WiiM Pro oder WiiM Pro Plus? Der WiiM Pro ist das günstigere Einstiegsmodell — der Pro Plus ist der Nachfolger mit einem deutlich besseren DAC (AKM AK4493SEQ statt Texas Instruments PCM5121), messbarer besserem Rauschabstand und einer mitgelieferten Fernbedienung. Wer analog einspeist, profitiert zusätzlich vom hochwertigeren ADC im Pro Plus. Dieser Test zeigt, ob der Aufpreis sich lohnt.
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Eines schon mal vorweg
Der WiiM Pro Plus kostet 189€. Dafür bekommt man einen AKM4493SEQ-DAC, Roon Ready, AirPlay 2, parametrischen EQ und ein Multiroom-Ökosystem, das tatsächlich funktioniert. Für den Preis eines mittelmäßigen Sonos-Lautsprechers — und ohne App, die einem die alten Geräte wegpatcht. Sonos? Vergesst es.tcht.
Abgrenzung
Wir haben den WiiM Pro Plus vom deutschen Vertrieb für 4 Wochen kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Das beeinflusst unsere Wertung in keiner Weise. Wir nehmen kein Geld für Tests und Reviews, weil wir unabhängig bleiben wollen und geschönte Lobhudelei nicht unterstützen. Wer warme Umschreibungen und HiFi-Voodoo sucht, findet das bei der einschlägigen Fachpresse. Hier gibt es Messungen, Meinungen und Metal.
Auch auf YouTube
Den WiiM Pro Plus gibt es auch als Videotest auf @HiFiGeek-1337 — schaut vorbei und abonniert den Kanal.
WiiM Pro vs. WiiM Pro Plus: Was hat sich geändert?
Der WiiM Pro und der WiiM Pro Plus teilen dieselbe Software, dieselbe App und denselben Funktionsumfang. Der Unterschied liegt im Inneren: Der Pro Plus hat einen deutlich besseren DAC — AKM AK4493SEQ statt Texas Instruments PCM5121 — was sich in messbarem besserem Rauschabstand (121 dB vs. 106 dB SNR) und klanglich hörbarer Präzision niederschlägt. Wer analoge Quellen einspeist, profitiert zusätzlich: Der Pro Plus digitalisiert mit 192 kHz/24 Bit, der Pro nur mit 48 kHz/16 Bit. Außerdem liegt beim Pro Plus eine Fernbedienung mit Sprachsteuerung bei, die beim Pro fehlt.
AirPlay 2, Chromecast, Spotify Connect, TIDAL, Qobuz — alles identisch bei beiden.
Fazit: Wer den Pro besitzt, muss nicht zwingend wechseln. Wer neu kauft, greift zum Pro Plus — der Aufpreis ist überschaubar, der Unterschied messbar.
Ein Streamer sie zu knechten
Die Luft wird dünn, wenn man sich das WiiM-Portfolio ansieht. Es fängt bei knapp über 100€ mit dem WiiM Mini an und endet beim 400€ teuren WiiM Ultra. Was WiiM da als Ökosystem aufgebaut hat, findet man normalerweise nur bei den ganz Großen — allen voran Sonos. Nur eben funktionierend. Ihr versteht schon.
Das ist keine Kleinigkeit. WiiM hat in wenigen Jahren ein vollständiges Streaming-Ökosystem aus dem Boden gestampft: Streamer, Streaming-Amps, Wireless-Speaker, Subwoofer — und seit der HIGH END Vienna 2026, auf der wir selbst akkreditiert vor Ort waren, auch die erste eigene Soundbar. Der WiiM Bar kommt mit Dolby Atmos, DTS:X, HDMI eARC und 5.1.2‑Erweiterbarkeit — für 479 Dollar. Direkt gegen den Sonos Arc positioniert. Wer das noch nicht auf dem Radar hatte: WiiM baut gerade ein komplettes HiFi-Ökosystem auf, das in puncto Features mit Platzhirschen mithalten kann, die das Dreifache kosten. Und sie hören dabei auf ihre Community.
