Arendal 1723 Center auf Quadraspire SV3T HiFi-Rack - Frontal leicht seitlich

Arendal 1723 Center THX im Test: Der Center, der endlich zu meinen Towern passt

Wer mei­nen Test der Are­nd­al 1723 Tower THX gele­sen hat, erin­nert sich viel­leicht an den letz­ten Satz im Fazit: Ein seri­en­glei­cher Cen­ter wäre für eine voll­stän­dig homo­ge­ne Front sehr emp­feh­lens­wert. Ich hab mir selbst beim Wort genom­men — der Are­nd­al 1723 Cen­ter THX steht jetzt bei mir im Rack, direkt unter dem Fern­se­her. Und was der mit mei­ner Front ange­stellt hat, hat mich ehr­lich gesagt über­rascht, obwohl ich nach dem Tower-Test schon eine Ahnung hat­te, wohin die Rei­se gehen würde.

Dis­clai­mer: Der Are­nd­al 1723 Cen­ter THX wur­de mir von Are­nd­al für den Test kos­ten­los zur Ver­fü­gung gestellt. Es gibt jedoch kei­ne Ein­fluss­nah­me auf mei­ne unge­schön­te Mei­nung und Ergeb­nis­se. Are­nd­al hat­te kei­nen Ein­fluss auf den Test­auf­bau und steht in sons­ti­ger Hin­sicht in kei­ner Bezie­hung zu die­sem Review.

Der direk­te Ver­gleich zum alten Cen­ter, mei­ne Hör­ein­drü­cke zu Hans Zim­mer und Dune: Part Two, und war­um ich den Are­nd­al 1723 Cen­ter THX am liebs­ten nicht mehr aus dem Raum las­sen würde.

Eine kleine Randnotiz vorweg: Warum das Review so lange gedauert hat

Zwi­schen Lie­fe­rung und die­sem fer­ti­gen Text ist mehr Zeit ver­gan­gen, als ursprüng­lich geplant. Grund dafür: Kurz nach der Ankunft des Cen­ters hat mein alter AV-Recei­ver den Geist auf­ge­ge­ben — mit­ten im Betrieb, ein­fach tot. Die kom­plet­te Geschich­te dazu gibt’s in einem eige­nen Arti­kel und Video, hier nur so viel: Der Aus­fall hat mich zu einem kom­plet­ten Umstieg bewegt. Statt einen ein­fa­chen Ersatz-AVR zu kau­fen, sitzt jetzt ein Anthem AVM 70 als rei­ner Pro­zes­sor bei mir, ange­trie­ben von einem, ich nenn’s lie­be­voll „Fran­ken­stein-Sys­tem” — vor­ne der Bur­son Time­kee­per GT4 Max, die Sur­rounds lau­fen über Hypex-Nil­ai-Mono­blö­cke, und für den Rest der Kanä­le steht zusam­men, was gera­de ver­füg­bar war.

Das hat den Test­zeit­raum spür­bar ver­län­gert, weil ich mich erst an die kom­plett neue Ket­te gewöh­nen muss­te, bevor ich seri­ös über den Are­nd­al 1723 Cen­ter THX urtei­len konn­te. Am Ende hat sich das aber gelohnt — dazu gleich mehr.

Der Arendal 1723 Center THX im Detail

Der Are­nd­al 1723 Cen­ter THX ist im Grun­de die logi­sche Fort­set­zung der 1723 Tower: Er nutzt effek­tiv die­sel­ben obe­ren drei Trei­ber wie die Towers — also den 28-mm-Wave­gui­de-Twee­ter, flan­kiert von zwei 8‑Zoll-Woo­fern, nur eben hori­zon­tal statt ver­ti­kal ange­ord­net. Zwei Ports auf der Rück­sei­te las­sen sich wahl­wei­se offen oder mit Schaum­stoff-Plugs ver­schlos­sen betrei­ben; bei mir sind sie aktu­ell zu, weil ich genug Sub­woo­fer-Power im Set­up habe und den Cen­ter bei 80 Hz tren­ne (ein­ge­mes­sen via Anthem ARC).

