Der ent­schei­den­de Satz ist die­ser: Ohne iso­lier­ten, direk­ten Ver­gleich hät­te ich den Unter­schied wahr­schein­lich nicht gehört. Der SPL Pho­ni­tor xe macht sei­nen Job her­vor­ra­gend. Er ist kein limi­tie­ren­der Fak­tor. Wer ihn kauft und kei­nen Bur­son dane­ben ste­hen hat, wird glück­lich sein – und das voll­kom­men zu Recht.

Was die Glei­chung inter­es­sant macht: Preis­lich lie­gen bei­de nahe bei­ein­an­der, aber der Stel­lar Max hat kei­nen DAC. Wer kei­nen guten Stan­da­lo­ne-DAC hat, zahlt für den SPL Pho­ni­tor xe mehr – bekommt dafür aber das Gesamt­pa­ket inklu­si­ve DAC768v2 und Pho­ni­tor Matrix. Wer nur einen rei­nen Kopf­hö­rer­ver­stär­ker sucht, bekommt mit dem Stel­lar Max mini­mal mehr Klang für ähn­li­ches Geld.

Kein Grundrauschen, kein Stress

Ein kur­zer aber wich­ti­ger Punkt: Ande­re Reviews haben das The­ma Grund­rau­schen beim SPL Pho­ni­tor xe auf­ge­grif­fen. Ich kann das aus mei­ner Ses­si­on nicht bestä­ti­gen – an kei­nem der vier Kopf­hö­rer war ein wahr­nehm­ba­res Rau­schen fest­stell­bar. Weder am emp­find­li­che­ren OMNE noch am LCD‑X. Der SPL Pho­ni­tor xe arbei­tet ruhig. Das ist das, was man bei einem Gerät die­ser Klas­se erwar­tet – und bekommt.

Klangcharakter – das Fazit

Der SPL Pho­ni­tor xe spielt neu­tral mit einer war­men Nuan­ce. Kein Kopf­hö­rer wird durch ihn extra warm gefärbt, kein Ein­fluss der das Klang­bild nega­tiv ver­än­dert. Der DAC768v2 ist gut auf den Amp abge­stimmt, das Gesamt­pa­ket sitzt. Und das Wich­tigs­te: Wenn irgend­wo Details feh­len, liegt es nicht am SPL – zumin­dest nicht in die­sem Preis­seg­ment und mit die­sem Kopf­hö­rer-Set­up. Wo Schwä­chen auf­tau­chen, lan­den sie beim Kopf­hö­rer. Das ist genau das, was man von einem Gerät die­ser Klas­se erwartet.

Praxis: Das Hörzimmer-Szenario

Der SPL Pho­ni­tor xe ist eigent­lich kein rei­nes Desk­top-Gerät – er ist ein Wohn­zim­mer-Instru­ment. Die Vor­stel­lung: Ever­so­lo DMP-A6 als Strea­mer, Coax-Kabel zum Pho­ni­tor, Kopf­hö­rer auf dem Stän­der dane­ben, ein Ses­sel. Steue­rung per Ever­so­lo-App oder Qobuz/Roon Con­nect – und die moto­ri­sier­te Laut­stär­ke­re­ge­lung des Pho­ni­tor per IR-Remo­te vom Ses­sel aus. Kein Auf­ste­hen, kein Rum­fum­meln. Das ist ein kom­plet­tes, ele­gan­tes Hör­zim­mer-Set­up für unter 3.000 € mit Strea­mer. Ein­fach schön.

Einordnung & Wettbewerb

Der SPL Pho­ni­tor xe spielt in einem Seg­ment, das kom­pro­miss­los und teu­er ist.

Gegen den Bur­son Soloist Stel­lar Max (~2.300 €): Ähn­li­ches Preis­ni­veau wie der SPL Pho­ni­tor xe ohne DAC (2.179 €), genau­so wie der Stel­lar. Im direk­ten A/B mini­mal kla­rer, homo­ge­ner, etwas mehr Detail – aber der Unter­schied wäre im All­tag ohne direk­ten Ver­gleich nicht auf­ge­fal­len. Wer das Gesamt­pa­ket mit DAC und Pho­ni­tor Matrix sucht, liegt mit dem SPL rich­tig. Wer nur den bes­ten rei­nen Amp für sein Geld will, schaut beim Stel­lar vorbei.