Unboxing
Unser Testgerät hatte bereits einige Rezensionen hinter sich — im Pressekreislauf völlig normal, klingt trotzdem tadellos. Geliefert wird der WiiM Pro Plus mit Fernbedienung, Cinch- und Toslink-Kabel, USB-auf-USB-C-Kabel, USB-Steckernetzteil und Anleitung. Die Verpackung ist edel und zweckmäßig — kein Plastikwust, kein aufgeblasenes Unboxing-Theater. Gut so.




Einrichtung
Wir haben das Gerät direkt in die HiFi-Ecke geschleppt und angeschlossen. USB‑C rein, Cinch-Kabel ran, fertig. Gestartet haben wir mit einem Aperion-Audio-Kabel, im Laufe des Tests dann auf ein Sommer Cable Epilogue umgestellt.
Sobald der WiiM Strom hatte, erwachte die kleine weiße LED an der Front zum Leben. WiiM-App auf dem Handy, per Bluetooth verbunden, WLAN-Daten übergeben — das dauerte keine zwei Minuten. Danach folgte der obligatorische Update-Screen. Was mich stutzig machte: keine Dreiviertelstunde später kam schon das nächste Update.
Also kurz gegoogelt. Und dann war ich positiv überrascht: WiiM pflegt eine öffentliche Entwicklungs-Roadmap, auf der Kunden aktiv Einfluss nehmen können. Als jemand der beruflich Software entwickelt geht einem dabei das Herz auf. Und wer jetzt Richtung Sonos schielt: die kommunizieren ihre Roadmap nicht. WiiM lässt Kunden daran mitarbeiten. Das ist kein Detail — das ist eine Philosophie.
Schnell noch Spotify und Qobuz eingerichtet und der erste Song lief. Die App bedient sich vertraut für alle, die Sonos kennen — strukturell ähnlich, aber mit einem entscheidenden Unterschied: sie läuft flüssig. Kein Ruckeln, kein Laden, kein Rätseln. Mangels mehrerer WiiM-Geräte konnten wir das Gruppenverhalten nicht ausgiebig testen, aber der Gesamteindruck ist klar: hier hat jemand Software gebaut, der Software ernst nimmt.


WiiM Pro Plus Software
Das da so schnell zwei Updates hintereinander kamen, hat mich natürlich stutzig gemacht. Gleich mal die Google-Maschine angeschmissen und siehe da. WiiM ist sogar kommunikativ! Gibt es doch eine öffentliche Roadmap der WiiM Entwicklung, auf den so weit ich das verstanden habe, die Kunden sogar Einfluss nehmen können. Als Software-Entwickler geht einem ja dabei schon das Herz auf! Direkt nen Stein im Brett und schielend mal wieder Richtung: Sonos. Ich will und werde hier jetzt nicht über Sonos “ab ranten”, aber hier scheint einiges besser zu laufen als beim Platzhirsch.
Dennoch kann WiiM die Herkunft und Idee nicht verleugnen und so bedient sich die App schon sehr wie die von Sonos. Was per se nix schlechtes ist. Mit aber auch hier einem kleinen aber feinen Unterschied. Die App läuft verdammt flüssig. Mangels mehrerer WiiM’s ist es jetzt schwer nachzuvollziehen ob beim Gruppieren die App und Software genau so zackig ist wie sie den Anschein macht, aber generell kann man sagen, dass die Software wirklich schon ausgereift ist und super läuft.
Technik-Bashing
Der WiiM Pro Plus streamt Ultra-High-Res-Audioinhalte mit bis zu 768 kHz/32 Bit. Zum Vergleich: eine CD liegt bei 44,1 kHz/16 Bit. Das gestreamte Signal kann der WiiM wahlweise digital weitergeben — über optischen oder koaxialen S/PDIF, ebenfalls bis zu 768 kHz/32 Bit — oder eigenständig analog wandeln.