Wer den Are­nd­al 1723 Cen­ter THX zum ers­ten Mal aus­packt, wird kurz schlu­cken: Das Ding ist wirk­lich groß. Sei­ne Höhe ent­spricht ziem­lich genau der Brei­te der Stand­laut­spre­cher — bei­de lie­gen bei 27,5 cm —, und auch die Gehäu­se­tie­fe von 40 cm ist bei Cen­ter und Tower iden­tisch. Wer sich das auf ein nor­ma­les HiFi-Möbel oder Rack stel­len will, soll­te vor­her nach­mes­sen — hier wird ordent­lich Platz bean­sprucht. Aber: Das ist auch ein­fach ein ernst­haf­ter, aus­ge­wach­se­ner Laut­spre­cher und kein Ali­bi-Cen­ter, der neben den gro­ßen Towern verhungert.

Spe­zi­fi­ka­ti­onWert
Design2‑Wege
Abmes­sun­gen (H/B/T)27,5 × 63,5 × 40 cm
Gewicht26,7 kg
Gehäu­seHDF, sealed/vented
Ports2 × 2″
Twee­ter28 mm mit Waveguide
Woo­fer2 × 8″
Fre­quenz­gang (-6 dB, anechoisch)35 Hz – 20 kHz
F3 (anecho­isch)48 Hz
Sen­si­ti­vi­ty89 dB / 2,83 V / 1 m
Impe­danz4 Ohm nominal
Cross­over-Fre­quenz1.500 Hz
Emp­foh­le­ne VerstärkerleistungBis 400 W RMS @ 4 Ohm
Ein­spiel­zeit50 Stun­den
Preis1.250 € (Ein­zeln), Testmuster

Unboxing & Lieferumfang

Ein 26,7‑kg-Paket im Form­fak­tor des Are­nd­al 1723 Cen­ter THX lässt sich unhand­li­cher tra­gen als ein kom­pak­ter Kar­ton, allein schon wegen der Brei­te von 63,5 cm. Wer hier allein han­tiert, soll­te sich defi­ni­tiv Hil­fe holen, genau wie ich es schon bei den Towern emp­foh­len hatte.

Der Are­nd­al 1723 Cen­ter THX kommt dop­pelt ver­packt: ein äuße­rer und ein inne­rer Kar­ton, dazwi­schen sta­bi­le Form­schaum­tei­le, die ihn sicher in Posi­ti­on hal­ten. Zusätz­lich steckt er in einem Baum­woll­sack, der die Lack­ober­flä­che vor Krat­zern wäh­rend des Aus­pa­ckens schützt — ein Detail, das ich bei ande­ren Her­stel­lern in die­ser Preis­klas­se nicht immer sehe.

Lie­fer­um­fang:

  • 1 × Are­nd­al 1723 Cen­ter THX
  • Bedie­nungs­an­lei­tung / Pro­duct Handbook
  • Gum­mi­fü­ße (zum Unter­kle­ben, wahlweise)
  • Port-Plugs (Schaum­stoff, für sealed-Betrieb)
  • Wei­ße Baum­woll­hand­schu­he für die Mon­ta­ge (Fin­ger­ab­drü­cke auf fri­schem Lack sind halt nie­man­des Freund)

Kei­ne Kunst­stoff-Kom­po­nen­ten an sicht­ba­ren Stel­len, mas­si­ve, sau­be­re Anschluss­ter­mi­nals, und die für die Serie cha­rak­te­ris­ti­schen magne­tisch befes­tig­ten Stoff-Abde­ckun­gen, die sich rück­stands­los abneh­men lassen.

Design & Verarbeitung

Hier kann ich es kurz machen: Design, Mate­ri­al­qua­li­tät und Ver­ar­bei­tung ent­spre­chen zu 100 % dem, was ich schon beim Test der 1723 Tower THX gelobt habe — glei­che Serie, glei­che DNA, kei­ne Abstri­che. HDF-Gehäu­se statt MDF, tadel­lo­se Satin-Lackie­rung, rho­di­nier­te Anschluss­ter­mi­nals, magne­tisch befes­tig­te Abde­ckun­gen. Wer’s genau­er nach­le­sen will: Ich hab das im Tower-Review aus­führ­lich seziert, und alles, was dort steht, gilt hier eins zu eins weiter.