Gegen den Bur­son Con­duc­tor GT4 Delu­xe: Fast 700 € mehr, DAC mit ESS Pro Chip, Vor­ver­stär­ker-Aus­gang. Ein direk­ter A/B‑Vergleich war in die­ser Ses­si­on nicht mög­lich – der GT4 hat einen tem­po­rä­ren Defekt. Auf Basis täg­li­cher Nut­zung bei­der Gerä­te: der GT4 ist eine ande­re Kate­go­rie, kein fai­rer Preis­ver­gleich. Wer tie­fer in die Bur­son Audio Welt ein­stei­gen will, fin­det auf HiFi­Ge­ek alle bis­he­ri­gen Reviews zur Marke.

Gegen den Fer­rum OOR: In der Head-Fi-Com­mu­ni­ty regel­mä­ßig als Kon­kur­rent genannt, mit ande­rem Klang­cha­rak­ter und ohne Matrix-Funk­tio­na­li­tät. Lei­der nicht zur Hand.

Zur Alters­fra­ge: Der SPL Pho­ni­tor xe ist seit 2019 auf dem Markt. Für einen rei­nen Kopf­hö­rer­ver­stär­ker ist das weni­ger pro­ble­ma­tisch – Ver­stär­ker­schal­tun­gen altern nicht wie DAC-Chips. Aber für das Paket aus Ver­stär­ker und DAC768v2 zahlt man heu­te viel Geld, und es gibt inzwi­schen Alter­na­ti­ven, die tech­nisch fri­scher auf­ge­stellt sind. Das recht­fer­tigt kei­nen Refe­renz-Award 2026 – auch wenn das Gerät genau­so gut klingt wie am ers­ten Tag.

Fazit

Der SPL Pho­ni­tor xe ist kein Gerät, das man kauft, weil es das Neu­es­te ist. Man kauft ihn, weil er eine Hal­tung ver­kör­pert: Pro­fi-Hand­werk, kei­ne Kom­pro­mis­se bei Mate­ri­al und Schal­tungs­to­po­lo­gie, und ein Allein­stel­lungs­merk­mal in Form der Pho­ni­tor Matrix, das kein ande­rer Her­stel­ler in die­ser Form anbietet.

Wer täg­lich zwi­schen Kopf­hö­rern mit sehr unter­schied­li­chen Impe­dan­zen wech­selt und die Matrix nicht braucht, fin­det heu­te für ähn­li­ches Geld fri­sche­re Hard­ware. Wer aber genau weiß, dass er einen trans­pa­ren­ten, kon­trol­lier­ten Kopf­hö­rer­ver­stär­ker sucht, der über Jahr­zehn­te funk­tio­niert, und für den die Pho­ni­tor Matrix ein ech­tes Fea­ture ist – der liegt mit dem SPL Pho­ni­tor xe immer noch richtig.

Ein Gerät für Leu­te, die wis­sen, was sie wol­len. Die größ­te Käu­fer­schaft 2026 ist wahr­schein­lich genau die: kein Laut­spre­cher-Set­up zu Hau­se, dafür der Wunsch nach ech­ter Räum­lich­keit über Kopf­hö­rer. Für die ist die Pho­ni­tor Matrix kein Gim­mick, son­dern der Grund, war­um sie sich genau die­ses Gerät kau­fen und kein anderes.

Was macht SPL als Nächs­tes? Das ist tat­säch­lich eine span­nen­de Fra­ge. Die Pro­fes­sio­nal-Fide­li­ty-Serie ist seit Jah­ren sta­bil, aber das Markt­um­feld hat sich seit 2019 deut­lich ver­än­dert. Es wäre schön zu sehen, was SPL mit einer neu­en Pho­ni­tor-Gene­ra­ti­on macht – neu­er DAC-Chip, end­lich Pen­t­a­conn, USB‑C. Die VOL­TA­iR-Tech­no­lo­gie bleibt sowie­so. Die Fir­ma macht gute Gerä­te. Sie haben die Grund­la­gen für etwas Ordent­li­ches, wenn sie es angehen.

Bis dahin: Gei­les Teil. Aber eins mit kla­rem Ver­falls­da­tum auf dem Preisschild.

FAQ – Häufige Fragen zum SPL Phonitor xe

Was ist der SPL Phonitor xe und für wen ist er geeignet?