Für die analoge Wandlung steht ein AKM4493SEQ zur Verfügung. Das ist kein No-Name-Chip aus der Grabbelkiste, sondern ein ernstzunehmender D/A‑Wandler mit einem Rauschabstand von 120 dB und einer Verzerrung von 0,00032% (-110 dB). Was auf dem Datenblatt gut aussieht, muss im Gesamtsystem auch gut klingen — wie das in der Praxis aussieht, klären wir im Hörtest.

Nicht vergessen: Der WiiM ist keine Einbahnstraße. Musik kommt nicht nur raus, sie kommt auch rein. Ein analoger RCA-Eingang mit 2 Vrms und bis zu 192 kHz/24 Bit sowie ein optischer S/PDIF-Eingang erlauben es, externe Quellen ins Multiroom-System einzubinden. Wer seinen Plattendreher mit Phono-Vorverstärker also auch im Schlafzimmer hören will — kein Problem. Der WiiM wandelt das Analogsignal und schickt es durch die Gruppe. Schön gedacht.
Streaming
Welche Dienste unterstützt der WiiM Pro Plus? Kurze Antwort: alle relevanten. Lange Antwort: Spotify, Amazon Music, Deezer, TuneIn, Tidal, Qobuz, SoundCloud, Pandora, iHeartRadio, vTuner, Napster, SoundMachine und weitere. Wer jetzt seinen Lieblingsdienst vermisst: ein Blick auf die öffentliche Roadmap lohnt sich — WiiM liefert aktiv nach.
Im Netzwerk macht der WiiM Pro Plus ebenfalls keine halben Sachen: AirPlay 2, Chromecast Audio, Spotify Connect, TIDAL Connect, Amazon Music Casting und Qplay 2.0 sind an Bord. DLNA-Playback rundet das ab. Und dann ist da noch Roon Ready.
Roon ist für viele ein Fremdwort — zu Unrecht. Vereinfacht gesagt ist Roon eine lokale Multiroom-Software, die die Wiedergabefähigkeiten jedes angeschlossenen Geräts kennt und die Ausgabe live daran anpasst. Dazu kommt eine beeindruckende Musikbibliothek-Verwaltung und ein Empfehlungsalgorithmus, der Spotify alt aussehen lässt. Der Haken: Roon läuft lokal und braucht einen eigenen Server. Wer das einmal eingerichtet hat, will nicht zurück. Und Roon Ready findet man normalerweise in Geräten, die das Fünffache kosten. Beim WiiM Pro Plus ist es einfach dabei.


Equalizer
Als wäre das alles nicht genug, bringt der WiiM Pro Plus einen vollwertigen Equalizer mit. Zur Wahl stehen 24 Presets, ein 10-Band-Grafik-EQ und ein parametrischer EQ. Letzterer ist der entscheidende Punkt: damit wird der WiiM Pro Plus zur vollwertigen digitalen Vorstufe, die direkt an eine Endstufe angeschlossen werden kann.
Ein naheliegendes Beispiel wäre der aktuell vielbesprochene Fosi Audio V3 Mono. Zwei davon als Monoblöcke betrieben, mit dem WiiM als Vorstufe — das ergibt eine Kanaltrennung, die sich viele teurere Vollverstärker nicht leisten können. Und das Gesamtinvestment bleibt im dreistelligen Bereich. Jeder High-Ender darf jetzt gerne mit Eiern werfen.


Automatische Raumeinmessung
Ähnlich wie Sonos verfügt der WiiM Pro Plus über eine automatische Raumeinmessung. Da unser Hörraum akustisch behandelt ist und wir bereits mit Messmikrofon und REW gearbeitet haben, haben wir die Funktion nicht genutzt. Für alle, die keine eigene Raumakustik-Infrastruktur haben, ist das aber ein echter Mehrwert — gerade im Vergleich zu Streamern ohne diese Funktion.