Ein technischer Deep-Dive: Waveguide und THX Ultra beim Center

Waveguide-Tweeter: Warum das beim Center besonders wichtig ist

Der 28-mm-Hoch­tö­ner mit Wave­gui­de, den Are­nd­al über die gesam­te 1723-Serie hin­weg ein­setzt, ist kein rei­nes Mar­ke­ting-Fea­ture. Ein Wave­gui­de bün­delt und formt die Abstrahl­cha­rak­te­ris­tik des Hoch­tö­ners gezielt, sodass die Schall­ab­strah­lung hori­zon­tal brei­ter, aber kon­trol­lier­ter erfolgt — Refle­xio­nen an Decke und Boden wer­den redu­ziert, wäh­rend gleich­zei­tig eine grö­ße­re Hör­zo­ne abge­deckt wird, ohne dass der Klang­cha­rak­ter sich außer­halb der Ach­se gra­vie­rend verändert.

Bei einem Cen­ter-Laut­spre­cher ist das beson­ders rele­vant, weil hier sel­ten nur eine Per­son exakt mit­tig sitzt — im Heim­ki­no-Kon­text gibt es meis­tens meh­re­re Zuschau­er auf der Couch, die alle unter­schied­li­che Win­kel zum Cen­ter haben. Ein Cen­ter mit schlech­tem Abstrahl­ver­hal­ten klingt für die Per­son auf dem Sweet Spot viel­leicht fan­tas­tisch, wäh­rend die Per­son am Rand der Couch spit­ze, unan­ge­neh­me Höhen oder eine dump­fe, gedämpf­te Wie­der­ga­be bekommt. Genau das ist der Grund, war­um ich in der Pra­xis so zufrie­den mit der Off-Axis-Per­for­mance des Are­nd­al 1723 Cen­ter THX bin: Das Abstrahl­ver­hal­ten bleibt über einen grö­ße­ren Win­kel­be­reich konsistent.

THX Ultra: Mehr als nur ein Kino-Gütesiegel

Die THX-Ultra-Zer­ti­fi­zie­rung, die die kom­plet­te 1723-Serie trägt, wird oft miss­ver­stan­den als rei­nes „Heim­ki­no-Prä­di­kat”. Tat­säch­lich tes­tet THX Ultra über 400 ein­zel­ne Mess­punk­te, die unter ande­rem Pegel­fes­tig­keit ohne hör­ba­re Ver­zer­rung, Ver­hal­ten bei extre­men dyna­mi­schen Sprün­gen (wie sie bei Film­ton typisch sind) und Kon­sis­tenz des Fre­quenz­gangs unter ver­schie­de­nen Win­keln abdecken.

Für mich per­sön­lich, der ich eher gemä­ßigt bei rund 75 dB ein­peg­le, ist die THX-Zer­ti­fi­zie­rung natür­lich in gewis­sem Sin­ne „Over­kill”. Aber sie garan­tiert mir eine Art Sicher­heits­re­ser­ve: Der Are­nd­al 1723 Cen­ter THX hat bei mei­nen Pegeln nicht ansatz­wei­se etwas zu tun, was sich auch in der ent­spann­ten, nie ange­strengt wir­ken­den Art äußert, wie er selbst dyna­misch for­dern­de Pas­sa­gen wiedergibt.

Wettbewerbseinordnung: Wo steht der Arendal 1723 Center THX im Markt?

Cen­ter-Laut­spre­cher in der 1.000-bis‑1.500-Euro-Klasse gibt es eini­ge, aber die meis­ten davon sind ent­we­der deut­lich kom­pak­ter dimen­sio­niert (und büßen dadurch bei tie­fen Dia­log­fre­quen­zen und Pegel­fes­tig­keit ein) oder ver­zich­ten auf ein durch­dach­tes Wave­gui­de-Kon­zept und set­zen statt­des­sen auf klas­si­sche D’Ap­po­li­to-Anord­nun­gen ohne geziel­te Abstrahl­kon­trol­le. Genau hier liegt für mich der Haupt­vor­teil des Are­nd­al-Ansat­zes: Die Kom­bi­na­ti­on aus schie­rer Trei­ber­flä­che (zwei wasch­ech­te 8‑Zöller) und kon­trol­lier­tem Abstrahl­ver­hal­ten ist in die­ser Preis­klas­se nicht selbstverständlich.