Der SPL Pho­ni­tor xe ist ein High-End-Kopf­hö­rer­ver­stär­ker des deut­schen Her­stel­lers Sound Per­for­mance Lab (SPL) aus Nie­der­krüch­ten. Er rich­tet sich an anspruchs­vol­le Kopf­hö­rer-Enthu­si­as­ten, die einen trans­pa­ren­ten, neu­tral-war­men Ver­stär­ker mit ana­lo­ger Cross­feed-Tech­no­lo­gie (Pho­ni­tor Matrix) suchen. Beson­ders geeig­net ist der SPL Pho­ni­tor xe für alle, die kein Laut­spre­cher-Set­up rea­li­sie­ren kön­nen und sich über die Pho­ni­tor Matrix ein räum­li­che­res Klang­er­leb­nis am Kopf­hö­rer wünschen.

Was kostet der SPL Phonitor xe?

Der SPL Pho­ni­tor xe kos­tet zum Test­zeit­punkt 2.179 € in der Ver­si­on ohne DAC, mit dem optio­na­len DAC768­v2-Modul 3.149 €. Für den Mehr­preis bekommt man einen voll­wer­ti­gen Refe­renz-Wand­ler direkt inte­griert – wer bereits einen guten Stan­da­lo­ne-DAC hat, fährt mit der güns­ti­ge­ren Variante.

Was ist die Phonitor Matrix und wie funktioniert sie?

Die Pho­ni­tor Matrix ist eine ana­lo­ge Cross­feed-Schal­tung, die das Klang­bild am Kopf­hö­rer dem einer Laut­spre­cher­wie­der­ga­be annä­hern soll. Sie mischt einen pegel­re­du­zier­ten und zeit­ver­zö­ger­ten Anteil des jeweils ande­ren Kanals ein – ähn­lich wie es ein Laut­spre­cher im Raum phy­si­ka­lisch tut. Zwei Para­me­ter sind ein­stell­bar: Cross­feed (6 Stu­fen, steu­ert die Kanal­mi­schung) und Ang­le (4 Stu­fen: 22°, 30°, 40°, 55°, simu­liert den Laut­spre­cher-Öff­nungs­win­kel). Die Matrix ist ana­log imple­men­tiert und damit ein Allein­stel­lungs­merk­mal des SPL Pho­ni­tor xE in die­ser Preisklasse.

Was ist der Unterschied zwischen SPL Phonitor xe und Phonitor x?

Der Haupt­un­ter­schied: Der Pho­ni­tor x hat zusätz­lich einen sym­me­tri­schen XLR-Vor­ver­stär­ker-Aus­gang und kann damit auch End­stu­fen oder Aktiv­laut­spre­cher ansteu­ern. Der SPL Pho­ni­tor xe ist ein rei­ner Kopf­hö­rer­ver­stär­ker ohne Pre­amp-Aus­gang. Bei­de tei­len die­sel­be Ver­stär­ker­schal­tung und die­sel­be Pho­ni­tor Matrix. Der xe bekommt außer­dem das bes­se­re DAC-Modul DAC768 (statt DAC768xs beim x), da er die nöti­ge Strom­re­ser­ve dafür hat.

Brauche ich das optionale DAC768v2-Modul?

Nicht zwin­gend. Wer bereits einen hoch­wer­ti­gen Stan­da­lo­ne-DAC hat – etwa einen Ever­so­lo DMP-A6 oder ähn­li­ches – kann den SPL Pho­ni­tor xe pro­blem­los über die ana­lo­gen oder digi­ta­len Ein­gän­ge betrei­ben. Das DAC768­v2-Modul ist eine soli­de Opti­on für alle, die kei­ne sepa­ra­te DAC-Quel­le haben und alles in einem Gerät bün­deln wol­len. Im Test via Coax S/PDIF vom Ever­so­lo war das Ergeb­nis hervorragend.

Kann man den SPL Phonitor xe mit einer Fernbedienung bedienen?

Ja – und das ist eines der prak­tischs­ten Fea­tures des SPL Pho­ni­tor xe. Der moto­ri­sier­te Laut­stär­ke­reg­ler lässt sich mit jeder belie­bi­gen Infra­rot-Fern­be­die­nung steu­ern. Anlern­vor­gang: Knopf auf der Rück­sei­te drü­cken, zwei Tas­ten einer IR-Remo­te zuwei­sen – fer­tig. Im Test wur­de die Bur­son-Fern­be­die­nung ange­lernt, seit­dem läuft die Laut­stär­ke­re­ge­lung bequem vom Hörplatz.