Alexa und Sprachfernbedienung
Natürlich darf der Sprachassistent nicht fehlen. WiiM hat Alexa integriert, was den WiiM Pro Plus in bestehende Smart-Home-Routinen einbindet. Die mitgelieferte Fernbedienung ist mit einem Mikrofon ausgestattet und nimmt Sprachbefehle entgegen — wenn man das möchte. Wer Alexa nicht will, lässt es einfach. Kein Zwang, keine versteckten Abhängigkeiten. Auch das ein Unterschied zu manch anderem Ökosystem.


Höreindruck
Jetzt zum eigentlichen Grund, warum ihr hier seid!
Unsere Referenz-Playlist ist keine Playlist für schwache Nerven. Kein Jazz, kein Ambient, keine akustische Gitarre. Wer hier testet, testet mit Material, das Dynamik, Tiefbass, Räumlichkeit und Auflösung gleichzeitig fordert. Wer mithören will: die Qobuz-Referenz-Playlist findet ihr im Artikel verlinkt.
Rage against the Machine — Bombtrack
Ein Klassiker — aber audiophil im besten Sinne. Hat der Track nach über 30 Jahren nichts an seiner Intensität verloren. Der Bass zu Beginn kommt griffig und präsent, das Zupfen der Saiten direkt und körperlich. Mit dem Einsetzen des Schlagzeugs schiebt die Bassdrum ordentlich und bringt Subwoofer und Tieftöner zum Pumpen. Das Schlagzeug verteilt sich räumlich über die Lautsprecher, die Becken sind fein aufgelöst und ortbar. Zack de la Rocha positioniert sich sauber in der Mitte, die E‑Gitarren schieben den Song nach vorne. Alles sitzt. Nichts klingt aus dem Tritt. Und man muss dabei im Kopf behalten: hier steht ein 189€-Streamer vor einem. Beim Fill ab Minute 3 lässt sich die Räumlichkeit noch einmal besonders schön nachvollziehen.
Brand of Sacrifice — Purge
Soundtechnisch komplexer und moderner. Saubere Synthesizer mit viel Druck dominieren den Anfang und werden kraftvoll abgebildet — der Subwoofer schiebt sofort nach vorne. Kyle Andersons Vocals sind schlicht eine Macht, und der WiiM Pro Plus weiß sie genauso zu beherrschen wie die ansteigende Komplexität durch chorale Einspieler im Hintergrund. Die räumliche Abbildung schmeißt einen direkt ins Gemetzel — einzelne Instrumente lassen sich sauber verorten. Die Synthesizer-Einlagen pumpen verlässlich Tiefbass in den Raum, der WiiM hält den Subwoofer ordentlich im Griff. Der Breakdown ab 3:08 mit seinen intensiven Effekten und Kyle Andersons Gesang ab 3:30 hinterlässt Gänsehaut. Kein Scherz.
Knocked Loose — Deep in the Willow
Knocked Loose haben erstaunlich audiophile Alben. Die Aufnahmen glänzen mit echter Klarheit und dem nötigen Druck. Deep in the Willow beginnt mit tiefen, eindringlichen Riffs, die direkt in die Couch drücken. Das tiefe Gitarren-Tuning steht im direkten Kontrast zum kreischenden Gesang von Bryan Garris — und der WiiM meistert beide Disziplinen gleichzeitig souverän. Neben den raumfüllenden Riffs flankiert ein präzise verortbares, sauber abgemischtes Schlagzeug den Song: Becken links, Crash rechts, trockene und satte Bassdrum. Ab 1:55 wiederholen sich Bassdrops, die druckvoll tief in den Keller reichen. Der WiiM liefert das ohne zu zögern.
Lorna Shore — Pain Remains I
Will Ramos darf natürlich nicht fehlen. Pain Remains ist in seiner Gesamtheit ein emotionales Feuerwerk — wer die Songs nicht kennt: Lyrics aufmachen und mitlesen. Was brachial klingt, entpuppt sich als eines der bewegendsten Stücke, die wir kennen. Gänsehaut garantiert.