Bei lie­gen­den Cen­tern in klas­si­scher D’Ap­po­li­to-Bau­wei­se — also Twee­ter zwi­schen zwei Woo­fern ange­ord­net, aber ohne spe­zi­el­les Wave­gui­de-Hand­ling — gibt es oft ein bekann­tes Pro­blem: ver­ti­ka­le Inter­fe­ren­zen (Lob­by­ing-Effek­te), die je nach Hör­po­si­ti­on zu einem inkon­sis­ten­ten Fre­quenz­gang füh­ren. Are­nd­al begeg­net dem mit dem Wave­gui­de-Ansatz, was sich in der Pra­xis genau in der guten Off-Axis-Kon­sis­tenz nie­der­schlägt, die ich wei­ter oben beschrie­ben habe.

Aufstellung und Einmessung

Die Auf­stel­lung des Are­nd­al 1723 Cen­ter THX war bei mir unkom­pli­ziert: Cen­ter aufs Rack, danach die Ein­mes­sung über Anthem Room Cor­rec­tion (ARC). Das Ergeb­nis: sau­ber ange­gli­che­ne Pegel und ein homo­ge­nes Gesamt­bild zu den Towern.

Ein Detail: Ich habe den Cen­ter bewusst nicht ange­win­kelt, obwohl das theo­re­tisch mög­lich wäre. Bei mir sitzt er direkt unter dem Fern­se­her, mit nur rund 2 cm Abstand zum Screen — also deut­lich unter­halb der Ohr­hö­he, eine wirk­lich tie­fe Posi­tio­nie­rung. Trotz­dem: Das Abstrahl­ver­hal­ten — dank Wave­gui­de um den Hoch­tö­ner her­um — ist so gut­mü­tig, dass ich auch aus die­ser tie­fen Posi­ti­on kei­nen Vor­teil durch Anwin­keln sehe.

Vom alten zum neuen Center: Ein direkter Vergleich mit dem Arendal 1723 Center THX

Vor­her lief bei mir ein Cen­ter aus der B&W‑700er-Serie — ein soli­des, aber deut­lich klei­ne­res Gerät. Der direk­te Ver­gleich zum Are­nd­al 1723 Cen­ter THX war für mich ehr­lich gesagt eine Über­ra­schung, obwohl ich nach dem Tower-Test schon eine Ahnung hat­te, wohin die Rei­se gehen würde.

Der Are­nd­al 1723 Cen­ter THX hat ein­fach mehr Wucht. Stim­men bekom­men spür­bar mehr Kör­per­tie­fe — auch bei Dia­log­sze­nen wirkt das nicht dünn oder auf­ge­setzt, son­dern natür­lich gewach­sen. Der Hoch­tö­ner leis­tet dabei gan­ze Arbeit: sehr klar, sehr prä­zi­se, ohne in Rich­tung Schär­fe zu kippen.

Im direk­ten A/B mit dem alten B&W wird zudem deut­lich: Die Are­nd­als spie­len tonal neu­tra­ler. Die B&Ws hat­ten immer einen leich­ten „Shiny”-Anstrich im Hoch­ton — nicht schlecht, aber eben eine Fär­bung. Der Are­nd­al-Hoch­tö­ner ist da ehr­li­cher, geradliniger.

Ein Abstecher zur High End Vienna: Warum die richtige Referenz zählt

Bevor ich zu den kon­kre­ten Hör­ein­drü­cken kom­me, ein kur­zer, aber wich­ti­ger Umweg über die High End Vien­na, weil er direkt in mei­ne Test-Musik­aus­wahl für die­sen Review mündet.