Wie schlägt sich der SPL Phonitor xe gegen den Burson Soloist Stellar Max?

Im direk­ten A/B‑Vergleich ist der Bur­son Soloist Stel­lar Max eine klei­ne Ecke kla­rer, mini­mal neu­tra­ler und holt einen Hauch mehr Detail her­aus. Der Unter­schied ist aber sub­til – ohne iso­lier­ten Direkt­ver­gleich wäre er im All­tag kaum auf­ge­fal­len. Der SPL Pho­ni­tor xe punk­tet mit dem optio­na­len DAC768v2 und der ein­zig­ar­ti­gen Pho­ni­tor Matrix, die der Stel­lar Max nicht bie­tet. Preis­lich lie­gen bei­de nahe beieinander.

Gibt es Grundrauschen am SPL Phonitor xe?

Im Test war an kei­nem der getes­te­ten Kopf­hö­rer – Ver­um 2 (80 Ohm Pla­nar), OMNE Audio Hen­de­ka (dyna­misch), Hifi­man Sun­dara und Aude­ze LCD‑X – ein wahr­nehm­ba­res Grund­rau­schen fest­stell­bar. Der SPL Pho­ni­tor xE arbei­tet ruhig, auch bei hoher Verstärkung.

Kate­go­rie Note Klang / Bildqualität
9
Leis­tung & Kon­trol­le / Dyna­mik & Reserven
9.2
Ver­ar­bei­tung & Design
9.5
Aus­stat­tung & Praxisnutzen
8.8
Mess­wer­te & tech­ni­sche Umsetzung
8.7
Preis/Leistung
8.6
Leser­wer­tung0 Bewer­tun­gen
0
Pros
Made in Ger­ma­ny – ech­te Hand­ar­beit aus Nie­der­krüch­ten, robus­te Ver­ar­bei­tung auf Studio-Niveau
VOL­TA­iR-120V-Tech­no­lo­gie lie­fert mehr Head­room und eine ent­spann­te, nicht ange­streng­te Klangcharakteristik
Pho­ni­tor Matrix mit 6‑stufigem Cross­feed und 4‑stufigem Ang­le (22° / 30° / 40° / 55°) – ana­lo­ges Allein­stel­lungs­merk­mal in die­ser Preisklasse
Moto­ri­sier­ter Alps-RK27-Laut­stär­ke­reg­ler mit IR-Fern­be­dien­bar­keit via belie­bi­ger IR-Remo­te – im All­tag kom­for­ta­bler als alles ohne
Dua­le Kopf­hö­rer­aus­gän­ge vor­ne und hin­ten (6,35 mm + 4‑pol XLR) mit Fron­t/­Rear-Schal­ter
Bis zu 6 Ste­reo-Ein­gän­ge (ana­log + digi­tal mit optio­na­lem DAC768v2)
DAC768v2 mit AK4493 SEQ, Spar­tan 7 FPGA und SLP120-Fil­ter in VOL­TA­iR-Tech­no­lo­gie – kei­ne Nachrüst-Kompromisslösung
Kein wahr­nehm­ba­res Grund­rau­schen an kei­nem der getes­te­ten Kopfhörer
Cons
Kein 4,4‑mm-Pentaconn-Ausgang – im Jahr 2026 ein spür­ba­res Fehlen
Gain-Umschal­tung nur über DIP-Schal­ter auf der Gerä­te­un­ter­sei­te – umständ­lich bei häu­fi­gem Kopf­hö­rer­wech­sel zwi­schen sehr emp­find­li­chen und sehr unemp­find­li­chen Modellen
Kein Pre­amp-/Li­ne-Out-Aus­gang: Wer auch Aktiv­laut­spre­cher oder End­stu­fen ansteu­ern will, muss zum Pho­ni­tor x greifen
DAC768v2 als Zusatz­op­ti­on macht das Gesamt­pa­ket teu­rer – wer einen guten Stan­da­lo­ne-DAC hat, zahlt für Funk­tio­na­li­tät, die er viel­leicht nicht braucht
Das Gerät ist seit 2019 auf dem Markt: DAC-Chip und Funk­ti­ons­um­fang sind nicht mehr Sta­te-of-the-Art – beim Gesamt­preis 2026 ein fai­rer Kritikpunkt
USB‑B statt USB‑C – für Mac­Book-Nut­zer ein klei­ner, aber unnö­ti­ger Adapter-Stress
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