Die Trilogie beginnt mit feinem Regen, gut dargestellt, und weicht einer feinen Melodie mit viel Hall — bis ab 1:20 härtere Klänge angeschlagen werden. Ab dem Moment als Will Ramos einsetzt wird der Song nicht nur schnell, sondern hochkomplex. Keifende, gurgelnde und tief growlende Gesänge wechseln sich ab, darüber schweben Streicher, darunter hämmert eine Double-Bass-Drum mit drückenden Gitarren-Riffs. Was hier gleichzeitig wiedergegeben werden muss, ist eine kleine Bachelor-Arbeit für jeden Streamer.
Hier zeigt der WiiM seine physikalische Preisklassen-Grenze: bei maximaler Komplexität verliert die Auflösung minimal an Kontur. Kein Makel — das ist Physik. Ein DAC für das Dreifache würde das sauberer trennen. Für 189€ ist es bemerkenswert nah dran. Und sobald Will eine kurze Atempause lässt, ist sofort hörbar, wie viel verzerrungsfreier es wird. Ab 4:50 gibt es die Belohnung: ein ergreifender Gesangspart mit Text, der einen aus dem Sofa haut.
Lorna Shore — Pain Remains II
Weiter geht es mit einem fetten Bass-Drop bei 0:13, starken Stimmeinlagen von Will, choralem Gesang und hämmernder Double-Bass. Man kann gefühlt fast in Wills Rachen blicken. Der WiiM präsentiert seinen gutturalen Gesang fein aufgelöst und räumlich. Ab 1:16 gibt es wieder mächtigen Tiefbass gepaart mit feinen, räumlichen Becken. Bei ansteigender Komplexität strauchelt der WiiM wieder leicht — das bleibt konsistent. Das Gitarrensolo ab 3:50 meistert er dafür umso besser, trotz hämmernder Double-Bass und viel Hall. Ab 4:50 spitzt sich alles zu: Stimme, Drums, Chor, Gitarren — totaler Overkill. Und der WiiM bleibt dabei.
Lorna Shore — Pain Remains III
Nach der Brechstange am Ende von Pain Remains II eine Minute durchatmen. Dann das Finale. Viel Streicher und Chor, harmonisch und weitläufig, bis Will das Feuer wieder entfacht. Ab 2:07 eine Gesangspassage, die tief blicken lässt — feucht, sapschig, roh. Ab 4:15 Wills Gesang präsent und direkt, darunter drückende Bassdrum. Bei 5:10 mündet es in einen Breakdown, der einen Schauer kalt den Rücken runterjagte. Der WiiM transportiert das vollständig. Mehr kann man bei diesem Preis nicht verlangen.
Nirvana — Rape Me
Wer mal akustisch einen Blick in ein Tonstudio der 90er werfen will, hört sich In Utero auf einer guten Anlage an. Rape Me als Stellvertreter: Kurt Cobains Stimme in einem kleinen, wenig bearbeiteten Raum, mit minimalem Hall. Alle Instrumente, allen voran das Schlagzeug, sind klar in diesem Raum zu verorten. Der WiiM Pro Plus macht daraus ein Erlebnis — man entdeckt Musik der Jugend noch einmal neu. Das ist es, wofür gutes HiFi da ist.
Bedienung
Bedient wird der WiiM Pro Plus primär per Smartphone oder Tablet. Die mitgelieferte Fernbedienung ist eine solide Beigabe für entspannte Hörsessions — wer aber ohnehin das Handy in Reichweite hat, wird sie selten brauchen. Kein Display bedeutet zwangsläufig Smart-Device-Steuerung, und das funktioniert hier ausgesprochen gut.




Die Menüs sind strukturiert und durchdacht. Navigation geht schnell, kleine Shortcuts — wie die Ausgangsauswahl direkt im Now-Playing-Screen — erleichtern den Alltag spürbar. Die App belohnt Entdeckungsfreude: wer sich durchklickt, findet immer wieder nützliche Optionen, die man nicht erwartet hätte. Das ist gutes UX-Design.