Auf der Mes­se habe ich mir unter ande­rem Vor­füh­run­gen bei Trin­nov (in Zusam­men­ar­beit mit Audio­re­fe­rence) und bei Storm Audio ange­hört. Die Trin­nov-Demo hat mich ehr­lich gesagt nicht über­zeugt — aller­dings lag das größ­ten­teils nicht an Trin­nov selbst oder den ein­ge­setz­ten Laut­spre­chern, son­dern an den Rah­men­be­din­gun­gen: Der Raum war spür­bar zu hell für ech­tes Kino-Fee­ling, die Pro­jek­ti­on pass­te nicht opti­mal zum gezeig­ten Mate­ri­al. Zusätz­lich gab es in der Prä­sen­ta­ti­on gefühlt vier oder fünf hör­ba­re Tonaussetzer.

Der eigent­li­che Aha-Moment kam bei Storm Audio ganz am Anfang der Vor­füh­rung: ein Aus­schnitt aus der Hans Zim­mer Live in Pra­gue 4K Blu-ray, kon­kret das Pira­tes-of-the-Carib­be­an-The­ma im Kon­zert­mit­schnitt. Das hat mich so begeis­tert, dass ich mir die Disc direkt danach selbst zuge­legt habe — sie wur­de seit­dem zu mei­ner neu­en Refe­renz für die­sen Test.

Höreindrücke: Hans Zimmer Live in Prague (4K Blu-ray)

Ich hab die Disc erst grob per Kapi­tel­sprung durch­geskippt, um mir einen Über­blick zu ver­schaf­fen — und mich dann noch am sel­ben Abend hin­ge­setzt und sie kom­plett von Anfang bis Ende durch­ge­schaut. Ein dickes Brett, muss man ein­fach so sagen. Die Abmi­schung ist wirk­lich sau­ber gemacht, und dra­ma­tur­gisch ist das Gan­ze klug auf­ge­baut: Die ers­ten Stü­cke des Sets sind bei Wei­tem nicht so mäch­tig wie das, was gegen Ende kommt — vor allem bei den Incep­ti­on- und Inter­stel­lar-The­mes geht die Post ab.

Beim Are­nd­al 1723 Cen­ter THX zeigt sich hier direkt ein Punkt, der mir vor­her mit dem B&W nie so auf­ge­fal­len ist: Wenn Effek­te oder Ele­men­te zwi­schen links, Cen­ter und rechts wan­dern, gab es frü­her immer eine Art klang­li­ches „Gap” — einen klei­nen, aber wahr­nehm­ba­ren Bruch in der Kon­ti­nui­tät. Mit dem Are­nd­al Cen­ter ist das kom­plett homo­gen, der Über­gang ist naht­los. Gera­de bei einem Live-Kon­zert­mit­schnitt wie die­sem, wo das Publi­kum, Neben­in­stru­men­te und gele­gent­lich auch der Diri­gent selbst akus­tisch quer über die Büh­ne ver­teilt ein­ge­fan­gen wer­den, merkt man sol­che Über­gän­ge beson­ders deut­lich — oder eben, im posi­ti­ven Fall, merkt man sie gar nicht mehr, weil alles wie aus einem Guss klingt.

Höreindrücke: Dune Part Two

Der Are­nd­al 1723 Cen­ter THX macht hier genau das, was ein guter Cen­ter machen soll: Sprach­ver­ständ­lich­keit steht im Zen­trum, und die ist gegen­über dem alten B&W spür­bar bes­ser gewor­den. Stim­men waren vor­her „okay­isch”, jetzt sind sie deut­lich kräf­ti­ger, kla­rer und leich­ter zu ver­ste­hen. Sound­ef­fek­te, die zwi­schen den Kanä­len wan­dern, erge­ben kei­ne wahr­nehm­ba­ren klang­li­chen Lücken mehr.

Gera­de Dune: Part Two eig­net sich für so einen Test beson­ders gut, weil der Film enorm viel mit tie­fen, fast kör­per­lich spür­ba­ren Dia­log­pas­sa­gen arbei­tet — Flüs­tern, das knapp über der Hör­schwel­le lie­gen soll, aber trotz­dem jedes Wort trans­por­tie­ren muss. Genau in die­sen lei­sen, sub­ti­len Momen­ten zeigt sich die Qua­li­tät eines Cen­ters am deut­lichs­ten, viel mehr als in den lau­ten Action­se­quen­zen, wo ohne­hin genug Pegel und Ener­gie im Raum ist, um Schwä­chen zu kaschieren.

Ein kurzer technischer Exkurs: Streaming vs. Disc

An die­ser Stel­le noch eine klei­ne, aber wich­ti­ge Klar­stel­lung zu mei­ner Zuspiel­ket­te: Für Strea­ming nut­ze ich einen LG C1 OLED als Quel­le. Die meis­ten deut­schen Strea­ming-Ton­spu­ren lie­gen dabei nicht in nati­vem Dol­by-Atmos-Bit­stream vor, son­dern kom­men meist als Dol­by Digi­tal+ in 5.1 — deut­lich kom­pri­miert gegen­über dem, was phy­si­sche Medi­en bie­ten. Um dar­aus trotz­dem ein räum­li­che­res, Atmos-ähn­li­ches Erleb­nis mit Höhen­ka­nä­len zu bekom­men, nut­ze ich den Dol­by-Upmi­xer im Anthem AVM 70.

Für die best­mög­li­che Ton­qua­li­tät — nati­ves, unkom­pri­mier­tes Atmos — grei­fe ich dage­gen auf phy­si­sche UHD-Discs zurück, abge­spielt über einen Magnetar UDP900, aktu­ell mit das Refe­renz­ge­rät unter den UHD-Play­ern. Das ist auch der Grund, war­um mei­ne wich­tigs­ten Test­re­fe­ren­zen für die­sen Review als Disc-Mate­ri­al vor­la­gen: Nur so lässt sich beur­tei­len, was der Cen­ter wirk­lich kann.

Einordnung: Was der Arendal 1723 Center THX im Gesamtsystem verändert

Nach vie­len Film­aben­den mit dem neu­en Cen­ter kann ich ganz klar sagen: Das ist ein ande­res Level als vor­her. Natür­lich trägt der Anthem AVM 70 sei­nen Teil dazu bei — aber in mei­ner per­sön­li­chen Prio­ri­tät ist die loh­nens­wer­tes­te Inves­ti­ti­on in gutem Klang ers­tens der Laut­spre­cher, zwei­tens die Ver­stär­ker­tech­nik, und drit­tens die Peri­phe­rie. Wer auf dem Niveau des Are­nd­al 1723 Cen­ter THX ein­steigt, wird ver­mut­lich auch mit deut­lich güns­ti­ge­rer Zuspiel­tech­nik schon ein rich­tig gutes Klang­er­leb­nis bekommen.

Ein tech­ni­scher Punkt noch: Mehr Head­room in der Ver­stär­kung bedeu­tet weni­ger Ver­zer­rung durch die Elek­tro­nik selbst — die End­stu­fen lau­fen sel­te­ner in Clip­ping, bevor der Laut­spre­cher an sei­ne eige­nen Gren­zen kommt. Je mehr sau­be­ren Strom ich auf den Are­nd­al 1723 Cen­ter THX gege­ben habe, des­to sou­ve­rä­ner hat er im Kino-Betrieb gespielt.

Preis-Leistung und Direktvertrieb

Ich will nicht behaup­ten, dass es bei ande­ren Her­stel­lern nicht ähn­lich gute Ange­bo­te gibt — gera­de wer über einen Händ­ler mal ein rich­tig gutes Son­der­an­ge­bot abgreift, kann sicher auch anders­wo fün­dig wer­den. Aber struk­tu­rell hat man beim Direkt­ver­triebs-Modell, das Are­nd­al fährt, ten­den­zi­ell erst mal einen Preis­vor­teil, ohne dass man sich stun­den­lang durch Ver­gleichs­an­ge­bo­te wüh­len muss.

Systemkonfigurationen: Was ergibt mit dem Center Sinn?

Wer sich den Are­nd­al 1723 Cen­ter THX holt, steht danach oft vor der Fra­ge, wie es mit dem Rest des Set­ups wei­ter­geht. Ein paar Gedan­ken dazu, weil sich das öfter lohnt durch­zu­rech­nen, als man zunächst denkt.