Anschlüsse
Vollständig und durchdacht gewählt:
Audio-Eingänge
1 x analog RCA/Cinch
2 Vrms
192 kHz/24 Bit
Rauschabstand 106 dB
1 x digital optisch S/PDIF
bis zu 192 kHz/24 Bit
Audio-Ausgänge
1 x analog RCA/Cinch
1 x digital optisch S/PDIF
1 x digital koaxial S/PDIF
bis zu 768 kHz/32 Bit
Sonstige
USB‑C, 5V, 1.5A oder mehr
Trigger out
LAN
Der Trigger-Out ist dabei mehr als ein Randdetail: er erlaubt es, angeschlossene Verstärker automatisch ein- und auszuschalten wenn der WiiM aktiv wird. Kleines Feature, großer Komfort im Alltag.

Für wen ist der WiiM Pro Plus?
HiFi war lange die Domäne von Rentnern mit zu viel Geld und zu viel Zeit. Der WiiM Pro Plus ist der Einstieg für alle anderen.
Konkret: Wer eine bestehende HiFi-Anlage hat, die beim Thema Streaming nicht mitspielt oder kein High-Res unterstützt, bekommt hier ein unkompliziertes, hochwertiges Upgrade. Wer von Grund auf neu aufbaut, findet im WiiM Pro Plus einen Zuspieler, der wächst — egal ob mit Aktivlautsprechern, einem Stereo-Vollverstärker oder zwei kleinen Monoblöcken.
Wir hatten ihn parallel zum IOTAVX AVX17 im Einsatz — einem Verstärker ganz ohne Streaming-Funktionen. Der WiiM hat diese Lücke mühelos geschlossen und aus der Kombi ein echtes Vergnügen gemacht.
Und dann ist da noch die Generation Y und Z, die gerade HiFi für sich entdeckt. Vinyl erlebt eine Renaissance, Streaming ist selbstverständlich, und die Bereitschaft für guten Klang ist da — nur nicht das Budget für audiophile Exzesse. Der WiiM Pro Plus ist genau der richtige Einstieg: kein Kompromiss, sondern ein ehrliches Gerät, das einfach funktioniert.
Logische Alternativen und Upgrades
Wem der WiiM Pro Plus optisch zu schlicht ist oder wer mehr fürs Auge haben will: der WiiM Ultra bietet einen kleinen Touchscreen mit Albumcover-Anzeige, ist hochwertiger verarbeitet und erinnert in der Haptik ein wenig an einen Apple TV der Audioklasse.
Wer die Kästchen-Form grundsätzlich hinter sich lassen will, sollte sich die Eversolo-Reihe ansehen. Wir hatten den Eversolo DMP-A6 im Test — das ist eine andere Gerätekategorie, eine andere Preisklasse, und klanglich eine spürbare Stufe weiter. Wer also weiß, dass er in zwei Jahren mehr will, kann direkt dort einsteigen.
Fazit
Der WiiM Pro Plus ist kein Kompromissgerät. Er ist ein durchdachtes, funktionierendes Stück HiFi, das zeigt, was möglich ist wenn ein Hersteller Software ernst nimmt, Hardware nicht verschwendet und einen fairen Preis aufruft.
Der AKM4493SEQ-DAC liefert. Roon Ready ist kein Marketing-Versprechen. Der parametrische EQ macht ihn zur vollwertigen Vorstufe. Das Ökosystem funktioniert. Und die öffentliche Roadmap zeigt, dass WiiM nicht plant, morgen zu verschwinden.
Im Hörtest überzeugt er auf ganzer Linie — mit dem ehrlichen Hinweis, dass er bei extremer Komplexität an seine physikalischen Grenzen stößt. Das ist keine Kritik, das ist Physik. Und wer nicht A/B‑vergleicht, wird es ohnehin nicht bemerken.
9.6 von 10 Punkten. Der Punkt Abzug ist der einzige Hinweis darauf, dass hier noch Luft nach oben existiert — und der kostet deutlich mehr als 189€.
189€. Roon Ready. AKM4493SEQ. Parametrischer EQ. Funktionierendes Multiroom. Wer danach noch Sonos kauft, hat entweder nicht zugehört — oder zu viel Geld.