Vari­an­te 1 — Are­nd­al 1723 Cen­ter THX + Books­helf S als Front‑L/R: Cen­ter (1.250 €, ein­zeln) plus Are­nd­al 1723 Books­helf S als Ste­reo­paar vor­ne (1.600 €) macht zusam­men 2.850 € für die Front. Das hört sich nach “Ein­stei­ger-Set­up” an, ist es aber nicht wirk­lich — schon die­se redu­zier­te Vari­an­te bewegt sich preis­lich weit ober­halb des­sen, was vie­le unter einem Ein­stei­ger-Heim­ki­no ver­ste­hen. Wer hier spa­ren will, muss trotz­dem mit einem ernst­haf­ten Bud­get planen.

Vari­an­te 2 — Cen­ter + Moni­tor (S) vor­ne, Books­helf S nur hin­ten: Cen­ter (1.250 €) plus 1723 Moni­tor S THX als Front‑L/R (2.100 € im Paar) plus Books­helf S aus­schließ­lich für die Sur­rounds (1.600 € im Paar) ergibt zusam­men 4.950 €. Mit der grö­ße­ren 1723 Moni­tor THX statt der S‑Variante vor­ne (2.500 € im Paar) liegt man bei 5.350 €. Die­se Vari­an­te nutzt die höhe­re Bass­reich­wei­te der Moni­tor-Serie (sie­he oben: ca. 22 Hz bzw. 20 Hz In-Room-Respon­se) für die klang­lich wich­ti­ge­re Front, wäh­rend die kom­pak­te­re Books­helf S aus­schließ­lich dort sitzt, wo es am wenigs­ten auf Tief­bass ankommt.

Wich­ti­ge Klar­stel­lung zur Moni­tor-Serie: Der 1723 Moni­tor (S) ist bau­gleich mit dem 1723 Cen­ter (S) — laut Are­nd­al unter­schei­den sich nur Rück­plat­te und Logo-Aus­rich­tung, das Logo selbst ist magne­tisch und lässt sich belie­big dre­hen. Wer also zusätz­li­che Cen­ter-Kanä­le braucht oder mit der Moni­tor-Serie als lie­gen­dem Cen­ter expe­ri­men­tie­ren will, kann das offi­zi­ell so nut­zen. Die Books­helf S ist dage­gen ein eigen­stän­di­ges, klei­ne­res Modell mit 6,5‑Zoll-Treiber statt der 8‑Zöller von Cen­ter und Moni­tor — sie lässt sich nicht ein­fach “hin­le­gen” und als Cen­ter-Ersatz ver­wen­den, das ist die Auf­ga­be der Moni­tor-Serie, nicht der Books­helf S.

Ein­zel­kauf mög­lich: Wer nur ein­zel­ne Laut­spre­cher braucht — etwa einen zusätz­li­chen Cen­ter oder eine unge­ra­de Anzahl an Kanä­len —, kann bei Are­nd­al die meis­ten Model­le auch ein­zeln bestel­len, ein­fach die Men­ge im Waren­korb ent­spre­chend anpas­sen. Das gilt nach Are­nd­als eige­ner Aus­sa­ge für nahe­zu das kom­plet­te Sortiment.

Ein Vergleich mit dem echten Kino

Vie­le Kinos, die ich zwi­schen­durch besu­che, kön­nen klang­lich mit die­sem Set­up schlicht nicht mehr mit­hal­ten — wobei ich bewusst „fast” sage, denn ich hat­te vor der Schlie­ßung ein paar wirk­lich her­aus­ra­gen­de IMAX-Erleb­nis­se im mitt­ler­wei­le geschlos­se­nen IMAX Ham­burg. Da das Kino zu ist, kann ich die­sen Ver­gleich lei­der nicht mehr live nachziehen.

Wich­tig zur Ein­ord­nung: Ich höre bei mir zu Hau­se mit rund 75 dB ein — deut­lich lei­ser als typi­sche Kino-Refe­renz­pe­gel. Der aus mei­ner Sicht größ­te Vor­teil eines guten Heim­ki­nos gegen­über dem klas­si­schen Kino­saal liegt in der Ort­bar­keit: Im Kino emp­fin­de ich die räum­li­che Abbil­dung von Sur­round- und Atmos-Con­tent oft als eher ver­wa­schen — im eige­nen Heim­ki­no ist das mit die­sem Set­up wesent­lich ortbarer.

Fazit

Der Are­nd­al 1723 Cen­ter THX schließt genau die Lücke, die ich mir nach dem Tower-Test erhofft hat­te: mehr Wucht, mehr Kör­per­tie­fe bei Stim­men, ein Abstrahl­ver­hal­ten, das kei­ne Anwin­kel-Klimm­zü­ge braucht, und eine tona­le Neu­tra­li­tät, die den alten B&W‑Center alt aus­se­hen lässt.

Für mich per­sön­lich ist der kla­re Award-Kan­di­dat gesetzt. Wer bereits Are­nd­al-Fronts besitzt oder plant, wel­che anzu­schaf­fen, und einen Cen­ter sucht, der wirk­lich mit­hält statt nur mit­zu­lau­fen, macht mit dem Are­nd­al 1723 Cen­ter THX nichts falsch.

Die­sen Laut­spre­cher wür­de ich am liebs­ten gar nicht mehr aus dem Raum lassen.

Häufige Fragen zum Arendal 1723 Center THX

Muss der Arendal 1723 Center THX zwingend mit den 1723 Towern kombiniert werden?

Zwin­gend nicht, aber emp­feh­lens­wert. Der Cen­ter nutzt die­sel­ben Trei­ber und das­sel­be Wave­gui­de-Prin­zip wie die Tower — wer bei­des kom­bi­niert, bekommt eine klang­lich naht­lo­se Front ohne hör­ba­re Brü­che bei Pan­ning-Effek­ten. Mit ande­ren Front­laut­spre­chern funk­tio­niert er trotz­dem, das Opti­mum holt man aber inner­halb der­sel­ben Serie raus.

Muss der Arendal 1723 Center THX angewinkelt werden?

Nicht zwin­gend. Dank Wave­gui­de-Twee­ter ist das Abstrahl­ver­hal­ten so gut­mü­tig, dass ich ihn trotz sehr tie­fer Posi­tio­nie­rung (direkt unter dem Fern­se­her, ~2 cm Abstand) kom­plett gera­de betreibe.

Was kostet der Arendal 1723 Center THX?

1.250 € als Ein­zel­preis (Stand die­ses Tests). Are­nd­al berech­net den fina­len Preis inklu­si­ve Steu­ern und Ver­sand erst im Check­out, daher kön­nen sich die Beträ­ge je nach Land leicht unterscheiden.

Lohnt sich der Umstieg von einem Center einer anderen Marke auf den Arendal 1723 Center THX?

Wenn Sprach­ver­ständ­lich­keit und eine homo­ge­ne Front für dich Prio­ri­tät haben: ja, aus mei­ner Erfah­rung deut­lich. Der Unter­schied zu mei­nem vor­he­ri­gen B&W‑Center war für mich klar hör­bar, vor allem bei Pan­ning-Effek­ten und der tona­len Neutralität.

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Pros
Mas­si­ve Ver­bes­se­rung der Sprach­ver­ständ­lich­keit gegen­über kleineren/älteren Cen­tern — Stim­men wir­ken kräf­ti­ger, kla­rer und körperhafter.
Naht­lo­se klang­li­che Inte­gra­ti­on mit den 1723 Towern — kei­ne hör­ba­ren „Gaps” mehr bei Pans zwi­schen den Frontkanälen.
Sehr gutes, gut­mü­ti­ges Abstrahl­ver­hal­ten dank Wave­gui­de-Twee­ter — funk­tio­niert auch ohne Anwin­keln zuver­läs­sig, selbst bei tie­fer Positionierung.
Bau­glei­che Trei­ber-Tech­no­lo­gie und Ver­ar­bei­tungs­qua­li­tät wie die Tower — kon­se­quent durch­ge­zo­ge­ne Serien-DNA.
Tonal neu­tra­ler als älte­re Cen­ter-Gene­ra­tio­nen mit leicht ange­ho­be­nem Hoch­ton (z. B. B&W).
Cons
Extrem groß und wuch­tig für einen Cen­ter — braucht ordent­lich Platz auf Möbel oder Rack, nicht für kom­pak­te Racks geeignet.
Wie bei der gesam­ten Serie: Direkt­ver­trieb bedeu­tet im Rekla­ma­ti­ons­fall Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Nor­we­gen statt loka­lem Händler.
9.4
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